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FINE ARTS UBRARV
Darvarö CoIIcqc Xtbrar?
FROM THE BEQUEST OF
CHARLES SUMNER
CLASS OP 1830
SENATOR FROM MASSACHUSETTS
POR BOOKS RELATING TO
POLITICS AND PINE ARTS
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VERLÄGSÄNSTALT FÜR KUNST UND WISSENSCHAFT IN MÖNCHEN -
VORM. FRIEDRICH BRUCKMANN.
0
Photographische Einzelaufnahmen
ANTIKER SCULPTUREN
nach Auswahl und mit Text
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Paul Arndt
MÜNCHEN 1803.
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Bezugsbedingungen :
Diese Ausgabe ist nicht durch die Buchhandlungen, weder im Abonnement,
noch in einzelnen Bliittem, sondern ausschliesslich direct von der Verlagsanstalt
Bruckmann zu beziehen, welche, um die Erreichung des wissenschaftlichen Zweckes
des Unternehmens zu ermöglichen, Herstellung und Versendung übernommen hat, ohne
daraus ein eigentliches Verlagsobjcct zu bilden.
1. Serie; 1. Teil. Blatt 1 — 191.
8 Blatt (No. 9 — 11, 69 — 73) des Plattcnformatcs 24/30.
6 Blatt (No. 108 — 113) des PlAttenformntes 18/24.
177 Blatt des Plattenfonnates 13/18.
Preis der einzelnen Photographie 24/30: 1 Mark.
„ „ „ „ 18/24: 80 Pfg.
„ „ „ „ 13/18: 50 Pfg.
Preis dieses 1. Teiles der 1. Serie für N i c h t a b o n n o n t e n: 101,30 Mark.
Im festen Abonnement auf das gesammte Unternehmen auch in seiner
Folge 20°/. Preiscrmitssigung. Preis dieses 1. Teiles der 1. Serie im Abonnement
demnach : 81 Mark.
Es besteht die Absicht, jährlich 300 Blatt des in der Hauptsache zur An
Wendung gelangenden Formates 13/1# herauszugeben; die wenigen, voraussichtlich nur
in dieser Serie zur Ausgabe kommenden Bliltter grösserer Formate bedingen eine
entsprechende Verminderung der Blattzahl. Der Preis der Serie botrügt im Abonne-
ment 120 Mark, monatlich also 10 Mark. Diese Summe soll jedenfalls nicht über-
schritten werden.
Das Abonnement wird vom 1. Januar 1893 an gerechnet; die für diese
1. Serie noch restierenden Blätter im Abonnementspreis von 39 Mark werden am
1. September 1893 ausgegeben werden. Am 1. Januar 1894 folgen die 300 Blatter
der 2. Serie.
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Digitizec) C
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HEINRICH BRUNN
tum 20. März i8qj.
Kb ist erforderlich, dem kurzen Texte einige Bemerkungen über Zweck und Art diese» neuen
Unternehmens vorauazuBchickon. Dasselbe »oll in erster Linie Vorarbeit für oin künftiges „Corpus
s tat nnrum* »ein. Die Durchführbarkeit dies««» für unsere Wissenschaft grundlegenden Werkes
wird allerdings von verschiedenen Seiten in Zweifel gezogen. Ich glaube, mit Unrecht.
Dass eine vollständige Sammlung des uns erhaltenen plastischen Materiales in bestmög-
lichen mechanischen Abbildungen die dringendste Aufgabe unserer heutigen Wissenschaft sein
muss, wird allgemein zugestandeu. Die Studien über die historische Entwicklung der antiken
Plastik, mögen sie auch in den letzten Jahrzehnten durch Forschungen auf anderen Gebieten in
den Hintergrund gedrängt worden sein, bleiben das erste und vornehmste Ziel der Archäologie.
Ohm genügende Abbildungen ist ein erfolgreicher Betrieb dieser Untersuchungen aber nicht denkbar.
Ausgedehnt*» Reisen zu unternehmen sind die Wenigsten irn Stande, und bei der Fülle des Aufzu-
nehinenden schwindet auch demjenigen, der die Originale zu studieren die Gelegenheit gehabt hat,
das Einzelne rasch aus dem Gedächtnis. So sind wir bisher auf das in Zeitschriften, Katalogen oder
Einzidabhandliingcn Veröffentlichte und auf da« durch Berufsphotographen in don Handel Gebrachte
beschränkt gewesen; das gesummte andern plastische Material, das jenes bei weitem Ubertrifft, ist
bisher der Mehrzahl der Archäologen so gut wie unzugänglich gewesen.
Und wie verhält es sich mit dem eben erwähnten Teile des Materiales, der bereits ver-
öffentlicht ist? Die grossen Moniimentalpublicntionen des vorigen und auch dieses Jahrhunderts sowie
die einzelnen Zeitschriften haben sich bis in die neueste Zeit des Kupfer- und Stahlstiches, der Litho-
graphie, des Holzschnittes bedient, Reproductionsverfahren, die, nicht rein mechanisch arbeitend, das
Bild dos Objectes nicht in seiner wirklichen Erscheinung, sondern so, wie cs durch das Auge des Künstlers
gesehen worden ist, darbictcn. Derartige Abbildungen können wohl dazu dienen, uns das Motiv eines
Gegenstandes zu veranschaulichen, aber sie genügen nicht zum Studium der einzelnen Form. Erst
in den letzten Jahrzehnten, durch die Nutzbarmachung der Erfindung der Photographie für archäo-
logische Zweck©, ist hier eine Umwälzung eingetreten; jede grössere Zeitschrift und Serienpublication
wendet heute mechanische Druckverfahren zur Herstellung ihrer Tafeln an. Erfüllen sich also in dieser
Beziehung im Wesentlichen unsere Ansprüche, die w ir auf Grund der Fortschritte der Technik zu
stellen berechtigt sind, so bleibt daneben doch der andere Mangel aller Zeit- und Einzelschriften
bestehen: der Mangel an Planmäßigkeit. Wer in einer Zeitschrift oin Monument veröffentlicht,
thut dies nur, wenn er etwas Neues über dasselbe zu sagen weise. Diejenigen Monumente, über
die wir bisher nichts Stichhaltiges, Positives, das eine längere Erörterung erforderte, zu bemerken
gewusst haben (und das dürfte die Mehrzahl der auf uns gekommenen sein), sind infolge dessen
bisher — falls sie nicht in einer der grossen, im vorigen Jahrhundert beliebten, dann aus der
Mode gekommenen und erst in neuester Zeit wieder unternommenen Museuinspublicationen Platz
gefunden haben — unveröffentlicht geblieben.
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Photographische Einzolaufnahmen antiker Sculptarcn.
Dio gleiche Willkür in der Herausgabe der Monumente macht »ich in den Photographien*
Serien der Kunsthändler geltend. Dieselben werden hergostellt mit Rücksicht nicht auf den
Archäologen, sondern auf den kaufkräftigen Fremden. Maassgebend bei der Auswahl des Aufzu-
nehmenden ist also nicht der Gesichtspunkt des wissenschaftlichen Interesses, sondern des Geschmackes
des grossen Publicum* Dass beide sich decken, wird nicht allzu häutig Vorkommen. So ist es in
der That der Fall, dass wir z. B. aus italienischen Museen, von Florenz über Rom nach Neapel,
eine Fülle monumentaler Aufnahmen von »ecundärem, tertiärem Interesse besitzen, während eine
Reihe der wichtigsten Denkmäler, die von entscheidender Bedeutung für die geschichtliche Erkenntnis
der antiken Kunst sind, überhaupt noch keine Veröffentlichung gefunden haben. In diesen Verhält-
nissen ist auch kaum eine Änderung zu erwarten. Denn der Händler hat zunächst und ausschliesslich
seinen Gewinn im Auge, der ihm von dem reichen Fremden, aber nicht vom knappen Beutel des
Gelehrten zugeführt wirr). Mohr als einmal habe ich persönlich versucht, grosse Photographen,
wie Alinari in Florenz, Anderson in Roin, zu Aufnahmen archäologisch besonders interessanter
Sculpturen zu bestimmen, aber stets vergebens. Ein „non si venderebbero“ machte weiter«
Bemühungen in jedem Falle überflüssig. Als einzige Ausnahme wüsste ich hier, von München
abgesehen, wo durch Bruckmann, Böttger, Hanfstängl kaum ein wuchtiges Stück unanfgonommon
gelassen worden ist, von Ausländern den Pariser Photographen Giraudon zu nennen, dessen
bisherige Serien auf den Plan einer vollständigen Aufnahme der Marmorwerke dos Louvre zu
weisen scheinen, ln Berlin wird, wie ich höre, ein gleiches nützliches Unternehmen vorbereitet.
In der Erkenntnis, dass die Archäologie nur durch planmässige Sammlung und kritische
Sichtung ihres Materiales, durch Schaffung festgesicherter Grundlagen, zu der Höhe emporsteigen
kann, die ihre Schw esterwissenschaften, die Epigraphik, die politische und die Li ttera turgeschich te
des klassischen Altertums bereits inne haben, haben wir in neuester Zeit nun allerdings den Anfang
gemacht, das auf uns gekommene Material nach Gattungen zu sammeln. Es sind hier dio folgenden
Publicationen zu nennen: dio attischen Grabreliefs von Conze u. A., die Sarkophage von Robert,
die hellenistischen Reliefbilder von Schreiber, etruskische Spiegel und Urnen von Körte, die Terra-
cotten von Kekulc u. A., griechische und römischo Porträts von Brunn und mir; eino Zusammen-
stellung der griechischen Votivreliefs wird von Locwy vorbereitet ; eine systematische Sammlung der
Vasen endlich wird nouerdings in Benndorfs „Wiener V orlegoblättem“ in Angriff genommen. Unser
wichtigstes Forschungsgebiet aber, dio statuarischo Plastik, ist vom Standpunkte planmässiger
Durcharbeitung aus bisher am meisten vernachlässigt worden. Das Institut hat dio Vorarbeiten
für ein Corpus statuarum unter Leitung von Michaelis mit der Erforschung der Geschichte der
Museen, bozw. des einzelnen Kunstwerkes begonnen. Fundstellen und Aufbewahrungsorte, das
„Schicksal“ der Statue, ihre verschiedenen Publicationen und Besprechungen sollen zunächst
eruiert werden. Nun ist es gewiss für uns von Wert, über alle in dieser Richtung in Betracht
kommenden Punkte unterrichtet zu sein, und im einzelnen Falle können z. B. Fundnotizen
von gewichtiger Bedeutung worden. Aber näher liegen uns, so scheint es mir, doch die folgenden
Fragen: wie sieht die Statue aus? in welche Zeit und welche Kunstrichtung gehört sie? wen stellt
sio dar? wie verhält sie eich zu den übrigen Darstellungen des nämlichen Gegenstandes, der
nämlichen Persönlichkeit? was ist an ihr antik, was restauriert? Dieses sind dio Fragen, die
uns in erster Linie interessieren müssen; das Andere ist von secundäror Bedeutung.
Was haben wir nun zu thun,um da« Ziel zu erreichen, das ich für das erroichonswerte halte?
Wir haben zuerst da« Material zu sammeln. Wie soll das geschehen? Nach einzelnen
Gattungen in kunstmythologischem Querschnitte? Die Apollines, dio Athenen, die Athletenstatnen
getrennt? Soll der eine von un», um es übertrieben auszusprechen, die europäischen Museen nach
den Hermesgeatalton de« 5. Jahrh. durchforschen , der andere seinen Blick auf die unterwärts be-
kleideten Aphroditen der nachpraxitclischen Zeit beschränken? Eino solche Arbeitsteilung wurde
wohl auch in mündlichen Gesprächen über da« vorliegende Thema von befreundeter Seite in An-
regung gebracht. Ich würde «ie für vollständig verkehrt halten. Denn abgesehen davon, dass wir
durch eine derartige Speciallsierung die uns zur Verfügung stehenden Mittel und dio Zeit der einzelnen
Mitarbeiter in überflüssiger Weise in Anspruch nehmen, hoi weniger selbständigen Geistern, statt
Ihnen einen Überblick Uber das gesammte Material zu gewähren, nur eine nüchterne Beschränkung
begünstigen würden, so verbietet sieb eine derartige Anordnung der Arbeit bereit« dadurch, dass
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Photographische Einzelaufnahmon antiker Sculpturon.
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in einer grossen Reihe von Füllen die sichere Einordnung des einzelnen Stückes in bestimmte
Kategorien, sei es infolge mangelhafter Erhaltung oder falscher Restauration, sei es infolge unseres
noch beschränkten Wissen» gar nicht oder nur mit zweifelhafter Sicherheit möglich »ein wird.
Die „statistisch©- Aufnahme unseres Statuen Vorrates kann nur nach Museen geschehen.
Das ist unsero erste primitivste Aufgabe; das andere, z- B. die Classificierung dos Materiales nach
Typen und innerhalb dieser Typen in historische Gruppen, sind curae posteriores, die zu besorgen
sind, wenn das Material fertig gesammelt uns vorliegen wird und die zum grossen Teil schon
während dieser Sammlung erledigt werden können und müssen-
Diese Sammlung des Stoffes ist nach meinem Dafürhalten in zweifacher Weise vorzunelimen.
Ersten»: durch vollständige und genaue Katalogisierung der Museen; zweitens: durch
photographische Aufnahmen aller irgendwie in Betracht kommenden Stücke mit alleinigem
Ausschluss des absolut Wertlosen.
Für die Katalogisierung der Museen liegt bereits eine Reihe vortrefflicher und
dankenswerter Vorarbeiten vor, durch welche dieser Teil der Aufgabe dos „Corpus Statuarum*
wesentlich vereinfacht wird. Indem ich auf die Nennung der einzelnen einschlägigen Arbeiten, die
den Fachgenossen bekannt sind, verzichte, führe ich hier als Musterbeispiel den am Ende des
vorvorigon Jahre« erschienenen Katalog der Berliner Scalptnren an, dor, wenn er vielleicht auch in
seinen Urteilen weniger vorsichtig zurückhaltend, in seinen Abbildungen zeichnerisch vollkommener
sein dürfte, doch in seiner ganzen Anlage ein vorzügliches Beispiel des nach dieser Richtung hin
Erstrebenswerten bietet Kurze und verständliche Beschreibung dos Thatsäch liehen, künstlerische
und knnathistorischo Würdigung des einzelnen Stückes, dazu eine Umrisszeichnung, die, olmo eine
Photographie zum Studium dos Einzelnen überflüssig zu machen, zur Verdeutlichung der Gcsammt-
orscheiming des Gegenstandes genügt : das ist es, was wir brauchen, und da« Vorgehen der Berliner
Museums Verwaltung verdient deshalb meines Erachtens den Dank aller, die mit plastischen Studien
cingohcnd sich beschäftigen. Es ist zu hoffen, dass dieses Beispiel In Zukunft von keinem Bearbeiter
eines Muscmukatulogos ausser Acht gelassen werde. Vor allem darf die Beigabe von Zeichnungen
jedes einzelnen Stückes künftighin nicht mehr unterlassen werden; die einfachste Konturzeichnung
sngt mehr, als die langatmigste Beschreibung.
Naturgemäss werden sich unsero Katalogisierungsarbeiten zunächst den italienischen Museen
als den reichsten und am meisten der Verarbeitung bedürftigen zuwenden. Denn in England sowohl,
als in Griechenland haben in jüngster Zeit die berufenen Hüter der dort aufgehäuften antiken
Kunstschätzo eine Inventarisation ihrer Vorräte begonnen — zunächst leider freilich noch ohuo
Abbildungen, — und aus Frankreich darf man in Bälde das Gleiche hoffen. Die kleineren
Museen diesseits der Alpen sowie in den östlichen Ländern werden leichter gelegentlich unter
günstigen Verhältnissen und durch geeignete Persönlichkeiten vorgenonunen worden können.
So hat sich unser Hauptaugenmerk zunächst auf dio grossen italienischen Museen zu richten.
Für die ober- und mittel italienischen Sammlungen, sowie für einige römische ist diese Arbeit
bereits geschehen. Noch harren aber di« grössten Museen Italiens, der Vatican , dio capito-
linischon Sammlungen — der gut« Katalog des Capitols, li era u »gegeben von der commissione
archoologica comunale, entbehrt leider des wissenschaftlichen Apparates — , dio Villen Albani und
Borghese, Museo Torlonia, das Therrnenmuseum in Rom, das Museo Nazional« in Neapel der
wissenschaftlichen Durcharbeitung. Hier hat, falls nicht von den Vorständen dieser Sammlungen
in absehbarer Zeit eine Katalogisierung zu erwarten ist, dio Thätigkeit des Corpus Statuarum
zunächst einzusetzen und in Verbindung mit den oingebomen Musoumsbeamten und zur Unterstützung
derselben die Inventarisation vorzunehmen. Bei richtigem Auftreten der zur Mitarbeiterschaft an
diesem Unternehmen heranznziehenden Persönlichkeiten werden, so glaube ich, in weitaus den
meisten Fällen dio betreffenden Muse ums Vorstände, in der Erkenntnis der grossen umfassenden Ziele
eines Corpus Statuarum, eine derartige Unterstützung von fremder Seite mit Vergnügen willkommen
heissen. Die Erfahrungen des Corpus inscriptionum werden hier für uns maassgebend sein können.
Einzelne Fälle des Misslingen» aber, dio doch nur in momentanen persönlichen Verhältnissen ihre Be-
gründung haben können und nach Veränderung dieser Bedingungen nicht notwendig wiodork ehren
müssen, dürfen nicht von der Erreichung des gesteckten Zieles Abschrecken.
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6 Photographische Einzelaufnahmen antiker «Skulpturen.
För die Katalogisierung des römischen Statuenmaterials sind in der jährlich sich erneuernden
Schaar der capitolinischeu Itugazzi und Stipendiaten die trefflichsten Arbeitskräfte bereits gegeben, und
wie ich höre, besteht auch an der römischen leitenden Stelle die Absicht — oder ist sie bereits ver-
wirklicht worden? — , auf diesem Wege den Zwecken des Corpus Statuarum in die Hände zu arbeiten.
Gerade für Neulinge auf archäologischem Arbeitsgebiete halte ich die Beteiligung an einer derartigen
Aufgabe fUr ausserordentlich instructiv, da sie durch den Zwang, mit Verschiedenem sich ein-
gehend zu beschäftigen, von unfruchtbarer Einseitigkeit oder ratlosem Heruintasten ablenkt, da
sie nötigt, das Einzelne genau bis ins feinste Detail hinein zu betrachten, da sie auch dem
Philologen Gelegenheit giebt, sieb einen bestimmten Begriff von praktisch-archäologischer Arbeits-
methode zu bilden.
Nehmen wir als Beispiel an, es sei die Aufgabe gestellt, das Museo Chiaramonti mit
seinen 30 Comp.irtimenten und 731 darin enthaltenen Einzehverken zu inventarisieren und 5 junge
Gelehrte ständen im Laufe eines Winters zu diesem Zwecke zur Verfügung. Es kämen also auf
den Mann Ö Compartimente mit rund 150 Einzelbildwcrken. Die genaue Beschreibung und Unter-
suchung von 150 Antiken aber lässt sich im Laufe von 4 Monaten bequem und ohne andre eigene
Arbeiten zu beeinträchtigen durchführen. So ist es möglich, mit den dem Institute zur Verfügung
stehenden Kräften in einem Winter einen nicht unbeträchtlichen Teil der vaticaniachcn Antiken
aufzunehmen, in 4 bis 5 Jahren den ganzen Vatican, in 12 biH 15 Jahren den Gesnmmtvorrat der
noch nicht inventarisierten römischen Monumente.
Es versteht »ich, dass diese Arbeiten unter Leitung und Aufsicht der Institutsvorstände,
denen voraussichtlich auch die Verarbeitung von Litteratur und Geschichte der einzelnen Statuen
zufallen würde, zu geschehen haben, oder, falls deren Kräfte bei ihrer Überbürdung mit Geschäften zur
Übernahme dieser neuen Pflichten nicht nusreichen würden, unter Überwachung durch einen besonders
für die Zwecke diu Corpus Statuarum dein Institute beizugebenden Gelehrten. In Rom speciell
würde es »ich sodann für «len an «ler Spitz«) stehenden Gelehrten empfehlen, in Fühlung mit den
Kunsthändlern and Antiquaren zu treten, die häutig über Fundumstände und Provenienzen wert-
volle Auskünfte zu erteilen im «Stande sind. Etwaige Verüii<lerungen aber des römischen Antiken-
bestandes nr.ch Besitzern uml Aufbewahrungsorten im Laufe der Zeit wird das Institut selbst
unschwer verfolgen können.
Fassen wir min «len zweiten Punkt unserer Betrachtungen, die Beschaffung dos Ab-
bild u ng »materiales, schärfer ins Augo. ln welchem Umfange und mit welchen Reproduetions-
mittoln sind dio Illustrationen herzustellen? Meine Postulat«* lauten:
1. Die Kataloge sind mit guten Umrisszeichnungen (eventuell Autotypien) jedes einzelnen
«Stückes zu versehen, nach «lern Muster des Berliner Museumskataloges.
2. Jegliches stilistisch interessante Kunstwerk, bei welchem «lio künstlerische Behandlung
der Form von Bedeutsamkeit für das Studium ist (das heisst also: die grosse Mehrzahl der uns
erhaltenen Statuen), muss in guten Photographien zu billigem Preise dein einzelnen Archäologen
zugänglich gemacht werden. Bei statuarischen Werken mit erhaltenem Kopfe sind auch Facc-
untl Profilansiehten des Kopfes herzustellen. Diese Photographien können den unter 1 erwähnten
Umrisszeichnungen resp. Autotypien zur Vorlage dienen.
Zur Erreichung dieser hier angedeut'den Ziele, zu welchen man ohne einen inirnerhiu
nicht unbeträchtlichen Aufwand von Geld nicht gelangen wird, steht dem Corpus statuarum nun
eine Reih«* von Hilfsquellen zu Gebote, die eben diese Unkosten zu verringern geeignet sind.
Es sind «lies zunächst dio bereits im Handel befindlichen Photographien. Von diesen »intl
genaue Verzeichnisse mit Angabe «ler Bezugsorte anzufertigen. Es wird sich, glaube ich, aus
praktischen Gründen empfehlen, diese Verzeichnisse nicht nach Museen, sondern nach Händh'rn
anzulegen, und erst etwa bei Herstellung der einzelnen Museumskataloge als Note zu jedem Stück
»eine photographischen Vervielfältigungen anzuführen, in der Art wie z. B. die neueren Kataloge
von Gemäldesammlungen (Dresden, München) dies thun. Für dio bereit« erschienenen Katalog«1
lässt sich dies in Form besonderer Nachträge nachholen. Für die italienischen Sammlungen dies
durchzufUhreii , erscheint mir eine passende, in die praktische Kenntnis der Monumente gut
einfühn*nde Aufgabe für «lie jüngeren Angehörigen des Institutes. Das unlängst von der
Berliner Firma Ainslor & Kuthnrd begonnene „Verzeichnis von Photographien nach Werken der
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Photographische Einzelaufnahmen antiker Scolpturen. 7
Malerei“, welche», wie ich höre, auch auf dio antike Sculptur ausgedehnt worden soll, wird für
unsere Zwecke die erwünschteste Beihilfe gewähren, und vielleicht wird sogar ein Hundinhand-
gehen beider Unternehmungen sich ermöglichen lassen.
An zweiter Stelle ist es der von mir begonnene, hiermit in die Öffentlichkeit tretende
„Einzel verkauf*, der den Interessen dos Corpus statuaruui entgegenkommt. Indem ich bezüglich
der Einzelnheiten dieees neuen Unternehmens auf meine Bemerkungen am Beginne und am Schlüsse
dieser einleitenden Worte hinweise, betone ich hier nur, dass auch ich es gewiss vorgezogen haben
würde, diese Publication sofort systematisch in Angriff zu nehmen, d. h ein Museum vom
ersten bis zum letzten Stück durchzuphotographieren. Die Unmöglichkeit, dieB mit privaten Mitteln
oder auf Kosten etwa der Verlagsanstalt Bruckmann »lurchzuführen, habe ich bald erkennen müssen.
Denn da dio Unkosten des Unternehmens zunächst nur durch den jährlichen Beitrag von
120 Mark Seitens der Abonnenten (deren Zahl bis jetzt gerade hinreicht, um die Spesen
der Aufnahmen zu decken) bestritten werden, so ist es unsere Pflicht, auf den besonderen Interessen-
krois dieser Abonnenten Rücksicht zu nehmen und ihr Budget nicht mit Ausgaben zu belasten für
Dingo, deren Anschaffung ihnen zunächst nicht von dringendster Notwendigkeit erscheinen wird.
Da diese Abonnenten aber sich bisher fast ausschliesslich aus den 20—25 Vertretern der
Archäologie auf den dentschsprechenden Hochscliulon zusammonsetzen, so galt es fürs Erste, Dinge
aufnehmen zu lassen, die für die augenblicklichen Forschungsrichtungen von Intercsso und Bedeut-
samkeit sind. Es tritt dieser Gesichtspunkt bei dieser ersten Serie weniger scharf hervor als er
bei den in Vorbereitung befindlichen kommenden Serien erkenntlich sein wird. Denn was wir jetzt
als Aufnahmen 1—101 bieten können, war zum allergrössten Teile ohne die Absicht einer späteren
Publication vor einer Reihe von Jahren für Privat- und Musenmszwecke gesammelt worden, und
erst das mit wachsender Einsicht in den Stand unserer Wissenschaft sich fühlbar machende Bewusst-
sein der Pflicht, diese Photographien auch der allgemeineren Benutzung zugänglich zu machen,
hat mich veranlasst, zum Zwecke der Veröffentlichung der Aufnahmen mich mit der Verlagsanstalt
Bruckmann in Verbindung zu setzen. In dieser ersten Serie also erhalten die Abonnenten nicht
so sehr ausschliesslich „interessante* Stücke, als Aufnahmen aus kleinen Orten, wohin auch der
ArclüLolog seltener sich verirrt, hub schwerer zugänglichen Privatsammlungen und aus dem beständig
fluctuierenden Kunsthandel. Dio kommenden Serien1) hingegen sollen in sorgfältiger Auswahl
nur das Wichtigste und zunächst für unsere Studien Notwendige bieten. Ist das Unternehmen
einmal im Gange, so wird Bich, denke ich, unschwer zu einer gegenseitigen Verständigung über
das Wünschenswerte gelangen hissen. Sorgfältige, nach verschiedenen Gesichtspunkten angelegte
Indices werden etwa alle 5 Jahre aasgegeben werden, um die Benutzung der Photographien und
des Textes zu erleichtern. In jedem Fallo soll mein „Einzelverkauf“ zunächst bis zur consequenten
Inangriffnahme des Corpus statuaruin dio dringendsten und lebhaftesten Bedürfnisse derjenigen
Fachgenossen befriedigen, dio auf dem Gebiete der antiken Plastik arbeiten, unter Inanspruch-
nahme einer auch dem weniger Bemittelten erschwinglichen Summe.
So sehr mich aber oin Erfolg meines Unternehmens erfreuen und befriodigon würdo, so
entschieden spreche ich gleich in seinem Beginne die Warnung aus, dabei stehen zu bleiben. Das
Corpus statuaruin bleibt trotz des „Einzölverkaufos® unser erstrebenswertes Endziel, er selbst ist
und will nichts anderes sein als oin Notbehelf, eine Vorarbeit
Eine nicht unbeträchtliche Förderung kann diesem Einzelverkauf, und dadurch indirect
dem Corpus statuaruin, aus »len Kreisen »1er Fachgenosson selbst ohne Mühe und Kosten zu Teil
werden. Eine grosse Zahl von uns ist im Besitze photographischer Negative nach antiken Sculptaren,
die für Zwecke privaten Studiums hergestollt worden sind. Beim athenischen und namentlich beim
römischen Institute ferner befindet sich eine beträchtliche Reihe photographischer Cliches, von
welchen Abzüge zur Zeit nicht zu Gunsten d»>s Institutes, sondern des dio Kopien herstell enden
Photographen verkauft werden. Eine unentgeltliche Abtretung dioscr Negative tritt den Interessen
der bisherigen Besitzer also nicht zu nahe, unterstützt dagegen diejenigen des Corpus etatuarum
J) Bis jetzt sind Aufnahmen vorbereitet aus: Florenz, Pal. Pitti und verstreut») Bild-
werke, Rom, Villa Albani, Villa Ludovisi, Capitolinischo Sammlungen, Pal. Borghese, Brescia,
Pisa, Neapel, Palermo, Einiges aus Consta n tinop olitaner Privatsaiuinliingcn, München
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8 Photographisch«* Fiuzolatifiiuhux-n antiker Sculpturen.
in willkommener Weise. Von privaten Besitzern ist die gleiche Liberalität in Hinblick auf den zu
fördernden Zweck für jetzt und in Zukunft erliefen und mit Sicherheit zu erwarten. Dazu kommt,
dass die Fähigkeit, mit eigener Hand photographische Aufnahmen herzustellen, sich voraussichtlich
und hoffentlich von Jahr zu Jahr mehr unter den Archäologen verbreiten, dass der photographische
Apparat, wie Maassstab, Notizbuch und Museumskatalog, der unzertrennliche Begleiter des reisenden
Fachgenossen werden wird Es w ird dann jeder Einzelne os einfach als »eine unumgängliche PHichfc
empfinden, in kleinen und entlegenen Museen, w ie z. B in oberital Ionischen und englischen Samm-
lungen, so viel er nur kann, photographisch aufzunehmon und somit dem wissenschaftlichen Studium
zu übermitteln.
Aber auch wenn wir die hier aufgeftlhrten Unterstützungsmittel zur Beschaffung
der notwendigen Allbildungen in Anschlag bringen — um von anderen Hilfsquellen, die sich
noch eröffnen werden , hier zu schweigen — so bleibt immerhin noch bo ausserordentlich
viel zu photographieren übrig, dass nur beträchtliche Geldmittel hiurcichen werden, um alle
unsere Anforderungen zu befriedigen. Wie und woher dieses Geld beschaffen? Ich spreche nicht
davon, dass ich es für möglich erachte, auf privatem Wege von Freunden der alten Kunst,
Maerenen, deren os ja noch, wenn auch zur Zeit nicht gerade in Deutschland, giebt, Beiträge für
unsere Zwecke zu erhalten. Denn das sind Factoren, mit denen ein Budget „für das koimncudo
Jahr“ zunächst nicht rechnen darf. Ich äussere hier nur meine Überzeugung, dass auch auf diesem
Wege, wenn inan die Sache geschickt anpackt, Mittel für uns ffUssig gemacht werden können.
In der Hauptsache wird dio Archäologie doch schliesslich in den eigenen Beutel greifen
müssen. Da derselbe schmal zu sein pflegt, so w ird es sich empfehlen, etwas langsam vorzugehen
und »eine Spannkraft nicht allzusehr auf dio Probe zu stellen. Mit einem Wurfe ist ©in so
umfassendes Werk wie das Corpus statuarum natürlich nicht zu vollenden; es wird einer Reih« von
Jahren, von Jahrzehnten bedürfen. Aber innerhalb eines längeren Zeitraumes muss o» dann
wirklich auch durchführbar sein. Man prüfe, ob folgende Berechnung mit Hirngespinsten arbeitet
oder mit der Wirklichkeit in Einklang steht. Man (d. h. das Institut selbst oder durch Vermittlung
eines Kunstverleger» wie Bruckmann) gehe pro Jahr 500 Photographien des Formate© 13/18 cm*)
heraus; das sind in 20 Jahren 10000, in 50 Jahren 25000, die uns einstweilen genügen mögen.
Man wird ganz zweifellos im Minimum 30 Abonnenteu im In- und Auslande für dieses Unter-
nehmen gewinnen. Der Preis des einzelnen Blattes betrage 50 Pfg., so hat der Abonnent im Jahre
250 Mark zu zahlen — der Wichtigkeit der Publication gegenüber eine geringe Summe, die den
kärglicher dotierten Sammlungen, falls sie nicht aus den laufenden Mitteln bestreitbar ist, als Extra-
hewilligung kein einsichtiges Ministerium verweigern wird. Die jährliche Einnahme aus dem Verkaufe
der Photographien wird also betragen: 250.30 = 7500 Mark. Dieser stellen sich folgende Spesen
gegenüber: 500.30 = 15000 Kopien; die Eiweisskopie im Formate 13/18 mit 20 Pfennig be-
rechnet, giebt 3000 Mark. Bleiben 4500 Mark. Der Preis des Negatives 13/18 wird im Durch-
schnitt, hoch gerechnet, 5 Mark betragen (in Born hatte ich für das Unternehmen des Einzel-
verkaufes, falls dasselbo in grösserem Maassstab begonnen worden wäre, 2 Lire als Negativpreis
[13/18] festgesetzt!); der Preis der 500 Negative würde also 2500 Mark betragen. So bleiben von
den 4500 Mark noch 2000 übrig, dio, da andere Spesen (von Kleinigkeiten abgesehen) nicht mehr
zu decken sind, dazu verw endet w'orden mögen, um den eigentlichen Leiter des Corpus statuarum,
der dessen Durchführung Bich ja zur Lebensaufgabe machen müsste, vorläufig wenigstens einiger-
*) Besonders wichtige Sculpturen, bei deren Studium die Feinheit und Bildung der einzelnen
Form in Betracht kommt, werden daneben in grossem Formate ihre Publication in Brunn-Bruck-
manns „Denkmälern griechischer und römischer Sculptur“ finden, zu welchen wir nach Durchführung
des in Aussicht gestellten Programmes vou 450 — 500 Tafeln jährliche Supplcraenthofto (ohne Abon-
nenten tszwang) herauszugehen beabsichtigen, welche neu entdeckte oder neu in ihrem Werte erkannte
Sculpturen der oben genannten Art in bestmöglichen Lichtdrucken de» Maximalformatea 40/50 cm
roproducleren sollen. — Noch weiter im Sinne Morellis zu vertiefen ist das vergleichende Studium
der einzelnen Formen durch „VorlegeblRttor für plastische Übungen“, deren Inangriffnahme von
kundiger Seite dringend zu wünschen ist
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Photographische Einzelaufnahmen antiker Scalptnren,
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nmassen für seine Bemühungen zu entschädigen. Dass der Sitz dies*1« Leiters nur Rotn, nicht
Berlin oder eino andere deutsche Stadt sein kann, mnas der einsichtige Kenner der Verhält-
nisse unbedingt zageben ; die Durchführung seiner Aufgabe wird ihm erleichtert werden, wenn er
dom Institute gewisBermaassan attachiert würde.
So, oder so ähnlich — man rechne mir nicht um das Einzelne nach, wo es mir nur darauf
unkain, überhaupt die Möglichkeit des Ganzen zu erweisen — so, auf diesem Wege, mit diesen
Mitteln, lässt sich in absehbarer Zeit und mit orschwingbaron Kosten das Ahhildungsmaterial für
das Corpus statuaruin beschaffen. Ich glaube nicht, allzu falsch gerechnet zu haben. Gegen jede
kleinliche Auslegung meiner Vorschläge aber, als erstrebo ich mit ihnen nur persönliche Zwecke,
verwahre ich mich mit Verachtung.
Aber ich vernehme den Einwand: ist es mit der Beschaffung des AbbiHungsmateriales,
der Inventarisierung der Museen etwa dom» schon gothan? beginnt nicht dann erst die eigentliche
Arbeit, die Verarbeitung, Gruppierung und Clas.sificierung des aufgehänften Stoffes? Ohne Zweifel.
Alles Katalogisieren und Photographieren ist nichts als Vorarbeit. Haben wir unser Material
einmal ganz zusammen, dann ist es an der Zeit, dio Resultate unserer während der Sammlung de*«
Stoffes gemachten Arbeit in möglicbst einfacher Gestalt der Öffentlichkeit zu Übergeben. Ich denke
mir «He«, wie ich schon oben andeutete, in ungofahr folgender Weise : Anordnung der Statuen nach
Typen und innerhalb dieser Typen w ieder in historischer Reihe. Zusammenstellung aller Repliken
mit genauen Angaben über Ergänzungen, Litteratur u. ä. und mit Abbildung der besten der
erhaltenen Wiederholungen. Ob diese Abbildung in Holzschnitt, Zinkotypie, Autotypie oder einem
anderen Verfahren zu geschehen hat, ist mir zunächst gleichgiltig ; denn in 50 Jahren, wenn wir
einmal an die Inangriffnahme dieses grundlegenden, abschliessenden Werkes werden geben können,
werden voraussichtlich auch 50 neue Reproductionsverfahren erfunden worden sein. Dies und
überhaupt dio ganze Frage nach der endgiltigen Einrichtung des Corpus statuaruin sind Sorgen
für spätere Zeit, deren Überlegung uns nicht von der endlichen Durchführung der dringendsten
und nächsten Aufgabe nbhalten soll.
Ich gehe hier absichtlich auf eine Menge von Dctailfrugon nicht oin , da die nähere Er-
örterung derselben die Erkenntnis und Würdigung meiner Hnaptgesichtspunkto nur erschweren und
trüben würde. Es Ing nicht in meiner Absicht, hierein System, ein fertiges Programm für dio Durch-
führung des Corpus statuanim gebon zu wollen. Es galt mir vielmehr nur, die hauptsächlichen hier in Be-
tracht kommenden Fragen an zu regen, da wir vor dem definitiven Beginn des gesummten Unternehmens
im grossen Maassstabe uns über dio Ziele des Ganzen im Klaren und einig sein müssen. Ich will
zunächst zar Discussion über dieso wichtigste, nicht länger zu vertagende Frage herausfordern, und
ich würde es als willkommenen Erfolg dieser meiner Darlegungen betrachten, wenn ich durch einen
Gogner meiner Ansichten, in denen ich mich im Übrigen Eines w eiss mit der Mehrzahl der jüngeren
selbständig forschenden Archäologen, gezwungen würde, den von mir entworfenen Örganisationsplau
von Neuem auf das Einzelne hin durchzuprüfen, zu verändern und zu verbessern.
Nur gegen eine Art von Angriffen werde ich mich ablehnend verhalten : gegen Leute, die,
mit dem Kopfe iu den Wolken schwobond, ihro Klage erheben werden Uber zunehmende Geistlosig-
keit, abnehmende EmpfindungafÜhigkeit der jüngeren archäologischen Generation, die jetzt gar unter
das Joch trockener Katalogisierungsarbcit gebeugt worden und den Apparat des Photographen hand-
haben solle, statt sich mit Praxiteles und Phidias abgeben zu dürfen. Vgl. den Artikel „unsere
Archäologen“ in der „Gegenwart“ 1892, No. 52, p. 409 f. Falls ein derartiger Angriff auf die geflammten
Vertreter einer Wissenschaft, der doch nur einem durch Sachkenntnis nicht getrübten Urteile ent-
sprungen sein kann, überhaupt eino Erwiderung verdient, so ist es diese: dass wir dio Werke des
Phidias und Praxiteles nicht mittels hochtönender sogenannter ästhetischer Phrasen, sondern nur
auf dem Woge ernstor und stiller w issenschaftlicher Arbeit aus der Menge dos auf uns Gckommnen
herauszuerkennen vermögen, dass wir allo aber (die paar Ausnahmen bestätigen nur dio Regel)
die trockno Einzeluntersuchuug mir als Mittel zum Zwecke betrachten und dass unser Interesse für
die geschichtliche Entwicklung der ganzen Kunst, unser Empfinden für die Schönheit des einzelnen
Kunstwerks durch die nüchterne Detailarbeit, dio gothan werden muss, nicht erstickt, sondern nur
vermehrt und vertieft wird. Zur Zeit befindet sich aber die Archäologie infolge äusserer Verhältnisse
in einer Entwicklungsperiode, die die Einzclarhoit begünstigt; wird die Fülle des Materiales, das uns
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Photographische Einzelaufuahmeu antiker Sculpturen.
in den letzten Jahrzehnten fiberströmt hat, etwas gesichtet sein, so wird auch die ästhetische Bo
trachtnngawefoo der alten Kunst wieder bei uns zu ihrem Kochte gedungen. Wilren wir wirklich so,
wie uns der Verfasser jenes Artikels darzustellen beliebt, so wäre cs allerdings für uns an der Zeit,
das Bündel zu schnüren. Aber zum Glück ist unsere Wissenschaft noch eine junge, der grosse
Aufgaben harren, und vom Vertrocknen weit entfernt.
Zum Schlüsse noch einige kurze Bemerkungen über die Ätisserlichkfdten meines „Einzel-
Verkaufes“. Wie bei jedem grosseren Unternehmen, so hat auch bior eine Kcihe von CalamitUten
am Beginne nicht gemangelt und das Erscheinen unliebsam verzögert. Die Aufnahmen 1 — 82 der
oberitalienischen Museen haben mein Freund W. Amelung und ich gemeinschaftlich hergestellt.
Beido zu jener Zeit noch wenig geübte Dilettanten, unsere Apparate mit einer damals neu erfundenen
Plattensorte ausgerüstet, mit Hautnegativen ohne Glas, die zwar den Vorzug der leichten Tram.-
portabilitiit hatten, sich im Übrigen aber durchaus nicht bewahrten, so dass manche gute Aufnahme
durch ihre Schuld zu Grunde gegangen ist; statt des im Süden erhofften Sonnenlichtes im Mitrz
Wcn'nen von Kegen und Schnoeßtürznen und in den an sich dunkeln Räumen jener Museen somit
düstres Dämmerlicht; dann infolge beschränkter Zeit und räumlicher Mangel die Unmöglichkeit, dio
täglich auf gut Glück gemachten Aufnahmen gleich am Orte entwickeln und etwa misslungene
am nächstfolgenden Tage wiederholen zu können. So wird man in meinem „Einzelverkaufe“ eino
Reihe von Aufnahmen wertvoller Stücke vermissen, die auf diese Weise zu Grande gegangen sind:
in Vicenza z. B. die schöne, etwa skopasiseho Statue eines stehenden Dionysos D. 20, die interessante
sitzende Frauengestalt des 5. Jahrh. in CAtajo D. 509, dio Lodz in Mantua D. 091), den sog. Narkissos
ebenda D. 650. Eino photographische Nachlese wird sieh deshalb in fast allen von uns besuchten Samm-
lungen lohnen. — Dann, als die Negative nach München kamen, hatten sie erneutes Unglück, indem
sie in dio Hände eines untauglichen Retoucheurs gerieten, der die Hintergründe mit harten Conturon
ansdeckte, dio „Cartelli“ mit Angabe des Museums und der Katalognnmmer an falscher Stolle oder
auf der verkehrten Seite des Hautnegative» anhrachte und schliesslich auch eine ganze Reihe dieser
Hautnegative von der verkehrten Seite kopierte (was ich besonders zu entschuldigen und zu kon-
trollieren bitte). Nicht mehr Glück hatte dio Abfassung des kurzen Textes. Denn noch während
jener oberitalienischen Reise verfiel ich seihst in schwere Krankheit, die mich für mehr als */4 Jahr
nrbeitsuntanglich machte. In den Süden zurückgekehrt, war ich durch andere dringende Arbeiten
für längere Zeit vollständig in Anspruch genommen, und so komme ich erst heute, nach fast zwei
Jahren, post tot diacriminA, dazu, jene paar Bemerkungen herauszu geben. Dieselben sollen nur das
geben, was nicht in den Katalogen zu finden ist, deren Benutzung neben meinem Texte deshalb
als selbstverständlich vorausgesetzt wird, ln den erforderlichen Citateu mag mir Manches, ich hoff«
aber nichts Wesentliches, entgangen sein.
Es ist natürlich, dass hei Arbeiten auf der Reise, wo in beschränkter Zeit ein bestimmtes
Quantum erledigt werden muss, ich Einzelne« falsch oder flüchtig gesehen, Andres nicht beachtet
habe. Ich werde für alle Berichtigungen nach dieser Seite hin den Fachgenossen zu Danke ver-
pflichtet sein und beabsichtige, dieselben in Form von Nachträgen jedesmal zum Texte der nach-
folgenden Serie zu veröffentlichen, aus dem also eino Art „Anzeiger dos Corpus Statuarum“ sich
entwickeln möge. Da dio Aufnahmen dieser ersten Serie fast sämmtliche mindestens seit Jahresfrist
fertig vorliegon und ich mit der Mehrzahl archäologischer Fachgenossen, mit denen ich in dieser
Zeit in Berührung gekommen bin, über das einzelne Stück meine Bemerkungen ausgetauscht habe, so
hat es sich von selbst ergeben, dass eine Reihe von Beobachtungen, dio in meinem Text© enthalten
sind, nicht aus der Quelle meines Wissens geflossen sind. Ich habe versucht, so gut es ging, unser
geistiges Figentum auseinanderzuhalten, wenn gleich ich an »ich kein Freund überflüssigen Personen-
citierensbin. Mit Freude und Dankbarkeit habe ich hier derUnterstützung meinesFreundesW. Amelung
zu gedenken, der mit Hand und Kopf zum Gelingen meines Unternehmens unermüdlich beigetragen
hat; für den Text von Blatt 1—82 wollen wir beide gemeinschaftlich verantwortlich gemacht werden.
Was schliesslich die Auswahl der von mir heransgegobenen Monumente anbolangt, so soll
alles, was in den oben erwähnten grossen Sericnpublicatiouen erschienen ist oder erscheinen wird
oder wraa sonst gut und leicht zugänglich veröffentlicht ist, zunächst ausgeschlossen bleiben. Dass
trotzdem einige bereits von Schreiber publiciorfce hellenistische Roliefbildor aufgenoinmeu worden
sind, ist ein Versehen, für das ich um Nachsicht ersuche. Im Übrigen hebe ich auch hier hervor
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Im. - — - — —
Photographische* Einzelaufnahmen antiker Skulpturen.
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dass dio Mehrzahl der Aufnahmen vor mehr als zwei Jahren ausgewühlt worden ist. Für Manches
habe ich damals noch kein Auge gehnbt, was mir heute als wichtiges und bedeutungsvolles Monument
erscheint (um ein Beispiel anzu führen, nenne ich die Mantuaner Aphrcditeetatue D. 677); Anderes,
was ich damals aufnahm, sehe ich heute als minderwertige Dutzendware nur mit flüchtigem Auge
an. Ohne mich derartiger naturgemüsser Irrtämer besonders schuldig zu fühlen, ziehe ich vielmehr
aus dieser Thatsuche die Folgerung, das« es notwendig ist, bei conseqncntor Inangriffnahme der
Sache alles nur irgendwie Beachtenswerte zu bringen.
Die Auswahl der kommenden Serien, über die ich oben bereits Näheres mitgeteilt habe,
wird in ihrer Folge voraussichtlich durch die Anordnung der Reisen bedingt werden, die ich im
Aufträge der Verlagsanstalt Bruckmann zu unternehmen habe; ich habe als nächstes Arbeitsgebiet
Spanien und englische Privatsaminlungen ins Auge gefasst.
Zur grosseren Bequemlichkeit des Citierens wird es sich empfehlen, das vorliegende
Untornehmen zum Unterschiede von * Brunn-Bruck inann* (Denkmäler griech. und röm. Sculptur)
und „Brunn-Arndt“ (Griech, und röin. Porträts) als „Arndt-Bruckmanns Einzelverkauf* anzuführen.
München, im Mai 1893.
Paul Arndt
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NB. Die Blätter des Formate« 18/2-1 sind mit •, diejenigen de« Formate« 24/SO mit •• bezeichnet.
Verona, Museo lapidario.
I und 2. Dütschko 505. Kinderköpfchen.
Vierte« Jahrhundert, mit Anklängen an den Ko]>f
des Dornausziehcrs. Vgl. auch das von Furt*
wSngler in der Festschrift ftir Brunn, 1803, Taf. 111,
veröffentlichte Köpfchen eines Kro« ans Brauron.
3. I). 462. Fragment eines hellenistischen
K e I i e f b i 1 d e « : KomÖdienscone. Schreiber,
Bninnenrelief« G rinnt ni p. 0t>, Nr. 66. Reisch,
grieck Weihgeschenke p. 142.
Museo civico.
4. D. 600. Wiederholung des pasitelischen
Tors oh in Berlin Nr. &09 (Areh. Zeit 1878,
Taf. 14 und 15).
5. D. 610. Männliche Gewandstatue im
Typus des latoranensischen Sophokles. Der Kopf
(nach D. nicht zugehörig) scheint ein Porträt vom
Endo des 2. Jahrh. n. Chr.
6. W eibliche Ge wnndstn tue. Soll mit den
neuen Veroneser Funden der letzten Jahre zu-
gleich ans Licht gekommen sein. Ab: Kopf, r.
Arm, 1. Vorderarm, Fübho. Loch für Stütze am
r. Oberschenkel. Rückseite angelegt. Himation
über Kopf gezogen. Nicht vor dem Ende des
4. Jahrh.
7. Rohe Bronzestatuotte eines nackten
Jüngling«, der in der vorgestreckten L. einen
runden Gegenstand trägt; in der gesenkten R.
Loch für stabartiges Attribut. Ab: untere Htilfto
der Unterschenkel und Füsse. Vgl. Fnrtwingler,
50. Berliner Wluckelmannsprogramm p. 133.
8. Bron zestatuette einor Amazone
Im Typus der Matteischen. In neuerer Zeit an-
geblich in der Nähe des Mincio gefunden. In
beiden Händen Schlagringe. Wird von Loesclike
besprochen werden. Nach Furtwiingler Fälschung.
Mantua.
•*9. D. 703. Statue einer Muse, mit nicht
zugehörigem Apollonkopfe. Die Verwandtschaft
der Statue mit den Karyatiden dos Erechtheion
ist von D. bemerkt worden. Von den drei uns
bekannten Künstlern , die um die Wende des
5. Jahrh. Musenstatuen gearbeitet haben, Stron-
gylion, Kephisodot, Olympiosthenos, dürfte der
an zweiter Stelle Genannte den meisten Anspruch
darauf haben, als Schöpfer des in Rede stehenden
Typus zu gelton.
•*I0 und **l I. D. 858 und 860. Zwei helleni-
stische Reliofbildor mit bacchischen Darstel-
lungen. Schreiber hält dieselben (nach brieflicher
Mitteilung) für modern. „Da« Relief 858 ist für
mich zweifo los modern wegen des maniorirten
Stiles, des fremdartigen Satyrkopfea, der An-
stUckung der linken untern Ecke vor Beginn
der Arbeit, der ungeschickten Drapierung des
rechten Beines des alten Silcns auf dem Wagen
(das Gewand kann so nicht haften ; oder hält es
der Satyr?). Auffällig auch das Hochstehen des
hinteren Bockes, die allzu einfache Form dds
Wagens, der aus Platzmangel nn die Zugtiere
angedrängt wird, der überflüssig leere Raum über
den Figuren, der Thyrsusstab Silens u. a. ni.
Der Stil ist für hellenistische Zeit zu schlecht,
für kafeerrömiscli« eher zu gut, im 16./17. Jahrh.
aber möglich, etwa Algardi oder Consorten.
Ebenfalls zweifellos modern ist meines Erachtens
860, wohl von derselben Hand wie 858. An
beiden Stücken war von Anfang an nicht mehr
gearbeitet, als erhalten ist. Bei Vervollständigung
der Rdiefplntten würden in der Compo&ition
grosse, nicht auszufüllende Lücken entstehen.
Die Composition beidemal© durchaus gegen
griechische, auch hellenistische Gesetze, die Pro-
portionen z. T. verfehlt. Wo bleibt der Unter-
körper des Silens und der Nymphe rechts in
860? Das Gewand der Nymphe links ganz un-
verstanden (Überfall und Schlitz nur bis zur
Mitte de« Oberschenkel«). Beide Reliefs sind auch
nicht Seifenstücke von Sarkophagen. Das Bei-
werk des Hintergrundes in 860 besonders unver-
ständig*
E Jt
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14 Mantua. — Vicenza* — Catajo.
12 und 13. D. 647. Kopf, in nächster Ver-
wandtschaft zum Apollon köpf Kassel-Bar-
racco- Athen und seiner Gruppe (Friederichs-
Wolters 223 und 224).
14. I). 057. Musieiorondo Satyrn- Helleni-
stisches Rclicfbild. Schreiber Tafel LV1 A.
15. D. 687. Jüngl i ngstorso (kein Eros,
da ohne Fitigel). Der r. Kopfnicker angespannt
der Kopf war also nach der 1. Schulter gewendet.
Geputzt, aber griechisches Original etwa praxi-
tolischer Zeit. Keine Wiederholung der sog.
Narkissosstatuon
16. I). 707. Statue der Athene. Michaelis,
Parthenon XV, 5. Schreiber, Abh. d. sächs. Ges.
d. W. 1883, p. 570.
17. D. 711. Kopf des „Vergil“, Wieder-
holung des sog. Eubuleus aus Eleusis. Die
Arbeit nicht vor dem Ende des 2. Jahrh. n. Chr.
18. D. 706. Kolossaler Idealkopf.
Das Loch auf dom Scheitel wird zur Be-
festigung des Meniskoastachels gedient haben.
An der Halsgrube und am Haaransatz Uber der
Stirn in der Mitte jo ein Messpunkt. Apollo?
Vgl- die Bronzestatuette in Neapel Inventar
113257 (Phot. Sommer 7562). Nach einem Ori-
ginale vom Ende des 5. Jahrh.
19. D. 838- Dionysos und Satyrn bei
der Weinlese. „Prachtrelief römischer Erfindung“ :
Schreiber, Brunnenreliefs Grimuni p. 98, Nr. 111.
Das Tier recht« von Dionysos ein Panther, kein
Bock. Verwandt, aber von geringerer Arbeit,
sind die beiden Reliefs im Hofe des Museo eivico
zu Padua Nr. Xn und XVI (Müller- Wieseler
XL1X, 611; Roulez, bull, de l'acad. royale de
Belgique T. XIII, Nr. 7).
20. D. 844. Torso eines nackten Faust-
kämpfers. Im Stile dein krupeziontretenden
Satyr der Tribuna der Uffizien (D. 546) verwandt.
21. D. 845. Weiblicher Idealkopf.
Löckchen im Nacken. Fleisch geglättet Dio
nämliche Frisur an den Karyatiden des Erocli-
theion und an dem Kopfe aus Argos: Waldstein,
excavations at tho Heraion, 1892, pl. 4 und 5.
22. und 23. D. 853. Bacchisches Köpf-
chen. Gesicht sehr überarbeitet.
24. D. 854. Kopf des Asklepios. Zweit©
Hälfte des 5. Jahrh.
25. D. 876. Junger Römer vom Ende
des 2. Jahrh. als Hermes. Bernoulli, rüro. Ikonogr.
1, p. 229, Anm. 2 ; II, 2, p. 235, Nr. 62. Der
(vom Kopfe nicht getrennte) Torso geht auf
ein Vorbild altertümlicher Kunst zurück.
Vicenza.
26. D. 8- Männlicher Kopf. Fragment
eines Hochreliefs. Augenbemalung erhalten. An
die Kunst des Skopas erinnernd.
27. D. 9 und 10. Zwei männliche Köpfe,
der eine (D. 9) behelmt, der andere (D. 10) bärtig.
Fragmente eines römischen Hochreliefs. Inter-
essant wegen der nuch hier, wenigstens in D. 9,
erkennbaren Nachklänge «kopasischer Kunst
28. D. 25. Statuette eines sitzenden
Mädchens.
29. I>. 27- Weiblicher Kopf. Ergänzt:
Hinterkopf vom Hnarbaud an und die GowandbUsto.
30 und 31 D. 30. J ünglingskopf. Hinter-
kopf von der Binde ab angestückt, wohl schon
in antiker Zeit. Stark geputzt. Am ehesten an
Pasitelischcs erinnernd.
Catajo.
32 und 33. D. 610. Männlicher Kopf.
Stark ergänzt, aber Stirn und oberer Teil der
Nase intakt Hellenistisches Porträt?
34. D. 472. Griechisches Relief mit
mythischen Scenen. Wird von R. v. Schneider
besprochen werden.
35. D. 475. Artemis und Endymion,
halblebeusgrosse Gruppe. Die Basis zugehörig;
über ihre Form vgl. Strzygowski, röm. Quartal-
schrift f. christl. Altertumskunde IV, 1890, Tafel
VI, p. 104 ff.
38 und 37. D. 509. Weiblicher Kopf
des 5. Jahrh. In der Anlage der Haare über
der Stirn an den Berliner Kopf 606, die sog.
Aspasia, erinnernd.
38. D. 519. Weiblicher Kopf.
39 und 40. D. 524. Archaischer männ-
licher Kopf. Dio nächsten Parallelen scheint
derselbe in aeginetischer Kunst zu haben.
41. D. 786. Oberteil einer Jünglings-
statue. Wohl Porträt der Diadochenzeit.
42 and 43. D. 547. Männlicher Kopf,
dein des Doryphoros verwandt. Sehr schlecht
erhalten.
44. D. 602. Kopf dos Dionysos. Der
Kopf scheint dem der Münchener Statue 103
aufgesetzten näher verwandt zu sein, als dem
des Dionysos aus den Gruppen Chiaramonti 588
(Helbig 111) und Villa Lndovisi (Schreiber 77).
45 und 46. D. 652. Athleten köpf des
4. Jahrh. Die gedrehten Löckchen an den
Schläfen w'ie bei Nr. 41.
47. D. 673. Griechisches Votivrelief
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Catajo. — Parma,
15
an Dometor und Kor:». Vgl. Korn, da* Cultbild
dl,r GOttinen von Eleusit*, ath Mitt. 1892, p. 125 ff.
48. D. 676. WiederholungdeB.,Meleager''-
Kopfcs: Ant- Dcnkm. d. Jn»t. I, Taf. 40-
49. D. 682. Kleiner Torso eines Nubiers
aus dunklem Stein. Die r. Hand auf der 1.
Schulter. Zu der von Schreiber, Hth. Mitt 1885,
Taf. XII publicicrtcn Reihe U^\ptisch-helleni-
stischer Statuetten gehörig.
50 und 51. D. 685. Archaischer Jüng-
lings köpf. Dem Kopfo de« sog. wage» »be-
steigenden Jünglings im Conservatorenpalaste
(Bull, comin. 1888, tav. XV und XVI) und dem
sog. Lysins in Villa Alhani Nr. 62 am nächsten
verwandt
52 und 53. D. 687. Kopf eines Athleten
Wohl attisch, Anfang des I. Jalirh. Die Augen-
bildung ähnlich am Kopfe desselben Museums
509 (oben 36 und 37). Der Kopf achoint dem
der Statue Matz-Duhn 1040 verwandt (ehemals
Palatin, jetzt Thermen; Phot. röm. Institut).
54 und 55. D. 699. Jünglingskopf, dem
Kopfe des Maasimischen Diskobolen nahestehend,
aber, wie es scheint, keino Wiederholung.
56. D. 702. Statue «los Serapis mit
dem Füllhorn. Der Kopf war gebrochen, schien
uns aber zuzugehören. Die R. war nicht, wie
D. angiebt, gesenkt, sondern ging nach vom, wie
ein Einsatzlot*!» für die Stütze an der r. Hüfte
im Gewandwulst beweist Der r. Chitonärmel
mit doppeltem Santne der Länge nach gesäumt.
Das Original muss von Neuem daraufhin unter-
sucht werden , ob es nicht identisch ist mit
der von Michaelis, Journ. of hell. stud. 1885,
p. 305 nach Maffbi, Museum Veronense pag. 75,5
abgebildoten Serapisstatue. Dieselbe ist jetzt
verschollen ; Ortsangabe fehlt bereits bei Maffei.
Obwohl der Kopf dort der eines Serapis ist,
während er auf der Statue von Catajo den
Asklepiostypus zeigt, und obwohl das Füllhorn
in den beiden Statuen in verschiedenem Erhalt-
ungszustand sich befindet, halte ich doch ihre
Identität für höchst wahrscheinlich. Die örtliche
Nähe von Catajo und Verona unterstützt die
Vermutung. Die Gowandmotive der Statue selbst
weisen auf die erste Hälfte des 4. Jahrh.
57. D. 716. I Bisstatue. Nach der runden
Queder am Halsausschnitt auB pergainonischer
Zeit. Ein verwandtes Stück Museo Chiara-
monti 654.
58. D. 730. Apollo als Kind? Das Tier
keine Sphinx, soudern Greif (Bart, Klauen, keine
Bürste). HalsatUck zw ischengesotzt, daher Zu-
gehörigkeit des (zu grossen) Kopfes zweifelhaft.
Vgl. die Porträtfigur eines Knaben ats Apollino
Uffizien D. 155.
59. D. 743. Statue eines Jünglings.
Der Torso scheint eino auch in den Maassen
ungefähr entsprechende Wiederholung der Ber-
liner Bronzo aus Eleusis zu sein (Nr. 1 ; Brunn-
Bruckmann Tafel 278). Der aufgesetzte, bekränzte
Kopf zeigt einen späteren pcloponnesischen
Athletentypus. Die Statue vielleicht iden-
tisch mit der ehemals im Cortile des vat iranischen
Belvedere aofgestelltcn, jetzt daselbst nicht
mehr befindlichen „Dionysos^statue bei Michaelis,
Jahrh d. Inst. 1890, p. 36; vgl. 1892, p 95.
60 und 61 D. 777. Athletenkopf. Hinter-
kopf und r. Ohr ergänzt. Pnnkratiaatenohr.
Nase intakt. An den Hermes des Praxiteles
erinnernd.
62. D. 787. Statuette der Hygieia.
Kopf modern. Koste der Schlange auf Rücken,
1. Schulter, Vorderseite. Vgl. Roscher, myth.
Lexikon s. v. Hygieia, Schema 2. — Auf dem-
selben Blatte : D. 446. Weibliche Gewand-
h tat u» utto. Nach Queder und durchscheinendem
Gewände auf ein pergamenisches Original zurück-
gehend.
63. D. 791. Statuette des Mars. Kopf
modern.
64. D. 796. Torso des Herakles. Im
Motiv dem Fanieseschen in Neapel verwandt
(nur dass hier die r Hand in die Hüfte gestützt
ist, dort auf dom Rücken ruht), aber, wie es
nach den Körperformen scheint, älter. Vgl. Furt-
wängler bei Roscher, myth. Lexikon s. v. Herakles
Sp. 2173, und unten Nr. 132 (Villa Borghese).
65. D. 800. Statue des Apollon. Der
Omphalos links unten als solcher nicht sicher.
66. D. 813. Statuette eines Mädchens
mit Vogel. Parallelen auf attischen Grabsteinen.
67. D. 815. Statue des Hermes. Kopf
nicht zugehörig. Die Bildung des Schmnhaare»
nach altertümlichen Mustern.
68. D. 819. Statuette der Athene.
Nach einem in Anlehnung an die Parthenos ge-
schaffenen Vorbilde vom Endo des 5 Jalirh.
Parma,
•*69 und **70. D. 869. Kopf des Zeus. Vorn
Palatin: Schreiber, sächs. Bor. 1892, p. 126, XXI.
••71, Bronzestatuette de» trunknen H er ak-
les. Heydemann, Mitt. aus d. Antikouaamm-
lungen Ober- und Mittolitalien», 1879, p. 46,
Nr. 20; Mon- d. J. I, 4i C. Aus Velleja.
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16
Parma.
Florenz.
**72. Zwei Bronze«! atu et ton : «.Jugend-
licher behelmter Krieger, in Chlamys, mit
Schild und Schwert, nach r. stürmend. Ül>er
seinem Haupte ein Stadtthor in Relief. Vorsatz
einer innen auegehöhlten, zum Aufsätzen etwa
auf einen Stab bestimmten Bronzeleiste. Von
einem Feldzeichen ?
b. Nackter Bärtiger, mit Helm und
Schwert, mit zurückgewandtem Haupt und vor-
gost reck ton Händen nach r, schreitend. In Stil
und Motiv an den Aias der Pasquinogruppe er-
innernd.
**73. Zwei Bronzestatuetten: a. Sog.
A 1 c xa n d e r. Nackter gehender Jüngling mit
erhohnem r. Arm. Heydemann a. a. 0. p. 40,
Anin. 107. Nach dein Ausdruck der Gesichtszüge
halte ich die Benennung der im (ihrigen ikono-
graphisch wertlosen Statuette für nicht unwahr-
scheinlich.
b. Dionysos, mit übergeschlagnen Beinen
stehend. II. Fnss neu. Der Gegenstand, den die
R. hält, ein Rebzweig? Mon. d. J. III, Iß, 1;
Müllcr-Wieselcr XXXII, 307. Zur Stellung vgl.
dio Bronze eines Apollon im brit. Mus.: Phot.
Stereoscopic Co. No. 270.
74. D. 876. Erostorso. Im Rücken An-
sätze der Mnriuorflügel. Wiederholung der Eros-
statue vom Palatin im Louvro (Phot. Giraudon
1205; Furtwänglor bei Roscher, mytli* Lexikon
s. v. Eros, Sp. 1360 f . ; Baumeister. Denkmäler
s. v. Praxiteles, Abb. 1551).
75. D. 886. Torso eines Satyrs. Im
Rücken Stumpf dos Schwanzes. Rundlicher,
walzenförmiger Körper.
76. D. 891. Torso einer Jünglings-
statue. Kopie eines archaischen, dein Bog.
Omphalosapoll nahe verwandten Originales,
77 und 78. D. 896. Kopf des Serapis.
Overbeck, Kunstmythologie des Zeus p. 309, Nr. 3.
Auf dein Scheitel runder Wulst mit Einsatz für
den Modius. Über der bei D. erwähnten Ansatz-
Hüche für die in di« Stirn fallende Lockonpartie
und vor dem Modius Rest einer Erhöhung von
unklarer Bedeutung (Lotosblüte?). Auf Grundlage
der Formen des Zeus von Otricoli und wohl vom
nämlichen Künstler (Bryaxis?).
79. D. 897. Torso einer sitzenden
Figur aus dunklem Stein. Die Haltung umge-
kehrt wie um Torso vom Belvedere.
80 und 81, D. 902 und 903. Fragmente
eines Flachreliefs aus Vclleja : Haus and
Ziehbrunnen. Dio Fonneu der Kandelaber er-
innern an Etruskisches.
82. Bronzestatuette einer Victo ri a. Publ.
Gnz. arch. 1880, pl. 26. Heydemann, u a. O.
p. 47, Nr. 23.
Florenz, Uffizien.
83 und 84. D. 13. Altertümlich or Kopf
eines Jünglings.
85 und 86. D. 19. Inventar 3519. Kopf olnes
Athleten (des Herakles?). Zweite nttipcb«
1 Schule; von Graef, röm. Mitt. IV, 1889, p. 197,
Nr. 14 unt«r den Wiederholungen des Kopfes des
1 „skopasischen Herakles“ aufgeführt.
87 und 88. Jüngl ingskopf, der Statuo
D. 27 aufgesetzt (Phot. Alinari 9787). Die Statuo,
wie auch von Anderen bemerkt worden ist, dem
sog. Omphalosapoll nahestehend ; der Kopf an
attische Typen vom Ausgang des 5. Jahrh., wio
den Münchner „Salber“ 165 und den Florentiner
Athleten Uffizien 1>. 72, erinnernd.
89 und 90. Jüngl ingskopf, der Statuo
D. 70 aufgesetzt. Wiederholung vom Kopf«
des Hermes von Andros und des „Anlmous*
vom Belvedere. Beachtenswert dio Verwandt-
schaft dieses Typus mit dem Kopfe des Are«
Ludovlsi.
91. D. 187. Statue der Demeter. Over-
I beck, Kunstmythologib der Demeter, p. 461, Nr. 7.
Verwandt mit den Statuen Capitol, Salone 24
(Helbig 503) und Vatican, Sala rotonda 542
' (Helbig 297) und deren Gruppe.
92 und 93. Kopf der Asklopiosstatuo
■ D. 198 (Phot. Alinari P*- 1*- Nr. 1222).
94 und 95. I). 535. Männlicher Torso
aus grünem Basalt. 5. Jahrhundert
Giardino Boboli.
96. D. 77. Angebliche Replik des Har*
m odios aus der Gruppe der Tyrannen in Order.
Vgl. Friedericks- Wolters zu No. 124. Die Statue
ist vielleicht trotz der veränderten Ergän-
zungen und des vertauschten Bow egnngsinotives
(Wiedergabe des Originales im Gegensinn bei
Stichen häufig) identisch mit dein „Gladiator in
arona“ bei: (de Rubels) Villa Pampliilia.
97 und 98. Köpf von 06. Zugehörigkeit
zur Statue nicht erweisbar. Vgl. Dütscbke, A. Z.
1874. p. 163 gegen Benndorf. Ann. d. L 1867,
p 828.
99. Wiederholung des Aristogoiton
aus der Gruppe der Tyrannenmörder. Vgl.
DÜtschke, A. Z. 1874, p. 103 ff ; darnach modern.
100. D. 79. Weibliche Gewandstatue
vom Beginn des 4. Jahrh. Wie W. Amelung mir
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Florenz.
Rom.
17
nachweist, publiciort ohne Ortsangabe von Clarac
438 E, 792 J nach Montfaucon I, 43, 5.
101 und 102. Kopf von 100. Nicht zur
Statu« gehörig. Mitte des 5. Jnhrh.
103. D. 84. Statue de» Herme» mit dem
Dionysoskinde. Von Overbeck, Gesch. d.
griech. Plastik * II, p. 7, vermutungsweise auf
da» Werk des alteren Kephiaodot: Mercurius
Liberum patrem in infantia nutriens, zurück-
geführt. Ich halte diese Identiticierting, da der
Kopf in den Kreis attischer Typen zu gehören
scheint, für möglich, aber für zur Zeit nicht be-
weisbar. Jedenfalls müsste das Werk dann in
die früheste Zeit der Thfttigkeit des Kephisodot
gehören.
104 und 105. Kopf von 103. Mit grösster
Wa hrscheinl ichkeit zugehörig.
106 und 107. Nicht bei D. Überlebensgrosser
jugendlicher Kopf auf moderner Büste. Der
Kopf erinnert an den sog. Alexander in Bleti-
heim (Koepp, Über das Bildnis Alexanders de»
Grossen, 52. Berliner Winckolnmnnsprogr. 1802,
p 27 und Tafel III), der seinerseits wieder mit
dem Kopfe des praxitelischeu Satyrs verwandt ist.
Rom, Palazzo Barborini*
•• 08, *109, *1 10. Männlicher bärtiger
Kopf des 5. Jahrh. Identisch mit M — I> 1741,
den Dulin mit Unrecht für modern erklärt?
Dem Kopfe der Dresdner ,Zeusa8tatue Augusteum
Tafel 16; Clarac 549, 1150 (Treu, Areh. Auz.1890,
p. 107; 1892, p. 1 f.) verwandt.
Palazzo Rospigliosi.
120. M — D 1058. Jünglingstatue. Trotz
j der Wnlzeufönnigkeit des Torsos nach Behandlung
der Muskulatur, desSchamhaares und der Chlainys
noch 5. Jahrh.
121 und 122. Nicht bei M— D. Kopf des
Asklepios. Neu Büste, Nase, Oberlippe. Be-
ginn des 4. Jahrh.
123. Kopf der Diony so hs tat u e M — D
369. Die Statue selbst dicht mit Laubwerk über-
wachsen, so dass eine Aufnahme. unmöglich.
124. M — 1)68. Statue des Asklepios.
| Dem lateranensischen Sophokles etwa gleich-
zeitig, also aus praxitelischcr Periode. Der auf-
gesetzte bärtige Diunysoskopf, mit Trauben und
Binde, ist streng und einfach, wohl noch 5. Jahrh.;
ich werde eine besondere Aufnahme desselben
in einer der folgenden Serien bringen.
125. M— D 1550. Weibliche Gewand-
statue mit nicht zugehörigem bacchischen
Kopfe
126 und 127. Nicht bei M — D. Porträt
eines bärtigen Griechen. Neu: Rüste, Nase,
Oberlippe. Repliken in Villa Ludovbi (Schreib» r
93; wird in »len „Gr. und röm. Porträts“ erschei-
nen), Palermo und (nach freundlicher Mitteilung
E. Petoraeas) Wien.
128 und 129. Nicht bei M — D. Porträt
eines unbärtigen Römers. Neu: Büste, Hals,
! Nase mul viel«* Flicken im Gesiebt. Deu sog.
Ciceroköpfen ähnlich und aus ihrer Zeit. Ein
sehr verwandter Kopf kolossalen Maassstabes,
wahrscheinlich dieselbe Persönlichkeit darstellend,
im Giardino Boboli zu Florenz, wird in den „Gr.
i und röm Porträts“ veröffentlicht werden.
•III. M — D 621. Statue der Athene.
^*112. M— D 707. Statue der Artemis.
Villa Mattei.
*113. M — I) 1375. Weibliche Kolossal-
statuo nach einem Originalo phidiasischer Zeit. |
Da die Statuo in beträchtlicher Hohe aufgestellt, j
stark von unten aufgenommeu und deshalb unan- |
genehm verkürzt.
114 und 115. Nicht hei M — D. Koplik
vom Kopfe des Harm o d i o s aus der Gruppe
der Tyrannonmörder. Auf moderner Büste.
1 16 und 1 17. M — D 1668. Schlecht erhaltene,
aber fein gearbeitete, namentlich in den Augen
Spuren noch strenger Behandlungswoise zeigende |
Wiodorholung des Doryphoroskopfos.
118 und 119. M — D 1683. Athletcnkopf,
Kol) binde iiu Haar. Zeit doe Skopas.
130 und 131. M D 1827. Wiederholung
des Kopfes der Be rlincr „Caesar “-Statu e
No. 341 (Bernoulli, röm. Ikonographie I, p. 175,
Fig. 23 und Tafel XVII). Di« von M — D aus-
gesprochenen Zweifel au der Echtheit des Kopfes
erschienen mir unbegründet.
Villa Borghese.
132. Statu o <les Herak los. No. CXXII.
Neu: Kopf, die Teile um beide Brustwarzen
herum, beide Armo von der Mitte der Oberarme
j ab, 2. u. 3. Finger der r. Hand, Unterbeine von
Kniccn ab, Basis, Stamm mit Löwenfell und
Stab, von dom nur ein Stück unter der linken
Schulter alt. Kopfwendung und Motiv des r.
Annes nach erhaltnen Spuren richtig ergänzt ;
am 1. Oberschenkel aussen oberhalb des Kuicos
Rest einer antiken Stutze.
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18
Rom.
Ein« Replik «li*»s«*r Statue mit antikem un-
gebrochenem Kopfe befindet «ich im Museo
Torion ia Nr. 50 (Schreiber, A Z. 1879, p. 08, No. 54);
ebenda Nr. 214 eine Statuette demselben Typus
mit modernem Kopfo. Eine dritte statuarische
Wiederholung ohne Kopf ist 1892 aus Rom nach
Dresden gelangt. Weitere Repliken werden eich
gewiss bei genauerer Durchsicht der Museen
finden; die bereits erkannten beweisen «Ile Be-
rühmtheit de» Original».* Während der Torlonia-
»ehe Kopf, wenn mein Gedächtnis nicht trügt,
auf den Anfang de» 4. Jahrh weist, zeigt die
Korperbehnndlung wenigen» des Borghesischen
und des Dresdener Exemplare» noch die strengere
Formen gebung de» 5. Jahrh.; die Statue wird
also in einer Kunstrichtung des *1. Jahrh. ent-
standen »ein, die, wie die skopasische, in den
Körperformen noch ältere Elemente bewahrte.
Da» Motiv ist eine Vorbildung de» lysippischen ;
vgl. Furtwängler bei Roscher ». v Hernkle»,
Spalte 2173, und oben No. 61.
133. Statue der Artemi». No. CXXVI.
Neu: r. Arm, 1. Unterarm mit Maske. Der Kopf
(neu: Nase, Oberkopf, verschmiert) ist alt, »eine
Zugehörigkeit aber »ehr zweifelhaft. Umbildung
de» am besten durch München No. 113 vertretenen
praxitelischen Artemietypu» im Geachmacke einer
späteren, kleinlicher eleganten Zeit, Der Kopf
ist von demjenigen der Dresdner Wiederholung,
dem einzigen sicher erhaltenen, der entschieden
praxitelischen Kunstcharakter trägt, abweichend.
Via Margutta 53 B
(im Hofe).
134. M— D 1055. Repl ik der athenischen
Statue: Nationalmuseum, Kuvvudias 246; Sy bei
274 ; Ann. d I. 1866, tav. P, 3. Weitere Wieder-
holungen: Matz-Duhn 1087 (Pal. Mattei); nach
der Angabe unter No. 1055 „den vorigen gleich- j
artig“ vielleicht auch die Nummern 1052—54,
die ich nicht aus eigener Anschauung kenne.
Da da« in Athen aufbewahrte Exemplar auch
dort gefunden worden ist, so hat vermutlich da-
selbst da» Original gestanden. Die Benennung
der Statue kann nach den Fussflügeln der athe-
nischen Replik nur zwischen Hermes und Perseus
schwanken (vgl. Kavvadia« a. a. O.) Die auf die
bei der Stoa Poikile aufgestellte Statue des
Herme« Agoraio» zurückgeführte Münze bei Im-
hoof-Gardener, numismatic commontary on Pau-
»anias DD, XXI, zeigt ein »ehr verwandte»
Bewegungsmotiv. Eine Entscheidung, ob Hermes .
oder Perseus, wird »ich nur durch genaue Unter- 1
Stichling der vorlmndiien Kopien und ihrer
Attribute, die mir zur Zeit nicht möglich ist,
ergeben. Die athenische Wiederholung trägt einen
Kopf, «len inan ehemals lysippischer, neuerding»
»kopasisclier Kunstrichtung zugeschrieben hat;
jedenfalls gehört er in das 4. Jahrh. Er i»t auf-
gesetzt, »oll aber zugehörig sein. Don Stil de»
Torsos finden mehrere Beurteiler mit dem de»
Kopfe» ühertdnstimmund. Ich frage jedoch
zweifelnd, ob eine derartig strenge und ein-
fache Behandlung der Chlamys in da» Endo
de» 4. und nicht vielmehr in die Mitte de»
5. Jahrh. gehört, und führe ala Beispiel» ver-
wandt«^ Faltengebung Monumente an, wie die
i Stier- und Sau-Metope vom Theseion, «len durch
; die Münchner Augustusstatu«* 209 und ihre zfthl-
I reichen Repliken (z. B. Uffizien D. 200, Neapel,
Corr. d. imporatori, mehrfach mit vertauschtem
Standmotiv, niemals meines Wissen» mit antikem
Kopf«*) vertretenen statuarischen Typus, den
Herme» Jngenui in der Galleria dolle »tatuo
de» Vatican. Ober die Tnrsobchandiung den
athenischen Stücke», ob 5. oder 4. Jahrh-, wage
ich, ohne da» Original oder einen Gip» näher
studiert zu haben, keine Entscheidung. Ich muss
also die Möglichkeit offen halten, da»» der
Kopf de» athenischen Exemplare» entweder mo-
dern aufgesotzt oder eine antike Restauration ist
oder dass die Kopie im Altertum bereit» bei ihrer
H«*r»t«dlung einen stilistisch freieren Kopf erhalten
hat. Durch die oben aufgeführten P: rallclmonu-
mente werden wir in den Kreis des Myron gewiesen
(Theseion, Hermes Jngenui); ea wäre unter diesem
Gesichtspunkte besonders erwünscht, Aufschluss
über die Bcileutung der Statue, ob Hermes oder
Perseus, zu erhalten.
Sammlung des Bildhauers Herrn Prof.
Comm. Giulio Monteverde, Senator des
Königreiches
(Via de’ Mille fi).
1 35. S t a t u o eines nackten Jünglings.
Nicht bei M — D. Mitte des 5. Jahrh.
136 und 137. Kopf von 135.
138 und 139. Oberteil einer weiblichen
Sitzfigur (M — D 1101a). Stil vom Endo des
5. Jahrh. Der Figur aufg«m*tzt ein nicht zu-
gehöriger jugendlicher Kopf, Replik, wie es
scheint, von dein einen Kopfo der Madrider
Doppelhenne (Arch. Z. 1871, Taf. 50: Friederichs-
Wolter» 1609).
140. Nicht bei M— D. Nackter jugend-
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Rom
lieber Torso. Ab: Kopf, 1. Arni, r. Arm von i
Mitto de« Oberarms ab, beide Unterschenkel und
Küsse. Prnxitelische» Standinotiv mit unnatürlich
stark ausgebogener 1 Hüfte.
141. Eros b tu tue. Nicht bei M— D. Er- i
gänzt (nach frdl. Mitteilung von li. Bulle): Kopf,
Arme, alle Zehen des 1 und grosso Zeho des r-
Fubscs. Die Beine mehrfach gebrochen und Mark
geputzt. Die Flügel alt; der obere Tlieil des 1* J
scheint neu. Soweit ich nach der Photographie
urteilen kann, Wiederholung des Eros von Cen-
tocelle.
142. Nicht bei M-D. Archaischer
nackter männlicher Torso. Ab: Kopf,
Arme, Beine.
143. Nicht bei M— D. Altertümlicher j
nackter männlicher Torso. Ab: Kopf, Arme,
Bein« von Mitto der Oberschenkel ab.
144. Nicht bei M- D Torso einer männ-
lichen Figur mit Mantel um Schultern und
Unterloib. Ab: Kopf, Arme, Beine.
145. Nicht bei M — D. Scharf gearbeitetes
Fr a gm ent von einerWi oderbolung desK o p f e 8
der Knidierin.
146. Nicht bei M— D. Schlecht erhaltener
Kopf eines jugendlichen Dionysos mit Stirn-
binde und Kranz.
147 and 148- Nicht bei M— D. Abboz-
zierter weiblicher Kopf im Typus etwa der
Knidierin. An den Schläfen scheint ein Seiten- •
lückchen intendiert zu sein.
149 und 150. Nicht bei M- D. Schlecht er-
haltener weiblicher Kopf. Ab: Nase, Kinn,
Teil der r. Gesichtshälfte. Dem Kopfe derSosikles-
atnazone verwandt, vielleicht eine Replik.
Römischer Kunsthandcl.
151. Statuo de» Herakles in Weibor-
kleid ern, Wiederholung aus der Neapolitaner
Gruppe de« Herakles mit Omphalo (Inventar 6406;
Gerhard-Panofka, Neapels antike Bildwerke p. 24,
No. 71 und das dort Citierte). Der Kopf
war gebrochen. Auf der linken Schulter die
Hand der Omphalo. Die ehemals in Villa
Borghese befindliche Figur eine» Herakles in
Weiberkleidern, die man ebenfalls als Wieder-
holung der Neapolitaner Gruppe unzufUhren pflegt,
geht offenbar auf ein andres Original zurück,
ln der Vermutung, das« die obige Gruppe im
Kreise der „parteiischen“ Künstler erfunden
worden sei, treff« ich mit. W. Ameluiig zusammen, j
152 und 153. Kopf des unbärtigen be-
kränzten Herakles im Typus des sog- sko- i
19
pasischen. Neu: Nase, Kinn, Hals Der fehl«nde
Hinterkopf war besonders angosetzt. Neuerdings
vom Dresdner Museum erworben.
154 und 155. Überlobensgrosscr bartloser
Kopf des Herakles mit Kuli binde. Auf dem
Terrain der Villa Lutlovisi gefunden. Scheint
dom der kolossalen Bronzestatue im Conser-
vatorenpalast (Holbig 007) verwandt zu sein.
156. Votivrelief an die Den Svria.
Ehemals in den Magazinen der Villa Ludovifii :
Schreiber No 337.
157 und 158. Griechischer männlicher
bärtiger Porträtkopf. Wohl vom Ende des
4. Jahrh. Ein« Wiederholung des Typus ist mir
nicht bekannt.
159 und 160. Kopf einer Römerin des
flavi schon Zeitalters. Vgl. Reruoulli , röm.
Ikonogr. II, 2, p. 39 fF.
161 und 162 Kopf einer römischen
Fürstin tr a i a n i sc her Zeit (Plotina ? Matidia?)-
Mit Mauerkrone. Nase und Hals neu.
163. Torso einer der Parthenos ver-
wandten A t h e n e s t a t u o. Typus der Exemplare
Capitol Salon© 8, Stockholm etc. (Schreiber,
Athens Parthenos des Phidias p 578). Ist in-
zwischen verkauft worden.
164 und 165. Wahrscheinlich M — D 1682:
„Studio Carimini“. Jünglingskopf mit Pinien-
kranz. Neu: Henne, Hals, Nase, Kinn, Unter-
lippe, Flicken auf 1. Wange, Stück des r. Ohres.
Vom Dresdner Museum erworben. Wie auch
P. Horrmann bemerkt hat, nicht Wiederholung,
aber nächster Verwandter des Kopfes der neuer-
ding» in Abgüssen verbreiteten Heraklesstatt) e
Landsdowno (Michaelis, ancient marblee p. 451,
No. 61).
166—170 Reste eines grossen Statuen-
complexes von Künstlern aus Aphrodisias-
Die Statuen, von welchen ich hier nur einige
im Sommer 1892 photographierte Fragmente ver-
öffentlichen kann, sind seither völlig zusammen-
gesetzt worden. Nach Photographien, die mir
vorliegen, haben sich aus den Bruchstücken fünf
Statuen wiederherstellen lassen (ob noch Weiteres
vorhanden, ist mir unbekannt): Zeus, Poseidon
(oben No. 166 — 168), Herakles, Helios (? von
diesem soll der Kopf 169/70 stammen) und ein
das Dionysoskind auf den Schultern tragender
Satyr. Auch die Inschriften scheinen jetzt voll-
ständig zusammengesetzt worden zu sein ; aus den
im vorigen Jahre mir zu Gesicht gekommenen
Bruchstücken war nur zu erkennen, das« die
Künstler in den Kreis der bereits anderweit'
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20
Rom.
bekannten Bildhauer von AphrodisiaB in Kurien
gehören, die im zweiten christlichen Jahrhundert
in Italien gearbeitet haben. Vgl. Lcewy, In-
schriften griech. Bildhauer, No. 364 ff. und Visconti,
Bull. comm. 1880, tav. XI und XII, p. 297 und
316 ff. Da di« Statuen zusammen gefunden worden
»ein »ollen und ihrem ganzen Charakter nach
zusammengehüren , bo bilden sio offenbar die
einzelnen Teile eines grösseren Ganzen, eines
Weihgeschenkes etwa, wio derartige aus jener
Zeit von Hadrian und später von lierodes Atticus
(Overbeck, SQ 2317 ff.) überliefert sind. Eft ist
zu wünschen, dass diese für die Geschichte der
römischen Kunst als Vertreter ihrer Barockzeit
wichtigen Sculpturen genauer untersucht und
veröffentlicht werden.
171. Statue eines sitzenden Hades, don
Kerberos zur H. Vgl. Chr. Scherer bei Koscher,
myth. Lexikon s. v. Hades, Spalte 1804.
1 72. Statue einer A m a z o n o. Angeblich
in Tusculnm gefunden. Schlecht erhalten und
ergänzt, aber ursprünglich feine Arbeit nach
einem gegen Endo de» 5. Jahrh. entstandenen
Originale. Vgl. die etwas spatere Dresdner
Statue einor ,, Bacchantin“: Augusteum 53,
Hettner 4 148; Phot. Krono (51) 706.
173 und 174. Kopf der Statue 17*2. Da
der Bruch verschmiert, kann ich seine, im übrigen
mich wahrscheinlich (hinkende Zugehörigkeit
nicht verbürgen. Jedenfalls nicht nach Praxiteles.
1 75 und 176. M ä n n 1 i eher unbärtiger K o p f
mit Hut (Hermes?). Ich gestehe für diesen merk-
würdigen , noch Anklängo an Altertümliches
zeigenden Kopf, an dessen Echtheit zu zweifeln
ich keinen Grund gehabt habe, keinerlei stilistische
Parallelen zu kennen.
177 und 178. Kopf eines Hermes mit
Flügelhut Auch diesen Kopf habe ich trotz
seiner Seltsamkeiten für antik gehalten, weis»
ihm aber gleichfalls keinen bestimmten Platz in
der kunstgeschichtlichen Entwicklung anzu weisen.
179 und 180. Köpfchon einer Isis. Neu:
Nasenspitze, Hals und Bruststück. Dio bronzene
Lotosblume antik.
181 und 182. Kopf einer Aphrodite (?),
verwandt demjenigen der Aphrodite de» Daedalu»
im Gab. dolle maschero (Helbig 250). Neu: Nase,
Kinn, Stücke de« Krobylo». Stim-, aber keine
Schläfonlöckchen. Soll verkauft sein.
183 Statue einer Loda. Ab: 1. Hand,
r. Unterarm, Schwan. Der Kopf scheint alt und
zugehörig; genauere Notizen fehlen mir leider
Hinten hi» zu den Schenkeln entblößt Aua
praxitelischer Zeit (W. Ainclung: Venu» von
Arle» und sog. Danaide im Vatican, Gail. d. statue
405, Helbig 208). Ein ähnliches Stück, wo eben-
falls der Schwan über das Gewand gepresst wird,
im Hofe des Museo Nazionale zu Neapel. Vgl.
ferner Uffizien D. 192.
184. Oberteil einer Herakl esstatu e
ohne Kopf und Arme. Ein Rest der Keule auf
der rechten Schulter. Der Kopf war nach links
gewendet. Nach don Kinzclnheitcn der Musculatur
Polyklet nahestehend. Vom Dresdner Museum
erworben.
1 85. 1 thyphalliscbe Her m e eine« oberwärta
bekleideten Hermaphroditen. Ob der mit
zwischengeHtücktem Halse aufgesetzte, stark ver-
schmierte Kopf (neu: Nase) zugehörig ist, lässt
sich (nach gef. Mitteilung H. Bulle») zur Zeit
nicht feststellen. Vgl. Ann. d. I. 1884, p. 88 f.
und tav. L (Robert).
186 und 1887. Kopf eines Apollon (?).
Neu : Nase und Hals. Trotz Krobylos und Scblüfen-
löckchen seiner einfachen und herben Formen-
gebung halber nicht später als Anfang des 4. Jahrh.
1 88 und 189. Herme des bärtigen Dio-
nysos, Neu: Nase und Herme.
1 90 und 191. Kopf eines I) i a d u m e n o s.
Neu: Bruststück, Kinn, Teile der Lippen und
Nase. Überarbeitet. Nach Arbeit und Erhaltung
gleich geringe Kopie vom Kopfe des Diadumenos
Farnese.
-&&&•<>-
Hrucknuum'tche Huchdruckcrei, Manchen.
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rA 4- L 7
YERLAGSANSTäLT FOR KUNST UND WISSENSCHAFT IN MÖNCHEN
VORM. FRIEDRICH BRUCKMANN.
Photographische Einzelanfnahmen
ANTIKER SCULPTUREN
nach Auswahl und mit Text
Paul Arndt.
Serie 1, Teil 2.
MÜNCHEN 1894.
VERLAGSAXSTALT FÜR KUNST UND WISSENSCHAFT
VORMALS FRIEDRICH BRUCKMANN.
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ffv, 0 I I i
JUL io 191 1
p [> \
it-» iCA~. ■a*«-«-<u
1. Serie; 2. Teil. Blatt 192 — 278.
ist Blatt (247— 2f)l; 2Ö4-2Ö7; 263 —266; 269; 272; 273; 276—27«) iles Platten-
formales 18/24 (mit * bezeichnet).
t»H Blatt des Plattenformates 13/18.
19 Blatt zu KO Pfg. = lf> Mk. 20 Pfg.
«8 Blatt zu 7)0 Ptg. = 34 Mk. — Pfg.
87 Blatt = 49 Mk. 20 Pfg.
Im Abonnement 20®/,, Ermlissigung: rund 39 Mark.
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Die Herausgabe dieses zweiten Teiles der ersten Serie dos „Einzelverkaufes“
hat sich über Gebühr verzögert. Der Unterzeichnete trägt fast allein daran die Schuld.
Besondere Verhältnisse meiner äusseren Stellung haben mir zu eigenen Arbeiten wenig
Müsse gelassen. Ich darf indessen mit Bestimmtheit die Erwartung nussprechen, dass
derartige Unregelmässigkeiten im Erscheinen unserer Publication sich nicht allzu oft in Zu-
kunft wiederholen werden. Die Juhresserien zu 300 Blatt werden weiterhin in zwei Ab-
teilungen zu je 150 Photographien ausgegeben werden. Ich glaube, das Erscheinen
von Serie II (1894) noch für den Lauf dieses Jahres in sichere Aussicht stellen zu
dürfen. Die Publicationsweise der früheren Petersburger Compte-rendus, die im Jahre 1884
z. B. -pour 1881“ erschienen, nachzuahmen, liegt in der Absicht weder des Verlegers
noch des Autors.
Wir sagen den Fachgenossen aufrichtigen Dank für die freundliche Unter-
stützung unsres Unternehmens, dessen Fortbestand durch dieselbe gesichert ist. Zu
festem Abonnement haben sich die folgenden 28 Herren und Institute verpflichtet:
In Dänemark:
Herr Karl Jakobsen in Kopenhagen.
In Deutschland:
. A. Kalkmann in Berlin.
„ Prof Dr. G. Loeschcke in Bonn.
„ Prof. Dr. G. Treu in Dresden.
„ Prof. Dr. F. Xtndniczka in F rei-
burg i/B.
„ Prof. Dr. Dilthey in Göttingen.
„ Prof. I)r. Preuner in Greifswald.
„ Prof. Dr. K. Robert in Halle.
„ Prof. Dr. von Dulin in Heidel-
berg.
Geheimrat Prof. Dr. Overbeck in
Leipzig.
. Prof. Dr. von Sybel in Marburg.
. Geheimrat Prof. Dr. von Brunn in
München.
„ Prof, Dr. A. Milchhöfer in Münster.
„ Prof. Dr. A. Michaelis in Strass-
burg.
„ Prof. Dr, K. Sittl in Würz bürg.
In England:
W. H. D. Rouse Estj., M. A., F. R. G. S. in Cheltenhnm.
In Frankreich:
Herr Professor M. Holleanx in Lyon.
In Griechenland:
Das k. deutsche arehaeologische Institut in Athen.
In Italien:
Herr Dr. Walter Aineliitig in Florenz.
Das k. deutsche arehaeologische Institut in Rom.
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In den Niederlanden:
Herr Prof. Dr. Jim Six in Amsterdam.
„ H. F. Donpierre de Chaufepie in Leyden.
In Österreich:
Herr Prof. Dr. E. Reiscb in Innsbruck.
„ Prof Dr. W. Klein in Prag.
„ Hofrat Prof Dr. 0. Benndorf in Wien.
In Russland:
Herr Prof. Redin in Charkow.
„ Prof. Dr. W. Mn Irnberg in Jurjew.
„ Staatsrat Prof Dr. .1. Zvetaieff in Moskau.
Durch Abnahme einzelner Blätter haben die Folgenden ihr Interesse an dem
Unternehmen zu erkennen gegeben.
Herr Dr. H. Bulle, Athen. Herr Studiosus 6. Habich, München.
„ Prof. Dr. A. Furtwüngler. Berlin. „ Dr. A. Stauffer, München.
„ Dr. E. Loewe, Colmar. ] . Dr. F. Hauser, Stuttgart.
„ Prof. Dr. A. Flasch, Erlangen. 1 Frau Elisabeth von Thurau, Exc., War-
„ Dr. B. Sauer, Giessen. schau.
Von öffentlichen Besprechungen erwähne ich mit lebhaftem Dank den Aufsatz
von Dr. 0. Bie im „Hamburgisehen Correspondenten“ vom 2f>. Sept. 1 803 (Mittagsaus-
gabe No. 614) und die freundlichen Worte, mit denen Furtwüngler in der Vorrede
zu seinen „Meisterwerken der griechischen Plastik“ meines Planes gedacht hat.
Durch Beschaffung der für unsere Zwecke erforderlichen Permessi hut uns
dieses, wie auch bereits das vorige Mal, W. Helbig in Rom. ohne dessen unermüd-
liche Bereitwilligkeit und weitreichenden EinHuss Arbeiten, wie die meinigen, zur Zeit
in Italien mit den grössten .Schwierigkeiten verknüpft sein würden, auf das Tiefste
verpflichtet. Die Erlaubnis, die Aufnahmen in Catajo (in Teil 1 der ersten Serie)
herstellen zu dürfen, verdanke ich der liebenswürdigen Vermittlung R. von Schneiders
in Wien.
Ergänzungen und Berichtigungen zu meinem Texte zu Serie I, 1 haben die
Herren Atnelnng, Furtwüngler, Hauser, Herrmann mir zu liefern die Freundlichkeit
gehabt; durch unentgeltliche Abtretung photographischer Negative haben die Herren
Hauser in Stuttgart und Six in Amsterdam unsere Publieatinn in dankenswertester
Weise gefördert.
Für die. kommenden Serien liegt ausser den im Vorwort zum vorigen Programm
p. 7 Antti. 1 erwähnten Aufnahmen noch eine grössere Reihe von Photographien aus
Wörlitz bei Dessau vor, die ich im Januar ds. Jahres hergcstellt habe.
Meine erläuternden Bemerkungen zu den einzelnen Blättern habe ich auf mehr-
fache Anregungen von befreundeter Seite hin etwas eingehender gestaltet als bei dem
ersten Teile dieser Serie.
München, im Mai 1804. Paul Arndt.
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Mi. Die Blätter des Formalem 18/24 sind mit* bezeichnet
Brescia.
192 und 193. D. .'{21. Weiblicher Kopf.
Unter den von D. verzeiehnoton Ergänzungen so
verbessern: linker Teil des Oberkopfes. Der
I Iberkopf nur angelegt: wahrscheinlich als Unter-
lage für einen Bronzehelm, von welchem jedoch
keine Befestigungsspuren vorhanden sind. Vgl.
die nächste Nummer. Typus vom Ende des
5. Jahrh. ; vgl. E— V 18 (Mantua I). 706).
I94--I96. D. 335. Kopf der Athene.
FurtwÄngler, Meisterwerke p. 123 ff. Zum Ein
setzen in eine Statue hergerichtet. Der Oberkopf
nur angelegt: auch liier keine BefestigiitigMspuren
eines auf liegenden Bronzehelmes Derselbe muss
indes* vorhanden gewesen Mein ; denn ich
wüsste den die Stirn abschliessenden Reif mit
FurtwÄngler a. a 0. nicht anders als als untern
Holmrami zu deuten. Die gleiche Verwendung
zweier Materialien für den Helm findet »ich an
dem von FurtwÄngler und mir auf die Promaclios
bezogenen Kopfe der Sammlung Jakobson:
Meisterwerke p. 135. Der Kopf wird von Furt-
wänglcr, wie ich glaube, mit Recht, auf eine
Athene des Phidias znrückgeführt
197—199. I). 336. Arclia isolier Jüng-
lingskopf. FurtwÄngler, Meisterwerke p. 350 f.
Darnach ein Jugendwork de» Myron FurtwÄngler
erklärt den Kopf für eine „ziemlich gute Kopistcn-
:irbeit“; ich habe vor dein Stücke selbst an ein
griechisches Original gedacht Der Marmor schien
mir pentelisch; jedenfalls ist er griechisch. Der
Fundort scheint nicht bekannt zu sein.
Pisa.
200 und 201. D 16. Weiblicher Kopf
Auf einen Typus vom Ende de» 5. Jahrh. zurück-
gehend. Vgl. unten No. 264.
202 und 203. D. 78. Kopf de» Caesar.
Bernoulli. rbm. Ikonogr I. p. 158, No. 22 ; p 172,
Fig. 22. Ich wiederhole dieses bereit* abgebildete
Stüek wegen der relativen Vorzüglichkeit »einer
• Arbeit und »einer Wichtigkeit für die noch immer
[ nicht sichergestellte Ikonographie des Caesar
204 und 205. D. 84 Kopf der Aphro*
, dite. Verwandt dein der Daedalusaphroditc
I im Vatiean Helbig, Führer I, 25u und dein
I Münchner au* Ciiiuae Brunn IUI Vgl. auch
E V 181; 182
Florenz, Palazzo Pitti.
206 und 207. D. 2 K o p f der Statue de* sog.
j ii ge n d I i c h e n Z e u ». Die Statue photographiert
von Aiinari No. 3567. Die Angaben Dtttochke*
über die Ergänzungen dieser sowie der andoren
Statuen de* Palazzo Pitti habe ich nicht nacli-
prüfen können, da mir nur ein kurzer Besuch in
dem Palast»* gestattet war — Hegen Overbecks
Deutung auf den jugendlichen Zeus Kunst-
mythologic dos Zeus p. 10* f.) hat »ich bereit*
Hoydeniftiiu Mitt. aus d. Antikensanunl. in Ober*
uud Mittelitalien p. 100, No. 2 ausgesprochen
Aber auch dessen Erklärung der Statue als
Ganymed unter Berufung auf den Ganymed au»
Falerone in der Galleria de* candelabri de» Vaticana
Helbig, Führer I, No. 380 und auf eitlen „gegen-
seitig aufgefassten“ Dresdner Torso (Augusteum
Taf. 50 unterliegt mehrfachen Bedenken. Denn
einmal gebt der vaticanische Ganymed (Over-
beck, Kunstmythologie, Atlas, Taf. VIII, 20
„unzweifelhaft*4 nicht auf da» Original der Floren-
tiner Figur zurück, solidem hat nur ein ver-
wandte* Motiv; «ein Kopf, der an den des jüngsten
Niobideiiknabcu Florenz-Paris-Galleria de’ cande-
labri erinnert, ist von dem des Florentiner
„jugendlichen Zeus“ vollständig verschieden; und
zweitens ist der Dresdner Torso (nach freund I.
Mitteilung Treue) eine Wiederholung des West-
macottscheu pol y kl otisehen Kuahensieger» und
als solcher jetzt auch in Dresden ergänzt Nach
Wegfall dieser angeblichen Repliken spricht für
Ganymed eigentlich nur das aufwärts gewandte
Haupt. Aber grade dieses Motiv würde sinnlos
seil», wenn Oveiheeks Annahme, an Stelle der
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Fluor« 7.
6
angeblich ergänzten Vase mit dom Lorbeerzweig
sei der Adler des Zeus zu denken, sieh erweisen
Hesse. Es kffme vor Allem darauf an, zu con-
»tarieren, ob diese Vase antik ist; der beigefügte
Lorbeerzweig würde dann für Apollo sprechen.
Sonst könnte inan auch an einen Helios denken ,
vgl. die Berliner Bronze Arch An*. 1*91, p
123, K. — Gleich schwierig ist die Datierung
des Stückes. Auf den ersten Blick macht dasselbe
keinen sonderlich altertümlichen Eindruck. Das
Aufblicken scheint etwas Pathetische» zu haben,
die rechte Hüfte ist ausgeschwungen und das
Gewand fallt in freien Falten hernieder Bei
genauerem Zusehen aber wird man zunächst auf
den breiten Stand der Figur aufmerksam werden,
der noch in Vielem an den Idolino erinnert und
für den ich aus späterer Zeit keine Parallele
wüsste. Im geflammten Motiv der Figur findet
diese Bcinstcllung nicht ihre Krkliirung; sie
muss durch den Stil gegeben »ein. Auch der
Körper, obwohl weicher, scheint, nach der Photo*
grnphie zu urteilen, dem de» Idolino im Formen*
bau nicht fern zu stehen. Die Chlamys mögen
wir dann für eine stüutigemässo Zuthat des
römischen Kopisten ansehen vgl. Furtwängler
Meisterwerke p. 302 u sonst). Bei flüchtigem
Hinschauen auf den Kopf wird man zuerst an
späte Typen, wie etwa den Alexander, denken.
Aber man beachte den regelmässigen Stirn-
abschluss, der ganz der Weise des 5. Jahrh ent-
spricht; die Bildung der Stirn hat ihre Analogieen
bei der Barberinischen Schutzflehenden und der
Ncmeeis-Leda (Hel big, Führer I, No. 451). Ich
habe nicht genügend eigne Beobachtungen ge-
macht, uui mit Sicherheit behaupten zu können,
dass auch in der Bildung der Augen mit der
geraden Linie des Unterlides sich eine ältere Zeit
verrät Jedenfalls scheinen mir die ganzen
Formen des Gesichtes Nichts zu haben, was eine
spätere Entstellung bedingte. Man wird sich hier-
gegen auf die freie und malerisch wirre Anord-
nung der Locken berufen, diu über Praxitelische»
noch binausgeho. Aber ist dies wirklich der
Fall? Mau übersetze sich dio Locken in den
Stil, den sie im Original gehabt haben, dh, man
entkleide sie de» Plumpen, Stofflichen der Kopie,
und denke sich jede einzeln in Bron/.e sauber
ausgedreht und von der andern losgelöst : ist du
noch eine Verschiedenheit von der Hnarbehand-
lung etwa, w ie sie der*schöne Neapolitaner Bronze- j
köpf eine» Jüngling» Brunn-Bruckmnnn Taf. 323 .
z. B. iui Profile zeigt? den doch gewiss Niemand I
unter das Jahr 440 wird hmnbdatieren wollen!
! Man beacht** ferner, wie jede Locke als Ganze»
für sich fertig durcbgefülirt ist, wie keine unter
i der andern verschwindet, wie die Enden jedes
! Mal umgebogen sind Da» ist, scheint mir,
die Stilistik des 5. Jalirh., die noch um Viele»
I strenger und einfacher ist, als etwa jene in den
gleichen Partieen am Eubulcti* oder dem unten
I). 27 zu erwähnenden „Triptolemos des Prazi-
i teles* Die Statue passt sonach im Allgemeinen
! in den Kunstkreis des von Furtwängler dem ich
‘ einige diesbezügliche Hinweisungen verdanke
aufgestellten „älteren Praxiteles** hinein.
208 und 209. D. 4. Kopf der Statue des
Apollon. Die Statue: Brunn-Bruck mann Taf. 30 i;
Alinari 3570. Nach Furtwängler, Meisterwerke
p. *1 f. Stil des Kritios; den dem Florentiner
am nächsten verwandten Apollotypus Neapel
Mantua etc. ;Briiiin-ßruckumtin Tatf 302 und 303
I schreibt Furtwängler (p. SO' dem Hegias zu.
Mantel und Kitlmra hält «*r, wie ich glaub«; mit
Recht, für Zuthat des Kopisten.
D. 5- Eine Replik der „Aphrodite* mit
dem Schwurt aus Epidauro» und der Münchner
Libera No. 1 12 (Flasch, Verli d Münchner Phil -
Vers. 1*92, p. 2 16 ff , aber ohne jegliches Attribut.
1 also eine dritte Variante des Typus, wird dem-
nächst von Flasch veröffentlicht worden-
210. I). 0. Statue eines unterwärts
bekleideten M ftdehene. Ich möchte die Statu«*
: wegen der einfachen Behandlung von Körper und
Gewand nicht unter den Beginn des 1. Jahrh.
hinabrücken. Eine Replik im Museo Torlonia
No- 88 abg, in der Viscontischon Lichtdruck
I publication und — unkenntlich — b-i Clarac
602, 1332 C). Die von Visconti a a. O. als
Replik angeführte Statue der Villa Albani No. 31
| (CtiriQ 632 G, 1374; Phot Molinfl 2760 ist ähn-
lich, aber keine Wiederholung.
I). 7. Statue eines gefangenen Barbaren*
I fürsten, ist von Alinari unter No. 3576 photo-
graphiert.
211 und 212. D. 12. Kopf des poly-
k I e t i * c h e n^Do'ry p h o r[o s. Auch von Alinari
unter No. 3571 photographiert. Furtwängler,
Meisterwerke, p. 421, Anm. 4. Hervorragend gute
Kopie, die besonders in den Haaren^dor Neapler
Bronzoliurme unbestellt — Eine unschw erdurchzu-
führende Zusammenstellung von Abgüssen sämint-
lichor bisher mit dein Doryphoro* de» Polyklet
in Verbindung gebrachten Köpfe würde besonders
lehrreich sein für Erkenntnis d« r Grunze zwischen
Kopie und Variation eine» Originales. Vgl
dio dahin zielenden Bemerkungen von Kalkmann,
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t orenz
Proportion«*» «lex G^ielito», Berliner Winckol-
matinsprogr. 1803, p. In f. Gerade die Dory*
phorosküpf«*, von denen wir eine grosso Anzahl,
darunter vorti eff lieh gearbeitete und gut er-
haltene, besitzen, die aber untereinander in Kinz«*!-
heiten, zum Teil be«leutend, abweichen, liefern
ein vorzügliches Musterbeispiel für Kopieeiikritik
W«*!cheeKxemplar stell tdemOriginalo am nächsten?
Die Neapolitaner Bronzeherine? oder haben hier
bohondere Umarbeitungen für den Zw^ek «ler
Henne stattgefunden ? Wurden z. B. die Propor-
tionen des Gesichtes verändert, wenn der Kopf
einer Statue für die niedrige Aufstellung als
Herme kopiert wurde? Sind Kopieen, wie Col-
lection Barracco pl. XI dH und Xldll A, ferner
Berlin 475, wirklich noch Wiederholungen,
«lie nur durch die Übertragung in Marmor in
«len Formen des Gesicht* verweichlicht worden sind,
oder sind es Wiedergaben von Typen, die bereit*
von griechischen Künstlern, etwa im Anfauge des
4. Jahrh., au» dem Doryphuros abgeleitet
worden sind? (Ein ähnlicher Fall bei den sog.
Sapphotypen, FurtwUngler, Meisterwerke p. 98
und Amn. 2 ; das Barraccosche Exemplar [Collection
Barracco pl. 18 bis] ist gegenüber dem einen
Borgheseschen ß., von dem mir Photographieen
vorliegen, eine auch in den Haaren stark inodi-
lieierte, ins Erregte umgesetzte Weiterbildung
Das Exemplar des britischen Museums dagegen,
«lessen Photographieen beim Institut«* in Berlin
käuflich sind, macht, wenigstens in den Augen-
partieen, auch gegen die Borghesosche Kopie einen
noch fast Altertümlichen, strengen Eindruck
Eine Sammlung dieser Kopieen dürfte nicht
minder instructiv »ein ala jener de» Doryphnros'.
Weitere Fragen: Könne» wir die K«>pieeii genauer
datieren? An der Neapolitaner Bronzeherme mit
der Künatlerinschrift und der pompeianischen
Statue haben wir annähernd genau fixierte
chronologische Anhaltspunkte; zur Datierung der
anderen kann uns der Vergleich mit der Technik
der römischen Portrats die Grundlage liefern.
Ferner: .wie verhalten sich neben den Köpfen
«lie veracliie«!eni-n Doryphuros torsi zu einander?
hatte das Original, w ie die PourtahVsche Replik
in Berlin, Adeln auf dem Bauche, oder sind diese
Kopistenzuthat(Furtw ängler, Meisterwerk« p.42 1 ?
um! so fort.
213 — 215. D lö Statue des Hermes.
Auch von Alinari unter No. 3574 photographiert.
Furtwängler, Meisterwerke p, 504, Amn. 3: nI)as
rechte Unterbein ist fälschlich zurückgezogen
ergänzt. Das End«* des Kerykeions am linken
Arme scheint alt.“ Der Abguss in Dresden zeigt
(.nach frl. Mitteilung von P Herrinami) mehrere
Abweichungen von dem Florentiner Exemplare,
die wahrscheinlich aber nur auf Nachlässigkeit
de» Formers beruhen- - Wie der Kopf des Dory-
phoros, so regt auch diese Statue zum Nach-
denken über das Wesen der uns orhnltnen Kopieen
an. Furtwängler führt a. a. O als „Wieder-
I holungen* «1er Florentiner Statue an: eine Statue
in LaiisdowneliuusH (ahg. p. 504. Fig. 91), einen
; Torso in B«*rlin 190 Jn eigner Aufnahme mir
vorliegend), eine Statue ebenda 199 (phot. von
j d«*r Photogr Gesellschaft , als abgeleitete Vari-
anten «len sog Hermes von Aegion in Athen
Athen Mitt. III, Taf. 5 un«l in Phot.) und «Jessen
! Repliken, und als Umbildungen in lysippischem
Gescliiuack die Statue des Antipliane» von
PHros Berlin 2U0, den Mercur«* Richelieu im
Louvre und den Herrn«?» von Atalanti in Athen
Ich beschränke «lie Vergl«*ichung auf die vier erst-
genannten Stücke, du ich sowohl den Hermes
von Aegion als den von Atalanti und seine Ge-
nossen für zwar verwandte, aber im Grunde
nicht identische Typen halte, die nicht auf
«las nämliche Original zurückgeben. Ab«*r sind
auch jene vier Ex«*mplare, Laußdow ne, Florenz
und «lie beiden Berliner, wirklich Repliken?
Furtwäugl«?r hat die Abweichungen «lerselben
untereinander bemerkt, schreibt sie aber der
i Hand «les Kopisten zu. Nehmen wir «lie Statue
| Lansdowne mit ungebrochnem, nach Furtwängler»
; Angabe po ly k le tischen Kopf zum Ausgang»-
1 punkt, so scheint allerdings der Berliner Tors««
i 196, wenigstens nach d«*r BehaiHllung «ler Chlawv »
zu urteilen, wirklich eine, nur in Kleinigkeiten,
wie «ler Hinzu nähme der Fussflügel, abw'eichemle,
Wiederholung zu »ein. Die Florentiner Statue
hingegen hat ein im Motiv zwar ähnliches, in
der Kinzelbehamlluug aber durchaus verschiedene»
Gewaml auf der Schulter, und der Kopf ist von
jenem de» englischen Exemplare», der „einen dem
Dresdner polykletischen Smgerkmtben und dem
Öleingtoaer von Petworth ähnlichen Typus* lmh«*n
| soll ; Furtwängler p. 503), absolut abweichend
I Ich sehe in dem Florentiner Kopfe (den auch
ich für zugehörig halte) keine Spur mehr von
Polvklct. Die B«*rl»n«*r Statue 199 endlich »teilt
dem Florentiner Exemplar näher als d«'in Londoner,
weicht aber auch von jenem sowohl im Kopfe als in
der ChlHinysboliandliing ab Ein sicheres Urteil
darüber, oh w ir ^derartige Differenzen der Ein-
wirkung der Kopistenarbeit Zutrauen oder ob
wir auf verschalen«« zu Grunde liegende Originale
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r loriMiy,
achliessen sollen, mag ich nicht abgebon , ohne
die ganze Frage in grösserem Zusammenhänge
erwogen zu haben Einem Ähnlichen Kalle
werden wir gleich unten unter No. 222—225
begegnen. Zunächst muss ich gestehen, dass ich
mir nicht vorstellen kann, wie ein Kopist aus
einem Kopfe vom Stile des Potworther Ein-
gi essenden den der Florentiner Statue, der mich
«her an Attisches erinnert, hat zurechtarbeiten
können. Wie sich die Torsi d«s Londoner und
dos Florentiner Exemplare» zu einander ver-
halten, kann ich nach der mangelhaften Abbildung
dos orsteren nicht beurteilen. Die Toraobehand-
lung der Florentiner Statue erinnert mich mehr
als an Polyklotisehe» an den myronischen Hermes
Jngenni (Furtw fingier p. 361), und in Myrons
weiterem Kreise würde auch der Typus des
Kopfes seinen Platz finden Vermutlich haben
wir, w ie unten bei den Statuen der Olein giesser,
an eine polykletische und eine, resp. mehrere
attisch»» Variationen desselben Motive» zu denken
216 218. D. 17. Statue der knidischen
Venus. Furtwfingler, Meisterwerke, p- 551,
Anni. 2, 5. Der Kopf im Halse gebrochen, der
Bruch verschmiert. Zugehörigkeit des Kopfes
wahrscheinlich; er ist aber falsch aufgesetzt
Michaelis, Journal of hell. Studie* 1887, pp 10 f.
und 27 ff des Soparatabdruckes). Gute, nicht
verflachte Kopie.
219—221. D. 19- Statue des Asklepios.
Phot, von Alinari No. 3572. Dass die Statue »»in
berühmtes Original reproduciert , beweisen ihre
mehrfachen Kopieen: einmal auf einer unter
Antoninus Pius geprägten Münze von Ainastris
hei Panofka, Asklepios und die Asklepiaden,
Berliner Akadomieabh. 1815, Taf. I, 15 (Dütschke
a. a. 0.), sodann auf dem sog. Diptychon Gaddi
in Liverpool W. Meyer, zwei antike Elfenbein-
tafeln p. 81, No. 55; Müller-Wiesoler II, Taf. LXI,
792 a; Thraemer in Roschers inyth. Lexikon
s. v Asklepios, Sp. 636 f.) und endlich eine
statuarische Replik, auf die W. Amelung (Flo-
rentiner Antiken p. 30, Aum. 2) aufmerksam
gemacht hat, im Palazzo Massimi alle colonne
in Rom (Matz-Duhn 52; Rossi-Maffei, raccolta
di statue tav. CXXXII) mit nebenstehendem
Telesphoros- Die Entatehungszeit der Statue
ist meines Erachtens die Mitte dos 4. Jahrh.,
nicht die Wende desselben, wie Amelung meint
Die Gewandinotive sind die der vorgeschritten
praxitelischen Kunst. Das d«»n alt»»n Mann
churaktcriamrende welk» Rrustfleisch, das auch
an dor Massi mischen Replik wiederkehrt und
d»?shalh dem Original» zu eig**n gewesen sein
| wird, kann in jener Zeit nicht befremden, wenn
1 wir uns des um mind»*Htons 100 Jahr«* filteren
„sinnenden Greises“ vom olympischen Ostgiebel
entsinnen. Im Kopfe selbst erkenne ich viel
I direct Praxitelisehes, so in der Formation der
| Stirn und in dein Winkel, den Nase und oberer
Augenhöhlenrand bilden. Di» Erfindung de»
Typus, der sich, soviel ich sehe, an Altere» nicht
anlehnt und durch individuelle Auffassung aus
gezeichnet ist, geht jedenfalls auf einen be-
deutenden, convontioneller Darstellung abholden
Künstler zurück. Vgl Thraemer a. a. O., wo auch
die Angabe (die ich zur Zeit nicht prüfen kann *,
dass der Gott ursprünglich »len Stab unter di»
1. Achsel gestemmt habe, dass die jetzig« Er-
gänzung also unrichtig »ei.
222-224. I>. 22. 225. D. 25. Zwei
Statuen von öleingiessendon Athleten.
Auch von Alinari photographiert: I). 22
| unter No 3569, D 25 unter No. 3568 Von
Furtwfingler, Meisterwerk» p. 467, An ui. 4 worden
beide als K»pliken de» Dresdner Torsos auf-
gefasst. Für D. 22 trifft dies zu vgl. auch Kalk
mann, Proportionen des Gesicht» p. 62, Anm 1);
nur scheint, worauf mich P. Herrmann auf-
merksam macht, der r. Arm des Dresdner
Exemplares etwas höher erhoben gewesen zu
sein. D. 25 ist hingegen weder Replik des
Dresdner noch des Münchner wie Kalkmann
I u. a. O. will) noch des Petwortlier Typus,
auch nicht der durch die beiden vaticanischen
Statuen Braccio nuovo 99 und 103 vertrotnen
; Variante, sondern, falls nicht Wiederholung des
Turiner oder des Cassler Typus, die mir beide
unbekannt sind, einziger bisher nachweisbarer Ver-
treter einer neuen Abwandlung dieses beliebten
Motive». Vgl. oben zu 213—215. Die Behand-
lung der Körperformen steht — soweit die Photo-
( graplue darüber ein Urteil gestattet — derjenigen
»ler polvkle tischen Statue in Petworth näher als
jener der attischen Typen; auch die dem Motiv
eigentlich nicht entsprechende gezwungene Stei-
lung der Beine und Bewegung der Arme kehrt hier
wieder. — Den durch D. 22 vertretenen Typus
weist Furtwfingler einem attischen Künstler
um die Wende des 5. u. 4. Jahrh. zu (p. 468:.
Der Kopf, obwohl geputzt und von flacher, leerer
Arbeit, lässt noch deutlich, besonders in Stirn-
und Augenhildung, als sein niebt unbeträchtlich
älteres Vorbild »len Kopf de» Münchner Olein-
giessera erkennen. Die Verwandtschaft mit «lern
, Florentiner von Bloch: Köm Mitt. 1892, p.81 ff.ver-
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öffentlich ton Apoxyomoiin« scheint mir, im Kopfe
wenigstens, nicht eine so starke zu »ein. als dass
ich daraus mit Furtwftngler p 46* ttuf «len nüin*
liehen Künstler schließen mochte. Dem Kopfe
des Florentiner Oleingiess«rs ist — worauf mich
Furtwftngler mündlich hiitwies — sowohl in der
Tracht des Backenbartes als in Einzelheiten der
Formengebung verwandt ein auch in Abgüssen
verbreiteter, vielleicht etwas jüngerer Kopf der
Sammlung Barracco (pl LV ; Hel big, Text p 43;,
der seine nächste Parallele im Kopfe einer ge-
stürzten Jünglingsfigur vom Maussolnumsfriese
bat Photogr. Bernieri, Caldosi & Co. No. 10; i
Overbeck, Plastik # II, Fig. 111,1) Von Timotheus
sind (Overbeck S- Q 1330) athlutao überliefert.
— D. 27 (phot. von Aliuari No. 3573) ist von
Furtwftngler, Meisterwerke p. 567 ff-, als T ri pto-
1 ein os des Praxiteles veröffentlicht worden.
Grössere Aufnahmen des schönen Kopfes liegen
für „Brunn -Bruck nrnnn" vor
226. D. 2H. Replik der Athene Giusti-
niani. Furtwftngler, M— W p. 503, Anm 2, d.
Die daselbst als weitere Wiederholung angeführte
Statue in Neapel Inventar 0300 ist, wenn ich
nicht irre, identisch mit Olarac '*06 A, 1020 A
und Wiederholung vielmehr der „Sappho" Albani
Phot- Alinari No 3575. Ob der ergänzte) I.
Arm ursprünglich, wie bei den anderen Repliken,
den nach Ausweis der Natterschen Gemme das
Original gehabt hat, von den Kopisten weg-
gelassen worden (Furtwftngler, M — W p. 207,
Anm I). — Ein analoges Beispiel eines Athena-
typua mit und ohne Aegis liefern die beiden
! Statuen Chiarainonti 400 •Beschreibung der
Stadt Rom II, 2, p 60, No. 494 und Museo
Torlonia 62, Athenestatoen der phidiasiachen
: Zeit, die bisher nicht genügend beachtet worden
sind. (Die von Visconti im Katalog des
Mnseo Torlonia 1*80, p. 4«>, No. 62 citierte
Replik im Casino Pius IV. im Garten des Vatican
ist mir nicht bekannt). Was hier da« Original«
war, Aegis oder nicht, lässt «ich, soviel ich sehe,
nicht mehr feststellen. Wie frei im Allgemeinen
die Kopisten mit Zuthnt, Wegnahme und Ver-
änderung von Attributen geschaltet haben, lehrt
besonders deutlich das oben erwähnte Beispiel
der sog. Aphrodite mit dem Schwert aus Epi-
dauro« und ihrer Repliken (D. 5). Man ver-
| gleichet». A. auch das Verhältnis der „Karyatide
1 des Kriton uiul Nikolaus* zu der „Leinnia des
Phidias" ; Furtwftngler, M — W p 8 und Anm. 3.
Furtwftngler führt den Typus auf ein Werk
des Kuphranor zurück Für mich habeu die
Gründe, mit welchen Furtwftngler die Statue aus
den Jahren etwa 440 -430 hinweg in das vierte
Jahrhundert »‘tickt und sie mit den andern von
ihm dem Kuphranor zugeschriebenen Werken in
das Gewand gefasst hat, habe ich versftumt. fest- | Verbindung setzt, bisher noch keine zwingende
zustellen Das Florentiner Exemplar schien mir Beweiskraft »Die Chitonfalten gleichen nur
vor den» Originale) in der Arbeit besser und J oberflächlich der Weise des 5. Jahrhunderts, in
lebensvoller als die plumpen und leeren, in den Wirklichkeit stehen sie der Behandlung an der
Proportionen untersetzteren K Opi een im Vatican Koorin des Praxiteles viel näjier. Die Muntel-
»ind im Capitol Furtwftngler a. a. O.) und falten sind ernst und einfach beabsichtigt;
Ameluug (brieflich hingegen stimmen in der namentlich der Überfall über die linke Schulter
Würdigung der Florentiner Kopie als einer ober- hat etwas Strenges. Doch fehlt alles Schneidige,
tlftchlichen und geringen Arbeit überein — Nach Grosse, und man fühlt etwas Absicht und etwas
Furtwftngler p. 594) ist die bei der Mehrzahl Zurechtgelegtes- (p. 591). Helbig und Wolters
der Wiederholungen auftretende Aegis Kopisten- beurteilen die Statue ähnlich: jener (Führer 1,
zu t hat „Dergleichen populäre charakteristische No. 51 meint, „die gekünstelte Faltengebung
Attribute haben di« Kopisten wohl zugefügt, aber verrate den Geschmack einer späteren Zeit
nicht, wenn sie das Original bot. weggelassen*. ! (Wende des 5. und 4. Jahrh “, und Wolters gar
Die Frage verdient, im Zusammenhang und mit (Bansteine 1436 , nach dein „dio Anlage des Go-
grosgein Material untersucht zu werden. Für wände» späteren Geschmack verrät", bringt die
mein Empfinden hat das Obergewand des capi- Statue in der hellenistisch-römischen Epoche
toliniscben Exemplare« ohne Aegis etwas un- unter Ich erkenne in den» Gewände durchaus
gemein Langweilige« und Nüchternes, Nichts, | keine Elemente, die der Stilistik des dritten
was „den Eindruck ernster Ruhe- (Furtwftngler Viertels des 5. Jahrh widersprechen. Anlage
hervorruft Und bestätigt sich die eben erwähnte und Durchführung der Gewandung im Einzelnen
Behauptung Furtwänglcrs wirklich durchgehend«? stellen vollkommen auf der Stilstufe der Athenen
An einigen Exemplaren des Amazonentypus Mattei Farnese, Hope, Albani, der Sapplio Albani, also
i«t z. B d«r an» Köcher angebundene Bogcu, von Werken aus dem Kiinstkrcise de« PhMias
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10
Floren».
Schwerer ist das Urteil über den Kopf, da mir
für denselben bisher jede di recte stilistische
Parallele mangelt. Die von Furtwilngler (p. 595)
als Beweis späterer Entstehungszeit angeführten
Details der Helm Verzierung brauchen, obwohl
sie auf Münzen erst am Ausgange des 5 und im
Verlaufe des 4. Jahrh. Auftreten, danach doch
nicht notwendig im dritten Viertel de» 5. Jahrh.
unbekannt gewesen zu sein. „Die Haarbehand-
lung sticht von der stärker stilisierenden Weise
des 5. Jahrh. ab*1. Aller in welche Zeit gehören
dann die Dioskuren vom Monte Cavallo? Ich
kann auch im Köpft* keinen Einzel zu g entdecken,
der über die oben gegebene Datierung hinab-
zugehen zwänge. Richtig angesetzt wird die
Statue auch von Kalkmann, Proportionen des
Gesichtes, p. 92, No. II; p 99, No. 28; p. 104,
No. II ; p 110, No. 28.
227. D. 30. Statue der Hygieia Puhl,
auch von Clarac, 553, 1172. Die von D. als
entsprechend angeführte Figur einer Münze
von AniRBtris MüllerWieseler II, 781) hat mit
diesem Typus nichts zu thun. Mit dem As-
klepios D. 19 stoht die Statue ebensowenig in
Beziehung. Das späte Motiv des durchscheinenden
Chitons ist wohl auf Rechnung des Kopisten zu
setzen, da im Übrigen die Gewandanlage nicht
später als die Mitte des 4. Jahrh zu sein scheint
228- 230. D. 33. Statuo des Herakles.
D.'s confuse Beschreibung wird durch die Photo-
graphie berichtigt. Zugehörigkeit des Kopfes
kann ich nicht verbürgen ; vor dem Original war
sie mir wahrscheinlich Die Behandlung de«
Körpers weist, wie jene des Herakles Lansdowne.
auf Vorbilder des 5. Jahrh. aus dem polykle-
tischen Kreise zurück , ist aber weicher und
runder als an diesen. Der sehr individuelle Kopf
erinnert nicht minder an den des Herakles Lans-
downe nnd noch mehr an den diesem verwandten
Siegerkopf in Dresden: Einzelverkauf No. 161/165,
namentlich in der Bildung de« kurzen Unter-
gesichtes. Die Statue ist also wahrscheinlich
ebenfalls die Wiedergabe eines Werkes von der
Kunstart des Skopas.
231. I>. 35. Sta tue des Hera k les. Furt-
wänglor, M — W p. 515, Anm. 1; darnach keine
Replik des Herakles Lansdowne, als welche ich
früher die Statue nach dem Gedächtnis bezeichnet
hatte. Sie ist vielmehr nach Ausweis der Ab-
bildungen Wiederholung einer iin Museo Torlonia
l»etindlichen Herak lesstuf ue No. 25 der Publi-
c.ition; Clarac 794, 1909 A Neu scheinen
an dieser nach meinen Notizen) beide Arme und
der grösste Teil der Beine zu »ein; Halsstück
zwischengesetzt, Zugehörigkeit des Kopfes daher
nicht sicher. Derselbe (an seinem Altertum habe
ich nicht gezweifelt ist interessant, da er einen
jünger- inyronischcn Typus wiedergiobt. der dein
der sitzenden Colossalstatue fies Herakles im
Palazzo Altemps Kalkmann. Proportionen de»
Gesichtes, Taf II) nahe verwandt i»t. Wie sieh
zu diesen beiden Statuen die jedenfalls ähnliche
Herak leaetatae Matz-Duhn 97 (Clarac 790, 1970;
Graef, röm. Mitt 1889, p. 214, Anm. 2; Palazzo
Torlonia) verhält, kann ich Mangel» genügender
Abbildungen diese» Stückes nicht feststellen.
D. 30. die Statue des lysippischen Herakles,
ist bei Brnnn-Bruckiniinn Taf. 284 abgebildet
Der an Commodus erinnernde Kopf der Statue
ist nach meinen Notizen modern. Dem wider-
spricht allerdings der bei Loewy, Inschriften
griech. Bildhauer No. 506 wiederholte F.undbe-
richt des Flaminio Vaeea : „ne ui mancaua nitro
che una rnano*.
D. 37, Herakles nnd Autani», ist von Alinari
unter No 3505 photographiert.
232 und 233. D. 48. Weiblicher Kopf.
Durch einen Irrtum de« Photographen ist die
nicht zugehörige, wohl moderne Büste mit auf-
genomme» wordeu Von ausserordentlich weicher
und verschwommener Behandlung der Form, und
hierin wie auch in der haubenartigen Kopfbe-
deckung an die sog Met he München 134 Bronn-
Rnickinann Taf. 125 erinnernd. Über die Datie-
rung dieser Kunstart in nachpraxitelische Zeit
allerdings in die u n mittel ba r auf den Meister
folgende) vgl meine Bemerkungen in der Fest-
schrift für Overbeck 1893, p. 9S.
234 und 235. Nicht bei D. ln der Sala di
Giovanni da San Giovanni. Mit. roter Nummer
945 bezeichnet. Kopf des Caesar. Neu die
Büste.NaseJJppenfKinn: an den Augen und Wangen
geflickt. Nicht bei Bertioulli. Die Persönlichkeit
gewiss identisch mit E— V 130/131 und 202/203
I) 50- Statue der schlafenden Ariadne,
befindet sich jetzt, noch nicht .öffentlich aus-
gestellt, im Museo ^archeologieo. Veröffentlicht
bei Brann-Brin-kmann Tafel 168.
D. 52. Sog. Sapphokopf. jetzt auf der Treppe
aufgestellt, ist veröffentlicht in den Annati d J.
1879, tav O, p. 246 ff. von Gamurrini und von
nnrin den griech. und röm . PortrIts/r»ff. 149/150
Vgl. Furtwiingler, M — W p. 103, Anm. 2.
I) 66. Angeblich Replik des farnettteben
Herakopfes in Neapel , im Magazine de« Pal
Pitti, habe ich nicht gesehen
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Floren*.
Uffizien.
236. D. 526. Römisches Relief mit
Darstellungen angeblich aus der Aenoaa-
sage wird von H. L. Urlichs demnächst er-
läutert werden
Uiardino 'lorrigiani.
237 und 238. D. 450 Sta tue eines sterben-
den Galliers Reinach, revue Arch. 1889, p. 13,
No. 6. Stark gepatzt. Düfsclikes Angaben
schienen mir vor dem Originale im Wesentlichen
richtig. Reinachs Behauptung, der Marmor sei
der nämliche feinkörnige, weisse, wie der der
Figuren des attalisehen Weihgeschenk es, bat sich
mir hingegen nicht bestätigt ; oa fehlt der dem
pergamenischen und k vzikenischon Marmor eigen-
tümliche bläuliche Schimmer. Auch die Arbeit
hat- mir in Einzelheiten, wie dem Schamhaar,
einen minderwertigen Eindruck gemacht. Da
die Statue in den Grössenverhältnisacn zu den
andern des Weihgeschonkes zu passen scheint,
so halte ich Dütschkes Vermutung , dass die
Statue antike Kopie eines Originales ans dem
Weihgeschenk des Attalos sei, für richtig Ähnlich
beurteilt man bisher — ob mit Recht, lasse ich ^
dahingestellt — die beiden Figuren des Museo
Torlonia 279 mit der Kttii»tlerin*elirift des Phi-
lumetios (Loewy 381; Reinach a a. O, p. 14, !
No. 7 und 8) sowie die Amazone Patrizi (Matz-
Ihihn 948; Robert, Sarkophage II, 83;.
239. D p 214 Statuette des vom Adler
gerauhten Ganymede». Nicht hei Overbeck,
Kunsfcmvthologie des Zeus. Neu: Flügel und
Schwanzfedern des Adler», Unterarme und Beine
des Ganymed, Stamm und Basis Alt also nur:
Mittelteil de» Adlers (mit Kopf) und Oberkörper
des Knaben. Dies genügt zur Erkenntnis des
Motiven, das von demjenigen der auf Leochare»
zu rückgeführten Statuette der Galleria de’cando
labri (Helbig, Führer I, 398 bei finsserficher |
Ähnlichkeit in wesentlichen Punkten abweicht, j
Der Kopf des Adlers blickt an der Florentiner
Statuette abwärts zu dem ursprünglich offenbar |
zu ihm emporgewaudten des Ganymed. Die
Klanen des Adlers fassen den Jünglingskörper i
direct ohne zwischengelegtes Gewand Der |
Körper des Ganymed liegt in der Diagonale, 1
nicht senkrecht. U. A. m. Die Eiitstehungszeit
den Originales wird von jener des vaticanisehcn
Typus nicht weit ah liegen; ilas Sinnliche des
Motive» ist in dem Florentiner Exemplar durch
di** Annäherung der Köpfe gesteigert worden.
Palazzo Orlandi
(Via de'Bnoni 4, jetzt im Besitze der englischen
Versicherungsgesellschaft Gresham
240 md 241. Kopf de» Aak lopios. D. 503.
Photographiert auch von Alinari unter No. 3562
Furtwängler M W p. 400, Anm. 3 Darnach
Wiederholung der Asklepiosherme in London
Brunn-Bruckmann 22t» und des entsprechenden
Pariser Kopfes aus Sammlung Campana. Alle drei
Werke aber fasst Furtwängler als dnreh den
Kopisten variierte Repliken des Kopfes der von
ihm auf Myron zu rückgeführten Florentiner
Afktepiosetafa« IJ. 198 (der Kopf E — V 92 und
93) auf. Photographie des Pariser Exemplare»
besitze ich leider nicht ; aber auch ohne dieses
ist ein Vergleich der drei anderen Köpfe (der-
jenige de» brit Museums liegt am besten ausser
in der Abbildung bei Furtwängler, M -W p 401
in einer beim Institute in Berlin käuflichen
Aufnahme von Face und Profil vor) ausserordent-
lich lehrreich, um sich über »las Wesen der uns
erhaltnon Kopieen klar zu werden. Sind zunächst
der Londoner und der Orlandiache Kopf wirklich
Wiederholungen eines Originales? IVm Orlan-
diMchen Kopfe scheint die starke mittlere Bart-
locke de« Londoner Exemplare« gefehlt zu haben,
dieses wiederum entbehrt der schweren, gesenkten
oberen Augenlider de» Orlaudinchen, die Behand-
lung de» Haupthaares unterhalb der Binde im
Profil ist bei beiden Köpfen stark verschieden
— und doch glaube ich mit Furtwängler, dass
sie in der Tliftt auf em gemeinsames Original
zu rück gehen Die Anordnung der I»eken Über
der Stirn z. B. ist bei beide« Köpfen, von der
Verschiedenheit der Ausführung abgesehen, ganz
gleichartig, und auf dem Schädel oberhalb der
Binde erkennt man da» Vorhandensein einzelner,
den regelmässigen Gang der Frisur unterbrechen-
der Locken beidemale in übereinstimmender
Weise. Die verschiedene llaarunordnung kn Profil
wird darnach mit Furtw ängler wohl auf die Ver-
wendung de» Londoner Kopfe» als Herme zurück -
zuführen »ein, während der Orlandische einer
Statue angehört haben mag Sehr bedeutend
»ind die Abweichungen des Kopfes der Statue
in den Uffizien. Die ganze Haarbehandlung ist,
worauf Furtwängler (p. 402) hin weist, in den
kleinlich unruhigen Geschmack der anton mischen
Periode umstilisiert; die Modellierung der Stirn
ist kräftiger entwickelt; die Augen, im Gegen-
satz zu den durch das Oberlid beschatteten d«»
Orlandischen Kopfe», weit geöffnet, die Augäpfel
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I
12 Floren*.
rund und voll heraustretend. Und doch sind,
auch im Einzelnen , der Berührungspunkte mit
den beiden anderen Köpfen so viele — z B. in
der sei tw Art« eingebognen Locke auf dein r.
vorderen Obersch&del — , dass auch ich die Statue
der Uffizien für eine durch Kopistcnhaud stark ver-
iinderte Wiederholung des nämlichen Originales
halte, auf das der Londoner und der (Irländische
Kopf zurückgehen. Es ist zu bedauern, dass die
Replik im Louvre noch nicht in allgemein zu-
gänglichen Photographieen vorliegt. Jedenfalls
lehrt dieses Beispiel , wie ausserordentlich vor-
sichtig wir im Gebrauche von Kopieen bei
stilistischen Fragen sein müssen. Man vergleiche
den ähnlichen Fall in meinen griech. und rön».
Por tritt« Tnff. Ifi 1 — 100.
242. Nicht bei D. Am Aufgang zur Trepp©.
Statue eines reiten «len Knaben. Auch von
Alinari unter No. 3561 photographiert Unter*
lebensgroß» Neu: Kopf, 1. Arm, r. Unterarm,
Füsse des Knaben, Schnauze und Beine des
Pferd««. Harnisch, Basis. Ein puer celetizon, wie
die Werke des Kanacho» und de« Hcgius und
die erhaltncn Statuen der Akropolis. Indessen
aus späterer Zeit, als die*e Werke; die Formen
der Statue sind durchaus die der freien Kunst.
Ob es plastische Analogiecn für den Brustschmuck
des Pferdes gieht, weise ich nicht zu sagen.
Rom, Villa Ludovisi.
243 und 244. Schreiber 1. Helbig, Führer II,
855. Kopf der sog Th ose usherme Brunn -
Bruckmann Tafel 3*2lJj Nach Fnrtwr Angler, M — W j
p. 431 Herakles; aber ist die Strigilis antiker
Rest in der 1. Hand, ein passemies Attribut für '
diesen? Über die polykletischer Kunst ver-
wandte Körperhehandlung der Hernie vgl. Furt-
wXngler a. a. 0., der auf die Ähnlichkeit mit
dem Dresdner Torso E — V 184 aufmerksam
macht. Der Kopftypus hingegen ist rein attisch,
nach Furtwängler dem Kresilas verwandt. Mich
erinnern SchXdelforin und Haarheliandlung stark I
an den inyronisehen Diskoboleu und an dessen j
Genossen, den Lapitheri G aus dem olympischen 1
Westgiebel. Das 1. geschwollene Ohr besser er-
halten als das auf der Abbildung ersichtliche r.
Sind di© sechs ludovisischen. Hermen Brunn-
Bruckmann Taff. 329 und 330; Schreiber I, 3,
*, 55, 00, 62; Helbig 854, 855, *56, 857, 858, 861)
griechische Originale oder Kopieen? Sind sie
Werke (liezw. Ueproduetionen von Werken aus
der nämlichen oder aus verschiedenen Stilepochen:
Diese Fragen werden verschieden beantwortet.
- Rom.
Schreiber Katalog p 42 hält fünf der Hermen
für zusammengehörig und für Originalwerke de«
5 Ja lirli . die sechste, den Diskoholen, für ein«*
Alter© , gleichfalls originale , Arbeit Helbig
(Führer II, p 9s ff., p. 102 f.) scheidet gleich-
falls den Diskoholen aus, als älteres und in der
Arbeit geringeres Werk vielleicht Kopie ; di«*
fünf anderen Hermen sei«*u attische Original*
arbeiteu aus der Mitt© des 5. Juhrh nur die
Pallas könne ihrer geringeren Ausführung halber
möglicherweise ebenfalls eine Kopie aus späterer
Zeit sein;. Furtwängler (in Koscher» mythol.
. Lexikon, Spalte 2159 oben' hingegen glaubt.
dass di© Hormon nach < Originalen verschiedenen
< Stiles zu einem bestimmten Zwecke vielleicht
j schon gegen End«* des 4 Jahrh. in Athen ge-
arbeitet worden sind vgl auch M — W p 430,
Anin. 1 ; p- 591 und Anm. 2).
Was die Originalität der Arbeit anbolnngt,
so scheint mir dieselbe für «len Diskobolen, den
Thescus{?)t den H«*rakles und den Dionysos (?
unbestreitbar. An der 1. Seite des Dionysos, wo
di© Oberfläche unberührt ist, ist die Arbeit
von ausserordentlicher Frische und Schneidig-
koit (Brunn, ein© kunstgeschichtlich© Studie,
| Sitz.-Ber d. bayr. Akad 1892, p. 661). Die
Ilaarhehaudluug am Herakles und namentlich
am sog Theseus ist nicht »ehr fein und «*iu-
geheud, aber doch von der trocknen und Ängst-
lichen Manier gewöhnlicher Kopieen unterschieden.
Es sind oben derorativen Zwecken bestimmte
Werke, keine CabinetestUcke Bei der Athen©
und «lern Hermes ist mein Urteil über den
Charakter der Arbeit Angesichts der Originale
weniger sicher gewesen; doch neige ich mich
auch hier mehr «ler Ansicht zu, dass die Stücke,
wie die andern, Arbeiten griechischen McisscU sind.
Bezüglich der Entstehungszeit der Stücke
ist mir Furtwänglers Ansicht die wahrschein-
liebste Die Hermen reproducieren ganz un-
leugbar statuarische Vorbilder; es ist danach
anzunehmen, dass sie mindestens einige Zeit
nach Entstehung dieser Vorbilder ausgeführt
w orden sind. I>a nun aber, wie wir unten ©eben
werden, »lie Heriucshertno in die erste Hälfte
des I Jahrh gehört, so kann inan — vorausge-
setzt, dass die Hermen einem bereite im Alter-
tum zusainmengestellten Cyclu» angehören
leicht zu dein Furtwänglerschen Ansatz «ler
Hermen in «las Endo des 4. Jahrh. gelangen.
Furtwängler (bei Roscher a. a. O. macht dafür
noch besonders geltend, «lass das Füllhorn de*
Herakles geriefelt und mit Früchten g«*füllt ist.
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Koni
Wann zuerst auf den Denkmälern ein gefüllte»
I rtichthorn auftritt, die« festzustellen wüide eine
besondere Untersuchung erfordern; die Itieftdang ;
aber dient doch wohl nur zur Charakterisierung
des W i d d e r hornes.
Vollständig hingegen stimme ich wiederum
Furtwängler zu, wenn er in den Hennen, bexw. |
ihren Originalen , Werke verschiedener Zeiten
und Stilstnfen erblickt. Der Älteste ist der Dis-
koboi, dessen Verwandtschaft mit den olympischen
Seulpturen mehrfach hervorgehoben worden ist
Er hat das nach oben dreieckig verlaufende
Schamhaar, das 11. A. auch jenen eigen ist.
Der Übergang des Körpers in den Hermonpfoiler
ist noch etwas ungeschickter als bei den andern
Hermen; vgl- Schreiber zu No 8. Die zweite
Gruppe bilden der Thesetis {? und der Herakles,
die nach Körperbildung wie Kopftypus zusammen- j
gehören. Der Herakles findet sich, worauf Furt-
wängler (bei Koscher a. a. O. Spalte 2108 Iimi-
weist, ganz entsprechend, auch als Herme, auf ,
athenischen Kupfermünzen. FurtwÄnglers Ge-
danken, beide Werke, Marmor wie Münze, könnten
auf den Herakles Alexikakos des Ageladaszuriick-
gehen (vgl. auch M — W p. 59 1\ halte ich wegen
des durchaus attischen Kopftypus der Herme für
verfehlt. Dass letzterer der Stilstufe des Euphranor
entspreche (Furtwängler a. a. O.), ist gewiss un- |
richtig; Mitte des 5- Jahrh. Des Weiteren stelle j
ich als eine etwas jüngere Gruppe der später-
phidiasischen Zeit den sog. Dionysos und die
Athene zusammen Das Gewand des Dionysos
macht zunächst einen etwas späteren Eindruck
Aber ein genauerer Vergleich etwa n»it «lein
praxitelischcn „Sardanapal* der Sala della biga,
an dessen Gewand die unteren Particen der
Herme erinnern, zeigt deutlich, das» die Herme
nach dem grossen Schwung und der einfachen,
aller kleinlichen Unterbrechungen haaren Einzel-
behandlung der Falten noch ins 0. Jahrh., in
die Gegend der Athene Albani und ihrer Ge-
nossinnen gehört Für die Beurteilung der Gewand-
behandlung der Henne ist zu beachten, dass sie
ausserordentlich stark übergangen, zum Teil
direct dureh Abmeisselung entstellt worden ist.
Das letzte, getrennt sich absondernde Stück, den
sog Hermes, noch ins 5. Jahrh zu versetzen, I
habe ich mehrere Bedenken. Wie der für den
Unterschied der Gewandung im 5. und im 4. Jahrh
besonders charakteristische Wulst des Himations
über den Bauch gebildet war, lässt sich in-
folge seiner starken Zerstörung auf der Ab-
bildung wenigstens nicht mehr erkennen. Aber
13
die Art, wie die grösseren Flächen dos Ge-
wandes durch kleine Zwischenfiiltchen belebt
sind (z B an dem vom 1 Arm heruhhängenden
Zipfel iles Himations . wie sich an der r Hüfte,
wo das Gewand aufgezogen w'ird. Augen und
Zusainmenschiehungen bilden : derartige Fein-
heiten sind meines Wissens im 5 Jahrh. uoch
nicht bekannt gewesen. — Jedenfalls ist nach
allem dem eine gleichzeitige Entstehung der 6
Hernien oder ihrer Originale ausgeschlossen.
Eine weitere Frage ist: waren di« Ü Hennen
bereits im Altertum vereinigt (.etwa zum Schmuck«
eines Gvmnasions) , oder sind sie erst in der
Renaissance von verschiednen Punkten herboi-
geholt und ihrer Ähnlichkeit halber zuaammen-
gcstellt wordeu, wie dies z B. offenbar mit den
vier sog. farnesischen Gladiatoren in Neapel ge-
schehen ist? Da die Maasse der 6 Herrneu über-
einzustimmen scheinen und ihr Marmor «ler
gleiche pentelische sein soll, im» ist ihre ursprüng-
liche Zusammengehörigkeit sehr wahrscheinlich.
Im 17. Jahrh- gehörten noch zwei, jetzt ver-
schollne, doch wohl antike Hermen zu dieser
Serie (Schreiber pp. 35 und 42). Ähnliche Stücke
im braccio nnovo des Vatican I, 65, 67 A, 136
(= Loewy, Kün&tlerinschrifteu 61»); ferner die
Herme aus Rhamnus * Eqtf ft au/. 1891, Taf. 7,
auf die Furtwängler, M — W p. 591, Anin. 2
hinweist
245 und 246. Schreiber 8. Helbig 11, a6l.
Kopf der Herme dos sog. Diskoboleti Die
Herme; Brunn - Bruckinann , Tafel 329. Über
Motiv, Stil und Arbeit vgl Schreiber und Helbig
a. a. O. und oben No. 243/44. Auch in der Bil-
dung des runden Ohres den olympischen Sculp-
turen verwandt. Interessant der Vergleich dieser
aus griechischer Zeit stammenden Reproduction
eines olympischen Originales mit den, nach Treu
Jahrbuch d. J III, 187) römischer Zeit un-
gehörig«», Ergänzungen des olympischen West-
gicbeU aus pentolischem Marmor, die boi weitem
weniger stilgetreu sind
*247. S 9. Männlicher Torso. Im Motiv,
| dem erhobenen Arm, dem vor das andere ge-
setzten Bein, (nach einer Beobachtung von W
Amelung) an den auf Leochares zurückgeführte»
Ganymede« und die sich anjliesen anschliessen-
den Werke (Satyr von Lamia in Athen, Svbel
269; Friederichs-Wolters 1429; zwei Satyrstatuon
in Villa Albani, Phot Molius 2817 und 2823;
die von Furtwängler im Berliner Winckuliiianns-
. programm; „Der Satyr von Pergamon“ zu-
| sammengestollteu Satyrtypen u. A.) erinnernd
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14 Rom
uimI wohl derselben Zeit wie diese ungehörig.
Ob die von Schreiber als im Motiv verwandt
angeführte Statue Chirac 486, 941 auch stilistisch
in diesen Kreis gehört, hisst sich nach der un-
genügenden Abbildung nicht sagen. Die Statue
befand sich ehemals in der Galleria Giustiniani :
ihr heutiger Aufbewahrungsort ist mir unbekannt.
Es ist wünschenswert, dass dem Verbleib« der
in der I’ublieation der Sammlung Giustiniani ab-
gebildeten Stücke einmal im Zusammenhänge
nachgegangen werde.
•248 und *249. S. .<5- Kopf der Hera.
Es ist nicht leicht, dieses Stück, von welchem
sich eine Replik in Neapel (Saal dos Porphyrapoll :
Inventar 6268; in Photogr. käuflich befindet,
zeitlich unterzuhringen- Bei der Lebendigkeit
der Bewegung, dein stark unterhöhlten Haar,
den Schläfenlöckchen, ist man zuerst geneigt,
mindestens an 4- Jahrh zu denken. Aber ein
Vergleich mit dom Kopfe der auf Alkamenes
ziirückgcfUhrten barberinischen Hera in der Ro-
tunde des Vaticane (Hel big, Führer 1, .»Ol; Furt-
wängler, M — VV p. 117), mit dein der ludovisische
grosse Verwandtschaft hat, beweist »eine Ent-
stehung im 5 Jahrh. Vor Allem ist die Bildung
der Stirn ganz entsprechend; man vergleiche
ferner die Scheitelung der Haare, das Unter-
gesicht. Dass iui übrigen der Kopist sein Ori-
ginal nicht getreu roproduciert hat, lehrt das
Schläfeulöckchen, das ich im 5. Jahrh. noch nicht
kenne ■ zuerst am Sauroktouos und das nach Aus-
weis der Neapolitaner Replik dem Original ge-
fehlt hat. Dieser Fall ist von Interesse, weil er
uns warnt, auf derartige scheinbar feste chrono-
logische Indicien zu bauen, wenn sie nicht durch
mehrere Wiederholungen als dem Original un-
gehörig gesichert sind. Auch «las Diadem w ird
wohl erst Kopistenzuthat »ein; vgl. den nämlichen
Fall an der oben erwähnten „Hera des Alka-
menes* (Exemplar Borghese- Jakobseu , das stili-
stisch reinste, ohne Diadem); Furt wängler, M — W
p. 742. Die zu dem Kopftypus gehörige Statue
ist mir nicht bekannt Sie w ird. nach dem Aus-
drucke des Kopfes zu urteilen, vor der barberini-
sehen Hera die grössere Frische und Lebendig-
keit voraiisgehabt haben, ähnlich wie etwa die
Protnacho» sich von der Partheno» unterschieden
zu haben scheint. Auf ein Original des näm-
lichen Stiles geht augenscheinlich der, im Unter*
gesicht leider schlecht erhaltene , Kopf der sog
Juno Sospita in «1er Rotunde des Vatieans zurück
(Helbig I, 307), die mir im Übrigen noch ein
kun«thistorische* Rätsel ist
*250 und *251. S DO. Weiblicher Kopf
'auf nicht zugehörigem Torso). Stark geputzt
und übergangen. Furt wängler , M-W p. 99.
Amu. 2, r. Ganz verhunzte Kopie des sog.
Sapphotvpus, den Furtwängler auf eine Aphrodite
des Pbidias zurück führt. Vgl Helbig, Führer II, 01 9
252 und 253. S 62 Helbig HM. Kopf der
| Her m e des Hera kies mit dem F ül 1 li o rn. Vgl
i oben No 243,41. Die plastische Angabe der
oberen Zalmreilie gilt jetzt allgemein (ob mit
Recht, wäre zu untersuchen als ein Zeichen
späterer Zeit, als Zuthat des Kopisten, die einem
, altertümlichen Originale fremd gewesen sein müsse
1 Herrmann, athen Mitt. 189t, p. 322, Anm 1
*254 und *255. S. 63. Helbig 877. Kopf
der Statue des sitzenden Ares. Furtwäng-
ler, M — W p. 525 f. Eine bessere Replik des
j Kopfes ist in München No. 83: Flasch, Verb, d
Münchner Philol.-Vere. 1891 , p 244 f Die Er-
findung der Statue wird von Furtwängler dem
j Skopas zugeschrieben; mir ist jedenfalls soviel
j sicher, dass sie init Lvsipp nicht das Geringste
j zu thun bat. Vgl. E — V 89,90.
*256. S. 65. Statue des sitzenden
Apollon. Wiederholung: uiit.-n No. 276 Schrei-
ber 116; Helbig 872. Ein verwandtes Stück,
aber keine Replik, ist, worauf mich Amelung
aufmerksam macht, der bekannte farneeischc
Dionysostorso in Neapel (Inventar 6034; Brunn*
Bruckmann Tat* .»00b; Frieder ich»- Wolter» 1286
Die Erfindung dieses Apollontypus wird wegen
seiner idyllischen, genrehaften Stimmung, welche
Helbig a a. O. hervorhebt, in die frühhclleniatische
Zeit zu setzen sein Ob sich das Motiv des den
Raum zwischen den Beinen füllenden Gewand-
I zipfeis zeitlich fixieren lässt, habe ich noch nicht
j genügend beobachtet Gruppe von Eros und
Psyche; Gruppe der Aphrodite mit Eros und
Psyche als Kindern in Dresden, Clarac 640, 1451
*257. S. 67. Statue der Athen». Wie
Amelung bemerkt hat, wiederholen die Gewand-
inotive den Typus der sog. barberinischen Hera
1 (». oben No. 248/219), bezw des stilistisch treueren
Jakobsenschen Exemplare« aus Villa Borghese
Ist nun diese Athene ein Werk des nämlichen
Künstlers — wie auch ich glaube, des Atkaincnes
; — oder ist sie nur eine Kopistenvariante des
Heratypus? Ich bin geneigt, mich für da»
Letztere zu entscheiden. Denn einmal entspricht
die Athene so genau in den Eiuzelnheiten der
Gewaudung jenem Heratypus, dass eine eigne
neue Leistung de» Künstlers sich höchstens in
dem (leider verlornen) Kopfe gezeigt haben könnte,
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Knill.
und ferner existiert «in« ander»* Umgestaltung
de» lleratypns, diesmal zu Hygiei» (Roscher,
mytli. Lexikon ». v. Hygieia, Spalte 2790), in
Kassel, die ebenfalls nur durch da» Attribut der
Schlange (von welcher nach freundl. Mitteilung
I)r Bühlaus antike Rest«' vorhanden sind
von dem ihr zu Grund«? liegenden Originale
unterschieden ist (ißt der Kopf antik und zu-
gehörig?). Wir haben aber keinen Grund, einein
Künstler wie Alkaincnes eine so geistlose drei-
fache Verwendung eines Gewandmotives zu-
zutraucu. Nach der Zahl der K<?pliken zu ur-
teilen, ist der Typus für Hera (Fnrtwängler M — W
p. 117 zweifelt an der Richtigkeit der Be-
nennung) erfunden worden. Zu untersuchen, ob
die Gestalt der Aegis mit den umgebognen
Rändern bereits im 5. Jahrh. gebräuchlich war,
ist Sache «*iner besonderen Arbeit über die Ent-
wicklung der Aogißbildung, die sehr erwünscht
wäre. Andentongen darüber in Furtwänglor»
M — W paaßim. Auf Grund de» obigen Falle»
halte ich jetzt auch die oben N«« 0 veröffent-
lichte „Muse des Kcphiaodot“ in Mantua nur für
«»ine Kopistenvariante der Karyatiden des Ereeh-
theion. Vgl. auch das Verhältnis der „Karyatide
des Kriton und Nikolaus8 in Villa Albani zur
„Lemnia de» Phidiaa*. Die von Schreiber als
verwandt angeführten Statuen Chirac 463, 863
und 470, 893 gehört?»! nicht hierher.
258 und 259. S. 69. Helbig *81 Kopf
tles Jünglings au» der G r u p p e de» M e n «? 1 & o s.
Die Gruppe am besten bei Brunn-Bruckuiuim
Taf. 309
260 und 261. Kopf der Frau aus der
Gruppe de» Menelaos. Beide Köpfe mehr-
fach ergänzt und stark überarbeitet; ». Schreiber
a. a. O.
Pie Statuen gehen nach Furtwiiugler, Saniut-
hing Saburoff, Einleitung p. 00 und llelbig,
•ihrer »- a. O. auf attische Originale au» der
Mitte des 4. Jahrh zurück. Auch für die Köpfe
werden die Vorbilder in d«*r spät - praxiteliscben
Epoche zu suchen »ein, obwohl ich allerdings
schlagende Parallelen au« jener Zeit nicht nach-
weiften kann. Sehr verwandt ist der Kopf der
der gleichen Stilrichtung ungehörigen weiblichen
Gewandstatue in Villa Panfili (Matz-Puhu 1528;
nach diesen antik. Pie daselbst als weitere
Parallele angeführte „zu derselben Familie ge-
hörige“ Statue in der Villa Santangelo in Pullona
am Vesuv ist meine» Wissen» noch völlig un-
bekannt. Sind noch die Vorarbeiten und .Samm-
lungen zu der von Gerbar«! uni Panofka, Nea-
pel» antike Bildw «*rk«* I, Vorrede p. V erwähnten
„Beschreibung «ler PrivatsaminUingen Neapel»
j und der Antiken der Umgegend“ erhalten?).
262. S. 74. Kopf de» Asklepios. Nur
die Maske antik. Per Kopf »eheint eine Wieder-
holung d«*a Pariser Asklepios Müller- Wieseler II,
tiO, 768 (von dem eine treffliche Replik in Kopen-
hagen, Sammlung Jacohsen 1071 eicli befindet)
zu »ein; auch in den Magazinen de« Thermen-
uiuseuiu» ist ein ähnlicher Kopf (ehemals auf
dem Palatin; wohl = Matz-Puhn 04).
*263. S. 76 Helbig 869. Bünte de» Attia.
Nach der Büste und der hart«?»» Arbeit frühestens
aus hadrianischer Zeit.
*264. S. 78. Helbig 874. Büste der
Demeter (?). Über die Benennung vgl. Helbig
a. a. 0. und Bloch in Roscher» myth. Lexikon
». v. Kura, Spalte 1359 tt*. Pie Ähnlichkeit des
Kopf«*» mit dom der ehemals Romlaninischen
Demeterstatue (jetzt in der Sammlung Jakobson,
abgeb. bei Roscher a. a. O. Sp. 1361/62) ver-
langt nacli Helbig und Bloch Aufgabe der bis-
herigen Bezeichnung de» Kopfe« als Demeter.
Ein Versuch zur zeitlichen Fixierung de» Stückes
ist noch nicht gemacht worden. Es scheint mir
in der Behandlung der Formen der oben mehr-
fach erwähnten Hera Barberitii niVlit »ehr fern
1 zu stehen. Pie Form de» Gesichtes, die Bildung
«ler Stirn, die Anordnung d»*» Haare» sind noch
sehr ähnlich; nur sind Augen, Muml und Kinn
! weicher und milder geworden. Wir werden so
ungefähr auf «las Ende de» 5. Jahrh geführt,
| in welche Zeit auch die Jakobsensche Statue
gehören wir«l. Die Angabe der SchlafenlÖckch«?n
an beiden Köpfen fällt dann wohl dem Kopisten
zur Last Ein verwandt«*» Stück ist der ob«*»
No. 200 und 201 veröffentlichte weibliche Kopf
in Pisa.
*265. S 83. Weibliche Gewandstatue
j E» ist schwierig, dieses nicht uninteressante Stück
| genauer zu datieren. Die gesummte Anlage and
der Zug der Falten hat etwas Streng«*»; aber da»
zwischen den Beinen als steife Mas»«* herabfallendc
Gewand ist ein Motiv späterer hellenistischer Zeit.
Pie Zugehörigkeit de» Kopfe» ist nicht erweis-
bar, da das Halsstück zwischengesetzt ist. Ich
habe leider keine Kinzelphotographion von ihm,
<la ich ihn im Originale nicht genügend beachtet
habe. Er scheint ein guten Stück des_5 Jahrh.
zu »ein Darnach wäre »eine Zugehörigkeit zum
Torso, die ^Schreiber für möglich hält, sehr un-
wahrscheinlich- Pie von Schreiber al» im Motiv
ähnlich aufgeführte Statu«* der Sammlung Smith
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Rolli
Hi
Barry hei Chirac 438 A, 774 C (jetzt in Marhurv
Hall; Michaelis, ancient iimrbles p 5U1, Nr 2
konnte möglicherweise eine Wiederholung »ein
(allerdings differieren die Höhen etwa«) ; die
andere von Schreiber eitierte Statue Clarae 436.
762 F — Monutnenta Matthaeiana pl. 26 ist nach
Michaelis a. a. O. mit dieser identisch.
*266. S. 87- Helbig 860. Staiue des A n -
toninus Pius Bernoulli, röm. lkonogr. II, 2,
p. 141, Nr. 3. Ich gehe dieses Stück, weil es
offenbar auf eine ältere griechische Vorlage zu-
rückgeht Eine Sammlung und Sichtung der
zahlreichen römischen Imperatorenstatuen die
iiltere Götter- und Athlelentypen reproducieren,
würo eine wünschenswerte und erfolgversprechende
Arbeit. Lassen sich z. B mehrere Repliken
eines Typus consta tieren, so können wir mit
Sicherheit sch Hessen, dass derselbe ein berühmtes
Original wiedergiebt. Als Wiederholung der
ludovisischen Statue citiert Schreiber Clarae
634 A, 1436 A; ähnliche Stücke, auch mit der
im Kücken lang herabfallcnden Clilamy«, sind
z. B. Laterau Benndorf - Schöne Nr. 127 Furt-
wilngler, M-W p 124 f.)t die zwei Dresdner
Statuen Phot. Krone 681 16) und 731 53),
267 und 268. S .88. Kopf des Hades •,?
Der Kopf ist trotz der ausserordentlich starken
modernen Glflttung, die er erlitten hat, von Interesse,
da die schon von Welcker gegebene Benennung als
Hades meines Erachtens das Richtige trifft. Der
allerdings durch die Überarbeitung noch ge-
steigerte finstere Ausdruck von Augen und
Brauen, die gerunzelte Stirn, das tief heroin-
fallende Haar sind Eigentümlichkeiten, die keinem
der andern Götter (Serapi* ist sowohl zeitlich als
wegen des mangelnden Modius ausgeschlossen
/.iikotiimcn Mit Schreiber aber an ein Porträt
zu denken, verbietet der wenig individuelle Aus-
druck der Züge und wohl auch die grosso Breite
der Haarbinde, die, wenn ich nicht irr»*, in dieser
Art bei Menschen nicht vorkonnnt. Das Original
des Kopfes muss, i. ach der Haarbehandlung zu
urteilen, in den letzten Decennion des*5. Jahrh.
entstanden sein. Die Stirnfalten an der Nasen-
wurzel ebenso beim sog. Aeschylue des Capitols
(Brunn-Arndt, Porträts Nr. 111 und 112 Pia- ,
»tische Darstellungen des Pluton, an sich selten,
sind aus dieser Zeit sonst noch nicht bekannt
Vgl. Scherer bei Roscher, mythol. Lexikon, s. v
Hades Sp. 1766 ft'.
*269. S. 9ü. .Statue de» Dionysos. Ich
glaube, diese, hinsichtlich der Güte ihrer Arbeit
übrigens von Schreiber u A. überschätzte, Statue
mit. Sicherheit auf ein Original des Praxiteles
zurückführen zu können. Denn nicht allein das
Motiv der ausgeschwiingncu Hüfte, des erliobucn
Armes entspricht völlig den im Kunstkreise des
Praxiteles üblichen, sondern auch vor Allem
Amehnig hat, unabhängig von mir, die näm-
liche Beobachtung gemacht die Behandlung der
Chlainys, die Art, wie die Falten verlaufen, wie
die Flächen durch kleine ZwischeiifUltchen be-
lebt sind, ist derjenigen am olympischen Hermes
so auffallend verwandt, dass wir berechtigt sind,
auch hier den Namen des Praxiteles zu nennen.
Für die Weise, wie die Chlainys auf der Schulter
auf liegt, vgl. die von Furtwängler (M W p. 572 f
auf Praxiteles zu rückgeführte Hermesstatue der
Uffizien Mit einem litterarisch oder durch
Münzen überlieferten Werke des Praxiteles kann
ich die Statue nicht idcntificicren.
270 und 271. S 91 Hclbig 865. Kopf der
Statue des „Hermes Ludovisi*. Furtwänglor,
Meisterwerke p. 86 tf. und 742. Von Repliken
der Statue sind bisher drei bekannt: ausser dem
ludovisischen Exemplare der Pariser Germanien»
und die Statue in Palazzo Colomm Matz-Dulm
157; vom Kopfe ausser dein der ludovisischen
Statue das Exemplar in Broadland» Furtwängler
a a O. p 87 und ein drittes, das Furtwängler
a. a. O p 742; in dem Kopfe der Uffizien
E— V 83,84 erkannt hat; oh die drei Köpfe
»äinml liehe auf nicht zugehörigen Statuen) La-
teran Benndorf Schöne 46 in Photographie
von A Kalkül. mn mir vorliegend , Dresden
Augusteum 46, Chirac 664, 1533 phot.von Krone
und Villa Albani 566 :Phot. für den E— V her-
gestellt wirklich weitere Repliken oder nur ähn-
liche Typen sind, bedarf einer besonderen ge-
nauen Untersuchung vor Allem der Ergänzungen
der drei Köpfe. — Furtwängler a. a. O. will die
Statue auf ein Werk des Telephancs von Phokaea
zurückführen.
"272. S- 161. Statue des Asklepios
Die Gewaudmotive, namentlich die unter den
Querwulst hinaufgezogenen Hiinatioiifalteii auf
dem r. Oberschenkel oben , erinnern an die
Aphrodite von Melos, und in deren Zeit führt
auch die pathetische Seitwärtswendung des Kopfes
und der geöffnete Mund. Man vgl. auch die der
Aphrodite Von Melos nah verwandte, ebendort ge-
fundene Poseidonstatue, jetzt im Nationalmuseum
in Athen (Furtwängler, M — W p 615) Die von
Schreiber als ähnlich angeführte Asklcpiusstatue
Clarae 547, 1155 repräsentiert einen anderen
Typus.
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Rom — Nachträge t i
•273. S. 107. Hol big «70. Biiate »1er
Hygieia. Die Form «1er Büste weist mich
meinen Beobachtungen auf hadrianische Zeit.
Falls dieselben richtig sind, so müsst« allerdings
auch die „Clytia* des britischen Museums, die
ich bisher mit Andern für «in stark idealisiertes
augusteisches Frauenporträt gehalten habe, in
jene Zeit rücken.) Die Stirnlöckchen kenne ich
von sicher datierten Werken zuerst an der
Neapler pergainenfochen Amazone.
274 und 275. S. 114. Helbig 864. Kopf
der Athene des Antiochos. Die Statue bei !
Brunn-Bruckmann Taf. 253. Fnrtwängler, M — W
p. 21, Antn. 1.
•276. S. 116. Helbig 872. Statue des
sitzenden Apollon. Wiederholung von No 250,
S. 05 oben . Über den Typus des antiken,
aber nicht zugehörigen Kopfes s. Fartwtnglor,
M — W p 570, Anm. 3. Kin gute« Exemplar
desselben auch itn K Museum in KonBtantinopel
•277 und “278. S. 118, Helbig 868. Kopf,
der Statue des ruhenden Kriegers auf-
gesetzt. VonOraef, rörn.Mitt 1889, p. 221, No. 17,
dem Helbig folgt, als Replik des Kopfes des
Meleager bezeichnet soviel ich sehe, mit
Unrecht.
- » — - -
Unter den Photographien der ludovisischen
Antiken, die ich in dieser Serie biete, fehlt aller-
dings manches interessante Stück, das der
Schreiberache Katalog verzeichnet Ausge-
schlossen bleiben musste zunächst das, was im
KunsthAndel in Aufnahmen käuflich ist; ferner
diejenigen Stücke, die in einer der Serieopubli-
catiuuen des Institutes oder Bruckmanua er-
schienen sind oder noch erscheinen werden
Unerreichbar waren des Weiteren für mich leider
so gut wie alle diejenigen Antiken, die sich
früher ausserhalb der ehemaligen Statu engallerie
befunden haben (in Schreibers Katalog von
No. 119 ab Dieselben sind jetzt zum Teil zur
Decoration des neuen Palazzo Piombino, in dem
die Sammlung zur Zeit nntergebracht ist, ver-
wendet worden; itn Garten, auf den Dächern, an
der Balustrade nach der Strass« hin, sind Antiken
aufgestellt, deren genaueres Studium mir nicht
möglich gewesen ist. Anderes bähe ich im Kunst-
handel wiedergetroffen (s. oben No 156; ferner
Schreiber 292 : die inschriftlich bezeichnet«, sehr
interessante Statue der Spe«, im Mai 1892 bei
dem Bildhauer Gian Giacotno Pap in i, Rom, Via
Claudia 24, verkäuflich); Mehrere« ist bereits in
festen Händen (Schreiber 249, Hephaestoskopf,
in der Sammlung Barracco; die vortrefflichen
Köpfe „des Maximians* Schreiber 321 — 325 in
Sammlung Jakobson) Die colossale weibliche
( iewandstatue Schreiber 211 steht noch jetzt
d. Ii. 1892) auf freiem Felde, hei Via Campania,
an der Stadtmauer, rechts von Porta Pinciana.
Über den Verbleib wertvoller Sculpturen, wie
Schreiber 146, 207, 209. 242, 254, 287, 315, 316,
bin ich leider gänzlich ununterrichtet. — Aber
mich unter Berücksichtigung dieser gebotnen
Beschränkungen wird man in meiner Auswahl
unter den Antiken 1 — 118 des Schreiberschen
Kataloge» Einiges vermissen, das eine besondere
Aufnahme verdient hätte Ich kann diesen Mangel
wiederum nur damit entschuldigen, dass vor
21 , Jahren, als ich die Photographien herstelleu
lies«, mir die Bedeutsamkeit der betreffenden
Monumente noch nicht klar geworden war. Dies
gilt vor Allem von dem Kopfe, der der archaischen
Originalstatue Schreiber 29 = Helbig 883 auf-
gesetzt ist 'Brunn-Bruckmann, Taf. 357) und den
ich (nach Ausweis der Photographie nicht mit
Schreiber und Helbig für ergänzt, sondern für
ein höchst interessantes Stück aus der Mitte des
5. Jahrh., aus dem Kreise von Furtwänglers
Lemma, halte.
Nachträge zu Serie t, Blatt I— 191.
Zu No. 8: Bronzestatuette einer Amazone
in Verona. Vgl. Fnrtwängler, M — W p. 297,
Anm 1; p 661, Anm 2.
Zu No. 9: Musenstatne in Mantua. Vgl
oben No. 257. Der aufgesetzte Kopf gehört jeden-
falls auch noch in da« 5. Jahrh.; wie mir nach
der Photographie scheint, in den Kreis der von
Furtwänglor M -W p UW dem Agorakritos
zu geschriebenen Werke (barberinische Muse in
München, Athen« im Capitol).
Zu No. 12/13: Kopf vomTypusdes Kassler
Apollon in Mantua. Nach Atnelung, Floren-
tiner Antiken, p. 9, Antn. 1 u. P. Herrmann
(brieflich weiblich. Nach Fnrtwängler (brieflich
„vielleicht nur Kopistenvariante des Kassler
Apollonkopfe« mit unterdrückten Einzellocken
Sehr unwahrscheinlich, wie ein Vergleich etwa
mit der Abbildung der Barraccosehen Replik bei
Fnrtwängler, M — W p. 377 lehrt.
Zu No. 15: J Ungl ingstorso in Mantua
Von Fnrtwängler. M— W p. 483, Anm. 3, 1»
wiederum als Replik der sog Narkissosstatnvu
2
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Nachträge.
18
bezeichnet; aber die 1 Schulter ist an jenen
höher gehoben.
Zu No 25; Junger Römer als Hermes,
Statue in Mantua. Ähnliche Verwendung eines
archaischen Torsos für ein spätes Porträt hei
der Statue eines Jägers im Capitol, Holbig 502,
die eine Replik des einen farnesiechen Athleten
in Neapel Bruim-Brnckmaim Taf 3111 zu s»*in
scheint (vgl. auch Matz-Huhn 382, Pal Alteinps).
S- ferner oben zu No. 286.
Zu No 36/37; Weiblicher Kopf in Catnjo.
Furtwängler, M— W p. 730, Hinweis auf die
Berliner kleinere Athenestatue von Pergamon.
Vgl. Kalkmann, Proportionen des Gesichte»
p. 65 ff.
Zu No. 50/51: Archaischer Jünglings-
kopf in Catajo. Von Furtwänglor M—W p. Ö8.f>,
Anm. 2 mit Kalamin in Verbindung gebracht.
F. Hauser erinnert mich bez. der Haartracht
am Hinterhaupt« an den Dresdner Kopf ans
Sammlung Dreesei Areh Anz IV, p 97.
Zu No. 52/53: Jünglingskopf in Catajo.
Furtwängler, M—W p. 520 ff. Die ehemals auf
dem Palatin befindliche Statue, die eine Replik
dieses Kopfes trägt, stellt nach F. Hermes dar.
Aber kommt dieser jemals mit gesehwollnon
Atbletonohren vor?
Zu No. 54/55: Myronischer Jünglings-
kopf in Catajo. Furtwängler, M—W p. 342.
Zu No. 50: Serapisstatue in Catajo.
Vgl. Berlin 157
Zu No. 59: J ünglingsat atuo in Catajo.
Furtwängler, M—W p 584, Anm. 1.
Zu No. 84: Heraklestorso in Catajo.
Hermann, Arcl». Anz. 1894, p. 20. Fr. Hauser
verweist mich auf die Bronzestatuett« der Villa
Albani Helbig 719 (wird bei Brnnn-Bruckmann
erscheinen) als im Motiv identisch, vielleicht Replik
de» nämlichen Typus.
Zu No. 72b: Bronze eines bärtigen
Nackten in Parma: puld. Mon. d. J. 1840,
tav. 10,4.
Zu No. 74 Erostorso in Parma. Furt-
wilngler, M—W p. 539, Anm. 1
Zu No. 83/84: Altertümlicher Kopf eines
Jünglings in den Uffizieu. Replik vom Kopf«*
des Hermes LudovW nach Furtwängler, M-W
p. 742. Siehe oben zu No. 270/271. Ich habe das
Original auf die Richtigkeit der Fnrtwänglerschen
Identification hin bezüglich seiner Ergänzungen
noch nicht wieder untersuchen können
Zu No 85/86: Athletenkopf in den Uffi-
zien. P. Herrmann: gehört zu der E — V 184/165
erwähnten Gruppe des Herakles Lansdowne und
seiner Verwandten.
Zu No 87/88 : Jünglingskopf In den
Uffizien Die dort von mir angeführten
) stilistischen Parallelen sind nicht schlagend; ich
; werde jetzt mehr an den Kopf des Sorrentlnvr
Athleten in Neapel Kalk mann, Proportionen des
1 Gesichtes p. 68) erinnert.
Zn No. 89/90: Jünglingskopf in den
* Uffizien Amelung, Florentiner Antiken p 37 f
Furtwängler, M — W p. 571.
Zu No- 92/93: Kopf einer Asklepios-
statue in den Uffizien. Furtwängler M—W
p. 394 ff. Vgl oben No 240/241.
Zu No. 94/95: Männlicher Torso in den
Uffizien. Replik des Doryphoros nach Furt-
wängler, M—W p. 421, Anm. 2.
Zu No 96 - 99: Statuen angeblich der
Tyrann e nm örd er im G iardin o Bo bol i. Vgl.
Furtwängler, M — W p. 346. Ebenderselbe in der
Berliner philol- Wochenschrift 1888, Sp 1448:
darnach der Aristogeiton antik. Ich habe die
Originale seither nicht wieder gesehen. Den
I Kopf dos Anderen hält F. für zugehörig (M—W
; p. 346, Anm. 4); or schreibt die Statue dem
Pythagoras zu.
Zn No. 100 — 102: Weibliche Gewand-
statue im G iardin o Boboli. Als Replik habe
i ich mir notiert (ohne im Augenblick die Richtigkeit
: nachprüfen zu können) : Louvre, Museumsinventnr
2977. Phot Girandon 1376 „Agrippina“. Ist
i diese Pariser Statue identisch mit dem in
meinem Text© angeführten, bei Clarac 438 E,
j 792 J ohne Ortsangabe veröffentlichten Exemplare
* des Typus, oder ist die Florentiner Statue mit
I demselben gemeint? Als ähnlich vgl. auch Clarac
305, 1170, sowie eine weibliche Gewandstatue
im Conservatoronpalast (Raum vor dein ersten
Treppenabsatz, bei den Marc-Aurelischen Reliefs
Helbig 540 —542), die in der Gesammtanordnung
des Gewandes sehr verwandt ist, in der Einzel-
behandlung desselben aber Züge aufweist, die
bereits für das 4. Jahrh. charakteristisch sind
(Abguss in der Kunstakademie in München). Den
Kopf fuhrt Furtwängler, M- -W p. 86 und 389 ff*
auf ein Werk des Myron zurück.
Zu No. 103—105: Statue des Hermes mit
dem Dionys oskinde im Giardino Boboli.
Furtwängler, M—W p. 424, wo die Beziehung
des Werkes auf Kephisodot bestritten und es in
den Kreis des Polyklet verwiesen wird Chlamys
und Kopftlügel hält F. für Znthat d©B Kopisten,
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Nachtrag.
19
dem möglicherweise sogar auch di« Cnmposition
erst zu verdanken sei.
Zu No- 108— 1 10: Bärtiger Kopf im
Palazzo Barberini. Furtwängler, M— W p. 84 f
Zu No. 111: Statue der Athone im Pal.
Rospigliosi Furtwängler, M — W p. 527, der j
die Erfindung des Typus auf Skopas zurückführen
möchte.
Zu No. 113: eolossale weibliche Go-
wandstatue in Villa Mattel. F urtwfingler,
M— W p. 44, Anm 7. Meine Angabe ira Texte,
die Statue sei von unten ausgenommen worden
und erscheine deshalb stark verkürzt, ist un-
richtig; denn dann müssten die Beine sehr lang,
der Oberkörper kurz erscheinen. Das Umge-
kehrte, dass der Photograph die Statue von oben
hör aufgcnominen hat, ist ausgeschlossen durch
die Grösse derselben und ihre hohe Aufstellung
Folglich ist die Statue absichtlich so gearbeitet,
init kurzen Beinen, langem Oberkörper. Offenbar
mit Rücksicht auf die hohe Aufstellung, die die
Statue auch ursprünglich gehabt hat; würde der |
Künstler die Beine nicht verkürzt haben, so würde ;
der Oberkörper, von unten gesehen, zu kurz er- I
schienen sein. Ganz das Nämliche kann man I
an dein ludovisischon Exemplar der Parthenos
(Antiochos) beobachten sowie an einer weiblichen
Gewandstatue des 5. Jahrh. in .Sammlung Jakohsen
No. 1002 (dort aura velificans genannt ; von
Fartwängler in der Berliner archacolog- Gesell-
schaft vor etwa 2 Jahren besprochen), die „auf
einer TerrAss© von beträchtlicher Höhe ge-
funden wurde.“ Eine ähnliche feine Berech- |
nung de» Eindruckes der vollendeten Statue an
ihrem Standort« auf das Auge de« Beschauer» I
zeigt sich in der Art, wie die antiken Künstler I
bei Sitzstatuen, die auf höhere Aufstellung be-
rechnet waren, die Oberschenkel gesenkt haben, I
damit dieselben dem unten stehenden Betrachter
nicht di© Brustpartie der Statue verdeckten.
Grade bei neueren plastischen Kunstwerken be-
gegnet man häufig einem Mangel an derartigem
Feingefühle; die Künstler scheinen die Statue
im Atelier ausgearheitet zu haben, ohne ihre
spätere Verwendung zu berücksichtigen. Es wäre
interessant, die diesbezüglichen Beispiele ans der
Antike zusammenzustellen; man könnte vielleicht
wertvolle Rückschlüsse auf die Höhe der ur-
sprünglichen Basen, auf den Ort der einstigen
Aufstellung u. A machen.
Zu No. 116/117: Kopf des Doryphoros in j
Villa Mattei. Furtwftngler, M— W p. 421,
Anm 4
Zu No. 124: Ask lepiosstatne in Villa
Mattei. Amelung erinnert mich an die in Per-
gamon gefundne Ammonstatue, jetzt in Konstan-
tinopel, die verwandte Gewandmotive hat.
Zu No 126/127: Porträt eines bärtigen
Griechen in Villa Matt ei. Eine weitere Re-
plik ist der dem sog. Posidonfus im Louvre auf-
gesetzte Kopf (Friederichs -Wolters 1322; Milch-
höfer in der Festschrift zu Ehren Brunns 1893).
Zu No. 132: Heraklesstatue in Villa
Borghese. P. Herrmann im Archaeol Anzeiger
|sy4, p 25, No. 4, nach dessen Ausführungen
meine irrtümlichen Angaben über zwei Repliken
im Museo Torlonia sowie die auf eine derselben
basierte Datierung des Typus zu verbessern sind
Zu No. 133: Statue der Artemis in Villa
Borghese. Puhl, bei Clarac 5 1 6 1 050. F Wtwängler,
M -W p. 554, Anm. 1. Falls die Aufwürtsbo-
wegnng des r. Annes gesichert ist, gehört da«
Exemplar zu den Wiederholungen des ursprüng-
lichen, praxi telischen Artemistypus (ob ein
Köcher vorhanden war, weise ich nicht). Der
Chiton am l. Oberarm hingegen ist sonst den
Variationen der Statue zu Tvche zu eigen,
die den r. Arm gesenkt haben.
Zu No. 135 — 137: J (in gl in gs statue in
Sammlung Monte verde. Furtwftnglor, M — W
p. 737; darnach attisch um 440, Fortsetzung der
Schule des Kalami»
Zu No. 138 und 139: J U ngl ingskopf in
Sammlung Monte verde. Furtwängler, M — W
pp. 738 f und p 101; darnach ein Eros des
Phidia» Diesem Typus nahe verwandt ist meinem
Empfinden nach und nach Acusserlichkeiten, wie
der Disposition der Haare über der Stirn, dem
Conturo des Profils, der herrliche Neapolitaner
Bronzekopf eines Jünglings Brunn-Bruckmann
Taf. 323, den Furtwängler, M— W p. 508, mit
Polyklet iu Verbindung bringen will, während
er mir ein Werk von reinstem attischen Charakter
scheint.
Zu No. 141: Statue dt« Eros in Samm-
lung Monteverde. Furtwängler, M — W p. 542
Anm. 2- Die über den Stamm gehängte Chlamy«
ist der des Neapolitaner Exemplares sehr ähnlich
und hat den Charakter der praxitelischen Zeit
(vgl. z. B- die von Furtwängler p. 573 auf Pra-
xiteles bezogne Hermusstatue der Uffizien). Furt
wänglcr (p. 541 f.) spricht indessen die StÜizc
am linken Bein dein Originale ab. Wir müssen
dann annelimen, entweder dass die «ine der beiden
Kopieen mit Kenntnis und Benutzung der anderen
oder dass beide nach einer dritten entsprechenden
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Nachträge.
20
Wiederhol ii na;, nicht nach dem Originale, ge-
arbeitet worden sind. Die Kopieenkritik wird
in Zukunft auch derartige Verhältnisse, wie Re-
production berühmter Kunstwerke nicht nach
den Originalen, sondern nach Wiederholungen,
tu berücksichtigen und zu untersuchen haben.
Die grössere Zuverlässigkeit werden im Allge-
meinen natürlich die directen Kopieen der Ori-
ginale zu beanspruchen haben. Ebenso wie z. B.
bei römischen Porträts die in der Hauptstadt
selbst, nach dem Leben oder jedenfalls nach
getreuen Vorlagen gefertigten Exemplare von
grösserer i ko nographischer Bedeutung sind als
in der Provinz gearbeitete Werke, die in den
lindsten Füllen ihre Vorlagen nur in Münzen,
geschnittenen Steinen o. ii. gehabt haben werden
Zu No. 14h: Wiederholung des Kopfes
der Knidiorin. Furtwftngler, M — W p 551 u.
Anm. 2.
Zu No. 119 ii. 150: Wiederholung des
Kopfes der Sosik lesamazone. Furtwftngler,
V W p. 2*6 ft*.
Zu No. 184: Horakiestorso in Dresden.
Furtwftngler, M— W p. 429 u. Anm 3.
Zu No. 1*6 und 187: Apollonkopf in
römischem Kunsthandel. P. Herrmann ver-
weist mich bezüglich der Mischung älterer Stil-
elemente mit späteren Zuthaten auf einen Bronze-
kopf des Dionysos in Berlin (Arch. Anzeiger
1890, p. 91).
Zu No. 190 u. 191: Diadumenoskopf in
r ö m lach em K u n s t h a nd el.F urtwftngler, M— W
p. 441, No. 6. Nicht Replik des Diadumenos
Farnese, sondern desjenigen von Vaison-Madrid.
(Einen Abguss der letzteren Statue, ohne Arme,
habe ich auf dein Speicher der Münchner Kunst-
akademie wiedergefunden; derselbe ist jetzt im
obern Corridore der Akademie anfgestellt)
Hiuikraaniitrhe Huehdrnekerci, München.
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1 A huc,’ /
YERLÄGSANSTÄLT FÜR KUNST UND WISSENSCHAFT IN MÖNCHEN
VORM. FRIEDRICH BRUCKMANN.
Photographische Einzclaufnalinieii
ANTIKER SCULPTUREN
nach Auswahl und mit Text
Paul Arndt und Walther Amelung.
Serie II.
Mit Beitrügen von Heinrich Bulle und Friedrich Hauser.
Prcl* %! Mark.
M Ü N C H E N 1895.
VERLA GS AN ST ALT FÜR KUNST UND WISSENSCHAFT
VORMAIJS FRIEDRICH BRUCKJIANN.
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JUL 13 1911
<^LBRVg,S
\jio t^w» u£/U- <C4
Bezugsbedingungen :
Diese Pul)lication ist nicht durch die Buchhandlungen, weder im Abonnement
noch iu einzelnen Blättern, sondern ausschliesslich direct von der Verlausanstalt
Bruck mann zu beziehen, welche, um die Erreichung des wissenschaftlichen Zweckes
des Unternehmens zu ermöglichen, Herstellung und Versendung Übernommen hat,
ohne daraus ein eigentliches Verlagsobject zu bilden.
Die erste Serie umfasst 278 Nummern, davon
8 Blatt im Format von 24 : 30 cm zu I Mark
25 . , . „ 18 : 24 „ „ 80 Pfennigen
245 „ „ „ , 13:18 .. 50
Die zweite, vorliegende Serie enthält. 300 Blatt in Cabinetformat zu 50 Pfennigen.
Fllr die Abonnenten tritt eine Ennifssigung von 20 °/o ein, sodass jede, voll-
ständige Serie 120 Mark kostet. Das Abonnement verpflichtet zur Abnahme
aller Serien.
lh*8 miH'whr E»rv.'nirl:»r*l
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Mit dieser Serie tritt, oiner Aufforderung des bisherigen alleinigen Heraus-
gebers folgend, der Zweite der Unterzeichneten in die Leitung dieses Unternehmens
mit ein, welches von nun an den Namen „Arndt-Amelungs Einzel verkauf“ fuhren
soll. Jeder der beiden Herausgeber, deren Anschauungen bei vollkommener Überein-
stimmung über das Wesentliche und Grundlegende im Einzelnen oft stark von einander
abweichen, ist für den von ihm bearbeiteten Text allein verantwortlich. Dass eine
gemeinsame Aussprache über die Mehrzahl der behandelten Stücke vorausgegangen
ist, ist selbstverständlich. Desgleichen tragen unsere Herren Mitarbeiter, denen wir
für ihre bereitwillige und selbstlose Unterstützung unsern besten Dank aussprechen,
die. alleinige Verantwortlichkeit für ihre Bemerkungen. Die Thütigkcit der Heraus-
geber beschränkt sich in dieser Hinsicht auf Verbesserungen redactioneller Art.
Den Text zu den Nummern 279 — 380, 424, 497, 498, 512, 513, 531, 539,
540, 575, 576 hat W. Amelung, zu 381 — 423, 425 — 495, 505 — 508, 510, 511, 514
— 526, 545—551, 553—557, 559 — 566, 577, 578 sowie zu den Nachträgen P. Arndt,
zu 496, 499, 500, 502—504, 536, 558 II. Bulle, zu 501, 509, 527—530, 532—535,
537, 538, 541 — 544, 552, 567 — 574 Fr. Hauser verfasst. Die Negative der Nummern
279 — 343, 346 — 367, 372 — 380 sind von dem Photographen Jac<|uier, Florenz, Via
Guicciardini, angefertigt worden, der Nummern 344, 345, 368 — 371, 505 — 508, 510,
511, 514 — 526 von V. Alinuri in Florenz, Via Nazionale 8, der Nummern 403 — 405,
413—416, 422, 423, 437—448, 457, 458, 468-479, 481 -484 von D. Anderson, Rom,
Via Nomentana 28, der Nummern 406 — 412, 417 — 421, 424 — 436, 449 — 456, 459 bis
467, 480 von G. Luchetti, Rom, Via della Fontanclla Borghese 62, der Nummern
501, 509, 527—530, 532—535, 537, 538, 541—544, 552, 567—574 von Dr. Fr. Hauser,
der Nummern 496—500, 502 — 504, 512, 513, 531, 536, 539, 540, 558 von Dr. II. Bulle,
der Nummern 381 — 402, 485 — 495, 545 — 551, 553 — 557, 559 — 566 von Dr. P. Arndt,
der Nummern 575 und 576 von einem Madrider Photographen, der Nummern 577
und 578 vom Petersburger Photographen Lcvitsky. Die Negative der Herren Hauser
und Arndt sind der Verlagsnnstalt als Geschenk zugcstellt worden ; desgleichen ver-
dankt die Verlagsanstalt den Herren Bulle und Amelung die unentgeltliche Zu-
wendung mehrerer Platten. Eine grössere Reihe von Platten, die voraussichtlich in
der nächsten Serie ihre Veröffentlichung finden werden, hat wiederum Herr Prof.
Dr. Jan Six in Amsterdam unserm Unternehmen geschenkweise abzutreten die grosse
Liebenswürdigkeit gehabt.
Für Erteilung der Erlaubnis zur Herstellung der Photogrnphieen sowie für
diesbezügliche Vermittlung haben wir zu danken der Verwaltung der Uffizien, der
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Prcfetturu (Pal. Riccardi) und dem Com u ne (Pal. Vecchio) von Florenz, S. E. dem
Principe Corsini ebenda, dem Ilufmarschallaint S. Hoheit des Herzoge von Dessau sowie
Herrn Geheimrnt Hosaeus in Dessau, den Herren Comrn. A. Castellani und Wolfgang
llelbig in Rom, Herrn Comrn. de Petra in Neapel, Herrn Comm. Salinas in Palermo,
S. E. dem Grafen Scrgci Stroganoff in Petersburg. Die Herren Petersen, Graeven,
Dieterich haben uns durch Erteilung wissenschaftlicher Auskunft verbunden.
Zu den bisherigen Abonnenten sind neu hinzugetreten :
In Italien:
Prof. L. A. Milani in Florenz.
Prof. Dr. Em. Loewy in Rom.
In Österreich:
Prof. Dr. W. Gurlitt in Graz.
so dass unser Unternehmen, nachdem Dr. Araelung als Redncteur aus der Zahl der
Abonnenten ausgeschieden ist, nunmehr deren 30 zählt.
Durch Abnahme einzelner Blätter haben dieses Mal den Einzelverkauf
unterstützt:
ln Amerika: Miss A. M. Stetson.
In Braunschweig: Frl. Mathilde Vier-
thaler.
Herr Prof. Dr. Koch.
In Colmar: Herr Dr. E. Loewe.
In Kopenhagen: Herr Dr. Blinkenberg.
ln Krakau: Herr Dr. P. von Bicnkowski.
In München: Herr Prof. Dr. A. Furt-
wängler.
Herr Dr. Georg Hirth.
Frl. Hummel.
Herr Dr. A. Stauffer.
Den Wunsch, der uns immer wiederholt wird, nicht blos einzelne Stücke aus
den Museen, sondern ihren Gcsammtinhalt an plastischem Material zu veröffentlichen,
sind wir so lange zu erfüllen ausser Stande, als die Abonncntcnznhl unserer
Puhlication eine so geringe bleibt. Zur Zeit arbeitet der Einzclverkanf noch mit
Deficit, und es wäre angemessner, wenn die öfters erklingenden Klagerufe über die
Kostspieligkeit Bruckmannscher Publieationen sieh in den Ausdruck der Dankbarkeit
gegen einen Verleger umwandeln wollten, der trotz materieller nicht unbeträchtlicher
Einbnsse ein Unternehmen seiner wissenschaftlichen Bedeutung halber in Hoffnung auf
kommende bessere Zeiten weiterführt. (Dies gilt für den Einzclverkauf nicht minder
wie für das Porträtwerk.) Die beiden Herausgeber des Einzelverkaufs leiten den-
selben ohne Entschädigung, zum Teil mit grossen persönlichen Unkosten. So lange
diese Verhältnisse andauern, ist es nicht zu verlangen, dass die Herausgeber mit
Hintansetzung aller eignen Interessen Zeit und Geld ausschliesslich der completcn Auf-
nahme der Museen widmen sollen. Sobald der Einzclverkauf mehr Teilnehmer gefunden
haben wird, so dass eine Honorierung der Autoren möglich sein wird, sind wir gern
bereit, uns ganz in den Dienst des Corpus Statuarum zu stellen. — Der bedauerliche
Geldmangel bat es auch unmöglich gemacht, wie es beabsichtigt war, diesem Texte
die Erläuterung der von Herrn Lagrelius in den Handel gebrachten Aufnahmen der
Stockholmer Antiken sowie einen vollständigen Katalog der Alinarischcn Aufnahmen
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antiker Sculpturen beizufUgen. Beide Verzeichnisse werden voraussichtlich im Anzeiger
zum archacol. Jahrhuche des Instituts veröffentlicht werden.
Von neuerlichen Besprechungen des bisher Erschienenen ist uns nur Th.
Schreibers Keconsion im litterar. Centralblntt vom 13. Oktober 18!>4 zu Hunden
gekommen.
Der Text ist — fast wider tuwem Willen — im Vergleich mit den früheren
Heften ausserordentlich umfangreich geworden: es erschien uns als Pflicht, gegenüber
den zahlreichen Fragen, die ein zum grössten Teile neues und unverarbeitetes Material
anregt, bestimmte Stellung zu nehmen.
München und Rom, am 1. April 1895.
Paul Arndt.
Walther Amelung.
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Florenz, Giardino Boboli.
279. D. 72. 8 1 a t u c d e r D ein e t e r. Was
D. für einen Messpunkt an der r. Seite ausgiebt,
ist vielmehr der Ansatz des entsprechenden Mantel-
zipfcls, welcher liier ursprünglich ebenso tief, wie
auf der Seite deä Standbeins, herabfiel. Die Figur
ist nicht, wie D. tmd Overbeck, Kmistmytho-
l*»gie III, p. 461, 6 angeben, eine Wiederholung des
capitolinischon Demeter-Typus (Helbig, Führer I, |
No. Ä03; über die richtige Bezeichnung dieser j
Typen als Demeter vgl. Bloch, Roschers inythol. \
Lex. Sp 1352 ff). Sie hat dieselbe Stellung, Kopf-
haltung, dieselbe Kleidung, aber an dieser Kleidung
ist alles Einzelne verschieden, und zwar wird
man leicht unsre Figur a's die ältere, einfachere,
die capitolinische als die jüngere, reichere er-
kennen. Leider ist die Arbeit des hiesigen Excra- !
plarcs schlecht und die Erhaltung nicht besser.
Die Brust ist unproportioniert, der Kopf hinten
vernachlässigt und ganz zersprangen. Dennoch
zeigen Gesicht und Haare fn.>t die gleichen Züge
wie bei dem römischen Typus und es kann nicht
zweifelhaft sein, dass beide Figuren demselben
Künstler angeboren. Für ilie Gewandung ver-
gleiche man dagegen die ausserordentlich viel
bessere Wieder h o I u n g unserer Figur in de m
Berliner Museum ( Besch r. No. 178), an der
aber der Kopf ergänzt ist (In der gen. Be-
schreib. ist auch diese Statue als Replik des
capitoliniscben Typus angeführt; ebenso bei Over-
beck).
Man hat bisher (so noch Bloch a. a. 0.)
angenommen, dass die capitolinische Demeter
auf dem berühmten eleusitiischen Keliet benutzt
sei, ebenso wie die Kore Albani. Das ist aber
factisch ii n möglich. Das Relief wird überein-
stimmend und mit Recht in die Jahre kurz vor
Vollendung des Parthenon, vor 438, verlegt. Die
Gewandmotivo der Itetreffenden Statue dagegen
sind vor der Zeit des Erechtheions, d. h. der Voll-
endung der Korcnhallc, also vor 413 nicht dank-
bar, ja vieles erinnert schon lebhaft an die Eirene
des Kephisodot (deren späte, dem Stil der Statue
widersprechende Datierung auf 370 mail doch
endlich aiifgeben sollte). Sehr wohl denkbar
wäre es indessen, dass das unserer Figur zu Grunde
liegende Original dem Künstler des Reliefs als
Vorbild gedient habe. Der Stil der Statue ent-
spricht durchaus demjenigen der Giebdfiguron
des Parthenon; man vergleiche den Oberkörper
z. B. mit dem der im langen Gewände vorwärts
Eilenden des Ostgiebels. Peterscti hat in den
Antiken Denkmälern I T. 53 den Kopf der rapi-
tolintseheu Deineter mit dem der sog. Venus
Genetrix zusammengestellt und beide für Werke
eine« Meisters erklärt; die Zusammenstellung wirkt
vollkommen überzeugend. Als Künstler der Venus
Genetrix hatte Furtwänglcr schon früher (Roscher,
mythol. Lex. Sp. 412) den ebenbürtigen Schüler
des Phidias, Alkainenes, genannt. Hiergegen hat
Reisch im E ratlos Vindoboncnris p. 1 ff. opponiert,
indem er nachwies, dass sieh einige der berühin-
j testen Werke des Alkamonos zeitlich fixieren
I lassen u. zw. in die Zeit um 420: Hephäst«»»
j und Athena vor 421/20; Dionysos 420- 413. In
| dieselbe Zeit wird auch die Hekate gehören,
welche wahrscheinlich ziemlich gleichzeitig mit
dem Bau de« Nike-Tcmpels (ca. 42 *. Vgl. Furt w.
Meisterw. p 207 — 211) oder höchstens später auf-
gestellt wurde, und endlich der Asklepi«»s von
Mantinea, dessen Errichtung man vor 418 wird
, ansetzen müssen, d. h. ehe Mantinea nach der
! unglücklichen Schlacht vor seinen Mauern von
Sparta abhängig wurde. Alkameues wird 420
etwa nach Mantinea gegangen sein, als durch
Alkibiades das Bündnis zwischen Athen, Argot,
Eli» und Mantinea zu Stande kam. Es würde
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ft Florenz.
also der Asklepios zwischen Hephäst und Athenn
einerseits und Dionysos andrerseits snzusetzen
sein. Nun ist mit diesen Werken aber noch nieht
die Zahl derer erschöpft, die uns als von AI-
kanienes herriihrend überliefert sind, und wir
dürfen annebmen, dass diese wiederum nur einen
kleinen Teil der einstmals wirklich existierenden
Werke des Meisters ausmachen. Wir haben des-
halb auch gar keinen Grund, die Zeit desselben
auf diese wenigen Jahre zu beschränken ; werden
wir ja durch die Nachricht von dem Weihgeschenk
lies Thrasybulos und der Keinen weit über jene
Zeit hinausgeführt bis an das Ende des Jahr-
hunderts. Ebenso also dürfen wir annehmen, dass
der Künstler auch lange vor jener Zeit schon
thätig war, und, da uns nichts hindert, das letzt-
erwähnte Weihgeschenk in das höchste Greiscn-
alter des Alkamencs zu rücken, so können wir
seine Geburt schon zwischen 470 und 460 an-
nrhmen und demnach bald nach 460 den Beginn
seiner Thiitigkeit vermuten.
Es ist aber augenscheinlich ke'n Zufall, dass
wir gerade aus jener Zeit um 420 soviel sichere
Daten besitzen. Die Jahre 426— 4l.‘S sind für
Athen die glänzendsten im Verlauf des ganzen
peloponncsiaehcn Kriege«; hier herrschte sogar
ein zeitweiliger, wenn auch nicht ganz ungestörter
Frieden. Vorher, vom Beginn des Krieges bis
425 und nachher bis zum Ende desselben waren
alle Verhältnisse so trübe — ausgenommen den
kurzen, bald wieder verlöschenden Glanz der
Siege des Alkibiades von 411—407 — , dass für
grössere künstlerische Unternehmungen weder
Sinn noch Geld vorhanden war. Vor dem Kriege
aber wird Alkamencs, als Schüler des l’hidias,
wesentlich an dessen' grossen Unternehmungen
beteiligt geweseu sein. Wahrscheinlich war er
doch auch nach Vollendung des Parthenon ndt
seinem Meister nach Olympia gegangen, und es
wird sich auch dort das eine oder andere Bild
von seiner Hand gefunden haben — vielleicht
sein „enkrinomenos* — , sodass sich hierdurch die
Entstehung der Legende von seiner Arbeit an
den Giebeln des Zeustempels erklären dürfte.
Längere Zeit vorher aber könnte Alkamencs schon
die berühmte Aphrodite in den Gärten anfgestcllt
haben, wenn uns dieselbe wirklich in der Venus
Oenetrix erhalten Ist. Denn von dlcspr hat Winter
(50. Berliner Winckclmannsprogr. p. 118) mit
vollem Hecht behauptet, dass sie wegen der eigen-
artigen Stilisierung des Gewandes beträchtlich
Her sein müsse, als die Figuren des Parthenon.
Unverträglich scheinen mir demnach die Ansichten
Furtwängler's und Heisch 's nicht. Die des ersteren
bedürfen allerdings immer noch eines sicheren
Beweises.
280. D.80. Hcraalatue. Die Ergänzungen
bei D. richtig angegeben. Der Kopf ut antik,
aber nicht zugehörig.
Die Figur scheint auf den ersten Blick eine
Replik der bekannten Hera von Ephesos in Wien
(Koscher, mytliol. Lex. Sp. 2114)*), ist aber in
der That durch geringe Abweichungen verschieden,
Abweichungen, welche dieselbe als eine wenig
spätere Weiterbildung des Typus erscheinen lassen;
und zwar leiten diese Verschiedenheiten — man
; beachte besonders die Partie vor dem linken
j Bein — über zu einer abermals etwas jüngeren
Fortbildung, jener llcrastatuc, die sich früher in
' Villa Borghese befand und jetzt in der Sammlung
des Herrn Jacobsen zu Kopenhagen steht. Furt-
. wängler bat in seinen Meisterwerken p. 742 mit
Hecht die Verwandschaft des Kopfes, den diese
Statue ungebrochen trägt, mit denen der Venus
Gcnctrix etc. hervorgehobrn ; falsch aber ist, was
er ebenda und vorher p. 177 behauptet, dass die
barberiniseho Hera in der Rotunde des Vaticana
eine Kopie desselben Originales sei. Die Köpfe
und die Statuen sind verschieden. Die bar-
berinische Hera ist vielmehr alwrtnals eine Weiter-
bildung. Man vergleiche die obere Abschluss-
linie des Chiton auf der Brust, die verschiedene
Lage des Himation auf der linken Achsel, den
verschiedenen Verlauf der feinen Fältchen de*
Chiton, die verschiedenen Faltenzüge in dem
horizontalen Wulst des Himation und dem lierali-
liiingcndcn dreieckigen Zipfel. Und zwar ist all
dies bei der barberinisehen Hera reicher und
mannigfaltiger.**)
Stellt man nun die vier verschiedenen Ab-
wandelungen: Hera von Ephesos, Hera Boboli,
Hera Borghese und barberinisehe Hera neben-
einander, so erhält man eine continuicrlichc Ent-
wickelnngs-Rcihc, ein sprechendes Beispiel dafür,
wie in der griechischen Kunst ein einmal beliebt
gewordenes Motiv in langsamer Weiterbildung
bewahrt wurde. Der Kopf der Hera Borghese
scheint zwischen dem Kopf der Venus einerseits
und dem der capitoiiuischen Demeter und dem
in diese Reihe gehörenden Berliner Kopf anderer-
seits zu stehen. Die Hera von Ephesos wird,
*J Kueh ihrer Wiederholung in Neapel Ut auch der obere
Teil des Oberkörpers ergänzt worden.
••) Die übrigen mir bekannten Wiederholungen (Bmecio
nuovo und Tbertnenmuseum) geben die Ilera Borghese
[ wieder.
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Florenz.
dem Gewand» nacli zu urteilen, etwa in die Zeit
der Vollendung de« Parthenon gehören, und an
sie miis-en sieh die übrigen Glieder der Kette in
schneller Reihenfolge angeachlosscn haben. Alle
gehören jedenfalls den Scliülerkreisen des Phi-
dias an.
281 und 282. I). 80. Kopf der Statue
280. Der Kopf ist eine vollkommen nn v erscli rt
erhaltene Keplik des Kopfes, wclehcr im capito-
liniselieu Museum auf der pergamenisehen sog.
Persephone im Saal des sterbenden Fechters auf-
sitzt (Helbig, Führer I, 528 n. K-V no. 470—71).
Allerdings steht er jenem an Gilt» der Arbeit nach.
Augensterne und Pupillen sind eingegraben (wohl
modern); der Blick ist nach rechts oben gerichtet.
Furtwängler hat in den Meisterwerken p. 644
den gewiss berechtigten Zweifel ausgcsprocheu,
ob der Kopf zu der Statue im capitolinischcn
Museum zugehöre. Kr stellt denselben in eine
Keilte mit den Verwandten der Venus von Capna,
welche er alle dem Skopas zuschreibt. Wenn
wir imles berechtigt sind, aus tlen Köpfen von
Tegea den Stil des Skopas zu erkennen, so halten
die Köpfe, welche Furtwängler dort mit Hecht
zusainmenordnet, gewiss nichts mit diesem Meister
zu thut), ebensowenig wie der vorliegende Kopf.
Die Motive der zugehörigen .Statuen (Venus v.
Capna, Bogcnspanncudcr Eros, Hypnos ete.) ge-
hören alle in die zweite Hälfte des vierten Jahr-
hunderts, während die Hauptblüte des Skopas in
die erste Hälfte gehört. Vergl. übrigens meine Aus-
führungen zu No. 292. Der Kopf wird von Fiirt-
wängler, Meistcrw. p. 643 Oilsehlicli für eine Kopie
der praxitelischen Aphrodite in l’etworth erklärt.
283 und 284. D. 89. Statue der sitzen-
den Aphrodite mit Eros. Erg. an der Aphro-
dite: ein Stilek am Hals, r. Arm, beide Brüste,
1. Arm bis auf die Hand, au dieser ein Teil des
Mittelfingers, der untere Teil des Uber den Unter-
arm hängenden Felles, gr. Zehen am I. Fass und
Kleinigkeiten; der r. Fuss ndt einem Stück des
Gewandes war gebrochen. Der Kopf, an dem
die Nasenspitze ergänzt ist, ist antik, aber nicht
zugehörig. Erg. an dem Eros der r. Arm, die 1.
Hand, beide Beine; der Oberkörper und der I.
Arm waren gobroebon. Diitschke hat übersehen,
dass die Göttin als Unterlage für das Kind eine
Nehris benutzt, deren Kopfende über den linken
Unterarm geworfen ist; ein deutlich erkennbarer
Fuss hängt neben dem Gcwaudzipfel zwischen
den Beinen herab. Ich dachte daher zunächst
daran, es möchte eine Thyiadc mit dem Dionysos-
kind gemeint und das Oberteil das Eros modern
sein. Das letztere zeigt jedoch ganz dieselbe
Arbeit mid Erhaltung wie das übrige, ist auch
durch Bruch, nicht durch Schnitt von dem Unter-
teil getrennt. — Die Arbeit ist recht gnt ; der Fels
ist auf der linken Seite (No. 283) roher als an der
rechten. Vielleicht war derselbe liier durch eine
stehende Figur verdeckt, denn die Hanptansicht der
Gruppe ist von dieser Seite. Die Bewegung des Eros
entspricht vollkommen der de» Dionysos-Kindes
an dein praxitelischen Hermes, an das auch die
Behandlung der Formen erinnert Das Original
der Gruppe wird also etwa in derselben Zeit,
wie jenes Werk des Praxiteles, entstanden sein.
Der Kopf der Aphrodite entspricht dem Ideal des
j ausgehenden vierten Jahrhunderts.
Über eine Wiederholung der Gruppe im Pal.
Dante zu Kom vgl. Matz-Dubn no. 354.
285. Statue des Asklepios. Nicht bei
DUtschkc verzeichnet. Befindet sich unten links
am Ende des grossen Cypressenganges. II. ca.
1,80. Erg. Kopf mit Ilals, r. Arm, I. Unterarm
und Hand, der Schlangenstab bis auf das oberste
j Ende unter der Achsel und die ganze untere
Partie unterhalb der Ktiicc mit Basis bis auf ein
Stück am linken Schienbein und ein Stück des
Hiniation vor dem rechten Schienbein, die beide
gebrochen waren. — Die Ergänzung des rechten
Annes ist richtig, da sich noch die antiken Ansatz-
spuren der Hand finden. Die Haltung der linken
I Hand wird ungefähr richtig »ein ; vielleicht be-
schäftigte sic sich mit dem Haupt der einpor-
steigenden Schlange. Das Uimation muss kürzer
gewesen sein. DieStellung der Küsse ist gegeben.
Die Statue repräsentiert den vierten Asklepios-
typns in Florenz tind steht den drei anderen au
Interesse nicht nach.*) Eine Wiederholung ist
i augenscheinlich eine in Villa Doria-Pamfili zu
, Kom befindliche Figur (Clarar 551, 1160 C), auf
die mich Arndt aufmerksam macht. Nach Matz-
Dulm (55) wäre hei ihr der Kopf alt und sässe
ungebrochen auf. Es war mir nicht möglich, die
Richtigkeit dieser Angabe nuchzuprüfcn. Eine
andere Wiederholung s. unten No. 553.
Ein weiteres Interesse verdient dieser Typus
deshalb, weil er auf drei Deckeln von Arznei-
kästchen benutzt ist; am deutlichsten in Neapel,
I abgebildet „Antichitä d'Ercolano, Tomo quinto
I p. 271“, liespr. ebenda p. 264 f. (gefunden in
•) Die «Ire! anderen : D. III, 197 nnd 198 und II, 19.
MH der Datierung diese» letzteren (Hui. Pilti) ln No. 219
bla 221 dca E.-V. durch Arndt kann ich mich nicht ein*
| verstanden erklären, halte dagegen wn meiner eigenen, in
i den Flor. Ant. gegebenen fe*L.
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10
Floren?..
Portki). Hier steht Asklepios neben Hypieia auf
einer Basis, also ist eine Cultgrnppc gemeint. Flüch-
tiger, aber doch sofort tu erkennen, auf zwei
weiteren hu Berliner Museum, abgeb. „Jahrbücher
de« Vereins von Alterthumsfr. i. Itheinl.“ XIII,
T. I. (aus Neapel) u. T. 11. (vom Niederrhein', bespr.
ebenda p. 33 flf. von Urlichs. Auf beiden steht der
Gott allein auf einer Basis *) Kunstgeseliichtlieh
repräsentiert unser Typus die bezeichnende Weiter-
bildung einer Asklcpiosdarstellung aus dem fünf-
ten Jahrhundert, welche in einer guten Kopie
im berliner Museum erhalten ist (Beschr. No. 68).
Diese dürfte, besonders nach dem Kopf zu
urteilen, welcher mit dem Dresdener „Zeus“ (Arch.
Anz. 1892 p. 1. f.) nahe verwandt ist, etwa um
das Jahr 440 entstanden sein. Unsere Figur da-
gegen zeigt in der reichen, lebendigen Bildung
der Falten, wie in der weicheren Haltung des
Körpers den verfeinerten Geschmack des vierten
Jahrhunderts. In dieselbe Zeit führt auch die
beste statuarische, wohl noch etwas ältere Parallele,
der sogen. Lykurgo» in der Sala dcllc Muse de«
Vatican (Helbig, Führer 1, 280).**)
286—289 sind nicht bei Dütsehke verzeichnet ;
sic befinden »ich auf den hoben Geländerpfcilem
vor den grossen Gewächshäusern in der Näbo des
Ausgang* nach Via Humana. Gerechnet sind sie
von rechts nach links.
286. Tyche. Lcbcnsgross. Krg. Kopf und
Hals, r. Arm, Teil der I. Hand mit unterem Ende de«
Füllhorns, oberes Ende desselben. Das mittlere
•Stück de« llorncs ist erhalten und damit die Deutung
gegeben. Die Ergänzung der Arme etc. ist richtig.
Die Figur ist eine bessere Wiederholung von
No. 350, nur dass da» Attribut der Unken dort
eine Palme ist. Alles Weitere siehe dort.
i
') Muh vprfflelrltu ein ähnliches Arineikästrhen am
EllViiUln, auf «la» mich (J raven hingew iosen bat, in den-
selben Jahrbüchern Lll p. 127 f. T. 1 «n«l Westwood,
Ficlilc Jroric* in ehe Kuuth Kcn»lngU>n Mumdiuii Nu. 17
(au* Hilten). Anf dem Deckel Atkleplo* und llygichi nach ,
anderen Vorlagen. Endlich ein drittel» Kästchen a. a. O. .
LXXI p. 117 f., in dem sich eiuc streute gebildet«? Asklepios-
herine uns Elfenhein als Futteral für eine lanueite ge-
funden hat.
••) Der Kopf dieser Figur kehrt in Florenz zweimal In
beaucren Exemplaren wieder: 1. l’ffixien, Saal der In- .
schritten D. :i:m (durch eine gratiMAm ergänzte Käse tu
einem Sokrates verfälscht) und 2. Pal. Biccardi D. IM. I
Hei Isolden sind die Augen klein und iinregeluiusaig, wie
bei den meisten guten Porträt*. Nicht* dagegeu lässt auf
eine gewaltsame Bose lind igung de» einen Auges »chlicssen,
wie es bei der Deutung auf Lyknrgn« vorausgesetzt wurde.
Bei beiden ist Übrigens diu Behänd lung der Haare und
des Bartes einfacher, dem Ktil der Statue entsprechender
als an dem römischen Exemplar. Vgl. Brunn-Arndt, Porträt*
werk, Tatf. IW- 170.
287. Tycbe. Lebcnsgrosa. Erp. r. Arm,
Finger der I. Hand, r. Fm. Abgobr. die Nasen-
spitze. Das Füllhorn ist alt und zugehörig; da-
mit ist die Deutung bestimmt. Auf dem Haupte
ein eigenartig geformtes Diadem; vgl. No. 358.
Der leichte Chiton ist einfach gegürtet.
Die Figur ist eine gute Kopie nach einem
Werk desselben Meistern, der die bekannte Aphro-
dite mit dem Sehwerte von Epidauros geschaffen
hat (Brunn- Bruckmann, Denkm. T. 14). Man
vergleiche den eigenartig charakteristischen Fall
des Chiton an den Unterschenkeln und die Falteu-
gebung an dem Iliination. Leider ist der Kopf
auf der Photographie nicht deutlich; die Auf-
nahme war mit grossen Schwierigkeiten ver-
bunden, und zudem ist der Kopf besonders ge-
schwärzt durch den Einfluss der Witterung So
muss ich hier besonders auf das Studium des
Marmors selbst verweisen. Man wird dann er-
kennen, dass auch die Haartracht und die Be-
handlung der Haare an beiden .Statuen ttberein-
Btininit.
Die Figur verdiente trotz aller .Schwierig-
keiten und Kosten gegossen zu werden.
288. Muse. Lebensgross. Erg. Kopf mit
Hals, r. An» vom Ärmel an, 1. Hand mit Gewand,
Stück der Lyra und de« Felsens, Knie und Kleinig-
keiten.
Die Figur existiert in zwei weiteren statuari-
schen Wiederholungen: Vanvitelli, marmi »colpiti
del miisco archeologico della Marcinna di Venezia
T. XXXII (Dütsehke V No. 280) und Clarac 554,
1180 (Cavaeeppi T. 3 No. 6); ferner als Terracoltc
aus Myrina (S. Ueinach, Observation* sur l’apo-
theose d’IIonuvre, Gazette archeol. XII p. 183 ff.
und Pottier et Heinaeh, La n£cropolo de Myrina
ph 34). Heinaeh hat bei Besprechung der Terra-
cottc schon darauf hingewiesen, dass dieselbe
Figur auf dem Relief des Archelaos von Prienc
rechts neben Apollon verkommt. Entgangen ist
ihm noch, dass eben diese Fignr auf der Musen-
basis von Halikarnass wiederholt ist (Trendclcn-
btirg, W inckelmannsprogramin v. Berlin 1876).
Während nun die beiden Reliefdarstclluugen für
die Restauration des rechten Armes von Wert
sind — der Unterarm w ar seitwärts erhoben und
hielt eine »Srhriftrolle — , ist unser Exemplar be-
sonders wichtig für die Restauration der linken
»Seite; denn hier ist ein Teil der grossen Lcycr
erhalten, auf die sieh die Linke stützt, ähnlich
wie bet einer andern Figur der Muscnbasis von
Halikarnass. Da nun fast alle Typen der beiden
Relief» unter einander übereinstimmen, ferner sich
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Floren*.
11
in römischen Kopien statuarisch nachweisen lassen,
da dieselben endlich anf römischen Sarkophagen
häufig sind, so ist cs ausser Zweifel, dass wir
hier das Glied einer berühmten Musengnippc vor
uns halten, welche in Koni und vordem bis *um
Anfang des letzten vorchristlichen Jahrhunderts
etwa in Klein-Asien nachweislich bekannt und
beliebt war. Dies scheint mit Bestimmtheit auf
die Mnscngrnppc des Philiskos von Rhodos zu
führen. Alle weiteren Ausführungen hierüber
behält sich der Verfasser für cino besondere
Arbeit vor.
289. Weibliche Figur. I.ebensgross.
Erg. beide Unterarme mit Attributen, Kleinig-
keiten. Der Kopf wohl autik, aber nicht zuge-
hörig.
Die Figur scheint nicht durch Znfall neben
No. 288 geraten *n sein, denn sie stimmt im Stil
vollkommen mit ihr überein. Wahrscheinlich
haben wir hier ein weiteres Glied jener Musen-
gruppe zu erkennen. Wiederholungen sind mir
nicht bekannt.
290 und 291 sind nicht bei Diltschke ver-
zeichnet; sie befinden sich nahe bei dem obersten
Ausgang des Gartens.
290. Wiederholung der sogen. Klio in
der Kala delle Mnse (Helbig, Führer I, 274). Erg.
Hals, I. Brust, beide Arme mit Attribut und
Kleinigkeiten. Der sehr zerstörte Kopf antik,
aber nicht zugehörig.
Die Figur verdient ein selbständiges Inter-
esse nur wegen eines merkwürdigen Bestes an
ihrer linken Hüfte, den man auf der Photographie
erkennen kann. Es scheint der Best eines
Musikinstrumentes zu sein. Vielleicht war diese
Figur mit ihrem Gegenüber zu Einzclverwendung
bestimmt und hielt ein Instrument statt der bei dem
vaticanischcn Exemplar zum Teil erhaltenen Rolle.
291. Wiederholung der sogen Kalli-
ope in der Kala delle Muse (Helbig, Führer I
No. 273). Erg. Kopf mit Hals, beide Arme und
Teile des Gewandes. Schlecht und zerstört.
Poggio Imperiale.
292. D. 90. Statue des Apollon, Die
Ergänznngen bei D. richtig angegeben. Antik
auch der mit der I. Hand zusammenhängende
obere Steg der Lyra.
Der Typns ist bei Overbeck, Kunstmy Biologie
des Apollon, p. 189 ff. behandelt, und im Atlas T.
XXI, 34 ist die bestgearbeitete und besterhaltene
Wiederholung, welche aus Kyrcnc in das brittisehe
Museum gekommen ist, abgebildet. Die Erfindung
ist eine der allersehönsten ; der Contrast des
reichfaltigen, um den Unterkörper geschlungenen
liimation mit dem nackt em|Mirsteigeuden Ober-
körper wirkt prachtvoll. Furtwängler hat in
Rosehcr’s mytliol. Lexikon Sp. 462 richtig erkannt,
das« dieser Typus eine reichere, prächtigere
Entwickelung des praxitelischen Apollon Lykeios
ist. Willkürlich alicr ist »eine Behauptung eben-
dort, das« diese Entwickelung oder vielmehr nur
Variicrung durch Zufügen des Mauteis erst in
römischer Zeit »tattgefunden lialie Denn cs findet
sich derselbe Mantel mit denselben Falten oder
der gleiche Wurf mit dnrehaus verwandten Mo-
tiven an einer ganzen Reihe von Werken wieder,
welche auch ans anderen Gründen eng Zusammen-
hängen und alle der gleichen Zeit und augen-
scheinlich dem gleichen Künstlork reise angehören.
I Einen Teil dieser Werke hat Furtwängler
selbst in den Meisterwerken p. 614 ft. zusanmicn-
gcstollt.
Die nächste Verwandte unseres Apollon ist,
wie ich schon In den Florentiner Antiken p. 30
hervorgehoben habe, die Ilygicia eines in Liver-
pool befindlichen Diptychon (Baum. Dcnkm. Abb.
152), dessen Figuren auf statuarische Vorbilder
zurilekgehen. Miese alter bildet nun eine Brücke
zu den Werken, welche sich um die Venus von
Capua gruppieren, denn bei diesen Ist nicht nur
der Wurf des Mantels ganz nahe verwandt, auch
der Kopf der Hygieia entspricht in allen liaupt-
ziigen, soweit dieselben eben anf dem Diptychon-
Relief dargestcllt sind, dem Typus jener Aphro-
dite nnd ihrer Verwandten. Hier ist zunächst zu
nennen der auch bei Furtw. p. GIG erwähnte
Leda-Typns, ferner das Mädchen mit dem Wasser-
becken in der Gal. delle Statue (Helbig, Führer 1
No. 208), dann das Original des in Pergamon ge-
fundenen Hermaphroditen (jetzt im Museum zu
Konst autinopel), die bemalte Aphrodite-Statuette
ans Pompei in Neapel, endlich der bogenspannende
Eros nnd die Statue des Hypnos (siehe bei
Furtw ). Furtwängler erklärt die Gruppe der
Venus von Capua für Werke des Skopas; schon
bei No. 281 habe ich erklärt, dass und aus welchem
Grunde mir diese Ansicht unwahrscheinlich ist.
Den Gegensatz gegen den praxitelischen Charakter
hat Furtwängler vollkommen richtig dargestellt;
dieser Gegensatz ist aller ganz allgemein und
kann in sehr verschiedenen individuellen Einzel-
formen znr Erscheinung kommen. Auf diese,
d. h. die Hanilsehrift de« Künstlers, kommt es
vor Allem an, und diese stimmt an den bespro-
chenen Werken durchaus nicht mit den charak-
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12
Florenz.
toristischen Zügen überein, welche die wenigen •
sicher bestimmbaren Werke de» Skopas ans*
zeichnen.
293. D. 91. Satyrstatue (?). T>ic Er-
gänzungen bei I). richtig angegeben. Das I. Hein
ist gar nicht gebrochen gewesen, und somit ist D.’s
Zweifel an seiner Echtheit ganz unberechtigt.
Das Feil soll das eines Hoekcs sein, wie mau an
den Hörnern des Kopfes erkennt. Die Darstellung
des Felles mit langen Haaren ist aber durchaus
ungewöhnlich. Stellung und Formen des Köipcrs
sehr inen die Figur in das fünfte Jahrhundert zu j
weisen, doch widerspricht dem die Hchamllung I
der Ncbril. Der Kopf ist schwerlich zugehörig.
Kr ist von anderem Marmor, und der Hals ist
z e ischcngesctzt. Vielleicht stammt der Kötper
von einer Dekorationsligur, einem Satyr als
Atlanten, ähnlich wie die beiden Fane im Hof des
capitoliuischcn Museums (Iielbig, Führer 1 No. 400
und 401). Die Bewegung des r. Armes, die durch
den Ansatz der Schulter zur Hauptsache gegeben
ist, wünic gut hiezu ]iassen. Oder stammt der
Körper von einer Figur des Faunns? Vgl. den
betreffenden Artikel von Wissowa in Boselicr's
uiythol. I.cx.
294. I). 92. Statue der Demeter mit
l’ort rätkopf. Die Ergänzungen bei D. richtig
angegeben. Die Statue gehört zu dem Typus, den
Overbeck, Kunstmythnlogic der Demeter p. 485 f ,
T. XIV, 23, behandelt. Das Origiiial.muss nach den
Eigenheiten des Gewandes dem Beginne des dritten
Jahrhunderts angehören. Der Künstler hat noch
an der für Demeter und Kore charakteristischen
Tracht des Himation (vgl. No. 357) festgehalten,
aber alle* nach seinem verfeinerten Geschmack
eleganter und reicher gestaltet.
295. D. 93. Statue des Asklepios. Erg.
r. Arm, das untere Ende dos Schlangenstabes
und Kli inigkiiten. Die Figur war mehrfach
dureligelirochen, was D. verleitet hat, fast die
ganze Figur für ergänzt zu halten. Die merk-
würdige 1'a‘el ueben dem r. Fuss ist an der
äusseren Seite abgebrochen. Auf ihr ist in ganz
tiachcni Belief ein steruartiges Viereck und eine
Tünic dargestellt. Die Bedeutung ist mir unklar.
Die Figur ist recht roh und schlecht gearbeitet,
erregt aber durch ihren Typus Interesse. Es ist
der fünfte Asklopiostypns, den wir in Florenz
finden.
Für die Verbreitung des Originales spricht
eine zu Rheims gefundene, jetzt iu di r Blbliothöquo
nationale zu Paris befindliche Bronze-Statuette,
auf deren Photographie mich Arndt aufmerksam
gemacht bat (Oirattdon B. 253). Dieselbe giebt
unseren Asklepios wieder bis auf die fehlenden
Küsse und den Schlangen. tab. Der r. Arm stimmt
ebenfalls mit unserem Exemplar überein, ist an
diesem also richtig ergänzt. Die Arbeit ist
wesentlich hc.-ser als an dem Marmor. Natürlich
fehlt an der Bronze auch die zur Stütze dienende
Tafel neben dem r, Bein. Der Ausdruck der
Figur ist ein ausserordentlich frischer und ener-
gischer.
Der Typus steht zeitlich zwischen zwei l>e-
kannten Darstellungen des Gottes, näher der
älteren. Diese ist die Statue, deren vollständigste
Kopie in Petersburg erhalten ist; Furtwünglcr,
Metoterw. p. 887 (vgl. No. 306). Der herab-
hängende, dreieckige Überschlag des Himation
stimmt noch fast Zug für Zug llbcrcin; aber die
reicheren Motive in den übrigen Gewandteilen,
die Schrittstellung der Beine und die Bewegung
des Körpers weisen in spätere Zeit. Die Haare
und Bartlocken sind im Einzelnen noch ziemlich
streng gebildet, aber sie entfalten sicli schon in
reicher malerischer Fülle. Die jüngere Darstellung
des Gottes, welche abermals unter Beibehaltung
i einzelner Motive eine Wdtercntwickclung im
1 Ganzen repräsentiert, ist der Typus, welcher zu
| dem berühmten Kopf voll Melos gehört (Wolters,
| atheu. Mitt. XVII, p. i ff. Taf.U — IV). Derselbe
j gehört etwa der Mitte des vierten Jahrhundert«
an. Nach alledem werden wir das Richtige
: treffen, wenn wir die Erfindung unserer Dar-
! Stellung im Beginn des vielten Jahrhunderts
1 ansetzen.
296. D. 94. Weibliche Gewandstatue,
i Erg. r. Arm, I. Hand, Nasenspitze, Teile der
I Locken und des Diadems. Der Olicrkörper war
ilurehgebrochcn. Der Kopf ist gebrochen, scheint
aber zugehörig; wohl Porträt. Die sehr schlecht
gearbeitete Figur gehört stilistisch zu einer
’ grösseren Gruppe, von der ich vorläufig nur einige
I 1 laiiptstückc herausheben will : D’Escamps, Marbres
anlique* du Musie Camparin, I.ivic, fcmnic
d'Augnste en Junen, dann Jordan, Tempel der
Vesta etc. T. VIII, 3 u. 6, und besonders wich-
tig als griechische Arbeit: Journal of bell, studics
1866 P. LXXI (besprochen ebenda p. 246 f. von
Cb. Waldstein; stammt ans Klein-Asien, aus der
Nähe von Sardcs). Die Gruppe ist vor Allem von
Interesse, weil ihre Hauptmotive an einer berühmten
| Figur auf einem der schönsten pompcjanischcn
Wandgemälde wiederkehren, an der Hera auf dem
I Bilde der heiligen Hochzeit. Wie mir Bulle mitteilt,
, wurde kürzlich in Eiensis ein 2 cm hohes Figürchen
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r lorenz.
an» Silber gefunden im Typus der Hera Campana,
aber als Tyche mit Schale uud Füllhorn. Vgl.
auch No. 333.
297. 1>. 95. Karyatide. Erg. Hals, bohle
Hände. Der Kopf — ein schlechte» römisches
Forträt — nicht zugehörig. Die Figur war mehr-
fach gebrochen. Sie ist ein bis auf geringe Ab-
weichungen ü herein»4, immen des SeitcnstÜck zu der
einen Karyatide in Villa Albaui (Hclblg, Führer II
No. 827). Das Himatiou reicht hier bis auf die FUsse
herab, w elche mit Schuhen, statt mit Sandalen 1h>
kleidet sind. Zu beiden Seiten des Halses sind die
Iteste von je zwei gedrehten Locken sichtbar,
welche eine andere Haartracht voraussetzen lassen,
als sie die Karyatide Alhani zeigt. Sonst aber
stimmt Zug für Zug überein. Vgl» über diese und
die mit ibr zusammengehörigen Karyatiden die
erschöpfende Arbeit Hülle’» in den U m. Mittii.
1894 p. 184 ft'. IlitizuziifUgen ist nur ein Hinweis
auf ein kleines Fig drehen aus Amethyst, das in
den Jahrbüchern d. Verein» v. Alterthfr. in d
Rheinl. IV, T. IV abgebildet und p. 185 ft', von
Urlichs besprochen ist > gefunden in den pompti-
niselien Sümpfen, jetzt im Besitz des Herrn Leven
in Cöln). Dasselbe ist in allem Wesentlichen eine
Wiederholung der oben genannten Karyatide Al-
ban!, ist aber selbst keine Karyatide. Der Kopf
ist von einem Diadem-Hand umschlungen , vor dem
die Haare in gedrehten Lockeu nach vorne uud
hinten in den Nacken fallen. Auf dem Oberkopf
lauten alle Haare gleichmässig von dem Scheitel-
punkt strahlenförmig nach dein Hände zu, wie z. H.
bei der Hera Farnese. In der 1. Hand etwas, „das
vielleicht von dem aufgcuommcucn Gewände ver-
schieden ist- (vielleicht ein Strauss von Ähren?)
Das Figürchen dürfte nicht nur für die weite
Verbreitung des Typus sprechen, sondern auch
für die Datierung des ursprünglichen Originales
von Wichtigkeit sein.
Giardino di Castclio.
298 und 299. D. 102. Athletcnstatue.
Erg. r. Hein, I. Unterschenkel, Hämisch, Gewand,
beide Arme, Kinn, Unterlippe, Nase, Teil des I.
Ohres und de» Oberschädels. Abgcbr. .Scham und
Oberlippe. Oben an der 1. Hüfte hat sich der
Rest eines viereckigen Fmitello erhalten (auf 298
sichtbar). Der I. Oberschenkel war gebrochen.
Durch eine oberflächliche Ähnlichkeit hat sieh
Diitschkc verleiten lassen, diese Figur für eine
Wiederholung des Lysippischen Apoxyomeno»
aoszugeben. Die Figur kann weder ein Apoxyo-
meiios sein, noch war ihr Vorbild von Lysipp.
Linen Athleten stellt dieselbe sicher dar, denn das
linke, vollständig erhaltene Ohr ist verseil wolleu.
Die Arme können sich aber nach den Ansätzen
an den Srlmltern niemals so weit genähert haben,
w ie bei dem Apoxyomeno». Vielmehr hat die Er-
gänzung in der Richtung der Arme ungefähr
das Richtige getroffen. Die Stütze, deren Rest
wir an der 1. Hüfte finden, kann niemals dem
Arm gedient haben; dazu ist sic zu klein.
Mittel» derselben wird ein Attribut befestigt ge-
wesen »ein.
Über die richtige Ergänzung kann ich nach
den wenigen Indicicu keine sichere Ansicht Vor-
bringen. Am wahrscheinlichsten ist es noch, dass
ein Faustkämpfer dargestcllt war. Wozu aber
diente dann die .Stütze ? Ja, mau könnte auch an
den jugendlichen Herakles denken; für diesen
aber erscheint die Hildung de» Gesichte» nicht
vornehm genug. Kein Zweifel kann hingegen
über den Stil des Werkes walten, noch darüber,
welchem Kreise wir das Original desselben zuzu-
»chreiben haben. Es ist der Kreis des S k o p a », von
dem wir hier die erste Athletenfigur kennen lernen.
Die Züge des Köpft*« tragen so unverfälscht den
Stempel seiner Eigenart, wie wir ihn sonst nur
wieder an den Köpfen von Tegea finden. Ich
kann im Angesicht der Photographien auf Einzel-
Angaben verzichten und verweise nur auf die
Analyse der skopasischen Köpfe bei Graf, Köm.
Mitth. 1889 p. 189 fl*. Von den Haaren ist leider
wenig erhalten, doch stimmt das Wenige durch-
aus mit den Haaren jener Herakles-Köpfe, die
ebendort (T. VIII und IX) publiciert sind. Ausser-
ordentlich charakteristisch ist auch der Hals in
»einer übermässigen Bewegung und der starken
Schwellung des Muskels; man vergleiche den un-
behelmten Kopf von Tegea (ähnlich, aber ge-
mässigt noch am Melcager). Nach den Formen
des Körpers und der Behandlung der Schamhaare
gehört das Werk noch entschieden in die erste
Hälfte, wahrscheinlich in das zweite Viertel des
4. Jahrhunderts. Mit hohem Interesse sehen wir
Skopas oder einen »einer Genossen hier mit einem
so bewegten Motiv beschäftigt, wie wir es früher
nicht vor dem Auftreten de» Lysipp vorauszusetzeu
geneigt waren. Hierin findet denn auch der Fehler
Diitschke’s einige Entschuldigung. Man versäume
aber nicht, um »ich auch die starken Unterschiede
klar zu machen, den Vergleich unserer Figur mit dem
Apoxyomeno». Dort ist alle» rund und flüssig ge-
worden, der Körper bewegt »ich mühelos; hier
spüren wir bei »1er noch tlächenhafteren Itehand-
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14
Florenz.
hing de* Torsos eine gewisse Gewaltsamkeit und
damit noch nicht da» vollo freie Leben wie dort.
Palazzo Riccardi.
300. I). 116. JQuglingikopf. Erg. Xa*e;
Uhren bcstossen. Untergesicht und Hals scheinen
überarbeitet. Der Kopf ist der nächste Ver-
wandte de» Brouzekopfe» ans Herculanum, [
den Furt wäugler in den Mcisterw. Fig. 87
und 88 abbildet (Ürumi-Bniekmami Taf. 339). Die j
llaaitrarht und auch die Behandlung der Haare
stimmen überein, dann die Form des Gesiebte«,
besonders der Stirn, die schmale, wenig bewegte
Oberlippe, das kleine Kinn etc. Kleine Ab-
weichungen verbieten, eine Kopie desselben Ori-
ginales zu vermutben. Furtwänglcr erklärt den
Typus a. a. 0. für polykletisch. Abhängig von
l’olyklet ist er gewiss, aller einige Unterschiede I
in der Form des Schädels, in der ISildnng der
Augen und des Untergewichte* scheinen mir doch
für eine andere Persönlichkeit zu sprechen.
301 und 302. D. 118. Kleine ltcplik
von dem Kopfe der Athen« Partticnos.
Erg. Nase. Der kleine Torso gebürte einer anderen
unbedeutenden Athenastatuette an. Auf dem Helm
haben sieh die Spuren des ganzen Schmuckes er-
halten: in der Mitte die Pranken der Sphinx,
link» und rechts Reste der l’egasoi, über dem
Helmrand die Ansätze der abw echselndeu Pcgasui
uud K> he (der Kleinheit wegen in verminderter
Anzahl), auf der Wangenklappe die Spur des
(•reifes. Vgl. über den ganzen Schmuck Löschcke,
Kopf der Athcua Parthenon des Phi idias, Fcstschr.
des Vereins von Altertumsfreunden im Rhein!, zum
50jährigen Jubil. 1891. Der Mund ist freundlich
lächelnd geöffnet; das Gesicht hat die vollen
runden Formen aller wirklichen Repliken der
l’arthenos, wie sie auch die Madrider Statuette zeigt.
Vgl. No. 575 und 576.
303. D. 121. Griechischer bärtiger
Krieger köpf, Erg. Nase, Helm und Hllsle.
Augensterne und Pupillen eingegrahen. Zu der
Ergänzung des Helmes müssen deutliche Ansatz-
spuren geführt haben. Das Original gehörte ins
5. Jahrhundert, nahe mit dein Dresdener „Zeus“
(Arch. An*, 1892 p. 1 f.) zusammen, in die Um-
gebung des l'hidia». Sehr ähnlich sind bärtige
Köpfe des Parthenonfrieses.
304. D. 157. Griechischer J üngli ngs-
k o p f. Erg. die Rüste und die eingesetzten Augen.
Abgestossen die Nasenspitze; auch sonst sehr he-
stossen uud verwaschen.
Das Original gehört in die Schule des Lysipp,
wio die ausserordentliche Kleinheit des Kopfes
im Verhältnis zum Hals, die Bildung der Stirn,
der Haare und der eigenartig nervöse Ausdruck
beweisen.
305. D. 160. Kopf des Doryphoros.
Die Ergänzungen bei D. richtig angegeben. Der
Kopf ist eine gute, besonders in den Haaren
scharfe und genaue Kopie.
306. 1). 161. Bärtiger Götterkopf. Erg.
Nase und 1. Teil der Unterlippe. Beatoasen die
Haare und die Lider des I. Auges.
Der Kopf ist eine Kopie nach dem gleichen
Original, wie ein Kopf de» Berliner Museums
(Bcachr. No. 158', den Furtwänglcr in den Meister-
werken p. 364 ff. besprochen und T. XXI alige-
hildct hat (das hiesige Exemplar erwähnt p. 369
Anui. 2). Mit geringen Abweichungen in der Lage
der Haarlocken stimmen beide Köpfe überein ;
indes ist das berliner Exemplar einfacher, ruhiger
gehalten, während das mistige viel lebendiger und
reicher modelliert ist. Jenes wird im Einzelnen
getreuer sein; den Eindruck de« Originale« wird
man sich vor uuserm Kopf weit frischer vergegen-
wärtigen können. Dies dürfen wir mit desto
grösserer .Sicherheit behaupten, als es verschiedene
Köpfe giebt, welche nach stilistischen Kriterien
mit diesem Typus eng zusammengehöreu und
welche alle die gleiche lebendige Modellierung
zeigen wie das llorentiner Exemplar. So vor
Allem der Kopf jener petersbnrger Asklepios-
statue, welche Furtwängler a. a. 0. bespricht uud
abbildet. Derselbe ist aber augenscheinlich keine
Replik unserer Köpfe, wie dort angegeben wird.
(Die Deutung auf Asklepios muss bestehen bleiben,
ilcnu überall, wo sich au den Wiederholungen
Attribute erhalten haben, sind es eben die Attri-
bute de« Asklepios; vgl. Furtw. a. a. O. p. 368
Amu. 3). Ferner der ebenfalls ungebrochene
Kopf einer anderen Statue desselben Gottes hier
in den Uffizien I). 197, der älteste und beste Ver-
treter de» nachmals »o weit verbreiteton und be-
liebten Typus. Bei diesen drei Köpfen wieder-
holen sich die gleichen charakteristischen Eigen-
heiten: die Umrahmung des Gesichtes durch den
kräftigen Haarkran/., dessen Locken über der
Stirn kurz emporstrebeu, das mächtige Vorwölben
des unteren Teiles der Stirn, die grossen Augen,
die Modellierung der Wangen, die Behandlung
des Bartes. Auch die Körper der beiden Statuen
stehen sich nicht fern. Der fiorentiner Asklepios
gehört indes in die Zeit der Vollendung des Par-
thenon, während diu Entstehung der Petersburger
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Florenz.
15
Statue erst beträchtlich später denkbar ist. Kür
das Gewand derselben linden sich kaum an den
entwickeltsten Teilen diw Parthenon Parallelen.
Die kaum bemerkbare Ähnlichkeit mit dem Ge-
wand des Zeus im Ostgicbel vom Olympia (Furt-
wäuglcr a. a. 0.) ist ganz bcdeutnngsloa. Der
vorliegende Kopf steht der Petersburger Statue
näher. Wir sind uoeh nicht iui Stande, zu er-
klären, welchem Kreise wir die Originale ver-
danken. Die Rückführung auf Myrou bei Furt-
wänglor ist ganz problematisch. Weder die Ver-
wandschaft vom Kttrpcr dcsllermeslngenuiinil dem
Körper des Neptun (Kurtw. Abb. 49), noch die des
letzteren uiit dom Körper der Petersburger Statue,
noch endlich diedcrKöpfcdes Neptun und Asklepios
ist so gross und einleuchtend, das» wir danach
berechtigt wären, auf einen Künstler zu sehliessen.
307. D. 102. W i ede r h ol uu g de r sog.
Sappho. Die Krgänzuugen bei D. richtig an-
gegeben. Dio I. untere Kckc des Halses war ge-
sprungen. Der Kopf war znm Entlassen in eine
•Statue gearbeitet.
Die Kopie ist erwähnt hei Kurtwäugler,
Meisten»-, p. 9S, Aum. 2, e, der den Kupf, wie |
ich glaube, mit Recht neben die Parthenon stellt
und das Original für ein Werk des Phidias er-
klärt. Mail vergleiche neben der Form des Ge-
siebtes, der Augen, besonders die lichandiung der
Haare und die individuelle Uihluiig des Mundes.
Mit beiden Köpfen nahe verwandt und sicher
auch dem Phidias gehörig ist die Kore Albaui,
dereu Entstehung etwa in das Jahr 140 fällt.*)
Ebenso überzeugend ist iui Vergleich mit den ge-
nannten Köpfen die Rückführung des Atliena-
Kopfcs aus Krescia (E. — V. 194—196) auf Phi-
ilias (Furtwängler p. 123 IT.). Eine Stütze erhält
Furtwängler's Ansicht über die Sappho noch
durch die Verwandschaft des Diadumenos Farnese
mit dem sogen. Phaou in Madrid (Furtw. p. 445).
308 und 309. D. 182. Wiederholung
des Petworthcr Diadumenos. Erg. Nase,
Hals und Büste von Mannor, Teile der Lippen,
der r. Backe und der r. Augenbraue von Gyps.
Pupillen und Augensterne eingegraben.
Der Kopf ist bei Furtwängler Mcisterw. p.
333 erwähnt und richtig gewürdigt. Es ist keine
Frage, dass das Original einem attischen Künstler
zu verdanken ist. Für Kresilas, dem es Furt-
wängler zutcilt, scheint mir indes jeder greifbare
Anhalt zu fehlen.
•) Vjfl. li. r. Sehne* hier, Jnhrb. der Kun«t*nm»ih d.
allerh. KAi»crhuu*e* 1*91 p. 72 ff. und Hauer, FeHtKctirift
für Overbeck, swel Fragmente veui Parthenon, p. 7:t f.
310. D. 201. Kopf des Apollon. Erg.
Kinn, Unterlippe, Nase (zweimal i, Rand des Halses
r. unten und Kleinigkeiten.
Dieser wundervolle Kopf mit begeistertem
Ausdruck stellt eher A|>ollnn dar, als Aphrodite.
Derselbe war zum Einlassen in eine Statue ge-
arbeitet ; die letztere war also wahrscheinlich voll
bekleidet, was allein schon gegen Aphrodite
spricht. Es wird die Figur eines Apollon Musa-
getes gewesen sein. Diu» Original ist nicht vor
dem Ende des 4. Jahrhunderts zu vermuten.
311. D. 202. Griechischer Jünglings-
kopf. Erg. Nase, beide Obren, Teil der r. Wange,
I. Teil des Halses und Büste.
Wegeu »ler eigenartigen gewellten Haartracht
und des individuellen Ausdruckes haben wir viel-
leicht ein Porträt zu erkennen. Das Original wird
den Sclmlkreiscn des Lysipp entstammen.
3l2und3l3. D. 207, Wiederholung des
A nakreon k o pfes. Erg. Nasenspitze und Büste.
Die Haare über der Mitte der Stirn sind abgestossen.
Das Exemplar ist von Furtwängler in den
Meisterwerken p. 92 Anm. 1 und 3 richtig ge-
würdigt. P. 93 Aum. 6 weist Furtwängler mit
Recht die Zuteilung des Originales an Kresilas,
wie sie von Kokille versucht war, zurück. Eben-
sowenig wie der Kopf mit dem Perikiesporträt,
ist der Körper mit dem des zusamiucnsinkendcii
Athleten in Neapel (Furtw. a. a. 0. p. 282) ver-
einbar. Dieser Athlet und der Perikle» sind alter
die einzigen Werke, die wir mit einiger Sicher-
heit auf Kresilas zurückführen können. Nicht
weniger problematisch hingegen erscheint mir dio
Behauptung Furtivänglers, der Anakreoii sei ein
Werk des Phidias. Die Verwandschaft des Kopfes
mit dem Bologneser Athena-Kopf — und ist diese
sicher von Phidias und die LemniaV — und des
Körpers mit dem des Diadumenos Farnese ist keines-
wegs schlagend.
314 und 315. D. 210. Griechischer
J Unglingsko p f. Die Ergänzungen hei 1>.
richtig angegeben. In der Stilisierung der Haare
erinnert dieser schöne Typus etwas an den Pet-
worthcr Diadumenos. Sein Original gehört, wie
jener, der attischen Kunst vom 3. Viertel des
5. Jahrhunderts an.
316. D. 220. J iingli ngsstat uu. Erg.
Kopf mit Hals, r. Arm, I. Unterarm, I. Unter-
schenkel, r. Bein von der Mitte des Oberschenkels
an, Hund, Basis, 1. Hinterbacken, Vorderteil des
Geschlechtsteiles (Penis abgebrochen).
Die Armu sind in der Haltung nach ge-
bliebenen Spuren richtig ergänzt, ebenso die Beine.
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1 fi r lorctis.
Audi tlic Haltung des Kopfes ist richtig getroffen. ;
Nach alledem würde man geneigt »ein, die Figur
dem 5. Jahrhundert zuznspreehen , wenn nicht |
die weichere iiehatidlung der Formen im Ein- ;
zelnen, vor Allem eine Einzelheit wie die Bildung
des Schainhaarcs mit Entschiedenheit auf das {
4. Jahrhundert liiuwicsvn. Die Gestalt gehört in
eine Reihe mit dem sog. Adonis des Gahinelto
delle maschcre (Helhig, Führer I, No. 25.">) I fiese
Werke repräsentieren eine eigenartig conscrvative
Richtung de* 4. Jahrhunderts, in welcher nicht,
wie in den Kreisen des Praxiteles und Skopas, 1
die Formen des l'olyklct fortwirken, sondern das
Ideal der älteren pcluponncsi dien Schule bewahrt ,
wird. Diesen Charakter hat Furtwänglcr, Meistcrw. j
p. 528 ff. richtig dargestcllt; ob alle Werke,
welche er dort vereinigt, einer Künatlcr-Indivi- .
duulitüt gehören und oh diese Eujdiranor ist, .
mag vorläufig dahinstchen.
317. D. 221. Wiederholung des praxi-
telisehcn Satyrs. Von D. richtig erkannt.
Die Arbeit, besonder» am Fell, sorgfältig und gut.
Giardino dcl Palazzo Corsini al Prato.
318. D. 229. Statuette eines sitzen- ^
den Hermes. Erg. Kopf mit llals, r. Arm und
Schildkröte, I. Hand, unterer Teil der Basis. D.
nimmt auch die Beine von der Mitte der Ober-
schenkel und die Küsse mit dem vurderen
Teil der Basis als ergänzt an, doch trennen die
Beine weder oben noch unten Schnitte, sondern
Brüche. Indes wiir der wahre Thatbestand nur
festzustellen, wenn die Figur von dem gelben .
Farbonllbcrzug befreit würde.
Die Statuette ist eine genaue Kopie eines im j
Akropolis-Museum zu Athen (No. 1346) befind- ’■
liehen Torsos, wohl des ursprünglichen Originales.*)
Dort fehlt der Kopf, r Arm mit Vorderteil der
Schulter, r. Bein fast ganz. I. Bein vom Knie ab-
wärts, I. Daumen, der ganze untcro und I. Teil
des Felsens. Die Linke hielt ein Kcrykcion aus [
Bronze, dessen Bloiverguss noch in der ge-
schlossenen Hand erhalten ist. Zur weiteren Be-
festigung diente ein kleines Loch im Gewand
reehts von der Hand. Zwei grössere I sicher,
eines an der I. Schulter, das andere auf dem
Kücken dicht an dem Rande der Chlamys, dienten
wahrscheinlich zur Befestigung des aus Bronze
gearbeiteten Hutes mit seinem Bande. Nicht ganz
übereinstimmend mit dem florentiner Exemplar
*) II. Bull«-' hat die Einzelheiten nuehnial« verglichen.
wäre nach Bulle nur der Zipfel der Chlamys auf
dem Fclseu neben dem I. Bein.
Die Kerbte stützte sicli ursprünglich augen-
scheinlich auf den Felsen; der Kopf war stark
nach der r. Schti'tcr gedreht, so wie der hei
unscrni Exemplar ergänzte. So erhalten wir eine
Figur, welche in allen Motiven an die berühmte
Bronzestatue des sitzenden Hermes mit der Rosette
in Neapel erinnert, und vielleicht waren ja auch
die Beine analog gestellt. Das darf lins iudessen
nicht verleiten, unsere Statuette in die gleiche
Zeit lind Schule mit jenem zu rücken, d. h. in
diejenige Lysipps. Die Behandlung der dirk-
wolligen Chlauiys lind die des Körpers weisen
vielmehr in wesentlich ältere Zeit, etwa das dritte
Viertel des 5. Jahrhunderts.*) Die athenische
Statuette diente jedenfalls nicht dem Cultus,
sondern wird eine« der vielen zerstreuten Weih-
gesclicnkc auf der Akropolis gewesen sein. Wohl
weniger die Berühmtheit de» Künstlers als der
Reiz de» Motive» und der Ausführung veranlasst™
den Kopisten, dem wir das Florentiner Exemplar
verdanken, zur Nachbildung dt» Werkes.
319. D. 247. W ei bliebe 0 e wandstat ne.
Die Ergänzungen lassen sich nicht mehr durch-
gehend fcststellcn, treffen aber Im Ganzen das
Richtige. Sie sind augenscheinlich ausgeführt
nach der einen Figur der Loggia de’ l.anzi D. 858,
welche dasselbe Original besser und ml: dem
Unterschied wiedergiebt, dass das Himation als
Schleier Uber den Kopf gezogen ist. Das Original
muss der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts ange-
hören.
320, 321 und 322. Kopf der Statue 319.
Er ist nicht zu der Statue gehörig. Erg. die
ganze Nase, Mund und Kinn in einem Stück, ein
Stiirk des Haares über der Mitte der Stirn, das
Ende des Schopfe« im Nacken.
Wir müssen den schlechten Erhaltungszustand
dieses Kopfes tief beklagen, denn das Original
desselben stammte ohne Zweifel von demselben
Künstler, der den „Kasseler Apoll“ geschaffen
bat. Mail vergleiche die Kihluug des Schädels,
der Stirn, der Augen, der Haarlocken über der
Stirn und der gedrehten Locken hinter den Ohren.
Alle» spricht so entschieden dieselbe Sprache,
wie bei dem Kopf jenes Apoll, dass wir an der
Identität des Künstlers nicht zweifeln können.
•) Bulle tun) Ich Stimuli™ In diesem Ansatz unah-
hängig flhcrcio. llullc denkt an myronisehe Klchtung
und vergleicht wegen der Bildung der Bauehfalle den
Dlskobtdcn. Attlaeher Kund gehurt die Erfindung
sicher au.
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1- loreuz.
Auch di« Vorlieho für oittc kraftvi>llo und zu-
gleich kunstvolle Haartracht charakterisiert ihn
dort wie hier. Die Stirn wird von zwei Wollen
einzelner, nach den Seiten strebender Locken um-
rahmt; der Schädel ist von zwei mächtigen Haar-
flechten wie von einer Krone umgehen;*) hinter
den Ohren fallen je drei kurze geringelte tacken
herab und endlich ergicsst sich noch in den Nacken
ein gewaltiger Schopf von losen Strähnen, welche
einst wohl an ihrem Ende in einem Hing zu-
sauimengefasst waren. Es ist der dritte weibliche
Kopf, den wir von diesem eigenartigen Künstler
kennen lernen (Ausser der Athena Albani ein
Kopf in Mantua E.-V. 12 u. 13). Gewaltig,
wie in seinen Männerköpfen, tritt er uns hier ent-
gegen
Wer war dieser Künstler?
Furtwängler teilt in den Meisterwerken p,
371 ff. den genannten Apoll und p. 382 dou von
diesem untrennbaren Perseus dem Myrou zu. Wie
ich schon einmal ausgesprochen habe, fehlt mir
zwischen den sicheren Werken des Myrou**) und
dieser Gruppe jede Brücke. Dort linden wir eine
ausserordentliche Feinheit dos Formgcfühls, ein
Beschränken alles rein Decorativen, wie der
Haare, auf das Notdürftigste, sodass überall
die Klarheit der Form und Linie gewahrt bleibt,
hier eine gewisse gewaltsame Grösse des Form-
gcfiihls und ein auffallendes Interesse für einen
rein decorativen Teil, wie das Haar, und seine
Tracht. Wo sind hier Ähnlichkeiten oder auch
nur Verwandschaften, und nicht vielmehr Gegen-
sätze? Wie hätte jemals auch nur der oberfläch-
lichste oiler befangenste Scrib nt im Angesicht
eines Kopfes wie des vorliegenden oder wie jenes
des A |m >llou zu einem Urteil wie dem folgenden ge-
langen können: cnpillutu quoque et pu hem non
emeudatius fecisse quam rudis antiquitas insti-
tuiasct? Dagegen scheint unser Kopf den Ge-
danken an Pythagoras wieder besonders zu em-
pfehlen.
323. D. 250. Statue des Ganymed. Erg.
I. Hand mit dem unteren Ende des Pcdum, 1.
Unterschenkel, Fusu und die entsprechende Ecke
der Basis, .Schnabel des Adlers und Kleinigkeiten.
Das Erhaltene war mehrfach gebrochen.
Die Situation ist ähnlich, wie bei der be-
kannteren Gruppe desselben Gegenstandes, von
•} Ebenso bet »ton Karyatiden vom Krechtheion,
••) Schriftlich hexe n gt : Di« kohol uud Miusyns. Nach
stilistischen Merkmalen sicher: Hermes InKennl Kurtw.
p 300 tr.i, bärtiger Kopf ans l'ctontbnrK (Kurtw. p. 3X2 ff.)
und tlemkles Altemps (Kurtw. |i. 30t IT.).
der eine Kopie in den Uffizien steht (D. III, 115).
Trotz der Kleinheit dt» Adlers ist auch hier die
allmähliche Annäherung den Knaben an den Boten
des Zeus dargestellt, tlenn Pedum und Hund ver-
wc'sen die Scene noch in den bla.
Ein Vergleich mit dem Apoxyotneuos de»
Lysipp lässt es ausser Zweifel erscheinen, dass
wir auch hier die Kopie nach einem Werke des-
selben Meisters vor uus haben Der Hund ge-
hörte sicher zu der Original-UoiiqHisitiou.
Die sehwubcmlu Bewegung des Körpers ist
auch an diesem Werk wie am Apoxyoinenoa von
höchstem Ke;z.
324. Amazone. Bei Dütschkc p. 105 unten
erwähnt. Erg. Kopf, beide Arme, I. .Schulter, r.
Teil tles Kückens, der freistellende Teil des
Köchers, das Nackte beider Beine fast ganz, Stamm
und Basis. DUtachkc giebt das Antike für modern
uud das Moderne für antik aus.
Der Torso stammt von einer etwas unter-
lebensgrossen Wiederholung der Amazone Mattei.
325. Dionysos. Bei Dütsehke p. 10G oben
erwähnt. Lebensgross, Erg. beide Anne mit
Ärmeln und deti Enden der Chlamys, beide Unter-
schenkel. Der unversehrte Kopf ist antik, alter
nicht zugehörig. Ahg.hci Chirac 833 B, 202t; B.
Die Figur wird von Dütschkc für weib-
lich und modern erklärt. Es ist Dionysos,
der über dem kurzen, ziemlich tief gegürteten
Chiton von leichtem Stoff die Ncbris trägt.
Dieselbe ist auf der rechten Schulter geknüpft
uud um den Leib gegürtet. Eine Chlamys,
welche am Kücken der Figur erhalten ist, muss
der Gott auch ursprünglich ähnlich gehalten halten
wie jetzt. Das Flattern der Chiton-Falten lässt
auf tanzruüssige Bewegung Schlüssen. Die Enden
von zwei Schulterloekcn sind zu beiden Seiten
des Halses erhalten. — Es ist ein Dionysostypus,
wie er uns auch sonst mehrfach erhalten ist.
Siehe die Zusammenstellung bei Thrätuer in
Koscher's mythol. Lexikon Sp. 1133 und daselbst
Fig. 14.*) Der Kopf der Statue gehört der Mitte
des vierten Jahrhunderts an. Nächitverwandt
ist ihm ein Kopf, der auf einer Statue der Artemis
in Stockholm (V, 15) aufsitzt und dort nicht zn-
geliört,
326. D. 251. Statue der Artemis. Erg.
r. Arm, 1. Schulter, I. Unterarm, beide Knice,
Teil des r. Unterschenkel», Teile des Hundes uud
Kleinigkeiten. Der Kopf (erg. Hinterkopf und
•) Man T0T»l. die Artemis des Bert. Museums, Bescbr.
No.
2
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18
Florenz.
Nasenspitze) ist eingelassen (kaum ursprünglich
zugehörig).
Die Figur geht auf ein Original au« dem
dritten Viertel des 5. Jahrhundert« zurück. Der
I lu 11(1 ist wold Zlll hat de» Kopisten.
Auffallend verwandt ist die liehamllung de«
Gewandes an einem Torso des Kasseler Museums
(Furtw. Meistorw. Abb. 22; vgl. No. 331).
327. D. 252. Kphebcnstatne. Krg. da»
untere Stück de» Halses, beide Anne, beide Heine
von über den Knieen an abwärts, Stück de» r.
Oberschenkels, I. Hinterbacken, Glied, Stamm bis
auf da» obere Hilde und Itasis. Au dem antiken,
aber nicht zugehörigen K< pf ist die Nase modern.
Der linke Arm ist richtig ergänzt. Die Figur
stimmt mit einer bekannten polykletischcn Figur
im Motiv überein (Furtwänglcr, Meisterw. p. 434),
ist aber aus dem 4. Jahrhundert und bietet so-
mit ein interessantes ileispiel von dem Fortwirken
nicht nur der Formen, sondern auch der Motive
dieses Meisters im 4. Jahrhundert. Hin ähnliches
Vorbild für Praxiteles war die Amazone des
Folyklct.
Der nicht zugehörige Kopf ist nahe verwandt
mit eiuem herrlichen Knabcukopf des Pal. Pitti
(D. 11, 27), den Fnrtwängler in den Meisterwerken
Fig. 106 abbildet und p. 567 für den Tripto-
lemos des Praxiteles erklärt. Daselbst Anin. 2
»vird gesagt, auch ich hätte bei diesem Kopfe an
Praxiteles gedacht. Diese Behauptung muss auf
einem Irrtum beruhen.
328 und 329. Kopf der Statue D. 254.
Die Figur selbst ist zu sehr von der Witterung
mitgenommen, als dass sic noch mit einigem Nutzen
hätte photographiert werden können. Der nicht
zugehörige, schöne Kopf hingegen ist bis auf
einige Flecken ganz unversehrt. Der nächste Ver-
wandte desselben ist ein J Uuglingskopf der Samm-
lung Barrncco(I,VII u. LVHa, Alcxaiidcr? i welcher
unseren jedoch an Güte der Arbeit nicht entfernt
erreicht. Hin weiterer Verwandter scheint ein
besonders schöner nnd ebenfalls unversehrter
Zeuskopf des lierliner Museums (llcschr. No. 291)
zu sein. Die drei Werke gehören der zweiten
Hälfte de» vierten Jahrhunderts an.
330. I). 266. Kleine Gruppe des Silen
und Pan. Erg. ausser den I. Armen beider
Figuren noch der Schnabel der einen Ente und
Kleinigkeiten. Zu der Beschreibung ist noch hinzu-
zufUgcii, das» der Pan den Silen in sein liukes
Ohr heisst, wodurch diu Situation de» letzteren
äusserst peinlich wird, w-a» er denn auch durch
heftiges Schreien kuudgiebt. Die Gruppe ist sehr
hübsch und lebendig erfunden und geht sicher
auf ein gutes Original aus dem Anfang des dritten
Jahrhunderts zurück.
Palazzo Corsini Lung’ Arno.
331. D. 267. Torso eiuer Statue des
Hephäst, ergänzt als Silen. Erg. Kopf mit
Hals, beide Anne mit Schlauch, beide Beine vom
Gewand abwärts. Ganz unklar ist, was llcydc-
mann (3. Höllisches Winrkclmannsprogramm
p. 102) über die Statue sagt. Das Bartende auf
der Brust oben ist nicht, wie er dort angiebt,
modern heransgearbeitet. Die t'haraktcristik
dieses Bartes, sowie da» eigenartige derbe Ge-
wand (Exomis) passen nur für Hephäst. Die Be-
handlung de» Stoffes, sowie die Körpcrfonneu
weisen in das 5. Jahrhundert. Als die nächsten
Parallelen bieten sich die Gewänder dir Ama-
zonen; dieselben stehen in der Stilisierung des
Stoffes jedoch auf einer noch älteren Stufe.*)
Ans der fraglichen Zeit wird uns imrcinellephästos-
statue überliefert, die des Alkamcnes (Overb.
S-0 821 u. 822), deren Aufstellung nach Heisch
(Eranos Vindolionensis 1893 p. 1 ff.) in das Jahr
421.20 fallen würde, was mit dem Stil unserer
Statue wohl vereinbar ist. Doch kommt man
über Möglichkeiten nicht hinaus, Furtwänglcr
hat in den Meisterwerken p. 119 ff', einen schönen
Torso de» Kasseler Museums für den Hephäst des
Alkamcnes in Anpmch genommen. Soviel ich
weis», hatte Michaelis mündlich schon früher diese
Ansicht geäussert. An diesem Torso will ab.r
Verschiedenes nicht für Hcpliästos passen ; so diu
Gürtung de» Gewandes durch einen Ledergurt,
dessen Schnalle aus Metall besonder* angesetzt
war, ferner der grosse Mantel, welcher auf der
Unken Schulter aufliegt und dann um den I.
Unterarm geschlungen war, und endlich die
Charakteristik de» Stoffe», welcher fein genug
ist, um das Glied leicht durchscliimnicrn zil lassen.
Nun kommt Ares in einer dem Torso ganz
entsprechenden Tracht vor, z. B. an der Brunnen-
mündung in dem Saal der Itcliefs zu Neapel
Nu. 6070, wo für ilio einzelnen Gottheiten be-
kannte gute Typen gewählt sind, und bei diesem
Gott würden alle erwähnten Züge unbedenklich
sein. Diesen erkenne ich denn auch in dem Torso
von Kassel.
332. tmpcratorcnstatuc. Bei Dütschkc
p. 110 in der Mitte erwähnt: Lucius Vcrns (49a).
Diitschkc hat nur ein Stück des Gewandes für
*) Mau vngl. such «I io Artemis Urs Berliner Museums,
Ilcsckr, Ko. Dl.
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Florenz.
19
antik gehalten, getäuscht dadurch, dass der nackte
Körper von dem Gewandteil gebrochen gewesen
ist. Krg. Kopf mit Hals, r. Artu, 1. Oberarm und
I. Hand, beide Unterschenkel mit itasis und unterem
Stammende, manche Flicken am Gewand.
Hie Figur geht auf ein Original von der
Wende des 5. zum 4. Jahrhundert zurück. Das
Gewand steht /.wischen dem oben erwähnten ber-
liner Asklepios, ilcschr. No. G8 und dein Asklepios
des Giardino ßobnli No. 281 in der Mitte. Voll-
kommen übereinstimmend ist die Figur dt» Opfer-
priesters, des Kpibomios, auf der liekannten l'racht-
vase aus Uumä mit Darstellung der clcusinischcn
Gottheiten (t'ompte-rcndu 1862 T. 111 und danach
hei Baum. Denkm. Abb. 520). Diu Vase gehört
sicher der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts an.
Wir erhalten dadurch eine feste Bestätigung für
die Datierung des Originals unserer Statue. Das
ursprüngliche Vorbild stellte wahrscheinlich Her-
mes dar.
Kino Wiederholung derselben Figur in einem
Hof lies l*al. Pitti D. 46.
333. D.268. Weibliche Gewandstatuc.
Erg. dor ganze untere Teil von dem Bruch über
den Kniecn an abwärts, beide Unterarme, Nasen-
spitze, Lippen, r. Wange und das Diadem, bi»
auf den Ansatz. Hals und Kopf waren mehrmals
gebrochen, ebenso der Oberkörper.
Die Figur stimmt, geringe Abweichungen ab-
gerechnet, mit vier .Statuen in der Loggia de’ Lanzi
überein: D. 111,569, das I iirnat ioti über den Kopf ge-
zogen; I>. 561; 562; 563, das Himation über den
Kopf gezogen. Die Figuren stimmen in den Haupt-
Motiven mit der unter No. 296 erwähutun Gruppe
überein, geben aber alles Einzelne weit prächtiger
und in reichlicherer .Stofffülle. Vgl. Michaelis,
Anc. marld. in Gr. Br. p. 481 ff.
334. D. 269. Gewandstatuc. Erg. der
ganze Oberkörper vom Gürtel an aufwärts mit
Ausnahme des kleinen Gewandbausches über der
Mitte des Gürtels und einem dreieckigen Stück
recht» davon. An dem Gewand manches gcllickt.
An dem antiken, aber nicht zugehörigen Kopf
erg. Nase, Lippen, Kinn, Teile des Haares und
lies Ohres auf der r. Seite.
Wie aus der Form der Hüften hervorgeht,
ist der Unterkörper männlich [und gehörte also
einem Apollon Musagetcs Im langen Gewände and
Mantel an, ähnlich wie die sog. barbcrinische
Muse in München, der unser Werk auch zeitlich
nahe steht; doch ist dasselbe etwas jünger, da
alle Motive des Gewandes lebendiger und reicher
sind. Manches stimmt mit der Eirene in München
überein. Da» Original wird der Wende vom f>.
zum 4. Jahrhundert angchören. Das Fragment
gewinnt ein besonderes Interesse dadurch, dass
es Zug für Zug mit der Apollonligtir dos Sorren-
tiner Altars (ibcrcinstimint, welche, wie Hülsen
(Köm. Mittli. 1894, p. 238 ff ) kürzlich iiachgcwieseu
hat , den Apollon A c t i u s des Palatin
wiedergiebt. (Vgl. E.-V. no. 544.) Die barhcriuischc
Muse stimmt thatsächlieh nicht mit der Relief-
tignr überein. Der sehr zerstörte Kopf erinnert
an die Köpfe der Venus Genetrix etc.
335. D. 270. Apollon Lykelos. Erg.
beide Unterschenkel, Basis, Stamm, I.eyer, beide
Arme, Nase, Teile des Kranzes. Das Erhaltene
war mehrfach gebrochen. Gute Wiederholung
des prnxitclischen Apollon; vgl. Furtwänglcr in
Roscher's mythoi. Lex. Sp. 460. Der Kranz ist
Zuthat des Kopisten. (Ähnliche Variationen hei
dem Satyr de» Praxiteles.)
336. D. 271. Statue des Dionysos. Erg.
Kopf mit Hals, beide Arme, Ober- und Unterteil
des Stammes, Basis, Füssc mit dem unteren Teil
der Unterschenkel, Flicken an der Stelle, wo die
Oberschenkel gebrochen waren.
Die I). utung als Dionysos ergieht sielt aus
den Kesten einer Weinrebe an dem erhaltenen
Teil des Stammes. Stilistisch gehört der interessante
Körper in den Anfang des 4. Jahrhundert».
337. D. 275. Wiederholung der Ar-
temis Co Ion na. Erg. r. Arm von der Mitte
de» Oberarmes an, 1. Arm, freistehender Teil des
Köchers, Hals und unbestimmbare T :,c ■*“*
Kopfes. Das Wenige, ' Vs von dem Kopf erhalten
ist, stimmt mH dem Kopf überein, der auf dem
berliner Exemplar aufsitzt, aber dort nicht zuge-
liürcn soll. Natürlich lässt sich auch hier nicht
die Zugehörigkeit der wenigen antiken Fragmento
erweisen. Auf dem Kodier liegt hier wie dort
ein Schopf zierlich gedrehter Locken auf. Der
untere Teil des Himation hat viele bemerkenswerte
Verwantlschaftcu mit den entsprechenden Teilen
an der älteren Tochter der Niobe (D. III, 265)
unti dem kleinsten Sohn derselben (D. 266).
338 und 339. D. 280. AthletcnkCpfchen.
Nase und Unterlippe und Ohren bcstosscu. Sehr
gnt gearbeitet. Wohl griechische Kopie. Der
Stil ist unverkennbar skopasisch.
Palazzo Vecchio.
340. D. 510. Statue des A pollon. Erg.
ein Streifen im r. Oberarm, 1. Fus», Streifen im
Gewände. Beide Unterschenkel, der r. Fuss und
die Arme waren gebrochen. Der Kopf antik,
2*
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20
Kloi euz.
aber nicht zugehörig. Vgl. über die Figur Over-
beck, Kunstmythologic de» Apollon p. 240 f. Die
Haltung der Figur, ihr Motiv und die licdeutung
des Wasservugel» i«t vollkommen unklar. Man
muss wohl eine Stütze unter dem Gewand an-
nehmen, angedeutet ist eine solche aber nirgend».
Die Arme schienen mir an diesem Exemplar antik;
nach diesen, aber auch nach den au anderen
Kopien erhaltenen lteaten i»t es unmöglich, dass
der Gott eine Lyra gehalten habe.
Die Arbeit unserer Kopie ist nicht schlecht,
wie Diitsehkc augii bt. Den Körperrormen und
der eoinplieierten Stellung nach kann da» Original
nicht vor dem licginu des .'I. Jahrhunderts ent-
standen sein.
Der schöne Kopf gehört dem praxitelisehen
Apollon I.ykcios.
341. D. 511. Wiederholung des Anti-
no u s v om li cl vedere-II erm es von A n d ros.
Erg. beide Unterschenkel, r. Arm, I. Hand mit
Flöte, Stücke des Halses. An dem autiken, aber
nicht zugehörigen Kopf erg. Fetasos, r. Unterlid,
Teil der Unterlippe und viele Teile der llaare.
Der Torso scheint neben dem londoner Exem-
plar die beste Wiederholung des einstigen Ori-
ginales zu sein. Die Bildung des Körpers, seine
Proportionen und alle Detail-Formen stehen dem
Hermes zu Olympia ausserordentlich nahe. Die
griechische Kopie von Andros beschränkt sich
hingegen mehr auf die allgemeinen grossen Züge.
Der schöne interessante Kopf gehört noch in
•bs r\ '•■.' -hundert ; die nächsten Analogien bieten
<lic Münzen von Ainos mit dem Hermes-Kopf,
z. U. Baumeister, Deukm. Abb. 1083.
342. D. 512. Statue des Apollon. Krg.
beide Unterschenkel, Basis, beide Baumstämme,
Leycr, beide Anne, Teile am Kiun, Uppen, Nase,
Stück der Stirn und der Haare über dein I. Ange,
Kleinigkeiten an der r. Brauo und dem r. Ohr.
Vgl. über diesen Typus Overbeck, Kunst-
my Biologie des Apollou p. 150 f. und DIOfT. Be-
kanntlich giebt es die Figur einmal gruppiert mit
einem Knaben fraglicher Bedeutung (Ovcrb. Atlas
T. XXVI, 18). Overbeck hält die» für das Ur-
sprüngliche. Es ist indes weit natürlicher, das
Einfache für das Ursprüngliche und den Knaben,
welcher in seiner Gruppierung äusserst unglück-
lich und gleichgültig wirkt, für eine Zuthat des
Kopisten zu halten, dessen Absicht bei dieser
Veränderung wir nicht mehr deutlich erraten
können. Die Figur des Apollon ist für »ich voll-
kommen geschlossen gedacht und verständlich.
Von dem Ausdruck tiefster Trauer, wie ihn Over-
beck in dem Kopfe und in der Haltung liudet,
kann ich weder hier noch in besseren Exemplaren
etwas entdecken. Da» Original gehört nicht, wie
Overbeck meint, in hellenistische Zeit, sondern in
die erste Hälfte dtw 4. Jahrhunderts. Das
j Fragment aus dem fonservatoren- Palast (Overb.
| Atlas T. XXII, 32; E-V 480) ist keine Kopie,
sondern eine Weiterbildung.
343. D. 513. Statue des Dionysos. Erg.
Kopf mit Hals, 1. Unterarm, r. Unterarm nebst
liaumast, Glied, Kopf des Panthers. Die Schnauze
der Nehris abgebrochen.
Wie die kräftigen l.oekensträhneu zu beiden
Seiten de» Halses beweisen, haben w ir eine Statue
des Dionysos, nicht eines Satyrs vor uns, wie
Dlltsrhkc ailgicbt. Das Original dieser schönen
Figur gehört der M'tto des 5. Jahrhunderts an.
Dasselbe wird aus Bronze gewesen und der Stamm
und der Panther somit eine Zuthat des Kopisten
sein. Die Proportionen de» Körpere stehen denen
des l’olyklet schon »ehr nahe, und so wird die
Figur den argivischen Kreisen entstammen.
Uffizien.
344 und 345. D. 66. Kolossalkopf einer
weiblichen Gottheit. Erg. Büste und untere
Hälfte des Halse», Kinn, Unterlippe, Nase, Mauer-
krone und grosse Teile des Haares am lliuterkopf.
Oberlippe bestossen. Seinem Charakter nach würde
der Kopf am besten für Hera passen. Die in die
Stirn fallenden Locken, wie die stark geschwun-
genen Schläfenlöckchen kehren ganz ähnlich bei
der toten Amazone aus dem Attalos-Weihgcschcnk
in Neapel wieder, und in frühere Zeit als die erste
pcrgamcnische dürfte das Original unseres Kopfes
auch wegen der Augen- und Hanrbchnudhmg
nicht zn setzen »ein.
346. D. 95. Kleine W lederholung des
farnesischen Herakles. Ergänzungen bei D.
richtig angegeben.
Dies Exemplar kann uns die reinste Vor-
stellung von dem einstigen Originale geben, denn
es ist gut gearbeitet und zeigt nirgends die
schwülstigen Uhertriebenhciten der Kolossalfiguren
in Neapel und im Pal. Pitti. Die Figur stimmt in
der eigentümlichen Haltung — besonders des I.
Beines — ganz mit dem bekannten Silen überein,
der das Dionysos-Kind auf den Armen trügt.
Während aber unser Herakles sicher dem Kreise
des Lysipp entstammt, gehört jene» Werk in die
Schule des Praxiteles, und die Gleichheit in der
Haltung spricht nur für Gleichzeitigkeit der Ent-
stehung. So hat man denn auch beide Gestalten
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Floren*.
21
schon unabhängig von einander an das Ende des < Vgl. Hcydcniann p. 73, No. 139, der sich wohl
4. Jahrhunderts gerückt. mit Hecht für das Ballspielen als Motiv der Statuette
347. I). 101. Statue der Aphrodite. entscheidet. Zu den bei D. angeführten Repliken
Ergänzungen bei D. richtig. kommt Museo Torlonia 315 hinzu.
Eine sehr ähnliche Figur ist eine Aphrodite- 35?. D. 144. Statue einer Nymphe mit
Statuette in Berlin (licschr. No. 22; vgl. auch l’anther ('?). Erg. Kopf mit Hals, r. Arm,
ebendort No. 34). halber I. Arm. Das r. Hein mehrfach gebrochen;
348. D.112. W eibliche (Icwaudst at iic. auch der Kopf de» Tiere», an dem die Ohren er-
Von dem Kopf ist nur das Qeaicbt mit einem gänzt sind, war gebrochen. Die I /hoher im Ge-
Teil der Haare oben und an der r. Seite antik, wände sind natürlich nicht, wie D. angiebt, bc-
Erg. ferner Nasenspitze und Teil der r. Wange. absirhtigt.
Die Figur ist sehr schlecht gearbeitet und auch Das Ende de» Halsbandes, das der l’anther
in den l’ro|K>rtionon arg verfehlt. Ihr Original trägt, lauft an dem Hinterkopf desselben in die
muss noch dem 5. Jahrhundert nngehöit haben. : Hübe; seine Fortsetzung wurde also von der I.
349. D. 112. Kopf der Statue 345. Auch i Hand der Nymphe gehalten. Hierdurch ergiebt
dieser gehört in da» 5. Jahrli., n. zw. in den »ich eine, sprechende .Situation, welche auch für
engsten Kreis des l’hidias, ist aber sicher nicht die Deutung der Gruppe von Wichtigkeit ist. Das
zur Statue gehörig. . Tier ist der Begleiter der Nymphe auf ihren
350. D. 127. Nike. Erg. r. Arm, I. Hand, 1 eiligen Streifzflgen durch die Berge; sie hält das-
oherer Teil der l’nlinc, ltansch de» Gewandes am selbe an festem Hantle gefesselt. Gehorsam bleibt
r. Oberschenkel aussen, Streifen im Hals, Nase es in Rull« bei seiner Herrin, aber der Kopf
und Kleinigkeiten. Mehrfach gebrochen. Der h endet sich fragend nach oben, denn die Nymphe
Kopf ist sicher zugehörig, da die Haarsträhne, hat sich in heftiger Bewegung auf die Zelien-
w eiche auf der I. Schulter liegt, ölten ansetzt. spitzen erhoben und die rechte hoch erhobene
Dadurch, dass sieh ein Teil des Palnicnsticlce Hand muss ein Attribut geschwungen haben. All
erhalten hat, ist die Deutung gesichert. Die rieh- diese Motive sind aber erst bedeutungsvoll, wenn
tige Ergänzung ergiebt sich durch No. 286, eine wir die Gruppe in eine Jagd hineindeiiken und
bessere Wiederholung desselben Originales. Dort also der Nymphe einen geschwungenen Speer in
aber ist die Figur durch das Attribut des Füll- die Rechte geben. Dieser wird im nächsten Mo-
horns zu einer Tycho gemacht. Glücks- nnd ment hinansfiiegen, ihm nach die Jägerin und mit
Sieges-Göttin stehen »ich ja im Wesen nahe. Der ihr da» der Fessel entledigte Tier. Es ist also
Kopf unserer Figur schliesst sich nicht ohne Be- eine Gefährtin der Artemis, die wir in diesem
deutung und im Einklang mit der Erscheinung zart gebauten jugendlichen Wesen zu erkennen
dos Körper» in dem durchsichtigen Gewände an ! halten. Sonst könnte man ja nur noch an eine
den späteren Aphrodite-Typus an. Münadc denken; bei dieser Deutung aber würde
Auf das gleiche Vorbild, wie diese beiden weder die Bewegung der Figur selbst, noch da»
Figuren, geht eine 8talue in der Münchener Glypto- , Halten des Tiere» an dem fest geschlungenen
flick zurück, die t'eres im schwarzen Gewände Halsband seine Erklärung finden,
in dem Saal der farbigen Bildwerke (Bcscbr. Bei unserer Deutung aber giebt nun die dar»
No. 298). Tenerani hat sieh bei der Ergänzung gestellte Verwendung eine» Panthers oder pantbor-
zu einer Demeter, welche mit der Fackel die ver- ähnlichen Tieres zur Jagd einen gewissen Anhalt
lorene Tochter sucht, wohl durch das ernste für Herkunft nnd Datierung des Originales. Eine
Schwarz des Gewandes leiten lassen, und wir derartige Abrichtung und Verwendung des
w erden unten bei No. 357 allerdings eine derartig Panther» oder vielmehr des Geparden ist uns nur
sinnreiche Verwendung des dunklen Materiales an- aus Ägypten, dort allerdings schon aus sehr alter
erkennen müssen; bei der Münchener Figur aber Zeit bekannt (Vgl. Keller, Tiere des klass. Alter-
scheint diese doch mehr spielender Absicht ent- thuins p. 146). Eine Übertragung dieses Factums
»prangen zu »ein, und wir w erden Brunn liecht geben. aus der wirklichen in die mythische Welt kann
wenn er die Gestalt dein Kreise der den oberen Gott- aber "erst stattgefunden haben, als den Griechen
beiten dienenden Wesen, wie Horen u. a. zu- die eigcnthiimlichen Sitten Ägyptens in vollem
schreibt. Umfange erschlossen waren, d. h. in der alexan-
351. D. 139. Erotenstatue. Der Kopf drinlschen Epoche. In dieselbe Zeit weist unsere
war gebrochen, ist aber antik. Gruppe auch der ganze stilistische Charakter; die
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22
Florenz.
Behandlung des wehenden Gewandes findet in
einigen sogen, neu-attischen Reliefs die nächsten
Parallelen. In specieil alexandrinischen Künstler-
kreisen wird das Original unserer Gruppe ent-
standen sein.
Die C'otn poaition derselben verdient hohes
Lob, vor allen» die Art, in der das Momentane,
Gespannte in der Handlung zum Ausdruck ge-
bracht ist; dann die höchst e!egaute, chiastische I
Bewegung des jugendlichen, weiblichen Körper» '
und endlich die überaus reizvolle Wirkung de»
Winde» in dein zarten Stoffe de» Gewarnte».
Auch die Arbeit an unserem Exemplare ist I
nicht schlecht, kommt aber über äussere Eie- *
ganz nicht hinaus.
Vgl. Hcydcmann p. 73.
353. D 177. Statue der Ilygicia. Erg.
r. Unterarm, 1. Hand mit Schale, Teilen des Ge- ,
w amles und der Schlange, viele Teile des übrigen |
Gewände»; an dein nicht zugehörigen Kopf erg. ;
der ganze Ober- und H'ntcrkopf, Kinn, beide
Unterlider mit dem grössten Teil der Augäpfel.
Das Gesicht war mitten dnrchgcbrochcn. Die
Figur gehört ’n die Übergangszeit des Kcphisodot.
Ili t findet der Stil und die Idee, «lass Hygieia
die Schlange wie ein Kind in dem Bausch ihres
Gewandes birgt, die nächsten Parallelen. Man
vergl. besonders die Athcna m t der Schachtel,
aus der die Krichthouios-Scklange schlüpft, in
Paris (.siche Besclir. der ant. Sculpt. Berlin No. 72). |
Sehr ähnlich ist die llygieia einer Münze von I
Pergamon (Müller-Wieseler, Denkm. I No. 219 h). |
Das Kopffragmeut scheint von einem Werk
aus dem Kreise de» Skopa» zu stammen.
354. D. 182. Statue des Asklepios.
Erg. auch der r. Arm.
Die Figur repräsentiert einen wenig er-
freulichen Typus etwa vom Endo des 5. Jahr-
hunderts. Sehr ähnlich, aber keine Replik ist
der Asklepios aus schwarzem Marmor in der
Mitte des Saloue im capito Untschen Museum.
355. D. 200. Jugendliche männliche
Statu e. Ergänzungen bei I >. richtig.
Das Original dieser Figur, wohl ein Hermes,
ist nicht vor dem Ende de» 4. Jahrhunderts
vorauszusetzen.
356. 1>. 209. Musenstatue. Erg. r. Hand,
1. Unterarm und die Hörner der Lyra, der untere
Teil de» Pfeilers. Der Kopf war gebrochen, ist
aber zugehörig.
Die Figur ist in ihrer Abscheulichkeit äusserst
charakteristisch für das letzte Stadium der ab-
»tcrbendeii Antike.
357. D. 213. Statue der Demeter. Erg.
r. Unterarm, I. Hand, Nasenspitze, Kleinigkeiten
am Gewände. Der Kopf war gebrochen, ist aber
zugehörig. Da» Gewand ist nicht aus Basalt,
sondern aus schwarzem Marmor.
Die Figur wird als Demeter bestimmt durch
die für diese Gottheit um! ihre Tochter typische
Gewandung. Viele Beispiele in Overbeck» Kiinst-
my Biologie (Atlas T. XIV, XV u. XVIII) auf Votiv-
reliefs und Vasen bildern. So erscheint Kore auf dem
schönen Vasen bild, da» ihre Ziirückfüliriing zur
Mutter durch Hermes und Hekate darstellt. Sta-
tuarisch erhalten an einer Figur des Pal. Doria, ( K erb,
a. a. D. T. XIV, 24. Nach dieser dürfen wir
auch unsere Figur ergänzen. Der r. Unterarm
war erhoben and die Rechte fasste eine Fackel;
die Linke hielt einen Straus« von Mohn und Ähren.
Als besonderes Kriterium kann hier aber noch
das Ornament des D'adems gelten, «bis eiu Ge-
liecht von Ähren darstelt. Die Entscheidung für
die Mutter fonlern die vollen matronalcn Formen
der Gestalt und de» Gesichtes und das schwarze
Gewand. Denn wrir dürfen wohl anuclnmii, das«
die Farbe liier nicht ohne Bedeutung sei, viel-
mehr an die trancrvollc Zeit de» vergeblichen
Suchen» nach der Tochter gemahnen soll, in der
die Göttin nach dem homerischen Hymnus sich
den dunkelfarbigen Schleier um die Schultern warf.
Die Figur kann uns eine Vorstellung von den
Akrolithen der Alten gehen. Auch können wir
uns leicht ihre einstige volle farbige Erscheinung
vor Augen stellen, wenn wir Haare, Augen und
Lippen gemalt, Diadem, Fackel und Straus» aber
vergoldet denken, in prächtigem Uontrast zu dem
I ernsten Schwarz de» Gewände».
Dem Stil nach gehört die Figur in die Über-
gangsperiode des 5. zum 4. Jahrhundert.
358 und 359. Kopf der Statue 357. Der
Kopf ist von einer ganz eigenartigen Grossheit
und Schönheit. Leider ist d e Arbeit unseres
Exemplare» dem Vorwurf nicht entsprechend.
Die eigentümliche Form des Diadems ist mir
nur aus einem weiteren Beispiel erinnerlich, von
der Statue No. 287 iiu Giardino Boboli.
360. D. 230. Statue des Apollon. Erg.
Vorderteil der Basis, r. Fuss mit Vorderteil der
Schlange, Zehen de» 1. Kusses, beide Arme, obere
Teile der Lyra, Hals und an dem nicht zuge-
hörigen Kopfe Kiun und Nase.
Dargestellt ist sicher Apollon. Für ihn allein
passt Lyra und Schlange.
361. D. 242. Statue des Apollon. Die
beulen Arme sind sicher ergänzt ; ebenso die rechte
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Floren*
23
obere Ecke de» Felsens. Der Köcher ist ange-
setzt, aber gesichert durch die erhaltenen Bänder.
Mit der Haltung der Arme und den Attributen
wird der Ergänzer allerdings das Richtige ge-
troffen haben, wenn er auch mit den letzteren
nicht „Stübchen zum Weissagen* (Wieseler) ge-
meint hat, sondern Pfeil (Rechte) und llogou
(Linke). Vcrgl. Münzen von Antiocheia bei Bau-
meister, Denkm., Münzkunde Abb. 1108 und 1109.
Ilcydcmann p. 74.
362 und 363. D. 245. Jttnglingskopf.
Der Kopf sitzt auf dem Torso de» myronischen
Diskobolen. Er ist vollkommen unversehrt. I.eider
ist die Arbeit nicht hervorragend. Sein Original
gehört in die Mitte des 4. Jahrhunderts.
364 und 365. 1>. 263. Kopf der sogen.
N io bidcn-Trophos. Erg. der untere Teil
der Nase.
Der schöne, fein gebildete Kopf gehört noch
an «las Ende de» 5. Jahrhunderts. Die Behand-
lung der Haare ist ähnlich, wie bei der Aphrodite
mit «lom Schwert von Epiilauros. Sehr ähnlich
ist der Ilygicla-Kopf der Mßuzen von Metapont
ans der Zeit um 400 (Koscher, 13 LSI h Lex. Sp.
2780). Eine bessere Wiederholung in Siena im
Besitz de» Marchese t'higi, eine weitere lebens-
grosse grobe Wicderhidung im Museo Civieo von
Bologna aus der Sammlung der Universita. (Die-
selbe war zum Einsetzen in eine Statue gearbeitet.
Nase abgestos» en ; Augensterne tief cingcgrabvn.)
liier schliessc ich gleich an:
366. Weiblicher Kopf. Erg. Nase. Der-
selbe ist nicht bei D. verzeichnet; er steht in dem
Ycrbiudnngsgang zwischen Uffizien und Pal. l'itti,
wohin er aus l'oggio imperiale gekommen ist.
Die Arbeit ist ziemlich roh, und ausserdem hat
der Kopf durch Wasser gelitten. Er ist stilistisch
nahe mit dem vorigen Kopf verwandt; die Ori-
ginale waren sicher von demselben Künstler.
Auch er war zum Einsetzen in eine Statue ge-
arbeitet.
Ein weiterer hierher gehöriger Kopf sitzt un-
zugehörig auf einer Wiederholung der Artemis L'o-
lonna in l’asino Borghese (Eingangssaal, rechts
von der Tliilr).
367. D.271. Kopf eines Triton. Nur einen
solchen und weder einen Flussgott noch Okcanos
(Heydcmanu p. 74) kann der Kopf darstellen.
Für den letzteren fehlt ihm die Würde, für den
ersteren die Ruhe. Der Kopf ist ausserordentlich
charaktervoll. Er sehlicsst sieh wohl noch ziem-
lich eng an die Schöpfungen de« Skopas an.
Er wie D. 272 steht jetzt am Ende des
3. Ganges, D. 273 am Anfang des 1.
368 und 369. Ü. 321. Bärtiger Götter-
kopf. Ergänzungen bei D. richtig angegeben.
Sehr mässige Kopie eine» Götterkopfe» aus dem
Ende de« 5. Jahrhundert«.
370 und 371. D. 322. Bärtiger Götter-
kopf. Ergänzungen bcil). richtig angegeben. Mittel-
gute Kopie nach einem Original aus der Mitte des
5. Jahrh. Die nächste stilistische Parallele bietet
der Kopf de» sog. heroischen König» in der Mün-
chener Glyptothek (Xo. ICO). Die Behandlung der
Haare in einzelnen dicken Locken, «las breite,
Haeh aufliegende Band und die betonte Querfalte
auf der .Stirn finden sich ganz übereinstimmend
liier und dort. Allein Andere», wie vor Allem die
Kopfform, ist verschieden. Ein ähnliche» Stück,
keine Replik, ist im Lateran, B-S 382 (auf Phot.
Molins 2887).
372. D. 354. Fragment einos grie-
chischen Votiv rclicfs Erg. an «lein vor-
deren Pferd der Unterschenkel de« r Hiuter-
bcincs und de» r Vorderbeines, der Huf des I.
Vorderbeine», an dem hinteren Pferd die Schnauze.
Das schöne Fragment stammt aus der Zeit de»
Parthenon.
373. D.417und418. a. Apoll niitMusen.
Es liegt gar kein Grund vor, in «lern Gott Dionysos
und nicht Apoll zu erkennen. Zu h. vgl. Heyde-
mnnn p. 74 und Overbeck, Kunstmythol. «1er Demeter
p. 51ö f.
374. D. 425 und Anhang p. 259 f. Kopf
eines Fettschwanzschafes. Hcydemann p 74.
375 und 376- D. 471. Kopf des Zeus
Ammon. Ergänzungen bei D. richtig. Over-
beck, Kunstmythol. de» Zeus p. 280 No. 14. Der
geile tierische Ausdruck ist vorzüglich gegeben.
Das Original aus dem 4 Jahrhundert.
377. D. 607. Relief mit Darstellung
eines Tuchladen». Die hehlen Männer, welche
zu Selten der Sitzenden stehen, sind wohl die
Sclavcn der Käufer Die Darstellung ist ausser-
ordentlich lebendig Die Ausführung hält sich
ganz an die bei «len alexandriiiischcu Kcliefbihlern
übliche Manier.
378. D. 610. Volivrelief an Dionysos.
Vgl Heyilcmann p. 75; Hauser, Neuattische Reliefs
p. 13 No. 9 uud Winter, 60. Berliner Winckel-
mannsprogramm p. 97.
379. D. 533. Relief mit Darstellung
eines Stickerei-Ladens Vollkommenes
Gegenstück zu 370, wahrscheinlich von denselben
Hand.
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Wörlitz.
24
Kunsthandel.
3S0. Statue eine» Knaben. II. ca. 1,40.
Griech. Marmor. Erg. Kopf m. Hals, beide Anne
von der Mitte der Oberarme au, 1. liein, r Iiein
von der Mitte den Oberschenkels an, Glied, be-
findet sieh bei dem Kunsthändler A. Mellt, Via
Guicciardini 26 und will aus einer Villa in der
Nähe von Ferrara stammen. Ziemlich gute Ko-
pistenarbeit. Das Original muss einer attischen
Schule vom Ende des 5. Jahrhunderts angehören.
Die Ergänzung der Arme hat jedenfalls das nich-
tige getroffen.
Hei dein Kunsthändler Hardini befinden
sich unter Anderem : verschiedene gute römische
Porträts mit erhaltener IHlste, zwei nach der
Form der letzteren ans rcpublicanischer Zeit;
ein vorzüglicher Barbaren köpf; du sehr
schönes Kn lest lick einer sitzenden Figur mit
Drap i e r u n g , in der die Liegefalten angedcutct
sind, doch ist das Original mindestens um ein
Jahrhundert älter als die pergamenische Schule i
die aus Villa Horghese stammende Wiederholung
der in einen l«orlieer sich verwandelnden
Daphne ohne Kopf und Hände (ahg. bol
Brunn - Brock uiann Taf. 260); ein lebhaft in
chiastischer Bewegung vorwärts eilender Jüng-
ling (vorgestreckt der r. Arm, vorgesetzt das
1. Bein; fehlen der r. Arm von der Mitte des
Oberarmes an, I. Arm mit Schulter, beide Unter-
schenkel; der fein geformte, reich gelockte Kopf
ist nach rechts vorgestreckt), dessen Original nach
der sehr naturalist'schen Behandlung des weichen
Körpers (vgl. «len Hypnos in Madrid und die
Bronze aus Xanten in Berlin, Besch r. No. 4) nicht
vor dem Ende des 4. Jahrhunderts denkbar ist;
endlich ein ebenfalls aus Villa Borghese stammender,
vorzüglich gearbeiteter, bisher noch in keinen
weiteren Exemplaren bekannter, polyklcthehcr
Körper mit ungebrochenem Kopf (griechischer
Marmor; die Grösse des Doryphoros; die Arme bis
auf die Ansätze abgebrochen, ebenso das r. Bein in
der Mitte dt» Oberschenkels; ergänzt die Nase, die
1. Hüfte mit dem Ansatz des Beines); der I. Arm
war erhoben, der r. gesenkt; der Kopf neigt sich
stärker als bei dem Doryphoros, etwa in der Art
des sich bekränzenden Knaben, in der Hiehtmig,
in der sich die r. Hand befunden haben muss:
die Behandlung des feinen, vornehmen Kopfes
und der Körperformen weist das Werk in die
spätere Entwickelung des Polyklct.
Es wurde nicht gestattet, Photograph ieen zu
nehmen.
Wörlitz (bei Dessau).
Wilhelm Ilosaeus, die WOrllticr Antiken.
Dessau 1873. Daselbst früher" I.ittcratnr.
Ilosaeus 2, der auch in Abgüssen (z. 1t.
München und Berlin, Frirderiehs- Wolters lGOü)
verbreitete schöne (alter nicht originale) weibliche
Kopf, dessen Urbild nicht lange naeli 400 auztt-
setzen ist, wird in den „Denkmälern gr. und röm.
Sculptur“ veröffentlicht werden.
381-384. Altertümlicher Jünglings-
kopf. Ilosaeus 5. Grobkörniger parischer Mar-
mor. Seit: Nase, Teil der Uppen, Stück am Hals,
Einzelnes an den hocken des hintern Ilaarkranzos;
die antike Büste nicht zugehörig. Das Ilaar intaet.
Gute Kopistenarbeit. Ich hin nicht im Stande,
diesen interessanten, bisher unr in dieser einen
Keplik bekannten Typus einem bestimmten Meister
ziizuschreibeu und begniige mich daher mit der
Aufzählung der ihm am näclistcn stehenden Monu-
mente. Den U Barabschluss ühcr der Stirn hat er
gemein mit der Sehntztlehenden Harberini (s. unten
No. 483 und 484), dem Kopfe der Münchner Glypto-
thek No. 40 (Fnrtwingler, Meisterwerke p. llä,
Fig. 21) und dem diesem sehr verwandten des
l’ula/.zo Torlonia Matz-Dnhii 234 (Phot, hei l)r.
A Kaikuianii). Die Bildung der Seitenloeken
über den linken Schläfen mit den eingerollten
Enden kehrt ganz ähnlich wieder am Kassler Apoll
und seinen getreuen ltcplikeu, sowie an dem
myroiiischcn Herakles des l'alazzo Alt mips (Kalk-
mann, Proportionen des Gesiebtes Taf. 2); auch
der sog Jakrhos de» Braccio nuovo (Helbig,
Führer I, 9), bei dem ausserdem die Bildung des
Naekeuhtuurea zu entspreehon scheint, sowie der
Asklepios der Uffizien D. 108 (E-V 02 und 93)
otlcr vielmehr seine genaueren Heplikeii (vgl
E-V 240 und 241) sind für die Behandlung des
Haare» zum Vergleiche heranzuziehen. Diese
Parallelen führen auf ein attisches Original ans
der Zeit um 480. Es wäre sehr zu wünschen,
dass der Kopf geformt würde.
385. Gruppe, restauriert als Theaeus mit
der athenischen Jugend, die ihn als Minotaurus-
toter preist. Ilosaeus 9. Brunn in den Verb. d.
Dessaucr Phil.-Vcr». 1881, p. 189 ff. Bezüglich
der Ergänzungen, die sehr geschickt gearbeitet
und mit Sinter Hbcrschmicrt sind, weichen meine
Notizen in einigen Punkten von den Angaben bei
Hnsaeus und Brunn ab. Ich habe das Folgende
angemerkt: an der .lünglingslignr ist alt der r.
Fuss, die Zelten des 1., die untere Hälfte des
Stamme» mit Sehwanzende und Klaue; das che-
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Wörlitz.
malige Vorhandensein der (rcstanr orten) Keule
ist durch den Astanfang, auf dem sie aufsitzt, (re-
sidiert. Von der kniceuden Figur I. ist nur da*
Unterteil etwa 2 ein oberhalb der jltasis antik,
ferner Zellen und Sohle des r. Kusses und das 1.
Unterhein vom Knie ab eainnit Kuss. An der
deui Jüngling zu nächst stehenden vorderen Müd-
cbenfigur ist Kopf und r. Ami ergänzt, an der
hintern Mädchenfigur der Kopf sowie der r. Unter-
arm mit dein Gewandzipfel. Ausserdem sind
Kleinigkeiten an der liasis restauriert. Darnach
ist also die Kxhdctiz einer Gruppe von vier Figuren
auf zugehöriger liasis erwio-cn, und zwar eines
(wie das Maas« des Kusses ergiebt) grösser ge-
bildeten Jünglings, der nach Keule und Keil nur
Herakles oder Thesen* seiu kann, und dreier
weiblicher Figuren , deren eine kniet. Ob die
von llosaeiis und lirunn statt der früheren in
Vorschlag gebrachte Deutung auf Henkln und
Auge das nichtige trifft, müssen Kenner der
Mythologie entscheiden; dass die beiden Mädchen
zur Linken des Jünglings, die doch nicht blosse
Nebenfiguren, wie etwa die AntJnpe beim far-
nesischen Stier, hier a'so etwa Tenipeldienerinnen
der Athcna, zu seiu scheinen, dabei keine ge-
nügende Interpretation erfahren, ist fiir mich ein
starkes liedonken gegen den Krkllrungavorsehlag.
Ilruun hat denselben zu stützen geuicht durch den
Hinweis auf die Qualität des Marmors, der, wie
meine Untersuchung bestätigt hat, der bläuliche
klcinaaiatische der Scnipturcn von Pergamon und
Kvzikos ist ; der Mythus von Herakles, Auge und
Telephon ist aber eine der perganicnischcn
tiründiitigssagen. lirunn erklärt darnach sowie
nach der Form der Plinthe, die in ihrer singulären
Form mit der des .Schleifers der Tribuiia fibcrcin-
stimmt, und nach der Glättung der Marmorolicr-
tiärhe (dieses allerdings kaum mit Hcelit, da ich
die angebliche Glättung der aus Italien stammen-
den perganicnischcn Sculpturcn fiir Renaissance-
|M>litnr halte) die Würlttsor Gruppe für ein per-
gamenischcs Original, und zwar Tür die
freie Übertragung eines Werkes von grösserem
Maassstabo in kleinere Verhältnisse, wie man dies
auch Dir einige der Figuren des attalischcn Wcih-
gesehenks voraiissctzen darf. Art des Marmors,
Form der I’linthe und Anordnung einer Gruppe
von vier Personen auf einer Hais empfehlen meines
Krachten* llrtimis siilistisehe Kinreihung de*
Stückes. Die Arbeit allerdings, die naeli Hrunn
„in einigen wohlerhnltencn Gcwandpartieen nicht
eines bestiuunten t harakters entbehrt, der sie von
römischer Kopistcnarbeit wesentlich unterscheidet“,
25
schien tnir keine auf ein Original weisende Spuren
zu tragen. Ich bedaure, keine besonderen grösseren
Aufnahmen der beiden stellenden Mädchen her-
gestellt zu haben. Man könnte dann auch besser
erkennen, ob die Anordnung ihrer Gewänder Ana-
logieou mit Pergamenischem zeigt.
386 und 387. llosaeiis IO, Kopf des Apol-
lon (?). Neu: ilrust, Teil des Halses, Teil des
j Kinnes, läppen, Nase, der hintere llaarzopf, der
| sog. Krohylos, dessen Ansätze aber alt sind, und,
I wie es scheint, Mehrcres auf dem Oberkopfe.
Stark geputzt. In Frisur, Stimbildting und Gesichts-
oval erinnert der Kopf all den der capitoüniselien
Aphrodite und an den Kopf der kauernden Aphro-
dite des Daedaltis von llithynicti (ähnlich auch
der Münchner Kopf aus Ciiinac N 1. 110 in seiner
: neuen Restauration) und wird wie diese dem
3. Jalirti. angehören. Das Neapler lind das vor-
treffliche Torlolliasche Kxeniplar (No. 170) der
kauernden Aphrodite haben Stirn- und Schläfen-
löckehcn; vgl. olien Text zu No. 273: die Uotiibi-
nation beider erst an Werken der ersten |»erga-
menisriieu Schule sicher nachweisbar. Durch
Vergleichung säumitlichcr Repliken der Daedaltis-
aphrodite müsste allerdings untersucht werden,
oh dieses Detail auch dem Originale zu eigen war.
Die capitolinischc Aphrodite und der Wörlitzer
Kopf haben nur Scliläfeulöckclien, sind also viel-
leicht etwas älter als Daedaltis, d. Ii. ans dein
Heginn des 3. Jahrlt. Wegen seines ernsten lind
stillen Ausdrucks scheint mir der Kopf eher Apoll
als Aphrodite oder Artemis darzustellon.
388 390. Oberteil einer ltcplik der
Soaiklcsatnazone. llosaeiis 11. Friederiehs-
Wolters 515. Nach dem Gips ahg. im Jahrli. d. J
1886, Taf. 4 (Michaelis); vgl. p. 18 i. FnrtwKnglcr,
Meisterwerke p. 291 ff. Neu: r. Brust (die Wunde
alt), Flicken auf der 1. Wange, Nasenspitze, Teil
der Oberlippe, der rechte seitliche Obcrschildcl und
der Hinterschädel. Ober- und Unterkopf waren
einmal von einander gebrochen; die Brüche sind
teils verschmiert, teils in Form der aufgefllhrten
Krgänzuugen verdeckt. Das Fleisch ist stark ge-
putzt. — Meine Aufnahme der ganzen Figur ist
leider iiliercxpoiiicrt. — Wie ein Vergleich
mit den Abbildungen besserer Itcplikcn (Kopf auf
der Mattelsclicn Amazone im Vatlcan, Furtwänglor
a. a. O. Taf. XI, und Kopf im l onaervatoren-
palast, Phot. rötn. Inst. 131 uml 132) ergiebt,
finite und leblose Kopie, ilie wenig vom ursprüng-
lichen Bronzecharakter bewahrt hat. Fnrtwänglcr
will in diesem Typt» das Werk de* Kresilas er-
I kennen.
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26
Wörlitz.
391 und 392. Weiblicher Kopf mit j
Mauerkrone. Hoeaeti» 12.
Keu: Kaue, Lippen, Kinn, Loekenteile, Hain;
Bruststück nicht zugehörig. Die Mauerkrone
antik; was <lcr über ihr in der Mitte sichtbare
Ansatz zu bedeuten hat, lialie ich vor dem Origi-
nale nicht constatiert. Lieber die Benennung der-
artiger Köpfe vgl. Kurt wänglcr, Sammlung SaburotT
zu Tafel XXV. Kine Bearbeitung de» gesammten i
einschlilgigen bildlielien Materiales, die zunächst
eine Scheidung der Darstellungen vonTychc und
Kybele versuchen müsste, fehlt noch. In den
Formen des Gesichtes weist der Würlitzcr Kopf
auf l’raxitcllschcs, z. B. die .Hera* Ludovisi, zu-
rück. Das Attribut der Mauerkrone scheint in-
dessen erst in späterer Zeit aufgekomnien zu sein;
vgl. Furtwüngler n. a. 0. (Der Kopf der Tyehe
von Anliochia des Kutychides ist nacli meiner !
Untersuchung im Jahre 1892 — gegen llelliigs An-
gaben — modern ; erneute genaue Prüfung ist sehr
wünschenswert) Die S.unm'ung Jacoliscn in Kopen-
hagen iiat kürzlich die Colossalatatuc einer sitzen-
den Göttin mit Mauerkrone erworben (Ko. 1047 h;
angeblich aus dem Kyhelctcmpcl in Formiac und
darnach Kybele zu benennen), welche einen in den
Formen etwas volleren, im Ucbrigcn aber dem
Würlitzcr sehr ühnlirhrn Kopf trägt. Vgl. ferner
die .Statue der vatieanisehen Gärten Clarac 395,
662 — Müller- Wieseler LXIi, 807 — Itoseher, mytli
Lexikon s v. Kybele, Sp. 1045.
393. Statuette eines trunkneu
Herakles „mingens*. iiosacus 13.
Neu: 1‘linthc, Küsse, Unterschenkel bis zu
den Knieen, I. Arm Von der Keule nur das
Mittelstück alt. B. Arm und l'euis sind antik.
Die Augen waren eingesetzt. Arbeit von Bart-
undSrhamliaar besonders roh. Wiederholungendes
Motivs: Friederiehs- Wolters 1776; daselbst weitere
l.ittcratur. Vortrefflich gelungen ist die schwierige
Wiedergabe des doppelten Motive«, dass Herakles ;
schwankeudin Kusses im Gehen sein Bedürfnis [
befriedigt. Ltie Kntstehungszcit dieser köstlichen
humoristischen Erfindung näher zu fixieren, bin
Ich nicht im Stande — vor Alexander kaum.
Vgl. die Bronze aus I’artua E-V Ko. 71. Michaeli»
(ancient marbles p. 517, No. 4) denkt an Ver-
wendung des Typus für Brunnenfiguren: antikes
Vorbild des Brüssler Manneken-Pis.
iiosacus 22, sog. Statue der Flora.
Ich habe die Statue, von der mir die Skizze eines
bcficntidctcn Malers vorliegt, aus äusseni Gründen
nicht sellist zu Gesiebt bekommen. Ergänzt nach
Hosaeus unter Anderem der Kopf. Von dem
Typus defStatue kenne ich vier weitere Repliken :
Clarac 498D, 1053 H (Neapel, Inv. 6400, aus Her-
culaneum; Kopf neu, tragische Maske in L. im
Wesentlichen alt, in diesem Exemplare also sicher
Melpouicnc; Chiton mit Halsqucdcr); Clarac 516,
1058 A (Ince Blundell Hall; Michaelis, ancient
marbles p. 341, No. 18; kleine Abweichungen
wohl nur infolge der Ergänzungen); Museo Tor-
lunia ‘201 und Stockholm V, 17 (unterleliensgross).
Ausserdem entspricht die Figur der ersten Muse
link» auf der Musenbasis von Halikarnass (Trcn-
dclenburg, Berliner Winekclmannsprogi auuu 1876),
wo das Attribut allerdings nicht die Maske, son-
dern eine grosso Leier ist. Hinsichtlich weiterer
Schlüsse filier die Eutstchnngszeit und den Meister
des Originales verweise ich auf das demnächst
erscheinende Buch von W. Amcluug. Der zu
dem Typus gehörige Kopf ist noch nicht bekannt.
Eine in der Gewandanordnung sehr verwandte
Figur ist die ohne Grund als liygiela ergänzte
Statuette des Musen t'hiaramonti No. 86 (in Phot,
verbreitet), sowie ein in zwei Repliken (Sala delle
Muse 533 und Chiaramonti 354; beide photo-
graphiert) mir bekannter Athenetypus.
Iiosacus 23, sog. Statue der l'rauia,
von welcher ich ebenfalls leider keine Photo-
graphie habe nehmen können, entspricht, wenn
Skizze und Erinnerung nicht täuschen, in den
allgemeinen Zügen der Gcivandanord-
nung ungefähr der Statue der Uffizien D.II‘2
(E-V 348), nur dass hier der Bausch des Ilima-
tions tiefer in der Gegend des Nabels sich be-
findet und dadurch die Gfirtung der Taille
sichtbar wird; auch scheinen die Proportionen
breiter und gedrungner zu sein. Der antike
„praxitclische“ Kopf ist fremd und wertlos; neu
Anne und Attribute. Gewöhnliche und ver-
waschene Arbeit.
Hosaeus 24, sog. Statue der Poly-
hymnia, sehr schlechte Replik der vatieanisehen
Muse gleichen Namen» Helbig I, 270. Kopf neu.
Keine Skizze.
394. Sog. Statue der Melpomene.
Hosaeus 25. Neu: Anne, Häudc, Attribute. Hals
zwisclicngesetzt, Kopf (neu: Nase; mit Stirnkrone;
an Praxitelisches entfernt erinnernd) kaum zuge-
hörig. Die Gewandauordnnng steht derjenigen der
„Flora“ Hosaeus ‘22 und noch mehr der dort bereit»
angeführten „Hygicia“ t'hiaramonti 86 sehr nahe;
wie diesu, w ird die Statue in pergamenisclic Zeit,
in die erste Hälfte de« 2. Jahrh. vor Uhr, gehören.
395. Sog. Statue der Thalia. Hosaeus
26. Neu : Arme, Hände, Attribute, unterer Zipfel
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Wörlitz.
der Ncbris sowie d:ui Gewandstück vorn darunter;
Hais zwischcngeaictzt, Kopf, der etwa» an die
capitoliuischc „ Flora“ Ilolbig I, 519 erinnert,
nicht zugehörig. Wiederholungen der Statue (vgl.
ltulle in den rüm. Mitt. d. J. 1891, p. 186): I.
Stockholm, Clarac 509, 1027 ; Phot. laigrelius V, 5.
2. Marbury Hall, Michaelis, ancicnt marbles p. 505,
No. 10 = Clarac 694 B, 1623 A. 3. Vatican,
Sala a eroce greca 71 = l’larac 507, 1013;
Statuette. Die weiteren von Bulle aufgefUhrten
Statuen Clarac 275, 1646 (Louvre) und 709, 1654
(Rom, Coli. Chaldais, wo jetzt ?) scheinen keine
Repliken zu sein: bei beiden ist das linke das
Standhein, bei der Pariser Statue zieht sich die
Neliris von der rechten Schulter zur linken Hüfte.
Ausserdem ist der Kopf der Statue Chaldais (nach
Clarac» Text zugehörig) verschieden von dem-
jenigen des Exemplare» im Vatican, welche» (das
einzige) nach Clarac (eigne Notizen fehlen mir
leider) einen ungehrochnen Kopf trügt. Genaue
Untersuchung de» Thathoatandcs sowie gute Ab-
bildung der vatiranisrhen Replik, die ich ausser
von Clarac nur aus einer photographischen Gc-
sanimtveiiutc der Sala a crocc greca kenne, sehr
erwünscht. — Wie ist der Typus zeitlich an-
zusetzen? Das zwischen beiden Beinen vorn in
schwerer Masse herabfallende Gewand sowie die
tief unterhöhlten Falten (besonders auffallend
nach Michaelis’ Beschreibung am englischen Exem-
plar) könnten an hellenistische Kntstehungszcit
denken lassen; wir müssen indessen fragen, ob
die» nicht nur Schuld der Kopisten ist, die, wie
ein Vergleich der Photographicen des Stockholmer
und des Wörlitzcr Exemplare» lehrt, in Eiuzeln-
hcltcn sehr von einander und darnach möglicher-
weise auch vom Originale abwcichcn. Im Übrigen
ist der Formcbarakter de» Typus durchaus der
um 350 übliche; die nächste stilistische Parallele
ist die zweifellos auf Praxiteles znrückgcbendc
Artemis-Tyehc Furtwänglcr, Meisterwerke p. 554 ff.
(hier der nämliche Unterschied in der Arbeit
der verschiedenen Kopieen; das Münchner Exem-
plar das am meisten in .hellenistischem“ Stile
kopierte). An die praxitelische Artemis von
Galiii sowie an die Aphrodite nach Praxiteles
im Louvre (Furtwänglcr, Meisterwerke p. 552,
Fig. 104) erinneit auch die Arbeit des Chiton-
Überfalles wenigstens an der Wörlitzcr Replik.
Wie sich mit dieser Datierung der Kopf des vati-
canisehen Exemplare» verträgt, mag ich nach der
schlechten Abbildung bei Clarac nicht beurteilen.
Da die Attribute bei keiner der Repliken er-
halten sind, lässt sieh nicht entscheiden, ob eine
27
Muse oder eine Maenade dargestellt war. Ob das
Fell bereit» in jener Zeit Musenattrilmt war, be-
dürfte besonderer Erwägung.
396. Sog. Statue der Euterpe. Ho-
sacu» 27. Neu : 1. Oberkörper bi» zur Hüfte mit
I. Ann; r. Unterarm mit Hand; Plinthe. Der Kopf
(neu: Nase, Oberlippe, Kinn, Hals; geputzt) nicht
zugehörig und ohne besonderen Wert. Das Haar
ist seitlich durch die Kopfbinde gesteckt, wie an
gewissen „archaisierenden“ Köpfen (s. unten
No. 425—428). Von der Statue kenne ich keine
genaue Replik. Wohl aber fügt sic sich nach der
Anordnung ihres Gewandes in eine grosse, der
Zeit des Phidias ungehörige Statuengrup|M! ein,
von welcher ich folgende Vertreter nenne: Berlin
582 (mit antikem Kopf; Phot, desselben erwünscht),
Replik München 79 (Phot. Böttger); Stockholm
Phot, l-agrelins V, 11 (Clarac 500, 987); Villa
Albani 2 (Clarac 438 G, 759 E; Phot. Molins 2752) ;
Braccio nnovo 56 (Clarac 975, 2514; Geling,
Führer I, 27; Bernonlli, rüm lkonogr. II, p. 49,
No. 3); Conservatorenpalast, Octogon 12 (Phot.);
Clarac 993, 2583 1! (Villa Albani); Clarac 438 F,
795 F (Villa Albani); eine Statue mit nicht zuge-
hörigem Kopfe (der von E. Reisch veröffentlicht
werden wird) im Giardino dclla l’igna des Valican
(Phot. rüm. Institut; Beschreibung der Stadt Rom II,
pag. 107, No. 2 ? ); Clarac 987, 25»2 (Villa
Borghese) ; 988, 2574 C — Vaux, Handhook p 208
(brit Museum); 989, 2583 (Vatican) ; 990, 25S0 A
(Ginstiniani); ferner die Athenen Farnese, llope,
Albani (Furtwänglcr, Meisterwerke p. 103 ff.) und
die Musen Mantua, Venedig, Petersburg (Dütschkc
IV, 720; V, 115 und 120; daselbst I.itteratllr;
werden in den „Denkmälern gr. und rüm Seulptur“
veröffentlicht werden). Durch eingehendes Studium
der genannten Werke winl »ich gewiss eine ge-
nauere chronologische Folge derselben feststellen
lassen, die ich hier zu geben nicht beabsichtigt
habe. Eine archaische Vorstufe zu dieser Gruppe
lehrt die Statue Museo Torlonia 482 kennen.
397. Statue der sog. Erato. Hosaeus28.
Kopf und Unterarme neu; von der Leier ein
Stück alt und zugehörig, also ist die Statue als
Muse gesichert. Nach dein ruhigen Stande der
Figur und dem einfachen Wurfe der Falten noch
ins 5. Jalirh. gehörig; der Künstler dieser Muse
wird dem Kreise des Phidias nicht feru gestanden
haben. Vgl. E— V 9.
Ilosaeus 29, sog. St at uc der Kal liope,
liegt mir in Skizze vor. Nach derselben scheint
die Statue eine Wiederholung der sog Kalliope
der Sala delle musc 515 (Hclbig, Führer I, 273)
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28
Wörlitz.
zu sein. Weitere Repliken des Typus: Iloboli,
K— V 291; Villa Lmlovisi, Schreiber No. 61;
Madriil, Clarac 536, 1115, Hübner 55, Phot, l.auront 1
1713, No. 472; Madrid, Clarac 52t», 1 HK), Hübner
54; Wiirlit*, liosaeiis 31 (». unten). Unterarme
und Attribute neu, ebenso Oberteil de» Rückens;
Hals zwischengesetzt, Kopf nicht zugehörig, da
von dein de» Madrider Kieuiplare» Hübner 55,
welcher zur Statue gehören soll, verschieden.
Rolio Arbeit. IHo Angaben von Hosaeus über
Spuren der ehemals vorhandenen Attribute be-
dürfen nach meinen Notizen nochmaliger genauer
Nachprüfung, die mir nicht möglich war.
Hosaeus 30. Sog. Statue der Ter-
pslchorc. Anne neu; ein Stück der Leier alt.
I lals zwischengesetzt, Kopf kaum zugehörig. Rohe
Arbeit. Nach der Skizze zu urteilen, i»t die Statue
eine nicht wesentlich modificierte Replik der vati-
rnnisrhen Thalia Saia delle Muse 503, lielhig 1,
272, deren Restauration mit Tympanon in der L.
danach unrichtig wiire (die Wiederholung in
Dresden Ilcttncr 84, Clarac 522, 1071, Phot. Krone
(4C| <*37 trügt auch in der I,. die lauer, von der
aller nach den Heschrciliiingen nichts antik ist).
Der Kopf des vaticauiselien Exemplare» ist antik
und zugehörig; der des Wörlitzcr nach meinen
Notizen davon verschieden.
Hosaeus 31, Replik von Hosaeus 29,
aber bedeutend kleiner (hoch 0,80). Sehr roh.
Vorderarme mit Attributen neu. Kopf (mit Diadem
und seitwärts gcstrichnem Haar) kaum zugehörig, !
ganz unbedeutend. Keine Skizze vorhanden.
Hosaeus 32, Statuette de» Apollon.
Ktwa halldebensgross. In Skizze vorliegend.
Kopf, r. Unterarm, 1. Hand neu; Stück der
Leier alt. Rohe Arbeit. Nicht, wie Hosaeus an-
giobt, „Nachbildung des bekannten vatieanischen
Originales“, sondern Wiederholung der Apollo-
statuo, die auch Archelaos von Prienc auf seiner i
llomerapothcose kopiert hat; nur fehlt dort das
Tragband der Leier quer über die Brust. Vgl.
auch Clarac 498 E, lll>8 A, auf der Insel Santorin
gezeichnet, jetzt wo? Über Zeit und Meister des
Original» vgl. W. Amelungs demnächst erschei-
nendes Buch über die praxitclischcn Musenreliefs
von Mantinca. —
Das» die Wörlitzcr Musenstntucn nur der
Phantasie des Restaurators ihre Vereinigung ver-
danken, hat Hosaeus a. a. 0. p. 32 liereits richtig
bemerkt Nur fünf von ihnen sind als Musen
überhaupt gesichert (Hosaeus 24, 28, 29, 30, 31),
von denen 24, 29, 30 vielleicht ursprünglich zu-
samnieiigehört haben (um dies zu entscheiden,
wäre erneute Besichtigung der Originale im Hin-
blick auf Grösse, Arbeit, Marmor erforderlich’,
da sie alle drei Repliken nach den Thcspiaden
de» Praxiteles sind (vgl. Amelung a. a. 0.), während
31, ebenfalls hierher gehörig, sieh durch sein
kleineres Format ansscheidot Hosaeus 28 endlich
gehört einer der praxitelisrhen zeitlich voraus-
liegenden Musengnippe an. Der Apoll ist nach
der Gruppe des Philiskos von Rhodos kopiert
(s. Amelung a a. 0.). Auf die nämliche Gruppe
geht die in Wörlitz offenbar irrtümlich von den
Musen getrennte „Flora“ Hosaeus 22 zurück. —
393 und 399. Kopf de» Ammon und
Kopf eines Mädchens (die Faces und die
Profile auf je einer Platte). Hosaeus 34 und 36.
Kopf des Amnion. II. 80. Neu: Nasenspitze,
Oberlippe, grösster Teil beider Hörner und die
darunter in der Mitte der Stirn hcrvorkoimnende
Locke, Kleinigkeiten an der (antiken) Herme.
Sehr verwaschen. Wiederholung in Berlin, Katalog
No. 9; ». das dort Gitterte; ferner Stockholm,
Phot. Lngrrliu» V, 48. Der Typus gehört nach
Haar- und Aiigeubehaudlung in die Mitte des
5. Jahrhundert». Die llaai Verschlingung über
der Stirn entsprechend an dem bärtigen Kopfe
des Giardino lioholi Amelung, Florentiner Antiken,
Tafel, und an dem Kopfe des Lateran B.-S. 388
(M.-N. 770; Phot, auf Gcaammtvcdutcn). Vgl.
Furtwänglcr, Meisterwerke p. 679 f. (dessen Liste
ein neu erworbner strenger Apollon[?]kopf der
Sammlung Jacobson zuzufügen ist). Wir besitzen
mehrere Ammontypen au» dem 5. Jahrhundert:
1. den oben besprochenen, 2. den durch den
schönen Neapler Kopf Inv. 6274 vertretnen (Phot.
Sommer 1535, Brogi 5781, Alinari 11082), 3. den
Typus München 81, von welchem eine ältere Vor-
stufe (oder nur Replikenvariante?), ohne den wild
durclieinandergeworfnen Bart, aber mit dem ganz
entsprechenden singulären Arrangement de» Kopf-
haares, in einem Kopfe vorliegt, der mir nur au«
l’hott. bekannt ist und von dem ich nicht weis», wo er
sieh befindet. (Die scheinbar altertümlichen Züge
in dem Constantinopolitancr Ammonkopf Kcinach
307; Gaz. arch. 1887, pl. 10, 2 sind wohl nur durch
die Schwierigkeit der Arbeit in hartem Material
— schwarzem Granit — liincingebracht. Den
Kopf des museo Chiaramonti Del big, Führer 1,72;
Furtwänglcr, Meisterwerke p. 95, den ich früher
wegen seiner für Ammon »pecicll charakteristischen
Barttracht trotz einzelner Abweichungen vom ge-
wöhnlichen Typus diesem Gotte znscli reiben zu
müssen geglaubt habe, reihe ich hier nicht mehr mit
völliger Sicherheit ein, seit die Sammlung Jaeobscn
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Wörlitz.
unter No. 1100a eine Wiederholung ohne «lies«
Barttracht, mit gewöhnlich streng geringelten
Hartlorken, besitzt. Was das Ursprüngliche
gewesen ist, wage ich noch nicht zu ent-
scheiden; derselbe Kall, wie ei scheint, oben bei
München 81 und seiner Replik ) l im Kahmes
ist uns bekanntlich eine Statu.' des Ammon, die
I’indar in Theben weihte, überliefert (S.-Q. 512;
da l’indara Todesjahr gesichert, jedenfalls vor
4M). Kitten der angeführten Ty|teii mit diesem
Werke bestimmt zu identitiricren bin iclt nicht im
Stande; doclt halte ich es für sehr wahrscheinlich,
dass dasselbe hinter einem von ihnen verborgen
ist. Am nächsten liegt di t Vermutung, dass der
in den meisten Repliken erhaltne Typus, llerlin-
Wörlitz-Stockholm, auf das Werk des Kalauiis
zurDekgeht.
Kopf eitles Mädchens. 11. 34 (?). Neu: Brust-
stück, Nase, llintcrhnl*, I. Ohrrand, r. Ohr und
Haarstreif über demselben. Stark geputzt. Am
I. I’rofil nach meinen Notizen ein SehUUenlöckchcn.
iiosacus' Gedauke an modernen Ursprung lic-
stimmt unrichtig. Nach der Anordnung des Haares
über tier Stint und im Nacken gehört der Kopf
in die Mitte des 5. Jahrhunderts, in die Gegend
etwa der Neapler bronzenen A masonont VJhcrnie
lirnim-Bruekmann Taf. 337 oder des der Petwor-
ther Amazone aufgesetzten Köpft» Jaltrb. d. inst.
1886, Taf. 1 und 2. Oh die mit dieser Datierung
in Widerspruch befindlichen Spuren weicltercr
Kormcnhehandlung in Mund nnd Augen sowie
das Schläfenlöckclten damit zu erklären sind, dass
der Kopist ungenau arbeitete und Züge späterer !
Zeit dem strengen Originale bcimischte, oder da-
mit, dass das Original des Kopfes in eitler Zeit
entstanden ist, in welcher sielt bereits Spnren
weicheren seelischen Kmpfindcns mit den strengen
Können mischten, also etwa in der Zeit tier
Kirnte des Kcphisodot, eine Entscheidung dieser
wichtigen Krage hin ich weder in diesem ein-
zelnen Kalle noeil Ulicrliattpt bisher mit Sicher-
heit zu gehen im Stande. Es fehlt liier durchaus
noch alt eingehenderen, ziisauiinrnfassendeit Be-
obachtungen.
400. Kopf eines Satyr s (llosacns 35),
Relieftorso eines Giganten (? H. 43V, sog.
Gruppe von Fortuna und Abnndautia
(II. 62).
Kopf eines Satyrs. Neu: Brust, Kinn, Kippen,
Nase, Hinter- und Oberkopf. Ähnliche Köpfe
z. B. in Dresden (Hettiter* No. 195; Augusteum
Taf. 96), Stockholm (Phot. Kagrelitts V, 50), Neapel
(Inv. 6328, neben der Gruppe von Pan und Olyrn-
20
|his), Capitol, Galleria 25. Wie sind diese Typen
zeitlich zu fizieren?*)
Relieftorso eines Giganten (V): -auf der Rück-
seite abgesägt und unbedingt früher Teil eines
Reliefs* (Iiosacus). Wie llosacns ebenfalls bereits
richtig bemerkt hat, vermutlich von einem Giganten-
sarkophage in der Art de* vaticanisrlien (Hclb'g,
Eflhrer I, 213) und wie dieser auf ein Vorbild
hellenistischer Zeit ztirilckgelieml.
Statuettengruppe von „Fortuna und Alum-
dniltia“. Neu: die Köpfe; r. Vorderarm mit Hand
und Attribut der Stehenden; r. Hand der .Sitzenden
nebst Ruiier (die Kngel darunter alt). Die Füll-
hörner sind antik. Trotzdem dass die Basis
zwischen beiden Figuren Schnitt hat, kann ich
Iiosacus nicht folgen, der die Figuren überhaupt
für nicht zusammengehörig hält. Denn die Arbeit
und die Grösse beider ist ganz übereinstimmend,
ihre Attribute sintl die gleichen, der Stil der Ge-
wandung der nämliche : nur ein ganz seltner Zu-
fall könnte einem Restaurator zwei so ent-
sprechende Figuren gleichzeitig zugefiihrt haben.
Vielleicht Italien sic ursprünglich weiter aus-
einander gestanden oder CB befanden sich zwischen
ihnen noclt mehr Figuren auf der Bas». Vermutlich
Nachbildung einer römischen Cnltgruppc, die sieh
vielleicht auf Münzen wiederfindet. Wie sind die
Figuren zu benennen? Fortnnac? Vgi.dic Glan-
(taste bei Baumeister, Denkmäler s. v. Fortuna
p. 672, Abb. 609. Roscher, mytli. Iasxikon s. v.
Fortuna Sp. 1537 ff. und 1546 ff. Die Originale,
auf welche diese Fignren zurückgehen, sind nach
der Gewandung nicht später als das 4. Jahrhundert.
401 und 402. Kopf einer Wieder-
holung der sog. I, eda oder Nemesis
(Hclbig, Führer I, 454) und weiblicher Kopf
prazitolisehen Stils (die Faees nnd die Profile
auf je einer Tafel).
Kopf der l.cila. Iiosacus 69. Neu: Büste,
Nase, Uppen; Augen und Haar geiliekt. Winter
(atheu. Mitt. 1894, p, 157 ff, Taf. 6) erkennt in
Kopf und Gcwandnng der Kcda Ähnlichkeit mit
den Sculptitrcii vom Asklcpiostempcl in Kpidatirus
und schreibt deshalb tiie Erfindung der Statue
tietn Timotheus zu, auf dessen Entwürfe die Gieitel-
scnlpturen zttrflekgehen. Ich kann Winters Ver-
gleich für nicht richtig oder wenigstens für nicht
zwingend halten. Der Kopf der Ketin reiht sieh
nach der Art, wie das Haar des Hinterhauptes
vom Wirbel ans sieh gleichinässig verteilt, wie es
•) Der Torrncottakopf einen Biitjr» Ilosaeus ,ji Ut eine
Fälschung nach de tu Münchner f«uno cuttn murehiit
Brunn W.
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ui—
30 Rom.
hinten in einem Schopfe endigt, wie es die Stirn ab- [
schlicsst und seitlich in gleiehmüssigen gegliederten
Wellen sieb ausbreitet, am ehesten an Köpfe aus
dem dritten Viertel de* 5. Jahrhunderts an.
Die Köpfe aus den epidaurischen Giebeln hin
gegen scheinen nach den Publieatioiicn und .
I’hotiigraphiccn bereits pathetischer, seelisch er-
regter und in der Eiiizclbebandliing freier r.u sein, j
Der Kopftypus der I.cda wäre in den Jahren
380— .170, in welche Zeit etwa die epidaurischen
GieboUculpturcn gehören sollen, eine singuläre
Erscheinung. Ebensowenig kann ich eine nahe
Verwandtschaft in den Gewandungen der I.cda
und der epidaurischen Scnlptoren erkennen. In
den letzteren linden sich allerdings noch zahlreiche
Ankliinge an das 5. Jahrhundert, die aller doch
nicht bis zur Zeit der sog. Aphrodite des Alkatnenes
hinanfreiehen. mit welcher, wie dies bereits Furt-
wängler ansgesprochen hat (Sammlung Saburoft,
Test zu den Vasen p. !l), tlic I.cda in der Gewandung
die meisten lierühmngspnnkte hat. Eine nahe
Beziehung dlcecr beiden Werke wird mir ausserdem
besonders wahrscheinlich durch eine nur aus der
l'ublieation mir bekannte Figur, die zwischen ihnen
zu stehen scheint. Es ist dies die bei Visconti-
Eabus, monumenti scelli Horghcsiani, Milano 1837, t
tav. XVII, 1 = Sculture della Villa llorghese (17M6)
II, Stanza IV, No. 13 abgcbildctc Statue (jetzt im
Louvre; vgl. Müllcr-WIcscler 2, XXIV, 265, wo
Litteratur und Angabe der Ergäuznngen'i, die in
ihren untern Partien! ganz auffallend an die
I.cda erinnert, während die Gewandung des
Oberkörper» die nächsten Analogieen an der
Alkamencsaphroditc hat. Vgl. auch Sculture della
Villa llorghese II, StanzälV, No. 1. Zwischen den
Giebeln von Epidauros und der I.eda bestehen
meines Erachtens nur gewisse Ähnlichkeiten in den
Motiven der Gewandung, die aber elienso wenig
hinrriehen, beide Werke dem gleichen Meister zu-
zuschreiben, als die Ähnlichkeit im llewegungs-
motivo beim Apoll vom Belvedere und beim
Ganymed des I.eocharc* genügt, beide auf den
nämlichen Künstler zurlickzuführen.
Weiblicher Kopf. Hosaeus Nr. V . Neu:
liüste, Nasenspitze, ganzer Hinterkopf. An Lippen
und Stini etwas geflickt. Praxitclisch auf der
Stilstufe der Knidicrin.
Rom, Capitol.
Die Angabe der Ergänzungen verdanke icli
der Gefälligkeit W. Amclungs.
403 und 404. Cortilc 4, auf einer Säule neben
dem Marlbrio. Weiblicher Golossalkopf,
ohne Grund im Kataloge (nuova descrizinnc del
Museo t'apitoliuo, 2. Anti., ltom 1888) alsGiunonc
bezeichnet. Ainclung hält an dem Kopfe Alles
für antik und ist nur zweifelhaft bei einem
Stilek der I. Wange mit (Ihr und Haaren. Doch
dürfte wohl auch das Bruststück vom Halse an
abwärts modern sein. Im Haare ein Diadem.
Die Augen ursprünglich eingesetzt. Der Kopf
geht auf ein wold attisrhe» Original aus der Mitte
des 5. Jahrhundert» zurück. Im Untergcaichte,
in der Bildung des Mundes untl des breiten
knochigen Kinnes erinnert der Kopf an den
Kassler Apoll und seine Genossen, während die
Stilisierung lies Haares bereit« freier und vor-
geschrittener als an jenen ist.
405. Atrio 42. Statue eines Jünglings,
als Hermes ergänzt. G'larac 658, 1527 A. Lebens-
gross Neu : r. Arm von der Mitte de* Oberarmes an
mit Kcrykcion, 1 Fnterarui und Hand mit dem
hcrabhängcndcu Ende der t'ldaniys und dem
Beutel, I. Bein von der Mitte de» Oberschenkels
au, r Unterschenkel, Stamm, PUnthe, Knopf an
der Chlamys. Kopf antik, aber nicht zugehörig.
Ergänzt an ihm die Flügel uud fast der ganze
Rand des I’ctasos, Stücke an der I. Augenbraue
und unter dem r. Auge. Die Photographie ist
leider von einem ungünstigen Standpunkte aus
aufgenommen; vor dem Originalo schien mir die
einfache und strenge Behandlung der Körperformen,
sowie die Faltengcbung der Chlamys , vgl. E.-V.134)
auf da» 5. Jahrhundert zu weisen. Der schöne Kopf,
von welchem ich leider keine besonderen Aufnahmen
habe allfertigen lassen, gehört in da» 4. Jahr-
hundert. Vgl. E. Braun, Kunstmythologie Taf. 87.
406 408. Auf dcrTreppo (Katalog p. 108).
Statue einer weiblichen Gottheit.
Ilelbig 125; daselbst Litteratur. Gefunden bei
t'ivitä Lavigna, dem alten Lanuvium (daher auf
der Plinthe die moderne Inschrift: Juno Lanum-
vina). Neu: Diadem, Nase, beide Unterarme mit
Teilen der Ärmel, r. Knie und Kleinigkei’en am
Gewände. Der Kopf soll zugehörig »ein. Das
Fell scheint mir dasjenige eine« jungen Schweines
zu sein; ich vermute daher, dass die Statue
Demeter, der das Schwein geopfert wurde (Preller-
ltobert, griech. Mylhologio I, p. 706), darstelleu
»oll (mit dem Ferkel in der Hand Demeter häulig
auf Tcrracotten). Für Demeter passen ferner die
vollen, matronalcn Formen der Figur am besten.
Vielleicht sind auch die Schuhe, die die Statue
trügt, mit Alisicht der .wandernden* Göttin ge-
geben. Die ungewöhnliche Kürze des Chitons,
der die Füsse frei lässt, wird man vielleicht ebenso
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Ham.
zu Gunsten dieser Deutung anfiiliren dürfen. I)io
Disposition der Gewänder, die. die Statue trägt,
ist nicht ganz leicht zu verstehen; mir scheint
sic viiach der Photographie und der Beschreibung
des Kataloge») so gcuieint zu »ein, dass die Güttin
eiueu gegürteten Chiton mit einem feiner ge- J
fältelten 0 bersch lag trägt, der nur auf der Seite
der r. Brust sichtbar wird; der Schleier ist vom
Hinterhaupt abwärts um die r. Hüfte nach der
I. Schulter hinaufgezogen unii dort befestigt, so
dass sein herabfallendes Kode unterhalb des Felles
auf der 1. Seite des Oberkörpers sieht bar wird.
Über alles Dieses ist endlich noch das Schwcins-
fell gegürtet. Für die sehr individuelle l'mkrem-
pung des ChitonUhcrschlagcs am Halse weiss ich
keiuc monumentale Parallele. I )as Original dieser
interessante!! Figur gehürt an den Schluss des
5. Jahrhunderts, in die Nähe der Karyatiden vom
Ereehtheion und der diesen gleichzeitigen Kirene
des Kcphisodot. Auch der Kopf hat zu Werken
jener Zeit die meisten Bezüge (vgl. unten No. 1 22
und 423). Hie gedrungenen Proportionen, nament-
lich die Kürze der Unteisehcukel, haben vermut-
lich ihren Grund in hoher Aufstellung der Statue.
409 und 410. Galleria 15. Kopf eines
Hermaphroditen (?). Neu: unterer Teil der
Nase, Unterlippe, Stück im Kinn, oberster Teil
der Haare mit Band, äusserer Band der Büste.
Hals antik und ungebrochen, die Neigung des
Kopfes also ursprünglich. Amcltuig hat mich
darauf aufmerksam gemacht, dass der Kopf sehr
au denjenigen der Neapler llermaphroditenstatuettc
aus Pompei, im Saal des Atlas, Inv. G352 (phot.),
erinnert. Frisur und Stirnbildung vor Allem sind
ganz identisch; die Übertragung des Namens kann
trotzdem natürlich nicht für zweifellos gelten. Die
colossalen Proportionen scheinen eher zu wider-
sprechen. Hie Entstehungszeit des Kopfes möchte
ich wegen seiner immerhin noch einfachen Fonncn-
gebung nicht allzu weit unter das 1. Jahrhundert
hinabrücken. Vor dem Marmor selbst habe ich
1.1392) an oiigiuale Arbeit, wenn auch nicht von
besonderer Feinheit, gedacht; namentlich schien
mir die Arbeit der Haare von der der gewöhn-
lichen Kopicen verschieden.
4M und 412. Galleria 00. Satyrkopf,
einem Exemplare des flötenden Satyrkuaben mit
gekreuzten Beineu (». Frioderichs-Woltern 1501
und 1502) aufgesetzt, aber nicht zugehörig, da
von den echten Köpfen dieses Typus verschieden.
Neu : Hals, I. Ohr, I. Hörnchen, Nase und, wie es
srheint, Einiges am Hintcrkupf. Praxituliscliem ;
aus der späten Periode des Meisters, wie dem
31
Hermes, nahe verwandt und vielleicht auf ein
Original de» Praxiteles selbst zurückgehend.
413 und 414. 8a!a dolle Uolombe 1 7. Herme
einer bärtigen Gottheit. Neu: Nasenspitze
und Kami de» 1. Obres; von der Herme nur da«
Mittelstück oberhalb der Miiseumsnuiumer alt.
Ähnliche Stücke: Villa Albani 1035 (Replik
Museo Torlonia 401, t'apitol, Sala dcllc eolombeöO
und Berlin 109 (Abguss käuflich; vielleicht
Replik). Hie «crapisartig in die Stirn fallenden
Haare, sowie andrerseits das Diadem legen den
Gedanken nahe, das» der UnterwelUhemchcr
Hades in dem Kopfe dargcstcllt ist. Nach der
strengen Behandlung der Barthaare wird da»
Original dieses Kopfes noch in tlas 5. Jahrhundert
gehören.
4l5und4l6. Sala dcllc Colombo 19. Herme
einer bärtigen Gottheit. Neu: Nasenspitze.
Das vom Barte freie Kinn, die mageren Wangen mit
den vorstehenden Backenknochen, der olfue Mund
und der con vergici ende Blick geben dem Gesichte
einen thicrischeti Ausdruck, dem die über der
Stirn aufspriesseudeti Bockhörnchen entsprechen.
Das Diadem verbietet, an ein niederes, dienendes
Wesen des bacchischen Kreises zu denken. Einen
be tiuiintcn Namen weis« ich dem Typus indessen
nicht zu geben. Amching denkt an Faunus, den
Schützer der Viehzucht und alt italischen Bandes-
künig; doch ermangeln die bisher auf diese Gott-
heit bezognen Darstellungen (Wissowa bei Koscher,
myth. Lexikon s. v. Faunus; der Andeutung de«
thierischen Elementes. Vielleicht ist Pan selbst als
.Allgott“ gemeint (Preller-Robert, grfech. Mytliol.
p. 744 f.). Die Formen des Typus sind nicht echt
altertümlich; die strenge Behandlung der llart-
locken steht iu Widerspruch zu derjenigen des
Haares und zu den individuellen Zügen im Gesicht.
In welcher Zeit aber die Erfindung einer solchen
stilistischen Mischbildung stattgcfuildcn haben
kann, weiss ich noch nicht zu sagen. Und wenn
in der Thal eine römische Gottheit dargeöclll
sein sollte: ist dann dieser aus verschiedenen Stil-
elementen combinierte Typus als Erfindung eines
römischen Künstlers denkbar?
417—419. Sala delle colombc 28. Doppel-
herme zweier W assergotthejt eil. Ilclbig
4-18; daselbst I.itteratur. Am unbärtigen Kopfe
ergänzt die linke Ecke der Herme und eine Haar-
locke rechts, am bärtigen das Ende der änssersten
Bartlockc rechts iuid das Ende der einen llaar-
lucko neben den rechten Schläfen. Die besonders
charakteristischen Nasen unergänzt. In Abgüssen
verbreitet. Man kanu hier ähnlich wie liei der
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32
Korn.
vorigen Nummer fragen: Entsteh ungszeit der
beiden Typen? römische Erfindung nach griechi-
schen Mustern oder genaue römische Kopie eines
griechischen Originale»? und war auch letzteres
bereits eint» Doppelherme oder hat erst der Kopirit
zwei statuarische Kundköpfe zu einer Doppel-
herme vereinigt?
420 und 421. Sala dello colombe 85. Weib-
licher?) Kopf. Neu: Hals, Düste, Nasenspitze.
Stirnbildung und das Haar bereits mehr in der !
Weise de» 4. Jahrhundert», wahrend die streng |
geschnittenen Uder und das I n torgeeicht noch
an Älteres erinnern: also wohl Kopie eines Werkes
aus der Übergangszeit. Die Stintspitzc liegt be-
trächtlich nach recht» seitab von der Verlängerung
der Nasenaxe: beabsichtigte Disharmonie?
422 und 423. Sala dclle colombc87. Herme
einer jugendlichen Gottheit. Neu: Nase,
Hals, Herme uiit den Lockensträhnen. Das Ge-
schlecht des Dargestellten unbestimmt; daraus,
dass eine Wiederholung des Typus im Lateran
(B.-S. 378; auf Phot. Drogi 83G7) als Pendant zu
einer bärtigen Dionysoshernie gearbeitet ist, darf j
man noch nicht sehliessen, das» mit dem jugend-
lichen Kopfe Ariadne gemeint sei. Eine weitere
Wiederholung in Sammlung Jacobson 1007 (»ehr
gewöhnliche Arbeit; trotz des, wie cs nach der
Photographie scheint, fehlenden Diadems, das
hinter den Ohren au» den Haaren liervorkomiut,
als Kopie sicher). Ebenda unter Ko. 1073 c eiu im
Stile ausserordentlich verwandter, iu den Formell
etwa» mehr weiblich- weicher schöner Hermen-
kopf. Vgl. ausserdem oben zu No. 407 und 408,
wo ich bereit» bemerkt habe, dass diese Typen
zeitlich in das Ende des 5. Jahrhunderts gehören,
iu die Nahe der Eirene de» Kephisodot. Die im
Lateran als Pendant gearbeitete bärtige Dionysos-
herine zeigt eine ganz verwandte Anordnung des i
Haupthaare» um die Stirn; ihr Bart hingegen ist 1
in steife, stilisierte Locken gedreht. Wenn sieh
festste! len Hesse, dass die Erfindung dieser Herme
nicht einem combinicrcndeu Kopisten zu verdanken,
sondern gleichzeitig mit derjenigen der unbärtigen
Henne erfolgt sei, so würde die» einen wertvollen
terrainu» für das Port leben bezw. für die Wieder-
aufnahme altertümlicher Kinzelzüge liefern.
424 .Stanza dei filosofi 1. 1* rofilj de» ,
sogen. E ii b ulen». Hel big, Führer 1, No. 458.
Da» Profil ist wichtig, da an diesem Exemplar die
Nase hi» auf die Spitze erhalten bt.
425 und 426. Stanza dei Filosofi 11. Weib-
licher Kopf. Neu: Diiatc, grösster Teil der
Nase, Stück der Haarsträhne neben der r. Schläfe
und Enden beider Strähnen neben den Ohren
S. die folgende Nummer.
427 und 428. Stanza dei Filosofi 12. Weib-
licher Kopf. Neu: Nase mit Nasenwurzel und
Oberlippe, Kinn, die frcihäiigenden Haarsträhnen,
das r. Schulterstück der Herme.
Dieser und der vorige Kopf sind einander
im Typus nahe verwandt, aber keine Repliken.
Ähnliche Stücke, bei welchen ebenfalls die
Mischung älterer und jüngerer Stilelemente auf-
lallt, sind der aus Pumpei stammende Kopf in der
Sala de’ capolavori in Neapel luv. 100621 (Phot.
Sommer 1532; Brogi 5501 \ ein Kopf der Sammlung
Jacobson 1076, ferner Museo Torlonla 500 und 505
und Collection Barraecopl. 31 W«. Ein mir nur au» der
Photographie noch erinnerlicher Kopf de» athe-
nischen Nationnimiiseums, den inan durch die drei
Löckchonreihon leicht herauserkennen wird, scheint
»ich ebenfalls liier cinztifügcn. Vgl. auch oben
No. 306. Ferner »ind hier, als zur nämlichen
Gruppe gehörig, zu nennen der in den Mon. d.
Ist. 1874, tav. VII veröffentlichte Kopf der
Sammlung Struganoff iu Petersburg (Friedoriehs-
Wolter» 230; Alinall d. bt. 1874, p. 172 ff. i
und ein Kopf de» Museum» in den Dioclctians-
thennen zu Korn (Phot. röm. Inst. 207). Endlich
sitzt ein ähnlicher, offenbar nicht zugehöriger
Kopf einer Statue der Villa Albnni (No. 3; Chirac
944, 2583 A; Phot. Möllns 2753) auf. Ich vermag
nicht anzitgcbcii, weder in welcher Zeit diese
..archaisierende“ Kunstrichtung gehen acht hat, der
derartige Typen zu verdanken sind, noch wie die
zu diesen Köpfen gehörigen Statuen auageschen
haben.
429 und 430. Stanza dei filosofi 17. II er nie
de» Ile räkle». Sog. Ilicron. llolbig I, 465.
Abguss in Dresden. Ergänzt (nach Ml. Mitteilung
der Herren Gracveu und Potenten'*: Der ganze
llenuenschaft, doch ist am Habe vorn von Büste
und Schulten! genug erhalten, um zu erkennen,
«lass der Kopf einer Henne angehörte. Auf diesen
Schultcrausützcn sind auch die Koste der vom
Kopf horabfallendcii Bänder erhalten. Neu ferner
die untere halbe Nase und «ler ganze Hiutcrkopf,
und zwar geht die Fuge vom Nacken zur Höhe
de» r. Auges, läuft dann über der Stirn und auf
der 1. Seite stets unterhalb der Binde hin, so das»
fast nur das Gesicht und die untere Haarparlte
auf «ler r. Seite antik bt und an «len übrigen
Teilen nur das, was vor der Biude liegt. Dagegen
hält Potenten das freiliegende Stück der Binde
auf «ler I. Seite dos Kopfe», das »ich von den
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Rom
33
sicher ergänzten Teilen stark unterscheidet, für
antik, obgleich es an beiden Seiten gebrochen
war. Von der Koilbindc selbst ist nach diesen
Angaben nichts antik. Das Erhaltene scheint
eine flaue Replik des sog. skopasischeu Ilcraklcs-
typus zu sein; vgl. Graef, röm Mitt. 1889, p. 197,
No. 12.
431 und 432. Stanza dei Filosofi 28. Jugend-
licher Colossalkopf. Neu: Büste, Nasenspitze,
einige Teile des Haares, Teil des r. Ohres, kleiner
Klicken am Kinn. Aus Privcraum im Volsker-
gebirge. Früher Alexander der Grosse benannt;
doch ist die Ähnlichkeit nicht schlagend. Porträt
aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts
scheint der Kopf allerdings zu sein; der Katalog
des Capitols weist mit Recht auf Verwandtschaft
mit Ivsippischcr Kuustweise hin. Für einen Ideal-
typus enthält der Kopf meines Erarhtcns nament-
lich im Profil zu stark individuelle Züge, (»rosse
phyaiugnomischo Treue in der Wiedergabe eines
Porträts darf mau allerdings bei einem in Privemum
nicht nur gefundnen, sondern möglicherweise auch
gearbeiteten Kopfe nicht erwarten: so muss immer-
hin die Möglichkeit, dass Alexander gemeint sei,
aufrecht erhalten bleiben. Vgl. den entsprechenden
Fall bei provincialen römischen Porträts: Text
zu K-V 1, 2, p. 20 oben.
433 und 434. Stanza dei Filosofi 54. Herrn o
der Athene. Furtwäingler, Meisterwerke p. 90 f.
und p. 747 f., daselbst Utteratur. Neu: Nasenspitze,
I. Hinterteil des Helmes, I. Schulterstück der Herme.
Furtwünglers Angabe, dass die Herme die „genaue
Replik“ einer in Neapel (abg. ebenda p. 91) be-
findlichen sei (die andere Neapolitaner Wieder-
holung Inv. 6282 — Arcli. Jahrb. 1893, p. 176 halt«
ich nur 1892 als modern notiert), ist nicht richtig.
Vielmehr zeigen beide Köpfe, die allerdings Re-
pliken eines Originales sind, beträchtliche und
für die Freiheit der Kopisten charakteristische
Abweichungen von einander. Der Kopf der
Neapolitaner Herme ist nach der I. Schulter ge-
wendet, der der capitolinischon geradeaus ge-
richtet. Das Bruststück der letzteren ist, offen-
bar in Übereinstimmung mit dem Originale, mit
Gewand bedeckt, jenes der Neapler nackt. Der
Helm des Neapler Exemptarcs hat einen Bügel,
der dem römischen fehlt. Das Gorgoneion der
Neapler Replik reckt die Zunge heraus, das der
capitolinischen nicht. Und vor Allem sind die Go-
sichtszüge des letzteren in das Unbedeutende und
Kleinliche verflacht und verweichlicht, während
die Neapler Herme eine allem Anscheine nach
getreue Replik des Originales ist (so auch Wolters,
Jahrb. d. Inst. 1893, p. 173 ff.). Als solch«» hat
Wolters eine Athene des Kepliisodot angenommen,
während Furtwängler (a. a. 0.) die Erfindung
des Typus dem Pliiilias zuschreiben möchte. Auch
ich halte die Datierung des Kopfes in den Beginn
der 2. Hälfte «les 5 Jahrhunderts namentlich
gegenüber der strengen Neapler Wiederholung für
wahrscheinlicher als in den Schluss desselben, in
welchen die Eirene des Kephisodot gehört. Für
Phidiaa seihst mangeln nach meinem Dafürhalten
die entscheidenden Gründe. Die zu dem Hennen-
kopfe ursprünglich gehörige Statue ist noch nicht
bekannt.
435 und 436. Stanza dei Filosofi 55. Weib-
licher Kopf. Neu : Herme, fast die ganze Nase,
nach dem Katalog des Capitols auch die Alabaster-
angen. Das Face auch von Alinari photographiert
(P° 1« No. 15 183). Früher Cleopatra genannt.
Eine Wiederholung des Kopfes in Sammlung
Jacobacn No. 1098, mit einer kleinen Abweichung
im Bindcnarrangemcnt am Hinterkopf, weniger
sorgfältig, aber lebendiger und geistvoller in der
Arbeit. Zwei weitere Repliken im Museo Torlonia,
No. 54 und No. 58 der Fublication (an 54 Herme,
Nase, Lippen, an 58 Herme, Nase, Hinterkopf
neu). Von Furtwängler (Meisterwerke p. 98) ist
der Typus mit Recht dem Kreise des Phidiaszu-
gewiesen worden.
437 und 438. Stanza dei Filosofi 68. Bär-
tiger behelmter Kopf, früher Massinissa oder
Miltiades genannt. Hclbig 1,483. Neu : grösster
Teil der Nase und unterer Teil de« Halses. Der
Helmschmuck besteht aus zwei Greifen (I. weib-
lich, r. männlich) auf den Beiten und einem nicht
mehr erhaltenen Tiere in der Mitte; am Nacken-
schutz stehen sich ein Löwe und ein Stier gegen-
über. Uber der Stirn ein Stern. Furtwängler,
Meisterwerke p. 122; englische Ausgabe p. 90
und pl. IV, woselbst Abbildung der schönen und
ausserordentlich viel charaktervolleren Pariser
Wiederholung. Die weitere von Furtwängler an-
geführte Replik in Palazzo Colonna habe ich
(1891) in Übereinstimmung mit Matz-Duhn (No. 1743)
für modern gehalten. Furtwängler deutet den
Kopf auf einen Heros, Hclbig ansprechend auf
Are». Der Helmschmuck wird in seiner Allge-
meinheit in keiner Beziehung zur Persönlichkeit
des Dargestellten stehen; höchstens der Stern,
der an der Pariser Replik wiederzukehren scheint,
könnte bedeutungsvoll sein (vergl. Collection
Barracco pl. 521*1*). Furtwängler will den Kopf
dem Phidias selbst zuschreibeu, ohne zwingende
Gründe; doch trifft sc'nc Datierung in die Mitte
3
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34
Rom.
des 5 Jahrhundert» gegenüber der Helbigschen
in den Anfang de» 4. Jahrhundert» jedenfalls da»
Richtige.
439 und 440. Stanza dei Fi'oaofi 69. Bär-
tiger Kiipf. Ilclbig I, 484. Neu : Nase. Stück
de» Halse» zwisehengeetzt. Henne antik, alter
nicht zugehörig. Da» Haar endigt hinten in einem
Nackenscliopfc; zwischen diesem und dem Ohre
ist beiderseits je eine Haarsträhne aufgezogen
und unter dem Diademe dnreligcsteckt. Nach
der Stilisierung der einzelnen Formen gehört der
Kopf in den Beginu ('.erzweiten Hälfte de» 5. Jahr-
hunderts. Cher seine Bedeutung habe ich keine
Vermutung.
441 und 442. Stanza dei Filosofi 85. Jugend-
liche männliche Herme. Neu: fast die ganze
Nase und die r. Vorderecke der Büste. Kurt-
wängler, Meisterwerke p. 82 ff., wo auch Ab-
bildung de» 1. Profils. Furtwänglcr stellt den
Kopf mit dem „Jakchos“ de» Braccio nuovo, der
„Pallas mit dem l,üwcnhelm‘‘ Alhani, dun „I.vsias“
Alhani und dem Münchner Kopf 49 zusammen
und schreibt diese Gruppe vermutungsweise dem
Praxias, dem Schüler de» Kaland», zu (p. 116).
Damit ist der Kopf zeitlich jedenfalls richtig
fixiert.
443 und 444. Stanza dei Pitnsofi 94. Bär-
tige Herme. Neu: Nase, vorderer Teil diu
Kinn hartes mit den Finden des Schnurbartes und
die Herme. Kino Replik in Stockholm (Phot.
Lagrclius III, 63;. Beginn der zweiten Hälfte des
5. Jahrhunderts.
445. Salone 10. Wiederholung dcspoly-
klctischcu Diadumcuos, als Augustus er-
gänzt. Neu: Nase, Ohren, Hals, r. Arm, I. Unter-
arm, Stücke an beiden Schultern, I. Harken und j
Teil de» Spannes. Das r. Bein w ar in der Mitte
de» Obcrschonkcl», da» 1. unter dem Knie und
am F’usa gebrochen. Der Kopf nicht zugehörig.
Bull. comuuale 1890, p.l89,n”l (Petersen). Sorgfältig
gearbeitete und, wie es scheint, getreue Kopie.
446—448. Salone 12. Statue eine» nackten
Jünglings. Neu: Naseuspitze (nach dem Katalog
des Capitol»', r. Arm, I. Hand, beide Unterschenkel,
Stamm und PKnthe. F'urtwängler (Meisterwerke
]>. 596) hat die Stiltue richtig als letzte» Glied
einer Reihe von J ünglingsstatuen erkannt, deren
Anfänge auf die Schule des Polyklet znrückführen
(Idoliuo, Pariser Bronze: Meisterwerke Tafel
XXVUI, 8) und deren Ilauptvertretcr der Dionysos
von Tivoli, die Berliner Saburuffsche Bronze und
eine Dresdner Jüugliugsstatuc (Furtwängler F'ig.
114; Phot, in meinem Besitz) sind. Ich füge den
Neapler Antinons derSala de’ capolavorl (lnv. 6030)
und die ähnliche Statue des Capitols Hel big 1, 520
(werden beide in meinem Porträtwerk veröffent-
licht werden) hinzu, sowie den Oberteil e'ner
Jünglingsstatue mit Kopf, diu 1894 in römischem
Knnsthandel war un i nach Amerika verkauft
sein »oll (Phot, in meinem Besitz). Der von F’urt-
wängler hier eingereihte Typus de» sog. Adonis
von Centocelle im Gabinetto dellc maschere ge-
hört streng genommen nicht hierher, da er in
den Proportionen, wie es scheiut, vorpoly-
kletischen Mustern folgt; die Dresdner Hermes-
statue Meisterwerke p. 596 nnd Amu. 2 (Phot,
in meinem Be ilz\ die F'urtwängler der capito-
liiiischen Statue Sabine 12 verwandt nennt, ko-
p'ert ein ältere» Vorbild: die Arbeit der Haare
de» Ilintcrknpfc», die der Kopist sauberer und
sorgfältiger als die vorderen Partieeu ausgeführt
hat, erinnert au den Münchner Bronzekopf 802.
Die olion angeführten Werke hängen durch, die
Behandlung der Körpurformen, die Neigung de»
Kopfes, die Pondericrung, die Haltung der Arme,
zusammen. Sie indea-en alle einem Künstler
znxnarhrciben und in diesem Euphranor zu er-
kennen, wie Furtwängler will, scheint mir zu ge-
wagt. Die in Rede stehende capitolinische Statue
ist die jüngste, in der I'oi men Bildung am weitesten
vorgeachrittue der Reihe; F’urtwängler vermutet
als ihreu Künstler Sostratos, den Sohn des
Fluphranor und Zeitgenossen des bysipp. Kill
nahe verw andter Kopf ist nach meiner Erinnerung
der Berliner Jünglingskopf No. 548.
449-451. Salone 17. Weibliche Statue,
Wiederholung der »og. Sappho Alhani Hclkig li,
805 Brunn-Bruck mann Tafel 255. Ilelhig I,
507. F'urtwängler, Meisterwerke p. 100. Bei
Beiden Utteratur. Neu: Nasenspitze, unterer Teil
ilcs Halse», beide Unterarme mit Teilen der Ärmel,
| sehr viele Teile des Gewandt*, besonders hinten
link». Der (antike) Kopf ist nicht zugehörig;
er scheint, wie auch der Katalog augiebt, stark
mit dem Raspel übergangen zu sein. Die Statue
ist, im Gegensatz zu andern, ebenfalls zumeist für
Repliken ausgegebnen Exemplaren, die aber nur
in den Motiven verwandt sind, eine wirkliche,
mir durch die Minderwertigkeit der Ausführung
unterschiedene Wiederholung der Sappho Alhani;
s. Amclung unten zu Nr. 497. Im Kopf erkennt
Hclhig, wie icii glaube, nicht mit Recht, „einen
au» dem polykletUchen abgeleiteten Typus“. Die
vor den Uhren auf die Wangen sieh senkenden
und wieder aufgezognen Haarsträhnen erinnern au
arcliaischcn Gebrauch Ich kenne keine schlagcn-
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Rom.
35
den stilistischen Parallelen fiir diesen schönen und
individuellen Athencknpf.
452 — 454. Salone 20. Wiederholung
des sog. (Imp h al osa pol I o n. llelbig 1, SOG.
Neu: Nase, Unterarme, Unterschenkel, Stamm,
Plinthc; Kopf war gebrochen, ist aber zugehörig.
Furtwängler, 50. Berliner Winckcluiannsprograuim
p. 150. Hi rou de Villefosse in den Monuments
et memoire» (Fondation Eugene Plot) I, 1894, pl.
8 and 9, pp. 61 — 70. 8. unten zu Nr. 481 und 482.
455 und 456. Salone 21. Kopf der Statue
tines ansruhenden Kphebcn. llelbig I, 505.
Hninn-Bruckniann Taf. 387. Neu : l)ic Nase. Die
Statue stammt aus der Hadriausvilla. Kekule, die
Gruppe des Künstlers .Menelaos p.40. Furtwängler»
Meisterwerke p, 525. Letzterer hat richtig darauf
hingewieseu, dass die Statue mit dem sog. Jason
München- Paris -Lansdowne- Akropolis nichts zu
thun hat. Kekule und, wie ieh weiss, auch Brunn,
brachten die Statue in Verbindung mit der Gruppe
des Menelaos. Diese Ähnlichkeit beschränkt sich
aber auf die Kaltenbehaudlung des Mantels und
erklärt sich dadurch, dass beide Werke auf ein
Vorbild praxiteliseher Zeit zurilckgchen. Auch
der Kopf hat iu jener Zeit die nächsten Analogieen
(vgl. Furtwängler a. a. 0.). Auffallend das laug-
gezogene Ohr. llelbig datiert die Kopie nach ihrer
glatten Ausführung iu hadrianische oder anto-
ninischc Zeit; ob die Fonu der Plinthe zu diesem
Ansätze passt, bedarf besonderer Untersuchung.
457 und 458. Salone 24. Kopf der Statue
«ler sog. Hera oder Demeter, llelbig 1, 503.
Furtwängler, Meisterwerke p. 117. Bei Beiden Lit-
teratur. Neu: unterer Teil der Nase. Vgl. Pctcrscn
in den riim. Mitt. d. Inst. 1889, p. GG f. und im
Text zu den „Antiken Denkmälern" Taf. 55. Die
gedrückten Proportionen, die der Kopf in der
lTofilansicht hat, verschwinden, wenn man die
Statue von unten sicht. Vgl. E-V I, 2, Nach-
träge, p. 19, No. 113. Bessere Aufnahme des
Profites in den „Antiken Denkmälern“ Taf. 55. Nach
Pctcrscn, dem Furtwängler folgt, ein Werk de*
Alkamcnes, s. auch oben Amelung zu No. 279.
Ich gestehe, dass ich die angebliche enge Ver-
wandtschaft des Kopfes dieser Statue mit dem
der sog. Gcnctrlx nicht sehe; noch weniger kann
ich die von Furtwängler vorgesehlagene Einreihung
der Athene Farnese und der barbcrinischen Hera
mit ihren Verwandten in diesen Kreis gutheissen.
Nur die letztere, bezw. den Typus Borghcse-
Jacobsen (s. oben Amelung zu No. 280) halto ich
für möglich, mit der „üenetrix* des Alkamcnes
iu Verbindung zu bringen.
459—481. Salone 30. Statue des Apollon,
llelbig I, 500. Furtwängler, Meisterwerke p. 77
und Anm. 4 und 5; p 381 Und Auui. 2. Bei
Beiden Littcratur. Neu : Nase, Teil der Oberlippe,
Kinn, .Stück des Halses, Teile der langen Bocken,
r. Arm von der Mitte des Oberarme» an (Ober-
arm gebrochen), I Unterarm, r. Unterschenkel
(Fuss antik), Stamm mit Köcher, Rand der Plinthe;
I. Unterschenkel und 1. Knie waren gebrochen.
Vgl. Pctcrscn in den röm. Mitt. d. .1. 1891, p. 802
und 378. Furtwängler hat darauf hingewiesen, dass
der Körper der Statue vollständig dem des Kassler
Apollon und seiner Repliken entspricht; man vgl.
die Abbildung der Pariser Wiederholung bei
Furtwängler p. 373 (Phot Girandon 1199). Die
Ähnlichkeit scheint mir nach den Photographiccn
so stark, dass ich eine nochmalige genaue UntCT-
suehnng, ob der Kopf der eapitolinischcn Statue
wirklieh zugehört, für sehr wünschenswert erachte.
Overbeck, Kunstmythologie des Apollon p. 175:
„Der Kopf ist gebrochen gewesen, aber, wie ieh
überzeugt Iüd, zugehörig“. Pctcrscn brieflich:
„Der Kopf ist zugehörig wegen der zum Teil auch
hinten antiken Lockenenden“. Pctersen» Gedanke,
das Werk dem jungen Phidias zuzuschreiben, ist
(für den Kopf wenigstens) bestechend; der Kopf
zeigt im Grunde bereits ganz die Fornivnelemcnte
de» Parthenoskopfcs (man vgl. die Abbildungen
de» Kopfe» der ludovisischeu l’arthcnoskopie de»
Antiochos oben No. 274 und 275), nur in ge-
hundnerein Stile.
462 und 463. Stanza del fantio rosso 4.
Jünglingskopf. Neu: Büste, llals, fast der
ganze Iliuterkopf, Stück in der 1. Wange und
im Kinn, Rand des 1. Ohre». Der Kopf gehört
in den Beginn des 4. Jahrhunderts. Während der
Haarabschluss über der Stirmuittc noch der Weise
des 5. Jahrhunderts entspricht, sind Blick und
Mund bereits innerlicher und freier. Vgl. die
oben unter No. 222 — 225 behandelten ähnlichen
Köpfe.
464 und 465. Stanza del faunn rosso 19.
Kopf des Dionysos (?). Neu: Unterteil des
Halses, Nase, Traube r. oben. Etwa aus der
Mitte des 4. Jahrhundert».
466 und 467. Stanza del fanno rosso 21.
Kopf der Ariadne (?), llelbig I, 513. Das
Face besser phot. von Alinari p« 1» No. 19663.
Neu: Nase, Oberlippe, fast die ganze Büste mit
den Haarenden; wie es nach der Photographie
scheint, auch ein Teil des Hinterkopfes. Ich weiss
keine genauere Datierung fitr diesen herrlichen
Kopf in Vorschlag zu bringen.
3*
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3G Rom.
468 und 469. Stanza del fauno roeso 26.
Kopf des Dionysos. Neu: Büste, Kinn, Unter-
lippe, Nase, Teile der Locken und die Trauben r.
Himer den Traulien r. scheint nach der Photo-
graphie eine Stütze zu sein, wohl für die auf den
Kopf gelegte Hand: dies ergieht das Motiv der
zu dem Kopfe gehörigen Statue. Auf weinselige
Mattigkeit deuten auch diu schweren gesunknen
Lider. Die kreisrunde Scheibe ?) iui Haare neben
dem r. Auge, die ich, wie die Stütze, erst auf
der Photograph io bemerkt habe, weis« ich nicht
zu erklären. Genaue Datierung des Stückes?
470 und 471. Stanza del gladiatore 2. Kopf
auf der sog. Persephonestatue liolbig I, 528;
Rrunii-liruckinami Taf. 359. S. oben Anielung
zu No. 281 und 282; daselbst die neueste Lltteratur.
Der Kopf in Abgüssen z. H. in Dresden und
Mllnrhcu; in Kerlin bei Gcbr. Michcli, unter den
Linden 76a, unter dem Namen „Juno vom Capitol"
käuflich. Wie die zu dem Kopfe ursprünglich
gehörige Statue etwa ansgesehen haben mag.
kann die schöne Konstautinopolitaner Statuette
eitler stehenden Artemis aus l.csbos (Mus.-No. 38;
Jütihin 13; Phot. Schah & Jonillier; American
Jotim. of arch. I, pl. 9) vergegenwärtigen, die einen
ganz ähnlichen Kopf trägt. Die Entstchungszcit
des durch die Statuette vertretenen Typus w ird
die zweite Hälfte de* 4. Jahrhundert* sein. Auch
der der Statue einer „Gcfüssträgerin* im Capitol,
Stanza del gladiatore (llclbig I, 524), aufgesetzte
Kopf ist verwandt.
Rom, Consorvatorenpalast.
Die Krgänzungcn nach Angaben W. Amelungs.
472. llof. Sitzende weibliche Statue,
als Roma o. ä. ergänzt. Clarac 770 K, 1903 A.
Neu : Kopf mit Hals und grösster Teil der Brust,
beide Hände, die vier Stuhlbeine mit den Waffen,
der r. grosse Zeh, Teile der Basis. Stil der
Parthenongicbel und darnach Kopie eine* Werkes
ans dem Kreise dt» l'hidias
473. Atrio 29. Statue einer Mänade.
Clarac 694 B, 1656 C. Neu: Kopf mit Hals nach
Clarac der Kopf zwar nicht zugehörig, aber antik),
I. Arm, r. Arm von der Mitte des Oberarmes ab,
Teile der Guirlande. Die Aufnahme ist leider von
ungünstigem Standpunkte aus hcrgcstclit. Der
Chiton scheint dicht unter dem Busen gegürtet
zu sein ; darüber trägt die Statue ein Fell (welche*
Tieres?) und über diesem zwei sieh kreuzende
Guirlamlcn. Die Behandlung der Falten weist in
die Zeit der praxitelischen Artemis Furtwängler,
Meisterwerke, Taf. 29 und p. 554 fl. Bottari er-
wähnt mach Clarac, Text a. a. 0.) eine „ähnliche“
Statue im Palazzo Colonna, die Ich nicht kenne.
474 und 475. Treppenhaus, Halle der Marc-
Aurel-Reliefs, auf No. 38. JUnglingskopf mit
Kranz. Neu: Nasenspitze, Rand dos 1. Ohres,
unbedeutende Teile des Kranzes. Die Büste war
in mehrere Stücke gebrochen; eie ist antik, aber
nicht zugehörig. Ktwa au* dem dritten Viertel
des 4. Jahrhundert*.
476 uRd 477. Sala di Appio Claudio 5.
Jünglings köpf. Die Krgänxuugcn (nach Arne-
lung und E. Peterscn): Die nicht zugehörige
Büste ist ihrer singulären Form halber kaum alt,
sondern neuerdings aus einem Torso-Oborstück
'zurechtgeschnitten Neu: Hinterkopf von hinter
dem 1. Ohr ab; die r. hintere Kopf hälfte bis
zu dem Schnitt auf der r. Wange; die halbe Nase
Antik also iui Wesentlichen nur da* Gesicht, da*
in der Mitte gebrochen war (Bruchlinie auf der
I Gesiehtshälfte). Da* Erhaltene ist vollständig
überarbeitet. Furtwängler, Meisterwerke p. 310
Dem Typus lticcardi (Kninn-Kruckuiann Taf. 361;
Furtwängler, M- W Taf. XVII) am nächsten stehend;
ob wirklich Replik, wie Furtwängler will, lässt
sieh bei dem traurigen Erhaltungszustände des
Kopfes nicht naehweisen.
478 und 479. Sala degli arazzi (oder del
triuio) 3. Bacc bischer Kopf. Neu: Büste,
Flicken am Kinn, Nase, nach meinen eignen Notizen
auch tler Hinterkopf. Durch Putzen und die
hässlichen Ergänzungen verhunzt. Im Haar ein
Ephctikranz. Da» Original diese* schönen Kopfes
wird nocli in die erste Hälfte de* 4. Jahrhunderts
gehören.
480. Obcrtoil einer Statue des Apollon.
Nichts ergänzt. Naeh Politur, Haar- und Augen-
Behandlung frühestens au* autoniiiisclier Zeit.
Overbeck, Kuustmythologio des Apollon p. 150;
Atlas Taf XXII, 31: „Apollon um llyakinthos
trauernd“. Vgl. oben Aincliing zu No. 3-12.
481 und 482. Octogon. Kopf der sog.
esquilinisrben Venu*, llclbig L 561. Furt-
wängler, Meisterwerke p. 633, Anm. 1. Neu: die
Nasenspitze. Seine stilistische Verwandtschaft mit
dem Berliner Penelopckopfe (No. 603) ist so stark,
dass cs naliciicgt, beide Werke dem nämlichen
Künstler znzuschrciben. Demselben Kunstkreise
gehören naeh der Ähnlichkeit des Kopftypus in
weiterer Entfernung der sog. Omphalosapoil, die
vaticanischc Wettläuferin, die Hcstia Giustiniaui
an, die mau nicht ohne Wahrscheinlichkeit mit
Kalamis in Verbindung gebracht hat.
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Rom.
Rom, Palazzo Barberini.
483 und 484. Kopf der sog. Sebutz-
flchcnden. M-D 988. Frioderiel i»- Wolters 498.
Kalkmann, Bonner Studien 38. Furtwänglcr,
Meisterwerke pp. 34 und G47. Brunn-Bruckmann
Taf. 415. Neu: ein Stück des Nasenrückens. Ab-
güsse u. a. in Berlin, Halle und Strasslinrg. Es ist
meines Erachtens bisher noch nicht mit Sicherheit
gelungen, einen bestimmten Meister für dieses
schöne und, wie die raticanlscho Replik beweist,
Itcreits im Altertum berühmt gewesene Original
nachzuweisen. Iler Stil der Gewandung ist älter
als derjenige der (licbclfiguren des Parthenon und
ebenso steht der Kopf einer den Parthenon typen
vorausliegenden Gruppe nahe: man darf darnach
die Entstehung der „Schutzflehenden“ mit ziem-
licher Sicherheit in die Mitte des 5. Jahrhunderts
versetzen.
Rom, Palazzo Borghese.
Eine Kontrolle der Ergänzungsangaben bei
Matz-Dulm verdanke ich der Freundlichkeit der
Herren Graevcn und Albrecht Dieterich.
485. Statue des Herakles. M-D 90. Drci-
vicrtel-lebcnsgross. Neu: obere Hälfte des Kopfes,
r. Unterarm vom Ellenbogen ab mit der Keule,
I. Hand, das Stück des Löwenfelts, das vom linken
Arm herabhängt, beide Beine vom o beraten Bruch
an, Füsac und Basis. Auch die Ergänzungen mehr-
fach gebrochen. Verwertbar im wesentlichen nur
der Torso. Furtwänglcr, Meisterwerke p. 517,
Anm. 1, wo sich das Gitat aus Winckelmann
auf den Diadumenos Farnese bezieht. Ob
die Erfindung des Typus, wie Furtwänglcr
meint, auf Phidüis bezw. seine Schule zurttrkgeht
oder ob sic in die Frühzeit des Skopas gehört,
in welcher der Künstler in der Behandlung der
Körperfonncu den Traditionen des 5. Jahrhunderts
gefolgt zu Bein scheint, lässt sich nicht entscheiden,
da von dem Kopfe, der den Ausschlag gellen
würde, zu wenig erhalten ist. Ein ähnliches Stück
ist bei de Rubeis, Villa Pamphilia, abgebildct,
ohne Tafelnununcr, wo befindlich?
486. Statue des Dionysos. M-D 396.
Neu: Kopf, Hals, Anne, Beine, Basis, Stamm.
Ähnliche Statuen in grosser Zahl vorhanden, so
dass es schwierig ist, anzugeben, von welchem
Typus das Borghcscsche Exemplar Wiederholung
ist. Die Erfindung des Motives geht in praxite-
lische Zeit hinauf. Ein sehr verwandter Torso,
dieser vielleicht wirklich Replik, befand sich 1889
in Eregll (Perinthos) am Marmaramecrc in einem
37
Zimmer der Kircho rla J/ijrgi.Toiic, am Orte ge-
funden; Phot, in meinem Besitz. Hoch ea. 1,30;
ohne Kopf, Arme, Untcrlieine. StüUenrcst an der
r. Hüfte für den gesenkten Arm. Feine und
welche Arbeit.
487. Kolossale weibliche Statue. M-I>
595. Neu : r. Unterarm vom Gewandansatz ab,
Spitze des r. Fussen, kleine Stücke des Mantels.
„Der Kopf scheint vom Rumpfe nicht getrennt
gewesen zu sein“ (M-D). Nach M-D hat der Kopf
Porträtzflge und Frisur der Julia Domna; dagegen
Hernoulli, rüm. Ikonogr. Hl, p. 41, No. 18: „Der
Kopf, der hinten jetzt ebenfalls mit dem runden
Schopf ergänzt ist, hatte ursprünglich die Haar-
tracht der Mammaea“. Die Erfindung der Go-
wandmotive wohl nicht später als das 4. Jahr-
hundert. I.iegefaltcn im llimation.
488. Weiblicher Kopf, einer Artemis-
statue aufgesetzt. M-D 69 9. Ilabstück zwiseben-
gesetzt, Zugehörigkeit nicht sicher.. Über den
Typus der Statue vgl. M-D. Der Kopf, dessen
j Haar von einem Kekrypbalos bedeckt ist, gehört
: in die erste Hälfte des 4. Jahrhundert».
489. Zwei weibliche Statuen. M-D 850
und 1539
850: Zwcidrittel Lebetisgrösse. Statue der
sog. Nemesis. Vgl. Furtwänglcr, Einleitung zu den
Vasen der Sammlung Saburoff p. 17. Die L. hob
ursprünglich den Zipfel des Überschlags; die
jetzige Ergänzung falsch. U. Unterarm sowie
Oberteil des Pfeilers modern „Der offenbar zu-
gehörige antike Kopf ist auf einen eingedickten
Hals aufgesetzt“ (M-D). Mir sind folgende weitere
Wiederholungen des Typus bekannt: 1. Galleria
dei candclabri des Vatieau No. 224; Clarac 759,
1854 und in Phott.; r. Unterarm und I. Hand neu,
Kopf scheint mit Schnitt aufzusitzen. 2. Lateran,
B-S 19, Ilelbig 620 (Phot, auf Geeammtvednton
des ersten Saales); Kopf nicht zugehörig. 3. Samm-
lung Jacobson 1063 a; ohne Kopf; die L. hält
eine Traube, die im aufgezognen Überfall des
Chitons liegt, die gesenkte R. hält eine Oinochoc,
die auf einem Pfeiler ruht. Gefltss, Pfeiler und
Basis durchbohrt, also Brunnenfigur. 4. Clarac
j 773, 1925 (Colt. Giustiniani; wo jetzt? Kopf nach
Clarac nicht zugehörig'i. 5. Wilton Hotise; Michaelis,
J ancicnt marbles p. 675, No. 10 — Clarac 538 B,
1122 B (Kopf neu) Wie w eit diese 6 Exemplare im
Einzelnen mit einander Ubereinstimmen, ob sie alle
Repliken oder ob sie zuin Teil Weiterbildungen sind,
lässt sich Mangels genügender Abbildungen von 2, 4
und 5 nieht feststellen. Das laterauensische Exetn-
| plar scheint ältere Einzelzüge bewahrt zu haben.
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38
Rom.
Hinsichtlich der Bedeutung der Figur hat Wolters
(Bausteine Ho. 155:2) auf die Grundlosigkeit der
Benennung Nemesis hingewiesen. Eine sichere
Erklärung lässt sich nicht geben. Die Verwen-
dung des Jacobsenschen und wohl auch des Borg-
heseschen Exemplare« als Brunnenfiguren sowie
das baceliische Attribut des eratcrcn sind Be-
sonderheiten anscheinend ent der Kopieen. Die
Hohe der crhaltnen Exemplare ist die gleiche von
ungefähr 1,10 in ; darnach wird auch das Original
eine Statuette gewesen sein. Bei keiner der
Kopieen ist der Kopf sicher zugehörig. Die
Motive der Gewandung erinnern stark an die der
praxitelischeu Artemis Fui twängler, Meisterwerke
Tafel 29; in die nämliche Zeit, also in die Jahre
360—350, ist auch die Erfindung dieses Typus zu
versetzen.
1533 (?). Zweidrlttcl Ecbensgrösse. Neu:
Kopf, Hals, r. Arm von der Mitte des Oberarms
ab und der ganze untere Theil der Statue von
über den Kniecn an. Nach den Ucwaudino'.ivcn
dem Kreise der von Amelung, Florentiner Antiken
p. 32 ff. und von Uob. v. Schneider im Jahrbuch der
Kunstsammlungen des allcrlr. Kaiserhauses 1894,
p. 135 ff. behandelten praxitelischen Figuren
angehörig.
490. Statue der llygieia. M-D 859. Zwei-
drittel Ecbensgrösse. Neu: Kopf, r. Unterarm, I.
Hand vom Gewandansatz ab, zwei Stückchen der
Schlange, unterer Teil der Statue von den Knieen
ab neiwt Basis.
491. Jugendliche nackte Statue. M-D
985 (T). Drei viertel l.ebensgrössc. Nen: beide
Arme von der Mitte der Oberarme ab, die Beine
vom Knie an, Stamm und Basis. Der Kopf nicht
zugehörig; er erinnert sehr an den des Satyrs
von Earnia im Nationalmuseum zu Athen No. 239
(über dessen Datierung s. oben zu No. 247). Der
Torso nach einem Werke praxitclisclier Zeit
492. Statue, als Augustus restauriert.
M-D 1060. Vgl. M-D 1078. Antik nur der Torso
mit der Hälfte der Oberarme und dem Ansatz
der Schenkel.
493. Statue eines Jünglings. M-D 1331.
Neu: Unterteil der Statue von oberhalb der Kniee
ab nebst Basis und Altar. Halsstüek zwischen-
gesetzt, Zugehörigkeit des Kopfes nicht beweisbar.
An diesem neu die Nase. Er bestellt aus vier
Stücken: einem untern Teile, einem obero, einer
l’latto hinten und einem Haarstück über dem I.
Ohr. Was davon antik, bedarf noch genauer
Untersuchung. Die Deutung der Figur ist un-
gewiss; die Entstehung ihres Originales fällt in
die Frühzeit des Praxiteles (Venus von Arles).
494. Kolossale weibliche Gewand-
figur. M-D 1374; daselbst Eittcratur. Neu:
beide Unterarme vom Gewand al», ein Stück des
Mantels auf der 1. Seite der Figur. Matz-Duhn
sowohl wie Graeven und Dieterich halten den
Kopf mit Hals für modern : „Von unten lies* sicli
zwar keino Fuge erkennen; doch die Wcisse des
Marmors und die Unverletztlicit des Kopfes zwingt
zu dein Schlüsse, dass er ergänzt und zwar mit
dem Hals genau in das Gewand ciugcpasst ist,
dessen Raul jetzt dem Untenateh enden die Fuge
verdeckt.“ Auch ohne nochmalige Untersuchung
des Originales, die wegen der Höbe desselben
kaum durchführbar ist, glaube ich diesen An-
gaben bestimmt widersprechen zu dürfen Der
Kopf rcproduciort ein Werk aus dem Kreis.: des
Aikamenes (?) und zwar ist er der nächste Ver-
wandte des in Furtwänglers Meisterwerken Taf. V
abgebiideten Berliner Kopfes G08. Da von dem
Borghesesehen Kopfe meines Wissens keine genaue
Replik existiert, nach der er in moderner Zeit
gearbeitet sein könnte und da andrerse'ts diese
ganze auf Aikamenes znrückgcfilhrtc Gruppe erst
im letzten Dccennium wissenschaftlich untersucht
und besprochen worden ist, so halte ich es für
ganz undenkbar, dass ein Restaurator vergangener
Jahrhunderte ans freier Erfin lang einen so stil-
getreuen Kopf der Statue zugcarbeitet habe. Mau
kann höchstens den sehr unwahrscheinlichen Fall
set.,en, dass der Kopf vom Restaurator nach einer
inzwischen verloren gogangnen Antike gearbeitet
worden sei. — Seine Zugehörigkeit zur Statue ist
zunächst nicht erweisbar. Die Statnc seihst ist
schwer zu datieren. Die gesaiinnte Gewandanlage
entspricht der Weise des 5. Jahrhunderts; M-D
vergleichen passend den Apoll der Sala a croee
greca 582 (C'larac 520, 1068). Das unter dem
Giiitel hinaufgezogene Stück des l'hitonü bersch lag-
kchrt au der Barbcriniachen Muse in München
wieder. Die mehrfach ausgesprochene Behauptung,
die hohe Gürtnug direct unter dem Busen sei
erst in hellenistischer Zeit anfgekoinmen, bestätigt
sich nach meinen Beobachtungen nicht. Das für
hellenistische Werke entsprechender Gewand-
anlage charakteristische Uerabfallcn einer dichten
Stoffmasse zwischen beiden Beineu (vgl. oben Wör-
litz Hueaeus32 und Stockholm Phot. Lagrelius V, 12)
fehlt bei der Borglicsusclien Statue vollständig.
In der De tai I beba udl u ng hingegen zeigt die
Statue mehrfach Spuren einer jtingern Zeit, von
dencu es schwierig ist zu entscheiden, ob sie bc-
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Neapel
3Ö
reits dein Originale zti eigen waren oder ob erst
der Kopist sie hineingebracht hat. Es sind di»»
die Liegefalten u d die im Hinblick auf die kolos-
sale Grösse der Statue feine Fältelung des die
Heine liedeckenden Chitons, die sonst bei Werken
ans der Mitte des 5. Jahrhunderts weniger durcli-
gefülirt ist und die man hier, bei einer Kolossal-
figur, eher noch steifer und monotoner erwarten
würde. Ähnlich liegt der Fall bei der kolossalen
Mclpouicne in Paris (Clarac 315, 1046), die Wolter»
(Hausteine 1 442) in die hellenistisch-römisch e Epoche
versetzt. Wenn sich erweisen Hesse, dass die auf
jüngere Zeit weisenden Details Schuld des Kopisten
wären, so würde ich die Zugehörigkeit des Kopfes
für wahrscheinlich ha’tcn. Dass derselbe auf der
Photographie ein so hässliches und in den Pro-
portionen gedrücktes Aussehen hat, liegt daran,
dass ich die Statue ihrer Grösse halber viel zu
stark von unten her aiifgenommen habe.
495. Kolossale weibliche Gewand-
figtir. M*D 1480. Neu: beide Unterarme vom
Gewand ab, nach Graeven und Dieterich auch
der für die Statue viel zu grosse, plumpe Kopf.
Datierung der Gewandmotive V
Neapel, Museo nationale.
496. Saal des Herakles mit ümphale. Inv.
6378. — Sog. „Mnemosyne“. Der für die Ge-
stalt zu kleine Kopf ist antik, aber von anderem
Marmor, mit einem modernen Halsstück auf-
gesetzt; Nase neu. Ferner ergänzt: der linke
Unterarm mit sämtlichen davon herabhängenden
Falten, ein grosses Stück über dem r. Knie. Aus
dem Theater von llerculanum. Abg. Clarac 111,
498 c, 973 A. Vgl. Gerhard und Panofka, No. 263.
Köm. Mitt 1894, s. 158, — Der 1. Unterarm ist
im wesentlichen richtig ergänzt, nur war vielleicht
die Hand nicht bedeckt und trug etwa ein Opfer-
gerät, da diese Art, das Himntinn zu tragen, für
die Mädchen auf attischen Wcihrelicfs seit dein
Ende des 5. Jahrhunderts die typische ist Doch
eignet sich die Gewandung ebensogut für eine
Muse (vgl. die Muse ohne Attribut auf »len praxi-
telischen Mantincarcüefs). Der Chiton ist doppelt,
die innere Stofflage steht unten um etwa 2 ein
heraus. Der 1. Fus» hat nur drei Zehen, eine Nach-
lässigkeit, die auch sonst vorkommt, z. H. an der
Vaticanischen „Pudicitia“, Hel big I, 8. Das Vor-
bild »ler Statue wird nach der grossen Einfachheit
der Gesummtanluge und der noch mangelhaften
Verschmelzung von Körper- und Gcwandmotlvcn
uoeh dem 5. Jahrhundert angehören. Der Kopf
aus praxiteliseher Zeit; vgl. Anidt in der Fest-
schrift für Overbeck p. 96 fT. und Brunn- Arndt,
Porträtwerk, zu Tafel 218 und 214.
497. WeibllchöStatuette. Stammt aus
Pompei. Erg. Kopf mit Hals, beide Unterarme.
Die Figur steht in dem Portieo «lei Halbi rechts
lieben «lein Eingang zu der Sala «lell* Apolline
und trägt die Nummer 6107. Clarac 410 D, 742 C ;
Overbeck, Kunstmythologic der Demeter p. 470.
Die .Statuette gewinnt jetzt ein erhöhtes,
eigenartiges Interesse, nachdem Sauer in «ler Fest-
schrift für Overbeck p. 73 f. nachgewiesen hat,
«lass ein athenisches Fragment, «las sieh zu un-
serer Figur fast wie das Original zu «ler Kopie
verhält, ursprünglich zu einer «ler Parthemm-
Metopcn gehörte, deren Entstehung in die Jahre
kurz vor 440 fällt. Abweicheml Ist nur, das»
sieh bei «l«*r Statuette zwischen den Brüsten einige
Falten spitzwinklig senken, und «biss «ler Chiton
an der r. Hüfte weniger voll über «las lliination
fällt. Damit gewinnen wir für «li»* 1 »atierung «li«*ser
Statuette einen sicheren Anhalt; ihr Original muss
ebenfalls in den letzten Jahren vor 440 entstanden
sein, und zwar spcciell in den Kreisen «I«** Phidias.
Die Statuette bildet nun eine interessante Vor-
stufe für eine bekannte Antike, welche von R.
v. Schneider (Jalirh. d. Kunstsamml. d. allerh.
Kaiser!». 1891 p. 72 ff.) schon mit dem athenischen
Fragment in Zusammenhang gebracht worden war,
für die Kore Albani (Bruun-Bruckmann, Dcnkm.
T. 255). Dass diese Figur ebenfalls «len engsten
attischen Kreisen angehöre, wir«l uns ja liewiesen
«lureh ihre Benutzung auf «lern grossen eleusini-
sclicn Relief, welches sieb wiederum zeitlich ziemlich
genau fixieren lässt. Es wird übereinstimmend in
die Jahre vor Vollendung «les Parthenon, vor 438
gesetzt. Hienlurch also gewinnen wir für die
Kore Albani einen Terminus ante und einen p«>»t
quem, nnd ihre Entstehung um 440 wird givichcrt.
Der Vergleich «ler beiden Werke ist für «Uc Ent-
wickelung der Gewandung äusserst lehrreich.
Eine ebenfalls in Neapel befindliche Figur
aus Herculaneum in der Sala «lelle Muse No. 6399,
ergänzt als Thalia (neu: Kopf mit Hals un«l beide
Unterarme), bat bisher immer als \ViV«lerli«dii»g
der Kore Albani gegolten (Clarac 506 A, 1026 A;
vgl. E-V 226), indes sind die Abweichungen doch
so stark und erstrecken sich auf alle Teile, «lass
man dieselben nicht, mehr dem Kopisten zuschreilvcn
darf, sondern das Original für eine ungeschickte
Abwandlung «les gleichen Typus erklären muss.
Eine «Iritte Statue des Museums zu Neapel
endlich in der Sala dell* Apolline No. 6269 (Clarac
420 A, 727 B ; Overbeek a. a. 0. p. 470) erinnert
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40 Neapel.
bi den Gewattdmotiven lebhaft an die besprochene
Keilte und muss demselben Kreise und derselben
Zeit entstammen, wie die Kure Albaui.
Die Betrachtung dieser Figur tirnl ihrer Ge-
wandung bringt uns aber mit Notwendigkeit eine
andere bekaunte Antike ins Gedächtnis, welche
jünger ist, alter sieh doch noch in ihren Haupt-
motiven an die Keilte der erwähnten Werke an-
sehliesst: die Atlicna Giustini.ini. Man vergleiche
neben dein allgemeinen Wurf Einzelheiten wie die
Falten des von dem 1. Ellenbogen an die Hüfte
gedrückten Mantels mit der gleichen Partie an
der Kore Albani und besonders auf dem eleu-
sinischcn Relief. Arndt hat in dem Text zu der
vorigen Serie des Einzel- Verkaufs (No. 'Ü0) dem
Ansatz der Atlicna in das vierte Jahrhundert
durch Furtwängler u. A., wie ich glaube, mit
Recht widersprochen. Er geht indessen mit dem
Ansatz in das dritte Viertel des fünften Jahr-
dus Berliner Museums, die Kckttld in einer beson-
deren Festschrift für Brnnn (lieber eine weib-
liche Gowandstntue aus der Werkstatt der Par-
thenongielM-lfigitrcri; publiciert hat. Die Rechte
ist mit einer Schale vorgestreckt, der linke Ellen-
bogen lehnt sich auf eine Stele, der linke Fus«
tritt auf einen Itesonduren Klotz (nicht die Basis
der Stele'. Das Haar ist in der Mitte gescheitelt
und in wellenförmige Streifen parallel dem Scheitel
gelegt. Von dem Gesicht ist leider die rechte
Seite abgeschlagen, die linke fast ganz zerstört.
Einzelnes mag hier der Künstler des Reliefs der
Bequemlichkeit zuliebe geändert haben: jedenfalls
muss tlie Figur in Berlin in Rücksicht auf das
Relief einer erneuten Prüfung unterzogen werden.
Einet scheint das letztere ohne Weiteres zu be-
weisen, dass nämlich die an der Keknleaelien
Restauration störende Wiederholung des Vogels
unter dem Fuss uud auf der Hand an dem
hnnderts wieder zu weit hinauf. In dieser Zeit Original nicht vorhanden war.
wäre in der That die Arbeit der Chitoufaltcn ttn- Eine interessante, wenig jüngere W eiter-
denkbar, welche, wie Furtw. Meisterw. p. 51*4 mit bililung der bet reffenden Figur ist die hei D’Es-
Reeht hervorhebt, schon an die Webe des vierten catnps, ntarhres aut. du M us£o fampana I auf
Jahrhundert« erinnert Statt der weielt-gornn- 'lern 19. Rlatte abgebildete, als Mclpomcnc er-
deten Einzelrippen des Stoffes geben die Künstler
jener älteren Zeit noelt scharf geschnittene, im
Einzelnen viel bewegtere Rip[>en. Nichts hindert
uns aber anznnehiiien, dass die spätere Webe
schon auf der Wende des 5. zum 4. Jahrhundert
begonnen habe, und in dieser Zeit dürften auch
alle anderen Eigentümlichkeiten der Atlicna ihre
besten Parallelen finden.
NR. Die Kure Albaui oder jedenfalls eine Figur
de« gleichen Typus bt im Profi! auf der einen Seite
des viereckigen Klotzes dargestellt, der den Sitz
der bekannten sogen. Agrippina in Villa Albani
stützt (Hclbig, Führer II No. 707. Diese Beobachtung,
sowie die ausführlicheren Notizen Uber die Einzel-
heiten an den Figuren dieser Stütze sind den Herren
Reichel, Pallat uud Münzer zu verdanken).
Die Unke bt gesenkt, die Rechte leer vorgestreekt.
Auf der zweiten Seite dieses Würfels befindet
sich eine tief in das Ilimation gehüllte Figur,
welche am uicbtcn au ein besouders häufig statu-
arisch wiederholtes Glied der Musengruppe erinnert,
die auf der Tafel des Arehelaos von Pricnc und
der Musenliasis von Halikaniass benutzt ist (die
Muse mit der kleinen Lyra; vgl. No. 288). Die
interessanteste Figur jedoelt befindet sieh auf
der dritten Seite, rechts vom Beschatter.*) Es
ist eine Wiederholung der jüngsten Erwerbung
*) Sichtbar auf der In Rom käuflichen Photographie
I giinzte Statue (vgl. auch die Gcsamlaitsiehten
auf dem 106. und 107. Blatte). Der Chiton bt
doppelt gegürtet; das Hiniation bt über die L
Schulter geworfen und die Falten desselben ver-
laufen mannigfaltiger.
498. Weibliche Statuette. 11.0,51.
Par. Mann. Nichts ergänzt. Der Saunt des Chitons
und Himations bt mit Blatt, ltotli und Gelb (Gold)
bemalt Das Figürcheu steht in dem Saal der
Amazone und bt mit No. I.H65 bezeichnet.
Der 1. Arm war erhoben und zog das Hiniation
über die I. Schulter. Schon au diesem kleinen
Exemplar bemerkt man die auffallende Verwandt-
schaft mit der Venus Gcnetrix. Dieselbe wird
zur Gewissheit, wenn man eine wundervoll ge-
arbeitete, lebensgrosse Wiederholung vergleicht,
welche au dem Westabhang des Palatin gefunden
wurde und sich jetzt in dem Thcnncn-Museum zu
Rom befindet.*) Es fehlen der Kopf, beide Arme
von tler Mitte der Oberarme an, der Niederfall
des Himations links iiml beide FUssc. Es kann
kein Zweifel sein, dass wir hier ein Werk des
gleichen Meisters vor uns haben, dem wir die
Venus Genctrix verdanken, ein Werk, tlas eben-
falls geschätzt war, und mit Recht.
*) PhotoKraphlccn dieser stotuc sind Jetzt ln Rom
bei Maoclont, Via CondoftilOa, häuflieh, der überhaupt die
bedeutendsten Stücke des Thermen* Museums neu auf-
der Htatuo.
j gcnouinieu hat.
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Neapel.
41
Während wir in der Venns das vollerblühte
Weib im Reichtum seiner Schönheit bewundern,
sehen wir hier einen zarten Mädchenkörper,
dessen Formen indes schon die ganze Fülle aphro-
disischer Reize ahnen lassen.*) Fs kann kaum
fraglich sein, wen wir in dieser jugendlichen
(liittin der Fiche und der Anmut zu erkennen
haben ; es ist Charis oder eine der Chariten.
Dass es in der Tliat einen derartigen Typus für
diese Göttinnen gegeben habe, beweisen uns, wie
Furtwänglcr in Roscher's mythol. Fex. Sp. 883
richtig bervorgekobrn hat, zwei römische .Schrift-
steller, Scneca, der in de benef. 1, 3 die Chariten
beschreibt luanibus implexis solutaiinc aeper-
Incida veste, und Horaz, der Ode, 1, 3J von
den Grazien solutis zonis spricht.
499. Saal der Amazone. Statuette eines
Mädchens. Wcisscr Marmor. Kopf war gebrochen.
Derselbe erinnert, in der weichen und duftigen Be-
handlung an den bekannten schonen Kopf aus
Pergamon. Die gross stilisierte Gewandung mit der
starken Schattenwirkung weist in dieselbe Richtung.
500. Saal des Snlpionkrntcrs. Inv. No. 6.519.
Torso einer kleinen Wiederholung des nty To-
nischen Diskobois. Wcisscr Marmor. II.
O.lbo in. — Trotz der Kleinheit sorgfältig gearbeitet.
An der rechten Hüfte der Rest einer auffallend
starken Stütze für den aushoicudcn Arm, woraus
vielleichtzu schticsscn ist, dass das Stück nicht nach
dem Bronzeuriginal, sondern nach einer Mannor-
kopie gearbeitet wurde. Die gleiche Stütze war nach
Guattani, Monuni. iued. 1784, Febraro, s. 12 ur-
sprünglich auch an dem Diskoboi Massiini vor-
handen. Von diesem weicht der Neapler Torso
in einer anatomischen Einzelheit ab, indem über
der Nabelfaltc eine zweite, der Natur entsprechende
Qiiertciluug des geraden Baurhmuskels angegeben
ist, die aber dem Uronzevorbild gefehlt haben
wird. Ausserdem macht sich durchweg eine
weichere Begrenzung der Muskelränder geltend.
Da cs lehrreich ist, an einem so berühmten Beispiel
die Abweichungen der Repliken im Einzelnen zu
verfolgen, so stelle ich die mir bekannten zu-
sammen, obwohl ich nicht über sämtliche aus
eigener Anschauung urteilen kann. Die ausführ-
lichste Aufzählung derselben bisher bei Wclcker,
Alte Doukm. I, s. 417 fg.
A. Wiederholungen in der Grösse des Originales ;
1. Rom, Palazzo Faneelotti, früher in Palazzo
Massimi alle Colonne. Gefunden 1781 in der Villa
V Das kann man alKriHi.pl nur an dem herrlichen
rUmtichcn Exemplar erkennen, bei dem Ich zweifle, ob ca
Kopie oder Original Ul.
I Paloiubara auf dum Esipiilin. Abg. Brunn-Bruck-
I mann Taf. 25(5. Collignon, Hist, de la sculpture
j grceipie Taf. 11. Anerkannt beste Wiederholung,
I welche alle Eigentümlichkeiten de« Brouzcstits
j beibehaltcn hat.
2. Fondon, British .Museum. Smith, Catai.
J of sculpt. I, No. 250. Fricderichs-Woltcrs, No. 452.
I Gefunden 1791 in der Villa Hadrians in Tivoli.
1 Die Annahme liegt nahe, dass diese wie die folgende
Kopie auch in hadrianischor Zeit gearbeitet siuil.
— An dem Fomloncr Exemplar ist sichtlich eine
getreue Wiedergabe de« Vorbilds angostrebt, aber
die Hätte und Trockenheit aller Formen wirkt
| übertrieben. Der Baumstamm ist In geschickterer
Weise als bei 1 soweit nach vorne gerückt, dass
| er »ich in der Hanptansirht mit dem Standbein
! deckt und dass das andere Bein frei nachsclilcift.
3. Rom. Vatican, Sala dclia biga. Ilelbig,
Führer I, No. 332. Friederichs- Wolters No. 451.
Gefunden ebenfalls 1791 in der Villa Hadrians. Vgl.
Winnefeld, die Villa de* Hadrian bei Tivoli p. 1 44 und
j 162. Der ergänzte und falsch gewendete Kopf stimmt
vollständig mit demjenigen von 2 überein, welcher
j in dem Katalog von Smilh als zwar unrichtig auf-
gesetzt, aber als antik und zugehörig behandelt
wird. Vgl. Wclcker, Alte Dkm. I, s. 421 fg. Falls
er überhaupt antik ist, bat der Ergänzer ilm sich
für die Vatioaniache Statue als Vorbild genommen.
| Der Körper der Vulkanischen Kopie ist von
| weicherer nnd flauerer Formgebung, doch zeigt
sich nirgend» eine bewusste Uinstilisie. utig des
j Originals; der Kopist hatte offenbar fiir die Herbig-
keit seines Vorbildes weniger Verständnis als der
| von 2. — Fiir die Echtheit der Inschrift, die von
Sy bei, Weltgeschichte der Kunst s. 14(>, Anm. 1
ohne weiteres angenommen, von lielbig wieder
energisch lies! ritten worden ist, möchte ich an-
fiihrrn, dass das hohe 1' sehr gut dem Gebrauch
des 2. Jahrhunderts n. dir. entspricht; auch bleibt
E. Brauns Beobachtung zu liechte bestehen, dass
sieh in den Tiefen der Buchstaben Spuren von
Sinter linden. Eine erneute Untersuchung von be-
rufener epigraphischer Seite wäre sehr erwünscht.
4. Rom. Fapitolinis dies Museum. Ilelbig 1,
No. 448. Als stürzender Krieger ergänzt, mir
der Rumpf alF — An diesem Exemplar scheint
mir bereit* eine alMÜehtlkhc Umbildung der ana-
tomischen Detail» vorzuliegen. Die an 1 *o auf-
fallend harte Begrenzung des Brustkörbe* ist fast
verwischt, über der Hüfte tritt der schräge Baucli-
I mnskel sehr viel weniger dick und scharf heraus;
die Erhöhungen des Sägemuskels sind rundlich
I und zeigen weichere Umgrenzungen. Endlich ist
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42
Neapel.
an dem Nal>el die aueh an dem Neapler Tors» ! Matt, 1830, s, 213. Abg. ('larac 482 D, 988 11.
beobachtete zweite Baucliinacription hinzngefHgl. Ilei Matz-Dnhn nicht anfgeführt; ich habe das
Ks liegt offenbar eine altertümliche ltefangenheit Stück gleichfalls nicht mehr dort gesehen,
des Vorbildes darin, dass der Abstand zwischen 10. Rom. .Ein Rumpf ist in der Villa Albani
dem unteren Brnstbeinendc und dem Nabel so in dem untersten Teil des Gartens in einer Mauer
gross ist, während sich in der Natur lwi der ge- etngemanert Im Katalog der Villa ist dieses
krümmten Stellung diese Teile mehr zusammen- Bruchstück nicht erwähnt.“ Welckcr a. a. 0. Oh
schieben müssten. Vgl. z. B. die ähnliche Stellung noch dort vorhanden ? Jedenfalls ist es nicht
der Körperteile zueinander in der Figur bei Koll- identisch mit dem Würzburger Fragment aus
mann, l'lastiscbe Anatomie s. 66 (aus Michelangelos Wagner» Besitz (unten No. 14), da Welcher sicher
t'arton der badenden Soldaten) oder an dem den kleineren Maasstab erwähnt hätte.
Torso vom Belvedere. Aufgerichtet würde der ll. .Eine Wiederholung in Turin, wozu
Diskoboi vermutlich einen zu langen Mittelrumpf Milli» Vojr. an Piemont eine in Neapel nennt.“
haben. Um dieses von den Kopisten als Mangel ' Welcher in K. 0. Müllers Handbuch 122, 3. Die
empfundene Verhältnis zu verwischen, wurde die Turnier nicht lwi Dütachkc. Bei Millill habe ich
weitere Bauchteilung zugefügt. Die Hautfalte am das Cltat nicht finden können. Dass er den
Nabel ist trotz der Weichheit der übrigen Teile kleinen Torso 13 bemerkt, ist wenig wahrscheinlich,
sehr tief und unvermittelt eingeschnitten, in einer ,o ßccbtcr Arm mit Diskos. Nur aus altem
Weise, wie es etwa erst bei den gefallenen Bar- Stich bekannt Welcher, Alte Dkm. 1,428. Vielleicht
baren des attali-chen Wcihge chenks geschieht, identisch mit einem entsprechenden Stück, das
Da» alles ist nicht Unfähigkeit des Kopisten, gich, wie mir Arndt mitteilt, in Rom in der
sondern Umsetzung des Originals in die Manier Sammlung Barracco befindet und noch nicht ver-
jfingercr Zelt. nffeutlicht ist.
5. Florenz, Uffizien. Diitschkc III, No. 245.
Geringe Arbeit. Nur die IIau|>tforraen des Körpers ^ erkleincrte >\ iederholungen :
sind wiedergegebon, so dass z. B. jede Andeutung 13. Neapel No. G5I9: s. oben,
des Brustkorbrandes und des Sägemuskel» fehlt; 14. Wilrzburg. Ab#, in ungenügendem
die Brustmuskeln verlaufen flach und un bestimm*. Stich Sittl, Würzburger Antiken Taf. VI. Erw.
Man bat die Empfindung, dass dem Kopisten nur Overbeck, Gesell, d. Elastik* I, ». 300, Auin. 218.
Körp *r von praxitclisclier Weichheit und Fleischig- Erhalten nur der Kumpf bis etwa» unter den
kelt zu bilden geläufig war. Nabel. II. 0,140. „Carrarischer Marmor** (Over-
6. *) L o n d o n , Lansdownc llouac. Michaelis, beck). Nach Sittl sind Messpunkte stehen geblieben.
Aue. Marb. s. 467, No. 80. Gefunden 1712 in 15. München, Antiquarium. Bronze. Bi»
O tia. Al» Diomcdcs ergänzt. „Good workmansbip, zur r. Schulter 0,28 hoch. Ergänzt der r. Fils»
thougli not pohitivly excdlcnt.“ und der Disko». Erworben in der zweiten Hälfte
7. Wien. Sacken und Kenner, Antiken de» de» vorigen .lahrhnndert» (Christ, Abh. der
Münz- und Ant.-Cabiuet» s. 37, No. 138. Jahn, bayr. Akad., philos.-philol. ('lasse, X, 1, 1864,
Arch. Zeitung 1854, Anz. s. 454*. Ohne Kopf» s. 397j. Er war früher falsch aufgesetzt (sitzend)
r. Arm, I. Hand. Nach Jahn von niittelmassigcr und wurde von Hirt richtig erkannt (Tliierech,
Arbeit und hie und da geflickt. Epochen*, b. 214). — Der 1. Ariu war für ßich
8. Abguss in Koni, von Welcker (A. D. ^ gegossen, ist aber so nachlässig allgefügt, daa» er
». 428) bei dem Kupferstecher Firoli gesehen: viel zu lang geworden ist, weil man versäumte,
„Der linke Arm mehr als der rechte erhalten und die überstellenden Bänder an den beiden An-
»o das Bein: wo der Marmor »ich befinde, war scblussfläcben abzufeilen. Obwohl die einzige
nicht zu erfahren“. Ob mit dem vorigen identisch ? Replik, welche im Material de» Originals ausge-
9. „In Rom in Villa Pamfili, in dem Blumen- führt ist, ist sie doch für die Reconstruction des-
garten am Casino, in der Nische einer Mauer dicht selben völlig wertlos. fcI>enn die Ausführung aller
neben diesem sind die gut gearbeiteten Beine Formen des Körpers und vornehmlich des Kopfes
eines Diskobois und andere Bruchstücke mit ist so sehr in der gewöhnlichen römischen Manier
anderen fremdartigen zu einer Statue zusammen- erfolgt, dass Furtwängler (Meisterwerke p. 341,
gesetzt.“ Welcker a. a. 0. Wagner im Kunst- Anm. 4) zu einem verneinenden Urteil über die
•) Die .Nummern c kl. 12 .lud mir nlrhi .... elnner Echtheit veranlagt wer, Ion konnte, welche« aller
An.thi.uunK bekannt. in der cugliBclicn Au»gabe s. 168, Ami). 2 bereite
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Neapel
sciuo Richtigstellung erfahren hat. Dieses Exemplar
beschlicaat die iilien gegebene Bcilic von llcispiclen
bewusster Umsetzung der älteren Formen nnter
genauer Beibehaltung des Motivs.
lfi. Koni. Abguss, bei AI. Ghcrardi, Rom,
Via -Sistiua 87, känflich. H. bis zur r. Schulter
0,35, von etwa der gleichen Grösse wie das Würz-
burger Fragment. Von ganz vorzüglicher Aus-
führung. Furtwänglcr, der das Stück aiifgefunden
hat, glaubt in ihm eine Maschincnverklcinerung
des Massiiuisehen Exemplars zu sehen (Meister-
werke p. 29, Anm. 2 und p. 311, Anin. 1). So-
weit sich ans dem Vergleich mit den Photographien
desselben urteilen lässt, ist die Übereinstimmung
vollkommen. Nur im Stamm weicht der Abguss
dadurch ab, dass unter dem linken Schienbein
noch ein Kranz von schmaleren Blättern vor-
handen ist, der am Afarmor zu fehlen scheint.
Auch Ist die Plinthe nicht rund, sondern ein recht-
eckiger Kasten mit vorspringeudem schmalen Rand
unten, eine Form, die durchaus antik ist und sich
z. B. au Neapler Bronzen sehr häufig findet. Mir
scheint daher die Möglichkeit nicht ausgeschlossen,
dass cs eine antike Verkleinerung ist, zumal wir
bereits drei andere Wiederholungen in kleinem
Masstabe kennen. Arndt erhielt bei seinen Nach-
forschungen in Kom die Auskunft, dass die Form
von einem Amerikaner stamme; vielleicht ist das
Original, von der Wissenschaft unbemerkt, ausser
Landes gegangen. Auf alle Fälle ist der Ab-
guss ein vollkommenes Hilfsmittel zum Studium
tny tonischer Kunst, doppelt schätzbar bei der
Unzugänglichkeit der Massiiuisehen Replik.
501. Inv. 6354; Saal des Atlas; Gerhard
und Panofka Nr. 309; abg. Chirac 671 , 1636.
„Racco Krmafrodito“, ein in schönem griechischem
Marmor ansgefilhrter, fast lebensgruaser Torso
eines in dünnem wallendem Chiton lebhaft ein-
herschrcitendcn Dionysos, dessen Brust eine auf
der 1. Schulter geknüpfte Nehris srhärpcnartig
umgiebt. Der Krgänzcr, welcher den Torso mit
einer schlechten, an einigen Stellen überarbeiteten
Replik vom Kopfe des eingiessenden Satyrs versah,
hat, wie die Verschiebung des Gcnitnls zeigt, die
Statue falsch ponderirt; das nackt aus dem Ge-
wand herausstehende r. Bein fiberkreuzt das I.
in raschem Tanzsehritt. Die ausgezeichnete Ar-
beit des Torso erinnert an die tanzende Macnade
in Berlin Nr. 208. Aua Sammlung Farnese: Doc.
In. IV S. 170 No. 9 und I S. 76; nach Aldroandi
(1556) S. 151 in den C'aracallathermen gefunden.
Aus diesem Typus ist die Macnade in Villa Albani,
Hel big H. No. 786 abgeleitet.
43
502 und 503. Portico dei Balbi, Inv. 6115. —
Knicender Perser aus lmntem Marmor, das Ge-
wand und die Plinthe aus Pavonazetto, die Fleisch-
teile aus Nero antico II. ohnedie Plinthe 1,55,1! der
Plinthe, welche auch hinten abgerundet ist, 0,085.
Erg. r. Arm mit Hand, 1. Unterschenkel, Stücke am
Rande der getragenen Console. — An dem Gegen-
stück, Inv. 6117, welches auf dein 1. Bein kniet und
den r Arm erhebt, sind neu beide Arme, oberer Teil
der Console, Spitze der Mütze, Teile der Plinthe. —
Nur bei 6115 ist die Oberseite der Console erhalten
(0,34 : 0,45 m); sie ist rauh, in der Mitte ein rundes
Loch von 0,045 Dm. und 0,045 Tiefe. Aus der
Kleinheit desselben geht hervor, dass ein Gegen-
stand aus Bronze darauf ruhte. Die Finger der
erhobenen Hände griffen vermutlich nicht oben
über, sondern legten sich an die Seite des kasten-
artigen Cippus an. Khcmals auf dem Palatin In
den Orti Farnesiani ; Ergänzungen von Albaccini.
Abg. ist bisher nur 6117: bei Guattani, Mon.
ined. 1789, Luglio, tv, 1 ; danach Clarac, V, 853,
216;); nach anderer Zeichnung CI. V, 854 C, 2163
Die bei beiden Figuren identische Tracht ist
die persische. Als deutlichstes Unterscheidungs-
merkmal gegen ähnliche Barbarentrachten, z. B.
die dakische, dient die Mütze mit den herab-
hängenden Laschen, welche, wie neuerdings wie-
der der Alexandersarkophag von Sidon gezeigt hat,
beim Kampfe um das Kinn gesteckt werden. Die
Köpfe stimmen in den allgemeinen Zügen Uberein
mit denen der kämpfenden Perser aus dem Weih-
geselienke des Attalos, besonder» mit der .Statue
in Aix (Fricdericlia-Wolters 1409), mit der sic auch
die biischclwcis wachsenden Haare an Kinn und
Backen gemein halten (6117 mehr als der hier
publicicrtc). Von den dakisclien Barharenköpfen
unterscheiden sic sich durch die edleren und
weniger verkniffenen Gesichtszilgc.
Keine genaue Replik, aber nach demselben
Vorbildc gearbeitet Ist der beträchtlich kleinere
Perser aus weissem Marmor in der Galleria dei
candelabri de« Vatican (Heilig, Führer I, 348),
der den Arm auf der Seite des emjiorsteliendeii
linken Knies erhebt, die r. Hand in die lliifte
stützt und sich im ganzen tiefer ziisammenkanert.
Auch fehlt ihm der Mantel, der bei den Neapler
Statuen von der llrust nach hinten und dann zum
Hoden herabgeht. Dagegen hat er w ie jene auf dem
Nacken ein Polster, auf welches ihm der Restau-
rator eine antike Vase gesetzt hat Der Kopf-
typus ist der gleiche, nur dass der Kinnbart voller
ist. Die stark sichtbaren Bohrlöcher in den Haaren
deuten auf spätere römische Arbeit — Genau
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44
Neapel.
stimmen mit No. 6115 drei kleine Statuen überein,
eine in Berlin (Beschreibung cL ant. Sc. 493 A, ohne
Kopf, 0,41 hoch, carrarischer Marmor), eine zweite
in Madrid (Hübner, Bildwerke in Madrid No. 73;
II. 0,66, italischer Marmor; der bartlose Kopf ist
anders gewendet und hat grosse Verwandtschaft
mit den bekannten Attistypen , der getragene
(Segenstand ist kalathosförmig und nach Hübner
zwar angesetzt, aber zugehörig; doch zeigt die
Photographie an seiner Grundfläche und am Ge*
lenk der anliegenden Hand deutlieh einen scharfen
Schnitt), endlich eine dritte in Neapel (im Saal
der Marmorgeräte, Inv. 6118, II. 0,85). Diene ist
wieder au» buntem Marmor (graublau mit einge-
sprengten weissen, roten und gelben Stücken).
Hinter der Gestalt befindet »ich ein Pfeiler, von
dem eine Gonsole vorspringt; auf der gemein-
samen Oberfläche beider befinden sich zwei kleinere
und zwei grössere Stiftlöchcr, vermutlich zur Be-
festigung einer marmornen Tischplatte. — Vgl. auch
das Bronzefigürchen aus Alexandria Ath. Mitt. X
(1885), tf. XI, 1, ». 382 (Schreiber).
Schon Gunttani hat darauf hingewiesen, dass
Pausania» I, 18, 8 im Bezirk des olympischen Zeus
in Athen HOou *Pnvytm> IJiooat xuXxovv jofaoda «r-
//oitfc, Mac ästot erwähnt.
Aus dem letzteren Zusatz darf man schliesson,
dass es ein in die Augen fallendes Monument, also
wohl von beträchtlicher Grösse war, da Paus,
für rein künstlerischen Wert wenig Auge zu haben
pflegt. I>a die breiten und wenig tiefen Gonsolen
der Neapler Statuen sehr gut zum Tragen eines
Bronzcfusses, etwa in Klauenfonn, geeignet sind,
gewinnt die Vermutung an Wahrscheinlichkeit,
dass sie mit den athenischen entweder identisch
oder in gleichem Material nach ihnen kopiert sind.
Man hat sich dann einen dritten hinzuzudenken
und sie so anzuordnen wie die knieenden, becken-
tragenden Silene in der Galleria dei candelabri
(Hel big, Führer I, 430). Die Frage nach der
Identität würde von der Datierung abhängen*
Die Ausführung der Neapler Statuen wird man
nach der Darstellung der Augensterne durch Ein-
kerbung der Pupille und Umrändening der Iris ins
2 Jahrhundert n. Clir. setzen wollen, obwohl wir
nicht wissen können, ob man bei Köpfen in
farbigem Material diese Gewohnheit nicht schon
früher angenommen hat, da in griechischer Zeit
ein unbelebter Augapfel undenkbar sein dürfte.
Andrerseits zeigen sie im Kopfe so nahe Ver-
wandtschaft mit den Persern des attalisehett Weih-
geschenks, dass man sic am liebsten für Wieder-
holungen nach Werken aus pergameniseher Zeit
ansprechen möchte. Auch Schreiber a. a. 0.
hält sie für hellenistisch. Es liegt daher die Gom-
hinathm nahe, dass die Perser im Olyiupicion
das prächtige Geschenk eines pcrgatncnischcn
Herrschers, vielleicht Attalos dcsl. seihst waren, der
neben dem Bezirk der Athcna auch den des Zeus
zu bedenken Veranlassung haben mochte, und
dass ein Körner sich diese Weihgabc kopieren
lies», worauf das römische Kunsthandwerk den
auch für Hausgerät gut verwendbaren Typus sich
aneignete. Doch muss diese ganze Aufstellung
auch deshalb als zunächst problematisch bezeichnet
werden, weil wir für die Verwendung bunten
Marmor» für statuarische Werke in vorrömischer
Zeit keine gesicherten Anhaltspunkte haben.
504. Zimmer de« Narcis». Inv. 5206. Bronze-
statuette eines flöteblascndcn Silcns. II. 0,29.
Aus Portiei. Klein abg. Gomparetti e de Petra,
la Villa Ercolanest* tf. 16, No. 10, ». 271. Vgl.
Friederichs- Wolters Nr. 1428. — Nicht Koplik der
Borghesisehen Statne Hclbig, Führer II, 037, son-
dern nach einem älteren Vorbild kopiert. Der
obere Teil des Rumpfes ist weniger stark gegen
die Hüften verdreht, das Mnskeldetail einfacher,
Haar und Bart anders als an dem Silen Borghese;
auch kreuzen sich die Beine nicht so stark. Die
Bronze dürfte nach Proportionen und Kopftypus
dcm.Krotec de» Lvsipp angehören; die Borghesischc
1 Statue ist eine Weiterbildung in hellenistischem
Geschmack. Eine dritte als Replik geltende Figur
(ohne Arme und Beine, jetzt im Conservatoren-
palast ; Bullet, comuu. VIII, 1880, tf. 10) ist wiederum
älter als die Bronze. Ich stehe nicht an, sie nach
dein außerordentlich schlicht behandelten Haar
an Kopf, Bart uiul Scham, sowie nach der ganz
knappen uml einfachen Stilisierung de» Körpers
bis in die Nähe des iiiyroiiischen Marsyas hiuaufzu-
rücken. Es liegt hier also eine Behandlung dos
gleichen Motiv» in der Weise dreier verschiedener
Jahrhunderte vor. — Eine Marmorstatuettc der
Sammlung Barracco, tf. 65, wiederholt das Motiv
nach der andern Seite gewendet; die Ausführung
ist von charakterloser Eleganz.
505 und 506. Saal des Porphyr-Apollon.
Inv. 6258. Archaischer J ü n g 1 i n g » k o p f.
Neu: Henne, Nase. Abguss in München. Stilistisch
ist diesem interessanten und singulären Typus am
ehesten der allerdings beträchtlich jüngere sog.
Hernes Chinnery in London (Friederichs- Wolters
160; Furtwängler, Meisterwerke p. 3*48, Antn. 2;
Brunn-Bruckmann Taf. 224; Phott von Face und
Profil beim Institut in Berlin käuflich) zu ver-
gleichen, welchen man mit myronischer Kunst
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Neapel.
45
in Verbindung bringen will, (inte uud sorgfältige
Replik«
507 und 508. Saal der Ileraklea-Omphale-
G ruppe. Inv. 6393. Replik vom Kopfe
des Kassler Apollon. Auf nicht zugehöriger
weiblicher Herme. Nase neu. Helbig, Text zu
Collection Barraeco pl. XXXIV a und b; p. 34,
Anin. 2; daselbst Litteratur. Furtwängler, Meister-
werke p. 371, Amu. 1, No. 8. Zwar Borgfaltig
gearbeitet, aber ziemlich stark übergangen und
durch den Kopisten ins Flache und Leere ver-
wässert. Namentlich die Partiecn um den Mund
lassen nichts von der Hoheit und verachtenden
Erhabenheit erkennen, die nach Ausweis der in
diesen Partiecn gewiss getreuen, charaktervollen
Barraccosehcn Replik (Collection Barraeco a. a. ().,
die Faceaufnahme ganz ungenügeud) das Original
ausgezeichnet hat.
509. Inv. 6412; Saal der Flora. Gerhard
und Panofka No. 311. Gut gearbeitete und gut
erhaltene Replik de» Doryphoros-Kopfcs;
in einen Hermenpfeiler eingelassen.
510 und 511. Sala de’ capolavori. Inv. 6011.
Kopf der Doryphorosstatuc aus Pompei:
Friedcrichs- Wolters 503; Hrunn-Bruckmann Taf.
273. Intact. IMe Statue ist wichtig für die Datierung
der uns erhaltenen Kopien, weil sie durch ihren
Fundort einen terminus ante quem gicbL Vor
79 n. Chr. hat man bereite so kopiert. Von der
Bronzehenne des Apollonios in Neapel (Brunn-
Rruckmann Taf. 336), die doch wohl als die ge-
naueste Kopie anzusehen ist (vgl. Furtwängler,
Meisterwerke p. 421), zeigt der Kopf der pom-
peianischen Statue eine Reihe von Abweichungen
im Detail. Vgl. oben zu No. 211 und 212.
512 und 513. Kopf einer Aphrodite-
Statue. Erg. die Nasenspitze.
Es ist der Kopf der in der Sala dclle Muse
befindlichen Figur No. 6396 = Chirac 498 C,
1019 A, an welcher nur die beiden Unterarme,
soweit sie nackt sind, und unbedeutende Teile
des Gewandes ergänzt sind. Die Statue ist ver-
hältnissmiissig oft wiederholt wurden, aber dicB
scheint das einzige Exemplar, das mit dem Kopfe
erhalten und bei dem das Himation als Sehleier
über den Kopf gezogen ist. Leider ist seine Ar-
beit ganz minderwertig. In demselben Saal
in Neapel steht als No. 6395 = Clarac 498 C,
1019 B eine sehr viel bessere Wiederholung, au
der Kopf und Unterarme ergänzt sind. Ein gute»
Exemplar befindet sich in dem Gang des capito-
linischen Museums No. 52 =r- Clarac 508, 1019
(erg. Kopf m. Büste, I. Unterarm mit Flöte, r. Arm
vom Biccpti an mit Gewand und Flöte, beide Fftsse
mit Gewand), eines, unbekannten Standortes, bei
Clarac 515, 1041 C (siehe die Ergänzung dort),
zwei im Louvre: a = Clarac 295, 1016 (Phot.
Giraudon 1139; der Kopf antik, aber nicht zu-
gehörig; erg. Ilal», Kinn, Nase, !. Arm, r. Unter-
arm, Teil des Pfeilers, 1. Fnss uud Teil de» 1.
Schenkels ; b Phot. Ciraudon 1138 (erg.
beide Unterarme, Kleinigkeiten am Gewände;
der Kopf, an dem die Nase fast ganz ergänzt ist,
war gebrochen und iat vielleicht zugehörig; es
wäre »lies ein erhaltenes Beispiel ohne Schleier).
Endlich befindet sich noch eine schöne griechische
Kopie, leider sehr fragmentiert (ohne Kopf, Arme,
Unterschenkel und Stütze) im Museum zu Smyrna,
welche Pottier im Bulletin de corr. hell. 1881 pl. 13
p. 279 ff. publiciert, aber nicht erkannt und als
Nike erklärt hat.
Alle diese Wiederholungen stimmen in der
Grösse überein, d. h. Lebensgrösse, sodass wir
diese auch für das Original voraussetzen dürfen.
Alle weichen indessen in Einzelheiten von der
ersterwähnten Replik in Neapel und auch unter
einander ab. Die Hauptabweichung ist schon er-
wähnt; das Himation ist 1k?I keiner der andern
Wiederholungen über den Kopf gezogen. Dies
dürfte sich aber hauptsächlich aus der grösseren
Bequemlichkeit für den Kopisten erklären; der
Handwerker, der die neapeler Wiederholung
fertigte, hat sich diese Schwierigkeit sicherlich
nicht erst geschaffen; ferner erhält die Rechte
eine natürliche Beschäftigung; sie fasste das
Himation, wie der Ergänzer der Figur richtig er-
kannt hat; die anderen Ergänzer werden ihren
Figuren entweder eine Blume oder einen Spiegel
in die Hand gegeben haben. Mit dem Wegfall
des auf der l. Schulter auf liegenden Teile» de»
Himation» hat sieh auch eine andere Abweichung
ergeben: statt die rechte Schulter freizulassen,
wie bei der neapeler Replik, lässt das Himation
an den andern Wiederholungen — hier mehr,
dort weniger — die linke Schulter frei. Unter
einander weichen die Figuren ferner darin ab,
dass der Pfeiler nicht bei 'allen die gleiche
Höhe hat. Hier worden die pariser Exemplare,
die den höheren Pfeiler haben, den Vorrang
verdienen , denn es ergeben sich hierdurch
reichere Motive. Die Deutung auf Aphrodite ist
wohl zuerst von Furtwängler In Roschers rnyth.
Lex. Sp. 413 ausgesprochen worden. Sie ist
zweifellos, und ebensowenig kann, wie ich glaube,
über Herkunft und Zeit des Originales ein Zweifel
herrschen. Wir können hier die liegende Thau-
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46
Neapel.
Schwester aus dem Parthcnongicbel im kleineren
Massstab und deshalb zarterer Ausführung that-
sächlicb fast Zug für Zug wiedererkeunen. Und
in die gleiche Zeit gebürt denn aueh, soviel
man an dem schlechten Exemplar erkennen kann,
der Kopf unserer Photographien, die zur Hand-
habe dienen mögen, bessere Er.emplarc zu
Imstimmen. An den Parthenon frics gemahnt
uns endlich die Verschleierung. Dem Geiste
jener Zeit aber entspricht die Auffassung der
Göttin, deren voller Körper sich in bequemer
Ruhe, aber doch voll Würde und Züchtigkeit den
Rücken darstellt. — Man hat die Figur früher wegen
des Anlehnens an einen Pfeiler und des Ueber-
einanderlegens der Reine an den Reginn der helle-
nistischen Zeit gerückt. Dass sich dies indes nur
auf oberflächliche Renlmchtung gründet, wird man
recht erkennen, wenn man die Figur mit einer sehr
viel späteren, der Kutcrpc des Berliner Museums
(Bcschr. No. 218) vergleicht. Die allgemeinen Motive
sindganz die gleichen. Aber schon die Körperfurmen,
hier breit und voll, dort schlank und zart, lassen uns
einen grossen Abstand fühlen. Ferner beachte
man eine kleine, scheinbar geringe Abweichung,
welche in der That höchst bedeutsam ist: die
Stellung des linken, über den rechten gelegten
Fusses. Man erprobe aiu eigenen Körper die
beiden verschiedenen Stellungen. Bei der Aphro-
dite ist der linke Fuss gerade, fast parallel, die
Sohle nach unten gewendet, neben den rechten
gestellt. Dabei kann der Körper breit zurück-
gelagert bleiben, die Brüste in der gleichen Ebeno
wie die Hüften, und selbst das naturgemäße Aus-
biegen der rechten Hüfte ist nicht übermässig.
Nun ändere man die llaltuug des Fusses zu der-
jenigen, die man an der Euterpe wuhruiinmt,
d. h. man drehe den Hacken nach aussen, sudass
der Fuss nur noch mit den Zeilen nach innen den
Roden berühren kann; sofort wird mau ein weit
stärkeres Herausdrängeu der rechten Hüfte be-
merken, und der Oberkörper fällt mit seiucr
rechten Seite nach vorne, wodurch sich dann
eine vollkommene Drehung des Körpers um die
eigeuu Achse ergicht. So nahe verwandt also
aueh die Motive beider Statuen sind, so leicht
sieli das Motiv der einen aus dum der andern
hcrstellt, so charakteristisch sind sie untersdiiedcn,
charakteristisch für das verschiedene Wollen und
Können zweier weit von einander getrennter Zeiten-
Das Werk muss den häufigen Wiederholungen
nach sehr berühmt gewesen sein. Durch die Ver-
wandschaft mit der Thausehweater ist die Be-
ziehung auf Pliidias besonders nahe gelegt. Unter
den Gründungen des Perikies wird ein Tempel der
Aphrodite Urania im Stadtviertel Melitc zu Athen ge-
nannt, dessen Bild aus parischem Marmor ein Werk
des Phidias war (Paus. 1, 14, T). Dieses glaube
ich in unserer Figur wiederzufinden.
Man vergleiche die einzelnen Motive des Ge-
wandes auch mit denen der Kore Albani, welche
ich oben (No. 307) für ein Werk des Phidias er-
klärt habe, und man wird überall Berührungs-
punkte finden.
514 und 515. Sala ilei rapolavori. Inv. No. V.
Kopf der Athene Farnese. Der Kopf ist mit
dein Hals in die Statue eingelassen, vielleicht
auch von anderm Marmor: trotzdem ist kein
Grund vorhanden, an der Zugehörigkeit zu zweifeln.
Neu: die aufrecht stehenden Hrlmklappcn und
die Köpfe der Uehnticrc; sonst intact, auch die
Nase. Furtwängler, Meisterwerke p. 103 ff., dar-
nach ein Werk des Alkamenes.
516 und 517. Saal der Flora. Inv. 6411.
Farnese 176. Kopf, der Statue des sog.
Protesilaos (BrunnBruckinann Taf. 331) auf-
gesetzt. IlalBstück zwischengesetzt, Zugehörig-
keit des Kopfes also nicht zu beweisen. Neu:
die Nase. Replik in London, von Amelung
(1892 mündlich) und Furtwängler, Meisterwerke
p. 668 ff. erkannt; abg. bei Furtwängler a. a. 0.
und bei Kucpp, Bildnis Alexanders d. Grossen,
52. Berliner Wlnekelmanusprogr. 1892, p. 24;
Phot, beim Institut in Berlin käuflich. Koepp und
Furtwängler deuten den Kopf auf A|iollun. Ersterer
versetzt ihn in die Kutstchungszcit des Aisdlon
vom Belvedere, letzterer in die Mitte des 5. Jahr-
hunderts, in den Kreis des altern Praxiteles. Der
Apollon I’arnopios der Akro]wlis, der als angeb-
liche* Werk des Phidias überliefert ist, sei mög-
licherweise vielmehr von diesem älteru Praxiteles
und der in Kedu stehende Typus möglicherweise
eine Wiederholung des Kopfes dieser Statue. Eine
Entstehung des Typus hu 5. Jahrhundert halte
ich für ganz ausgeschlossen; allein schon eine
derartig freie Bildung des Haare* auf dem Ober-
kopf ist den Werken jener Zeit fremd. Die Be-
handlung der Uder und Brauen an dem Londoner
Exemplare hat allerdings noch etwas Strenges und
Hartes, das jedoch, wie die weichere Neapler
Wiederholung erweist, sehr wohl auf Rechnung
des Kopisten gesetzt werden kann. Zeitlich den
Typus bestimmt einzureihen, scheint noch nicht
möglich ; die Zeit vor 350 kann meines Erachtens
nicht in Frage kommen.
518 und 519. Sala de' capolavori. luv. 6009
und 6010. Kopf, dem Aristogeitou aufge-
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Neapel.
47
setzt. Friedcrichs-WolterB 123, p. 66. Xen: untere
I Hilft« der Nase. Wiederholung vom Kopfe des
auf Skopas znrQckgefUhrten Meleager: neueste
Utteratur bei Furtwängler, Meisterwerke p. 526,
Anin. 2. Unter den zahlreichen „Repliken1*, die
zum Teil in der Haarbehandlung und -Disposition
stark von einander abwcichen und unter diesem
Gesichtspunkt eiuer strengen kritischen .Sonderung
bedurften, zeichnet sich dieses Kxemplar durch
zwar nüchterne, aber sorgfältige und verständnis-
volle Arbeit aus.
520 und 521. Portico dei Balhi. Inv. 6138.
J ttnglingskopf. Ausserordentlich raffiniert re-
stauriert Neu: Brust, Nase, Fleck auf I. Wange.
Mehrfach gebrochen und ganz Hberschmicrt; doch
scheint das Andere antik. Vermutlich trotz kleiner
Abweichungen im Haar und der Hinzufilguug des
Backenbartes Wiederholung vom Kopfe des An-
tinous von» Belvedere — Hermes von Andre«:
Furtwängler, Meisterwerke p. 571 ff.
522 und 523. Sala de' capolavori. Inv. 6016.
Kopf der Statue des sog. Adonis von
Capua (l’hot. Sommer 11223; Alinari py 1* No.
11028). Neu: die Nase. Praxttelisch aus derZeit
des „Pcriboetos1* und de« „Kuhuleua“. Ebenso
gehört »las Bewegungsmotiv der Statue (neu: r.
Bein, I. L'ntcrbein, Stamm mit Bogen und Köcher,
Basis, I. Arm, r. Hand; der r. Arm war oben ge-
brochen, ist aber antik) in jene Periode Eine
bestimmte Deutung lässt sieh dem Werke nicht
gehen.
524. Saal de» Porphyrapollon. Ohne Nummer,
r. neben 6261. Weiblicher Kopf mit Hörnern
Ober der Stirn. Nur Maske. Nichts ergänzt.
Nicht vor dem 4. Jahrhundert. Jo? Eine Statue
der Jo von Deinomenes auf »ler Akropolis; vgl.
I.oewy, KUnsterimchriftcn No. 233. Oder Isis?
Vgl. »len Kopf im Louvre Phot. Giramlon 1217
Frölmcr, notice de la sculpture antique du Louvre,
1871, No. 553. Ein kleines Fragment einet weib-
lichen Kopfei aus schwarzem Stein, mit Kranz
und zwei Stierhörnern, iui Thorvahbeu-Muscnm
iu Kopenhagen, Saal XXXIX, Schrank I, No. 25.
525 und 526. Saal der „Venus genetrix“.
Inv. 6315. Uubürtiger Kopf. Nou: »lic Nasen-
spitze. Zum Einsetzen in eine Statue hergerichtet.
Schwarze Farbspuren in dm Augen deutlich er-
halten; auch im Haar Farbenreste erkeunhar. Das
Profil de» Kopfes hat manche individuelle Züge,
namentlich im Blick und in der Bildung des
kralligen Untergesichts. Vielleicht ein stark ideali-
siertes Porträt der Diaduchcn/.cit. Der Reif im
Haar ist allerdings von der Königsbimle der
Diadocheuporträts verschieden. Über das Ge-
schlecht des Kopfes kann man trotz der auf
Schultern und Nacken lang horabfallendcn Locken
nicht zweifelhaft sein.
527. Saal der Vase des Salpion, Relief:
Herakles und Hebe; abg. Kcknle Hebe Taf. I.
Stammt aus Andres uacli Angabe im Inventar
»lcr Sammlung Borgia, Doc. In. I, S. 284, No. 45.
528. Saal der Vase des Salpion. Relief:
abg. Arch, Ztg. 1871, Taf. 53a, No. 3. leb habe
nur den antiken Teil ohne die hässlichen modernen
Köpfe aufgeuommen. Vgl. Michaelis a. a. 0.
S. 143; Gerhard und Panofka No. 524; Rciseli,
Weihgcschcnke S. 137. Ein von einem Hunde
begleiteter Jüngling, welchem Artemis (vgl. C. R.
1868 S. 66 und für die Handlung Mon. d. Jst. XI,
33) die Hand auf die Schulter legt, reicht Hermes
die Rechte (vgl. Gerhard AVB 200). Für »lic chrono-
logische Fixierung vgl. das Relief bei Schocne
Taf. VIII 50, au» dem Jahr 424.
529. Saal der Puteolanischen Basis. Inv.
6757. Eines der Reliefs von der Basilica
N e p t u u 1 iu Rom mit der Personification <»iner
Provinz; Gerhard und Panofka No. 322; Doc.
In. I. S. 77; Aldroaudi 8. 159; abg. Mus. üorb. UI
57 links. Über die anderen zugehörigen, in ver-
schiedenen Sammlungen zerstreuten Stücke vgl.
Helbig, Führer I, No. 533. — Auf demselben Blatt
Teile der aus »lern Amphitheater von Capua
stammenden Reliefs; vgl. Francesco Alvino, Anfi-
tcatro Cauipano (Napoli 1842) Taf. 11.
530. Saal der Vase des Salpion. Nchcnscite
eines Sarkophags. Vor einem Parapctaama
sitzt auf »lein Fels ciu Philosoph, docierend, bloss
mit »len» llimation bekleidet, einen Knoteustoek
iu der Haml; liehen ihm eine Rollenka|H»»-t; vor
ihm ein vicrfUsaigc» Tier. Die Züge gleichen
denen des Diogenes, das Thier sollte also wohl ein
Hund Bein.
531. Hof. Torso eines Heros. II. 1,29.
Nichts ergänzt. Die Beine unterhalb »ler Kniec ab-
gebrochen. Die übrigen fehlenden Teile waren
besomlers angesetzt. Der vorgestreckte I. Unter-
arm muss einet» Schild gehalten haben, sodasa
die rauli gelassene Fläche auf der 1. Schidter
verdeckt war. Um den untersten Teil des Annes
war dann der lange Mantel geschlungen. Der
Teil des Schwertriemens über der I. Hüfte ist nur
angelegt; die Stelle war durch den Mantel ver-
deckt.
Der Torso stammt von einer jugendlichen
Hcrecnfigur, u.zw. einem Bruder »ies praxitclischcn
Ueruies von Andros. Ganz auffallend ist die
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48 Neamd.
Ucbcreinstiminnng beider Statuen in dem von der
Schulter herabhütigcuden Ende des Mänteln; aber
aueli die Behandlung de« Körpere, die Bildung
de« Schamhaare# stimmen vollkommen überein,
nur dass der Heros augenscheinlich einen festeren
Stand und compacter« Formen hatte als der be-
wegliche Bote der Götter. Wir gewinnen damit
ein zweites Beispiel spät-praxitolischer Kunst. Die
Arbeit di1» Exemplare Ist recht gut.
532. Hof. Kuiecndes Mädchen (Kopf und
Arme fehlen) in steifer Haltung, mit streng stili-
sierter Gewandung. Eine Replik in Stockholm,
Clarac 750, 1837; Phot. Lagrclius IV 22, hält vor
dem Schooss eine Muschel, welche aber auf Er-
gänzung beruht. An dem neapolitanischen Exem-
plar führte in das verlorene Attribut eine Wasser-
leituugsrühre, für welche zwischen den Schenkeln
eine Höhlung durchgebohrt ist. Anstatt einer
Muschel ist w'ohl ein Becken zur Fusswaschuug
von den Händen gehalten worden. Stand diu
Figur auf dem Boden, so hielt sic das Becken in
bequemer Höhe, welches dann praktischen Zwecken
dienen konnte, wie da» Weihwassorbecken in der
Hand des Knaben von Lykios. Auch im Stil ent-
spricht die Statue der Zeit dieses Künstlers.
533. Hof. Untcrlebensgrosso Statue
der thronenden Kybcle, zu jeder Seite des
Throne» hockt ein I-owe. Einer der Haupttypcn
für die Göttin, wie Repliken in Baalbeek (Phot.
Bonfds 474) und in Oreos (Phot. d. ath. Inst.
„Euhoca 3‘) Imweisen; im Wesentlichen liegt der
Typus schon in dem Berliner Relief Arch. Ztg.
1880 Taf. 1 vor. Kopf, r. Arm und 1, Unterarm
fehlen.
534.535. Hof. Replik des Ares l.udovisi.
Erwähnt: Furtwängler Meisterwerke S. 526;
daselbst IJtteratur.
536. Hof. — Leda. Replik der Floren-
tiner Statue DUtschke III, 192. Vgl. Furtwängler,
Meisterwerke s. 644, 646. Nach Mitteilung
von Amelung ist der Kopf des Florentiner
Exemplare sicher nicht zugehörig. Nach dem
Halsansatz der Neapler Replik scheint er zur
rechten Körpcreeite und nach oben gewendet zu
sein, was allein ein befriedigendes Motiv ergiebt,
da sich der Vogel von dieser Seite her unter das
Gewand geflüchtet hat und I-eda naturgemäss
nach dem Verfolger ausschaut. Von einer dritten
Replik im Tiergarten der Villa Borghese in Rom
teilt mir Amelung mit, das» der erhaltene r. Unter-
arm im Erstaunen und zum Schutze des Schwanes
erhoben ist. — In der Körperhaltung sehr ähnlich
ist die beckentragende Nymphe dur (ialleria dellc
statne de» Vatican (Helbig I, 208), die auch in
der zarten Bildung des Nackten und in der Gc-
wandbcliandlung Analogien bietet. Vgl. auch
die Statue E-V 183, die nach Arndt» neuester
Untersuchung sicher keine Leda, sondern eine
beckcntragende Brunnenfigur ist. — Die Florentiner
Statue ist von Furtwängler a. a. 0. dem Kreis des
Skopas zugetcilt worden.
537. Hof. Reliefbruc hat il ck mi t U ber-
lebensgrosser Figur. Ein Jüngling, bis zum
Ansatz der Beine erhalten, mit l'hlamya bekleidet,
auf dom Kopf einen Pileus, bewegt sich nach
rechts vor einem galoppierenden Pferde hin; also
wohl ein Diosktir.
538. Hof. Zeus Aminon auf einem
Fclson sitzend, doppelt lebensgrossc Relicf-
figur, abg. (’larae 410 E 692 E; vgl. Overbeck
Zeus S. 200. Vor den Originalen unterlicss ich
leider Nachforschungen darnach, ob No. 537 und
538 zu der gleichen Dccoration gehören könnten.
539 h. 540. Hof. Torso einer kolossalen
Satyrstatue. Griech. Marin. Hoch 0,79. Nicht»
ergänzt. Reste von Stützen : an der 1. Seite unterhalb
der Rippen, an der r. Hüfte; an der 1. Hinterbacke
Ansatz für da» Schwanzende. Rest eines kleinen
Puntcllo unten an der 1. Brust. Auf der r. Brust
ein kleines Loch zur Befestigung eines Gegenstandes
in Metall, bei dessen Entfernung auch die Um-
gebung des Loches zerstört ist Der r. Arm war
besonders gearbeitet und angrsetzt ; oben auf dem
Ansatz desselben befindet sich noch der eine Teil
des DBbclIoches. Die Figur muss auf dem r. Bein
gestanden haben, der Oberkörper war zurück-
gelegt; beide Oberarme waren vom Körper ab-
gcstreckt, der rechte erhoben ; der Kopf wendete
»ich nach der 1. Schulter. Die Ergänzung ist
rätselhaft und ebenso die Bedeutung der Stützen
und des laiche» auf der r. Brust Die Arbeit ist
ganz wundervoll und, wenn auch Kopie, doch
cie» höchsten Lobes wert. Man wird zunächst an
den kolossalen pergamenischen Satyr-Toreo in
Florenz (D. 520) erinnert. Vergleicht man aber
beide, so wird man nur Unterschiede, ja Gegen-
sätze gewahr. Hier ist nlehls von der perga-
menischen Geschwollenheit und Überfülle. Eine
schlagende stilistische Parallele zu unserem Torso
gestehe ich nicht zu kennen. (W. Amelung).
Mir scheint die Körperhaltung am ehesten für
einen Krupeziontrctcr geeignet, zumal da der Kopf,
wie die Rückenansicht am deutlichsten zeigt, voll-
ständig vornüber geneigt war. Er muss ohne
Bart gewesen sein, da sonst Ansatzspuren davon
zurückgeblieben wären Der Florentiner Kru-
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Neapel. Sorrento. Palermo.
49
I>e7.i< m treter bietet auch stilistisch «lie nächste
Parallele, da an ihm die eigentümlichen rund-
lichen I, ücher zwischen den Muskeln (besonders
aussen am graden liauchnmakcl) noch deutlicher
auftreten als an dem Torso. Oer Torso dürfte
ebenfalls au den sehr individuellen Satyrbildungen
der pergarcenischen oder rhodischen Kunst ge-
hören. (H Bulle).
541. Hof. Lebensgrosac Statue eines
mit der Exomis bekleideten Negerscla von.
Ähnliche Statuen im ltrit. Mus., Guide II 52, und
im Vatican, Museo Pio t'lem. III 34. Oie Gesichts-
züge verzerrt, wie bei einem Menschen, der in
grelles Sonnenlicht schaut. Kräftige Ansätze an
der Kxomis beweisen, dass der Sklave einen grossen
Gegenstand auf den Armen trag.
542. Hof. Tektonisch verwendete
Platten, welche in Tierküpfo (Hase, Löwe,
Hirsch, Säbelantilope, Gazelle u. s. f.) Auslaufen.
Aus dem Amphitheater von Capua; vgl. Alvino,
Anfiteatr» Campano Taf. 11.
Neapel, Museum von S. Martino.
543. Sarkophag. Auf einer Schmalseite
Odysseus mit dem llnnd. Oie Abbildung bei
Robert Sarkophagreliefs II Xo. 150 lässt nicht er-
kennen, dass hier eines der am besten gearbeiteten
Stücke vorliegt. Mir ist dieser Sarkophag noch
ein Itiitsel. Denn der gute Stil des Reliefs will
sich mit der geringen Arbeit der Balustern auf
der Vorderseite nicht vereinigen lassen. Ich muss
zu der Annahme greifen, dass der Sarkophag eine
zweite Verwendung fand, wobei das Relief der
Vorderseite abgearbeitet und die Balustern über-
arbeitet wurden. In der Mitte der I-angscite sitzt
ein I.orbeerkranz. Von den gut auegefithrten
Blättern bis zum Grunde läuft ein 2 cm starker,
raub gelassener King herum, der sich auch in der
Farbe von den Blättern unterscheidet. Dieser
King stellt wohl die Stärke der Schicht dar,
welche ausser dem vermutlich einst vorhandenen
Relief von der Vorderseite abgearbeitet wurde.
Sorrento, Museo.
544. Basis. Oie Seite mit Apollon, Artemis
und Lcto. Vgl. Hülsen in: Köm. Mitth, 1894
S. 238, wo weitere Mttcratur angegeben. S. ferner
oben zu No. 334.
Palermo, Museo nazionale.
545. Cortile. Kauernder Löwe, der mit
den Vordertatzeu einen Sticrsehädcl
packt. Kalkstein. „Dono de! Bar. B. Salamone
di Mistretta“, also wohl auch an diesem Orte,
dem antiken A inestrato», südöstlich von t'efalü
an der XonlkUsto Sieilieas (s. Panly-Wisson a,
Roalencyclopädie s. v. Amestratos), gefunden.
Archaische Arbeit, vermutlich aus der Periode
der phoenikischcn Herrschaft iu Sicilien. Vgl.
Perrot-Chipiez III, p. 436 ff. und 419 ff., smvie
die Gruppe in Marsala Arch. Zeit. 1871, Taf. 51.
546. Cortile. Thronende weibliche Gott-
heit, zur Seite je eine bekleidete Sphinx.
Kalkstein. Aus Solunt, dem phoenikischcn Soloeis,
bei Palermo. Puhl, von Perrot-Chipiez III, p. 425 f.,
wo ältere Littcratur. Archaische plioenikisehe
Kunst auf einer den ältesten milesischcn Sculpturen
noch vorauslicgeuden Stilstufe.
547— 549. Cortile. Inv. 715. Statue eines
Bärtigen (Zeus?). Etwa drcivicrtcl lebens-
gross. Amciung, Florentiner Antiken p. 7 ff.
Furtwänglor, Meisterwerke p. 746 f. Bei beiden
Littcratur. Neu: r. Arm, I. Hand, r. Unterbe’n
vom Knie ab mit Stamm und Plinthe, untere
Hälfte des I. Unterbeines, Nase mul einige Locken.
Oer Kopf war gebrochen, ist aber alt und zuge-
hörig. Oie Statue gilt bisher als Wiederholung
eines Zeustypus, der am besten durch eine Floren
tiner, zuletzt bei Amciung a. a. 0. p. 10 abge-
bildets Bronze vertreten ist. Nirht mit Recht ;
denn wenn auch die Torsi der Florentiner Bronze
und der Palcrmitancr Statue sieh im Wesent-
lichen entsprechen und die grössere Schärfe und
Strenge in der Muskulatur an ei sterer sich ebenso
wie die Differenzen in der Behandlung der Chlamys
durch Verschiedenheit des Materiales, der Grösse
uud der Kopistenhände erklären lassen könnten,
so sind doch die bei beiden Exemplaren zuge-
hörigen Köpfe so durchaus von einander ver-
schieden, dass, falls »ir nicht der Palcrmitancr
Kopie mit grundlosem Misstrauen begegnen wollen,
an Wiederholung des nämlichen Originales nicht
zu denken ist. Wir halten es wahrscheinlich viel-
mehr mit der Abwandlung eines eimini beliebt
gewordnen Typus durch versehiedno Künstler-
bände zn tliun: ähnliche Fäl'e sind u. a. oben
unter Nr. 222 -225 und 280 besprochen. Oer
Florentiner Typus ist der ältere, ungefähr aus
dem Jahre 460; seinen Kopf hat Aiuelung
überzeugend mit dem des Kassler Apollou zu-
samnirngi stellt, während der Torso, wie Furt-
wiingier nachgewiesen hat, in der Behandlung vom
Stilcharakter jener Statue beträchtlich abweicht.
Das Original der Palcrmitancr Statue, deren Be-
deutung als Zeus darnach, wenu auch wahrschein-
lich, so docli nicht mehr sicher bleibt, -gehört
4
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50
Palermo.
einem im Beginn iler zweiten Hälfte de» 5. Jahr-
liumicrt» arbeitenden Künstler an; die nächsten
Parallelen zum Kopfe linden sich unter den jllngern
Metopen und am Priese des Parthenon.
550. Stanza del fauno di Prassitcle, links
neben Inv. 085: Jugendlicher nackter Torso
altertümlichen Stiles. Leicht bläulicher
Marmor. Ohne Kopf, Arme und Be'ne, Etwa
lebcnsgross. Provenienz? l>ie Arme waren ge-
senkt: Stützenreste an beiden Oberschenkeln
amen. Der r. llalsnicker angespannt, der Kopf
war also etwas nach der I. Schulter gedreht. ;
Auf der linken Schulter liest eines Ansatzes:
vielleicht schulterte der Jüngling eine Lanze, wie
der Doryphoros, oder er trug eine Palme in der
L. wie der Münchner Athlet 107 (Phot, lliittger)
und der abbozzierte Athlet im athenischen Natioual-
museum Sy bei 411 (Phot Athanasios Konstantinu
55). Der Stand der Beine war ziemlich gleich,
das 1. ging vielleicht etwas vor. Die Hüften
gleichweit ausgebogen. Noch kein Schamhaar;
zu beachten die auf der Photographie erkennbare
Einränderung am Penisansatz. Der Nabel kreis-
rund. Vom Rücken eine Photographie zu nehmen
war bei der damaligen Aufstellung des Stückes
nicht möglich; er ist sorgfältig gearbeitet, der
H'ntcre stark hervortretend. Der nächste Stil-
verwandte dieses schönen, originalen Torsos, von
welchem hoffentlich bald ein Gipsabguss hergestcllt
wird, ist diu Jünglingsstatue von der Akropolis
Athen. Mitt. 1880, Tat-. 1, und, wenn mich die
Erinnerung nicht trügt, ein nackter Jtinglingstorsu,
den ich 1889 im Winter in Eregli ( Perin tlios) am
Marmarameer im Hause des Konstantine» Kara-
theodoru sah und von dem ich nur ungenügende
l'hotographiecn besitze (hoch 0,46; cs fehlen Kopf,
Arme, Beine; im Nacken Best des Haarschopfes,
der an Älteres erinnert; am I. Oberschenkel nntor
der Bauchfalte zwei Löcher, in deren unterm auch
ein Bronzestift sitzt).
551. Cortile. Zwischen den Inventammu-
mern 362 und 366: Lebensgrosse Gruppe von
Selene und Eros. Aus Museo Astuto. Kopf
und I. Arm der Selene neu, Manches geflickt. Der
Eros schien mir trotz seines barocken Aussehens
alt. Arbeit gewöhnlich decorativ. Die tiefe
Giirtung dicht oberhalb der Scham sowie das
llcrahsinken des Chitons auf die eine Brust ver-
binden die Statue mit einer Kcilic von Werken,
welche zeitlich zu filieren noch nicht gelungen
ist (vgl. Furt wängler, Meisterwerke p. 663) : Flora
Farnese i (Brunn- Bruckmann Taf. 860); München
298 (Phot. Bruckmann, ältere Serie); die beiden
Florentiner Statuen E-V 286 und 360; Torso in
Dresden: Phot. Krone (52) 718.
552. l'ortile. U n ter! ebensgrosse St «tue
eines Läufers oder ltingers (mitPlinthe 1,02
hoch). Ganzsingulär sind die Stützen behandelt. Vom
Boden bis zur r. Hand hinauf läuft eine »ich ver-
jüngende Säule, die man zunächst für eine Keule
halten könnte; da sie aber glatt gearbeitet ist
und in den Boden überläuft, statt von ihm ge-
trennt zu sein, ausserdem die r. Hand die ver-
mutliche Keule gar nicht recht anfasst, da ferner
auch da» I. Bein durch eine unmüssig lange und
dünne Stütze mit der Basis verbunden wird, so
ist damit die richtige Auffassung der Säule recht»
gegeben. Neu ist der Kopf nebst Hals, der Penis,
der I. Unterarm, dessen Richtung aber indlciert ist;
vom r. Arm ist nur ein Teil der Handfläche mit
den Fingern alt. Ähnlich dem sog. Alkibiades
im Vatikan abg. Furt wängler Meistcrwei ke S. 284.
553. Stanza del fauno di l'rassitele. luv. 685.
Statue des Asklepios. Aus Girgenti (nach
Baedeckcr, Unteritalien und Sicilien, p. 304). Von
dem Stabe, auf welchen der Gott sich stützend
gedacht ist, sind keine Reste vorhanden. Trotz
geringer Abweichungen im Detail, die der Kopist
verschuldet halten wird, Wiederholung der oben
unter No 285 besprochuen Statuen des Giardino
Boboli und der Villa Doria-Panfili (M-D 55). Ich
stimme Amelungs Datierung des Typus in das
4. Jahrhundert bei.
554. Stanza de) fauno di l’rassitele. Inv. 710.
Statue der Athene. Neu: Arme, Hals, Nase,
Unterteil der Figur von den Knieen ab, Kleinig-
keiten. Der Kopf nicht zugehörig. Im Stile ver-
wandt der Pallas der Villa Albani 970 (phot.;
ohne Ergänzungen abg. in Winckelmnnns Denk-
malen der Kunst des Altertums, Donaueschingen
1835, No 17) und wie diese auf ein Original der
Zeit um 500 zurückgehend. Der Kopist verrät
sieh an dem Palcrmitaner Stücke durch das fein-
gefältclte Untcrgewaud unter der I. Achsel, das
in der Epoche des Phidias (Athenen Farnese und
Albani) am Platze sein würde. Ich bedaure, von
dem interessanten Kopfe, der ebenfalls Athene dar-
stellt und ganz praxitclisclien Typus zeigt, keine
grösseren Aufnahmen liergestellt zu haben.
555. Cortile. Inv. 725- Statue eines von
derSkyllagcpacktenjiigendlichenGc-
fiihrten des Odysseus. Publ Arch. Zeit. 1870,
Taf. 34,2; p. 57 f. Neu sind von wesentlichen
Teilen beide Arme, Nase und Kinn de« Jünglings.
Wiederholung in Villa Albani, ebenda Taf. 841;
jetzt im Museo Torlonia, No. 167 der Publieatioii ;
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Palermo.
51
vgl. Schreiber in der Arch. Zeit. 1879, p. 63 f. Eino
weitere Wiederholung vielleicht ein ans bmld
(Nicotnedia Hithyniae) stammender sehr roh ge-
arbeiteter Jünglingskopf mit Hand auf dem Scheitel,
ehemals in Sammlung Radowitz in Konstantinopel,
jetzt wohl im dortigen kais. ottoiuauischcn Museum
(Phot, in meinem Besitz). Vgl die folgende Nummer.
556. Cortile. Inv. 744. Bärtiger, von der
Klaue der Skylla gepackter Kopf cinos
G e f ft h r t c n d e s 0 d v s s c u s. Aus Museo Astuto,
aus dem wohl auch die vorige Nummer stammt.
Neu: Hals und Nase. Eine Wiederholung im
Museo ( hiaramonti No. 79, llelblg I, 66; ferner
zwei Köpfe in Berlin No. 569 und 570, die der
Katalog ebenfalls als Wiederholungen aufführt,
obwohl die Hand der Skylla fehlt. Vgl. Michaelis,
ancient roarbles p. 549, n° 33 (Oxford).
Die Entstehung de« Originales, das, nach der
Anzahl der erhaltenen Kopien zu urteilen, sich
grosser Beliebtheit im Altertum erfreut hat, ist
von 1t. Schöne (Aich. Zeit. 1866, p. 153 ff.) richtig
in die pergamenisch-rhodischc Kunstepoche ver-
legt worden; die nächsten Analogieeu bieten der
Laokoon, der sog. Seneea, den Kopf des älteren
Kentauren des Aristeas und Papias und der
Kopf des sterbenden Giganten vom attalischcn
Weihgeschenk in Neapel. Ob der Laokoon in der
Detail beliandlung die Skyllagruppe noch über-
triö't, lässt sich nach der schlechten Arbeit wenig-
stens der Paleraiitaner Stücke nicht sagen. Es
ist zu wünschen, dass au Gipsen eine Recon-
struction der ganzen Gruppe versucht wird, mit
Zuhilfenahme der Beschreibung der Bronzegruppo,
die ehemals im Hippodrom von Konstantinopel
stand (Näheres bei R. Schöne a. a. 0).
557. Stanze del fauno di Prussitclc. Inv. 713.
Kopf einer Wiederholung des sog.
Sardanapal. Neil: Nase und Brust von
unterhalb des Bartes an. Aus Rom: Winckel-
manns Werke, Douaiicschingeu 1825, Band V,
p. 199; 8. Buch, 1. Kapitel, § 23. Band VIII,
p. 308. Vermutlich identisch mit dein von
Winckelmann bei Cavaceppi gesehenen: Band IV,
p. 120; 5. Buch, 1. Kapitel, § 25. Ich kenne ausser
diesen und der vaticanischcu folgende we teren
Repliken des Typus: 1. Neapel, Inv. 6306, Phot.
Aiinari p« I“ No. 11052. 2. Florenz, Uffizien,
Mus. -No. 286, D. 364, Phot. Brogi 9410; stark
ergänzt. 3. Athen; der Torso; Sybel 292; der-
selbe, Weltgeschichte der Kunst p. 255; Reisch,
grieeh. Weihgeschenke p. 31. 4. London, atu
Posilipp gcfundcu; Sybel, Weltgeschichte der
Kuust p. 255; Roschers myth. Lexikon s. v.
Dionysos 8p. 1118. — Interessant ist auch hier
wieder die Vergleichung der einzelnen Wieder-
holungen im Detail. So hat die Neapler Replik
am Bartansatz unter der Unterlippe kleine spitz-
zulaufoudc Zwischenlöckchcn, die dem vaticani-
sehen, dem paleraiitaner und dem fiorentiner
Exemplare fehlen und sonach wohl auch dein
Originale nicht zu eigen gewesen sind. Das
Londoner Exemplar kann man, nach den Ab-
bildungen zu urteilen, kaum mehr als Replik be-
zeichnen : nicht allein ist die Gewandung aus dem
noch streugeu und einfachen Stil des vaticanischcu
Exemplare« durch reichere Fältelung ins Unruhige
und Bewegte umgesetzt, sondern vor allem ist
der Kopf unter Beibehaltung der Hauptziige des
älteren Typus im Detail wesentlich (ungestaltet.
„Des älteren Typus-: vielleicht auch nur „der
strengeren Kopteen“! — Über die Datierung des
Originales und seine, von Treu zuerst ausge-
sprochene, wie mir scheint, unwiderlegliche Zu-
rückführung auf ein Werk des Praxiteles vgl.
meine Bemerkungen in der Festschrift für Over-
beck 1893, p. 100.
558. Oberteil eines Pan aus der Gruppe
des Pan mit Daphnis. Hals neu ; Kopf sehr
bestossen, Hörner abgebrochen. Eine Replik scheint
auch die von Guattani, Mon. ined. 1788, Aprile,
tv. 2 abgeb. Büste zu sein (al Museo del Marchese
Romlinini; bei Matz-Dulm nicht mehr verzeichnet).
Die übrigen Repliken sind gesammelt von Sauer
bei Reitzenstein, Epigramm und Skolion s. 279 fg.
559. Cortile. Auf diesem Blatte sind fünf
Sculpturen abgebildet. Da die Photographie
ursprünglich nicht zur Veröffentlichung bestimmt
war, wolle man einige Mängel in der Angabe der
Ergänzungen, besondere bei d und e, entschuldigen
a. Weibliche Htatuette. Die Aufschrift
der Plinthe lese ich auf der Photographie „Astuto-;
darnach aus dieser Sammlung Ergänzt (nach
Mitteilung von II Bulle): r. Unterarm und Pcduiu,
1 Unterarm, der Pfeiler, von dem nur der oberste
profilierte Teil antik (modern auch die Maske),
das Gewandstück am 1. Oberschenkel, der l. Fuas,
die Plinthe in ihren äusseru Teilen Kopf antik,
aber vermutlich nicht zugehörig. Wie Amclung
bemerkt hat, in der Gewandung nahe verwandt
mit der Wiener Artcinisstat nette aus Larnaka,
die Furtwänglcr (Meisterwerke p. 556, daselbst die
Littcratur) mit Recht dem engsten Kunstkreise
des Praxiteles eingereiht hat.
b. Inv. 735. Herme des Mctrodor. Aus
Rom. Neu: Henne (mit der Inschrift), Hals, Nase
und fast die ganze 1 Gesichtshälfte mit grossem
4*
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52
Palermo.
Teile des Hiuterkopfe». Die arg vcrschundcncn
antiken Teile seluinen mit dem inschriftllch ge-
sicherten Porträt des Metrodor im Capitol (Hclhig,
Führer I, 482) iUicrvinznstimincn.
c. Inv. 742. Herme des Sokrates. Aus
Rom. Neu: Henne (mit der Inschrift), Nase, 1.
Ohr. Augensterne angegeben. Spät und schlecht.
Kine genaue Scheidung der versehiedncn Typen
der Sokrates|H»rträts ist noch vorzunchuien.
d. Statuette eines Narkissus (?) mit Kros
zu seiner L. unten. Aus Museo Astuto. Füssc,
Basis, Kopf, Arme neu. Oh etwas von dem
Stamme, in den der Krgänzer den Jüngling greifen
lässt, alt ist, habe ich nicht untersucht. Zur
Deutung vgl. die Statuette im Museo Chiammunti
No. 655 = Clarac 4'J5, DG4 ; den Sarkophag der
Galleria lapidaria 162 — Visconti, MPCI VII,
13 Gerhard, ant. Bildwerke Taf SKI, 3 — Millin,
nouv. galerie myth. pl. 151, 557; die Statue des
Louvre Clarac 300, 185!» = Frühner, notice 4‘J3 —
Phot. Giraudon 120.3; die Berliner Statuette 225
und das im Katalog zu dieser Nummer Citierte,
sowie die Beschreibung des Kallistratos Ix^q.
tlynlfi, V. Der Kopf der Statuette muss, wenn die
Deutung auf Narkissos das Richtige trifft, ur-
sprünglich mehr gesenkt gewesen sein.
e. Statuette eines nackten Jünglings.
Da mir genaue Angaben über die Ergänzung des
Stückes nicht vorliegen, muss ich mich damit be-
gnügen, die Aufmerksamkeit auf diese trotz ihrer
Kleinheit, schlechten Erhaltung und massigen Aus-
führung interessante Sculptur zu lenken. Sie rc-
produciert offenbar ein Original aus der Zeit um
400: während das Arrangement de» Haares noch
an Altere«, wie den Berliner auf Alkamenes
zuriiekgeführten Kopf 608 (Furtwängler, M-W
Tafel V), erinnert, haben die Cesiehtszüge bereits
einen weicheren, mehr seelischen Ausdruck, der
der Zeit des Praxiteles entspricht. Am Torso ist
die Brust stark entwickelt, doch wird man nicht
an einen Hermaphroditen denken dürfen.
560. Cortile. Proxeniedecret der Athener
für Lachares, Sohn des Chares, den Apolloninten.
Aus OL 106, 2 = 355,54 v. Chr Die Inschrift im
C. J. A. II, 70; zur dort aufgetuhrten Litteratur
ist Schreiber, Athene Parthcnos p, 578, Anm. liin-
zuzufdgen. Gefunden „prope Athenas ad IH&Nim".
Links unvollständig. Von der Darstellung ist er-
halten (v. 1. n. r.): stehende Athene n. 1., voll-
bekleidete stehende Frau n 1. mit erhobener R.,
den I. Arm aut die 1. Schulter der folgenden
sitzenden Figur legend (* Apollonia heroina“
nach Stephani; vgl. das C. J. A. a. a. 0),
auf dem Omphalos sitzender Apoll, n I. Während
die Figur der Athene auf ein ans der Parthenon
de» Pliidia» abgeleitetes Original zu rück weist,
geht die andere weibliche Figur auf eine offenbar nur
um Weniges späten1 statuarische Vorlage zurück.
Es ist von Wert, hier an einem sicheren Beispiele
constaticren zu können, dass ein Votivrelief aus
der Mille des 4. Jahrhunderts Götterg«*stalten
wiedergiebt, deren Erfindung zweifellos noch dem
5. Jahrhundert angehört.
56 1. t ’ortile. F r agm ent ei n es V ot i v relie f s,
vermutlich au» Athen. Altar, dahinter stehende
Göttin, wahrscheinlich Hygieia im Typus der
Votivreliefs aus dem Asklepicion, kleiner Opfer-
knahu mit .Schwein, stehender Adorant mit er-
hobener R.
562. Cortile. Inv. 768. Voti v rel ie falls Athen.
Besprochen von Deneken in Roschers myth. Lexikon
s. v. Heros, Sp 2565 unten Von r. nach I : de
face stehender gerüsteter Krieger mit Schild, ihm
entgegentretend Frau in ärmellosem Chiton mit
Überschlag, aus einer Kanne in eine Schale spen-
dend. llinterhaiipthaare in Haube. Über ihr
kleine Nike, dem Krieger entgegeiischwebend, eine
Tänie (?) in den Händen Zwei Adorantcn : Kind
und Bärtiger. Gute Arbeit wahrscheinlich noch
des 5. Jahrhunderts
563. Cortile. Weihrclicf eines Wagen-
sieg c rs. A ns M iiseo Astuto Ergänzt : einzelne Stücke
der Relicfplatte und sonstige Kleinigkeiten. Die
Zügel des Viergespanns waren durch Farbe an-
gegeben. Hinter dem Ia»nker die dns Ziel der
Rennbahn bezeichnende .Säule. Der Sieger selbst
in dem langen Gewand der Wagenlenker; auf
dein Haupte trägt er eine heluiartige Kappe mit
herabfallenden Laschen (oder ist es die einfache
.Siegerbinde und sind die Haare de» Oberkopfes
nicht nusgeführt ?). Feint« griechisches Original
aus der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts.
564. Cortile. Inv. 775. Grabrelief des
Philokrates, aus Athen. De face stehende»
Knäbchen, das in der R. einen Vogel hält, zu
welchem ein Spitz aufspringt; in der L. hält cs
ein Spielrad. Über der Stirn ein seltsames, offenbar
aus Bronze zu denkende» Diadem. Gute Buch-
staben des 4. Jahrhundert». Ein sehr ähnlich««
Stück, mit der Inschrift THA EM A X 02, in Kon-
stantiuopcl als angeblich dort gefunden erworben,
in der ehemaligen Sammlung Radowitz, jetzt im
kais. ott omanischen Museum in Koiistantinopcl.
565. Cortile. Grahrclicf eines stehenden
J iinglings. Aus Museo Astuto. Obcrtcilde» Kopfes
neu ; in der Mitte de» Relief» ein Stück quer ein-
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Castelvetrano.
gesetzt. Die gesenkte R. hält an einer Schnur
ein Sallilläsrhrhcn. Auf iler 1. Schulter die lang
hcrahfallcnde Chlamys. Feine griechische Arbeit
ans der Zeit des Parthcnonfricsv».
566. t'ortile Relief. Links gebrochen. I’ Ist
einem Altar sengt eine stehende Frau das Gefieder
eines Vogels, den sie in der R. hält. Auf dem Altar
stark verwitterte Reste eines darauf befindlichen
Gegenstandes: nach meiner Ansicht nicht Flam-
men, sondern eine Art Kost, den bekannten Vor-
richtungen zur Abhaltung des Luftzugs vergleich-
bar (vgl. E-V 14 und Dfitschko IV, G57 zu der
Stelle). Links schwer zu deutende Reste der
weiteren Darstellung, am ehesten eines Tropaions.
Rechts ein Raum, an welchem verschiedene Gegen-
stände, darunter ein l’cdum und ein Tympanon,
aufgehängt sind.
567. CortUc. Relief. Tänzerin, Typ. 39 meiner
neuattischen Reliefs. Höhe 0.68, Breite 034. Erg.:
die I. obere Ecke der Platte, fast die ganze Maske
des Gesichts, mit Ausnahme des 1. Auges und der
Wange; da» I. Knie. Da ergänzte uiul echte
Teile die gleichen Raspelstriche aufweisen, so
muss da» Relief stark übergangen sein. Das Ver-
schwinden der Bodenerhebung zwischen beiden
Füssen ist ursprünglich.
568. t'ortile. Bein eines kolossalen
Marmorthrones aus Solnnt. Abg. Arcli.
Jalirb. 1889, S. 255.
liu Palazzo del Municipio in Palermo, im
ersten Stock, in einem Privatzimmer des Sindaco
Marchese Ugo, befindet sich (1892) eine nach
Aussage des (.'ustoden nicht in Sicilicn gefundene
etwa leliensgrossc völlig nackte Statnc eines
Jünglings mit gesenktem Uaupt und leichtgc-
locktem Haar, in dem ein Lorbcerkranz ruht.
R. Standbein, r. Hüfte heraus, I. Fnss etwas zu-
rück ; von den abwärts gebenden Oberarmen mir
die Hälfte erhalten. Am r Bein Stamm. Der
Kopf (neu : Kinn und Nase) hat keinen bestimmt
ausgesprochenen Schulcharakter; er erinnert etwas
an denjenigen der neugefundenen Jllnglingsatatnc
ans Klensi» «ojr. 1890, S. 207 fl' Die Arbeit
ist nicht fein, die Rückseite besser erhalten Sieger-
statue aus dem Anfang des 4. Jahrhunderts. Wir
hoffen, in einer der nächsten Serien eine Ab-
bildung dieses interessanten Stückes bringen zu
können
Castelvetrano.
569 -572. llronzestatuc ans Sclinunt.
Als ich die Statue im Dezember 1891 photo-
graphierte, befand sie sich im Museum zu C'astel-
53
vetrano und zwar war sic sequestriert, weshalb sic
einen versiegelten Papierstreifen um den Leib
trägt. Inzwischen wurde das Streitobject, wie ich
höre, im Proces» dem Finder zugesprochen, welcher
die Statue bis auf weiteres verschwinden lies».
Über den Fund teilt mir Herr Guzzo, Municipal-
beamter in Castelvetrano, Folgendes mit: „la
statuetta fu geoperta in Giugno 1882 da ecrti
Ancona Giovanni c la Tona, a 100 metri ad cst
delle case detto della Galera-Bagliazzo“ (auf
Baedeckera Plan angegeben), „ove twiste una
necropoli Selinuntin.i. E qnnutunquc la profon-
ditä media delle tombe ivi esistenti fosse di metro
um» circa, i»ure la statua fn rinvenuta entro un
sarcofago di terrarotta, quasi a fior di terra; e
cif» pcrchc cssemlo il luogo del sotterramento a
declivio, coll'andare dei tempi le acque scorrendo
sopra la terra che la coprivano, ne trasportarono la
tnaggior parte. Mel Dicembre 1891 ccrto Caruso
Mattco rinvenne la mano sinistra che mancava a
detta statua c che cra rotta e dispersa dai sco-
pritori.“ Die .Statue von 0.85 Höhe, also reichlich
halber Lcbcnsgrösse, ist fast vollständig erhalten,
denn die Arme und der 1. Unterschenkel fehlen
nur auf der Photographie, weil diese Glieder noch
nicht wieder an den Rumpf angesetzt sind und
getrennt im Museum lagen. Gebrochen uud ver-
loren sind nur: die vordere Hälfte des r. Kusses,
j die vorderen Fingergeienke der r. Hand. Ausser-
dem felden folgende ursprünglich au» anderem
Material angesetztuu Teile: die Attribute der
Hände, die Ilaarbinde, fiir welche ira „Krobylos“
eine Höhlung freigelasseu ist, und die Augslorne.
Die r. Ilaud war vorgestreckt, ihre innere Fläche
nach oben gedreht; die Fingerhaltung lässt deut-
lich erkennen, dass sic eine Schale hielt. Mehr
gesenkt war der I. Arm. Die ungewöhnlich kleine
Hand mit scharf angegebenen Nägeln hielt ein
»tabförmiges Attribut von geringer Dicke gesenkt;
das Attribut war in einem runden Loch in der
inneren Handfläche befestigt. Dieser Gegenstand
kann wohl kaum etwas anderes gewesen »ein als
ein Zweig. Am Kuss des 1. Standbeins befindet »ich
der Zapfen zur Befestigung mit der Basis unter-
halb der Ferse, am Spielbein dagegen in der
Höhlung de» Fnsses. Nicht bloss die Augäpfel,
auch die Atighraucn sind mit Bein eingesetzt Im
Innern der Statnc steckt, wie dies bei archaischen
Grcssbrouzen da» Gewöhnliche ist, nocli der
Thonkern.
Mit der durch die Fingcrhaltung indicicrtcu
Ergänzung stimmt min die Statue vou Sclinunt
auffällig mit dem Münzlypus dei Stadt (abg. Hcad
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64 Taormina. Madrid Petersburg. Nachträge
Guide Tat". 17 No. 32) überein, dem opfernden Flnss-
gott, der durch die üeischrift bald als llypsas,
bald als Srliims bezeichnet wird. Wenn der .Statue
das charakteristische Attribut des Flusagottes, die
Hörner, fehlen, so will ich nicht daran eriunern,
dass Sclimis auch auf den Münzen einmal 1111-
gehörnt dargestellt ist (No. 19 im Verzeichnis bei j
lienndorf, Metopen S. 75), vielmehr hat es gar
keine Schwierigkeit, wenn man einmal die Coui-
hination von Statue und Miinztypus gelten lässt,
sich die lliirocr zusammen mit der tlaarbinde an-
gesetzt zu denken wie auf den Münzen von (lela
llead Taf. 16 No. 24. Bei einer Statue, an welcher
so vielerlei angestückt ist, wären sie auf keinen
Kall zusammen ndt dem Kopfe gegossen worden.
1 lass die Statue in einem Thousarkophag gefunden
wurde, Hesse sich doch nur dadurch erklären, dass
sic etwa vor hcranzichendeu Feinden verborgen
werden sollte. Also auch die Kuuduuistäude weisen
daraufhin, dass in der Statue eines der wichtigsten
(lütterbilder der Stadt vorliegt, das man als
.■tneäoij/tor n'/f nuiton auf die Münzen setzte.
Erwähnt iBt die Statue von Kurtwängler j
Meisterwerke S. 77 Aum., welcher aie der Schule
des Kritius und Ncsiotcs zuschreibt, aber hiuzu-
setzt, die Bronze erscheine etwas altertümlicher
als der Knabe von der Akropolis. Dieses .alter-
tümlicher* würde ich stärker betonen; die Bronze
ist wesentlich unreifer als was mit Sicherheit von
jenen Künstlern herrührt, auch wesentlich be-
fangener als z. B. der Aktaion auf der Metopc.
Taormina, Museo.
573. 574. Kopf des .Apollon“, abg.
Arch. Ztg. 1878 Taf. 1; Overbeck Atlas z KM
Taf. 20 No. 4 und 5, Text III S 131. Koepp, 62.
Herl. Winckelmannsprogr. p. 24. Die l’hoto-
graphie, welche wegen der gelben Flecken des
Originals und der schlechten Beleuchtung iiu
Museum nicht gut gelang, genügt dennoch, uw
zu zeigen, wie verfehlt die übliche Benennung
dieses Kopfes ist. Dass es vielmehr ein Frauen-
kopf ist, zeigen die zwei ringförmigen Einschnitte
im Hals, mehr noch die Schwäche des Halses im
Ycihältnis zur Geeichtsbreitc. Der Kopf war,
wie auch Kckulc bemerkte, zum Einsetzen in eine
Statue bestimmt ; aber nicht bloss der untere Hals-
nhschintt ist für diesen Zweck hergerichtet, auch
der hintere Teil des Kopfs ist regelmässig mit
dem Spitzclscn zugchaucn. Bis zu dem wahren
Schädelkoutur fehlt ein so beträchtliches Stilek,
dass auch der üpp'gstc Kranz diesen Mangel nicht
verdecken könnte. Wenn der Uiuterkopf keil-
förmig zugehaueu ist, so erklärt sich die» nur
daran«, dass die Büste bestimmt war, in eine
■Statue eingesetzt zu werden, bei welcher das
Himatiou über den Kopf gezogen war. In der
Tracht liegt ein weiterer Beweis für das weib-
liche Geschlecht der dargcgtclltcn I’ersou. Ein
Namen lässt sich ihr aber nicht geben.
Madrid.
575 und 576. Hübner 10. Kopf der Atliena
Parthenos. Durch diese beiden Aufnahmen er-
ledigt sieh die schon von Kurtwängler, Meister»',
p. 21 und 90 bekämpfte Ansicht Graf s, dass das
Gesicht der Parthenos schmal gewesen und in den
nieistcu römischen Kopieeil nur vergröbert worden
sei, und dass uns in einem schönen Athcna-Kopf
des Museums zu Neapel die beste Kopie der Par-
thenna erhallen sei (Aus der Auomia 1890 p. 61 ff.
T. 1, 2). Die bblier verbreitete Photographie der
Madrider Figur täuschte durch die Dreiviertcls-
wendung des Gesichtes. Vgl. No. 301 u. 302.
Petersburg, Sammlung Stroganoff.
577 und 578. Vorder- und Rückseite der
bronzenen Wiederholung des Apollo vom
Belvedere. Diese seit längerer Zeit bereits im
Besitze der Verlagsanstalt Bruckmann befindlichen
Abbildungen, die wir mit gütiger Genehmigung
S. E. des Herrn Grafen Sergci Stroganoff' ver-
öffentlichen, werden willkommen sein, auch nach-
dem Fnrtwänglcr (Meisterwerke p. 659 ff) mit
Gründen, die mich überzeugt hallen, den moder-
nen Ursprung der Petersburger Bronze naehge-
wiesen hat
-=-<*•>-
Nachtrage.
Die am Beginne dieses Unternehmens ausgo-
sprochne Bitte, durch Mitteilung abweichender
Ansichten oder t hatsächlicher Verbesserungen
unsere Textheftc zu einer Art von »Spreclisaal für
die das t ’orpus Statuarmu betreffenden Fragen
gestalten zu wollen, ist leider bisher so gut wie
erfolglos geblieben. Wir suchen den Hauptgrund
hierfür nicht in Interessehwigkeit oder Egoismus,
sondern in der »Scheu der meisten Fachgenossen,
Ansichten zu äuasern, für die sie keine iintmi-
stössliehcn Beweise beizubringen im »Stande sind.
Stilkritischc Untersuchungen aber, denen unsere
Blätter ja zunächst gewidmet sein sollen, gelangen
überhaupt nur in ganz seltenen Fällen zu positiven,
unbestreitbaren Resultaten, und Wissen, Blick und
Digitized by Google
Nachträge. 55
Feingefühl des Urteilenden müssen zwingende Be-
weisführungen hier zumeist ersetzen Unter diesem
Gesichtspunkte erneuern wir unsere Bitte an die-
jenigen Fachgenossen, die eingehenden plastischen
.Studien obliegen, in der Hoffnung, dass durch
lebhaft geführte Discnssionen über die streitigen
Punkte, durch Ablehnung oder Annahme unsrer
in Vorschlag gebrachten Beurteilungen sich all-
mählich ein gewisser Consensus gentium einstellen
wird, auf Grund dessen die Inangriffnahme der
abschliessenden Redactionsarbeiten für die end-
giltige Herausgabe lies Corpus Statuarum möglich
sein wird. — Berichtigungen zu Teil II der ersten
Serie sind nur von Herrn Dr, Paul Herrmann in
Dresden eingolanfen, dessen Hilfsbereitschaft zu
gedenken der „ Einzel verkauf “ bereits mehrfach
erwünschte Gelegenheit gehabt hat.
Zu No. 152 und 153: P. Herrmann im Arch.
Anz. 1894, p. 172, No. S.
Zu No. 164 und 165: P. Herrmann im Arch.
Anz. 1894, p. 171, No. 5.
Zu No. 172: Joh. Dragendorff, de vasculis
Romanorum rubris, Diss Bonn. 1894, These VII,
will die Statue in Verbindung mit dem Künstler
der sog. Venus genetrix oder einem seiner Nach-
folger bringen. Mehr als zeitliche Verwandtschaft
zwischen beiden Werken kann ich nicht zugeben.
Zn No. 183: vgl. oben Bulle zu No. 336.
Zu No. 184 : P. Herrmann im Arch. Anz. 1894,
p. 169, No. 1.
Zu No. 226 : über die dasetbst als Replik der
„Sappho“ Albani erwähnte Statue Neapel Inv.
6399 = Clarac 506 A, 1026 A vgl. jetzt Ainelung
zu No. 497. Ebenda über die Datierung der
Athene Giustiniani.
Zu No. 228—230: P. Herrmann im Arch. Anz.
1894, p. 172.
Zn No. 236: Herrmann äussert Zweifel an
der Echtheit des Reliefs, die mir beachtenswert
scheinen. „Die seitlichen Pilaster mit ihrem
Rankcnomament, der Schild links mit dem merk-
würdigen Gorgoneion, die sonderbare Stnictnr
de» Altars, der auffallend kleine Mann, der das
Schwein opfert, die grossen Köpfe, dto ganze
Technik in iler Behandlung der Gesichter und
Gewänder berühren fremdartig.“ Ich habe das
Original seither nicht wiedergesehen.
Zu No. 237 und 238: ilcydcinanu, Mitt. aus
d. Antikcnsamml. Otter- und Mittelitalieus p. 104,
N<». 456.
Zu No. 245 und 246: Zur Datierung dieser
Herme ist, falls man ihn nicht erst später ein-
graviert hat, der nach Schreiber Nr 8 an der
Rückseite des Pfeilers unten eingeritzte Buchstabe
E, von welchem genaues Facsiiuile erwünscht ist,
zu verwerten.
Zu No 256 und 276: Herrmann wirft die
Frage auf, ob nicht statt Apollons vielmehr
Dionysos gemeint sein könne Die den Apollon
charakterisierenden Attribiitesindsämtiich modern.
Zu No. 257 : Herrmann widerspricht meiner
Behauptung, die Athene I.ttdovisi sei Repliken-
variante der sog. barberinischen Hera. Die
Gcwandanorilnung ist zwar in den grossen
Zügen entsprechend, im feineren Detail aber
mehrfach verschieden. „Der Schlangcnnaum
der Aegis — ein Schlangenkopf aus jeder Spitze
— ist archäologisch zu treu, zu sehr im Stil des
5. Jahrhunderts, als dass ein Kopist dies gefunden
halten sollte. Der umgesehtagno Acgisrand findet
sieh 'schon bei der „„Eetnnia““, wenigstens auf
dem Rücken, bei der auch sebou der Aegis-
sclilangcnaauin in die jüngere Form übergeht.“
Ich beabsichtige, das Thema „Kopistenvariante
oder Weiterbildung eines älteren Typus“ in grös-
serem Zusammenhänge zu behandeln.
Zu No. 264. Der Kopf der Jaeobscnschcn
„Demeter “Statue sowie die I. Hand mit dem Strausse
sind, wie ich im Sommer 1894 genau constatiert
habe, modern, die auf das Altertum beider basierten
Schlüsse danach hinfällig.
Die Nummern 151, 167 und 158, 163, 166 — 170,
183, 186 und 187, die photographisch aufgenommen
wurden, als sie sich nocli im Kunathandcl be-
fanden, sind inzwischen in die Glyptothek Ny-
t'arlsbcrg des Herrn Carl Jacobson in Kopenhagen
übergegangen, die Nummern 152 und 153, 164
und 165, 184 in das K. Albertinum in Dresden
— in Folge ihrer Publication im K-V. Es sind
dies beinahe die Hälfte der von uns aus dem
Kunsthandcl veröffentlichten Antiken. Wir er-
blicken in dieser Thatsache einen Beweis für die
Nützlichkeit unseres Unternehmens auch für
Museen und Sammler. Wir hoffen, in jeder der
folgenden Serien einen Teil der Blätter für Nova
aus dem Kiinstliandcl reservieren zu können,
und erbitten auch nach dieser Richtung hin diu
Unterstützung der Fachgenossen durch Mittei-
lungen und Übersendung von Photograpiiicn oder
Negativen.
— 4—
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FA 4U2.1
VERLAGSANSTALT F. BRÜCKMANN A.-G. IN MÜNCHEN.
Photographische Einzelaufnahmen
ANTIKER SCULPTUREN.
Nach Auswahl und mit Text
Paul Arndt und Walther Amelung.
Serie III.
Mit Beiträgen von H. Bulle, A. Flasch, H. G raeven. Fr. Hauser, F. Freiherrn
Hlller von Gflrtring-en, E. Petersen, Br. Sauer, A. Schiff.
Preis 2 Mark.
MÜNCHEN 1897.
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Bezugsbedingungen :
Diese Puhlication ist nicht durch die Buchhandlungen , weder iiu Abonnement
noch in einzelnen Blattern, sondern ausschliesslich direct von der Verlagsanstalt
Bruckmann zu beziehen, welche, um die Erreichung des wissenschaftlichen Zweckes
des Unternehmens zu ermöglichen, Herstellung und Versendung übernommen hat, ohne
daraus ein eigentliches Verlagsobject zu bilden.
Die erste Serie umfasst 278 Nummern, davon
8 Blatt im Format von 24 : 30 cm zu 1 Mark
25 , „ * » 18:24 , , 80 Pfennigen
245 . , . , 13:18 „ „ 50
Die zweite Serie (No. 279 —578) enthalt 300 Blatt in Cabinetformat zu
50 Pfennigen.
Die dritte, vorliegende Serie (No. 579—900) enthalt 322 Blatt in Cabinetformat
zu 50 Pfennigen.
Für die Abonnenten tritt eine Ermässiguug von 20 % auf die vorgenannten
Preise ein, sodass die ersten beiden Serien je 120 Mark, die dritte Serie 128 Mark
80 Pfennige kostet.
Von der vierten Serie ab werden regelmassig 300 Blatt in Cabinetformat zu
50 Pfennigen (Abonnementspreis der Serie 120 Mark) erscheinen.
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Um die durcli Ankauf der grossen Monumentalpublicationen der letzten Jahre
sehr in Anspruch genommenen Kassen der Museen und Bibliotheken nicht allzu stark
anzugreifen, halten wir das Erscheinen der dritten Serie unseres „Einzelverkaufes“
mit Altsicht etwas hinausgeschoben. Dass wir die Blätterzahl über den gewöhnlichen
Umfang von 300 ausgedehnt halten, um mit Abschluss dieser Serie die Zahl 900 zu
erreichen und von nun an in jeder Serie ordnungsgemäss das gleiche Quantum von
Photogrnphieen nur in Cabinetformat zu veröffentlichen, wird hoffentlich die Billigung
unserer Abonnenten finden. Mehrfachen Anregungen folgend werden die Kopieen
von jetzt ab auf starkem I’apier, das sich nicht rollt, hergestellt, so dass das Auf-
ziehen derselben auf Carton nicht mehr unbedingt erforderlich ist. Um den
Anteil der einzelnen Mitartieiter auseinander zu halten, wird von dieser Serie ab
jeder Beitrag mit dem Namen des Verfassers bezeichnet. Die Photographieen der
Nummern 579—734, 739 — 744 sind von P. Arndt, 756 , 806 — 810, 819, 883—895 von
H. Bulle, 754, 755, 757 — 760, 762 — 764, 818 von Er. Hauser, 735 — 737 von
A. Schiff, 745—750, 752, 753, 761, 823 — 827 von Jan Six, 738 von J. Str/ygowski,
774 — 805, 811 — 817, 820 und 821 vom Photographen G. Luchetti in Rom,
765 — 773 vom Photographen Giustino Lembo in Neapel, 822 von Alinari in Florenz,
751 vom Photographen Nöhring in Lübeck, 896 — 898 von Amsler und Ruthard
in Berlin. 899 und 900 von einem Basler Freunde unseres Unternehmens, 828 — 882
von der Verlagsanstalt Bruckmann hergestellt worden. Die Photographieen der
Herren Hauser, Schiff, Six, Strzygowski sind unserer Publication als Geschenk zu-
gestellt worden, ebenso die Aufnahmen von Amsler und Ruthard durch Herrn Hiller
von Gärtringen, die Basler Negative durch Herrn Prof. J. J. Bernoulli. Einiges haben
ferner die beiden Herausgelier, sowie Herr Dr. H. Bulle geschenkweise bei-
gesteuert. Für Beschaffung der Photographie Nr. 751 sind wir Herrn Prof, von Duhn
in Heidelberg zu Dauk verpflichtet. Von Serie IV ab ist die Verlagsanstalt Bruck-
mann imStande, für jedes zur sofortigen Verwendung geeignete Glas-
negativ des Formates ,s,i8 die Summe von 4 Mark zahlen zu können. Eine Hono-
rierung der Herausgeber und Mitarbeiter ist bisher leider noch nicht möglich gewesen.
Als neue Abonnenten sind unserem Unternehmen zugetreten:
In Deutschland:
Miss Eugenie Seilers in München.
Ein ungenannter Gönner in Stettin.
In England:
British Museum, Dept. of Greek and Roman Autiquities iu London.
1*
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In Frankreich:
Bibliothöque de l'Institut national de France in Paris.
Herr Salomou Reinach in St.-Gerraain-en-Laye.
In Griechenland:
L'Ecole frangaise in Athen.
In Rufsland:
Kaiserl. Universität, Museum der Altertümer iu St. Petersburg.
In Schweden:
Herr I)r. Lennart Kjellberg in Upsala,
so dass die Gesammtzahl der Abonnenten jetzt 38 1* trügt. Durch Abnahme einzelner
Blätter ha!>en unsere l’ublieation unterstützt:
In Amerika: The Bryn Mawr College j Mr. R. C. Bosauquet. Alnwick.
Library. Bryn Mawr. Pa. In Halle a./S. : Herr I)r. C. Wemicke.
The University of Chicago, Chicago, III. In Königsberg: Herr Gynwasialdirector
Miss A. M. Stetson, Bangor, Maine. | Prof. Dr. Grosse.
Iu Braunschweig: Frl. Mathilde Vier- In München: Herr Prof. I)r. A. Furt-
thaler. ! wüngler.
In England: Mr. G. V. Harding, Lewes. Herr Dr. Albr. Stauffer.
Sussex. j Iu St. Gallen: Herr Prof. I)r. A. Dick.
Allen diesen, sowie den olien genannten Herren, die unsere Pläne durch selbst-
lose Mitarbeit oder Abtretung von Negativen gefördert haben, sowie den Vorständen der
einzelnen Museen und den Besitzern der Privatsammlungen, in denen wir unsere Arbeiten
haben vornehmen dürfen, sagen wir auch an dieser Stelle unseren verbindlichsten Dank.
Von ausführlicheren öffentlichen Besprechungen unserer I’ublication sind uns
zu Gesicht gekommen die Recension von H. L. Urlichs in den Blättern für das baye-
rische Gymnasialschulwesen XXXII, p. 6% ff., sowie diejenige von Salomon Reinach
in der Revue critique vom 23. December 1895, p. 471 ff. Fis sei uns gestattet, einige
irrtümliche Behauptungen der letzteren richtig zu stellen. Unser Plan war von
Anfang an, in jeder Serie 300, nicht, wie Reinach angiebt, 500 Blatt zu veröffent-
lichen. Mit bibliographischen Citaten sind wir. um uns nicht in endlosen Arbeiten
zu zersplittern, möglichst sparsam und geben nur das Notwendigste an. Vollständige
Litteraturaufführungen gehören iu das dereinstige Corpus StatUarum, und auch dort
wird eine verständige Beschränkung geboten sein. Für unsere nächsten Zwecke —
Einreihung des einzelnen Stückes in den historischen Gang der Stilentwicklung — ist
oft die Citierung einer guten Giraudonschen oder Alinarischen Photographie von
grösserem Nutzen als die Erwähnung einer schlechten I’ublicatiou. die für Stilkritik
nichts lehrt und keine sachlichen Angaben von Wichtigkeit bringt. Vor Allein ver-
lange man nicht, wie dies S. Reinach thut, dass wir die in den Katalogen z. B. von
Dütschke oder Matz-Duhn gebrachten Litteraturangaben nochmals wiederholen. Die
Mehrzahl der von Reinach als fehlend aufgeführten Citate steht in diesen Katalogen
liereits verzeichnet. — Was die Qualität der Photographieen , die wir bringen , an-
belangt, so verlange man auch da nichts Unbilliges. Der grösste Teil derselben wird
von uns Gelehrten, also Dilettanten, hergestellt, da die Einkünfte aus unserer
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Publikation noch nicht gestatten, kostspielige Negative von Berufsphotographen in
grösserer Zahl nusführen zu lassen. Von Dilettnntenphotogrnphieen aber darf man,
wenigstens in schwierigen Aufnahmefilllen , nicht Leistungen ersten Ranges erwarten.
Das Eine glauben wir behaupten zu dürfen : dass sellwst die schlechteren unserer Auf-
nahmen bessere Dienste für die Wissenschaft leisten, als die früher üblichen Reproduk-
tionen durch Küustlerhaud. — Bei der vorliegenden Serie war es ein besonderer unglück-
licher Umstand für den die Photographieen ausführenden Gelehrten, dass, nachdem die
aus Deutschland mitgebrachten Platten zu Ende gegangen waren, in Athen im Hoch-
sommer nirgends gute Platten aufzutreilien waren, so dass man gezwungen war, sich mit
minderwertiger Waare zu behelfen. Des Weiteren hat der Mangel an frischem Wasser
in dieser Jahreszeit es verschuldet, dass ein grosser Teil dieser au sich bereits mangel-
haften Negative jetzt, nach mehr als Jahresfrist, gelb geworden ist. Besonders gute
Kopieen sind von diesen Negativen natürlich nicht zu erzielen gewesen. Wir schildern
diese Übelstiinde ausführlich, um nicht wiederum dem Vorwurfe ausgesetzt zu werden,
wir Hessen die Auslieferung ungenügender Photographieen Seitens des Verlegers
ungerügt geschehen. — Dass wir in eine Puhlication , die das Corpus Statuarum
vorbereiten soll, auch einige Gegenstflnde der Kleinkunst aufgenommen haben, liedarf
wohl keiner l>esonderen Rechtfertigung*).
München und Rom, Februar 1897.
Paul Arndt.
Walther Amelung.
*) Im letzten Augenblicke vor Abschluss der Drucklegung kommt uns Band I von Salomon
Keinuchs „Repertoire de la statuaire grecque et rnmainc“, Paris, I.eronx , 1897, zu Händen, wo in
der Einleitung aueh unserer Publication gedacht wird. Ohne den praktischen Wert dieser nach-
ahmenswert billigen Beinachschen Unternehmung für bestimmte statistische Arbeiten, aber auch nur
für solche, zu unterschätzen, müssen wir doch betonen, dass für stilistische Untersuchungen, auf
denen der Fortschritt unserer Wissenschaft in erster Linie beruht und auf deren liesnltaten das
Corpus Statuarum sich anfhauen wird, Utnrisszcichnungen, wie die von Reinach gebotenen, nur
geringen Wert besitzen. An der Durchführbarkeit des Corpns Statuarum aber deshalb zu ver-
zweifeln, weil die Zahl und das Volumen der für dasselbe aiiszuffihrendcn Photographieen unbequem
gross, ihre Anordnung schwierig, ihr Preis nicht unbeträchtlich ist — das heisst doch wahrhaftig
die Flinte zu rasch ins Korn geworfen! Den Vergleich unserer Thätigkeit mit der von Berufs-
photographen, wie Alinari, Ciraudon, lehnen wir höflich dankend ab.
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Triest.
11 rauseo civico di antichita di Triestc. In-
formazione di Carlo Kunz con note illustrative
del lapidario triestino del Dr* Carlo Grego-
rutti. Trieste, G. Balestra e C., 1879.
Museo lapidario.
579. Weibliche Statue. Aus Aquileja.
Hoch 0,85. Das Material schien mir weifscr
Marmor, der stark durch Feuchtigkeit gelitten
hat Dargestellt ist ein Mädchen in flatterndem
Gewände, das eine Amphora oder Hydria auf der
I. Schulter trägt. Der 1. fehlende Arm, der be-
sonders eingesetzt war, hielt offenbar das Gefäss. i
Der r. bis zum Ellenbogen erhaltene Arm ging
abwärts. Das 1., aus dem Gewände nackt her-
austretende Bein ging vor. Der Kücken scheint
von unterhalb der Gurtung an besonders an-
gestückt gewesen zu sein. Oberhalb der Gür-
tung ist eine grosse viereckige Eintiefung,
wie für ein anzusetzendes Marmorstück, und ,
innerhalb dieser ein tiefes Dübelloch. Ich
konnte mir Angesichts des Originales diese (
Zurichtung nur so erklären, dass Flügel aus
Marmor angestückt waren. Ein geflügeltes Mäd-
chen mit einem Gefässe auf der Schulter wird
man am passendsten wohl Eos, Aurora benennen,
die Göttin der Morgenröte, die den Thau auf die
Wiesen giefst (vgl. das strengrotfig. Vasenhild bei
Koscher, mythol. Lexikon s. v. Eos Sp. 1257 f.).
Eine ehemalige Verwendung der Statue als
Brunnenfigur habe ich nicht mehr feststellen
können. Nach Carlo Gregorutti, le antiche lapidi
d'Aquileja (Triest 1877), p. 5 ff. wurde die Statue
in der Nähe der Grabinschrift C. J. L. V, 8307
gefunden, welche von einem collegium der aqua-
tores Feronienses (vgl. Koscher, mythol. Lexikon
s. v. Feronia Sp. 1478) errichtet worden ist, und
trägt deshalb im Museum die Inschrift „la dea
Feronia in forma di ninfa acquntica“ — soviel
ich sehen kann, ohne zwingenden Grund, da
Zusammengehörigkeit von Statue und Inschrift
nicht erwiesen sind. War es ferner in römischer
Zeit üblich, auf Grabcippen Götterstatuen auf-
zustellen? Das Gefass, das die Figur trägt, würde
nicht gegen eine Darstellung der Feronia sprechen,
welche sich aus einer ursprünglichen Gottheit
des Wolken wassers zur Getreidegöttin ent-
wickelt zu haben scheint (vgl. Koscher a. a. 0.
Sp. 1481). — Stilistisch gehört das Vorbild der
Figur an das Ende des 5. Jahrb. Mit der Nike
des Paionios hat sie noch das Anliegen des Ge-
wandes an Hauch und Oberschenkeln und das
Heraustreten des nackten 1. Beines gemeinsam.
Die Behandlung des Chitonüberfalles unterhalb
der Brust erinnert an die gleichen Partieen an
der einen Nereide von Epidauros (Brunn -Bruck-
mann Taf. 19). Arbeit decorativ, Erhaltung
schlecht. (Arndt.)
580. Nack ter männlicher Torso. Hoch
0,88. Der 1. Kopfnicker angespannt; der Kopf
war etwas nach der r. Schulter hin gewendet. An
der linken Hüfte und dem Oberschenkel scheint
der Stammansatz ausgebrochen zu sein. Auch
das Schamliaar ist ausgebrochen. Das 1. Bein
i scheint das Standbein gewesen zu sein. Nach
dem noch erhaltenen Armansatz zu urteilen, ging
i der r. Arm über die Brust vor: eine Bewegung,
die für die Ergänzung des Torsos zu einem
Apoxyomenog spricht. Über die einstige Richtung
des 1. Armes lässt sich nicht mehr urteilen. Für
einen Apoxyomenos passen auch die etwas nach
! vorn zusammengescliohenen Schultern. Vgl. den
Berliner Torso 470, das athenische Grabrelicf
I Le Bas-Reinach pl. 62, 2 (Kavvadias 888) und
' die bei Furtwängler, Meisterwerke p. 470 f. ab-
gebildeten Gemmen; hei allen diesen Stücken
schabt der Athlet mit der Rechten, wie am
Triestiner Torso, während der lysippische Apoxyo-
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Triest.
menoM sowie der unten unter No. 722 veröffent-
lichte Torso des athenischen Nationalmuseums
die Strigilis in der Linken hält. Nur die Blick- i
rieht ung an der Triestiner Statue — von dein zu |
reinigenden Arme weg — hat hei der Ergänzung I
zu einem Apoxyomenos etwas Auffälliges, Ge- |
zwungenes. — Die Muskel hehandlung des Torsos j
sowie die Form des Hauchahschlusses verweisen
die Figur in den polvkletischen Kreis. „Fecit
Polyclitus destringentem se.“ Overheck S-Q 962.
Furtwftngler, Meisterwerke p. 471. Gute und aus-
drucksvolle Arbeit, Der Klicken wenig detailliert.
Katalog p. 46, No. 4. (Arndt,)
581 und 582. Statuette eines auf einem
Felsen liegenden Silens. Hoch 0,48. Auf der ,
Brust Spuren t wie es scheint, eines Vollbartes,
im Rücken der Schweif: danach die Benennung.
Der r. fehlende Arm scheint hochgegangen zu ,
sein, die 1. Schulter ist ganz ausgebrochen. Auf
dem Felsen, der auf der I. Seite unvollständig i
ist, liegt ein Gewand. Teil eines Syinplegmah von
Silen und Hermaphrodit , wie das Dresdner
Müller- Wieselcr, Tat. XL, No. 474. Gewöhnliche
Arbeit. Katalog p. 46, No. 6. (Arndt)
583 und 584. Kopf des Dionysos. Hoch
ca. 0,30. Arg verstossen. Kranz (wahrscheinlich
Epheu) und, wie es scheint, Stirnbinde. An der
r. Seite des Kopfes scheinen noch Spuren einer
trauhenahnlichen Frucht vorhanden zu sein. Nach
einem Rest am l. Hals hatte der Kopf wahrschein-
lich Schnltcrlockcn. Schläfenlöckchen. Der Kopf
ist nach der 1. Schulter hin gewendet. Nach der
Arbeit der Lider und der harten Führung des
oberen Augenhöhlrandes möchte ich, falls uns die
Kopie nicht trügt, das Original des Kopfes noch
n das o. Jalirh. versetzen und zwar in die Nähe
des Amazonen-Kopfes vom Sosikles-Typus (Furt*
wängler, Meisterwerke, Taf. XIX Die Anbringung
•der Schlfffetilöokchen würde dann dem Kopisten
zur Last fallen (vgl. K-V 248-49). Harte Arbeit.
Katalog p. 47, No. 7. (Arndt.)
585 und 586. Zwei Köpfe in Hoch-
relief. Feiner pentelisrhcr Marmor. Der Kopf
des Mannes hoch 0,23 in, der Frau 0,26 m. Am
Kopf des Mannes I. hinten noch Reliefgrund.
Nach Material, Maassen und Stil offenbar zu-
sammengehörig und wohl von einem attischen
Grabrelief grösserer Sorte. Im Haar des Mannes
ziemlich weit nach vorn zwei Stiftlöcher, für einen
Kranz? Am Kopf der Frau ist die Nase neu.
Zwischen der Stirnbinde und dem über das
Hinterhaupt gezogenen Schleier ist das Haar in
ein Netz gefafst, das sich ganz ähnlich wieder-
findet an einem Kopfe am südöstlichen Aufgange
des Capitols, Matz-Duhu 4088 ■» Urlichs, Würz-
burger Gipse 108 (Phot von Gundermann, Würz-
burgX Vier Stiftlöcher dienten wohl auch hier
zur Befestigung eines Kranzes. Vor dem Ohr,
an welchem eine runde Scheibe zum Schmuck
befestigt ist, eine Lorke.
Besonderes Interesse verdienen diese beiden
herrlichen Köpfe, denen die athenischen Museen
kaum Gleiches ihrer Art zur Seite stellen können,
durch ihren Stil. Der Kopf des Mannes beweist
— was man für die nackte Figur schon aus der
Körperhildung bei Skopas und Praxiteles ge-
schlossen bat — , wie tiefgehend der Kinflufs der
polykletischen Kunst auf Attika war. Übersetzt
mau sich den Reliefkopf in Rundplastik und
denkt man sich den Bart hinweg, so hat man
den Bruder, um ein Beispiel zu nennen, des
Neapolitaner Bronze- Kopfes Brunn - Bruckmann,
Taf. 389 = Furtwängler, Meisterwerke, p. 496 f,
vor sich. Wir werden dadurch zur Vorsicht ge-
warnt, derartige Typen allzu sicher der pelopon-
nesischen Kunst zuzuschrciben. Auch von dem
Ostfriese des Parthenon (Michaelis, Taf. XIV, 44)
ist mir eine solche „polykletische* Physiognomie
erinnerlich. Die Sammlung Jarobsen hat un-
längst ein ausserordentlich schönes Votivrelief
j pentelischen Marmors, angeblich aus dem Piraeus,
erworben, aus der zweiten Hälfte des 5. Jahrli., auf
welchem neben weiblichen Figuren phidiasischen
Stiles eine Jünglingsgestalt ausgeprägt polykleti-
schen Charakters steht. Aus der gleichzeitigen
Vasenmalerei nenne ich die von Six in den „Bonner
Studien, U. Kekule gewidmet“, Taf. XII, p. 157 publi-
cierte weissgrundige Lekythos in Athen, auf der
der Kopf des Jünglings nicht mvronischen Typen
(Winter im Jahrbuch d. J. 1887, S. 286), sondern
vielmehr dem Kopfe des Diadumenos des Polyklet
i besonders nahe steht. Der weibliche Kopf in Triest
hingegen steht zwischen dem Diadumenos Farnese
und dem Ares Borghese, wohl näher nach dem
ersteren hin: er hat manche Berührungspunkte
mit dem etwas jüngeren Grabreliefkopf in Lans-
downe House (Michaelis, anc. marbles, p. 437,
No. 1; Conze, att. Grabreliefs Taf. CXVI). Die
Entstehung des Reliefs wird in die Jahre 440—
420 fallen. Grabreliefs so bedeutender Dimen-
sionen sind mir sonst aus jener Zeit nicht bekannt.
Katalog p. 48, No. 8 und 9. (Anult.)
587.
A. Grableky thoa, ohne Hals, der Fufs
neu. Hoch 0,69. Sehr verwaschen. In der Mitte
eine n. I. sitzende Frau, Händedruck mit 1. naeh
r. stehendem Manne, r. hinter der Frau kleines
Mädchen. Ohne Inschrift. Attisch. Unbedeutend.
Katalog p. 48, Nr. 10.
B. Fragment einer dreiseitigen Basis.
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Triest.
9
Nur Reste von zwei Seiten erhalten. Hoch 0,61.
Unten Rest eines Kymations. Rechts I. Fufs und
Gewand einer vollbekleideten Frau: das über dem
Fufs aufgezogene Gewandstück ist „archaisierend“
behandelt. L. hingegen Rest eines Togntus, der
mir auf Monumenten dieses „neuattischen“ Stiles
sonst unbekannt ist. Saubere Arbeit. Katalog
p. 49, No. 2.
C- Männliche Statuette. Hoch 0,48.
Fehlen: Kopf, Unterbeine, r. Unterarm, ln Chiton
und Himation, das vorn von der r. Hüfte unter
den 1. Arm hinaufgezogen ist. Rest einer Kopf-
binde auf der r. Schulter. Stützenansätze an r.
Hüfte und r. Oberschenkel vom r. Arm und seinem
Attribute. Die vorgestreckte L. hält einen Hasen
oder ein Kaninchen (der Kopf fehlt, Reste der
langen Ohren auf dem Rücken). Gewöhnliche
Arbeit nach einem Originale etwa des 4. Jahrh.
Opferdiener oder Angehöriger eines Cultus? Vgl.
Athen. Mitt. 1895, p. 857 f. und die Statue eines
Opferdieucrs mit Schwein in Petworth: Michaelis,
auc. marbles, p. 618, No. 53. Der Hase war u. A.
ein heiliges Tier der Aphrodite, (»egen die Deutung
auf einen Knaben, der mit seinem Haustier spielt,
spricht die Kleidung der Figur und die feierliche Art,
mit der sie das Tier trägt. Katalog p. 46, No. 5.
D. Relief mit Isis. Hoch ca. 1,30. Die
Inschrift EQttrto im Felde modern (vgl. Conze in
den Sitz.- Ber. d. Wiener Akad., pla.il* -hist. Cln
1872, p. 325). Viel ergänzt. Die L. hielt offen-
bar die Situla, die R. das Sistruin. Schulter-
locken. Gefranster, auf der Brust geknoteter
Mantel. Von der 1. .Schulter in der Diagonale
abwärts eine breite G ui rl aride. Vgl. zu diesem
Attribute E-V 473 und die Jünglingsstatue in
Konstantiuupel Reinach 39 (Phot. Sdbah u. Joail-
lier). Das Ganze offenbar Grabstein einer Isis-
p rieste rin wie der athenische der Alexandra (Sybel
447) und der des Ktikarpos und der Sophia
(Le Bas -Reinach, pl. 75). Gewöhnliche Arbeit
Katalog p. 46, No. 2. (Arndt)
588.
A. Attisches Grabrelief. Hoch 1,07.
Pentelischer Marmor. Neu: I. Schulter der sitzen-
den Frau. — R. eine nach I. sitzende Frau, unter
ihrem Stuhle ein Spitzhund. Händedruck mit
einein 1. nach r. stehenden Bärtigen. Zwischen
beiden im Hintergrund eine Frau, den r. Ellen-
bogen auf der I. Hand. Der Kopf der sitzenden
Frau scheint antik (rote Farbspuren), ist aber
nicht zugehörig. Der Bruch ist jetzt verschmiert;
Marmor und Arbeit sind verschieden. Oben, auf
der die Seitenpilaster verbindenden Leiste, die
Inschrift: KAAY<1IA HY PA A ASt (?) MAPA-
ti&IXfA. Dieselbe mufa von einer erneuten Be-
nutzung der Stele aus römischer Zeit herrtih reu.
Das Relief ist eine gute Handwerksarbeit des
: 4. Jahrh.; es erinnert in Stil und Uoinposition an
i das Grabrelief des Thraseas und der Euandria
I in Berlin 738. Katalog p. 47, No. 1.
B. Grabstele, von einer Palmette bekrönt.
| Hoch 0,64. Pentelischer Marmor. L. ein de face
I stehender Mann in Himation. R. eine Jünglings-
i herme, auf einer Basis nach 1. stehend. War der
Verstorbene besonder» athletisch geübt oder be-
kleidete er ein Amt in der Palastra? Man vgl.
I die Herme auf dem Votiv des Tiberius Claudius
Syntrophos in Konstantinopel, Le Bas -Reinach
pl. 133. 2 und den athenischen Grabstein National-
inuseuui 1318, sowie die Bemerkungen von Christ
in den bayr. Akad.-Ber. 1866, p. 244 f„ wo andere
1 einschlägige Monumente angeführt sind. S. ferner
I auch unten No. 764. Flüchtig. Katalog p. 49,
I No. 4, wo auf den „Osservatore Triestino“ vom
21. März 1868 verwiesen wird.
C. Fragment eines attischen Grab-
reliefs. Hoch 0,73, grösste Breite 0,49. Pentel.
Marmor. L. und unten Bruch; I. ist der Bruch
| modern glattgearbeitet, so dass er jetzt aussieht
wie Schnittfläche. Kleine Ricken ergänzt. Sitzende
Frau n. 1. Die Maske des Gesichts war geplatzt ;
, ihr Altertum ist zweifelhaft. Das Arrangement
des Haares nach meinen Notizen wie an dein von
Furtwängler, Meisterwerke, p. 665, An®. 1 er-
wähnten Jacobsenschen Grabrelief. Katalog p. 47,
I No. 2. (Arndt.)
Museo civico.
589 — 91. Nackte männliche Statue.
Pentelischer Marmor. 1888/89 in einer römischen
| Villa zu Barcola, zwischen Triest und Miramarc,
zusammen mit Münzen aus verschiedenen Zeiten
gefunden, die keinen Anhalt ftlr die Datierung
der Kopie ergeben. Siebe: Alberto Pust- hi
(Director des Museums), Scavi di Barcola, im
Arcbeografo Triestino 1890, p. 316 ff. Die Statue
ist jetzt ca. 1,52 hoch. Sie war in viele Stücke
zerbrochen und hatte, nach Puschis Angaben,
bereits im Altertum Restaurationen erfahren.
Jetzt ist der untere Teil des Stammes, von ober-
halb des r. Kniees an, neu (auf der Phot, er-
kenntlich). Die Statue steht falsch: sie ist viel
zu sehr nach hinten ühergencigt. Ihre Ergänzung
giebt viele Rätsel auf. Das r. Rein ist das Standbein,
das 1. geht, etwas entlastet, nach vorn. Unter-
| halb der r. Schulter sowie an der r. Hüfte weiter
nach vorn steckt je ein starker Metallstift. Es
ist unmöglich, dass dieselben Armstützen gewesen
sind; sie müssen vielmehr zum Attribut der R.
gehört halten. Zwischen diesen Stiften endigt
eine von der 1. Brustseite quer ülter die Brust
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10
Triest.
sich hinüberziehende rauhe Bearbeitung , die
schwerlich zufällig ist. Sie mute mit den Metall*
stiften irgendwie in Zusammenhang stehen. Sie
sieht aus etwa wie eine rauh gelassene Unterlage
für einen Bronzegurt: aber Schwert wie Köcher
tragt man, wenigstens in griechischer und früh-
römischer Zeit, an der 1. Seite. Auch am Hucken
glaubte ich vor dem Originale noch Spuren eines
darüber laufenden Bandstreifeus zu erkennen.
Über die Haltung der mit Metalldübeln angesetzt |
gewesenen Arme lässt sich nichts Genaueres mehr
feststellen. Am 1. Unterschenkel aussen scheint
irgend ein Gegenstand gebrochen zu sein. Der
antike Teil des Stammes hat hinten einen glatten
Streifen ; ein auf der Photographie sichtbarer
Eisendübel führt nach hinten: zu welchem Zwecke?
— Im Museum sind ausserdem mehrere, nicht
direct anpassende Fragmente der Statue erhalten,
darunter ein gut gearbeiteter, aber nicht weiter
charakteristischer Fuss, ein r. Unterarm mit halber
Hand, clie einen Gegenstand getragen hat, für
welchen im Innern Metallstifte angebracht sind,
ferner ein mir unerklärliches, für die Hestauration
vielleicht wichtiges Fragment, dessen eine Seite
glatt gearbeitet ist. Die Kopfrichtting der Statue
lässt sich nicht mehr bestimmen. Die Statue ver-
diente, von einem in derartigen Untersuchungen
geübten Fachgelehrten mit grösserer Müsse, als
sie mir gegönnt war, genau geprüft zu werden. —
Im Stile steht die Statue dein Kreise des Poly-
klet nahe; zu vergleichen ist etwa der Dresdner i
Torso eines Herakles Arch. Anz. 1894, p. 2, no.4. I
Das Schamhaar ist, wie am Diaduuienos Farnese,
auf dem unteren Teile des Bauches selbst an-
gebracht, während es bei Polyklet vom Bauch
durch die Ingiiinalfalte getrennt ist. Der Ein-
druck des ganzen Körpers, auch der Schamteile,
ist ein jugendlicher, sehniger. Der Kücken ist
fein ausgeführt, wie überhaupt die Arbeit der
Kopie verständnisvoll ist. (Arndt.)
592.
A. Saal I, Schrank 7, No. 962. Kleines,
irgendwie tektonisch verwendet gewesenes Mar-
ino rfigü rchen des vor einem Stamme sitzenden,
gehörnten, nicht ithyphallischen l’an, de face
mit gekreuzten Üocksheinen; die beiden Hände
halten die Syrinx vor den Mund. Oben im
Stamm zwei runde Löcher wie für Metallstifte.
Derselbe Typus wie auf attischen Votiven, z. B.
Berlin 709 und Athen, Nationalmuseum, Instituts-
Photographie N. M. 69. Vgl. K-V 709 a. Wohl
griechische Arbeit.
B. Im selben Schrank No. 1588 Relief-
fragment eines n. r. eilenden, im Oberkörper
in Vorderansicht gedrehten Pa ns, der mit beiden |
Händen die Syrinx vor den Mund hält. Ithy-
phallisch, ohne Hörner, mit Spitzohren, Schweif,
Bocksfell; Oberschenkel tierisch behaart, Unter-
schenkel menschlich. K. im Keliefgrund ein
Arm (?), I. Reste eineB weiblichen Gewandes (?).
Wohl von einem Votiv an Pan und die Nymphen.
Feine griechische Arbeit. (Arndt.)
593.
A. Saal III. Oberteil eines delicat ge-
arbeiteten Heraklesfigürchens, hoch 015,
aus Aquileja. Der Kopf, vom Löwenfell bedeckt,
ist nach der I. Schulter hin gewendet Beide
Arme ginget abwärts, der 1. etwas nach hinten.
Ich kenne keine Wiederholung des Typus, aber
mehrere sehr ähnliche Stücke: die Dresdener
Statuette Ilettner4 No. 79= Ularac 799, 2007 =
Augusteum Taf. 91 = Furtwängler, Meisterwerke,
p. 576, Anm. 1 ; die Münchener Statuette No. 234
Ularac 793, 1983 (Phot. Ilanfstängl); die Statue
der Glyptothek Ny- Carlsberg No. 10*59» (abg.
im Prospect der Publicatinn) und deren in einer
Kopie im Louvre (Phot Giraudon) erhaltene, ver-
mutlich pergamenische Umbildung*) mit der
Hindin lind dem Telephosknaben auf dem 1. Arm.
(Wie weit die drei Torloniaschen Statuen 86, 242,
388 hierher gehören, läfst sich erst nach Fest-
stellung ihrer Ergänzungen constatieren.) Die
Originale der angeführten Stücke scheinen nicht
später als das 4. Jahrh. zu sein.
B. Saal III. Weiblicher Kopf. HochO.31.
Aus Aquileja. Hinten nicht ausgeführt Am Hals
Gewandrest Löcher für Ohrringe. Stark ge-
glätteter italischer Marmor, ln der Frisur der
kleinen Henulanenserin in Dresden (Amelitng,
Basis des Praxiteles aus Mnntinea, p. 31) ver-
wandt. Zweifelhaft, ob Porträt oder ideal. Nicht
sonderlich feine Arbeit (Arndt.)
594.
A. Saal III. Ba6altkopf eines Römers.
Hoch 0,19. Auf dem Cartello am Halse: „22 Feb-
braio 1880“. Hinten abgesplittert; es scheint
als habe der Kopf einen Pfeileransatz gehabt
wie er den Statuen dieser, noch nicht genügend
untersuchten, ägyptisch-römischen Porträtgruppe
I zu eigen zu sein pflegt. Vgl. Arndt-Bruckmann,
j griech. u. röm. Porträts, Text zu Taf. 261f'26S.
Im Haar ein Kranz mit einzelstehenden Blättern.
1 Der Kopf ist ein aufserordentlich ausdruckvolles
Porträt, vermutlich noch aus republicanischer
Zeit, nicht weniger vorzüglich wie der Caesarkopf
der Sammlung Barracco (Helbig et Barracco, la
collection Barracco, pl. 75 u. 75a; Arndt-Bruck-
*> Vgl. >ten entsprechenden Fa.ll bet den HerfthleastAtafn
Albwni u. (.'hiaramonti, Furtwftngler, Meisterwerke, p. 575 K.
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Triest
II
mann a. a. Q.\ mit dem er übrigens eine gewisse
physiognomisckc Ähnlichkeit hat.
B. Kleine Bronze (hoch 0,12) einer
weiblichen Gestalt im Typus der schweben-
den Nike, aber ohne Flügel. Nach dem Aufsatz
im Haar, der einem Halbmond ähnelt, mochte
man die Figur für Selene halten; aber die Kugel,
auf der die Figur steht, widerspricht dieser Deu-
tung. Die Arme sind gebrochen. Roh.
C. Kleine Bronze eine» nackten
Jünglings. Hoch 0,20. Angeblich aus Fernio.
Die gesenkte Linke hält einen grofsen Hing, die
halberhobene R. in den Fingern anscheinend den
Rest eines Stabe» o. ä. Nach einem Vorbild des
4. Jalirh. Die Krhtheit des Figürchens möchte
ich allerdings nicht verbürgen. (Arndt.)
595.
A. Saal I. Toten mahl. Besprochen von
Conze, Wiener Sitz. -Her., phil.-hist. CI., 1872,
p. 317 ff., Taf. 1, 2. Furtwängler, Samml. Sabu-
roff I, Sculpturen-Kinleitung, p. 31 und Anm. 1.
Roschers myth. Lexikon s. r. Heros Sp. 2583 oben.
Arcb. Jahrb. 1887, p. 27. Ahg. auch in den
Wiener Vorlageblättern Serie IV, 10, 3a. 0,32
breit, 0,40 hoch (nach Conze). Aus Athen. Ich
habe das Original, da ich die darüber geführten
Discussionen damals noch nicht kannte, leider
nicht gründlich genug untersucht. Conze giebt
an, 1. fehle nur der dem r. entsprechende Pilaster,
Furtwängler: ein weiteres Stück der Platte mit
Adoranteu. Conze und Furtwängler halten die
Inschrift für antik, aber überarbeitet: das erstere
habe ich auch angenommen, das letztere versäumt
zu prüfen. Conze spricht die Vermutung au», ob
nicht die seltsamen Archaismen der Inschrift auch
dem modernen Verbesserer zuzuschreiben seien.
Die Inschrift lautet: .... ioj tnnon xtn
nt ßnaiXum (C. J. Gr. I, 925). Die Buchstaben»
formen u. ». w. sind auf der Photographie ersicht-
lich. Zur Erklärung der Namen Zeuxippos und
Basileia s. Furtwängler a. a. O. Falls die In-
schrift echt, ist Furtwänglers Vermutung, dafs 1.
Adoranten folgten, die wahrscheinlichere, da die
Buchstaben ... doch vermutlich da» Ende
eines Demotikon sind, und die Inschrift ursprüng-
lich o <f (irtt r ov Sfira ji/tafjovoiof o. ä. etc. lautete,
danach also 1. noch ein gröfserer Raum für Figuren
anzunehmen ist. — Die Köpfe der beiden Haupt-
figuren waren früher ergänzt; s. Conzes Abbildung.
Die Cberarbeitung ist besonders kenntlich an
der Patera des Mannes, die jetzt mit einem
Pantherkopf geziert ist, und an dem Kästchen (?),
das die Frau in der L. hält und das »ich in eine
Maske hat verwandeln müssen. Die Frau sitzt
auf dem 1. Ende der Klinc, de face; ihr r. Arm
ist gebrochen. Im Grunde Schwert, Panzer,
Chlamys. Die Arbeit ist hart und roh. Furt-
wängler datiert dA» Relief nach der Inschrift in
die 1. Hälfte des 4. Jahrh.; der J>til spricht für
spätere Zeit. Die Echtheit der Inschrift bedarf
der Untersuchung von kundiger epigraphischer
Seite.
B. Saal 1. Griechisches Votivrelief.
I R. nach 1. thronender Bärtiger, da» Himation um
| den Unterleib, in der B. die Schale; die hoch-
| erhobene L. fasste das (offenbar gemalte) Scepter
in Kopfhöhe. Im Haar ein Lorbeerkranz. Unter
»einen Füssen ein Schemel. Jenseits seiner Beine
ein Altar. Ihm entgegen tritt eine Göttin, in
Chiton und Himation, mit der I.. da» Gewand in
Schnlterhöhe vom Rücken vorstehend, in der ge-
senkten R. die Kanne. Ihr Haar ist hinten in
einen Schopf aufwärts gebunden. Ihr folgen drei
I kleiner gebildete Adoranten: Bärtiger, Frau,
Mädchen. Wäre nicht der Lorbeerkranz, so würde
man versucht sein, das Relief auf Asklepios und
Hygieia zu deuten. Wohl erste Hälfte des
4. Jahrh. Grofse Härte in den Falten. Die Echt-
heit schien mir sicher. Katalog p. 48, Nr. 5;
danach früher itn Museo lupidario. (Arndt.)
596.
A und B. Zwei Ter racottakö pfe an»
! Tarent. Der rechte, ca. 0,12 hoch, erinnert in
I Haltung und Ausdruck an die Köpfe der Dios-
! kuren vom Monte cavollo (Furt wängler, Meister-
| werke Taf. VII), der andere, mit Backenbart,
I wild gesträubtem Haar, vom Petaso» (?) bedeckt,
i gehört nach dem lebhaften Pathos, das ihn durch-
| dringt, wohl in die nämliche Zeit; wen er dar-
stellt, weifs ich nicht« Beide Köpfe sind Pracht-
stücke der Tarentiner Terracottaplastik , über
welche der Aufsatz von Wolters in der Arch. Zeit.
1882, p. 285 ff. zu vergleichen ist.
C. Fragment einer Terracottast atu-
ette, vom Typus der Statue E-V 712, wo da»
Weitere, (Arndt.)
597 und 598. Ter racott arel ief». Saal I.
Das Relief auf Blatt 597 ist im folgenden Text
mit A, das Mittelstück von 598 mit B bezeichnet;
von den beiden ornamentalen Fragmenten auf
598 trägt das linke den Buchstaben das rechte
D. — Aus Tarent, wo ich 1889 zwei minder voll-
ständige Exemplare von A und B gesehen habe:
eines (a) mit den beiden sitzenden Figuren, doch
j oben und unten unvollständig, da» andere (b) nur
der obere Teil, link» und rechts etwas tiefer hinab-
reichend als in der Mitte, beide stumpfer. Nur
eine äufsere, Aa und Bb scheidende Zuthat waren
die seitlichen Pilaster, dort fehlend, liier vor-
handen, aber am unvermittelten Abschnitt der
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T riest.
Kline auch dort als zugehörig erkannt. Es sind
Votive, bestimmt, aufgestellt zu werden, mittels
des rauben Fufses, der bei B (ähnlich C) sicht-
bar, bei A bestimmungsgetnäfs ins Holz einge-
lassen scheint, Votive von Brauten. Denn eine
Braut ist es. welche in ionischem Kleid, das
schleierartig den Kopf deckende Himation, wie
Hera auf der selinuntischen Metope oder am
Parthenonfries wie die Gattin des spartanischen
Heros, nach vorn ziehend, auf der sauber be-
stellten Kline sitzt, auf welche sie die Hechte !
stützt. An bräutliche Schmückung erinnert die
Hydria auf dem Boden und die runde, auf diese
gestellte Schachtel. Ähnliche Ausstattung findet
sich ja auch neben der Todesbraut Andromeda.
Selbstverständlich ist es Aphrodite, welche vnu
ihrer Hechten den kleinen Eros ausfiiegen lafst,
der Braut eine Binde zu reichen, während ihm
sein eigenes shawlartiges Gewand um den 1. Arm
und über den r. Flügelansatz herahhängt.
Auch Aphrodite ist ionisch gekleidet; auch
sie bat das Haar mit einer (gefältelten) Haube
bedeckt. Wie sie dasteht mit dem Eros auf der
K., so wie Zeus und Athetta gleicher Zeit ihre
Nike tragen, und Attribute auch in der L-,
könnte inan sie für ein Ciiltbild halten, aus dem
Tempel zur Braut gekommen. Was für Attribute
es sind, ist freilich weder auf A noch auf a deut-
lich. Früchte, etwa Mohn und Apfel, wie Schmuck
scheint ausgeschlossen, für einen Spiegel das
Hund etwas klein; die bimförmigen Gegenstände
(vgl. die Vase Arch. Zeit. 1877 Taf. 6), für Spinn-
rocken und Spindel gehalten, wurden Aphro-
dite in ähnlichem Lichte zeigen, wie die Schild-
kröte die Urania der Eleer, nach Plutarchs
Auffassung (praec. conjng. 82 otxoig föf avu-
ßolor. Genug, Aphrodite erweist der Braut sich
gnädig.
Unterhalb dieser, auf dem Schemel, sitzt die
kleinere Magd, ähnlich der Herrin, aber das r.
Bein über das 1. schlagend, mit der H. leicht
einen Gegenstand haltend, der, auf b ein wenig
deutlicher, ein Kreuz mit gleichen Armen, aber
ungleichen Winkeln schien. Man kann nicht um-
hin, hei diesen Belief» sich der aldohramlinischen
Hochzeit zu erinnern, wo Aphrodite sich zur
Braut auf die Kline gesetzt hat, dienende Frauen
zur Seite stehen. Vergleicht man dann weiter
die bekannten Alexandros-Helenn-Keliefs, so wird
man diese nicht allein nach ihrer äufserlichen
Anordnung, sondern auch durch das stärkere
Hervorheben des innerlichen Vorgangs dem al-
dohraiidinischen Bilde näherstehend linden, als
den Tarentiner Belief». Trotz des Fundorts, an
dem sie gewiss auch gemacht sind, scheinen diese
aber durch die schlichte Natürlichkeit eher ioni-
schen als dorischen Geist zu atmen. (Petersen.)
Die beiden ornamentierten Platten C und D,
die ich in Triest für die Nehenseiten de» Frag-
mentes II gehalten habe, gehören, wie Petersen
in Erfahrung gebracht hat, n’cht dazu. Eine
weitere, sehr verwaschene Wiederholung — Ober-
teil der I. sitzenden Frau und der ihr zu-
fliegende Eros — befindet sich im Gymnasion zu
Corfti, ferner eine Wiederholung der Aphrodite
im Antiquarium zu München, 1888 von mir in
Koni als aus Tarent stammend erworben und der
Sammlung (Inv, 848a, 1. Saal) geschenkt. (Arndt)
599. Alt italisch es Bronzel» lech. Abg.
in dem Eingangs citierten Katalog Taf. IV.
„Uomperato e riuvenuto(V) a Pisa“, 20. febbr. 1876.
Zwei ähnliche Stücke befinden sich in Karlsruhe
(Schumacher, Sammlung ant. Bronzen in Karlsruhe
Nr. 925, Taf. VI, 8), ein viertes im Münchener
Antiquarium (Nr. 525. Aus Italien). Die drei zuletzt
genannten waren auf Eisenplatten befestigt, die
am Bande über die Bronzeschcihe Übergriffen.
Oben und unten waren viereckige eiserne Plätt-
chen angebracht, die am Münchener Exemplar
Spuren hinterlassen haben, an den Karlsruher
Stücken zum Teil erhalten sind. Der Zweck der
! Scheiben ist unaufgeklärt. (Bulle.)
600. Elfenheinrelief. Saal I. 0,21:0,13 m,
j mit Spuren von Farben (Grund blau, Stier, Ge-
wänder, Muscheln etc. rot) und Vergoldung. Wie cs
scheint, dem vierten nachchristlichen Jahrhun-
dert angehörig (abgeb. Arch. Zeit. XXXIU, 1875,
Taf. 12). Das Werk kam aus dem Nachlass de»
Conservators Dr. Kandier ins Museum; der Fund-
ort ist unbekannt; nach der Vermutung Pervuno-
gltts (a. a. U. S. 181) stammt es aus Istrien. Kr
bezeichnet« das Belief fälschlich als Diptychon,
doch kann die Tafel zu einem solchen nicht
gehört haben, ist vielmehr den Elfenbeinschnitze-
reien beizuzählen, weh he zum Schmuck von
Kästchen und Thüreu verwandt worden sind.
ln der unteren Hälfte ist Europa dargestellt,
den Stier liebkoseud; hinter der Gruppe erscheint
das Brustbild eines bärtigen Mannes auf einer
Scheibe. Pervanoglu sah darin das Porträt de»
Diptychonbesitzen, es kann indes» nicht zweifel-
haft sein, dal» der bärtige Mann Zeus ist (vgl.
zu solcher Darstellungsweise der Götter die
HomeriUust rationeu, besonder» Taf. 47 in A. Mai’s
; Homeri lliados IHcturae etc.). Schwieriger ist die
obere Scene zu deuten, darin wir zwei jugend-
liche Gestalten mit phry gischen Mützen sehen,
welche »ich umarmen, während Eroten ihre
Spiefse halten. Nach Pervanoglu» Ansicht sind
die Hauptfiguren die „troisch • dardanischen
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Corfü.
13
grofgen Götter“; privatim wurden mir die Deu-
tungen auf Aeneas mit Dido und auf Zeus mit
Kallisto mitgeteilt. Ausführlicher werde ich
demnächst das Relief besprechen im Zusammen-
hänge mit mehreren anderen Pseudodiptychen.
8. jetzt auch meine Bemerkungen im Jahrbuch
d. preussischen Kunstsammlungen Will, p. 20,
Anm. 1. (Graeven.)
Im Museo civico befinden sich ferner das
von Momrasen in den athen. Mitt. 1888, p. 18,
veröffentlichte Relief aus Hula (vgl. Roschers
myth. Lexikon s. v. Heros Sp. 2564 oben) und
das in den athen. Mitt. 1890, p. 162, publicierte
Gladiatorenrelief des Akritos und Mariskos, so-
wie ein grosser, angeblich aus Tarent stammen-
der Terracottakopf vom Typus Bernoulli, röm.
. Ikonogr. I, Taf. 8 (früher Sulla oder Pompeitis,
neuerdings von Studniczka Menander benannt),
den ich, trotzdem er Farbspuren zeigt und bei
der Auffindung in «58 Stücke gebrochen gewesen
sein soll, für eine Fälschung gehalten habe. Endlich
besitzt das Museum noch zwei ganz vorzügliche
Stücke der Kleinkunst, die hoffentlich bald eine
würdige Veröffentlichung finden werden: eine
l Bronzekanne aus Tarent (in Saal VII des
2. Stockes, No. 1217) mit Greifen und am
Henkelansatz angebrachten Hirschkopfen, sowie
ein Silberrhyton aus Tarent in Form eines
Hirsch(?)kopfes (No. 1216), auf dessen Mündung
eine mythologische Darstellung in getriebenem
Relief mit Goldaufsatz sich befindet. (Arndt.)
Corfü, Kgl. Schlofs.
601 und 602. Archaischer Löwe. Ver-
öffentlicht von Overbeck, griech. Plastik 4 I, 178 f.,
und von Collignon, hist, de la sculpture grecque I,
p. 220; bei beiden die altere Litteratur und einge-
hende stilistische Würdigung. Gefunden in Corfü in
unmittelbarer Nahe des Menekratesdenkrnales und
wahrscheinlich zu diesem gehörig. Die Inschrift
dieses Denkmals (J. G. A. 842) gehört ungefikhr
in die Jahre 570-540 (nach Collignon a. a. O.).
Schmalseite der Plinthe ca. 0,41 lang, Langseite
ca. 1,21, Höhe der Plinthe ca. 0,07, höchste Höhe
der Statue ca. 0,45. Aus grünlich ‘gelbem, sehr
feinem Kalkstein, wie ich ihn ähnlich auch sonst
in Corfü verwendet gesehen zu haben glaube. Von
Overbeck wird als Material fälschlich Marmor an-
gegeben. Wahrscheinlich also locale Arbeit. Inter-
essant ist unter diesem Gesichtspunkt der Vergleich
dieses in Kerkvra, einer korinthischen Kolonie, ge-
fundenen Löwen mit zwei ungefähr derselben Zeit-
epoche angehörigen Löwenstatuen, die in der
' Nähe des alten Korinth gefunden worden und
letzthin in die Glyptothek Ny-Carlsberg verbracht
worden sind. Auch der Vergleich mit der ägyp-
tischen Statue Spec. of anc. sculpture II. pl. 2
ist instructiv. (Arndt.)
Gvmnasion.
603. Weibliche Statuette. Hoch ca. 0,66.
Der fehlende Kopf war mittels Dübels eingesetzt;
er war offenbar nach der 1. Schulter hin gewendet.
Der 1. Ellenbogen stützt sich auf einen Stamm,
über den die um Rücken und beide Unterarme
gezogene C'hlaina fällt. Die R. ist in die Hüfte
gestützt. R. Standbein. Feiner Chiton mit Halb-
ärmeln und langem, unter der Brust gegürtetem
Überfall. Auf der Photographie scheint es, als
laufe von der r. Schulter zur 1. Hüfte ein auf-
gemaltes Baud, das ich am Originale nicht be-
merkt habe. Hinten roh. Nicht sehr feine,
griechische Arbeit, etwa aus der mittleren Periode
des Praxiteles, um 350; das Motiv hat manche
Verwandtschaft mit dem der schönen Wiener
Artemis von I.urnaka (R. v. Schneider, Album
auserlesener Gegenstände der Antikensammlung
d. allerh. Kaiserhauses, Taf. IV). (Arndt.)
604.
a. Kleine A sk le p ios s t a t uet te. Hoch 0,25.
Die r. Hand war in die Hüffe gestützt. Der
Stab, auf dem die 1. Achsel ruht, ist nicht an-
gedeutet. R. Standbein. Ansatzspuren, wahr-
scheinlich der Schlange, am 1. herabfallenden
Gewand. Gute Arbeit. Rückseite angelegt. Nach
der Photographie scheint es, als habe das Ge-
wand im Gegensatz zum Fleisch noch Farben-
überzug; vor dem Originale habe ich nichts
davon notiert Etwa aus der Mitte des 4. Jahrh.
Repliken des Typus sind mir nicht gegenwärtig.
Sehr verwandt der Asklepios im Giardino Boboli
E-V 285.
b. Statuette der Aphrodite. Hoch 0,47.
Von schlechter Arbeit und Erhaltung. Es fehlen:
Kopf, 1. Unterarm, r. Arm. R. Standbein, das 1.
ist etwas vorgesetzt. Das den Unterleib ver-
hüllende Himatiun wird unter der I. Achsel, wo
wieder ein Zipfel herabtallt, festgehalten. Hohe
Gurtung. Der 1. Ellenbogen ruht auf dem Mo-
dius (?) eines itliyphallischen Hermaphroditen-
idoles (Arme gebrochen), dessen Gewand bis zum
Nabel aufgezogen »st und das auf hoher cylin-
drischer Basis steht (vgl. Herrmann in Hoscliers
myth. Lexikon s. v. Hermaphroditos Sp. 2320).
Nach den Gewandmotivcu gehört die Hauptfigur
nicht vor das Ende des 4. Jahrh.
c. Kleine Statuettenreplik der sog.
Gen et rix. Hoch 0,25. Ab: Kopf, I. Hand, r.
Arm, Fttsse. Sehr feine, griechische Arbeit. Ab-
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14
Corfü.
bildung des gut durchgeführten Kückens auf
Blatt 605 h. Eine Replik von ungefähr der näm-
lichen Grösse (hoch 0,37), aber viel schlechterer
Arbeit, aus Syrien, in der Glyptothek Ny -Carls- (
berg No. 1055. (Arndt.)
605.
a. Torso eines Eros. Der Kücken auf |
Blatt 606 b. Hoch 0,385. Durch Feuchtigkeit
verwittert. Auf dem 1. Schulterblatt eine Ein-
tiefung mit einem Loche für einen Metallstift,
zur Befestigung des Flügels. Auf dem r. Schulter-
blatt, aber sehr nach der Seite zu und ohne Loch
für einen Metallstift, eine entsprechende Ein-
tiefung, offenbar für den andern Flügel. Wovon
die Ansatzspuren am 1. Uberarm hinten und die
ausgebrochene Stelle auf der 1. Schulter her-
ruliren, ist mir nicht klar geworden. Die crstere
kann nicht vom Flügel herrühren, da dieser ja
besonders gearbeitet war; die letztere mag vom
Attribute der 1. Hand herrühren. Der r. Arm
scheint, nach der liantfalte unter der Achsel zu
urteilen, nicht in die Höhe gegangen zu sein. K.
Standbein. Der Kopf sch e int nach der I. Schul-
ter hin gewendet gewesen zu sein. Gute Arbeit :
etwa vom Ende der ersten Hälfte des 4. Jahrh.
1». Siehe Blatt 604 c.
c. Altertümlicher nackter Jünglings-
torso. Hoch 0,39. Der Bücken auf Blatt 606c,
Am Hals beiderseits je zwei Lockenenden. Der
I. Unterarm ging vor: Stützenrest an der 1. Hüfte.
Für den gesenkten r. Arm Stützenrest um r.
Oberschenkel in Penishölie. Am 1. Oberschenkel
in Kniehohe hiuten und aussen Ansatzreste wohl
des Stammes. Ziemlich detaillierte, aber nicht
wirklich altertümliche Arbeit, wie die Haar-
behandlung an Locken und Scham beweist. Wie
es scheint, Statuettenreplik des sog. Kasseler
Apollon. (Arndt.)
606.
a. Fragment e i n e s V o t i v r e I i © f s. Grösste
Höbe 0,28, grösste Breite 0,26. L. Ante, oben
Dach. Die Figuren sind v. 1. u. r.: 1. Bärtiger
kleiner gebildeter Adorant u. r. 2. Jüugli. g, de
face, im Typus etwa des sog. praxitelischen ein-
sc henkenden Satyrs Ludovisi-Dresden, in der er-
hobenen K. die Kanne zum Spenden (Hermes- i
Kadinilos oder Attis?). 3. Kopf und Best von j
Schulter mit Gewand, von einer n. r. stehenden
Göttin; der Kopf hat ungefähr den Typus von
München 89 (Hekate?!. 4. Best vom Kopfaufsatz
(Modius'O der folgenden Figur (Kybele?). Vgl.
Koscher, myth. Lexikon s. v. Kybele Sp. 1663 ff.
— Ungefähr Mitte des 4. Jahrh. Gewöhnlich.
b. Vgl. Blatt 605a.
c. Vgl. Blatt 605 c. (Arndt.)
607. Yotivrelief. 0,54 breit, 0,58 hoch.
Pentelischer (?) Marmor. Sehr verwittert. L.
kleiner gebildeter unbärtiger Adorant n. r., die
K. im Adorationstypus hebend. Die Göttin, in
Chiton und Himation, das Haar, wie es scheint,
in einer Opisthospheudone, spendet aus einer
Kanne, die sie in der K. hält, in eine Schale,
die der ihr gegenüberstehende bärtige Gott mit
der R. ihr entgegenstreckt. Die L. des Gottes
geht abwärts. Sein Gewand ist in der für Asklepios
gewöhnlichen Art ungeordnet. Unter seine 1. Achsel
ist der (schwer erkennbare) Stab gestemmt. Zwi-
schen beiden Gottheiteu ein Altar. Oben eine ganz
zerstörte Inschrift, die man nur mit Hülfe eines
Abklatsches, für welchen ich leider die nötigen
Vorrichtungen nicht zur Hand hatte, wird lesen
können. Mehr, als man auf der Photographie
mit Hülfe einer Lupe erkennen kann, habe ich
auch an dem Originale, das hoch eingemauert
ist und in schlechtem Lichte steht, nicht ent-
ziffern können. Gute Arbeit der 2. Hälfte de»
5. Jahrh. (Arudt.)
608. Fra guient eines Hochreliefs.
Grösste Breite 0,44, höchste Höhe 0,38. Hinten
rauh. Nirgends Rand. Pentelischer (?) Marmor.
Oberkörper einer von vorn gesehenen Frau, die
den Kopf n. r. v. B. wendet. Nackt, nur Gewand-
test über r. Oberauu. Der r. Unterarm scheint
seitlich nach vorn gestreckt gewesen zu sein; der
1. Oberarm ging abwärts. K. von ihm am Ende
der Platte ein verstofsener Rest, etwa von einem
Thymiaterion. — Das Fragment ist gegenständ-
lich wie stilistisch von Interesse. Im Kopfe,
dessen Haar von einem breiten Bande durch-
zogen ist, spürt man noch leise Reste des alter-
tümlichen Stils. Der Kontur der Figur ist an
einigen Stellen durch Einticfung iu den Grund
noch mehr hervorgehoben, ähnlich wie an dem
in Gipsabgüssen verbreiteten Fragment eines
römischen Kindersarkophages aus Sparta (Frie-
derichs -Wolters 1821). Die Arbeit, wenigstens
des Kopfes, muss recht fein gewesen sein. Eine
Deutung de» Reliefs ist schwer zu geben. Man
wird an den „Thron“ aus Villa Ludovisi iHelhig,
Führer II, 886) an das Belief im Lateran B-S
283 (Taf. XXIII, 1) erinnert, ohne zu einer
schlagenden Erklärung zu gelangen. (Arndt.)
609.
a. Weiblicher Kopf. Höhe des Erhal-
tenen 0,32; der Kopf war etwas unterlehensgrofs.
Von einer Statue. Oben und hinten nur angelegt.
Reif in» Haar. Hinter den Ohren Schulterlocken.
Zunge zwischen den Zähnen angegeben. Schlechte
Kopie. Stilistisch gehört der Kopf zu der von
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Athen. 15
Furtwängler, Meisterwerke p. 644 ff. zusammen-
gestellten Gruppe.
b. Bärtiger Kopf. Hoch ca. 0,29. Von
Statue oder Herme. Hinten und oben roh.
Pinien (?)- Kranz im Haar. Stark sinnliche Züge
im Munde. Benennung unsicher. In Haar und
Bart Beste altertümlicher Behandlung, die auf
das 5. Jahrh. als Entstehungszeit des Originals
weisen. Vgl. Museo Torlonia 179. Gewöhnliche
Arbeit. (Arndt.)
610 und 611. Griechisches männliches
Porträt. Wird von Studniczka besprochen wer-
den. Nach diesem Menander. (Arndt.)
612. Capitell mit der Inschrift des Xen-
vares. Vgl. Puchstein, Das ionische Capitell,
47. Berl. Winckelinannsprogr. (1887?, p. 47 ff. und
p. 66, no. 39, wo weitere Litteratur. (Arndt.)
Ausserdem befindet sich in der Sammlung
des Gymnasions noch eiue Statue nbasis, von
welcher es mir nicht möglich war eine Photo-
graphie zu nehmen. Breite 0,97; Höhe 0.30;
grösste Tiefe des erhaltenen Blockes, au welchen
sich dahinter wahrscheinlich noch ein zweiter
anschlofs, 0,44. Die rechte Nebenseite ist fein
gespitzt, die 1. rauh. Auf der Oberseite der Basis
ist eine ovale, ca. 0,08 tiefe Eintiefung für die
einzusetzende Plinthe der Statue, sowie drei jetzt
leere Dübellöcher. Auf der Vorderseite ein
flaches, sehr zerstörtes, roh gearbeitetes Belief.
Die Figuren sind von I. nach r.: 1. Artemis, n. r*,
kurzge wandet ; in der vorgestreckten L. der Bogen ;
die lt. greift nach dein Köcher. 2. Athene, n. r.,
etwa im Typus der capitolinischen Statue Helbig
497; in der L der Schild. 3. Eine de face (?)
stehende, ganz zerstörte weibliche Figur (Aphro- j
dite). 4. Pluto», n. r., auf dem Wagen, die Perse- |
phone raubend, im gewöhnlichen Typus der
Surkophagdurstellu ngen. Unten spriefsen Blumen
hervor. 5. Hermes, n. r., die Zügel der Pferde
führend. — Basis einer KorastatueV (Arndt.)
Athen, Nationulinuseuiii.
Ka ß ßad yXvnrn tov tfhnxov uoracfov
1. Teil, 1890-92.
613 — 616. Weibliche Statuette. Kavv.
176, daselbst Litteratur (hinzuzufügcti: Roh. v.
Schneider im Jahrbuch d. Kunstsammlungen d.
allerh. Kaiserhauses XII, p. 75, Anin. 6; fer-
ner Jahrb. d. J. 1892, p. 208, Anm. 9). Aus
dem Piraeus. Die Rückseite angelegt. Der Ge-
wandsaum mit Saalkante. Löcher für Ohrringe.
Original mäfsiger Arbeit. Die Dargestellte ist
nach Conze (athen. MitU XIV (1889) p. 203 und
Taf. IV) und Wolters (Bausteine 1209) die Votiv-
figur eines Mädchens, nach lt. v. Schneider Kora
oder eine Sterbliche unter dem Bilde dieser
Göttin; er gieht ihr Fackeln in die Hände. —
Die Statuette ist stilistisch von Interesse, weil
sie das Bindeglied zwischen zwei bekannten
Statuengruppen aus der Mitte des 5. Jahrh.
bildet. Während sie in der Disposition des Ge-
wandes, wie B. v. Schneider richtig bemerkt bat,
der sog. Sappho Alb&ni nahe steht, erinnert der
Kopf nach einer Beobachtung S. Reinachs (Gaz.
arch. 1887, p. 260, No. 38) an den der sog. Genetrix
(vgl. die Phot, vom Kopfe des Pariser Exem-
plare» Giraudon 1432 und 1433). Auffallend ist
u. A. die Ähnlichkeit der Ohrenbildung. Auch
in den wie nafs anliegenden Falten des Himations
am r. Bein und auf dem 1. Oberschenkel verraten
sich Anklänge an die letztgenannte Statue. Die
Statuette steht in der Mitte zwischen der älteren
Kunstweise der „Genetrix“ und der entwickel-
teren der Sappho Alhuni, die in der klaren und
übersichtlichen Anordnung der Gewandung weiter
vorgeschritten ist. Verwandt ist, namentlich im
Kopfe, nach einer richtigen Bemerkung L. Kjell-
bergs, die auch in der Grösse ungefähr ent-
sprechende Athenestatuette aus Leptis in Kou-
stautinopcl (Joubin No. 20; Phot. Söbah et
Joaillier No. 4, 6, 7, 33)l (Arndt.)
617—620. Statuette eines nackten
Jünglings. Kavv. 223; daselbst Litteratur. Aus
Sparta. Früher im Museum der archäol. Gesell-
schaft im Polytechnion. Der Marmor ist nach
Kawadias wahrscheinlich pelopo n ne» i scher, nach
Furtwängler (Meisterwerke p. 379, Anm. 1) pari-
scher. An beiden Oberschenkeln aussen Slützen-
reate. Von Wolters wird die Statuette irrtümlich
unter den Wiederholungen des Neapler Bronze-
Apollos (Brunn -Bruckmann, Taf. 302) aufgeführt
(Jahrbuch d. J. 1896, p. 4, Anm. 7). Furtw ängler
(a. a. O.) bringt sie iu Zusammenhang mit dem
Kasseler Apollon (s. jetzt denselben auch in
„Intermezzi- 8. 7, Anm. 3). Näher steht sie in
Kopfhaltung und Körperformen dem Apoll aus
dem Tiber im Thermenmusenm (Brunii-Bruckmaiiii
Taf. 462). Auch die Behandlung des Haares im
Nacken ist sehr ähnlich. Besondere stilistische
Feinheiten darf man in der harten und, wie ein
Blick auf das charakterlose Sckamhaar lehrt, im
Detail gewiss nicht sonderlich getreuen Kopie
nicht erwarten. (Arndt.)
621. Grabstatue einer trauernden
Frau. Kavv. 825. Aua einer athenischen Nekro-
pole: Athen. Mitt. 1885, p. 404, 3. Eranos Yin-
dobonensis (1893) p. 48 (B. Weissbaeupl). Furt-
I wangier, Sammlung Saburoff Taf. XV — XVII.
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16
Athen.
Von den beiden entsprechenden Saburoffschen
Statuen in Berlin (No. 498 und 499) unterscheidet
sich die athenische durch die kur/.cn Ärmel des
Chiton. Jene sind durch den Chiton mit langen
Ärmeln als Sklavinnen charakterisiert; es ist
also möglich, dass, wie Kavvadias a. a. 0. ver-
mutet, das athenische Kxemplar die Verstorbene
seihst darstellte. Schulterbänder wie an den 1
Berliner Statuen. Ganz verunglückt ist die An-
lage der Küsse. Kriselte und sorglose attische
Arbeit, an Güte der Ausführung hinter den lier- j
liner Statuen zurückstellend. Zeitlich etwa gleich
<l**n praxitelischen Thespiaden, von welchen das
Motiv herühergenoimnen sein mag. (Arndt.)
622 und 623. Zw ei Statuen skythischer
Bogenschützen. Kavv. 822 (= 628» und 824
(= 622); der daselbst angeführten Litteratur ist
hin/uzulug«‘ii: Milchhöfer, Die Museen Athens
p. 15 f. Brückner, Ornament und Komi der atti-
schen Grabstein p. 35. Derselbe, Jahrb. d. Inst.
1895, p. 210. Kranos Vimlohonensis 1893. p. 48.
Grahstatueri vom Dipylou. Genaue Beschreibung
des Tbatbestandes , des Motivs, sowie der ein-
stigen Aufstellung bei Sybel 262 (— 622) und 263
(=- 623) und bei Kavvadias. Klott gearbeitete,
nur «las Wesentliche betonende, das Detail igno-
rierende attische Originale des 4. Jahrb. (Arndt.)
624. Ge wand partie an der r. Hüfte
der J ünglingsstatue von Eretria. Kavv.
244. Die Statue selbst ist in Phot. in Athen
käuflich und wird hei Brunn - Bruckmann ver-
öffentlicht werden; vom Kopfe hat «las athenische I
Institut schöne Aufnahmen unter N. M. 40 uml
41 hergestellt. Die Statue ist ein im Kopfe vor-
trefflich, in der Gewandung hart gearbeitetes
Original aus «1er Spätzeit des Praxiteles. Wüh- 1
l*eud der Kopf, wie Kavvadias richtig bemerkt, |
«lern Hermes von Olympia sehr nahe steht, zeigen
die Gewamlmotive der Statue eine so grosse Ähn- |
lichkeit mit denen des Neapolitaner Aeschines, '
dass man kauin beide Statuen unabhängig von
einander entstanden denken kann. Das Porträt
des Aeschines wird nicht in seinen letzten
Lebensjahren, wo er verachtet in der Verbannung
lebte, oder nach seinem Tode entstanden sein,
sondern in den Zeiten seines politischen An-
sehens, etwa um 340. ln die nämlichen Jahre
fällt vermutlich auch die Entstehung des praxi- ,
telischen Hermes (Kurtwängler , Meisterwerke !
p. 530 f.). Kurze Zeit darauf, also etwa zwischen
340 und 830, ist offenbar auch die Statue von
Eretria angef«*rtigt worden. Zu dieser zeitlichen
Ansetzung stimmt die Behandlung der besonders
von mir photographierten, sehr charakteristischen
Gewandpartie an der r. Hüfte. Man vergleiche
die Art, wie die grossen Flächen durch zufällige
Zwischenflkltchen belebt werden, mit derselben
Manier an der columna caelata von Ephesos
(Bruiiii-Bruckmaun Taf. 52) — dort noch in be-
scheidenem Maasse — , an der Chlamys des praxi-
telischen Hermes und an der kleinen stehenden
Nike von Samothrake (Kriederichs -Wolters 1366)
in Wien. Vgl. Amelung, Basis des Praxiteles
aus Mantinea p. 64— 66. (Arndt.)
625 und 626. Kopf des sog. Apollon
auf de m O tn p li a I o s. Kavv. 45. Kriederichs-
Wolters 219. Vgl. E-V 452—454. (Arndt.)
627 und 628. Kopf der J ünglingsstatue
vom Olympieion. Kavv. 248. Die Nase ist
zum Teil mit Gips verschmiert; wieviel «larunter
antik , ist zur Zeit nicht festzustellen. Die Pu-
pille ist als einfache runde Eintiefung gegeben.
Harte Kopie. Die Statue wird hei Lepsitts,
griecli. Marmorstudien p. 79, No. 128, fälschlich
als Replik der Jünglingsstatue in Villa Albani
No. 44 bezeichnet. Von Kurtwängler, Meister-
werke p. 378, Anm. 3; p. 685, Anm. 2; p. 737,
wird sie dem Kreise des Kalamis ziigewiescn.
M. Mayer in dem Jahrb. d. Inst. 1893, p. 224 ff.
und Taf. 4. (Arndt.)
629 und 630. Kopf der sog. Aphrodite
mit dem Schwert aus Epidauros. Kavv.
262. Defrasse et Lechat, Kpidaure p. 176 ff.
Gebrochen, ist der Kopf zusammen mit dem
I. Arme an anderer Stelle als die Übrig«* Figur
zu Tage gekommen, woher die verschiedene,
hellere Färbung des Marmors. — Zur Deutung
des dargestellten Wesens lassen sich aus dem
Kopf allein sicher bestimmende Momente nicht
gewinnen. Haarbinde und Kopftuch waren so
beliebte Mittel, der Haarmasse Schmuck und
Kormenwecbsel zu geben, dass daraus auch nicht
einmal der weitere Kreis, dem die Id«»algc*talt
angehörte, gefolgert werden kann. Aus der Hal-
tung des Kopfe, aber und der Gesichtshildung
empfangen wir nur den allgemeinen Eindruck
der Versunkenheit in eine seelische Empfindung
eher früher als heiterer Natur. Zwar das Gesicht
ist stark beschädigt, die Nase gänzlich, der Mund
zum grössten Teil zerstört, doch die Winkel der,
wie aus der Sichtbarkeit des oberen Gaumens
erhellt, etwas erregt geöffneten Lippen waren
gesenkt, und die ungewöhnlich starke Beugung
des Hauptes nach vom im Verein mit dessen
Neigung zur Seite und dem nach unten gehenden
Blick erinnert lebhaft an die leise Wehmut so
mancher Grabstelenköpfe. Zunächst als Aphro-
dite gedeutet (Stais, Kavvadias), ist die Figur
von mir (Verhandl. d. Munclm, Philol -Versainml.
1891, 8. 246 ff.)dem bacchischen Kreise zugewiesen,
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Athen. 17
von Milchhöfer (Jahrb. d. arch. Inst. 1892, S. 203 ff.)
als Dike in Anspruch genommen worden. Was
von Inhalt aus dem Kopfe herauszulesen, sprü ht
keineswegs zu Gunsten der Milchhöferschen Hypo-
these. — Zuverlässiger kann die kunstgeschieht-
liehe Stellung des Werkes, auch nach dem Kopfe
allein, bestimmt werden. Man irrt, die Schöpfung
noch in das 5. Jahrli. zurück zudatieren. Wie
der Geist und das Empfinden einer etwas jün-
geren Zeit in den sanften, anmutigen Rhythmen,
in welchen der Kopf auf dem Halse sich wiegt,
dieser vom Oberkörper sich hinaufschwingt, so
hekundet auch die Formgebung im Einzelnen sich
als eine fortgeschrittenere. Der Hals ist weniger
massig, schmächtiger gebildet und delicater aus-
modelliert, als in Werken selbst vom Ausgang
des 5. Jahrh.; Stirn und Wangen sind schon
weniger flächig gezeichnet, schon mehr zuge-
rundet, die Kinnpartie eingezogener, das Relief
der Augen bei tieferer Einbettung gesteigert, alle
Conture etwas weniger scharf und geschwungener.
Doch dabei ist die Arbeit allerdings nicht ganz
frei von Spuren der älteren Kunstübung. Dahin
gehören die im Vergleich zu Werken wenigstens
des mittleren 4. Jahrh. noch etwas kräftige Masse
des Hinterhauptes und die Haardisposition un-
mittelbar über der Stirn. Die Haare — im Gegen-
satz zu der im o. Jahrh. so beliebten Führung
in höheren, energischeren Wellen vielmehr in
niedrigeren entwickelt und dadurch nicht minder
als durch ihr Verhältnis zu der Breite und Stelle
des Bandschmucks schon an Werke erinnernd
wie die Venus von Arles und besonders den
praxitelischen Sauroktonos — sind auffallend
trocken behandelt, ja tragen überhaupt nicht den
vollen Charakter von Marmorarbeit, die in den»
Haarwerk vor Allem Lockerung und kräftige
Gegensätze von Licht und Schatten erstrebt. Un-
willkürlich werden wir durch diese Beobachtung
zu der Frage gedrängt, ob hier nicht eine Be-
einflussung durch Bronzetechnik stattgehabt hat.
Für ein Original im eigentlichen Sinne des Wor-
tes, den Archetypus der vorhandenen Repliken,
vermag ich das epidaurische Exemplar nicht zu
halten. Als Freistatue ausser architektonischem
Verband concipiert, steht das Werk im Ganzen
doch nur auf der Höhe eines allerdings vortreff-
lichen Decorationsstückes und ist im Einzelnen
keineswegs gleichen Verdienstes und gleicher
Art: hier scheinbar frei, nur des Künstlers
eigener Intention folgend, frisch und schneidig,
mehr auch im Marmorstil, dort ohne besonderen
Ausdruck der Formempfindung, mehr nüchtern
säuberlich, imitativ und trocken. So kann der
angedeutetc Charakter des Haares seinen Grund
ArDdt-Amwlaag, Photogr. Eins«laafbaliratm Ul.
so gut darin haben, das» erst der Kopist, welcher
offenbar derZeit des Originals nahe stand, diesem
jene bronzestilistischen Merkmale einarbeitete,
als dass dieselben schon dem Original eigen
waren, sei es als Effect der individuellen Rich-
tung seines Schöpfers, sei es mehr des von ihm
benützten Materials, mit anderen Worten, sei es,
dass das Original überhaupt Bronze war.
(Flasch.)
631 und 632. Hermes von Aigion, Ober-
körper. Kavv. 241. Zusammen mit einer Ge-
wandstatue praxitelischen Stils (Kavv. 242;
Replik der Dresdner kleinen Herculanenserin)
auf einem Grabe gefunden. — Geringwertige
Kopie römischer Zeit nach einem Originale
des 5. Jahrh. Eine Wiederholung des Kopfes
nach Graef (bei Kekule, Idolino, S. 19) in Rom
(Matz-Duhn 1069). Eine Replik in Neapel (Im.
6073, Clara«: 942, 2411) ist besser gearbeitet und
giebt die Züge des Originals im Körper jedenfalls
getreuer wieder, zeigt aber in dem Kopfe (nach
meinen Aufzeichnungen mit Bruch aufsitzend, aber
sicher zugehörig; nach FurtwÄngler, Meisterwerke
S. 505, der Statue fremd) eine Abweichung, indem
demselben auf G rundlag«1 des Idealtypus porträt-
hafte Züge gegeben sind. Die Erklärung liegt
nahe, dass auch die Neapler Figur eine Grab-
statue war, deren Kopf den Zügen des Ver-
storbenen angeähnelt wurde. Die Neapler Statue
zeigt im Körper die allerengste Verwandtschaft
mit dem Hermes Ludovisi (E-V No. 270. 271.
Furtwängler, M-W S. 86), indem nicht nur das
Standmotiv das gleiche ist, sondern beide auch
in der Rumpfhildiing mit den breiten Schultern,
in den relativ kurzen Unterschenkeln und in der
feinen Modellierung von Kniescheibe und Knöcheln
übereinstimmen. Der Hermes von Aigion zeigt
im Körper Abweichungen zu Gunsten einer grösse-
ren Schlankheit in Rumpf und Extremitäten, und
auch die Detailformeii sind durch den Kopisten
sehr verflaut worden. Dagegen steht der Kopf
in der schmalen und feinen Bildung des Unter-
gesichts und in der Wiedergabe von Augen und
Stirn dem Hermes Ludovisi sehr nahe, wenn auch
das in längeren Strähnen, nicht in kurzen Locken
geordnete Haar auf eine um ein Geringes jün-
gere Zeit weist. Trotzdem scheint es mir mög-
lich, das aus der Neapler und der athenischen
Statue zu reconstruierende Vorbild demselben
Meister zuzuschreiben, der das Original des Her-
mes Ludovisi geschaffen hat. Furtwängler (a. a. O.)
vermutet in ihm Telephanes von Phokaea. Jeden-
falls muss es ein Künstler aus der Mitte oder
dem dritten Viertel des 5. Jahrh. gewesen sein,
der dem Kreis des Phidias nahe stand, aber in
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18
Athen.
der schweren Rumpfbildung: auch den Einfluss
Polyklets erfuhr. — Für eine Verwendung des
gleichen Motive» des Hermestypus Aigion* Neapel
im jüngeren polykletischen Kreise hat Furt-
wängler, M-W S. 504, eine Gruppe von Statuen
zusammen gestellt. Vgl. dazu Arndt, E-V No.
218—215. — Endlich ist derselbe Grundgedanke
auch in der Art des 4. Jahrh. behandelt worden
in dem Hermes von Atalanti und seinen Ver-
wandten (vgl. E-V Nr. 655) und in dem Hermes
von Andres. Wahrend dieser deutlich eine völlige
Neuschöpfung ist, neigt Furtwingler für den
Hermes von Atalanti mehr zu der Ansicht einer
successiven Umbildung des alten Typus durch
die Kopisten. Ich glaube aber, dass wir auch
hier originale Vorbilder des 4. Jahrh. vorauszu-
setzen haben, da es immer klarer wird, dass die
„Motive“ als solche für den griechischen Künstler
Allgemeingut waren und von jeder Zeit und Kunst-
schule als in antikem Sinne „neu“ behandelt zu 1
denken sind. (Bulle.)
633 und 634. Kopf der Statue des Her-
mes von Troezen. Kavv. 243. Besondere Auf-
nahme des 1. Profiles auch im Bull, de corr. hell.
1892, pl. II. Phot, der ganzen Statue in Athen
käuflich. Die Statue gehört nach Körper- und
Gewandbebamllung in den Kreis der E-V 218 bis
215 besprochnen Werke; di recte Parallelen zum
Kopftypus sind mir nicht gegenwärtig. Hatte
Kopisteuarbeit, im Kopfe besser als in Körper
und Gewand. (Arndt.)
635 und 636. Hermes von Atalanti,
Oberkörper. Kavv. 240. Phot, der ganzen Statue !
in Athen käuflich (besonders gute Phot, auch von 1
Sebali in Konstantinopel). Unsere Aufnahmen
des Kopfes sind leider nicht besser gelungen, als
die des athenischen Instituts (N-M 25). Gute Arbeit
wohl griechischer Zeit, nach einem Vorbild des (
4. Jahrh. v. C. — Repliken: 1) „Mercure Riche-
lieu“, Paris, Louvre. Fröhner, Notice Nr. 177. j
Kopf mit ergänztem Hals aufsitzend, nach Froh- |
ncr und Furtwingler (M-W S. 505, Anm. 6) zu- ■
gehörig, nach Clarac (816, 1542) nicht zugehörig.
Nach der Photographie von Giraudon No. 1196
scheint er wesentlich älteren Stils als der Körper;
jedenfalls weicht er von dem dem Hermes von j
Atalanti zu Grunde liegenden Idealtypus völlig ab.
2) Berlin No. 200. Gearbeitet von dem Parier Anti-
phaues im 1. Jahrh. n. Uhr. Kopf neu. 8) München,
Glyptothek No. 156. Kopf neu. — Alle drei Wieder-
holungen unterscheiden sich von dem Hermes von
Atalanti darin, dass der Kopf zur 1. Körperseite
gewendet war. Es geht dadurch die diesem in-
folge der Wendung zur Spielbeinseite eigne I
Brechung des Rhythmus verloren. Furtwangler ;
(a. a. O.) sieht auch in dieser Gruppe spätere
Kopistenvarianten eines älteren Typus. Schon
oben zu No. 631 habe ich bemerkt, dass, wenn
auch hie und da, namentlich in der Behandlung
der Chlaiuys, manches vom Kopisten willkürlich
geändert sein mag, mir doch überall Originale
aus zeitlich verschiedenen Schulen zu Grunde zu
liegen scheinen. Für den Hermes von Atalanti
ist allerdings auch Furtwängler geneigt, ein Ori-
ginal aus lysippischem Kreise anzunehmen. Der
Kopf zeigt neben dem lysippischen Charakter in
Haar und Augen einige individuelle Züge in
Mund und Kinn, hauptsächlich aber in der Nase
mit ihrem eigentümlichen Höcker, so dass auch
hier wie bei dem Neapler Hermes (oben No. 631)
der Gedanke nahe liegt, dass die .Statue als
Grabmal verwendet war, und man deshalb dem
Kopfe Porträtzüge beimischte. — Für die Da-
tierung des Originals ist wichtig, dass neben dem
lockeren Standmotiv lysippischer Art sich im
Rumpf noch starke Anklänge an die schwereren
und flacheren polykletischen Verhältnisse finden.
Da nun Lysipp den Kanon des Polyklet seinen
Lehrmeister genannt haben soll, und da die Ent-
lastung des Spielbeines hier noch nicht ganz so
weit geht, wie hei dem Apoxyotnenos, so möchte
ich die Vermutung wagen, dass ein Original aus
der frühesten Zeit des Lysipp hier zu Grunde
liegen könne. Im Kopfe sind Anklänge an Werke
wie den Ares Ludovisi zu erkennen. Nach dem
Zeugnis der drei Repliken sind wir gezwungen,
anzunehmen, dass am Originale der Kopf
zur Standbeinseite gewendet war. Die Drehung
zur Spielbeinseite , die den lysippischen Rhyth-
mus eigentlich erst vollständig macht, ist dann
allerdings wohl eine Änderung des Kopisten, ge-
macht nach den Mustern aus Lysipp* Blütezeit.
Auch die Beimischung von Porträtzügen ist, als
für einen besonderen Zweck geschehen, wohl
dem Kopisten zuzuschreihen.
Während des Druckes erhalte ich durch
Arndt die Photographie einer vierten Wieder-
holung, die soeben der Jacobsenschen .Sammlung in
Ny-Carlsberg einverleibt worden ist, und die die
Frage in ein neues und klareres Licht rückt. Es
fehlen der r. Unterarm und die 1. Hand; der r.
Unterschenkel von Knie bis Knöchel ist ergänzt.
Der Kopf (erg. Nase und Mund) ist gebrochen,
aber zugehörig. Er ist zur linken Körperseite
gewendet, w’ie an den anderen Repliken. Mit
dem auf dem Mercurc Richelieu sitzenden hat er
keinerlei Ähnlichkeit. Dagegen ist er dem des
Hermes von Atalanti nahe verwandt in der Haar-
bebandlung, der Umgrenzung der Stirn, der weiten
Öffnung der Augenhöhlen. Doch sind alle Flächen
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Athen,
19
des Gesichts, die bei jenem reich durchmodelliert
und bewegt sind, bei dem Jacobsenschen Kopf glatt
und einfach; das Untergesicht ist bei ihm schma-
ler und ohne alle individuellen Züge. Ich zögere
daher in Übereinstimmung mit den obigen Aus-
führungen nicht, in dem neuen Kopfe den voraus-
gesetzten Idealtypus zu sehen, den der Künstler
des Hermes von Atalanti seiner porträthaften
Umbildung zu Grunde legte. Auch die Be-
ziehungen zu den Anfängen Lysipps dürften bei
einem eingehenderen Studium, das nach der
Photographie allein nicht möglich ist, standhalten.
Zu bemerken ist ferner, dass die Ghlamys bei
den vier Wiederholungen übereinstimmend in
einem einfachen Bausche auf der Schulter auf-
liegt, während beim Hermes von Atalanti sich
die beiden Faltenzüge überschneiden, und die
ganze Gewandmasse höher aufgebauscht ist.
Auch hier wird also das oben Gesagte in der
Richtung bestätigt, dass die Statue von Atalanti
eine pathetischere Fortbildung des Originales ist.
Da ihr Künstler eine nicht unbeträchtliche Selb-
ständigkeit verrät, so werden wir gut thun, ihn
nicht zu weit hinabzudatieren; deshalb ist der
Sachverhalt wohl so zu formulieren, dass der
Künstler etwa im 3. Jahrh., noch unter dein
fortdauernden Einfluss der lysippischen Rich-
tung, in diesem Werke eine zeitgcmässe Um-
bildung des älteren Typus vernahm. Es stehen
also hier die vier Kopien römischer Zeit, die den
Typus des 4. Jahrh. im Wesentlichen getreu
wiedergehen , einer freien und umgeänderten
Wiederholung aus nicht zu später griechischer
Zeit gegenüber. (Bulle.)
637 und 638. Kopf einer Statue, an-
geblich des Dio nyso s, aus Eleusi s. Kavv.
255. Phot, der ganzen Statue in Athen käuflich.
Die Statue wird, offenbar wegen ihrer hohen
Stiefel, die trotz der Ergänzungen an dieser Stelle
gesichert sind, von Kawadias vermutungsweise
für Dionysos erklärt. Der Fundort, derselbe, wo
der sog. Eubuleus zu Tage gekommen ist
agx- 1886, p. 259, No. 1), legt den Gedanken an
eine andere Deutung nahe: auf den auf die My-
sterien bezüglichen Vasen Baumeister, Denk- j
mäler s. v. Eleusinia p. 474 und 475 und Müller-
Wieselerll, Taf. 10, 112, trägt eine als Daduc hos
gedeutete Figur, die ebenfalls, wenigstens auf |
zweien der Vasen, langgelockt ist und ein ähn-
liches kurzes Gewand trägt, die nämlichen Stiefel.
Man würde dann der Statue Fackeln als Attribut
in die Hände zu geben haben. Ein Beweis für
diese Deutung lässt sich freilich, soviel ich sehe,
nicht erbringen. — Die Statue ist ein deeorativ
gearbeitetes Original praxitelischer Zeit; der quer
über den Leib sich ziehende Gewandwulst ist mit
dem entsprechenden am vaticanischen Sardanapal
zu vergleichen. Unten im Gewand Liegefalten.
Dem Kopfe steht der Berliner weibliche Kopf
616, ein schönes Original etwa aus dem Beginn
der zweiten Hälfte des 4. Jahrh., im Ausdruck
nahe. (Arndt.)
639 und 640. Kopf der Statue eines
vorwärts schreitenden Jünglings. Kavv.
246, Phot, der ganzen Statue in Athen käuflich.
Neu; Nase, Kinn; wie es scheint, auch die Pu-
pillen. Der Kopf war gebrochen, ist aber zur
Statue gehörig. Auf dem Oberkopfe eine horizon-
tale, bis auf einige grobe Meisseihiebe glatte
Schnittfläche, und im Anschluss an diese, nicht
ganz vertical zu ihr, über dein r. Ohr eine
kleinere Schnittfläche mit Stiftloch (beide auf der
Phot, des Profils sichtbar). Offenbar waren der
Oberkopf und ein kleiner Teil des r. Schädels
aus einem Stücke angestückt, und dieses Marmor*
stück war durch einen in dem Stiftloch sitzenden
Dübel am unteren Kopfe festgehalten. Hinten I.
vom Scheitel ist ein viereckiges , ca. 5 cm tiefes,
2 cm breites Loch, das zu weit von der An-
stfickungsflächc entfernt ist, um mit ihr in Ver-
bindung stehen zu können. Über seinen Zweck
habe ich keine einleuchtende Vermutung. Eine
nochmalige Untersuchung des Originales von einer
der Marniorarbeit und der antiken Praxis kun-
digen Seite scheint mir wünschenswert. — Die Deu-
tung der Statue schwankt zwischen Hermes und
Perseus; vgl. darüher Kawadias a. a. O., wo die
Litterntur angeführt ist, ferner Milchhöfer, die
| Museen Athens p. 18, No. 4, und E-V 184. Der an
letzterer Stelle gegebene Hinweis auf die wahr-
scheinlich auf Münzen nachgebildete Statue des
Hermes Agoraios erledigt sich durch die Berner-
| kungen von Scherer bei Roscher s. v. Hermes Sp.
| 2897 f. und von Hitzig und Blümner, Pauaaniae
Graeciae descriptio I, p. 198, wonach die Statue von
archaischem Stile war, mit angebundenem Haar.
Auch die von mir a. a. O. gegebene stilistische
Beurteilung der Statue ist unrichtig. Der Stil
des Torsos (besonders gute Phot, von P. Schah,
Konstantinopel, als „Patrocle au templc de
Thösee“, No. 127, Folio) stimmt durchaus zu dem
des schlechter gearbeiteten Kopfes, welcher dem
auf Skopas zurückgeführten Meleager (vgl. z. B.
E-V 518/519) nahe steht. Die Körperformen, bei
strenger, vorlysippischer Anlage des Ganzen im
Einzelnen weich und rund, fuhren auf die Mitte
des 4. Jahrh. Die Chlamys, deren Behandlung
vor Allem mich früher zur Ansetzung der Statue
in das 5. Jahrh. verführt hatte, kann nicht etwa
Kopistenzuthat sein, da sie bei allen Wieder-
2*
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20
Athen.
holungen in gleicherweise sich timlct. Die Reste
altertümlicher Kunst weise im Gewand, die mir
auch heute noch vorhanden zu sein scheinen,
mögen sich daun ähnlich erklären, wie das
starke Xachlehen polykletischer Schultradition in
den Kör|»ern des praxitelischen und skopasischen
Kreises. S. auch unten unter No. 718.
(Arndt.)
641 und 642. Kopf der Statuette des
Satyrs von Lamia. Kavv. 239. Phot, der
ganzen Statue in Athen käuflich. Über die zeit-
liche Ansetzung der Statue g. E-V 247, über
einen verwandten Kopf ebenda No. 491. Der
Kopf, mit Spitzohren und einer Binde im Haar,
erinnert, wie schon mehrfach bemerkt worden
ist, an Typen praxitclischer Zeit, wie den sog.
Periboetos, den Eubuleus; auch der (doch wohl
zugehörige?) Kopf des Ganymed des Leocharcs
steht nicht fern. Die Arbeit, obwohl recht fein,
ist wegen der starken Bohrung des Haares doch
wohl nicht original. (Arndt.)
643. Kopf der Statue des das Diony-
sos kind tragen d en Si lens. Kavv. 257; da-
selbst Litteratur. Phot, der ganzen Statue in
Athen käuflich. Zur Deutung s. Friederichs-
Wolters 1503 und Le Bas-Reinach p. 60, p|. 27.
Die Statue, ein Original massiger Arbeit, wird
von Wolters richtig in „noch verhältnismässig
frühe Zeit“ gesetzt. Der ruhige, gleichmäßige
Stand der Figur und die Faltengebung des Hiimi-
tions weisen etwa auf das Ende des 5. Jahrh.
Aus diesem Grunde habe ich die vorliegende
grössere, leider nicht besonders gut gelungene
Aufnahme der beiden Köpfe hergestellt. Der
eine nimmt voraussichtlich in der Entwicklungs-
geschichte des Silenstypus seinen bestimmten
Platz ein, als eines der frühesten, wenn nicht
das früheste Beispiel der Steigerung desselben
in das Viehische, und ist auch für die Datierung
der verschiedenen Sokratestypen von Interesse,
und die Maske, die das Dionysoskind hält und
deren edle Züge einen seltsamen Contrast zu der
scheußlichen Silensfratze neben ihr (sowie zu
dem Kopfe des Dionysoskindes) bilden, ist, falls
meine Datierung der Statue das Richtige trifft,
als Original vom Ausgang des 5. Jahrh. für die
Typengeschichte der antiken Masken, die noch
nicht geschrieben ist, von wesentlicher Bedeutung.
(Arndt.)
644 — 646. Altertümlicher Jünglings-
kopf. Kavv. 67. Milchhöfer, Museen Athens
p. 80, No. 2586. Vom Dipylon. Die Nase war
bereits im Altertum angesetzt. Der Kopf, ein
Original geringer Arbeit, ist von Wolters (bei
Lcpsius, Marmorstudien p. 79, No. 131) richtig
den myronischen Typen angereiht worden. Er
ist nächstverwandt dein Hermes Ingenui der
Galleria delle Statue (Furtwüngler, Meisterwerke
( p. 861). Das eigentümlich Verdrossene, Mür-
rische hat er mit einem anderen Werke des
nämlichen Kunstkreises, dem sog. Julia (Capitol
Helbig 415; Stockholm Lagrelius III, 59) gemein.
Die Stirn ist ungewöhnlich stark bewegt.
(Arndt.)
647— 649. Weiblicher Kopf mit lluube.
Kavv. 186. Die I. Hälfte des Oberkopfes war auf-
gekittet. Flüchtige Kopie nach einem Original
aus dem Ende des 5. oder Anfang des 4. Jahrh.
Aufs Engste verwandt (aber wegen anderer Kopf-
wendung und abweichender Begrenzung der Stirn
nicht Replik) mit dem schönen Kopf vom Palatin
im Thermenmuaeum , in dem inan wohl ein
griechisches Original sehen darf (Helhig, Guide
to the coli, in Rome No. 1064. Abg. Mon. ant.
dei Lincei V, S. 71, 72}. Der Kopf in Wien hei
' von Sacken, Antike Sculpturen des Münz- und
Antikencabinets in Wien, Taf. 12 links, scheint
dagegen eine wirkliche Replik des pilaümschen
Kopfes zu sein, llelbigs und Petersens (Rüm.
Mitt. 1893, S. 96, 6) Datierung des Kopfes vom
Palatin in die Mitte des 4. Jahrh. scheint mir zu
jung, da, auch abgesehen von der im 5. Jahrh.
j so sehr beliebten Häuhchentracht, in der schweren
1 und scharfen Behandlung der Augenlider und in
den vollen runden Wangen sich eine Formen-
gebung zeigt, die den auf Alkamenes bezogenen
Köpfen noch nabe steht. (Bulle.)
650 und 651. Weiblicher Kopf. Kavv.
No. ? Abgüsse h. a. in München und Dresden.
Löcher für Ohrringe. Vom Scheitel abwärts zieht
sich eine senkrechte Schnittfläche mit tiefem
Dübelloch für den ehemals angestückten, jetzt
fehlenden Hinterkopf. Schönes 1. Ohr. Zwischen
den Lippen ist ein Marmorsteg sichtbar. Im
Umriss des Kopfes, in den herabgezogenen Mund-
I winkeln, auch in dem aus der Stirn gestrichenen
I Haar glaube ich die letzten Ausläufer der Kunst-
! weise des Kasseler Apollon erkennen zu dürfen.
Der Kopf, eine ganz feine, wohl originale Arbeit,
j mag in die Jahre 440 —420 gehören. (Arndt.)
652 und 653. Weiblicher Kopf. Kavv.
! No. ? Stark corrodiert. Zum Einsetzen in eine
| Statue gearbeitet. In den Kreis der E-V 422/23
besprochenen Werke gehörig. (Arndt.)
654 und 655. Zwei jugendliche männ-
liche Köpfe.
a. = Kavv. 194? Gips u. a. in München.
Geschwollene Ohren. Hübsches, flüchtig gearbei-
tetes Original aus dem Kreise des Skopas. Unter-
lebensgross.
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Athen.
21
b. = Kaw. 195. ’iäyij/u oqx- 1896, p. 65 ff.,
nly. 4 (Pliarmakowsky). Unterlebensgross. Die
Augen waren eingesetzt. Geschwollene Ohren.
Der Unterteil der Nase war besonders an-
gestückt. Aus dem Anfang des 4. Jahrh.
(Arndt.)
636 and 657. Jugendlicher männlicher
Kopf. Kaw. 189. Geschwollene Ohren. Harte
Kopie. Das hässliche Kinn, Nase und Blick
ausserordentlich individuell. Der Kopf steht in
der Mitte zwischen einem Typus wie E-V 455/56
und dem lysippisrhen Apoxyonienos, an den er
namentlich in der Bildung und Bewegung der
Stirn erinnert. (Arndt.)
658 — 860. Köpfe des Grabreliefs Kaw.
716 -= Friederichs -Wolters 1045 (l’hot. Athana-
sius Konstantinou 61, 35). Conze, Grabreliefs
Taf. LXIX, No. 293. Aus der Zeit des Partlienon-
frieses; zu 658 vgl. z. B. E-V 726, den Kopf der
„Demeter“. An den Figuren sind die Gewand-
falten hinten im Nacken auffällig; dieselben
kehren bei Kaw. 714 wieder. Das Belief ist
eines der schönsten des strengen Stils. Im Detail
manche Fehler und Nachlässigkeiten, wie im
Gewand der Frau, in den Händen, vor Allem in
der L des Mannes, aber man vergisst diese
Schwächen über der ernsten Stimmung des
Ganzen und den wahrhaft herrlichen Köpfen!
(Arndt.)
661—664. Köpfe des Grabreliefs Kaw.
715 — Friederichs- Wolters 1012 (Phot. Konstan-
tinou 61, 16). Lepsius, Marmorstudien p. 81,
No. 156. Reber-Bayersdorfer, Klassischer Sculp-
tnrensebatz No. 3. Aus Salamis. Zeit des Par-
thenonfrieses. (Arndt.)
665. Kopf vom Grabstein der Melite.
Kaw. 720. Phot. Konstantinen 61. 1; eine bessere
in der Collection Merlin in Athen käuflich. Conze,
Grabreliefs Taf. CL, no. 803. Aus dem Piräus. Das ,
Relief gehört nach Inschrift und Stil in das Ende
des 5. oder in den Beginn des 4. Jahrh. (So auch
Conze a. a. O.) In der Gewandung hat die Figur
Bezöge sowohl zur Eirene als zur sog. Genetrix,
zwei mehr als eine Generation auseinanderliegen-
den Werken; das Aufstützen des einen Armes,
durch welches noch keine eigentliche Entlastung
des Körpers herbeigeführt wird, hat sie mit
Werken des 5. Jahrh., wie den beiden Berliner
Statuen Katalog 586 und Arch. Anzeiger 1893,
p. 74, gemein. Die Bildung der oben spitz zu- .
laufenden Stirn kehrt ebenfalls bei der Eirene
wieder. (Arndt.)
666—671. Köpfe des Grabreliefs Kaw.
717. Phot, von Ath. Konstantinou; eine schöne
Aufnahme des Gipses bei Löwy in Wien käuf-
lich. Conze, Grabreliefs Taf. LXXX, No. 322.
Das Relief gehört, wie das vorige, in die Wende
vom 5. zum 4. Jahrh.; die dreieckige Bildung
der weiblichen Stirn ist für diese Zeit besonders
bezeichnend. (Arndt.1!
672. Kopf des Grabreliefs Kaw. 731.
Gute Phot, des Ganzen in der Collection Merlin.
Dieses Relief ist, wie auch Kavvadias richtig be-
merkt bat, durch die vollkommen individuelle
Bildung des Greisenkopfes besonders interessant.
Die nächste Parallele zu diesem aus der statua-
rischen Plastik bietet das Porträt des Antisthenes,
das voraussichtlich nach dessen Tode, also etwa
360, entstanden ist. ln dieser Zeit wird also
auch das Relief gefertigt worden sein. Vgl. meine
Bemerkungen zu Taf. 161—170 der „gricch. und
röm. Porträts“. (Arndt.)
673—676, Köpfe des Grabreliefs Kaw.
833. Aus Rhamnus. Dieses Relief gehört in
praxitelische Zeit Die Frau hat den aus den
Werken jener Periode bekannten Gewandwulst
über der Brust; ihr Kopf erinnert an die Dronze-
büstc der sog. Berenike in Neapel (Brunn-Bruck-
manu Taf. 385). Den Kopf des Mannes wird
man am ehesten mit dem des laterauensischeu
Sophokles vergleichen können. (Arndt.)
677 und 678. Kopf vom Grabrelief
Kaw. 834. Aus Eleusis. Kür die Datierung des
Reliefs ist das Motiv des übergeschlagenen Beines
bedeutsam, das in praxitelischer Zeit aufgekommen
ist (vgl. Friederichs- Wolters 1501; Ilelbig, Führer,
I, 19). Die Form des Helmes, den der Knabe
trägt kehrt u. a. auf dem sog. Alexandersarkophag
von Sidon wieder; ein entsprechendes Exemplar
in Bronze, in Konstantinopel erworben, befindet
sich im kgl. Antikencahmet in Kojrenhagen. Vgl.
ferner No. 695 — 697. Die Entstebungszeit des
Reliefs wird darnach die 2. Hälfte des 4. Jahrh.
sein. Der Kopf erinnert an den von Ilelbig
fälschlich auf Alkibiadcs bezogenen Typus (s.
Führer I, 92). Ein ganz ähnlicher, ebenfalls von
einem attischen Grabrelief herrtthrender Kopf
befindet sich in der Sammlung Barracco (pl.
53 bi* der Publication). (Arndt.)
679 und 680. Kopf vorn Grabrclief
Kaw. 736. Conze, Grabreliefs Taf. CXXXVI,
no. 700. Das Relief stammt ans der Gegend von
Eleusis. Kavvadias bemerkt richtig, dass es
beachtenswert ist durch die Darstellung der Ver-
storbenen im Typus von Göttern. Der sitzende
Bärtige erinnert stark an bekannte Asklepios-
figuren auf Votivrcliefs, der stehende Jüngling
an die Statue des Hermes von Andros. Diese
Analogieen sowie der Gesichtstypns des Sitzen-
den verweisen das Relief in die Mitte des 4. Jahrh.,
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22 Athen.
nicht, wie man aus dem Buchstabenchar&ktcr der
Inschrift hat schliessen wollcnfs.Kavvadias a.a.0.),
in den Beginn des 3. Jahrh. Dem Gebrauche
dieser Zeit würde ausserdem die sumptuöse Form
des Grabmals widersprechen, die nach dem Er-
lasse des Demetrios in Athen zunächst nicht
mehr begegnet (Arndt)
681 — 685. Köpfe vom Grabmal des
Prokleides. Kavv. 737. Conze, Grabreliefs Taf.
CXU, no. 718. Über den Stil der Köpfe vgl.
Winter, Jahrbuch d. arcli. Inst 1890, p. 167;
derselbe, über die griechische Porträtkunst, 1894,
p. 17; ihm zustimmend Kokille in den Göttinger
gelehrten Anzeigen 1890, p. 640; widersprechend
Furtwängler, Meisterwerke p. 320 f. und Statuen-
kopieen im Altertum p. 561, Anm. 4. Winter stellt
dem Kopfe des stehenden Mannes denjenigen des
Münchener Dioinedes als gleichzeitiges Werk zur
Seite; nach meiner Ansicht hat Furtwängler
Recht, der zwischen beiden Köpfen einen Ab-
stand von fast einem Jahrhundert erkennt Man
vergleiche die hier gebotenen Abbildungen mit
denen des Diomcdes im Atlas zu Furtwänglcrs
Meisterwerken Taf. XIII. Das Relief gehört in
die Mitte des 4. Jahrh.; die Gestalt der Archippe
erinnert an eine Figur des sog. Surenphage des
Pleureuses in Konstantinopel. Kavvadias versetzt
das Relief unrichtig in das 3. Jahrh. — Man
beachte auch die höchst individuelle Nase des
Greises. Seine etwas gezwungene Hultung er-
klärt sich offenbar nicht aus Ungeschick des
Künstlers, sondern aus der Absicht, die Hin-
fälligkeit und Unsicherheit des Alters wiederzu-
geben. Das Relief ist nicht sehr eingehend ge-
arbeitet, gehört aber zu den feinst empfundenen.
(Arndt.)
686—689. Köpfe von dem Grabrelief
Kavv. 870. Phot. Moraitis. Conze, Grabreliefs
Taf. LXXVIII, No. 320. Starke Liegefalten im
Gewand der Stehenden. Der Kopf der Sitzenden
erinnert im Profil sehr an den des sog. Apollon
Lykeios (vgl. z. B. Collection Barracco pl. 59 a).
Etwa aus dem Beginne der zweiten Hälfte des
4. Jahrh. (Arndt.)
690 — 694. Köpfe von dem Grabrelicf
Kavv. 832. Conze, Grabreliefs Taf. LXXXV, No.
337. Dieses herrliche Relief gehört ungefähr in
die Mitte des 4. Jahrh. Die beiden weiblichen
Köpfe stehen der Demeter von Knidos nicht fern,
das Gewand der stehenden Frau hat Analogieen
am Sarkophag mit den Klagefrauen in Kon-
stantinopel. Den Kopf des Bärtigen mag man
mit dem Porträt des Sophokles vergleichen.
(Arndt)
695 — 697. Kopf vom Grabmal des
A ri s ton aut es. Kavv. 738. Athen. Mitt 1893,
p. 6 (Wolters). Winter, über die griech. Porträt-
kunst p. 18 f. Amelung, Basis des Praxiteles aus
Mantinea p. 67. Kunstrichtung des Skopas; ihn
selbst als Künstler zu nennen, scheint mir kühn.
Über die Helmform s. die Bemerkung zu No. 677
und678. Der Metallgegenstand, der den Helm zierte,
war vermutlich ein Kranz. Muskeln, Bauchadern
und Nabel scheinen unter dem Panzer hervor.
Die Sammlung Jacobsen hat kürzlich das ausser-
ordentlich schöne Fragment (hoch 1,45) eines
attischen Grabsteines erworben, der dem des
Aristonautes nahe verwandt gewesen sein muss:
das Oberteil eines bärtigen, nach unten, wahr-
scheinlich auf den besiegten Feind blickenden
Kriegers, mit korinthischem Helm. (Arndt.)
698 — 701 Köpfe von dem Grabrelief
Kavv. 869. Yomllissos. Sybel, Weltgeschichte der
Kunst p. 250 f. Winter, über die griech. Porträt-
kunst p. 17 f. Furtwängler, Meisterwerke pp. 515,
522, 528. Auch dieses Relief, gewiss ebenfalls die
Arbeit eines Meisters hohen Ranges, steht in Be-
ziehungen zur Kunst des Skopas. Mit dem Kopfe
des Jünglings vergleiche man den Kopf eines
Faustkämpfers aus Olympia (Olympia III, Taf. 54,
3 und 4; Friederichs- Wolters 322; Baumeister s.
v. Olympia S. 1104 OO). Ebenso entspricht die
Korperbildung mit ihren Reminiscenzen an ältere
Werke derjenigen anderer Statuen aus dem Kreise
des Skopas. Das Fleisch an Leih und Beinen
ist von wunderbarer Saftigkeit und Kraft. Die
leichte, mühelose Art zu sitzen findet sich auch
hei einigen der Frauengestalten am „Sarcophage
des Pleureuses“. Über das Motiv der gekreuzten
Beine s. z. No. 677 und 678. Hinter dem Kopfe
des Jünglings im Grunde beiderseits je ein Stift-
loch für einen Metallkranz. Das ziemlich in-
dividuell gehaltene Gesicht des Vaters zeigt den
Ausdruck tiefer Trauer, der besonders durch die
hochgezogenen Augenbraueu hervorgerufen wird.
Das Fragment eines attischen Grabreliefs, ehe-
mals im Besitze des Herrn von Radowitz, jetzt
im kaiserl. Museum in Konstantinopel, publ. von
Conze, attische Grabreliefs CXLIX, 774, Bteht in
Stil und Feinheit der Ausführung dem be-
sprochenen Relief sehr nahe. (Arndt)
702 und 703. Kopf von dem Grabrelief
Kavv.966. Conze, Grabreliefs Taf. CLI, no. 804 und
Textabbildung. Das Relief, das 1. und r. Rand hat,
also keine weiteren Figuren enthielt, stellt eine
nach 1. hin stehende ältere Frau dar. Die Ge-
wandanordnung entspricht im Wesentlichen der-
jenigen der r. stehenden Frau auf dem Grabrelicf
Kavv. 832 (s. oben 690— 694 t Das Relief gehört
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Athen.
23
also auch etwa in die Mitte des 4. Jahrh. Von
besonderer Schönheit ist der nicht sehr fein ge*
arbeitete, aber ungemein ausdrucksvolle Kopf.
Der volle Hals charakterisiert die Matrone.
(Arndt.)
Magazine des National museums.
704. Gruppe des Theseus mit dem
Mi notauros. Kavv. No. ? Sybel 200. Milch*
höfer, Museen Athens p. 19, No. 18. Baumeister
s. v. Theseus p. 1791 1. Conze, Theseus und
Minotauros (88. Berliner Winckclmannsprogramin
1878), p. 11, Anm. 8e; daselbst Aufzählung wei-
terer Litteratur. Puhl, von Pervanoglu, Arch.
Zeit. 1866, Taf. 208, 4 und 5; p. 160 f. Arch. .Zeit.
1867, p. 31 f. (Michaelis). Aus Athen. Brunnen*
gruppe: das Wasser rann aus dem offenen Stier-
maul, in dem noch die Einarbeitung für die Röhre
kenntlich ist. Genaue Beschreibung des Erhal-
tenen bei Sybel a. a. O. Wie das ursprüngliche
Motiv der (»ruppe war, muss nochmals genauer
untersucht werden. Theseus scheint falsch zu
stehen; er muss dein Minotaur mehr zugewandt
werden. Ob dieser stand, wie auf den atheni-
schen Münzen Imhoof-Gardner, numismatic com-
mentary on Pausanias pl. DD VI, oder in die
Kniee gefallen war, wie ebenda III und in der
albanischen Gruppe 204 (Helbig II, 811; in Phot,
käuflich), würde sich voraussichtlich mit Hülfe
der von Sybel erwähnten Oberschenkelstücke und
Beinfragmente, die ich nicht zu Gesicht bekommen
habe, feststellen lassen. Wahrend die Wampe
und das Auge des Minotaur einen archaischen
Eindruck machen, zeigt der Körper des Theseus
ganz weiche Formen freier Kunst, der das Ori- i
ginal der Gruppe — das vorliegende Exemplar i
ist eine Kopie gewöhnlicher Arbeit — offenbar
auch angehört hat. Der nämliche Contrast be-
fremdet auch an dem vaticanischen Minotaur
(llelbig I, 180), den man nach den Formen des
Gesichtes für archaisch (und zwar für ein Original;
pentelischer Marmor; scheint im Motiv der Münze
Imhoof-Gardner VI zu entsprechen) halten würde,
wenn nicht die Behandlung des Haares zwischen
den Hörnern, die an diejenige der Dionysos-
hermen Amelung, Florentiner Antiken p. 15 ff.,
erinnert, auf spätere Zeit wiese. Die Art, wie
die 1. Brustwarze ain Minotaur angegeben ist,
scheint darauf hinzuweisen, dass die Gruppe eine
Kopie nach Bronze ist (Arndt)
705. Torso, Replik des Kasseler
Apolls. Kavv. No. ? Furtwängler, Meisterwerke
p. 371, Anm. 1, No. 3. Beiderseits zwei Schulter-
lorken. Stütze am r. Oberschenkel aussen und
an der 1. Hüfte. Der r. Kopfnicker ist etwas
mehr angespannt. Gute Kopistenarbeit. Nach
Furtwängler früher im kgl. Garten zu Athen und
wohl dort auch gefunden. Nicht weit davon, öst-
lich vom Olympieion, ist das bekannte schöne
Exemplar vom Kopfe der nämlichen Statue ge-
funden worden: Kavv. 47, Friederichs-Wolters
223; athen. Mitt. 1876, Taf. 8— 10. Es muss mit
den Originalen der Versuch gemacht werden, ob
beide nicht zusammengehören. (Arndt.)
706. Die Phot, ist leider wenig gelungen.
a. Wiederholung der Athene Medici.
Statuette. Angeblich aus Delos. Sybel 280. Der-
selbe in den athen. Mitt. 1880, p. 102 ff., Taf. V, 2.
Konrad Lange, Arch. Zeit. 1881, p. 197 ff. Furt-
wünglcr, Meisterwerke p.49, Anm. 4 und p. 50. Der-
selbe, Intermezzi p.21 und Anm. 2. Ich kann Furt-
wänglersVersuch, die Athene Medici für eine Giebel-
statue des Parthenon zu erklären, nicht billigen.
| Wenn die Athene Medici in Rom in einem
Tempelgiebel stand (was nach Furtwängler p. 24
durch die Dühelspuren an der Statue, für die am
Giebelboden des Parthenon keine entsprechenden
Löcher vorhanden sind, erwiesen wird), warum
: muss sie dann auch in Athen Giehelstatne ge-
wesen sein? Wiederholungen von Giebelstatuen
auf Votivreliefs sind ausserdem meines Wissen»
bisher nicht bekannt und ihr Vorkommen auch
wenig wahrscheinlich. Ferner: welche Figuren
waren (neben der Athene Medici) in diesem römi-
schen Giebel uufgestellt? Weitere Statuen aus
dem Parthenongiebel? Aber die Statuen in den
Eckeu haben bis zum Beginne dieses Jahrhun-
derts den Parthenon nicht verlassen, und auch
von den Figuren, die in nächster Nähe der Athene
standen, ist der Torso des Poseidon (Michaelis
11; Furtwängler p. 28 oben) noch in Athen. Also
ist (falls man sich nicht mit der Erklärung helfen
will, der Torso H sei spätere Kopie des geraubten
Originales) nur die Athene der Mitte nach Rom
entführt worden. Stand die Athene dann allein
in dem römischen Giebel? Schwerlich. Bleibt
also nur die Möglichkeit, dass in Rom Repliken
der übrigen Giebelstatuen zu der originalen
Athene hinzugearbeitet wurden. Wer sich aber
die Mühe macht, die kolossale Athene aus dem
Giebel herunter zu befördern, der wird doch auch
die weniger gewichtigen anderen Figuren gewiss
mit heruntergebracht haben. Drittens scheint es
mir, dass die Rückseite der Athene Medici weniger
sorgsam durchgearbeitet ist, als die der übrigen
Giebelfiguren. Vgl. jetzt auch Hauser in der Ber-
liner philol. Wochenschrift 1897, no. 2, p. 48 £.
b. Weiblicher Torso. Das um den Unter-
leib geschlungene Gewand fällt von der 1. Schulter
herab. Die r. Hand fasst nach der 1. Brust. Weiter
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24 Athen.
r. (v. B.) von den Fingern dieser Kami ein grosser
Puntello mir unklarer Bedeutung. Der 1. Arm
war, wie es scheint, in das Gewand gewickelt.
Rohe Arbeit nach einem Verbilde etwa praxite-
lischer /eit (Gewandwulst und Kalten darunter).
Vgl. den Typus Berlin 87 und seine Repliken.
Schlecht erhalten. (Arndt.)
707. k rau mit Kind zur Seit e. Statuette.
Sybel 589; daselbst Litteratur. Abg. bei Le Bas-
Reinarh, pl. 25, I, und Arcb. Zeit 1859, Taf. 128. 2.
Aus der Peloponnes. Die Frau hat Schulter-
locken. Die Deutung der Gruppe ist umstritten;
s. die angeführte Litteratur. Man konnte viel-
leicht an Demeter und Plutos, nach Analogie der
Kertscher Vase, Baumeister, Denkmäler s. v.
Eleusinia p. 475, Abb. 521, denken. Kopie ge-
wöhnlicher Arbeit nach einem Originale, das der
Eirene des Kephisodot ganz auffallend nahe steht
(Arndt.)
708. Statuette eines Apollon. An der
1. Schulter Einarbeitung für die Leier. Der Kopf
war besonders eingesetzt. Kackenschopf und
Schulterlocken. Ärmelchiton. Mantel. Hinten
roh. Aus der Zeit der Statuen E-V 384 und
Sala a croce grcca 582. (Amdt.)
709.
a. Kleines Figürchen des sitzenden
Pan. Kavv. 688. Aus Athen. Bocksheine. Trügt
ein Panther(?jfell , dessen Kopf neben seinem r.
Beine zum Vorschein kommt. Vgl. E-V 592a.
b. Apollon Statuette. Keine Spur der
Leier. Sehr roh. Dem unter No. 708 besproche-
nen Typus nächst verwandt.
c. Grabfigur eines Neunzigjährigen.
Milchhofer, Museen Athens p. 81 I. o. Sybel
575, dort weitere Litteratur. Stehender Greis, in
der gesenkten R. einen Zweig (Palme?) haltend.
Hinten ein Stamm, der sich Über Kopf und Schul-
tern zu einer Platte verbreitert mit der Inschrift:
Ih'tOi dioU diatti xai oat&tls Tjnvrott vn
auiüir
EU rvuftov xtiuai tvvia f/ajv StxdSff.
Über der Platte kommt ein Adler hervor, nach
MilchhOfer als Andeutung des göttlichen Schutzes,
dessen sich der Verstorbene erfreut hat. Sollte
nicht vielmehr eine Analogie zu den von dem
Adler emporgetragenen Figuren der apotheo-
sierten römischen Kaiser vorliegen (vgl. Bau-
meister, Denkmäler s. v. Apothoosis)? Ganz rohe
Arbeit später Zeit. (Arndt.)
710 und 711. Statuette der Hvgieia (V).
Aus Epidauros. Puhl, von Defrasse et Leeliat,
Epidaure p. 187. Unterlebensgross; die Statuette
war mit Kopf etwa 1 m hoch. Die jetzige Plinthe
ist modern. Sie ist zur Zeit ausserordentlich
1
ungünstig für den photographischen Apparat auf-
gestellt; es war mir deshalb nicht möglich, eine
directe Faceaufnahme herzustellen. Die Figur
tritt mit dem I. Fuss auf einen Baumstamm (?),
um den sich eine von hinten herkriechende
Schlange windet. Diese scheint sich zum 1. Knie
emporgeringelt zu haben, wo zwei Stützenansätze.
Einer derselben mag von der 1. lland der Frau
herrühren, die sich offenbar mit der Schlange
beschäftigte. Leeliat meint, sie habe mit der R.
eine Patera gehalten. Auch der Kopf, dessen
Richtung jetzt nicht mehr sicher bestimmbar ist,
war wohl zum 1. Knie hingewendet. Die Göttin
trägt einen dünnen Chiton, der auf der 1. Achsel
aufgeknöpft ist und die 1. Brust frei lässt, und
darüber das Himation, das über das 1. Bein her-
unter fällt und unter der r. Achsel eingeklemmt
wird. Die Schlange in Verbindung mit dein
Fundort Epidauros legt die Deutung auf Hygieia
. nahe, obwohl der Typus sich von allen bekannten
, Darstellungen dieser Gottheit entfernt. Die Arbeit
! der Statuette ist nicht sehr fein ; oh original oder
ob das Werk eine Kopie spätgriechischer, helleni-
! stiseker Zeit, wie die sog. Aphrodite von Epi-
dauros oder die Niobide Chiaramonti, ist, ge-
traue ich mir nicht zu entscheiden. Die effect-
I volle Art, die Falten tief einzuhöhlen, spricht für
i letztere Datierung. Die Rückseite ist hart ge-
| arbeitet. — Leeliat bringt die Statuette stilistisch
j mit den Nereiden vom epidaurischen Asklepios-
| tempel und den Reliefs der Nikebalustrade zu-
sammen. Ganz auffallend ist die Ähnlichkeit der
Motive mit denen der Leda Helhig, Führer 1,
454. Sie ist so stark, dass man für die Originale
| beider Statuen denselben Künstler vermuten mus».
Winter (ath. MitL 1894, p. 157 ff.) und Amelung
(die Basis des Praxiteles aus Mantinea p. 70f.) haben
gleichzeitig in Timotheos, dein Verfertiger der epi-
daurischen Giebelsculpturen, den Schöpfer des
Ledatypus erkennen wollen. Die Thatsache, dass
ein zweites Werk desselben Meisters (voraus-
| gesetzt, dass die „Hygieia" ein Original ist) in
Epidauros gefunden wäre, würde dieser Ver-
mutung zur Stütze dienen. Ich habe (E-V
401 402) der Zurückführung der Leda auf Timo-
1 theos widersprochen. — Der Kopf der „Hygieia“
hatte keinen Nackenschopf wie der der Leda.
(Arndt.)
712. Statue einer Meer gött in (?). Kavv.
706; dort Litteratur. Aus Thyrea. Bernoulli,
Aphrodite p. 366 ff., wo Aufzählung der Repliken.
Hinzuzufügen das Exemplar ehemals in Tersatto
(arcli.-epigr. Mitt. 1881, p. 4 des Separatabdruckes,
I No. 4), jetzt im kroatischen Nationalmuseuni zu
i Agram (nach frdl. Mitteilung R. von Schneiders).
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Athen.
25
Vgl. auch E-V 596 C. R. unten auf der Plinthe
der Rest eines Pfeilers (?). An der r. Hüfte ein
weggebrocheuer Ansatz. Sehr rohe Arbeit. —
Wie die zahlreichen Wiederholungen des Typus,
sogar in Terracotta, beweisen, liegt ihnen zweifel-
los ein berühmtes Original zu Grunde. Die Deu-
tung desselben ist noch umstritten; 8. Bernoulli
a. a. 0. Für die Replikenkritik ist es von Inter-
esse, dass bei einigen Wiederholungen der Ober-
körper mit einem Chiton bekleidet ist (s. Ber-
noulli No. 10 und 11). Der Berliner Katalog (zu
No. 276) versetzt die Erfindung des Originals in
die hellenistische Zeit, wie ich glaube, mit Un-
recht. Nicht mit der Aphrodite von Melos und
ihren Faltenmotiven, sondern mit der Aphrodite
von Arles ist die Statue zu vergleichen. Die
Art, wie der Oberkörper aus dem Gewände her-
auswächst, ist bei beiden ganz identisch; das
nach der 1. Hüfte heraufgezogene und dort fest-
gehaltene Hiraation, sowie die unter den mitt-
leren Gewandwulst untergesteckten Falten au der
r. Hüfte sind ebenfalls beiden Statuen gemein-
sam. Die Aphrodite von Arles ist von Furt-
wängler, Meisterwerke p. 547, richtig in die
Jugendperiode des Praxiteles versetzt worden;
eine Reihe von Zügen verbindet Bie noch mit
den Werken des 5. Jahrh. Ebenso erinnert die
vorliegende Statue in der Gesammtdisposition ihres
Gewandes noch an ältere Arbeiten, wie an den
Pariser Asklepios Giraudon 1212 — Fröhner,
notice 401, an den von Furtwftngler, Meister-
werke p. 366 ff. besprochenen Asklepiostypug (vgl.
E-V 306) oder an die Dresdener Zeus (Askle-
pios ?jstatue ebenda p. 84, Anni. 4. In Bewegungs-
und Gewandinotiv nahe verwandt ist eine poly-
chrome Statuette in Neapel (Iav, No. ?? Die mir
vorliegende Phot, trägt die Nummer 540), die
einen „praxiteliBchen1* Kopf trägt. Im Kreise des
Praxiteles ist, wie gesagt, auch unsere Statue
entstanden. Es wäre sehr zu wünschen, dass
bald eine Photographie der Hopeschen Replik in
Deepdene (Clarac 599, 1312) hergestellt würde,
• an der (nach Michaelis, anc. nuirhles p. 289,
No. 35) der Hals zwar zwiscliengesetzt, der Kopf
aber antik und zugehörig ist. (Arndt )
713. Wiederholung der unter No. 639 640
besprochenen J i» n gl i n g s s t a t u e. Mit einem
Porträtkopf aus der Zeit des Lucius Verus oder
Commodus. Auch diese Verwendung des Typus
für eine Porträtstat ue spricht für seine einst-
malige Berühmtheit. Das vorliegende Exemplar,
von sehr roher Arbeit, ergiebt nichts Neues für
die Ergänzung der Statue. (Arndt.)
714. Torso, Replik des sog. Sardaua-
pals. Sybel 292. Derselbe, Weltgeschichte der
Kunst p. 255. Lepsius No. 125. Reisch, griech.
Weihgeschenke p. 31. E-V 557: daselbst Auf-
zählung der anderen Wiederholungen. Aus dem
Dionysostheater in Athen. In der jetzigen Auf-
stellung etwas zu sehr nach r. geneigt. Gewöhn-
liche Arbeit. Kleine Kopistenvarianten gegenüber
der vaticanischen Statue: an dieser fällt das über
die Brust gezogene Himation links tiefer herab
als am athenischen Torso; ob auch der Chiton
unter der r. Achsel verschieden behandelt ist,
kann ich nach den Photographieen nicht ent-
scheiden. Die Erfindung dieser herrlichen Statue
geht meines Erachtens auf Praxiteles seihst
zurück. (Arndt.)
715. Torso, Replik des Hermes von
Andros. Frie de richs- Wolters 1219; dort Litte*
rutur. Aus Melos, dann im Besitz des Architekten
Schaubert. Clilamys auf 1. Schulter. Fingerreste
an r. Hüfte. Am r. Schenkel vom abgesplitterte
Stelle, vom Baumstamm. Gute Arbeit. (Arndt.)
716. Weibliche Statue. Le Bas-Reinach
pl. 26; daselbst Litteratur. Das bei Le Bas noch
abgebildete Stück des r. Armes fehlt jetzt. Au
der Identität beider Statuen ist trotzdem nicht
zu zweifeln. Kopfwendung nicht constatierbar.
Gewöhnliche Arbeit. Durch das enge Anliegeu
des Gewandes entstehen die langgezogcnen Pro-
portionen. l’raxitelisch auf der Stilstufe der Wiener
Kora, Jahrh. d. Kunstsammlungen d. allerh. Kaiser-
hauses 1894, Taf. X. Vgl. Amelung, Basis des
Praxiteles aus Mantinea p. 54, oben. (Arndt.)
717. Statue der llygieia. Wie ich erst
nachträglich bemerkt habe, ist diese Statue auch
von MoraUis unter No. 229 photographiert. Kavv.
701. Mit der folgenden Statue (E-V 718) zu-
sammen gefunden in Athen an der Stelle des
jetzigen Zappeions. Harte Kopie. Genaue Be-
schreibung der Einzelheiten bei Sybel 432, der
auch richtig bemerkt hat, dass die Statue eine
Wiederholung der Hvgieia Hope in Deepdene
(Michaelis, anc. murblcs p. 282, No. 7) ist. Vgl.
die andere Wiederholung im vaticanischen Garten
unten No. 782. Eine dritte in St. Petersburg: Clarac
555, 1 176 — i Duruy-llertzberg, Gesell. d. röm. Kaiser-
reichs I, p. 39. Nach Michaelis* Angabe ist der Kopf
des Hopeschen Exemplares zugehörig. Nach der
besten Abbildung desselben in den Spec. of anc.
sculpt. I, 26 (leider nur Profil) zeigt derselbe den
reinen Stil der Phidiasi sehen Periode, im Arran-
gement der Kopfbiuden an die sog. Sapphuköpfc
erinnernd Auch die Gewandmotive reichen nach
den Untersuchungen Amelungs (Basis des Praxiteles
von Mantinea p. 54) in die Jahre 440 bis 430 hinauf.
Interessant für Kopieenkritik ist der Vergleich mit
der obengenannten vaticanischen Replik. (Arndt.)
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26
Athen.
718. Statue des Asklepios. Kavv. 702.
Mit der vorigen Statue E-V 717 zusammen ge-
funden. Beschreibung des Details bei Sybel 430.
Linker Kopfnicker angespannt. Der Torso gehört
in eine grossere Gruppe von Asklepiosstatuen
hinein, von welchen ich zunächst die Neapoli-
taner Statue Inventar 6860 (Gerhard und Panofka
p. 29, No. 94; Phot. Alinari 11 072; Sommer 1518;
Baumeister, Denkmäler s. v. Asklepios p. 139,
Fig. 148; lloscher, inyth. Lexikon s. v. Asklepios
Sp. 634) und die Florentiner Statue D. 197 (Phot. I
Alinari 1221) nenne. Der Kopf der Neapolitaner [
Statue ist nach meinen Notizen alt und zuge-
hörig, während Gerhard und Panofka Zweifel an
seinem Altertums äussern. Der Kopf des Floren-
tiner Exemplare» ist bestimmt alt und zugehörig.
Habe ich bezüglich des Neapolitaner Kopfes
Recht, so sind die beiden .Statuen höchst inter-
essante Belege für die Freiheit, mit welcher die
antiken Künstler überkommenes Gut sich zu
eigen gemacht haben vgl. E-V’ 213—215; 222—225;
279; 280: 497; 547—549). Denn die Gewand-
behandlung stimmt an beiden Statuen im Wesent-
lichen ganz überein, am Florentiner Exemplar
noch init starken Kesten altertümlichen Stiles,
am Neapolitaner freier und reicher. Der Unter-
schied beider Statuen besteht eigentlich nur in
den Köpfen, die von einander abweichen. Auch
hier ist der Florentiner der strengere. Er gehört
spätestens in die Gegend des Parthenonfrieses,
der Neapolitaner in eine, wenn auch nicht um
allzu Vieles, jüngere Periode. Die Beziehung der
Neapolitaner Statue auf Phyromachos, den per-
gamenischen Künstler (s. Müller-Wieseler I, 48.
219; Brunn, Künstlergesch. I, 443; Loewy, Inschr.
griech. Bildhauer 118) steht natürlich ganz in
der Luft. Eine dritte „Wiederholung“ lernen wir '
in einer Statue des Berliner Museums (No. 69;
Phot, der pliotogr. Gesellschaft No. 17) kennen,
die in den Hauptmotiven der Gewandung wieder j
vollständig übereinstiramt, aber einen — nach
dem Kataloge zugehörigen — Kopf trägt, der
von denen des Florentiner und Neapolitaner
Exemplare» abweicht und etwa in den Beginn
des 4. Juhrli. gehört. Die Statue des Braccio
nuovo, Ilelbig 6, müsste für eine viert« Abwand-
lung des Typus genommen werden, wenn Furt-
wänglers Behauptung (Meisterwerke p. 520, Anm.1),
ihr Kopf sei von .jünger -skopasisohoni“ Typus,
richtig wäre. Doch glaube ich nach den ausser-
ordentlich individuellen Zügen des Kopfes an
seiner Deutung auf ein Porträt festhalten zu
müssen, freilich nicht auf ein augusteisches —
man erklärt die Statue als den Leibarzt des
Augustus, Antonius Musa — , sondern eines aus
antoninischer oder noch etwas späterer Zeit. Im
Gewand hat die vaticanische Statue Einzelzüge
sowohl vom Florentiner als vom Neapolitaner
Exemplar: vielleicht dass man, auch wenn der
Kopf Porträt, doch wirklich an eine vierte Varia-
tion des Typus denken muss. — Ob das Original
des athenischen Torsos, der, wie oben bemerkt,
mit einer „Wiederholung“ der Hygieia Hope zu-
sammen gefunden worden ist, mit dem Originale
dieser Statue einstmals zusammengehörte, als
Arbeiten desselben Künstlers, oder ob die Zu-
sammenstellung erst vom Kopisten vorgenommen
worden ist, lässt sich nicht entscheiden, solange
nicht über die Kopftypen beider Statuen völlige
Sicherheit und Klarheit gewonnen ist. Vgl. jetzt
auch; Amclung, Führer durch die Antiken in
Florenz No. 94. Ferner: Furtwängler, Sammlung
' Sab uro ff, Text zu Taf. 24. (Arndt.)
719. Statue des Asklepios. Kavv. 703;
I dort Litteratur. Aus Athen. Der I. Kopfnicker
ist mehr angespannt. Weiteres bei Sybel 429.
Zu der unter No. 718 besprochenen Gruppe ge-
hörig, aber im Detail auch wiederum keinem der
aufgeführten Exemplare genau entsprechend. Hohe
Arbeit. (Arndt.)
720. Statue des Asklepios. Kavv. 704.
Aus Athen. Die Statue war nicht ganz lebens-
gross. Der 1. Kopfnicker scheint mehr ange-
spannt. Weiteres bei Sybel 431. Ängstliche
Arbeit. Dieser Torso steht einer Statue im La-
teran (B-S 78; in Phot, verbreitet) am nächsten,
die ebenfalls nur 1,50 hoch ist. Es ist inter-
essant, diese Statue mit den unter No. 718 be-
sprochenen Typen zu vergleichen. Sie hat das-
selbe Schema der Gewandauordnung wie jene,
nur noch etwas lebendiger und unruhiger im
Detail ausgestaltet, wie die Neapler Statue. Der
(ungebrochene) Kopf hingegen ist von denjenigen
der früheren Abwandlungen ganz verschieden; er
ist frühestens aus praxitelischer Zeit und er-
innert mich an den Poseidonkopf des Museums
in Syrakus (Phot. Sommer 2672; Overbeck, Kunst-
mythologie II, p. 263, No. 5; Atlas Taf. XI, No. 14).
(Arndt.)
721. Statue des Asklepios (?). Kavv.
No. ? L. unten der Rest eines Omphalos (?).
Der 1. Kopfnicker ist mehr angespannt. Das
Ilimation liegt auch auf der r. Schulter auf. Der
1. Unterarm ging wohl vor. Die Haltung des r.
| Unterarmes scheint nicht mehr constatierbar.
Sehr langgezogene Proportionen. Das Original
noch aus dem 5. Jahrh. Stark zerstört. Geringe
Arbeit. (Arndt.)
722. Torso ei nes Apoxyom enos. Kavv.
No. ? Sybel 4787. Ath. Mitt 1877, p. 57, Taf. 4
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Athen.
27
(Ulrich Köhler). Der 1. Kopfnicker ist gespannt. 1
R. Standbein (am vaticanischen Apoxyomenos das
linke). Mit der römischen Statue hat der Torso
nur das Motiv gemein. f Arndt.)
723. Statue des Dionysos (?). Erwäh-
nungen in der Litteratur sind mir nicht bekannt.
Ab: Kopf und Unterarm, Vorderteil des r. Kusses.
In langem, bis zur Erde reichendem Chiton und
ilimation. Sandalen. Der I. Arm ist in die Hüfte
gestemmt. Stützenrest am r. Oberschenkel aussen.
Schulterlocken. Hinten ein Nackenschopf. L.
unten eine .Schriftrolle. Die Rückseite ist nur
angelegt. Kopie gewöhnlicher Arbeit. Über das
Geschlecht des Dargestellten kann, wie mir vor
dem Originale schien, kein Zweifel obwalten. Die
Deutung auf Dionysos ist nicht sicher. Das
Original der Statue wird nicht später als im
4. Jahrh. entstanden «ein. (Arndt)
724. Weibliche Statue. Kavv. No. ?
Sybel 436, wo ältere Litteratur. Aus dem Piräus.
Wie ich nachträglich bemerkt habe, auch von
Moraltis unter No. 22 photographiert. Zu Sybels
genauer Beschreibung bemerke ich noch, dass
auf dem 1. Oberschenkel aussen zwei ca. 3 cm
tiefe, 1 cm im Durchmesser haltende Löcher für
Metallstifte sich befinden. Unter dem zweiten Loche
ist ein abgespellter Puntello; an der hinteren
1. Ecke der Basis neben einander zwei Löcher
für Metallstifte. Es ist mir nicht klar, was hier
befestigt gewesen sein könnte. Der I. Kopfnicker
ist angespannt. Der r. Arm ging nach aussen.
Die Inschrift auf der Basis (C. J. Att. III, 136)
lautet: 'Eni "EmxQtiiovt aQ/oyroe A/iy/orij ’Yp/*-
tffiov £tfijT(i)fov &vyajJiQ A/qrpl fvttrrn (fy)
lai(t(ry ’/ff/pod/rij arfft^xir. Über die Vermischung
der Aphrodite mit der Göttermuttcr (die im Piräus
einen Tempel hatte) siehe Preller- Robert, griech.
Myth. I, p. 652, Amu. 2; p. 349. Anm. Pauly- |
Wissowa s. v. Aphrodite Sp. 2736, 10 f. Es ist
vermutlich ihr eigenes Porträt, das Megiste der
Göttermuttcr geweiht hat. Der Archon Epikrates
gehört wahrscheinlich in das 1. Jahrh. n. Chr.
(Pauly -Wissowa s. v. Archontes Sp. 595); es ist
das wichtig für die Datierung der Kopie. Das
Original der Statue ist in der hellenistischen Zeit
entstanden; das Durchscheinen der Chitonfalten
unter dem Himation und der nach unten sich
verbreiternde Stand der Figur sind Kennzeichen
dieser Epoche. Eine sehr ähnliche Statue der l
nämlichen Zeit befindet sich gleichfalls im athe-
nischen Nationalmusenm, aus Melos, mit dem
grossen Poseidonstandbild zusammen gefunden
(Kavv. 236; Sybel 426; Phot. Moraitis 111).
(Arndt.)
A k ropol ism useu dl
725—727, Köpfe der drei Gottheiten
von der Platte des Ostfries es des Parthenon
Michaelis Taf. 14, VI, 38—40 (Bninn-Bruckmann
Taf. 194).
725: Poseidon. Michaelis p. 258. Flasch,
zum Parthenonfries p. 19. Friedericlis -Wolters
p. 276. Von Werken der Rundplastik sind diesem
Kopfe stilistisch am nächsten verwandt ein Kopf
des Palazzo Barberini in Rom (E-V 108 — 110;
Furtwängler, Meisterwerke p. 85) und der Kopf
der Dresdener Zeus- oder Asklepiosstatue (Litte-
ratur ebendort).
726: Peitho nach Michaelis und Wolters,
Demeter nach Flasch p. 31 ff. Der Kopf steht,
wie auch Flasch (p. 41, Anm. 1) bemerkt hat,
demjenigen der sog. Sappho Alhani (Helbig II,
835; Phot, des Kopfes in Serie IV des E-V)
sehr nahe.
727: Apollon nach Michaelis und Wolters,
Dionysos nach Flasch (p. 29 ff.). (Arndt)
728. Kopf des Bärtigen No. 41 von der
Platte des Nordfrieses des Parthenon
Michaelis Taf. 12, X. Wie in der Gewandung
dieser Platte sich noch stark altertümliche Züge
finden, so auch hier in der Haartracht. Der
Mann trägt offenbar den Nackenzopf wie der
Omphalosapoll (vergl. No. 626). (Arndt.)
729. Kopf des jugendlichen Reiters
No. 97 von der Platte des Nordfrieses des
Parthenon Michaelis, Taf. 13, XXXI.
(Arndt.)
730. Kopf des Jünglings No. 3 von der
Platte des Nordfrieses des Parthenon
Michaelis, Taf. 12, II. (Arndt)
731 und 732. Fragmente zweier Cha-
ritenreüefs. Roscher, myth. l^exikon s. v.
Chariten Sp. 880 f. (Furtwängler). Furtwängler,
Meisterwerke, p. 37, Anm. 3. Friederichs-Wolters
118; dort ältere Litteratur. Rlümner und Hitzig,
Pausaniae Graeciac descriptio I, 251 f.
Der Vergleich mit dem ganz erhaltenen
Exemplar des Museo Chiaramonti 360 ist in-
strurtiv für Kopieenkritik; vgl. Furtwängler, athen.
Mitt 1878, p. 181 ff. Derselbe: Statuenkopieen
im Altertum p. 532 f. Uber die noch unentschie-
dene Frage uach dem Künstler des Reliefs siehe
obige Litteratur. Es sei hier nur darauf hinge-
wiesen, dass die Kopftypen der drei Figuren von
den gewöhnlichen attischen abweichen. Vgl. La
Glyptotheque Ny-Carlsberg, Text zu den Tafeln
31 und 32. Auch die Tracht des dorischen Peplos
ist — nach Furtwängler, Meisterwerke, p. 37 —
um diese Zeit in Athen selten. (Amelung bemerkt
hierzu Folgendes: „Das Charitenrelief kann un-
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28
Thera. Melos.
möglich von dem Philosophen Sokrates herrühren,
der erst ca. 470 geboren wurde. In diese Zeit
aber ungefähr setzt Furtwängler (Meisterwerke
j». 88, Anin. 3 und p. 48) mit Recht die Ent-
stehung des Reliefs. Au» eben dieser Zeit wissen
wir von einem Bildhauer Sokrates aus Theben
(Brunn, Kttnstlergesch. I, 112; Overbeck S-Q
478), der in seiner Vaterstadt gemeinsam mit
seinem Landsmann Aristomedes ein Bild der
Kybele arbeitete, ein Weihgosehenk des Pindar.
Von ihm könnte sehr wohl jenes Relief kerrühren,
und wir würden in demselben also ein Beispiel
böotischer Kunstübung aus dem zweiten Viertel ,
des 5. Jahrh. besitzen. Die bäurische Derbheit I
und der Muugcl an attischer Grazie in dem I
Relief würden wohl zu dieser Annahme passen.
In Athen aber kann »ich sehr bald die Legende
gebildet haben , welche den berühmten Philo-
sophen an Stelle des wenig bekannten Künstler»
setzte.“) In der ägyptischen Abteilung des athe-
nischen Nutionalmuseuni» (mittleres der drei letzten
nach dem Hof zu gelegenen Zimmer, in der Ecke
rechts ganz hoch oben) habe ich tnir eine „im
Stil vollständig entsprechende“ Statuette an-
gemerkt. (Arndt)
733 und 734. Kopf der ahhozzierten Wie-
derholung des Sandalenbinder». Athen.
Mitt. 1886 , 362 ff. (Studniczka). Roscher, myth.
Lexikon ». v. Herme», Sp. 2418. Die Aufnahme
beweist, das» die Köpfe des Münchener ($. E-V
No. 851/852) und des Pariser (Brunn -Bruckmann
Taf. 67) Exemplare» nicht zugehörig hi ml, vräh- i
rend an der Lansdowneschen Wiederholung, wie 1
auch Michaelis, andern marldes, p. 464, No. 85 f.,
angiebt , der Kopf trotz des zwischengesetzten j
Halsstückes alt und echt ist. Al» weitere
Wiederholung fuhrt Michaelis richtig den Fagan-
sclien Kopf im Brit Museum an (Spec. of am*. |
sculpture II, 18; Gips u. a. in München). Die '
weitaus beste Replik aber liat .Studniczka in dem
herrlichen Jünglingskopfe der Sammlung Jacob-
sen No. 1081a (ehemals in Villa Ilorgliese; Helbig,
Untersuchungen über die campaniscbe Wand-
malerei p. 40 I.; Furtwängler, athen. Mitt. 1878,
p. 159, Anm. 1) erkannt. Der Kopftypu» beweist,
dass man die Statue richtig dem Kreise de»
Ly»ipp zugesclirieben hat; ob man aber Lysipp
selbst als Künstler nennen darf, ist mir fraglich.
In den Zügeu de» Jacobsenschen Exemplare»
liegt ein so starkes Pathos, wie wir es, wenigstens !
nach dem Apoxyomenos zu urteilen, Lysipp selbst
nicht Zutrauen dürfen. Vgl. Arndt, gr. und röm.
Porträts, Text zu No. 84 1 '342 und Michaelis* Be-
merkungen a. a. O. p. 466 über den Stilcharakter
de» Torsos. Michaeli» bringt, nach dem Vorgang *
Anderer, den borghesischen Fechter Im Louvre
mit Recht in nahe Beziehung zum Sandalenbinder:
ich glaube, das» das Original jener Statue eben-
falls dem Kreise des Lysipp zuzuweisen ist, und
dass Agasias nur ein im Detail übertreibender
Kopist war, wie Glykon von Athen. Vgl. jetzt
auch : Furtwängler, Statueukopieen im Altertum I,
p. 543; p. 548, Anm. 9; p. 575 f. (Arndt.)
Thera.
735. Weibliche Statuette. Gefunden in
der Nähe von Megalo ChoriO, einem Dorfe in
der Südhälfte von Thera, wo sie Ross, Reisen
auf den griech. Inseln 1, p. 181, im September
1837 sah; im September 1848 befand sich die
Statuette in der Sammlung des Demarchen N.
Delendas (Ross a. a. 0. III, p. 21). Aus dieser
ging sie durch Erbschaft in den Besitz de» De-
putierten und Arztes Dr. jVomxuf im Hauptort
der Insel Thera über, wo sie sich noch heute
befindet. Weisser Marmor. Hoch 0,345 in. Der
r. Ellenbogen hält das auf dem Kopfe der jugend-
lichen Hernie aufliegende Gewand fest Die 1.
liaml war nicht in die Hüfte gestemmt Der r.
Unterarm uiit Hand war besonders angeht ückt.
Übertrieben lange Beine. Die Rückseite ist wenig
ausgearbeitet. Etwa aus dem 3. Jahrh.
(Schiff und Arndt.)
Melos.
736. Unterteil einer überlebens-
grossen weiblichen Gewandfigur. Liegt
im Orte PInka auf der Strasse vor dem
Hause des /Taraytanijf Weisser
Marmor. Hoch 1.24 m. Die Statue war aus zwei
Stücken gearbeitet, von denen nur dieses untere
erhalten ist. Oben bat dasselbe glatte Ansatz-
ffäche mit tiefem viereckigen Zapfenloch. Das
lliination ist au einer Seite des Tuche» lang ge-
franst, wie an der weiblichen Statue des Capitol»
Salone 15. Die Fransen sind vorn (2) und link»
(2 + 3) sichtbar. Starke Liegefalten im Himation.
Lebendige Arbeit hellenistischer Zeit; im Typus
der »og. Pmiicitia (Helbig, Führer 1, 8; Amelung,
Basis des Praxiteles in Mantinea p. 82, Amu. 3)
verwandt. (Schiff und Arndt.)
737. Votiv re lief, im Hofe der Dimarchie
in PInka aufgestellt. Hoch 1,22 in, breit 0,72 in,
tief 0,095 m. Starke» Hochrelief. Der r. Arm
des Gottes war anscheinend horizontal aus-
gestreckt. Der r. Arm des adorierenden Knaben
stützt sein Haupt. Das Tier scheint ein Lamm
zu sein. Erwähnt von Ross, Reisen auf den
griech. Inseln 111, 5, als im Hofe der llauptkirchc
der 7/a ray/a f/f ti )v JJlttxn im Dorfe '1\> vn ij r rj
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29
Smyrna, Konstantinopel.
(Nachbarort von ninxa) befindlich. Von Ross
irrtümlich für ein Grabrelief gehalten.
Das Relief ist dadurch von Interesse, dass !
die Figur des Gottes mit der bekannten Statue i
des Poseidon von Melos int athenischen National* I
museuin (Kavvadias 235) im Wesentlichen über- I
einstimmt. Da das Relief auch aus Melos stammt,
ist es büchst wahrscheinlich, dass es in An* i
lelinung an diese Statue geschaffen worden ist. |
Der Typus lässt sich, immer mit leichten Varia- ,
tionen, noch auf zwei anderen Monumenten nach- |
weisen: der in Herculaneum gefundenen Bronze- |
statue des Augustus in Neapel (Inv. 5595; Phot.
Sommer 7513; Overbeck, Gesch. d. griech. Plastik 8 ,
II, Fig. 154e; Bernoulli, röm. Ikonographie II,
1, p. 34, No. 39), die den Kaiser (falls die Restau-
ration das Richtige trifft) als Zeus darstellen soll, .
sowie auf dem bekannten Relief mit der sog. |
Apotheose des Augustus in San Vitale zu Ra-
venna (Friederichs- Wolters 1923; Bernoulli, röm.
Ikonographie II, Taf. 6; Phot. Alinari 10251X wo
Augustus ebenfalls offenbar als Zeus gemeint, ißt.
Diese aus verschiedenen Orten stammenden Wie-
derholungen (die melisrhe Statue ist wegen ihrer ;
harten Arbeit gewiss nicht das Original, sondern i
eine Wiederholung griechischer Zeit) lassen auf
ein berühmtes Original scliliessen, das der zweiten
attischen Schule oder frühhellenistischen Zeit nn-
gehrtrt haben muss. Vgl. Furtwängler, Meister-
werke, p. 615. Ob dasselbe Zeus oder Poseidon
dargestellt hat, ist nicht zu entscheiden, da die
Wiederholungen in den Attributen schwanken.
In der Beinstellung und Kopfhaltung wie in der
ganzen, etwas theatralischen Pose scheint mir I
eine grosse Verwandtschaft zum Apoll von Bel- I
vedere zu bestehen. Falls Winters Zurückführung
dieser Statue auf Leochares zu Recht besteht i
(E-V 401402 habe ich allerdings Widerspruch 1
geäusscrt), so könnte man hei dem in Rede
stehenden Typus an eine der Zeusstatuen des |
Leochares (S — Q 1303 — 1305) denken. Der Kopf j
der athenischen Statue erinnert sehr an den :
Zeuskopf aus Pompei in Neapel (Inv. 6266; Phot.
Alinari 11081; Overbeck, Kunstmythologie des
Zeus, p. 82, No. 13, Atlas Taf. II, No. 3), hei
welchem Winter, wie ich aus einer mündlichen
Äusserung weiss, früher ebenfalls an Leochares j
gedacht hat. — Ob auf dem indischen Relief f
Zeus oder Poseidon gemeint ist, lässt sich nicht
mehr feststellen. (Schiff und Arndt.)
Smyrna, Museum der griechischen
evangelischen Schule.
738. Inv. No. 40. G ra h stein ei nes sieg- j
reichen Hahneg. Neben dem Hahn der 1
Palmzweig mit Tänie. Feines griechisches Origi-
nal guter Zeit Nach einer Notiz, die ich mir
früher gemacht habe, publiciert in dem zur Zeit
mir nicht zugänglichen Buche „Phokaika“ (n/r.
III, a) von Pappadopulos Kerameus. (Arndt.)
Konstantinopel, Sammlung S. E. des
kaiserl. russischen Botschafters Herrn von
Nelidow in Pera.
739. Torso eines Eros. Aus Sammlung
Dorigny in Konstantinopel. Hoch 0,47, also unter-
lebensgross. Feiner pentelischer Marmor. Von
beiden Flügeln sind die Ansätze erhalten. Der
Köcher wird an einem fein eingeritzten, ursprüng-
lich bemalten Bande getragen. Das Haar endigt
in einein kurzen Nackenscliopf; von den Locken
sind beiderseits auf den Schulten» Ansätze er-
halten. Die Richtung des Kopfes lässt sich nicht
mehr feststeilen. Am 1. Oberschenkel 1. hinten
in Kniehöhe setzte ehemals der Stamm an. Der
Marmor war auf der Vorderseite bereits im Alter-
tum, wie der darüherliegende Sinter bezeugt, ge-
glättet. Der Kücken ist nur angelegt, Raspel-
Striche stehen gebliehen. Die Federn der Flügel
sind plastisch angegeben. Im Motiv scheint der
Torso dem Typus des Eros von Centocelle nahe
zu stehen; der Gott ist aber, wie die kleinen
Proportionen der Statue und die mageren Formen
beweisen, als Knabe dargestellt. Die Arbeit er-
schien mir 1889, als ich das Stück zuni letzten
Male sah, die eines Originales von grosser Fein-
heit und Eleganz, und die Photographie bestätigt
diesen Eindruck. Es wäre zu wünschen, dass
der schöne Torso durch Abgüsse zugänglicher
würde. Zeitlich scheint er noch dem 4. Jahrh.
anzugehören. __
Die Sammlung Nelidow*) enthielt ausser
diesem hervorragenden Stücke irn Jahre 1889 von
M a r m o r we r k e n u. a. den in Roschers inytholog.
Lexikon, Sp. 1564, Fig. 11 s. v. Kronos veröffent-
lichten kleinen Kronoskopf (hoch 0,07; in
Konstantinopel erworben), eine aus Rhodos stam-
mende Statuette eines liegenden Jüng-
lings, die von Treu im 2. Texthaude zu den
statuarischen Funden von Olympia publiciert
werden wird, einen ebenfalls in Rhodos gefun-
denen Asklepiostorso (Phot., hoch 0,27, pari-
scher Marmor) von einem im Wesentlichen der
*} Oer in der Bibliographie dos Arckiol. Anaeiger» 1895,
p. 243 angeführt* Aufsatz Ton DomwiUki über Terrakotten ond
MannoraUtoett«»n am der Sammlnng von Nelidow (Annalen der
k. OdeMaer Üesellscbafl fttr Üeechlebt* and Alterttmer ISBft,
p. S02 ff.) i*t mir hier nicht ta^lng heb gewesen.
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30
Konstantinopel.
athenischen Statue aus Epidauros Kavr. 263
entsprechenden Typus; ferner eine fragmentierte
Wiederholung des Herme» von Andros
(Phot., hoch 0,65, parischer Marmor, aus Samm-
lung Dorignj).
Unter den kleinen Bronzen schien mir
die 0,13 hohe, in Konstantinopel erworbene Sta-
tuette eines stellenden Nackten (I’hot.)
mit erhobenem 1. Arm und in die Hüfte ge-
stemmter K. bemerkenswert. B. Standbein. Iler
lockige Kopf mit l'nrträtzügeu ist nach 1. gewandt.
Beide Beine von den Knieen abwärts neu. Die
Bronzestatuc des Thermenmuseums Hclhig 958
sowie die von Winter im Anzeiger tles Jahrbuchs
1895, p. 168, publicierte Pariser Statuette bieten
die nächsten Vergleichungspunkte. Die Ober-
fläche leider geputzt, das Uunze sicher antik.
Von den Terraeotteu verdienen einige
weniger ihrer Schönheit halber als wegen ihrer
Fundorte Kyzikos, Ephesos, Sidon, Thessalien
Beachtung.
Von den Vasen ist eine s. 1. Pelike (hoch
0,26; Sammlung Dorigny) hervorzuheben mit der
Darstellung einer Widderausweidung (vgl. Benn-
dorf, Gjölbaschi-Trysa, p. 167).
fehlen; das 1. scheint etwas mehr vorgesetzt ge-
wesen zu sein. Gute und sorgfältige Arbeit;
Bohrlöcher in den Haaren. Schlecht erhalten
und schwer zugänglich aufgestellt. (Arndt.)
Soiumerpalast der französischen Botschaft
in Therupia aut Bosporus.
740. Fragment eines grossen Grab-
reliefs des 4. Jahrh. Skizziert hei Conze,
attische Grabreliefs, Tat. CXIII, No. 505; dort
genauere Angaben. (Arndt.)
741. Grabstein eines Gladiators. Hoch
0,925. Bläulicher Marmor. Wohl von der ur-
sprünglichen Aufstellung des Steines rühren
folgende Bearbeitungen her: an der 1. Schmal-
seite ist eine Hinue eingelieft, die auf der Ober-
seite in einer viereckigen Vertiefung (0,10 in tief)
endet; r. neben dieser auf der Oberseite ein
Dbbelloch; an der r. Schmalseite springt oben
ein Stuck Band vor, das oben ein IlUbelloch hat
Im vertieften Felde de face ein Gladiator, in
kurzem Chiton, zu den Füssen den Helm, in der
I,. den Schild, in der erhobenen 11. eine Waffe.
Sehr rohe Arbeit. Die Bemalung der Augen ist
modernen Ursprung». Die Inschrift
Im Sommerpalaste der russischen
Botschaft in Bujukdere beflndet sich ausser
einigen Grabsteinen im Gebüsch versteckt auf-
gestellt die ca. 1,15 hohe Statue einer pan-
theistischen Gottheit (l’hot.), die, wie es
scheint, ursprünglich als Gebälkträger o. ä. ver-
wendet war, da sie hinten senkrecht abgeschnitten
und gerauht ist und über der Mütze einen run-
den profilierten Aufsatz trägt. Es ist ein Misch-
wesen aus Attis, Eros und Hermaphrodit dar-
gestellt. Ein Jüngling mit gelocktem, lebe nach
1. geneigtem Haupt, das von einer phrygischen
Mütze bedeckt wird, deren Laschen mit je einer
Locke zusammen auf die Schultern fallen. Lange
gesenkte Flügel, von denen der I. erhalten ist
Ein dünnes, auf der Brust mit einer Medusen-
maske zusammengeheftetes Gewand geht, den
Bauch bis zur Schamgegend nackt lassend, von
der Brust an beiden Seiten entlang bis zu den
Beineu, wo es in Hosen sich fortsetzt, die vorn
mit einem grossen Knopfe geheftet sind — die für
Attis typische Tracht. Ausserdem bedeckte das
Gewand die, wie es scheint, auf dem Bücken ge-
kreuzt gewesenen Arme bis zu den Ellenbogen;
diese Partieen sind sehr zerstört. Die herm-
aphrodisische Natur ist angedeutet durch die Ver-
einigung eines ziemlich kleinen männlichen mit
einem weiblichen Genitale und durch weibliche
Schwellung von Brüsten und Bauch. Die Beine
weiss ich nicht zu lesen; sic ist nach meinen
Notizen vom Jahre 1889 vollständig, da r. kein
Bruch. Vgl. Arclt. Zeit. 1882, p. 147 ff. (P. J. Meier).
Athen. Mitt. 1890, p. 162 ff. (derselbe). (Arndt.)
Sammlung S. E. des Grosslogotheteu
des griechischen Patriarchats im Phauar,
Aristarehi Bel, in Jeniköi am Bosporus.
742. Bärtiger Porträtkopf römischer
Zeit aus üortyn auf Kreta. Hoch ca. 0,30. Nach
der Atigeubeliandlung nicht vor dein Ende des
2. Jahrh. Gutes Beispiel der provinziellen griechi-
schen Porträtkunst jener Zeit.
Die Sammlung, aus der auch der Dresdener
altertümliche Jünglingskopf von Perintli (Herr-
mann, ath. Mitt. 1891, Taf. 4 und 5) stammt, ent-
hält noch einige Marmorwerke, die genauere
Untersuchung verdienten, und mehrere In-
schriften. Als Fundorte der Gegenstände wer-
den Periuth (lleraklcia, am MarmarameerX Kon-
stantinopel und Gortyn auf Kreta genannt.
(Arndt.)
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Palermo. Syrakus.
31
Sammlung des Herrn Dr. Albert L. Long,
Professors am Robert College in Rumeli-
Hissar am Bosporus.
743 und 744. H e raklesköpfchcn. Hoch
0,11. Feiner, leicht krystallinischer Marmor. Aus :
Isnik (Nicaea). Geglättet. Von einer Statuette, j
Stirnbinde, die am Hinterkopf geknotet ist.
Ausserdem liegt ein Tuch auf dem Haupt, ähn-
lich wie bei der Münchener „Methe“ (No. 134. i
Brunn-Bruckmann Taf. 125), dem Kopfe des Pal.
Pitti E-V 232-233 und dem unter No. 872 be-
sprochenen Hennaphroditentypus. Sorgfältige
Arbeit.
Die Sammlung, aus der auch der schöne
Dresdener Artemis(?)kopf Brunn- Bruckmann Taf.
390 Arch. Ana. 1894, p. 5, No. 10 stammt, ent-
hält ausser einigen nicht uninteressanten Werken
der Kleinkunst ein Votivrelief an Apollon
Krateanos, von welchem, zusammen mit an-
deren, teils im Robert College in Rumeli-Hissar,
teils (1889) beim armenischen Antikenhändler
Alischan in Konstantinopel -Galata befindlichen
entsprechenden Exemplaren, ich in einer der
kommenden Serien genauere Nachricht geben
werde. (Arndt.)
Palermo, Museo nationale.
745—750. Drei zu Jen sei inu nt i sehen
Metopen gehörige weibliche Köpfe. 745
und 746 « Benndorf, Metopen von Selinunt, Taf.
XI, 2; 747 und 748 Benndorf XI, 3 = Sermdi-
falco XXXV, 3 = Ilittorf 50, 3; 749 und 750 <= '
Benndorf XI, 5 = Serradifalco XXXV, 5 »-■ I
Hittorf 50, 4 « Brunn -Bruckmann 293a. Aus
Marmor. In der Himerhalle des Tempels E (der !
der Hera geweiht war) gefunden. Zu der jüng- i
Bten Metopenreihe gehörig. Weiteres bei Bonn- ,
dorf. (Am dt.) j
Municipio.
751. Statue eines Jünglings. Wir ver- 1
danken die Beschaffung der Photographie dieser '
Statue, über welche ich im Text zu Serie II,
p. 53, links, das Nötige bemerkt habe, der liebens-
würdigen Vermittlung des Herrn Prof, von Duhn 1
in Heidelberg. Besondere Aufnahmen des Kopfes
haben wir leider nicht erlangen können. Die
Statue stebt in ausserordentlich ungünstigem
Lichte. (Arndt.)
Syrakus.
752 und 753. Archaischer weiblicher
Kopf mit Polos. Phot. Prof. Six; ich habe I
das Original nicht gesehen. Nach Petersen, röm.
Mitt. 1892, p. 181: „unlängst «aus Afrika« ins
Museum gekommen; colossal; aus Kalkstein;
nicht viel jünger als die Hera von Olympia“.
Journ. of hell. stud. 1891, p. 56, No. 1. Offenbar
ein Stück von grosser kunsthistorischer Wichtig-
keit, über welches genauere Herkunfts- und
Erhaltungsangaben notwendig sind. (Arndt.)
754. Torso einer lebensgrossen (von Hals-
grube bis Schamansatz 0,50 m hohen) männ-
lichen Statue archaischen Stils. Eine
auf der 1. Schulter aufliegende Chlamys, welche
sich dicht an die Körperformen anschmiegt, wird
über den Rücken weg nach der r. Hüfte gezogen.
(Hauser.)
755. Fragment einer Demeterstatu-
ette, im Typus der von Overbeck, Kunstmytho-
logie der Demeter, p. 465, zusammengestellten
Statuen ; besonders nahe verwandt Atlas Taf. 14,
no. 23. Rechts neben der nur von den Hüften
abwärts erhaltenen Gestalt die grosse Fackel.
Stein der Latomien. (Hauser.)
756. Gelagerter Mann. Länge 0,56 in.
Er stützte sich auf den 1. Ellenbogen auf; der
Kopf war, wie die Verschiebung der Bartenden
auf die 1. Brusthälfte zeigt, sow eit zur L. gedreht,
dass er nahezu im Profil gestanden haben muss.
Der r. Unterarm war nach Ausweis des Puntello
durch eine Stütze mit dem Körper verbunden.
Das r. Bein schiebt sich utiruhig über das I.
Die Formgebung des Nackten ist im Allgemeinen
die der hellenistischen Zeit; auch das flüchtig
behandelte Gewand stimmt zu diesem Ansatz.
Die Lage der Gestalt erinnert sofort an die Eck-
figuren der Giebel des 5. Jahrh. Ein Analogon
bietet auch der gelagerte Mann aus dem Giebel
des dorischen Tempels auf Samothrake (Conze,
Arch. Untersuch, auf Sam. 1, Taf. 36). Ich glaube
aus der Kopfwendung der Syrakusaner Statuette
mit Sicherheit schliessen zu dürfen, dass die
Statue nicht für sich gearbeitet w ar, sondern die
Kopie nach einer hellenistischen Giebelstatue ist,
da sie wegen der vom profilierten Plinthe nicht
seihst in einem Giebel gestanden haben kann.
Eine Deutung, etwa als Flussgott, wage ich nicht
vorzunehinen, seit die Erklärung der olympischen
Ecktiguren als solcher erschüttert ist (Bulle.)
757. Fragment eines prachtvollen Reliefs
mit zwei le bensgrossen Figuren, etwa aus
dem Ende des 5. Jahrh. Höhe 1,05 m, Breite 0,90 m.
Nach r. hin ein Mann in imposant drapiertem
Himation, von den Hüften abwärts erhalten ; ihm
halb zugewandt ein nackter Jüngling (fehlt: der
Kopf, 1. Arm, r. Hand), welcher mit dem r. Arm
den Gestus der Adoration auszuführen scheint.
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32
Girgenti. Catania.
Das» es sich um einen Menschen vor einem Gott
handelt, darauf weist auch der bedeutende Grossen-
unterschied zwischen beiden Gestalten hin. Eine
schlagende Analogie mit dem Relief im Lateran
Benndorf-Schöne No. 399 erhebt diese Vermutung
fast zur Gewissheit. Weitere Schlüsse wage ich 1
aus dem lateranischen Relief nicht zu ziehen,
weil dasselbe an mehreren Stellen überarbeitet
ist; umgekehrt fällt aber von dem syrakusani-
schen Relief ein Licht auf das lateranische , in-
dem es uns zeigt, wo etwa der unbekannte Ur-
sprung jener Blatte zu suchen ist, deren Stil mit
keinem Relief aus Griechenland Zusammengehen
will. (Hauser.)
758. Fra gment eines Ma rmorreliefs;
Höhe 0,25 m, Breite 0,28 m. Zwei auscheinend
im Reigentanz nach 1. eilende Mädchen, an Dar-
stellungen von Nymphen erinnernd; doch be-
wegen sich Nymphen weniger heftig. Vor den
Mädchen am Boden ein undeutlicher Rest, der i
wie der Oberkörper eines Mannes ausschaut, |
welcher die L. an die Hüfte legt. Bei einem der I
Mädchen entspricht die Art, wie das Gewand j
angeordnet ist, ganz der in Syrakus gefundenen
Aphrodite (Friederichs -Wolters No. 1469); das
llimation lässt den Oberkörper bloss, wird
vor den» Schoosse festgehalten und senkt |
sich nach hinten allmählich derart, dass die
Glutäen frei heraus treten. I>a hei dein Relief
nicht an Aphrodite gedacht werden kann, so er-
scheint mir das Wiederkehren dieses Gewand-
motivg um so bezeichnender, und besonders auf-
fällig, dass dieses Motiv gerade zweimal durch
W erke in Syrakus verwendet wird, wo bekannt-
lich das Bild der Aphrodite Kallipygos stand* |
Mit viel mehr Recht als in der berühmten Statue
des Nationalmuseums zu Neapel wird man also
den Typus der syrakusanischen Kallipygos in
der in Syrakus gefundenen Aphrodite suchen \
dürfen. (Hauser.)
Girgenti.
758-761. „Apollo n“, am Flusse Akragas
unterhalb der Kirche S. Biagio gefunden (C’aval-
lari, sulla topografia di talune cittn greche in
Sicilia, p. 73), bis zu den Knieen erhalten, 0,79 m
hoch. Friederichs -Wolters No. 153; Farneil im
Journ. Hell. Stud. 1891, p. 56. Cavallari erklärt |
die Statue des Fundorts wegen für ein Bild des j
Flussgottes Akragas, wozu es aber selhstver- |
stündlich eines bestimmteren Hinweises bedürfte.
War dieser Apollon schon als eine der wenigen
auf Sicilien gefundenen archaischen Statuen von
Bedeutung, so hat er neuerdings durch den Fund j
einer Bronzestatuette auf der Akropolis von Athen i
noch an Interesse gewonnen. Die im Bull, de corr.
hell. 1894,Taf.5 und 6, ahgebildetc Bronze zeigt eine
auffallend grosse stilistische Übereinstimmung mit
der Statue: den halbkreisförmigen Schädelbogen,
denselben Schnitt, dieselbe Gliederung der Haare,
die weiche Behandlung der Muskulatur, welche
scharfe Former grenzen vermeidet, die grosse
Differenz zwischen Schulter- und Hüftenbreite.
Der Ursprungsort des Stils dieser beiden Werke
aus Athen und Akragas darf aus chronologischen
Gründen nicht in Athen gesucht werden, sondern
da, wohin Furtwängler (Bronzen von Olympia IV,
p. 20, no. 52) allein schon der Stil der Bronze
zu weisen schien, nämlich in Aegina. Die Be-
ziehungen von Akragas zu Aegina sind dadurch
verbürgt, dass Akragas zuerst unter den Stätten
Siciliens die aeginetische Währung einführt. Die
grosse Virtuosität der Marmorbehandlung an der
Statue von Girgenti, welche Stützen verschmäht,
erinnert an die aeginetischen Giebel. Und doch
wäre in diesem Fall der Notbehelf einer Stütze
um so eher zu entschuldigen gewesen, als der r.
Arm viel weiter vom Körper absteht, als sonst
hei dem Apollon typus üblich ist; die Haltung dieses
Armes muss durch das Attribut, welches einst
die Hand hielt, begründet gewesen sein. (Die
Phot, der Rückseite nach einem Negativ des
Herrn Prof. Six.) (Hauser.)
Catania.
762. Niob i de. 0.35 in hohes Bruchstück eines
Reliefs ohne Grund, wie die Figuren vom Erech-
theionfries. Der auf beide Kniee niedergestürzte
Sohn der Niobe, der mit beiden Händen nach
der Wunde im Nacken greift, lässt sich in drei
weiteren Wiederholungen nachweisen: auf dem
Diskos im Brit. Mus. (Heydeinann, Niohidenreliefs,
in Sächs. Ber. 1877, Taf. 1), einem Relief in Bo-
logna (das. Taf. 4), einem verschollenen Relief
(das. Taf. 5). Vgl. Raoul - Rochette, mon. inert,
pl. LXXIX, 2. (Hauser.)
763. Fragment eines Ik ariosreliefs:
die vier letzten Figuren aus dem Gefolge des
Dionysos. Reisch, Weihgeschenke, p. 28; Hauser,
neuatt. Reliefs, p. 194, No. 11. Ergänzt ist der 1.
Rand des Reliefs mit den Flöten und dem r. Knie
des Silen; von sonstigen Flicken nenne ich noch:
die Hälfte vom Schallkasten der Kithara in der
Hand der Maenade. (Hauser.)
764. Sarkophag(?)-Fragment. (0,40 m:
0,30 m.) Ein sitzender Mann mit rasiertem Gesicht
legt die R. an den Kopf einer vor ihm stehenden
bärtigen Herme. Zwischen der Herme und dem
Mann sieht eine in Haltung und Bekleidung an
den Sophokles im Lateran erinnernde Gestalt.
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Neapel.
33
Eine stilistische Parallele und zugleich eine ver-
wandte Darstellung bietet ein Bruchstuck im
Lateran, Benndorf- Scheine, Taf. 17, No. 16; vgl.
auch Clarac II, 119, No. 48. Das Bruchstück im
Lateran zeigt una einen Schriftsteller, umgeben
von Musen , z. T. mit l’orträtzügen, und von
anderen Schriftstellern, die sich durch ihre ab-
weichende Tracht als die klassischen Vorbilder
der Hauptfigur, nimlich des in dem Sarkophag
bestatteten Littcratrn, zu erkennen geben. Auf
dem Fragment in Catania erinnern die Zuge des
Klassikers lebhaft an das angebliche altere
Sophoklesportrat, abg. Jahrb. V, 1890, p. 160.
Das Berühren von Hermen lässt sich auch auf
Grabstelen naebweisen, z. B. Clarac II, 155, j
No. 269. Vgl. ferner oben No. 588 B. Ergänzt j
ist ein Stück vom Schädel des „Sophokles“, I
Daurnen und Zeigefinger des sitzenden Mannes. ,
Über die Provenienz konnte auch Dir. Orsi, trotz
seiner freundlichen Bemühungen, nichts erfahren.
(Hauser.)
Neapel, Museo nazionale.
Im Hofe links:
765. Statue eines eilenden Mädchens.
Hoch 1,45. Feinkörniger gelblicher Marmor. Kopf
und Hals waren besonders eingelassen. R. Ober-
arm war seitwärts erhoben, I. gesenkt. R. sind
2 Stützenreste (vielleicht für ein Attribut der
Hand), 1. einer für den Zipfel des Überschlags.
Vielfach bestossen. Die Figur tragt den dori-
schen Chiton mit Überschlag über dem ionischen
Ärmelchiton. Für eine Deutung fehlt jeglicher
Anhalt (keine Flügel). Die Arbeit ist sehr gut.
Der Stil entspricht dem der Nikebalustrade. Nach
Sogliano (notizic degli scavi 1898, p. 264, II) ge-
funden in Via del Pendino presso S. Agostino la
Zecca bei Gelegenheit der neuen Strassenanlagen.
Eine andere Photographie (mehr von vorn ge-
nommen) ist käuflich in Neapel bei Giustino
Lembo, Strada S. Mandate No. 78a, Salvator
^08a- (Amelung.) .
766. Männliche Gewandstatue. Höhe
1,86. Feinkörniger weisser Marmor. Ein Bruch ,
durch den Oberkörper, einer durch die Füsse.
In der I. Hand eine Rolle. Vorzüglich gearbeitete
Wiederholung der Figur, die in der Sala della
Biga des Vatican steht und Sextus von Chaeronea
genannt wird (Heibig, Führer No. 384). Fundort
wie bei No. 765 (a. a. 0. IX Das Original dieser
schönen Gestalt muss dem 4. Jahrh. angeboren, j
(Amelung.) i
767. Torso ein er guten Wiederholung
der capitolinischen Venus. Höhe 1,00. I
Grobkörniger gelblicher Marmor. Ansätze der I
Arodt'Ar&elang, Pbotogr. Ein7«l»ufnaLmen III.
Lo<*ken und Finger erhalten. Die Locken liegen
etwas anders als hei der capitolinischen Statue.
Ansatz einer Stütze am r. Oberschenkel aussen;
bei der capitolinischen Statue ist hier keine
Stütze vorhanden. (Amelung.)
Im Hofe rechts:
768. Torso einer vorzüglichen Wie-
derholung des Apollon Sauroktonos.
Hube 0,88. Feinkörniger gelblicher Marmor. An
der r. Hüfte Stütze für den r. Ellenbogen.
(Amelung.)
769. To rs o e i n e r m Ä ss ig gearbeiteten
Replik der Artemis von Gabii. Höhe 0,87.
Feinkörniger gelblicher Marmor. Das Exemplar
zeigt bemerkenswerte Abweichungen von dem in
Paris, welche indes alle nur Vergröberungen und
Vereinfachungen des schlechteren Kopisten sind.
Das Stück ist deshalb nur für die Beurteilung
der Kopisten wertvoll. (Amelung.)
770. Fragment einer menschlichen
Figur, die auf einem Widder reitet. Hoch
0,68. Feinkörniger weisser Marmor. Es fehlen
dein Widder die beiden Hinterbeine, der Schwanz,
das ganze Vorderteil, der Figur der ganze Ober-
teil und die Fftase. Der Oberteil der Figur,
Vorderteil und Schwanz des Widders waren be-
; sonders angesetzt. Gute Arbeit.
Das Geschlecht der Figur ist nach dem Er-
haltenen nicht zu bestimmen. Zunächst wird
man an Phrixos denken, der auf den Wand-
bildern ganz ähnlich dargestellt wird (vgl. Roscher,
mythol. Lexikon, Sp. 2027 zu Art. „Helle**). Grössere
Wahrscheinlichkeit aber hat die Deutung auf
Aphrodite Epitragia für sich (vergl. Flasch, an-
gebliche Argonnutenbilder, p. 1 ff., Böhm im
Jahrb. d. I. 1889 p. 208 ff. und Bethe ebenda 1890,
Anz. p. 27 ff., wo unser Fragment p. 28 rechts
beschrieben ist, und Anz. p. 69) (Amelung.)
771. Torso einer weiblichen Statue.
Höhe 1,19. Feinkörniger weisser Marmor. An
der Seite des r. Beines unten ein grosser Stützen-
rest, vielleicht für das von der erhobenen r. Hand
gehaltene Attribut.
Wahrscheinlich die Darstellung einer Provinz.
(Amelung.)
Im Saal der kleinen Bronzen:
772 und 773. Kopf der kleinen reiten-
den Amazone. Puhl, bei Brunn -Bruckmann
Taf. 355 A. Angesichts der zuletzt von Furt-
w Angler (Meisterwerke, p.303) ge&usserten Ansicht,
dass in dieser .'Statuette die „Eukncmos** des
Strongylion nachgebildet sei, erschien es der
Mühe wert, den Kopf besonders aufnehmen zu
lassen. Das Arrangement der Haare erinnert an
das bei Polyklet übliche, ist aber kunstloser.
3
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34
Rom.
Dies und die übrigen Formen des Gesichtes be-
weisen in der That zweifellos, dass das Original
der Statuette in das 5. Jahrh. gehört. Dadurch
und durch die Kleinheit der Darstellung empfiehlt
sich Furtwftnglers Hypothese als möglich.
(Amclung.)
Rom, Garten des Vatican.
774 und 775, Sitzende weibliche Statue.
Höhe ca. 2,05, Tiefe ca. 0,48. Ziemlich feinkörniger
gelblicher Marmor. Erg.: Nasenspitze, Vorderteil
des Halses, die Teile des llimation zu beiden
Seiten des Kopfes und neben der 1. Schulter,
beide Unterarme mit Hunden und dem von der
1. Hand gehaltenen Gewandstück, der obere Teil
des im Schoosse liegenden Gewandbausches, 1.
Fuss mit Teil des Gewandes, die geschwungene
Lehne des 1. Armes und da» darunterl egende
Stück Felsen. Die Figur ist in eine moderne
Basis eingelassen. Der Kopf scheint nicht ur-
sprünglich zugehörig.
Hinten ist die Figur nicht ausgeführt, son-
dern glatt abgeflacht. Sie muss also ursprüng-
lich an einer Wand gestanden haben. Dies und
das eigenartige Bewegungsmotiv machen es wahr-
scheinlich, dass die Figur sich einst in dem
Giebel eines römischen Tempels befand. Dübel-
löcher sind an dem Erhaltenen nicht vorhanden.
Der Kopf erinnert sehr au den der Florentiner
Demeter im schwarzen Gewände (E-V 357—359).
Man vergleiche wegen des .Stiles und verwandter
Motive die Giebelfiguren aus Thon im Conserva-
torenpalast (Helbig, Führer 1, p. 465). Die Arbeit
unserer Statue ist decorativ und effectvoll.
(Amelung.)
776. Stehende männliche Statue. Höhe
2,37. Feinkörniger gelblicher Marmor. Erg.:
Oberteil der Stirn und der Haare, die unteren
Teile der seitlichen und rückwärtigen Locken,
Kinn, Hals mit Oberteil der Brust und Schultern,
r. Brust und Arm, 1. Arm bi» auf ein Stück Ober-
arm, Gewand am 1. Unterarm, r. Fusa mit Knöchel,
Vorderteil des 1. Kusses, Basis und Teile der
Stütze. Nase und Lippen abgebrochen. Die
Figur war mitten durchgebrochen.
Der Kopf ist von einer gewundenen Binde
umgehen, in deren antiken Teilen sich Löcher
für Strahlen befinden. Er stellte demnach einen
hellenistischen Herrscher als Sonnengott dar. Zu
der Figur wird er kaum ursprünglich gehören.
Diese wird von einer römischen Imperatoren-
statue stammen. Sie ist gut gearbeitet.
I
i
777- 780. Büste mit einer Wieder-
holung des Kopfes des myronischen Dts-
kobolen. Höhe 0,55 (Scheitel bis unterer Rand
der Büste; Höhe des Kopfes allein 0,25). Ziem-
lich feinkörniger weisser Marmor (der des Kopfes
sicher pentelisch). Erg.: Nase, Kinn, Hals, Büsten-
fuss. Der Mund fehlt. Die Ohren sehr bcstossen.
Der r. Armansatz teilweise abgebrochen.
Der Kopf (nicht zu der Büste gehörig) ist
eine gute , leider sehr mitgenommene Wieder-
holung des myronischen Diskoholen. Am Halse
ist die ursprüngliche Drehung noch deutlich sicht-
bar. Die Haare sind sehr sorgfältig gearbeitet.
Von den Angen bewahrt das r. ganz die archaische
Form, während sich bei dem I. die Lider ftber-
schneiden. An der Büste ist die Rückseite inter-
essant. Vgl. hierzu Bicnkowski, Geschichte der
antiken Büstenform (polnisch), in dein XXIV. Bande
der Abhandlungen der Akademie der Wissen-
schaften in Krakau (deutscher Auszug in dem
Anzeiger der gen. Akademie, December 1894».
(Amelung.)
781. Statue der Hera. Höhe 1,85. Gross-
körniger weisser Marmor. Erg.: Mittelteil des
Diadems und der Haare darunter, Nase, Mund,
Kinn, Stück des Mantels über der 1. Brust, 1.
Schulter und Stück des 1. Oberarmes, 1. Hand,
das unter ihr herabhängende Stück Mantel, r.
Unterarm. L. grosser Zeh abgebrochen. Augen-
sterne und Pupillen eingegraben. Der Kopf scheint
gebrochen und zugehörig. Nach Zeichnung publi-
cicrt in Overbecks Kuiistmythologie. Taf. X, 35;
Textband Hem p. 121, No. 12. Die weiteren dort
angeführten Figuren haben nichts mit diesem
Typus zu thun.
Eine Wiederholung derselben Figur in Stock-
holm (Phot. Lagrelius 13). Doch ist hei ihr das
Himation nicht über den Kopf gezogen. Auch
sind Abweichungen im Einzelnen zu bemerken.
(Amelung.)
782. Statue der Hygieia. Höhe 1,02. Ziem-
lich grobkörniger weisser Marmor. Es fehlen : Kopf
und Hals (waren besonders gearbeitet und tun-
gesetzt', r. Arm, 1. Hand mit Teil des Unterarmes,
Teile des Leibes und Kopf an der Schlange.
Uber der Schlange ist ein grösserer Stiitzeu-
ansatz.
Die Figur ist eine Wiederholung der Hygieia
Hope (Roscher, mythol. Lexikon, Sp. 2788 und
2789, Thrämer). Während aber bei dieser die
Schlange von der I. Schulter der Göttin der r.
Hand zustrebt, richtet sie sich bei unserem
Exemplar neben der Göttin auf. Der r. Arm war
augenscheinlich gesenkt, und die Stütze wird
einem von der Hand gehaltenen Attribut als Halt
gedient halfen. Vgl. oben No. 717. (Amelung.)
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Horn.
35
783. Kopf einer Karyatide auf einem
umgekehrten Kapitell.
a. Der Kopf: Hohe (Ende des Haarschopfes
hinten bis Höhe des Korbes hinten) 0,31. Fein-
körniger weisser Marmor. Erg.: Gesicht und
Hals. Die gedrehten Lorken beiderseits hinter
den Ohren und der Schopf hinten abgebrochen.
Die Frisur ist die gleiche, wie hei einem Kopf in
Florenz (E-V No. 820—322), der mit dem „Kasseler
Apoll“ eng verwandt ist Doch sind die Stirn-
locken hier freier behandelt. Über der Mitte der
Stirn eine eigenartige Haarschleife. Das Original
aus der Zeit des Erechtheion.
b. Das Kapitell: Höhe 0,30, Breite ca. 0,82.
Feinkörniger weisser Marmor. Zwei Ecken sind
abgebrochen. Das Kapitell ist mit einer Löwen-
haut umwickelt. Zwei ganz entsprechende Kapitelle
befinden sich im Museo nazionale delle Terme (Ala
IV, No. 26 und 27). Sie stammen von einem kleinen
Rundtempel, welcher am Tiber in der Nahe der
Engelshrücke gelegen hat (Bulletino comimale
1892, j». 175 f., T. IX). Dorther muss auch unser
Kapitell stammen. (Amelung.)
784. Statue der Kybele. Da die Figur
an dem Casino des Pirro Ligorio jenseits eines
Wasserbeckens steht, war die Höhe nicht festzu-
stellen. Feinkörniger weisser Marmor. Erg. der
obere Teil der Mauerkrone mit Gewand, 1. Unter-
arm mit Hand und dem oberen Teil des Tym-
panon. Der Vorderteil des 1. Fusses fehlt. Be-
schädigt die r. Hand. Unterhalb der Brust war
die Figur durchgehrocheti. Die bisherigen Publi-
catione» der Statue siehe hei Roscher, mythol.
Lexikon, Kybele, Sp. 1645 unten. Vergl. E-V
No. 891/392. Wegen des Gewaudmotives vgl. man
die Monumente, welche hei Amelung, Basis des
Praxiteles, p. 50 f., zusamniengestellt sind. Sie
gehören dem 4. Jahrli. an. Derselben Zeit kann
auch das Original unserer Figur in Rücksicht auf
den Typus des Kopfes angeboren. Zu den eigen-
artigen Gewandfalten zwischen den Füssen vgl.
die entsprechende Partie an dem Dionysos vom
Thrasyllos- Monument aus Athen (Brunn -Bruck-
mann, Denkmäler, Taf. 119), ebenfalls einem Werke
des 4 Jahrli. Die Mauerkrone ist für diese Zeit
nirlit unerhört. .Sie bildet sich schon auf dem
Kopf einer Statue in Villa Doria - Pamphili (M-D
920), dessen Original noch in das 5. Jahrh. gehört.
Derselbe stimmt fast vollkommen überein mit dem
beim Parthenon gefundenen Fragmente eines
Colossalkopfes (Michaelis, Parthenon, Taf. 8, 14).
Vgl. jetzt: Furtwangler, Statuenkopieen im Alter- j
tum, I, p. 577 ff., Taf. X, 2. (Amelung)
785. Sitzende weibliche Statue. Gelb-
licher Marmor. Höhe und Ergänzungen waren ,
nicht zu constatieren. (Amelung.)
786. Sitzende weibliche Statue. Höhe
nicht zu constatieren. Gelblicher Marmor. Erg.
Kopf und Hals, r. Unterarm mit Teil des Ober-
armes, r. Unterschenkel mit Knie und Fuss. Es
fehlen die Hinterbeine des Stuhles. (Amelung.)
787. Sitzende weibliche Statue. Höhe
1,40. Grosskörniger weisser Marmor. Erg. Kopf
mit halbem Hals, r. Unterarm mit Ellenbogen
und Teil des Ärmels, die beiden Enden der Bolle,
Teile der Basis.
Die drei letztgenannten Statuen waren wahr-
scheinlich römische Grabet atuen. Ihre Erfindung
hat sich augenscheinlich an griechische Vorbilder
angelehnt, diese wohl zum Teil direct nachgeahmt,
wie bei den Kopieen der sog. Olympia* (Mus.
Torlonia). (Amelung.)
788. Statue der Tv che. Höhe 1,29. Mar-
mor der Gestalt grobkörnig und we'ss, der des
Kopfes feinkörnig und gelb. Erg. Nase mul beide
Anne mit Füllhorn. Die Figur ist eine schlechte
Wiederholung eines auch sonst als Tyche oder
Nike verkommenden Typus; vgl. E-V No. 286
und 350. Der Kopf ist eine schlechte Wieder-
holung des Kopfes der Le da mit dem Schwan
(Helbig, Führer 454). (Amelung.)
789. Mädchenkopf. Höhe 0,27. Fein-
körniger gelblicher Marmor. Erg. Hals, Büste
und Fugs. Halbe Nase abgebrochen. Irn Nacken
ein kleiner Schöpf. Das Original wird etwa im
Anfang des 4. Jahrh. entstanden sein.
(Amelung.)
790. Weibl ich er Ideal köpf. Höhe 0,38.
Feinkörniger gelblicher Marmor. Erg. Nase, Unter-
lippe, Büste und Fuss. Die I. Kopfseite war ab-
gebrochen; der Bruch verschmiert. Rückseite
nur angelegt. Im Nacken ein kleiner Schopf.
Erinnert trotz seiner schlechten Arbeit an
die Hera Farnese und soll augenscheinlich einen
dieser verwandten Kopf wiedergehen (man be-
achte die Bildung der Haare und Augen). Sehr
ähnlich der Kopf des Louvre „Apollon“ No. 69,
Phot. Giraudon 1241. (Amelung.)
791. Mädchen köpf. Höhe 0,35. Fein-
körniger gelblicher Marmor. Erg. Haarschopf
hinten, Büste mit Fuss. Nasenspitze abgebrochen.
Die Haart* sind oben und hinten nicht ausgeführt.
Sehr welch die Arbeit der Haare und Augen.
Man vgl. dagegen No. 789. (Amelung.)
792 und 793. Kopf der Ceres. Höhe 0,35.
Feinkörniger grauer Marmor. Erg. aus Marmor:
1. oberes Ende des Kranzes, Nase mit Mund
und Kinn und Umgebung, Büsten fuss; aus Gips:
r. oberes Ende des Kranzes, Teil der r. Braue,
Büste.
Durch den Ährenkranz ist die Person als
Göttin des Getreidesegens bezeichnet; durch die
3*
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36
Rom.
eigenartige Frisur wird die Erfindung in römische
Kreise gewiesen. Also Ceres. Die erhaltenen
Teile des Gesichtes haben nichts Porträthafles.
(Amelung.)
794 und 795. Porträt hü ste ei ne s Römers.
Höhe 0,53. Feinkörniger wcisser Marmor mit
schwärzlichen Adern. Erg. Teil des r. Ohrrandes
und Büstenfuss. Nase und Rand des 1. Ohres
beschädigt. Die Brauen sind durch eingeritzte
Striche angedeutet.
Wegen der Büstenform vgl. Bienkowski, Ge-
schichte der antiken Bastenform, T. I, Fig. 13
(Trajnnische Achselbüste). (Amelung.)
796. Weibliche Statue. In einer Nische
des Casino des l’irro Ligorio. Höhe und Ergän-
zungen nicht zu constatieren.
Wiederholung der sog. Pudicitia.
(Amelung.)
797. Weibliche Statue. Ebenda als
Gegenstück. Jedenfalls erg. Kopf und Hals.
Gute Wiederholung eines •der sog. Pudicitia
verwandten Typus. Uber den Kreis, in den» die
Entstehung dieser Typen zu suchen ist, vgl. Ame-
lung, Basis des Praxiteles, p. 82, Anm. 3.
(Amelung.)
798. Statuette eines Mädchen mit
einem Vogel in den Armen. Auf einem
Giebel des Casino; daher Höhe gar nicht und Er-
gänzungen nur ungefähr zu constatieren. Sicher
erg. r. Unterarm ohne Hand. Kopf antik, aber
nicht zugehörig.
Wohl eine Grahstatue. Der Stil des Ge-
wandes schlicsst sich at» den hellenistischer Vor-
bilder an. (Amelung.)
799. Statuette der Hygieia. Gegenstück
zu der vorigen. Sicher erg. r. Arm mit Schwanz-
ende der Schlai ge. Ein Teil der Schlange ist
sicher zugehörig. Kopf antik, aber nicht zu-
gehörig.
Die Schlange wird so zu ergänzen sein: sie
wird am unteren Ende von der r. Hand der
Göttin gehalten und strebt nach einer von der 1.
Hand gehaltenen Schale, um zu trinken. Die
Figur ist eine Wiederholung der als Muse er-
gänzten Statue im Lateran, ß-Sch 187; diese
stammt aus demselben Besitz wie die entsprechend
aufgestellte Asklepiosstatue No. 182 und hat die
gleiche Grösse. Sie wird also ursprünglich auch
eine Hygieia dargestellt haben.
Die Figur erinnert sehr an die sog. Spinnerin
der Glyptothek (vgl. Amelung, die Basis d. Prax.
aus Mant., p. 51), die Kopie eines Werkes aus
dem 4. Jahrh. v, Chr. Derselben Zeit wird auch
das Original unserer Figur angeboren. Damit
stimmt der Typus des Asklepios überein.
Zu dem Kopf glaubt Arndt ein verwandtes
Stück in Athen zu kennen (Kentrikon No. 550,
Theben). (Amelung.)
800. Statue des Zeus. Höhe 1,90. Fein-
körniger weisser Marmor. Erg. Kopf und Hals,
r. Arm von der Mitte des Oberarmes an, 1. Arm
von oberhalb des Ellenbogens an (Daumen antik),
beide Küsse mit Stütze und Basis. Am r. Ober-
schenkel aussen ein rundes Loch.
Die gut gearbeitete Statue ist nächstvenrandt
dem Dresdener „Zeus“ (Arcli. Anz. 1890, p. 107
und 1892, p. 1 f.) und geht mit ihm jedenfalls auf
ein Original derselben Zeit zurück. Bisher publi-
cicrt im Museo Chiarnmonti I, pl. 4 (ehemals in
den Gärten des Quirinalt, danach bei Clarac 400,
678. (Amelung.)
801. Grab gruppe des Cornntus. Höhe
1,10. Feinkörniger weisser Marmor. Erg. an
dem „Kronos“ Nase, kleiner Finger der 1. Hand;
an dein Knaben r. Hand; an dem Stuhl r. Teil
der Rückenlehne, Vorderteil der 1. Armlehne. Es
fehlen: Stück des Himation auf dem Kopf des
Kronos, Kopf mit lials und r. Unterarm des
Mädchens.
Bisher publiciert hei Clarac 395, 660. Die
Inschrift an der Basis (jetzt ganz überschmiert)
im Corpus Inscr. I.at. VT, p. III, 16 483.
Das Ganze ist von dem Wetter arg zuge-
richtet. In der r. Hand des Kronos ein ziemlich
kurzes, breites und Haches Attribut (nicht die
Harpe). Vgl. Koscher, mythol. Lexikon, Art.
Kronos, 8p. 1564 (d). (Amelung.)
802. Weibliche Statue. Hohe 1,92. Fein-
körniger weisser Marmor. Erg. Nase, Hals, beide
Unterarme mit Henkel des Gefässes, I. Vorder-
ecke der Basis. Vgl. zu der Figur E-V No. 396.
Der nicht zugehörige Kopf ist eine Replik des
Kopfes des Omphalosapollon.
Darüber eingemauert ein hübsches decora-
tives Relief mit bacchischer Scene. (Amelung.)
803. Kopf der Statue No. 802. Höhe 0,23.
Ein Teil der Locken über dem r. Auge abge-
brochen. (Amelung.)
804. Kopf des Herakles. Höhe nicht
genau zu constatieren. C'olossal. Grosskörniger
weisser Marmor. Erg. Nase, Hals und Büste.
Beide Brauen fehlen. Die Haare bedeckt ein
Wein« oder Pappelkranz. Nach Arbeit und
Grösse ein Gegenstück zü dem Herakles Farnese
j und seiner Wiederholung im Pal. Pitti.
(Amelung.)
805. Weibliche Statue. Höhe 1,80. Fein-
körniger weisser Marmor. Erg. 1. Schulter mit
der äusseren Hälfte des Oberarmes, beide Unter-
i arme, l. Knie, Vorderteil des r. Kusses mit Ecke
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Koni.
37
der Basis, grosser Zeh des 1. Kusses, Kleinig-
keiten am Gewände. Der Kopf (röm. Porträt),
dem Nase und Teil des Halses fehlen, ist nicht
zugehörig. Puhl, hei Clarac 4-39, 796.
Vgl. zu der Figur E-V No. 287. Darüber
eingemauert ein römischer Kindersarkophug.
(Amelung.)
Magazzino archeologico (Orto hotanieo).
806 und 807. Stehendes Mädchen. Mar-
morstatue. Höhe 0,97. Kopf und Halsausschnitt
gesondert gearbeitet und eingesetzt. Der 1. Unter-
arm war angestückt (Zapfenloch). Der r. Unter-
arm hing herab. Das Mädchen hat sich den
hinteren Teil des Überschlags ihres einfachen
Chitons über den Hinterkopf gelegt. Diese Ge-
wandanordnung giubt die Erklärung für das Motiv
der einen der „hercula ensischen Tänzerinnen“
(Comparetti e de Petra, La Villa Ercolanese, Taf.
XIV, 3, p. 269), die sich mit der L. den Über-
schlag in gleicher Weise von hinten über den
Kopf ziehen will, so dass auch ßie, wie ihre
gewandnestelnde Schwester (a. a. O. Taf. XIV, lk
in einer Ankleidehewegung begriffen ist. Zu er-
innern ist auch an eine Marmorsftatue der Samm-
lung Jacobsen (»Aura velificans.“ Erw. E-V I,
2, p. 19, zu No. 113k obwohl hier das Motiv zu-
sammen mit der eiligen Bewegung der Beine noch
andere Bedeutung haben dürfte. — Die Statue
des M. a. ist auch stilistisch aufs Engste mit
den „Tänzerinnen“ verwandt (vgl. besonders die
Brustfalten des Überschlags), vornehmlich mit der
kleinsten von ihnen (a. a. 0. Taf. XIV, 4). Die
breiten, hohlen, scharfrückigen Falten um die
Beine sind hei beiden so übereinstimmend, dass
ich nicht anstelle, die Marmorstatue für eine ge-
treue Kopie nach einem verlorenen ßronzeoriginal
zu halten, das, wenn es nicht überhaupt zu der
Gruppe der „Tänzerinnen“ gehörte, jedenfalls aus
derselben Kunstschule war. (Bulle.)
808. Hermes. Marmor&tatiie. Höhe 0,85.
Er tragt in der L. das Kerykeiou, von dem Reste
auf dem Unterarm erhalten sind. Auf dem Petasos,
dessen Rand gebrochen ist, die Ansätze von
Flügeln. Die Chlamys ist angeordnet wie bei
dein Hermes mit der Inschrift Ingenui uud zahl-
reichen anderen Statuen. Fuitwängler (Meister-
werke p. 362) hält diese Drapierung in vielen
Fällen für Zuthat der Kopisten; hier jedoch
passt die strenge Anordnung der Falten voll-
kommen zum Stil des Kopfes. Denn obwohl die
Statue eine sehr Haue Kopie ist, erkennt man
am Kopfe, namentlich an den Haaren, deutlich,
dass ein Original etwa von der Mitte des 5. Jahrh.
zu Grunde liegt. Am Nächsten verwandt scheinen
mir der Kasseler Apollon und die Perseusköpfe
in London und Rom zu sein (glatte, von einem
niederen Dreieck begrenzte Stirn; schmale Lid-
spalten; kräftiger Mund und Unterkiefer; auch
die Stilisierung der einzelnen Haarlöckchen ist
sehr ähnlich). Der Körper scheint durch die
Hand des Kopisten »ehr verweichlicht worden zu
sein. (Bulle.)
809 und 810. Kopf des Diomedes. Der
Kopf verhält sich zu dem Münchener Diomedes
ähnlich wie die vermutlich in England befindliche,
nur durch den Dresdener Abguss (Fuitwängler,
Meiste rw., Taf. 14) bekannte Wiederholung. Alle
Formen erscheinen einfacher und w eniger effektvoll,
so dass man glauben konnte, es liege ein etwas
älteres und strengeres Original zu Grunde. Den-
noch sind dafür meines Erachtens die Überein-
stimmungen zu gross. Furtwänglers Anschauung
(a. a. O. S. 811 fg.)> die in dem Münchener Exem-
plare eine d$m Kopisten zur Last zu legende
Steigerung und Übertreibung der originalen For-
men sieht, scheint mir durch diese neue Wieder-
holung bestätigt zu werden. Unser Kopf zeigt
eine skizzenhaftere und weniger ängstliche Be-
handlung von Haar und Bart, ist aber in der
Modellierung des Fleisches, namentlich der
Wangen, vortrefflich. In der Wiedergabe des
Haares hat sich der Kopist anscheinend dem
Mannorstil mehr angepasst. (Bulle.)
Kunsthandel.
Beim Kunsthändler Cupponi, Via della
Fontunella di Borghese 20:
811. Büste eines Herrschers als
Sonnengott. Höhe 0,49. Feinkörniger weisser
Marmor. Erg. Nase, 1. Schulter und Büstenfuss.
Hinten unter den Haaren ein Loch zur Befestigung.
Die Haare von einem Reifen umgehen, in dem
sich sieben Löcher zur Einfügung von Strahlen
befinden. Eigenartig sind die drei Ähren auf der
Brust unten. Sie sollen die das Wachstum för-
dernde Kraft des Sonnengottes andeuteu (Roscher,
mythol. Lexikon, Sp. 2021 f. Rapp). Die Gesichts-
zuge erinnern an die Alexanders d. Gr.
(Amelung.)
812 und 813. Statuette des Apollon.
Höhe 0,64 (des obereti Fragmentes 0,38). Fein-
körniger gelblicher Marmor. Da» untere Frag-
ment scheint von einer ehemaligen Ergänzung zu
stammen. An der l. Hüfte vorne ein kleines
rundes Lock.
Gute Kopie einer dein Mantuaner Typus ver-
wandten Apollonfigur, etwas weiter entwickelt
als dieser (vgl. Jahrbuch d. J. 1896 p. 1 ff.
Wolters). (Amelung.)
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38
Florenz.
Heim Kunsthändler Jandolo, Via Ha*
buino 92:
814 und 815. Griechischer Porträtkopf.
Höhe 0,25. Feinkörniger weisser Marmor. Erg.
Nasenspitze, beide Lippen, Hals, Huste mit Kuss.
Kinn hestossen. Die ganze Vorderseite sehr ver-
waschen. Gut erhalten der Hinterkopf. Auf ihm
ein Loch mit Blei vergossen.
Erinnert stark an das Pariser Porträt Alexan-
ders d. Grossen. (Amelung.)
Heim Kunsthändler lunocenti, Via Ha-
b ui no 77:
816. Männlicher Torso mit Agis. Höhe
1,12. Feinkörniger gelblicher Marmor. 1~ Arm
war erhoben. Kopf nach der r. Schulter gewendet,
ln Zeichnung publ. Mon. d. Inst. 111, tav. II. Aus
dem Theater von Falterone in Umbrien. Es ist
unbekannt, wo der Torso inzwischen sich be-
funden hat.
Der Körper schließt sich durchaus au poly-
kletische Formengebuug an. Die Agis ist da-
gegen ganz naturalistisch behandelt: das Medusen-
haupt vom spateren Typus. Al« Stutze dient ein
Palmenstamiu. Die Figur wird ursprünglich den
Kopf eine« römischen Imperators getragen haben.
Vgl. Furtwünglcr, Meisterwerke, p. 425. Wegen
der Ägis vgl. Furtwängler, Gemmen mit Küiistler-
inschriften , Jahrb. d. J. 1889, p. 69 f. ; Helhig,
Führer, No. 556 und Hübner, die ant. Hildaeike
in Madrid, No. 5 und 123. (Amelung.
817. Statuette der Hygieia. Hohe 0,43.
Feinkörniger gelblicher Marmor. Der Kopf der
Schlange war bei der 1. Hand, welche demgemäss
eine Schale hielt.
Die sehr hübsch gearbeitete Statnette hat
das Gewandmotiv, das sonst bei Kore üblich ist
(vgl. Amelung, Basis d. Prax., p. 51 f.).
Vor dem Faustinatempol.
818. Fragment einer ara. Von einer
darauf im Belief dargestellten Götterprocession
sind die Oberkörper von Athena und Hepha«to$
erhalten t in e.nem eigentümlichen archaistischen
Stil, der Züge des Stils aus dem 4. Jahrb. mit
übertriebener Stilisierung vermischt. (Hauser.)
Forum Romanum, Rasilica Julia,
auf einem der modern aufgemauerten Pfeiler.
819. Basisrelief mit Hygieia und
Athena. Pentel. Marmor. H. 0,38. Br. 0,355.
Dicke jetzt 0,195. Oben ohne Kinlassspuren;
hinten glatt abgeschliffen, offenbar, weil der Stein
zur Pflasterung benutzt war. Dass da« Stück
von einer Basis stammt, gebt aus der beträcht-
lichen Dicke hervor. Flotte, nicht ängstliche
Arbeit, aber doch wohl Kopie.
Links Hygieia, in der L. die Schale, aus der
I sie die in der B. gehaltene Schlange tränkt. Sie
I ist nach einem statuarischen Original kopiert, der
„ Aphrodite mit dem Schwert“ aus Kpidauros
(Kawadias, Nationalmnseum, No. 262: Jahrbuch
d. archäol. Inst. 1892, S. 203), da* in der Mün-
chener Ariadne (Brunn, Glyptothek No. 112) eine
andere Abwandlung erführen und in der Statue
, de« Palazzo I'itti E-V 822 sogar jedes kennzeich-
nende Merkmal verloren hat. Das Belief weicht
in der Haltung des 1. Beine« ah, was durch die
Profil Stellung erfordert wurde, und durch die für
Hygieia passendere Bedeckung der r. Brust.
Hechts Athena , im gegürteten , unter der
Achsel offenen Peplos, durch den Best de« Helm*
husche« kenntlich. Sie geht deutlich auf eiiieu,
vielleicht ebenfalls statuarischen Typus de«
5. Jabrh. zurück.
Das Belief erinnert an die Basen der grossen
Kultbilder, namentlich au« der zweiten Hälfte
des 5. Jahrb. Ausser der Basis der Partlienos
(Jahrbuch 1890, 8. 114) und der der Xeinesia
von Rhamnus (Jahrbuch 1894, S. 0) ist auch e.n
neuerdings durch Photographien bekannt gewor-
j deues Belief in Stockholm (Phot. Lagreliu« No. 150)
, zu vergleichen, das, wenn nicht eine directc Kopie
| der Nemesisbasis, ihr zum mindesten auf« Engste
I verwandt ist (eine Behandlung desselben äst
| von Pallut zu erwarten). In dem Götterbild, das
unsere Basis trug, wird man wegen der Hygieia
| vielleicht eiiieu Asklepios vermuten dürfen, und
j wegen der Verbindung mit Athena se der Hin-
! weis gestattet, dass die Darstellung für die Basis
des Kultbildes im athenischen Asklepieion (nach
Heisch« Vermutung, Eranos Viuduhonensis, p. 21,
von Alkameues. Vgl. Pauly-Wissowa, Healencycl.
II, 1692) wohl passen würde. (Bulle.)
Florenz, Uffizien.
820 und 821. Kopf der jüngsten Nio-
b i de I). 234 (nach einem G ipsnhguss). Da der Kopf
der Figur weder in Orig nal noch auf Photographieen
des Originale« gut zu sehen ist, erschien es an-
gebracht, die beiden Aufnahmen des seltenen
Gipsabgusses zu veröffentlichen. Es ist von be-
sonderem Intere«se, diesen Kopf, wie die der
beiden anderen Töchter, deren Studium leichter
1 möglich ist, mit praxitelischcn Köpfen zu ver-
gleichen. Man erkennt an der Verschiedenheit,
besonders der oberen Gesichtspartieen, der Bil-
dung der Augen, Zeichnung der Lider, Bildung
der Stirn, sofort, dass wir es hier mit zwei ver-
schiedenen Meistern zu thuu haben. Stärker
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Venedig.
39
noch als an den weiblichen Köpfen tritt der
Unterschied hervor, wenn man die Köpfe der
männlichen Niobiden mit dem des Hermes von
Olympia vergleicht. Die Niobideuköpfe teilen da-
gegen alle charakteristischen Eigentümlichkeiten i
mit den Köpfen von Tegea, dem skopasischen
Heraklestypus und dem Meleager, der Kopf der
Niobe selbst mit dem weiblichen Kopf vom Süd- I
abhang der Akropolis. Es kann demnach kein
Zweifel sein, dass die Gruppe Skopas XUXU- !
schreiben ist. Wenn sich die weiblichen Nio-
bidenköpfe in einigen Zügen, wie dem Umriss
der Stirn (nicht der Bildung) und der Form des
Untergesichtes, mehr dem praxitelischen Ideale
aitnäherii, als z. B. der Kopf vom Südabhang,
so erklärt sich das dadurch, dass die Niobiden-
grnppe ein Spätwerk des Skopas ist. Die beiden
hervorragendsten Meister jener Periode können
nicht ohne gegenseitige Kenntnis neben einander
hergegangen sein, und gegenseitige Beeinflussung
ist deshalb nichts mehr als natürlich. In dem
Gesicht des Hermes finden sieb auch manche
Züge, welche an Skopaiisches erinnern und die I
in den früheren praxitelischen Werken durchaus
fehlen. Man erinnere sich ausserdem an Polyklet, I
in dessen Diadumenos starke attische Einflüsse
unverkennbar sind (vgl. No. 866—868).
(A me hing.) I
Palazzo Pitti.
822. Dütschke 5. Wiederholung der |
sog. Aphrodite mit detn Schwert aus
Kpidauros (vgl. No. 629 , 630) und der sog.
Libcra der Münchener Glyptothek:
Brunn, Beschreib, d. Glyptotb. No. 112; Clarac ,
690, 1621. Bereits erwähnt E-V 209.
Der Vergleich lehrt, dass hier nicht etwa nur
eine ähnliche Schöpfung, sondern eine richtige
Wiederholung des Typus gegeben ist, die auch
gleichen Muassstab hat mit den beiden anderen
Exemplaren. Dieses Horentinisclie steht indessen
gegen das ausgezeichnete epidaurische weit und !
seihst gegen das der Glyptothek zurück. Nament-
lich die Draperie des Hiination ist ihrer charakte-
ristischen, malerischen Reize verlustig gegangen,
vereinfacht und verflacht, leer. Zwar hat die-
selbe augenscheinlich eine derbe Überarbeitung |
sich gefallen lassen müssen, dennoch muss sie j
ursprünglich schon ärmer au Detail und Gliede-
rung gewesen »ein und der accentvollen Differen-
zierung der einzelnen Faltengunge entbehrt haben,
die auch dem Glyptothekexemplar noch verblieben
ist. Davon kann schon ein Blick auf das gröb-
lich gezeichnete Faltenbündel uu der r. Hüfte
überzeugen. In einem Punkte könnte man da-
gegen versucht sein, die Überlieferung des floren-
tiner Beispiels für eine, wenigstens der Intention
nach, authentischere anzusehen. Der von der r.
Schulter niedergeglittene Chitonbausch zeigt seine
Längsfalteu von weichen (^uerbrttchen durchsetzt
und belebt, wie sie, häufiger vorkommend, w'eiehes
Linnen recht wohl charakterisieren. Allein ab-
gesehen davon, dass auch an diesem Bausch eine
Reduction der Hauptfalten stattgefunden hat, so
sind diese vertical ziehenden Weichbrüche hier
sichtlich stark übertrieben.
Beachtenswerter ist eine andere Auskunft,
die das florentiner Exemplar giebt Wahrend
das epidaurische ein Schwertgehänge, das Mün-
chener eine Nehris um die Brust aufweist, fehlt
hier an dieser Stelle ein Attribut. Da zu der
Annahme, der Typus sei hier zur Darstellung
irgend eines andern Wesens als des ursprüng-
lichen benutzt worden, vorläufig und an sich
nicht der mindeste Grund besteht, so können wir
aus dem Fehlen vornächst nur folgern, dass zum
Verständnis» des Bildes, des Bildes in seinem
ursprünglichen Sinne, jenes Attribut nicht gerade
nötig war, die in den beiden Händen vorauszu-
setzenden Attribute genügten. So erhält die unter
No. 629/630 erwähnte Deutung Milchhöfers durch
diese neue Replik nichts weniger als eine Stütze.
Auch wenn wir uns die Figur „mit dem Schwert in
der gesenkten Rechten“ und einem „scepterartigen
(ki/hfof“ in der Linken ergänzen wollten: welcher
Hellene sollte in dieser Gestalt mit dem senti-
meutvoll geneigten Haupt, dem ersichtlich auf
sinnlich reizende Wirkung berechneten Körper
die gestrenge Dike erkennen?
Zu der Frage, welcher Zeit ich die Entstehung
des Typus zueigne, habe ich mich kurz unter No.
629 630 ausgesprochen; sie auch nach Maassgabe
der Figur hier näher zu erörtern, scheint nicht
der Platz. Betont sei nur ein Moment von meh-
reren, das leider auch von soust geschulten Kri-
tikern noch immer nicht genug gewürdigt wird:
die Proportionierung. Sie ist in allen drei Re-
pliken wesentlich die gleiche, schlankere des
4. Jahrh. (Flasch.)
Venedig, Museo archeologico.
823 und 824. Kopf de, Apollon I). 360.
Der Kopf ist der teste Vertreter eine, verbrei-
teten Typus, über den iui Text zu E-V 842 und
in meinem „Führer durch die Antiken in Florenz“
No. 2 ausführlich gesprochen ist. Die im liuudel
verbreiteten Pliotographiecn geben den Kopf in
Dreiviertelsprofil. (Anielung.)
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40
München.
Arsenal.
Nach Aufnahmen von Prof. Six; die beiden
andern Löwen sind von Naya gut photographiert.
825 und 826. Sitzender Löwe. II "he
(ohne Plinthe) ca. 1,85, Höhe der eingelassenen
Plinthe 10 cm. Unbekannter Herkunft, jedenfalls
nicht mit den drei anderen aus Attika; laut
Unterschrift: „Anno Corcyrae liberatae“ 1716 auf*
gestellt. Modern Kopf und Basis; Geschlechts-
teil abgearlieitet. Naxischer Marmor gröbsten
Korns. Nicht einzeln abgebildet; s. jedoch die
Gesammtan sicht des Arsenals hei Lahorde, Par-
thenon. Litteratur bei Sauer, Altnaxische Mar-
morkunst, p. 89, No. 1, wozu poch Kock, deutsche
Bundsclmu, 1892, S. 400. Gutes Beispiel archa-
ischer Auffassung von Tierformen. Leih unnatür-
lich gestreckt und schwächlich, besser die Bcitie. i
Mähne zwischen den Vorderbeinen als dick auf-
liegende Schicht behandelt, während im Nacken
einzelne Locken sauber und vorsichtig aus dem
spröden Material herausgemeisselt, bez. graviert,
durch Überarbeitung freilich entstellt sind. In
schwächerem Belief, vielleicht auch ohne Gra-
vierung ist der jetzt schwer erkennbare, nahe
vor dem 1. Hinterknie liegende Schwanzhüschel
gearbeitet. Anatomisches Detail spärlich; um so
auffallender die starke Betonung der drei letzten
Kippen und der Kreuzwirbel. Das Ganze sehr
zerfressen (besterhaltene Epidermis unter dem
Kinn); es hat gewiss auch itu Altertum (als Grab-
mal?) im Freien gestanden. < Sauer.)
827. Li egender Löwe (oder Löwin?) von !
hvmettischem Marmor. Aufschrift: Ex Atticis.
Identisch mit der in einer Depesche Morosini's
(bei Laborde, Athönes II, 225 f.) erwähnten Löwin,
der ein Stück gleichen Marmors zum Ersatz des
Kopfes beigegehen wurde. Dass diese Löwin von
der Akropolis stammte und mit der von Guillet
(bei Lahorde, I, 217, Anin.) erwähnten identisch
sei, finde ich nur bei Hertzberg, Gesell. Griechen-
lands III, p. 145 angedeutet; die Aufschrift würde,
wenn dies wirklich so wäre, gewiss stolzer lauten.
Flüchtige Arbeit, vielleicht sogar spater Zeit.
Grabmal? (Sauer.)
Mönchen, Glyptothek.
828 und 829. Jünglingskopf. Brunn No. 49.
Erg. Nase, Herme. Nach einem Original aus der
Mitte des 5. Jh. v. Chr. Vgl. Furt wangier, Meister-
werke p. 115.— Eine Replik des Kopfes im Besitz
von F. llauser wird in der nächsten Serie ver-
öffentlicht werden; eine weitere im Pal. Torlonia
M-D 234 = Furtwangler, Meisterwerke p. llo,
Anm. 4 (Phot, bei Dr. Kalkmann).
(Bulle.) I
830 und 831. Hermenbüste des Hermes.
Brunn No. 58. Erg. Nase, Oberlippe, unterer
Teil des Bartes, vorderer Teil der Büste. Am
Hals gebrochen. Kopie nach archaischem Ori-
ginal. Von der Replik bei Barracco (La Collec-
tion Barracco, Taf. 26) weicht das Münchener
Exemplar in» Nackenhaar ab, das hier in einem
nach unten sich zuspitzenden Schopf glatt an-
liegt, während es dort ähnlich wie über der
Stirn in kurzen Löckchen unter der Mütze her-
vordringt. Unzweifelhaft hat sich der Kopist des
Münchener Stückes enger au seiu Vorbild ge-
halten. Für den Kopf hei Barracco kann es
übrigens zweifelhaft sein, ob er als Herme ge-
arbeitet war. — Brunns Deutung auf Hephäst
hat Furtwängler (Führer durch die Glyptothek)
durch die auf Hermes ersetzt, unter dem Hin-
weis, dass Hephäst in dieser Zeit noch nicht
init dem Pilos ausgestattei wird, dagegen ähn-
liche archaische Köpfe sicher Hermes darstellen.
Vgl. Arndt, La Glvptotheque Ny-Carlsberg. Text
p. 19, Anm. 3. (Bulle.)
832 und 833. Brunn No. 83. Replik des
Kopfes des Ares Ludovisi (Schreiber« Be-
schreibung der Villa Ludovisi, p. 82 ff. No. 63;
Uelhig, Führer II, No. 877), als solche erklärt
von mir in den Verhandlungen der Münchener
Philologenversammlung 1891, p. 244 f. Sep.-
Ahdr. p. 3 f. Auf meine dortigen Ausführungen
verweisend, füge ich Rückschlüsse bezüglich des
Originales hei. Der Münchener Kopf war mir
stets eine Arbeit nach Bronze. Als ich später
seine Beziehungen zu dem Ares Ludovis er-
kannte, bestärkte mich eine Prüfung auch der
Statue in der Annahme eines Bronzeoriginals.
So konnte drittens die Thatsache, dass in einer
Neapolitaner Replik (K-V 534^35) ein völlig ver-
schieden gestalteter Sitz erscheint, kaum mehr be-
fremden, und gerade deshalb, ira Hinblick auf die
Frage des Originaluiaterials, geschah es, dass ich
a. a. O. die Fachgenossen auf jenes Neapolitaner
Stück aufmerksam machen zu sollen glaubte.
Denn gegenüber jener so auffälligen Differenz —
der Sitz ist eine Art Pfeiler, seitlich und vorne
glatt zugearbeitet, vorne unten mit dem Rest
einer vorspringenden Platte — kann mau nicht
umhin, zu folgern, dass in dem Original der Sitz
eine künstlerisch ganz irrelevante Zugabe ge-
wesen sein müsse, bestimmt nur, dem Bilde einen
entsprechenden Sitzboden zu geben, nicht auch
mitberechnet in der Umrissentwicklung des Kunst-
werkes selbst, eine Art mächtiger Unterstütze, die
unbeschadet der eigentlichen Kunstforuieti in der
einen Kopie diese, in der andern jene Gestalt
empfangen konnte : was w jeder auf eine Bronze-
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München.
41
tigui' führt, etwa wie, um ein bekanntes und auch
künstlerisch nahe stehendes Beispiel anzuführen,
die Bronzestatue des ruhenden Hermes in dem
Museum zu Neapel (Baumeister, Denkm. Fig. 788;
lieber - Bayersdorfer, Klass. Skulpturenschatz
No. 7; Bninn-Bruckmaun, Taf. 282).
Es leuchtet ein, dass unter diesem Gesichts- j
punkte u. a. die Krage, zu welcher schon das
Neapolitaner Exemplar an sich drängte, näm-
lich welche von den Attributen, mit denen der
Kopist des Ludovisischen Exemplars den Sitz zu
beleben für gut fand (.Schild, Beinschienen, Eros, i
HelmX in dem Original vorhanden gewesen seien, |
ob überhaupt eines, geradezu unahweislich wird;
und man wird dieselbe principiell dahin ent-
scheiden dürfen, dass, je weniger Objecte die ;
unteren Umrisse der Figur bedrängten oder gar
schnitten, desto mehr den Intentionen des Ori-
ginalkünstlers entsprochen war.
Was Stil und Entstehungszeit des Werkes |
anlangt, anerkenne ich das Urteil Brunns (a. a. O.),
Friedericht» ' (Baust. 486 = Fr.- Wolters 1268), I
llelbigs i,a. a. O.) u. A., wenn sie dasselbe der
naturalistischer gewordenen Kunst um den Aus-
gang des 4. .lahrh. zuschreiben und speciell lvsip- !
pische Richtung in ihm linden. Die Möglichkeit,
dass es auf Skopai1 Kolossalmarmorbild (l’lin. :
36, 26) zurückgehe, halte ich für ausgeschlossen, |
nicht etwa nur wegen des vermuteten Original-
materials, auch nach Allem, was ich von der
früheren Kunst des 4. .lalirli. bis zu den Maus-
solleionArbeiten, diese mitinbegriffen, weiss. Wenn
Furtw Angler — bei Roscher, mytk. Lexikon, S.490f.,
noch der meines Erachtens richtige.! Ansicht —
in den Meisterwerken S. 525 f. wieder auf Skopas ,
ruckfallend an die, ich möchte sagen, berüchtigte
Stirnfalte des Apoxyomenos erinnert, statt deren \
an dem Areskopfe „nur eine glatte Modellierung
der Form wie in der gesammten vurlysippi sehen
Kunst“ erscheine, so ist damit für die Entstehung
des Ares weder vor noch nach Lysipp etwas
besagt. Denn einmal ist doch wohl Lysipp !
selber so weit Naturkonner gewesen, dass er
nicht ohne Unterschied alle seine Jünglingsköpfe
mit jener Stirnfalte ausstaffierte , zweitens würde
die Abwesenheit dieser famosen Kalte ja über- '
haupt erst dann ein Beweismoment abgehen, (
wenn dieselbe wirklich von Lysipp ab auf allen
Jünglingsstirnen oder doch den meisten spukte.
Dafür gar, dass die vorhandenen Repliken des
Ares nicht den originalen Massstah hätten, son-
dern Verkleinerungen wären, fehlt jedes Indicium.
Wir überlassen es Fnrtwängler, das Auftauchen
eines Gros&exemplars zu erhoffen, und glauben
unsererseits vorläufig Angesichts dieser tüchtigen
Stücke gleichen Massstabs, dass dieser auch der
des Originales war.
Am wahrscheinlichsten trifft die von Meyer
ausgesprochene Vermutung (s. Jahrb. d. arch.
Inst. 1889, Arch. Anz. p. 41) das Richtige, dass
Fiston (Hin. 84, 89) der Autor des Bildes gewesen
sein möge. Vielleicht hilft hier die oben an-
geführte Hermesstattic etwas weiter, die ich frei-
lich auf den genaueren Grad ihrer stilistischen
Verwandtschaft zu prüfen noch keine Gelegenheit
gefunden habe. (Flasch.)
834 und 835. Kopf der Athen a, auf nicht
zugehöriger Athenastatue. Brunn Nr. 86. Der
Kopf parischer, die Statue italischer Marmor.
Am Kopf ergänzt: der lieltnhnsch; der Stim-
Bchutz des Helmes mit der Palmette, doch ist
die untere Spitze alt; der grössere (obere) Teil
der über der Stirn liegenden Locken; die Spitzen
der Locken neben dem r. Ohr; die Endigung der
vordersten unteren Locke vor dem 1. Ohr; der
untere Teil des Halses mit dem Einsatzstück,
den beiden Locken unter dem r. Ohr und den
weiss erscheinenden Lockenenden auf der 1.
Seite; das (weisse) hintere Ende des Nacken-
schirmes mit den Locken darunter; im Gesicht
Nase, Oberlippe und Unterlippe bis zu den Mund-
winkeln.
Der weisse Fleck an der 1. Halsweite rührt
von der Abarbeitung der sich nach unten fort-
setzenden grossen Locke her, die hinter dein 1.
Ohr entspringt. Aus dem Fall dieser Locke und
der stärkeren Schwellung des linksseitigen Kopf-
nickers ist zu entnehmen, dass der Kopf beträcht-
lich nach vom und zu seiner Rechten geneigt
war. Kopie nach einem Original des 5. Jahrh.,
etwa aus dem dritten Viertel desselben. Die
ungewöhnlich fleischigen Wangen hei schmaler
Bildung des Kinns und tief bedeckter Stirn geben
dem Kopf etwas Eigenartiges. Bei richtiger Nei-
gung des Kopfes verschwindet der Ausdruck von
Verdrossenheit etwas. Erwähnt von Fnrtwängler,
Meisterwerke S. 90, Anm. 4. Löschcke, Fest-
schrift zum 50jähr. Jubiläum d. Vereins v.Alter-
tumsfreunden im Rheinland«*, 1891, p. 7, Anm. 1.
(Bulle.)
836 und 837. Brunn No. 90. Kopf des
Apollo Citharoedus, gen. Muse Ba rberini.
Der Kopf, itn Gesicht, ausgenommen die Stirne
und die Umgebung der Augen, etwas durch
Corrosion beschädigt, ist in die Figur eingelassen,
aber sicher zugehörig, wenn auch nicht richtig
sein wird, „«lass die alte Verbindung beider Teile
nie wieder gelöst worden ist“ (Brunn). Ergänzt
sind der untere Teil der Nase, zwischen Hals-
ende und Brust Stücke der Schulterlocken, ein
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München.
schmaler Einsatz*! reifen, welcher die Haarmasse
des Nackens mit jener auf dem Kücken der
•Statue verbindet. — Cher Augapfel und Wimpern
s. Brunn a. a. 0., auch Winckeluiann, Werke
(Ausg. Eiselein), V, p. 77 f.
Ein selten charaktervolles Marmorhaar: un-
gemein weich bewegt, breit und pastös gezeichnet,
durch ein paar stärkere Cäsuren zu einigen I
grosseren Büscheln gruppiert. Arbeit und Arrange-
ment machen von vornherein geueigt, die Stärke
des Künstlers, der das Original erfunden, in dem
Meissei zu suchen. Es ist dieses Haarwerk aber :
keineswegs Phidia s’scher Zeit, noch selbst des j
ausgehenden 5. Jahrhunderts. Zwar in deu
Windungen macht sich noch Zusammenhang mit
den älteren Traditionen bemerkbar, aber die
einzelnen Körper sind doch schon zu decorativ
und in ihrem Zusammenhänge zu sehr auf-
gclockert, zwischen Hinterhaupt, Stirn und
Schlafen zu buckelig angehäuft, als dass das
Ganze nicht einen bedeutenden Fortschritt in
das Malerische des 4. Jahrh. markierte und dass
es mit verwandten Exempeln der früheren Zeit
ziisamiiiengebracht werden könnte. Auch ein
Stirnkrobylos so ausgebildeter Gestalt oder so
kräftig wirksamen Sonderreliefs wird schon aus
inneren Gründen im 5. Jahrh. nicht gefunden
werden können.
Diesen Wahrnehmungen entsprechen Kopf-
form und Gesichtsbildung. Schon die Länge der
Maske und die breite, nach Art z. B. der Knidierin !
oder der Niobe in höherem und gesell weif- i
tereni Bogen zum Scheitel verlaufende Stirn
halten mich ab, eiue Schöpfung des 5. Jahrh. j
anzuerkennen. Das Maass, in welchem der
Künstler um Kinn und Wangen ins Fleisch, ins
weiche Fleisch gegangen ist, die Milde der ein-
zelnen Umrisse, das Sfuuuito des Haaransatzes
fallen gleichfalls zu Gunsten einer späteren Ent-
stehung in die Wagschale, und aberinuls eines
Marmorkiinstlers. Andererseits ist nicht zu
leugnen, dass trotz des Verlustes des Kernigen
und Flächigen der alten Schule sich doch noch
etwas von der Grosszügigkeit des 5. Jahrh.
durch die allerdings geschwungenere und weicher
modellierte Decke hindurch geltend macht; auch
in den Lippen, die an den alten, göttlichen Wurf
wenigstens noch erinnern.
Mit einer solchen Beurteilung des Kopfes,
welcher übrigens analog der Figur vornehmlich
auf Vorder- und halbe Seitenansicht gearbeitet
ist, treten wir in Widerspruch mit der fast all-
gemeinen Annahme, die in dem Bilde ein Werk
der Phidias 'sehen Epoche sieht. Allein so ver-
breitet diese Meinung sein mag, irrig ist sie |
nichtsdestoweniger. Denn auch die Figur tragt
sichere Kriterien späterer Entstehung. Furt-
w&ngler, Meisterwerke p. 119, nimmt zu einer
GrupjH* zusammen die sog. Ceres der Rotunde (be-
züglich deren die Bemerkung gestattet sein mag,
dass ich sie in Vorträgen lange vor dem Er-
scheinen des F.schen Buches mit Agorakritos
Nemesis in Verbindung gebracht habe), die Muse
Barberini und die grosse Athena in dem unteren
Corridor des capitolinischen Museums. Aller-
dings diese Figuren tragen den gleichen Chiton;
aber um so mehr kann man an ihnen lernen,
wie stilverschieden sie untereinander sind und
wie sic chronologisch auseinandergehen müssen.
Es handelt sich da um nicht allzuschwer zu
demonstrierende Unterschiede. Beschränke ich
mich hier auf den Apollo, so sehe ich z. B. die
Steilfalten des Chiton, ausgenommen die Mittel-
falte, die nach unten spitz verläuft, in eine
grössere Reihe von zum Teil sehr schmalen
Rücken und Tiefen sich gliedern, dabei jene,
wenn möglich, noch durch Eindrücke gebrochen,
diese zumeist sehr weit hinein zurückgeschnitten:
Erscheinungen, wie s'e der sog. Ceres der ltotonda,
der Parthenos und anderen ähnlichen Werken
wirklich der Pliidias'schen Epoche fremd sind,
die sich noch mit einer schlichteren Art der
Gliederung und weniger lebendigem Wechsel be-
gnügt, demgemäss breitere Kücken, breitere
Thäter bildet und diese auch viel weniger tief
einsenkt, überhaupt sparsamer faltet. Die reichere,
belebtere Art des Citharödus begegnet uns ganz
ähnlich schon an der Eirene des Kephisodot.
Dennoch kann ich mir den Meister des Citharödus
zwar wohl als den Schüler des Kephisodot, nicht
aber als einen in der gleichen Kuustlergeneration
aufgewachsenen Zunft genossen denken. Dazu
zwingen die Fortschritte in dem Kopfe des
Citharödus und überdies der völlig verschiedene
Bau der Gestalt. Das kürzere Rechteck, wie es
dem entwickelten 5. Jahrh., auch noch der Eirene,
eigen, ist hier bereits mit Entschiedenheit in das
gestrecktere, das Proportionsideal des 4. Jahrh.,
übergegangen. Auch der schon verhältnismässig
hoch genommene Stand der Gürtung, auf dessen
Wert als kunstgeschichtliches Kriterium ich (vor
Anderen) schon in dem Annali 1878, p. 18 auf-
merksam gemacht habe, bestätigt unsere Be-
obachtungen.
Grösse, feierliche Haltung, die gewählte
Tracht, die hier noch frei ist von den Un-
tugenden, welche späterhin diesem Kleidungs-
stück ein gut Teil seiner künstlerischen Wirkungs-
fähigkeit entzogen, reihen den Apollo Barberini
den Götterbildern der grossen Zeit an, aber als
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München.
43
einen Spätling, geschaffen wohl eher erst in
dem zweiten als in dein ersten Viertel des 4. Jahrb.
— Ich setze die Statue seit lange in Beziehung
zu Skopas. Doch auch darüber mich hier noch
auszusprechen, wurde zu weit führen.
(Flasch.)
838 und 839. Kopf der Artemis. Brunn
No. 93. Stark geputzt. Ergänzt die Nase , eilt
Teil des Gewandes an der 1. Seite des Halses
und Teile der Diudcmverzieruug, nämlich: die
mittelste Gruppe von zwei Tieren und der Gegen*
stand rechts davon ganz; an der Gruppe Uber
dem r. Auge Köpfe und Hälse der Tiere, an der
über dem 1. Auge das erste Tier ganz, der
grössere Teil des Gegenstandes daneben, Hals
und Kopf des nächsten Tieres. Die Tiere sind
ihrem Baue nach deutlich Hebe. Der Gegen*
stand zwischen ihnen, am liesten erhalten Über
der 1. Schläfe, ist sehr wahrscheinlich ein weib*
liebes Idol mit über der Brust gekreuzten Annen.
— Boss Imcli. Athen. Mitt. 1890, p. 69. Furt*
wangler, Meisterwerke p. 203. Wolters in Lütxows
Ztschr. für bi Id. Kunst, N. F. VI, 8, 44.
(Bulle.)
840—843. Kopf der Eirene vonKephi*
sodot d. ä. Nach dem Original und nach Gips*).
Ergänzt die untere Hälfte der Nase der Eirene,
der Arm des Plutos. Der Kopf des Knäbchens
alt, aber nicht zugehörig. — Zu Kephisodot vgl.
zuletzt Wolters, Jahrbuch VIII, 1893, p. 173 f.
Furt wä» gier, Meisterwerke p. 613, und Denk*
schritten der bayer. Akad. 1. CI., Bd. XX, Abt. III,
p. 552. (Bulle.)
844 und 845. Brunn No. 108. Kopf der
Statue des Dionysos, früher in Verona inl’a-
lazzo Bevilacqua: Clarac 675 B, 1584 (Maffei, Verona
illustnita III, p. 226, Tat. XII). aufgesetzt, doch
sicher zugehörig. Ergänzt die Nasenspitze, ver-
schiedene Flickstücke am Hals, Partien der Haar-
locken um den Hals. — Ich habe in den Verhand-
lungen der Münchener Philologen Versammlung
(1691), p. 248 = Sep.-Abdr. p. 7 den Typus für
eine Schöpfung des mittleren 4. Jahrb. erklärt
und muss daran festkalten trotz Milckhöfers
Widerspruch, der ihn für jünger nimmt (Jahrb.
der arch. Inst. 1892, p. 200 j. Bei allem Natura-
lismus ist das Werk für eine jüngere Zeit zu
bescheiden und massbalteml in der Anordnung,
zu stilvoll in der gesummten Formgebung, des
Nackten wie der Draperie. Die weiche und zarte
Führung der Umrisse, die aber weit entfernt ist
von Verschwommenheit, die stilistische Verwandt-
schaft mit dem Hermes des Praxiteles, die auch
in dem Kopfe hervortritt, lassen mich ein Original
praxitelischer Provenienz vermuten, an dem der
Kopist höchstens in der Beigabe lind nächsten
Umgebung des Panthers sich Licenzen gestattet
haben wird, schwerlich auch in dem auf der linken
Schulter hängenden Fultenhiindel (Furtwängler:
freie spätere Variante [nicht Kopie J eiues Typus
des 4. Jahrb.). Das Bild verdient durch Abguss
dem Studium zugänglicher gemacht zu werden.
(Flasch.)
846. Archaisches Belief von Delos.
Brunn No. 117. Nach dem Abguss, weil in
grosser Höbe eingemauert Sehr grobkörniger
Marmor, vielleicht naxisek. — Erhalten sind die
Oberteile dreier Frauen nach links, von denen
die mittlere Oberkörper und Kopf nach aussen
wendet, gauz wie auf den bekannten atheni-
schen Chariten reliefs (Koscher, raytk. Lex. I,
Sp. 882). Der Kopf der mittleren ist von reich-
lichem Haar umrahmt. Die erste und zweite
von rechts tragen gegürteten Chiton, die zweite
auch einen Mantel, der vom Kücken herabhängt
und lieben der r. Brust und am I. Ellenbogen
! sichtbar wird, ln den erhobenen r. Händen sind
bei der ersten und dritten gemalte Attribute zu
denken, während die Hand der mittleren einen
Gestus der Adoration zu machen scheint. —
Nymphen oder wahrscheinlicher die Chariten.
Links, wo das Belief sich fortsetzt, ist dann viel-
leicht nach Analogie des t basischen Keliefs
Apollon zu ergänzen, mit dem die Chariten auch
auf Delos eng verknüpft sind (Cultbild des Tek-
j taios und Augelion mit den Chariten auf der
Hand: Overbeck, S-Q 335/336).
(Bulle.)
847 und 848. W i e d e r li o I u n g vom K o pf d e s
Hermes von Andros. Brunn No. 123. Nase
und hintere Hälfte des linken Ohres ergäizt. Der
Kopf ist stark geputzt. — Die Statue, auf welcher
er mit ergänztem Hals aufsitzt, ist eine Wieder-
holung des polykletisrhen Diadumenos (Amelung,
Florentiner Antiken p. 37) und erst von dem Er-
günzer nach dem Vorbild des „Antinous vom
Belvedere- zu einem Henne» gemacht.
(Bulle.)
849 und 850. Männlicher Torso. Prunn
*1 Wir haton. da di« Aafnahm« d«a originalen Kopfa* in-
folg« der ungünstigen ttotoochtungaverhAitniaa« in <i«r Oljpto-
tb«k nicht nach Wunsch gelungne tot, in Hinblick auf di«
kuasthtotorisch« Wichtigkeit de« Stück«* auch di« > Ort reiflichen
Photographien de« (iipMa veröffentlichen iu müssen geglaubt.
1). H.
No. 137. Replik des sog. Omphalosapolloii. ln
der einfachen und flächigen Wiedergabe der
Formen ist die Kopie dem Berliner Exemplare
No. 510, sowie dem Florentiner D. 27 (vgl.
E-V 87/88) verwandt. (Arndt.)
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44
Mönchen.
851 und 852. Brunn No. 151. Aufgesetzter,
nicht zugehöriger Kopf der Statue des sog.
1 a s oit. Der Kopf ist, wie Brunn nach mir bemerkt
hat, eine Wiederholung des Kopfes des vaticani- !
sehen sog. Adonis, nur ohne llaarschimr: llelhig,
Führer, No. 255; Furtwängler, M*W, p. 588,
Fig. 115. — Besonderer Wert kommt dem Exemplar
nicht zu. Es ist zu schlecht erhalten, das llaar
an mehreren Stellen verstossen, das Gesicht nicht
nur stark ergänzt (Nase, Unterlippe mit Kinn,
grössere Partien der Wangen, das halbe 1. Auge
und Teile der Stirn), sondern auch üherputzt.
Das geistvoll entworfene, auf feine Detaillierung
berechnete, kurzlockig sprossende Haar gemahnt
an ein Original in Bronze, das von einem der
noch mit den grossen Stilisten der unmittelbar
nachphnliasischen /eit sich berührenden Meister
stammen muss. (Flasch.)
853 und 854. Brunn No. 152. Kopf de 9
Asklepios, auf e’nen modernen Hernienschaft \
aufgesetzt: modern ist auch die Nase.
Die von mir herrührende Deutung beruht
ausser auf der Typik des Kopfes auf seiner
Übereinstimmung mit dem Kopfe der Dresdener
Statue: Augusteum, Taf. 16; Clarac 549, 1156,
von welcher Treu eine Beplik in dem Sculp-
turenschatz aus Olympia entdeckt hat (Arch.
Anz. 1890, p. 107; Olympia III, T. 58, 1). Da der
Kopf den Gott sehr wohl charakterisiert (s. Brunn
a. a. O.X so kann ich gleich Furtwängler (M-W,
p. 84, Anm. 4) Treu nicht beipflichtcn, wenn er
in der Statue später Zeus dargestellt vermutete
(Arch. Anz. 1892, p. 66 f.). — Die Arbeit ist flau
und liandwerksmässig, aber die Vorlage eines
Originals aus der späteren Zeit des 5. Jahrh.,
vermutlich Phidiasisrker Schule (so auch Treu,
Furtwängler), dennoch unverkennbar. S. auch
unten No. 869—871. (Flasch.)
855 und 856. Kopf des nackten Zeus.
Brunn No. 160. Nach Gips. Nase ergänzt —
Die von Kekulö, Jahrbuch 1888, p. 42 f., gegebene
Deutung auf Zeus näher begründet von Furt-
wängler, Meisterwerke p. 408 f., der die Statue
für ein vorpolykletisches Werk der argivischen
Schule erklärt und in ihr eine Nachbildung des
im Jahre 466 v. Chr. in Syrakus aufgestellten
Zeus Eleutherius vermutet. (Bulle.)
857 und 858. Kopf eines Athleten.
Brunn No. 164. Ergänzt Hals, Nase, der hintere
Band des r. Ohres, ein Klicken an der r. Seite
des Kinns. Kopie nach einem Typus des 4. Jahrh.,
der den praxitelischen Köpfen sehr nahe steht,
namentlich in Haar- und Augenbildung. — Re-
pliken (nach Arndt): 1. Collection Barracco,
Taf. 56 und 56a. Sehr hart gearbeitet. 2. Pa-
lazzo Torlonia. M-D 1679 (Phot, bei I)r. Kalk-
manii). 8. Villa Albani, No. 57, wird in einer der
nächsten Serien des E-V veröffentlicht werden.
(Bulle.)
859 — 862 Vier Kanep hören. Brunn
No. 167 — 170. Nicht, wie Brunn und Schon» an-
nahtnen, aus Villa Abani, sondern „aus der alten
Versailler Sammlung*1. Vgl. L. v. Urlichs, Bei-
träge zur Geschichte der Glyptothek, S. 14 u. 17.
Hohe ohne die modernen Kalathoi 2 in. Lunensi-
scher Marmor. Ergänzt: bei allen die gesenkten
Anne und Hände mit dem oberen Teil des Mantel-
endes (bei 167 und 168 Oberarme alt), die er-
hobenen Arme, die Körbe; bei 169 der Mantel-
zipfel auf der Schulter, bei 167 und 170 dessen
äussere Hälfte; die Köpfe und Hälse von 167
und 170. Antik dagegen sind die mit ergänztem
Hals aufsitzenden Köpfe von 168 und 169 (Nasen
ergänzt); ihre Zugehörigkeit ist durch Gleich-
artigkeit des Marmors und richtigen Verlauf der
Schulterlocken gesichert Auf dem Oberkopf ist
| bei beiden der Rest e'nes dünnen runden Trag-
! polsters alt. —
Sehr iiiittetmässige Arbeit Die Augensterne
sind eingegraben in der Art des zweiten nach-
christlichen Jahrhunderts. Da die Gestalten
hinten ausgearbeitet sind, haben sie frei, nicht
an einem Pfeiler gestanden. Ob sie ehemals ein
Gebälk trugen, ist unsicher. Wegen der Er-
hebung der Arme scheint es mir schwierig, sic
1 alle nebeneinander unter demselben Arch Brav zu
denken, doch wäre eine Anordnung zu zweien,
etwa neben einer Thür das vorkragende Gebälk
tragend wie jetzt in der Glyptothek, auch in
römischer Zeit wohl denkbar. Alle vier haben
neben dem linke? Fuss am Gewand die antike
Inventarniimmer XUII (bei 168 geschrieben V1IL).
Da das bei Statuen, die mit einem Gebäude in
architektonischem Zusammenhang stehen, wenig
Sinn hätte, so ist auch die Möglichkeit zu er-
wägen, dass sie im Freien, etwa als Weihgeschenke
in einem Heiligtum, paarweise aufgestellt waren.
Es sind nicht, wie ich früher ineinte (Röm.
Mitt. 1894, p. 152), Umbildungen der Koren am
Erechtheion, da sie ausser durch die Erhebung
der Arme auch im Kopf und namentlich in den
Falten um das Standbein sehr wesentlich ab-
weichen; auch ist die Hüfte auf der Seite des
! Standbeins sehr viel stärker ausgebogen. Die
Kopfe, so schlecht sie gearbeitet sind, erinnern
in der Anordnung des Haares und im Gesicht*-
oval sehr an den Amnznnentypus. der auf l'oly-
klet zurückgeführt wird (Furtwängler, Meister-
werke p. 293). Da uns von 1‘olyklet die Dar-
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München.
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Stellung von Kanephoren überliefert ist — aller-
dings nur kleiner Erzbilder im Besitz des Heius,
die aber nach grösseren Originalen kopiert sein
konnten (Overbeck, S-Q 964) — , so ist es mög-
lich, dass die Münchener Statuen späte Nach-
bildungen nach diesen Werken sind. Die starke
Ausbiegung der Hüfte des Standbeines würde gut
dazu passen. (Bulle.)*
863. Augustnt. Brunn No. 209. Über den
nicht zur Statue gehörigen Kopf (erg. Nase, r.
Augenknochen zur Hälfte, die oberen Blätter des
Eirhenkranzes, die herahfalleuden Enden der
Binde. Beutel. Marmor) vergl. Bernoulli, Röm.
Ikon. II, 1, p. 42, No. 85. — An der Statue
(grobkörniger Marmor) sind ergänzt der Hals-
einsatz lind der obere Rand des Chitons sammt
deui Knopf, der r. Arm, die I. Hand mit Schwert-
griff (das innere Stück des Schwertes alt’, alles
Gewand unterhalb des 1. Armes, die verbindende
Stütze (Ansatz alt, so dass das weite Herab-
hängen des Gewandes richtig ergänzt ist), das 1.
Bein von unterhalb, das r. von oberhalb des
Knies an, Stamm, Schamhaare, Geschlechtsteile,
verschiedene Flicken an Körper und Gewand.
Flüchtige Kopie, nach Stellung und Proportionen
auf ein Vorbild des 5. Jahrh. xurückgehend.
Von den nicht seltenen Statuen mit ähnlicher
Gewandanordnung scheinen Clarac 658, 1527 und
Museo Borhonico V, tav. X am Nächsten ver-
wandt, vielleicht Repliken. Vgl. K -V 184 und 405
und Museo Torlonia 52. (Bulle.)
864 und 865. Kopf der Artemis. Brunn
Saal IX, c (jetzt Vorhalle BX Erg. Nase, unterer
Teil des Halses. Kopie etwa des 2. nachchrist-
lichen Jahrhunderts (tiefe Bohrgänge im Haar) nach
einem hellenistischen Vorbild. Die Haaranord-
nung und die etwas kleinliche Sfissigkeit der
Formen lassen den Kopf aufs Nächste verwandt
erscheinen mit dein von R. von Schneider mit
einiger Wahrscheinlichkeit als Artemis gedeuteten
Köpfchen aus Tralles (R. von Schneider, Album
der Antikensammlung des Kaiserhauses in Wien,
Taf. 6). Doch ist hei dem Wiener Kopf das üe-
sichtsoval gestreckter, die Stirne mehr vorgewölbt
und oben dreieckig begrenzt und die Kopf-
wendung zur L. statt zur R. Auch ist er kleiner
(Gesichtshöhe 0,13; am Münchener 0,185). Wenn
somit kein gemeinsames Original anzunehmen
ist, so haben beide Köpfe jedenfalls ihren Ur-
sprung in denselben Kreisen hellenistischer Kunst.
Die von Brunn gewählte Benennung des Mün-
chener Kopfes als Artemis dürfte das Richtige
treffen. (Bulle.)
Akademie der bildenden Künste.
866 — 868. Gipsabguss des Diadu-
raenos in Madrid. Gegenüber der vom falschen
Standpunkte aus veranstalteten LaurcnPsrhen
Aufnahme des Originales (reproduciert in Furt-
wänglers Meisterwerken p. 439) ermöglichen
diese Aufnahmen des Abgusses ein genaueres
| Studium der Formen, besonders des Kopfes. Die
Puhliration erschien wünschenswert, weil Ab-
güsse der Madrider Statue äusserst selten sind.
• Ausser dem Münchener Abguss*) der ganzen
Figur kenne ich nur noch einen Abguss des
Kopfes allein hei Gherardi in Rom (Via Sistina),
der nach diesem eine neue Form hergestellt hat.
Zn dem, was zuletzt Furtwängler in den
, Meisterwerken“ p. 435 ff. über die Figur und
ihre Kopien gesagt hat, ist wenig hinznxufügen.
Seitdem sind zwei neue Kopien bekannt ge-
worden, eine ganze Figur aus Delos in Athen
(Bulletin de corr. hell. 1895, pl. VIII p. 484 f.)
und ein Kopf im Britischen Museum (Revue arch.
1895, pl. XI u. XII, p. 144 ff-X Ferner macht mir
Arndt folgende Mitteilung: „Im Thorvaldsen-
Museum in Kopenhagen, Saal XXXIX, Schrank 1,
No. 50 betindet sich ein sehr fein gearbeitetes
Fragment vom Kopfe des polykletischen Hindu-
tnenos; r. Ohr mit Binde und Teil des Ober-
kopfes; Stil der Dresdener Replik.“ Die Figur
aus Delos scheint sehr gut gearbeitet zu sein;
das Sehamhaar hat sie nach der Art des 4. Jahr-
hunderts; sonst scheint sie in Allem mit den
übrigen Kopien übereinzustiramen. Über den
Kopf im Britischen Museum urteilt Furtwängler
in seiner Schrift „Uber Statuenkopien im Alter-
tum“ (Ahhandl. d. k. bayer. Akad. d. Wissensch.
I. CI. XX. B. III. Abt) p. 548 sehr hart („ein
sehr luittelmässiges Stück“), wie ich nach der
Abbildung glaube, mit Unrecht. An dem Kopf
ist der Bronzecharakter des Originales besser
bewahrt, als an irgend einer andern Kopie,
ohne dass die Arbeit dabei hart und leblos ge-
worden wäre, wie bei dem Pariser Fragment
(Meisterwerke, p. 440 No. 8X Die Haare sind ab-
i weichend von denen der übrigen Kopien gebildet;
I da diese, soweit bei ihnen die Haare gut erhalten
sind, in diesem Punkte vollkommen unter ein-
ander übereinstimmen, so müssen wir annehmen,
dass sie das Original getreuer wiedergeben. Der
Künstler des neuen Kopfes war selbständiger
*) Ich muss bemerk«», das» diewsT Abiross, el« ich ihn vor
einigen Jahren not dem Speicher der Akademie wieder entfernt,
in mehrere Stacke »erbrochen and erg Tersclmaden wer. Er Int
denn wieder xniemcnrngeeettt end seine OberiUcbe etwea ber-
ge richtet worden. Pftr Petnilntndien iet dieeer Gips eleo jeden-
falls nnr mit Vorsicht xn benot xen. (Arndt.)
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München.
46
und freier. An dem Dresdener und Kasseler
Kopf ist an der Binde oben und unten ein Saum
angegeben; dieser fehlt an allen ührigou Kopien,
hei denen er allerdings durch Farbe an gedeutet
sein konnte. Die beiden genannten Kopfe unter-
scheiden sich aber noch durch andere Eigen-
heilen von den übrigen. Sie sind entschieden
die weichsten in Form und Ausdruck; bei ihnen
ist dem Material, in dem sie gearbeitet sind, am
meisten Rechnung getragen. Am auffallendsten
ist das hei der Bildung der Augen.
Ä unser st charakteristisch ist die Bildung der
Augen an der bronzenen Doryphoros-Herme in
Neapel, die bei allen Untersuchungen über
Polyklet den Ausgangspunkt bilden muss. Das
Auge ist rund und sehr weit geöffnet, das Oberlid
hoch aufgeschlagen. Besonders auffallend aber
ist der Fhergang vom Unterlid zur Wange, der
durch einen kantigen Knick markiert ist. Hier
ftussert sich um stärksten die starre, stark
schematisierende Art polvkletischer Stilisierung
im Gegensatz zur attischen Art. Dass dieser
Zug nicht etwa erst von dem Künstler der
Neapler Herme bereingebracht ist, sondern am
Original vorhanden war, wird uns bewiesen
durch den herrlichen Münchener Bronzekopf eines
Knabensiegers, ein Original polykletischer Schule
(vgl. Hauser in den Rom. Mitt. 1895, p. 108 ff.).
Kr ist weiter entwickelt, als der Doryplwroa, und
doch findet sich noch der gleiche kantige Knick
heim Ansatz der Wange unter dem Unterlid fast
in der gleichen Starrheit wie dort. Betrachten
wir daraufhin nun die übrigen Kopien poly-
kletischer Werke, so linden wir die gleichen
Charakteristika immer hei den besten wieder,
besonders auffallend an der llerakle>herme in
Neapel (Furtwängler, Meisterwerke p. 4^0). Unter
den Kopien des Diadunienos haben sie in voller
Stärke bewahrt der Kopf der Statue von Vaison,
das Pariser Fragment und der neue Kopf im
Britischen Museum. Die schlechte Abbildung
der Figur ans Delos lässt mir erkennen, das»
die Augen rund geöffnet sind; ebenso hat sie der
Kopf der Statue in Madrid, doch ist hier das
Unterlid und der Übergang zur Wange verweich-
licht. Die Augen des Kasseler und Dresdener
Kopfes aber sind schmaler gebildet, und von den
Härten ist keine Spur geblieben. Sie entfernen
sich in diesem Punkte augenscheinlich recht weit
von dein Original. Die Constatierung dieser
Thatsache ist auch für die Beurteilung der
übrigen Kinzelheiten von Wichtigkeit. So werden
wir uns die Haare des Originales nicht so reich
und vollkommen entwickelt \ erstellen dürfen, wie
sie der Dresdener Kopf zeigt.
Wir dürfen demnach den Grad der Ent-
> Wickelung, die Polyklet durchgemacht hat, nicht
nach jenen beiden Köpfen allein bemessen. Den
■ im Ganzen und Grossen richtigsten Massstab
scheint uns nach Obigem die Madrider Figur zu
liefern. (Amelung.)
869-871. Gips einer römischen Por-
trätstatue mit aufgesetztem bärtigem Götter-
kopfe. Das Original in Holkham Hall: Michaelis,
ancient marhles, p. 820 No. 55. Der Torso rührt
wahrscheinlich von der Statue eines l'rinzen des
iullaeh-claudischcn Hauses her, für welche diese
(nach Originalen des 4. Jahrhunderts componierte:
Amelung, zu E-V No. 882) Art der Gewand-
tracht typisch gewesen zu sein scheint (vgl. z. B.
den Marcellus aus Pompei: Mau in den Atti delP
Accademia di archeologia, lettere e helle arti di
Napoli 1890, vol. XV, Tafel, und de Ulaudius-
statue aus Gabii im Louvre [Litteratur hei
Hcrnoulli, röm. Ikonogr. II, 1, p. 885, No. 22]).
Der Kopf hingegen ist, wie es scheint, eine
Wiederholung des Kopfes der unter No. 858854
besprochenen Dresdener Zeus- Asklepios-Statue.
Die oberen Partien des Kopfes erinnern sehr an
den Kasseler A|wdlon. (Arndt.)
872. Gipsabguss des Torsos ei lieg
i stehenden Hermaphroditen. Wiederholung
der Statue Berlin 198» in welcher Furtwängler
(Statuenkopien im Altertum I; bayer. Akad.-Abh.
1896, p. 582 ff. und Tafel XII) und Amelung
(Führer durch die Antiken in Florenz p. 256)
1 mit Wahrscheinlichkeit das Werk des Polykies
erkennen wollen. Die ältere Litteratur über den
angeblich in Villa Pamfili befindlichen, hei Matz-
Duhn aber nicht erwähnten Torso s. hei Furt-
wängler p. 582, Anm, 2. (Arndt.)
873 und 874. Gipsabguss vom Kopfe
der Hera Barberini. Die beiden Aufnahmen
sind insofern von besonderem Interesse, als sie
jedem ermöglichen, den Kopf in allen Details
nicht nur mit dem der Hera Borghese (jetzt in
Kopenhagen), sondern muh mit anderen, dein
letzteren stilistisch verwandten Köpfen zu ver-
1 gleichen. Bekanntlich hat Furtwängler Meister-
I werke p. 177) die Köpfe beider Ilerastatuen für
Kopien desselben Werkes erklärt und nach der
| unleugbaren Verwandtschaft des Kopfes der Hera
Borghese mit dem der Venus Genetrix und ihren
Verwandten (a. a. O. p. 742) dieses Original dem
Alkamenes zugeschrieben. Ich habe an dieser
Stelle zu No. 280 nachgewiesen, dass die lieiden
Figuren in der Gewandung verschieden sind.
Vergleicht mail nun die beiden Köpfe mit ein-
ander, so sieht man ohne Weiteres, dass sich
I auch hier überall Abweichungen finden, welche
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Würzburg.
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nicht etwa dem Kopisten Schuld gegeben werden
können. Man braucht nur die Haare Uber der
Stirn, an den Schläfen und auf dem Schädel zu
vergleichen, die Stirnform, die Augen, den Mund
und vor allen Dingen die Schädelform, welche
bei allen mit der Venus Genetrix verwandten
Köpfen gleich und sehr ähnlich der Schädelform
des Doryphoros ist« (Amelung.)
875 und 876. Gips eines weiblichen
Kopfes mit Stirnkrone, wahrscheinlich der
Aphrodite. Wir wissen nicht, wo dieser sehr
schöne Kopf von ausgeprägt praxitelischen» Kunst-
charakter sich befindet. (Arndt.)
877 und 878. Gips einer Wiederholung
vom Kopfe des Hermes von Andros. Auf-
bewahrungsort des Originales uns unbekannt.
Mit keiner der von uns gesehenen Repliken
identisch. (Arndt.)
879 und 880. Gips eines jugendlichen
Kriegerkopfes. Aufbewahrungsort des Ori-
ginales uns unbekannt. Das Bruststück wahr-
scheinlich modern. Das 1., offenbar antike, Ohr
versch wollen; das r. wohl modern. Die Züge sind
»ehr individuell, so das» der Kopf eher von
einer Port rät- als von einer Idealfigur herrühren j
wird. Da der Stil vollständig der der ly täppi-
schen Kunst ist, liegt der Gedanke an eines der
zahlreichen Keldherrenporträts dieses Meister»
(S-Q 1485—89; 1492) nahe. Der Helmschmuck
(auf den Backenlaschen ein, wie es sehe nt,
doppeltgeschwünzter Triton, mit Helm, Lanze in
der R., Löwenfell um den 1. Arin? darunter Orna-
ment. Auf dem Stirnbügel zwei Seepferde. Dar-
über: Medusenhaupt zwischen Hanken. Oben
auf dem Helm: zwei Seelöwen) scheint hier nicht
bedeutungslos zu sein und weist entschieden auf
einen Seehelden hin. Vielleicht ist der Admiral
Kearchos, der Jugendfreund Alexanders des
Grossen, gemeint. (Arndt)
Nach einem käuflichen Gipst».
881 und 882. Kopf der Statuetten- '
replik des myronischen Diskobolen, die |
E-V No. 500, 16 von Bulle besprochen worden
ist. Die ganze Statuette ist inzwischen abgebildet
bei M. G. Zimmermann, Kunstgeschichte des
Altertums p. 113, Abb. 75. (Arndt.)
Würz bürg, Wagnersches Kunstinstitut.
883 und 884. Herakles mit der Hydra.
Marmors tatuette. Höhe 0,35 m. Besprochen von
II. L. Urlichs, Verb, der Görlitzer I'hilol.- Vers.
1890, p. 312 f., und Bonner Jahrbücher 95, p. 90 f.
— Körperbildung und -haltung gehen, worauf
Arndt bei Urlichs, Bonner Jahrbücher p. 97, auf-
merksam macht, auf ein Vorbild des 5. Jahr-
hunderts zurück, das der Stephanosfigur in Villa
Albani sehr nahe steht. Auch die einfache Stili-
sierung des Löwenfells entspricht der Art des
5. Jahrhunderts. Der Typus der Hydra dagegen,
eine Schlange mit weiblichem Kopfe, aus dem
kleine Schlangen he rau »wachsen, ist bi» jetzt
nicht früher als für die hellenistische Zeit nach-
weisbar (Dragendorff, Rom. Mitt. 1895, p. 210).
Es wäre zwar möglich, das» die Rundplastik »ich
diese Darstellnngsweise schon früher geschaffen
hat, da die gewöhnliche Bildung der Hydra, bei
der die Schlangeuhälse aus einem dicken gemein-
samen Leibe hervorkommen, für sic schwerer
verwendbar war. Auch könnte dem Gesiehts-
tvpus der Hydra an unserer Statuette sehr wohl
ein strenges Vorbild zu Grunde liegen. Aber
solange keine gesicherteren Anhaltspunkte vor-
handen sind, werden wir als das Wahrschein-
lichere anzusehen haben, dass in der Würz-
burger Statuette nicht die Kopie eines alten
Werkes vorliegt, sondern eine römische Zu-
sammenstellung etwa aus der Pasitelessclmle, die
ja gerade den Typus des Stephano»- Jüngling» auf
die verschiedenste Weise verwendet hat.
(Bulle.)
885. Torso eines Apollon. Urlichs, Ver-
zeichnis der Antikcnsamnilung I, p. 1, No. 5.
Ungenügend abg. Sittl, Würzburger Antiken
Taf. III. — Italischer Marmor. Höhe 0,395.
Brustwarzendistanz 0,105. Das Dübelloch im
Hals und zwei Eisenstifte in den Armstümpfen
dürften von moderner Restauration herrühren,
die entweder nicht ausgeführt wurde oder aus
Gips war und verloren ging. Am r. Oberschenkel
unten der Ansatz einer Stütze.
Die Oberfläche zeigt die leichte Politur von
Werken lmdrianischer Zeit. Das Vorbild wird
au» dem 4. Jahrhundert stammen und ist am
nächsten verwandt mit einer Gruppe von Statuen,
die Furtwängler (Meisterwerke p. 596) als „Aus-
läufer der Richtung des Euphranor“ bezeichnet,
hat Der Jüngling im capitolinischen Museum,
Salone No. 12, E-V 446, steht unserem Torso
am Nächsten, doch hat er kurzes Haar, wäh-
rend hier im Nacken ein Haarschopf erhalten
ist, der, der Bewegung des Kopfes nach r. fol-
gend, sich auf die 1. Schulter verschoben hat.
Der Schopf besteht aus senkrechten gewellten
Strähnen, die unten durch ein qiierlaufendes
Band zusanunengefasst sind; er macht einen
etwas altertümlichen Eindruck. — Urlichs’ Be-
zeichnung der Statue als Apollon wird da» Rich-
tige treffen. (Bulle.)
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Würzburg.
886. Disk oho I de» Myron. Verkleinerte
Nachbildung aus italischem Marmor. Vgl. E-V
500, 18. Die strengen und mageren Formen
des Vorbildes sind verloren gegangen. Die rund-
lichere Muskelhildung und das stärkere Hervor-
treten des Bauches erinnern an hellenistische,
etwa pergamentscbe Art. (Bulle.)
887. Kentaurenkopf von einer Me-
to pe des Parthenon. Höhe 0,245 m. Breite
0,145 m. Pentelischer Marmor. L. Urlichs, Ver-
zeichnis I, p. 5, Xo. 27. H. L. Urlichs, Abgüsse
in WQrzburg Xo. 113, wo das Stück richtig er-
kannt ist, (Dagegen kann der ebenda vermutungs-
weise dem Parthenon zugewiesene Unterarm
No. 114 — L. Urlichs, Verzeichnis der Antiken I,
p. 10t No. 67, der aus pentelischem Marmor ist
und von der Akropolis stammt, nicht zum Par-
thenon gehören, weil er für die Metopen zu gross
und für die Giebel zu klein ist). — Provenienz-
angaben über den Kentaurenkopf scheinen nicht
vorhanden. Die Zugehörigkeit zu einer Metope
des Parthenon steht aber nach Stil und Material
ausser Zweifel. Der Haltung nach könnte er von
der verlorenen Metope Süd XXV (Michaelis,
Tafel 3) stammen. — In dem geöffneten Munde
sind die Zähne sichtbar. Der Oherkopf ist für
Bemalung glatt gelassen, wie an den Köpfen auf
Metope XXX und XXXI, doch ist hei dem Würz-
burger Fragment der untere Teil der Haare
plastisch ausgearbeitet*). (Bulle.)
888. Oberkopf eines Athleten. Ur-
lichs, Verzeichnis I, p. 5, No. 20. Pentelischer
Marmor. Höhe 0,10 m. Breite 0,186 m. Tiefe
0. 207 in. — Die Unterseite ist eine etwas unregel-
mässig nach innen gewölbte, gerauhte Fläche, die
ohne Verdübelung auf den verlorenen unteren
Teil des Kopfe» aufgekittet war. Vom I. Ohr ist
der obere Band mit an dem Erhaltenen aus-
gearheitet. Drei Messpunkte sind stehen ge-
blieben, zwei oberhalb der aufgeklebten Museums-
nummer, der dritte, sehr verscheuert und in der
Photographie nicht herausgekommen, auf dem
Scheitel neben der Nummer. Die Anordnung der
Haare ist derjenigen bei polykletischen Athleten-
köpfen ähnlich, doch sind die Haarlocken in
grösseren Massen zusammengehalten und haben
weniger geschweifte Enden. — Erwähnt von Furt-
wängler, über Statuenkopien, Abh. d. bayer. Akad.
1. CI., XX. Bd., 3 Abt, p. 545, Anm. 4, wo andere
Kopien mit Messpunkten aufgezählt sind.
(Bulle.)
•) Kinn naaf^brlirb« B*h*a«llcnjc <ü«mws Starke« von
Michaeln erscheint eoebeo in Jahrbuch d. J. XI, 18ÖC, S. 300 fg.
An t Grand der Beobachtang ron Studaicxka, den am antereten
Ende de« Barte* der Keit eine# Paamena erhalten iat. wird der
Kopf der dritten Sbdmetope I Michaeli« 3. III i aaffeertxt.
889 und 890. Zweiseitiges griechisches
Belief. L. Urlichs, Verzeichnis I, p. 7, No. 39.
II. L. Urlichs, Bonner Jahrbücher LXXXVII, p.4,
Taf 2. Aus Athen. Pentelischer Marmor (nicht
naxischer). Höhe 0,42 m. Erhaltene Breite 0,21 m.
Grösste Dicke 0,135 m.
Gute griechische Arbeit des 4. Jahrhunderts.
Auf der in etwas höherem Belief gearbeiteten
Vorderseite 889 sieht man links ein Stück des
Reliefgrundes. Die weibliche Gestalt trägt feinen
Annelchiton mit Arhselbftndern, darüber das
Himation. Die R. hält eine Fackel, die L. war
bis in Brusthöhe gehoben (Unterarm ab, die Falten
des Himation» gehen im Bogen um den Arm-
stumpf). Hinter dem r. Handgelenk zwei kleine
ahwartsgehende Stiftlöcher, ein weiteres hinter
dem r. Ellenbogen, eines aussen am 1. Oberarm.
— Rechts stand quer vor der Schmalseite des
Belief« eine kleinere Gestalt, anscheinend ein
Knabe. Sichtbar ist auf 889 der r. Unterarm;
der ovale Gegenstand mit zwei Bohrlöchern im
Innern, einem kleinen und darunter einem
grösseren, scheint für eine Hand etwas gross,
doch kann es kaum etwas anderes sein. —
Auf 890 ist erkennbar der Umriss des 1.
Armes dieses Knaben, mit einem Gewandrest,
ferner ein Teil der nackten Hütte. Vorderseite
und Beine sind vollständig zerstört.
Hinter ihm steht auf 890 ein Mann im
Himation, den 1. Arm gesenkt Es scheint mir
nicht nötig, mit Urlichs hier des Gewandmotiv»
wegen einen unter die Achsel gestemmten, ehe-
mals gemalten Stab anziinehtnen. Vielmehr glaubte
ich vor dem Originale den Gegenstand vor der
r. Schulter als einen Stab deuten zu können, der
von dem rechten, im Winkel gebogenen, aber nur
ganz flach angedeuteten Arm gehalten wird.
Da, wie auf 889 deutlich ist Bich da» Relief
nach links fortsetzte, so haben wir noch eine
oder mehrere Gestalten auf beiden Seiten hinzu-
zudenken, die durch den an der Schmalkante
stehenden Jüngling verbunden wurden, eine Relief-
form, für die ich keine ganz genaue Parallele
kenne. Doch ist die Schmückung der Keliefkunte
durch eine Gestalt an sich nichts Ungewöhnliches
(vgl. z. B. «las von H. I,. Urlichs a. h. O. Taf. I
veröffentlichte athenische Belief; Photogr. Athen.
Inst. X. M. 128), und die Verbindung zweier Relief-
seiten durch eine übereck gestellte Figur ist zu
belegen durch die Basis von Epidauros, Kawa-
dias, Ephem. arch. 1895, Taf. 8; Defraasc et
Lcchat, Epidaure p. 87.
Die Kackelträgerin dürfte der jugendlichen
Formen wegen eher Kore als Demeter sein, der
Knabe dann wahrscheinlich Triptolemos, da sich
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Würzburg. Basel. 49
die Bohrlöcher in seiner K. für die Befestigung
von Ähren besser eignen, als fttr irgend etwas
anderes, etwa ein Kerykeion, an das H. L. Ur-
liebs dachte. I>en Mann aut der Rückseite hat
Urlicha auf Asklepios gedeutet. Sehr verwandt,
fast als wäre er nach demselben Vorbilde kopiert
(nur nach der anderen Seite gewendet), ist der
Asklepios auf dem Weihrelief Ath. Mitt. II, 1877,
Tuf. 15, in dem Reisch (Eranos Vindobonensis
p. 22) wegen der Ähnlichkeit mit späteren atti-
schen Münzbeizeichen eine Nachbildung des viel-
leicht von Alkamenes gearbeiteten Kultbildes im
Asklepieion vermutet hat. Über die Verbindung
der elensinischen Göttinnen mit Asklepios vgl.
zuletzt Rubensohn, Ath. Mitt. 1895, p. 365.
(Bulle.)
891. Ringende Eroten. Relief aus pen-
telischem Marmor. Urlichs, Verzeichnis der
Wftrzb. Antiken I, p. 16, \o. 40. — Höhe 0,22 m.
Breite noch 0,16 m. Ehemalige Breite unten etwa
0. 25 m. Dicke 0,05 in. Aus Athen. Die hintere
Fläche ist rauh gelassen und etwas gewölbt.
Die Form erinnert an einen Stirnziegel, doch
muss das Relief aus der Nähe sichtbar gewesen
und daher etwa an einem Sarkophag oder dergl.
als Bekrönung gedient haben. Dargestellt siud
zwei Eroten, von denen der eine den andern am
Beine fortschleppt. An Eros und Anteros zu
denken, scheint mir nicht direct notwendig, da
Eroten auch als einfache Pa last ri teil Vorkommen.
Vgl. Roscher, mvthol. Lex. I, Sp. 1368. Hinten
eine bärtige Herme und die Zweige eines Baumes
mit zackigen Blättern. Flüchtige Arbeit Nach
hellenistischem Vorbild. (Bulle.)
892. Hellenistisches Relief. Penteli-
scher Marmor. Links und oben gebrochen. Am
1. Bruch unten ein senkrechtes Zapf loch zum Auf-
setzen auf eine Balustrade. Breite 0,24 m. Höhe
0,195 m. L'rlichs, Verz. d. Würzb. Ant. 1, p. 13,
No. 14. — Auf der Vorderseite eine Herme des
bärtigen Priap mit Kopftuch. Hinter ihm ein
umgestürzter Kantliaros mit Blattmustern, auf
den die Enden des langen Bartes einer Maske
(abgebrochen) herabfallen. Zwischen den Bart-
spitzen ein Gegenstand, der einem Tierkopf ähn-
lich sieht Die flach sculpiurte Rückseite, die
eine Publication nicht lohnt, ist von einer breiten
Leiste eingefasst an der links schmale Fels-
schichten übereinander angedeutet sind. Daneben
der Rest eines in einen Pinienzapfen endigenden
Stabes. (Bulle.)
893. Weiblicher Torso. Urhclis, Ver-
zeichnis der Abgüsse No. 159. Höhe 0,53 m. Nach
Gips. Das Original, von Bröndstedt in Carthaea
auf Kcos gefunden, aus parischem Marmor, ist
Arndl-Atn«-1 untf, Pfaotogr. Kinii’laafcahmen III.
verschollen. Die viereckige Basis („piedestal
carre“) war ganz in der Nähe gefunden worden.
Bröndstedt, Voyages et recherches en Gröce,
Taf. 9, p. 22 und p. 124 f. Friederichs- Wolters
No. 495. Ein weiterer Abguss in Dresden. — Der
Kopf ist besonders gearbeitet gewesen. Das r. Bein
war Spielbein. Der r. Arm war gesenkt, der 1.
in Schulterhöhe erhoben, etwa ein Scepter auf-
stützend. Der Torso ist interessant weil er aufs
Engste mit der Eirene des Kephisodot verwandt
ist. Er stimmt mit ihr in den Proportionen und
in der Gesammtanordnung deß Gewandes überein,
ausserdem in manchem Detail, wie der schrägen,
nnten senkrecht umbiegenden Falte von der r.
Brust bis über den 1. Oberschenkel, in der weiten
Öffnung der schweren Falten unter den Achsel-
höhlen, endlich auch in der Behandlung des
Kolpos. Doch stellt der Torso von Keos ein
jugendlicheres Wesen dar. Ob er ein flüchtiger
gearbeitetes Original vom Anfang des 4. Jahrh.
oder eine Kopie ans guter Zeit ist, wage ich nach
dem Abguss nicht zu entscheiden. (Bulle.)
894 und 895. Jugendlicher Kopf. Ur-
lichs» Verzeichnis der Abgüsse No. 286. Nach
Gips. Aufbewahrungsort des Originals unbekannt.
Höhe 0,25 m. Starke Wendung des Kopfes nach
links und unten. Die 1. Gesichtshälfte ist ver-
kürzt und weniger ausgearheitet. Am Hinterkopf
fehlt ein Haarschopf. Nase ergänzt. — Der Kopf
ist dem SauroktonoB des Praxiteles nahe ver-
wandt. (Bulle.)
Im Besitz des Herrn Dr. Freiherrn Hiller
von Gärtringen.
896 — 898. Drei weibliche Köpfchen.
In der Stadt Rhodos erworben. Von einem
Relief abgeschlagen, dessen Grund am Rande
des einen Kopfes noch sichtbar ist. Der Marmor
wahrscheinlich parisch. Dio Photographien in
der Grösse des Originals. 896 und 898 tragen
im Haar ein Diadem, 897 eine Haube (?). Nicht
vor der Mitte des 4. Jahrh. v. Chr. Erwähnt in
der Bibliographie des Arcli. Anz. 1894, p. 196,
r. Spalte (unter: Hiller von Gärtringen).
(Hiller von Gärtringen und Arndt.)
Basel, Museum.
899 und 900. Weibliches Köpfchen.
Bernoulli, Katalog der antiquarischen Abteilung
des Basler Museums (1880), p. 28, No. «34: „Ge-
schenk der Erben des Herrn Ratsherrn Vischer.
Kopfhöhe 9 cm, mit Herme 18*/i cm. Neu: Hälfte
der Nase, I. Seite des Haares und Herme. Über
der Stirn ein Loch zum Einsetzen eine»
4
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50 Nachträge.
Schmuckes“ — vielleicht einer Mondsichel; da-
nach wäre das Köpfchen Artemis zu nennen;
vgl. den weiblichen Kopf aus Kyzikos in Dresden
Brunn-Bruck mann Taf. 390 — Areh. Anz. 1894,
p. 5, No. 10, mit dem das Basler Köpfchen
auch zeitlich zusammengehören wird. Noch
naher steht es der von mir in der Festschrift
für Overbeck, p. 98, Anm. 1 und E-V 332/233 zu-
sammengestellten Gruppe (der der Kopf von
Taormina E-V 578/574 , sowie das Neapolitaner
Köpfchen Inv. 6542, Phot. Sommer 1509 anzu-
reihen sind). Bernoulli bemerkt mit Hecht, dass
der Kopf „seinem ganzen Charakter nach
griechisch“ ist. (Arndt)
Nachträ
Zu No. 10—11: Das eine der Reliefs hat
Giulio Romano in seinen Fresken des Palazzo
del Te in Mantua in der Camera di Psiche be-
nutzt; die meckernde Ziege kehrt ebenda auf
dem Fresko der der cantera dei cavalli zu-
gekchrten Wand (Bacchanal) wieder. Daraus er-
giebt sich, falls die Reliefs wirklich modern sein
sollten, ein terminus ante quem für ihre Ent-
stehungszeit.
Zu No. 18: Vgl. Collection Greau, Versteige-
rungskatalog der Bronzen, 1885, pl. XX, 918 —
Overbeck, Kunstmyth. des Apollon p. 229 ■—
Jahrbuch d. Inst 1886, p. 157.
Zu No. 19: l’uld. bei Schreiber, hellenistische
Reliefbilder Tafel 107 a.
Zu No. 32 — 68: Die Sammlung von Catajo
ist vor einiger Zeit nach Wieu überfuhrt worden.
Zu No. 36—37: Bessere Replik im Thermen-
museum zu Rom (nach Furtwängler, Statuen-
kopien im Altertum I, j». 541, Anm. 4).
Zu No. 56: Die dort erwähnte, bei Matfei,
Museum Veronense p. 75, 5 = Michaelis, Journ.
of hell, stuct 1885, p. 305 abgehildete Scrapis-
statue ist nicht identisch mit unserer No. 56,
sondern befindet Rieh jetzt in Sammlung Duval
in Morillon bei Genf (v. Duhn im Jahrb. d. Inst,
Anzeiger p. 53, No. 11, Fig. 11).
Zu No. 71: Vgl. Michaelis, ancient marblcs
p. 267, No. 102; p. 240, No. 112; p. 517, No. 4,
und die an letzterer Stelle angeführte Litteratur.
Neuerdings ist die Bronze auch von Alinuri
photographiert worden.
Zu No. 72b: Vgl. R. v. Schneider, Album
der Wiener Antikeiisainrnlung, Taf. XXXII (Stra-
tege zum Kampf rufend) und Arndt, gr. und röra.
Porträts, Text zu Lieferung 29.
Zu No. 73 b: Vgl. Cabinet Pourtales pl. XIX.
Zu No. 83-107, 206—242, 279-380 (Florenz)
vgl. jetzt: W. Arnelung, Führer durch die An-
tiken in Florenz, München, Bruckmuiin, 1697.
g 6 (Arndt).
Zu No. 85 — 86: Vgl. Furtwinglcr, Statuen-
kopien im Altertum !, AM), auf p. 558; Text
p. 568.
Zu Ko. 120: Vgl. Duhn im Jahrbuch d. Inst.
| 1895, Anz. p. 51, No. 3, Fig. 3. (Sammlung Duval
in Morillon hei Genf).
Zu No. 126—127 (vgl. Nachträge I, 2, p. 19):
| Eine weitere Keplik in den zwei Hüpfen einer
I neugefundenen Doppelherme in Athen (vom athe-
i nischen Institut photographiert). Das Wiener
Exemplar jetzt abg. bei H. von Schneider, Album
der Antiken -Sammlungen d. a. h. Kaiserhauses,
Tafel XII (Text p. 6).
Zu No. 133: Puhl, bei (Tarne 516, 1050 (nach
Rcinach, revue critiquc vom 23. Dezember 1895,
1 p. 473)
Zu No. 147—148: Ein ganz verwandter Kopf
im Thermenmuscum in Hom, phot. von Moscioni.
Zn No. 161—162: Nach Dragendortf, lihein.
Museum 1896, p. 281 rAmische Vestalin.
Zu No. 163: Vgl. Furtwängler, Statuenkopien
; im Altertum I, p. 555.
Zu No. 166 -170: Vgl. Furtwängler, Statuen-
kupien im Altertum I, p. 547, Anm. 4.
Zu No. 183: Vgl. Duhn im Jahrbuch d. Inst.
1895, Anz. p. 53, links oben.
Zu No. 185: Vgl. Roschers mythol. Lexikon
s. v. llerinnphroditos Sp. 2320.
Zu No. 226: Die dort besprochenen Statuen
('biaraninnti 496 und Torlonia 62 jetzt auch von
Furtwängler, Statuenkopien im Altertum I, p. 556
behandelt.
Zu No. 227 : Vgl. Berlin 100.
Zu No. 236: Das Relief ist ohne jeden Zweifel
eine Arbeit der Frührenaissance (Arnelung).
Zu No. 243 — 244: Vgl. Furtwängler, Statuen-
kopien im Altertum I, p. 545, Anm. 4.
Zu No. 264: Vgl. Arnelung, Führer durch die
Antiken in Florenz No. 262 a. F,.: die Haar-
bchandlung sei ähnlich wie an den echten Köpfen
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Nachträge.
51
der Tyche von Antiochia des Eutychides; der
Kopf stimme fast ganz mit demjenigen einer
Wiener Bronzestatuette der Hera aberein (Over-
beck, Kunstmyth. der Hera, Text-Tafel I, 1 =
Roscher, myth. Lexikon s. v. Hera Sp. 2117).
Zu No. 265: Vgl. Bull, comuuale 1875, tav. 9
*=* Helbig, Führer No. 559.
Zu No. 272: Vgl. die Zeusstatue des Louvre
Phot. Giraudon 1224.
Zu No. 285: Die dort (und unter No. 553)
erwähnte Asklepiosstatue der Villa Pamfili ist
besprochen von Wolters in den athen. Mitt. d.
Inst. 1892, p. 6.
Zu No. 288: Vgl. Amelung, Basis des Praxi-
teles aus Mantinea p. 79 und 80.
Zu No. 290-291: Vgl. Amelung, die Basis 1
des Praxiteles aus Mantinea p. 42, Antn. 1.
Zu No. 294: Sehr ähnlich, vielleicht Replik,
ist Museo Torioma 220.
Zu No. 295: Vgl. Furtwingler, Statuenkopien
im Altertum I, p. 581 f.
Zu No. 318: Vgl. die Bronze von I’aramythia
in nor Park: Michaelis, ancient tnarbles
p. 213, 2 = Spec. of ancient sculpture II, 21.
Zu No. 352: Bereits publ. (nach frdl. Mit-
teilung von Sal. Reinach) hei C'larac 699, 1628.
Zu No. 357—359: Vgl. Amelung, die Basis
des Praxiteles aus Mantinea p. 53, Anm. 2.
Zu No. 391—392: Die dort erwähnte Kybele-
statue der Sammlung Jacobsen ist jetzt abge-
bildet und besprochen in den rom. Mitt. 1895,
p. 90 ff. (Petersen).
Zu No. 2)95: Die hei Clarac 700, 1H54 puhli- :
eierte Statue der Sammlung Chahlais befindet
sich in» Vatican, Helbig 364 (nach Reinach,
revue critique vom 23. December 1895, p. 473).
Zu No. 2)96: Zu der dort aufgefUhrten Gruppe
vgl. Furtw&ugler, Statuenkopien im Altertum I, ;
p. 577 ff. In diese Reihe gehört auch die Wiener
Bronzestatuette: R. v. Schneider, Album, Tafel
XXVI, rechts.
Zu Serie II, p. 28, Hosaeus No. 32: Vgl. i
Amelung, Basis des Praxiteles aus Mantinea p. 80. I
Zu No. 2)98—2)99: Vgl. Furtwängler, Statuen-
kopien im Altertum I, p. 563. Dass ich die
richtige Deutung auf Ammon a. a. O. „ausge-
sprochen, doch gleich wieder zurückgenommen“
hätte, ist ein Irrtum Furtwünglers. Zu den Am-
montypen des 5. Jahrh. gehört auch die Kon- J
stantinopolitaner Statue aus Pergamon (Phot.
Söbah und Joaillier No. 23 „Jupiter de Pergame“ ;
Joubin No. 68). Die Wörlitzer Aminonshenne j
ist puhliciert von Overbeck, Kunstmythologie 1
des Zeus, Atlas, Tafel III, No. 4; Text p. 279,
No. 9. i
Zu No. 422—423: Vgl. Amelung, die Basis
des Praxiteles aus Mantinea p. 57 und Furt-
wängler, Statuenkopien im Altertum I, p. 580.
Zu No, 425—428: Vgl. Arndt, la Glyptothfcque
Ny-Carlsberg, Text zu pl. 16.
Zu No. 446 — 448: Die beiden Statuen in
Neapel (Antinous) und im Capitol sind bereits
von Furtwängler, Meisterwerke p. 586, Anm. 2,
in diese Reihe gestellt worden.
Zu No. 449—451: Die nächste Parallele zum
Kopfe dürfte das sogenannte „Relief der trauern-
den Athene“, im Akropolisimiseum bieten.
Zu No. 459 — 461 : Vgl. jetzt auch die Wiener
Bronze bei II. v. Schneider, Album, Taf. XXVII.
Zu No. 474—475: Eine Wiederholung dieses
Kopfes hat kürzlich die Glyptothek Ny-Carlsberg
erworben.
Zu No. 495: Vgl. Amelung, Basis des Praxi-
teles aus Mantinea p. 80.
Zu No. 497: Eine Vorstufe der hier behan-
delten Gruppe zeigt die Wiener Bronze R. von
Schneider, Album, Tafel XXVI, links. Eine
schöne Replik der „Sappho“ Alhani bei Gauckler,
Musöe de Cherehe! pl, XVI, 1. Überhaupt lässt
sich die zu No. 497 gegebene Aufzählung von
Wiederholungen, Um- und Weiterbildungen noch
bedeutend erweitern. Es giebt kaum ein in-
structiveres Beispiel für Kopienkritik in der
ganzen Antike als diese Gruppe der „Sappho“
Alhani. Die Statue d'Escamps 19 ist in der
Ermitage (Guödöonow 2)07] (nach Reinach, revue
critique vom 22). December 1895, p. 473).
Zu No. 500, 12: Vielleicht auch identisch mit
den» Exemplare der Casa Buonarotti in Florenz:
An»elung, Führer durch die Florentiner Antiken
zu No. 107.
Zu No. 502 — 502): Eine ähnliche Perserstatue
soll neuerdings die Glyptothek Ny-Carlsberg er-
worben haben.
Zu No. 527: Friederichs- Wolters 1202).
Zu No. 52)0: (Nebenseite eines Musen-
sarkophages?) vgl. Arndt, gr. u. rö»n. Porträts,
Text zu Taf. 2)25-2)26.
Zu No. 547 — 549: Vgl. Hauser, neuattische
Reliefs p. 151 f.
Zu No. 555—556: Farneil im Journ. of hell,
stud. 1891, p. 52, 3, fig. 2). Vgl. Treu, Statuen der
Ilias und Odyssee, in den athen. Mitt. 1889, p. 163,
Anm. 2. De Wahl, quomodo monstra marina
artitices graec» ünxerint, Diss. Bonn. 1896, p. 4L
Jahrh. d. Inst. 1895, An*, p. 217 (Loeschcke).
Matz-Duhn 966 (Palazzo Camuccini).
Zu No. 559 e: Neu: Nase, Hals (Kopf zu-
gehörig), Penis, Oberschenkel, Oberteil des
Stammes (Fftsse und Plinthc scheinen alt und
4*
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52
Nachträge.
xugehörig), r. Brust, Klicken Uber Nabel. Schläfen-
lflckchen.
Zn No. 560: Farneil im Journ. of hell, stud.
1891, p. 49, oben.
Zu No. 562: Karnell im Journ. of hell. stud.
1891, p. 48, c.
Zu No. 563: Dieses Relief dürfte eiuen An-
halt zur Ergänzung der neugefundenen Bronze-
statue eines WagenlenkerB in Delphi bieten.
Zu No. 564: Puhl, von C’onze, att. Grabreliefs
CXCIV, 978; Farneil im Journ. of hell. stud.
1891, p. 49, 2. Die Inschrift bei Kaibel, inscr.
graccae Italiae No. 304. Zu dem Diadem des ,
Knäbchens vgl. Gonzc a. a. 0. CLXU, 828 und
Gerhard, ges. akad. Abh. Taf. 77.
Zu No. 565: Publ. von Conze, att, Grab-
reliefs CXCII, 935; Karnell im Journ. of lielL
stud. 1891, p. 48, b, hg. 1.
Zu No. 566: Eiue entsprechende Darstellung
auf einem Sarkophagfragment der Villa Albani:
Winckelmann , mon. ant. inediti, 1767, I, 29 «■=
Donaueschingener Ausgabe, 1835, No. 29; Text
(Ausgabe Eiselein, Donaueschiugen) VII, 356 f.
Zu No. 569—572: v. Duhn, neue Heidel-
berger Jahrbücher 1896, p. 46, Anm. 87 -» Vor-
trag auf der Kölner Philologen - Versammlung
, 1895.
— -O
PStrer'arb« Hofbnchdrocfcanri -Stephan Geisel k Co. in Alttnbarg.
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P A v ^ ^ 3 - /
VERLAGSANSTALT F. BRUCKMANN A.-G. IN MÜNCHEN.
Photographische Einzelaufnahmen
ANTIKER SCULPTUREN
nach Auswahl und mit Text
PAUL ARNDT und WALTHER AMELUNG.
Serie IV.
Mil Beitrigen von
P. VON BIENKOWSK1. H. BULLE, H. GRAEVEN, P. HERRMANN u. A.
Frei« 8 Mark.
MÜNCHEN 1899.
VERLAGSANSTALT F. BRUCKMANN A.-G.
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Bezugsbedingungen.
Diese Publication ist nicht dnrcli die Huclihandlungen, weder im Abonnement
noch in einzelnen Blättern, sondern atissehliesslirh direct von der Yerlagsanstnl t
üruckmann zn beziehen, welche, um die Erreichung des wissenschaftlichen Zweckes
des Unternehmens zu ermöglichen, Herstellung und Versendung übernommen hat. ohne
daraus ein eigentliches Verlagsobject zu bilden.
Die erste Serie umfasst 278 Nummern, davon
8 Blatt im Format von 24 : HO cm zu 1 Mark
25 „ „ „ 18:24 „ „ HO l’fennigen
245 „ „ „ 13:18,, „ 50
Die zweite Serie (Nr. 270 — 578) enthalt 300 Blatt in Cabinet formst zu 50 Pfennigen.
Die dritte Serie (Nr. 570 — OOÖ) enthält 322 Blatt in Cabinetformat zu 50 Pfennigen.
Die vierte, vorliegende Serie (Nr. 001 — 1200) enthält 300 Blatt in Cabinetformat
zu 50 Pfennigen.
Für die Abonnenten tritt eine Ermftssigung von 20*/« ein, sodass die beiden ersten
Serien je 120 Mark, die dritte Serie 128 Mark 80 Pfennige nnd jede weitere .Serie
wieder 120 Mark kostet.
Hru'iniatm'teh« Huch MXt KitMMrn<-ho*i, Mlmctin»
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Der Umstand, dass das sog. Antiquarium der Münchner Kgl. Residenz
dem allgemeinen Besuche vollständig verschlossen ist, veranlasst uns, die in dem-
selben aufgestellte, bisher nur litterarisch bekannte Sammlung antiker Sculpturen
in ihrem gesummten Bestände, soweit derselbe überhaupt Beachtung verdient,
mit Einschluss der Porträts, die den Hauptbestandteil bilden, zu veröffentlichen.
Wir danken Sr. Kgl. Hoheit dem Prinzregenten Luitpold von Bayern untorthänigst
für die gnädige Erlaubnis zur Herstellung der, durch locale, Verhältnisse erschwerten,
photographischen Aufnahmen sowie zur Publication, dem Kgl. Oberst hofmeisterstab
verbindlichst für die liebenswürdige und nachsichtige Unterstützung der zum Teil
umständlichen und störenden Arbeiten des Photographen und des studierenden
Gelehrten. S. Kgl. Hoheit Prinz Rupprecht von Bayern, Ehrenmitglied des K. d.
archäol. Institutes, hat uns die Veröffentlichung der in AllerhUchstseinein Besitze
befindlichen antiken Sculpturen, zu denen sich seither eine Reihe anderer gesellt
hat, gnädigst gestattet und uns dadurch zu unterthänigem Danke verpflichtet.
Gleichen Dank schulden wir den Fürsten Colonnu und Torlonia in Rom sowie, den
Privatsainmlem und Museumsvorständen, die auch dieses Mal die. Benützung ihrer
Schätze für unsere. Zwecke zugestanden haben.
Als neue Abonnenten sind unserem Unternehmen hinzugetreten:
ln Dänemark:
Die K. Kunstakademie in Kopenhagen.
ln Deutschland:
Die Kgl. Bibliothek in Berlin.
Die Abteilung für antike Sculptur hei den Kgl. Museen in Berlin.
Die Universität Erlangen.
Die Universität Giessen.
Die Universität Kiel.
ln England:
M. E. P. Warren, Lewes House, Lewes, Sussex.
ln Frankreich:
,M. Gustave Foug&res iu Lille.
ln Italien:
Frl H. Hertz iu Rom.
Frau Mond in Rom.
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Das Abonnement aufgegeben haben hingegen die Kgl. Akademie in
Munster i/W. und die Bibliothfeque de l’Institut national in Paris, so dass die
Gesammtzahl unserer Abonnenten jetzt 46 beträgt.
Durch Abnahme einzelner Blätter haben uns zu Dank verpflichtet:
In Amerika: The University of Chicago, Chicago, 111.
In Braunschweig: Frl. Mathilde Vierthaler.
Herr Prof. Meier.
In Giessen: Das Kunst-, Münzen- und Autiken-Cabinet der Universität.
In Königsberg: Herr Gymnasialdirector Prof. Dr. E. Grosse.
In Weimar: Herr Hauptmann von Schoeler.
In Znaiin: Herr Prof. J. Wisnar.
Von Recensionen ist uns die freundliche Besprechung unserer Publication
durch Lennart Kjellberg in der schwedischen Zeitschrift , Eranos“, II, app. crit.
fase. I; II, p. 10 f., zu Gesicht gekommen. Das starke Papier, auf welchem die
Blätter der vorigen Serie kopiert worden waren, haben wir wieder durch das
dünne der früheren Serien ersetzen müssen, das sich zwar rollt, aber der zahlreichen
andern Nachteile des starken Papieres, dass sich nicht bewährt hat, entbehrt.
Für Serie V und VI liegen Aufnahmen aus folgenden Sammlungen bereits vor:
Spanien:
Madrid, Prado,
Museo arqueolögico,
Kunstakademie,
Sammlung Alba.
Escorial (Codex Escorialensis).
Schloss La Granja bei Segovia.
Sevilla, Museum,
Casa de Pilatos.
Barcelona, Museum.
Kaxa bei Palma auf Mallorca,
Sammlung Despuig.
Italien:
Udine, Sammlung des Seminario nrcivi
covile.
Genua, Pal. reale,
Pal. bianco.
Rom, Pal. Aldobrandini.
Oesterreich :
Trient, Museum.
Frankreich:
Aix, Museum.
Nimes, Museum.
Griechenland:
Corfü.
Patras.
Athen.
Andros.
Paros.
Sparta.
Türkei:
Smyrna, evangel. Schule.
Sammlung Gaudin,
Dänemark:
K openhagen , Thorvald senmuseum .
Deutschland:
München, Privatsammlungen,
Kunsthandel.
Mannheim, Museum.
Karlsruhe, Museum.
Sammlung Erbach.
Worms, Sammlung von Heyl.
Strassburg.
Berlin, Sammlung Klügmann.
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Herrn Professor J. .T. Bernoulli in Basel sagen wir fllr die freundliche
Beihilfe, die er bei der Bestimmung der Porträts in der Münchner Residenz uns
geleistet hat, unsem Mitarbeitern aber für ihre selbstlose und freundschaftliche
Unterstützung dieser Publication unsem herzlichsten Dank.
München und Rom, Oktober 1899.
Paul Arndt.
Walther Amelung.
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Inhalt
Nr, !M)1 — - 906. Sammlung Sr. Kgl. Hüheit lieg Prinzen Kupprecht von Bayern
„ 907 — 1035. Sammlung iin Antiiinarimn der Kgl. Residenz in München
„ 1 030 — 1047. Münchner Privatsauimlungeti
„ 1048/49. München, Knngtakademie
„ 1050 — 1057. München, Kunsthnndel
„ 1058 — 1067. Augsburg, Maximiliansmuseuni
„ 1068—1085. Hannover, Provincialmuseum
„ 1086 — 1089. Privatbesitz am Gardasee
„ 1090— 1 120. Korn, Villa Albani
„ 1127 — 1166. Rom, Palazzo Colouna
„ 1167/68. Kom. Villa Martiuori
„ 1169—1173. Rom, Palazzo Lazzeroni
„ 1174/75. Koni, Hanca nazionale
„ 1176/77. Koni, Privatbesitz (Mangauil
„ 1178 — 1196. Kom, Kunsthandel
„ 1197/98. Neapel, Privatbesitz
„ 1199 1200. Florenz, Galleri degli Arazzi
p. 56 bis p. 68 Nachträge
J’niil Anult.
Pani Ariult.
/•„ui Ar/ult.
Paul Arndt.
Paul Ar mit.
Paul Arndt.
Ham Graeven.
Heinrich Bulle.
Walther Amelung.
Walther Amelung.
Walther Amelung.
Walther Amelung.
Walther Amelung.
Walther Amelung.
Walther Amelung.
Walther Amelung.
Walther Amelung.
Paul Herrmann,
die Herausgeber
und Amirre.
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München.
Kgl. Hoheit Prinz Rupprecht.
901 — 903. W eib lieh es Köpfchen. I’ubl.
von Amelung, Bull, dclla commiBsione archeologica
comunalc 1897, p. 115 uuil Fig. 4. Hoch 0,185 m.
Ziemlich krystallinischer, dem panschen ähnlicher
Mannor. In Ägypten erworben. Der Kopf war
nicht, wie man zunächst denken konnte, zum Ein-
setzen in den Uewandausschnitt einer Statuette
gearbeitet. Die r. Seite des scheinbaren Brustaus-
schnittes hat Bruchttäche, die I. hingegen Schnitt,
den ich für antik gehalten habe. Die, ganz unten
grob gepickte, Rückseite des Kopfes ist unaus-
geführt. Amelung vermutet, dass ein Schleier
den Kopf bedeckte: wahrscheinlich mit Recht,
ubwold keiuc sicheren Spuren eines solcheu vor-
handen sind. Der im Stil nächst verwandte Kopf
von Oizeh in Dresden (Areb. Anz. 1891, p. 25)
trug ebenfalls einen Schleier (Iber dem llinter-
baupte. Ob der Münchner Kopf, wie jener von
(iizeh, von einem Relief stammt, lässt sich nicht
mit Bestimmtheit feststellen. Dafür spricht, dass
■lie I. Seite bei weitem sorgfältiger als die ver-
nachlässigte r. ausgearbeitet ist ; auch ist nur auf
dieser Seite, wenn gleich sehr flüchtig, eine liaar-
biude angedeutet.
Obwohl nicht detailliert und fein in der Arbeit,
ist der Kopf ein besonders charakteristisches Bei-
spiel für die Formenbehandlnng der hellenistischen
Plastik auf ägyptischem Boden. Dieselbe ver-
mied präcisc Begrenzungen der einzelnen Formen,
indem sie die plastischen Flächen durch weiche,
verschwimmcnde Uebergänge verband, ln der
Bildung der Augen tritt dieses, dem Sfumato
der Malerei entsprechende, Princip am Klarsten
hervor. Vgl. Amelung a. a. 0. — Ein schönes
Köpfchen dieses Stiles, wohl das Porträt eines
hellenistischen Fürsten, hat unlängst die Glyptothek
Ny-Carlsberg aus Ägypten erworben.
904. Weibliches Köpfchen. Hoch
0,08 m. Feiner pariseber Marmor. In Ägypten
erworben. Hinten nicht ausgeführt. Der Hals
war in der Mitte gebrochen. Zum F, inlassen in
eine Gewandstatuette hergerichtet. Rotbraune
Farbspuren au Augen und Haar. Feine Arbeit. —
Nach der Bildung der sehmalen Augen mit hoch-
gezogenen Mderu zu der von Amelung p. 134 ff.
zusammengestelltcn Gruppe ägyptisch-hellenisti-
scher Bildwerke gehörig.
905. KOpfchen des Serapis. Hoch 0,12 in.
I Grobkörniger krystallinischer Marmor. In Ägypten
erworben. Untere Hälfte der Nase neu. In der
Mitte des abgeplatteten Oberkopfes ein Loch für
i den Modius. Die Farbspuren wohl modern. Sehr
verwaschen. — Wichtig wegen seiner Herkunft;
es bleibt zu untersuchen, wie sich der Kopf zu
deu anderen aus Alexandria stammenden Typen
dos Serapis (Arch. Anz. 1890, p. 93) verhält.
906. K ö p f c h e n d e s H e r a k I e s. Hoch
0,115 m. In Aegypten erworben. Sehr feinkör-
niger weisscr Mannor. Durch Feuer (?) gefärbt
und zum Teil verslntert. Hinten und oben nicht
ansgefilhrt. Der obere Kopfabschiuss ist offen-
bar als dicke Wulstbinde gedacht: vielleicht war
Herakles als Tnmkncr dargestellt. Ziemlich rohe,
aber recht ausdrucksvolle Arbeit hellenistischer
oder römischer Zeit. Besonders charakteristisch
die einwärts gekrümmte Nase.
Antiquarium der kgl. Residenz.
W. von Christ, Beiträge zur Geschichte der
Antikensammlungeu Müucheus (Abhandlungen der
baver. Akad. der W., Klasse I, Band 10, Abtei-
lung 2; 1865). Paul Arndt, Zeitschrift des
Münchner Altertumsvereins 1898, p. 13 ff. G. B.,
Münchner Allgemeine Zeitung, 24.. iuli 1897, No. 203.
An diesen Orten Näheres über Herkunft und Ge-
schichte der Sammlung. Eine, den Zwecken der
vorliegenden Pulilication zunächst ferner stehende,
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8
MUnchon
neue Untersuchung Uber die l’roven lenzen
der einzelnen Stücke des Rcsidonzantiqiiariuuis ist
notwendig. Unter Anderem muss festgestellt
werden, ob Alles alter liestaud ist oder ob auch
zu den Zeiten König I.u lwigs 1. Werke der Samm-
lung eingefUgt worden sind (vgl z. II Xo. ltiOl
und die iieinerkungcn von U. von Urliclis in
den „Beitrügen zur Geschichte der Glyptothek“,
p. 14). — Die Angabe der Krgünzungcn begegnete
mehrfach Schwierigkeiten, da die Stücke zum Teil
arg Qlierschmiert sind und auch sonst in üblem
Zustand sich lielinden, andrerseits ihre Ilcrrichtung
und Krgünzung zurZeit nicht vorgenotumen werden
kann.
suuiartarlo1*.
907. Weib liehe Statuette. Hoch 0,505 tu.
Hinten angelegt. Her Kopf, tler aul'gcbuitdenes
Haar gehabt haben muss, und die Arme waren
mit Metallstiften, wie es scheint bereits iui Alter-
tum, besonders augesetzt, (’ber dem Chiton mit
geknüpften Ärmeln der gegürtete Peplos mit Über-
schlag; im Rücken fallt ein über die Oberarme
gelegter langer Mantel herab. Uelicate, wohl
griechische Arbeit. In den Kreis der im E-V 2711
und von Amelung, Führer durch die Antiken in
Florenz No. 196 besprochenen Werke gehörig und,
wie diese, eine Schöpfung der zweiten Hälfte des
5. Jahrhunderts vor (Jhr. Wahrscheinlich stellte
die Münchner Statuette auch Demeter dar.
908 912. Statue ei uer Sela vi». Abg. im
Prospect zur zweiten Serie der Brtickuiannscheu
„Denkmäler“ und in der Zeitschrift des Münchner
Altertumsvereins 1898, p 14. Hoch 0,99ui Penteli-
sclier, stark gebräunter Marmor. Neu: die unterste
Spitze der Nase und der r. Unterarm vom Ellen-
bogen bis zur Handwurzel (die Hand antik). Viele
nicht verglättete Kaspelstriche. - Das beste Stück
der Sammlung Vortreffliche attische Decorat ions-
arbeit, offenbar Schmuck eines Grabes, wie die der-
selben Zeit angehürigen Statuen von Sclavinnen in
Berlin (Katalog No. 498 99) und Athen E-V 621).
Die Gewandmotive der Münchner Statue erinnern
sehr an die praxitelische Artemis -Tyche (Furt«
wängler. Meisterwerke, Taf XXIX); man möchte
an ein Werk aus dein weiteren Schülerkreise des
Praxiteles denken. Die Entstehung der .Statue fällt
ungefähr in das Jahr 360. Trotz des Mangels der
für die Sclavinnen charakteristischen langen Ärmel
erweist meines Erachtens der ungriechische Kopf-
typus, «lass eine solche gemeint ist (vgl. Furt-
wängler, Sammlung Sab uro ff, Text zu Taf. XV
bis XVII). Das kurzgeschnittene Haar ist das
Zeichen der Trauer.
913 und 914. Statue eines Satyr». Hoch
ca. 1,27 in. Italischer Marmor- Die untern Partieen
der Statue sind mit Ölfarbe verschmiert, Angabe
«ler Ergänzungen daher nicht völlig sicher. Neu
schienen mir die Beine von den Kniecn abwärts und
«ler Stamm, ferner der r. Unterarm mit der Syrinx.
Der hinten eingestemmtu 1. Arm ist alt. Der Kopf,
mit Spitzohren und zwei kleinen Stirnimniern, ist
ungebrochen. Ihn bedeckt ein Fell, «las auf der
Brust geknotet und als Chlamys um «len I. Ober-
t arm geführt ist Glatte Arbeit, an deren Altertum
wohl nicht zu zweifeln ist. Nach dem Motiv der
gekreuzten Beine — vorausgesetzt, «lass die Er-
gänzung das nichtige getroffen hat — gehört
die Statue frühestens in die spiiter-praxitclische
■ Epoche.
915. Statuette des Asklepios. Hoch 0,53m.
Neu: Kopf, r. Schulter mit Arm und Hand (von
«ler aber antik«? Spuren vorhanden), die Ftiase mit
der Plinthe, «ler untere Teil dt» 1. herabfallenden
Gewandes mit dem Stamm, auf den «laaselbe auf-
trifft Hinten unausgeführt. Gewöhnliche Arbeit.
Bis auf geringfügig«' Abweichungen Typus der
athenischen Statuette Athen. Mitt- «I. Inst 1892,
Taf. II, von welcher sieh u. a. eine Koplik auch
im MUnchner Antiquarium der neuen Pinakothek
heüudet (Nr. Gl 5).
916. Weibliche Statue. Hoch ca. 1,10 ui
ohne die Plinthe. Neu scheinen; Kopf (lleete der
Schulterlocken antik), Uuterarme mit Attributen,
I Plinthe. Von sauberer Arbeit Der iui E-V 227
! publicierten Hygieia-Statue des Palazzo Pitti nächst
1 verwandt, vielleicht sogar nur ©ine durch den
Kopisten uioditicierte Replik des nämlichen Typus.
Vgl auch Berlin No. 160. 4. Jahrhundert.
917. Weibliche Statuette. Hoch 0,81 ui.
Kopf und Arme waren mit Metalldübeln befestigt.
Die Vorderseite ist ganz mit Ölfarbe übcrstricben:
soweit mau erkennen kann, ist der Unterteil der
Figur von etwa der Mitte der Unterschenkel au
neu. Audi die Rückseite ist ganz gut gearbeitet.
Zeitlich mit der im E-V 735 publicierten Statuette
aus Thera Zusammengehen«!, als«.» wohl 3. Jahr-
hundert. Vgl. auch Reinach, rvpertolre II, 1,318, 10
(aus Pergamon).
918. Weibliche Statue. Hoch ca. 1 in. Neu
sind der Kopf, die Unterarme, die Plinthe, der Löwe,
kleine Gewandflicken. Vermutlich ist auch der
vordere Teil des r. Kusses der Frau modern. Dass
das r. Bein auch früher leicht aufgestützt war,
geht aus der Vorbeugung des Kuiees hervor. Am
Gewände I. aussen in Kniehöhe ein Stützenrest,
I welchem unten auf der Plinthe ein mit dem Ende
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München. D
des Gewandes zusammenhängender runder Ansatz,
etwa das Knde einer Fackel oder eines Scepters,
entspricht Dieses Attribut wurde offenbar von der
Unken inSchultcrhiihe gefasst. Reste von Schulter*
locken. Chlaina auf der I. Schulter Geknüpfte
Halbärmel. Leidliche Arbeit — Krinnert im Ge
wandnmtiv an diu ludovisische Statue K-V 265
(vgl. auch Nachträge zu Serie III unter dieser
No.), mit der sie den Wechsel von drei Arsen und
zwei Thesen im Faltenarrangemcnt der unteren
Gewandpartie gemein hat. Darnach woht aus
hellenistischer Zeit, wenngleich das Motiv der
Statue — der eine Fuss leicht aufgestützt, ein Arm
einen Stab hoch fassend — bereits im 5. Jahr-
hundert beliebt war.
919. Torso einer Artemisstatue. Hoch
ca. 0,61 m. Hinten der Kocher. R. in Kniehohe
Rest des Stammes. Stlltzenrcste am Wulst der
um den lajlb geschlungenen Chlaina I., am I. Ober-
schenkel au-sen, am Chilonüberfall r. aussen in
HUftcnhOhc. Sorgfältige harte Arbeit. Häufig
wiederkehrender Typus wohl des 4. Jahrhunderts;
vgl. Clarac 671, 1210 II; 577, 1242 und 124:!;
Kcinach, repertoirc 311, 7; 314, 1, 5, 10; 317, 7.
920. Männliche Statue. Hoch ca. 0,89 ui.
Stark überschmiert, daher Angabe der Krgän-
zungen schwierig. Sicher neu: r. Arm, r. Hein,
I. Unterbein. Zugehörigkeit des Kopfes i,mit
HohrlOchern im Bart und Pupillenangabe später
Art) zweifelhaft, da der Hals verschmiert. Die
Amphora ist alt. Kbenso, wie es scheint, das
Gewand zwischen den Beinen. Die Arbeit des
Körpers ist ganz, leidlich. Die nächstliegende
Deutung auf den trunkuen Herakles wird durch
die Chlaina statt des Felles zweifelhaft gemacht.
Der Kopf trägt keinen ausgesprochenen Herakles-
charakter. An Odysseus zu denken, der dem
Polyphem die Schale reicht, verbietet die dem
Typus des Odysseus widersprechende geringe
Bekleidung der Figur, der mangelnde Pilos (vor-
ausgesetzt, dass der Kopf zugehört), wohl auch
die Amphora, an deren Stelle man eiuen Schlauch
erwarten würde.
921. Weibliche Statue. Hoch ca. 1,19 m.
Neu: Kopf, Unterarme mit Attributen, viele
Gewandtlicken. Die Kugel unter dem (modernen)
Ruder ist alt und hängt mit der Plinthe zu-
sammen. Danach dürfte die .Statue wohl richtig
als Fortuna ergänzt worden sein. Ganz gute
Arbeit nach einem hellenistischen Vorbild von
der Art der Pariser „Melpomeue“ (vgl. .Arndt, la
Glyptothe«|ue Ny-Carlaberg, Text zu pl. 43, note 4).
922. Weibliche Statue. Hoch 0,97 m. Neu:
i r. Schulter und Arm mit Doppelflöte, I. Hand,
FUsse, Plinthe. Das ganze r. Bein ist mit Ölfarbe
überschmiert und vielleicht auch modern. Der
Kopf, au dem die Nase neu, scheint nach Stil und
Arbeit zugehörig; der Halsbruch ist allerdings
verschmiert. Schlechte Arbeit nach hellenistischem
Vorbild.
923. Weibliche Statue. Hoch ca. 1,10 m
Neu: I. Hand, Füsse, Gewandteile. Der lorbeer-
bekränzte Kopf, dessen Gesiebt ganz mit Ölfarbe
überstrichen ist, ist antik, aber kaum zugehörig,
da von roherer Arbeit und zu gross für die Figur.
Der Halsbruch ist verschmiert, ebenso der oberste
Teil des Gewandes vorn: doch scheint die Queder
nach antikvn Spuren angegeben zu sein. Am
Beginn des I. Oberschenkels aussen im Gewand
ein Metallstift, wohl für das Attribut der Linken. —
Durch die vielen unruhigen (juerfältchcn der Ge-
wandung unerfreulich wirkendes, aber inter-
essantes Originalwerk pergamenischcr Zeit
924. Weibliche Statuette. Hoch 0,57 m.
Vorderseite schlecht erhalten. Hinten angelegt.
Die Inschrift Yl’IA auf der Plinthe modern. Der
Kopf war zum Kinsetzen gearbeitet. Der r. Unter-
arm und das Gewand darunter waren gebrochen,
scheinen aber alt Die Figtir verbreitert sich
nach unten. Querfältchen in der untersten Ge-
wandpartie zwischen den Beinen Frühestens
Knde des 4. Jahrh
925. W ei bliebe Statue Hoch mit Plinthe
ca. 1,05 m. Neu: der Kopf Kbenso scheint
der 1., mehrfach gebrochene, Arm ganz modern;
beim r. sind vielleicht nur die Finger nen. Die
profilierte Plinthe scheint trotz mehrerer Brüche
im Wesentlichen alt zu sein. Das Ganze ist stark
übergangen und nur dos Gewandmotives wegen
noch von Wert. Dasselbe erinnert nämlich stark
an dasjenige der Pariser Statue, die Furtwängler
(Meisterwerke p. 652) mit grosser Wahrschein-
lichkeit auf die koische Aphrodite des Praxiteles
[ zurückgeführt hat. Vgl. auch Gaucklcr, M usee
de t'herchel, pl XVI, 2 und eine Stele aus Sidon
in der BibliothtV|tte nationale zu Paris (erster
Treppenabsatz; donnOe par M. L. Batissier en
1H47 1.
926. Stat nette der Fortuna. Hoch 0,53 m
Kopf, I. Hand, r Unterarm waren mit Metalldübeln,
I die mir antik schienen, angesetzt. An der r. Hüfte
nach vom zn im Gewandbausch ein Loch für einen
Metallslift, der mit dem Attribut der Rechten hu Zu-
sammenhang gestanden haben wird. — Gegürteter
Chiton mit Überschlag : Mantel Uber die Schultern
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10
München
Im Füllhorn Trauben uml Äpfel. Gewöhnliche
Arbeit. Wie mich Aiuelung belehrt, au» praxi-
telischer Zeit (Torso aus llalikarnas» im Ixiuvre,
No. 2838; Furtwängler, griech Originalstatuen in
Venedig, p. 3U6).
927. Statuette der Aphrodite von
Aphrodiaias in Karicn. Abguss in Berlin:
F Hederichs- Wolters 1551; dort die ältere I.itte-
ratur, darunter vor Allein: Jahn, Entführung der
Europa Taf. VI, p. 41 tl. Ferner: Fredrich, Athen.
Mitl. d Inst. 1897, p. 8G3, E Hoch 0,915 m. Neu:
Kopf und Hals, der Stumpf des r. rnteranu», das
ganze Unterteil der Figur von unterhalb der auf
dem Seewidder reitenden Frau an; Einzelheiten
der Relieffiguren. — Aua Rom (Christ a a. O.
p. 8G5). Ober die Kleidung der Güttin s. Fre-
drich a. a 0. p 3Bö. Um den Hals hat sie eine
kranzähnliche Kette. Lias scldlrzenartige, engan-
liegende Gewandstück, das sic Uber dem Chiton
tragt, ist auf dem Busen mit einem tintenliach-
ähuiicheu Ornament geschmückt, unter dem sich
ein nach unten gekehrter Halbmond befindet Her
oberste der drei Figurenstreifen zeigt zwischen
zwei Full hörnern die Gruppe der drei nackten t ha-
riten, deren äusscrete jede einen Zweig von Ähren
und Früchten zu hallen scheint ; der zweite Streif
eine nackte stehende Frau „vclitieantcui sua
viste“ zwischen den Oberteilen der Selene (mit
Halbmond; links und des Helios rechts; an diesen
beiden Figuren sind die Gesichter neu. Das
dritte Feld enthält die Darstellung eines von
einem Triton geleiteten Seewidder», auf dem eine
Frau, ebenfalls mit über dem Haupte flatternden
Schleier, »itzt; dahinter ein Uelphiu. Seewidder
und Nereide siud zum grössten Teile modern. —
Die Statuette ist von sauberer Arbeit.
II. t:lD«-lkS|ire.*:
928 und 929. Altertümlicher Kopf aus
l’orphyr. Hoch 0,28 in. Neu: l.ippen und
Kinnpartie. Die Nase ist ganz zerstört. Auf
der llinlerseite rauh gepickt Vermutlich mit
dem bei Christ a. a. 0. p. .'lliö erwähnten .Abgott
aus Porphyr oder rotem Stein“ identisch und
dann uui IÖG7 in Rom erworben. — Des Mate-
riales wegen dachte ich zunächst all ägyptischen
Ursprung dieses interessanten Stückes, den in-
dessen Prof. Kriuan in Berlin bestreitet. Da an
eine absichtliche KeuaissaneefaLschuiig kaum zu
denken ist, der Kopf auch äusserlich keine: lei
*1 Ui« Hüsten uml HruHtutürke dieser Kiiu<‘lk«'|»(e
sowie der Portriits sind, soweit nicht anders bemerkt,
»ituimtllch modern.
Merkmale nicht-antiker Entstehung trägt, so wird
man ihn wohl dem Bereiche der griechisch-
römischen Kunst zuteilen müssen. Für das Ar*
rangeinent der Frisur wüsste* ich aus archaischer
Zeit allerdings nicht gerade dirccte Parallelen bei*
zu bringen. Zu dein hohen Diadem vgl. die Tcrra-
eotteu der Akropolis: Juhrb. d. Inst. 1H93, Ans.
p. 140 ff. (Winter). Stilistisch steht der Kopf etwa
auf der Stufe de« Apollon von Orchoincnoe, mit dem
er eine gewisse Hatte Stillosigkcit gemein hat, die
freilich auch erst durch die Hand des Kopisten
hineingebraelit worden sein kann. Denn römische
Kopie wird der Kopf . ■'eines Materiales wegen sein:
von Verwendung de» Porphyrs für griechische
Originalarbeiteu ist mir kein Beispiel bekannt.
930. Archaisches Köpfchen. Hoch
0,155 in. Pentelischer (?) Marmor. Offenbar von
einein Hochrelief. Porträt? Erinnert im Stil etwas
an den, allerdings »pätcrerZcit angchörigen, Porträt-
kopf von schwarzem Granit aus Sammlung Saburoff
in Berlin (No. 301); Furtwängler, SaiumlungSaburoff,
Taf. XLV), der „von einer der griechischen Inseln“
stammen soll. Flüchtig gearbeitet.
931. J ugendlicher Kopf. Hoch ca. 0,21 ui.
Die Nasenspitze tut l ein »Stück im Hals 1. neu.
Das Gesicht ganz geputzt Die Angabe des
Augensternes wohl antik; das laich der Pupille
wird mit eiueui »Stein gefüllt gewesen sein. Nur
in diesem einen Exemplar vertretener Typus aus
der Mitte des »5. Jahrhunderts, zu dem ich keine
dirccten stilistischen Parallelen kenne.
932 und 933. Bärtiger Kopf. Unteres
! Bartende— »Scheitel ca. 0,42 ui. Neu: Hals, Nase.
Der Bart und der Lockenkran/, hinten ganz über
schmiert, ihre ehemalige Form unkenntlich. Schnur-
bart und Lippen sind alt, ebenso die Pupillcn-
angabe. Stirn und Wangen dagegen sind ganz
geputzt, ihre Formen dabei verändert worden.
Starke Bohrerarbeit. Das Haar ist sehr sorg-
fältig im Bronzestil ausgeführt: hinten ist cs nicht
ausgearbeitet. Zeustypus des 5. vorchristlichen
in Ausführung des 3.- 4. christlichen Jahrhuuderts?
934. Weiblicher Kopf. Von Kinnspitzc
Haaransatz 0,215 m hoch. Abscheulicher Er-
haltungszustand. Neu: Hals. Kinn, Lippen, Nase.
Da» Ganze mit Ölfarbe überschmiert. Ober- und
linker Seitenschädel waren besonders angestückt;
die Schnittflächen sind roh gepickt; Dfthellöcher
für die angesetzten Teile sind nicht vorhanden.
Löcher für Ohrringe. Von jeher gewöhnlichste
Arbeit. Nur als Typus von Interesse: in den
Kreis der dem Alkamene» ziigewie^enen weib-
liclieu Köpfe gehörig.
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München.
11
935. Jünglings köpf. Hoch 0.23 m. Neu:
die Nase. Au Kinn, Unterlippe, Brauen geflickt.
Schlecht erhalten. Da« Haar nur skizziert als
Unterlage für Farbe. Flüchtige griechische Arbeit
vom Endo de« 5. Jahrhundert«, mit Remiuisccnzen
an Myrnnisclies.
936 und 937. Weiblicher Kopf. Hoch
£a. 0,30 ui. Neu: Nase, Kinn, die freistehenden
Schlcierteile. An Augen und Lippen verschmiert.
Neu «ehr wahrscheinlich auch da« ganze Diadem,
so da»« der Kopf nicht« andere« als eine wenig
getreue, stilistisch gelockerte Replik der sog.
Aspasiatypen (Arndt, la glvptotheque Ny-Carls-
berg, Text p. 53) «ein dürfte. Da« Krhaltne ist
gut und sorgfältig gearbeitet.
938. Weiblicher Kopf. Hoch ca. 0,21 in.
Pentelischer (?) Marmor. Hals und Nasenspitze
neu. Der hintere Teil des Oberkopfe» nur ange-
legt, der llinterkopf fehlt: offenbar von einem
Relief. Gut gearbeitetes griechische» Original der
zweiten Hälfte des 5. Jahrhundert«.
939 und 940. Kopf der Athene. Hoch
ea. 0,30 in. Der fehlende llinterkopf war mittels
eine« Metallstifte« angestückt; glatte Schnittfläche.
Neu: die Nnseuspitze. Über dem I Auge ist der
Marmor geplatzt. Gute, aber etwas leere Arbeit. —
Replik de« K-V 433 34 besprochenen Typus (s. auch
die Nachträge zu dieser Serie . Besser als da«
flaue capitoliniache Exemplar, aber der vortreff-
lichen, charaktervollen Neapler Replik weit nach-
stehend. Ob, wie diese beiden Wiederholungen,
auch ehemals Henne, ist ungewiss Interessant ist
der Vergleich der drei Repliken*; im Detail (s. K-V
a. a ü.). Der Münchner Kopf wendet »ich etwa«
zur r. Schulter, der Neapler zur I-, der capi-
toliiiische blickt gradeatis. Da» Gorgoneiou auf
dem Stirnschirm ist auf den beiden italienischen
Exemplaren mit hcruusgestrcckter Zunge gebildet, I
auf dem Münchner nicht. ' Dem Münchner fehlt,
wie dem capitolinischcn, der Helmbügel, den das
Neapler bat Am Münchner Exemplar ist das Unter-
gesicht noch voller gebildet, als am capitol'mischen.
während offenbar einer der Hauptreize dt?« schöllen I
Originals in dem feinen Oval des Gesichte« bestand,
wie es uns die Neapolitaner Wiederholung aufbe-
wahrt hat. In ähnlicher Weise differiert die Bil-
dung der Augen ; die schmalen, nicht weit geöff-
neten Augen des Neapler Kopfes sind höchst wahr-
scheinlich auch dem Originale zu eigen gewesen.
Auch iin Detail der Haarbchandlung offenbaren
•) Eine vierte Replik, in Petworth iMlchaeli*. wicien»
mwrlilr» No 74; Klein, Praxiteles p. 10 ), ist in AliliiliiaDgen
Uoefc nicht bekannt
»ich Unterschiede ähnlicher Art — Einen weib-
lichen Kopf nächatverwandten Stiles, leider von
schlechter Arbeit und Erhaltung, habe ich 1HÜS
aus Sammlung Dcspuig auf Mallorca (wohl Hübner
781) für die Glyptothek Ny-Carlsborg angekauft.
941. Weiblicher Kopf. Hoch ea. 0,35 m.
Neu: Nase und r. Teil de« Halse«, dessen 1. Teil
»ammt dem Brustausschnitt alt ist. Zum Einsetzen
in eine Gewandstatue Im Nacken ist das HaAr
in einen Schopf gebunden. Schläfenlöckchen. (Jute,
etwa« nüchterne Arbeit — Dieser schöne, in der
Photographie leider nicht rocht zur Geltung kom-
mende Kopf, der durch die Wendung zur Seite
einen besonders frischen und lebendigen Ausdruck
gewinut, dürfte in die Wende vom 5. zuu) 4. Jahr-
hundert gehören. DieSehtäfenlöckchen fallen wahr-
scheinlich, da sie «ich sonst erst in etwa« späterer
Zeit Anden, dem Kopisten zur Last.
942und943 Kopf der Athene Iloch0,35m.
Neu: Hai«, Kinn, Lippen, Nase. Auf dem Ileln»
Flügelgreife; in der Mitte der Bügel für den Busch.
An dem hässlichen schiefen Mund trägt der Er-
gänzer Schuld Wenn die Abbildung nicht trügt,
Replik vom Kopfe der Statue in Jnce Blundcll Hall,
die Furtwängler, Statuenkopien I, p.555 ff., Taf. IV,
veröffentlicht und behandelt hat. Da» Antike von
nicht übler Arbeit. Ende de« 5. Jahrhundert*.
944 und 945 Weiblicher Kopf. Hoch
0,25 m. Schlecht erhalten und überarbeitet Neu :
die Nasenspitze. Löcher für Ohrringe Die Arbeit
der unberührten Teile ist ziemlich gut, jedenfalls
besser, als die Photographie es vermuten lässt. In
den Kreis der sog. Snpphotvpen (Arndt, griechische
lind römische Porträte, Text zu Taff. 141 — 50) ge-
hörig; oh aber auch, wie diese, Porträt, zweifel-
haft wegen der starken Überarbeitung. lu» andern
Falle etwa eine Aphrodite. Um die Mitte de«
4. Jahrhunderts entstandener Typus.
946 und 947. Weiblicher Kopf. Hoch
0,25 m. Neu: die Nase An Lippen und Kinn
geschmiert. Das Ilinterhaar ist in eine auf dem
Scheitel geknüpfte Haube gcbuudcii. Davor liegt
ein Lorbeerkranz. Gewöhnliche Arbeit, — Replik
des der vatieanischeu Statue der Klio (Musen-
saal 505; Geling1 281) aufgesetzten Kopfes. Der-
selbe ist dort nicht zur Statue gehörig und kann
(nach Amolungs Mitteilung) »ein«*« verschiedenen
Marmors wegen überhaupt von keiner Statue der
vatieanischeu Gruppe stammen. Da der Typus
indessen in Ausdruck, Bekränzung, Stil durchaus
zu den erhaltenen Köpfen der praxltetlschen
Musengruppe stimmt (vgl. Amclung, Basis des
Praxiteles aus Mantinea, p. 31 ff.), liegt die Ver-
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München.
mutung nahe, dass er zu einer der in anderen
Museen erhaltenen praxiteüschen Musen -Serien
gehört
948 und 949. Jünglings köpf. Etwas
u n ter lebensgross: Kinn — Scheitel ca. 0,23 m. Neu:
Hals, Nase. Das Ganze leider dick mit Ölfarbe
überzogen, so dass etwaige weitere Ergänzungen
nicht coustatierbar. Gute, etwas flüchtige Arbeit.
Typus etwa von der Mitte des 4. Jahrhunderts,
l'raxitelisehcin nicht fernstehend.
950 und 951. J Üugl ingskopf von einem
grossen attisch en G rabrelief des 4. Jahr h
Hoch ca. 0,30 m. Neu: die Nase. Stirn- und Augen
partien mit Ölfarbe überscluniert Infolge dieser
»Restaurationen* ist die hervorragende .Schönheit
des Kopfes zur Zeit leider kaum geniessbar.
952. Weiblicher Kopf von einem
attischen Grabrelief des 4. Jahrh. Hoch
ca. 0,28 in. Sehr schlecht erhalten. Neu: Nase,
Stücke in Stirn und Kinn, Teile des Schleiers.
Gute Arbeit.
953 und 954. Ko pf einer Sei ayin. Hoch
0,25 m. An der Nase und auf der I. Wange
geflickt, sonst gut erhalten. Der Hinterkopf war
angcstückt: zwei Löcher für Metallstifte, sowie
zwei verticale Killen, in die offenbar die Pro-
minenzen des Ansatzstückes hineinpassten. Flüch-
tige attische Arbeit. Von einer Grabetatue wie
ilio unter No. 908—12 besprochenen Werke, und
ans der nämlichen Zeit.
955 957. J ii n g 1 i n g s k o p f. Abg. iu der
Zeitschrift des Münchner Altertumsvereins 1898,
p. 15. Hoch von Kinn -Scheitel ca. 0,30 m. Neu:
der Hals. An Nase, Kinn und Lippen geschmiert.
Hohrerarbeit im Haar Athletenohren. — Von
der Schönheit dieser trefflichen Kopie, die neben
der Statue der Grabsclavin (908—12) das beste
Idealwerk der Sammlung ist, besonders von der
vorzüglichen Arbeit und Erhaltung der fleischigen
Partieen, giebt die Photographie keine genügende
Vorstellung Die Stirn ist stark bewegt, über dem
Nasenansatz zwei ausdrucksvolle Schwellungen.
Die düster blickenden, von den schwer liber-
hängenden Lid Wülsten beschatteten Augen liegen
tief zurück. Im Stil steht der Kopf den Werken des
Skopas sehr nahe. Man könnte glauben, sein Pathos
»ei noch heftiger als bol jenen; doch mag dies auf
die Persönlichkeit des Dargestellten — cs ist doch
wohl Herakles gemeint - und auf die besondere
Situation, in der er zu denken sein wird, zurück-
zuführen sein. Repliken des Typus sind mir nicht
bekannt. Es ist »ehr zu wünschen, dass der Kopf
gegossen werde
958 und 959. Weiblicher Kopf. Hoch
ca. 0,3ü iu. Feinkörniger weisser Marmor. Hinten
in der Verticale bis zum Ende de« Halses hinunter
glatt abgeschnitten. In der Schnittfläche vier ziem-
lich tiefe Löcher, davon drei ungefähr von Blei-
stiftdicke, das vierte etwas breiter. Es scheint nicht,
als sei dies eine für Anstückung hergerichtete An-
satzfläche, Bondern als Bei der Kopf zum Aufsetzen
auf einen Kcliefgrund bestimmt gewesen. — Durch
da» Haar läuft ein Band. Auf dem Hinterhaupt
der Schleier. Stirn- und Schläfenlöckchen. Danach
und nach der Behandlung des Haares gut ge-
arbeitetes Originalwerk pergamenischen Stils.
960. Jünglingskopf mit phrygischer
Mütze. Hoch ca. 0,31 ra. Sandstein. Römische
Pro vincialar beit rohen Charakters. Eher Attls oder
Mithra» als Paris.
« . I'ortrftt».
I. Griechische.
961 Unbekannter. Neu: Bruststück, Nase
und r. Braue. Die 1. Gesichtsseite stark gebräunt
Reif im Haar. Gute und sichere, wenn auch nicht
sehr eingehende Arbeit. — Der Kopf steht im Aus-
druck den von mir in den »Gr. und röm. Porträts“
Taf. 40 1 — 410 veröffentlichten Köpfen (zu denen
eine weitere Replik in Madrid, Hübner p. 164,
No. 13, gänzlich geputzt, aber antik, sich gesellt)
sehr nahe; ob er aber ebenfalls als Replik dieses
Typus zu gelten hat, wage ich nicht mit Bestimmt-
heit zu entscheiden. Auf die physiognomische
Verwandtschaft dieser Köpfe mit dem lateranen-
sischen Portrat des Sophokles habe ich im Text
a. a. 0. hingewiesen. Ihre Entstehnngszeit ist un-
gefähr das zweite Viertel des 4. Jahrh.
962. Sog. Homer („Apöllonios von
Tyana“). Bruststück, Nase und Kleinigkeiten
neu Das Gesicht ist an mehreren Stellen ver-
schmiert. Schlecht erhaltene, ehemals ganz leidliche
Replik des vonBernoulli im Jahrbuch des Inst. 1896,
p. 164 ff. besprochncn Typus.
963. Kolossal köpf eines Unbekann-
ten. Gesichtslänge ca. 0,36 ni. Neu: Bruststück,
Hals, Nase, Oberlippe. Der schiefe Mund rührt
von der Ergänzung her. Geputzt, Gute Arbeit.
Im Haar kein Reif. Repliken mir nicht bekannt
Erste Hälfte des 4. Jahrhunderts.
964. Kopf des Sokrates. Sitzt auf der
Panzerstatue No. 987 auf. Nichts ergänzt. Die
Pupillen scheinen alt, darnach etwa aus dem 3. Jahr-
hundert u. Chr. Gewöhnliche, aber ausdrucksvolle
Arbeit. Der Kopf, durch die hohe Glatze ausge-
zeichnet, ist von edlerem, weniger ins Hässliche
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München.
13
verzerrten Typus als die Mehrzahl der anderen
Bildnisse des Philosophen.
965- -67. Sog. Alkibiades Ahn. Inder
Zeitschrift des Münchner Altcrtumsvcreins 189h,
p. 16. Hoch (vom untern Bartende ab) ca. 0,32 m.
Neu: ein grosser Teil des Halses, ein kleiner
Flicken auf der Stirnnritte. Din Nase ist intact;
am entern Ende vorn r. eine Kleinigkeit abge-
splittert Das r. Ohr ist geschwollen, das I. nicht.
Um das Haupt ein vorn in eine Spitze auslaufender
Metallreif. Vortreffliche Arbeit. Uber Kepliken,
Stil, Benennung s. Arndt in der Festschrift für W.
Hel big, 1899.
968. Unbek annter. Neu: Hals, 1. Braue.
Gänzlich mit Ölfarbe überschmiert. Gewöhnliche
Arbeit. Dem Aschincs (Arudt, gr. und röm.
Porträts, Taff, 116—120) physiognomisch ver-
wandt und wohl in dessen Zeit gehörig.
969. Unbekannter. Abg in der Zeitschrift
des Münchner Altcrtumsvercins 1898, p. 17. Ganz
intact. Etwas verwaschen (nicht geputzt). Vortreff-
lich. Wohl bereits xweite Hälfte des 4. Jalirh.
970. Unbekannter. Neu: Nase, Brauen,
Hals. Auf der Mitte des Oberecliädels eine cpia-
drate, nach allen Dimensionen hin 0,06—0,07 m
messende Eintiefung. Schlechte Arbeit. Dem in ,
den .Griechischen und römischen Porträts“ Tafel
366/86 abgebildeten Typus verwandt. Wohl aus
dem Beginn der hellenistischen Zeit.
971. Unbekannter. Neu: Nase und Ober- !
lippe. Die 1. Selto des Schädels ist mit Ölfarbe
Uberschmiert. Das r. Profil gut erhalten. Weit
gcöfTnete Augen, stark bewegte Stirn. Gute Arbeit.
Schwer zn datieren; schwerlich vor dem Ende des
4. Jahrhunderts v. Chr.
972. Unbekannter. Sehr schlecht erhalten.
Neu: Nase, I.ippcnteile, 1. Braue, der ganze Hinter-
kopf in der Verticalc mit dem I. Ohr, die Haar-
partie über der Stirnmitte. Das Antike ist von
guter Arbeit. Etwa aus dem 4. Jahrhundert v. Uhr.
973. Unbekannter. Marmor. Der ganze
Kopf ist, um den Eindruck einer Bronze zu er-
wecken, mit schwarzer Ölfarbe überzogen. An-
gabe der Ergänzungen deshalb nicht möglich; mit
Sicherheit sieht man nur, dass die Nase neu ist.
Athletenohrcn. Zweite Hälfte des 4. Jahrhunderts
v. Uhr.
974. Epikur. Nase und Uppen abscheulich
ergänzt. Stark verwaschen. Gewöhnliche Arbeit.
975 und 976. Unbekannter. Neu: Hals,
Kinn, Uppen, Unterteil der Nase. Das Gesicht
ist (wodurch?) dunkelbraun gefärbt. Runde wul-
stige Reifbinde im Haar; ob hinten geknüpft, ist
nicht zn sehen, da diese Partie ergänzt Sorg-
fältige Arbeit ungefähr lysippischer Zeit; kaum
Idealtypns, sondern wohl sicher Porträt, vermut-
lich eines Diadochen au* der Zeit kurz nach
Alexander.
977 und 978. Kol ossalkopf eines Dia-
dochen. Hoch vom Beginn des Hai«« bis znm
Scheitel ca. 0,39 m. Neu: Nase und Oberlippe.
An Unterlippe und Kinn geflickt. Ober- und
Hinterkopf sind rauh gepickt Breite Binde im
Haar; ob als hinten geknüpft zu denken, unge-
wiss, da diese Partie nicht ausgeffihrt. Flott, in
groben Zügen gearbeitetes Original 3 —2. Jahih
v. Uhr. Eine gewisse Ähnlichkeit scheint mit den
Zügen der makedonischen Könige Philipp V. und
Perseus zu bestehen (Inihoof-lllumer, Porträts auf
; griechischen Münzen, Taf. IV, 10—13).
979 und 980. Unbekannter. Neu: Nase,
Kinn, Flicken auf r. Wange, Ohren. Sonst gut
erhalten. Vortreffliche Arbeit
981. Unbekannter. Intact bis auf das
r. Ohr. I.eicht geputzt. Massige Anwendung des
Bohrers im Barthaar. Von besserer Arbeit als
die Photographie vermuten lässt.
982. Unbekannter. Nase, I.ippen, Kinn
überschmiert: wieviel darunter antik? Das I. Ohr
ergänzt I.eicht geputzt Gute Arbeit.
983. Unbekannter. Hals und Hinter-
kopf neu. Nase .alt. Backen- und leichter
Schnurbart.
Die vier letzten Porträts, 979—983, die in
Gesiclitsausdruck wie in Haar- und Bartschnitt
gewisse gemeinsame Züge anfweism, habe ich
zwischen die griechischen und die römischen Bild-
nisse der Sammlung cingeordnet, weil ich nicht
sicher bin, weder welcher der beiden Nationali-
täten die Dargestclltcn angehören, noch in welcher
Zeit sie gelebt halten. Zu römischen Physiognomien
haben die Köpfe keinen entschiedenen Bezug.
Man könnte hei 983 au Entstehung in othonischcr
Zeit wegen des für die Porträts dieser Periode
charakteristischen trepponartig abgestuften Haupt-
haares denken: doch macht der Vollhart diese
Einreihung wieder unwahrscheinlich. Bei 981 ist
im Barthaar der Bohrer leicht verwendet; doch
ist die Physiognomie von Hadrianisehein zn sehr
verschieden, um wegen dieses technischen Details,
dessen Gebrauch wir bisher vielleicht zu streng
zeitlich zu fixieren suchen, den Kopf bis in jene
Periode hinunterzurüeken. Die. nächste Parallele
zu den vier Porträt», besonders zu dem sehr
schönen Kopfe 979 80, bietet, wie mir sebeint,
die aus Smyrna stammende, um 1700 gefundene
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14
München
Büste den M. Mod ins Aslaticus im Pariser Cabinet de**
mcdnillcs (Visconti, Icon. grecqtie, 1824, pl. XXXIII,
p 395 tT. ; Babeloii, cahiuet des anftqu«*« ä la Hiblio-
tliöque nationale, pl. XXVIII).* » Dieselbe ist, nach
dem Buchstabencharakter ihrer Inschrift zu urteilen,
im 1. «Jahrhundert n. Ohr. entstanden. Wir Hütten
danach in den Münchner Köpfen ebenfalls Griechen
dieser Zeit zu erkennen Ks ist merkwürdig, dass
sich vier ursprünglich gewiss nicht zusammen*
gehörige Exemplare dieser seltenen Porträtgattung
in München zusammengefunden haben. Als weitere
Beispiele derselben seien u. A. genannt die Köpfe
in Athen, Nationalmuseum 372, und Neapel: „Gr.
ii. röni. Portr&te“, Taft". 447/48.
II. Römische.
984-986. Pa nzerstatue. Hoch ca. 2 m.
Neu: Arme und Beine. An den unteren Teilen
des Panzers viel geschmiert. Die Zugehörigkeit
des Kopfes, au dem Nase, Kinn, Ohren und mehrere
Flicken neu sind, ist nicht erweisbar, «la am Halse
alles verschmiert ist. — Interessant Ist die Relief-
darstelluug des Panzers: ein nackter, aehildbc-
waffneler Krieger stösst (wie es scheint) mit der
liechten sein Schwert in «len Kopf eine« vor ihm
iiiedergestürztenKtmtanren, «ler dasselbe mit beid«m
Händen abwehrt. Den 1. Kuss stemmt der Krieger
dem Kentauren gegen die Brust Was man r. neben
dein Kentauren sieht, ist der Zipfel der durchge-
steckten Fehlbinde, was über dem Haupt«* des
Kriegers erscheint, der weggebrochene Medusen-
kopf des Panzers. Eine Wiederholung di«*»«*« Panzer-
schmuckes findet sich auf einem hei lteinach, reper-
t«>irc II, 2, 586, 3 abgebildeten Fragment einer
Iroperatorcustatue auf Tenos. Vielleicht stammt
auch «las Münchner Stück aus dem griechischen
Osten. — Der aufgesetzt«; Kopf ist ein schönes,
geistvolles Port ritt eines Körners vom Ende «ler
Republik oder Anfang der Kaiserzeit
987. Pa nzerstatue. Hoch ca. 2 ui. Neu:
Arme und Beine und das Paludainentiim auf der
I. Schulter. Der nicht zugehörige Sokrateskopf ist
unter No. 964 abgebildet. Die Statue ist sehr schlecht
erhalten. Auf dem Panzer ein Thymiaterion zwischen
Nemden auf Seepferden, unter denen Delphine.
Vgl. von Rhoden, Bonner Studien, Taf. I, 1;
p. 16 f, und Warwick Wrotli, Joura «»f hell
»tudies VII, 1887, p. 134.
988. Männliche Ge w an data tue. Hoch
ca. 1,19 ui. Vor gründlicher Reinigung der «Statue
•) H«ruoulll verdächtigt In brieflicher Mitteilung;
die Echtheit dieser büate; ich aelbat hibe *le bisher
uur flüchtig gesehen. nicht K**naucr untersucht.
| sind ihre Ergänzungen schwer zu eonstatieren.
Neu scheinen die ans dem ( Je wände heraustretenden
(Jliterbeine »ammt Füssen und Plintlie, der unterst«*
Te‘l des r. Unterarm» mit Hand. Der Kopf, an
I dem Kinn und halbe Nase neu, war vom Körper
getrennt, die Bruchstelle iat verschmiert; Bohrer-
arbeit im Haar: es ist »ehr wahrscheinlich, dass
er modern iat.
Ich fürchte, dies«* Stück hier an falscher Stelle
eingereiht zu haben, durch «len römischen Aus-
druck des Kopfes, den ich anfangs für antik hielt,
irregeführt. Aber das Gewand hat mit Römischem
Nichts zu thiin. Die Bekleidung des Oberkörpers
legt nahe, an einen Serapis zu denken, der in
ähnlicher Bildung vorkommt (z. B E-V 56 \ Der Stil
der Gewandung webt auf das 4. Jahrhundert v. Chr.
989. Porträtkopf von einem Relief. Hoch
0,22 m, soweit antik. Neu: die Nasenspitze. Hinten
derReliefgrtind; der Kopf wurde de face gesehen. —
Auch dieses Stück wäre es richtiger gewesen an
früherer Stelle unterzubringen: dem phyniogiiotni-
, sehen Ausdruck nach stammt «*s eher von einem
s|&t griechischen Grabrelief in «l**r Art derer von
Rheneia, als von einem römischen Monument. Man
vgl z B. die athenische Stele aus Rheneia Sy bei 546
(Phot. Athanasios Koiistautinou 61, 14 oder 41
und dasGrabrclief des’.-M&ordpo; *Aiesurt\ttov Mulf
aioi in Athen (Phot. Athanasios Konslantinou 61,84).
990 und 991. Un bekannter. Neu: Nase und
r.Ohr. An Kinn, Oberlippe. Brauen, Kand des 1. Ohres
ist geflickt. Hinter- und Oberkopf sitzen mit einem
quer rundum gehenden Schnitt an, machen indessen
durchaus antiken Eindruck, so dass alte Austück*
uiig vorzuliegcn scheint. Das nackte Bruststück
ist alt. — Dieser vortrefliieh gearbeitete Kopf ist
so eigenartig, dass man zunächst an ein Renaissance*
werk von der Art de» Niccolö da Fzzano denken
könnte. Ich kenne für den langen, schmalen Hals,
die starke Kopf Wendung, den unnatürlich weit aus-
ladenden Hinterkopf keine schlagenden Analogien
unter «len römischen Porträte. Aber der Kopf ist
sicher antik, ungefähr aus den Ictzteu Zeiten der
Republik.
992 Unbekannter. Hals, untere Hälfte
der Nase, 1. Braue neu. Im Auge ein leicht ein*
gerissener Kreis. Nackenhaar. Hervorragend vor-
zügliche, scharfe Arbeit, vom Ende der Republik.
993 Unbekannter Neu: der Hals. Die
Nase ist überschmiert; jedenfalls neu ist au ihr
die Spitz«*. Ober- und Hinterkopf sind nur an-
gelegt. Die Pupille ist als ganz leicht eingehohrte
Vertiefung gegeben. Das Fleisch leicht ge-
glättet. Grosse Ohren. Nackenhaare. Ebenfalls
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München. 15
ein treffliches Porträt aus den letzten Zeiten der
Republik.
994- Unbekannter. Die äußerste Nasen-
spitze neu, sonst intact. I)aa Fleisch geputzt,
das Haar unberührt. Eines der großartigsten
überhaupt existierenden Republikanerbildnisse !
Man beachte den von Runzeln zerfurchten Hals,
den dicken Ilautwulst im Nacken, den herab-
gezogenen Mund, die schiefgewaohsene Nase, die
colossalen Ohren, und zu allem Dem die gemeine
Geizhalsphysiognoiiiie. Es giebt wenig römische
Porträts, die sich diesem Meisterstück zur Seite
stellen dürfen!
995. Unbekannter. Hals und Ohren neu,
sonst ganz intact, auch die Nase. Das Fleisch
ist geputzt; das Haar hingegen, in dem noch zahl-
reiche Farbspuren in vortrefflicher Erhaltung,
unberührt. Als Unterlage der Färbung diente
Rotbraun, als Deckfarbe Gold. Nackenhaar. Vor-
treffliche Arbeit, wohl vom Beginn der Kaiserzeit.
996. Unbekannter. Neu: die Nase. Hinten
und oben nur angelegt. Ende der Republik oder
Anfang der Kaiserzeit. In der mürben Behand-
lung der Haut dem Neapler Kopf Inv. No. 6243
verwandt.
997. Unbekannter. Nen: Xa-e, Teile des
Kinns, Brauen, Ohren Ausdrucksvolle Arbeit,
ebenfalls etwa aus der Übergangszeit von Republik
zu Monarchie.
998 Unbekannter. Neu: die Ohren und
Flicken auf der Stirn Die Nase intact. Der
Marmor ist rötlich-gelb gefärbt. Nackenhaar Aus-
gezeichnetes Porträt, etwa eiceronianisclier Zeit.
999. Unbekannter. Nasenspitze und Ohren-
teile neu, sonst intact Da der Marmor ähnlich
wie an 998 gefärbt ist, die Stücke ausserdem in
Grösse, Stil, Vortrefflichkeit der Arbeit sich ent-
sprechen, liegt die Vermutung nahe, dass sie als
Pendants gearbeitet waren. Etwa vornehme Be-
amte an Augustus’ Hofe
1000 und 1001 Caesar. Neu: Nase, Kinn,
Telle von Brauen und Ohren, wohl auch das
unterste Stück des Halses. Geputzt. Der Kopf
stand ehemals, auf moderner Büste, in der sog.
Josephskapelle der kgl. Residenz, von wo er jetzt
in das Antiquarium übertragen worden ist. Er
scheint danach nicht zum alten Bestände dieser
Sammlung zu gehören. Sollte er identisch »ein mit
dem von L Urliclis, Die Glyptothek etc. (1867).
p. 56 erwähnten «ganz vortrefflichen Caesar“, den
Urliclis unter dem Bestände der Glyptothek nicht
auffinden konnte? Derselbe war 1815 vom da-
maligen Kronprinzen Ludwig in Wien angekauft
worden. Vgl. L. von Urlichs, Beiträge zur Ge-
schichte der Glyptothek, 1889, p. 14. Das Stück
ist in der That ganz vortrefflich, eine« der besten
uns erhaltenen Porträts des Uaesar. Die Richtig-
keit der Zusammenstellung dieses mit den übrigen
auf Caesar gedeuteten Bildnissen unterliegt meines
Erachtens keinem Zweifel. Vgl. Arndt, Gr. und
röni. Porträts, Taf 261 — 270.
1002. Octavianus Die Nase, die die ge-
bogene Form zeigt, die z. B. auch das Florentiner
August usportiät hat (Arndt, Gr. und rötn. Porträts,
Taf. 244), ist, soweit erhalten, leicht mit Ölfarbe
Ubersclimiert; sonst ist der Kopf intact. Sehr feine
Arbeit. — Augustus ist hier im jugendlichen Alter
von etwa 20 .Jahren dargestellt. Der Typus steht
in der Mitte zwischen dem Knabenporträt derSala
de’ bnsü (Arndt a. a. O., Taff. 241/42) und den
Darstellungen des reiferen Mannesalters (ebenda
Taff. 243 —250). Porträts au» dieser Lebensperiode
des Augustus, bevor er zu grösserer Berühmtheit
gelangte, sind begreiflicherweise selten (vgl. Ber-
noiilli, Körn. Ikonographie II, 1, p.62 ff'., zu dessen
Liste ich bemerke, dass der Kopf der Sammlung
Dcspnig auf Mallorca, Hübner 717, jetzt im Be-
sitz von E. P. Warren, ein ganz ausgezeichnetes
Werk, sowie die beiden Köpfe der Caaa de Pilato»
in Sevilla, Hübner 890 und 891, «len Fürsten im
reiferen Alter von 30—40 Jahren darstelleu. Die
Büste beim Marques de (’ampofranco in Palma auf
Mallorea, Hübner p. 292; Bcruoulli a. a. 0. p. 40,
No. 71, habe ich leider nicht zu Gesicht bekommen).
1003. Drusus rainor? Neu: Hals, Nase,
Flicken an Oberlippe etc. Das Fleisch ist geputzt.
Nackenhaar. — Die Benennung entbehrt vollstän-
diger Sicherheit. Der Vergleich mit den Münzen
(Bcruoulli a. a. 0. 11,1, Taf. XXXIII, 2-4) und
mit zweifellosen plastischen Darstellungen des
Drusus minor, wie dem Kopfe derSainmlung Jacob-
son (Arndt a. a- 0. Taf. 17 und 18) und dem-
jenigen des Museo arqiicolögico in Madrid (Inv.
2731; aus Sammlung Salamanca, in Rom gefunden;
Phot für Serie V' liegt vor; Bcruoulli p 201,
Fig. 35, No. 3), zeigt grosse physiognomische Ver-
wandtschaft im Allgemeinen, in Einzelheiten, wie
der Bildung von Kinn und Mund und den schläf-
rigen Augen, aber Abweichungen, die allerdings
vielleicht nur der Hand des ziemlich flauen Ver-
fertigers der Büste zuzuschreiben sind. Dass ein
Prinz de* inlischen Hauses, oder, noch präciser,
aus der Familie des Tiberius gemeint sei, ist mir
auf jeden Fall wahrscheinlich.
1004. Unbekannter. Ergänzt: der Hinter-
kopf, das r. Ohr, der grösste Teil der Nase, die
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München.
1<>
Kinnpartie, Flicken am Haar vorn und an der 1.
Braue Das Antike fein lind lebendig. Aus der
iiiliHcli'clauilisclien Epoche.
1005. Unbekannter. Der Hals ist neu, Honst
ist der Kopf gänzlich intact. Das Fleisch ist etwas
geputzt. Nackenhaar. Harte Arbeit. Etwa Mitte
des t. Jahrhunderts n. Chr.
1006. Unbekannte. Neu: Nasenspitze und
Lippen. Die feine Arbeit dieses schönen Kopfes
kommt auf der Photographie leider nicht genügend
zur Geltung. Die Frisur ist die der Frauen des
iulisch-claudisehen Zeitalters, die hinten geknüpfte
und zu beiden Seiten des Haarknoteos hcrabfallendc
Binde erinnert an die Königsbinden der Diadochcn-
zeit lind scheint «lic Dargestellte als Fürstin zu
bezeichnen Wer gemeint ist, bleibt zu untersuchen.
1007. Unbekannte. Neu: Hals, Nase, Flicken
im Kinn Die Frisur ist im Wesentlichen diejenige
der Fulvia und der Oetavia, der beiden Gattinnen
des Mare Anton (Bcrnotilli, Köm. Ikonographie I,
Münztafel IV, 92; 11, I, Taf. XXXII, 14; linhoof-
Blumer, Porträtköpfe auf röm. Münzen, Taf 1,6;
Helbig, Osservazioni sopra i ritratti di Fulvia e
di Ottavia, Monum. anticlii dei Lincei 1891, tav II ),
in deren Zeit die Dargestellte gelebt hat.
1008 Knabenkopf. Neu: Hals und Nasen-
spitze; am Kinn geflickt. Sehr gute Arbeit Nach
seinem physiognomischen Ausdruck aus neronischer
Zeit.
1 009. U li b e k a n n te r. Sehr schlecht erhalten
Neu: Nase und Hals. An Brauen, Lippen, Kinn
und Wangen viel geflickt. Aus flavischer Zeit.
Vielleicht dieselbe Persönlichkeit ist mit einem
Kopfe des Museo Torlonia, No. 313 der Lichtdruck-
publication, gemeint, welcher die dionysische Stirn-
binde und Wem(?)laub im Haar trägt
1010. Unbekannte. Neu: Hals, Lippen,
Nase. Die Frisur ist die bekannte der flavischen
Zeit: von den sechs Löckchenreiheu vorn sind
die fünf obersten, offenbar gewaltsam, abgostossen
worden. Im Übrigen ist der »ehr fein und sorg-
fältig gearbeitete Kopf gut erhalten.
1011. Knaben köpf Neu: der Hals und
wohl auch die (verschmierte) Nase. Delicate und
feine Arbeit. — Ich habe das Stück wegen seiner
Frisur, der in die Stirn gekämmten Haare, unter
den Porträts trahinischer Zeit cingcreiht; doch
wage ich nicht, diese Bestimmung mit voller
Sicherheit zu vertreten Jedenfalls ist der Kopf
nach Ausdruck wie Arbeit eines der anziehendsten
Werke der Residenz-Sammlung.
1012. Unbekannte. Neu: Hals, Kinn,
Lippen, Nase, Ohren, das Band hinter der vorderen
Frisur. Sehr gute Arbeit Nach der Haarord-
nuiig aus traianischer Zeit, aber nicht mit Sicher-
heit mit einer der damaligen Fürstinnen zu identi-
ficieren.
1013. Traian. Neu: Nase, Flicken an Hals
und I. Wange. Sehr gute Arbeit.
1014. Kolossal köpf des Hadrian. Hoch
(mit Hals) ca. 0,49 in Uncrgiinzt, aber geputzt.
Der Kopf scheint eine geschickte Nachahmung
der Antike zu sein.
1015. Unbekannter antoninischer Zeit.
Ohne Ergänzungen. Geputzt. Die Pupille als
leichte Höhlung. Im Gegensatz zum vorigen Kopfe
des Hadrian scheinen mir bei diesem Stücke, trotz
seiner vortrefflichen Erhaltung, Zweifel am Alter-
tum nicht erlaubt
1016. Unbekannter. Intact bis auf die
äusserste Nasenspitze. Zeit des Lucius Veras
oder Coiimiodus
1017. Unbekannter. Neu : die Nasenspitze.
Etwa Zeit des Marc Aurel.
1018. Unbekannter Neu: die Nasenspitze.
Geputzt. Dieselbe Persönlichkeit (ungefähr vom
Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr.) ist in einer
Büste des Braccio nuovo (No. 63; aus Sammlung
Ruspoli; Phot. Sommer iu Neapel No. 1789) dar-
gestellt, welche, fälschlich den Namen Aelius Caesar
trägt Die Münchner Büste ist, wie die vatiea-
nische, von guter Arbeit.
1019. Unbekann ter. Neu: die Hälfte der
Nase. Antike Glättung. Ausgezeichnete Arbeit.
Wie die nnnimisclie Physiognomie beweist, (irieche
antoninischer Zeit, mit den athenischen Porträts
von Kosmetcn zu vergleichen (Arndt, griech. und
rilm. Porträts, Taf. 381—889).
1020 und 1021. Bronzekopf eines Un-
bekannten. Ohne Ergänzungen; das Bruststück
alt. Am Hinterkopf ist die Bronze mehrfach ge-
platzt; auf dem Oberschädel links ein durch äussere
Verletzung entstandenes Loch. Ziemlich dünner
Guss. Schöne schwarzgrüne Patina. Die Arbeit
ist nicht von sonderlicher Feinheit. Ungefähr
Zeit des ( ominotlus.
1022. Unbekannte. Bis auf die ergänzte
I Nase intact Sorgfältige Arb . Haartracht der
, jüngeren Faustina und ihrer Tochter Lucilla,
1023. Unbekannte. Neu: Nase, hinterer
j Teil des Halses, 1. Teil des Schädels ml» Ohr.
1 Gut gearbeitet, aber schlecht erhalten. Zweite
Hälfte des 2. Jahrhunderts n, Chr.
1024 Faust ina maior. Neu: Nase Lippen,
Kinn, untere Teile des Schleiers, Hals. Löcher
für Ohrringe. Der Marmor ist sehr nachgedunkelt.
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MUnrhen
17
Gute Arbeit. Die Benennung scheint mir ziem-
lich sicher (vgl Beinonlli, Rom. Ikonographie II, 2,
Münztafel IV, 8 10'; der Schleier ist bei den
Bildnissen gerade dieser Kaiserin häufig (Bernoulli
a. a 0. p 152).
1025. Unbekannte Die Nasenspitze ist
etwas abgestossen, das Fleisch leicht mit Ölfarbe
ü bersch iniert Mässige Arbeit. Nach der Frisur
aus der Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. (vgl.
Bernoulli, Köm. Ikonographie III, p 138).
1026. Knabenkopf. Neu: die Nasenspitze.
Im Augapfel ein leicht eingeritzt r Dreiviertels-
kreis. Vortreffliche Arbeit Schwer zu datieren:
Bernoulli versetzt den Kopf (brieflich) ins 1. Jahr-
hundert n. Chr., ich hatte ihn seines physiog-
nomischen Ausdruckes halber hier, in gordianischer
Zeit, eingereiht, bin jedoch jetzt mehr dazu ge-
ueigt, in Hinblick auf seine Frisur und die Art der
feinen, aber etwas nüchternen Arbeit ihn der
traianischen Epoche ziizuschrcibeu.
1027. Jünglings köpf. Neu: die Nase
und Teile der Ohren. Der Bruch im Hals ist ver-
schmiert-, die Zugehörigkeit der Büste daher nicht
ganz sicher. Da« untere Postament ist jedenfalls
modern Ein grosser runder Maruiortlicken über
dem r. Ohr scheint in antiker Zeit eingesetzt
worden zu sein Gute Arbeit gordianischer Zeit.
1028. Maximinus Thrax(?). Leider ist
«ler für seine Zeit sehr gut gearbeitete Kopf mit
Ölfarbe überzogen, so dass die Ergänzungen nicht
mehr genau fretzustcllen sind. Sicher neu ist die
Nase. Die Benennung hat grosse Wahrschein-
lichkeit für sich (vgl. Bernoulli, Röra. Ikono-
graphie II, 3, p. 110 flf. Die daselbst erwähnten
fünf Köpfe des Maxiuiiu , die sich ehemals in
Villa Ludovisi befanden, stehen jetzt in der
Glyptothek Ny- Carlsberg).
1029. Kolossal köpf eines Unbekannten.
Der Hals neu, sonst iiituct Vorzügliche Arbeit.
Bernoulli bezeichnet den Kopf zweifelnd als
Caracalla lind wird damit zeitlich wohl eher
das Richtige getroffen haben als ich, der ihn in
die zweite Hälfte des 3. Jahrhunderts versetzt
hatte. Dass Cautcalla selltst gemeint sei, halte ich
nicht für wahreef in lieh, obschon man zur N«>t
die Physiognomie mit derjenigen der Münze Ber-
noulli, Köm. Ikonographie 11, 3, MünztatVI 1, 17
iden.. «eieren könnte. Doch weichen die erhaltenen
plastischen Porträts des Caracalla, vor Allem die
ausgezeichneten Büsten in Berlin und Neapel, zu
stark von dem Münchner Typus ab, der ausser-
dem etwas zu alt für den bereits im 29. Lebens-
jahr ermordeten Kaiser sein dürfte. Der Maass-
stab der Büste spricht allerdings andererseits da-
für, dam keine Privatperson dargcstellt ist.
1030. Unbekannter. Neu: .Spitze nnd
Rücken «ler Nase; die Oberlippe geflickt Im
Haar starker Bohrer; die Augensterne sind nicht
angegeben. — Auch dieser Kopf ist zeitlich schwor
unterzubringen. Seiner Arbeit nach möchte man
ihn in das Ende des 2. Jahrhunderts n. Chr. ver-
setzen, in welcher Zeit allenlings die mangelnde
Andeutung «ler Pupillen auffällig sein würde.
Der Ausdruck des Kopfes verrät einen Nicht-
Römer, Barbaren
1031. Unbekannter. Neu : die halbe Nase.
Bernoulli und Amelung halten den Dargestellten
für einen Griechen vorchristlicher Zeit; «loch
glaube ich, dass er eher um die Wende des 2.
und 3. christlichen Jahrhunderts, in «ler Zeit des
Pertinax und Diditis Julianus etwa, gelebt hat
Vgl. Athen, Nationaluiuseum, Kavvadias 336; Phot,
athen Inst. Die Arbeit ist für jene Zeit gut und
sorgfältig.
1032 Links: Unbekannter. Neu: die
Nasenspitze. Das Gesicht ist mit Ölfarbe über-
schmiert. Gute Arbeit antnninischcr Zeit.
Rechts: Unbekannter. Neu: der Hals und
eine Kleinigkeit am 1. Ohr Bläulich- weisser Marmor.
Ich halte den Kopf trotz seiner guten Erhaltung,
dos wenig häutigen Material», der seltenen (auf
der Photographie! ersichtlichen) Art der Pupillen-
angabe für antik. Das Haupthaar ist fein gerippt
nach aut«>ninischer Weise; doch dürfte der Kopf,
«ler Augenbehandlung wegen, bereits dem 3. Jahr-
hundert angehören.
1033. Links: Mädchenkopf. Neu: Nase,
Hals, Flicken. Massig«1, glatte Arbeit «l«*a .3. Jahr-
hunderts.
Rechts: Unbekannter. Non: Nasenspitze
und Kleinigkeiten. Sehr feine Arbeit frühestens
gordianischer Zeit.
1034. Links: Unbekannter. Neu: die Nase.
Höchst ausdrucksvolle Arbeit aus «ler Zeit unge-
fähr des Septiiuius Severus.
Rechts : Unbekannter. Nur der Uber-
Bchädel in der Gegend des Wirbels und kleine
Flicken iiu Gesicht sind neu, sonst ist der Kopf
iutact. Ein ausgezeichnetes Stück der zweit«*n
Hälfte des 3. Jahrhunderts n. Uhr.
1035. Links: Unbekannter. Neu: Hals
und Nase. Das Fleisch antik poliert. Das späteste
der Residenz-Porträts, wohl bereits au» dem 4 Jahr-
hundert n. Chr.: ein Wunderwerk von Sclien»-
I ich keilt
2
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1«
Miinrhrn.
Hecht«: Unbekannter. Neu: Na*cnspit*e,
Kinn, I. Ohr (da* r. ist abgebrochen), Hals. Haar
und Hart gedickt. Vortreffliche Arbeit der ersten
Hälfte de* 3. Jahrhunderts n. I hr
Unter den von uns «war photographisch auf-
genommenen, aber thcils ihrer schlechten Erhal-
tung, tc.ils ihrer störenden Ergänzungen halber
nicht veröffentlichten Antiken’) der Kesideuz seien
hier noch folgende erwähnt:
\. SUliiirltriH1».
1. Ein ca 0,30m hoher Tors«) einer männ-
lichen nackten Statuette ans pcutclischcin
Marmor, von sehr feiner nml ausdrucksvoller Ar-
beit, Stil der Mitte des 5. Jahrhundert*. Der r Arm
King hoch nach aussen, die Bewegung des I. ist
nicht mehr constatierbar. Da* I. Hein ging vor.
Im Kücken Gewandrest, der von der r. .Schulter
nach 1. abwärts zieht Auf dem r. Hinterbacken
ist ein grosser Puntello weggebrochen. Die Rück-
seite ist nur skizziert
2. Eine Replik des sogen. NarkisBos-
typus (Portwänglcr, Meisterwerke, p. 484, Fig.84),
aber im Gegensinne. Vgl. Michaelis, an eien t
tnarbles p. ö48, No. 1 (Rossie Prior)') Ehemals
ganz gute Arbeit. Hoch ca. 1,15 m. Neu: Kopf,
I. Arm (lland auf Hinterbacken alt), r. Unterarm
mit Stamm, I. Unterbein, r. Hein von Mitte des
Oberschenkels ab, Plinthe.
3. Statuette eines nackten Jünglings.
Hoch 0,70 m. Ganz mit Oclfarbc überzogen. Neu
scheinen das r. Hein, da» 1 Unterhorn, Stamm und
Plinthe. Die 1. Schulter, zu der der Kopf sich hin-
wandte, ist gehoben Der Torso in der r. Hüfte
stark eingezogen. Der r. Unterarm ist vorgestreckt,
der I. Arm hängt herab. Das r. ist das Standbein.
Ehemals gute Arbeit isdykletischen Stil»
4 Jünglings» tat ue. Hoch ohne Plinthe)
ca. 1,15 tu. Neu: 1. Hand, r. Arm, wie es scheint
auch die Heine, der Kopf. Der Torso, das einzige
Antike, ist nackt; von der 1. Schulter fallt eine
den Arni bedeckende Uhlamys herab. Flüchtige
und stillose Arbeit.
5. Statue de* Apollon (?) Hoch ca. 1,35m.
Neu scheint grösster Teil der Arme und Heine
Am (ungebrochenen'1 Kopfe ist die Nase ergänzt;
er ist »ehr schlecht erhalten An I. Schulter und
I. Oberarm aussen mehrere Löcher für .Metallstifte
*) PhotogTapliliclie Aufnahme» «lrr»ell*>n werden von
der Vcrl»K»;in»t«lt Hruekmann Jntrrrssinton zu den ge-
wöhnlichen Freiten zur Verfügung geztdü.
I (für eine Leier?). -- Nackter stehender Jüngling,
| mit gesenkten Armen. R. Standbein. Leidliche
Arbeit, nach dem Ausdrucke des ziemlich flauen
und dazu arg zerstörten Kopfes aus der Mitte des
, 4. Jahrhunderts.
6. Statue des Apollon. Hoch ca. 1/15 in.
Neu: Kopf, 1 Arm, r. Hand, Unterbeine, Unter-
teil des Stammes. Das Oberteil desselben, welches
alt ist, ist als Lorbeer charakterisiert: danach die
Benennung. Weggemefoseltc Binden-(odcrLockcn-?)
enden auf beiden Schultern. Der Kopf scheint
einen Nackenschopf gehabt zu haben. — Nackter
stehender Jüngling; indem der r. Unterarm auf
dem Stamme aufruht, wird der Körper leicht ent-
lastet. L. Standbein, das r Spielbein etwas vor.
j Das Hewegungsuiotiv ist die nächste Vorstufe zu
demjenigen des Silens, der da» Diouysoskind wartet
(Louvre, München, Hraccio nnovo; vgl. Aiuchmg,
Führer, p. 81); daraus ergiebt sich die Datierung
des Stückt« Gute Arbeit.
7. Oberteil einer Arteinisstatue Hoch
0,52 in. Modern aus einer Statue zur Rüste her-
I gerichtet. In der 1. nackten Schulter ein Metallstift.
Der obere Teil der Haarschleife neu. Köcher-
band von der r. Schulter zur I. Hüfte. Feiner
ärmelloser Chiton. Kopfwendung zur I. Schulter.
Der 1. Arm war gesenkt, der r. ging nach aussen.
Trockne Arbeit, nach der Pupilleuangabc frühesten*
vom Ende des 2. Jahrhundert» n. Uhr Wichtig
nur wegen des ungebrochenen Kopfes, der die
Frisur der capitolinischen Aphrodite hat, in deren
Zeit die Entstehung diese» Artemistypus fallen wird*
8 Jüngliugsstatue. Ucbcr lebensgross. Alt
scheint nur der Torso zu sein, der im Wesentlichen
eine Wiederholung von E-V 144 ist. Die Zuge-
hörigkeit des stark ergänzten und schlecht erhal-
tenen Kopfes, der einen Jflnglingstypus der zweiten
Hälfte de» 4. Jahrhunderts v. Uhr. wiedergiebt
ist zweifelhaft
9. Stark ergänzte Jünglingsstatue, nackt,
mit der lauer in der Rei hten. Arme lind Heine
sowie der Kopf (Im Typus des Eros von Cento-
celle) scheinen neu, alt nur der schwammige Torso,
der in Stil und Motiv dem Apoll der Sala della
biga No. C14 entsprochen zu haben scheint (kein
Köcherband).
10. Statuette eines Knäbchens; jetzige
Totalhöhe 0,77 m. Neu: Anne, r Hein von Mitte
de» Oberschenkel» ab, I. Hein von Mitte des Unter-
schenkels ab, Stamm lind Plinthe. Der iiber-
sohiuierte Kopf ist alt und ungebrochen. Eiu
nacktes, stehende» Knähchen, mit hochaufge-
»tützteuj r. Kuss, auf den r. Oberschenkel gelegtem
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München.
19
r. Arm, erhobenem I. Arm, stark empoibllckcn-
tlcm Kopfe. Dlirrh die hässlichen Ergänzungen
verunstaltetes, frisch gearbeitetes griechisches Ori-
ginal, wohl eine Grabtigur nach Art der Statuetten
des athenischen Nationalmusenms Sybel 59.5 und
504, etwa aus dem 4. Jahrhundert.
11. Knabenstatnette. Hoch : ca. 0,82 in.
Neu Schemen: Kopf, I. Unterarm, r. Arm, Unter-
beinc. Ilas Ganze fiberschmiert. In den antiken
Teilen ganz gut gearbeitet. Replik eines häufigen,
in den Attributen mehrfach variierten Kinder-
typus hellenistischer Zeit; z. 15 Keinach, repertnire
430,8(Tonlouse); 482,5(Torlonia 69); 432,7 Neapel):
455,10 (Capitol); Chiaramonti 284, und sonst.
12. Satyrstatue. Von Kuss bis Kopfende
ca. 1 m hoch. Neu scheinen: Kopf, Arme, ünter-
beinc. Hinten scheint der Schwanz angegeben zu
»ein. Ganz ordentliche Arbeit. Würde sich nach
Abnahme der Ergänzungen voraussichtlich als
Wiederholung des sein Schwänzchen haschenden
Satyrs (Helbig, Führer’ 377; Klein, Praxiteles
p. 217, Anm. 1) hcrausstcllen.
B. FJnzelkSnn-.
13. JQnglingskopf, anscheinend von einem
Hochrelief. Hoch: ca. 0,24. Nase und Kinn neu.
Griechische Arbeit des ausgehenden 5. Jahrhunderts,
mit entfernten Reminiscenzen an Polykletisches. '
14. Weiblicher Kopf. Hoch, soweit an-
tik, ca. 0,30 m. Neu: Hals, I.ippen, Nase. Mas-
sige Arbeit. Schlecht erhalten In den Haupt-
zügen Typus der capitolinischcn Aphrodite, und
diese Göttin oder Artemis darstellend.
15. Miidchenkopf. Hoch 0,30 m. Neu: Nase
und Lippen War gänzlich mit ( jetzt zum Teil
heruntergekratzter) Ölfarbe Qberachmiert. Sogen
Melonenfrisur Aus praxitelischer Zeit. Durch die
schweren Oberlider erhält der Kopf einen porträt-
liaftrn Ausdruck
IG. Hernieskopf. Hoch ca. 0,36 m. ZiimEin-
srtzen in eine Statue. Neu: Nase, Lippen. Voll-
ständig mit Ölfarbe llbersclmiiert Pupillcnnugahc
autouiniseher Zeit Mässige Arbeit. Der mit dem ;
Prtasoa bedeckte, kurzlockige Kopf ist leise zur
r. .Schulter und abwärts geneigt. Hinter den Zü-
gen dieses nach Arbeit und Erhaltung gleich un- ,
erfreulichen Stückes leuchtet ein schönes, meines
Wissen» nur in diesem Exemplare erhaltenes Vor-
bild praxitelischer Zeit hervor.
17. Apollonkopf. Von Kinnspitze bis Schei-
tel ca. 0,35 m hoch. Ganz mit '»Ifarbe über-
schniiert, so dass die Angabe etwaiger weiterer
Ergänzungen unmöglich ist Leidliche Arbeit I
Wiederholung de* von Ameluiig, Führer durch
die Antiken von Florenz, No. 2, besprochenen
Typus.
18. Zeuskopf. Hoch ca. 0,22 m Neu:
Nase und viele Flicken, Rohe Arbeit mit 15e-
nntzung des Bohrers. Typus der zweiten Hälfte
des 4 Jahrhunderts, von etwas erregtem Ausdruck.
19. Weiblicher Kopf von einem atti-
schen Grabrclief. Hoch, soweit antik, ca.
0.20 in. Neu: die Nase Schlecht erhalten. Aul
dem Hinterhaupt ein Schleier Flüchtige Arbeit
des 4 Jahrhunderts.
20. Weibliches Köpfchen. Hoch ca.
0,145 m. Pentclischer Marmor. Nasenspitze und
Lippen ergänzt. Der Hinterkopf ist abgebrochen;
der Kopf rührt von einer Rundfigur, nicht von
einem Relief her Frische griechische Arbeit vom
Beginn des 4. Jahrhunderts.
21 und 22. Zwei schlecht erhaltene A tlicnn-
köpfe, jeder 0,2G in hoch, und au beiden Hals
und Nase ergänzt. Soweit Erhaltung und geringe
Arbeit zu beurteilen erlauben, erinnert der eine im
Allgemeinen an praxitelische, der andere an skopa-
sischc Typen Repliken sind mir nicht bekannt;
der praxitelische Athenakopf Berlin 78 (Furt-
wängler, Meisterwerke, p. 556 und Anm 3) geht
auf ein anderes Vorbild zurück.
23. Hermeskopf. Hoch ea. 0,23 m. Nasen-
spitze neu. Kurzlorkigcs Maar, in dem über der
Stirn kleine Flügel Harte, aber ganz ausdrucks-
volle Arbeit römischer Zeit ohne ausgesprochenen
Stilcharakter
24. Weibliches Köpfchen. Ca. 0,30 ui
hoch Nase neu. Schlechte Arbeit. Ifcratypu»,
etwa praxitelischer Zeit. Diadem, darüber hoher
modiusartiger Aufsatz (vgl. Dragendorlf, Hb Mus.
LI, p 294 IT): also wohl eine Stadtgüttin
25 Dioskurenküpfchen. Hoch ca 0,21 m
Neu: Nase, Lippen, wohl auch Kinn Schlecht und
spät. Eiförmige Mütze ohne Stern. Kurzes krauses
Haar, das in der Anlage über der Stirn entfernt
an die bekannten, von Furtwängler (Meister-
werke p. 591 f.) auf Enpbranor zurückgcfülirten
l’aristypen erinnert
26. Satyrkopf, lloeh 0,22 m Nase, Lippen,
Hais, Flicken neu. Die Augensterne sind ange-
geben. Stirnhöraer, Warzen an der Seite, Spitz-
obren. Schlechte Arbeit mit viel Bohrer. Das
Altertum des Kopfes ist wohl nicht zu bezweifeln
Jugendlicher Typus von grinsendem Ausdruck.
Ähnliche Köpfe u. a in Dresden, im Capitol (Gal-
leria), in Neapel (luv. 0328:. Frühestens 4. Jahr-
hundert.
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20
München.
27. Kintge Hiichtig ausgcfUhrte Köpfchen '
apätgriechiechcr Arbeit, zum Teil von Hoch-
reliefs (in der Art derer von Rhcneia) stammend.
Vgl. No. OHO.
28. JüngtiugsUopf mit Wulsthinde.
Von Kinn hi» Scheitel 0,80 m hoch. Neu: Kinn,
läppen, Nase, Krauen; fast die ganze Maske ist
mit Ölfarbe Hherechiniert. Da* Haar stark gebohrt. >
[’upitien angegeben. Schlechte Arbeit vom Knde ;
des 2. Jahrhunderts n. t'hr. — Idealer Jünglings-
typus, mit kurzlockigcm, wirren Haar, durch das
eine dicke, wulstige Kinde gelegt ist. Zur Deu-
tung ist etwa zu vergleichen der Campus Martins
auf dem Relief de* Fussgestclla der Antoninssäide
im Vatican (Krunn-Rruckmann 210; Kriederichs-
Wolters 1080; KekuK' bei Koepp, über das Bild-
nis Alexanders des tlrosscn, 52. Berliner Winckel-
inannsprogramm 1805, p. 28).
I'. PortriUs.
29. Ein zweites Porträt des Sokrates (vgl.
No. 9f>4). Nase und Oberlippe neu, Augensterne
angegeben. Sorgfältige, etwas ängstliche Arbeit,
im Ausdruck den Typen der Sala delle mtise und
des Louvre nahestehend. Wohl sicher antik«
30. Ein zweites Porträt des Epikur (vgl. 1
No. 074). Da die Maske gänzlich mit Ölfarbe
überstrichen ist, sind die Restaurationen nicht
constaticrbar. Das Stück in seinem jetzigen Zu-
stande wertlos.
31. Sehr schlecht erhaltenes Porträt eines
Barbaren (?). Hals, Kinn, Nase und Anderes neu. i
Das Antike von guter Arbeit. Schnur- und leichter ,
Backenbart; kiirzgcschnittencs Haar; schmale, ein |
gefallene Wangen; schwere Lider. Die wulstigen !
Lippen geben dem Kopfe einen negerartigen Aus-
druck. Interessantes Stück, über dessen Datie-
rung und nähere Stilbestimnmng vor Entfernung
der abscheulichen Ergänzungen schwer zu ur- i
teilen ist.
32. Römischer hnperatorenkopf mit |
Lorbeerkranz. Hoch ea. 0,37 m Neu: Nase, Lippen,
Kinn, 1. Braue. Wieviel vom Oberkopf ergänzt |
ist, ist unter der Hülle von Ölfarbe, «Ile früher
auch das Gesicht bedeckte, nicht zu erkennen
Ehemals von vortrefflicher Arbeit. Wahrschein-
lich Nerva.
Unter den in Photographieen nicht vor-
handenen Porträts sind noch erwähnenswert:
36. Ein schwarz angestrichcner, jugendlicher,
bartloser Kopf mit Lorbeerkranz, ans der
iulisch-c laudischcn Epoche.
Zwischen den Fensternischen des ersten Stock-
werks des dem Anthpinriuiu vorgelagerten sogen.
Grottenhofes, welcher allgemein zugänglich ist,
sind auf der West- und der Ost wand zwölf antike
Statuen aufgestcllt, deren photographische Auf-
nahme aus localen Gründen bisher nicht möglich
war In kleiner Abbildung sind sie zu sehen auf
den photographischen Reproduetioncn des gedämm-
ten Hofes hei: L- Bauer, Münchener Renaissance
vom Ende des 16. bis Ende des IS. Jahrhunderts.
München 1878; Folio. 72 Lichtdrucktafeln mit
Text Ich habe die Statuen aus der Nähe nicht
untersuchen können und kann daher keine genauen
Angaben über ihre Ergänzungen machen.
An der Autiquariumswaml sind angebracht:
1. Aphroditestatue des mediceischen
Typus.
2. Ein zum Dionysos ergänzter nackter
Torso mit stark ausgebogener r. Hüflc, etwa
praxitelisclien Stils.
3. A rtemissta tu e. Typen wie Reinach,
Repertoire 314, 9; 316, 4 nahestehend
4. Asklepiosstatue. L Spielbein vor, beide
Arme gesenkt, in der Linken die Schale, in der
Rechten den Schlangenstab, Oberleib nackt. Ge-
naue Wiederholungen der Gewandanordnung mir
nicht bekannt. Kjellberg. Asklepios II, p. 14, Amn.
5. F o r t u n a s t a t u e . <1 egürteter Chiton.
Himation um Unterleib und 1. Unterarm. Füll-
horn im 1. Arm.
6. Eine stark restaurierte und überschmierte
und dadurch zur Zeit wertlose Hera kl esstat ue.
An der gegenüberliegenden Wand stehen:
7. Artemis(?)statue, im allgemeinen Typus
an die E-V 172 erwähnte Statue des Dresdener
Museums erinnernd, doch ohne die quer ftber-
gegiirtete Nebris.
8. Nackter; Chlamy» auf I Schulter. Wertlos.
9. A rtemissta tue. Typen wie Reinach,
Repertoire, 313, 6; 801, 5 n. a. nahestehend. Gut.
10. Zum Hermes ergänzter nackter Torso.
L. Hüfte leicht ausgebogen, r. Spielbein etwas zu-
rück, r. Arm erhoben. Scheint eine Replik des
sogen. W estmacottaclieu (polykletischen> Athleten
zu sein. Gut
33. Ein schlechter August us.
34. Ein mit schwarzer Farbe übeizogener
Frauenkopf augusteischer Zeit
11. Nackter. Zum Apoll ergänzt.
12 Herakles.
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MUnchi-u.
21
Einige andere in der Residenz ver-
streute antike Sculpturen, »aimntüchc ohne
besonderen Wert, bedürfen noch gelegentlicher
genauer Untersuchung: im Charlottengang ein
Kinderkiipfchen, auf der Silberkannnertrep|>e ein
Kopf der Ktddierin und ein (antiker?) Satyrkopf,
an dein llrnnnon in dem ersten der sogen. päjist-
lichen Zimmer eine schlafende Nymphe, ein neuat-
tisches Relieffragment mit der Darstellung einer
MUuade, ein Torso.
Im Witt elsbaeher Palais auf der Briennor-
Strasse befinden sich iui Bibliotheksaal zwei gute
römische l’orträtbüsten, eiu Marc Aurel i Nase und
Büste neu) und ein Antoninua l’ius (Nase, Brauen
und Büste neu).
Ueinmenkunner »eien darauf aufmerksam ge-
macht, dass an den Cimelien der .reichen
Kapelle* und der Schatzkammer in der kg I.
Residenz, sowie an denjenigen des Kirchcn-
»chatzes der Tlioatiuor-Hofkircho sich eine
Anzahl antiker geschnittener Steine befindet, die
der wissenschaftlichen Prüfung noch harren.
Eine Reihe von ursprünglich zum Antiquarium
der Residenz gehörigen Sculpturen ist jetzt
im Antiquarium der Neuen Pinakothek auf-
gestellt. Wir werden Abbildungen dieser Stücke
in einer der nächsten Serien bringen
Ans
Münchner Privatbesitz*)
veröffentlichen wir in dieser Serie tlic folgenden
Stücke:
Bei Herrn Ministerialräte Gottfried
Bohm, k. b. Reichsheroldc und Vorstande
des k. Geheimen Haus- und Staatsarchives
(Thierschstrasse 49):
1036. Fragment eines weiblichen Köpf-
chen» Pentelisclicr Marmor Höchste Höhe 0,195m.
Früher im Besitze des verstorbenen Oberbau-
directorg von Herrmann, der es 1835 in Athen,
•) An dieser Stelle sei bemerkt» dm die ehemult in
München bei Herrn von LoUbcck befindliche, spater in
den Besitz den (trafen Aruim In lluluendorf iiberK«Kanicciio
Vh»o mit der Sühnung de» Orest (Baumeulcr, Denkmäler,
p. 1117, Fig 1314} durch einen Brand zu (iruudc gegangen im
angeblich auf der Akropolis, gefunden hatte. —
Vorn drei Reihen Löckchen, dahinter nach vorn
1 gellende Haarsträhne und hinter diesen Reste des
Schleier». Der Hinterkopf ist völlig abgesplittert,
so dass mau nicht mehr feststellen kann, ob das
Fragment von einer Randfigur oder einem Relief
stammt. Ziemlich gewöhnliche und unsichere Ar-
beit. — Dieser kleine Kopf ist trotz seines kümmer-
lichen Aussehens nicht ohne archäologisches In-
teresse, da er auffallend an den Kopf der mittleren
Charite auf dem sogen. Cbaritenrelief des Sokrates
(vgl. E-V 731/32) erinnert. Doch kann er, wie
mir Paul Wolters bemerkt, nicht von einem
der erhaltenen Exemplare dieses Reliefs stammen
(deren bekanntlich zwei auf der Akropolis, dem
Fundorte auch des* Höhnischen Fragmentes, vor-
handen sind), da er, abgesehen von geringfügigeren
Abweichungen im Detail, wesentlich kleiner als
der entsprechende Kopf auf dem vaticanischen
Exemplar ist, bei dem (nach Mitteilung von Paul
ilernnann, der den Dresdner Abguss verglichen
I hat) die Entfernung von Haaransatz— Unterfläche
de» Kinnes 0,085 in beträgt, gegen 0,071 m am
Röhmschen Fragmente, Dasselbe ist in Abguss
vom Foruiator der Münchner Kunstakademie,
Heiler, zu beziehen.
1037. Weibliche Statuette. Hoch 0,65 in
Angeblich am Fncineraee gefunden Der Hals ist
mit Gips verschmiert Der ausdruckslose Kopf
(Nase neu; starke Hohrerarbeit) gehört nicht zum
Torso, da seine Locken keine Fortsetzung auf
den Schultern Anden; auch ist er von anderem,
wei»sercn und feinerkörnigen Marmor. Ergänzt sind
ferner: Vorderteil des r. sowie der I. Fuss, soweit
er aus dem Gewände heraustritt, sammt der Pliuthe
rings herum. Die Rückseite ist nur angelegt. Am
Chiton unten vorn und an den Seiten starke Reste
von roter Farbe; desgleichen an der 1. Hüfte in
der Höhlung. Nach der hohen Gürtung aus helleni-
stischer Zeit Ganz hübsche Kopistenarbeit.
1038- Relief mit Hero und Leander.
IPubliciert vom Hesitzer in der Zeitschrift des
Münchner Altertumsvereins 1893, p. 5 ft, mit
Tafel. 1885 in Venedig als aus Palazzo Mocenigo
stammend erworben. 0,85 m breit, 0,835 in höchste
erhaltene Höhe. Grau-grünlich gestreifter Mar-
mor. Hinten glatt, l-ntou Bruch, auf den drei
anderen Seiten Rand, der hinten etwas nach ein-
wärts geht. Hinten am oberen Rande in der Mitte
stak ein Metallstift, wie die rötliche Färbung des
Marmors beweist Die ehemalige tektonische Ver-
wendung des Reliefs ist mir unklar. An seinem
Altertum zu zweifeln, sehe ich keinen Grund. Späte
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99. München
und rohe Arbeit; 3 hi« 4 Jahrhundert n. I hr. —
I.cander ist fast knabenhaft gebildet. Sein Unter-
körper steckt in den Wellen, llero trägt einen
ärmellosen gegürteten Chiton; an tieiden Ober-
annen Spangen. Im Haar, wie ca scheint, Binden.
Auffällig ist die Zugabe de» I’ferdes, das bei dieser
Scene eigentlich keinen Kaum hat Neben dem-
selben ein kleiner Wächter, im Chiton. — Das
Kclicf ist die einzige erhaltene Darstellung des
Mythus in Marmor Die Littcratur über dieselben
siehe bei liöhm a a. 0.; ferner Kiggaucr in der
Zeitschrift des Münchner Altertumsvercins VII,
1835; Kuaaek in der „Festgabe für Franz Suse-
mihl“ 1838, p. 46 ff.; Berliner philol. Wochen-
schrift 1898, No. 29, p. 907 ff. (IG. Juli); Keschers
inythol. Lexikon s. v. Leandros, wo das Höhnische
Belief erwähnt ist.
Bei Herrn Dr. Julius Naue, Promenade-
platz 6.
1039 und 1040. Doppelseitiges kypri-
sches Kelief. Hoch 0,40m, breitO, 51m. Kalkstein.
1039. Oberteil eines bärtigen Kriegers, in ge-
wöhnlichem halbhohen Belief. Beste de» Gewändes
sind auf der Schulter erkennbar. Den Kopf scheint
eine enganliegende Kappe bedeckt zu haben Die
Kerbte schulterte eine Lanze. Das vertiefte Belief-
leid ist oben von einer ganz zerstörten Palmette
gekrönt.
1040. Oberteil eines unbärtigen Kriegers, in
ganz flachem Kelief und von weit schlechterer,
stillos hässlicher Arbeit. Vermutlich von einer
späteren Benutzung der Grabplatte herriilirend.
Im Haar ein Kranz, in der Linken die l.anze.
Der Oberkörper ist mit Gewand bedeckt. Das
Ganze sicher antik.
1041 und 1042. Bärtiger Kopf. Höchste
erhaltene Höhe ca. 0,20 m. Aus Athen. Nase und
Schnurbart neu. Am I. Ohr ein 4—4'/, cm tiefes,
ca. 2 cm im Quadrat umfassendes Loch, wohl
modernen Ursprung». Vorn über der Löckchcn-
reihe, nicht in der Mitte, sondern über dem r. Auge,
ein breiter Ansatz, wio von einer Stütze, in dem
ein Metallstilt steckt: von unklarer Bedeutung
Im Haar ein Reif. Hinten ein Narkcnschopf.
.Schulterlocken. Wohl von einer Herme. Flüch-
tige, aber nicht Ublo griechische Arbeit. Zu
der grossen Gruppe der „archaisierenden“ Köpfe
gehörig, die dringend einer zusammenfassenden
Bearbeitung bedürfen.
1043. Weibliche Statuette. Hoch 0,53ui.
Aus Kos. In mehrere aneinander anschliessende
Stücke gebrochen. Auch der arg verriebene Kopf,
der eine dunklere Färbung als der Torso ange-
nommen hat, war vom Körper getrennt, istaber nach
Stil und Schultcrlocken zugehörig. Die Füsse, so-
weit sie aus dem Gewand heraustreten, fehlen.
Hinten ist die .Statuette nicht ausgearbeitet. Beide
Arme sind in das Gewand gewickelt; die Hechte
fasst einen Gewandzipfel, die Linke liegt auf der
Brust. Nach der hohen Giirtuiig, der zwischen den
Keinen stark hervortretenden Gewandmasse, der
vcrschwimmenden Arbeit an Augen und Haar ein
sehr charakteristisches Beispiel für hellenistische
Gewandfigiircn. Die Arbeit ist ziemlich gewöhnlich.
1044. Ammonskopf. Aus Athen. Hoch
0,14 m. Pentelischor Marmor. Vorder- und I. Seite
di« Gesichts sind leider ganz überarbeitet und
geglättet; auf der r. Seite sitzt noch der antike
Sinter. Hinten leicht gerundet und geraubt : wohl
Ansatz eines grossen Gelasses. Am Überkopf hinten
ein glatter gerundeter Streif: der Gefässrand.
Bohrerarbeit. — Vom Formator des Münchner
Natiimalnmseiiius Kreittmayr gegossen.
Das von mir in der Zeitschrift des Münchner
Altertumsvercins 1897 und danach von Aincliing
im Bulleltino coiiitmale 1897, p. 115, Fig. 2 und 3,
publiciertc weibliche Köpfclu-ii aus Memphis in
Aegypten ist 1898 aus der Sammlung Naue in den
Besitz der Glyptothek Ny -Carlsberg (No. 108)
übergegangen.
Bei Herrn Professor A. Holm borg,
Director der k. neuen Pinakothek zu
München.
I 045 Köpfchen des bärtigen Dionysos.
Aus giallo antico. Die Fleisclipartieen geglättet,
Haar und Bart rauh. Hoch 0,075 m Im Haar ein
Kpheukranz. Niedliche Arlieit. Kincm, als Kunst-
werk allerdings weit überlegenen, Kolossalknpfe
der Glyptothek Ny-Carlsberg (No. 191; Arndt,
pl. 71; aus Coli Tyszkiewicz) nahe stehend und,
wie dieser, auf ein Origiual aus dem Beginne des
4 Jahrhunderts zurückgehend.
Bei Herrn Dr. Richard Simon, Privat-
docenten an der Universität, Neu-Pasing
bei München.
1046 und 1047. Männlicher bartloser
Kopf. Aus les Baux bei St. Kemy in Südfrank-
reich. Hoch 0,54 m. Grauer Sandstein, wie er sieh
an den antiken Localaculpturon jener Gegend häufig
findet. Unterteil der Nase neu. Im Haareiii Ocl(?)-
Kranz. — Ich weiss dieses selt->amc Stück nicht
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,\1 lim- heu. 23
unterzu bringen. Kenner der mittelalterlichen «üd- j
französischen Kmust vermögen ihm innerhalb der-
selben keinen Platz anzu weisen. Aus dem Pe-
reiche der antiken Kunst kenne ich ebenfalls keine
zutreffende Parallele. Ob les llaux, dessen BlUtc
in das 12. und 13. Jahrhundert fällt, bereits in
antiker Zeit bewohnt war, ist mir unbekannt.
Doch ist Verschleppung aus einer der nahegelegenen
römischen Ansiedlungen der Provence nicht aus- 1
geschlossen. Die Perm der Herme ist in der antiken
Kunst ohne Aualogic. Vermutlich locale, bäurische
Arbeit; beabsichtigt ist wohl ein Porträt
Akademie der bildenden Künste.
1048 und 1049. Gipsabguss eines männ-
lichen K o p f es. Aufbewahrungsort des Originals
unbekannt. Hoch bis zur Inschrifttafel 0,40 m.
Dem von Petersen in den Rom. Mitt. des J, 1895,
p. 134, Pig. 1, veröffentlichten Kopfe der Stanza
dei husti (No 310) des Vaticans nahestehend, und
vermutlich, wie dieser, einen Griechen aus einer
pcrgainenischen Kampfgruppe darstellend.
Kunsthandel.
1050 Gruppe von Asklepios und Ily-
gieia. Hoch 0,53 m. Aus Adana iu Cilicicn. As- j
klepioe hält in der 1 Hand eine Holle,*) in der r. :
«len von einer Schlange umwundenen Knotenstock,
llygieia fasst mit der H. eine zweite Schlange,
die nach einer in der L gehaltenen Fracht züngelt, i
Eine weggebrochene Stütze verband beide Statu- j
etten au den Oberschenkeln Poliert. Geringe j
Arbeit frühestens antoninischcr Zeit. Zu ver- |
gleichen ist die Gruppe in Palazzo ttarberini: i
Furtwängler, Meisterwerke, p. 397. Palls über- j
haupt der Kopie eine originale Komposition zu
Grunde liegt, so ist dieselbe nicht vor dem 4. Jahr-
hundert v. Chr. entstanden.
1051 Bronze eines stehenden Jüng-
lings, mit Chlainys auf 1. Schulter und um 1.
Unterarm. Hoch 0,125 m. Der 1. Unterarm war bc-
sonders angesetzt Die r. Hand ist durchbohrt, für
Stab oder Lanze K. Standbein, 1. Spielbein vor.
Die Chtauiya hat die sogen. Sal kante. Leichter
Backenbart. Das Haar geht ziemlich regelmässig
vom Scheitel aus. Im Hinterkopf «ier sogen, attische
Kinschnitt. Gedrungene Proportionen, kurzcrOber- i
körper. Der Torso wie auch der stark mit Rost
besetzte Rücken sind gut durchmodelliert. Sorg-
fältige Arbeit römischer Zeit, nach einem Vor- j
*) Vgl. Furtwängler, römische Bronzen aus Deutsch-
land, lihein, Jahrbücher k«, p 'J, An ui. 1.
bild aus dein Kreise des Kresilas (Münchener
Diomcdet).
1052 und 1053. Bronze eines nackten
stellenden Jünglings Hoch 0,18 in. Dasl. Bein
scheint iin Knie gebrochen gewesen zu sein. Das
I. Spielbein ist mit voller Sohle auf den Boden
gesetzt. Die Hechte ist iui (iestus der Ansprache
halb erhoben. Schani- und Haupthaar sind cha-
rakterlos gearbeitet. Iin Kopfe Keinitiiscenzen an
Polyklctisches. Gedrungene Proportionen. Gute,
durch die schöne Patinierung anziehende Arbeit
nach einem Vorhilde der Mitte des 5. Jahrhunderts.
Auch der Rücken ist gut durchmodelliert. — Die
Bronze soll seither an ein deutsches Museum ver-
kauft worden sein.
1054. Bronzestatuette der Tyche-
Forttina. Hoch 0,15 iu. Die Göttin trägt den
langen ärmellosen Chiton mit kurzem Uebcrschlag;
darüber, um die Mitte des Körper», das über den
1 Unterarm geworfene Uimation. In der Unken
hält sie das mit Früchten gefüllte und am Schafte
mit zwei Tänien geschmückte Füllhorn. Auf dem
Haupt ein Diadem. Das Haar, das vom Scheitel
glcichmässig ausstrahlt, fällt hinten laug in den
Nacken und wird in der Halsgegend mit einem
Bunde zusammongefasst. Je eine Seliulterlockc.
Die Augen waren aus edlerem Materiale besonders
eingesetzt. Sehr anmutige, auch im Rücken gut
durebgeführte Arbeit nach einem Vorbitde etwa
von der Wende des 6. und 4. Jahrhunderts. Vgl.
Reinaeh, Repertoire 248, l. — Das Stück ist seit-
her in den Privathesitz des Herrn Dircctor
Dr. Carl Jaeobscn in Kopenhagen übergegangen.
1055. Bronzestatuette des Dionysos.
Hoch 0,19 m. Iu der Linken ist das untere Ende
eines geringelten Stabes (des Thyrsos?) erhalten.
In der Rechten das Rhyton. Chlainys auf I. Schulter
und um Unterarm. Hohe Stiefel; die Enden der
Riemen sind au beiden Seiten des Beines durch-
gcsteckt Stirubindc, Epticu- oder Weinkranz.
Schulter- und Rilckeiilockcn. Hinten ist das Haar
iu einen Nackenschopf zusammengebunden. Die
Arbeit ist im Gauzen unerfreulich, an Händen
und Unterbcincn sogar recht hart. Der Torso ist
von unangenehmer Schwa,mmigkeit, das Gesicht
ohne Ausdruck, Nach einem Muster praxitelischer
Zeit.
1056 Bronzestatuette eines taufenden
Satyrs. Hoch 0,456 m. Spitzohren, kein Schwanz.
Die Hände hielten Nichts. Der Mund zum Rufen
geöffnet. Gute, nach dem Ausdruck des Gesichts
zu urteilen, wohl etruskische Arbeit nach einem
Vorbilde der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderte.
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24 Mönchen.
Kleiubronzon in diesem Motive sind nicht selten;
vgl. z. 1$. Roinach, Repertoire 489, 5.
1057. Bronzestatuetto des Paris. Hoch
0,17 in ohne die moderne Basis. Das Stück muss
als Attache gedient haben, da cs anf der Rück-
seite hohl ist, mit zwei nach hinten gehenden dicken
Ansätzen. Schuhe, geschlitzte Hosen, kurzer, ge-
gürteter Chiton mit laugen Aenneln, darüber ein
auf der Brust geknöpfter Mantel Auf dem lockigen
Haupt die spitze Miitze. ln der Rechten ein Apfel,
in der I.inkcn das I.agobolon. Stark patiuiert.
Massige Arbeit
Augsburg.
Im Rathaus, im ersten Fürstenzimmer.
1058 und 1059. Gefälschter weiblicher
Bronzekopf. 0,2f> m hoch. Aus der Sammlung
Riedinger. Unserer Absicht, ein Specinien dieser
häutig wiederkehrenden Fälschung zur Warnung
zu veröffentlichen, ist inzwischen Furtwäugicr in
seinem Buche „Neuere Fälschungen von Antiken“
p. 24 ft zuvorgekommen. Das Augsburger Kxcui
plar stimmt mit dem dort abgebildeten, ehemals
Kadowitzschen, im Wesentlichen völlig überein,
leh kenne ausser diesen beiden folgende Exem-
plare: 3. im Neapler, 4. itn Schweizer Kunst-
handel (letzteres von mir nicht selbst gesehen),
5. in römischem Privatbesitz, li. in Pest (bei Furt-
wängler a. a. 0 erwähnt, 7. bei Prof, llolmberg
in Mönchen, 8. bei Jatta in ltuvo (nach Mitteilung
Amelungs), 9 bei Generalkonsul Kiscnmann in
Berlin (vou Furtwängler a. a 0. erwähnt), 10. im
Museo civico in Verona (1. Zimmer unten rechts;
nach Mitteilung Bulles).*)
Im Maximiliansmuscum.
(Vorstand: Regierungs- und Kreismediciimlrat
Dr. Roger.)
Vgl. Chronica der Stadt Augsburg 1595 (mit
Abbildungen der Antiken) und die beiSittl, Hand-
buch der Archäologie, p. 154, citierte l.itteratur,
vor Allem: M. Mezgcr, Die römischen Stoindenk-
mälcr im Mnscum zu Augsburg, 1882.
1060 and 1061. Bronzestat uclte de r Aphrn
dite. Museumsnummer 169. Hoch ca. 0,16 m ln
der GUni (im baycr Regierungsbezirk Schwaben,
in der Gegend von Ulm) gefunden. Sicher antik ;
gute Patina mit roten Wucherungen. Die Augen
waren mit Silber eingelegt; der Mantel hat einen
doppelten, mit Silber eingelegten Saum. Die Ohren
scheinen Schmuck getragen zu haben. Das Stöck
•) Verschiedene weitere Kxemplsre bähe Ich vur vier
Jahren itn Florentiner Kunathanüvl gttftehen. (Amclnng '
Augsburg.
int von ganz besonderer Feinheit, unter den in
Deutschland gefundenen Bronzen jedenfalls eine
der besten. Die Göttin ist als .Sandalenbindcriu
dargestellt: sie stellt mit dem I. Bein, befestigt
mit der Hechten die Sandale am r. Fuss und
balanciert mit der 1. Hand. Das gewöhnliche, it»
zahlreichen Kleinhronzen und Marmorstatuctten
vertretene Motiv der .Sandalenbinderin ist das
chiastische: dass die Göttin, auf dem r. Beine
stehend, mit der Hechten die .Sandale am 1. Fusse
befestigt. Der Augsburger Bronze steht im Motive
eine aus Alexandria (wo wahrscheinlich der Typus
erfunden worden ist) stammende Bronze der
Bihliotheque nationale nahe: licinach, Repertoire,
347, 10. — Abguss des Augsburger Stückes itn
Münchener Gipsrauscum.
1062 und 1063. Pferdekopf aus vergol-
deter Bronze. Puhl, von Dr. v. Kaiser, der
Ober Donau Kreis im Königreich Bayern, Augsburg
183*2, 111, Taf. 1, Xo. 5. befunden 1760 hei Pfer-
see an der Wertach. Dünner Hohlguss. Höchste
Höhe ca. 0,47 m, höchste Breite ca. 0,70 ui. Sorg-
fältige römische Arbeit, vielleicht von einein Vier-
gespann. Abguss ebenfalls in München.
1064 a. Heraklesköpfchen. Hoch 0,1 Im.
Von einer Statuette. Feinkörniger Marmor. Poliert.
Die Nase ergänzt. Nach der Pupillcnaugabe nicht
vor dem Kode des 2. Jahrhunderts u. Chr. Vcr-
schwollcnc Ohren. Im Haar ein hinten geknüpfter
Pappcl-(?)Kranz Leidliche Arbeit nach hellenisti-
schem Originale.
b. Torso einer Herakles Statuette.
Mtiscuuisnummer 130. Erwähnt bei v. Baiser, Das
römische Antiquarium zu Augsburg, 1823, p. 26,
No. 6 Angeblich aus Pompei. Hoch 0,24 in. Grob-
körniger Marmor. Das Fell fallt im Rücken weit
herab Der abwärts gehende r. Arm war mit einem
Metalldübel angesetzt; der I. Arm ging ebenfalls
abwärts In der Mitte des r. Oberschenkels aussen
der Stammansatz. Am Oberschenkel des 1. Spiel-
beins aussen ein .Stützenrest. Flotte römische
Arbeit mit viel Detail; auch die Rückseite ist
ausgearbeitet. Zum Motiv vgl. etwa Museo Tor-
lonia 242; ob der Kopf bärtig oder unbärtig war,
lässt sich nicht mehr entscheiden- Nach einem
Vorbilde frühestens des 4. Jahrhunderts. Vgl.
auch E-V 503 A.
1065. Hochrelief: Mercuri ust den Amor
tragend. Mit B, 12 bezeichnet. Mezger p 20,
No XII 1854 in Gersthofen gefunden Hoch
ca. 1,30 m, breit ca. 0,63 m. Sandstein. Mercurius,
die lange C'hlaniys anf 1. Schulter und Arm, hält
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Augsburg.
Hannover.
in der Kochten das Kcrykoiou, unterhalb dessen
Hahn und .Schildkröte angebracht sind, in der
Linken eine runde Kugel (den Beutel ?)t auf
welcher ein kindlich gebildeter, am Flttgelrcst
hinten links kenntlicher Amor sitzt (Oberteil fehlt)»
der mit beiden Händen einen Apfel o. ä. hält,
(inte locale Arbeit. Für die Verbindung der beiden
Gottheiten kenne ich aus römischer Zeit keine Be-
lege ; das aus der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts
v. Chr. stimmende Münchner Terracottirelief aus
Unteritalien, auf dem Hermes der Aphrodite gegeu-
überstellt, die auf ihrem r. Unterarm einen kleiner
gebildeten Eros trägt (Roscher, Mythol. Lexikon
s. v. Eros. Sp. 1352, und dazu Furtwängler:
„Offenbar ein Votiv- Piuax, der sich auf einen
Kult bezieht, in dem mit Hermes und Aphrodite
zusammen auch Eros verehrt ward"), darf man
schwerlich zur Deutung eines provincial-römischen
Monumentes herbeiziehen. Mezger denkt an Bonus
eventus oder einen der Dii Lncrii.
1 066. U e 1 i e f f r a g in e n t. Mit B. 1 be-
zeichnet. Mezger p. 14, No. 1. Ehemals am
Jacobsthor iu Augsburg eingemauert- Oben Ab-
lauf; Nebenscito eines .Sarkophags? Grösste
Breite ca. 1,02 in, höchste Höhe ca 1,10 in. Sand-
stein. Das Relief, von roher, offenbar localer
Arbeit und schlechter Erhaltung, steht, in die
Wand eingelassen, in ungünstiger Beleuchtung.
Was ich erkennen konnte und was durch die
Photographie bestätigt wird, ist Folgendes: Links
Rest eines n. r. sitzenden Bärtigen; Mantel auf
der I. Schulter. Die 1. Hand ruht auf dem I Bein;
sie hält einen langen Stab, offenbar ein Sccptcr,
das bis zwischen die Füssc der r. ihm zugewandt
stehenden Frau reicht. Diese erhebt dcu im Ellen-
bogen gekrümmten r. Arm mit demonstrierender
Gebärde, während ihr 1., in das Gewand gehüllter
Arm aufgestützt gewesen sein muss. Ihr Ober-
körper scheint bis unter die Scham nackt zu sein ;
der Unterkörper ist von einem auf den 1. Arm
hinaufgezogeiicn Gewände verhüllt. Auf dem
Kopfe hat sie anscheinend eine spitze Mütze.
Hinter ihr steht de face Hermes, nackt, in der
Linken das Kerykcion. — Schwierig ist die Deutung
der dargcstellteu Scene. Trägt die Frau that-
sächlich eine spitze Mütze, so müsste man sie für
eine Thrakeriu halten, und es läge dann nahe, in
ihr Eurydike, die Gattin des thrakischen Sängers
Orpheus, zu erkennen, etwa wie sie Hades anficht,
ihr die Rückkehr an die Oberwelt zu gestatten.
Litterarisch ist eine derartige Episode allerdings
nicht überliefert. Im andereu Falle köuute man
z. B. an die auf der capitolinischen tabula Iliaca
25
Uargestellte Scene der Ilias denken, wo Thetis
den Zeus aiifleht, Agamemnon und die Achäer
zu demütigen. Bei beiden Sccnen wäre Hermes
nm Platze.
1067. Römisches Relief: Totenmahl.
Mit C. 20 bezeichnet. Mezger p. 53, No. XXIX. Aus
Stadthagen bei Augsburg Rechts unvollständig.
Breit ca. 1,90 m, hoch ca. 0,50 m. Sandstein. Rohe,
logale Arbeit. Sehr zerstört. Von I. nach r. sind
j dargestellt: Ein auf einem Untersatz stehender
I Mischkrug, auf dessen Henkeln ie eine Taube
| sitzt. Eine nach r. stehende Frau. Der Verstorbene
1 auf einer Kline u. I. liegend. Diesseits der Kline
' ein kleines Tischchen, dessen Fflsse in der Mitte
Löwen köpfe haben. Zu Füssen des Toten auf
der Kline steht ein Hund. Zweite stehende Frau,
». I. gewendet. Einhenkliger Becher. Linke
Hälfte eines Tisches, mit geHügclteiu Löwengreif
als Elisa, drei Gcfäase auf der Tischplatte. —
Vgl. Hettner, die römischen SteiudcnkmÄler de«
Provincialmiiscums zu Trier, No- 808, und die
dort cltierten entsprechenden Darstellungen, sowie
j Furtwängler, Bayer. Sitzungsberichte 1897 (Adain-
| Kltasi. Zur Athena Lemma), p. 279, nach welchem
in der provincialen Kunst die Reliefs mit dein
sog. Totenmahltypus in seiner hellenistischen Ge-
stalt in der Havischcn und noch mehr in der
I traianischcu Epoche beliebt geworden sind.
Unter dcu übrigen Sculpturen des Maximilians-
luuseiiins verdienen hier noch Erwähnung:
a. Statuette eines liegenden Aiuor,
ca. 0,90 m lang, höchste Höhe ca. 0,82 in. Mezger
p 29, No. XXV. AtisOber-Bächingen bei Augsburg.
Im Typus der Statuetten Reinach, Repertoire, pl
490—492; Clarac-Kcinach, pl. 353, 354, 442, 443,
445; am nächsten io der Haltung der nicht
gekreuzten Fiiase entsprechend der Florentiner
Statuette Clarae- Reinach pl. 442,2 — Diitschke 544
Marmor. Schlafend. Hinten der Köcher, das Band
| über der Brust. Lockiges Haar ohne Scheitelzopf.
I Die Linke hält einen Mohnstongel, der r. Arm
von der Mitte de» Oberarmes ab fehlt. Liegt auf
seinem Gewand. Auf dem Fel» vorn Eidechse,
Schnecke und ein zerstörter , peduiiiähnlichcr
(aber nicht gekrümmter) Gegenstand (kein Bogen).
I Hübsche Arbeit
b. Rechter weiblicher Bronzearm, von
guter Arbeit und feiner Patina, 1894 im Fluss-
bett des Lechs bei Augsburg gefunden. Die
Finger scheinen etwas gehalten zu haben.
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26
Hannover, Provincial-Museum.
Katalog von Heinrich Köhler, 1891.
Den Grundstock der Sammlung bilden die
Antiken, welche der General von Walnioden in
der» sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts
in Kom kaufte (vgl. Justi, Winckclinami*, III,
I». *280). Ein Verzeichnis seiner Sammlung erschien
anonym 1781: „Nachricht von einer Kunstsainni-
hing zu Hannover“ (Bild, der schönen Wissen-
schaften B. IV, St. 2); 18 Jahre später von Fr. Ball-
horn: „Nachlicht von der Gräflich Walinoden-Gim-
born’schen Antikensammlung zu Hannover“ (Beil.
Archiv der Zeit und ihres Geschmacks, Okt. 1798.
1». 346). Aus diesen Nachrichten stammen die iiu
Folgenden angeführten Fundnotizen, die indes» mit
Vorsicht aiifziinelimeii sind, da sie teilweise von den
Verkäufern der Antiken erdichtet »ein mögen. Die
Waliiioden’schcnSeulpturcii gingen später in könig*
liehen Besitz über und wurden liebst einigen anderen
zur Decoration der .Schlösser verwandt (Justus
Moltlinn, Verzeichnis der Bildhauerwerke und Ge-
mälde, welche sich in den künigl. HanuovcrVchcn
Schlössern und Gebäuden betinden, Hannover 1844).
Nach der UeberfUhrung ins Provincialmuscum
kanten zu der Sammlung einige wenige neue Er-
werbungen hinzu, wie Nr. 1085 (Relief aus Smyrna <
1068. Flöte blasender Satyr. Köhler 2.
Gefunden in der lladriansvilla bei Tivoli, war dann
zunächst in der benachbarten Villa d’Estc aufge-
stellt (fehlt in der Aufzählung der Kunstwerke aus
der lladriansvilla hei Winnefeld, Ergänzungslicft
de* Jahrh. III, p. 150 IT.) Hoch: ohne Pliutlic
1,27 m. Grosskrystalliger Marmor. Der Kopf
war gebrochen, seine Zugehörigkeit ist fraglich;
die ganze Statue ist aus vielen Stücken zusamincn-
gellickt. Ergänzt (von Pietro Paeilli): die Nase,
der Penis, ein Teil des I. Beines unterhalb des
Kniccs, ein Stück des Bauches, das 1 Handgelenk,
Teile des r. Unterarms und der Hand, sowie
Stücke der Querflöte. Über den Typus vgl.
Klein, Praxiteles p. 212 ff.
1069 Dionysos. Köhler 4. Gefunden 1766
auf dem Palatin. Gelblicher, grosskrystalliger
Marmor Hoch: mit Pliutlic 80 cm Ergänzt (von
G. Angcliui): Stück der Nase und der I Wange,
Teile des Kranzes, beide Arme, das Glied, das 1.
Bein vom Knie abwärts, das r , soweit es unten
vom Stamm gelöst ist, die Plinthc. Iler Baumstamm
mit der ihn umwindenden Hebe ist antik, ergänzt
noch der Vord erteil des Panther» und da» Gefäs»,
darauf er den Fass setzt Schlechte Arbeit.
1070 Eros und Psyche, Köhler 10. Befand
sich bis 1766 im Palazzo Barberiui; Justi, YYinekcI-
llannover.
mann*. III, 25 ideutificiert da» Werk mit «1er bei
Tivoli gefundenen Gruppe, wegen deren Winckcl-
mann dem c, »minien* Bosclii «len Proces» machen
wollte, weil er den Fund nicht angezeigt hätte
| (vgl Brief an Riedesel vom 9. Nov. 1765). Fein-
körniger Marmor. Hoch: mit Plinthc 90 cm, Breite
der Plinthc 34 cm; diese ist hinten halbkreisförmig.
Ergänzt: beide Flügel des Eros, der I. der Psyche,
die 1. Hand der Psyche, der r. Fils» des Eros,
: sein Köcher, welcher an der oben als Baumstamm
charakterisierten Stütze hängt Die Gruppe unter-
| scheidet sieh sowohl durch die Haltung der Figuren,
i als auch durch die für Psyche ungewöhnliche
I Art der Euthlössung von allen übrigen Dar-
[ Stellungen des kindlichen Liebespaares (vgl. die
Aufzählung derselben bei CoIHgnon „Essai sur los
monnments grecs et romaius rclatifs au mythe
de Psyche“, Paris 1877). Die moderne Entsteh-
ung des rohen Werke» ist daher nicht unwahr-
scheinlich.
1071. Sitzende Frauenfigur. Köhler 15.
Gefunden 1765 unweit Tusculums Hoch: ohne die
moderne Plinthc 76 cm Ergänzt: beide Hände,
Zehen des r. Kusses. Der Kopf ist antik, aber
nicht zugehörig, von grobkörnigerem Marmor als
der Torso. Für diesen war der Kopf gesondert
gearbeitet ziuu Einsetzen in den Ucwaiulausscliuitt:
um den jetzigen Kopf zu verweudeu, ist ein
I modernes HaUstück cingcfügt. Aui Kopfe ist
Nase und Kinn ergänzt, er ist mit einem Zacken-
diadem geschmückt, das Haar ist hinten zu einem
Schopf aufgenoimnen.
1072. Sitzender Pan. Köhler 6. Ehemals
im Palazzo Salviati in Rom. Feinkörniger Marmor.
Hoch: ohne die moderne Plinthc 61 cm. Ergänzt:
der r. Unterarm mit der Schale, die Nase, der
vordere Teil des Pinienkranzes über der Stirn,
der grösste Teil des Olierschädels, der I Unter-
schenkel, Henkel and Hals der Amphora, Stücke
de» Felssitzcs. Wiederholung der Figur in
Madrid, Museo arqueolögico 2716 (Abb. Reinach,
Repertoire de la Statuaire 11. 68, 4). Auf der 1.
Schulter liegt ein zusammengeknotetes Ziegenfcll,
von dem je ein Kuss nach vorn und hinten herab-
hängt; die Enden fallen über die Amphora. Diese
ruht auf einem anderen Fell eigentümlicher Form.
Da» auf der Innenseite des Schenkels sichtbare
Stück i»t viereckig zugeselinittcn und hat einen
dreieckigen Einschnitt, auf der anderen Seite
scheint cs in zwei Streifen geteilt zu »ein, deren
längerer wieder heraufgezogen ist, so dass eine
Art Schleife entsteht. Diente ein solches Fell
zum Tragcu der Amphoren V Gute Arbeit.
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27
aiiiiovti.
1073. KnücbeUpieleriu Köhler 3. A hg. bei
Cavaceppi, Raccolta iPanticbc atatuc I 60, mit der
falschen Unterschrift: Niufa, rinvennta nel niese di
maggio deü’ anno 1766. Clarac 754, 1836. Vgl.
Hcydemann, Die Knöchelftplelcrin im Palazzo
i'-olonna, Halle 1877, p. 26, Anin. 08. Gefunden ward
die Statue zusammen mit einem Pendant (British
Museum, abgeb. Clarac 578, 1248) Milte Okt. 1765
in der Vigna Verospi am Pincio neben einer alten
Pontainenanlnge (vgl. Winekelmann, Briefe an
Ueyne vom 5. und 20. Dez. 1765) lb»eh: mit Plintho
und Kopf 70 cm. Die Plinthe hat die Form eines
unregelmässigen Ovals (grösste Länge 67 cm) und
bildet unterhalb des I. Fussen des Mädchens eine
Ecke, und an einer anderen Stelle, unterhalb der
r. Hand, ist die ringsum laufende Hohlkehle noch-
mals unterbrochen (vgl. die Plinthe des schlaugeu-
wiirgeiulen Herakles in Turin, DUtschke 85). Er-
gänzt sind (von Cavaceppi) der Kopf uml die I
Schulter, der r. Fuss und die Zehen des l, Mittel-
lind Zeigefinger der I. Hand, an der r. Daumen,
Zeigefinger, Spitzen «1er Übrigen. — Der Typus dieser
Figur ist in mehreren Repliken erhalten (siehe
Heydemaun a. a O ); die meisten derselben stellen
kuöchetspiclende Mädchen dar, zum Teil mit Por-
trätzügen; eine ist zu einer Wasser schöpfenden
Nymphe iniigewandelt. Da am hannoverschen
Exemplar keine Knöchel auf der Plinthe liegen,
muss angenommen werden, dass dieselben von «len
abgebrochenen Fingern der R gehalten waren,
wenn anders die Figur als Knüchelspiclenn er-
kennbar sein sollte. Eigentümlich ist diesem uml
dein mit ihm gefundenen Exemplar der kleine
Bogen mit Tierköpfen an «len Enden, der unter
der I. Hand liegt. Durch ihn wird angedeutet,
«lass die Dargestcllte eine Gefährtin «ler Artemis
ist, die sieh nach der Jagd an dem mädchen-
haften Spiel ergötzt.
1074 Perseus und Andromeda. Köhlerl.
Abg. bei K. F. Hermann, Perseus und Andro-
meda, Göttinger Winckeliuannsprogramm 1851.
Friederichs- Wolters No. 1551h Die Gruppe ward
1760 Im sogenannten Ainpliiilieatruni Castrensc
bei Santa Crocc in Horn gefunden (siehe Winckel-
maun's Brief an Muzel Stoscli vom 1. Nov. 1760;
Werke ed. Eisclcin, X, p. 452); sie war in viele
Stücke zerbrochen, die von Cavaceppi zusammen-
gesetzt und ergäuzt wurden. Hoch: die Andro-
medafigur 1,36 m, «ler antike Teil der Plinthe 16 cm;
der hohe untere Teil «ler Plinthe ist ergänzt, auch
ist die Plinthe an der Rückseite, wo sie halbkreis-
förmig gebildet war (zum Aufstellen iti einer
Nische bestimmt), zum Viereck ergänzt. Breite
der Plinthe an der Vorderseite 82 cm. Ergänzt
sind der Kopf des Perseus, der Penis, Flügelende
aiu r. Schuh, Splitter des Mantels, der Schopf
der Meduse und Teile ihres Gesichtes; «lio Nase
der Andromeda, ihr r. Arm, Stück des I Fuss es
und Splitter des Gewandes. Die Frage, in wieweit
die erhobenen Arme der beiden Figuren antik
sind, bedarf noch einer neuen Untersuchung, deren
Resultat im nächsten Heft mitgcteilt werden soll.*)
1075. Atliena. Köhler 7. Gefunden 1765 in
der Nähe von Tusculniu. Hoch: mit Sockel 03 cm
Ergänzt (von G. Angclini): der Kopf, der ganze
1. Arm, der r, soweit er aus dem Ärmel hervor-
kommt, der Schild mit «lern darunter liegenden
Block, Splitter des Gewandes. Die Stütze des
Schilde-« ist an «las Gewand angegipst ; es ist nicht
wahrscheinlich, dass an dieser Stelle der Rest
eines antiken Puntcllo war. Iin Nacken ist das
Ende des Zopfes, mit einem Bande umwunden,
erhalten, die Aegis ist auf dem Rücken ohne
Schuppen gebildet. Die Statuette gehört in eine
grössere Reihe von hellenistischen Athenatypen,
die alle durch die hohe Gürtuiig, das lange Apo-
ptygma, tlie grosse Faltenfülle des unteren Teiles
des Peplos, die Aegis mit aufgeworfenen Rändern
charakterisiert werden: Clarac 462 D, 888 D und
461), 888 (Neapel), 462 E, 848 (Turin), 472, 81)8 A
(Rom).
1076 und 1077. Köhler 22 Weiblicher
I d e a I k o p f , als Muse bezeichnet. Höhe des
Kopfes 26 cm, ergänzt die Nase und die Büste.
Das Gesicht ist geputzt, in den Haaren ist der
bräunliche Sinter belassen. Wiederholung des
Kopfes, der der Artemis Colonna aufgesetzt ist.
Sehr ähnliche Köpfe finden sieh an dein Sarkophag
mit den Klagefrauen in Koustantinopel.
1078. Köhler 23. Idealer Mädchenkopf,
Hebe genannt. Hoch mit Hals 23 cm. Ergänzt:
die Nasenspitze, Teile der Locken, ein Stiiek des
•; Diu (irtip|»e ist vor einem Fenster aufgcstellt uml
kaum photugraphierbar; daher die geringe «Jualitüt der
Aufnahme. Eine gute Photographie nach deui Berliner
Gipsabguss Ul hei der photogr. Gesellschaft in Berlin unter
Nu. 1171 küufileh. — Wir verdanken Franz Ktudnicxka die
Mitteilung seiner Untersuchungen über die Restauration
der Gruppe, die sich in den Hauptpunkten mit den Grooven-*
sehen und meinen eignen Beobachtungen decken: .Im
Wesentlichen ist die Gruppe antik Neu: Kopf und Hai»
de« Perseus, ftclr.c r. Hand, von Andromedas I- Arme höchst
wahrscheinlich nur das Htück, wo die B. de» Perseus an-
»ctxl, und ihre Finger. Am Gorgoueion grosser Teil de»
Gesichtes neu, mit scharfem Schnitt eingeselxt und ge-
kittet. Andromedas Gesiebt geputxt, aber echt, mit gut
griechischer, an Grabreliefs de» 4. Jahrhunderts erinnern
«ler Hanrhchnndlung". (Arndt)
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2H
Hannover.
lialsrandes und den Hinterkopfcs. Die Rückseite
des Kopfes ist unbearbeitet von dem Hände an,
das hinter den vorderen llaarwellen den Kopf
umzieht. Die Angabe der Augensterne jeden-
falls modern; das Altertum des Kopfes (Iberhaupt
zweifelhaft.
1079. Kopf des Apollo auf moderner Bllste.
Kühler 16. Nach der Koriu des Hrustaiissrlinittes
war der Kopf zum Einsetzen InelneSlatue bestimmt.
Hoch: vom Scheitel bis zum unteren Itandc de»
Brustausschnittes 46 cm. Ergänz : die Nasen-
spitze, Oberlippe, Teil der Unterlippe, l.ocke über
dem r. Auge, Teil der entsprechenden Locke I.,
die meisten .Spitzen der Lorbeerblätter und die
meisten Lockenenden. Die Rückseite des Kopfes
hinter dem Kranze und den zu den Schultern
fallenden Locken ist ganz roh belassen — Der
Kopt tragt den Lorbeerkranz gleich den bekannten
Köpfen des Apollon Kitliaroidos, stimmt aber im
Typus nicht mit ihnen überein. Die Haarordnung
hat er gemein mit dem Kopfe Harraeco und »einer
Sippe (Overbeck, Kunstmythologic IV., p. 10!) ff.).
1080 lind 81. Fragment einer (iruppc:
Kopf eines Jünglings, der mit der I. Hand
die in »ein I. Auge greifende I. Hand eines
Anderen ahzuwohren sucht. Köhler 24. Abgeb
nach einer kleineu Skizze Treu» in den Athen
Mitt.l889,p. 163, Anm. 2. Grosskrvstalliger Marmor.
Hoch : vom Bruch des Halses bis zu der höchsten
Stelle der Hand 28 cm. Ergänzt ausser der Büste
die Nase, Ober- und Unterlippe, das r. Ohr. Ein
Splitter der I. Wange ist eingekittet. Von der
Hand des Gegner», deren Mittelfinger sich ins
Auge bohrt, liegen der Ringfinger und kleine
Finger umgebogen auf den Haaren, Zeigefinger
und Daumen Bind vorgestreckt der Stirne zu.
Die Lage der Finger zu veranschaulichen dient
die erwähnte kleine Skizze Treu» Er schrieb
unsern Kopf einer Replik der Gruppe zu, welche
Skylla die Gefährten de» Odysseus verschlingend
darstellte. Die Verbreitung dieser Gruppe im Alter-
tum bezeugen die Reste verschiedener Marmor-
repliken, die zusammen mit der Beschreibung
einer in Konstantinopcl aufgeatcllten Bronzereplik
ein deutliches Bild der Darstellung gewinnen
lassen (siebe AA’aser , Skylla und t'harybdis,
Zürich IH'.'t, und oben No. 55"»/56 und Nachträge
zu Serie 1 II'. Skylla war gebildet als mächtiges,
nacktes Weib, dessen Körper von den Hüften ab
in einen Fischschwanz übergeht. Au» dem mit
Blättern verdeckten Unterleib ragen die Vorder-
teile von drei Hunden hervor, deren jeder einen
Mann zerfleischt, während ein vierter Mann von der
L. des Weibes gepackt wird, deren R. ein Ruder
hält. Aon diesem Opfer der Skylla ist uns der
Kopf in zwei Exemplaren erhalten, kenntlich eben
durch die Hand der Skylla, welche in seine Haare
greilt. A'on der Hand de» Mannes hingegen ist
an beiden Köpfen keine Spur erhalten ; wenn er
eine Bewegung gemacht hat, um sich zu befreien,
muss seine Hand den Arm der Skylla berührt
haben Im Gegensatz zu den Köpfen in Rom
uud Palermo , die beide bärtig sind . ist der
hannoversche jugendlich, und der Griff der Hand,
die auf ihm liegt, ist hier ein total anderer wie
dort. Sie hat den Kopf nicht erfasst, um seinen
Besitzer in die Höhe zu ziehen, ihr ganze» Be-
streben geht vielmehr darauf, den Mittelfinger
in das Auge zu bohren. Zu beachten ist ferner,
dass diu Hand durchaus nicht grösser ist als die
abwchrciide des Jünglings; dagegen giebt sich
die Hand in den Haaren de» römischen und des
palen&itaner Kopfe- durch ihre Grosse als die
eine» übermenschlichen Wesens zu erkennen.
Während die hehlen letzteren Köpfe und ebenso
die der unbärtigen Odyssetlsgcführten, welche von
Hunden zerfieischt werden, längeres Haar haben,
ist das de» hannoverschen Kopfes kurz, in kleine
Klumpen geballt wie an anderen Atbletenköpfen,
und das antike I. Ohr zeigt die .Spuren früherer
Kämpfe, wie es bei l’aukratiastcn der Fall ist.
Mit Recht ist in dem Museumskatalog auf die
l’ausaniasstellc (III, 14, 10) verwiesen, welche die
Kämpfe der spartanischen Epheben im l’latanistas
schildert: pä/ovTtu bt xul t\ /rpoi xni (pui;-
buivtcg bäxioeui Ti xai tuüs i'upltaXuuög iBiopeo-
novmv. Einer (•rappe, die eine Scene solchen
Kampfes darstellte, scheint der Kopf angehört zu
haben — Stilistisch dürfte am ehesten der Kopf
des borghcsischcn Fechter» (» oben zu No. 733/34)
zn vergleichen sein.
1082 Bronzemaske, sog. Scipio. Köh-
ler 26. Bi» 1762 im Palazzo Spada befindlich. Höhe :
31 cm. Die Maske, deren ganz regelmässig ge-
schnittener Rand hinter den Ohren hinläuft, ist auf
einen Hinterkopf und eine Büste ans Basalt gesetzt.
Das Mittelstück der Maske war ausgebroehen,
die Naht umzieht just das Gesicht. Einige au die
Naht stossende Stücke sind ausgebroehen und
durch Flicken ersetzt, z. B. Uber beiden Augen.
Ziemlich weit oberhalb des r. Auge» ist die für die
sogenannten Scipiokopfe charakteristische Narbe,
halb auf dem inneren, halb auf dem umgebenden
Teil Die Maske bat den Typus des Basaltkoplcs
im Pal. Rospigliosi (abg. bei Bernoulli, Köm.
Ikon. I, Tal' II). llemoulli hält die hannoversche
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Hannover. Privat besitz am Gardasee. Koni 29
Brnn/ctnnskc für eine Fälschung (a. a. 0. p. 43,
No. 34).*)
1083. Römisches K na benporträt, Brutus
genannt. Köhler 28. Ende 1764 in der Vigna des
Marchese Cornavallo (zwischen Coclins und Palatin i
ausgegraben. Ergänzt ist die Büste sannnt dem
Halse, die Nasenspitze und der grösste Teil des
lliutcrkopfes. Hoch: vom Scheitel bis zum Kinn
19 ein. Ca. 200 n. Chr.
1084. Spätröuiische Port rät hünte, als
Marius bezeichnet. Köhler 27. 1763 in der Vigna
Belutli, nahe der Porta San Sebastiauo, gefunden.
Hoch: ohne den modernen Fuss 58cm; die Reste des
antiken Büsteiifusses sind abgemeisselt, die dadurch
berges teilte untere Fläche der Büste ist vorn 18,
hinten 12 cm breit. Ergänzt sind die Spitze der
Nase und der vordere Teil des Kinnes Der Kopf
ist von Bemoulll (a. a. O. p 43, No. 31) der Liste
der Scipioncnküpfc eingereiht worden — trotz des
kurzgcschorenen Backenbartes und der Tracht,
welche die Büste zeigt. Vgl über dieselbe llula,
die Toga der späteren Kniserzcit, Gymnasial*
Programm, Brünn 1895. Nach diesem kommt
eine solche Tracht vor dem 3. Jahrhundert nicht
vor. Die Art, llaar und Bart zu scheren, weisen
unsere Büste in «lie Zeit der Gordiane.
1085. Grabreli ff der Eiitaxia und dos
Arteuiisios. Alt« Smyrna durch Vermittlung
ilmuann« erworben. Hoch 1,08 in, breit unten 50,
oben 47 ciu. Auf den beiden, von Kränzen um-
schlossenen Scheiben liegst man XAIPK, unter
der liogettc I. KYTASIA EPMdNO—, unter der
Rosette r. APTEMIXIK MKNEKPATO. Die Frau
i»t dargestellt in Typus der sogen, l’udicitia, mit
ihrer kleinen Dienerin neben sieh, die ihr eine
Pyxis hinhält. Neben dem Mann im Mantel sein
kleiner Diener im Chiton. Auf dem Pfeiler in der
Mitte ein geöffnetes viereckiges Toileltekästchen
auf Füssen, daran lehnt der gewölbte Deckel;
zwischen ihm und dem Kasten zwei undeutliche
runde Gegenstände. Vgl. die Relief« gleicher Her-
kunft in Berlin (No.7f>8 fl'.; und in Oxford (Michaeli«,
Ancient marblcs in Great ltritain, p 678,».
Privatbesitz am Gardasee.
1086 -1089. Weiblicher Kopf. Marmor.
Nach dem Abguss,**) der leider unrichtig anfgc-
*) Meines Krachten« mit Unrecht. (Arsill.)
*.) Des Orfgtn.l, Uns «Ich im Besitze eine« «tidtleutschen
Kunstfreuinle» hettnUet, ist una er»t In leliter Sluntle, nla
ilfese Serie versxnitlbereit war, zugsngilch geworden. Die
Aufnahmen de« Kopfes nach dem Original werden hei
einer anderen (lelefrenhett veröffentlich! werden.
setzt ist Höhe 0,28 in Gesichlslänge 0, 18 m.
Ergänzt: tlie Nase (Ansatz alt), der mittlere Teil
ties r Augenlides und der r. Braue nebst einem
Teil der Stirn, das I. Drittel der Lippen und der
vordere Teil des Kinnes. Die Augensterne sind
fiir die Bemalung vorgeriasen. Der Kopf war
zur linken Schulter geneigt.
Sehr gute römische Kopie nach einem gross-
artigen Typus des 5. Jahrhundert«. Brunn, der
dcu Kopf einmal gesehen hat, vermutete die
Amazone des Phidias in ihm. Die Verwandtschaft
mit den Köpfen i|cr ephiwischcn Amazonen ist
unverkennbar. Jedoch wäre da« gelöste Haar,
das teils in den Nacken, teils auf die I. Schulter
nach vorn gehängt hat, für eine rubigstehende
Amazone ungewöhnlich. Vielleicht stammt der
Kopf aus einer Gruppe (vgl. die olympische
Metope und die auf dem Stackelbergschen .Marmor-
thron, J. h. st. 1884, Tf. 48, kopierte Gruppe).
Das Löckchen vor dem r. Ohr ist sicher Kopi»ten-
ztithat. Eine genauere Bearbeitung des Kopfes
behalte ich mir für eine spätere Gelegeuheit vor.
Rom.
Villa Albatii.
Angaben über Maasne, Marmor und Ergän-
zungen verdanken wir Herrn Prof, von Bienkowski.
Diejenigen Nummern, welche die Stücke in der
Sammlung tragen, sind in Klammern hinter unsere
Nummern gesetzt
1090 (44). A rchnischc J II nglingss tat tie.
Hoch (Sohle — Scheitel) 1,56 m. Italischer Marmor.
Ergänzt: Nase, ein zur Befestigung dienender
Streifen am Bruch des I. Oberarms oben, I. Hand
mit Gelenk, r. Unterarm mit Ellenbogen, Absatz
des 1. Kusses, Spitzen beider grossen Zehen, Glied.
1. Oberarm, beide Filsse und Pliuthe waren mehr-
fach gebrochen. Die I. Ohrmuschel ist beschädigt.
Die Figur ist das getreue Nachbild eines
Bronze-Originals, wie die Angabe der Brust-
warzen lind die Arbeit an Haar und Augen zeigt,
ln der Eittcratur ist sie bisher nur zw eimal kurz
erwähnt worden, von Studniczka (Röm. Mitt.
1887, p. 99, Anm. 28), der sie der Zeit des Agc-
ladas zuwies, und von Fiirtwängler (50. Berl.
Winckelin.-Progr , p. 151), der iu ihr ein Werk
der attischen Kunst eben jener Zeit erkannte
Beide Ansätze halten meiner Meinung nach Recht,
bedürfen aber der näheren Begründung. Jedem
wird, wenn er vor die Figur tritt, zunächst die
grosse Ähnlichkeit zu Bewusstsein kommen, die
sic mit der Jünglingsstatnc des .Stephanos (siehe
No. 1093) verbindet. Bei einer näheren Ver-
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glcichitug beider Gestalten ergeben sich aller-
dings Unterschiede von höchst bedeutsamer Art,
Unterschiede, die uns über die kunstgcscliichtlirlu»
Stellung beider Werke die wichtigsten Aufschlüsse
geben. Was uns vor Allem entgegentritt, ist der
Kindruck sehr viel starrerer Gebundenheit hier
gegenüber der Leichtigkeit und Schmiegsamkeit
in den Formen und ihrer Beweguug dort. Die
Küsse stehen bei beiden gleich, aber sic lasten
hier sehr viel breiter, sehr viel weniger elastisch
auf dem Boden als dort; die Knöchel entbehren
hier der Feinheit, Oberschenkel und Knie des
Spielbeines treten weniger weit vor, das Knie ist
nicht, wie dort, leicht nach innen gezogen, die
Last des Körpers ruht gleicluuiissiger auf den
Beinen, wodurch der Körper selbst starrer, unbe-
wegter bleibt; die Breite der Brust und Schultern
im Verhältnis zu der lliiftpartie ist Übertriebener,
die Arme sind gezwungener vom Körper abge-
»trcckt, sie hängen nicht leicht iu den Geleuken
wie dort; der unviuhältnismässig breite Hals slut
gerade wie eine Säule in den Schultern, und dein
Kopf fehlt die liebenswürdige Neigung, die dort
der ganzen Figur einen Ausdruck stillen, hor-
chenden Hin neigen* giebt, ein Moment, das mir
zu erklären scheint, weshalb man darauf verfiel,
gerade sie zu den bekannten Gnippcnbildnngen
i.Orost und Klektra; Orest und Py Indes) zu ver-
wenden. Aus alledem ergiebt sich die sichere
Folgerung, dass die Figur des Stephano« einen
stilistischen Fortschritt unserer Statue gegenüber
repräsentiert. Dazu kommt das verschiedene
Verhältnis der Köpfe zu den Körpern. Der
Kopf ist hier noch unveihältuismässig gross,
dort stellt er in richtiger Proportion zu dem
Übrigen.
Vergleichen wir nun allerdings die Köpfe
genauer(inan siehe unsere lieidcn nächsten Nummern
und die Abbildung der besser erhaltenen Replik des
Kopfes der Stephauosfigiir im Lateran bei Furt-
wängler, Meisterw. Fig. 02), so könnte man zu dem
unigckchrö n Resultat gelangen. Zwar die un-
gleich lebendigen» Stilisierung der Haare an un-
serer Statue wird dem Kopisten zuziischrcilicn
sein. Aber auch abgesehen davon, macht der
Kopf durch seine ausgeprägtere Form, die sichschon
der der myronischen Köpfe annuliert, und durch
die geringere Ausdehnung des (Jotergesichts und
seine feinere Form einen entwickelteren Kindruck.
Andererseits fehlt ihm jener erste Hauch von
Seele, der sich in dein Kopf der andern Statue
durch den leisen Ausdruck eines natürlichen
Lächeln* äussert, wenn damit zunächst auch
nicht« weiter als der t 'harakter geistloser Liebens-
würdigkeit erreicht ist.
Wägen wir aber die verschiedenen Unter-
schiede zwischen den Köpfen und den Körpern gegen
einander ab, so werden wir nicht zweifeln, dass
das vorhin angedeutete Resultat bestehen bleiben
muss, nur werden wir zweifeln, ob die Meister
beider Statuen in mehr als zeitlichem Zusammen-
hänge mit einander gestanden haben
Für den Kör|>cr giebt es noch zwei rocht
bedeutsame Parallelen : erstens den Körper des
Omphalos- Apollon, neben dem sich die albanische
Figur allerdings wie ein Bauern bursebe neben
einem aristokratischen Jüngling ausnimmt; aber
die Bildung des Kör|»crs, die Proportion voll
Schultern und Hüften, die ArJ des Standes scheinen
mir sehr verwandt. Dass die Köpfe beider Figuren
nichts mit einander gemein haben, braucht nicht
erst hervorgehoben zu werden; dennoch ist die
Ähnlichkeit der Körper nicht bedeutungslos. Man
hat jenen Apollon mit Kalamis oder Pythagoras,
aber nie mit der petopoinicsischcn Kunst in Zu-
sammenhang gebracht, deren Haupt mcistcr Age-
ladas dagegen die Figur des Stephano« mit einiger
Wahrscheinlichkeit ziigeseh rieben worden ist. Ist
der Apollon individuell, eigenartig durch und
durch, so macht der Jüngling des Stephano»
einen akademischen, etwas langweiligen Kindruck.
Mit «len gleichen Worten könnten wir den Unter-
schied bezeichnen, der zwischen den beiden alba-
nischen Statuen besteht. Dazu kommt, dass der
Kopf unserer Figur, wie wir sahen, in manchen
Zügen den myronischen Köpfen ähuelt. In der
ganzen Haltung der Figur liegt etwas ungeschickt
Moment am»«. Man könnte sich denken, dass «Irr
jugendliche Myroii so gearbeitet hätte.
Dieses Resultat wird nun durchaus bestätigt
durch die zweite, noch schlagendere Parallele zu
dem Körper unserer Statue, eine Im Louvre er-
haltene, leider kopflose Figur des Herakles (Salle
des Karyatide« No. 101; Phot. Giraudon 1294;
Furtwängler, Meisterw. p. 1 10 u. Mastcrpicccs p. 82,
Fig. 33). Die Übereinstimmung ist in der Tbat so
gross, dass inan meinen könnte, es sei derselbe
Mensch auf verschiedenen Altersstufen dargestellt;
sie erstreckt sich bis in die schwere Bildung der
Beine und spcciell der Knöchel. Stand und Hal-
tung sind gleich; nur ist der 1. Fuas etwas weiter
vorgesetzt, und die Arme sind umgekehrt bewegt.
Die Figur ist von Furtwängler a. a. 0. eben-
falls mit dem Omphalos-Apollou in engste Be-
ziehung gesetzt worden.
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Rom.
31
1091 und 1092. Kopf der Statue Nr. Iu90.
llocli Kinnspftze - Haaransatz 0,145 in, Kinn-
spitze—Scheitel 0,22 ui, Schläfe— Schläfe 0,12 iu.
1093(317). Wiederholung der J ünglings-
statue des Bildhauers Stephanos. Hoch
(Sohle— Scheitel) 1,435. Weisscr italischer Mar-
mor. Ergänzt: Nase, Spitze des r. Ohres, Teil
des Halses, 1. Arm nebst Stütze, r Arm vom
Biccps abwärts, r. Bein, 1. Unterschenkel mit
Knie, Stamm. Filme, Plinthe. Mehrfach gebrochen
(so oberhalb dos Nabels) und an den Brüchen
geflickt. Die I. Gesiehtshälfte überarbeitet llel big,
Führer ’ No. 820*
1 094 — 1 096 ( 316). Are h a i s c h c J ü n g 1 i n gs-
statne. Hoch (ohne Plinthe) 1,39 in. Griechischer
gelblicher Marmor. Ergänzt: die r. obere II dfte
des Schädels mit dem Band. Nasenspitze, 1. Hälfte
der Oberlippe, r. Arm vom Biccps abwärts nebst
Puntello, I. Unterarm mit Ellenbogen und Pun-
tello, beide Beine von der Mitte der Oberschenkel
abwärts nebst Stamm und Plinthe. Der Kopf war
gebrochen. Die Haare besonders an der l Schläfe
bestosseii. Kopfhöhe 0,20 in. FurtwÜnglcr, Mei-
st erw., p. 738, erklärt die Figur für die Coplo
eines Werkes des jugendlichen Phidias. Bedenken
dagegen erhebt Arndt, La glyptothcquc Ny-Carls-
berg, p. 3G (Fig. 13 — 15 Abbildungen nach unseren
Aufnahmen 1094—96), der ebendort auf PI. 23,24
eine bessere lteplik des Kopfes und PI. 21 eine sehr
ergänzte Statue publicicrt, deren Torso vielleicht
von einer Keplik der albanischen stammt (s. den
Text). Mit Hecht weist F. auf die Verwandtschaft
des Kopfes mit den von ihm a. a. O. Figur 7 8 ab-
gebildeten Köpfen hin (man beachte besonders die
llaarliehnndliiDg und die Unirisslinic des Schädels;
aber auch die Züge des Gesichtes, besonders Mund
und Kinn, sind sehr ähnlich); aber deren Bezie-
hung zu Phidias scheint mir durch nichts bewiesen.
Zu dieser Gruppe, allerdings als ein Zeuge wei-
terer Entwicklung, gehört auch der bei uns
No. 381/84 publicierte Kopf in Wörlitz. Die dort
im Text von Arndt zum Vergleich herangezogenen
Köpfe scheinen mir nur unwesentliche Ähnlich-
keit mit dem Wörlitzer Kopf zu haben. Auch
dürfte dieser jünger sein, als dort angenommen
wird (460 1.
1097(323). Jünglingsstatue. Hoch 1,40m.
Italischer Marmor. Ergänzt: der Kranz (aus
Gype), Nasenspitze, Teil des Brustansatzes (Gype),
I. Schulter, beide Unterarme ne I ist Händen lind
Stützen, Fiisse mit Unterteil des Stammes und
Plinthe. Der Kopf ans hellgrauem Marmor ist nicht
zugehörig; seine Haare sind hinten in eiuoui
Schopf aufgcnotuincu (Apollon V). Erwähnt von
Arndt, La glyptothcquc Ny-Carlsberg p. 36,
Anm. 5, lind dort richtig für nflehstverwandt
unserer No. 1094 erklärt.
1098 668). Archaischer Apollon-Torso.
Hoch 0,99 ui. Grobkörniger gelblicher Marmor
(parisch). Uber der r. Hüfte der Ansatz eine»
Puntello. War in der Höhe der Hüften ge-
brochen.
Der Kopf war nach der I. Schulter gewendet,
der r. Arm gesenkt. Die Küsse müssen ziemlich
gleiclunässig nebeneinander gestanden haben;
I. Standbein. Auf jeder Schulter je zwei lange
Locken. Das Schatnhaar hat noch ganz archa-
ische Form, wie bei den Ägineten, den Tyrannen-
mördern und einigeu von Kalkinaun im Jalirh.
d. I. 1892, p. 132 f.f zusamuieiigcätellten Sctilp-
turen, die aber dieser Torso alle in der leben-
digen Wiedergabe von Fleisch und Haut, weit
hinter sich lässt. Erwähnt bei Sauer, das sog.
Thcscion, p 219, Anm. 1.
Sehr sorgfältige, gute Arbeit. Helbig, Führer ‘
II, 848.
1099 (604). Poly k I et i sc he Kriege r-
st a t ii e. Die Höhe der gauzenStatue mit der Plinthe
(0,105 ni) nnd dein llclmbiiscli (0,085 m) beträgt
2,07 m. Der Körper aus bläulichem, gestreiften,
italischen Marmor: der Kopf aus feinkörnigem,
weissen (wohl pcntel.). Ergänzt: llelnibusch,
oberer Hand am Helm vorn, Stirnlocken über
der r. Seite der Stirn, Nase, Lippen, Streifen und
Stück im Halse vorn, beide Unterarme mit Händen,
der obere und untere Teil des Schwertes, Spitzen
der beiden grossen Zehen E» fehlen einzelne
birken, die ursprünglich vom Bai ttlaiuu bedeckten
Teile der Wangen, und die Spitze der r grossen
Zehe; alle diese Teile waren einst ergänzt. Der
Kopf gehört nicht zu der Figur.
Helbig, Führer 1 No. 824 ; Furtwiinglcr, Meisterw.
p. 423 („Aiu r. Oberschenkel Dt ein Puntello nb-
geincisselt, der wie am Doryphoros den Unter-
arm verband.“) Da das Erfassen des Schwert-
griffe« durch die l.inke eine inhaltslose Geste
ist, wird die Hand vielmehr den Speer geschultert
haben: ein Schild aus Bronze, den man auch
an dein I. Arm voranssetzen könnte, würde
jedenfalls liefest igmigsspurcn am Oberarme Unter-
lassen haben. Der Kopf war auch ursprünglich
nach der I. Schulter gewendet.
Augenschein lieh hat diese Figur Thorvaldsen
vorgeschwebt, als er seinen Jason schuf (J. Lange.
Thorvahlsens Daistelluug des Menschen, p. 10).
Vgl. unsere No 1168.
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32
K<»iu.
1100 und HOI. .1 ttgondlichcr Krieger*
köpf, der .Statue No. 1099 aufgesetzt. Siche die
Angaben Ober Ergänzungen dort Kinnspitze —
Haaransatz 0,19 m, .Jochbein — Jochbein 0,14 in.
Das Original dieses ausdrucksvollen Kopfe»
wird im Anfang des 4. Jahrhunderts entstanden
sein.
1102 (596). Statue des Hermes Hoch
(ohne Plinthe) 1,89 in. Marmor des Torso italisch,
der des Kopfes griechisch. Ergänzt der ganze Hut,
Nase, Teile beider Uppen, Hals, der grösste Teil
des Mantels auf der I. Schulter (das Stück mit
der Fibel antik), 1. Arm mit dem anliegenden
Stück Mantel, r. Arm mit dem ganzen Kerykoion,
Keine, Stamm, Plinthe. Der Kopf gehört nicht zu
dem Körper.
Die Figur ist von Furtwängler, Meisterw.,
p. 425, Anm. 1, erwähnt und dort richtig in die
Werke polykletfochen Stiles eingereiht worden;
doch ist der Körper nicht, wie er angiebt, eine
bh>sse Wiederholung des Doryphoros; er ist
weicher, jugendlicher und feiner in seinen Formen
Wahrscheinlich liegt also hier eine Copie nach
einem besonderen Original des polykletisohen
Kreises vor; dem widerspricht die einfache Stili-
sierung der Chlamys nicht
1 103 und 1 104. Wiederholung des Kopfes
des Hermes Ludovisi, der Statue No. 1102
aufgesetzt. Siehe die Angaben über Ergänzungen
dort. Kopfhöhe 0,23 m, Gesichtshöhe 0,155 m, Gc-
siclitsbreite 0,14 in. Der Kopf ist erwähnt von
Arndt oben zu Nr. 270,71 und von Furtwängler,
Meisterw., p. 425, Anm I : .scheint eine Kcplik
des Ludovisischen Hermes“. Dass er das sicher ist,
erkennt man trotz der schlimmen Zerstörung an den
wenigen erhaltenen Zügen des Gesichtes, vor Allem
Itcsoiidcrs dem Munde und den Locken, besonders
denen hinter dem I. Ohr.
1105 (945). Statuette der Athen a. Hoch
0,71 m. Der Körper aus Alabaster; alles übrige aus
Bronze. Ergänzt: Sphinx und Greife auf dem Helm,
Hals und Brustansatz, Arme und Fiiase; auch ein
Flicken in der l. Wange scheint ergänzt Die Augen-
sterne waren eingesetzt Stammt nach Bienkowskis
Notizen aus den Orti Farnesiani auf dem Palatin.
Chirac 462 C, 902 C; Furtwängler, Meisterw , p. 1 1 1.
Der Kopf ist eine freie Wiederholung der Athena
Hope (Furtwängler a. a. 0. p. 113). Er gehört nicht ■
zu dem Körper, der auf ein Werk vom Ende des
5. Jalirhnudei ts zurückgehJ.
1 106 (4). S t atu e d e r A p 1» r o d i t e. Hoch
1,385 in. Feinkörniger gelblicher Marmor. Ergänzt:
Diadem, Nase, Lippen, Hals, Oberteil der Brust
; mit I. Busen, beide Schultern mit Armen und fast
' allen freistehenden Teilen de* Mantels, zwei Zehen
nächst der grossen am 1. Fitss, r. Kuss mit Ge-
wand, fast die ganze Plinthe. Viele Sprünge und
Flicken. Die Bauehgcgend ist überarbeitet. Der
unbedeutende, sehr zerstörte Kopf ist nicht zuge-
hörig. Clarac 632 F, 1449 0.
Die Figur steht in merkwürdig gebundener
Weise; das h Bein ist Standbein, aber das r. be-
teiligt sich mit aui Tragen des Körpers; der r. Fass
ist nur wenig zur Seite gesetzt Die Anne sind
mit dem Mantel beschäftigt; sie wiederholen um-
gekehrt das Motiv der Venus Genetrix. Der Chiton
ist ganz durchsichtig und hat ein kleines Apo*
ptygraa, wie w ir es an Werken von der Wende
des 5. zuiu 4. Jahrhundert häufiger linden, und
zwar besonders häutig an Werken, die sich an
die Nike- Balustrade aiischliesscn (siehe 8p. 2320
in meinem Artikel .Chiton“ bei Pauly-Wissowa,
Rcalencyclopädie). Dass unsere Figur ebenfalls
zu diesen Werken gidiört, ist auf »len ersten Blick
einleuchtend. Sie bildet, wie die oben unter
No. 401/2 besprochene Statue des Louvre, die
Vermittlung zwischen der sehr viel älteren Venus
Genetrix und den auf Timotheus ziirückgefiihrtcn
Werken. Mit ersterer hat sie Motiv und Typus
gemeinsam, mit letzteren die Einzelheiten der
Stilisierung.
1107 und 1108. Torso einer Satyrstatu-
I ette. Hoch 0,495 m. Ziemlich grobkörniger gelb-
I lieber Marmor. Es fehlen Kopf und Hais, r. Arm,
| 1 Arui mit Hinterteil der Schulter, r. Bein bis zur
I Hütte, I. Bein von der Milte des Oberschenkel» ab-
j wärt», Glied. Das r. Bein war Standbein und
w'eiter zurilekgesetzt als das I. Der I. Ami war
erhoben lui Nacken ein undeutlicher Best und
daneben eine grosse Verletzung. Stützenansätze
an der 1. Schulter hinten, an dem r Armstumpf
oben, an der I. Hüfte und an der I. Hinterbacke.
Der Satyr ist augenscheinlich in Bewegung
gewesen und hat vielleicht zu einer Gruppe ge-
hört Sein Stil erinnert lebhaft an den einer Faust-
kämpfer-Statuette in Mantua, die bei uns No. 20
publicicrt ist. Die Ausführung ist deb und hart.
1109 und IHO. Archaischer bärtiger
M :i n ni'rk o p f. Höhe des Kopfes 0,37 m (Gesichts-
liölie 0,285m). Wcisser italischer Marmor. Ergänzt:
Nase, Teil der 1. Braue, beide Rippen mit dem
grössten Teil des Schnurbartes, ein grosser Teil
der r. Seite des Kopfes nebst Teil des Backen-
bartes darunter, der ganze Hintcrkopf, Teil des
I. Ohres, Hals und Büste. Der erhaltene Teil des
Kopfes war mitten durchgebrochen (senkrechter
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33
Rom.
Bruch durch die Schläfe). Sehr bcstosscn, beson-
ders die kleinen Löckchen, die die Stirn umgrenzen.
Das Haar ist hinten in zwei Zöpfe geflochten nach
den Resten richtig ergänzt), die rings um den
Schädel gebunden sind.
Trotz dersehrschlec liten Erhaltung des Stückes
entbehrt es nicht des kunstgeschichtlichen Inter-
esses, da sich die Zeit, in der sein Original ent-
standen sein muss, ziemlich genau bestimmen lässt.
Die ohne Andeutung des Scheitels strahlenförmig j
vom Wirbel Uber den Schädel gelegten Haupt-
haare, die niedrige, flache Stirn, das grosse, flache
Auge, das kräftig vorgebaute Kinn und endlich
auch die Zopftracht weisen mit Bestimmtheit in
die erste Hälfte des 5. Jahrhunderts. An den älte-
sten Metopcn des Parthenon finden sich ähnliche
Köpfe. Unbestimmt ist, ob ein Gott oder ein Irdi-
scher dargestellt werden sollte. Etwa zu vgl. ist die
Bronze eines blitzschleudernden Zeus aus Olympia
(Furt w Kogler, Olympia, IV [Bronzen], Taf. VII, 43;
Text p. 18. Jetzt in Athen, Nationalmuseum, In-
ventar No. 61Ü4).
III I und 1 1 12. Archaischer Frauenkopf.
Stellt auf einer 4 m hohen Säule, weshalb Maasse
und Marmor nicht, Ergänzungen nur schwer zu
constatiereii sind. Sicher ergänzt ist Nase, Hals
und Büste. Verschiedene Brüche. Sehr zerstört.
Die Spitze des Haarknotens hint n abgebrochen.
Die Haare hinter den Ohren nach unten zu nicht
ausgefiihrt 'oder abgearbeitet?).
S. Uber diesen Typus Mariani im Bull, coiuunale
1897, p. 1G9 ff., tav. XII -XIV, und Arndt, La
glyptothcque Ny-Carlsberg, Text zu PI. 31/32 (wo j
Abb. des Kopfes).
1 1 13 und 1 1 14(1012). Kopf der sog. Athene
mit dem Löwenlielni. Marmor peutelisch. Er-
gänzt: Nase, Mund, kleiues Stück der I. Braue, .
Schnauze der Kopfbedeckung, oberer Teil deH
IJinterkopfes. L. Augapfel, r. Braue und Unterlid
bestossen- Das ganze Gesicht hat durch Reinigung
gelitten. Eine Überarbeitung ist nur an den Haaren
der I. Kopfseite bemerkbar llelbig, Führer 1 II, 775.
Vgl Fnrtwängler, Meiitcrw. p. 113 ff., Fig. 20,
wo die Kopfbedeckung für die aus einem Wolfs-
oder Hundsfell hergestellt« Iladeskappe und die
Figur deshalb für Athena Itonia erklärt wird.
Es war mir nicht möglich, nachzuprüfen, ob das
Krhalteue iu der That zeige, dass die Schnauze
spitz zulief (a. a. 0. p. 114, Amn.); doch scheint
mir, allein nach den Photographieen zu nchliessen,
die Behauptung wahrscheinlich, besonder* da die
Hadeskappe bei Athena eine besondere Bedeutung
hat, während sich für den Löwenhelm gar keine
Erklärung finden dürfte. Dies Argument ist aller-
dings für den hinfällig, der den Kopf nicht für
den ursprünglich zur Statue gehörigen hält. Ich
kann — einer eigenen Untersuchung zufolge —
die diesen Punkt betreffenden Worte Furtwänglers
a a. 0 nur bestätigen; auch nach unseren Photo-
graphieen kann man das constatieren A lerdings
glaubt F. selbst eine gewisse Disharmonie zwischen
Kopf und Körper zu bemerken; jener sei auf-
fallend strenger als dieser. Indes« scheint mir
dieser Eindruck nur darauf zu beruhen, dass der
Künstler des Kopfes jenem Proportionssystem
huldigte, das dem Untergesicht eine un verhältnis-
mässige Ausdehnung gab; alle anderen Teile de«
Kopfes entspiochen ganz dem Stile der Zeit, in
der wir die Entstehung des Körpers annehmen
müssen Aus diesem Festhalten an dem älteren
Proportionssystem können wir schliessen , dass
der Künstler nicht zu dem engeren Kreis des
Phidias gehört haben kann; dass er und seine
Wrcrke jedoch in diesem bekannt und geschätzt
waren, beweist die Weiterbildung der Figur in
der Athena Hope und Farnese (Furtw., a. a. Ü,
p. 104 ff.). F. will das Verhältnis der Figuren
umkehren: denn er glaubt nicht annehmen zu
können, dass Phidias, in dem er den Meister der
Athena Hope vermutet, sich auf der höchsten
Höhe feines Schaffens so genau an ein fremdes
Werk angeschlossen habe. Allein gerade Air ein
derartige* Anschlüssen auch der grössten Künstler
an einander liefern uns unsere Studien immer aufs
Neue sprechende Beispiele.
F. stellt dann p. 115 den Kopf der Athena
mit einer Reihe anderer zusammen, die derselben
Zeit angeboren, und erklärt sie alle für Werke
au* dem Kreise des Kalamin und seiner Schüler.
Es würde mich hier zu weit führen, auf alles
Einzelne einzugehen Mir scheinen die verschiedenen
(Bieder dieser Reihe nicht eng genug zu einander
zu gehören, um Schlüsse zu gestatten, wie sie F.
zieht Die Köpfe, die am meisten Ähnlichkeit
miteinander hnb^n, sind der Kopf des Wagen-
lenkers hu Capitol, der Jiiuglingskopf aus der
Münchener (Hypothek (Furtw. Fig. 21) und der
der Demeterstatue in Berlin (KekuU, Über Kopien
eiuer Fra neust atue aus der Zeit des Phidias,
57. Bert. Winckölm -Progr., Taf. V). Sie alle sind
in der Structur de» Kopfes durchaus verschieden
von der Athena, bei der man auch immer in Be-
tracht ziehen muss, dass die Lippen sehr hässlich
ergänzt sind, und dass dadurch der Ausdruck
des Uutergesichts ganz gestört ist Verdeckt mau
indes* die ergänzten Teile, so wird die grosse Abu-
3
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34
Rom.
lichkeit, die den Kopf mit dem de» Kassler Apoll
verbindet, recht deutlich, und in eine Gruppe mit
diesem gehört die Figur, wie ich nach wie vor
annehme (vgl Text au No. 320—22 und meinen
Führer d. d. Ant in Floren, p 264)
I M5 und 1 1 16(749). Kopf der KoreAlbani.
Kopfhühe 0,24 m. Gcsiclitshölic 0,18 m Weisser,
feinkörniger Marmor (wahrscheinlich pentelisch
wegen der Spaltungen). Es fehlt die Spitze der Nase
und der r. Ohrmuschel. Das Gesicht .stark gereinigt-
lielbig, Führer1 No. 835. Furtwängler, Meisterw.,
p. 100, und (»riech. Originalstatuen in Venedig, p. 286.
Die Haare haben die grösste Ähnlichkeit mit denen
der Sosikles-Amazone (s. No 1117/18). Vgl Pottier
im Rull, de corr. hell. XX, p. 448 ff.
1 1 17 und 1 1 18 (76). Hermenbüste mit dem
Kopf der Sosikles-Amazone. Höhe 0,415 m.
Kinnspitze Haaransatz 0,17 m Kinnspitze Scheitel
0. 255 m. Griechischer Marmor. Ergänzt die ganze
1. Seite des Gesichtes mit Nase und den ent-
sprechenden Teilen der Haare (doch ist die 1
Kinnlade und Schülterlocke antik), Ilintcrkopf,
Teil der r. Braue und die r. Srhnlter.
Der Kopf der Sosikles-Amazone ist hier zu
einer Henne verwendet worden; man hat ihn ge-
rade auf den Hals gesetzt und ihm je eine kleine
und eine grosse seitlich lierabfallende Locke ge-
geben. Vgl. Arndt, La glyptothe<|ue Ny-Carls-
berg, Text zu pl. 47/48.
Einfache, decorative Arbeit.
1119 und 1120 (57). Hermenbüste eines
Jünglings. Hoch 0,49 ui. Kopfhöhe 0,245 m.
Griechischer Marmor. Ergänzt: Nase, Ränder der
Ohren, hinterer Teil der r. Schulter. Die r. Ge-
sichtshälfte sehr stark beschädigt. Vgl. den Text
zu E— V 857/58. Sehr verwandt mit diesem
Kopf und seinen dort angeführten Repliken ist
der Kopf, der ungebrochen auf einer schönen,
leider sehr überarbeiteten .Jünglingsstatue des
Museo I hiarainonti sitzt (No. 297; Museo Chiara-
monti III, t. XXVIII; gefunden in Anzio). Der Jüng-
ling ist im Motiv des Apollon Lykeiofl dargestellt
II 21 und 1122 (711). Kopf einer Gott in mit
D i ad e in. Gesiehtshühe (Kinnspitze— Haaransatz)
0,14 in. Grobkörniger, gelblich-grauer, wohl
griechischer (parischer) Marmor. Ergänzt : untere
Hälfte der Nase, die ganze mittlere Partie der
Stephane nebst Wollbinde, sowie der Teil der
.Stephaue an der r. Kopfseite ohne die Binde, die
beiden Schulterlocken (Ansätze vorhanden), Unter-
teil des Halses. Teil de» Haark noteii» hinten fehlt.
Der Kopf gehört nicht zu der Statue, der er auf-
gesetzt ist (L'larac 416, 719 A: lielbig, Führer'
No. 837). Der Kopf ist von Furtwängler, Meisterw ,
p. 558, Anin. 1, erwähnt im Zusammenhang tnii
der Juno Ludovisi, da er wie diese am Diadem
eine geknotete Wollbinde trägt. Der Knoten, in
dem die Haare hinten endigen, Ist bestossen; doch
genügt das Erhaltene, um constatieren zu können,
dass er derselben Art war wie der der Juno.
Furtwängler betont a. a. 0. mit Recht die
»ehr viel grössere Idealität diese» Köpft*» und
seinen rein praxite Hachen Charakter. Wahrschein-
lich war in dem Original Aphrodite dargestellt; aber
auch eine der Chariten wurde durch das Diadem
ausgezeichnet. Für Hera ist der Kopf zu jugendlich.
Diesen beiden Köpfen schliesscn sich durch
die eigentümliche Mischung mehr oder minder
idealer Züge aus dem vierten vorchristlichen Jalirh.
mit römischer Frisur au: der lebensgrosse Kopf
einer als Diana Lucifera ergänzten Statue des
Museo Chiaramonti No. 548; Pistoleai, II Vaticauo
descr. IV, t XLVII; Clarac 564, 1205; ergänzt:
Nase und Oberlippe; er gehört nicht zu der Figur,
der er aufgesetzt ist); ferner der Kopf, der der
sog. Kalliope im Mitscnsnal des Vaticau (lielbig,
Führer* No. 280» aufgesetzt ist; ein zum Ein-
setzen in eine Statue bestimmter Kopf in Neapel (luv.
No. 6289; ergänzt die Nasenspitze), und der Kopf
einer Venus Anadyomcne ebenda (luv. No. 6292).
1123 und 1124(119). Hermenbüsto de»
j ugendlichen Dionysos Hoch 0,41 m. Kopfhöbe
0,245 in. Gesiehtshühe 0,1 7 m Gealchtsbreite 0,13m.
Griechischer Marmor. Ergänzt: Nase, Teile der
Brauen und der Ränder der Ohren, grosse Locken-
büschel seitwärts Über der Stirn, Teile der Ränder,
die beiden Vorderecken der Herme.
Helbig, Führer' No. 789; Amelting, Floren 1.
Ant , p. 21; Klein, Praxiteles, p, 415, Anm. No. 5.
Zu der bei Klein gegebenen Reihe von sechs
Repliken sind hiuzuzu fügen : 7. Exemplar im
Museum de» Klosters von Groltaferrata; die Hörner
»ind erhalten; noch nicht näher von mir unter-
sucht. 8. Kleine, sehr stark ergänzte Replik mit
Wendung uach der r. Schulter im Museo Chiara-
monti No 410. — Rei einem Besuch der Gail,
geografica konnte ich f entstellen, dass die Hörner
au dem dortigen Exemplar in der That ursprüng-
lich sind.
Das Londoner Exemplar, da» Klein a a. O.
Fig. 89/90 ptiblicicrt, ist eine Umarbeitung ins
Sentimentale. Durch den veränderten Ausdruck
der Augen (leise Hebung und Vertiefung der
inneren Winkel), die Senkung der Mundwinkel
und die Verweichlichung aller Formen ist dem
Kopf jede Frische und, um es offeu zu sagen,
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35
Koni.
alles Praxitelische verloren gegangen. Ich hätte
vor diesem Exemplar nie — wenigstens soweit ich
nach der Abbildung bei Klein urteilen kann -
und ebensowenig vor dem albanischen auf Praxi-
teles geraten Mit dem Adonis des Gabin. d.
maschere haben sie allerdings auch nichts gemein,
ausser allgemeine seitliche Verwandtschaft (siehe
Furtwänglcr, Meisterw., p. 590).
1125 (218'. Kopf des Paris. Kopfhöhe
(Kinnspitze' Miitzenspitze) 0,235 in. Uesichtshöhe
0. 145 m. Gesichts breite 0,11 m. Griechischer,
wohl parischer Marmor. Ergänzt: das ganze
Untergesicht mit Nase und Umgebung, Hals. Sehr
bcstossen; die I. Kopf hälfte sehr corrodiert; die
1. Ohrmuschel ist fast gauz verschwunden.
Der Kopf gehört nicht zu der Statue, der
er aufgesetzt ist (diese von italischem Marmor)
Er ist von Furtwängler, Meisterw., p 592, er-
wähnt, dessen Ausführungen mannigfacher Be-
richtigung bedürfen, die er zum Teil schon selbst
(Über Statuenkopien im Altertum, p. 566 ff.) ge-
geben hat. Doch muss betont werden, dass der
albanische Kopf mit dem in den Meisterwerken
erwähnten Münchener Kopf (Glyptothek 135) nur
die allgemeinste Ähnlichkeit bat; beide gehen ent-
schieden auf verschiedene Originale zurück; und
zwar scheint mir der Stil des römischen Kopfes
älter als der des Münchener. Seine Augen haben
sehr viel Praxitclisches.
Den ältesten Eutwickelungsgrad dieses Typus
von Köpfen repräsentiert jedenfalls ein Pariser
Kopf (Salle du Heros comb. No. 535; Phot.
Giraudon 1242); er ist bei Furtw., Statuenkop.,
p 566, Anui. 1 nur flüchtig erwähnt. Seine her-
vorragende Schönheit sichert ihm einen der ersten
Plätze, und zudem gehört er unbestreitbar in die
erste Hälfte des 4. Jahrhunderts, dürfte also bei
der Suche nach dem Paris des Eupliranor mehr
berücksichtigt werden, als bisher geschehen Ist.
Indes« scheint es mir nicht so unmöglich, wie
Furtw , Meisterw , p. 591, Anm. 5 es ausgiebt,
dass einige dieser Köpfe auch Ganymed dar-
stelleu: muss doch dieser in der Gruppe mit dem
Adler, die ihr Motiv dem Sauroktonos entlehnt
hat und jedenfalls nicht sehr viel jünger ist als |
jene« praxitelische Werk, nach den Kesten vou
Mützeubändern an dem Neapeler Exemplar eben
eiuen solchen Kopf getragen haben i siehe meinen
Führer d. d. Ant. in Florenz, No. 51, und Klein,
Praxiteles, p 128 ff.).
Kobert’s Hypothese, der Ares Borghese sei
eine Kopie jener Figur des Euphranor (Votivgeui.
eines Apohaten, 19 haitisches Winckelm.-Progr.,
p.21 ff.) wird von Furtwängler (Statuenkop. a.a.O.)
mit Recht bekämpft. Robert hat eine Fignr über-
sehen, an der sich der bewusste Knöchelring eben-
falls findet, die aber nicht jugendlich ist und bei der
es sich uicht um Sucht zu gefallen handeln kann :
den Agamemnon auf dem Bilde Hierons, das die
Wegführung der Briseis darstellt (Hon. d. J. VI,
19 = Baumeister, Dcnkm-, Abb 776). A. wird
hier durch diesen Ring (am 1. Knöchel), wie durch
die breitere Binde im Haar und das Armband
an der r. Handwurzel, als die reichste, vornehmste
Person bezeichnet; auf Reichtum und Vornehm-
heit allein kann der Ring denn auch bei der
Statue deuten wollen.
1126(706). Relief: Th eseus und Aitbra.
Hoch 1,07 in. Eäugc 1,97 m. Ergänzungen siehe
bei Helbig 1 No. 838. Ebendort siehe über die
Deutung.
Die Gewandmotive der weiblichen Figuren
gehören alle in hellenistische Zeit. Wahrschein-
lich gehört das Relief auch zu jener Gruppe, die
wir unten unter No. 1162 behandeln werden
Sculpturen in der Gemäldesammlung des
Palazzo Colonna.
Ausser den Augaben über die einzelnen Werke
bei Malz-Duhn, Antike Bildwerke in Ruin, die
bei jedem Stück citiert sind, ist für die Geschichte
der Sammlung Material enthalten in den „Docuinenti
inediti per servire allastoria dei uiusei d'ltaliu" IV,
p. 382 ff. (Inveutarium bouor. haered a 1714),
in der „Beschreibung der Stadt Rom“, III, 3,
p. 162 ff., in dem Bull. d. ]. 1838, p 22 (Braun),
und in der Vorrede zu dem in der Sammlung
selbst käuflichen „Uatalogo“. Die „Beschreibung
der Stadt Koni“ gibt als die Zeit, in der die
noch jetzt bestehenden Palastbauteu errichtet
wurden, die Mitte des 16. bis Mitte des 17 Jahr-
hunderts an. Der „Uatalogo“ nennt als specielles
Datum 1620. Nach ihm wäre die Mehrzahl der
hier befindlichen antiken Sculpturen an der Stätte
des alten ßovillnc gefunden; die „Beschreibung
der Stadt Rom“ beschränkt diese Angabe auf die
Reliefs, was, wie es scheint, auch Braun a. a O.
sagen will. Im Jahre 1714 war die Sammlung
in ihrem jetzigen Bestände oder wenigstens in
ihrer jetzigen Anordnung noch nicht vorhanden.4)
In der Aufzählung des Inventar» fehlen alle die
Reliefs, die unter den Fenstern eingeinaucrt sind.
*) Die diesbezügliche Angabe in deui topographischen
I Register von M. D. ist, nach deu Statuen tu urteilen, die
I dort angeführt worden und die mit den heute an Ort und
Stelle befindlichen üt>erein»tiinineti. uicht correct.
3*
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36
Rom.
In der Beschreibung der Stadt Rom werden sie
genannt; sie werden mit den Relief» gemeint »ein, j
die nach Braun Cav D Filippo Colonna au» dem
Besitztum der Familie an der Stelle des alten I
Bo villaein den Palast bringen lies» Die Postamente
in dem Hanptteil des grossen Saales mit den in
sie eingelassenen Reliefs standen schon 1714, wie
sie jetzt stehen; nicht durchweg die Statuen.
Doch sind diese Umstellungen unwesentlich. Wich-
tiger ist, dass damals noch einige Figuren dort
standen, an deren Stelle wir heute andere linden.*)
So sind vier nackte Venusstatucn, von denen eine
sicher, eine andere wahrscheinlich in den Vatican
gelangt ist .Michaelis im Jonrn. of hell. stnd. 1887,
p. 331), eine Athen«, ein Herakles und ein Askle-
pios verschwunden. An Stelle dieser sieben Figuren
sind getreten unsere No. 1127, 1149, 1150, 1153,
1155, und zwei ganz schlechte Gewandfiguren, |
römische Grabstatuen, die eine in Motiven des ,
4. Jahrhundert», die andere von der Art der so- I
genannten Pudicitia (M.-D. 1433 und 1455)
Auch in dem hochgelegenen kleineren Teil
des grossen Saales ist manches gegen 1714 ver-
ändert Von den dort angeführten Figuren ist
nicht mehr vorhanden: Statuette einer Flora; un
imperatore; zwei Putten und ein. Cupido. Von
den Figuren, die M.-D. in diesem Teil des Saales
auffibhren, Ist der Silen (475) nicht mehr vorhanden.
An der Rückwand diese» Teiles (Ausgang
nach der zum Garten führenden Brücke stehen
drei moderne Sculptnren, die sämtlich nach Stücken :
des Capitol ln »eben Museum» cuplort sind: 1. der J
sogenannte Miltiade» (von Furtwüngler, Meisterw., j
p 122, Anm. 3 fälschlich als antik aufgezählt;
vgl Arndt, K-V 437 38); 2. Kopf des Dionysos,
M.-D. 408; Copie des bei uns unter No 404,5
publicierton Kopfes; 3. Kopf de» Antinous;
M.-D 917 (Attis; offenbar modern); Copie des
Antinous-Kopfea in der Galerie de» cap. M
No. 43 (Nuova de»criziuuc p. 128).
1 127. Wiederholung des „llernies Ludo-
visi“. M.-D. 157. Hoch 1,80 in. Feinkornigci
gelblicher (wohl penteliachcr) Marmor. Die Er-
gänzungen des Körpers bei M.-D. richtig ange-
geben. Ueber den nicht zugehörigen Kopf siehe j
No. 1128. Ueber den Typus dieses Hermes siche
Furtwängler, Meist er w, p. 80 ft' und 742; in un-
aerm Text No. 270,71 und 1103/4. Furtwängler
spricht a. a, 0. die Vermut ung aus, da» Origi-
•) Auch die MUtuette No U M Mehl Jetzt nicht mehr in
den öffentlich luganfrltchen Tellen, wo nie bis 1#m7 ge-
standen hat.
nal sei vielleicht ein Werk des Telcphanes
gewesen, eines Zeitgenossen des Myron, Polyklet
und Pythagoras, aus Phokäa in Kleinasien
Als Anhaltspunkt dient ihm die Verwandtschaft,
die den Kopf unsere» Hermes init dem einer
Münze von Phokäa verbindet Aber die Herkunft
dt« Telcphanes au» jeuer ionischen Colonie ist
mehr als unwahrscheinlich, und ihre Annahme in
unserer Ueberlieferung absolut nicht als notwen-
dig indiciert. Plinius erwähnt den Telephane»
N. II. XXXIV, 68. Das Wort, das die Herkunft
des Künstlers bedeutet, schreibt der Bambergens»
„Phoeaeum“, die Mehrzahl der Hamlschriften aber
•Phoctum* (siehe die betreffende Stelle in Sillig’a
Ausgabe, vgl. C. Keil, Analecta epigr. et ono-
matol. p. 213). Phocaeus findet sieh ausserdem
noch bei Vitruv. ptaef. VII Theodorus Phocaeus
de tholo qiii cst Delphis), wo es zweifellos „aus
Phokis“ bedeutet, und im Plural bei Hora/., Epod.
XVI, 17, wo es „Einwohner von Phokäa- bedeutet.
Phoceus findet steh sonst nur bei Ovid (trist I, 9,
28; rem. 589) als Beiwort bei Pylades, heisst dort
also „aus Phokis“. Mögen wir demnach unser
Urteil nach der Qualität oder nach der Quantität
in der handschriftlichen Ueberlieferung richten, in
beiden Fällen werden wir eher dazu geführt,
Phokis al» das Vaterland des Telephanes zu ver-
muten; wenigsten» spricht nichts Entscheidendes
für Phokäa.
Für Phokis aber spricht mit Entschiedenheit
die Thatsache, dass ein Hauptteil der Werke des
Künstlers »ich in Thessalien befand. Nach Furt-
wängler soll »eine ionische Herkunft den Anlass
gegeben haben zu der anekdotenhaften Erklärung
seines geringen Bekanntsein», durch die Annahme,
dass er für die Perserkönige Darin» und Xerxcs
gearbeitet habe. Zur Bildung dieser Legende aber
genügte die Thatsache, das» er sich ungefähr zur
Zeit jener Könige in Thessalien aufgehalteu hatte,
denn die perserfreundliche Stellung der Theeealer
in eben jener Epoche iat bekannt.
Deshalb scheint es mir auch zweifellos, dass
die Legende nicht Darin» II., sondern I. meinte.
Doch braucht das für die Chronologie des Künstlers
nicht» zu bedeuten, für die vielmehr die Gleich-
set/.ung mit Myron, Pythagoras und Polyklet ent-
scheidend ist. War nun Telephanes, wie mir evident
scheint, aus Phokis — bei E. Seilers, The elder
Pliny's chaptcrs on the hist, of art, p. 54 (vgl.
ebenda p. XXII) ist diese Möglichkeit gar nicht
in Betracht gezogen - , so wird für die Vermu-
tung, dass er der Künstler unseres Hermes sei,
die Aehnlichkeit des Kopfes der Statue mit der
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Rom
37
Münzt von Phokäa bedeutungslos, und mehr als
Aehnlichkcit ist nicht vorhanden. Nicht anders
aber steht cs mit der weiteren, von Kurtwänglcr
versuchten Begründung durch die Verwandtschaft
des Hermeskopfes mit dein einer Grabstele des
b. Jahrhunderts aus Thessalien (Bull, de corr.
hell. 1888, pl. VI); diese Verwandtschaft, die
fast nur in der Art besteht, wie der Pctasos ge-
tragen wird, scheint mir denn doch zu oberfläch-
lich, um daran kunstgeschichtliche Po'gcrungen
knüpfen zu dürfen Sucht man die Stellung der
Figur in der geschichtlichen Kntwicklung allein
nach ihrer künstlerischen Kigenart zu eruieren,
so lässt sich der Kieis, dem sic angehürt, recht
genau bestimmen; es ist der Kreis der at tischen
Werke des Phidias und des Myron aus dom dritten
Viertel des 5. Jahrhunderts. Mit den Werken ans
dem Kreis des Phidias (vgl. 1! Grilf, Aus der
Anomia, p. 69) hat das Werk die formale Dar-
stellung des Körpers, die eigenartige Stellung und
Proportion (kurze Unterschenkel) gemein; die enge
Beziehung zn Myron wird klar bei der Vergleich-
ung des Kopfes mit dem des Diskobolen: die Form
des Schädels, die ausserordentlich feine Profillinie,
die lebendige Bildung des Mundes, vor Allem der
Oberlippe, sind besonders auffallend verwandt;
dabei ist aber Alles weiter entwickelt, wie auch
die Haare beim Herme» schon viel freier behandelt
sind, als am Diskobolon. Am Indivi I Hellsten
wirkt das Motiv des vom Arm hcrabgieitenden
Gewandes und dessen eigenartige Behandlung, wie
wir sie an unserm und an dem Kxemplar Eudovisi
beobachten, lieber das stilistisch ganz umge-
arbeitete Gewand am sogen. Klcomencs siehe
Kurtwänglcr a. a. 0., Anm. 3. Am Kleomenc*
Anden sich auch sonst Einzelzflge, die auf starke
Benutzung des lebenden Modells schliesscn lassen:
siche besonders die I. Hand. Vgl. /immermann,
Kunstgeschichte des Altertums und des Mittel-
alters, p. 304. Auch das Gewand an unserem
Kxemplar stimmt nicht in allen Kinzelheitcn mit
dem des Kxemplar» Kndovisi überein.
1128. Kphebenkopf in ProAl, aufgesetzt
auf No. 1127. M.-D. 157. Ergänzt: Teil des
llinterkopfcs, kleines Stück der Stirn, Nase, Kippen,
Kinn, Rand des I Ohres. Trotz der starken Er-
gänzung ist cs deutlich, dass wir hier die Copie
nach einem Ephcbcnkopf des 4, Jahrhunderts vor
uns haben. Die Haare erinnern iu ihrer Anlage,
besonders an Schläfe und Ohr, noch an die Art
des 5. Jahrhundert». Aber die runde Form des
Schädels, die hohe Bildung der Stirn, die Weich-
heit, mit der die Eider um! ihre Umgebung go-
arbeitet sind, sprechen deutlich für die spätere
Zeit.*)
1129. Statue der Athcna. M.-D. 640.
Hoch ohne Kopf 1,33 m Feinkörniger gelblicher
Marmor. Ergänzt: Kopf nnd Hals, r. Arm vou
Uber dem Ellenbogen abwärts, I. Arm mit Schild,
Teile der Falten, Füsse mit anstossenden Teilen
des Gewandes und Basis. Siche über diesen Athcna-
Typns Fnrtwängler, Ueber Statnencopicu im Alter*
; tum I, p. 555, Taf. IV, wo ein Exemplar mit dem
1 zugehörigen Kopf pnbliciert, unsere Kopie nicht
. verzeichnet ist Vgl. ferner oben No. 942/43.
| Die Arbeit ist recht, schlecht. Der obere Aegis-
rand ist mit Schlangen umsäumt. Im Nacken ist,
nach der I Schulter verschollen, der Haarschopf
erhalten. Die Falten sind womöglich noch alter-
tümlicher im Stile, als die des capitolinischen
Exemplare»; doch mag sich dies aus dem geringen
künstlerischen Wert der Arbeit erklären. Be-
deutsamer ist, dass sich die gloiche Art der Stili-
sierung an einer weiteren Replik findet, dem in
der 2. Auflage von llelbigs Führer No. 620 richtig
bestimmten Torso. In dein Stil, der nunmehr also
durch die Mehrzahl der Kopien repräsentiert wird,
müssen wir uns das Original voretcllcn Lag ein
solches vor, so konnte der Wunsch eines einzelnen
Kopisten, die Faltenlagen lebhafter im Kontrast
von Eicht uud Schatten zu gestalten, leicht zu
Ebnwaudltingen im Einzelnen fuhren, wie wir
sic an dem englischen Exemplar unserer Figur
vor uns sehen. Eine übereinstimmende archai-
sierende Vereinfachung seitens all der anderen
Kopisten scheint mir wenigstens sehr viel weniger
wahrscheinlich. Dagegen möchte ich kaum wagen,
eine derartig durchgreifende systematische Um-
wandlung, wie sie das Stockholmer Exemplar
repräsentiert (Photogr. I.agrelius No 2), einem
Kopisten zuznschreiben ; hier ist nicht etwa die
ältere Figur mit einzelnen Zügen praxitclischen
Gewandstils ausgeslattet, sondern es liegt eine
vollkommene, planmäßige Umarbeitung in diesem
I Stil vor. Die Brust ist aug. nscheinlich schmal r,
I der Brustausschnitt infolgedessen spitzer zulaufend ;
der Fuss des Spielbeins ist weiter zur Seite und
zurückgesetzt Nur Mitglieder der pasitelischen
' Schule scheinen fähig gewesen zu sein, derartige
Umarbeitungen in späterer Zeit vorzunehmen, und
doch tragen ihre Werke unverkennbarer den
•) Man vgl den viel verbreiteten (Hpiahguss eine«
Jüngling»kopfe«, der eine Wiederholung den Henne« Litnfl-
downr Michaeli«, ancient markte« p. 467, No. 88) ohne Hut
| i«t. Der Aufbewahrungsort de» Originale« diese» Kopfe«
I ist mir unbekannt (Arndt )
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38
Hom.
Stempel der alten Zeit, als inan das von der
Stockholmer Athena behaupten kann Ich möchte
deshalb eher dazu neigen, hier eine Umarbeitung
aus dem 4 Jahrhundert selbst anzunehmen. Das
Original der Übrigen Repliken ist aber, nach dem
Zeugnis der Mehrzahl derselben, nicht erst am
Ende des 6. Jahrhunderts entstanden (vgl. Arndt, }
La glyptotheque Ny-Carlsberg, p. 71 f). Der
Kopf de« englischen Exemplare« steht stilistisch
zwischen dem der Athena von Velletri und dem
der Athena Ilcphaisteia, die Heisch kürzlich dem
Alkamenes zugeschrieben hat (Jahreshefte des
österr. archäol. Institutes I, p 66 ff.) und die
ohne Zweifel noch dem Ende des ß. Jahrhunderts
angehört.
1 130. Torso der attischen verwundeten
Amazone. M.-D. 940. Höhe des Antiken 1,28 m.
Feinkörniger gelblicher Marmor. Die Ergänzungen
bei M.-D richtig angegeben. Richtig gewürdigt
bei Fnrtwängler, Meisterw., p. 294, Anm. 2.
1131. Statue der Aphrodite, Typus der
sogen. Venus Gonetrix. M.-D. 711. Hoch 2,06 in.
Feinkörniger gelblicher Marmor. Ergänzt: Kopf
und Hals, r. Arm mit dem von der Hand gehobenen
Zipfel de« Mantels, 1. Hand mit dem Kranz.
Der Bildhauer dieser Figur, den man kaum
noch Copist nennen kann, hat nicht nur das Unter-
gewand zugefügt, sondern auch in den Falten und
vor allem in der Stellung geändert; die I. Hüfte
ist viel w eiter ausgebogen, die Taille darüber viel
mehr eingeknickt, als bei den genauen Repliken
des Werkes. Ein Vergleich dieser Punkte ist sehr
lehrreich, denn er zeigt besonders deutlich, wie
gebunden die Darstellung dieser Aphrodite noch
in künstlerischer Hinsicht ist. Erwähnt bei Klein,
Praxiteles, p. 57, II, 8, wo die Notiz „Torso rest.-
auf Irrtum beruht.
1 132. Weibliche Statue, eine Höre, Charite
oder ein verwandtes Wesen darstellend. M.-D. 608
Hoch 1,41 m. Feinkörniger gelblicher Marmor. Er-
gänzt: Nase, beide Arme bis auf Ansatz, Teile
der Gewandfalten, Zehen des r. Fusses, Vorder-
teil des I. Fusses, Plinthe; kleine Flicken an den
Wimpern, den Lippen und an den Brüchen, von
denen einer sich am Hals unten, der andere in
der Höhe der Knie befindet. Die Ränder der Ohren
sind abgeetossen; kleinere Beschädigungen auch
sonst. Die Figur macht, so anmutig auch ihre
Erfindung ist, wegen der geringen Güte der Arbeit
und der schlechten Erhaltung keinen sehr erfreu-
lichen Eindruck. Desto interessanter ist sie kunst-
geschichtlich, denn sie tritt vermittelnd zwischen
zwei Flgaren-Grnppen, die man auch sonst schon
in Verbindung zu einander gesetzt hat, zwrischen
die der sogen Venus Genetrix und die Gruppe
der Figuren, die sich stilistisch an die Nike-Balu-
strade anschlies&cn. Während unsere Gestalt zu
letzterer durch ihre leichtgcw'ebte, reichgefältete
und mannigfaltig flatternde Gewandung in Be-
ziehung steht, bekundet ihr Kopf (siehe die nächste
. Nummer) in allen Zügen, bis auf die ihre Haare
hinten eiuschlieascnde Sphondone, ihre Abkunft
von dem Kreis der Venus Genetrix. Sie gibt sich
zugleich in allen Teilen als die nächste Verwandte
der Hera Borghese (Arndt, I«a glyptotheque Ny-
Carlsberg, pl. 56-58; Fnrtwängler, Meisterw.,
p. 117 und 742; siehe hier No. 280 und Röm.
Mitt. 1897, p. 73) zu erkennen.
1133. Kopf der Statue. Siehe die Ausfüh-
rungen zur vorigen Nummer. Wegen der Sphendune
vgl. Helhig, Coli. Rarracco, p. 57 f., und Savignoni,
Mon. ant. dei Lincei 1898, p. 11 f.
1134. Torso einer männlichen Statuette.
M.-D. 1019 Höhe des Antiken 0,36 m. Feinkör-
niger gelblicher Marmor. Die Ergänzungen bei
M.-D. richtig angegeben. Nach dem allgemeinen
Charakter der Formen, Proportionen und der
Ponderation zu schliessen, gehörte dieser Torso
zu einer kleinen Wiederholung einer Figur aus
dem Kreise des Stephanos-Athletcn. Während aber
bei den übrigen Gestalten dieses Kreise« der
Arm auf der Seite de« Standbeins gebeugt ist
war hier das Umgekehrte der Fall. Eine Sonder-
stellung nimmt unser Torso auch dadurch ein,
dass die schematische Bildung des Nabels, die
flache und kurze Bildung des Bauches, der Mangel
jeder Trcunungder Scham vom Bauche und die
flache Bildung des Schamhaares noch anf eine
unentwickeltere Stufe deuten, als sie jeno Figur
des Stephanen repräsentiert. Diese Züge ver-
dienen um so mehr beachtet zu werden, als die
Arbeit des Torso gut ist.
1135. Torso einer Wiederholung des
poly k letischen Diadumcnos. M.-D. 1008a.
Höhe des Antiken 1,12 m. Feinkörniger gelblicher
Marmor. Die Ergänzungen bei M.-D. richtig ange-
geben Die Arbeit der Copic ist schlecht; die
schöne Eigenart polykletischcr Gestalten, die klare
Sonderung der verschiedenen Flächen, ist fast
ganz verloren gegangen. Der Torso ist in dom
von Peteraen aufgestellten Kcplikenverzeichnfo de«
Diadumcnos im Bullcttinu comunale 1890, p. 189 ff.
nicht erwähnt.
1136. Statue des Herakles. M.-D 96.
Hoch 2,03 m. Feinkörniger gelblicher Marmor.
Ergänzt: Oberkopf, Brauen, Nase, Lippen, Kinn,
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Rom
39
beide Ohren, Hals, r. Arm von der Mitte de« Ober-
arme an mit ganzer Keule, 1. Hand milden Aepfcln,
r. Hüfte und Hinterbacke, r. Bein (der Fuss antik),
l. Knöchel, Teile des Felles, hinterer Teil des
Stammes. Bruch im I. Oberarm, quer durch die
Hüften, iin 1. Oberschenkel; mehrere Brüche im
Fell. I)ic Plinthe in die jetzige profilierte Basis
eingelassen, deren antiker Ursprung mir zweifel-
haft ist. Der Kopf gehört nicht sicher zu der
Figur; er hat ganz kurz geschorenes Haar, das
an dem oberen Teil des Ilinterschiidels gar nicht |
ausgearbeitet ist, und kurzen Backenflaum. Leider
ist er in einem zu traurigen Zustand der Erhal-
tung, um ein sicheres Urteil zu gestatten Arbeit :
und Erhaltung ist bei dem Körper nicht viel besser ^
als bei dem Kopfe; aber der Körper repräsentiert
unverkennbar einen strengen TypuB der Herakles- :
Figur aus dem 5. Jahrhundert mit zur Hauptsache
polykletischen Formen.
1137. Torso einer polykletischen
A t h I c t c n-S t a t u e, zu einem Zeus ergänzt. M .-T>. Iß. j
Hoch 1,97 iu. Feinkörniger weisser Marmor
Die Ergänzungen bei M.-D. richtig angegebcu.
Nach Furtwänglcr, Meisterw., p. 494, wäre der
Torso eine Replik des ebenda abgebildeten Torso
einer polykletischen Athleten-Statuo in der Galleria
dello statue des Valican tHelbig, Führer*, No. 190).
Das scheint mir jedoch nicht zweifellos. Der Körper I
ist an jener Figur stärker bewegt und deshalb j
die Mittellinie des Torso mehr geschwungen Auch
sind an jener Figur im Vatican die Muskeln auf
der r. Schulter weniger stark bewegt, was darauf I
schliessen Messe, dass der Kopf der colonna’schen
Statue mehr gedreht war. Da intles auch unser
Torso entschieden jMjlykletisch ist und die allge-
meinen Motive beider Figuren Ubereinstim meu, so
mögen diese Differenzen den verschiedenen Copisten
zuzuschreiben sein. Unser Torso ist dem vaticani-
schen an kräftiger und ausdrucksvoller Formen- i
gebung überlegen.
L>ie Ausführungen Furtwänglers über die vati-
can ische Figur sind in einem wichtigen Punkte zu
berichtigen: der Kopf gehörte ursprünglich nicht
zu dem Torso. Der Marmor des Kopfes ist fein-
körnig und weiss mit schräg (von 1. oben nach
r. unten) verlaufenden, schieferigen Streifen; der
Marmor des Körpers hat etwas grössere Kry stalle
und ist weise ohne Streifung. Die Oberfläche des
Kopfes ist ausserdem schlechter erhalten als die
des Körpers; sie hat augenscheinlich durch Wasser
gelitten. Endlich muss der Kopf auf einem stärker
bewegten Hals gesessen haben, als ihn der Torso
nach »len erhaltenen Ansätzen hatte.
Alle an die Zugehörigkeit des Kopfes ge-
knüpften Folgerungen sind deshalb hinfällig. Der
Kopf hat in der That die grösste Verwandtschaft
mit dem Bronzekopf aus Herculaneum (Furtwänglcr
a. a O Fig. 87), der mir nach wie vor eine von
Polyklct beeinflusste Richtung der attischen Kunst
zu repräsentieren scheint (vgl No. 300).
1138. Statue des Hermes mit nicht zuge-
hörigem Kopf des Trajan (ergäuzt: Nase und
Hals), der auf der Photographie weggefaasen wurde,
da er unbedeutend ist M -D. 1065. Höhe der Figur
ohne Kopf 1,80 m. G rosskörniger gelblicher Mar-
mor. Ergänzt: 1. Unterarm mit Hand, Attribut und
dem darüber liegenden Teil der Chlamys bis zum
Stamm, Glied; sonst nur Kleinigkeiten. Ein Bruch
geht durch das r. Handgelenk, ein zweiter durch
die Hüften, ein dritter durch die Oberschenkel, ein
vierter durch da« r. Knie und ein fünfter durch den
r. Knöchel. Die V ordereeite der Plinthe ist durch
eine nur oben und rechts mit einfacher Leiste
umränderte Platte markiert. Der Kopf war nach
der r. Schulter gewendet. Die Arbeit ist ziemlich
schlecht; das Schainhaar ist, der Bequemlichkeit
wegen, iu fast archaischer Weise, d. h. in einzelnen
Hachen Lockenringcln gearbeitet. Die Figur gibt
einen Hermes-Typus wieder, der uns ausserdem
in fünf Exemplaren erhalten ist, von denen vier
in unserer Publication No. 635/36 von Bulle be-
sprochen sind, während die fünfte, ein Torso, von
Furtwänglcr in der Sammlung Somz6c T. VII,
p. 9, No. 9 publiciert worden ist. Von diesen
schliessen sieh unsere Figur, der Henne» von Ata-
lanti und die Statue des Antiphanes in Berlin
(Beschreibung No. 200) dadurch, dass bei allen
dreien der Kopf nach der r. Schulter gewendet
ist oder war, näher zusammen, während die anderen,
an deren Spitze der Mercure Richelieu in Pari»
steht, wie Furtwänglcr a. a. 0. richtig ausfiihrt,
wiederum eine zusammengehörige Gruppe bilden,
die wohl auf ein etwas älteres Vorbild zurück-
gelit als die andere. Die Originale beider Gruppen
müssen im 4. Jahrhundert entstanden sein. Vgl.
Klein, Praxiteles, p. 393 Die Chlamys liegt bei
unserer Figur andere als bei dem Hermes von
Atalanti und den übrigen.
M39- Wiederholung des sogenannten
Narkissos. M -D. 222 Hoch 1,13 m. Feinkörniger
gelblicher Marmor. Ergänzungen bei M.-D. richtig
angegeben. Der Kopf nicht zugehörig; siehe nächste
Nummer. Bei Furtwänglcr, Meisterw., p. 483, Anrn.3
unter k mit Recht als Replik des sogen. Narkissos
aufgeführt. Ebenda, p. 485 ff., hat Furtwängler alle
Möglichkeiten einer mythischen Deutung auf brei-
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Korn
tester Basis erwogen; das Resultat bleibt aber
zu schwankend, als dass wir in der Figur nun
mit Sicherheit Adonis erkennen konnten. Was
das formale Motiv angeht, so hat Furtwänglcr mit
Recht auf seine Verw andtschaft mit dein des aus-
ruhenden Herakles im 5. Jahrhundert hingewiesen;
doch fehlt bei ihm die Erwähnung eines poly-
kletischcn Athlcten-Typus, der in noch engerem
Zusammenhang mit dem Narkissos steht, d. h. des
Typus, dessen I. Hand seitlich Uber dem Gcsüss
ruht (am besten erhalten in der Statuette der
Coli. Barracco, 1*1. XLV; siehe Furtwänglcr a. a. O.
p. 434 f. und Arndt, La glyptoth£que Ny-Carls-
berg, pl, 49/50). Trotzdem scheint mir der Narkissos
dem polykletischen Kreise nicht so nahe zu stehen,
wie Furtwänglcr meint, ebensowenig wie der Pan,
den er in demselben Werke auf den Seiten, die
den citierten vorhergehen, behandelt Für die Bc-
urtheilung dieses Werkes haben wir in dem schönen
Kopf im Conservatoren-Palast (Hclbig, Führer’,
No. 626) eine sichere Grundlage. Furtwänglcr, der
ihn p. 480, Amn. 1 unter e anführt, schreibt zwar,
der polykletische Stil sei hier recht rein wieder-
gegeben. Es steht hier aber, meiner Meinung nach,
wie bei dem Bronzekopf aus Herculaneum und
seinen Verwandten (siche oben No. 1137); der Ein-
fluss des polykletischen Style« ist unverkennbar,
stärker aber noch ist das attische Element, das
sieh weder in der Straetur di*» Kopfes noch in
den Einzelformcn verläugnet Der Kopf im (’ouser-
vatoren-Palast hat z. B. eine unverkennbare, starke
familiäre Verwandtschaft mit dem der Amazone,
dessen bestes Exemplar sich in d r gleichen Samm-
lungbefindet (Helbig, Führer*, No. 596 ; ß.Gräf «Ver-
such im Jahrb. d. I. 1897, p. 81 ff , diesen Ama-
zonen-Typus für polykletisch zu erklären, hat mich
nicht überzeugt).
Uebrigens ist zu beachten, dass nicht sämmt-
liehc Köpfe der „Xarkissos^Statuen genau mit ein-
ander übcrcinstimmen; am deutlichsten zu unter-
scheiden ist das vaticanischc von dem Berliner
Exemplar. Kopf und Gesicht sind bei jenem be-
deutend schmäler und länger als bei diesem, bei
dem ausserdem die Modellierung, entsprechend der
runderen Bildung des Ganzen, lebhafter ist. Das
ist vou besonderer Bedeutung, da wir diesen
letzteren Typus auch sonst finden, und zwar an
Figuren, die an der Grenze zwischen polyklctischer
und attischer Kunst stehen; so z B. an dem Hermes
mit dem Dionysosknaben im Giard Boboli (siehe
unsere No. 103 105) und an der bei Barracco
befindlichen Darstellung des »ich kränzenden Knaben
(Coli. Barr. XXXVIII und f ), derei» Kopf sich
unmöglich als Wiederholung des Wcsttn cott‘schen
Exemplare» (siehe Furtwänglcr, Meisterw., p. 452 ff.)
fassen lässt. Wir haben cs hier augenscheinlich
mit einer attischen Variation einer ursprünglich
polykletischen Figur zu thun, wie wir eine solche
ja zweifellos in dem in Athen befindlichen, in
Eleusis gefundenen Exemplar (Ephem. arch. 1890,
p. 207 ff., pin. 10/11) vor uns haben.
Es ist auch diese Beobachtung wieder ein
Zeugnis für die lebhafte, gegenseitige Beeinflussung
der polykletfocben und attischen Schule, die wir
auch aus dem Auftreten des Diadumenos und de«
Salben in beiden schließen können Vgl. auch
Michon in Mon Piot I, p. 115 ff., pl. XVII, und
die Pariser Bronze bei Babeion et Blanrhet, Catal.
des br. ant. de la bibl. nat , n° 926. Vgl ferner
die Bemerkungen zu E-V 585 und 586.
1140 und 1141. Kopf des unbärtigen
Asklepios, aufgesetzt der unter der vorigen
Nummer behandelten Statue M.-D. 222 Ergänzt:
] die Nase Für die Deutung auf Asklepios scheint mir
der turbanartige Kopfschmuck zu sprechen. Man
könnte andernfalls nur an die gewundene Sieger-
binde denken, wie sie Herakles trägt (Furtwänglcr,
Meisterw , p. 430 f.); aber erstens müssten dann
die Enden der Tänie hinten herabhängen und auf
die Schullern fallen, zweitens hat der Kopf durch-
aus keinen athletischen Charakter. Sein Aus-
sehen, da» an Apollon-Kopfe und an den soge-
nannten Kubuleus erinnert, spricht vielmehr eben-
falls fiir die Deutung auf Asklepios Stilistisch
gehört der Kopf in die Mitte des 4. Jahrhunderts.
Die Augen erinnern an die praxitclisehen; sonst
hat der Kopf nichts von der Art dieses Künstler»
Auch von dem „Eubuleus", an den er im Allge-
meinen erinnert, ist er in wesentlichen Dingen,
wie besonders dem Bau des Schädel», durchaus
verschieden. So kann nur ungefähr seine Zeit
angedeutet werden. Seine Arbeit ist ziemlich
flau: von den Haaren auf dem Schädel sind nur
die llauptziigc angegeben, wodurch sic einen
stilistisch strengeren Eindruck machen als die
übrigen Partien Zu vergleichen ist ein Kopf des
Thermen-Museums (Guida del tuiiseo nazion rom.,
p. 13, No. C) von ähnlichem Typus.
1 1 42. Statue des Dionysos. M.-D. 393.
Hoch 1,51 m Feinkörniger gelblicher Marmor.
Ergänzt: r. Arm mit Ellenbogen und Stütze, 1.
Unterarm mit Hand (die Richtung de« Unterarms
gegeben durch den Rest des Ellen bogens), Stamm
mit grosser Stütze, 1. Unterschenkel (Fu&s antik),
Teil de» r. Schienbeins aussen, r Knöchel; von
I dem Panther sind nur die beiden Hintertatzen
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Ko ui
41
mit Schwänzende und r. Vordertatze antik Das
Fragment des r Unterschenkels war abgebrochen;
ein Bruch auch in der Plinthe neben dem 1- Fuss
Beschädigungen an Kranz und Glied
Gute Coplc, von besonderem Wert wegen der
vortrefflichen Erhaltung des ungebrochenen Kopfes
(siehe nächste Nummer) Auch für die Ergänzung
der Extremitäten ist alles Notwendige gegeben
Das Original muss dem Kopf und dem Körper
zufolge im 4. Jahrhundert entstanden sein. Wegen
der einfachen Bildung der Augen könnte man
sogar geneigt sein, noch an das Ende des 5. Jahr-
hunderts zu denken; dem widerspricht aber die
reiche, lockere Bildung der Haare und vor Allein
die verhältnismässig kurze Gestalt des Leibes,
dessen Brust nicht mehr die breite, flächenhafte
Bildung jener Zeit zeigt und dessen Formen ziem-
lich voll und rundlich erscheinen: alles Züge, die
mehr dem Ideal des Lysipp als dem des Polyklet
entsprechen Es hat augenscheinlich iin 4. Jahr-
hundert Künstler gegeben, die den Hauptmeistern
in der malerischen, effectvollen Darstellung des
Auges nicht gefolgt sind. Diese Darstellung ergab
sich aus der Bevorzugung des Marmors als Statucn-
Materialea; wir bemerken aber selbst an den
Figuren, die in Marmor nach ßronzeoriginalen jener
Hauptmeister copiert sind, ein Züriicktreten jener
speciell malerischen Züge. Nach Bronze wird
denn auch unsere Statue und der Kreis von
Figuren mit analogen Eigenschaften gearbeitet sein
Unser Dionysos repräsentiert einen eigen-
artigen Typus dieses Gottes, der uns sonst noch
in zwei Fassungen erhalten ist , die stilistisch
weiter entwickelt sind und ungefähr zur selben
Zeit entstanden sein werden. Die eine ist in voll-
ständiger Figur in Madrid erhalten (Hübner, Die
ant. Bildw. in M , p 43, No. 18; Frieder -Wolters,
Bausteine, No 1485; Furtwängler, Meistorw. p 571 ;
Ktcin, Praxiteles p 407. Bruststück einer Replik
im Braccio nuovo des Vatican, No 125, zur Büste j
hergerichtet durch Aushöhlung des Kückens; die |
darauf gesetzte Replik vom Kopf des Apoll von 1
Belv. ist modern; publ. Mus. Chiar. II, t. VI), die
andere in dem schönen Bacchus Richelieu im
Louvre (Salle des cariatidcs, No. 87; Fröhncr,
Notice de la sc. ant , No 217; Replik des Torso
mit Kopf iu der (»all. delle statue des Vatican,
No. 258; Replik des Torso in der Gail, lapidnria
des Vatican, No. 67'. Bei allen ist das Haupt-
motiv der Stellung und Haltung gleich, aber
unsere Statue steht noch am geradesten und
festesten auf den Beinen; am weichsten ist der
Bacchus Richelieu. Gleich ist auch bei allen dreien
der Kopftypus, bei dem selbst das Arrangement
der Haare mit Stirnbinde und Kranz überein-
stimint, nur dass die Haare hinten bei dem B R
in breiter, compacter Masse über den Rücken
fallen, während sie an unserer Statue aufgebunden
sind (e nächste Nummer); der Madrider Dionys«»,
von welchem Aufnahmen für die nächste Serie
bereits vorliegen, stimmt in diesem D6tail mit dem
B. R überein.
Wir haben hier also einen festgeschlossenen
Kreis typisch zusammengehöriger Figuren, von
denen augenscheinlich die eine der andern als
Vorbild gedient hat. All * gehören sie wohl noch
dem 4. Jahrhundert an • Wie unsere Statue die
älteste ist, so ist sie auch künstlerisch die zahmste
und unbedeutendste Die vollkommenste IJfenng
ist in dem B R. gefunden: ich wüsste keine antike
Figur des Dionysos, in der das feurig schwärmerische
Wesen «les Gottes, seine weiche und doch mächtige
Erscheinung bedeutender zur Darstellung ge-
kommen wäre.
1143. Kopf der Dionysosstatue No 1142,
in Profil. Siehe die Ausführungen unter der
vorigen Nummer.
1144. Statue der Aphrodite Anadyo-
mcnc. M.-D. 765. Hoch 1,80 m. Feinkörniger
gelblicher Marmor. Die Ergänzungen bei M.-D.
richtig angegeben. Siche Stephani, Compte-rendu
1870/71, p. 79, No 4; liernoulli, Aphrodite, p. 286,
No- 2. Die Figur repräsentiert einen Typus, der
uns besonders häutig in kleinen Bronzen erhalten
ist, von denen jetzt eine Reihe bei S Reinach,
Repertoire de la statuaire, II 1, p. 341 ff. ge-
sammelt ist (vgl. Stephani a. a. 0. p 81 ff.
und Bcrnoulli a a. 0. p. 288 f.). An unserer
Statue ist die Nässe an den auf dem Kopf und
dem Rücken anliegenden Haaren deutlich zum
Ausdruck gebracht. Bei M.-D. wird die über-
mässige Schwere und Derbheit der Formen mit
Recht hervorgehoben. Zum Teil fällt sie wohl
dem Copiflten zur Last: zum Teil aber wird sic
auch darin ihre Erklärung finden, dass das Origi-
nal in Bronze gearbeitet war, wie mir aus dem
Motive selbst, aus der verhältnismässigen Strenge
der Gc8icbtäfonncn und aus der Thatsache her-
vorzugehen scheint, dass das Motiv so häufig iu
kleinen Bronzen wiederholt worden ist. Die Zeit
dieses Originales wird durch den Vergleich mit
der knidischen Aphrodite bestimmt, mit deren
Körperbildung es die grösste Verwandtschaft hat
Ausserdem w ird man geneigt sein, eine Abhängig-
keit der Figur von dem Gemälde des Apelles an-
zunehmen, das den gleichen Gegenstand in der
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Korn
gleichen Form darstellte. Mit den attischen Werken
des 4 Jahrhunderte hat der Kopf in «einen Formen
allerdings keine Achnlichkeit. Iler Schädel ist
oben in seiner Längsrichtung nicht gewölbt,
sondern ganz gerade, und fällt nach hinten steil
ab, ebenso wie der Schädel des Doryphoros. K»
sei daher mit allem Vorbehalt an die ‘Agnodini
xcdxfj des Sikyoniors Kleon im Ilcraton von Olympia
erinnert (Paus. V, 17, 3); vgl. Furtwftngler,
Meister*., p, 416. A pell es hatte sieh in Sikyon
ausgebildet; vgl. Benndorf, Athen. Mitt 1876,
p. 50 ff.
NB. lieber die angebliche Keplik im Museo
Torlonia (Mon.d. M. T. ripr in fotot T. XXVII, 107;,
die Bcrnoulli a. a. 0. unter No 1 anführt, siehe
Th Schreiber, Arcli. Zeitung 1879, p. 68, No. 105,
der nur den Kopf für antik hält; mir fehlen
Notizen darüber Die bei Bernoulli a. a. O. unter
No. 3 verzeichnete Statue in Syrakus ist zu
streichen; es ist die Figur, in der Hauser mit
grosser Wahrscheinlichkeit die Kallipygos ver-
mutet hat; siehe unsere No. 758.
1145. Männlicher Torso. M -D. 1030
Höhe des Antiken 1,14 m. Feinkörniger gelb-
licher Marmor Die Ergänzung bei M -D. richtig j
angegeben. Die runde, walzenförmige Bildung !
des Torso, die geringe Höhe der Brus: scheinen
dem Original dieses Fragmentes seinen Platz in
der Epoche des Lysipp anzuweisen. Dem aber
scheint andererseits die reichliche Bildung des
Schamhaares, das oben mit einem Halbkreis ab-
schlieest, zu widersprechen. Ich kenne weder zu
dieser Bildung des Scham haar ca eine Parallele,
noch eine Replik des Torso
1146. Unterlebensgrosse Statue des
Herakles M -D 109. Hoch 1,02m. Feinkörniger
gelblicher Marmor Zu den bei M -D. genannten
Ergänzungen sind noch einige Flicken im Fell
zu notieren. Schlechte Arbeit. Da« Original ge-
hörte der Schule de» Lysipp an. Die Rechte stützte
jedenfalls die Keule auf.
1147. Statue ei ner Vestalin. Hoch 2,10 m.
Marmor des Körpers gross körnig und gelblich. Der
Kopf ist von anderem Marmor und nicht zuge-
hörig; nähere Angaben über ihn unter der nächsten .
Nummer. An dem Körper ergänzt: die ganze |
Partie der Brust und der r Schulter, soweit sie
von dem Tuch bedeckt sind, die obere Partie der
I. Schulter und des Nackens, der r. Unterarm mit
Hand und Flöte und einem Teil des Oberarms,
1. Hand mit Maske, Teile der Falten, die Vorder-
teile beider Küsse, Basis. Das grosse Medaillon ist
besonders gearbeitet uud angesetzt.
Die Figur ist ohne Zweifel identisch mit der-
jenigen, die nach verschiedenen Zeugnissen im
Jahre 1591 in der Vigna de« Cardinal« Ce»i (nahe
bei S. Maria maggiore) zusammen mit einer In-
schrift gefunden wurde, die von der Errichtung
einer Statue der Vestalin Uoelia Concordia meldet:
Graevius, Thesaurus V, p 656 f aus Justi Lipsl
de Vesta et vestalibus syntagma (mit Stich nach
einer Zeichnung des Jo. Mennelarius); CIL VI
2145 u. S. 32408 (danach eine weitere Zeichnung
im Ciacconius cod. Oliver f. 233 in Pesaro); Lan-
ciani in den Notizie degli scavi 1883, p. 462, T XVIII
4, 5 und 7 (nach dem Stich bei Graevius); Jordan,
der Tempel der Vesta und da« Hau« der Vestalinnen,
p. 46, No 12, u. p. 55. Der Stich des Graevius giebt
die Figur, wie sie im Palast des Cardinal« Federieus
Cacsius stand, d. b. ohne Kopf, r. Unterarm und
i I. Hand Die Uebereinstimmnng mit unserer Figur
I ist so auffallend und erstreckt sieb bis in alle De-
| tails, so dass ein Zweifel über die Identität nicht
aufkomuicn kann Da sie in ihrer jetzigen Ergän-
zung schon in dem UolonnaVhen Inventar von
1714 figuriert, muss sie vor dieser Zeit aus dein
Besitze der Cesi in den der < olonua gelangt sein,
und zwar musste ihre Bestimmung als Vestalin
vergessen sein, als man sie durch die Attribut«*
zu einer Muse machte. Während »ich die Statue
auf diese Weise erhalten hat, scheint die Inschrift
verloren zu sein
Wenn die Figur in ihrem merkwürdigsten
Teil, dem Halstuch und Medaillon, jetzt nicht mehr
vollständig mit der Zeichnung übereinstiiiiint, so
liegt das an ihrer Ergänzung. Da» Tuch breitet
sich jetzt auch über den Teil aus, wo nach Mcr-
melarius* Annahme eine auf dem Transport vom
Fundort zum Ort der Aufstellung verloren ge-
gangene Kette (monile . . . commtnutum) gewesen
wäre, die da» Medaillon gehalten hätte Dass diese
Annahme nicht richtig war, beweisen die erhal-
tenen Reste des Tuche» auf der I. Schulter, die
auch den Ergänzer zu weiterer Ausbreitung de»
Tuches veranlasst haben, und der Vergleich mit
anderen Monumenten, auf denen ähnliche Ketten
fehlen (anders steht es mit dem Schmuck, den wir
nach den vorhandenen Löchern an einer der Vesta-
linnen aus dem Hause der Vestalinnen voraussetzen
müssen: Jordan a. a. 0. T VIII 1 ; Lanciani a. a. O.,
p. 462, Anm 3). Der Teil de» Nackens, wo Mcrme-
larius die vier vittae gezeichnet hat, ist jetzt er-
gänzt; er, wie da» ursprünglich erhabene, jetzt
auch ergänzte Stück des Tuche» auf der r. Schul er.
muss vor oder bei dem Uebergang der Statue in
deii Besitz der t'olonna zerstört worden sein. Den
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Rom
43
Kami des Tuches im Kücken und auf der I. Schulter
erkennt man auch jetzt noch deutlich. Das Me-
daillon sitzt nicht mehr in derselben Art, wie cs
die Zeichnungen angeben; cs ist nach der r. ISrust
hin gedreht, so dass jetzt nicht mehr eine der
rechteckigen Vertiefungen am höchsten sitzt, son-
dern eine der runden. Diese rechteckigen, kreuz-
förmig sich entsprechenden Vertiefungen sind in
denZeichnungen dos Mermelarius etwas vergriiesert,
so dass die Kreuzform stärker zur Geltung kommt,
als es in Wirklichkeit geschieht. Ohue Zweifel
aber ist das vorhandene Medaillon dasselbe, das
Mermelarius gezeichnet hat. Es ist entweder bei
jener Beschädigung der Statue, die wir annehmen
müssen, ausgebrochen, oder es war auch ur-
sprünglich besonders gearbeitet und aufgesetzt.*)
Mit unserer Figur erweitert sich also die l.iste
der erhaltenen Statuen von Vestalinnen.**) Das
sul'fibulum war bei ihr auf die Schultern herab-
gesunken und die vittae hatten sich im Nacken
darüber gelegt. Einzig steht sie unter den Statuen
nicht nur durch diese Eigenheit da, sondern auch
durch die Grösse des Medaillons, das das suflfi-
bulum zusammenhält. Zu ihm und zu der Lage
des Tuches***) findet sich nun, was äusserst be-
deutsam ist, die einzige deutliche Parallele auf
der Darstellung einer .gottgeweihten Jungfrau“,
der heiligen Agnes, auf einem tioldglase im christ-
lichen Museum des Vatican (Wilpert, Die gott-
geweihten Jungfrauen, p. 22, T. II, 8), das zudem
ebenso wie unsere Statue aus dem 1 Jahrhundert
n. Chr stammt. Durch diese schlagende Uebcrein-
stinunung wird der enge Zusammenhang zwischen
der Tracht der Nonnen und Vestalinnen aufs Neue
bestätigt. Bei unserer Figur fehlt die (Jürtung,
wie bei der schon oben erwähnten Statue aus
dem Haus der Vestalinnen (Jordan a a. 0. T.
VIII 1).
Die Figur verdient zwar nicht das I,ob des
Mermelarius (perfectissimi operis), ist aber noch
•} Während des Druckes ist mir die Zeichnung in
Pesaro mittels einer von Dr tirären gUtlgst besorgten
Photographie bekannt geworden. Das Medaillon ist etwas
abweichend gezeichnet: mit 15 statt 12 kleinen Vertiefungen
und einer grossen rechteckigen im inneren Kreis. Mit
letzterer soll einer der Edelsteine nugedeutet sein, deren
einstiges Vorhandensein in den Vertiefungen nun annahm.
In der lielschrin ist von der Kette nicht die Hede; des
Medaillon selbst wird Monile gensnnt: ln pectore monile
inest, nt videlur etc.
**) Vgl sutetst Dragendorff itn Rhein. Museum, N P.
M, p. 281 ff.
***} Diese allein auch auf dem Medaillon der Bellieia
Modesta, Lanciani a. a. l>. T. Will 6 und Baumeister,
Denkui, Abb. 2122.
verhältnismässig gut gearbeitet. Sie schlicsst sieb
in der Anlage der Gewandung in freier Weise an
Typen des 4. Jahrhunderts v. Chr. an.
NB. Ausser dieser Figur vermag ich noch
eine sichere Statue einer Vestalin aozuflihren, die
aus einem alten Funde stammt. Sic steht in den
: Uftizien in Florenz am Ende des dritten Ganges
an der Fensterwand lind ist bei Diitschke 1U, 219
richtig beschrieben (siehe dort unter No. 218 über
ihre wahrscheinliche Herkunft aus Kom). Auch
bei ihr ist das Motiv der Gewandung von Figuren
des 4. Jahrhunderts übernommen Da ihre Arbeit
sehr schlecht ist, habe ich sic in unseren Einzel-
Aufnahmen nicht puldiclert.
In Grösse, Marmor und Art der Arbeit stimmt
die ebendort befindliche, von Dütschke unter
No. 221 beschriebene Statue mit der eben be-
sprochenen überein, mit der sie auch die Her-
kunft gemeinsam hat Sie hat keine Anzeichen
der Tracht der Vestalinnen, sondern ist eine Copio
der grossen Herculanenscrin in Dresden (ihr jetziger
Kopf ist ergänzt). Angesichts der genannten Bc-
i rührnngspunktc mit der sicheren Vestalin ist zu
bedenken, dass sich eine Keplik derselben Figur
itn Haus der Vestalinneu gefunden hat (Jordan
a. a. 0. T. VIII 4); deshalb ist es sehr wohl
möglich, dass auch diese Figur ursprünglich den
Kopf einer jener Dienerinnen der Vesta trug und
mit der anderen Statue am nämlichen Ort ge-
funden wurde.
Endlich sei darauf hingewiesen, dass sich in
derselben Sammlung noch eine Büste einer Vestalin
aus hadrianischer Zeit befindet (Amelung, Führer
, d. d. Ant. in Fl., No. 50) Auch habe ich in Villa
Aibani einen lebensgrossen Kopf einer Vestalin
notiert (einer fremden Büste aufgesetzt; Nase er-
gänzt; Brauen und Augensterne angegeben; steht
in dem dritten .Zimmer an der Halle“ und ist
mit No. 160 bezeichnet)
1148. Kopf des Apollon, der Statue
No. 1147 aufgesetzt. Feinkörniger, gelblicher
Marmor. Ergänzt: Nase, r. Braue, Unterteil des
Halses. Die Ränder der Ohren bestossen.
Der Kopf stammt von einem Exemplar des
.Apollon mit dem Wasservogel“; er stimmt auch
in der Grösse mit der überwiegenden Mehrzaitl
der übrigen, etwas itberlcbenBgrossen Repliken
überein. Kr ist weder in dem Verzeichnis bei
; Overbeck, Kunstmythologic V, p 240, noch in
dem von Klein, Praxiteles, p 122 erwähnt. Seine
Arbeit ist flau und weichlich.
Zu den in den betreffenden Verzeichnissen
anfgczähltcn Repliken des Körpers kann ich einen
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Rom
Torso de« Museo Uhiaromonti, No 590 (Mus
Cbiir. III, t. XXIX), hinzufügen.
1149- Statue eines tanzenden Satyrs.
M.-D. .441. Hoch: 1,43 m Feinkörniger, gelb-
licher Marmor. Ergänzt: Nasenspitze, Kinn, Hals,
r. Schulter mit anliegendem Stück des Mantels
und ganzem Arm, 1 Arm, beide Reine von ober-
halb der Kniee abwärts mit dem Stück des Mantels
dahinter, Flisse und Plinthc Die Geschlechtsteile
sind tortgeineisselt und statt ihrer ein Loch ge-
bohrt, wohl zur Befestigung einer Ergänzung
best i nimmt Die Zugehörigkeit des Kopfes ist
möglich Die Figur ist sicher mit der von Winckel-
mann, Mon ined , p 261 (Werke, Donaueschinger
Ausgabe VIII, p 424) erwähnten identisch.
Da» Original dieser leicht bewegten, elegant
gebauten Gestalt mit ausgesprochenem <‘on trapost
in der Bewegung kann nicht vor dem Ende des
4 Jahrhunderts entstanden »ein
I ISO. Statue einer Muse. M -D 821. Hoch
1,53 in. Feinkörniger, gelblicher Marmor Ausser
den bei M -D angegebenen Teilen noch ergänzt :
der Rand de« Mantels unter der I. Brust um! fast
die ganze Plinthc Gute Arbeit
Die Figur gehört zu der Gruppe von Musen,
die ich : Basis des Praxiteles aus Mantinea, p. 79 ff.)
dem Philiskos von Rhodos zugeschrieben habe.
1151. Statuette der Artemis. M -D 686.
Hoch 1,31 m. Feinkörniger, gelblicher Marmor
Die Ergänzungen bei M -D richtig angegeben,
doch schien mir ausserdem auch das Vorderteil
der Plinthc modern. Der Kopf des Hundes ist an-
gesetzt. Die ganze Figur ist ii bersch iniert, so dass
eine untrügliche Constaticrung der kleineren Er-
gänzungen unmöglich ist
Der Kopf ist ein schlechtes spätes römisches
Porträt mit eingegrabenen Augensternen. Die
Figur geht auf ein nicht sehr reizvolles Original
wohl aus dem Anfang der hellenistischen Epoche
zurück.
1152. Statuette eines Hirten M.-D. 1204.
Hoch 1,23 in. Feinkörniger, gelblicher Marmor, j
Ergänzt: Kopf und Hals, r Arm von der Mitte
des Oberarmes an, Beine des Lamme», I Hand
mit Teil des Unterarmes und fast dein ganzen
Stab, untere Hälfte der Unterschenkel und des
Stamme» Fiisse, Plinthc Der von Matz geäußerte
Zweifel an der Echtheit ist unberechtigt. Späte
Arbeit Vgl die ungleich bessere Statuette eines
Hirten unter No. 1171.
1153. Weibliche Statue im Typus der
„Elektra-. M -D. 720. Hoch 1,75 m. Gross- j
körniger, gelblicher Marmor. Ergänzt: Nase, Hat» !
mit Kinnlade mul Unterlippe, Mant el bausch auf
der r. Schulter, r Arm von der Mitte de» Ober-
armes an mit Hand und Rolle, die an einer antiken
Stütze auf der Hüfte befestigt ist, 1 Arm vom
Ellenbogen an mit dem darüber fallenden Teil
des Mantels, Hand und Flöte Der Kopf ist von
demselben Marmor, wie die Statue, von gleicher
Erhaltung und Arbeit lind gehört deshalb sicher
zu der Figur.
Ich kann drei Wiederholungen der Figur an-
führen: die eine steht im Casino Borghese im
Zimmer rechts vom Eingangssaal (No. LV1; Chirac
532, 1108);*) ihre Arbeit ist besser als die de«
eolonnaseben Exemplare* Sie ist ergänzt als Muse
der Astronomie; vielleicht mit Recht, denn von
dem Attribut der R. ist der am Handgelenk und
Unterarm anliegende Teil, ein schmaler Stab, er-
halten; bei der Verlängerung diese« Stabes hätte
es allerdings der Ergänzer lassen «ollen, denn den
Zirkel finden wir sonst nirgends in der Hand einer
Muse. Die zweite Wiederholung kenne ich nur
ausClarac 594, 1449 B; Michaelis, Ancicnt marble«,
p 503. No 6**), die dritte aus S Ueitinch, Reper-
toire de la «tatnairc II 332, 9, wo sie aus Mus.
Naniauo 181 wiederholt ist; sie befindet sich jetzt
in der Ermitage No. 160 (Ouedeonow, Ermi-
tage, p 42.)M*)
Ich habe die Figur als im Typus der
„Elektra“ bezeichnet In der That stimmt sie
mit der „Elektra“ der bekannten Grupp * in Neapel
Zug für Zug überein, bis auf den absolut ver-
schieden gebildeten Oberkörper Ist dieser bei
unserer Statue ganz ül>ennä»sig schmal, so Ist er
bei der Elektra ganz unorganisch breit, so dass
da» Schulterstück fast den Eindruck macht, als
sei cs von einer anderen Figur genommen worden.
•) Grösse, wie bei dem co Ion naschen Exemplar. Fein-
körniger, welsser Marmor. Der »ehr xer*turte und geflickt»
I Kopf nicht zugehörig Krgftnxt : llals, Teil der 1. Schulter
| und des I Armes, 1. Hand mit Kugel, (Jewand, das vom
1. ruterann vorn und hinten herabhiingt, Flicken lin r.
Ellenbogen, r. Zeigefinger und Scharnier nnd vorderer
Schenkel des Zirkels, viele Klicken im (Jewand r. und
1 vom I. Bein nnd im I. Schienbein, Vorderteil dea 1. Kusse»
mit (}«.- wand, lu moderne Ea»i» eingelassen Vielfach ge
brochcn und an den Brüchen geflickt Da« Gürtelhand ist
eine geflochtene Schnur.
**} I>ie*e beiden Exemplare und da« von uns publlclerte
«Iml augenscheinlich identisch mit den bei Klein, Praxiteles,
p. 59, Anra. mit No. 4, 37, 11 und dem *u*ammenfas*en-
den Namen „Elektiatypus* bczeichneten Statuen, trotxdem
die dort gegebenen Citate fast durchweg mit den unseren
nicht iibereinstimmen
••♦) Eine vierte, «ehr schlechte Wiederholung in einer
Villa Cafaggiolo ltn Florentl Machen (Itealts der Familie
Borghese) ist mir nur aus Photographie bekannt.
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Rom.
45
In der Gestalt der Elektra herrscht eiue unge-
löste Dissonanz durch den Gegensatz zwischen
dein nach archaischer Weise unentwickelten Kopf
und breiten Schulterstück einerseits, und dem leb-
haft bewegten Unterkörper mit weit ausgebogener
Hüfte, weit zurUckgesetztem Spielbein, tiefer Giir
tung und dem ganz frei behandelten Gewände
andrerseits. Dagegen ist an unserer Figur Alles
aus einem Guss; Alles ist hellenistisch in seiner
weitesten Ausbildung, und hellenistisch ist auch
der Kopf mit seinen Stirnlocken, den nach perga-
menischer Weise tief gesonderten Haarsträhnen
an den Schläfen und dem sentimentalen Blick,
dessen Ausdruck bei der schlechten Arbeit der
Replik allerdings fast ganz verloren gegangen ist.
Mir scheint es nach diesen Indicien zweifellos,
dass uns in dieser Figur und ihren Wiederholungen
diejenige hellenistische Statue nachgebildet er-
halten ist, die dem Verfertiger jener Gruppe als
Vorbild fib seine Elektra diente. Hellenistisch war
dieses Vorbild, und nicht, wie hie und da ange-
nommen wurde archaisch. Fiir die Arbeitsweise
jener Leute, die diese und die verwan '.ten Gruppen
hergestelli haben, ist dies äusserst charakteristisch.
1154 Kopf der Statue Nr 1153. Siehe dir
Ausführungen zur vorigen Nummer Keine dei
anderen Repliken hat den zugehörigen Kopf.
1155. Stat ue einer Pro vinz (?) M -D 945
Hoch 1,80 m. Marmor des Kopffragmentes gross-
körnig und gelblich, der des Torso feinkörnig
und weiss. Ergänzt: Helm, Nase, Mund, Kinn,
Hals, r Arm fast ganz, 1. Unterarm mit Teil des
Mantels und Schild, beide Unterschenkel, grösster
Teil des Stammes, Fiisse und Plinthe. Das Kopf-
fragment gehört nicht zu dem Torso, an dessen
Echtheit Matz, wie es mir scheint, mit Unrecht
zweifelt
Die Breite des Oberkörpers erinnert an Werke
des 5. Jahrhunderts; dieser Zeit widerspricht aber
die tiefe Giirtung Die Arbeit des Gewandes ist
zu charakterlos, um bestimmte Schlüsse zu ge-
statten Die Bezeichnung der Statue als Provinz
scheint mir die meiste Wahrscheinlichkeit für sich
zu haben Vgl. No. 771.
1156/57. Kopf desZeus M.-D. 25. Höhe
des Kopfes 0,34 in. Feinkörniger, gelblicher Mar-
mor. Ergänzt: Nasenspitze, llals mit Nacken-
haaren und dem untersten Teil des Bandes, Büste.
An dem Band in den Haaren auf jeder Seite ein
tiefes Loch, dessen Bestimmung nicht klar ist (zur
Befestigung eines Kranzes?). An den Haaren und
im Bart hat der Bohrer stark lind ziemlich roll
geholfen Sonst ist die Arbeit nicht schlecht Sie
giebt ein schönes Original des 4. Jahrhunderts
aus der zweiten attischen Schule wieder, das den
König der Götter jünger und einfacher darstellt,
als die berühmte Maske von Otricoll Bei Over-
beck, Zeus, p. 87, No. 18 erwähnt Von Furt-
wänglcr, Meisterw., p. 369, Anm. 2, fälschlich als
freiere Wiederholung des Petersburger Asklepios
(nach F. Zeus) verzeichnet.
1158 - 1 1 60. Weiblicher Idealkopf
M.-D. 916 (Attis). Hoch: 0,51 m Grobkörniger,
gelblicher Marmor. Ergänzt: unterer Teil des
Halses und der Nase. Das eigenartige, schöne
Gesicht wendet sich nach der r. Schulter; der*
Blick, bezeichnet durch leichte Abflachungen des
Augapfels, folgt dieser Wendung Die ganze Fülle
wirr durcheinander geworfener Haare ergoss sieb
über Nacken und Schultern; eine Partie bildet
oben eine merkwürdige, vorn bestossene Erhöhung,
an der weder Zweck noch Richtung klar ist.
Die Haare sind an der r. Kopfseite weniger aus-
gearbeitet, als an der I; der Kopf wendete also
dem Beschauer seine I. Seite zu. Er gehörte
sicher zu einer Statue Seine Arbeit ist sehr gut,
und es scheint mir nichts der Annahme zu wider-
j sprechen, dass er ein griechisches Original sei.
Die eben beschriebene Andeutung des Blickes
ist speciell giiechisch. Die Bedeutung des Kopfes
ist mir rätselhaft; auch Uber seine Entstehungs-
zeit wüsste ich nur zu sagen, dass sie in der
hellenistischen Epoche, d h. in einem der letzten
drei vorchristlichen Jahrhunderte, zu suchen ist.
Währeud die Behandlung der Haare an die barocke
Art gemahnt, wie wir sie an den Sculpturen der
zweiten pergamenischen Schule finden, sind die
Formen des Gesic htes und speciell des Auges so
einfach, wie wir sie sonst nur an älteren Werken
kennen.
1161 Relieffigur eines sterbenden
Niohiden. Hoch: 0,47 m. Feinkörniger, gelb-
licher Marmor. Ergänzt: das r Bein. Die Naseu-
spitze war einst ergänzt. Die Figur gehört zu
jeuer Niobiden-Darstellung, die am besten durch
das bekannte Petersburger Relief vertreten ist
und auf ein Original aus dem Kreise des Phidias
zuriiekgebt (Furtwängler, Meisterwerke, p. 68 ff.
Aiuelung, Führer d. d. Antiken in Florenz, p. H6).
Unsere Figur ist bei Stark, Niobe, p. 175 und
bei Heydemann, unedierte Niobidenreliefs, säebs.
Ber. 1877, p. 73, Anm. 11, und p. 93 erwähnt;
sie hat augenscheinlich zu einer Darstellung von
derselben Art gehört, wie die, von der uns ein
Rest in dem Niobiden von Catania erhalten ist:
siehe No. 762.
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46
Rom.
1162, Relief: Heimbringung der Leiche I
eines jugendlichen Kriegers. M.-I). 3728. Hoch:
0,"7 in Breite: 1,02 in Feinkörniger, gelblicher
Marmor Über die Zusammenfligung dieses Frag-
mentes mit einem anderen in Grottaferrata*), da»
die Darstellung links ahschliesst, siche Braun im
Bull. d. J. 1838, p. 22 fl. und Antike Marmor-
werke, I. Dekade, T. IX a und 1».
Der Leichnam hat einen kurzen Vollbart.
Das dreieckige unverständliche Zeichen links neben
dem Stab des Alten auf Braun's Zeichnung scheint
mir von Falten herzustaimuen; doch ist mir nicht
klar, wozu sie gehören: auch von der Bewegung,
die der I. Anu des Alten machte, vermag ich .
mir kein klares Bild zu machen. Der Stab ist
oben durch eine Ausladung abgeschlossen. Von
den Umrissen des Baites und Mundes des Alten
ist Nichts mehr vorhanden. Die Alte kann
nicht, wie Braun annimmt, die Rechte des Toten
gehalten haben; der Ansatz jener Hand ist auf
der Hüfte des Alten deutlich erhalten: auch die
Arme der Alten hätten hier ihre .Spuren hinter-
lassen müssen Der vorspringende Rand unten |
ist rechts beschädigt; doch ist es ohne Weitere«
sicher, dass die Darstellung hier abgeschlossen
ist. Die »Spuren starker Verklammerung bezeugen,
dass das Relief an einer Wand befestigt war
Doch kann cs, was Braun als möglich liinstellt,
weder eine Metope gewesen sein — dazu ist
es zu laug — noch zu einem Fries gehört
haben, da die Darstellung in sieb abgeschlossen
ist; man müsste denn einen Fries amiebuien, der
durch Pilaster in mehrere Scenen geteilt war.
Die Arbeit ist sehr gut und leltendig. Beim
Haar dos Toten ist der Bohrer zu Hilfe genommen.
Wenn das Relief wob) auch erst in römischer
Zeit ausgeflilirt ist, so gehört es doch zu den best-
gearbeiteten antiken Reliefs überhaupt.
Braun giebt, Wiuckelmann folgend, die Deu-
tung auf die Scene, in der der Leichnam Rektors j
nach Troja geschafft wird, oder auf die, in der
er zum Scheiterhaufen getragen wird. Als Stütze I
dient ihm die In der Gruppierung allerdings ver- |
wandte Darstellung auf der ilisclien Tafel, auf 1
der der Leichnam Rektors voll drei Jünglingen
aufgehoben wird, während daneben Priamos noch
im Zelt des Achilleus weilt. Mir scheint die
Deutung nicht über jeden Zweifel erhaben. Braun
selbst giebt zu, dass das Schwert des Toten der
Darstellung des Homer widerspreche, denn Achill
habe seinen Gegner aller Waffen beraubt; aber
•) Jetzt von Ifoacioni (Kutn, VI* Comlotli) pholo
irraphkrt . No. «122.
die antiken Bildner hätten nicht pedantisch Wort
für Wort ans den poetischen Schilderungen in ihre
Kunst übertragen. Nun scheint es mir aber, dass
es sich hierbei nicht um etwas Nebensächliches,
sondern um einen der tiefsten Züge der homerischen
Dichtung handelt Der furchtbare Rachedurst
des Achill verlangt die tiefste Demütigung des
Feindes, und wenn der Held dem Flehen des
Priamos nachgiebt, so liefert er eben doch nur
dem Vater den Leib des Sohnes aus, aber er er-
spart ihm nicht die bittere Erniedrigung, ihn
seiner Waffen cntblösst heimtragen zu müssen. Zu-
dem scheint es mir vollständig sicher, dass der
linke von den beiden auf dem andern Fragment
dargestellten Knappen Helm und Schild de«
Toten trägt.
Aber in der Darstellung liegen noch mehr
Widersprüche gegen die beiden versuchten Deu-
tungen Nehmen wir die erete an — Heimbrin-
gung der Leiche — , so müsste der Moment ge-
meint sein, in dem der Zug mit dem Leichnam am
Palast de» Priamos aulangt. Wäre dann die äusser-
lich wie innerlich nebensächliche Stellung der
llekabe verständlich, der Mutter, die jetzt erst des
Sohnes ansichtig wird? Ihr müsste, wenn nicht
der bedeutendste, so doch ein weit bedeutenderer
Platz in der Composition gebühren. Es ist charak-
teristisch, dass sie auf der von Braun abgebildeten
Gemme (darnach auch Overbeck, Gal her. Bildw.,
T. XX, 10, p. 486 f.) und auf einem in Neapel
befindlichen Relief aus Knochen (Giornale degli
scavi di Pompei N. S. 111, T. I, 2d, p. 15 f.), für
deren Darstellungen unser Relief beuiltzt ist, ein-
fach als überflüssig für das Verständnis ausge-
lassen ist. Der Moment des Transportes zumScbeiter-
häufen scheint mir wieder ganz ausgeschlossen,
da der Künstler viel mehr Apparat hätte dar-
stellen müssen und darge^ellt hätte, um uns deut-
lich zu sagen, dass es sieh um eine derartige Action
handle. Der unbefangene Beschauer wird in dieser
Scene immer den Moment sehen, in dem ein Krieger,
der in der Schlacht gefallen ist, von seinen Waffen-
gefährten den trauernden Eltern ins Haus ge-
bracht wird.
Endiich würde sich der Künstler kaum ein
Mittel haben entgehen lassen, seine Absicht zu ver-
deutlichen Er würde dem Priamos Abzeichen
asiatischer Kleidung gegeben haben. I )hne Zweifel
lebte ja doch der Künstler dieser Composition in
einer Zeit, in der man die asiatische Tracht kannte
und gern auf Bildwerken verwendete Dieser
Alte trägt weder Hosen noch Ärmel, und, dass
sein Kopf unbedeckt war, bezeugen uns die Gemme
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Hora.
47
und da» Knochenrelief. Au» all' diesen Gründer
halte ich die Deutung Brauns für äusserst zweifel-
haft Wer dennoch, gestützt auf die äussere Ähn-
lichkeit mit der Gruppe der ilischen Tafel, daran
fest halten will, muss annolnnen, das - der Künstler
die Charakterisierung der spcciellen Situation ganz
ausser Acht gelassen habe.
Eine mythische Scene muss ja dargestellt sein;
man könnte sonst nur au ein ganz eigenartiges
Grabmonuraent denken, wofür uns jede Analogie
fehlt. Für die mythische Bedeutung sprechen auch
die verkleinerten und abgekürzten Nachbildungen.
Man möchte am ehesten an die Heimbringung des
todten Meleager denken, wobei allerdings die
Hurtigkeit des Helden und das hohe Alter der
Eltern Bedenken erregen.
Für die künstlerische Würdigung des Reliefs
ist die speciclle Deutung im Grunde gleichgiltig.
Der oben angegebene menschliche Inhalt ist ausser-
ordentlich klar und schön zum Ausdruck gebracht.
Da» Rührende des letzten Dienstes hilfreicher
Freundschaft, das Ergreifende des trostlosen Eltern-
schmerzes und das Jammervolle im Anblick des
unbeweglichen schweren Leichnams eines Mannes
in »einer schönsten Blüte — Alles kommt kräftig
und natürlich zur Wirkung. Es giebt kein Werk
des Altertums, au das unser Relief durch eben
diesen Gehalt und die Art seiner Darstellung so
stark erinnert, wie au die Gruppe de« Pasqnino.
Ich glaube, dass damit zugleich die Richtung für
die Zeit und den Kreis gegeben ist, in denen wir
den Künstler des Originals zu suchen haben. In
die gleiche Zeit weist uns eine, zunächst schein-
bar rein äusscrliche Beobachtung. ln merk-
würdig genauer l’cbcrcinstiimming finden sieh die
Motive der beiden tragenden Jünglinge bei zwei
Figuren einer athenischen Basis w ieder, auf der I
sechs Athleten in der Beschäftigung des A*o- I
Sm.oUcn oder ruhig stehend dargestellt sind (Ann.
d. I. 1862, p. 208 ft'., tav. M). Vergleichen wir
eingehender, so bemerken wir, dass auch die
körperliche Bildung der Figuren und die Art des
Reliefs bei beiden Werken sehr verwandt ist, mir
das« sich au der Basis die Figuren nicht über-
schneiden. Letztere wird von Michaelis mit vollem
Recht in nahe Beziehung zu den Reliefs des ,
Ly«ik rate»- Moli um ent« gesetzt (also 335 v. Chr.) •)
•J Die um meisten rechts befindliche Figur der Basis
erinnert merkwürdig lebhaft au den Hermes des bekannten
SÜulenrellef« von Kphesut Eine nähere Vergleichung Über-
zeugt uns aber, dm» der Künstler der Baal« in der Relief
bi blutig weiter vorgeschritten war. al»der des KÜuletireUef».
auf dem die Figur noch viel llkehcnhafiur auf dem Unitide
auagebreltet ist, wahrend sie dort »ebon rund au» ihm
hervoitritt.
j Unser Relief wird wegen der Anordnung der Fi-
s guren hintereinander und wegen der weiteren Aus-
bildung des umgebenden Detail« eher noch etwa»
jünger sein, d h. am Ende des 4. Jahrhundert»
entstanden sein, in derselben Zeit, in der man jetzt
auch die Schöpfung der l’astpiino-Gruppe anniiumt.
Es scheint mir nicht bedeutungslos, dass wir
hier, am Beginn der hellenistischen Periode, ein
Relief finden, da« in seinem heroischen Inhalt,
in der Vertiefung des Reliefs durch gegenseitiges
Uebersch neiden der Figuren und in der andeuten-
den Darstellung der architektonischen und vege-
tativen Umgebung einen ersten Ansatz zu dem
enthält, was wir in reichster Ausbildung an dem
pergameniseben Telephon- Friese finden. Die Art
wiederum, wie die Architektur und die Bäuinc
dargestellt sind, setzt die Anfänge, w'ie wir Bie auf
attischen Votivreliefs und an den schon genannten
Lysikrates- Denkmal finden, unmittelbar fort (siehe
Rüiu. Mitt. 1894, p. 6f> ff.). Hier scheint mir eine
continnierliche Entwicklung zu Tage zu treten.
Auf allen Gliedern dieser Reihe — und dadurch
unterscheiden sie sich von den eigentlichen Relief-
bildern — bleibt der menschliche Vorgang die
Hauptsache, und die Umgebung bildet nur Deco-
ration; auf den Reliefbildern wird die Umgebung
ebenbürtig mit dem menschlichen Vorgang be-
handelt; dieser ist nur eine» der Elemente der Kom-
position neben Gebäude und Vegetation. Diese
letztere Ausbildung des Reliefs dürfen wir mit Recht
alexandriniseh nennen; die andere Art ist die folge-
richtige Weiterbildung de» attischen heroischen
Reliefs, wie es sich in reichster Blüte am Mausso-
leum findet. Ob diese Weiterbildung sich in Athen
(»der in Klcinasien oder in beiden parallel ent-
wickelt hat, lässt sich heute nicht feststellen.
Ungefähr der gleichen Zeit und Richtung
müssen die Originale der Reliefs angehören, die zu-
letzt Bienkowski in den Jahresheften des öslerr.
Archäol. Institutes I p. 17 flf., T II, behandelt hat.
1163. Relief: Selene zu Wagen. M.-D.
3 7. ‘18. Sehr zierliche Arbeit. Das Gewand ist
missverstanden : unter der Gü. tung ist eine Längs-
tronnung des Gewandes angegeben, wie sie bei
dem ionischen Chiton, den die Göttin trägt, nie-
mals vorkam Auf dem Original wird sie den
Peplos über dem Chiton getragen haben, uud
! vielleicht machte der Bildhauer unseres Reliefs
»ein Versehen mittelst der Farbe bei der Bemalung
wieder gut
1164 and 1165. Zw* ei Reliefs: Wind-
götter M.-L> 8662. Siehe Matz in der Arch
Ztg. 1880, p. 18 ff , T. 4.
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1166. Relief: Eros und Anteros M.-D.
3586. Furtwängler in Roschers mythol Lexikon
s. v. Eros, Sp 1368 unten. Das Relief ist in einer
engen Nische unter einem Fenster eingemauert,
weshalb die Photographie so matt ausgefallen
ist. Man vgl. die Zeichnung bei Braun, Ant
Bildw., II. Dekade, T. Va.
Villa Martinen.
Die beiden Aufnahmen sind von Professor
P. von Bienkowski hergestellt.
1 167. Statue des Poseidon (?) mit Kopf
des Herakles. M.-D. 100. Hoch 1,93 m. Gross-
krystallinischer weisser Marmor. Seit M.-D. die
Statue beschrieben haben, ist der ergänzte 1. Arm
mit Löwenfell und Keule abgenoinmen und durch
einen andern ohne Fell ersetzt worden. Ausserdem
ergänzt: Nase. Hals, r. Arm, Oberteil des Stammes,
I. Unterschenkel und die Basis, in die die Statue
eingelassen ist. Es fehlen: Teil der Nase, Ober-
lippe, 1. Hand, Glied, Stück des r. Oberschenkels
hinten. Verschiedene, zum Teil verschmierte Brüche.
Der Kopf ist von dem gleichen Marmor wie
die Statue, kann aber nicht ursprünglich zu ihr
gehörnt. Kr stellt den Herakles mit Pappclk ranz
in dem auf Skopas zurückgeführten Typus dar,
während der Körper in seinem Schema am meisten
an den Omphalos-Apollon erinnert, wenn er auch
lebhafter als dieser modelliert ist. Das vom Co-
pisten beigefügte Meerungeheuer l>ezeugt, dass
eine Meergottheit dargestellt war. Für Poseidon
ist der Körper allerdings sehr jugendlich. Die
Arbeit ist gering.
1168. Statue eines Satyrs. M.-D. 417.
Hoch 1,97 id. Feinkörniger gelblicher Marmor.
Die Ergänzungen bei M.-D richtig angegeben;
aber modern auch die Basis, in die die Figur
eingelassen ist Die von Clarac als ergänzt an-
geführte r. grosse Zehe fehlt jetzt. Mit dein
Pimtcllo „auf dem r. Teil der Brust“ hat Matz
wohl den gemeint, der auf der Höhe der I. Schulter
sichtbar ist und dazu bestimmt war, «las stab-
artige Attribut derL zu unterstützen. Ein anderer
Puntello ist auf der Photographie nicht sichtbar
Die Statue ist jetzt ganz mit Epheu überwachsen
und eiue genauere Untersuchung dadurch unmög-
lich geworden. Die Zweifel an der Echtheit sind
unbegründet Duhn macht mit Recht die Bemer-
kung, die Statue reproditeiere den sogen. Dory-
phorostypus. In der That ist sie aus diesem nur
durch Zufügung des Fells entstanden. Sie ent-
spricht in diesem Zustand einem verbreiteten Dio-
nysostypus, dessen berühmtester Vertreter der
Dionysos aus der Villa des Hadrian im Thermcn-
I Museum ist (vgl. Milani, Mon. dei Lincei 1896,
p. 77 ff. und Amelung, Führer durch die Antiken
in Florenz, No 1). Trotzdem, und trotzdem das
Satyrschwänzchen fehlt, hat unsere Figur augen-
scheinlich einen Satyr darstellen sollen, wie sich
aus der am Stamm hängenden Syrinx und dem
Schultern des Attributes ergiebt: so trägt der Satyr
sein Pedum, aber nicht der Gott den Thyrsos.
Man kann zweifeln, ob diese Variierung des Dory-
phuros noch zu Lebzeiten des Polyklet vorge-
f nommen worden ist, oder erst in römischer Zeit.
Da die Figur im Typus mit dem Dionysos
des Thcrmcu-Musciiiiis Ubereinstimmt und durch-
aus polykletiscli ist, so ist ein Vergleich mit eben
dieser Statue, in der man ja auch polyklctischen
Stil vermutete, äusserst lehrreich Man wird sich
gerade dadurch des grossen Abstandes bewusst,
der jenen Dionysos von dem Kreis wirklich poly-
kletischer Gestalten trennt.
J Palazzo Lazzcroni, Via de’ Lucchesi No. 26.
Bei M.-D. ist dieser Palast nach dem Strassen-
natnen aufgeführt: T« pographisches Register,
p 341, r. u.; doch sind nur drei Sciilpturen als
dort befindlich beschrieben. No. 1220 (Toga-
statue 1 ist eine ganz elende Wiederholung der
kleinen lierculanenserin, neben deren 1. Bein von
moderner Hand aus den Falten des Chiton ein
Scriniinu ausgearbeitet ist, und der man einen
schlechten antiken Kahlkopf im Typus der sogen.
Scipioköpfe aufgesetzt hat. No. 1429 ist eiue
schlechte römische Grabstatue im Typus der Pudi-
citia. Beide stehen wie unsere No. 1169 und 1173
in der Einfahrt. Der .Sarkophag M.-D. No. 2592
steht in dem Hof links von der Einfahrt und dient
als Bnmncntrog In dem hinteren Hof steht unsere
No. 1170. Die ebendort stellende Replik der kleinen
Herculanenserin ist modern. Hier befindet »ich
auch die neueste Erwerbung des Barone Lazze-
roui, ein sehr gut gearbeiteter, aber leider »ehr
zerstörter Sarkophag mit der Darstellung des
Mythos von Eudymion und Selene. Es ist der-
selbe Sarkophag, der bei M -D. 2726 beschrieben
und bei Robert, Antike Sarkophagrel. 111, p 76,
No 60, als verschollen verzeichnet ist Er war
| zunächst aus Vicolo della Fontana secca 16 in
einen kleinen Hof de» benachbarten Palazzo Sacri-
j pante gelangt, von dort in diesem Jahr in den
j Palazzo Lazzcroni, wo ihm sein Aufstellungsort
| noch nicht eudglltig angewiesen ist. Der Hypnos hat
1 in der That grosse Schult ei Hügel. An der r
I Schmalseite ist eiu sitzender Greif in Flachrelief,
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Rom.
an der 1. nichts dargestellt. Die Composition
stimmt mit keiner der sonstigen im Sarkophag-Cor-
plus abgebildeten genau überein. Im Treppenbaus
ist ausser unseren No. 1171 u. 1172 ein Sarkophag
mit bakchischen Darstellungen hervorzuheben (nach
der inschritt für Maconiana Sevetina, Tochter des
M. Semproniu» Proculus Faustinianus und der
Praecilia Severina 0. F. bestimmt; Photographie
bei Professor Robert). Sonst sind in den Höfen,
in der Einfahrt und dem Treppenhaus noch allerlei,
meist fragmentierte, unbedeutende antike Sculp-
turen verstreut.
1169. Statue der bekleideten Aphro-
dite. Höhe des Ganzen 2,26 m. Höhe de» An-
tiken 1,60 m. Feinkörniger gelblicher Marmor.
Ergänzt : Kopf, Hat», Brust, beide Arme, Flicken
in der Gewandung, ein grosses Stück des Maireis
hinter und neben dein 1 Bein, beide l'Usse, soweit
sie aus dem Gewände vortreten, Plinthe. Der von
dem I. Oberarm vorn herabliängende Zipfel des
Hitnation ist znm grössten Teil antik, aber kaum
zugehörig, da er von sehr viel schlechterer Arbeit
Ist, als das Uebrigc.
Die Figur ist die weitaus beste Wiederholung
der Aphrodite-Gestalt, die Furtwängler in den
Meisterwerken, p. 654 f., besprochen und für ein
Werk des Agorakritos erklärt hat. Bisher waren
von ihr nur zwei Repliken bekannt (Valentini
und Odesc&lcht; siehe Furt w Angler a. a O., Anm. 1);
das Fragment einer vierten, von miissiger Arbeit,— ,
teilweise erhaltener Unterkörper - steht im Giar-
dino pubblico von Frascati.
Jedenfalls stammt das Original von einem
Künstler aus dem Schülerkreis des Phidias. Alle !
seine einzelnen Motive finden ihre Analogien an
Werken jener Periode. Auf die Parthenon-Sculp-
turen, die Hera von Ephesoi, die Hera Barbe-
rini und ein Fragment von der Nemesis-Basis des
Agorakritos hat Furtwängler a. a. 0. hingewiesen.
Wegen der Lage des Himatiou im Allgemeinen und
des eigenartigen Motives des auf dem I. Ober-
schenkel unter den horizontal verlaufenden Falt u
herabfallenden, in der Mitte durch eine senkrechte
Falte geteilten Bausches vergleiche man eine Figur
vom Friese des Erechthcion (Schöne, Griech. Rel.,
T. I— IV, 1; Brunn-Bruckmann, Dcnkm., T. 33 r).
Die kleinen, kraus gebildeten Bausche, die an der
r. Hüfte über den horizontalen Falten sichtbar
werden, finden »ich ebenso an einer gewissen Reihe
von Grabreliefs, deren Köpfe sich ebenso, wie der
Kopf der im Palazzo Valentini befindlichen Replik,
durch weiche Fülle, pastose Behandlung der Fleisch-
partien und zarte Ausführung der vollen, in hohen
49
Wellen arrangierten Haare auszeichnen (Conze,
Griech. Grabrel., T. 39, 40, 86, 115 und besonders
22*2). Richtig ist auch, dass die colossale Athena-
Statue des Capitol in die gleiche Gruppe gehört, da
ihr Kopf stilistisch mit den genannten verwandt ist
(Furtwängler, Meist er w, p 119, Anm. 4; derselbe,
Masterpieces, Fig. 37); dagegen scheint er mir mit
dem der Aphrodite nicht genau genug übereinzustim-
men, um die Rückführung auf den gleichen Meister
zu rechtfertigen*). Mit der Basis der Nemesis ver-
bindet die Athena andererseits eine sehr merk-
würdige Kigeuheit Die ganze Gewandung der
Athena ist ruhig, nur am I. Unterschenkel sind
die Falten wie von einem Btarken Winde zurück-
gewellt Die gleiche Erscheinung findet sich au
einer Figur der Basis, an der von Pallat Nemesis
genannten Gestalt (siche Jalirb. d I. 1894, p. 9), an
der ilie Falten des Mantels allein bewegt sind,
während die ganze übrige Figur ruhig gehalten
ist. Eben diese Eigenheit findet sich an einer
Apollonstatue des Conservatoren- Palastes (Bullet-
tino comiinalc 1887, T. XX), dem älteren Vorbild
der sogen harberinisclien Muse, deren Epoche von
Flasch im Text zu unseren No. 836/37 richtig be-
stimmt ist Sie gehört nicht mehr in den engeren
Kreis diese.’ Figuren Aus diesem ist auch die
Demeter in der Rotunde des Vatican (Furtwängler
a a. 0. Anm. 2) auszuscheiden; ihr Kopf hat
keinerlei Verwandtschaft mit denen der anderen
Figureu und stimmt in der That nicht mit dem
Fragment vom Kopf der Nemesis von Rhamnus
überein
Das» Agorakritos im Mittelpunkt de» oben ge-
schilderten Kreise» stand, ist möglich, doch können
wir es meiner Meinung nach nicht beweisen.
Die bei Furtwängler a a. 0. Fig 126 ab-
gebildete Terracotte aus Myrina stimmt in der
Haltung und im Wurf des Mantels zu genau mit
unserer Statue überein, als dass man an einem
engeren Zusammenhang zweifeln könnte
1170. Weibliche Gewandstatue. Hoch
1,80 in. Grosskörniger gelblicher Marmor. Nase
fehlt. Der Gegenstand in der Linken ist wohl ein
Rüchschen für Weihrauch.
Roh ausgcfülirte Replik einer iu Florenz be-
findlichen Figur: Amelung, Führer durch die
Antiken in Florenz, No. 1 12. Nach der Frisur des
•) Zu dieser Gruppe gehören ferner die von Arndt
unter No. ttO — A3 publlcierlon, in Athen befindlichen Köpfe,
dann der Kopf, der dein Apollon Kitbnrödos der Gail. d.
Statur (llelbig, Führer*, No. 1V3) aufgesetzt ist und ein Kopf
des capilol isehen Museums fNuova desrriiione, p 338, No. 6;.
4
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Koin
50
Kopfe» und der Andeutung der Augensterne ist
dies Exemplar in der zweiten Hälfte de# 2. Jahr-
hunderts n. Chr. entstanden
1 171. Statuette eines Hirten. Hoch 1,30m.
Feinkörniger gelblicher Marmor. Ergänzt : Kopf,
Hals mit Teil des Bandes auf der Brust, Köpfe
beider Tiere, r. Vorder- und I. Hinterbein des von
der Rechten gehaltenen, beide Beine des Hirten
sanitnt Stamm und Plinthe. Bruch im r. Oberarm
und Ellenbogen, auch sonst kleinere Brüche. An
dem Gewand neben den Fingern der r Hand
Spuren roter Farbe.
Ein alter Hirt, bekleidet mit der Exouiis, trägt
zwei Zicklein; das grössere hält er mit der ge-
senkten Rechten; das kleinere trägt er in einer
Felltasche an seiner 1. Seite; die Hand, die die
Tasche umfasst, hält das l’edutn, dessen Enden
abgebrochen sind.
Die Arbeit ist derb, aber lebendig. Das Alter
ist sehr naturalistisch wiedergegeben. Eine Wieder-
holung befindet sich in St. Petersburg in der Er-
mitage: Clarac 742, 175*3; Gu&Monow, Kim., p. 41
Ko. 158; nach der Beschreibung in dem Katalog,
trüge der Hirt in seiner Tasche hier zwei Hähne
Fragmente einer weiteren genauen Wiederholung
habe ich im Garten des Magazziuo archeologico
liegen sehen.
1172. Büste des Helios Hoch 0,64 m Grob-
körniger gelblicher Marmor. Der Fuas der Büste
ist bis auf das obere Profil abgebrochen; ebenso
die Schnauzen und Vorderbeine der vier kleinen
Pferde bis auf die Ansätze der Hufe. In der Sen-
kung für den den Hinterkopf umschlicssenden Reif
sieben grosse, mit Metall gefüllte Löcher- sieben
kleinere davor in den lacken.
Die mit der Chlamys bedeckte Büste ruht auf
vier kleinen, nach vorn sprengenden Pferden, in
deren Mitte oben die DeiehHel eines Wagens sicht-
bar wird. Die Büste stellt Helios dar; das Vier-
gespann sind die Pferde seines Wagens, die hier
in höchst naiver Weise in verkleinertem Maa#<stab
unter die Büste gesetzt sind Der Kopf giebt den
aus dein Porträt Alexanders abge'citetcn Helios-
typus in ziemlich matter, jedenfalls später Aus-
führung wieder 'vgl Hel big, Mouuin- ant dei Lincei
18%, p. 73 ff., T. I— 111). Man vergleiche die
ebenfalls späte Helios hibte des gleichen Typus in
unserer vorigen Serie No. 81 1, wo die Bezeichnung
„Herrscher als Sonnengott“ wohl eher mit der ein-
facheren „Helios“ zu vertauschen ist. *
1173. Po r t r ä t b ü s t e eines römischen
Knaben. Hoch 0,33 tu. Feinkörniger hellgrauer
I Marmor. Ergänzt: Kinnspitze Die Nasenspitze
abgestosseii; der Bttoteofuss fehlt. Der Kopf war
gebrochen.
Die Büste stellt dieselbe Persönlichkeit dar,
i wie die in der Collection Barracco pl. LXXUI
puhlicierte (dort Wendung nach der r Schulter),
was darauf schliessen lässt, dass der hier porträ-
tierte Knabe ein Mitglied der kaiserlichen oder
j einer sehr vornehmen Familie war.
Banca nazionale.
1174. Statue des Antinous. HochS, 28m.
I Feinkörniger gelblicher Marmor. Siehe die erste
ausführliche Puhlication dieser Statue durch C. L.
Visconti im Bullettino comunale 1886, p 209 ff.,
T. VII, und den Bericht über ihre Auffindung von
Lanciani ebenda, p 189 f. Der grosse Puntello
auf der 1. Schalter muss der Rest einersehr plumpen
i Stütze für die Spitze des Thyrsos sein.
1175. a) S tat nette der Hygieia Hoch
0,83 ni. Grosskrystallinischer weisser Marmor.
I Kopt mit Hals, I. Hand, Vorderteil und Schwanz-
| ende der Schlange (bis auf den Ansatz an der
I r. Hüfte) fehlen Die r Hand und einzelne Falten
I beschädigt.
Die Statuette ist eine ziemlich grob gearbeitete
Wiederholung einer in mehreren Repliken erlial-
j tenen Figur. Alle Repliken haben die gleiche
Grösse. Zwei befinden sieh im Museo Chiarainonti,
No 83 durch einen Rest der Schlange ab Hygieia
gesichert; schlechte Arbeit) und 86 (Clarac 556,
1182; ab Hygieia ergänzt; gute Arbeit), eine im
: Louvre Salle de» t'aryatide», No 131: Clarac 311,
! 722; gute Arbeit; ohne Attribute), eine in Brescia
(Clarac 5G0A, 1174 A; Dütschke IV 334; ohne
! Attribute , eine in Neapel (Clarac 538 C, 994 B; ab
Muse ergänzt); eine fünfte gehörte zur Collection
Giustiniani (Clarac 558 A, 1182B; ab Hygieia er-
gänzt). Mit unserer Figur sind es abo sieben
Wiederholungen An einer Bronze in Wien (vgl.
Sacken, Antike Bronzen des k k. Münz- und
Antiken-Cabinet«, T XV 2; S. Reinach, Reper-
toire de la statuaire II, p 248, 3) ist die Figur
durch die Attribute zu einer lsb-Tvche gemacht
Da die Figur zweimal ab Hygieia gesichert
ist — die verschiedene Lage der Schlange findet
ihre Parallele iu analogen Fällen bei Wieder-
holungen der Hygieia Hope; vgl. No. 782 — , so
w erden wir annehmen dürfen, dass auch das Ori-
ginal diese Göttin darstollte Die zierliche An-
ordnung und Stilisierung der Gew andung, die am
besten au dem Exemplar No. 86 des Museo Chiara-
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Koni
51
monti wiedergegeben ist und die »ehr verwandt ist
mit der Gewandung der Pudicitia und der Musen
des Philiskos (siehe Auielung, Basis von Mantinea,
p. 79 ff. und 82, Aura 8), weist die Erfindung der
Figur in die späte hellenistische Epoche.
b) Torso einerWiederholung des sogen.
Narkissos. Hoch 0,73 in. Grosskrystallinischer
weisser Marmor. Es fehlen Kopf und Hals, I Unter-
arm, Glied, beide Unterschenkel, Stamm- Mittel-
gute Arbeit Siehe No. 1139.
Privatbesitz: Mangani, Via Nomentana.
11 76. Torso einer Karyatide Hoch
1,40 in. Fein k billiger weisser Marmor Ergänzt:
Stück des Mantels auf der 1. Schulter und Teil
des 1. Oberarme# Es fehlen Kopf und Hals, die
eingesetzt waren, beide Hände, beide Füsse mit
Teil der Unterschenkel Vielfache Beschädigungen.
Abgebrochen die ganze r. Brust nebst Schulter und
Teil des Rückens und der r. Arm in der Mitte
des Oberarms (er liegt am Boden neben der Statue
und wurde bei der Herstellung der Photographie
an seinen ursprünglichen Platz gehalten). Der
Torso stammt von einem dccorativ und nicht un-
lebendig ansgeführten Exemplar jenes Typus einer
Karyatide, den Bulle in den Röra. Mitt. 1894,
p. 134 ff., ausführlich behandelt hat. Vgl meinen
Text zu No. 297.
1177. Jugendlicher männlicher Torso
Hoch 1,00 m. Feinkörniger weisser Marmor
Es fehlen Kopf und Hals, beide Anne bis auf
die Ansätze, I. Bein bis auf einen Teil des Ober-
schenkels, r. Unterschenkel mit Knie, Vorderteil
des Gliedes. Grosse Stütze an der I. Hüfte
aussen. R. Standbein. Der Kopf war nach der
r. , etwas gehobenen Schulter gedreht Beide
Arme gingen abwärts Der Torso stammt von
der gut gearbeiteten Copie eines Werke# aus der
zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts. Ohne die
Verwandtschaft mit den Werken Polyklets zu ver-
leugnen, unterscheidet sich die Figur von ihnen
in der grösseren Schlankheit des Baues und da-
durch, dass der I.eib nicht so schwer auf den
Hüften lastet; man vergleiche die Hüfte des Stand-
beines mit der gleichen Partie an einer poly-
kletischen Figur. Auch zu attischen Werken seiner
Zeit bietet der Torso keine schlagenden Analogien.
Stilistisch am nächsten scheint er mir den derben
Gestalten des vulneratns defieiens in Neapel und
des sogen. Alkibiades im Vaticau zu stehen, die
Furtwängler, Meisterw., p. 277 ff., dem Kresilas
zuschreibt
Kunsthandel:
Simonetti, Palazzo Odescalchi, Via Vit-
toria Colonna.
1178. Weiblicher Torso. Hoch 0,99 m
Feinkörniger gelblicher (parteiischer) Marmor.
Stammt aus der Collection Giustiniani- Recanati
in Venedig Damit ergiebt sich die Möglich-
keit, dass der Torso ein griechisches Original
sei, wofür auch die Art der Arbeit spricht. Es
fehlen Kopf und Hals, r. Schulter, beide Anne,
Teile der Gewandung, Teil des r Schienbeins
und des r. Kusses, dio Ränder der Basis- An der
1. Hüfte der flache Rest eines Attributes, dessen
ursprüngliche Gestalt sich nicht mehr erkennen
lässt- Der r. Arm war augenscheinlich erhoben.
War cs eine Athena ohne Aegis, die mit der Linken
den am Boden stehenden Schild hielt, mit der Rech-
ten den Speer aufstützte? L. Standbein; der Fass
des Spielbeines zur Seite gesetzt. Dio Figur trägt
den ionischen Chiton und darüber einen kürzeren
| Peplos mit kurzem Apoptyguia, oder eine Chlaina,
die in die Gürtung mit cinbezogen ist {.siehe meinen
Artikel „A jUmVq" bei Panly-Wissowa, Real-Ency-
clopädie). Im Stil entspricht die Figur der Athena
Parthenos und den Metopen des Parthenon
1179. Statue der Nike (?). Höhe (des
Ganzen) 1,70 in. Feinkörniger weisser Marmor.
Stammt aus dem Besitz der Borghese. Ergänzt:
der ganze Oberkörper von etwas oberhalb des
j Gürtels an, Teile der zur Seite wehenden Falten,
' Stück am r. Schienbein, grosse Zehe des r. Kusses,
t grosse und kleine Zehe des 1. Kusses. Die Figur,
bekleidet mit dem einfach gegürteten, an ihrer
I. Seite offenen Peploe, schwebt mit Vorgesetztem
1. Beine vorwärts. Am Wahrscheinlichsten war
Nike dargestellt, vielleicht auch Artemis (siehe das
Bronzemedaillon des Antoninus Pius: Roscher,
Myth. Lex. I, Sp 606). Der nach der Seite ge-
wehte Teil des Apoptygma erinnert noch an den
gleichen Teil an der Nike des Paiouios, doch ist
er hier faltenreicher und lebhafter, wie die ganze
Behandlung des Gewandes einen grossen Fort-
schritt jenem älteren Werke gegenüber bekundet.
Immerhin wird das Original kaum später als aui
Ende des 5. Jahrhundert# entstanden sein.
1180 und 1181. Statuette des Apollon
Kitharödos. Hoch 1,00m. Feinkörniger weisser
Marmor. Herkunft wie bei No. 1178. Es fehlen
: Kopf und Hals (waren eingesetzt; Eisendübel er-
halten), beide Unterarme (waren angesetzt; an
beiden Stumpfen ein Stück aus Gips ergänzt),
Teile der Falten, besonders an den Rändern des
4*
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Rom
52
Mantels, und Kleinigkeiten Dass auch eine Kithara
fohlt, die der 1. Arm gehalten hat, können wir
aus analogen Gestalten achlicssen Die Stellen
des Körpers, wo Teile des Instrumentes angestosaen
halten müssen, sind nelutt den angrenzenden Teilen
modern stark überarbeitet (auf dem Glatt No. 1 1 HO
an der helleren Färbung deutlich sichtbar).
Der Gott — die Brust ist stark entwickelt,
alter entschieden männlich — trägt über dem
Aermelchiton den einfach gegürteten, an der r
Körperseite offenen Peplos mit langem Apoptygma
(siche meinen Artikel Xngiimtot pnir und Airi ur
bei Pailly-Wissowa, Keal-Encyclopädie, wo unsere
Statuette Sp. 2317 erwähnt ist) und einen auf den
Schultern am Peplos befestigten Mantel. Kr ist im
lebhaften Vorwärtsschreiten auf leicht geneigtem
Hoden begriffen; die hinke hielt die Kithara, die
liechte näherte Bich mit dem Plektron den Saiten
Dieausscrordeiitlich reiche, schwungvolle Erfindung
gehört dem 4 Jahrhundert an. Man wird zunächst
an Werke wie die Heliefs der Nike-Ilaltistrade er-
innert und an all die Figuren, die das Gefolge der
Nike des Paionios bilden und zu denen auch zwei
in der Bewegung mit unserem vollkommen über-
einstimmende Apollines gehören (siehe Pauly-
Wissowa a. a. 0 ); aber der Künstler unserer Sta-
tuette verzichtet auf den für jene so charakte-
ristischen Effect der tralucida vestis; die Bildung
der Kalten, besonders derer des Apoptygma vor
dem Unterleib, ist so lebhaft und stofflich, wie
wir sie sonst an praxitelischen Werken zu sehen
gewohnt sind.
Die Arbeit ist gut, aber nicht original Der
Marmor ist italisch. Am r Kuss sind t'hiton und
Peplos nicht geschieden.
1182. Weibliche Gewandstatue. Hoch
1,42 m. Feinkörniger weisser Marmor. Es fehlen
Kopf und Hals (waren eingesetzt, r. Arm und I
Hand (waren eingesetzt) und die Vorderteile beider
Fiisse. Das Ganze hat sehr durch Wasser gelitten.
Erwähnt bei Klein, Praxiteles, p. 3GI, Anin. 2.
Die Figur ist naeh demselben Original wie
der Körper der ältesten Tochter des Galbus in
Neapel gearbeitet. Siehe darüber Amelnng, Basis
von Mantinca, p. 52. Die dortigen Ausführungen
werden durch diese Figur bestätigt. Sie giebt
das gleiche Motiv in dem üblichen Stil, ohne die
eleganten Besonderheiten, die die Statue in Neapel
auszeichnen
1183 und 1184. Statuette einer Ama-
zone (V;. Hoch 0,96 m Grosskörniger weisser
Marmor. Ergänzt: Nasenspitze, r. Arm ganz, I.
Anu bis auf den grössten Teil des Oberarmes,
Stück des Köchers an der I. Hüfte, beide Unter-
schenkel Vier 1. mit, der r. ohne das Knie), Stamm
und Plinthe. Die ganze I Hälfte des Oberkörpers
ist sehr stark modern überarbeitet. Der Kopf
I war gebrochen; die Enden des Bandes, die auf
1 den Schultern aufliegun müssten, sind hier ab-
gearbeitet (siehe unten). Es fehlt der hintere Teil
des Köchers. Die Figur stammt ans älterem Besitz
in Grottaferrata. Sie ist eine Wiederholung der
sogen. Atalante im Louvre, Salle de la Pallas de
V eilet ri No. 522; Photographie Giraudon 1420
(ergänzt: Teil des Haarknotens, des I. Auges und
der 1 Braue, untere Hälfte der Nase mit Mund,
Kinn und Teil der Wangen, r. Ohr, Unterteil de»
Halses und Teil der r Schulter, beide Arme,
Dolchscheide an der I. Hüfte, Flicken itn Gewand,
I. Bein, r Unterschenkel, Stamm und Plinthe. Der
Kopf zugehörig; auf der r. Schulter sind die Enden
des um den Kopf gelegten Bandes erhalten)
Durch unser Exemplar ist der Köcher ge-
sichert; die Linke wird demnach den Bogen gehalten
liabgn. Die Haltung beider Figuren beruht auf
Ergänzung und ist beidemal vollkommen verfehlt.
Die .Atalante“ ist viel zu weit nach vorn über
gelegt — ein derartiges Laufen ist ein Motiv, das
für die Antike ganz undenkbar ist — , die andere
ist zu weit hinten Uber gelehnt.
Die beiden Repliken sind in Bezug auf die
Stilisierung des Gewandes und auch der Haare
merkwürdig verschieden. Gegenüber der weichen
Einfachheit des Pariser Exemplares ist das rö-
mische im krausesten hellenistischen Geschmack
gearbeitet, ohne Feinheit, aber decorativer und
effectvoller, leb wage nicht zu entscheiden, was
I von beiden das Ursprünglichere sei.
Das Gewand, das die Jägerin trägt, entspricht
dem der polyklctischcn Amazone; der Teil vor
dem I. Oberschenkel ist mittels des Gürtels auf-
genommen, wie bei derMatteisehen Amazone Un-
klar ist mir der vorne tief herabhängende Bausch;
doch findet er sich an beiden Exemplaren. Wegen
J dieser Analogieen zu sicheren Ainazoncnstatuen,
| und weil die Kntblüssung der beiden Brüste für
Artemis unerhört wäre, ist es mir wahrschein-
lich, dass auch diese Statuette eine Amazone
darstcllto. Feber die Situation, in der sie sich
' befand, lässt sich nichts Bestimmtes sagen; der
Ausdruck des Kopfes au dem römischen Exemplar
ist freudig erregt.
1185. Weibliche Gewandstatue. Hoch
1,48 m. Feinkörniger gelblicher Marmor. Ergänzt:
Nase, ilais, r. Arm, I. Unterarm, r. Fuss. Der un-
bedeutende Kopf nicht zugehörig.
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Rum
53
Die Figur stellt ein ganz junges Mädchen dar.
Der eigentümlich kraus geleitete Chiton ist hoch
gegürtet und wird ron Schulterbändern gehalten
Das Himation liegt auf der I Schulter, ist um die
r. Hüfte nach vorn genommen und mit einem
Zipfel über den I. Unterarm geworfen; ein Motiv,
das sich häufig bei Hygieia auf Votivreliefs findet.
Fragmente einer genauen Wiederholung habe
ich im Garten des Magazzino archeologico liegen
sehen Die Arbeit des Exemplare« ist gut; das
Original wird in der zweiten Hälfte des 4 Jahr-
hunderts entstanden sein.
1186. Weiblicher Torso, Hoch 1,62 m.
Feinkörniger gelblicher Marmor. Es fehlen Kopf
und Hals (waren eingesetzt), r Arm mit Schulter
und Teil der Brust, I. Hand (war angesetzt), r.
Knie, beide Fftsse, viele Teile der Falten, Ränder
der Basis. Stammt ans Frosinone.
Der Tonio giebt in verhältnismässig recht
guter Arbeit eine in mehreren t'opieen erhaltene
Figur wieder. Ich kann zehn weitere anführen;
eine Zahl, die für die grosse Beliebtheit des Mo-
tive* in römischer Zeit spricht :
1. Museo Cbiaramonti II, t XXXVII = Clarac
656, 1184 — Reinach, Repertoire II, p 654, 7
2. Museo Pio-Cleiuentino III, pl. 10 —Clarac
960, 2464.
3. Museo Pio-Clemcntino 111, t A 10= Clarac
760, 1858
4. I monumenti del Museo Torlonia ripr. in
fotot T UH, No. 208 = Clarac 452, 828
6. Louvre, Salle des saisous, No. 1037 = Clarac
327, 2416.
6. Clarac 438 D, 774 D (autrefois aux Tni-
leries).
7. Clarac 930, 2366 (Collection Egrcmont).
8. Clarac 410F, 791 A, Madrid =» Hübner,
Antike Bildw. in M., No. 11 (Füllhorn zum Teil
antik).
9 Olympia, Bildwerke, T. 63, 1 — Reinach,
Repertoire II, p. 676, 2 (sehr freie Replik).
10. Bronze in Wien, von Sacken XVI 2 =
Reinach a. a 0. II, p. 248, 6 (mit antikem Füll-
horn).
Das Original kann nicht vor dem Beginn der
hellenistischen Zeit entstanden sein. Das Motiv
des Mantels ist wieder (siehe No. 1185) das bei
Hygieia häufige; die eine Replik (2) ist denn
anch als diese Göttin ergänzt worden Die That-
saehe, dass hei einigen Exemplaren das Füllhorn
sicher vorhanden war, bei der Mehrzahl nicht,
spricht dafür, dass die Figur wohl ursprünglich
keine Güttin darsteiite, und dass man sie erst in
römischer Zeit aus Devotions-Bedürfnis für die
Person, deren Kopf man ihr aufsetzte, mit jenem
Symbol der Abundantia ausstattete
1187. Jünglings köpf Hoch 0,30 m. Fein-
körniger weisser Marmor. Ergänzt: Hals, Unter-
teil der Nase, Unterlippe. Die Oberlippe und einige
sonstige vortretende Teile heatossen, im Ganzen
aber vortrefflich erhalten. Der Kopf stammt von
einer Doppclherme; von dem andern Kopf hat
sich nur ein kleiner liest (r auf unserer Photo-
graphie sichtbar) erhalten: er scheint dem ersten
vollkommen entsprochen zu haben.
Die Haare sind in der Mitte gescheitelt, tiet
in die Stiinc gelegt und hier symmetrisch nach
beiden Seiten auseinander gestrichen; sie verdecken
die Ohren vollständig. Eine breite Binde, das
Zeichen des siegreichen Athleten, uninchlieist die
Haare.
Der Kopf macht durch seine grosse formale
Schönheit und seinen herben Ernst einen ausser-
ordentlichen Eindruck. Die Copic ist mit Ver-
ständnis und ohne Kleinlichkeit gearbeitet.
So leicht es ist, die allgemeine historische
Stellung des Originales zu bestimmen, so wenig
wüsste ich zu sagen, an welches einzelne Werk
man cs anschliessen könnte, das mit ihm so viele
Züge gemeinsam hätte, um die Vermutung eines
Künstlers oder eines speciellen Kunstkreises für
beide zu berechtigen. Am nächsten verwandt ist
der Kopf mit den strengeren Werken der phidiasi-
seben Epoche, mit Ausschluss jedoch der poly-
klctischen Köpfe. Die Augen mit ihrer Umgehung
erinnern sehr an die gleichen Partien am Kasseler
Apollon, Das Kinn ist noch sehr stark entwickelt,
aller nieht mehr so übermässig wie an jenem
Der Kopf ist seither in d e Glyptothek Ny-
t’arlsberg Ubergegangen.
1188 lind 1189. Weibliche Porträtherme.
Hoch 0,58 m. Feinkörniger weisser (imntelischcr)
Marmor. Ergänzt: Nase und r. Braue nebst Teil
der Stirn L. unten ist ein Stück der Kante ab-
geschlagen. Stammt aus der Villa Borghese in
Frascati.*) Die sogen Melonenfrtonr des Kopfes ist
von eiuem breiten Band umschlossen, dss oben
Uber der Stirn gebunden ist und an dem hinter
den Ohren ein zweites angenäht ist, das den Kopf
bügelfünuig überspannt.
Die Henne ist wichtig durch ilire Erhaltung,
wenn sie auch keine originale Arbeit ist; sie giebt
•) Identisch mit der bei Guattani, monumenti antichi
tnedlti, 1785, Giugno, tov. 1 o 2, publiclerten Herme?
Nach der Angabe auf p. LVIII war dieselbe damals bei
1 Pacoltl. (Arndt.)
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Hon»
54
ein sehr ideal gehaltenes Porträt aus «lern Anfang
des 4. Jahrhunderts oder noch aus dem 5. Jahr-
hundert wieder Von dem Kopf allein existieren
zwei Wiederholungen : die eine, stark ergänzt und
im Gesicht überarbeitet, im Mu-eo Chiarainouti,
No. 256 (Beschreibung der Stadt Hora, II, p. 56,
No. 251); die andere ist von Schliemann in Ale-
xandrien bei einer Versiichsgrabung gefunden
worden (Photographie des Athen Instituts, Arch.
Anz. 1891, p. HO, No. 33 34): auch »eine Erhal-
tung ist schlecht, doch ist die Oberlippe dort leben-
diger, als an unserem Exemplar, an dem der Mund
besonders wenig gelungen i»t; trotzdem wird das
Werk im Ganzen durch die Herme am Besten re-
präsentiert Die gleiche Frisur wie hier findet sich
an einer Reihe von Werken, die meist dem 4. Jahr-
hundert allgehören (Arndt, Feber einen Koratvpus
praxitelischerZeit, Festschrift für Overbeck, p 96 ff.,
und „Griech. und röm. Porträts“, Text zuT. 213 14);
zu ihnen ist nach der kürzlich durch S. Heinach
erfolgten Puhlication (Revue archeol. 1898, p. 1 ff ,
pl. V) auch eine Statuette zu rechnen, an deren
Plinthc sich die Inschrift Korintia befindet und in
der Reinaeh eine verkleinerte Wiederholung der
Korinna des Silanion erkennen möchte, was der
Zeit nach, der das Original der Statuette angeboren
muss, wohl möglich wäre. Man hatte die Mehrzahl
der durch die genannte Frisur ausgezeichneten
Köpfe dem Praxiteles und seinem Kreise zuge-
schrieben, und zwar nicht wegen der Frisur, sondern
wegen der künstlerischen Eigenart. Reinaeh glaubt
die ganze Gruppe nun dem Silanion zuschreibcn zu
müssen. Wenn indes die Statuette wirklich nach
dem Werk jenes Künstlers gearbeitet ist, so be-
weist sie doch nur, dass er ebenso wie Praxiteles
und seine Genossen ein begreifliches Gefallen an
jener Frisur gefunden hat. Der Stil der Mehrzahl
jener Köpfe bleibt deshalb doch praxitelisch; vom
Stil <les Silanion kann uns die Statuette nichts
Greifbares lehren.
Individuelle Züge sind in dem Gesichte nur
schwach angedeutet, am stärksten im Untergesicht,
dem kräftig entwickelten Kinn und dem breiten
Mund. Wegen der Wiederholungen wäre man ge-
neigt, an ein bekanntes Werk zu denken, doch
sehe ich bisher keine Möglichkeit einer zuver-
lässigen Entscheidung.
1190. Weiblicher Kopf. Hoch 0,37 m
Feinkörniger weisser Marmor. Ergänzt : Nase und
Unterlippe. Zum Einsetzen in eine Statue bestimmt.
Ziemlich gute Copie nach einem attischen Werk
aus der Mitte dt» 4 Jahrhunderts. Achnlich, aber
künstlerisch weit überlegen ist der Kopf der
Demeter von Knidos, die ausserdem aus dem Kreise
des Skopas stammt, während unser Kopf den
Werken de« Praxiteles näher steht; man ver-
gleiche besonders die Augen
1191. Herme mit m ä'n n 1 ich ein Porträt-
kopf. Hoch 0,65 m. Feinkörniger, hellgrauer
Marmor. Ergänzt: Nase und unterer Teil des Halses.
Der Kopf sicher zu der Herme gehörig*;. Haar
und Bart bestossen. Herkunft wie bei No. 1178.
Auf der Henne ist iu Flachrelief eine Palme
dargestellt; das muss auf einen Sieg deuten, den
der Dargcstellte in einein Agon errungen hat.
Nach der Physiognomie und dem Haar- und Bart-
wuchs des Kopfes sind gymnastische Agone aus-
geschlossen. Die Palme aber lässt am ehesten an
apollinische Wettspiele denken, so dass wir in
dem Porträt einen Dichter oder Musiker zu er-
kennen hätten.
Das capitolinische Museum besitzt ein andere«
Bildnis derselben Persönlichkeit (Philosophen-
zimmer No. 71). Der Kopf sitzt ungebrochen auf
einer Hcrmeubiiste ; der Marmor ist feinkörnig und
gelblich, wahrscheinlich pentclisch; ergänzt: die
Nase. Der Kopf ist hier nach der r. Schulter ge-
wendet ; die Modellierung des Ganzen ist ruhiger,
weniger ausdrucksvoll, aber feiner.
Die Originale beider Porträts müssen im Be-
ginn der hellenistischen Zeit entstanden sein, in
der dann vermutlich auch die dargestellte Persön-
lichkeit gelebt hat.
Das Simonettische Exemplar ist seither von
der Glyptothek Ny-Carlsbcrg angekauft worden.
1192. Männliches römisches Porträt.
Hoch 0,48 in. Ziemlich grosskörniger Marmor mit
leichter graubrauner Färbung Ergänzt: Nasen-
spitze, Stück am Rand des r. Ohrs, Teil des Kinns.
Der Kopf mit dem Hals ist auf die Büste aufge-
setzt. Die Fuge macht nicht den Eindruck eines
Bruches; da aber Kopf und Büste von gleichem
Marmor und gleicher Erhaltung siud, i»t an ihrer
Zusammengehörigkeit schwer zu zweifeln. Der
Unterteil des Büstenfusses fehlt. Auf dem erhal-
tenen Teil ist vorn eine Inschrift weggcraeisselt.
Auf die Frage, was dort gestanden habe, giebt
ein Stich vom Jahre 1650 (loses Blatt), auf den mich
Prof. Helbig aufmerksam gemacht hat, die Ant-
wort. Dort ist die Büste mit der Inschrift „Ves-
pasianus“ abgebildet; dass diese nicht antik ge-
wesen sein kann, ist selbstverständlich Man hat
*) Wie mir der jetzig« Besitzer des Sticke», Herr
Direclor Dr. Carl Jacobsen in Kopenhagen, mitzuteilen die
Freundlichkeit hat, ist diese Angabe unrichtig Kopf und
Ilcrme gelmrcn uiclit zusammen (Arndt.)
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Roin. Neapel. Florenz.
55
|
durch sic der Büste einen berühmten Namen geben
wollen, aber die Fälschung konnte nicht verbor-
gen bleiben, und die Inschrift wurde entfernt.
Herkunft wie bei No. 1178. Dadurch ist die
Möglichkeit gegeben, dass das Werk aus dem
Osten stammt, eine griechische Arbeit ist und
keinen liömer darstellt (der Marmor ist nicht
italisch). Die Kntstehungszcit ist durch die Biisten-
form und die Art der Arbeit als die letzte Zeit
der römischen Republik fixiert. Die künstlerische
Ausführung ist ganz hervorragend. Die Augäpfel
sind leicht geglättet, wodurch der Blick etwas
ausserordentlich Lebendiges erhält. Die kurz ge-
schorenen Haare sind durch kleine eingepickte
Linien dargestellt.
Das Stück ist seither in den Besitz des Herrn
Directors Dr. Jacobson in Kopenhagen überge-
gangen. Wie ich höre, sind Zweifel an seiner Echt-
heit geäussert worden, leb kann diese Bedenken
nach dem Eindruck, dcu ich liier von dem Marmor
erhalten habe, nur für irrig halten.*)
Sgrna. La Bella, Via venti settembre.
(Dort photographiert; hat seither den Besitzer gewechselt.)
1193. Statuette des sitzenden Pan. Hoch
0,45. Feinkörniger gelblicher Marmor (wohl pen-
tclisch). Abgebrochen das untere Ende der Syrinx
Die Figur ist eine schlechter gearbeitete, aber
vollständiger erhaltene, auch in der Grösse ent-
sprechende Wiederholung einer in Athen gefun-
denen und befindlichen (Kentrikon No. 083; hei
uns No. 70ya; S. Reinach, Report. II, p. 69, 3);
nur ist hier der Penis einfach herabhfingend ge-
bildet. Der Kopf hat keine Hörner. Die Herkunft
des StÜckea*au.H Athen ist wahrscheinlich.
Benvenuti, gegenüber dem Hingang zum
Palatin.
1194. Männliches hellenistisches Por-
trät Hoch 0,45 m Feinkörniger gelblicher (pen-
telischer) Marmor. Durch langes Liegen im Wasser
sehr verwaschen. Eh fehlt die I. Schulter und
das Brustteil der Büste Da der Kopf mit Epheu
bekränzt ist, haben wir wahrscheinlich das Por-
trät eines lyrischen Dichters vor uns. Sonst könnte
man nur an einen Herrscher denken, der sieh als
Dionysos hätte darstellen lassen; doch würden
in diesem Falle kaum die kurzen Hörner fehlen.
Ganz vorzügliche Arbeit, und jedenfalls Origiual.
Soll, wie wir hören, seither in den Besitz des
Britischen Museums gelangt seiu
•) Ich habe da» Original untersucht und halte cs fiir
eine Arbeit etwa des vorvorigen Jahrhundert» (Arndt.)
1195. a) Porträtkopf des „Cäsar“. Hoch
0,34 ui. Feinkörniger weisser Marmor. Ergänzt:
Hals und Nase.
b) Kopf eines bärtigen Kriegers aus
dem 5. Jahrhundert v, Chr. Hoch 0,37 ni.
Feinkörniger gelblicher Marmor Ergänzt: Unter-
hai» und r. Seite des Bartes. Die Nase fehlt. Auch
sonst best'issen. Der leider schlecht erhaltene Kopf
entspricht im Stil den attischen Werken aus der
Zeit tie» Parthenon. Von der Glyptothek Ny-Carls-
berg seither erworben.
1196. Kopf einer Stadtgöttin. Hoch0,35m.
Feinkörniger gelblicher Marmor Ergänzt: die
Nasenspitze. Zum Einsetzen in eine Statue be-
stimmt.
Der nicht reizlose, aber iu »ehr allgemeinen
Zügen gehaltene Kopf i*t nach einem Werk des
3 Jahrhunderts copicrt (Stirnlöckchen)- Gute
1 Arbeit.
Neapel, Privatbesitz.
Die beiden Aufnahmen, die der Photograph
Letnbo hergestellt hat, und die beuch reihen den
Notizen verdanken wir Herrn Dr Pollak.
1197 und 1198. Jugendlicher männlicher
Torso. Hoch 0,81 m. Dunkler bläulicher, ziem-
lich welcher Kalkstein, den man in Neapel Traver-
tiuo nennt; ähnlich dem dunklen Stein von Eleusis.
Im Hafen von Brindisi im Wasser liegend ge-
funden Kopf, Beine und Genitalien abgebrochen.
Die Arme waren angesetzt. Im r. Armstumpf zwei
seitliche Löcher, im 1. eins; wohl zur Befestigung
der Arme dienend.
Der Torso muss wegen der weichen Behand-
lung de» Fleisches und speeiell der Schamgegeml
im 4 Jahrhundert gearbeitet oder nach einem
I Werke jener Zeit copiert sein. Er scheint mir die
nächste Verwandtschaft mit den Figuren zu haben,
die Furtwängler, Meistcrw., p. 583 ff , zu einer
Gruppe zusammenorduet und dem Eupliranor zu-
schreibt.
Florenz, Galleria degli arazzi.
1199. Kopf der Kore. Hoch 0,35 m Gross-
krystaliinischer weisser Marmor. Ergänzt: Hinter-
köpf mit fast dein ganzen r. Ohr, Vorderteil der
Nase und Büste. Der Oberschädel ist besonders
gearbeitet und angestückt. Sehr verwaschen.
Der Kopf ist eine getreue Wiederholung des-
jenigen, der zugehörig auf der von R. von
Schneider (Jahrbuch des allerh. Kaiserh. 1894,
p 135 ff , T. X und XI) publicierten Statue der
Kore in Wien aufsitzt Nur ist dort die Arbeit in
den Haaren sehr viel sorgfältiger, an dem Floreu-
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Flore li x. Nachträge.
f>ti
tiner Exemplar summarischer, aber auch weicher
Dagegen ist der von Le Bas, Voyage architi-
logi<|iie T. 143, 3 pnblicierte Kopf au» Smyrna
nicht, wie Klein, Praxiteles p 367, Anm., angiebt,
eine Keplik-, die Frisur stimmt nicht überein
und der Kopf ist nach der anderen Schulter
geneigt. Schneider meint am Schluss »einer Aus-
führungen, es werde sich schwerlich entscheiden
lassen,' ob das Original von Praxiteles oder von
einem unmittelbaren Nachfolger geschaffen wor-
den sei. Meiner Meinung nach lässt sich wenigstens
sicher aussprechen, dass Praxiteles der Urheber
nicht gewesen sein kann, denn die Züge der
beiden Wiederholungen des Kopfes — man be-
achte besonders die Augen — haben nicht das
Geringste mit sicher praxitelischen Werken gemein
1200. Statuette einer Paniskin. Hoch
0,97 m. Feinkörniger gelblicher Marmor. Ergänzt:
Kopf und Hals, r. Ann von der Mitte des Ober-
arms abwärts, I. Handgelenk, I. Zeigefinger, Künder
des Fells, r. Bein, I. Unterschenkel, Stamm und
Plinthe. In dem Fell ein kleines Panskind — Die
Statuetto ist erwähnt bei Wicscler, Weibl. Satyrn
und Pane in der Knust der Griechen und Körner
(.Göttinger Gelehrte Nadir 18!*0) p, 391 nach
A. Hirt, Bilderbuch fiir Mythol , Arch und Kunst
II, p 163, der sie als in der „Gallerte zu Florenz"
befindlich anführt. Wieseler hielt sic für ver-
schollen, da er sic in den Ullizien nicht anffinden
konnte.
Keine hervorragende Arbeit.
Nachträge
{soweit nicht besonders unterzeichnet,
von P. Arndt).
Kine Iieihe unsrer Aufnahmen ist in Keinachs
„repertoire de la statuaire“ in Umrisszeichnungen
reprodilciert worden.
Zu No. 15: Vor dem Original habe ich mir
den Torso doch als Replik des sogen. Narkissos-
typus notiert und stimme darin mit Furtwängler,
Meisterw , p. 463, Anm. 3, h überein. Es ist ja
richtig, was Arndt unter den Zusätzen zu der
Nummer (Serie I, 2, S. 17) bemerkt, dass die I
Schulter beim Mantuaner Torso weniger hoch ge-
hoben ist als gewöhnlich, doch weichen darin die
Repliken überhaupt von e'nander ab. Man vergleiche
als Extreme etwa die Karlsruher und die Pariser
Wiederholung (Mon Piot., I, pl. 17). Der Copist,
der den Mantuaner Torso verfertigte, hatte, wie
der Augenschein lehrt, überhaupt die Tendenz,
die Stilstrenge des Originals in der Formenbchand-
lung zu mildern, und diesem Streben entsprang
cs wohl auch, wenn die harte und eckige Bewe-
gung der I. Schulter gedämpft wurde. Die Karls-
ruher Keplik verfolgt ähnliche Ziele und steht
der Mantuaner am nächsten; auch bei ihr paart
sich weichere, flüssigere Formenbehandlung mit
Milderung der Schulterbewegung. (Herrmann.'
Zu No. 24: Kjcllberg, Asklepios II, p. 37,
Anm ; p. 41.
Zu No. 48: Klein, Praxiteles p 394, Anm. 1.
Zu No 49: Amulung, Bull com. 1897, p. 142,
Anm. 1
Zu No. 54 55: Studniczka, Festschrift für
Benndorf p. 169.
Zu No 57: Amelung, Bull, com 1897, p 122,
Anm. 1.
Zu No. 74: Klein, Praxiteles p. 241, Anm. 1.
Zu No. 89 90: Klein, Praxiteles p. 392, Anm.,
No 3.
Zu No. 94 515: Arndt, la glyptotheque Ny-
t'arlsberg p 80.
Zu No. 103—105: Klein, Praxiteles p 90,
Anm. 1
Zu No 112: Klein, Praxiteles p. 336, Anm.
Zu No. 121/122: Kjellberg, Asklepios II, p. 37,
Anm ; p. 41.
Zu No. 124: Kjellberg, Asklepios II, p. 19.
Zu No 182: Eine Keplik dieser Heraklcs-
statue, mit ungebrochenem Kopfo, habe ich un-
längst für die Glyptothek Ny-Carlsberg erworben
Zu No 133: Klein, Praxiteles p. 309, Anm.,
No. 5. Die ebenda erwähnte Statuettenreplik der
Sammlung Despuig auf Mallorca befindet sieb jetzt
in der Glyptothek Ny-Carlsberg.
Zu No. 134: Amelung bei Pauly-Wissowa s. V.
Chlamys Sp. 2345.
Zu No. 145: Klein, Praxiteles p 253, Anm ,
No. 16.
Zu No. 151: Amelung bei Pauly-Wissowa s v.
Chiton Sp. 2322.
Zu No 163: Arndt, la glyptotheque Ny-Carls-
berg p 71 ff.
Zu No. 183 (vgl. No. 536 und Nachträge zu
Serie 111 unter No. 183): Zwei ähnliche Statuen aus
Aspra sind abgcbildet in dem Buche „sullc seoperte
archeologiche della cittä e provincia di Koma negli
anm 1871.72. Ketazione presentata .... dalla
K. sopraintendenza degli seavi della provincia
di Roma“. Rom 1873. Vgl ferner Matz-Dulm 812.
Zu No 185: vgl Clarac 668, 1554 A.
Zu No. 194 — 196: die Bemerkungen über das
doppelte Helmiuaterial an dem sogen. Promachos-
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Nachträge.
köpfe der Sammlung Jacoben sind unrichtig ;
vgl. Arndt, glyptoth6que Ny-Carlaberg, Text, p. 68;
p. 70.
ZaKo.206und207 : Ich benutze die »ich bietende
Gelegenheit, bezüglich de» (»anvmed au» Falerone
in der Galeria dei candel. (Helbig, Führer I , 3b7)
zu constntiercn, da«» Knabe und Adler gar nicht
zusaiutnengchöreu. Der Körper des Knaben
besteht aus schönem p arischen, der des Adlers
dagegen aus einem ganz feinkörnigen Marmor
Dazu stimmt, dass zwischen dem 1 Flügel de»
Adlers und dem Baumstämme neben dem r. Bein
des Knaben eine durchgehende Lücke klafft.
Flügel und Stamm waren also niemals mitein-
ander verbunden, haben nicht aus einem und dem-
selben Stück bestanden, was man doch als selbst-
verständlich annehmen müsste, wenn der Adler
ursprünglich zur Compositiou gehörte. Die Ver-
einigung ist erst mit Hilfe der modernen Plinthe
erfolgt. Bezüglich der Deutung der Knabenstatue
haben wir nunmehr freie Hand. Es kann natür-
lich auch so Ganymed gemeint sein, doch kann
sich diese Benennung nicht mehr auf den Adler
stützen und hat keinen höheren Wert als den
einer Hypothese. Durch die Loslösung des Adlers
rückt die vaticanischc Statue etwas näher an die
des Palazzo Pitti heran, wenn ich auch mit Arndt
darin übereinstimme, dass wir nicht beide Statuen
auf das gleiche Original zurückfnhren dürfen.
Das wird durch die von Arndt mit Recht betonte
Verschiedenheit der Kopftypen erwiesen. Indes
die Aehnlichkeit im Aufbau der beiden Statuen
und im Bewegnngsmotiv ist doch eine recht grosse,
und die Erklärung ist für beide gewiss in der-
selben Richtung zu suchen. (Herr mann.)
Zu No. 211 212: Artult, la glyptotheque Ny-
Carlsberg p 43.
Zn No 213—215: Klein, Praxiteles j>. 303, [
Amu. 2.
Zn No. 216—218: Klein, Praxiteles p. 251,
Anm 2, No. 3.
Zu No. 219 — 221 : Das oberste Ende des
Schlangenstabes habe ich mir als antik notiert,
das Stellungsinotiv ist also vorn Krgänzer im
Wesentlichen richtig gegeben; es kann nicht, wie
Thräraer bei Roscher, Myt hol. Lex. I, Sp. 687, und
Amelung, Führer durch die Antiken von Florenz,
p. 135, behaupten, der Schlangeustab ursprüng-
lich unter die 1 Achsel gestemmt gewesen sein.
(Uerrmann.)
Fnrtwängler, Rhein. Jahrb. 103, p. 9. Nach
ihm wie nach Amelung (Führer No. 188) hellenis-
tisch. Ich sehe auch jetzt noch keinen Grund,
von meiner Datierung der Statue in die Mitte de»
4 Jahrli. abzuweichen Vgl ferner Kjellberg,
Asklepios II, p. 35 ff.
Zu No. 222 225: Kjellberg, Asklepios II,
p. 29, Antn. I. Klein, Praxiteles p. 48, Anm. 1
Zu No. 226: Furtwänglcr, griech. Ortginal-
statuen in Venedig, p. 288, Anm. 1.
Zu No. 282,233: Ein entsprechendes Kopftuch
hat auch die sogen. Brautmutter auf dem Münchner
Poseidonfrie» — ein nicht unwichtiges Kriterium für
die Datierung des Reliefs. Vgl. ferner Amelung,
Bull. com. 1897, p. 135 f.
Zu No. 237—239: Die Antiken der Sammlung
Torrigiani befinden »ich zur Zeit im Florentiner
Kunsthandel.
Zu No 243/244: eine wohl auf dasselbe Ori-
ginal wie die ludovisische sogen. Theseushermc
znrückgehendc abbozzierte Statuette aus Athen,
im Museo arqueolögico nacional in Madrid, No.
1 2729, wird in Serie V veröffentlicht werden. Mau
vgl. auch die Bemerkungen 1*. Herrinanns zu dem
j Dresdner Torso, Arch. Anz. 1894, p. 169, und
| denselben in den Athen. Mitt d. J. 1891, p. 324.
Zu No. 252 253: Arndt, la glyptotlu’quc Ny-
Garl»bcrg p. 22 und p. 62.
Zu No. 257: Klein, Praxiteles p. 64, Antn. 1.
Zu No. 269: Klein, Praxiteles p. 174, Anm. I.
Zu No. 272: Kjellberg, Asklepios 11, p. 14,
Amu ; p. 20.
Zu No 277'78: Der Kopf ist, wie ich mich
vor dem Original überzeugen konnte, dennoch
eine Replik de» Melcager, allerdings eine hervor-
ragend schlechte. (Amelung.)
Klein, Praxiteles p. 394, Anm 1.
Zu No. 280: Klein, Praxiteles p. 63, Amu. 2;
p. 64, Antn. 1.
Zu No. 285: Kjellberg, Asklepios II, p. 23,
Anm 4; p. 24, Amn. 5; p. 27, Anm.; p. 31.
Zu No. 292: Klein, Praxiteles p. 163, Anm.,
Nu. 4.
Zu No 294: Klein, Praxiteles p. 866, Anm.,
No. 6.
Zu No. 295 : Eine weitere, ungenauere Replik
bei Keinach, Bronze« fignres p. 244, No. 29. —
Kjellberg, Asklepios II, p. 16 f.
Zu No. 296: Furtwänglcr, griech. Origiual-
statuen p. 307 ff.
Zu No. 306: Kjellberg, Asklepios II, p. 16,
Anm. 1.
Zu No. 312,313: Arndt, la glyptotheque Ny-
Carlsberg p. 44.
Zu No. 316: Vor dem Original hatte ich den
Eindruck, als ob die Stellung des I. Unterschenkels
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Nachträge.
;>s
vom F>gänzer nicht ganz richtig getroffen sei.
Die Lage der Muskeln am Knie und der erhaltene
liest des Schienbeines deuten, glanbe ich, daran!'
hin, dass der Unterschenkel etwas stärker zuoiok-
gesetzt und dementsprechend die Ferse des Kusses
leicht gehoben war. Ks würde sich dann eine
stärkere Anlehnung an Polykletischcs ergeben,
als es bei der jetzigen Ergänzung scheint Und
wie sollen sich zu dem im Text als Vorbild |HWtu-
lierten älteren pcloponnesischen Canon die stark
gesenkte r. und das Vorwerfen der I. Schulter
verhalten, die schon ein lebhaft rhythmisch be-
wegtes Standmotiv ergeben? Die Statue wird also
doch dem 4 Jahrhundert angeboren, wohin die
Eormcnbehandlung sie verweist, und steht, wie
gewisse Skopasische und Praxitelische Motive, zu
Poiykleli chen Vorbildern, nicht zu denen der
älteren Peloponneaichen Schule in einem Abhäugig-
kcitaverhältnis. Die Zusammenstellung mit dem
sogen. Adonis des Gabln, delle tnasch. und seiner
Sippe kann ich nicht für richtig halten.
(llerrmann)
Ich habe die Figur mit Entschiedenheit dem
4 , nicht dem 5. Jahrhundert zugeschrleben, wie
es nach Obigem scheinen könnte. Wenn ea auch
richtig sein nag, dass der I. F’u-s ursprünglich
etwas weiter zurückgesetzt war, so kann das doch
nicht in der polyklctischcn Weise gewesen sein,
solidem etwa in der Art des Dionysos aus der
lladriansvilla. Die Senkung der r. Schulter ist
nicht stärker als die der linken am Stephanus-
Jüngling, und von einem »Vorwerfen* der I.
Schulter kann wohl gar nicht die Rede «eiu. Die
Figur scheint mir wirklich in den vom pclopomie-
sischcn Canon abhängigen Kreis zu gehören.
(Amclnng.)
Zu No. 323: Klein, Praxiteles p. 131, Anm. 1
Zu No 334: Amelung bei I’auly-Wissowa
s v. Chiton Sp. 2317.
Zu No. 835 : Klein, Praxiteles p. 162, Amu 1,
No 4.
Zu No. 337: Klein, Praxiteles p. 311, Anm.,
No. 13; p. 344, Anm. I
Zn No. 340: Klein, Praxiteles p. 122, Amu.,
No. 5; p. 164, Anm., No. 10.
Zu No. 341: Klein, Praxiteles p .390, Anm. 1,
No. 11.
Zu No. 342: Klein, Praxiteles p. 126, Anm. 1.
Zu No. 346: Klein, Praxiteles p 402, Anm. 1.
Zu No. 354: Kjellberg, Asklepios II, p. 14,
Anm ; p. 18.
Zu No. 357: Klein, Praxiteles p. 364, Anm. 2,
No. 7.
Zu No. 368|369: zwei woitcre Wiederholungen
des Typus, die eine in Nitucs, Maison carree
No. 18, die andere in Madrid, Prado, Hübner 150,
werden in Serie V veröffentlicht werden.
Zu Serie II, p. 24, »polyklelischc Statue“ :
jetzt publ. von Hienkowski in der Festschrift
f. ltonndorf p. 117 ff und Taf. V.
Zu No. 385: Die Darstellung dieser Gruppe
war — in Beschränkung auf die 3 vorderen
Figuren — auf einem späten römischen Relief
wiedergegeben, von dem sich nur die r. untere
Erke erhalten hat Das Fragment ist im Giardino
della Pigna des Vatiean cingcmaucrt und in der
Beschreibung d. St. R. II p 107 No. 12 als »Herakles
vielleicht mit einer llesperido* erwähnt. Erhalten
ist das I. Bein des Herakles, von dem F'ell die
herabhängende Tatze und das Schwänzende (die,
Keule ist hier nicht dargestellt;; dann die nach
rechts entweichende Genossin der Auge mit er-
schrocken erhobenem Antlitz; die r. Hand ist bis
zur Scliulterhiilic erhoben (hier hat also der F.r-
gänzer der Gruppe nicht das Richtige getroffen);
hinter und Uber der F’igur ein Baumstamm. Das
Relief war von einem einfachen Profil umrahmt,
auf das die Küsse der Personen (lbergrcifeu
(Amelung.)
Zu No. 395: eine weitere Replik bei Reinach,
rOpertoire 399, 6.
Zu No. 398/399: Arndt, la glyptothtque Ny-
Carlsberg p. 75.
Zn No. 406— 408. F'ttr die Felltracht vergleiche
die Statue im Hofe des Palazzo Altcmps in Rom,
Matz-Duhn No. 512, Photogr. des Röm. Inst.
No. 289—91, wo mir die Charakterisierung des
Felles als dasjenige eines Schweines besonders
deutlich erschien. Zwar ist daran ergänzt — Obcr-
und Unterkiefer bestellen aus Gips — , aber es
waren doch wohl antike Reste, Brnclifiächen oder
dergleichen erhalten, welche die Ergänzung des
Tierkopfes zu dem eines Schweines nahe legten;
allein wäre ein Krgäuzcr wohl kaum auf diese
sonst bo feni liegende Charakterisierung verfallen.
Vgl. auch die F’urm des I., auf dem Grunde an-
liegenden Ohres. Dadurch gewinnt die im Texte
gegebene Bezeichnung des gleichen Attributes bei
der capitolinischen Statue an Wahrscheinlichkeit,
tiud diu Deutung der so charakterisierten Statuen
auf Demeter liegt dann wold am nächsten. Die
Trauben iin Haar mul in der I. Hand der Statue
Altcmps, welche gegen diese Deutung zu sprechen
scheinen, sind, letztere sicher, crstcrc sehr wahr-
scheinlich modern; ich zweifle sogar sehr stark,
ob der antike, aller mit glatter Schnittfläche auf-
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Nachträge.
69
sitzende Kopf zur Statue gehört: die Stillste»
rung des Haares in den .Seitenlocken des Halses
ist eine andere, weniger präcise und ängstlich
sorgfältige als in den Haarwellen um die Stirn.
Eine merkwürdige, aber wohl zufällige lieber-
einstiinnmng ist die fast gleiche und gleich unver-
ständliche Anordnung des Gewandes auf dem Ober-
körper Die Entstehungszeit der Originale beider
Statuen ist annähernd die gleiche, doch steht die
capitoliniscbe den Gewohnheiten des strengen
Stiles noch näher ln der Auffassung und im
Formen vortrag weichen beide stark voneinander
ab und lassen die Schöpfungen zweier durchaus
individuell und sehr verschieden veranlagter Künst-
ler erkennen. (Herrmann.)
Das Schweinsfell ist im dionysischen Kreise
nicht ohne Beispiel; es findet sich an einem sehr ver-
breiteten Satyrtypus (x. B. Clarac 706, 1686; 712,
1694; 716 B, 1673 A u. sonst). Die Statue stellt
eine Bakehantin oder Ariadne selbst dar. Vgl.
übrigens zu der Figur iin eapit. Museum llelbig,
Führer* No. 436. (Amelung.)
Zu No. 409 u. 410: Der Kopf der Neapeler
Hermaphroditen-Statuette (er ist gebrochen, aber
nach Marmor und Erhaltung zweifellos zugehörig]
hat S p i t z o h r e n Es ist das eines der deutlichsten
Indicien für die Einmischung des Hermaphroditen
in dm dionysischen Kreis. (Amelung.)
Zu No. 427/428: der dort erwähnte Kopf des
athenischen Nationalmuseums trägt die No. 65
(wird in Serie V publiciert werden). Er hat nichts
mit den dort besprochenen Typen zu thun. —
Zur Zeitbestimmung dieser Typen ist der Kopf
der mittleren Charite des Sokrates- Reliefs zu vgl.
(siehe auch No. 1036).
Zn No 420/430: Ich notierte mir ein Stück der
Rollbinde über dein r. Ohr als antik. Dann wird
man von einer Replik des bekannten Skopasischen
Herakiestypus im eigentlichen Sinne kaum reden
dürfen, es handelt sich nur um ein stilistisch und
zeitlich verwandtes Werk. (Herruiann)
Zu Nu. 433/434. Der Kopf sitzt allerdings
geradeaus gerichtet auf der Herme, doch scheint
ursprünglich eine Wendung desselben, und zwar
nach der r. Schulter intendiert gewesen zu sein,
die der Copist nur nicht durchgeftthrt hat. Denn
die 1. Schulter ist gegen die r. beträchtlich zurück-
genommen, d. h. sic weicht gegen die beiden paral-
lelen Achsen, welche durch den vorderen Rand
der Herme und die Verbindungslinie der ausseren
Augenwinkel gebildet werden, stark nach hinten
aus. Damit wollte der Copist wohl eine Wendung
des Kopfes nach der r. Schulter bin amieuten,
die er in der Bewegung des Halses durchzuführen
versäumt hat. Wir finden dann auch hier die bei
Hcnnencopien häufiger zu beobachtende Erschei-
I nung, dass die Copisten in der Stellung des Kopfes
| frei und ohne genauen Anschluss an die Original-
Cüiuposition verfuhren. — Das Gorgoneion auf
dem Stirnschirm des Heimes ist doch, wie bei
dem Neapeler Exemplar, mit herausgestreckter
Zunge gebildet,*) nur hat auch hier der Copist seine
Absicht mehr flüchtig angedeutet, als streng durch-
geführt. Auf der Fläche der Unterlippe heben sich
zwei vertiefte, nach unten convergicrende Striche
ah, die kaum anders erklärt werden können, denn
als die Ränder der herausgestreckten Zunge.
(Herrmann.)
Klein, Praxiteles p. 100.
Zu No. 435,436: Arndt, la glvptotbeipie Ny-
Carlsberg p. 73.
Zu No. 439,440: Der Kopf ist, wie Hclbig I*
No. 498 mit Recht angiebt, mit Diadem und Binde
geschmückt,**) und als einen Teil dieser Binde, nicht
als Haarsträhne fasse ich die über dem Diadem
! jederscit* eiuporstehende Schleife, die mit den
! hinter den Ohren herabhängenden Bindenenden
unverkennbar in Zusammenhang steht, auch deut-
lich als aus Stoff bestehend behandelt ist. Wie
und wo Diadem und Binde zusamnienstossen, lässt
sich freilich nicht erkennen. (Herrmann.)
Zu No 443/444: eine dritte Replik, in Madrid,
Prado, Hübner 155, wird in Serie V veröffentlicht
werden.
Zu No. 446-448: Furtwängler, Sammlung
Somzee, Text, p. 54.
Zu No. 450/51 : Dieser Athena-Kopf scheint mir
eine verfeinerte Entwicklung des Stiles zu repräsen-
tieren, den wir in den olympischen Tempelsculp-
turen, oder specleller in dem Knabenkopf von
der Akropolis finden, der mit jenen so eng
verwandt ist iKpliem. arch. 1888, pin. 2). Be-
sonders ähnlich ist die Bildung der Augen und
des Mundes. Durch beiderseits übereinstimmende
Züge, wie die hohe Lage der Brauen, die
flache, noch archaische Bildung der Augen,
der Lider und ihrer Umgebung, sowie durch die
breite, wenig modellierte Form der Lippen, die
ein sehr feiner Contur umzieht, und schliesslich
durch die weiche Bildung der Wangen und des
zarten gerundeten Kinnes wird in beiden Fällen
der gleiche Ausdruck einer bescheidenen, etwas
blöden Liebenswürdigkeit erreicht. (Amelung.)
•) Ko »ucli nach Mitteilung Klerekhig«
■•) So such imch Hiorckinga Untorsucbuug
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Nachträge.
(50
Furtwängler, griceh. Originalstatuen in
Venedig p. 285, Anm. 1.
Kine Heplik de» Kopfes in Madrid, Prado,
Hübner 124, wird in Serie V veröffentlicht werden.
Zu No. 457/458: eine weitere Heplik der
Demeter im Salone de» Capitol, die »ich im Prado
in Madrid befindet Hübner 42), wird in Serie V
veröffentlicht werden. — Klein, Praxiteles p. 02,
Anm. 2.
Zu No. 459/401 ; Noch ehe ich Arndts im Texte
angedeutete Zweifel wegen der Zugehörigkeit des
Kopfe« zur Statue gelesen hatte, notierte ich mir
vor dem Original die nachfolgenden Beobach-
tungen: Die äusseren Umstände sprechen nicht
nur nicht für eine Zusammengehörigkeit von Kopf
und Statue, sondern lassen im Gegenteil Bedenken
nufkommen. Der Kopf sitzt nicht mit Bruch, sondern
mit Schnitt auf, und es ist zwischen beide Schnitt-
flächen wenigstens vorn du Stück Marmor ein-
geschoben. Ferner muss der Kopf, der ursprüng-
lich aufdercapitolinischen Statue sasa, eine andere
Richtung gehabt, er kann nicht geradeaus geblickt
haben. Die auf dem Torso erhaltenen Enden der
Hängelocken fallen auf der r. Seite des Halses
beträchtlich weiter nach vorn, als auf der I.,
sie nehmen genau dieselbe Lage ein, wie bei dem
(•asseier Apollon, und es ergiebt sieh daraus mit
Notwendigkeit, dass wie dort auch bei der capito-
linischen Statue der Kopf ursprünglich eine aus-
gesprochene Wendung nach der 1. Schulter hin
machte, welche den unsymmetrischen Fall der
Hängelocken bedingte. Hätte der Kopf, wie es
bei der jetzigen Zusammensetzung der Fall ist,
auch ursprünglich geradeaus blickend auf den
Schultern gesessen, so wäre diese Anomalie un-
erklärlich, bei einer solchen Haltung des Kopfes
würden vielmehr die Locken aut beiden Seiten
ganz, gleichmässig angeorduet gewesen sein. Wollte
mau aber detu jetzt auf der Statue sitzenden Kopf
die durch die Lockenenden des Torso angezeigte
Wendung geben, so würden sich die an seinem
Halse herabhängenden Hängelocken mit den auf
der Brust der Statue erhaltenen Spitzen nicht
organisch verbunden haben; um diese Verbindung
herzustellen, war man vielmehr gezwungen, den
Kopf gerade auf die Schultern zu setzen, damit
die vorderste Locke des Halses auf die erste des
Torso traf. Die Folge aber war, dass nun dem
unsymmetrischen Fall der Lockenenden am Torso
nicht Rechnung getragen werden konnte, und es
erscheint mir deshalb ganz ausgeschlossen, dass
der jetzt auf der Statue sitzende Kopf ursprüng-
lich zu dieser gehörte. Es kommt hinzu, dass in
der Farbe der Marmor des Kopfes von dem des
Torso nicht unbeträchtlich abweicht: indess das
könnte an dem verschiedenen Grade der Reini-
gung, bezw. Ueherarbcitung liegen, welcher Kopf
wie Torso, vielleicht zu verschiedenen Zeiten und
von verschiedenen Händen, unterzogen wurden,
wenngleich es am wahrscheinlichsten scheinen
muss, dass diese Reinigung nach der Zusammen-
setzung beider Theile erfolgte. Ob auch im Korn
des Marmors ein Unterschied vorliegt, konnte ich
von unten nicht entscheiden.
So weit meine Notizen an Ort und Stelle, die
ich Angesichts der auch von Arndt oben im Text
geäusserten Zweifel nicht unterdrücken zu sollen
glaubte. Ich bin also überzeugt, dass bei der capi-
tolinisclien Statue Kopf und Torso nicht zusammen-
gehören, dass vielmehr letzterer einfach von einer
Replik des (.‘asseler Apollon stammt, mit dem be-
reits Furtwängler, Meisterw., p. 77, Anm. 5, und
danach Arndt oben in» Tost eine vollständige
Uebereinstiummng constatiert haben Auf den
gleichen Fall der Lockenenden auf der Brust habe
ich oben schon hinge wiesen Dem steht nun freilich
die von Arndt mitgeteilte briefliche Notiz Uetersens
entgegen, «lass bei der Capitolinischen Statue der
Kopf zum Torso gehöre „wegen der zum Teil
auch hinten antiken Lockenenden“. Ich habe das
am Original von unten nicht entscheiden können.
Die Profilaufnahme des Kopfe« No. 461 (Instituts-
Photogr. No. 249) zeigt, dass an der r. Seite des
Halses mit Ausnahme der beiden vordersten keine
Isockenspitzen am Torso erhalten sind; über einen
Lockenwulst im Rücken wage ich auf Grund der
Photographie keine Entscheidung. Angesichts der
oben ausgeführten Bedenken, welche mir eine
Zusammengehörigkeit von Kopf und Torso geradezu
auszuscb Hessen scheinen, möchte ich vorläufig mit
der Möglichkeit rechnen, dass Petersens brieflich ge-
äus&erte Angaben auf einem .Sehfehler beruhen.
(Vgl. aber auch unten die Bemerkungen zu No. 507
ii 508). Für den auf der capitolinischen Statue
sitzenden Kopf scheint mir die von Furtwängler
a. a. 0. hervorgehobene Verwandtschaft mit dem dt»
wagen besteigenden Jünglings im Conservatoren-
palast besonders augenfällig. Seine Bedeutung
wird etwa in derselben Richtung zu suchen
sein, wie die der capitolinischen Herme E.-V.
No. 441 und 442, die Furtwängler, Meisterw.,
p. 84 auch stilistisch mit Recht zur Vergleichung
heranzieht. (lierrmann.)
Die ganzen Lockenenden bis auf die der
•Schultcrlocken sind aus Gyps, ohne dass Marmor-
rote darunter liegen; der Marmor des Kopfes ist
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Nachträge. fi]
anders als der de» Körper» (an erstem» sicht inan
die einzelnen Kry stalle, an letzterem nicht). Beide
Thatsachen schlicssen die Zugehörigkeit de» Kopfes
ziiin Körper aus. Dieser stimmt fast ganz, aber
nicht vollständig mit dem des Kasseler Apoll
überein; das Knie des Spielbeins tritt etwas weiter
vor; dadurch ergeben sich weitere Abweichungen
auf dieser Körperseite. Die Formen sind etwas
voller. Der Kopf scheint mir mit dem des Wagen-
Icnkers im Cons -Pal. wenig Verwandtschaft zu
haben. Er ist von dem des Thermen- Apollons
nicht zu trennen. (Amelung.)
Klein, Praxiteles p. 61, Anin 1.
Zu No. 468/469: Was im Text als «kreis-
runde Scheibe (?) im Haare neben dem r. Auge“
bezeichnet ist, ist keine solche, vielmehr einfach
ein in der Form etwas rundlich ausgefallenes
Ephcublatt, de sen von oben herabkommender
Stiel in den Locken am Original deutlich zu er-
kennen ist.*) (Herr mann)
Zu No. 472: Amelung bei Patily- W isso wa
s. v. Chiton Sp. 2320
Zu No 473: Es schien mir vor dem Original
nicht ausgeschlossen, dass der Kopf trotz «1er vor-
trefflichen Erhaltung antik sei, allerdings stark ge-
putzt und überarbeitet Ergänzt ist an dem Kopfe
sicher die obere Korytube links. — Das Tier-
fell sieht, nach dem gehörnten Kopf mit dem
breiten Maul zu urteilen, am meisten wie das
eine« Kalbes aus, jedenfalls ist es nicht vom Bock,
wie man erwarten könnte. (Uerrutann.)
Zu No. 485: Es ist von Kopf und Gesicht ein so
charakteristischer Teil erhalten wie der Mund,
und diesen mit seinen weichen, sch wellenden Formen,
«len stark geschwungenen und reich belebten Poli-
turen seiner Lippen wird man sich schwer im
Kreise des Pheidias entstanden denken Auch die
Art, wie der Kopf auf den Schultern sitzt und
sich leicht und frei, ohne jede Gebundenheit, auf
dem Halse bewegt, weisen auf eine jüngere Zeit
und enthalten Im Keime bereits «las später, z. B.
bei dem Frauenkopf vom Siitlabhange der Akro-
polis, zu höchster Ausdrucksfähigkeit gesteigerte
pathetische Bewegungsmotiv «ies Skopas. Das
Standmotiv mit dem fast gestreckten, zur Seite
gesetzten Spielbein, dessen Ergänzung mir in»
Wesentlichen richtig getroffen schien, bedeutet
g«‘gcnüber der gebundenen Strenge, wie sie z B.
«ler Phidiasische Diadumenos Farnese noch auf-
weist, einen Fortschritt zu grösserer Freiheit und
findet seine nächste Parallele am Herakh's Lans-
*) So auch K I c v *• k hi k
downe. Diese Gründe, zu denen endlich noch «lie
flockige Behandlung des Bartflaumes auf der
I. Wange und der Schamhaare hinzukommt, scheinen
mir genügend, oder vielmehr zwingend, die Borghe-
sisclie Statue aus dem Pheidinsischen Kreise heraus-
zulüseu und sie vielmehr der Reihe derjenigen
Werke anzuschliessen, welche, um den schon ge-
nannten Herakles Lansdowne gruppiert, die charak-
teristischen Züge der Kunst des jungen Skopas ver-
raten. (Herr mann.)
Arndt, la glyptothe«|Uc Ny-Carlaberg p. 43.
Zu No. 4H8: Der Kopf gehört nicht in die erste
Hälfte de» 4., sondern entschieden ins 5. Jahrhun-
dert, letztes Drittel desselben. Diellaiibentracht,die
Anordnung und Behandlung der sichtbaren Haar-
partien, die grossen, weitgeöffneten Augen, die
überall hervortretende Strenge der Formenbeband-
I lung erweisen das zur Evidenz. Zu der Statue,
| deren Typus eine viel spätere Eutstehiingszeit
j verrät, kann «ler Kopf keinesfalls zu gehören.
(Hermann.)
Der Kopf gehört in die Reihe der mit der
Venus Genetrix verwandten Werke
( A in e I u n g.)
Zu No. 489: Zu der vat iranischen Statuette «ler
sogen. Nemesis (Galleria dei t'amlelabri, No. 224)
| benütze ich die Gelegenheit, Folgendes zu bemerken :
| Der Kopf sitzt nicht nur mit Schnitt auf, sondern
es ist zwischen ihn and «len Torso ein Stück des
Halses modern eingeschoben. Er gehört aber auf
keinen Fall zur Statue, weil er überhaupt nicht
weiblich ist. sondern einen Knaben «lai stellt,
wenigstens die antiken Teile Denn antik ist nur
die vordere Hälfte des Kopfes, etwa bis in die
Gegen«! der Ohren. Der Hinterkopf ist modern
angesetzt. Man kann deutlich auf dem Schädel
«lie verticale Schnittfug«: verfolgen. An dem an-
tiken Gesichtsteil nun ist die Anordnung der Haare
durchaus knabenhaft Feber der Stirnmitte weichen
sie in zwei symmetrischen Löckchen auseinander,
weiter nach hinten zu ist das Haar in herab-
hängend«: Locken mit aufgerollten Spitzen ge-
gliedert, über Schläfen und Ohren in zwei paral-
I leien Reihen übereinander. Von den Ohren an
wird die Frisur weiblich, aber das ist eben Alles
i modern, einschliesslich der seitlich des Halses
! hcrabhüiigemlcn Locken, «lie rein äuaserlicl» und
| schematisch mit den horizontalen Haarwellen ver-
I hundeu sind Der Typus des Knabenkopfes mit
[ seinem Lockenschmuck erinnert mich am meisteii
an den Jüngling der Madrider Doppelherme,
j Furtwängler, M eist er w., p. 99, Fig. 12, den Furt-
' wäuglera. a. 0 , p. 101, auf einen Eros des Pbei-
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62
Nachträge.
dlas ziirilckfillircn möchte, wenn auch die Strenge
der Formenbcliandlung bei dem vaticaniachen
Köpfchen sehr verflacht, allenfalls noch in der
Zeichnung des Mundes zu spüren ist Von den
secVs Repliken der sogen Nemesis, die Arndt auf-
führt, würde somit nicht eine den ursprünglichen j
Kopf bewahrt haben, wenn nicht vielleicht doch |
der Kopf des Borghesischen Exemplars zugehörig 1
ist, was M.-D. mit aller Bestimmtheit behaupten,
was ich selbst mir aber vor dem Original als
ziemlich zweifelhaft notierte Uebrigens kann ich
zu den sechs Repliken Arndts noch eine siebente,
leider ebenfalls kopflose, hiuzulUgeii: sie ist als
.Ariadne“ ergänzt und mit Dionysos zusammen-
gestellt in einer Gruppe des Berliner Museums,
No 93, abgeb. Beschreib, der ant Seulpt , p. 31.
Dass die Gruppierung der beiden Figuren der
Phantasie des modernen Krgänzcrs entsprungen,
giebt der Berliner Katalog an Nicht erkannt,
wenigstens nicht erwähnt ist aber die ursprüng-
liche Bedeutung der weiblichen Figur Ks ist eine
Replik der sogen. Nemesis, bei der das ursprüng-
liche Motiv durch moderne Ergänzung und Eeber-
arheitung, welcher z. B. das charakteristische
Detail des aufgehobenen Gewandzipfcls zum Opfer
gefallen, verdunkelt ist. (Herr mann.)
Der Kopf ist in der Tbat eine Replik des
Madrider .Eros“. Der Hinterkopf ist nicht
modern, aber vollständig überarbeitet; ergänzt
sind nur die Teile mit den Haarschleifen.
(Atnelung.)
Zu No. 494: Den Kopf der Statue habe ich
durchaus für antik gehalten Die Gründe, die Arndt
— abgesehen vom Augenschein dafür anführt,
scheinen mir durchschlagend Ob der Kopf ur-
sprünglich zur Statue gehörte, darüber bin ich
zu einer Entscheidung nicht gekommen; aber wahr-
scheinlich schien mir auch das. Für den Kopftypus
ist ausser dem von Arndt genannten Berliner ein
Koloesalkopf im Magazzinu arclieologieo (Orto
botanico) auf dem Caelitis heranzuziehen (s. Helbig
Führer’ No. 740). •) Formenbchandlung und
Haubentracht stellen ihn mit dem Borglieseschen
und dem Berliner Kopf in eine Reihe.
(Herrmann.)
Kjcllberg, Asklepios II, p. 29, Anm
Zu No. 497: Dass die im Text erwähnte, in
Neapel befindliche Statue Olarae 506 A. 1026 A),
die mit der Kore Albaui im Typus wohl, in Einzel-
heiten aber nicht übereinstimmt, in der Tliat eine
selbständige Variante jener berühmteren Figur
•) Replik der Ilers Hur* bete. Jarolixi n (Arndt)
repräsentiert, wird dadurch gesichert, dass sich
eine genaue und besser gearbeitete t 'opie derselben
nachweisen lässt. Es ist die in Venedig befindliche,
von DUtschke V, No. 210 beschriebene Statue, die
kürzlich von Furtwängler, Griecb. Originaistatnen
p. 262 ff., T. I n. II publiciert lind richtig gewürdigt
worden ist; Photographie in der Aiinarisehen
Sammlung No 12911. (Auiclnng.)
Ergänzt ist, ausser den im Text angegebenen
Teilen, auch der t e c h t e F u a s von da an,
wo er unter dem Mauleirand lieraustritt. Das
Stück Chiton, das nul dem FussrUcken aufliegt
und das iu seiner weichlichen, völlig stillosen
Stoff- und FaUctihehandlung so gar nicht zu dem
übrigen Gewandstil der Figur passen will, ver-
liert damit das Anstüeaigc. Wie die betreffende
Gowandpaitic aussehen mi ss, zeigt die herrliche
Originalstatue in Venedig, die von Furtwängler,
Abh. d. Bavr. Akad. d W., XXI, 2, Taf. 1, ab-
gebililet lind bereits ra t der liier besprochenen
Figur in engen Zusammenhang gebracht ist
(Herrmann.)
Zu No 5t)Ü: Studnirzka in der Festschrift für
Benndorf p. 163 ff.
Zu No. 502 503: In der Beschreibung des
Textes sind die Nummern der beiden Originale
mit einander verwechselt worden, auch die Er-
gänzuiigsangabcn durcheinander geraten. Das in
den Photographien wiedergegebene Exemplar trägt
die No. 6117 (wie man übrigens auch auf der
Photographie erkennen kann). An ihm sind er-
gänzt: K. Arm ganz, vom 1. das vorderste Stück
mit dem iimgcschlagcnen Aermelrand, 1. l'nter-
schcnkui mit Kuss, Fersenteil des r. Ftisaes, Stück
vom r. Rand der Plinthe, fast die ganze Mütze,
das meiste vom oberen Teil der Konsole
Die im Text oitierten Abbildungen bei Ctarae
beziehen sich nicht auf dieses Exemp'ar 6117, w ie
dort angegeben, sondern auf das Gegenstück
No. 6115. An diesem notierte ich mir von Er-
gänzungen: R. Arm ganz, 1. von Mitte des Ober-
armes an, vordere Hälfte des r. Fusses mit dem
zugehörigen Stück der Plinthe und dem ganzen
anschliessenden Vorderteil derselben bis zum
I. Knie hin, Spitze der Mütze (NascnrUckeu mit
Teil der i. Augenbraue?). Die Kousole ist im
Wesentlichen intuet, nur an den Rändern leicht
bestossen.
Bei der Statuette des gleichen Typus in Neapel,
Inv. 6118, ist der Kopf nicht zugehörig, wenn
auch antik. Er zeigt keinen Barbai entypus, sondern
den eines griechischen Athleten mit kiirzlockigem
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Nachträge.
68
Haar und Wulstbinde, von ungefähr Skopasischer
Richtung. (llerriuann.)
Zu No. 504: eine Wiederholung der Neapler
Bronze, kopflose Porphyratatuette im Museum von
Aix cn Provence (Bildergallerie No. 269), wird ln
Serie V veröffentlicht werden
Zu No. 607/508: Iier Kopf ist jetzt von der
Herme getrennt und in der Sala «lei capolavori
gesondert aufgestellt. Die Nase ist nicht neu, sie
ist überhaupt gar n'cht gebrochen, wie ich mir
vor dem Original gegenüber der Angabe des
Textes ausdrücklich notierte. Was auf der Photo-
graphie der Seitenansicht wie eine Ansatzfuge
aussieht, ist nur eine Ader iui Marmor. Zu be-
achten ist übrigens am Neapler Kopf der Kranz
von kurzen Locken im Nacken, der au den
Exemplaren Barme co Wien und Kopenhagen
(Jacolisen) fehlt, wahrend die am Olympieion ge-
fundene Athenische Replik an jener Stelle eine
dicke, wulstige und formlose Masse zeigt, die doch
wohl zu einem Nackenschopf ausgearbeitet werden
sollte. Wie sich die sonst bekannten Kopfrepliken
in diesem Punkte verhalten, darüber fehlen mir
die Beobachtungen Das Detail Ist wichtig für
die Kopienkritik im Allgemeinen und im Beson-
deren vielleicht Tür die an den Capltolinischen
Apollon (vgl. zu 459/461) sich knüpfenden Fragen.
Denn wenn dort am Rücken des Torso wirklich
antike Lockenrcste erhalten sein sollten, wie
Petcrscn angiebt, so würden dieselben vielleicht
dadurch zu erklären sein, dass zu dem Torso eine
Replik des Casseler Kopfes gehörte, die, wie die
Exemplare in Neapel und Athen (vielleicht gegen
die Tradition des ursprünglichen Originals), mit
Nackenlocken oder einem Schopf ausgestattet war.
Welche Freiheiten die Copisten sich in solchen
Details erlaubten, kann das Beispiel des Kopfes
lehren, der auf dem Pylades des Louvre und der
Elektra in Neapel sitzt: vgl. meine Bemerkungen
zu diesen Köpfen und einer dritten Replik in
Dresden Arch. Anz. 1894, S. 24. — Zu der Reihe
der Kopfrepliken des Casseler Typus kann ich
eine neue hinzufügen, die ich bisher in der Litte*
ratur nicht erw'älmt finde (vgl. das vollständigste
lieplikenver/.eichnis bei Furtwängler, Meisterw.
S 371, Anm. 1). Der betreffende Kopf steht im
Palazzo Vecchio zu Florenz, 2. Stock, in einem
kleinen korridorartigen Raum hinter der Capclla
de’ Priori di S. Bernardo, unter anderen meist
werthlosen, z. T. auch modernen Büsten magazin-
artig aufgestellt. Er ist, soviel ich in dein dnnkclcn
Kaum von unten sehen konnte, gut erhalten, mit
ungebrochener Nase, abgebrochen sind nur «He
Hängeloeken zu beiden Seiten des Halses. Der
Hals selbst ist ungebrochen und in eine moderne
Panzerbüste eingefügt. (Herrmann.)
Zu No 512/513. Der Berliner Statuette stellt
in Stil un«l Motiv sehr nahe eine, hoffeutlich echte,
Terrae«>tte der ehemaligen Sammlung Castellani
(Versteigerungs-Katalog 1884, pl. XII, No. 64‘),
aus Tanagra), die durch den beigegebenen Eros
deutlich als Aphrodite charakterisiert ist.
Zu No. 516/517: Arndt giebt im Text an,
die Zugehörigkeit des Kopfes zur Statue sei wegen
des zwischen üeschobenen Halsstückes nicht zu be-
weisen. Gewiss nicht. Vielmehr l:is«t sich mit
völliger Sicherheit nach weisen, dass der Kopf
nicht zur Statue gehört. Es ist am Torso unter-
halb des modernen Einschiebsels vom Hals ge-
nug erhalten, um erkennen zu lassen, das* der
1. Kopfnicker gespannt, der r. geltist war. (Es ist
«las auch auf der Photographie, namentlich bei
der Aufnahme in Seitenansicht, deutlich zu er-
kennen.) Demnach sass auf der Statue einstmals
| ein Kopf, der zur rechten Schulter gc-
| wendet war, und zwar ziemlich energisch, «la
die Spannung des I. Kopfnicken! relativ tune recht
beträchtliche ist. Da nun der jetzt auf der Statue
sitzende Kopf mit aller Entschiedenheit nach der
Richtung der 1. Schulter gewendet ist, so können
diese Statue und dieser Kopf niemals zu-
sammen gehOrt haben. Der Verfertiger des
zwischengeachobenen Halsstiickes hat ja denn auch
bei dem Versuch, die beiden heterogenen Elemente
miteinander zu verbinden, mit seiner Anatomie
kläglich Schiffbruch gelitten. Mit Recht trennt
also Furtwängler, Meisterw., S. 668 ff., Kopf und
Statue von einander und lässt dem erstcren eine
gesonderte Betrachtung zu teil werden. Gräfs
Versuch dagegen (Rom. Mitt. XII, S. 38), aus
Gründen mythologischer Interpretation die Zu-
sammengehörigkeit von Torso und Kopf deunoeh
vielleicht zu retten, kann gegenüber den oben be-
tonten Thntsacben nicht bestehen.
Bezüglich der stilistischen Würdigung des
i Kopfes und seiner daraus resultierenden Ent-
stchungszeit muss ich bekennen, mich dem von
Arndt oben gegebenen Ansatz (nicht vor 350),
«ler im Wesentlichen mit Köpps und Gräfs An-
sichten übereinstimmt, nicht aiiBch Hessen zu können.
Es ist mir unmöglich, diesem Kopfe mit seinen
grossen, klaren, ruhigen Flächen — man ver-
gleiche nur die ganz glatte, fast ungegliederte
; Stirn — mit den scharf und bestimmt gezeichneten
I und gegen einander abgenutzten Formen innerhalb
der Kunatentwicklung des 4. Jahrhunderts seine
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Nachtrüge.
Stelle anzuweisen. Ich muss mich vielmehr auch
hier Furtwänglors Ansicht (Meisterw., a. a. O.)
in so weit nnsehliesseu, ab er die Entstehung des
Kopfes in das 5. Jahrhundert zu rück verlegt Arndt
webt auf die Bildung des Haares „auf dem Ober-
kopf- (soll w ohl den hinter der Binde liegenden
Teil bezeichnen?) hin, die den Werken des 5. Jahr-
hunderts fremd »ei. Letzteres kann ich nicht zu-
geben. Vielmehr findet doch gerade die Art, wie
das Haar hinter der Binde in lauter einzelne,
scharf betonte und präcis modellierte, recht regel-
mässig angeordnete Locken gegliedert ist, die sich
nur in geringem Relief vom Schädel n blieben,
allein in Werken des 5. Jahrhunderts Parallelen
und entspricht einer Stilstufe, die schon durch
den Diadumenos Polyklets mit seiner weich über
die Binde hcrvorqmdlenden Haarmasse überwunden
ist Die Haarbehandlung bei dein Florentiner
Athleten (mit der modernen Vase) erscheint un-
serem Kopf gegenüber fast schon naturalistisch
und impressionistisch. Die Asymmetrie in der Lage
und Anordnung der in die Stirn fallenden Locken
ist gleichfalls durch Beispiele aus dem 5. Jahr-
hundert zu belegen. Nicht allzu weit scheint mir
die Kluft, welche in dieser Beziehung den Neapler
Kopf von dem des Omphalos- Apollon trennt, bei
dein eine solche Asymmetrie doch schon mit voller
Absicht und in Rücksicht auf eine bestimmte
künstlerische Wirkung durchgeführt ist Der (an-
geblich aus Bcneventstammende) bronzene Knaben*
köpf des Louvre kann für die Anordnung der
Lockenpartie über der Mitte der Stirn herange-
zogen werden, und für den einer naturalistischen
Behandlung sich nähernden Formen' vortrag des
gesummten Stirnlockcnkranzos bildet doch wieder,
ausser manchem Andern — man denke z. B. an den
Pctworther Athletenkopf — , Polyklets Diadumenos
mit. den auf die Schläfen herabhängemlcn Haar-
partien eine lehrreiche Parallele. Arndts Ar nutz
würde den Neapler Kopf zeitlich in die unmittel-
bare Nähe des Praxitclbchen Hermes rücken. Wie
das möglich sein soll, bekenne ich nicht zu ver-
stehen. Der ganze gründliche Wandel in den künst-
lerischen Anschauungen, der die Schöpfungen des
4. Jahrhunderts von denen des 5. unterscheidet,
hat den Neapler Kopf meines Erachtens noch
nicht berührt, dessen Entstehungszeit deshalb in
die letzten Jahrzehnte des 5. Jahrhunderts zu ver-
setzen sein wird.
Ich henütze die Gelegenheit zu einigen Be-
merkungen über den Torso, mit dein das Neapler
Exemplar des oben behandelten Kopftypns fälsch-
lich verbunden ist, um zii Gräfs Ausführungen
über denselben (Rom. Mitt. XII, S. 30 ff.) Stellung
zu nehmen. Durch den oben gefühlten Nachweis,
dass der ursprünglich auf dem Torso sitzende
Kopf nach der r. Schulter gewendet war, wird,
scheint mir, das Verständnis der gat zen Statue
wesentlich gefördert. Die der jetzigen Ergänzung
in Ausfallstellung zu Grunde liegende Idee ist
durch die nachgewiesene Kiiekwärtawendung des
Kopfes ohne Weiteres beseitigt, vielmehr deutet
eben diese Rückwärts Wendung in Verbindung mit
der Vorwärtsbewegung des Körpers darauf hin,
dass der Jüngling etwa auf der Flucht vor einem
Gegner zu denken ist, dessen drohendem Angriff
er durch das Einziehen der r. Hüfte auszuweichen
sucht. Die letztere Annahme scheint mir durch
das romplicierte Bewegungsmotiv des Oberkörpers
-- die auch von Grat", p. 72, hervorgehobene Bie-
gung, wie sie in der stark gekrümmten Mittel-
linie der Brust zum Ausdruck kommt — nahe ge-
legt, das auf diese Weise seine angemessene Er-
klärung findet. Diese meine Auffassung steht mit
der von Graf a. a. 0. vorgetrageneti in Wider-
spruch, wonach nicht ein V'or wärt» bewegen, sondern
vielmehr ein Ziisaimiicnbrechen darzustellen in der
ursprünglichen Absicht des Künstlers gelegen habe
Gräf hat eine seiner Anschauung entsprechende Er-
gänzung oder vielmehr Aufstellung des Torso auf
Tafel II zur Darstellung zu bringen versucht.
Allein diese Aufstellung lässt sich meines Erach-
tens mit den am Torso seihst zu beobachtenden
Thatsacheu nicht in Einklang bringen Gräf selbst
gieht richtig an, dass das 1. Bein des Jünglings,
wenn auch aus mehreren Stücken zusammengesetzt,
doch im Wesentlichen antik sei. Da nun im Knie
die Brüche aneinander schliessen, so sind die ein-
zelnen Teile des Beines in ihrer gegenseitigen
I*agc, und damit die Stellung des Beines so,
wie es die jetzige Aufstellung zeigt, mit
völliger Sicherheit gegeben, namentlich ist
es ganz unmöglich, den linken Fuss, wie
es Gräf p. 33 verlangt beliebig weit vom
Pal in stamm zu entfernen. Unter demselben
Fuss ist aber ein Stück der Plinthc erhalten, deren
Oberfläche doch natürlich wagerecht g. legen haben
muss. Letzteren Grund bat bereits Petersen mit
Bezug auf ein unter dem Palmstainm erhaltenes
Stück der antiken Plinthe in eiuer Anmerkung zu
Gräfs Aufsatz (S. 84) gegeu diesen geltend ge-
macht. Es ist also unmöglich, dein Torso die von
Graf geforderte Lage zu geben, wenn man nicht
gleichzeitig annehmen will, dass die Plinthe schon
ursprünglich jene stark geneigte Oberfiäche hatte
wie auf Gräfs Tafel. Pas will ja auch Graf selbst
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Nachträge.
65
nicht. Stand dagegen die Oberfläche der Plinthe
horizontal, so ist die Stellung de« Torso so wie
jetzt absolut gesichert und die Auffassung der
Statue als der eines Fliehenden, wie sie oben ver-
treten ist, sehr nahe gelegt. Auch die Richtung
der Blutstropfen widerspricht meines Krachten»
nicht der jetzigen Stellung. Ich vermag wenigstens
nicht einzusehen, dass sie bei der von Graf vor-
geschlagenen Stellung auch nur im Geringsten
eine mehr der Natur und den Gesetzen der Schwer-
kraft entsprechende Richtung verfolgen. Im Gegen-
teil macht auf Gräfs Tafel der Blutstropfen zu
Husserst 1. eine bedenkliche Abweichung von der
zu fordernden verticalen Richtung, während am
Original diese Forderung mit mathematischer Ge-
nauigkeit erfüllt wird. Also auch von dieser Seite
erfahrt die jetzige Aufstellung vielmehr eine Unter-
stützung als eine Krschüttcrung. Ob man die Figur
in dem neugewonnenen Stellungsmotiv wird mytho-
logisch deuten können, das zu untersuchen ist
hier nicht mehr der Ort. (Herrmann.)
Zu No. 522/523: Klein, Praxiteles p. 427,Anm.l.
Zu No. 531 : Das angesetzte Schulterstück I.,
dessen ganze Oberfläche nur gerauht ist, ist modern
und kann für die im Text angenommene Ergän-
zung mit eiuem Schild nichts beweisen. Das Stück
ist aus anderem Marmor, ausserdem ist au dem
antiken Teil des 1. Oberarms vorn ein kleiuer
Zipfel der Chlamys angearbeitet — man erkennt
darau das kleine, in den Zipfel eingenähte Ge-
wicht zur Beschwerung — , dessen Falteuzüge mit
denen des gerauhten Gewandes auf dem ange-
setzten Schulterstück in keiner Weise Zusammen-
gehen. Wenn also, in Abweichung von der sonst
mit vollem Recht zur Vergleichung herange-
zogenen Statue des Hermes von And ros, die
I. Schulter noch zum Teil von der Chlamys be-
deckt war, wenn ausserdem, wie im Text eben-
falls mit Recht angenommen, der untere Teil der
Chlamys um deu 1. Vorderarm geschlungen war,
so wird die weitere. Ausstattung dieses Armes
mit einem Schild doch recht unwahrscheinlich.
(Herrmann.)
Zu No. 534 535: Der Torso ist jetzt in die
Inucnräume des Museums, Sala dei capolavori,
% ersetzt. (Herrmann.)
Zu No. 547 — 54‘J: Arndt, la glyptotheque Ny-
Carlsberg p. 20.
Zu No. 560: Auf Grund der auf den Hüfteu er-
haltenen Stützenreste wird oben im Text ange-
nommen, die bei deu Arme der Statue seien ge-
senkt gewesen. Dem steht die nur einige Zeilen
weiter ausgesprochene, an die Rruclistelle auf der
I. Schulter auknüpfende Vermutung entgegen,
der .Jüngling habe ursprünglich eine Lanze oder
Palme geschultert. Dann könnte aber der I Unter-
arm eben nicht gesenkt, sondern er müsste, wie
beim Doryphoros, bis zu horizontaler Lage er-
hoben gewesen sein. Trotzdem wird die letztere
Annahme die richtige und der Stützenrest auf der
I. Hüfte so zu erklären sein, dass die Stütze zuu»
Halt des erhobenen Unterarmes diente, also ent-
sprechend der in demselben Saal aufgestellten
Replik des einschenkenden Satyrs. Man erkennt
an dem erhaltenen Rest noch deutlich, dass die
Stütze ursprünglich schräg nach oben lief, wodurch
unsere Annahme besonders empfohlen wird Die
Hüften sind keineswegs gleich weit atisgebogcn,
auch der Stand der Beine war durchaus nicht
ziemlich gleich. Vielmehr ist die Ausbiegung «1er
1. Hüfte ganz entschieden betont, hier war also
das Standbein, und nicht das !., sondern vielmehr
das r. Bein war vor und zur Seite gesetzt. Dem
entspricht der ganz verschiedene Zug der Inguinal-
falten, die Senkung der 1. Schulter und die Krüm-
mung der Mittellinie der Brust. In Verbindung
mit der Drohung des Kopfes ergiebt sich also ein
ziemlich bewegtes Motiv. Nicht die zum Ver-
gleich lierangezogene, viel einfachere und ruhigere
Knabenstatue von der Akropolis (Athen. Mitt
1880, Tafel I), sondern vielmehr da» Urbild des
Stephanos- Athleten würde etwa die nächste Paral-
lele zu unserem Torso bilden. Da dieser, wie auch
ich glaube, ein griechisches Original ist, und da
das oben für ihn erschlossene Motiv thatsächlich
genau mit dem Stephanos- Athleten übereinstimmt,
»o könnte inan auf die Vermutung kommen, «lass
uns in dem Palenuitaner Torso und in der Statue
des Stephano« Urbild und (modificicrtc) Copie
nebeneinander erhalten seien Dennoch ist das
nicht recht wahrscheinlich, schon der Grössen-
unterschied macht bedenklich. Vielmehr werden
wir cs hier, in ähnlicher Weise wie bei den älteren
sogen. * Apollon“ -Figuren, mit einem Zeittypu» zu
thuu haben, der von verschiedenen Künstlern und
in verschiedenem Sinne benützt und verwendet
wurde. Die nicht geringe Bedeutung des Palcr-
mitaner Torso liegt dann darin, dass er lins von
der stilistischen Eigenart, der charakteristischen
Formenspracbe desjenigen Werkes, da» uns in der
Statue des Stephanos in einem gründlich ver-
wässerten Aufguss erhalten ist, die lebendigste
und klarste Vorstellung vermittelt. (Herr mann.)
Zu No 553: Kjellbcrg, Asklepios II, p. 24,
Anm 5; p. 32 — Klein, Praxiteles p. 424, Anm .
No. 6.
5
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66
Nachträge
Zu No. 554: Zu dein Kopf notierte ich mir vor
dein Original, das» er nicht praxitcliseh, wie im
Text angegeben, sondern ebenfalls archaisierend
sei, mit dem bekannten Nackenschopf lind, wenn
auch nicht erhaltenen, so doch durch Reste indi-
cicrten, geringelten Schulterlocken. (Herrmann.)
Zu No. 558: Eine weitere Replik des Fan-
Kopfes befindet sich im Thorvaidsenmuseiun in
Kopenhagen, No. 18 (erscheint in der nächsten
Serie).
Zu No. 559 d: Allerdings ist der ganze Baum-
stamm bis dahin, wo die modernen Ergänzungen
oben überhaupt beginnen, antik, also etwa bis zur
llaWmhe der Figur. Von da an mit Kopf und
Annen modern, da« Itaweguiigsmotiv der letzteren
also Erfindung des Ergänzeis. Herrmann.
Zu No. 583: Die Haare des Oberkopfessind, wie
mau am Original siebt, thatsächlich plastisch aus-
geführt. Der Mann trägt also nur die Rinde mit
herabhängeiideii Enden, nicht eine helmartige
Kappe. Im Nacken die Haart olle. (Herrmann.)
Zu No 566: Vor dem Original hatte ich kein Be-
denken, die verwitterten Reste oberhalb des Altars
dennoch als Flammen anznsehen. Die Darstellung
links vom Altar ist im Original deutlich zu er-
kennen Es steht dort eine zweite Frau, etwa
eil face, während der Kopf nach r. rückwärts ge-
wendet ist. ln meinen Notizen finde ich weiter
die Angabe, dass sic in der Rechten einen zweiten
Vogel hatte, dessen Flügel man erkenne. Das ist
mir angesichts der Photographie nicht mehr ganz
klar* Wahrscheinlich bezieht sich die Angabe auf
die undeutlichen Reste I. neben dem Kopf der
Frau, in denen wohl die hoch erhobene, den Vogel
haltende r. Hund derselben zu erkennen ist.
(Herr manu.)
Vgl. den Sarkophag mit dem Triumphzug
iles Bacchus im Palazzo Hianco in Genua (Phot.
A. Noack No. 6738).
Zu No. 575/576: die Statue wird iu ver-
schiednen Dötailanfnahmen in Serie V publiciert
werden. Sie ist weitaus die beste der Parthenos-
repllken.
Zu No. 579: Maionica in der Festschrift für
Benndorf p. 296 fl’.
Zu No. 583 584: Abguss in Heidelberg, No. 171.
Zu 589—591: Puschi in „Atti del mtiseo
civieo di antichitä in Trieste“, No. 2, 1897, p. 35 tT.
und tav X.
Zu No 595 B: nach frdl. Mitteilung E Lnwvs
völlig Überarbeitet.
Zu No. 697,598: das Relief war, wie Arndt
vermutet hatte und wie ich an den Tarentiner
Originalen constatiert habe, die Vorderseite eines
Kastens, vermutlicher einer Arula, die niedriger und
kleiner, als in TarenL und sonst in Griechenland
gebrauch lieb, gebildet war. Die Schmalseiten sind
mit einer aus stacldichtem Akanthos einpor-
wachsenden Blume verziert; die Arula war
schwerlich, wie sonst, geschlossen und ist, wie
oft, ohne vertretenden Rand und unten ohne
Boden. Die Länge beträgt 0,265, die Breite 0,21
(über den Kopfleisten gemessen), die Höhe 0,225.
(Petersen.)
Zu No. 599: Ein ähnliches Blech im Bronze-
saal des Louvre, No. 407 (Phot, Giraudon 192).
Zwei weitere sind abgebildet im Auctionskatalog
der Sammlung des t av. Luigi Saulini Rom, Hotel
de vente Sangiorgi, 24./26. April 1899); pl II, lüO.
Aus Praeneste. — Vgl. ferner Bull. d. Jst. 1851,
p 58.
Zu No. 604 c (= 605b : Klein, Praxiteles p. 56,
Anui., No. 26.
Zu Nu 606a: Klein, Praxiteles p. 193, Anm 1.
Zu No. 613—616: Furtwänglcr, griccli. Ori-
giualstatuen in Venedig, p. 291 f.
Zu No. 621: Duhn, Bronze der früheren
Sammlung Ancona, in den .Neuen Heidelberger
Jahrbüchern** 1893, p. 98 tf.
Zu No. 633/634: Furtwängler, Meisterwerke
p 424.
Zu Nu 635/636: Furtwängler, Sammlung
Somzec, Text zu Taf. VII, No. 9 und p 79. —
Klein, Praxiteles p. 393, Anin 2, Ko. 1.
Zu No. 637/638: ein w eiteres verwandtes Werk
ist der Kopf einer Artemisstatuette in der Glypto-
thek Ny-Carlsberg (No. 4fi), eines reizvollen
griechischen Originals der zweiten Hälfte des
4. Jahrh.
Zu No. 698—701: Klein, Praxiteles p. 387,
Anm. 1.
Zu No. 706a: Furtwängler, zu den Tempeln
der Akropolis von Athen (bayr. Akad.-Ber.
1898), p. 367 fl'. — Furtwftnglera Gedanke, die
, Athene der Ecole des beaux art» in den Ostgiebel
des Parthenon zu stellen, ist, abgesehen von
anderen Gründen, schon deshalb unrichtig, weil
das Pariser Exemplar, das jetzt bequem zugäng-
lich und in vortrefflicher Beleuchtung aufgestellt
ist, sicher kein Original, sondern römische Kopie,
nicht einmal erster Qualität, ist- Amelung und
! ich haben dies unabhängig von eiuauder vor dem
Marmor festgestellt.
Zu No. 707: Furtwängler, griech- Original*
■ Statuen in Venedig p. 309, Anm. t.
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Nachträge. 6 1
Zu No 708: Furtwängler, griecli. Original-
statuen in Venedig p. 313.
Zu No 710,711: Ainelung bei Pauly-Wissowa
». v, Chiton Sp 8821.
Zu No. 714: Klein, Praxiteles p. 419, Anin. 2.
Zn No. 715: Klein, Praxiteles p. 390, Anm. 1,
No. 2.
Zu No. 716: Furtwängler, griecli. Original-
statuen in Venedig p. 310, Anm 1. — Klein,
Praxiteles p. 364, Anm 2, No. 6.
Zu No. 718 720: Kjcllberg, Asklepios II,
p. 37, Anm.; p. 38; p. 40, Anm. 1; p. 42; p. 43
Zu No. 724: vgl. Athen Mitt. d. J. 1897,
p. 380, Anm. 4.
Zu No 728: Stiiduiczka, Jahrbuch d. J 1896,
p. 257 unten.
Zu No. 737: Furtwängler, zur Venus von
Milo (bayr. Akad.-Ber. 1897), p. 418, Anm. 1;
darnach (Jrabrelief.
Zu Serie III, p. 29, rechts: die Statuette eines
liegenden Jünglings in der Sammlung Nelidow (jetzt
in Rom) ist von Treu im 3. Textbaud zu „Olympia“
p. 221 f., Fig 248 abgebildet und als Dionysos
erklärt worden. — Die hellenistische Bronze eine*
stellenden Nackten ist von O. Wulff, Alexander mit
der Lanze, Berlin 1898, veröffentlicht worden.
Zu dem Asklepiostorso: Kjcllberg, Asklepios II,
p. 26, Anm.
Zu No. 741: die Inschrift ist ~\ Md»F.IMJN zu
lesen (Sal. Kein ach.)
Zu No. 743/744: jetzt in Dresden; Arch. Auz.
1898, p. 54, No. 4.
Zu No. 745—750: Kckule in der Festschrift
für Benndorf p. 121 ff.
Zu No. 756: ans einer ähnlichen (inippe, wie
der Kaukasos des Berliner Prometheusreliefs aus
Pergamon? (Bulle.)
Zu No. 759: Der Statue ist jetzt der r. Unter-
schenkel angefügt, der mit der Bruchtläche ge-
nau anpasst. Als ich sie sah (atu 5. September
1898), sagte der anwesende Museumsvorsteher, das*
die Anfügung etwa vor zwei Monaten vorge-
nommen sei. Das neu angesetzte Bruchstück soll
nach der gleichen Quelle an derselben Stelle,
in einem Brunnen, gefunden sein, wie der Torso.
Man habe den Bruuuen ausgeräuint, und unter
den heratisgeworfeneu Bruchstücken habe sich
der betreffende Unterschenkel gefunden
(Herrin a nu.)
Zu No. 762: vgl. Friederichs- Wolters 1509.
Zu No. 766: Die Statue ist der des sogenannten
Sex t us von Chaeronea in der Sala della Biga sehr
ähnlich, aber als Wiederholung kann man sie
nicht bezeichnen Die Anlage des Mantels ist
dazu doch gar zu verschieden, wie eine Verglei-
chung mit den Abbildungen bei Visconti, Mus.
Pio dem. III, 18 und Pistolesi, Vatic. descr. VI, 10
ohne Weitere» lehrt- (Herrmaiin.)
Zu No. 768: Klein, Praxiteles p. 108, Anm.,
No. fl.
Zu No 777—780: Studniczka in der Fest-
schrift fiir Benndorf p. 169
Zu No. 799: Klein, Praxiteles p. 361, Anm 1,
No 5.
Zu No. 800: Treu in der Festschrift für Beim
dorf p. 108.
Zu No. 806 - 807: Ainelung bei Pauly-Wissowa
s. v. Chiton Sp. 2314. — Artidt, la glyptotheque
Ny-Carlsberg pl. 38-40, p «5 ff.
Zu No. 809/810: eiue weitere Replik des Dio-
medeskopfes (schon von P. Herrmann in Furt-
wänglers „Meisterwerken“ p. 316, Anm 2 als
solche vermutet) in Madrid (Prado, äussere (lal-
lerien), sehr gut erhalten, aber von flauer Arbeit;
wird in Serie V veröffentlicht werden. - Ainelung,
Bull com. 1897, p. 196, Anm 3.
Zu No. 817: Klein, Praxiteles p. 365, Anm.,
No 6.
Zu No. 822: eine vierte Replik des Typus,
dieses Mal der Münchner entsprechend mit Fell,
im Palazzo reale in Oenua, wird in Serie V ver-
öffentlicht werden.
Zn No. 8:16/837: Furtwängler, griecli Original-
statuen in Venedig p. 308, Anm. 3. — Amelung
bei Pauly-Wissowa s. v. i'hiton, Sp 2317.
Zu No. 840 -843: ein sehr verwandter Kopf,
aber keine Replik, in der .Sammlung der Madrider
Kunstakademie , wird in Serie V veröffentlicht
werden.
Zu No. 847 848: Klein, Praxiteles p. 392,
Amu., No. 2.
Zu No 853 854: Treu in der Festschrift für
Benndorf p 105
Zu No. 855 856: Kjcllberg, Asklepios II, p. 5 f.
Zu No. 857 858: Klein, Praxiteles p. 414.
Anm. 1.
Zu No. 869 871: Treu in der Festschrift für
Benndorf p. 105.
Zu No. 875/876: Das Original befindet »ich
auf einer Statue des Louvre, No. 485 in der Salle
de la Pallas de Velletri. Der Marmor de« Kopfes
ist grossköruig, der der Statue feinkörnig. Er-
gänzt sind Flicken an den Brauen, Nase, Mund,
Kinn, Flicken der linken Wange, Hals mit Locken,
beide Unterarme mit Händen, Teile der Falten,
beide Füsse und Ränder der Plinthe. Die Zu-
5*
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6K Nachträge
gchOrigkeit de» Kopfe» ist also »o gilt wie aus-
geschlossen.
Kopf und Figur sind erwähnt l>ei Klein.
Praxiteles p. .'164 f. Die Statuen, die dort Anui. 3
als Repliken der Figur angegeben »ind, stellen
ihr thatsäehlicli nicht so nahe. F.s sind alles
sellntändigc Variationen de» dort behandelten
Kore-Typus. Klein'» No. 4 hat in dieser Reihe
gar nicht» zu thun. (Ainelung.)
Zu No. 877 878: Klein, Praxiteles p. 392,
Anin , No. 4
Zu 879 880: der Kopf ist der Statue de»
Louvre No 883(Löwy, Kilnstlerinschriftcn No 293;
Phot, Oirandon) aufgesetzt; ergänzt (nach
frdl Mitteilung von A Heren de Villefosse): der
llehnkainm mit dem Busch (fehlen im Abguss ,
die Nase, das r. Ohr, Kleinigkeiten am Halse
Zu 881 882: Studniczka, Festschrift für Benn-
dorf p. 187
Zu No. 887: Treu im Jahrh d. Inst. 1897,
p. 101 f. Darnach zur fllnften .Sildwetopc ge-
hörig
Zu No 893: Furtwängler, griech Original-
statuen in Venedig p. 309
Zu No 894,895: Klein, Praxiteles p. 110,
Antn. (dort fälschlich: „No. 285 286“).
Zu No 899/900: Klein, Praxiteles p. 353,
Aum. 2. — Amelung, Bull, com 1897, p. 127,
Anm. 1
e. »,ft>r » , s
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f A t-f • ~l
VERLAGSANSTALT F. BRÜCKMANN A.-G. IN MÜNCHEN
Photographische Einzelaufnahmen
ANTIKER SCULPTUREN
Serien zur Vorbereitung eines Corpus Statuarum
Herausgegeben
von
PAUL ARNDT und WALTHER AMELUNG
Jedes Blatt auch im Einzelverkauf zu beziehen
Serie V
Mit Beiträgen von
HEINRICH BULLE, ADAM FLASCH, ANDRfi JOUBIN, EMANUEL LÖWY,
ADOLF MICHAELIS, FERDINAND NOACK, JOHANNES SIEVEKING
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Bezugsbedingungen.
Die vorliegende Publication int nicht durch die Buchhandlungen, weder im Abonnement
noch in einzelnen Blättern, sondern ausschliesslich direct von der Vcrlagsanstalt
F. Br tick mann A.-G. in München 20 zu beziehen, welche, um die Erreichung des wissen-
schaftlichen Zweckes des Unternehmens zu ermöglichen, Herstellung und Versendung über-
nommen hat, ohne daraus ein eigentliches Verlagsobject zu bilden.
Die erste Serie umfasst 278 Nummern, davon
8 Blatt im Format von 24 : 30 cm zu 1 Mark
‘25 „ „ „ „ 18 : 24 „ „80 Pfennigen
245 „ „ „ „ 18 : 18 „ „ 50
Die zweite Serie (Nr. 279—578) enthält 300 Blatt in Cabinctformat zu 50 Pfennigen.
Die dritte Serie (Nr. 579 — 900) enthält 922 Blatt in C'ahinetformat zu 50 Pfennigen.
Die vierte Serie (Nr, 901 — 1200) und die fünfte, vorliegende Serie (Nr 1201—1500)
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Für die Abonnenten tritt eine Ermäasigung von 20"/» ein, sodass die beiden ersten
Serien je 120 Mark, die dritte Serie 128 Mark 80 Pfennige und jede weitere Serie wieder
120 Mark kostet.
IlkUSI». sIstMs.
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Ais neue Abonnenten sind seit dem Erscheinen der letzten Serie
hinzugekommen :
In Dänemark,:
Das k. Museum von Gipsabgüssen in Kopenhagen.
In England:
Das Fitzwilliam-Museum in Cambridge.
In Frankreich:
Die Universität in Montpellier.
In Russland:
Die Antikensammlung der Kais. Ermitage in St. Petersburg.
In der Schweiz:
Herr Professor Dr. J. J. Bernoulli in Basel.
Dagegen haben das Abonnement aufgegeben : Die künigl. Bibliothek in
Berlin und Mrs. Strong-Sellers in London, so dass die Gesammtzahl unserer
Abonnenten jetzt 48 beträgt.
Durch Abnahme einzelner Blätter haben unser Unternehmen unterstützt:
In Amerika: Miss Stetson.
In Braunschweig: Frl. Marie Daeneke.
Frl. Mathilde Vierthaler.
Herr Prof. Dr. P. J. Meier.
In Jena: Herr Prof. Dr. F. Noack.
In Königsberg: Herr Geheimrat Director Prof. Dr. E. Grosse.
In München: Herr Director Prof. Dr. A. Furtwüngler.
In St. Petersburg: Herr Oberlehrer R. von Kieseritzky.
In Strassburg i. E.: Herr Oberlehrer Dr. Ruhland.
1*
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Das finanzielle Ergebnis der Publication ist der Art, dass der Verleger
von dieser Serie ab den Mitarbeitern ein, wenn auch bescheidenes, Honorar zu
zahlen im Stande ist. Fllr gut ausgeführte, zur Publication geeignete Negative des
Formates 13:18 cm werden wie bisher 4 Mark bezahlt. Wir ersuchen insbe-
sondere unsere jtlngeren Fachgenossen , dem Unternehmen in dieser Form ihre
Unterstützung zu schenken.
Der nächsten Serie wird voraussichtlich ein ausführlicher Index Uber das
bisher Erschienene beigegeben werden. Für die kommenden Serien liegen Auf-
nahmen vor aus Spanien und Venedig (wo alles Erreichbare photographiert worden
ist), Kreta, Weimar.
Auf Beigabo von Nachträgen wollen wir in Zukunft aus praktischen
Gründen verzichten. Jeder der beiden Herausgeber hat hingegen für jedes bisher
erschienene Blatt einen besonderen Act angelegt, auf welchem neue thatsächliche
Angaben, die inzwischen erschienene Litteratur, sowie treffende stilistische Be-
obachtungen eingetragen werden. Diese Nachträge sollen später in geeigneter
Form den Abonnenten zur Kenntnis gebracht werden.
Um das Girieren unserer Publication zu erleichtern, werden fortan nicht
mehr die ganzen Seiten , sondern die einzelnen Spalten des Textes nummeriert
werden.
Von befreundeten Seiten werden uns zum Aufziehen der Photographien
anstatt des gewöhnlichen starken Pappcartons die Klebeleinwand von Dr. A. Hesekiel
& Co., Berlin NO 18, sowie die Toile adhäsive „Linotype“ der Firma J. Gautier,
Paris, Boulevard Beaumarchais 81, empfohlen. Doch haben nach unseren Erfahr-
ungen beide Stoffe den Nachteil, dass die Photographien dann keinen Rand
haben zum Einträgen von Notizen, die Rückseite aber nicht beschrieben werden
kann, sowie dass der Preis dieser Fabrikate ungewöhnlich hoch ist. Die Verlags-
anstalt Bruckmann ist übrigens bereit, das Aufziehen einer Serie von 300 Blatt
auf starkem graublauen Carton itn Format 19 : 24 cm zum Preise von 24 Mark
zu übernehmen.
Der Titel der Unternehmung hat auf mehrfach geäusserten Wunsch hin eine
Aenderung erfahren. Wir bitten, die Publication künftig unter dem Namen
„Einzelaufnahmen“ (E-A) oder (unlogisch, aber praktisch) „Einzel verkauf“ (E-V)
citieren zu wollen.
Von Recensionen sind ein mit ,,M“ gezeichneter Bericht in der Frankfurter
Zeitung vom 7. April 1900, sowie die Besprechung von Gräf (Jahresbericht Uber
antike Plastik, in Bursians Jahresbericht CX [1901] S. 74) zu erwähnen. Der Auf-
forderung, unsere Texte kürzer zu gestalten, können wir nicht nachkommen, da
wir nicht nur für Andere Arbeitsmaterial herbeizuschaffen beabsichtigen, sondern auch
selbst eine wenigstens vorläufige Einordnung und Würdigung der einzelnen Stücke,
die wir veröffentlichen, geben wollen.
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Wir erwarten im Übrigen vom Rechtlichkeitssinn unserer Fach-
genossen mit Bestimmtheit, dass Keiner von ihnen den weiteren Ab-
sichten, die wir mit dieser unserer Unternehmung verfolgen, durch
ähnliche Veröffentlichungen oder durch Ausbeutung der unsrigeu
hindernd in den Weg tritt.
Unsem Mitarbeitern herzlichen Dank für ihre Hilfsbereitschaft! Adam
Flasch müssen wir ihn ins Grab nachrufen.
München und Rom, Februar 1902.
Paul Arndt.
Walther Amelung.
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Inhalt
Spalt«
Nr. 1201 — 1265. Athen, Nationalmnsenin 1 — 32
„ 1266 — 1273. Athen, Nationalmuseum, Magazine 32 — 34
„ 1274 — 1287. Athen, Akropolismuseum 3-1 — 37
„ 1288 — 1297. Athen, Kunstbandel 37 — 39
„ 1298 — 1299. Kleuaiä, Museum 39 — 40
„ 1300. Oropos, Ainphiareion 41
„ 1301 — 1303. Thespiae, Museum 41 — 42
„ 1304 — 1306. Patras, Dimarchie 43
„ 1307 — 1309. Patras, Gymnasion 43—46
„ 1310. Kloster Lukü (Tbyreatis) 46
„ 1311 — 1324. Sparta, Museum .............. 46 — 51
„ 1325—1328. Corffi, Gymnasion 51—52
„ 1329. Andros, Palaeopolis 52 — 54
„ 1330 — 1332. Paros, Museum 54
„ 1333. Paros, Ortschaft Kustos 54 — 55
„ 1334 — 1337. Paros, Privatbesitz 55
„ 1338 — 1344. Smyrna, Kräng. Schule 55 — 58
„ 1345 — 1350. Smyrna, Konak 58 — 59
„ 1351 — 1352. Smyrna, Sammlung Gaudin 59—60
„ 1353. Konstantinopel, Kunsthandel 60
„ 1354 — 1355. Itom, Palazzo Aldobrandini 60 — 61
„ 1356 — 1357- Rom, Privatbesitz 61 — 63
„ 1358 — 1365. Genna, Palazzo reale 63 — 66
„ 1366 — 1370. Genua, Palazzo bianco 66—68
„ 1371 — 1372. Genna, Villa Gruber 69—70
„ 1373 — 1380. l'dine, Klient. Sammlung Cernazai • 70 — 71
„ 1381 — 1383. Trient, Museo mnnicipale 71 — 75
„ 1384—1408. Aix en Provence, Muse« 75 — 80
„ 1409 — 1430. Nimes, Maison carree 81 — 88
„ 1431. Nimes, Kcole des beaux-arts 88 — 92
„ 1432 — 1435. Mannheim, Grossherzogi. Antiquarinm 92 — 93
„ 1436 — 1443. Karlsrahe, Vereinigte Sammlungen 93 — 99
„ 1444 — 1447. Schloss Krbach 99 — 102
„ 1448 — 1451. Dannstadt, Sammlung von Heyl 103 — 105
„ 1452. Würzburg, Privatbesitz 105
„ 1453—1459. München, Sammlung Georg Hirth 106 — 107
„ 1460 — 1475. Jena, Sammlung Schott 107 — 110
„ 1476 — 1488. Kopenhagen, Thorvaldsenmnsenm 110 — 117
„ 1489 — 1500. Escorial, Codex Escorialensis 117 — 122
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1
Athen.
2
Athen.
Nationalmuseum.
1201 und 1202. Jugendlicher Kopf.
Kavvadias65. Etwa* unterlebensgross. Die Angen
waren aus anderem Stoffe eingesotr-t. An den
Seiten fielen Schultorlocken herab. Erwähnt:
Arndt - Amelung , Einzclaufnahmen, n° 427/428;
ebenda, Nachträge zu Serie IV, n0 427 128; Arndt,
laGlyptotlieque Ny-Carlsberg, Text zu pl 16, note 1
Furtwänglcr, Statuencopien I, p. 13. Die freieren
Gcsichtszügc contrastieren mit der altertümlichen
Haarfrisur: es bleibt zu untersuchen, ob dieselbe
bewusstem Wiederaufnehmen archaischer Formen
ihre Anwendung verdankt, oder ob sie ein älteres
Detail ist, das eich in jüngere Zeit hinüber ge-
halten hat. Nach Furtwänglcr Kichtung des
Kallimachoa. Die Arbeit des Kopfes ist leblos
und nüchtern, seine Benennung zweifelhaft.
(Arndt.)
1203 und 1204. Weiblicher Kopf. Kavva-
dias 381. Sybcl 718. Arndt, la Glyptotheque Ny-
Carlsberg, Text zu pl. 43. Etwas unterlcbeusgross.
Locher für Ohrringe. Auf der Rückseite nur an-
gelegt Binden quer über die Stirn und um den Obcr-
schädel; das Haar des Hinterkopfes in der Sphcn-
done. Bei schlechter Erhaltung und harter Arbeit
interessant als ältere Vorstufo von Typen, wie
der sog. Madrider Sappho (Aphrodite phidiasischer
Zeit: Furtwängler, Meisterwerke p 98 ff.) und
den «Glyptotheque Ny- Carlsberg« a. a. 0. zu-
sammcngestcllten Köpfen. (Arndt.)
1205 und 1206. Weiblicher Kopf. Kavva-
dias f>50. 1883 in Theben gefunden. Sehr grob-
körniger Marmor (nicht pcntclischcr, wie Kavva-
dias angiebt). Wiederholung des Kopfes, der auf
der Artemis Colonna (Berlin 69) nicht zugehörig
aufsitzt (vgl. oben zu n° 337). Der Typus scheint
im Anfang des 4. Jahrb. geschaffen worden zu
sein und, nach der Zahl der Repliken zu urteilen
— eine weitere ist unlängst in die Glyptothek
Ny-Carlsberg gelangt — , sich grosser Beliebtheit
erfreut zu haben. Auch auf dem Sarkophage der
Klagcfraucn in Konstantinopel finden sieh ähnliche
Köpfe. Vgl. Klein, Praxiteles, p. 344 ff. Zu welcher
Statue der Typus gehört, Ist noch nicht bekannt.
Die Arbeit des vorliegenden Excmplares ist nicht
ilbcl, die Erhaltung dagegen schlecht (A rn d t.)
1207—1209. Jünglingskopf, sog. Jnba.
Kavvadias 467; dort die ältere Litteratur. Etwas
nnterlebensgross. Die auf den Fundort (die Atta-
loestoa in Athen! sich gründende Deutung auf
Juba II. von Mauretanien, die von Brunn aufge-
stellt worden ist, entbehrt jeglicher Wahrschein-
lichkeit; vgl. Helbig, Führer 'I, 426. Der Kopf
stellt vielmehr offenbar einen jugendlichen Ath-
leten dar, der sich ein Tuch in mehrfachen Win-
dungen um den Schädel geschlungen hat, ver-
mutlich zum Schutze bei palästrischcn Übungen,
wie wir dies auch sonst auf Denkmälern sehen
(vgl Brunn-Bruckinann, Tafel 527, und das im
Text dazu Bemerkte). Der Kopf ist meines Er-
achtens eine feine, bisher nicht gewürdigte, Ori-
ginalarbcit des 4 Jahrhunderts. Die von Kavva-
dias unter n° 458 erwähnte, am gleichen Orte
gefundene Wiederholung des Typus ist mir in
Athen nicht zu Geeicht gekommen. (Arndt.)
1210 und 1211. Jünglingskopf. Kavva-
dias 364. Sybel 684. In Athen gefunden. Ge-
schwolleno Athletenohren. Sehr individueller Ty-
pus frühestens vom Ende des 4. Jahrh. Die
Lippenränder sind durch eine feine Linie ange-
geben; darnach ist der Kopf Kopie nach Bronze
Harte Arbeit. (Arndt.)
1212. Attisches Urkundenrclicf, Vom
Südfuss der Akropolis. Foueart, Bull, Corrcsp
hellen. 1878 T. X p, 37 ff. CIA II 2,653; IV 2. p. 17T.
Sybel 4012. Fried. -Woltem zu No 1158. Leliuer
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Athen.
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Athen. Schatzverzeichn, p. 127 f. Collignon, Hist,
do la Sculpt. II F. 71. — Die Urkunde, welcher
unser ltelicf als Krönung dient, ist das Protokoll
betreffend die Übergabe des Schatzes der Athens
und der anderen Götter seitens der Schatziueister-
kommission des Jahres 398/7 vor Ohr. an jene
des darauffolgenden Jahres. Dargestcllt ist
Athens, in deren R. ein würdevoller bärtiger
Mann die seinige legt. In diesem hat man einen
der anderen Götter, den Demos, endlich den
Vertreter des Reamtcnkollegs, auf welches die
Urkunde sich bezieht, erblicken wollen. Keine
dieser Deutungen ist einwandfrei; die Wahr-
scheinlichkeit jeder einzelnen kann nur an einem
Überblick über den Sprachgebrauch dieser Reliefs
abgewogen werden, der an anderer Stelle gegeben
werden soll. Die Abhängigkeit der Athena vom
Gohlelfenbeinbitde des Pbeidias bedarf, trotz der
Verkleinerung bezw. Vereinfachung von Acgis
und Helm, keines Hinweises. Für das Motiv der
männlichen Figur, in Relief und Zeichnung von
der Mitte des 5. Jahrh. ab in verschiedenster
Verwendung beliebt, liegen dio Vorbilder sicher
noch jenseits des Parthenonfrieses. Vgl. auch
No. 1256. Unser Relief ist eines der sorgfaltigst
ausgeführten seiner Gattung Die liebevoll
spielende Bewegung der Gewandsäuine bildet in
anderen gleichzeitigen Reliefs Analogien.
(Löwy.)
1213. Attisches Urkunden rclief. Schöne,
Gr. Rel. No. 48. CIA II 1, 6«. Sybel 33«. Fried.-
Wolters 1163. v. Nullet, ßcschr. d. aut. Münzen II
p. 103 f. No. 36. v. Scala, .Staatsverträge d. Altert. I
No. 191. Dittenberger, Syll.’ I, 115. — Die Ur-
kunde, aus dem Jahre. 856/5 vor Chr , betrifft iu
dem erhaltenen Teile Verhandlungen mit Abge-
sandten des thrakischcn Neopolis, wahrscheinlich
den Alischhias eines Bündnisses. Demgemäss
reicht im Relief Athena der durch die Inschrift
auf dem Sims als Parthenos bezeichneten Stadt-
göttin von Keo))olis die Hand. Athena ist wieder
im pheidias'schen Typus dargestcllt; die Parthenos,
in deren Kleinheit sich das politische Macht-
verhältnis ansspricht, giebt sicher das heimische
Idol wieder, dessen Aussehen dem attischen Stein-
metzen offenbar durch Münzen vermittelt wurde.
(Löwy.)
1214. Attisches Urkundenrelief Schöne,
Rel. No. 93. CIA II 1,69. Sybel 316. Fried.- Wolters
1164. Dittenberger, Syll.’ I. 116. — Die Inschrift,
vom Jahre 355 4 vor C'hr., enthält die Verleihung
der erblichen Prozente an die Bewohner einer
hellrspontischen Stadt für eine wichtige Meldung
während des Feldzuges des Cliares gegen die
abtrünnigen Inseln des thrakischen Meeres. Das
(durch Abschlagen auf die Silhouetten beschränkte)
Relief stellt im Sinne und offenbar im Aufträge
des Geehrten diesen selbst dar, wie er in an-
betender Huldigung der Göttin Athens für die
Auszeichnung dankt. Eben den Geehrten hat man,
gewiss richtig, in dem links hinter Athena heran-
sprengenden Reiter vermutet — ein in diesen
Kunstwerken nicht befremdendes Beispiel naiv-
kompletierender Darstellung. In der Athena ist
die Anlehnung an die pheidias’sche Statue
besonders eng : im abgesetzten Schild die Schlange,
auf der Hand die Nike. Letztere hält nach
Schöne's Zeichnung einen Kranz. (Löwy.)
1215. Attisches Urkundenrelief. Arch.
Dritten 1891 p. 89 No. 23. CIA IV 2, &3c A. Körte,
Athen. Mitt. 1893 p. 253 ff. Phot. Inst. Ath. NM 229.
— Die geringen Reste der Inschrift unter dem Relief
ergeben nichts für die besondere Beziehung der
Darstellung. Nach den Aufschriften auf dem
Epistyl sind die beiden grösseren Gestalten
Ampluaraos und Hygieia, der wohl durch Be-
kränzung (dies hier wahrscheinlicher als Hand-
aufiegen, s. No. 1232) seitens der Letzteren Geehrte
heisst Artikleides. Das Relief kam in der Gegend
des sog. Theseion zum Vorschein. Auch andere
eben daher rührende Funde bezeugen ein städti-
sches Heiligtum des Amphiaraos; Verdienste um
dieses mochten die öffentliche Ehrung des Ar-
tiklcides veranlassen. Amphiaraos ist ganz nach
einem für Asklepios geläufigen Typus (vgl.
No. 1224 f.) gebildet (s. Körte a. 0. und Reisch,
Festschr. f. 0. Benndorf p. 143 ff.); bis auf den
anders bewegten r. Arm und die fehlende Schlange
entspricht er genau der am reinsten durch eine
epidaurischc Statue (Athen. Mitt 1892 T. I p. 1 ff.)
vertretenen Varietät, deren Erfindung Wolters
(ebenda) der Zeit des Praxiteles zuweist. Nicht
früher ist, glaube ich, unser Relief anznsetzen;
die in der Photographie erkennbaren Schriftreste
widersprochen wohl nicht Hygieia ist nahezu
identisch mit der von No. 1232; zum Krug in
ihrer Hand vgl. No. 1220. Wie sonach in der
Erfindung der Figuren sich ein besonderes Maas
von Abhängigkeit kundgiebt, bo herrscht in der
Durchführung starke Eintönigkeit und fehlt es
zwischen den nur für den Beschauer posierenden
Figuren an innerer Verbindung. (Löwy.)
1216. AttischesUrkundenrelief. Schöne,
Rel. No. 94. Sybel 337. — Die mit den unteren Partien
der Figuren weggebrochene Inschrift bezog sich,
wie aus der erhaltenen Adorantenfigur hervorgeht
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&
Athen
6
(vgl. zu No 1314), auf Ehrung einer oder mehrerer
Personen. In dem fehlenden Teil rechts können
noch andere Sterbliche oder etwa ein (bekrän-
zender) Demos als Gegenstück zu der links hinter
Athena befindlichen, inschriftlich bezcichneten
Bule gestanden haben. Letztere, wohl für den
Gebrauch dieser Reliefs erfunden, lehnt sicli im
Allgemeinen an matronaie Göttertypen des aus-
gehenden 5. Jahrh. an. Ob die in der Athena
vorliegende Erweiterung resp. Abänderung des
Parthenostypus durch den Mantel und den dem
jüngeren Ideal gemäaseren korinthischen Helm auf
ein bestimmtes statuarisches Vorbild zurückgeht,
ist fraglich. Wohl noch erste Uälfte des 4. Jahrh.
(Löwy.)
1217. Attisches Urkundenrelief. Wahr-
scheinlich aus Acharnä. Le Ilas, Mon. fig. T. 43, 2,
p.TOf. (Rein ach). Sy bei 341. Milchhüfer, Athen. Mitt.
1888 p. 336 No. 499. Deneken, Heros, in Roscher’s
Lex. 1 2, 2565. — Hei der grösser gebildeten,
anscheinend bärtigen Gestalt in kriegerischer
Rüstung kann man an einen Gott, einen Epo-
nymos oder sonstigen Heros, wie an den Demos
denken. Doch lässt das Fehlen der Inschrift
hierüber, wie Uber das Verhältnis der drei Männer,
die dem idealen Urheber empfangener Ehrung in
solcher Webe den Dank zurückgeben, nichts Be-
stimmtes sagen. Ruhig beqnenie Standmotive, wie
sie schon der Parthenonfries kennt, werden in der
Kunst dieser Reliefs für die Verehrung entgegen-
nebmenden Wesen begreiflicherweise schon früh
bevorzugt; statuarisch bt die hier vorliegende
Kombination (aufgestiitzte Hand, gekreuzte Beine)
wohl erst im vorgerückten 4. Jahrh. ausgebildet
worden; vgl. Amelung, Röm. Mitt. 1994 p. 69;
Arndt zu Einzelaufnahmen No 677 f.
(Löwy.)
1218, i (NM 1419). AttischesUrkunden-
r e I i c f. Schöne, Rel. No. 59. CIA 1, 75. Sybel 834.
— Nach dem unter dem Relief erhaltenen Reste der
Einleitungsformel eines Beschlusses nocii aus dem
5. Jahrh , möglicherwebe noch periklcischcr Zeit,
daher eines der ältesten erhaltenen Urkundcnreliefs.
Die den drei übrigen Bärtigen voranschreitende
Figur scheint durch die grössere Gestalt ab ihr i
Anführer gekennzeichnet zu sein; doch wäre auch
die Deutung auf oin übermenschliches Wesen
(Demos) nicht ganz ausgeschlossen. Der noch
strengen Zeit entspricht die fein empfindende Aus-
führung mit leicht archaischen Reminiszenzen im
Stande der Figuren, sowie die von Routine freie
Behandlung der Gewandmotive mit den stellen-
weise noch leblos aufgesetzten Falten. (I, ö w y.)
1218. 2 (NM 1430). Ich weise dieses feine, ge-
wiss nicht unter die ersten Jahrzehnte des 4. Jahrh.
herabzurückende Reliefbruchstück aus Sybel
nicht zu identifizieren, obwohl cs nach dem auf-
gemalten II zum älteren Akropolisbestand zu ge-
hören scheint Die zwei jugendlichen Gestalten
rechts und ihre im Vergleich mit den anderen
kleinere Statur könnten an eine Familie von
Heilgöttern denken lassen, doch stimmt damit die
Haltung der anderen und wohl auch die Tracht
des Jünglings selber nicht. Nahe liegt der Ge-
danke an Adoranten; doch bleibt auch hiebddie
Haltung des (einen undeutlichen Gegenstand an
die Brust drückenden ?} Mädchens wie die starke
Bewegung der äussersten Figur links auffällig.
(Löwy)
1219. Votivrelief atu dem Asklcpieion
am Südfuse der Akropolb. Der Asklepiue 1 aus
Sybel 4306 (?) und 4252 zusammengesetzt; der
Adorant anscheinend Sybel 4263. Die Richtigkeit
der letzteren Zusammensetzung kann ich nach der
Photographie nicht beurteilen. Asklepios und ein
Sterblicher. Ersterer nach dem ersten der von
Thrämer, Asklepios, in Roscher’s Lex. 1 1, 634 IT.
unterschiedenen Schemata, worüber zu No. 1220
und 1231. In dem nicht gewöhnlichen Stock in
der Hand des Adoranten wie in dessen steifem
Stand auf beiden Füssen bt vielleicht ein liinweb
auf sein der Weihung zn Grunde liegendes Ge-
brechen beabsichtigt Nicht zn frühes 4. Jahrh.
(Löwy.)
1220. Votivrelief aus dem Asklcpieion
in Athen, v. Duhn, Athen Mitt. 1877 T. XIV,
p. 214 fT Sybel 4327. Fried. - Wolters 1143.
Löwe, De Aescnlapii figura p. 18 ff. — Dem
Heilgott mit seiner Familie tritt ab Adorant
der Stifter des Reliefs in kurzem gegürteten Chi-
ton mit llelmkappe gegenüber. Dass Letzterer
dem Gott für an sich erfahrene Heilung dankt,
das am Zügel nachgeführte Pferd darnach nur
seinen ritterlichen Stand nusdrUckt, möchte man
lieber glauben, ab dass die Heilkunst des Askle-
pios für das Pferd angerufen worden wäre. In
den über dem Kopf des Adoranten erhaltenen In-
schriftresten AN--- IOI — glaubte v. Duhn vor-
euklidische Zeit (£« . . .) zu erkennen, was freilich
nicht sicher ist Doch genügt diu Stilbtische, um das
Stück dem 5. Jahrh., somit der Zeit unmittelbar
nach Begründung des Heiligtums zuzuweben, von
dessen erhaltenen (bezw. publizierten) Weihreliefs
es das älteste bt. Dass die Gestalt des Asklepios,
von dessen 1. Hand möglicherweise ein gemalter
Stab berniederging, durch das bereits bestehende
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Athen.
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Tempelbild (A. Körte, Athen. Mitt. 18% p 316)
bestimmt sei, wird man um so eher glauben
dürfen, als im Grunde sämtliche Elemente der
späteren Darstellungen des stehenden Asklepios
(s. die Aufzählung bei Thrämer, Asklepios, in
Roschcr’s Lex. 1 1, 633 ff.), die ihrerseits als Varia-
tionen eines und desselben Themas betrachtet
werden können (vgl. A. Körte, Athen. Mitt. 1893
p. 253), hier schon vereinigt sind. Damit soll
natürlich nicht gesagt sein, dass dieser Typus
nicht schon aus vorhandenem Kunstvorrat schöpfte,
noch entschieden, ob In der Verwendung für den
Heilgott oder -Heros die Priorität Asklepios ge-
hörte (vgl. Furtwiinglor, Meister w. p. 368; 399).
Dass von den 1. folgenden Figuren auch die
Asklep zunächst stehende seine Tochter ist, geht
aus ihrer mädchenhaften Erscheinung, sowie aus
dem den beiden weiblichen Gestalten gemeinsamen !
Grössenunterschied gegen Asklepios hervor; seit
Koepp, Athen. Mitt. 1885 p. 260 hat man in ihnen
allgemein (vgl. zuletzt Blinkenberg, ebenda 1899,
p. 303) Panakeia nnd Iaso erkannt. Die Ver-
schiedenheit der Tracht entspricht einer in der
griechischen Kunst weitverbreiteten Tendenz (vgl.
archaische Chariten- und Kymphendarstellungen |
ii. s. w.); der Krug, wohl mit Hciltrank, soll die
Charakteristik vervollständigen; über das Motiv
des Sichanfassens vgl. Jahrb. d. Inst. 1887 p. 108,
Blinkenberg a. 0. p. 300. Schwerlich werden auch
für diese Figuren statuarische Vorbilder anzu-
nehmen sein; dass es aber auch für ihre Verbin-
dung nicht an einer künstlerischen Tradition fehlte,
zeigt No 1221. Die individuelle Gesichtsbildung
des Adoranten ist, wie Milchhöfer, Athen Mitt.
1880 p. 207 bemerkt, ein den älteren attischen
Votivreliefs gemeinsamer Zug. Dasselbe gilt für |
die schlichte, architektonischer Einfassung noch
entbehrende Form (Milchhöfer, ebnda p. 220; vgl.
auf anderem Gebiet Brückner, Ornament und
Form d. Grabstelen p. 62 f.). Im übrigen ver-
leugnet unser Belief auch in der Anmut der
Motive wie in der Naivetät des Ausdrucks (man
beachte die Abstufung der Grössen, das unmittel-
bare Herantreten des Sterblichen an die Götter
u. s. w.) seine Entstehungszeit nicht. (Löwy.)
1221. Votiv re lief aus dem Asklepieion
in Athen, v. Duhn, Athen. Mitt 1*77 T. XV'
p. 215 ff. Girard. L'Asclepieion T 3. Sybel 3995.
Brunn-Bnickinann T. 62a. Thrämer, Asklepios,
in Roscher s Lex. I I, 639 f. — Über den zu
einem Stückchen noch erhaltenen Tisch mit
Opfergaben s. zu No. 1231. Die Asklepios
zugesellten weiblichen Gestalten sind, wie in i
No. 1220 und aus denselben Gründen, Panakeia
und Iaso; dass die voranschreitende für diese
Deutung zu matronal sei, lässt Bich angesichts
der Photographie wohl nicht aufrechterhalten,
vgl. auch Koepp, Athen. Mitt. 1885 p. 260. Für
den Fortbestand gewisser Hauptzüge der Charak-
teristik bei stilistischer Weiterbildung der Motive
selbst ist bezeichnend, dass auch hier eine Unter-
scheidung der Schwestern, u. zw. durch dieselben
Trachtelemcnte gegeben ist, wie in dem um
mehrere Jahrzehnte älteren Relief No. 1220. So
ist auch der Asklepios eine Weiterbildung des
No. 1220 erscheinenden Typus. Nur war hier
die Kleinreliefkunst nicht auf sich augewiesen:
das Schema ist statuarisch durch zahlreiche
Exemplare belegt (Thrämer a. 0. 631, 1), und die
schon von Duhn gerügte ungeschickte Anbrin-
gung des Stabes unter der dem Beschauer zuge-
wandten Achsel in unserem Relief erklärt sich
besonders gut aus dem engen Anschluss an
ein statuarisches Original Überhaupt giebt cs
in dieser ganzen Gruppe von Reliefs kaum eine
Darstellung des stehenden Asklepios, die nicht
ihr Gegenstück in erhaltenen Statuen hätte: es
lässt das bei dem schon charakterisierten Ver-
hältnis dieser Typen zu einander (No. 1220) einen
Schluss auf die gegenseitige Originalität der
Asklepiosbildungen zu, die uns gerade für das
4. Jahrh. von namhaften Bildhauern in grösserer
Zahl bezeugt sind. Die in Rede steheude Ge-
staltung des Typus würde ich, abweichend von
Furtwängler, Meisterw. p. 121, 3; 488, 3, nicht vor
dem 4. Jahrh. ansetzen Freilich gebricht es uns
für die Entwicklung der Gewandmotive in der
Zeit zwischen der Schule des Pbeidias und
Praxiteles noch an gesicherten chronologischen
Kriterien. (Löwy.)
1222. Votivrelief aus dem Asklepieion
in Athen. Sybel 4001. Koepp, Athen Mitt. 1885
p. 258. — Asklep entspricht dem Schema III
Thrämers (Asklepios, in Roscher's Lex I 1, 636).
Schwierigkeit macht die Erklärung der neben
ihm stehenden, in Bildung und Tracht (doppelter
Chiton, schwerer, über den Kopf gezogener
Mantel) völlig matronal erscheinenden Figur,
wie sie als einzige Genossin des Asklepios
auch in anderen Reliefs dieser Gattung (z. B.
No. 1223 f.) vorkömmt, v. Duhn, Athen. Mitt.
1877 p. 218 f. betrachtet sic ;ila Hygieia. und
Koepp a 0. p. 257 ff zog aus diesen Reliefs
den Schluss, dass die attischo Kunst des -1 Jabrh.
iti der Darstellung der Hygieia zunächst zwischen
dem matronalen und dem jungfräulichen Ideal
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Athen.
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schwankte1 , bis das letztere Uberwog. Beige-
stimmt haben A. Körte, Athen. Mitt. 1893 p. 250,
Lechat, Hygea, in Daremberg n. Saglio, Dict. V
p. 329; Einsprache erhob Thrämer, Hygieia, in
Koseher's I,ez. 1 2, 2780 ff. Befremdend bliebe ein
solches Neben einanderbestehen zweier verschie-
dener Vorstellungen immer, und so plausibel es
an sich wäre, wenn in der Verkörperung der Ge-
sundheit die Kunst statt der knospenden die beran-
gereifte Jungfrau zum Vorbild gewühlt hätte
(v. Wilamowitz, Isylloe p. 193), so geht sie in dem
vorliegenden Falle doch von einem geradezu
matronalen Ideal aus und in dessen Betonung so
weit, wie es neben Asklepios nur für eine Gattin
passend scheint: als solche ist aber Hygieia der
Vorstellung dieser Zeit durchaus fremd. Wo in
auseerattischcn, aber doch von attischer Kunst ab-
hängigen Asklepiosreliefs eine analoge Figur er-
scheint, wird sie unbedenklich als Epione erklärt,
während andrerseits bei den sonst fUr eine raa-
tronalc Hygieia angeführten attischen Beispielen
der Bezug auf den asklepischen Kreis zumeist
unsicher, die künstlerische Charakteristik überdies
eine andere ist. Dass Epione auch in attischen
Darstellungen der Familie des Asklepios nicht
fehlt, ist jetzt durch das von Ziehen, Athen.
Mitt. 1892 p. 242 zusammengesetzte Relief er-
wiesen; vgl. auch Thrämer a. 0., zu Sybel 4988.
Gleichwohl kann ich miyh nur mit Vorbehalt der
Benennung dieser Figur als Epione anschüessen,
und dies wegen Ko. 1224, wo sie als dem Altar
zunächst stehend und mit Schale versehen an der
Ehrung grösseren Anteil zu haben scheint, als für
Epione recht verständlich ist, überdies gegen Askle-
pios auffällig kleiner gebildet ist, und Ko. 1227, wo
die verschleierte Figur, wenn die Zerstörung nicht
täuscht, mädchenhaft schlank und an den Stuhl
des Asklepios gelehnt ist in einer Welse, wie sie
sich nicht selten für Hygieia angewandt findet
und der Tochter eher angemessen scheint als der
ebenbürtigen Gattin. Dass in unserem Relief die
Figur nicht ganz freie Gestaltung des Künstlers
ist, scheint mir auB Ko. 1223 hervorzugehen, wo
offenbar dasselbe Vorbild wiedergegeben ist (man
beachte auch die Befestigung des Mantels unter
der I. Hüfte), dessen statuarische Natur durch die in
beiden Reliefs abweichenden Ansichten besonders
ins Licht gerückt wird (s. auch zum Asklepios
Ko. 1221): man vergleiche dazu die eine Muse
der Mantincabaais und Amelnng, Basis d. I’raxit.
p. 16 ff. Überhaupt veranschaulichen Ko. 1222
und 1223 in der handelnd belebten Erscheinung
der schräg gestellten Götter auf Ko. 1222 und
der die Adoranten des Bildes ignorierenden Vorder-
ansicht in 1223 zwei Tendenzen, denen das Votiv-
relief des 4. Jahrk. in gleicher Weise zustrebt;
charakteristisch für die erstere ist auch die
Lockerung der Adorantengruppe in 1222 mit teil-
weiser Abkehrung der Gestalten, ln dem von
dem Opferknecht gefassten Gegenstand erkannten
Duhn und Sybel das Horn eines Stieres, der als
Opfertier für Asklep auch in der Inschrift CIA
II 1, 453 b, Z. 7, p. 418 und dem Pariser Relief
Rochctte, Mon. inöd. III T. 70, Phot. Giraudon
1009, vorkömmt. (Löwy.)
1223. Votivrelief aus dem Asklepieion
in Athen. Svhel 3994. — S- zu Ko. 1222. Sorg-
fältige, saubere Arbeit. (Löwy.)
1224. Desgleichen, v. Duhn, Arch. Zeit,
j 1877 p. 147 No 15. Sybel 4009. Wolters, Athen
Mitt. 1892 p. 10 Anm. 1. — Vgl. zu No. 1222. FUr das
Motiv der übergeschlagenen Beine bei Asklepios
weiss ich keine Analogie aus der statuarischen
Kunst. Es war dieser technisch nicht eben günstig,
während seine Entstehung aus dem von Wolters
' a. 0. p. 1 ff. (vgl. auch No 1215) behandelten
Schema gerade in diesen Reliefs nahe lag (s. zu
No. 1217). Ob der vorderste Adorant aus einer
Schale über dem Altar spendet (so fragend Sybel)
oder bloss etwas auf denselben legt (vgl. Rochetto,
Mon. inöd, III T. 70; Sybel 4036), lässt auch die
Photographie (vgl. Duhn) mich nicht deutlich ent-
nehmen; ebensowenig die von Sybel Im Gewand
des Asklepios bemerkte Salkante. (Löwy.)
1225. Votivrclief aus dem Asklepieion
in Athen. Das I. Stück: Sybel 3993. — Askepios
wie in Ko. 1224; die weibliche Gestalt neben ihm
vollbekleidet, aber ohne das Schleiermotiv.
(Löwy.)
1226. Desgleichen. 8ybel 4032. —
Hygieia jugendlich gebildet. Bezeichnender Weise
hier schon die Entblössung der I. Schulter durch
i den herabglcitcnden Chiton; vgl. Thrämer, Hygieia,
in Roscher’s Lex. I 2, 2780, (Löwy.)
1227. Votivrelief aus dem Asklepieion in
Athen. Sybel 4019 Fried -Woltem 1144 Kocpp,
Athen. Mitt. 1886 p 259. — Asklepios sitzend Diese
Art der Darstellung tritt in unseren Reliefs später
, auf als die des stehenden; von den hier gegebenen
I Beispielen gehen nur Ko. 1229 uud 1232 stilistisch
Uber die Mitte des 4. Jalirh. hinauf. Auch hier handelt
es sich um verschiedene Variationen eines Grund-
themas, wobei der bequemere Diphros an Stelle
des Throns einer vorgeschritteneren Gestaltung
angehört. Was für die genauere Kenntnis des
I Originals, als welches allgemein die opidatirische
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Athen.
12
Statue des Thrasyinedes angesehen wird, ans den
Reliefe zu gewinnen ist, soll an anderer Stelle
gezeigt werden. Über die an Asklepios' Stuhl
sich lehnende Figur ist zu No. 1222 gesprochen;
vgl. Berlin 685 und Vatican, Statuengal. 260 =
Helbig, Führer 1 1, 194. Wenn auch dem Relief-
brauch gemäss aufgerollt, ist das Motiv doch kein
anderes, als das statuarisch durch die vaticanische
Gruppe (Helbig I 212, Hoecher's Lex. I 2, 2779)
vertretene. (Löwy.)
1228. Votivrelief aus dein Asklepieion in
Athen. Girard, Bull. Corresp. hellön. 1878 T. IX
p. 65. Sybel 4007. Fried -Wolters 1145. Lechat,
Ilygea. in Daremberg und Saglio's Dict. V p 329,
F. 3930. — Die Anordnung der stehenden Hygieia
im hinteren Plan neben dem sitzenden Asklepios ent-
spricht einem auch in der fortschreitenden Knt Wick-
lung des Votivreliefs empfundenen Bedürfnis nach
möglichstem bildlichen Zusammenschluss der gött-
lichen Gestalten. Das Motiv der Hygieia mit einem
eingestemmten und dem anderen stützend abge-
atrecktcn Arm ist ein in den jüngeren Reliefs
dieser Klasse beliebtes (mehr in den .Attischen
Reliefs1*). Besonders nahe steht das Relief in Paris
Gatal. somin. 755 ( Kochet te, Mon. inöd. III. T 70;
Phot. Giraudon 1009). obwohl hier die Gruppe
gelockert und die Stützmotive der Hygieia abge-
sc-h wacht sind. Wichtig ist dagegen die Überein-
stimmung des Kopftypus, der sieb in dem Pariser
Exemplar bemerkenswert eng an den voll Koopp,
Athen. Mitt. 1886 p. 264 IV erörterten anschliesst.
Die nahe Verwandtschaft dieses Kopftypns mit
dem der von R. v. Schneider, Auieliing lind Klein
besprochenen „Kora“ sehe ich eben auch von Arndt
zu Dcnkm. griech. und rom. Skiilpt. No. 6*25, 1 her-
vorgehoben. Das Pariser Relief lässt uns aber auch
den bisher verkannten Gegenstand, an den sich
Hygieia uiitdcrK anlehnt, verstehen: eine auf einem
Pfeiler aufgestellte runde Scheibe, die Hcydemann,
Pariser Antiken p. 14 No. 22, als eingezapften DiskoB
der von Wclcker, Alte Denkm. II p. 143 f. behan-
delten Art auffasst. Die Dicke der Platte macht
aber Hcydemann's ursprünglichen Gedanken an
eine Sonnenuhr (wofür sich a*klepische Bezieh-
ungen finden liesseu) oder dgl wahrscheinlicher.
Vgl. auch zu No. 1230 (Löwy.)
1229. V otivrelief ans dem Asklepieion in
Athen. Sybel 4013. CIA II 3, 1474. — Vgl. zu
No. 1222 und 1227. Am Architrav dir Inschrift :
acoüelc t% [rjtup soXtpcm xai XvTpcoÜcU ---an
tXco» iKji.fi :* dteih)] *ev. Danach ist die Weihung
ganz oder zum Teil durch Befreiung aus Kriegs-
gefangenschaft veranlasst. (Löwy.)
1230. Desgleichen. Girard, Bull. Corresp
hellen. 1878 T. 7 p. 65 und L’Asclep. T. 4. Sybel
4000. Fried. - Wolters 1147. Collignun, Hist, de
la Sculpt. 11 F. 130. — Links hinter dem (auf
Thron mit Tierfüssen : Sybel: sitzenden, den Stab
in ungewöhnlicher Weise haltenden Asklepios
könnte noch eine Figur fehlen Hygieia in dem
zu No. 1228 erörterten Stützmotiv. nur dass, wie
bei No. 1231, der erhobene Arm an einen, zu
der fingierten Architektur de« ltahincns nicht
recht passenden, Baumstamm gelehnt ist, um den
•ich in No. 1231 die Schlange ringelt. Köhler,
i Athen. Mitt. 1877 p 241 f. Anm. 2, möchte in
drin Baum die Andeutung eines auch inschriftlich
belegten llaiucs im Asklepieion erblicken. Dasselbe
Motiv ist von der neuattischen Knnst verwendet
worden (Hauser, Neu-att. Reliefs Typ. 45, vgl.
p. 144 f.); dass hier der Baumstamm der Figur
mitfolgt, scheint seine Ursprünglichkeit zu be-
stätigen. Hs würde also ein eben aus den be-
sonderen Voraussetzungen des athenischen Askie-
pieions hervorgegangenes ausgezeichnetes Werk
(wohl eher ein Gemälde als ein Relief) das
gemeinsame Vorbild abgegeben haben. Indessen
lässt der wiederholt vorkommende Pfeiler mit
dein wie immer zu erklärenden Objekt, wie in
No. 1228, mit nicht minderem Rechte eine besondere
lokale Anknüpfung vermuten. Da ferner die
neuattische Figur mit ihrer abweichenden Ge-
wandung nichts fttr Hygieia Spezifisches hat, so
kann das Original auch flir eine ganz andere
Bedeutung erfunden, und Pfeiler wie Baumstamm
nur mit dem Motiv übernommen sein : der Hin-
weis auf den Sauroktonos, wo gleichfalls das
Motiv ein der statuarischen Plastik so nicht ge-
läufiges landschaftliches F.lement mit sich zieht,
liegt in mehr als einem Betracht nahe. Dem vor-
gerückten 4. Jahrb., dem unser Relief offenbar
angchört, entsprechen die X’orderwendungcn der
Adoranten (das grössere Mädchen in einem von
den Grabreliefs bekannten Motiv) und, wie ich
glaube, auch die plastische Darstellung der Flamme
| auf dem Altar. (Löwy.)
1231. Votivrelief ans dem Asklepieion in
Athen H. 0,00, Br. 0,64 (8ybel). v. Duhn , Athen.
Mitt. 1877 T XVI p. 220 f Girard, Bull. Corresp.
hellen. 1878 T. VIU p. 73 und L'Asclt-p. p 45.
Sybel 4tX)2. Fried - Wolters 1146. Schreiber, Wien.
Brunnenrel. p.52 CIA 113,1477. Brunn-Bruekmann
No. 62h. Thrämer, Hygieia, in Kuecher's Lei. I 2,
2781. Amelung, Köm. Mitt 1894 p. 71. Lechat
Ilygea, in Daremberg und Saglio's Dict V p. 328
F. 3927. — ln der effektvollen Durchführung eines
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13
Athen.
14
der hervorragendsten Stücke des gesamten Fun-
des. Das Thronen des Asklepios ist ganz in die
lässig elegante Art des Sitzens übergegangen, wie
sie im Vorsehreiten zur hellenistischen Zeit die Kunst
mit steigendem Raffinement an zahlreichen Re-
liefs und Sitzstatuen („Menandros" etc.) durch-
bildet. Ziemlich nahe steht unserer Figur die des
capitolinischen Reliefs, Uber welches Ainclung
a. 0. p. 60 ff. Ilygieia hat auch die Beine über-
geschlagen (s. zu Nr. 1217). Mit dem Baume ist die
Schlange verbunden in der später stereotypen
Weise; das unsrige ist wohl das früheste er-
haltene Beispiel. Der Sorgfalt in der gesamten
Durchführung entspricht auch die detaillierte An-
gabe des Opfers. Lieber als an einen Tischform
nur nachahmendcn Altar (Reisch, Altar, Fauly-
Wissowa I 2, 1676) mochte ich direkt an einen
Opfertisch (tpaaeja) denken, wie sie gerade für
den Kult des Asklepios in Athen und sonst be-
zeugt sind (Girard, Bull, t'orresp. 1678 p. 76 f.,
Blinkenberg, Athen. Mitt. 1898 p. 2*): der Stein-
metz scheute nur die freie Herausarbeitung.
Ähnlich wohl No. 1221, 1233. Auf dem Epistyl,
Uber den Figuren der Stifter, deren Namen: --s,
Nialoc ’On»Ev, ’Agapveös. Die Ursache
der Vereinigung verschiedenen Deinen angchürigcr
Personen zur Weihung (es muss eine grossere
Anzahl gowesen sein, da nach dem senkrecht
unter der r. Kante des Altartisches beginnenden
Zapfen fast die Hälfte des Reliefs fehlt) entzieht
sich unserer Kenntnis. Identität des Mneaiinachos
mit dem in einer Diätetenliste v. J. 825/4 (CIA
II 2, 913 IV, Z. K) erscheinenden vermutete v. Dulm.
Da in diese Zeit das Relief seinem Stil nach treff-
lich passt (man beachte noch die geflissentlichen
Schrägstellungcn), so erhält es für die Chrono-
logie der ganzeu Klasse Wert. (Lü w y )
1232. Votivrelief ans dem Asklepieion in
Athen, v. Duhn, Athen. Mitt. 1877 T. XVII p. 221 f.
Sybel 4008. Fried. -Wolters 1149. — Zum Unter-
schiede von der Mehrzahl dieser Reliefs, in denen die
weibliche Begleitung des Asklepios sich mehr zu-
aebauend verhält, tritt hier Hygicia handelnd hervor
(ähnlich, aber schwächer, No. 1224). Da an Be-
kränzung des Adoranten wohl nicht zu denken ist,
wie in No. 1215 (von Ziehen, Athen. Mitt. 1892 p. 230
Anni. 2 als Parallele angezogen), so wird die
Bewegung ihrer r. Hand als schützend oder gewäh-
rend anfzufassen sein; vgl. Vuulliümc, Quoiu.
• Dutneibets Vertäuen Asklepios oa hens ftsemter etc.
Ut mir nicht augüiiglich. Ebensowenig Alice Wallern,
The Cult of Abklepio», Cornell Studie« in Clus Philo!
No. Hl.
veteros adoraverint p. 40, Sittl, Gebärden p. 319;
323. Stilistisch nicht unter der Mitte des 4. Jahrh.
(Löwy.)
1233. Votivrelief vom Südfnss der
Akropolis. Das r. Stück mit den Adoranten:
Sybel 4034. — Beziehung zu Asklepios lässt der
Fundort voraussetzen, die beiden links noch er-
haltenen Figuren sind also wahrscheinlich aus
dem Kreise der Heilgütter zu erklären: die
sitzende, wegen des Chitons unter dem Mantel
wohl sicher weiblich und danach Epione; das
Kästchen auf ihren Knien mag ähnlichen Sinn
haben wie die Büchse in dem Relief Athen.
Mitt. 1899 T. X (s. Blinkenberg das. p. 299);
die neben ihr stehende in einfacherer Tracht eino
der Tochter. Ob von ihr die Schale oder das
Becken, in welches der vorderste Adorant hinein-
greift, gehalten sei, wie v. Duhn, Arch. Zeit 1877
p. 148 No. 18 und r. Sybel meinen, kann ich der
Photographie nicht entnehmen. .Zwischen der
Güttin und dem Anbetenden stand ein Opfertisch,
von dem noch der Ansatz des r., auf einer Löweu-
klane ruhenden Beines erhalten ist“ (Duhn): also
wie No. 1231. Anscheinend feine Arbeit des vor-
geschrittenen 4. Jahrh. (Lüwy.)
1234. Votivrelief an Asklepios und
seine Familie, vom Südabhang der Akropolis.
Die Güttergruppe links vou Kocpp, Athen. Mitt.
1885 p. 264 Anm. 2 zusammengesetzt aus Sybel 4264
und 4323 a. Ein Teil der Adoranten vielleicht
Sybel 4023 — Asklepios in der Mitte zwischen
der an scinon Stuhl gelehnten Ilygieia (vgl. zu
No. 1227) und einem Sohne, wohl Machaon.
Ilygieia hat den von Koepp a. 0. p. 263 (vgl. zu
No. 1228) behandelten jugendlichen Kopftypua
mit hoch aufgestecktem Haar. Die gegenseitige
Beziehung zwischen Angebeteten und Anbetern
ist sehr locker. Vorgerücktes 4. Jahrh.
(Lüwy.)
1235. Desgleichen. Die Adorantcngruppe:
v. Duhn, Arch. Zeit. 1877 p. 142 No. G. Sybel
4005. — Der von der Güttcrgriippc links erhaltene
Rest gehört dem einen der Asklepiossöhnc an
Die Adoranten auch hier für den Beschauer po-
sierend. Das grössere Mädchen und das kleinere,
I welches einen Vogel an die Brust drückt ^Dulin;,
sind aus Grabreliefs bekannte Typen.
(Löwy.)
1236. Weihrclief an Asklepios und
i die eleusinischen Göttinnen Vom Südfuss
I der Akropolis. Köhler, Athen Milt. 1877 T. XVIII
p. 24.3 f. Girard, Bull. Corrcsp- hellen. 1878
I p. 87 lf. und L’Asclep. T. 2 p. 43 ff. Sybel 8996.
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15
Athen.
16
CIA II 3, 1449. E. Curtius, Stadtgesch. p. 211.
Kern, Ephim. 1892 p. 116 ff. A Körte, Athen.
Mitt. 1893 p. 237. 0. Rnbcnsohn, ebenda 1896
p 365 f. — Neben Asklepios (zmn Typus vgl.
No. 1216) erscheinen hier Demeter und Kora, die
erstere sitzend, die andcro mit den Fackeln ehrer-
bietig neben der Mutter stehend in der von Kern,
Athen. Mitt. 1892 p. 135 ff. fttr das eleusiniache
Kultbild der Göttinnen nachgewieseuen Anordnung.
Kern hat auch in dem Sitz der Demeter die
mystische Cista erkannt. Dass in unserem Relief
zusammen mit Asklepios die elcusinischen Göttinnen
dargestellt sind, hat man aus einer inneren Ver-
bindung dieser Gottheiten zu erklüren gesucht
und dafür auch die Thatsache, dass die Epidauria,
das Fest des Asklepios, einen Teil der Eleusinien
bildeten, sowie zwei Reliefs und die Inschrift
CIA II 3, 1620 angeführt. Allein letztere wie
das eine Relief enthalten nichts, was auf Ver-
bindung von Asklepios mit den Göttinnen wiese,
und in dem anderen Relief, Sybel 4010 (nach
Wolters’ Zusammensetzung Bonn. Jahrb. 1889 T. I),
ist weder die matronale sitzende Gestalt auf der
Vorderseite {vgl. zu No. 1222) als Demotor, noch
die fackclbaltcnde der Nebenseite als Kora ge-
sichert. Girard's Ergänzung des E auf dem Epi-
styl über Asklepios zu 'Esibaopia schwebt vollends
in der Luft Eher könnte man nach den von
A. Kürte, Athen. Mitt. 1896 p. 315 ff. dargelegten
Verhältnissen auf alte Besitzrechte der eleusini-
schen Göttinnen an den heiligen Bezirk am Siidfnsa
der Burg schliessen, die auch nach Einsetzung
des Asklepiosheiligtums nicht ganz aufgehört
hätten. Wahrscheinlich war aber die hier gege-
bene Verbindung in den besonderen l'niständcn
der amtlichen Funktion begründet, deren mit
Kiänzen belohnte Erfüllung den Anlass zu der
vorliegenden Weihung gab. Die Natur dieses
Amtes entzieht sich unserer Beurteilung. Doch
hat von den in die Kränze eingeschriebenen Namen :
0E}ub<i,pftiv; Ilo\oxpdTo{u)c, — cj,0 TpClt(>[z] ’ F.stxpü-
ro(o)z, ’EafV>/[i|s) Aw o/oi n)t, Aidxpuoc; Aieo/o(o);,
M[v|i|(oü>eoz Ms]r|Oi!>€o{o) Girard zwei: Mncsithcos
und Dicuchcs, als Namen berühmter Arzte der
gleichen Zeit (von denetulerersto wenigstensAthencr
war) erkannt Eineu Arzt Mnesitheos hat ferner
Köhler, Athen. Mitt. 1884 p. 80 f. als Zeitgenossen
des Alexis und Praxiteles nachgewiesen; das könnte
also der eine der Stifter unseres Reliefs sein, das
nach der konsequenten Schreibung o=ou wohl
nicht unter 460 (Mcistcrhans-Schwyzer, Gramm,
d. att. 1 lisch r * p. 6 Anm. 22), wenn auch nach
den Schriftformen nicht wesentlich Uber diesen
Zeitpunkt hinauf datiert werden dürfte. Dass von
Mnesitheos auch für seine Person Weihgeschenke
an die eleusinischen Gottheiten errichtet wurden
(Köhler a. 0 ), mag nicht ohne Zusammenhang
mit dein Anlass unseres Reliefs stehen. Voraus-
gesetzt, dass die Söhne des Dieuehes den Beruf
des Vaters fortführten , wären also drei der
Stifter unseres Reliefs, und damit wahrscheinlich
alle, Arzte gewesen. Auffällig ist die Zahl von
sechs Adoranten im Relief, während die darunter
befindlichen Kränze nur fünf und die auf dem
Architrav stehenden Namen, von dem zu keinem
passenden E abgesehen, gar nur drei: Bejobroptbqc,
'Enoi/m, MvrpiiSteoi; sind. Letztere freilich sind
nach Köhler ohne Sorgfalt eingehauen und könnten
spätere Verstärkung aufgemaltcr Buchstaben sein.
Da ihre Reihenfolge indessen, je mit Überspringung
eines Namens, der der Kränze gleich ist und die
sohin als Epenches anzusehende dritte Figur
(von L) die folgende an der lland fasst, so ver-
mutet Girard hierin feinsinnig die Andeutung des
brüderlichen Verhältnisses zwischen den beiden
Söhnen des Dieuehes und diesen selbst in der
an den Randpfeiler gerückten Gestalt, welche
die Hand auf des Diakritos Schulter legt Mög-
licherweise ist in diesem Sinne auch die etwas
kleinere Statur der Brüder beabsichtigt. Es wäre
also der noch lebende Vater der Beiden, obwohl
an dem Amt und der llekränzung nicht beteiligt,
pietätvoll in die Weihung mit einbezogen.
(Löwy.)
1237. Votivrelief an Asklepios und
Athens. Vom Siidfusse der Akropolis. Sybel
4006. Studniczka, Vermut, z. Kunstgcsch. p. 13.
Löwe, De Aescul. figura p. 53 f. Ziehen, Athen.
Mitt. 1892 p. 261. — Die mäuuliche Gottheit
ist zweifellos auch hier Asklepios (Schema 1
Thrämer), nach Löwe vielleicht in derselben Go-
bärde wie Hygieia in No. 1232. Bei einer privaten
Stiftung, wie die vorliegende offenbar ist, lassen
sich, zumal in Athen, Gründe genug für die ge-
meinsame Weihung an Asklepios und Athens
denken, auch ohne der Letzteren Eigenschaft als
Ileilgöltin hcrauzuzieheu. Ihr Typus ist der der
Parthenon; au dieser war auch der Sockel unter
dem hier des bequemeren Armmotivs halber
noch höher gestellten Schild vorgezeichnet.
(Löwy.)
1238. Thronender Asklepios. Fragment
eines Votivrelicfs. Sybel 328. — Erinnert in der
grossartigen Auffassung an Athen. Mitt 1892 p.
243 F. 7. Von langem Haar (so Sybel) lässt die
Photographie nichts erkennen. (Löwy.)
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17
Athen
18
1239. Fragment aus dem ath e nisc hen
Aaklepieion. Soviel ich sehe, nur von Duhn,
Arch. Zeit. 1877 p 163 No. 73 beschrieben. — Da
Fundort und Kopftypus den Gedanken an Askle-
pios nahe legen, so wird die erhaltene Figur wohl
auf den Gott selbst zu deuten sein, der wie ein
aufmerksam dem Kranken zuhürcnder Arzt sich
dem Anbeter znneigt. Der Ärmelchiton, als Haus-
kleid, Hesse sich aus dieser Vorstellung erklären.
Ähnlich glaube ich auf dem bekannten Relief
aus dem Amyncion: A. Körte, Athen. Mitt- 1893
T. XI p. 231 IT den Heilgott selbst in ärztlicher
Thätigkeit dargeetellt, wie er ein krankes Bein
(man beachte die geschwollene Ader) durch Um-
fassen heilt. (LOwy.)
1240. Votivrelief aus dem Heiligtum des
Amphiaraos in Rhamnus. StaYs, Praktika 1891 I
p. 18, Arch. Deltion 1891 p. 117 No, 22. — Nur
die Adoranten erhalten ; hinter dem Opferknecht
ein Schwein; im Hintergrund auf eine Stele ein-
gezapft ein Votivrelief oder -Pinax — eine uicht |
vereinzelte (sonstige Beispiele bei Blinkenberg,
Athen. Mitt. 1899 p. 295 Anm. 2, vgl. Schreiber,
Jahrb. d. Inst. 1896 p. 99, 56), typische Be-
zeichnung des heiligen Ortes, ähnlich wie in
Vasenbildern die Säule mit Dreifuss. Die Ge-
sichter des vordersten Adoranten und des Opfer-
kn echten haben, vielleicht unbeabsichtigt, etwas
Individuelles. Auf dem Architrav eingemeisselt
die Namen: Bothiov, 'lxsoxpArns, ECoyykoc (so),
AioxvXoc ihrer Stellung nach auf die Frau und
die drei Kinder zu beziehen. War der Mann, wie
anzuuehmen, Stifter des Reliefs, so war sein Name
vielleicht an anderer Stelle angebracht. Vgl.
übrigens diesbezüglich zu No. 1236. (Löwy.)
1241. Votivrelief. Angeblich aus dem
Peiraiens. Le Bas, Mon. fig. T. 45, I, p. 69
(Rcinach). Overbeck, Kunstmyth. IV T. XIV, 6,
p. 509, 6. Sybel 323. R. v. Schneider, Jahrb. d.
Knnstsamml. d. Ah. Kaiserh. XII p. 74 Anm. 2,
p. 75 F. 6. — Kine der eleusinischen Göttinnen,
also wohl Demeter. Ein Diadem, wie v. Schneider
meint, kann ich auch auf der Photographie nicht
wahrnehmen Der Typus geht auf ein Vorbild
des 5. Jahrh. zurück, vgl. darüber Schneider
a. 0. p. 72 ff., Sauer, Festsehr. f. Overbeck p. 74.
Ungewöhnlich sorgfältig durchgeführt auch der
Altar, hinter dem sich der Adorant (der vorderste
eines Zuges?) vorgeschoben hat (Löwv.)
1242. Wcihrelief des Archandros an
die Nymphen und Pan. Vom Südfuss der
Akropolis. Milchhöfer, Athen. Mitt. 1880 T. VII
p. 206 ff. Pottier, Bull. Uorresp. hellen 1881 p. j
351 No. 1. Sybel 4040. Fried.-Wolters 1136.
CIA II 3, 1513. Brunn - Bruckmann No. 439 a.
Bloch, Nymphen, in Roscher’s Lex. III 562. —
Schon wegen der Grösse, nicht minder aber durch
die Ausführung und die Entstehungszeit eines
der hervorragendsten Votivreliefs. Der Stil weist
ins 5. Jahrh., dem Ende nicht zu nahe, wogegen
die Formen der Inschrift: "Apxa'bp(o]c Novaen
xo[! II cm wohl nicht Einspruch erheben. Es ist
also die Zeit, in der das Votivrclief auch noch in
Attika etwas Seltenes, seine Tradition sich erst
zu bilden beginnt. Demgemäss ist auch hier wie
in dem ungefähr gleichzeitigen Relief von Neu-
Phaleron Ephim. 1893 T. 10, Rloch a. 0. Sp. 569,
und dem etwas jüngeren in Berlin No. 709 A die
tektonische Form noch die alte mit einfachem
Epistyl und Kyma, ohne seitliche Einfassung
(vgl. zu Nr. 1220), noch nicht die später für die
Reliefs dieses Gegenstands beliebte der Grotte
(s. zu No. 1243, 2). Erst als an Stelle jenes ab-
strakten Bildraumes man in der Einrahmung
der anderen Votivreliefs den Tempel darstelien
wollte, ergab sich für die Wcihreiiefs der nicht
in Tempeln verehrten Nymphen die Grottenform
als logisches Scitenstück. Ein Beginn zur Andeu-
tung der Landschaft ist jedoch in unserem Relief
durch den Felsausschnitt gemacht, in welchem
Pan mit dem Oberkörper sichtbar wird. Die
Deutung ist durch die Inschrift gesichert: offen-
bar noch vor der Besitzergreifung durch Asklepios
(i. J. 420: A. Körte, Athen. Mitt. 1896 p. 315),
walten die Nymphen des Quells am Fusae der
Burg. Eine feste Typik besitzen wie der Pan so
die Nymphen noch nicht, wie der Vergleich mit
dem erwähnten Exemplar von Neu-Phaleron dar-
thut. Es sind die allgemeinen Mädchenmotive der
pheidias’schen Zeit mit dem Ausdruck schwester-
licher Zusammengehörigkeit (s. zu No. 1220) und
dem die Kunst damals besonders beschäftigenden
Streben nach Gruppcnbildung (s. „Drcifiguren-
reliefs“). Zu den wie aufgeeetzteu streifigen Falten
namentlich an der mittleren Figur rgi. No. 1218, 1.
Im Hinblick auf die Entstehungszeit doppelt be-
achtenswert sind die langgezogenen Proportionen.
(Löwy.)
1243,1 (NM 1439). Votivrelief an die
Dioskuren. Aus Aigeira in Achaia Sybel 3103. —
Die Beit Alters übliche symmetrische Gegenüber-
stellung der Dioskuren erhält durch das unge-
wöhnliche Attribut der Hähne (vgl. Furtwängler,
Dioskuren, in Roscher’s Lex. I 1, 1171) eine neue
Motivierung: auf die Lanze gestützt, seheu sie
aufmerksam auf die Hähne herab, etwa wie
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Athen.
20
Knaben beim Hahncnkampf. Ähnlich scheint
das von Duhn, Athen. Mitt. 1877 p. 891 No. 213
beschriebene Relief Das nach Sybel über jedem
Antenkopf befindliche Stiftloch könnte zur An-
bringung von Kränzen gedient haben ; vgl. Arch -
epigr. Mitt. aus Ocstorr. 1887 p, 178. (Löwy.:
1243.2 (NM 1445). Votivrelief an Natur-
gottheiten. Aus Eleusis. Furtwäugler, Athen.
Mitt. 1878 p. 201. Sybel 3139. Mylouas, Hüll.
Corresp. hcllin. 1880 p. 478 No. 3. Pottier, ebenda
1881 T. VII p. 356 f. Bloch, Nymphen, in
Roecher's Lex. III 557 ff. F. 2. — Die Form de«
Reliefs als Grotte (vgl. zn No. 1242), sowie die
Darstellung im Innern: drei Nymphen im Reigen
nach links an einem rohen Altar vorbei, resp.
um ihn herum tanzend, dazu Acheloos und am
Rande Ziegen, ist einer Anzahl offenbar auf ein
gemeinsames Vorbild aus dem F.ndc des 5. oder
Beginn des 4. Jahrh. zurückgehender Reliefs
eigen (vgl. zuletzt Bloch a. 0.). Von der Mehr-
zahl der übrigen weicht das vorliegende dadurch
ab, dass sich die Nymphen bei den Gewandzipfeln
fassen, und vor Allem, dass an Stelle des Hermes
(z. B. No. 1248, 8; 1254, 6 -8) der syrinxblasende
Pan Koryphaios ist. Beides, wie auch die Ge-
wandmotive an sich, weisen auf eine schon vor-
geschrittenere Entwicklung das Typus. Dass diese
nicht erst in unserem Relief erfolgte, beweist
die Wiederkehr der Miidckengruppe in der neu-
attischen Kunst (Hauser, Neu-att, Reliefs Typ.
46, p. 140 f). Von einem 1894.5 in athenischem
Privatbesitz befindlichen BruclistUck, welches die
Nymphen in gleicher Weise enthält (L. 0,52,
II. 0,36), habe ich durch eine Photographie
Kenntnis. (Löwy.)
1244. Votivrelief an Naturgottheiten
Aus der im Peiraieus gebildeten Sammlung Dokos.
Arch. Deltion 1889 p. 145 No. 40. — Ohne Kenntnis
über das Heiligtum, dem dieses Bruchstück ent-
stammt. bleiben die drei Gottheiten im Vorder-
gründe: eine thronende männliche mit Szepter
(die R weggebrochen), eine stehende weibliche
mit Polos, Nzepter und Schale und eine thronende
weibliche mit Polos (?), Füllhorn und Schale,
besser unbenannt. Über ihnen , nur von den
Schultern an wie über einein Felsen sichtbar, drei
weibliche und eine undeutliche Gestalt im Zuge
nach links, offenbar die Nymphen mit Hermes.
Zu ähnlicher Anbringung vgl. Reisch, Festschr.
f. 0. Benndorf p, 142. (Löwy.)
1245,1 (NM 1409) Votivrelicf an die
Dioskuren. Nach Kumanudis, bei dem Conze
1881 das Relief als für das Varvakion erworben
. sah, aus dem Peiraiens. Von mir 1886 im National-
museum gesehen mit der zum Inventar nicht
stimmenden Bezeichnung 2514 E. — Kicher, wie
auch t'onze mir bemerkte , Weihrelief eines
Schiffers, wofür das Argenidasrelief Dütsrhke
IV 538 das klassische Beispiel; vgl. anch Furt-
wängler, Dioskuren, in Roscher's Lex. 1 1, 1163f.
Die kleine Figur im Kchiffsvorderteil ist offenbar
der Stifter ; ihm naht sich, vom Pferde gestiegen,
der eine Dioskur, in der ganzen Darstellung etwas
.rührend Vertrauliches“ it'onze). Im Stil erinnert
mich das Relief au mehrere im Museum von
Mvkonoe gesehene aus den letzten vorchristlichen
Jahrhunderten. (Löwy.)
1245,2 (NM 1410). Votivrelicf an einen
Heros. Im athenischen Kunsthandel konfis-
ziert. Arch. Deltion 1888 p. 53 No. 6. — Die
Darstellung setzt sich aus zwei Elementen zu-
sammen: dem sein Rosa führenden Heros, dem
eine gleich grosse weibliche Gestalt den Trauk
kredenzt, und den sich an Letztere anschliessenden
Adoranten. Neben dem allgemeinen Ausdruck
der Verehrung haben wir so noch den besonderen
der für den Heroenkult bezeichnenden Spende.
1 Ausführlich über diesen Gegenstand gehandelt
haben namentlich Kurtwängler, Satrnnl. Sabouroff,
Sculpt. Eiul p. 16; 26 ff. und Dencken, Heros,
in Roscher's Lex. 1 2, 2486 ff. Unserem Relief beson-
ders nahestehend x. B. Samrnl Sabour. T. XXIX
(Berlin 807, vgl. anch 709); Athen. Mitt. 1879 T.
XVI u. a. Auf den Typus gedenke ich in meinen
.Attischen Reliefs“ zurückznkommen. Zur Form
des Altars vgl Jahrh. d. Inst. 1887 p 110, Reisch,
Altar, bei Pauly-Wissowa 1 2, 1665, Dencken a. 0.
Sp. 2499. 4. Jahrh. (Löwy.)
1245, S (NM 1408). Votivrelief. Sybel
342. Fried - Wolters 1139. — Der thronende bärtige
Gott mit Szepter und Schale ist nach der Analogie
anderer Reliefs (vgl. No. 1246, 2) wshrschcinlich
als Zeus Mcilichios (oder Pbilios, vgl. zu
No. 1247, 2,?) anzusehen Damit stimmt anch das
Schaf, das als Opfertier auf sicheren Meilichios-
reliefs (z. B. No. 1245, 4) bezeugt ist, sowie die
seltene Adoration auf den Knien, welche bei
diesem von fremder Beimischung doch schwerlich
freien Gotte mehrfach vorkömmt (so anch
No 1246, 1; mehr in meinen .Attischen Reliefs“).
Das hübsch ausgeführte Stück gehört sicher ins
4. Jahrh (Löwy.)
1245. * (NM 1407). Votivrclief an Zeus
Meilichios. Gefunden beim Theater Taocha Im
Peiraiens, dann in der Sammlung Meletopulos.
I Dragatsis. Arch Deltion 1890 p. 75 f. No 22. — An
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21
Athen
22
sich würde inan den bärtigen auf den Stab ge-
stützten Gott flir Asklepios halten (vgl. znui Typus
No. 1221); doch lässt die neben ihm sich auf-
ringelnde grosse Schlange keinen Zweifel, dass
Meilichioe gemeint ist (vgl. Drexler, Meilichioa,
in Roecher’s Lex. 11 2, 2561), der also hier
von Asklepios, wie andere Male von Zeus, den
TypuB entlehnt. Furtwängler, Sitzungsber. d.
bayr. Akad. 1897 p. 407 Antu- 1 vermutet an-
sprechend, dass die zahlreichen aus dem I’eirai-
eus zum Vorschein gekommenen Votivreliefs an
Asklepios, Zeus Meilichios nnd Zeus Philioe aus
einem und demselben Heiligtum stammen ; vgl.
Milchhiifer bei E. Curtius, Stadtgesch. p. CXI, 46 ff.
(Lüwy.)
1 245, 5 Obere Partie des Asklepiosreliefs aus
Lukn: Sybel 319, A. Körte, Athen. Mitt. 1893
p. 254 etc. (Löwy.)
1246.1 (NM 1433). Votivrelief, wahr- '
scheinlich an Meilichios. Litterarisch, soviel ich
sehe, nicht erwähnt. Die Deutung wird durch
die Übereinstimmung des Gottes mit No. 1246, 2
nahegelegt. Wegen des Opfertieree und der ;
Adoration auf den Knien vgl. zu No. 1245, 3.
(Löwy.) I
1246, > (NM 1431). Votivrelief an Zeus
Meilichios. Gefunden beim Theater Tsocha
im Peiraieus, dann in der Sammlung Meletopulos.
Foucart, Bull. Corresp. hellen 1883 T. XVIII
p. 507 ff. Dragatsis, Arch. Deltion 1890 p. 76
No. 23. CIA 11 3, 1579. Milchhöfer bei E. Curtius,
Stadtgesch. p. CXI, 42. — Die Deutung gesichert
durch die Inschrift ’Apiotüpxn Ad MiXiyfcp. Zum
Typus des Gottes vgl. No. 1245, 3; 1246, 1. Dass
die Darstellung im Zeustypus, statt der allerdings
häufigen Schlangengestalt, durch Ankauf eines
fertigen Reliefs anderer Bestimmung zu erklären
sei, wie Foucart meinte, ist wenig glaublich; vgl.
auch zu No. 1247, 2. Ebensowenig berechtigt
wohl die Fassung der Inschrift, in dem voran-
schreitenden Mann statt des Gatten (oder Sohnes)
der Stifterin den Priester zu erkennen. 4. Jahrh.
(Löwy.)
1247.1 (NM 1406). Votivrelief an Men.
Aus Thorikos. Sybel 390. CIA II 3, 1593. Sinirnow
in Ettipavo^ p. 122 f. No. 28 F. 4 (mir nicht ver-
ständlich). Drexler, Men, in Roscher's Lex. II 2,
2730 f. F. 9. Perdrizet, Bull. Corresp, hellin. 1896
p. 83 f. No. 6 F. 6. - Der phrygischc Mondgott Men,
in orientalischer Tracht auf einem llahnc reitend,
vor ihm ein besetztes Opfertischchen (vgl. zu
No. 1231), dann die Adoranteu, nach der Inschrift
Mupabünp; xui f\ Mrpl 4[v€Üt;xciy selber aus
Asien, offenbar Leute niederen Standes. Perdrizet
weist darauf hin, wie die Bergwerke von Laurion
zahlreiche Fremde, namentlich aus den erzreichen
Teilen Kleinasiens, beschäftigten. Köhler setzt die
Inschrift ins 3. Jahrh. Zu den auf Men bezüglichen
Darstellungen (s auch No. 1248, 2) vgl. ausser
den drei Letztcitierten Wolters, Festschr. f. 0.
Benndorf p. 126 ff.. Bull. Corresp. hellin. 1899
T. I p. 389. (Löwy.)
1247,2 (NM 1405). Votivrelief an Zeus
Philios. Atu dem Peiraieus. Schöne, Gr. Rel.
No. 105 Sybel 3751. CIA II 3, 1672. Milchhöfer
bei E. Curtius, Stadtgesch. p. CXI, 71. — Die
Architravinschrift Mvvwsr Ad «IsXiqi dveöfrpieY
lässt in dem das Szepter aufstutzenden thronenden
Gott den Zeus Philios erkennen. Dieser begegnet
sich übrigens in dem vorliegenden Typus mit
Zeus Meilichios; auf dem Relief Schöne a. 0. 104,
Sybel 1107, liegt die Ergänzung der Inschrift zu
Ad) Mc[tXi)({<p nahe. Dass unser Relief von dem-
selben Heiligtum des munichischen Asklepios
stamme, wie das gleichfalls auf Zeus Philios be-
zügliche CIA II 3, 1672 b, vermutete Furtwängler,
Sitzungsber. d. bayr. Akad. 1897 p. 406. Die
Stifterin ist offenbar auch hier niederen Standes
und wohl fremder Herkunft Kühler setzt das
Relief nicht später als das 4. Jahrh. (Löwy.)
1248.1 (NM 1440). Votivrelief an Dio-
nysos und eine Göttin. AusThoben. Le Bas,
Mon. fig. T. 56 p. 74 f. (Reiuach). Schöne, Gr.
Rel. No. 110. Sybel 352. Reisch, Gr. Weihgesch.
p. 125. — Offenbar attische Arbeit, wie auch
Reisch bemerkt, der zum Typus des Bakchos mit
kurzem Chiton, Nebris und hohen Stiefeln auf
den stehenden des Reliefs von Koropi (Reisch a. 0.
p 124) verweist Das Gewandmotiv der weib-
lichen Figur mit dem im Mantel eingestemmten
Arm, Querwulst an der Taille und das Knie über-
Bchneidendeu Himationsaum weist in die Zeit des
Praxiteles. In dem Apoll der mantincischen Basis
finden auch die steifen Hängelocken des Dionysos
ihre Analogie (vgl. Benndorf, Österr. Jahresh. 1899
p. 261). (Löwy.)
1248.2 (NM 1444). Votivrelief an Pan,
Men und eine Göttin. Aus der Umgebung
Athens. Lepeius, Mamiorstud. p. 78 No. 116.
Sinirnow in Ite^avoc p. 114 ff. No 24 F. 1.
Drexler, Men, in Roscher’s Lex. II 2, 2731 ff, F. 10.
Perdrizet, Bull. Corresp. helldn. 1896 p. 77 f.
No. 1 F. 6. — Der innere Rand des Rahmens ist
nach dem Vorbild der Votivreliefs an Pan und
die Nymphen gruttenförmig gestaltet. Als Nymphe
dürfte auch die etwaa kleinere, ganz ins Gewand
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Athen,
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gehüllte weibliche Figur im Polymniatypua (Ame-
lnng, Basis d. Prax p. 31 f ) au erklären sein.
Der Gott des nächtlichen Gestirns also umgeben
von den Vertretern der freien Natur in Berg und
Quelle. Zu dieser Verbindung s. auch I’erdrizet
a 0. Men (s. an No. 1247, 1) hier stehend, den
Halm an der Brust, die Mondsichel hinter dem
Kücken l'an gleichfalls aufrecht, in bekanntem
Typus (Furtwängler, Annali 1877 p. 198); die
Bühren der Syrinx ungleich lang. Später« Arbeit.
(Löwy.)
1248,3 (NM 1443). Stück eines N y mphen -
reliefs. Nach Pittakis in Athen unterhalb der
Pansgrotte gefunden. Epbim. 1840 No. 389.
Michaelis, Annali 1883 p. 312, C. Sybel 1238
Potticr, Bull. Corresp. hellin. 1881 p. 354 No. 15 —
Erhalten nur der fiötenblascnde hockende Pan
und, als Anführer des Nympbenreigcns, Hermes.
S. No. 1213, 2; 1254, 6-8. (Uwy.)
1249. Herakles aum Mahle gelagert. Ge-
funden in Eleuds bei der Kirche des H Zacharias.
Philios, Praktika 1888 p. 27. Arch. Deltion 1888
p. 178 No. 14. Rüm. Mitt 1897 p. 63, E. An
letztgenanntem Orte (vgl. p. 144 ff.) habe ich das
Relief mit anderen Repliken besprochen und auf
ein Vorbild der Malerei zurUckgcfUhrt
(Lüwy.)
1250. Stück eines Votivreliefs an Natur-
götter Aus Mnstaphades bei Tanagra. In unserer
Photographie fehlen drei weitere zugehörige, aber
nicht anpassende Fragmente. G. Körte, Athen.
Mitt. 1878 p. 890 IT. No. 156. Sybel 8187 (dazu
8188—90) Furtwängler, Satyr a. Pergam. p. 28.
Gonze, Arch. Zeit, 1880 p. 9, K. Milehhöfcr,
ebenda 1880 p. 216 f. L. Gurlitt, Arch. Zeit.
1880 T 18 p 187 f. Bloch, Nymphen, in Roscher’s
Lex. III, 531. — Da das eine der hier nicht re-
produzierten Fragmente hinter dem Kopf eines
ttgendlichen Pan anscheinend Reste der thronen-
den Kybele aufweist, so wird die Deutung der
übrigen Figuren — ausser dem hier Gegebenen
noch je ein weiblicher Kopf von vorn und nach
links — in dem Kreise derder Göttermutter zugcsell-
len Wesen zu suchen sein. Fflrdic auf unserem Stück
erhaltenen Figuren, deren äusserste ein Tympanon
und einen nicht deutlichen stabartigen Gegen-
stand (nach Milchhöfer eine Fackel) trägt, haben
Furtwängler und Milchhöfer die Deutung als
Kurai nach Pind Pyth. 3, 77 (137), vgl. Phllostr.
Imag. II 12, vorgcschlagen und Gurlitt auf die
Verwandtschaft mit attischen Nymphendarstel-
lungen hingewiesen. Bei dem bärtigen Manne
denkt Milchhöfer an einen Heilgott. Dies alles
bleibt natürlich schon wegen des Zustandes des
Reliefs unsicher. Stilistisch gewiss richtig setzen
die Genannten dasselbe in die zweite Hälfte des
5. Jaltrh. Dabei ist aber gegenüber den attischen
Vorbildern provinzielle Flauheit nicht zu ver-
kennen. (Löwy.)
1251. Votivrelief an Apollon, Artemis
und Lcto. Aus Larissa. Hartwig, Bendis p. 8 f.
F. 2. Kuruniotis, Epbim 1900 T. 2. 8, p. 18. —
Auch hier leuchten atu provinzieller Vergröberung
Vorbilder der besten Zelt durch. Apoll in dem
keines Nachweises bedürfenden Kitharödentypus;
l.eto matrona! in Peplne mit tief nntergUrtctem
Bausch, mit Schale und Szepter (vgl. Sauer, Leto,
in Hoscher's Lex. II 2, 1973 f. 1977); Artcinia,
bis auf die fehlende Alopekis, in dem für Bendis
verwandten Typus, von dem freilich nicht er-
wiesen ist, dass er für Bendis und erst in praxi-
telischcr Zeit erfunden sei (vgl auch Hartwig a.
0 ). Zn einer Datierung unseres Reliefs bedürfte
es der Kenntnis der besonderen thcssalischcn
Schriftentwicklung; doch scheint mir Kurunioti«'
Ansatz (3. Jahrh.) zu tief gegriffen; die Schrift-
formen haben z T. noch etwas geradezu Alter-
tümliches. Loiting ergänzte I'opyov[laxja dvz»uxeT,
Kuruniotis, der ein in der Photographie nicht
sichtbares £ am Schluss des Namens verbürgt,
l'opyov[iX.V]o4 ?. (Löwy.)
1252. Desgleichen. Aus Larissa. Amelung,
Basis d. Praxit. p. 23 Amu. 1. Kuruniotis, Ephim.
I960 T. 2, 2, p. 17 f. — In der Gesamtkom-
pusition die durch No. 1251 vergegenwärtigte,
wohl auf die Anordnung derTem|>clbildor zurttek-
gehende Tradition f enthaltend, lässt dieses Relief
die seitwärts stehenden Geschwister sich etwas
mehr der Mutter zu wenden, was der Gruppe grössere
Geschlossenheit giebt Von den Eluzelmotivcn
dagegen ist nur der Typus des Apollo bewahrt;
Leto hat ein kunstreich um Kopf und Oberkörper
geschlungenes Himation, für Artemis ist ein
statuarisch mehrfach vertretener Typus verwendet,
über den, nach Furtwängler, Meistcrw. p. 554,
ausführlich Amelung a. 0., Klein, Praxit. p 308 ff.
gehandelt haben. (Löwy.)
1253. Votivrelief an chthonische Gott-
heiten. AusTegea. Milchhöfer, Athen. Mitt. 1880
p. 69 und Arch. Zeit. 1883 p. 225 f. Athen.
Mitt. 1886 p. 206 f. (aus Arch. Deltion). Reisch.
Weihgesch. p. 19 Anm. 2. Immerwahr, Kulte n.
Mythen Arkad. p. 109. Bloch, Kora, in Roscher’»
Lex. II 1, 1301 — Milchhöfer erkannte in der
thronenden Gestalt mit Füllhorn Hades, in der
neben ihm stellenden weiblichen mit Polos und
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Athen.
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Szepter Kora, in der anderen mit Schale und
Fackel Demeter, endlich in der kleiner gebildeten
Hydrophore und ihrer Genossin mit Eimer die
Stifterinnen des Reliefs, deren heiliger Dienst
eben den Anlass zur Weihung gab. Als interessantes
Seitenstück zu den Letzteren verweist Milchhöfer
auf Votivterracotten des gleichen Habitus ebenfalls
von Tegea (H. Sostis), Athen. Mitt. 1879 p 168;
170 — eine andere Ausdrucksform des in unserem
Relief dargcistellteu Gedankens — , für das Ganze
auf das Relief ausGythion Arcb Zeit. a. 0. T. 13, 1.
Das unarige wohl aus dem 4. Jahrh. (Löwy.)
1254, i (NM 1436): Bruchstück eines Votiv-
reliefs, von mir nicht identifiziert. (Löwy.)
1254,2 (NM 1437). Votivrelief an die
Dioskuren. AnsKythera. Mylonas, Bull. Corresp.
hellin. 1878 p. 365 No. 4. Weil, Athen. Mitt. 1880
p. 231 f. Sybel 3278. C'auer, Delcctus a No. 28.
— Die Dioskuren erscheinen hier, ganz ohne die
üblichen Beigaben (Ross, Amphora, Hahn), gleich-
mässig dem Beschauer zngewandt. Die Inschrift
Mcravhpo« dpuoöT^p Tivbopö>ai[« scheint etwa
3. Jahrh. (Löwy.)
1254, 3 (NM 1438): Untere Partie eines Votiv-
reliefs, von mir nicht identifiziert (Löwy.)
1254, « (NM 1439) = No. 1243, 1.
1254, 5 (NM 1440) = No. 1248, 1.
1254.« (NM 1448). Weihrelief des Tcle-
phanesanPan und die Nymphen. Aua einer
Grotte des Parue». Rangabe, Ant. hellin. II T.
XXII No. 1081. Michaelis, Annali 1863 T. L, 3,
p. 313, E. Sybel 360. Lölling, Athen. Mitt. 1880
p. 291. Pottier, Bull. Corresp hellin. 1881 p. 352
No. 2. Fried.- Wolters 1839. CIA II 3, 15G2.
Bloch, Nymphen, in Roscher's Lex. III, 559 —
Vgl. zu No. 1243, 2. Nur ist hier in der üblichen
Weise Hermes der Führer des Nymphenreigens,
während Pan, mit gekreuzten Beinen in der Höhe
sitzend, mit der Schalmei aufspielt. Links Achclooa,
nur mit dem Kopfe sichtbar, am oberen Grotten-
rand Ziegen. In dem ziemlich rechteckigen äusse-
ren Umriss hält sich das Relief nocli einigermassen
an die gewöhnliche Form der Votivreliefs. Darf
darin, wie in den einfachen Gewandmotiven, ein
Anzeichen relativ höheren Altera erblickt werden?
Die Können der unter dem Relief angebrachten
Inschrift: ii pV . f, u , I : ' ditüexe llavl xal Ni'ii yavp
wären (nach dem Stich der Annali) dieser An-
nahme günstig, dagegen scheint nur die hohe
Gürtung (s. Petcraen, Arch.-epigr. Mitt. a. Öst
1881 p. 2 H.) und die Haartracht des ersten
Mädchens (vgl. Fltrtwängler, Meisterw. p. 665
Anm. 1) zu sprechen. (Löwy.)
1254,7 (NM 1447). Votivrelief an Pan
und dieNymphen. Aus dem Peiraieus. Schöne,
| Rel. No. 117. Sybel 3753. Potticr, Bull. Corresp.
: bellen. 1881 p. 353 No. 8. Bloch. Nymphen, in
Roscher's Lex. III 559. — Sämtliche drei Nymphen
mit schärpenartig über die I. Schulter genommenem
Hiiuation. Am oberen Rande rechts über der
zweiten Pan, ganz klein. Links unten Acheloos
unhärtig. Ein kleines viereckiges Loch auf der
unteren Fläche zum Aufstecken auf einen Zapfen.
(Löwy.)
1254, 8 (NM 1116). Desgleichen. AusMe-
gara. Wieseler, Ber. üb. seine Reise p. 28 Furt-
wängler, Athen. Mitt. 1878 p. 201. Sybel 387.
Pottier, Bull. Corresp. hellen 1881 p. 353 No. 11.
Bloch, Nymphen, in Roscher's Lex. III 559. —
Die Komposition gelockert, einiges Charakteristi-
sche verwischt. Hermes steht vor dem nicht
mehr aus Feldsteinen geschichteten, sondern kunst-
gemäss rund zugehauenen Altar, die erste der
Nymphen ist ganz in den Hintergrund gedrängt,
.indem Uber sie weg die zweite einen Zipfel von
Hermes’ Chlamys fasBt“ (Furtwänglcr). (Löwy.)
1254, 9 (NM 1445) = No. 1243, 2
1254, 10 (NM 1444) = No. 1248, 2.
1254, >■ 12 (NM 1451. 1452). Blöcke eines
Fries os unbekannter Bestimmung Angeblich beim
Dipylon gefunden. Bunian, Ber. d. säclis. Ge-
sellsch. 1860 p. 197 f. E. Cnrtius, Arcb. Anz 1861
j p. 231*. Wieseler, Ber. üb. a. Reise p. 31 f. 8ybel
i 304, 1. Reisch, Weihgesch. p. 107 Anm. 2. —
Das grossere Stück (1451) hat beiderseits Stoss-
tlächc, obenauf Klammerlöcher; das kleinerc(1452)
links Bruch, reclits Klammcrloch und Stosstlächo
(Sybel). Gctlügelte Jünglinge (doch wohl Eroten)
im Zuge nach links, alle in der L. vor der Brust
eine Scbale haltend, nur durch dio Attribute der
r. Hand (Krug und Thymiatcrion, meist abwech-
selnd; und die Haartracht (Uaarknauf in 1452)
verschieden. Ein drittes, offenbar zugehöriges
Stück bei Stuart und Revett II T. XVII Cb. 2—5,
Fig. 15, wo gleichfalls das Haar in Knoten auf-
gesteckt ist und die mittlere Figur zwischen zwei
Kaunenträgern einen Dreifuss hält. Stuart’s Ge-
danken an ein choregischcs Weihgeschenk lehnt
Reisch ab Für ein stilistisches Urteil reichen die
Photographie und meine Erinncruug nicht. Ob
ein Relicffragment aus Daphui Ähnlichkeit besitzt,
ist aus den kurzen Notizen Praktika 1892 p. 11.
Arcb. Deltion 1892 p. 49, nicht zu entnehmen.
(Löwy.)
1255. Errichtung eines Drcifusses.
! Früher heim Zugang zu den Propyläen. Müller-
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3*
27
Athen,
28
Schöll p. % No. 85. E. Curtius. Arch Zeit. 1867
T, CCXXV1, 2, p. 94. Sy bei 898a. Heisch, Wcib-
gesch. p. 57. — Schwerlich Votivrelief, eher Ver-
kleidung einer Basis od. dgl., wie auch Heisch
denkt, der den Mann im Ilimation (vgl zu No.
1258) als siegreichen Choregen oder Dichter, den
mit der Aufstellung des Drcil'usscs beschäftigten
kleineren Satyr entweder als Personifikation des
Dithyrambus oder als von Dionysos beauftragten
Diener erklärt (Löwy.)
1256. Belief unbekannter Bestimmung.
Aus dem Hicron von Epidauros Mvlonas, Kphim.
1884 p. 93. Athen Milt 1886 p. 455 J 2 (nach
Arch. Deltion). Furtwänglcr, Sitxungsber. d. bayr.
Akad. 1H97 p. 289 IT Reisch, Österr. Jahresh. 1998
p. 79 ff. F. 37. Sauer, D. sogen. Thcsciun p 248 f.
Pcterscn, Rom. Mitt. 1900 p. 148 f. Phot, d Inst.
Ath. NM 152. — Die Art der Einrahmung wie
die Dimensionen machen Furtwängler's Gedanken,
es könnte das Relief unter einer Erkunde ge-
standen haben, wenig überzeugend. Architek-
tonische Verwendung, wie Reisch wahrscheinlicher
vermutet, braucht nicht gerade im Schmuck eines
Altars oder einer Basis bestanden zn haben (als
Plattcndicke notierte ich 0,10—0,14). Was die
Deutung betrifft, so erkennen Furtwängler und
Reisch (dem Sauer im Wesentlichen bciptlichtet)
in der männlichen Gestalt übereinstimmend He-
phaistos, verwerten jedoch dessen Gegenwart zu
Gunsten abweichender Meinungen über das Vor-
bild der Athenafigur: der Gott der Insel Lemno*
passe, nach Furtwängler, zur Athcna im Typus
der pheidiaa’schen Lemnia, zumal falls das Ganze
eine launische Stiftung gewesen seiu sollte; wo-
gegen nach Reisch die Athena Ilepbaistia das Vor-
bild unserer Göttin, die ganze Gruppe im Geiste
der von Alkamenes für das athenische Hephaisteion
geschaffenen zwei Tcmpelbilder gehalten sei. Es
ist bei dieser Sachlage doppelt geboten, die Er-
klärung des Reliefs aus diesem selbst heraus zu
versuchen. Mir scheint nun zunächst die Deu-
tung der männlichen Figur auf Hephaistos nicht
zwingend und angesichts der Fundstelle des Re-
liefs jene auf Asklepios voll vornrherein min-
destens gleich berechtigt. Auch in einer für
Athen gearbeiteten Darstellung dieser Zeit würde
Letzterer nicht anders ausgeschen haben (vgl. zu
No 1220), und das (von Sauer bemängelte) Fehlen
der Schlange hat seine Analogien gerade in den
älteren Darstellungen des stellenden Asklepios.
Von beabsichtigter Andeutung der Lahmheit kann
ich nichts erkennen, und dass sich die Figur an-
scheinend mit dem Helm der Athena zu schaffen
macht, genügt doch nicht für die Benennung als
Hephaistos. Ja, wenn meine im Sommer 1885 in
Epidauros von dem zu Boden liegenden Relief
genommene Skizze nicht täuscht, war damals am
I Bruch noch der Verlauf des r. Zeigefingers zn
erkennen in einer Bewegung nicht des Anfassens,
sondern des Grusses. ln jedem Fall aber ist es
Athena, die den Helm am Naekenschirm gefasst
hält, und wäre ein Überreichen seitens des Mannes
durch seitliches Hineingreifen ungeschickt und
nicht mit der der griechischen Kunst sonst eigenen
Klarheit ausgedrückt. Es fragt sich nun, wie der
abgenommene Helm der Athena zu erklären ist.
Die Freiheit der Rcliefkünstler im Variieren über-
nommener Typen je nach den besonderen Um-
ständen der Darstellung bedarf keiner Erinnerung,
und im friedlichen Verkehre mit Anderen Athena
sich der Waffen cutledigen zu lassen, ist ein Zug,
Dir den aus verwandtem Gebiet die Beispiele nicht
fehlen ; s. die Reliefs Studniczka, Vermut, z. Kunst-
gcsch. p. 12 (wo die Annahme besonderer statua-
rischer Vorbilder wohl nicht mehr atifrechtcrhalten
wird) und Lansdowne House, Michaelis, Anc. Mbls.
p 450 No. 59 (vgl. auch das Epigramm IGB 532).
Das Motiv in unserem Relief aus der Abhängigkeit
von der Lemnia zn erklären ginge nur dann, wenn
der Anschluss an diese Figur im Übrigen ein pein-
lich genauer wäre. Das ist aber nicht der Fall ,
i Schild und Mäntelchen sind jedenfalls fremde
Elemente, und statt der mächtigen übergürteten
Acgis erscheint hier eine kleine schärpenartige
umgcbäiigt. Mit anderen Worten : unserem Künstler
hat überhaupt nicht die Lemnia vorgeschwebt,
sondern eine jener jüngeren Athenen, wie sie die
Kunst de» 5. Jahrh. mit fortschreitender Verein-
fachung der schrägen Aegis ausznbilden liebte
(vgl. die Aufzählungen bei Reisch p. 66 ff.). Damit
ist alter auch der von Reisch a. 0. behandelte
Athcnatypus ausgeschlossen, der sich mit dem
ungegUrietcn Überschlag des Peplos noch weiter
von dem unsrigen entfernt. Es wird also bei der
Erörterung beider Statuentypen von unserem Relief
besser abzuseben sein. Trifft unsere Erklärung
das Richtige, bo ist eine Begegnung Atbenas mit
Asklepios dargestellt: dieser, als Herr des Orts
in ruhiger Stellung, empfangt (resp begrttsst) die
Besucherin — für die Gesinnung etwa von Athenern,
die die Gastlichkeit des llierons genossen , kein
unpassender Ausdruck. Das Herantreten Athenas
ist deutlich; das Anlehnen des Schildes an ihre
Person, selbst wenn so gemeint, würde durch
die Häufigkeit solcher Gedankenlosigkeiten im
Untergeordneten entschuldigt. Als attisch aus der
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Athen.
30
Zeit um 400 vor Cbr. ist die Arbeit mit Recht
bezeichnet worden. Für die ganze Komposition
bietet sich No. 1212 von selbst zum Vergleich
dar, wenn auch nicht notwendig als Beweis eines
konkreten gemeinsamen Vorbildes. (Löwy.)
1257. Jüngling mit Pferd, wahrscheinlich
Grabrelief. Aus Aegina Exped. d. Moree III
T. 41, IV. Sybel 322. — Wohl 5. Jahrh., ob aber
attisch? (1,0 wy.)
1258. Stele für eine Ephcbenurkunde
vorbereitet. P. Gardner, Journ. of Hell. Stad-
1890 p. 14(i ff. Fig. 1. 2. — Die Bestimmung er-
hellt aus parallelen Monumenten (vgl. No. 1259
bis 61). Ober diese ganze Klasse von Inschriften
wie das Institut der Ephebie vgl. Dumont, Essai
sur l'Ephebie attique, Qirard, Ephebi, in ßareui-
berg und Saglio's Dict. II 1, n. A. Dass in
unserem Falle die Inschrift bloss gemalt war, wie
Gardner vermutet, wäre möglich. Nicht bloss als
zumeist datierbare Erzeugnisse der späten Relief-
knnst verdienen diese Kopf- und Kussvignetten der
Ephebenstelcn einiges Interesse; mögen sie auch in
dem das Ephebcnwcsen beherrschenden konser-
vativen Zug (E. Curtius, Stadtgesch. p. 281 f.)
ihre besondere Pinache haben, so zeugen sie doch
filr den nicht ganz erloschenen Geist der attischen
Kunst, die selbst die nüchterne Urkunde zu ver-
edeln, deren Inhalt auch in der eigenen Spraclio
wiederzugeben sucht. Einförmig, wie die zu
Grunde liegenden Voraussetzungen, sind freilich
diese Darstellungen: sie wiederholen in stereotypen
Formeln den Ausdruck der Dankbarkeit des Corps
gegen seinen Chef, den Kosmeten, die errungenen
Auszeichnungen, sowie was im heben der Ephebcn
voranstand, die gymnastischen Übungen, nament-
lich die Wettkämpfe zu Boot (vgl. Dumont I p.
234 ; 245). Im vorliegenden Exemplar zeigt die
Kopfleiste den Kosmeten in feierlicher Bürgcr-
tracht in dem vom 4. Jahrh. her für Porträt-
statuen unendlich oft wiederholten Typus, be-
kränzt von einem Epheben in Uhlamys zu seiner
Linken, während der zu seiner Rechten mit
Palme aut der L. sich selbst den Kranz aufsetzt,
auch dies ein in weit ältere Zeit hinaufgehender
Typus, den Milchhöfcr, Arch. Stud. II. Bruun
dargebr. p. 62 ff. auf Eupompos zurilckführt :
möglicherweise ist auch das I. stehende Gelässi
eine häufig wiederkehrende Ilindcutung auf Pa-
lästra u. dgl., aus dem Original übernommen (a.
z. B. Matz-Duhn III 4110. 3, Milchhöfcr a. 0.
p. 63, a). Am unteren Rande ein mit acht Ephe-
ben bemanntes Ruderboot, als siegreich durch
die vom ersten getragene Palme bezeichnet.
Auf das Technische dieser Boote und ihre Füh-
rung kann ich nicht eingehen. (Löwy.)
1259. Oberes Stück einer Kphebenliste,
Offenbar am ursprünglichen Aufstellungsort Dio-
geneion), bei II. Dimitrios Katiphoris gefunden
Dumont, Essai II p.246 No XLVI c, CIA III 1, 1092.
— Aus dem Archontat des Pantainos, zwischen 98
und 117 nach Chr (wahrscheinlich 105 6: Schöffer,
Archon, Pauly-Wissowa II 1, 595). Der Kosmet
in der Mitte, wie auf No. 1258, in der L. eine
Schriftrolle (?, Dittcnberger), ist von einem zu
seiner Linken stehenden Epheben bereits bekränzt,
während von der anderen Seito her ein zweiter
ihm einen Kranz aufzusetzeu im Begriffe ist. Diese
Gnippe rechts gauz wie in No. 1258 Links und
rechts jo ein ruhig stehender Ephcbe mit Palm-
zweig in der L , der links auch mit Stlengis (Dittcn-
berger; in der R., am Boden zwischen ihnen und
den mittleren Epheben je eine Amphora (s. zu
No. 1258). (Löwy.)
1260. Ephebenstele. Fundort wie bei
No. 1259. Dumont, Essai 11 p. 344 No XCIV.
CIA III 1, 1177. Sybel 3308. — Aus dem Archontat
des Aurelios Dionysios, zwischen 212/3 u. 221 2
nach Chr. (nach Schöffer, Archon, Pauly-Wissowa
II 1, 597 wahrscheinlich 219/20) Oben in vier-
eckiger Nische der Kosmet mit beiderseits be-
kränzenden Epheben, ganz wie No. 1259, nur haben
hier die Epheben auch Palmzweige auf der L
Rechts zu Füssen des Kusmcten ein Bund Schrift-
rnllcn, zu jenen des Epheben rechts ein Gcfäss.
Unten von mehreren Booten noch zwei, in Aktion,
mit jo zwei Insassen. (Löwy.)
1261. Ephebenstele Vom gleichen Fundort.
Epbim. 1862 T. 29, 1. Dumont, Essai II p. 326 ff.
No. LXXXIX. CIA III I, 1160. Sybel 3300.
Girard, Ephebi, in Daremberg u. Saglio's Dict. II
1, 631 F. 2681 f. — Aus dem Archontat des
Helvidius Sccundus, 192,3 nach Chr. Das obere
Relief, in viereckig eingetieftem Feld, nicht voll-
ständig: das Erhaltene bezieht sich auf Fackellauf
(ein Ephcbe mit Fackel eilt vom brennenden Altar
weg) und Ringkampf (Ephebe bringt den Gegner
zu Fall). Weiter rechts eine Statue des einen
Schutzgoltes der Epheben, Herakles, im Typus
des farnesischen. Der Raum reichte noch filr eine
Figur (Hermes?, vgl. Preller- Robert, Griccli.
Mythol. 1 415 f.). Unten ein Boot mit drei Epheben,
der mittlere hält Palme, die beiden anderen voll-
fübren das auch in No 1260 dargcstcllte Manöver.
(Löwy.)
1262. Relief unklarerBestimmang. Aus
deuiDionysostheater.Sybe!ü85. Fried.Wolters 1884.
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Athen.
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Reisch, Weihgesch. p. 123 Anrn. 3. — Viel-
leicht von einem Götterverein. sind erhalten eine
weibliche Figur, die ein Räuclierkorn auf ein
Thymiaterion legt, und, ihr folgend, Dionysos,
jugendlich, mit Nebris nnd hohen Stiefeln, Spitz-
amphora und Kantbaros tragend, in einem von
Artemis entlehnten Typus (s. zu So. 1251).
Von der IJasis einer Dionysosstatue ?
(Löwy.)
1263. KomOdienszcne. Sybcl 2200. L. Gur-
litt, Arch. Zeit. 1881 p. 57 (T. Reisch, Weihgesch.
p. 141. — Ein (trunkener?) Mann wird beiderseits
von je einer Gestalt im Uimation umfasst und in
die Hohe gehoben; links enteilt hilferufend eine
kleinere Figur, von rechts kommt eine andere,
gleichfalls kleinere, im Laufe hinzu, vielleicht mit
Stein bewaffnet. Die Erklärung als Komödien-
Szene (so schon Sybel) trifft wohl das Richtige.
Nach Reisch bildete das Stück »den oberen vor-
springenden Rand einer grösseren, die Hauptdar-
stellung tragenden Kelicftafel, von der am untern
Rande noch der Ansatz der zurücktrctendcn
Fläche mit deutlichen Spuren der Reliefbcarbei-
tung erhalten ist.“ (Löwy.)
1264. Herakles schlänge n w ürge n d,
hinter ihm Amphitryon. Gefunden in Athen,
dann in einer Sammlung im Piräus. Rhusopulos,
Annali 1803, T. Q, 2, p. 457. Wiescler, lier. üb.
s. Reise p. 57. Sybcl 680. Robert, Sarkophag-Rel.
III 1 T. XXVII, 100, p. 123. — Die Herkunft von
einem griechischen Sarkophag, n. zw. wahr-
scheinlich von der Schmalseite, sprach zuerst
Kern (bei Robert) aus »Die Falmcttc am r. Rand
bezeichnet die Mitte. Auf der rechts wegge-
brochenen Hälfte wird die erschreckte Alkmene
mit dem kleinen Ipbikles dargestellt geweseu
sein. Diese Komposition hat weit höheren An-
spruch, für eine Nachbildung des berühmten Hil-
des von Zeuxis zu gelten, als die charakterlosen
pompejauischen Wandgemälde, die gemeiniglich
mit ihm in Verbindung gebracht werden.“ (Robert.)
(Löwy.)
1265. Heroenrelief. Angeblich aus Cbry-
sapha bei Sparta. Milchböfer, Arch. Zeit. 1881,
T. 17, 2, p. 293 ff. Fried.- Wolters 05. — Das
Relief gehört in die Klasse der von Milchböfer
a. O. besprochenen „Kautharosmänner“. Ob die
Linke etwas hält (Granate?) oder ob das durch
die I-iurisse von Daumen und Zeigefinger um-
schriebene Stück nichts bedeuten soll, ist ange-
sichts der durchgängigen Angabe der Details
durch bloss eingeriHsene Linien auf der flach vor-
liegenden Silhouette der Figur nicht sicher zu
sagen. Die im Grunde Uber den Kantbaros sich
ringelnde Schlange will gewiss nicht daraus
trinken, sondern ist alB Genossin des Heros ohne
konkrete Ortsvorstellung seinem Bilde beigefügt-
Stilistisch kann das Stück noch dem 5. Jahrh.
angehören (Löwy.)
Athen
Nationalmuseum.
Magazine.
1266 und 1267. Arcbaiachcs bärtiges
Köpfchen. Hoch 0,105 m. Aus dem Amphia-
raosheitigtum von Rhamnus. Feinkörniger Marmor.
Körte, Athen. Mitl. XVIII, S. 252. Stais, Deltioo
1891, s. 117. Die Nase fehlt, ferner das untere
Ende des Bartes sowie ein Stück der Stirn Uber
dem linken Auge. Das volle fleischige Gesicht
zeigt einen freundlichen Ausdruck, die Augen sind
von dicken Wülsten umgeben. Das Haar rahmt
die Stirn in Buckellöckchen ein, der Oberkopf
ist glatt und von einer flachen Binde umgeben,
unter der hervor das Haar lang in den Nacken
fällt, wo es in einen durch Streifen regelmässig
gegliederten Schopf ziisammengebunden ist. Die
Modellierung des Bartes ist roh angegeben,
überhaupt zeigt die ganze Arbeit, abgesehen von
der schlechten Erhaltung, einen groben Hauen
Charakter. Der Kopf ist stilistisch am nächsten
verwandt dem auf der Akropolis gefundenen
Kopfe, Furtwängler, Sammlung Sornzee S. 2 und
gehört wie dieser in die Zeit um 500 v. Chr.
Die Deutung auf eine bestimmte Gottheit, sei cs
Zeus oder Amphiaraos, ist unsicher, doch machen
die Fuudiimstäude wahrscheinlich, dass der letztere
dargcstcllt ist mit einfacher Übertragung des
Zeustypus. (Sievekiug.)
1268. Bärtiges Götterköpfchen. Hoch
0,07 m. Aus dem Amphiaraosheiligtum von
Rhamnus Feinkörniger Marmor Körte, Athen.
Mitt XVIII, S.252 Stais, Doltion, 1891, S. 117. Furt-
wängler, Sammlg. Somzec S. 69. Reisch, Fest-
schrift für Benndorf S. 147. Savignoni, Notizie
d. scavi, 1901, p- 250. Es fehlt die Nasenspitze
Zu den derben Gesichtsformen, die in der niedrigen
Stirn, dem sehr stark entwickelten Untergesicht
und den vollen Lippen zmn Ausdruck kommen ,
sowie zu dem mächtig ausladenden llinterkopf
stellt die elegante Anordnung des Haares in auf-
fallendem Gegensatz. Zu beiden Seiten der Stirn
fallen Uber die Ohren zierlich gewundene Locken
bis auf den Hals, die Hauptmasse der Haare legt
sich in langen Strähnen Uber dcu Hinterkopf
bis in den Nacken. Die Enden sind nach innen
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Athen.
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zu umgebogen. Sparen einer Binde, die wahr-
scheinlich mit Farbe aufgetragen war, glaube
ich am liinterkopf zu bemerken. Dieser etwas
gesuchten Haaranordnung, die zuerst bestechend
wirkt, hat es wohl das Köpfchen zu verdanken
gehabt, das« sein Wert bedeutend Überschätzt
worden ist; man hat sich sogar an den Zeus
des Phidias erinnert geglanbt. Der Zeitansatz
ist richtig, auch eine allgemeine Beeinflussung
durch die Kunst des Phidias nicht ausgeschlossen,
im Übrigen aber ist das Werk in Erfindung und
Ausführung kaum mehr als eine Du rehschnitta-
arbeit- Hinsichtlich der Benennung gilt das von
dem eben besprochenen Kopfe Gesagte; indes ist
hier die Deutung auf Amphiaraos besonders wahr-
scheinlich, da kürzlich in den Caracalla-Thermen
ein t'olossalkopf zu Tage gekommen ist (von
Savignoni a. a. 0. veröffentlicht), der mit dem
Köpfchen von Rhamnus die Haarordnung gemein
hat und dazu eine breite rollenartige Binde trägt,
also nur Asklepios darstellen kann.
(Sieveking.)
1219. Bärtiges Köpfchen. Kavv, 594.
Hoch 0,135 m Herkunft unsicher. Penteliscber
Marmor. Nase sowie ein Stück oben auf dem
Kopfe fehlen. Dor Kopf war nach der Schulter
hin geneigt und trägt eine Binde im Haar. Die
in der unteren Partie stark hervorspringende Stirn
ist von einer tiefen Horizontalfurchc durchzogen,
die dem Gesicht einen düsteren, schwermütigen
Ausdruck verleiht. Die Arbeit ist römisch, es liegt
jedoch ein Göttertypua aus der Mitte des 3. .lahrh.
und zwar der argivischen Schule zu Grunde. Am
nächsten verwandt, besonders in der Kopfform,
der Augen- und Ohrenbildung und der Haarbe-
handlung sind der Kopf des .Münchener Königs*
Einzelaufnahmcn 855 u. 56, und der sog. Stephanos-
figur Purtwängler M. W. p 405. Die Haarbinde
schneidet allerdings etwas tiefer ein. Welcher
Gott oder Heros dargestellt ist, ist zweifelhaft.
(8 i e v c k i n g.)
1270. Weibliches Köpfchen. Kavv. 291.
noch 0,07 tu. Aus dem Asklepieion in Kpidauros.
Pcntel. Marmor. Nase bestossen. Das niedliche
Köpfchen von ziemlich flüchtiger römischer Arbeit,
wohl Aphrodite darstellend, lehnt sich an praxitc-
lisclie Schöpfungen an, an die die dreieckige Stirn
und das feine Oval erinnert. Die Haare fällen im
Nacken lang herunter, ein Teil hinter den Obren
auf die Schultern. (Sieveking.)
1271. Männlicher Torso. Hoch 0,31 m.
Blauer, wohl hymettischcr Marmor. Die Körper-
formen sind polykletiscb. Bemerkenswert sind die
beiden Ansätze am Rücken, ans denen bervor-
gebt, dass die Figur irgendwie als Stütze gedient
haben muss. (Sieveking.)
1272. Männlicher Porträtkopf. Hoch
' 0,25 m. Feinkörniger Marmor. Nase fehlt. Nach
der ganzen Kopf- und Gesichtsbildung sowie auch
im Einzelnen nach der Behandlung der Augen und
Haare gehört das Porträt an das Ende des 4. Jahrh.
und ist von der Skopasischen Kunstrichtung beein-
flusst. Schnurrbart, Backen- und Kinnbart sind
leiebt angegeben. Die GeeichtszUge zeigen keinen
rein griechischen Typus, vielleicht ist eine Ver-
mischung mit afrikanischem Blute vorhanden. Gute
Arbeit. (Sieveking.)
1273. Porträtkopf. Hoch 0,26 m. Pente-
lischer Marmor. Nase und Lippen fehlen. Kinn
bestossen. Der Kopf zeigt in seinen Gesichtszügen
grosse Verwandtschaft mit dem der Statue E-A 713,
wahrscheinlich gjebt er die gleiche Person wieder.
Dieses Porträt gehört nicht, wie Arndt a. a. 0. an-
nimmt, in die Zeit des Lucius Veras oder Commodus,
sondern noch in die des Hadrian. Die Verwandt-
schaft mit dem Antinouatypus ist in die Augen
springend, vielleicht dürfen wir auch in dem vor-
liegenden Jiinglitigskopf einen Bithynier erkennen
Ausführung hart. (Sieveking.)
Athen.
AkropolLsmuseum.
1274. Bruchstück eines Votivreliefs an
Pan und die Nymphen. Gefunden beim Ab-
bruch der grossen Bastion unter den Propyläen.
Ross, Arch. Aufs. I p. 97. Müller -Schöll p. 95
No. 81, T. V, 12. Le Bas, Mon. fig. T. 59 p. 75
(Reinach). Michaelis, Annali 1863, p.311, B. Heyde-
mann, Verh Tänzerin p. 10, X. Sybel6961. Fried.-
Wolters 1138. Hauser, Neu-att. Rel. p. 140 f. —
Cnter den Reliefs dieses Gegenstandes nimmt das
vorliegende seinen Motiven nach eine beson-
dere Stellung ein. Die Motive der zwei fehlenden
Nymphen hat Hauser aus □enattischcn Wieder-
holungen nacligcwicsen (a. O., Typ. 35. 36, die
erhaltene Figur Typ. 34). Dass unser Exemplar
selbst das Original war. könnte man nach seiner
Grösse vermuten. Indessen scheint die Ausführung
damit nicht ganz im Einklang. Gegenüber der
früheren, sicher zu tiefen Datierung unseres Re-
liefs ins vorgerückte 4. Jahrh. vertritt Hauser
auf Grund von Vasenbildern einen um nahezu
ein Jahrhundert höheren Ansatz. Doch bedarf
die Verwertung stilistischer Parallelen aus anderen
Knnstzweigen für dio Chronologie dieser Reliefs
überhaupt uoeb durchgängiger Revision. Vgl. auch
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Athen.
36
35
Milchhöfer, Jahrb. d. Inst. IX (1894), S. 81. Die
von Sy bei bemerkte Sal kante ist in der Photo-
graph» sichtbar. (L ö w y.)
1 275. ReiieffragmenL Hoch 0,34 in.
Breit 0,18 m. Pentclischer Marmor. Athen Mit-
teil. 1880, Taf. 5, p 102 ff. Furtwängler, Meister-
werke p. 49 ff.
Das Belief füllt durch seine unbedeutende
Arbeit ans der Reihe der hier besprochenen Votiv-
reliefs heraus und gehört erst in römische Zeit
Gegenständlich interessant ist das Stück in so
fern, als die dargeetcllte Athena eine Wieder-
holung des Torso Medici ist, wie schon Sybel
a. a 0. erkannt hat. Seine Vermutung, dass auf
dem Relief Poseidon neben der Göttin ilargcstcllt
war, hat wenig Wahrscheinlichkeit für sich.
(S i e v c k i n g.)
1 276. Relieffragment- Hoch 0,22 m.
Pentclischer Marmor. Stehende Athena in Chiton,
Obcrgcwand und Aegis. Das gut gearbeitete
Stück ist im Stil abhängig vom Krechtheionfries.
Eine genauere Datierung desselben wie auch der
unter den folgenden Nummern besprochenen Re-
liefs des Akropolismuseums ist trotzdem nicht
möglich, weil der Eintlnss der Skulpturen des
Parthenon, des Erechtheion und des Niketempcls
sich auf derartigen Votivreliefs vom Ende des
5. Jahrh bis etwa durch die ersten 4 Jahrzehnte
des 4. Jahrh. in gleicher Weise geltend macht,
wie die inschriftlich datierten Stücke beweisen.
(S i e v e k i n g.)
1277. Rclieffragment. Hoch 0,29 in
Pentclischer Marmor. Oberkörper der Athena nach
rechts im Profil. Der etwas geneigte Kopf ist ab-
hängig vom Typus der Parthenus. Die kleine
Aegis, an der weder Schuppen, Schlangen noch
Gorgoneion sichtbar sind, zeigt dieselbe Form
wie auf der Aspasiosgemme. Das Bohrloch am
Helm diente zur Anstücknng der Seitenklappe.
Sorgfältige Arbeit. (S i e v c k i n g.)
1 278. Relieffragraont. Hoch 0 26 m.
Pcntelischcr Marmor. Schöne, Griech. Reliefs
Nr. 91. Fricdcrichs-Wolters 1186.
Sitzende Athena ohne Ägis, den korinthischen
Helm auf dem Schosse. Reste einer Nike, rechte
Hand und Flügel sind rechts sichtbar. Sehr feine
Arbeit. Auch dieses Stück steht dem Krecldheion-
fries stilistisch nahe. (S i c v e k i n g.)
1279 und 1280. Zw ei Fragmente von einer
kleinen Marmorbasis, das eine zur Vorder-
seite gehörig, hoch 0,23 in, das andere zur rech-
ten Nebenseite, hoch 0,28 m. Schöne, Griech. Re-
liefs, No. 97.
Heroenrelief. Die Trophäen sind nicht ver-
schieden, wie Schöne anniinmt, denn der Neben-
seite fehlt nur das Obergewand, das die Nike
noch in der Hand hält Etwas flüchtige Arbeit
(S i e v e k i u g.)
1281. Relieffragmont. Hoch 0,15 m.
Breit 0,27 m Pentelischer Marmor.
Zwei glcichmässig gekleidete und in der
Haltung übereinstimmende weibliche Figuren
stehen wie Adorantcn hintereinander. Die Ge-
wandbehandlung erinnert an den Parthenoufries
Sorgfältige Arbeit. (S i e v e k i n g.)
1282. Rclieffragment. Hoch 0,37 m.
Pcntelischcr Marmor. Sicher kenntlich ist eine
weibliche nach rechts stellende Figur; die sonst
erhaltenen Reste der Darstellung sind nicht recht
deutlich. Oben glaube ich den Ellbogen eines
rechten Arms zu erkennen, der vielleicht der
stehenden Frau angehört Rechts von dieser
scheint mir der rechte gesenkte Arm einer zweiten
Figur sichtbar zu sein, die vielleicht von der
ersten bokränzt wird. Zierliche Arbeit.
(S i e v e k i n g.)
1283. Rclieffragment. Hoch 0,17 m. Pente-
lischer Marmor. Dargestellt war ein ruhig stehender
Mann in der typischen Haltung, den Mantel unter
der einen Achsel eingeklemmt, den einen Arm im
Gewand verborgen, die Brust nackt.
(8 i e v e k i n g.)
1284. Relieffragment. Hoch0,19m. Pente-
lischer Marmor. Schöne, Griech. Reliefs, Nr. 69,
wo noch ein zweites Fragment, Oberkörper einer
Frau, das zugehoren soll, hinzugefügt ist. Eine
Erklärung des Reliefs lässt sich nicht geben; nur
glaube ich, dass kein Grund vorhanden ist, in der
zweiten männlichen, mit Chlamys bekleideten Figur,
wie Schöne cs thut, Hermes zu erkennen. Denn
der undeutliche Gegenstand, den die Linke hält,
scheint mir sicher kein Beutel zu sein, ein Attribut,
das ausserdem bei rein griechischen Hermesdar-
stellungcn bisher noch nicht nachgewiesen ist
(S i e v e k i n g.)
1285. Rechte Seite einer kleinen relief-
gescbmUckten Basis. Schöne, Griech. Reliefs,
Nr. 100. Huch 0,41 m. Feinkörniger Marmor.
Der sitzende Mann scheint in die Betrachtung des
in Beiner Rechten befindlichen Gegenstandes —
ist es ein Kranz? — versunken. Dass er, wie
Schöne meint, im Begriff ist, denselben auf den
vor ihm stehenden Schild zu legen, halte ich für
unwahrscheinlich; auch dass der Oberkörper .durch
ein augenfälliges Versehen wesentlich zu kurz
geraten ist“, kann ich nicht erkennen. Der Mann
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37
Athen
38
sitzt nur ziemlich gebeugt und mit vorgeschobener
rechter Schulter da. Das Motiv ist sehr gefällig
und die Arbeit zierlich, wenn auch etwas flüchtig.
Die Gewandbehandlung erinnert an die sitzenden
Figuren des Parthenonfrieses (S i e v e k i u g.)
1286. Fragment vom Oberkörper einer
weiblichen Figur. Hoch 0,28 m. Pentelischer
Marmor. Der Kopf war zum Einsetzen bestimmt.
Der linke Arm stutzt sich auf einen Pfeiler auf,
der Körper war nach seiner rechten Seite abwärts
genoigt, so dass sich filr die Figur ein ähnliches
Motiv ergiebt, wie das der Sandalenbinderin von
der Nikebalustrade, an die auch die Gewand-
behandlung erinnert. (S i e v e k i n g.)
1287. Oberkörper einer weiblichen
Figur ohne Kopf. Hoch 0,37 m. Pentelischer
Marmor. Das Stück ist in der Gewandbehandlung
den Figuren der Nikebalustrade sehr verwandt.
Als jüngere Weiterbildung schliesst sich an das-
selbe die sog. Aphrodito mit dem Schwerte aus
Epidauros an Sehr gute Arbeit-
(S i e v e k i n g.)
Athen.
Kunsthandel.
1288. Kleine Bronzestatuette. Die
Hände fehlen. Die Bronze gehört der pcloponnesi-
seben Gruppe an, die Furtwängler, Neue Denk-
mäler antiker Kunst, II, Sitzungsber. d. k. b.
Akad. 1809, p. 5CG ff. zusammengestellt hat.
Die Hüften sind schmal, die Brust ist unverbält-
nismäasig breit, der Kopf vierschrötig, das Ge-
sicht fliiehenhaft, die Haare sind an der Stirn
gerade geschnitten, mit scharfen Winkeln zu
beiden Seiten, die einzelnen Haare mit feinen
Strichen eingraviert. Die beiden Unterarme waren
vorgestreckt. Der Kopf ist nicht mehr wie bei
dem Apollon von Lusoi, (Furtwängler a. a. 0.
p. 667) gradeaus gerichtet, sondern etwas zur
Seite gewendet. Im Missverhältnis zu diesem
Fortschritt steht die merkwürdig ungeschickte
Beinstellung und llaltuug der Oberarme, die daher
nur mit der Unfähigkeit des Künstlers, nicht etwa
mit älterer Entstehungszeit des Werkes zu er-
klären ist, das, wie die Behandlung der Bauch-
partic und der Pubes zeigt, zu den jüngeren
Gliedern der Gruppe gehört. (S i e v e k i n g.)
1289 und I29Q. Weiblicher Kopf. Hoch
0,20 m. Er gehört zu der grossen Masse der
lokalen cypri-chen Kalksteinskulptnren , die ein
Gemisch von einheimischer Kunstweise und frem-
dem Einfluss, besonders der archaisch-ionischen
Kunst, zeigen. Verglichen mit den reinen Erzeug-
nissen der letzteren Kichtung, die sich durch ihre
Frische und Natürlichkeit hervorthun, wirken jene
mit wenigeu Ausnahmen unerfreulich, unhar-
monisch, und in ihrer süsslichen Weichlichkeit ab-
stosseud. Bei dem vorliegenden Kopf ist die
Frisur nicht rein griechisch, sie zeigt nicht wie
andere Beispiele die horizontal über die Stirn
laufenden Haarwellen. Hinten erinnert die Haar-
behandlung an den sog. Rampin'schen Kopf im
Louvre. Dio Gesichtsbildung ist in der Haupt-
sache ganz von der ionischen Kunst beeinflusst;
dieser gehört auch der kreisförmige Ohrschmuck an.
(S i e v e k i n g.)
1291 und 1292. Weiblicher Porträtkopf.
Hoch 0,28 m. Feinkörniger Marmor. Nase, sowie
ein Stück des Hinterkopfes und der Frisur fehlen.
Arndt (Zeitschrift d. Münchner Altertumsver-
eins, XI, S. 4, Anm. 3) fuhrt den Kopf als eine
Wiederholung des bekannten Kopfes der Kaul-
bachschen Sammlung an; wie ich glaube, mit Un-
recht. Bei der ganzen Keilte dieser noch recht
ideal gehaltenen Porträts mit der gleichen soge-
nannten Melonenfrisur ist es schwer, den feineren
Unterschieden, und zwar denen, dio nicht den
Kopisten zuznschrcibeu sind, Rechnung zu tragen.
Vergleichen wir den vorliegeuden Kopf mit dem
Kaulbaehschen, so fällt zunächst eine Verschieden-
heit in der Art, wie das Haar an der Stirn an-
setzt, auf, die jedoch auf Rechnung des Kopisten
gesetzt werden kann. Auch die abweichende
Behandlung der Augen und Brauen, die in ihrer
Härte dem athenischen Kopfe einen strengen
Charakter verleiht, lässt sich mit der Minder-
wertigkeit der Arbeit erklären. Dagegen ist die
Gesamtstruktur des Gesichtes bei beiden Köpfen
eine zu verschiedene, um in ihnen dasselbo Por-
trät erkennen zu dürfen. Der Bau der Stirn ist
bei dem athenischen Kopf viel breiter, auch das
Untcrgcsicht ist voller angelegt, es zeigt nicht
die schmalen Wangen des Kaulbaehschen Kopfes.
Endlich sind Mund und Kinn durchaus abweichend,
ln dem Kaulbaehschen Kopf sieht Furtwängler
(Beschreibg d. Glyptothek 8. 185) gewiss mit
Recht eine Weiterbildung des auf praxltelische
Kunst zurückgehenden Typus, wie er uns in dem
weiblichen Kopf der Münchener Glyptothek,
Furtwängler Nr. 210, vorliegt, in das Individuellere,
uud schreibt ihn der Alczanderepoehu zu. Der-
selben Zeit gehört auch der athenische Kopf au,
nur scheint er mir nicht, wie der Kautbachsche,
auf einem praxitelischen Idealtypus zu basieren,
sondern dem Kopf der grossen Herrulanenserin
nahe zu stehen, die neuerdings 8. Reinach (Revue
arch. 1900, II, S. 393 (T.), wie ich glaube mit guten
4
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Athen. Elenais.
40
39
Gründen zu Lysipp ln Beziehung gebracht hat.*)
(S i e v e k i n g.)
1293. Jünglingakopf. Von einem attischen
Grabrelief. Hoch 0,19 m. l'entelischer Marmor.
Nase bestossen. Der Kopf, eine geringe handwerks-
mässigc Arbeit, wie besonders die Behandlung
des Hartes zeigt, gehflrt in die Mitte des 4. Jalirh.
und schlicsst sich in seinen Formen am ehesten
an die praxitclische Richtung an.
(S i e v c k i n g.)
1294 und 1295. Bärtiger Kopf. Hoch
0,35 m. Feinkörniger Marmor. Der merkwürdig
gut erhaltene Kopf scheint mir eine schlechte
moderne Fälschung zu sein Besonders ver-
dächtig ist die äusserst naturalistische Ausführung
deeKranzes. Die Angenbildung ist sehrunnatürlich.
(S i e v e k i n g.)
1296 und 1297. Weiblicher Kopf. Hoch
0,2.4 m. Wcisser feinkörniger Marmor. Die Ober-
fläche ist mit einer grauen Schicht überzogen.
Der in seinem Ausdruck äusserst langweilig
wirkende Kopf, der auch in den Proportionen
bedenklich missraten ist und sich beinahe wie
eine Karikatur ausnimmt, macht einen durchaus
unantiken Eindruck. Die Haarbehandlung und die
sonderbare Kopfbedeckung scheinen mir eben-
falls auf modernen Ursprung hinzuweisen. Die
Arbeit lehnt sich, nach der Augenbildung zu
schlicssen, an ein noch ziemlich strenges Vor-
bild an. (S i e v e k i n g.)
Eleusis.
Museum.
1298. Bärtiger Kopf, von einem attischen
Grabrelief. Conze, Grabreliefs, 1293 a. H. 0,33.
Wcisser Marmor. Am Barte ein Rest der rechten
Hand. Die Gestalt ist zu ergänzen wie der Alte auf
dem Relief vom llissos (Conze II, Taf. 211, No. 1055).
Und zwar sab der eleusinische Kopf ebenfalls
nach links, wie aus der Verwitterung der linken
Gesichtshälfte (nicht der rechten : Zahn bei Conze,
Nr. 1293 a) hervorgeht. Auch scheint die linke
Gesichtshälftc als Hauptseite namentlich am Auge
weicher und feiner gearbeitet gewesen zu sein.
Ferner ist Regel, dass bei diesem liewegungsmotiv
die Haud stets auf der dem Reliefgruud zuge-
wandten Körperseite erhoben wird; vgl. u. a.
#) Um nicht dis Meinung sufkntnmün zu lassen, dass
ich ebenso, wie 8., von Kelnach’s Küeknihning der
llerculaneneerlD auf I.jrtf pp überzeugt worden sei, erkläre
loh hier zunächst nur kurz, dass mich vielmehr ft.’a Aus-
führungen und besonders seine Abbildungen nur in meiner
eigenen Ansicht, die Heecuianenserin sei prnzitetisch, be*
•türkt haben. (Amelung.)
Conze Taf. 80, 322; Taf. 221, 1084; eine der
wenigen Ausnahmen siehe Taf. 32, 70. — Für
den Kopftypus vgl. den Kopf vom Mausoleum
im British Museum, abg. bei Bullc-Hirth, Stil I,
Tf. 151 ; Arndt in der Strena Helbigiana S. 12,
Fg. 3 und 4. Sehr gute Arbeit des 4. Jalirh. v. Cbr.
(Bull e.)
1299 rechts. Statue eines Mannes, archai-
sierenden Stils. H. 1,18. Weisser Marmor.
Kopf und r. Arm fehlen. Plinthe alt, Basis modern.
Die Grundmotive des Unterkörpers, namentlich
die schrägen Falten von der r. Hüfte zu l Knie
und Knöchel, sind solche des 4. Jahrhunderts,
jedoch modifiziert durch altertümelndee Ankleben
des Gewandes am Körper. Die Riischo von Zick-
zackfalten schräg über die Brust giebt ein archaisches
Motiv in weicherer Ausführung wieder. Es ist
dieselbe archaisierende Stilmischung, wie bei der
Statue in Eleusis, die Fnrtwängier, Statuenkopien I,
S. 13, abgebildet und besprochen hat, und die nach
der Inschrift nocti ins 4. Jahrh. gehört. Die frische,
gute Arbeit weist unsere Statue der gleichen
Zeit zu.
Schultcrlocken. Der Dargestelite war wahr-
scheinlich ein Priester oder Hierophant. (Bulle.)
1299 links. Mädchen mit Wasserbecken,
archaistischen Stils. II. 0,60. Weisser Marmor.
Ein Teil des Beckens, das sie mit beiden Händen
hielt, ist vor dem Schooss erhalten. Danach ist
auch die sehr ähnliche, bei Furtwängler, Statuon-
kupien I, S. 13 abgebiidete eleusinische Figur
zu ergänzen. Diese Statuen dienten ohne Zweifel
zu praktischem Gebrauch für das Sprengwasser
im heiligen Bezirke (vgl. auf der athenischen Akro-
polis Aexfou toö Möpiovoc yaAxovv itatba, 8c vö
sepippavnjpiov l/a, Paus. I, 23, 7) nnd daraus
erklärt sich ihr «hieratischer* Stil (Furtwängler
a. a. 0.). Auf der hellenistischen Gemme bei
Furtwängler, Antike Gemmen I, Taf. 31, 33, lehnt
sich ein Apollon mit der Leier anf die Gestalt
einer solchen Beckenträgerin.
Diese Statue ist, im Gegensatz zn den beiden
anderen, rein archaistisch; denn cs sind keine
jüngeren Motive eingemischt und nur die Ausführung
verrät die Arbeitsweise einer jüngeren Zeit (am
deutlichsten an den Haarlocken). Ein vollkommenes
Gegenstück, mit dem Obcrgowand von rechts nach
links statt von links nach rechts, befindet sich
im British Museum unter den Eigin Marbies (Cat
of sculpt. I, Nr. 152. t larac 821 A, 2069 B), stammt
also jedenfalls aus Griechenland. Es scheint mir
sehr wahrscheinlich, dass cs einst mit dem unsrigen
in Eleusis stand. (Bulle.)
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41
Oropos.
Oropos.
Amphiareion.
1300. Weihrelief an einen Hero»
(„Totcnmahi“.) Wcisscr Marmor. H. 0,28. Br. 0,455-
Unten Zapfen zum Einsetzen. Ancli Photogr. <lea
athen. InstiL, Orop. 8 und 19. Erwähnt zuletzt
von Furtwängler, Totenmalilrelief mit Insclirift,
Sitzungsber. der Bayer. Ak., phil. Ci., 1897, 8. 409.
Der Heros auf eincKline gelagert, Uber die ein
Tuch gehängt ist. Er hält in der Linken eine
fusslose runde Schale, in der erhobenen Rechten
ein Rhyton mit Widderkopf. Vor der Kline der
dreifiissige lange Tisch mit Kuchen und Früchten-
Am Kopfende der Kline derOinochoos mit Becher;
vor ihm am Boden eine schlanke Amphora mit
sehr hohen Henkeln. Am Fussende der Kline die
Heroine mit halbotfcnem Kästchen. Die r. Hand
hält sie Uber ein kleines Räucheraltärchen, auf
das sie ein Weihrauchkorn legt. Links adorierendc
Familie
Weiche Arbeit etwa des 4. Jahrh. v. Ohr.
(Bulle.)
Thespiae.
Museum.
1301. Grabroliof. Kalkstein. U 0,95.
Br. 0,29. Dicke 0,125. ln Kürtee Antikenbericht
aus ßoeotien (Athen. Mitt. 1878, 8. 301 flg.) noch
nicht erwähnt.
Erhalten ohne den Kopf die Gestalt eines
Jllnglings nach links, in gegürtetem Chiton mit
kurzen Ärmeln, grosser Chlamys. den Petasos im
Nacken, in der Linken ein Schwert. Die Rechte
vorgestreckt wie znm Handschlag. Unten jenseits
sein Hnnd.
Ganz flaches Relief, sehr fein gearbeitet.
Schliesst sich der kleinen Gruppe schon gear-
beiteter Grabreliefs ans boeotischem Kalkstein an,
die von Körte, Athen. Mitt. 1879, 8 273 und Furt-
wängler, Sammlung Saburoff, Text zu Taf. 5, be-
handelt sind, und in die zweite Hälfte des fünf-
ten Jahrhunderts gehören. (Bull e.)
1302. Relief des Agathodaimon. Kalk-
stein. H. 0,436. Br. 0,26 D. 0,006. Ohne Um-
randung. Unten Fortsatz von ca. 15 cm Höhe,
um das Relief damit ohne Steiufundament in der
Erde aufznstellen. Beschrieben von Körte, Athen
Mitt. 1878, S. 408. Nr. 189. In kleiner Skizze
abgeb. von Kern, Athen. Mitt. 1891, S. 25.
Auf einem Stuhl mit geschweifter Lehne und
Füssen sitzt ein Bärtiger im Himation, den Ober-
körper nackt. In der L. ein kleines Füllhorn, in
Thespiae. 42
der vorgestreckten R. eine flache Schale. Vor
ihm nicht ein „absichtlich formloser Steinblock*
(Körte), sondern ein schlanker Gegenstand mit
drei Füssen. Vor dem Original habe ich ihn
skizziert als eine henkel- und fusslose, schwach
bauchige Vase, die in einen hohen dreibeinigen
Untersatz hincingestellt ist.
Die Deutung der Attribute des Mannes auf
Agathodaimon ist durch die von Körte und Kern
beigebrachten Parallelen gesichert. Aber es ist
sehr auffallend, dass die Gesichtszüge keineswegs
ein Idealtypus sind, sondern mit der Stnmpfnase
und der gefurchten hohen Stirn ganz porträt-
mässig wirken und an Sokrates- und Silenaküpfe
erinnern. Ferner ist die Art der Aufstellung un-
mittelbar in der Erde für ein Weihrelicf unge-
wöhnlich, auch fehlt jede Inschrift. Die Ver-
mutung liegt daher nahe, dass es kein Weih-,
sondern ein Grabrelief war, auf dem der Ver-
storbene als Agathodaimon, aber mit Porträtzügen
dargestellt ist.
Die Arbeit ist zu flüchtig, um eine Zeitbe-
stimmung zu ermöglichen. Doch ist der Kopf
trotz der skizzenhaften Behandlung so ausdrucks-
voll, dass man wohl nicht in römische Zeit damit
herabgehen darf. (Bull e.)
1303. Weihrelief an Artemis. Kalk-
stein. U. 0,36. Br. 0,27. D. 0,08. Giebelförmige
Bekrönung. Beschrieben von Körte, Athen. Mitt.
1878, S. 398, Nr. 179.
Artemis (nicht Kore, Körte), ausschreitend, in
Ärmel-Chiton, der vielleicht nicht tiefer als die
Kniec herabging, mit langem gegürtetem Über-
schlag; Köcher auf dem Rücken, dessen Band
quer von der r. Schulter zur linken Hüfte läuft
(nicht „schräges Obergewand“, Körte); lange
Schultcrlockcn; in jeder Hand eine lange
Fackel.
Die Stellung der Figur ist nicht reliefmässig
und macht wahrscheinlich, dass ein statuarisches
Vorbild, wohl eine Kultstatue, etwa des 4. Jahr-
hunderts kopiert ist. Eine halblebensgrosse Statue
in Paris (Clarac III, 285, 1218; Rcinach, Rep. I,
144, 1), bei der Arme, Kopf und Beine ergänzt
sind, stimmt so eng mit dem Relief überein, dass
beide vermutlich auf dasselbe Vorbild zurückgehen
In der Tracht ähnlich, aber im Gewand etwas
jünger und anders bewegt (r. statt I. Bein vor.
1. Arm gehoben) ist der Torso im I-aterau Benn-
dorf und -Schöno, Nr. 239, den Klein, Praiitel.
Studien S. 53, Flg. 15 abbildet.
Flüchtige, aber nicht schlechte Arbeit, jeden-
falls griechischer Zeit. (Bulle.)
4*
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43
Patras.
44
Patras.
Dimarchie.
1304. Replik der Athena Parthenos des
Pheidias. Weisser Marmor. H. 0,86 tu. Nachdem
diese und die folgende Aufnahme bereits in die
Serie eingesetzt waren, ist eine Veröffentlichung
des Stackes im Annual of tho British School at
Athens, UI, 1896/97, Taf. 9, S. 121 tf. mit einer
ausführlichen Studie von Cccil Smith erschienen,
sodass eine nähere Besprechung hier UbertUlssig
wird. Vgl. n° 1806.
1305. AuBsenseitc des Schildes der Athens l’ar-
tlienos n° 1304. (Bulle.)
1306. Votivrelief an Asklepios Weisser
Marmor. H. 0,52 m. Br. 0,995 m. Verwaschen.
Links AsklepioB, auf den Schlangenstab ge-
stützt. Dann Frau mit verhalltem Hinterkopf,
wegen des matronalcn Typus nicht Hygieia, sondern
Epione, die in Epidauros und sonst als Gattin des
Asklepios verehrt wird (Preller-Robert, Gricch.
Myth. I, S. 526). Soviel ich sehe, ist dies die erste
deutliche Darstellung der Gattin de» Asklepios
Ferner zwei Sohne, von denen der zweite eine
Strigilis in der Rechten trägt. Diesseits des zweiten
Sohnes der Altar, unten das Opferschwein Von
rechts opfernde Familie, Vater, Mutter, Tochter
(bräutlich verschleiert), Dienerin mit runder t'iste,
drei Kinder. — Art des 4. Jahrh. v. Cbr., wohl
aus dessen erster Hälfte (Bull c.)
Patras.
Gymnasion.
1307. 1308. Torso einer Aphrodite.
Weisser Marmor. Etwa halblebensgross (die ge-
naueren Masse kann ich nicht angeben, da meine
Aufzeichnungen an Ort und Stelle leider verloren
gegangen sind).
Vortreffliche, sehr empfundene Arbeit, sodass
man an ein Original hellenistischer
Zeit denken darf. Die wundervollen Körper-
formen sind realistischer als bei den meisten
anderen Apbroditetypen, Die Form des Helmes
weist ebenfalls auf hellenistische Zeit.
Linkes Standbein, sodass die volle Hüfte stark
heraustritt. Auf der 1. Schulter unklare Reste (Haar
oder Bindenende?). Am 1. Oberschenkel ein Helm, der
wohl auf einem Untersatz gelegen bat, darüber
eine kleine Chlamys. Oben am Gewand der Rest
einer Stütze, die nach oben ging. Der linke Ober-
ann geht abwärts, so dass er Bich mit der Ver-
längerung der Stütze schneiden würde. Wäre
der Unterarm gleichfalls abwärts gegangen, so
wäre nicht cinzusehen, zu was die Stütze hätte
dienen sollen. Nun würde der Ellenbogen allein wohl
kaum einer Stütze bedürfen. Diese war aber nötig,
sobald unterhalb desselben ein leicht brechender
Gegenstand vorhanden war. Der Helm an der
Seite lässt sofort an ein Schwert denken. Der
rechte Armstumpf geht fast horizontal seitwärts.
Eine Musterung sämtlicher Aphrnditetypen ergiebt,
dass keiner mit einer derartigen Haltung der beiden
Arme so genau übereinstimmt wie die Aphrodite,
die sich das Wehrgchäng umlegt (Bernoulli, Aphro-
dite S. 348. Bestes Exemplar iu Florenz, Bernoulli
Nr. 2, Amclting, Führer S. 52, Nr. 75. Abg Braun,
Kunstiuythologic Taf. 78; Phot. Alinari 1329). Also
kommen wir abermals auf den Gedanken, in die
linke Hand ein Schwert zu legen. Die beistchende
Skizze Keichholds zeigt, wie vorzüglich dann alles
zusammengeht. Die Beschädigung unten an der
linken Brust könnte sehr wohl von der hier
angelegenen Band herrühren. Die Ergänzung
erseheint zwar nicht absolut sicher, aber ausser-
ordentlich wahrscheinlich.
Die Statuen, welche dieses Motiv wiederholen,
sind zwar in der Gesamtanlage alle ziemlich gleich,
sind aber im Beiwerk timl in den Maassen ver-
schieden und auffallenderweise auch in den Kflrpcr-
formeu, die bald schlanker, bald voller sind Es sind:
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45
I’atraa. Kloster Lukü. Sparta.
1. die schon genannte Florentiner Statue.
H. 1,23 m. Die Vase mit Gewand zu ihrer Linken
ist ergänzt
2. Paris, Louvre. H. 1,984 m. Bernoulli
S. 348, 1. Clarac 343, 1399 Phot, Giraudon 1 159,
Neben ihr ein Eros, der einen (zum Teil ergänzten)
Helm emporhält. Sehr schlanke Formen.
3. Vatikan, Clarac 614, 1362 A. Bernoulli
S. 349, 4. Arme und Eros modern, das Motiv ge-
sichert. Sehr volle runde Formen.
4. Berlin, Beschr. d. Skulpt. Nr. 33. U. 1,33 m
Bernoulli S. 349, 3. Linker Arm mit Ansatz des
Vorderarmes alt. „Hässlich modernisierte Formen ■“
(Amelung), d. h. also hellenistisch-realistische.
5. Der Torso von Patras.
6. Ein Torso im Thermenmuseum in Rom.
Trotz aller Unterschiede stehen sich diese
Figuren so nahe, dass ein gemeinsames Urbild zu
Grunde liegen muss. Der Schluss liegt nahe, dass
dies ein wahrscheinlich ßberlebensgrosses (daher
die Maassdifferenzen), nicht an Ort und Stelle kopier-
bares (daher die verschiedene Stilisierung) Tempel-
bild gewesen ist. Nun hat Amelung (Führer S. 52)
sehr treffend darauf hingewiesen, dass auf einer
korinthischen Münze römischer Zeit eine im Motiv
ganz mit unserem Typus übereinstimmende Aphro-
dite vorkommt (Imhoof— Gardner, Numismatical
Comm. on Paus. D, LXXI). Das hier beigebrachte
neue Material stützt Amelungs Vermutung, dass
der Typus auf eines der Tempelbilder von Korinth
xurückgeht. Zwar wird es nicht die Aphrodite
cbaXiap6*\ von Akrokorinth (Paus. II, 6, 1) ge-
wesen sein, da unser Typus höchstens als eine
„sich waffneude“, nicht als „gewaffnete“ Aphrodite
bezeichnet werden könnte; auch war diese, wie
Furtwängler (Meisterwerkes. 634) einleuchtend be-
merkt, gewiss ein archaisches Bild, da sie Pausanias’
Interesse erregte. Wohl aber könnte unsere Aphro-
dite, die sich das Schwert umhängt und Helm
(Nr 2, 5) und eine Männerchlamys (Nr. &) neben
sich hat, ein jüngeres, neben das archaische Idol
gesetztes Kultbild auf Akrokorinth gewesen sein.
Der Typus der sich im Schilde spiegelnden Göttin,
von dem dasselbe vermutet worden ist (Furt- !
wänglcr a. a. 0.), dürfte eher mit einem anderen
der zahlreichen Aphroditebildcr Korinths in Zu- j
sammenhang zu bringen sein. (Bulle.)
I3C9. Skylla. Ecke eines Sarkophags; oben
die Kante für den Deckel sichtbar. YVeisser Mar-
mor. Höhe 0,64. Breite 0,50. Dicke 0,135. ln
kleiner Skizze abg. von Treu, Athen. Mitt. 1889,
S. 163, Auru. 2.
Skylla als Frau mit Fischlcib in dem bekannten |
46
Typus, wohl hellenistischen Ursprungs. Vgl. oben
No 655/56; 1080 81; Nachträge Serie UI, S 51.
In der K. hält sie einen Stein. (Bulle.)
Kloster Lukü (Thyreatis),
im Garten.
1310. Sitzende Statue der Athcna.
Etwa lebensgross. Feinkörniger, weisser Marmor.
Athen. Mitt. 1878, S. 291, Anin. 4. Der zum
Einsetzen bestimmte Kopf fehlt, die beiden Anno
sind dicht unter den Schultern abgebrochen , die
Oberarme waren gesenkt. Die Göttin thront auf
einem schmucklosen Sessel ohne Lehne; die FUsse
ruhen auf einem viereckigen, jetzt mehrfach be-
stossenen Schemel, über den die rechte Fusspitze
vorn hinausragte, während der linke Fuss stark
zurUckgenowmon ist. Es entsteht dadurch ein
lebhaftes Faltenspiel des den Unterkörper be-
deckenden Mantels, der dann hinten Uber den
Rücken hinaufgezogen ist. Ausser diesem trägt
die Göttin den gegürteten ärmellosen Chiton und
darüber die Ägis mit Gorgoneion. Sitzende
Athcnastatuen gehören zu den Seltenheiten; unter
den erhaltenen Monumenten aus dem 5. und 4.
Jahrh. ist mir kein einziges Beispiel bekannt.*)
Es wäre daher von Interesse, wenn wir mit der
Datierung unserer Statue, deren Ausführung aller-
dings römisch, wenn auch nicht ohne Sorgfalt, ist,
soweit hinaufgehen dürften. Dafür spricht die
Form der Ägis, die mit der des Torso Medici über-
einstimmt, ferner die tiefe Gürtung und die ein-
fache Fältelung des Chiton; dagegen das unruhige
Faltenspicl des Mantels, vor allem die dadurch
entstehenden tiefen Augen. Vielleicht darf man
hierin jedoch eine Liebhaberei des Kopisten er-
kennen; in diesem Falle steht nichts im Wege,
die Erfindung der Statue etwa dem Anfang des
4. Jahrh. zuzuweisen. Die Form des Sessels giebt,
glaube ich, keinen Anhaltspunkt ;Sieveking.)
Sparta.
Museum.
1311. Archaisches Dioskurenrclief.
Hoch 0,53 ui. Breit 0,50 m. Blau weisser, feinkörniger,
lakonischer Marmor.
Das seiner Form nach ungefähr quadratische,
mit einem Giebel gekrönte Relief stellt die
beiden Dioskurcn dar, die sich ruhig gegenüber
stehen, in völlig gleicher Tracht und Haltung,
der eine bärtig, der andero unbärtig. Die rechten
•) An der »Uzenden Athene*talueUc in Vicenza,
DUUchke 32, lat der Kopf nicht zugehörig. Kr t»t nber
das Einzige, da» auf Athene weint. (Arndt)
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47
48
Sparta.
Hände sind geöffnet erhoben, die Unken halten
die Lance. Ober beide Arme fallt ein Stück Oe-
wand. Zwischen den Jünglingen stehen zwei
grosse, schlanke, mit Deckeln versehene Am-
phoren von sehr gefälliger Form. In der Mitte
des Reliefgicbels ist ein aufrecht stehendes Ei
dargestcllt, dem von beiden Ecken ans je eine
Schlange zukriecht, es mit dem Kopfe berührend.
Der Kult der Dioskuren war in Lakonien ein
wesentlich chthonischcr; vgl. Furtwiingler, Athen.
Mitt. 1S83, p. 373, u. Koscher, myth. Lexikon, s. v.
Dioskuren. Es liegt das begründet in ihrem
ursprünglichen Wesen als Gottheiten des Über-
gangs der Finsternis zum Licht, und änderte sich
natürlich nicht, nachdem sic, entsprechend der
sonstigen Entwicklung des Heroenkults, allmählich
zu Landesheroen geworden waren. Auf den clithoni-
schen Charakter der Dioskuren w eist denn auch in
dem vorliegenden Relief Verschiedenes hin, vor
allem die beiden Amphoren, die eine rein scpulkrale
Bedeutung haben. Es ist unrichtig, wenn Petersen
in seiner Besprechung der Tarentiner Terrakotten
mit Dioskurcndarstellungen (Köm. Mitt 1900,
p. 41 ff.), auf denen regelmässig die beiden Am-
phoren Vorkommen, die Bedeutung der letzteren
für agonistisch erklärt und dann hinzufügt, man
könne sie auch so immer noch scpulkral nennen
Ausschliesslich in dieser scpulkralen Bedeutung, die
auch durch ihre gelegentliche Umwindung mit
Schlangen erhärtet wird, sind sic ursprünglich mit
den Dioskuren zusammengebracht und zu stehen-
den Attributen derselben geworden. Auf den bisher
bekannten archaischen Dioskurenreliefs waren die
Amphoren nicht dargestellt; sie zeigen übrigens
hier bei ihrem ersten Auftreten Bchon die typische
Form, die, abgesehen von einigen Modifikationen
(so fehlt später die Handhabe an dem konischen
Deckel), festgehaltcn wurde. Auch die (iiebeldar-
stcllung bezieht sieb auf den chthonischen Kult
Die Schlange ist ja das gewöhnliche Symbol des
Heros und das Ei eine beliebte Opfergabc an
ihn (vgl. die spartanischen Heroenreliefs’.. Der
Gedanke an das Ei der I.cda ist entschieden
abzuweisen. Die Lanzen endlich sind ein Hinweis
auf die schützende Macht der göttlichen Ilelden-
jünglingc. Stilistisch gehört das Relief, ebenso
wie die schon länger bekannten, gleichfalls im
Museum zu Sparta befindlichen, fragmentierten
Dioskurcndarstf Hungen (Athen. Mitt. 1877, S. 313
und 316; 1883, Taf 18, 2). eng zusammen mit der
älteren Serie der spartanischen lleroenreliefs.
Hier wie dort die möglichste Ausnutzung des
Raumes, dieselbe tlächenhaftc Keliefbehandlung,
die gleiche Schärfe der Umrisse, die die Figuren
wie Silhouetten erscheinen lässt. Im einzelnen ist
die Schlankheit der Körper hervorzuheben, die
mageren Arme und Beino und das starke Hervor-
treten des Gesässes. Auf die Gesichter ist sehr wenig
Sorgfalt verwendet, doch ist auch hier die Über-
einstimmung mit den genannten Denkmälern in
der stark zurücktretenden Stirn, der sehr spitzen
Nase und der Uaaranordnung deutlich. Für die
Bekrönung mit einein Giebeldreieck ist unser
Relief wohl das älteste Beispiel. Wie bei dem
jüngeren lakonischen Relief, Athen. Mitt. 1883
Tafel 16 =■ Arndt, la Glyptothhquc Ny-Carlsberg,
pl. 4 A , ist sie ausserordentlich einfach und
schmucklos ausgeführt. An der Basis springt eine
einfache Leiste vor, die Uiebelschrägen haben
gar keinen Rahmen. (Sieveking.)
1312. Archaisches Relief. Hoch 0,49 m.
Dunkler lakonischer Marmor.
Das zu der bekannten Serie der lakonischen
Heroenreliefs gehörige Stück ist in den Athen.
Mitt. 1882, Taf. 1 nach einer Zeichnung abge-
bildet (danach bei Roscher I, 2570) und von
Furtwiingler ausführlich behandelt worden. Die
chthonische Bedeutung von Pferd und Hund ist
von Deneken (Roscher I, 2584 ff.) mit Unrecht
bestritten worden. (Sieveking.)
1313. Fragment eines Grabreilefs.
Hoch 0,32 in. Breit 0,24 ui Köter Marmor. Athen.
Mitt. 1877, p. 413, No. 247.
Das Relief scheint nach der horizontalen Linie,
die über dem Kopf der Frau sichtbar ist, wie die
meisten der spartanischen Grabreliefs oben mit
einem Giebel versehen gewesen zu sein. Auch
die Darstellung, die die Verstorbene in das Ge-
wand, das Uber den Hinterkopf gezogen ist, ein-
gehttllt und spendend zeigt, ist häufig. Die in der
Gesamtanlage, besonders in der Anordnung des
Gewandes gefällig wirkende Arbeit ist in der
Ausführung flüchtig, die Inschrift TH . . . XAIPE
nachlässig hingekritzelt. (8 i c v e k i n g.)
1314. Halbkreisförmiges Relief.
Hoch 0,26 ui. Bläulicher lakonischer Marmor.
Athen. Mitt. 1877, p. 420, No. 261. Furtwängler,
Sitznngsber. d. k. b. Akad. 1899, Bd. II, Heft 4,
p. 599. Dargestellt ist nach Furtwängler die
Licbtgöttin Aphrodite Pandemos, auf der Ziege
reitend, von 2 Eroten und einem Zicklein begleitet,
wahrscheinlich abhängig von der Kultstatne des
Skopas in Elis. Die Eroteu sind eine Zuthat der
hellenistischen oder römischen Zeit, in die das
Relief gehört. Die Bedeutung der Leiter ist unklar.
(Sieveking.)
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49
Sparta
50
1315 und 1316. Hermenkopf. Hoch 0,57 ra.
Bläulich weisser, feinkörniger Marmor Athen.
Mitt. 1877, p. 349, No 100. Der Kopf lat nicht,
wie Milchhöfer a. a. 0. annimmt, weiblich, aundern
gehört zu den zahlreichen, »ich an ältere Typen
anlehnenden, bacchiachcn Hennen römiacher Kunst,
bei denen die weibliche Frisur mit den verschie-
denen Reihen runder Stirnlöckchen übereinander
typisch ist. Es ist das eine archaisierende Mode,
der wir schon an den Portrfttküpfen vom Mauso-
leum begegnen. Das hinten ziemlich gradlinig am
Ilermenachaft hcruntcrfliossende Haar und die nach
vorn fallenden 4 gewundenen Locken Süden sich
auch bei Hermenküpfen der besten griechischen
Zeit (so Furtwängler, Meisterwerke p. 140). Den
Gesichtsformen der spartanischen Herme liegt ein
skopasischer Kunsttypus zu Grunde, auf den das
volle Untergesicht, die besonders stark vor-
springende Unterstirn und der pathetische Aus-
druck hinweisen. Die Arbeit ist gut.
(Sievuking.)
1317. Birtiger Kopf. Hoch 0,35 m.
Feinkörniger Marmor. Athen. Mitt, 1877, p 346,
No. 93.
Der Kopf ist sehr bestoesen, besonders auch
an den Lippen, die fast ganz fehlen, so dass die
Zähne in einem ursprünglich nicht beabsichtigten
Umfange sichtbar sind. Hierdurch ist der tierische
Zug bedingt, den Milchhöfer a. a. O. an dem Kopfe
unverkennbar findet. Von geschweiften Stier-
augen vermag ich aber nichts zu erkennen. Die
vermutungsweise geüuaserte Deutung auf einen
Flussgott ist abzuweisen, vielmehr ist wohl As-
klepios dargestellt, und liegt, nach der strengen
Haar- und Augenbehandlung zu urteilen, der römi-
schen Kopie ein Typus dos 5. Jahrh. zu Grunde.
Die Angabe der Zähne ist vermutlich Kopisten-
zuthat. Der Kopf trägt die bekannte wulstartige
Binde im Haar, mit der ausser Asklepios häufig
Herakles geschmückt ist. (S i e v e k I n g.)
1318. Weiblicher Kolossalkopf.
Dunkler einheimischer Marmor. Hoch 0,45 in.
Der mit Diadem geschmückte Kopf einer
Göttin ist in christlicher Zeit, wie das Kreuz auf
der Stirn zeigt, so Übel zugerichtet worden, dass
kaum noch Schlüsse auf sein einstiges Aussehen
gemacht werden können. Fs scheint eine römische
Kopie nach einer Schöpfung des 4. oder 3. Jahrh.
zu sein. (S t e v e k i n g.)
1319 und 1 320. Kopf des Asklepios.
Hoch 0,38 m. Feinkörniger Marmor. Athen.
Mitt. 1877, S. 346, Nr. 92.
Auch dieser, gleichfalls mit einer wulstigen
Binde geschmückte Kopf stellt, wie 1317, den
Asklepios dar. Wenn aber letzterem ein Typus
des ft. Jahrh. zu Grunde liegt, haben wir es hier
sicher mit einer römischen Kopie nach einer
Schöpfung des 4. Jahrh. zu thun. Ein Vergleich
der beiden Köpfe macht dies ohne weiteres deut-
lich. Vor allem ist die Haar- und liartbehandlung
völlig verschieden Während bei dem Kopf 1317
die einzelnen Locken streng gegliedert sind und
jede sich au ihrem Ende ringelt, ist bei dem vor-
liegenden Kopf das Haar mehr als ganze Masse
behandelt und fällt leicht und natürlich. Ferner
ist hier die Gliederung der bedeutend höheren
Stirn eine viel reichere. Die Augen liogen tiefer
und die Lider zeigen eine weichero Linienführung.
(S i e v e k i n g.)
1321. Kolossalkopf des Herakles. Hoch
0,60 m. Grobkörniger Marmor. Athen. Mitt. 1877,
S. 342, Nr. 8t.
Der Kopf stellt Herakles dar, mit leisem Pathos
im Ausdruck, den Blick nach oben guwandt, den
Mund geöffnet. Das Werk wirkt, weil von Über-
treibung frei, erfreulich und wird, von der lysipp-
schen Richtung beeinflusst, in die Zeit bald nach
Alexander gehören. (8 i e v e k i n g.)
1322. Nackter männlicher Torso
Hoch 0,30 m. Feinkörniger Marmor. Athen.
I Mitt 1877, p. 341, Nr. 79. Friederichs-Wolters 1614.
Die Brust- und Bauchmuskulatur tritt besonders
stark hervor. Doch ist deswegen kein Grund
vorhanden, au einen Herakles zu denken, wie
Milchhöfer a. a. 0. timt; wahrscheinlich gehört
der Körper einem Athleten an. Die rechte Schulter
ist etwas gesenkt, der Arm geht ein wenig zurück,
an der linken Seite befindet sich ein Ansatz. Die
recht gute Arbeit wird dem 4. Jahrhundert an-
gehören. (8 i e v e k i n g.)
1323. Nackter jugendlicher männ-
licher Torso. Hoch0,41m. Feinkörniger Marmor.
Athen. Mitt. 1877, p. 352, Nr. 108. Der Körper
gehört einem in ausruhender Stellung befindlichen
jugendlichen Apollon oder Dionysos an. Das linke
Bein ist vorgesetzt, die rechte Hüfte stark ausge-
bogen. Der linke Arm war erhoben. Auf der
Brust sind zwei Lockenenden sichtbar, auf der
rechten Schulter eine. An beiden Oberschenkeln
befindet sich aussen ein Ansatz. Die Arbeit ist
sehr fein und wird in die hellenistische Zeit zu
setzen sein. (8 i c v e k i n g.)
1324. Kleiner männlicher Gewand-
torso. Hoch0,37m. Feinkörniger Marmor. Athen.
Mitt 1877, 8. 359, Nr. 135. Der Kopf war zum
Einsetzen.
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51
Sparta. Corfii. Andros
52
Das Stück ist ebenso unklar in seinen Können
wie rätselhaft in seiner Bedeutung. Der mit
einem handwerkerartigen Gewand bekleidete
Körper zeigt einen stark entwickelten Bauch, zu
dem der eine allein siehtbaro Arm, der dem eines
Kindes gleicht, in seltsamem Kontrast steht. Der
andere Arm ist unter einem Teil der Gewandung
verborgen, von dem sich nicht erkennen lässt, ob
es ein besonderes Obcrgewand oder nur ein Teil
des übrigen ist Die Gegenstände, die aus der
einen Kalte hervorschauen, weiss ich nicht zu deuten
Das von den Händen gehaltene Werkzeug scheint
mir eher ein Schustermesser als ein Spaten zu
sein, wenn es auch nicht wie gewöhnlich an der
Schneide gerundet ist. Geringe, wohl römische
Arbeit. (S i e v e k i n g.)
Corfü.
Gymnasion.
1323. Sitzendes Knäbchcn. Weisser Mar-
mor. H. 0,145 m. Stiftloch im 1. Arm.
Unten Bruch, sodass man nicht sehen kann,
worauf der Kleine sass. Die Haltung der Beine
und die Gewandanordnung ist der beim Dionysos-
knäblein auf dem Arm des praxitelischen Hermes
ausserordentlich ähnlich. Abweichend ist, dass das
Gewand hier etwas weiter zur Scham hinaufreicht.
Ob die Haltung des Oberkörpers ganz mit der
des praxitelischen Kindes stimmt, lässt sich nicht
mit voller Sicherheit sagen. Doch scheint cs, dass
bei jenem die rechte Schulter höher steht, als es
hier der Fall war. Die Haltung des linken Armes
dagegen stimmt hier mit der der Rekonstruktion I
im Olympiawerkc (III, 53) überein.
Trotz der Verschiedenheiten halte ich es für 1
möglich, dass wir hier den Rest einer verkleinerten
Wiederholung des praxitelischen Hermes haben Die [
Verkleinerung hatte et wa ein Drittel der G rösse des j
Originals Etwas flüchtige, aber flotte sichere Arbeit. I
(Eine Aufnahme von der linken Seite, die
hier nicht mit veröffentlicht wird, ist auf Wunsch
von mir zu erhalten.) (Bull e.)
1326. Grabrelief eines Schi ff brüchigen
Marmor. II. 0,47 m. Oben und unten profiliert.
Unten Andeutung von Wellen. Darüber vor-
deres oder hinteres Ende eines Kahnes. Darin
sitzt trauernd ein nackter Jüngling. Vor ihm sein
kleiner Sklave, nackt, die Uände zusamincngelegt,
ihn anschaucnd. (Bull e.)
1327. Stat ttenbasis. Kalkstein. II. 0,31m.
Br. 0,98 m. T. 0,43 m. Hinten ist auf zwei Drittel
der Länge ein Stück ausgebrochen. Oben glatte
Ränder, die Mitte gerauht; droi Dübellöcher.
Daraus geht hervor, dass der Stein ursprünglich
in tektonischem Zusammenhänge mit einem andern
gestanden hat, wohl als Unterstein eines zusam-
mengesetzten Postaments. Später ist dann inmitten
jener Rauhung eine ovale Vertiefung zur Auf-
nahme einer Statuenplinthe eingearbeitet worden.
Das HUchtigo Relief dürfte von der zweiten Ver-
wendung herrühren.
Koraraub. Beschrieben von Arndt, oben Serie
III, S 15. Von links nach rechts: Artemis, kurz-
bekleidet, in den Köcher langend; Athena mit
Schild am I. Arm; eine langbekleidete Göttin,
wohl Aphrodite. Pluto auf dem Gespann, im r.
Arm die zurückgebcngte Kora haltend; unten
spriessen stark stilisierte Blumen als Andeutung
der Wiese; Hermes, das Gespann am Zügel
führend. Die Darstellung schliesst sich den be-
kannten Sarkophagtypen an. Arbeit ungeschickt
und spät. (Bulle.)
1328. Votivdiskos aus Thon, die Gra-
vierungen mit Zinnoberrot ausgefilllt. Dm. 0,19 m.
Dicke 0,03 in. Keine Vorrichtung zum Auf hängen
erkennbar. Erwähnt bei Riemaun, Corfou S. 51, 4.
Rechts oben Pferdekopf, umrahmt. Darunter
Krau, das Gewand Uber den Kopf gezogeu, in
der vorgeetrcckten Rechten eine Kanne, mit der
sie die Spende ausgiesst. Die Linke scheint eine
Schale zu halten. Vor ihr eine aufgerichtete
Schlange. In der Mitte Altar mit Klammen.
Links muss sich die Darstellung des Heros be-
finden , dem geopfert wird. leb glaubte am
Original sicher zu erkennen : das Bein einer Klinc.
darüber ein Kissen, darauf ein aufgestützter lin-
ker Ellenbogen. Der Kopf des mit dem Körper
nach links Gelagerten müsste verscheuert sein.
Wolters sendet mir eine vor dem Original ge-
nommene Skizze, auf der er ganz links am Räude
den Kopf und deu nach oben gestreckten linken
Arm einer nach rechts gewendeten weiblichen
Figur zeichnet, die er, was mir unmöglich scheint,
als stehend auffasst. Kurtwängler (bei Deneken
in Roschers Lex. I, Sp. 2570) spricht von einer
sitzenden weiblichen Figur. Demnach scheint der
Heros wie gewöhnlich gelagert dargestellt gewesen
nnd die Heroine diesseits von ihm auf der Kline
sitzend gedacht zu sein.
Thon schlecht und weich. Zeichnung .nicht
zu spät“ (Woltem). Votivsebelben mit Einritzungen
sind mir sonst nicht bekannt. (Bull e.)
Andros.
Palaeopolis.
1329. Weihrclicf an dieNymphen. Weisser
(pcutelischcr) Marmor 11. 0,98m Br. 1 m. D.0, 18m.
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53
Andros. Pari».
54
Ich fand das Relief 1898 bei einer kurzen
Anwesenheit mit der Inselrcise des Instituts unter-
halb von Palaeo|H)lis auf einer der Terrassen nicht
weit Uber dem Meere Es war zur Abdeckung
einer Terraasenmaucr verwendet mit der Relief-
seite nach oben. Ich Hess das Stück auf die
nächste tiefere Terrasse schaffen uud aufrecht an
die Rückwand stellen. Es wäre sehr zu wünschen)
dass das trotz starker Zerstörung noch sehr schöne
Stück irgendwo sicher untergebracht würde.
Beschrieben und besprochen ist das Relief
häufig: Ross (1841), Inselreisen II, S. 20 (der ein
Parisurteil darin sah; er fand noch Farbspuren).
Le Bas, Revue archeol. 1847, S. 287. Michaelis,
Annali d. J. 1863, S. 314, F. Conze, Arch.
Zeitung 1880, S. 6, U. Pottier, Bull corr. hell. V,
1881, S. 353, Nr. 7. Furtwängler, Sammlung
Saburotf, Text zn Taf. 27/28, S. 5 unten. Bloch
in Roschers Lexikon III, Sp 535; 561. Alle diese
Forscher kennen das Stück merkwürdigerweise
nur aus den Beschreibungen von Ross und Le Bas.
Es war jedoch längst in Zeichnung bekannt bei
Le Bas, Voyage arcböol. Monum. fig. Taf. 120;
dazu Text in Relnachs Neudruck (1888), S. 109.
Die Zeichnung giebt das Relief noch in besserer
Erhaltung (r. Arm und Schulter der Sitzenden,
der ganze Körper der rechts von ihr Stehenden,
r. Hand, Hüfte und Obcrscheukel des Jünglings
sind noch fast unversehrt).
Oben Andeutung einer Grotte (was Ross irr-
tümlich für Wolken nahm). In der Mitte bärtige
Maske des Acheloos mit Stierhörnern und Ohren.
Rechts in der Ecke sitzt Pan, bocksbcinig. mit
der Syrinx.
Unten drei Nymphen, die mittlere auf einem
Felsblocke sitzend. Diese zieht den Mantel mit
der linken Hand nach vorn, was die früheren
Beschreiber missverstanden haben, sodass von
einem Schild (Ross, Michaelis, Conze) oder von
einem Tympanon (Furtwängler) die Rede ist. j
Damit erledigt sich die Deutung auf Kybele
(Furtwängler). Die beiden anderen Mädchen legen
traulich die Hand auf die Schulter der Sitzenden. \
Dadurch wird deutlich, dass die Mittlere nicht
etwa eine höhere Göttin mitzweidienendcnMüdchen
ist, sondern dass alle drei sich gleichstehen, obwohl
die Figur links im ungegtlrteten Peplos und mit I
hohem Haarschopf mädchenhafter gehalten ist
(Ross sah auch noch die Spuren von Ohrringen)
als die beiden anderen mit Chiton und Himation.
Durch die Umgebung wird die Deutung auf Nymphen
zur Gewissheit, da kein anderer schwesterlicher
Dreiverein in eine solche Grotte gehört.
Rechts steht Hermes in der Chiatnys ; im linken
Arm hatte er das Kcry keion, das aus Bronze war und
in dem rillenförmigcn Einschnitt im Oberarm lag.
Den Gewandmotiven nach, die durchweg vor-
praxitelisch sind, gehört das Relief in die erste
Hälfte des 4. Jahrhunderts. Die Gewandung der
Nymphe links ist der der Eirene des Kephisudot
nahe verwandt. Das Relief ist das grösste und
grossartigste in der ganzen Gattung der Nymphen-
reliefs. von sehr frischer, flotter Arbeit. (Bulle.)
Paros.
Museum.
1330 und 1331. Archaischer nackter
männlicher Torso. Hoch 0,56 m. Parischor
oder naxischcr Marmor, der an der Oberfläche
ganz dunkel geworden ist.
Der Torso gehört zu der Reihe der sog.
Apollines, und zwar zu der älteren Gruppe, die
Sauer (Athen. Mitt. 1892, S. 37 ff.) der naxischen,
Furtwängler (Meisterwerke p. 713 ff.) dersamischen
Kunst zuweist. Er ist sehr nahe verwandt dem
gleichfalls in Paros befindlichen Torso, den Löwy
in den Arch.-epigr. Mitt. f. Oest. XI, p. 161 be-
handelt hat; nur zeigt er noch schlankere
Formen und eine weniger genaue Durch-
bildung der Einzelheiten. Auch die Haarbehand-
lung ist eine nicht so sorgfältige Sonst ist auch
hier das linke Bein vorgesetzt; die Taille ist
stark eingezogen, die Hüften treten wenig hervor,
das Kreuz ist hohl, die Glutäen sind sehr ausge-
bildet. Die stark bestossene Brust ist rundlich,
der untere Brustkorbrand nicht angedeutet Der
Bauch ist ungeteilt, der Unterleib mit dem lang-
gestreckten Schamdreieck tritt vor. Der Nabel
liegt tief. Die Haltung der Arme ist ungewiss;
Spuren, dass sic am Oberschenkel angelegen haben,
sind ain Körper nicht erkennbar (Sieveking.)
1332. Weiblicher Gewandtorso. Hoch
0,30 m. Panscher Marmor. Die in eiliger Be-
wegung befindliche, mit einem kurzen gegürteten
Chiton bekleidete Figur stellt ohne Zweifel Ar-
temis in dem bekannten Jägerinnentypus dar,
wenn auch das Köcherband, sowie Spuren de«
Köchers fehlen. Die wohl römische Arbeit ist
flüchtig. (Sieveking.)
Paros.
Ortschaft Kostos.
1333. Kopflose bekleidete weibliche
Figur. Hoch 1,055m. Parischer Mannor. Archäol.-
epigraph Mitt. f. Oest. XI, 8. 165. Kopf uud
Arme waren eingesetzt.
5
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55
Paros. Smyrna.
56
Die mit Rücksicht anf das Köcherband wohl
Artemis zu benennende Statue giebt mit Ver-
tauschung von Stand und Spielbein denselben
Typus wieder, wie die im Uraccio nuovo befindliche
(Helbig, Führer* Nr. 20; Furtwiingler, Meister-
werke p. 88, Anm. 5; derselbe, gr. Originalstatuen
in Venedig, p. 38 ff ), in der man eine jüngere Um-
bildung der Parthenos aus dem 4. Jahrli. erkennt.
Die parische Figur zeigt jedoch eine ruhigere
Faltenbchandlung und steht dem angenommenen
Vorbild des 5. Jahrli also niihcr, als das vatika-
nische F.xomplar. Die Arbeit schien mir, Boweit
es die starke Beschädigung des Werkes noch be-
urteilen liess, nicht so gewöhnlich, wie Löwy
(Arch.-cpigr. Mitt. a.a.O.) meint (Sieveking.)
Paros.
Privatbesitz.
1334 und 1335. W eiblicher Hermenkopf.
GesamtlängeO.lüin. Kopf0,09m. Parischer Marmor.
Die Herme hat, wio der viereckige Pfeiler
an ihrer Rückseite zeigt, als Stütze gedient, deren
Höhe man etwa auf 60 —70 cm berechnen kann ;
in welcher Art, ist freilich nicht mehr zu sagen.
Der Kopf giebt einen Typus der hellenistischen
Zeit wieder, mit besonders vollem Untergesicht,
vielleicht mit Rücksicht anf die tektonische Ver-
wendung. Auflallend ist die reiche ägyptische
Frisur, wie sie sehr ähnlich ein weiblicher helle-
nistischer Porträtkopf in Florenz zeigt (Araelung,
Führer No. 157; Arndt, I’orträtwerk, TalT. 219
n. 220). Geringe Arbeit (Sieveking.)
1336. Relief. Hoch 0,80 m. Parischer
Marmor
Das Relief ist gewaltsam zerstört worden, so
dass nur noch die Umrisse der 3 dargestellten
Figuren erkennbar sind. Diese Bind nackt und
wohl als Athleten zu erklären. Der mittlere
scheint den linken Arm zu seinem Gesichte hin
erhoben zu haben, während der rechts stehende
eine eigentümliche Kürperstellung, etwa die eines
Stand suchenden Diskoswerfers, einnimmt.
(Sieveking.)
1337. Relieffragment Hoch 0,41 m.
Parischer Marmor, ln den Arehäol.-epigraph. Mitt.
für Ocsterr, XI, S 172 von Löwy genau beschrieben.
(Sieveking.)
Smyrna.
Evangelische Schule.
1338 und 1339. Kopf des poly kletischen
DoryphoroB. Friedcrichs -Wolters 506. Stammt
nach Koudolcon, 'Hpcpo.Vöyiov xai öbnyö« it\« Epep ■
vt\c 1890, 8. 223 aus Tralles. Hals und Herme
modern. Nase intact. Stark versintert. Athleten-
ohren. Unbedeutende Arbeit. (Sieveking.)
1340. 1341. Jünglingskopf. Inv. der
Sammlung Nr. 101. Wcisscr Marmor, grobkörnig,
wie mir schien parisch. Höhe mit Hals 0,29 m
Gesichtslänge 0,19 m. Augen ehemals eingesetzt;
in den Höhlen Reste einer gelblichen weichen
Masse, anscheinend Kitt. Gute, im Haar etwas
schematische Arbeit spätgriechischer oder römischer
Zeit, nach einem Kopftypus aus der zweiten Hälfte
des 5. Jahrh. v. Chr. Seinen Charakter erhält
der Kopf durch die starke Querteilung der Stirn,
die ziemlich runden grossgeöffneten Augen mit
den sehr breiten Flächen unter den Brauen-
bogen, die breiten Backenknochen bei schmal und
fein auslaufcndem Untergesicht, endlich die sehr
vollen, fast wulstigen, aber schön geschweiften
Lippen. Alles das stellt den Kopf in klarsten
Gegensatz zu dem pcloponnesischen Ideal. Im
Haar hat allerdings die Teilung über der Stirn
für den ersten Blick eine oberflächliche Acbn-
lichkeit mit dem Stirnhaar beim polykletischcn
Doryphoros und seinen Verwandten; man sieht
aber sofort, dass jenes trockene Schema hier ganz
frei und locker behandelt ist Im übrigen ist das
Haar in sehr füllige, vom Hinterkopf ausgehende
kurze Locken gegliedert. In seinen allgemeinen
Zügen ist der Kopf von reinster attischer Art, so
wie sie uns im „Thescus“ des Parthenongiebcls,
den Köpfen des Parthcnonfrioscs (vgl. ganz be-
sonders den bei Furtwängler, Masterpicccs Taf. 5
abgcbildetcn), und ans etwas jüngerer Zeit in dem
Jünglingskopf des Grabreliefs von Salamis (Conze,
A. G. II, Tf. 204) vor Augen steht. [Eine ge-
wisse Aehnlichkeit im Speziellen hat durch die
vollen Gesichtsformen ein in Photographie ver-
breiteter Kopf der Glyptothek Ny-Carlsberg, von
dem der Pan Borghese (Helbig, Führer durch
Rom II, - Nr. 960. Friederichs-Wolters Nr. 521)
eine ganz verflautc Replik ist, bei der die Gesichts-
formen völlig verändert worden sind, sodass sie
sich polykletischem Typus annähern. Im Haar
erinnert der Jakobsenschc Kopf an polykletischc
Art, sodass wir bei ihm die bekannte Mischung
attischer und peloponnesischer Elemente haben.
Dem gegenüber erscheint der Kopf von Smyrna,
um es zu wiederholen, rein attisch.] (Bulle.)
1342 und 1343. Weiblicher Kopf aus
Tralles. GesichtslängeO,22 m, 11.0,44 m mit Hals,
der samt Halsgrube alt und ungebrochen ist und
anscheinend zum Einsetzen gearbeitet war. Büste
modern. Feinkörniger, ins gelbliche schimmernder
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57
Smyrna.
58
Marmor War stark, reraintert; Hals und Gesicht
mit Säure geputzt.
Bisher nur ungenügend abgcbildet von S.
Reinach, Bull. corr. hell. 1882. Tf. 3,8. 175; Kurt- j
wänglcr, Masterpieces S. 398 (nach Abguss in Bonn).
Ohrläppchen durchbohrt für Ohrringe. In
dem Einschnitt des Haares an deu Schläfen, der
hinten in eine rauhe Rille übergeht, lag ein
Kranz aus Bronze, der hinten durch zwei, vorn
durch sechs runde kleine Stiftlöcher befestigt
war. Wegen des Kranzes ist Reinachs Deutung
auf Artemis unmilglich Am ehesten ist an ein
Wesen des bakchischen Kreises zu denken.
Sehr schönes Original hellenistischer
Zeit, von weicher duftiger Ilaarbehandlung Man
beachte auch die feinen kleinen I.örkchen an
den Schläfen und die (in der Aufnahme kaum
sichtbaren), die Uber den äusseren Augenwinkeln
in die Stirn fallen.
Die Art, wie das Haar flammenartig über der
Stirn emporsteigt und oben in einen kleinen Knauf
zusammengefasst ist, findet sich an dem Kolossal-
kopf des Dionysos zu Leyden wieder (Monum.
d. J. II, Taf. 41; Brunn -Bruckmann Taf. 155),
der aus Smyrna nach Holland gekommen ist
(Ann. d. J. 1837, S. 151), und an zahlreichen
hellenistischen Terrakottakilpfen, wie ich sic in
Smyrna in der Sammlung des Herrn Gaudin
sah. V'on anderswo kenne ich keine Beispiele.
Man wird Bchlieasen dürfen, dass diese Kunst-
mode keine allgemeine war, sondern sich auf das
Mäanderthal mit seinem Kunstcentrum Tralles
und die Nachbargebiete beschränkte.
Im Stil echt hellenistisch auf skopasischer
Grundlage Eine ältere Schwester unseres Kopfes
ist der schone Kopf vom Südabhang der Akro-
polis (Friederichs- Wolters Nr. 1277), eine jilngore
der bekannte Kopf aus Pergamon (Collignon, Hist,
d. I sculpt II, S. 616). Wolters und Arndt machen
auf die Verwandtschaft des Smyrnaer Kopfes
mit dem der Krauenstatue in Antium aufmerksam
(Klein, Praxitelische Studien 8. 40, 42), die ver-
mutlich einer kleinasiatisehen Kunstschule helle-
nistischer Zeit angehört. (Bulle).
1344. Schläfcrin. Weisser Marmor L.0,465m.
H. 0,215 m. Reinach, lU-p. II, 408, I. Friedorichs-
Wolters Nr. 1574.
Dekorative flüchtige Arbeit. In der Haltung
völlig Übereinstimmend und in der Gewandan-
ordnnng sehr ähnlich ist die (sehr ergänzte)
Kolossalfigur im Museo Torlonia, Taf. 97, Nr 389,
Reinach, R£p. II, 408, 3, in der ich die Nach-
bildung eines Werkes des 4. Jahrhunderts, etwa
von dessen Ende, vermute. Es ist dies ein Typus
von Schläferinnen, der älter ist als die schlafende
Ariadne des Vatikans, worüber ich in einem
grösseren Zusammenhänge zu handeln gedenke.
(Bulle).
Smyrna.
Konak.
1345—1348. Fries vom Dionysostempel
in Teos. Der Fries ist von Gustav Hirschfeld,
Archacol. Zeitung XXXIII, 1875, S 23 fg., Taf. 5
mit Hilfstafel, in Zeichnungen publiziert und
mit vortrefflichen chronologischen Untersuchungen
begleitet worden. Seitdem ist der Teil der Fries-
platten, der hier in Photographien gegeben wird,
von Teos nach Smyrna gebracht und im Garten
des ehemaligen Konak, in dem jetzt eine Schule
ist. aufgestellt worden.
Identifizierung mit Hirschfcld:
1345 links, aufgemalte inveutarnummer t>=Hirsch-
feld. Hilfst Nr. 11, 1.
1345 Mitte links, Inv. Nr. 19, nicht zum Fries
gehörig; wohl von Heroenrelief.
1345 Mitte rechts, inv. Nr. 6 = Taf. 5, rechts oben.
1345 rechts, Inv. Nr 4 (steht umgestürzt) =
Taf. <5, links unten.
1316 links, Inv. Nr. 9 = Hilfataf.. Nr. III, 1.
1346 Mitte, Inv. Nr. 8a = Hilfst., Nr. III, 3.
1346 rechts, Inv. Nr. 8 = Hilfst., Nr. IV, 2.
1347 Inv. Nr. 7 = Taf. 5, links oben.
1348 Inv. Nr. 10 = Taf. 6, rechts unten.
Weitere I.itteratur giebt von Dnhn bei
Durm, Baukunst der Griechen’, S. 385.
Unsere Photographien ermöglichen zuerst eine
genauere stilistische Würdigung der Reliefs. Es
fällt zweierlei daran anf: eine grosse Skizzen-
haftigkeit, Flüchtigkeit, ja Derbheit in der Aus-
führung, und eine sonderbare Proportionierung der
Figuren (übermässig langer Oberleib, sehr grosso
Köpfe, unerhört kurze Beine; vgl. namentlich
1347), Beides wird aber nicht künstlerisches Un-
vermögen und Roheit sein, sondern Berechnung
auf Fernwirkung. Die Proportionen sehen ohne
Zweifel bei der Betrachtung von unten richtiger
aus, und die derbe Einzelausführung, die auf ein
sehr starkes Spiel von Licht und Schatten ange-
legt ist, wird von weitem nur kräftig-dekorativ,
nicht roh wirken. Immerhin ist zuzugeben, dass
sich diese dekorative Derbheit von dem feineren
Empfinden, mit dom dio ältere Zeit solche Auf-
gaben löste, weit entfernt, obwohl man z. B. am
Fries von Phigalia auch manche recht derb, fast
roh hiugchauene Partien findet
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59
.Smyrna. Konatantinopcl. Rom.
Zum Glllck ist der Fries von Teos gut da-
tiert, da der Tempel von llcrmogcnca errichtet
ist und sich seine Erbauung nach llirschfelds
Ausführungen rund um 200 v. I hr. (erstes Jahr-
zehnt des 2. Jahrli. v. Chr.) ansetzen hisst Inter-
essant ist der Vergleich mit dem Friese des eben-
falls von Hermogetics erbauten Artemistempels
von Magnesia a. M., der allerdings eine grossere
Sorgfalt der Ausführung aufweist (Clarac Taf. ■
117 C— J; Phot. Giraudon 1(M0 — 1040). Vgl. auch j
den späthellenistischen Fries vom Hekatetempel
von Lagina, Bull. corr. hell. 1895, Tf. 10—15.
(Bull e.)
1349. Relief mit religiöser Ceremonie.
Marmor.
In der Mitte ein idol-artiges, weibliches
Götterbild mit unkenntlichem Gegenstand im
liuken Arm, den ein von rechts herantretender
Mann berührt. In der Linken hält er eine Kanne.
Weiter nach rechts eine Flötenspielerin, dann
zwei Frauen, die ein Gewand (Himation oder
Peplus) herbeibringen, mit dem das Götterbild
bekleidet werden soll.
Links vom Götterbild ein verstümmelter
Gegenstand, wohl ein Kandelaber. Dann ein
Mann mit langer Fackel (wohl nicht Sccptcr).
Weiter eine Flötenspiclerin. Endlich eine Frau
Ausführung etwas trocken und nüchtern,
wohl römischer Zeit. (II u 1 1 e.)
1350. Grabrelicf der Tyrannis. Marmor.
Stele in einem bekannten Typus hellenistischer Zeit
Vgl. z. B Berlin Skulpt Nr. 767 ff.
Tyrannis mit zwei Sklavenmädchcn, von
denen das eine trauernd dasteht, das andere ein
Kästchen hält. Auf dem Gesims hinten links eine
hohe runde Kiste, rechts ein Kästchen mit Füssen
in Form eines Hauses
Die Frau steht in der Haltung der vatikani-
schen Pudicitia (Helbig, Führer I*, Nr. 8) da,
nur dass der Iteliefarbeiter das Motiv verdorben
hat, indem er im Oberkörper die Bewegung um-
kehrte, sodass sich nun der linke Ellenbogen und
die rechte Hand verkehrterweise auf die Hüfte
des .Spielbeins, statt des Standbeins stützen.
Vortreffliche sorgfältige hellenistische Arbeit.
Man beachte das Durchscheinen des Unterge-
wandes an der rechten Seite des Unterkörpers.
(Bull e.)
Smyrna.
Sammlung Gaudin.
1351 und 1352 Kopf des Tiberius. Hoch
0,27 m. Feinkörniger Marmor.
Das charakteristische Profil mit der steil an-
00
steigenden Stirn, der stark gebogenen Nase, die
noch im Ansatz kenntlich ist, dem zurücktreten-
den Mund und dem energischen Kinn lässt un-
schwer den Tiberius erkennen, dem auch die
Frisur mit den tief einschneidenden, spitzen
Winkeln zu beiden Seiten der Stirn eigen ist.
Dieselben Merkmale zeigt am besten der in
Gortyn gefundene Kopf desselben Kaisers (Ameri-
can Journal 1897, Taf. 12,2), obgleich der Smyr-
naer Kopf den Tiberius im vorgerückteren Alter
dai stellt. Die Züge sind schärfer geworden, der
Ausdruck finsterer Auffallend ist der Pinienkranz,
den ich sonst bei keinem römischen Kaiser nacli-
w eisen kann. Wahrscheinlich bezieht er sich
auf den Kult eines Gottes, vielleicht des Liber,
als dessen Vertreter oder Priester der Kaiser
dargestellt ist. Die Arbeit des Kopfes ist sehr gut.
(S i e v e k i n g )
Konstantinopel.
Kunsthandel.
1353- Statuette der Aphrodite. Hoch
0,00 m. Aus Kyzikos. Ich habe das Original selbst
nicht gesehen, soudern besitze nur eine Photo-
graphie des Stückes, nach welcher unsre Auf-
nahme hergcstellt worden ist. Repliken, beide mit
modernem Kopf, in der Sala ottagona des Con-
servatorenpalastcs und in der Galleria dei Cande-
labri des Valieans (Clarac 752, 1830; Bernoulli
Aphrodite, p. 168); eine ähnliche Statuette auch
im Antiquarium der Münrhner neuen Pinakothek.
Im Motiv erinnert die Figur auffallend an
die Münchner Statue Alexanders des Grossen.
(A r n d t.)
Rom.
Palazzo Aldobrandini.
1354. Statue des Zous(?). Matz-Duhn
n° 17. Hoch ca. 1,8» m. Qrosskrystallinischer
gelblicher Marmor Ergänzt: Kopf und Arm*.
Die Beine sind mit Stamm und Tieren summt
Plinthc aus einem Stück und setzen an den Torso
mit Schnitt an. Da die Statue zu lange im
J Freien gestanden hat, ist aus dem Erhaltungs-
zustand der Oberfläche nicht mehr zu schliessen,
ob die Beine otc. antik oder modern sind.
Gegen den antiken Ursprung spricht die
plumpe Form der Beine, die linkische, ganz un-
antike Stellung der Füsso und die, meines Wissens,
sinnlose Zusammenstellung der Tiere (Winckel-
tnann's Erklärungen in den Denkmalen, p. 297
des VII. Bandes der Donaueschinger Ausgabe.
I und im .Versuch einer Allegorie* § G9, p. 7, im
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61
Rom.
62
IX. Bande derselben Ausgabe, sind gleich unan-
nehmbar). Auch müsst« bei so starker Hebung
der r. Ferse die 1. Hüfte weiter heraustreten. Für
den antiken Ursprung spricht, dass beide Teile
der Statue aus demselben Marmor gearbeitet sind.
Auch scheint aus Winckelmann hervorzugehen,
dass in der Villa Borgheso eine Replik der Statue
mit dem gleichen Beiwerk war. Der Torso copiert
in sehr flauer Weise ein Werk des 5. Jahr-
hunderts. (Amelung.)
1355. Statue des Dionysos. Visconti,
Villa Miollis, p. 35 f , n° 135; Matz-Duhn n°364.
Hoch 1,99 m (mit Plinthe). Kleinkryst&llinischer,
hellgrauer Marmor. Ergänzt: halbe Nase, grosses
Stück im Hals über der r. Schulter, freistehende
Locke auf dieser Seite, r. Arm mit Hand, Schulter
und Flanke, 1. Arm von der Mitte des Oberarmes
an mit Hand und Stamm, beide Beine von der
Mitte der Oberschenkel abwärts mit Füssen und
Plinthe. Der Kopf war gebrochen.
Die Deutung der Figur ist gegeben durch
die Bekrfinzung des Kopfes mit Epheu. Die rechte
Hand ruhte auf dem Kopfe; Reste der Finger
haben sich auf dem Schädel erhalten. Das Ende
der Cldamys muss uin den I. Arm geschlungen
gewesen sein. An der Rückseito der 1. Flanke hat
sich die r. Hand einer kleinen Figur erhalten,
die also einst an Stelle des Stammes gestanden
haben muss und auf die sich der Gott lehnte; nur
Satyr oder Eros können in Betracht kommen.
Vgl. die Zusammenstellungen analoger Gruppen
bei Clarac 690—4 und S. Kein ach, Repertoire
II, p. 129 — 32. In der Figur des Dionysos ist ein
Original der attischen Kunst nachgeahmt Die
Arbeit ist gering; in den Haaren ist jedes De-
tail vernachlässigt. (Amelung.)
Rom.
Privatbesitz.
Via Nazionale 184.*)
1356—57. Statue der Artemis. Hoch
1,45 ru. Feinkörniger gelblicher Marmor. Ergänzt:
Nase mit Oberlippe, Flicken in der r. Wnnge,
Armo (der r. in mehreren Stücken) mit Händen,
frei flatternde Teile der Gewandung, Köcher,
Unterschenkel mit Füssen, fast der ganze Stamm,
Plinthe. Der Kopf war gebrochen. Ein Flicken
auf dem Scheitel eingesetzt. Viele kleine Ver-
letzungen. Augensterne und Pupillen angegeben,
•) Das Hau« ist auf deiiiCiruad and Boden der Bospi-
Kliosl Kchaut Ob die Figur au« dem Besitz der Familie
»lamme, habe ich nicht ermitteln können. Bei llatz-
Dulm ist sie nicht verzeichnet.
wodurch die Ausführung der Figur in anto-
ninischer Zeit fixiert wird.
Die Göttin eilt nach ihrer Rechton, den Kopf
lebhaft nach der anderen Seite gewendet Sie
trägt einen kurzen, ringsum geschlossenen Peplos,
dessen Gürtel von dein Mantel verdeckt ist, der
um die Taille geschlungen, im Rücken kreuzweis
gelegt und dann beiderseits Uber die Schultern
geschlagen ist; die beiden Zipfel sind an den
Seiton durch den die Taille umschliessenden Teil
gezogen und flattern zurück. Das umsäumte
Köcherband überquert die Brust. In der Er-
gänzung der Füsse mit Jagdstiefeln und der der
Arme — der 1. ist mit einem Teil des Bogens vor-
gestreckt und gesenkt, der r. zum Köcher er-
hoben — ist sicher das Richtige getroffen worden.
Die Haare sind vorn gescheitelt; dann ist neben
den Schläfen je eine breite Strähne aufgenommen,
und oben sind boide verknotet (die Lockenenden
jederseits abgebrochen); am Hinterkopf sind die
Haare ebenfalls gescheitelt und abwärts gekämmt,
bis sie unten von horizontal verlaufenden Strähnen
überschnitten werden, die von den Ohren aus-
gehen; hinten wird Alles von einem Band zu-
sammengehalten und bildet dann einen kleinen
abstehenden Schopf lebhaft geringelter Locken.
Die ganze Stirn ist umsäumt von einer Reihe
kleiner, enganliegender Löckchen, eine zierliche
Modetracht, die dem Wesen der Jägerin ent-
schieden widerspricht und deshalb wohl erst vom
Kopisten zugefügt ist. Thatsächlich findet sich
die gleiche Löckchenreihe bei römischen Porträts,
die allerdings aus dem 1. Jahrh. n. Chr. stammen
(Bernoulli, Röm. Ikonographie II, 1, T. XIX und
Fig. 32). Fraglich ist es, ob an der Stelle, wo
auf dem Scheitel ein Flicken eingesetzt ist, einst
die Mondsichel befestigt war. Jedenfalls würde
auch sie ein Zusatz des Kopiston gewesen sein.
Zu der Frisur vergleiche Klein, Prazitolische
Studien p. 16 ff. In der dort gegebenen Ent-
wicklungsreihe würde die Artemis ihron Platz
zwischen dem Bostonor Knaben (oder der
Wiener Kore) und der mediceisclien Venus
Anden. Am ähnlichsten sind die Haartrachten
jenes Knaben (a. a. 0. p. 1 ff ) und des Apollon
im Pal. Vecchio (Amelung, Antiken in Florenz
No. 2). Selbstverständlich ist damit noch kein
Anhalt für stilistische Zusammenhänge, sondern
nur für die Datierung des Stückes gegeben, das
man auch nach anderen Indicten zweifellos auf
ein Original aus der Mitte des 4. Jahrh. v. Chr.
zurückführen würde. Dagegen wüsste ich zu-
nächst kein Werk zu nennen, mit dem die Artemis
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63
Rom. Genua.
64
so nahe Verwandtschaft verbände, dass man beide
demselben Künstler znschreiben könnte. Nur der
Kunstkreis im Allgemeinen dürfte nach der be-
sonderen Art der Gewandbehandlung za be-
stimmen sein, die durch das flächenhafte Anliegen
ganzer Partieen an den Körper und die tiefo
Einhöhlung der dazwischen liegenden Falten an
zwei andere Darstellungen derselben Göttin er*
innert: die Artemis von Gabii in München (Furt,
wängler, Beschreibung, n° 214) und eine Statue
in Stockholm (Photographie LAgreliun n° 15). Sie
alle entstammen augenscheinlich einem Zweige
jener eigenartigen Schule, von der wir zwei
Künstler — Paionios aus dem 5. und Timotheos
aus dem 4. Jahrhundert — mit Bestimmtheit
nennen können.
Das Original wird man sich lieber in Bronze
als in Marmor denken. Die Arbeit des Exem-
plares ist sehr gering; doch ist der erfreuliche
Eindruck dos Ganzen geblieben, ln der That
wüsste ich keine andere Darstellung der Artemis
— die berühmte Artemis von Versailles nicht aus-
geschlossen — , in der die Bewegung des stür-
mischen Laufes und das jugendlich lebhafte
Temperament der Jägerin mit so frischer Energie
und Anmut zugleich zum Ausdruck gebracht wäre,
wie hier. (AmelungJ
Genua.
Palazzo reale.
1358 und 1359. Kopf eines Dioskaren(?).
Er stellt im Garten, rechts hinter dem grossen
Gitter. Weisscr (pcntelischer) Marmor. H mit Hals
0,41 m. Gesichtslänge 0,21m. Haar und Nase stark
verwittert, Ohren bestossen, sonst unversehrt.
Büste modern. Hals zum Einsetzen in eine Statue
hergerichtet. Oben in der Mitte des Kopfes ein
laich von 3 — 3* . cm Durchmesser und mindestens
2'/t cm ehemaliger Tiefe (Bänder ausgesplittert),
das unten etwas breiter wird. Hier war also ein
Gegenstand befestigt.
Sehr starker Hals. Kopf ein wenig hinten-
über geworfen, nach links oben gewendet. Im
Haar gedrehte Binde Die Deutung hängt davon
ab, was man in dem oben besprochenen I.ocbe
auf dem Kopfe voraussetzt. Ich finde nichts näher
liegendes als einen Stern aus Bronze, wie ihn
die Dioskuren als Götter der Seefahrer tragen
(Roscher, Lexikon I, Sp. 1171, 0- Der Typus des
athletischen Jllnglingskopfes passt vorzüglich zu
dieser Deutung, ebenso der aufwärts gewendete
Blick. Vgl. die Dioskurentypen Keinach, Rep. II,
109; 110. Das Kehlen des Kilos ist kein durch-
schlagender Einwand gegen die Deutung, da dieser
erst ein spätes, der Stern dagegen ein frühes
Attribut der Dioskurcn ist (vgl. Roscher a. a. 0 ).
Endlich passt es sehr gnt (da der Kopf schwer-
; lieh von anderswoher gebracht ist), in einer alten
Seestadt ein so gutes Bild der seefahrtsebützendeu
I Dioskurcn zu finden.
Der Kopf erinnert an den Hermes von An-
dros, namentlich in der Anlage des Haares Uber
der Stirn, wo über der linken und rechten Schläfe
die Locken fast direkt übereinstimmen. Auch in
■ den übrigen Teilen ist der Charakter des Haares
verwandt. Die Angcnbildung. namentlich die
starke Rundung der Augäpfel erinnern an Sko-
pasisehes. Im Gesicht ist der Kopf jedoch evi-
dent jünger. Wir haben hier die Weiterbildung
eines Typus des 4 Jahrhunderts in hellenistischem
Geschmacke (vgl. zu den vollen runden Wangen
und dem kleinen Munde etwa die Köpfe des
Damophon .
Die Arbeit ist ausgezeichnet. Es ist keines-
falls gewöhnliche römische Kopistenarbeit. Das
Haar ist in der duftigen lockeren Manier ange-
legt, wie sie zuerst im 4 Jahrhundert aufknmmt
Vortrefflich sind die Partien um die Augen,
namentlich am unteren Augenlid , das ohne jede
Härte nach aussen iiin verfiiesat Auch die weichen
Ränder der Lippen und vor allem die Mundwinkel,
an deren Leblosigkeit sich sonst der Kopist am
ehesten zu verraten pflegt, zeugen von einer
empfindenden Hand. Ich stehe nicht an, hier ein
griechisches Original etwa des 3. Jahrh.
v. Chr. zu sehen. (Die unmittelbare Wirkung der
Schönheit des Kopfes wird auf unserer Aufnahme
durch die schiefsitxcude moderne Büste etwas
gestört. Man decke sie auf den Photographien
mit Tusche oder Tinte ab, da es leider an der
Negativplatte nicht mehr möglich isL) (Bull e.)
1360. Replik des sog. Narkissos Neu:
Kopf, Unterarme, Unterschenkel, Stamm und
Piinthe Hinten ist die rechte Hand, die einen
Apfel umschliesst, erhalten. Gute Arbeit. Er-
wähnt von Furtwängler , Meisterwerke, p. 483,
Amu. 3, i. Abg. hei Reinach, repertoire 102, 8.
(A r n d t.)
1361. Wiederholung der sog. Liberi
der Münchner Glyptothek: Krunn, Be-
schreibung Nr. 112; Furtwängler, Beechr. Nr. 236,
wo die Figur .Nymphe“ genannt ist. — Weitere
Wiederholungen: Sog. Aphrodite mit dem
Schwert ans Epidanros, vgl. Arndt, E-A.
629 , 630; Statue des Palazzo Pitti, vgl.
E-A. 822
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65
Genua.
66
Ergänzt: Kopf, 1 Arm, r. Vorderarm. Im
ganzen wohl verstandene und scharfe kopistische
Arbeit, weniger breit und dekorativ als die
des Münchner Exemplars.
Unser Interesse für den Typus wird zwar
durch diese neue, nun vierte Replik noch erhöht,
leider aber nicht durch neue Gesichtspunkte in
einer bestimmten Richtung weitergeführt. Die
Replik zeigt, wie die Münchner, ein Fellchen um
die Brust, das auf der rechten Schulter zusammen-
geknüpft ist- Dieser Variante mit Fell steht jene
von Epidauros gegenüber mit Schwert (bei Furt-
wängler a. a. 0. heisst es kurzweg ein .Schwert-
band*, während thatsüchlich ist: ein .Gurt mit
Schwert daran, dessen oberstes Ende, separat gear.
beitet, leider verloren ist*,) und als drittejenedcs Pa-
lazzo I'itti, frei von jeglichem Attribut um die Brust.
Dürfen wir daraus, dass das Fell nunmehr
zweimal vertreten ist, folgern, dass diese beiden
Exemplare in diesem Punkte den Archetypus
wiedergeben? Man sollte meinen. Jedenfalls
passt das Feil ganz wohl an die betreffende
Stelle und nicht minder auch zu dem übrigen
Habitus der Figur. Andrerseits scheue ich mich
eine Entscheidung zu fällen, angesichts der That-
sache, dass das Exemplar mit Schwert doch vor
den anderen das bedeutendste ist und das Schwert
au sich, als das .originellere und demonstrativere*,
ich setze noch bei, gegensätzlichere Attribut, mir
houte wie früher (vgl. Vcrhandl. d. 41. Philol.
Versamml. 1891, p. 246 ff.) besser gefallen will
als ein Fellchen.
Zu dem Fellchen der Münchner Statue äussert
sich Brnnn a.a 0.: »Ausserdem ist über das Unter-
gewand nach Art einer Nebris ein Fell geknüpft,
das, obwohl an der Kopfhaut etwas beschädigt,
doch ziemlich sicher als das Fell eines Ferkels
bestimmt werden kann*. Bei Furtwängler a. a 0.
ist das schon nicht mehr nur .ziemlich sicher*,
sondern schlechtweg .sicher*, wiewohl dieses
Urteil von ihm so wenig, als seiner Zeit von
Brunn eigens begründet ist. Ich meinerseits bin
nach wie vor der Ansicht, das Fell bedeute nichts
anderes als eine Nebris ; dies geht teils aus der
Tracht, teils daraus hervor, dass das Fell nicht
eindeutig als Ferkelhaut charakterisiert ist-, und
schliesslich ist allein das schon entscheidend, dass
die Sehenkeldecken weit länger sind als es je bei
einer Ferkelhaut möglich wäre. Das neue, ge-
nauere Exemplar hebt vollends jeden Zweifel,
wie er allerdings infolge der Zeichnung des eigen-
tümlich verdrehten Ohres an dem Münchner
Exemplar wohl einmal auftauchen konnte. Das
Ohr sitzt ganz anders und ist auch anders geformt,
kürzer und spitz, und das Gesicht ist deutlich
nicht das eines Ferkels, sondern das eine« Rehes
oder gattungsverwandten Tieres.
Zur Deutung des Typus bringt die neue
Roplik also kaum ein Neues bei; sie bekräftigt nur,
was ich ehedem schon als das Wahrscheinlichste
zeichnet habe, dass der Urtypus ein .bakchisches
Wesen* dargcstellt haben werde. Dagegen dürfte
sie auch an ihrem Teile wohl dazu beitragen,
einer richtigeren Ansicht Uber die Entstehungs-
zeit der Schöpfung den W’eg zu bahnen. Die
Proportionen sind hier vielleicht noch entschie-
dener, als in den anderen Exemplaren, jene des
4. Jahrh , nicht die breiteren, noch etwas unter-
setzten, die wir an gesicherten Rundwerken des
5., ja zum Teil noch vom Anfang des 4. Jahr-
hunderts antreffen. Dass die sog. nasse Be-
handlung des Chiton in der Epoche des pelo-
ponnesischen Krieges zwar nicht, wie Furtw. a. a.
0. sich ausdrUckt, .herrschte*, aber wohl bekannt
war, das weiss man allerdings. Aber niemand
auch wird .die Manier* auf die Epoche des pelo-
ponnesischen Krieges beschränken wollen.
Ich linde in solchen Beweisführungen, die sich
auf ein Motiv stützen, andere ausser Acht lassen,
nur die Nachwirkung jener Hypothese, die in der
sog. Venus Genetrix nun einmal die Schöpfung
eines Alkamenes erkennen will, (Flasch.)
1362—1364. J ünglingsstatue. Neu: Arme,
Unterbeine, Stamm und Plinthe. Der Torso, von
guter Arbeit, hat ein praxitelisches Bewegungs-
motiv. Am Kopfe, der mit Schnitt aufsit/.t, sind,
ausser Kleinigkeiten, Nase, Kinn und die Haare
über der Stirn ergänzt. (Arndt.)
1363. Dionysos (?) torso. Halsgrube bis
Scham 0,41 m, bis Nabel 0,295 tn, Brustwarzen-
abstand 0,19 m. Neu: Kopf*), Arme, I. Bein
fast ganz, r. Bein von oberhalb des Kniees ab,
Stamm, Plinthe Schulterlocken. Massige Arbeit
von schlechter Erhaltung, nach einem Vorbilde
spät-praxitclischer Zeit. (Arndt.)
Genua.
Palazzo bianco.
1366. Weibliche Gcwandstatuc. In der
Vurhallc des 1. Stocks, Nr. 10; Inventamummor
496. .Collezione Varni; proveniente da Verona*.
Es fehlen: Kopf, 1. Unterarm, r. Arm mit Schulter,
FUsse. Gewöhnliche Arbeit. Ende des 5. Jahr-
hunderts; vgl. Amelung. Basis des Praxiteles aus
Mantinca, p 54, Fig. 28. (Arndt.)
•) Nach Bulle alt, ab«r nicht zugehörig
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Genua.
t!8
67
1367. Silcnsstatuette. Saal 9 des 1. Stocks,
Nr. 54; Inventarnummer 1315. Neu: Kopf, Arme,
Unterbeinc, Plinthe. Reste des Bartes und
der gedrehten Schultcrlockcn auf der Brust.
Chlamys über dem linken Oberarm. Das Haar des
Nackenschopfes in troppenförmiger Abstufung
stilisiert. Typus des alten feisten Schlemmers.
Nette Arbeit.
(Arnd t.)
1368 und 1369. Kopf einer römischen
Fürstin. 1 Stock, Vorhalle, No. 19 C. Inventar-
nummer 612. Aus Luni, zusammen mit einem am
gleichen Orte (Nr. IS E, Inv. 509) aufgostcllten
Augustuskopfe ganz hübscher Arbeit gefunden.
Es fehlen : die Nase, ein Stück des Diadems links
und der linke Hinterkopf. Das Fleisch ist leider
stark geputzt. Der Kopf stammt wohl von einer
Statue. Die geknotete Wollbinde unter dem
Diadem charakterisiert die Dargestelltc als Prie-
sterin (vgl Furtwängler, Meisterwerke p. 557 (.).
Das Haar ist hinten in einen Nackcnschopf zu-
sammengefasst. Die Fundumstände sprechen dafür,
dass I. ivia dargestellt ist. Beider ist die Erhaltung
des Kopfes zu ungünstig, als dass man weitere
Folgerungen für die noch immer dunkle lkono-
graph:e dieser Kaiserin ans ihm ziehen könnte.
(Arndt)
1370. Marmorrelief. Ehemals an einer
Kirche in Molaasana bei Genna im Tlialc des
Bisagon eingemauert. Im Museum jetzt wieder
eingemauert, sodass die Ränder nicht genau zu
untersuchen sind. Oben, rechts und links ist
glatter Schnitt, und zwar, wie mir schien, antiken
Ursprungs. Jedoch muss links wegen der Dar-
stellung jedenfalls noch eine Platte augestossen
sein Unten Beizte. Die ehemalige Bestimmung dis
Reliefs ist nicht ganz sicher erkennbar. Jeden-
falls gehört es nicht zu einem Sarkophag. Wahr-
scheinlich war es Wandschmuck. H. 0,735 m.
Br. 0.45 m.
Athens auf einem Felsen nach links, ohne
Ägis. aber mit Helm, Banze, Schild. Sie blickt
abwärts und macht mit der Hand eine abwehrende
Bewegung. Binks vor ihr muss also etwas vor
sich gegangen sein. Man würde an Harsyas mit
den Flöten denken, wenn nicht der Satyr hinter
ihr bereits Flöten hielte. Also handelt cs sich
vielleicht um den Wettstreit des Marsyas mit Apoll,
bei dem Athens auf Sarkophagen stets zugegen ist,
allerdings in der Regel stehend (vgl. die Zusammen-
stellung dieser Sarkophage bei Michaelis, Ann. d
J. 1858, S. 325 Hg.'. Dem Athenatypus liegt ein
hellenistisches Vorbild zu Grunde; vgl. die Athena
der grossen Schale bei Holzer, Hildesheimer
Silberfund, Tafel 1.
Hinter Athena ein spitxohriger, jugendlicher
Satyr in Fellgewand, ebenfalls nach links blickend,
in tänzelndem Schritt. Er hält in jeder Hand
eine sehr lange Flöte, an deren unterem Ende
je sechs kleine glockenförmige Schalltrichter mit
langen, etwas gebogenen Griffstücken zu sehen
sind (z. T. abgebrochen). Diese Art von Flöte
kommt auf Denkmälern häufig vor, aber
erst in römischer Zeit (vgl. Jan in Baumeisters
Dkm. I, S. 557, F'g. 594 f. Weitere Beispiele
Athen. Mitt II, 1877, 8. 340. Mon. d. J 1858,
Taf. 18).
Von besonderem Interesse ist das Gebäude
hinter den beiden F'iguren. Es besteht aus vier
korinthischen Pfeilern, die mit Rundbogen über-
spannt sind; darüber erhebt sich ein Zeltdach
mit blütenförmiger Krönung. Obwohl die Basen
der Pfeiler alle auf derselben Binie (einer erhöhten
Stufe) stehen, ist der Grundriss des Baues wohl
so zu verstehen, dass die Pfeiler im Quadrat an-
geordnet sind, und dass wir dem vordersten, gross
dargestellten Rogen so gegenüberstehen, dass die
anderen drei Bogen unter ihm sichtbar werden,
allerdings mit Vernachlässigung der Verkürzung
der beiden seitlichen Bogen. Unten ist die Per-
spektive völlig vernachlässigt, indem kein Ver-
such gemacht ist, die mittleren Pfeiler zurück-
treten zu lassen. Das Sacellum scheint leer. Ein
jenseits stehender Ölbaum streckt einen Ast durch
die linke vordere Ecke des Gebäudes nach vorne,
ein von Reliefbildern, Stnckreliefs und Wand-
gemälden hellenistischer Art bekanntes Motiv.
Wir haben hier eines der ganz seltenen Beispiele
aus der Antike, wo Bogen unmittelbar auf
Pfeiler gesetzt sind. Und überhaupt er-
scheint mir dies eigenartige kleine Gebäude, das
sicher kein Phantasieprodukt des Reliefkünstlers
ist, für die Geschichte der spätrömischen Archi-
tektur von einigur Bedeutung.
Die Datierung ergiebt sich aus technischen
Anzeichen, der sichtbaren Anwendung von Bohr-
löchern (an Haar, Augen, Mund der Figuren) und
der sorgfältigen Glättung der Oberfläche; danach
etwa 2. Hälfte des 2. Jahrh. n Uhr. oder später.
Der au kleinen Einzelformen reiche, im Ganzen
etwas unruhig und zerfetzt wirkende Stil ähnelt
dem einer Gattung späterer Sarkophage (Ann.
d J 1863, Taf. 80, 1. Brunn- Bruckmann Dkm
Taf. 490), die mit ihrer pretiösen Eleganz und
ihrer lebhaften unruhigen Gesamtwirkung etwas
ltokok oartiges haben. (Bulle)
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(59
('•«nun. lldinc.
70
Genua.
Villa Gruber
(Corso Magenta).
1371. BärtigerSatyr Brunnenfigur. Weisscr
Marmor. H. des Erhaltenen 0,50 m. Unterschenkel
ergänzt- Etwas verwittert.
Kr befindet sich in einem drehenden Tanz-
schritt. In der gesenkten Rechten ein Kantharos,
aus dem ehemals Wasser floss Der linke Arm
war hoch erhoben und hielt nach Ausweis der
Repliken einen Schlauch. Fell, vor der Brust ge-
knüpft, im Rücken herabhängend. Im Haar Piuien-
kranz mit Früchten. Viel Bohrarbeit. Dekorative
Figur etwa des 2 Jahrh. n. Ohr.
Es giebt drei Repliken, die jedoch in Einzel-
heiten verschieden sind.
1. Nr. 1371.
2. Bronzestatuette. II. 10 inches. Abg. imCatal.
of the Furnuui Collection of antiquities I (Lon-
don 1399, Sotheby. Wilkinson and Hodge. Text
von Cccll Smith), Taf. 6, Nr. 83. Linker Arm
mit Schlauch erhalten. Abweichungen: kein Fell,
Fackel statt Kantharos in der Rechten
3 Marmorstatuette in Karlsruhe, unten Nr. 1438.
Abweichungen: kein Fell, der r Arm ging weiter
vom Körper ab , Haar etwas anders. Vorzügliche
ArbeiL Das Motiv des Tanzes viel deutlicher.
Lehrreiches Beispiel für Abwandlung eines
Motivs zu verschiedenen dekorativen Zwecken.
Nr. 1 durch den Kantharos zu einer Brunnenfigur
gemacht. Nr. 3 schwerlich Brunnenfigur. Nr. 2
auf die halbe Höhe für Bronze verkleinert. Bei 3
wird wegen der Armhaltung wohl auch eine Fackel
in der R. zu ergänzen sein. Was bei dem Urtypns
das ursprüngliche war, ist nicht festzustellen Die
Erfindung geht jedenfalls auf die spätere helle-
nistische Zeit zurück, die derartig drehende Be-
wegungsmotive mit besonderer Liebe auBgebildet
hat. Vgl. Furtwängler, Satyr von Pergamon,
S. 12 fg. Reinach, Rfp. II, S. 137, 6-7; 138,
1, 2; 139, 1, 10; 140, 1 fg. (Bulle.)
1372. Stirnziegel mit Athena. Marmor.
H. 0,42 in. Hinten oben flach gerundet, im unteren
Teil nicht sichtbar, weil eingemauert.
Unten Leiste. Profilierte Umrahmung, oben
halbrund. Darin eine stehende Athena (langärm-
liger Chiton, Aegis, Mantel doppelt gelegt, auf
linker Schulter genestelt; Schulterlocken: Lanze,
Schild) Kopf fehlt; der Hintergrund für eine
moderne verloren gegangene Restauration herge-
richtet. Dekorative römische Arbeit.
Genau übereinstimmend mit zwei Stirn-
ziegeln im Lateranischen Museum, Benndorf und
Schöne Nr. 456, 468, Taf. Vin, 3 a. Zn Grunde
liegt sicher ein statuarischer Typus der
2. Hälfte des 5. Jahrhunderts, den aber schon
Benndorf und Schöne vergeblich in erhaltenen
Repliken gesucht haben und den ich gleichfalls
nicht nachzuweisen vermag. Seine Auffindung
wäre jedoch von einiger Bedeutung. Denn dieser
Athenatypus ist offenbar aufs engste verwandt
mit einer Gruppe von Werken, die Furtwängler
mit Agorakritos in Verbindung gebracht hat (Furt-
wängler, Statuenkopien I, S 53), namentlich mit
der Karyatide von Mantua und ihren Schwestern
(Bulle, Röm. Mitt. 1894, S. 153). Der durch die
Reliefs bezeugte Tvpns würde als eine etwas
jüngere Stufe neben die Athena mit dem Fellhelm
in Villa Albanl treten. Eine jüngere Fortbildung
bietet die kleine Bronze Reinach, R4p. II, S. 276,
4 (Turin). (Bulle)
Udine.
Ehemalige Sammlung Cernazai.*)
Vgl. Arch.-epigr. Mitt. f. Oesterreich XVM (1895),
p 52 ff. (Baukö & Sticotti).
1373 und 1374. Jünglingskopf. Jetzt
in der Glyptothek Ny-Carlsberg. Hoch 0,34 m.
Feinkörniger Marmor Nase fehlt, Lippen bestoasen.
BankeV-Sticotti S. 64, Nr. 15
In der Besprechung des Kopfes daselbst ist
derselbe mit Recht an die in den Kreis des Skopas
gehörigen Werke angereiht worden. Doch ist die
Anlehnung an dieselben nur eine äusserliche. Dio
Unterstirn ist stark hervortretend gebildet, die
Augen tiefliegend, die Haare an der Stirn empor-
strebend, aber das gewaltige innere Leben jener
Schöpfungen fehlt. Feine Arbeit. (Sieveking.)
1375—1377. Doppelherme des Hermes
und Herakles. Jetzt in der Glyptothek Ny-
Uarlsberg. Hoch 0,19 m. Feinkörniger Marmor.
Bankö-Sticotti S. 76, Nr. 34. Ergänzt die beiden
Nasen.
Dio beiden Köpfe sind Schöpfungen eines
römischen Künstlers nach älteren griechischen Vor-
bildern und zwar verschiedener Zeiten. Während
sich der Herakles deutlich an einen Typus des
4. Jahrh. aus der Kunstrichtung des Skopas an-
lehnt, scheint der Hermes einen älteren Typus
wiedergeben zu wollen , wie die breite Stirn,
die flachen Augen, das volle Untergesicht und
die ziemlich streng angeordneten Haare zeigen.
•) Die Sammlung i»t im Ilcrbete 1900 versteigert
worden,
6
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71 Udinc.
Die Arbeit lat unbedeutend und lasst kaum Schlüsse
auf die Originale zu. (Sieveking)
1378 und 1379. Unbärtiger männlicher
Kopf. Jetzt im römischen Kunsthandei. Hoch
0,22 m. Feinkörniger Marmor. Banco-Sticotti
8. 75, Nr. 33. Nase fehlt, Lippen, Kinn und Kopf-
bedeckung bestossen.
Der Kopf ist eine mittelmässige, römische Arbeit,
geht aber auf ein griechisches Original des 5. Jalirh.
zurück. Dasselbe gehört in den Kreis der von
Furtwängler, Meisterwerke p. 134 ff. der Kunst-
richtung des Phidias zugeschriebenen Werke und
scheint mir dem Pariser Areskopf, ebenda Taf. 6
stilistisch nahe zu stehen. Die Kopfbedeckung
ist eine phry gische Mütze mit kreuzweise suf-
gebtindnen Laschen und weist auf Paris oder einen
Bogenschützen hin ; für Ganymed sind die Züge zu
männlich. Die Haarbehandlung zeigt einige Eigen-
arten, so die halbmondförmige Lorke vor den
Ohren und cito im Nacken unter der Kopfbedeckung
herauskommeuden Windungen. Es ist fraglich,
ob dieselben schon dem griechischen Vorbild zu-
zusrhrcibrn oder nur als Kopistrnzuthat aufzu-
fassen sind. (Sieveking}
1380. „Tote nmahlrelief.* Jetzt im Museum
von Aqulleja. Hoch ohne den Einlasszapfen 0,27 m.
Breit 0,30 m. Feinkörniger Marmor. Bankö-Sticotti
p. 84, Nr. 63. Das Relief, dessen wenige Figuren
geschickt angeordnet sind, bietet inhaltlich nichts
Neues. Stilistisch gehört cs in das 4. Jalirh. und
wird attischen Ursprungs sein. (8loveklng.)
Trient
Museo tnunicipale.
1381. Relief eines Hermaphroditen.
Weisser Marmor. Von einer dreiseitigen Kande-
klbcrbasis. Oberfläche schwach verwittert. Er-
halten ist der mittlere Teil, H. 0.58 in. Breite
unten auf der Seite mit dem Hermaphroditen 0,16 m,
auf den beiden anderen Seiten 0,39 in. Ecken
nbgeschrägt, darauf eine dicke Perlschnur. Auf
der Oberseite die Ränder rauh, in der Mitte
dreieckiges l.orli von 23 cm Länge an jeder Seite
und 22 cm Tiefe. Darauf wird eine profilierte
Platte und der anfgehende Schaft des Kande-
labers zu ergänzen sein; unten fehlt ein profiliertes
Unterstück. — Gefunden in der (legend „ai
l’ara'ii.-i" bei Trient. Früher bei einem Mon-
signore Zanella, dem wohl die Verstümmelung
des ehemals grade nach vorn stehenden Gliedes des
Hermaphroditen zuzuschreiben ist.
Der Hermaphrodit, über Schultern und Armen
ein in archaistischen Schwalbenschwänzen endi-
TrienL 72
gendes Mäntelchen, tänzelt nach rechts, in der
erhobenen Linken einen langen Thyrsos, in der
gesenkten Rechten einen ln strenger Seitenansicht
gegebenen Klappspiegel haltend, in welchem er
wohlgefällig die Rundungen seiner Rückseite be-
trachtet. Es ist offenbar ein bacchischcr Tanz,
in welchen eine solche Spiegeltour eingelegt ist.
Auf dem Kopf trägt er eine Mütze ohne Rand,
mit umgelegter Spitze. Unten an der Mütze ein
Kranz von kleinen runden, windenähnlirhen Blumen.
Darunter umrahmt welliges Haar Stirn und
Schläfen.
Das gut gearbeitete Relief gehört in die
Gattung der „Neu-attischen'*, und ist das beste
Exemplar eines bereits in drei oder vier unvoll-
ständigen Repliken erhaltenen Typus. Die Repliken
sind Hauser, Neu-attisebe Reliefs, S. 15, Nr. 17
(= Gerhard, Antike Bildwerke Taf. 45); S. 39,
Nr. 52 (= Kiescritzky, Ann d I. 1882, Taf. W);
Nr 53 (= Kiescritzky, Taf. V); Nr. 54. Dasselbe
Motiv kommt auch in kleinen Bronzestatuetten
vor, Reinach, R6p. II, S. ! 76, Nr. 1—5 (woselbst
die besseren Abbildungen und die Littrratur nach-
zusehen sind). Am nächsten steht unserem Relief
Reinach Nr. 2, dann Nr. 3 (linker Arm am Kopf).
Beide sind für relief massige Profilaiwicht gedacht
Ebenso auch 5, das in der Beiuhaltung und Haltung
des 1. Armes etwas abweicht. Zu Nr. 5 wird von
dem Herausgeber R. von Schneider im Areh.
Anz 1892, 8 51, Fig. 79 eine ganz entsprechende
unedierte kleine Bronze in Neapel beschrieben,
die zum Aufheften auf einen Hintergrund her-
gerirbtet ist (Rundplastisch komponiert nnd auf
Vorderansicht berechnet sind dagegen Reinach
Nr. 1 und 4. Doch betrachtet bei Nr. 4 sicher,
bei Nr. 1 anscheinend der Hermaphrodit nicht
seine Rückseite, sondern sein Geeicht und Haar
im Spiegel, sodass diese beiden Figuren bisher
zu Unrecht mit den andern in eine Reihe gestellt
worden sind.)
Es kann kein Zweitel sein, dass das Motiv
des Spiegel ns der Kehrseite für Relief erfunden
und von da für die Kleinbronzen übernommen ist.
Die Erfindung gehört zusammen mit Motiven wie
dem der Aphrodite Kallipygoa und namentlich mit
dem Satyr, der sein Schwänzchen betrachtet (Furt-
wängler, Glyptothek Nr. 4ö6. Helbig, Führer* I,
Nr 377), die alle hellenistischen Ursprungs und
aus der Freude an starker Verdrehung de* Körpers
um seine Mittelachse entstanden sind
Die Ncbensoiten der Trieiitcr Kandelabci basis,
die Ich wegen schlechter Beleuchtung nicht
photographieren konnte, zeigen jederseits einen
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73
Trient
Satyr. Rechts vorn Hermaphroditen : Satyr, ithy-
phallisch (modern verstümmelt), nach links (vorne),
steht auf den Zehen des linken Beins, hebt das r. Bein
hoch im Tanzsprung; die gesenkte L hält ein
Pedinn, die R. ist vor dem Kopf ansgestreckt, als
wolle er auf den Hermaphroditen eine Attacke
machen. Links: Satyr, ithyphallisch (verstümmelt),
schreitet auf den Zehenspitzen nach rechts (vorne),
die rechte Hand mit der Handfläche nach unten
hinter sich gestreckt, die Linke dsuoxozeümv Uber
dem Kopf, als schleiche er sich ausschauend und
andere zurilckweisend an den Hermaphroditen
heran. Gesträubtes Haar, Spitzohren. Beide Neben-
seiten sind weniger sorgfältig als die Vorderseite.
Auch dio grösseren Maasse der Vorderseite (siche
oben) lassen schliessen, dass der Kandelaber mit
der Spitze nach hinten an eine Wand gestellt
werden und das Hermaphroditenrelief die Haupt-
und Vorderseite sein sollte. (Balle.)
1382 und 1383. Mädchenfigur als Pfannen-
griff. Bronze, bellgrfln patinierL H. 0,18 in. Sie
legt die rechtwinkclig erhobenen Arme an ein
Ansatzstück, auf das Voluten und gespaltene Pal-
metten graviert sind. Hinten ein horizontales
Ansatzstück, das auf die Rundung des Tigels
Übergriff.
Nackt mit Ausnahme des Schurzes um die
Hüften, der vorne spitz zuläuft, hinten in breiter
Rundung die Glutäen bedeckt. Der Schurz ist
mit eingeschlagencn Kreisen versehen, wie in der
älteren Kunst häufig zur Bezeichnung eines
rauheren Stoffes. Das Haar fällt in breiter Masse,
die sich auch auf die Schultern hei über ausbreitet,
in den Nacken herab. Unten endigt es in einen
runden Knauf.
Die Gestalt ist weiblich, wie die Profilansicht
der Brust ohne Zweifel zeigt, obwohl bisweilen
auch bei Jilnglingsfiguren dieser Art die Brust-
muskeln etwas dick und rundlich ausfallen. Jedoch
ist die hagere, muskulöse Bildung des Körpers
sonst durchaus männlich; es sind an den bekannten
Jünglingstypus einfach weibliche Brüste angefügt,
wie es die reifere archaische Kunst, die den nackten
weiblichen Körper so auffällig vernachlässigt,
auch sonst regelmässig thut (vergl. die Bronze-
atatuette der Sammlung Trau, Arch. epigr. Mitt.
aus Oesterreich H, 1878, Taf. 8. Attische Tcrra-
cotte einer liegenden Krau in Berlin, Arch. Anz.
1892, S. 108, Nr. 27. Kino grosse vorzügliche
Terracottafigur desselben Typus auf der Stilstufe
der Aegineten habe ich vor einigen Jahren im
Kunathandel photographiert, habe jedoch nicht
die Erlaubnis zur Publikation.)
74
Nackte archaische Frauenfigürchen sind ver-
hältnismässig selten, doch hat sich das Material
seit Kürtes Behandlung (Altgrichische Statuette
der Aphrodite, in den Arch. Studien für H. Brunn,
1893, S. 24 fg.) ziemlich vermehrt, sodass man
die Entwickelung bis zu einem gewissen Grade
überschauen kann. Es ergiebt eich das merk-
würdige Resultat, dass die älteste archaische Kunst
den spezifischen Eigentümlichkeiten des weiblichen
Körpers weit mehr gerecht geworden ist als die
entwickelte archaische Zeit. Elfenbeinstatuetten
des 8. Jahrhunderts, gefunden mit Vasen des
Dipvlonstils im Kerameikos zu Athen (Bull. corr.
hell. 1896, Taf. 9, S. 279, Fig. 8 fg., die Perrot
mit vollem Recht für einheimische griechische
Arbeit, nicht phönikischcn Import erklärt), zeigen
sehr gut die starke Einschnürung der Taille, die
stärkere Schwellung der Glutäen, das organische
Hcranswachsen der Brüste. Eine alte pelopon-
nesische Bronze des 7. Jahrhunderts im Stil der
alten lakonischen Weihbecken trägerin von Olympia
(UI, Taf. 6, Nr. 6, S. 20), abg. bei de Ridder,
Bronzen de la societö archöologique d’Athines,
Nr. 879, Taf. 3, 2, zeigt ebenfalls die gut be-
obachtete, wenn auch eckig wiedergegebone Aus-
buchtung der Hüften und Einziehung der Taille
Dagegen giebt die fortgeschrittene archaische K unst,
unter dem überwiegenden Interesse für den Jttng-
| lingskörper, auch den Frauen männlich schmale
Hüften, oft auch harte Muskulatur (Bronze Trau;
unser Griff; die Spiegelstutze von Hermione im
Münchener Antiquarium [Flasch, Verh. der 4L Philol.
Vers., 8. 266 f.]; eine ähnliche Statuette von
Aigina, Eph. arch. 1896, Taf. 7; die obengenannten
Terracotten). Die Gewohnheit der zu schmalen
Hüften wirkte noch weit ins 5. Jahrhundert hinein
nach, auch bei bekleideten Frauenbildern.
Der Schurz kommt bei Jünglings- und Frauen-
figuren dieses Typus vor, aber selten (Jüng-
linge: Olympia UI, Taf. 9, Nr 86. Carapanos,
Dodone Taf. XII, 1, hier zusammen mit Bcschuhung.
de Ridder, Rronzcsde l’Acropoled' Athene*, Nr. 706,
Fig 223. Frauen: Griff von Trient. Statuette
von Aigina). Eine besondere Bedeutung ist
die.-.em Umstande wohl nicht zuzusebreiben.
Ueber das Verbreitungsgebiet dieser Griffe
und Stützen haben Furtwängler, Olympia V,
S. 26 und de Ridder, Ephim. arch. 1893, S. 178,
kurz gehandelt, doch dürfte bei einer eingehenderen
Behandlung, die hier zu weit führen würde, kunst-
geschichtlich noch Manchus aus ihnen zu gewinnen
sein, da bei einigen Hauptstücken der Fundort
feststeht.
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Trient Aix en Provence.
76
75
Uebcr unser Exemplar exiatieren keine spe-
ziellen Fundangaben, doch teilte mir der Direktor
de« Musen mnnieipale, Herr Dr. Oberziner. mit,
da«« das Museum nur aus Gegenständen aus der
unmittelbaren Umgegend zusammen gekommen sei.
Der Griff ist sicher ein griechische« Importstilck,
keinesfalls ctruskisrho Arbeit, wie der Vergleich
mit den griechischen Exemplaren erkennen lässt
(Bulle.)
Atx en Provence.
Musee.
Le nurnero entre parenthhses est celui du catalogue.
Le cataloguo (Le M u s c e d'Aix, l4« partie,
comprenant les monuments arch£ologiques, les
sculptures et les objets de curiosite. par II. tiibert,
Aix, 1882) est fait avee soin et contient des ren-
seignements interessant«. Mais ii fallt se dotier
de i'interpriMalioii des monuments qui est souvent
inexacte.
1384. (210.) Belief votif. Marbre Penti-
lique. IIr- 0,43. Larg. 0,54. Provient probablement
de Grice. La bordurc ä gauehe est refaitc en
plätre. On ne saurait aflirmer, encore que ce soit
tres peu vraisemblablc, que le relief ne se continnait
pas ä g. — La queue du cheval etait probablement
en metal, comme le laisse supposer le trou de seel-
lement oü eile renait s'inserer.
A g. nn eph^be nu, debout, coiffe du pf'tasc,
une chlamyde posee sur l'epaulc g., fait de la
mahl dr , clevce ä bautcur de la tfitc, un geste
d'adoration. Devant lui, un autel en forme de
rippe avcc fronton deeore d'aerotires Derricre
lui, un cheval aux forme« un ]>eu grelos, occupe
le centre de la composition. A dr. enlin, entre
les deux jambages d’une porte, on voit une jeune
femme, vetue du chiton et de l'himation, la tete
legerement penchee en avant, l'avant bras dr.
tendu avec un ginte de doigts qui a sans duute une
signifi cation.
Sur le sens possible de la «eene ligurce
sur ee monument, cf. Furtwängler, Coli. Sabon-
roff, p. 40 et suiv. On pourrait songer aussi ä une
scene d’uffrandc falte ä une divinite par un
ephelie vainqneur ä la rourse des chevaux.
Relief attique d'un travail tres soign®, de la
fin du V* ou du ilebut du IV« sieclc Cf. Helbig,
la collection Harraeco pl 52. Furtwängler
(Coli. Sabouroff, p. 40) donue une liste des
reliefs de ce type, assez rares en Attique ä l'epoquc
classique.
Publid tlans Millin, Voyage, pl. XXXI, n I
(Jo u bin.)
1 385 und 1 386. (224.) Täte de femme.
Marbre blaue Hr du b uste entier 0,52. Faisait
partie de la Collection Campana. Le buste est
moderne. La tete et le rou aout autiques et
intacts, malheurcusement grattbe.
Un itroit diademe reint la ehevclure disposi-e
en deux larges bandeaux sur les teinpea et rclevde
en un minre cliignon sur la nuque. La disposition
tres simple de la chevelure, la forme triangulaire
du front, le modele un peu sec des paupieres et
des levres, sont la marque d'un style intermtdiaire
entre cclui de Phidias et celui de Praxitcle, par
exemple d’un artiste du groupe de Ctphisodote.
— ltapprocber de cctte tite, la tete de Ximes
(Eiuzelaufnahuien 1414, 1415). (Joubin.)
1387 et 1388. (212.) Tete de femme. Marbre
blanc. Ilr 0,29 Le nez et l’extrbmitb posterleure
de la Coiffure sont briscs- Les yeux, ia bouche,
le menton, les oreilies ont beancoup souffert. — Le
globe de l’mil est fait d'nne matitre blanche, sertie
entre les paupitres; eile a disparu en partie.
Les chevcux, enfermes dans an cbcryphale
qui les reieve sur la nuque, s'cchappcnt snr le
front qu'ils cncadrent de deux iargee bandeaux.
Le front triangulaire, l'arcade sourciliere en saillie.
les yeux profondement enfonces, la bouche pa-
thetique, rappcllent le style de Scopas. — Travail
tres soigno. (Joubiu.)
1389. (266.) Torso d’tphebe nu. Marbre
blanc. IIr 0,82. Provient peut etre de Salon
(Boitchcs du Blume Manquent la tüte, les bras,
le pbnis, les jambes au dessous des genoux
Ephebe uu, debout au ropus, dans l'attitude du
pretendu Xarcisse de Berlin (Bcscbr. d. Sculpt.
223), la jambe g. en avant, la hanche dr. en forte
saillie, les pectoraux dispoecs suivant un plan obli-
que. Im tete etait releveo et inclinee sur l'hpaulc g
Le bras g. etait pendant (piintello sur la cuisse g.),
de rnerne que le bras droit (pas de traccs de
la main sur la hanche). Sur un soele ä dr.
est posee une urne perree de part en pari.
Sur le haut de l'urne, on voit les restes d'un
objet indetermine, peut-etre la queue d'un
dauphin. La statue servait probablement a
decorer une fontainc. — Copie assei soignbe
d’un original de l'ccolo polyclfettcnnc. Le dos
n'est que degrosei. Noter le modele du sein qui
imite la teebniquo du bronze
(Joubin.)
1390. (268.) Torse de Dionysos. Marbre
blanc. Plus grand que nature: Hr 0,91. Manquent
la tete, les bras, les jambes. Dionysos debout, nu,
de type praxitelien, le bras dr. relevtS k hauteur de
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AU en Provence.
78
U töte, le bria g. tombant le long du corps, la töte
li göremcnt inclinee vers l'öpaule g., la bancbe en
forte •aillie. Deux longuea boucles de chcveux
tombent aur lea öpaulee k dr. ct a g. du rou. —
Travail trös soignö.
Rapprocher de ce torae le Dionysoa Hor-
ghiae (Hclbig, Führer’, 951 — Reinach, Röp. II,
121, 2) ct le Dionysos de Berlin (Beschr. d.
äculpt.94 = Reinach, Rep. II, 123,4). (Joubin.)
1391. (245.) Tete de jeune Centaure
riant. Marbre blanc. Hr 0,30 Le buate et le
n ei sont modernes.
Ressetuble beaucoup u la töte du jeune Cen-
taure de Papias et Aristeas d'Aphrodiaiaa (Helbig,
Führer’, 526). Le aty le eat mou et aana rarartöre,
trea införieur k celui de 1’excellcnte röplique de
Munich (dite Fauno colla maechia, n° 222 du
Catalogue de Furtwängler).
Pour l’ötude du type et la bibliographie, cf.
Helbig, Führer’, n° 525 et 526, et Furtwängler,
Catalogue de Munich, n° 222. (Joubin.)
1392. (214.) Statuette d'enfant drapö.
Marbre blanc. Hr 0,69.
La töte, lea pieda, la plinthe aont modernes.
Cf. le numöro suivant (Joubin.)
1393. (215.) Statuette d’enfant drapü,
analogue ä !a pröcödente, mais ne lui faiaant pas
pcndanL Marbre blanc. Ilr 0,74.
Lea pieda et la plinthe sont modernes La
töte est rajustöc, mais eile apparticnt ä lastatue.
Enfant debout, la töte touracc vers la dr.,
envcloppe completement dans un himation qui
lui couvre lea deux bras. — Cf. 11° 488 du
Catalogue de Berlin. (Joubin.)
1394. (269.) Torae de Silene Porphyre.
H' 0,32.
Manquent la töte, lea bras, lea janibea k partir
du geuou. Sur la cuisse g. derriere, ou voit les
restes d’un eupport. Traeea de grattage au bas
des reins: peut ötre la queue du Silene a-t-elle
etc briaöc.
Type de Silöne dansant analogue au Silöne
en bronze k Xaples (E-A 501). Bulle cousidöre
avee raison ce type comme plus aneien que le
Silene Borghese (Helbig, Führer’, 987) et le
rattaehe ä la tradition Lyaippiquc. Le torse d'Aix,
trea largeuient et aimplement traite, apparticnt
ä la meine epoque. (Joubin.)
1395. (225). Töte de Cyböle ou deville
personni fiöe, avec eouronne murale.
Marbre blanc. Hr 0,22. Büste moderne Le ncz,
la bourhe, le menton sont restaures. Couronne
murale endommagee
Monument romain dörivö d’un type hellö-
niatique, tel que la Tychö d’Antioche. — Travail
trös eommun (Joubin.)
1396—98. (209.) Perse agenonillö de
l'ex- voto d’Attale. — Friedrichs-Wolters 1409.
— Marbre blanc ä graina trös aerrös ct trös fms,
identique k celui des autres figurea de l'ex-voto.
ID 0,64; dimensiona analogues ä eelles des autres
peraonnagca de l’ex-voto.
Provenance eertaine: Rome. La atatue a ötö
acquiae au XVIII* siöcle par le sculpteur Adam
(cf. Benndorf, Ath. Mittbell. I, p. 167.).
Manquent le bras et l’öpaule g. La reetau-
ration de cea partiea faite par le sculpteur Adam
a öte enlevöe (La tigure reatauröc a ötö publiöe,
u l’envers d'ailleura, dans le >K ecu eil des sculp-
tures antiquesi d'Adam, pl. 32 et 33; et cea
deux reproduetions inexactes se retrouvent dans
lea Ath. Mitth. I, pl. 7, et dans Overbeck,
0 riech. Plastik', fig. 189, 111, 5).
Le monument a ötö brise en plusicurs mor-
ceaux. Tunt d’abord, le personnage eat complöte-
ment dötache de la plinthe (brisure au dessus du
poignet droit, du pied g. et des doigts du pied
dr.; le genou dr. n'adhere pas ä la plinthe), en
Sorte qu'on peut se demander ai la plinthe n'est
pas moderne. Mais aucun doute, aur re point, ne
peut subaiater pour les raisona suivautes: le
marbre de la plinthe et celui de la statue aont
identiques; la main dr. et le pied g. font l’im-
preasion d’ötre antiques; enfin, la plinthe eile
meine est brisöe de part en part en deux endroits,
re qui s’expliquerait mal, si eile ötait moderne.
Donc, s'il y a cu restauration, eile a ötö faite
dans l'antiquitö. — Par conlre, un poignard gravö
en creux sur la plinthe est probablcment moderne,
encore que Io doute aoit perrnis. — Les autres cas-
sures sont : au genou g. et au dessous du mollet
dr.; mais peut-ötre ötaient-ce des morceaux rappor-
tös. — La töte est iutacte: le bout du nez et la
pointc du bonnet sont sculs lögürcment örornöa.
Lc menton a ötö dötache et recollö; mais rette
restauration est peut-ötre antiqiio. Eutin, l'en-
scrnble de la Btatue a ötö grattö, frottü, lavö,
sans pitiö.
Le personnage est coifTö d'un bonnet phry-
gien et vötu du costume asiatique, courte exomis
agrafee sur l'öpaule g., anaxyrides euveloppant
les jambcs, ebaussures faites d’unc semelle main-
tenuc par une courroie. A ce costume, on reconnait
un Perse qui faisait partie du troisiöme groupe
de l’ex-voto d’Attale, oü l'on voyalt reprösentö un
öpisode de la bataillede Marathon (Pausan 1, 25,
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Aix en Provence.
80
2). Le Peree, agenouille, Be couvre de aon bouclier;
ia töte en arriere, les traits convulsös par la ter-
renr, il aernbic implorer an ennemi qui le menare.
Le travail eat excellent; l'cxpreaaion pathö-
tique de la töte anrtout eat rendue avee beaueoup
de puiaaance.
En dehora de» mauvaiaea reprodnrtiona de la
atatue restauree, signalces plua haut, rf. un ine-
diocre deaein dana la »Sculpture antique<
de Paria, fig. 157, et Rcinarh, Repertoire II,
198, 8. (Jo abin.)
1399 — 1401. (211.) Raae de candölabre
nöo-attique. — Marbrc blanc. Hr 0,47.
La baae a la forme d'un trone de pyramidc
triangulaire, supporte par troia pieda en forme
de daaphin (la tete a öte brisöe). Chaque face
cat döcoröe de reliefa cmpruiites au repertoire
bien eonnu des artiatea nöo-attique».
a) Monade dansant, la töte renversöe en
arriere. Le braa g et la draperie k dr. aont brise*.
b) Dionysos imberbc, vetu d’un chitön flottant,
les pieda eliausses, an tbyrse dana la inain g ,
marehe ä granda paa ver» la g. Manquent le braa
dr. et unc partie du visage. — Travail trös soignö.
b) Pan marchant ü dr. Le baa des jatnbca
acul eat conservö. (.Ion bin )
1402 et 1403. (230.) Tete de Platon. —
Marbre blanc. — Hr 0,34. Provient probable-
ment d’Aix. Le nez seid eat brise. L’identiÜ-
cation avee Platon eat certaine. Cf. Bernoulli,
Grieehiache 1 konog ra ph i e II, pl. VI, 1;
p. 28, n» 9.
Le moulage de la tete eat en vente au Musöe
d’Aix an prix de 12 Fr. (Joubin.)
1404. (259.) Double II ermöa. — Marbre
blanc. Hr 0,33.
Le visage de l’une des deux totes eat brise,
roste aeulemcnt l’amorce de la barbe aur lea jenes.
L'atitro töte cst intacte, sauf le nez. Peraonnage
barbn, au large front carrö, preaentant quelque
reaaemblance avee les figures de Sophocle; maia
il n'est paa possible de l'identißer. — Travail
mödiorre. (Joubin.)
1405 et 1406. (237.) Töte de Zönon. —
Marbre blanc. Hr 0,32. Restauration» en plätre:
le nez et la partie postöricurc du cou Lea oreillee
aont öeornöes.
L'identifirationavccZenon est trös vraisemblablc.
Cf. Bernoulli, (»riech. Ikonographie, II, p.
138, n® 3. Travail excellent. (Joubin.)
1407 et 1408. (852.) Töte de Diogene.
Marbre blanc. Hr 0,09. Le front, le nez et lea
orcillea aont cudommagös.
L'idcntißeation avee Diogöne est fondöe sur
ia reaaemblance etroite de rette töte avee eelle de la
Statuette Albani (Helbig, Führer*, 796 = Arndt,
Gr. u R. Porträts, 321 il 322), oil le philosophe
est reprösentödebout, appuy ö aur un bäton. Comme
dana rette Statuette, Diogöne eat figurö Sri avee
le crime chauve, uue rhevelure abundante sur la
nuque, une longue barbe friaöe, le regard sombre,
la bourhe voloutaire. Maia la töte d’Aix cst beau-
coup plus expressive. Le earartere röaliste de
rca portrails auggöre ä Arndt (I. 1.) I'idöe de les
rattarher ä la traditiun lysippique (Diogöne est
mort en 323). Dana tous les ras, l'emploi du
foret pour l'exeeution de la barbe et des cheveux
du Diogöne d'Aix, est la marque d'un travail
roinain. Cf. Bernoulli, griech. Ikonographie
U, p. 50. (J o u b i n.)
On peut aignaler eneoro au Musöu d’Aix quel-
ques monuments que nous n'avons paa jugö
nöressaire de faire reproduire:
(235.) Töte-portrait barbuede i'öpoque
des Antonina. Excellent travail. H' 0,30.
Marbre blanc. Provenance: Aix.
Manque le bout du nez. Le front et la barbe
aont ecornös.
(213.) Statue de Priape. Calcaire indigöuc.
Hr 1,60. Trouvee ä Aix.
Manque la töte.
Type ordinaire du dicu, debout, vötu d'un
long chiton. Un pan do aon vötement, relevö
par devant et döcouvrant un önorme penis, cst
chargö de fruita au niilfcu desquels jouent deux
Eros. A dr. du Dieu, une panthöre(?) montöe
par un Eros. A g. un autre Eros debout. —
Travail eommun.
Publiö dana Clarac pl. 734 B, n° 1775.
(17.) Töte d’homme imberbe, adossöe
ä ii n pilier. Hr 0,18. Pierre noire d’Egypte.
Brisöe au dessoua du eou. Travail soignö. Style
gröco-ögypticn. Cf. F. W. von Bissing dans
»ltecueil de travaux« etc. XVIII (1896),
p. 132 et suiv.
(97) Gainc d’hermes, Bans tete. Hr 1,17.
Snr le devant 1’inscriptlon :
MPQI
AYCANAPOY
(Kaibel 2467.) Provenance: Aix.
(267.) Torae du »Periboötos*. Travail
döcoratif.
Provenance: Saint-Römy. (Joubin.)
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81
Ntmea
Nimes.
Maison Carr6e.
Le* Chiffre* entre parenthösos *ont ceux qni
sont indlquö* sur les monument* et qui corres-
pondent A un inventaire inödit de la Maison C’arröe.
Uno partie des marbres de la Maison Carröe
provient de l’acquisition de la Collection PerroL
Piusieure sont faux. Quant aux provenances donnöes
par Perrot (Notice dn Mus ö c de Sculptnre
et d'antiqnit6s, 1813), il faut nc lee acueillir
qn’avec le plus grand scepticisme.
Qnand la provenanco n'est paa Indiquöe c'cst
qu'elle est inconnue.
1409. (6.) Statue de fenirne. Prov.:
Villevicllle prös Sommleres Coli. Perrot. Hr 1,20.
La töte n'appartient paa au corps. Le nez
est rcstaurö. Manque le bras dr. I. 'avant bras et
la main g sont rcstaurös. — Plinthe profilöe.
Femme debout, 1a jambe g. en avant. Elle
releve de la main g. un pan de son chitön. Dans
le coetume on reconualt la combinaison de denx
typcs bien distinets: le costume de l'öpoque ciassi-
que, chitön arec apoptygma, le costume archal'que,
chitun et himation au large pli qui barre la poitrine
en biais. Le contraste entre la libcrtö du style
do l'apoptygma et la raideur voulue du pli qui
barre la poitrine, prouve que la Statue n'est paa
la copie d’un original archaVque mais un simple
arrangement archalstique.
Cf. type analogue A Berlin (Catalogue,
n° 284 — Reinaeh, Repertoire, 636, 9), i Paris.
(Catalogue des bronzes do la Bibi, nat,
n° 213= Reinaeh, Repertoire, 641, 3.)
La tC'te est eclle d’une femme Ag Ae, Inconnue.
de la fin du 11« siöcle — Style tres mediocre.
La statue est reproduite dans Reinaeh, Re-
pertoire, 637, 4. (Joubin.)
1410 ei II. (18.) Töte et buste de Dio-
nysos barbu. Marbre. Ilr de la tete: 0,24.
Coli. Perrot. Prov.: (jenes. (?)
Le buste est moderne. La tete a Ate forte-
ment grattöe. Le nez est restaurö.
La chevelure est reinte d’un large bandcau.
La tcelmique de la barbe et des cheveux, trös
sobrement traitös, la sevöritö du style, indiquent
pour l'original de eette tete une date voiaine de 450.
Cf. 1° une tete identique au Louvre, n° 213,
placöe eile aussi sur un buste moderne.
2° une töte au Musöc des Offices ä Florenee
(E-A 368, 309).
3° une tAte au Prado A Madrid (Hübner
510 E-A 1649, 50). (Joubin.)
82
1412. Demeter aasisc. Statuette en marbre.
Hr 0,51. Prov.: Nimes.
Manque le bras dr. Le haut de la corne
d’abondance a ötö brise. La tüte, brisec et ra-
justec, appartient au corps Le cou et une partie
du voile sur la nuqno sont res tauros Le tout
est tres endommagö.
Demi ter est aseiae sur un tröne sans dossier.
Elle est vetue d'un chitön serrö A la taille. Un
voile, pose sur la töte, retombe sur le <los et re-
vient sur les genoux. De la main g. la decsae tient
une rorne d’abondance. Le visage est depourvu
d'expres8ion. Le type parait derivö d'une figure
de la fin du V" siöcle, antrrieure a ia Dömöter de
Cnide. Travail assez soigne.
Cf. statnes semblables: 1° A Madrid (Reinaeh,
Röpertoire II, 685, 1). 2“ k Rome (ibid. 689, 3\
3“ A Copenhaguc (la ßiypt. Ny-Carlsborg,
pl. 68, et les monument* signalös cotume apparentes
dans le texte, p. 109). (Jonbin.)
1413. (15.) Statue de femme. Marbre.
Prov.: Pont du Gard. Coli. Perrot. Hr 0,80.
La töte, brisöe et rajustöo, n'appartient pro-
bablemcnt paa au corps. Le bras dr., le bras g.
avec la corne d'abondance, le pieil dr. et une partie
de la plinthe sont modernes. Aucune trace antique
nc justifie la restauration de la corne d'abondance.
Le coetume se compose du chitön serrö Ala
taille, avec colpos, et d’une chlaina. Cf. la Serie des
Demeter de Yenise, pnbliöes par Furtwängler
(Abhandl.d. B. Akad , XXI, pl. III, IV, I, V,
VI, 2). Figure d'un caraetöre purement döcoratif.
La töte, d’apröa le type de la coiffure, eit
celle d’une Romaine du II« siöcle. Style mödiocre.
(Joubin )
1414 et 15. (31.) Töte de femme. Pro-
venance: Sto Colombo, prös Vienne. Coli PorTot.
Hr du menton A la naissance des cheveux: 0,155.
Restauration*: le nez, la lövre supörieure, le
menton. Le bnste est moderne.
Les cheveux, rcinta d'une bandelettc, sont
divisös en denx larges bandeaux. D'aprös le
caraetöre de In coiffurc, la forme triangulaire du
front, le dessin des veux aux epaisses panpiöres,
l’original de rette töte date do l'öpoque intennö-
diairu entre Phidias et Praxitöle, do la fin du
V's siöcle ou dn rommencemcnt du IV«
Cf. E-A 1385 et 1380. (Joubin)
1416 et 17. Töte d’Aphrodite, röplique
du type Capitolin. Hr du visage: 0,17.
Buste moderne. La töte a ötö placöe trop cn
arriere sur le buste. — L'authenticitö m’en parait
douteuse. (Joubin.)
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Nimes.
84
1418. Eros et chien. Croupe en marbre.
Ilr max. 0,26. Larg 0,28.
Manquent: la tüte du chicn, la tüte, les ailes,
les bras et le pied dr. d'Eros. Le genou g. d’Eros
eat endommagü Dana le das, deux trous rectan-
gulaires pour I'attache des alles qui ütaient en
marbre Sur larasaure du eou, deux trous de srcllc-
ment. La plinthe est presque entiürement moderne.
Eros est assia, la jambe dr. allongee, la jambe g.
repliüc sous lui, le torse inclinö vers la g., dans unc
attitude qui rappellc rcllc de rilloneus de Munich.
Lea deux bras, qui ütaient allongüs, ae dirigeaient
vors la tüte d’un rliien qui est assis nitre les
jambes d’Eros. Travail soignü.
Cf- des groupe« analog» es d'Erosjouant a vee des
ebiens : Reinacb, Rüpertoirell, 463, 6 et 464, 1.
Rcproduit dans Rcinarh, 1.1.812, 1. (J ou b i n.)
1419. (8.) M 4 n a d e dansant. Statu rite
en marbre Prov.: Arles (?). Coli. Perrot. Hr 0,57.
Manquent la tüte, les avant-bras, le pied g.
Le baut du bras droit est brisü, mais antique.
Plinthe profilüe
1 .a Münade est vütue d’un long chitün dottant,
serre a la taille, aver apoptygma retumbant trüe
bas. Elle est debont aur la jambe dr., la jambe
g. rejetic en arriüre. Le torse, fortement cambrü,
est inrlinü 4 dr. D’aprcs le geste des bras, on peut
supposer que la Münade jouait du tambourin.
Travail trüs soignü.
Le type est derivü de rompositions du I Vesiöolc,
Sropasiques (la Bacehantc Xipatpotpüvo;) ou I.y-
sippiques (la joueuse de flöte ivre). II est früquent
dans le» terres cuites de Myrina du III“ siede
(rf. Nücropolc de Myrina, pl. XXI, 2, XXII,
XXIII). — Cf. Reinarh, Repertoire II, 397, 2
et Catalogue de la Vente Margaritis,
Munich, 1900, n° 259. (Joubin)
1420a. Silünc ii eheval aur un boue.
Croupe eu marbre. Hr uiax. 0,17. Larg. 0,22.
Manquent la partiesuperieure du ror|>s duSilüne,
la tüte et les pattes du boue. Sur le haut des euisses
du Silcne on voit les restes de sa peau de boue.
Cf. le gronpe de la rollcotion Ulrth 4 Munich,
E-A 1455. (J u u b I n.)
1420b. (447.) Enfant. Statuette en
marbre. II' 0,31.
Manquent les jambes et les bras; la tüte a
un pen soufl'ert
I.’enfant ctait »ans doutc assis. La tüte,
fortement inelinüc sur la poitrine, regarde en bas
4 g., peut etro un animal. Le bras dr. ütalt levö
4 hauteur de la tüte (puntello sur la tüte en
baut 4 g.). On peut songer 4 un gruupe analogue
au gronpe Torlonia (Reinarh, Rüpertoirc II,
463, 6), oü est reprüsente un enfant avcc des
rhiens. Travail soignü.
Cf. d'autres type» analogncs: 1° au Louvre,
n° 471 (niemes dimensions, mouvement inverse),
2° 4 Wobnrn Abbey (Michaelis, Ancient mar-
bles, IVoburn, n“ 123 = Reinarh, Hüpertoire
11, 442, 9). (Joubin).
1421. (10.) Croupe de Pan et de Dio-
nysos enfant. Hr 0,36. — Trouvö 4 Hirnes.
Coli. Perrot.
Manquent : La tüte, la main dr., les pattes de
Pan, les pieds et la main dr. de Dionysos. La
ruisse g. de Pan est brisöe, mais antique.
Restauration» nombreusrs: jambe dr, bras g.,
avant-bras dr. de Pan, tonte la partle supürieure du
corps de Dionysos 4 pnrtir du penis, son genou
g., la plinthe presque tont entiüre. Les rcstaurations
eile» inümes ont ötü brisües et rajustües.
Pan, nu, une peau de boue agrafüe sur
l’üpaule g., est assis sur un rocher; sur sa jambe
g. il tient Dionysos enfant auquel il presente un
objet de la main dr. — Travail assez soignü.
(Joubin.)
1422. Hüraclüs enfant ütouffant les
sorpents (?) Statuette en marbre. Hr 0,47.
Restauration» : La tüte et le bras g. d’Hürarles;
la tüte et la partle supürieure du corps du serpent.
L’ensemblc a ütö badigeonnü de rouleur janne
du plus fücheux effet.
Hüraclüs agenouillü sur le genou droit, serre
dans «cs bras un enorme serpent. Travail mü-
diocre (Joubin.)
1423a. Torse d’Athüna Statuette en
marbre. ID 0,31.
Manquent: la tüte, le bras dr., les jambes.
Athüna debout, vütue du chitün; un himation
posü sur l'üpauie g. revient en avant et couvre
les jambes. Snr la poitrine est placüe l’ügide
Le bras dr. ütait ütendu et s’ai>puyait sur la
lance; le bras g. tombe le long du corps et sc
perd dans les plis de l’himation. — Travail trüs
grossier. (Joubin.)
1423b. Barbare prisonnier. — Statuette
en inarbre. Ilr 0,34.
Manquent: la tüte et les jambes. Il est vütu
du costume ordinaire (tunique serrüe 4 la taille)
et tient les mains jointes en signe de soumiasion.
Travail commun. (Joubin)
1424 Fragment de relief en marbre,
brisü dans tous les sens ( Stele funöraire?).
H' max. 0,70. Larg. 0,40. Ep. 0,20.
Episode d’un combat entre un cavalier et un
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Nime».
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guerricr tombö. Un gncrrier nu (manquent la
töte, l'avant bras dr, la jambe dr. tout entiöre, 1
la jambe g. ä partir du gcnou) s’aft'aisse age-
nouille soua uu cheval qui l'a renvcrsö (nute
seuleinent tm fragment du poitrail du cheval).
La disposition gönörale du groupc rappelle eelle
de la Stele de Dexilöos. — Travail soignö,
(Jonbln.)
1425 et 26. (26.) Tete de femme casquöe
(Roma?). Marbre. Prov.: Coli. Perrot, 1823.
llr du visage: 0,135.
Le huste est moderne. Le bout du nez est
restaurö, ainsi qu'un fragment de la visiere du caaque.
L’eusemble a ete fortement grattö.
Cf la U'te de Roma, en bronze, du Musöe
de Berlin (Catalogue n° 6). (Joubin.)
1127. Tete colossale de Tiböre (?).
Marbre. Rr 0,41. — Trouvee 4 Nlmes eu 1838.
La face antericure de la tüte a seule ötö con-
servile Le visage est tri» endommagö, le nez est
brisö. Sur le front, quatre trous qui servaient pro-
bablement k fixer une rouronne de bronze.
D’apres la forme raractöriatique de la tüte,
on reconnait ici un prince de la fainille d’Auguste.
On peut songer ä Tiböre (cf. le Tiböre, arec une
barbe naissante, du Musöe de Berlin, dans
G riech. u. Riim. Porträts, pl. 19 et 201 plu-
töt qu’ä Drusus minor, avec lequel la töte de
Nitnc* präsente aussi des traita de ressemblance
(cf. le Drusus Jacobsen, dans Griech. u. Köm-
Porträts, pl. 17 et 18). — Travail soignö,
malgre les dimensions colossale» de la töte.
(Joubin.)
1428 et 29. (20.) Töte de femme aveo cou-
ronne crönelöe. Trouvee en ltalie. Coli.
Perrot, Hr 0,70.
Reetaurations : une partie des erüneaux de
la couronne, l’extrömitö de» bouclee des chcveux
aur la pottrine, le bout du nez. le bas du cou et
le bustc.
Les yetix profundöinent enfoncös, le nez
aquilin, la bourbc charnue, donnent ä rette töte
tous les caractere» d'uu portrait. peut ctre relui
d'une iraperatrice, employö pour personnificr une
ville. Le travail est un peu sec.
(Joubin.)
1430. (38.) Büste de dame romaine.
Marbre. Prov.: Nime». Coli. Perrot. Hr du
visage: 0,25.
Le bustc. d’un marbre different de celui de
la töte, parait moderne. Le nez est restaurü.
Portrait de feuimo inconnue du III® siöcle.
D'apres Bcrnoulli, Köm. lkonogr. Ul, p. 110,
n® 15: Julia Mammaea. Le travail est soignö On
voit encore des traces de pcinture sur les pupilles.
(Joubin.)
La belle töte virile en bronze, de l'öpoque
liellöniatlque, n® 213 du Musüe, a ötö publice dans
Arndt, gr. u. röm. Porträts, pl. 494—96.
A ces monuments on peut ajouter encore lc»
suivants, que nous n'avons pas jugö ä propos de
photographier :
a Torse d'Aphrodite. Marbre. Hr 0,49.
Prov. Nlmes.
Manqucnt la töte, les bras et les jambe».
1 Sur l'cpaule dr. (leux trous de scellemcnt pour les
boucles de cheveux La töte, srulptöe ä part,
ötalt insöröo dans le bnste. Travail soignö.
b. (3.) Romaine en Cörös. Marbre. Prov.:
Bouillargues. Coli. Perrot. Hr 0,98.
La tete et les mains ont ötö brisöes, inais
appartiennent au rorp».
Type et rostume de l'Höra Campaua au Louvre,
n“ 2344 (Reinacb, Itöper toi re, 240, 9): chitün,
liimation et volle. Sur la töte, une couronne d’öpis;
dans la main g une gerbe d'öpis. dans la dr. une coupe
Visage sans expression. Travail trös commun.
c. (12.) Statue de fenime. Marbre. Ur 0,81.
Trouvöe ä Guarigue. Coli. Perrot.
La töte n'appartient pas au rorp». Kestau-
rationB: L’avant bras dr. et le pied droit, la
bordure de la plintbe.
Femme debout, vötue d'un chitün sur lequel
est jetö un himation, la main g. poeüe sur la
banche. Cf. la statue trouvöe dans l'tle de
Klaudos: Reinacb. Röpertoire II, 677,2.
d. Aphrodite pudique. Marbre Trouvöeä
Nlmes en 1873. Ur 1,30.
Elle ötait brisöc cn mitte morceaux, qui ont
ötö rajustös; inais les rostaurations sont aussi
nonibreuses que les partics originales, ce qui
enlöve ä ce monument beaucoup de sa valeur.
Mampie le bras dr. Un fragment de la main et
de l’avant-bras n’a pas ötö utilisö. Preeque toute
la töte est en plätre.
Aphrodite doboht, nne, cache sa nuditü avec
une draperic qui eouvre le haut de» ciiissc». C'est
une röplique du type de la Vöuus de Syracusc
(Clarac, 608, 1344. — Alinari 19783). Le travail
est soignö, inais asscz banal.
Reprodnitc dans Reinach, Röpertoire II,
357, 8.
o. (2.) Röplique de l'Apollon Ly eien.
Marbre. Hr 1,03. Prov.: Nime». Coli. Perrot
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Nimm.
88
N« MSI.
La tüte — une tCto de Vünua quelronque —
n'appartient paa au corps Reetaurations nom-
breuaes: lc bras g., la main dr., les jambes. l’arbre
et la plinthe. Le bras dr. briet' cn dcux endroits
est peut etre antique. Manque le petita. Travail
aaacz soignä.
Reproduite dans Reinar h,R ü p e r t o i r e, 11, 94, 7.
f. (1.) Rüplique de la Vünua de Onide.
Marbre. Trouvüe entre Alaia et Anduze. Coli.
Perrot. Hr l ,M5.
Aux troia quarta moderne. La tüte eat an-
tique eauf le nez Dana le corpe il n’y a gurre
d'antique que la partie g. du torae. Le reate eat
moderne. Auaal la rüplique n’a-t-elle paa grande
valeur.
g (30.) Täte de Särapia. Marbre. Trouvüe
& NImes. Coli. Perrot. Hr 0,26.
Type ordinairc. Sur le menton la barbe
forme detix large« inaasea boucläea, süparfcee l'uno
de l'autre. Lc aommet de la täte a ütü erenafc pour
recevoir le modiua. — Travail commun.
h. Fragment d'une täte de Zeus. Marbre.
Hr max. 0,20. larg max. 0,25.
Rriaäe dana toua lea acns Reatent aeulemcnt
le front, lea yeux, lc baut du nez et lea chereux
qni bordent le front.
lat aaillie de l'arrade sotireiliüre, le deaain
de* yeux et la diapoaition dea cbeveux permettent
de reeonnaltre dana rette täte nn type de la
2* äeoie attique (ef. LOarhclce, Bonner Jahr-
bücher, Heft 88, p. 266). Happrorher de cea types
de Zeus, le Zeua en bronze deJanina i Constan-
tinople et l’Hürarles Chiaramonti (Furtwängler,
Meiaterwerke, fig 100 et HO).
1. Täte tri'B endommagäe par l'eau. et
par auite t r ex difürilc & identiüer. C'eat peut ätre
uue täte d' Apollon du V“1« sierle.
IP du viaage : 0,20.
k. Copie moderne de la täte de la Vänua
d’Arles, (Joubin.)
NImes.
Musee epigraphique ä l'Ecole
des beaux arts.
Le nnmäro entre parentheae* eat relui du
Musüe epigraphique; il correapondau «Catalogue
dea Inarriptiona antique« de Nimea* par
Allmcretlea l'rüres (*erraer-Durand(Tonlousc,1893).
1431. (131.) Quatre fragmenta de relief,
faiaant partie probablement d'un mono-
in o u t funeraire. Trouväa a NImes cn 1775.
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Nimcs.
90
Le 1er de oes fragmenta, aujonrd’hui perdu,
n’eat plus connu qne par un d essin ins'dit de
Seguier, i la bibliothcque municipale de Niincs
(ms 138Ö2, V, p. 32). II s’adaptait en haut du
fragment n° 2, dont la photographie est donnfee
tci. 1IC des deux fragmenta reunis 2,50, larg. 1,25.
Le fragment n» 2 est b riefe en haut, i droite et
eu bas ä droite.
3« fragment: Hr 0,75, larg. 0.85. Brise dans
toua lea aens.
4« fragment: Hr 1 larg. 1 m Brise a g.,
en haut, et i dr. en haut.
A l’aide de ces fragmenta, on peut recon-
atituer i peu prfes l'ensemble du monument de la
miniere suivante (voir le deasin ci-contre) :
Au eentre, une inscription en tourfee d’une
moulure formant un cadrc reetangulaire; quelques
lettre« de rette inscription aont conscrvfeca aur les
fragment« 1, 2 et 3 (cf CIL, XII, 3300).
M . .
F . . .
F [lamen ?]
H[n vir quinquennali] 3.
Elle eontenait le nom et lea titrea d'un person-
nage qtii paralt — aana qu’on puisae conaidfercr la
restitution commc certaine — avoir itfe un qua-
tnorvir quinqtiennalis et en inenie tenipa ansai
flauiine
A g. (fragment 2) et a dr. (fragment 4) de
rinarription fetaient reprfeacntfea deux pcrsonnagei
semblahles (hr 1,20) (la partie infferienre du eoriia
du personnagc de droite eat seule eonservfee).
11a sout debout, de troia quart, et tournfea toua
les deux vera la dr. Ils sout vOtua de la tuge.
De la main g. ils tiennent deux biitons, non lies,
posfes Ifegferement aur l'fepaule. Ce sout peut-etre
lea lieteura faiaant partie du eortfege du quatuorrir
quinquennalis. Lea kätons qu'ils tiennent ä la main
seraient alorsles<bacilli> dont parle dfedaigncuse-
ment Cirferon (Leg. agr. II, 31), par romparaison
aver lea amplcs faisreaux des magistrats romaina.
Sur le fragment disparu (n° 1) on voyait un
vase u libations (simpulum) et un asperaoir de
rrins deeheral (aapergillum) figurfes Tun au deasoua
de l'autre. Ces aeeesaoirea aont probablement les
insignea du tlaminat. (Joubin.)
Signaloua cneore lea monuments snivanta que
nous n’avons paa juge utile de photographier.
a. (262.) Fragment de relief. Hr 0,45, larg.
0,29. Brise a g.
Prfetre baehique tournfe vera la g ; il ae penehe
Ifegferement en avant, tient de la main g. un
thyme et avanee le bras dr. romme pour prfe-
aenter ou prendre quelque ehose. II est vfetu d'un
chitön et d'un himation, dana le style du V* siede.
La tüte presente des analogies ave«- relle du
Zeus Talleyrand. La Hgure dferive d'un modele
nfeo-attique. Le travail en eat trfes common.
b. (268.) Fragment de relief. Larg. 0,24.
Hr 0,165. Briefe en haut et ä dr.
Lea deux faccs sont ornfees. Sur le revers, en
relief plat, on voit deux masques de Satyre devant
un autel en forme de pilier. Sur 1’avera, en haut
relief, est figurfe tlanymfede (?) asaia faiaant boire
l'aigle dana une eoupe. Travail cominun. Cf. un
relief identique au Muafee de l'Ermitage a Peters-
bourg (Catalogue, n“ 332).
c. (586—596.) Fragmenta d’nn entable-
ment (hr 0,60) dfecorfe d'aiglea portant des guir-
landes (distanre entre deux aiglca 0,60). Le travail
en eat trfes soignfe. Ces fragmenta ont fetfe dfeeou-
vcrta aur remplacement prfesumfe de la Baailique de
Plotine ce qui permettrait de lea attribilcr au
II« sifecle.
d. 492 (150 et 105). Stfele funferaire de
Licinia Flavilla et de Sextua Adgen-
niue Macrinn s. — Dana une niche cintrfee en
forme de coquille, les bustea des deux personnagea
reprfeaentfea de face : & g. Licinia, k la chevelure
| friere, ä dr. Sextua en coatume de tribun miiitsire.
! Dans chacun des snglea aupferieurs de la stfele,
un dauphin. Sous la niche, inscription funferaire
(CJL, XII, 3175). En bordure, aur toute la hau-
teur de la stfele, h dr. des faiseeaux lifea, insignea
de la dignitfe de Sextua, VIvir jure dicundo, k g.
une baguette, insigne de la dignitfe de Licinia,
flaminique augustale. TrfeB bon style, II« ou
III« a. apr. J. C. La Coiffure de la femmo est
analogue a celle de Julia Titi, tandiaque la
phyaionomie de Sextua rappelle lea portraits de
l'fepoque de Trajan.
e. 148 (9). Autel en forme decippequa-
drangulaire (Hr- 0,87. Larg. 0,49), dfedife par
Severa Nigri f. a Vulcain et aux Venta. (C I L,
XII, 3135.) — Sur la face antferieure, relief trfes
endommagfe. A g. une femmc, la dfedicante (manque
le haut du corps), agenouillfee devant Vulcain
(manque la tüte) debout ä dr. vfetu d’un himation
qui enveloppe les jainbes et laisse la poitrine
dfecouverte. De la main g. il tient un sceptre
felevfe. A sa g. par terre, des tenailles, ä sa dr.
une hache. —
Sur les petits cötfes, h dr. une tete ailfee
imberbe, de pro6! ä g.; ä g. une tete ailfee barbue,
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Nimes. Mannheim.
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de profil ä dr.; probableinent les Vents person-
nifies. Travail tres grossier.
f. 150. Fragment de relief, brisG en baa,
k dr. et a g. Hr 0,019. Larg. 0,68.
En haut, rangee d’ovea qni prouve que le
relief faiaait partie d'une decoration arehitecturale-
Une ferame nue, ailöe (le haut du corps eat I
seulconserve), porte dana aea braa une autre femme
(manquent lea pieda) tournee ä dr. Celle ci
s'appuie du braa dr. aur la töte du pereonnage
aile, et ötend le braa g. Elle eat vetue d un long
chitön serre & la taille, et d’un himation qui
enveloppe lea jambee. Un pan du vGtement
flotte au vent en arriere de la tete et forme
cointne un nimbe. Lea cheveux aont serrös en
chignon aur la nuque. Travail ordinaire.
g. 314 (38), 312 (219:, 310 (220 , 308 (12t;),
306 39), 304 (42), 302 (222), 316. Sörie de
pilaatres en forme de gaines (Hermös),
se diminuant par le bas. La face antGrieure
porte une inscription : dedicace d’eaclavea et
d'affranchis ä leura maitres. La partie snperienre I
de quelques uns de cea Hermes eat legörement I
entaillee en rond pour recevoir le buate (probable- !
ment en bronze) du dedicant.
h. 874. Torso depaysan. Marbre, Hr 1,08.
Manquent la tete, le pied g., la jambe dr. k partir
du geuou, la töte du cbevreau. Sur lo sein dr.
deux trous profonds au foret.
11 est debout, vetu d’un chiton court qui
s’arrete aux genoux, attachö sur I’öpaule g. et
decouvmnt la poitrine ä dr. De In main dr. il
porte un cbevreau, de la g. une outre suspendue
ä I’öpaulo par uno eourroie. Une bande, large
de deux doigts, entoure Io mollet g. A. g. du
personungo un arbre aervant de point d’appui*
Mauvais travail.
i. 868. (42). Personnage barbu, sernblabl e
au pröcödent, mais un pen plus petit. Man-
quent les jambee ä partir du genou, l’avunt bras
dr qui Gtait baisse. La main g. a demi soulovöe
tient un objet indöterminö, peut-etre un sac, sua-
pendu a l'öpaule. Le personnago est vetu d'un
chitön court, en peau de bete, dögageant la poi-
trine k dr. Travail tröa commun. (Joubin).
Nimes.
Musee de peinture.
Grande moeaique trouveo k Nimes en
1883. Au centre est reprösentö un öpisode do la
lögen de d'Admeto et d'Alcesto. A dr. sur une
estrade, Adinete aesis sur un tröne, la main dr.
etendue, la g. tenant un sceptre ; preß de lui, Alceste
debout, les jambes drapöes, la poitrine nue,
s'accoude sur le tröne d’Admöte- Au dessus du
grou pe un velum. Au pied de l’estrade, ä g.
un jeune hoinme vetu d'une chlamyde, tient en
laisse un cerf et un lion. Derrikre lui, deux per-
sonnagee, un guerrier et un ephebe, debouebent
d'un portique. Excellent travail. Une de plus
bolles mosaYques connuea-
418. Une copie moderne de l'Arrin-
gatore en bronze. Hr 0,25. (Jon bin.)
Mannheim.
Grossherzogi. Antiquarium.
1432. 1433. Weiblicher Kopf. Marmor.
H. 0,56 m. Nase ergänzt.
Der interessante Kopf hat leider so stark ge-
litten, dass namentlich in der Vorderansicht alle
Wirkling verloren geht. Er bietet e:ne eigenartige,
von dem gewöhnlichen Archaisieren durchaus ab-
weichende Mischung strenger und freier Züge.
Streng ist die Haaranordnung*, die Haare laufen
alle vom Wirbel aus, werden durch einen dünnen
Keif zusammengehalten, bilden über der Stirn
eine wellenförmige Umrahmung und sind sowohl
über den Obren wrie hinten in ihren längsten
Teilen nochmals unter der Binde durchgezogen.
Sie sind in strengen, feinen Wellenlinien gegliedert,
in der Art, w*ie es etw*a um 460 v. Cbr üblich
ist, aber in weicherer, man möchte fast sagen
pikanterer Manier
Das Gesicht andrerseits zeigt völlig freie,
naehpraxiteltseh - hellenistische Formen in den
schmalen Augen, den w eichen Lidern, den vollen
runden Wangen, dem kleinen Munde mit tiefen
Mundwinkeln. Vor dem Original schien es mir,
als dürfe man an Originalarbeit hellenistischer
Zeit d> nken. Die archaisierenden Dinge augustei-
scher Zeit scheinen mir alle etwas trockuer,
nüchterner in der Ausführung Im Gcsamteharakter
könnte man am ehesten die sog. Danaostöebter
im Oonservatorcnpalast (Ilelbig , Führer *, 1,
No. 580, 581) vergleichen, namentlich den Kopf der
im Bull. com. III, 1875, Taf. 10 abgebildeteo,
und fernereinen Kopf des Museo Torlouia, No 188,
der im Gesamtcharakter mit diesem letzteren eng
zusam mengeht. Diese Groppe von Werken ist
bisher stilistisch und chronologisch noch nicht
recht untergebracht worden. Die Vereinigung
von eiucr gewissen Strenge und gesuchten Ein-
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Mannheim. Karlsruhe.
94
farhheit mit grossem Raffinement ist ftlr sie,
wie fUr den Mannheimer Kopf das Charakteristi-
sche. Ich glaube, dass die Vermutung ausge-
sprochen werden darf, dass es sich um eine Rich-
tung der späthellenistischcn Kunst handelt, um
beginnenden Klassizismus, wie er von Furtwängler,
Antike (iernmen III, S. 161 auch auf geschnittenen
Steinen für die spätere hellenistische Zeit nach-
gewiesen ist.
In der Frisur sehr ähnlich ist die Gruppe von
archaisierenden Frauenköpfen, die Arndt, Glypto-
tht-que Ny-Carlsberg tu Taf. 16, S. 23 tusamtnen-
gcstcllt hat (Bulle.)
1434, Wcibrelief an Ileros Eukolos.
Penteliscber Marmor. Hoch 0,33. Breit 0,28.
Typus des ..Totenmahls'“. Feine attische Ar-
beit des 4. Jahrhunderts (nach den Schrift formen).
Besprochen von Michaelis, Arch. Zeitung 187b,
S 48 fg , der es aber zu spät (3. oder 2. Jahrh.)
datiert; Furtwängler, Sammlung SaburotT, Skulpt.
Einl. S. 31, Anra. 2; Baumanu, Marmorskulpturcn
des Antiquariums zu Mannh. S 21, n° 9.
(Bulle.)
1435. Schlafende Nymphe. Marmor
Länge 0,65, Breite 0,29. Ergänzt: Nase, rechter
Ellenbogen, I. Hand und halber Unterarm nebst
Unterlage, r Fuss.
An der Plinthe vorn links Delphinkopf, in
der Mitte und rechts Fischküpfe. Im Haar Epheu-
blätterkranz mit Korymben. Derbe dekorative
Arbeit (Bulle.)
Karlsruhe.
Vereinigte Sammlungen.
1436 und 1437. Bärtiger Oötterkopf.
Pent. Marmor. Hoch 0,23 m. Aus der Nähe von
Athen. Erworben 1884. In kleiner Zeichnung abg.
Arch. Auz. 1890, S 5, Nr. 11.
Gehörte ohne Zweifel zu eiuer Herme. Er
schliesst sich ganz der Serie bärtiger (iötterkOpfe
an, die Paul Arndt, La Glyptothcquc Ny-Carls-
berg, Taf. 11—16, Text S. 17 fg. veröffentlicht
hat, und steht dem jüngsten Exemplar dieser Reihe,
Taf. 14, am nächsten. Wohl originale Arbeit aus
der zweiten Hälfte des 5. Jahrh. v. Chr.
(Bulle.)
1438 und 1439. Bärtiger Satyr. Marmor,
anscheinend pentelisrh (derselbe wie an Nr. 1440).
Hoch 0,48. tief. 1883 in einer römischen Villa
bei Marino, woher auch 1440 n. 1441 stammen;
vgl. Uber die Fundumstände das zu 1441 Bemerkte.
Erworben 1885. Abg. Bull. com. Xll, 1884, Taf. 19,
No. 15; dazu Lancianj 8. 162 d, C. L. Visconti
8. 217, No. 15. Arch. Anz. 1890, 8. 3, No. 2
(Schumacher). Reinach, Rep. H. 8. 49, 7.
Beide Arme waren angesetzt; Anschlussfiächen
mit runden StifUöchem. Ebenso in der Stütze
am r. Oberschenkel ein Stiftloch, so dass der Stamm
oder was daneben stand, gleichfalls für sich ge-
arbeitet gewesen sein muss. Laneiani (8. 166)
uimrnt antike Restauration an, was mir sehr
unsicher zu sein scheint.
Der Satyr trug auf der 1. Schalter einen Schlauch,
dessen Rest sichtbar ist. Der rcchteArm ging abwärts,
aber weiter vom Körper ab, als in der freien Replik
oben No. 1371 und der dort (No. 2) genannten
Bronzestatuette Er hielt vielleicht auch eine Fackel,
wie die Bronze, und war schwerlich Brunnenfigur
(Schumacher). Das linke Knie tritt stark hinter
das rechte zurück. Da die Oberschenkel ge-
schlossen sind, war cs offenbar ein drehender
Tanzschritt. Diese Stellung ganz analog in den
Statuen bei Furtwängler, Satyr von Pergamon,
Taf. 2; 3, No. 1, wo die Entstehung und Ge-
schichte des Motivs eingehend verfolgt ist. Vgl.
das zu No. 1371 Bemerkte.
Hinten kleines Schwänzchen. Penis kurz, be-
stossen, war anscheinend inlibuliert. Lange spitze
Obren, l’iuienkranz. liaar oben gescheitelt; Uber
der Stirn und hinten Uaarrollc. Der Kopf er-
innert in Haltung und allgemeiner Anlage au den
bronzenen Dionysoskopf strengen Stils in Neapel
(Hirtli - Bulle, Stil 1, Taf. 75. Brunn- Brnckmann,
Denkm. 382) und darf wohl als hellenistischer
Ausläufer desselben Grundgedankens gelten.
Sehr sorgfältige subtile Arbeit. An Haar und
Bart viele Bohrlöcher, wie an den Porträts der
Epoche der Antouiuc häufig. Oberfläche schwach
poliert, wie an Kopien badrianischer Zelt, ln der
Arbeit so übereinstimmend mit 1446, dass beide
Stücke aus demselben Atelier stammen müssen,
das nach den genannten Anzeichen in das 2. Jahr-
hundert n. Chr. gehört (Bnlie.)
1440. Gigant im Kampf. Marmor, an-
scheinend pentelisch, derselbe wie au No. 1438
Hoch 0,71. Aus Marino, wie No. 1438. Abg. Bull,
com. XII, 1884, Taf. 17, No. 2; dazu Lauciani,
ebenda S. 162 c; G. L. Visconti, ebenda S. 213,
No. 4. Arch. Anz. 1890, S. 3, No. 1 (Schumacher).
Reinach, Rep. II, S. 26, No. 1.
Arme und r. Unterschenkel waren besonders
angesetzt, was keineswegs eine antike Restau-
ration zu sein braucht (Laneiani S. 166). In den
Armstümpfen runde Dübellöcher und Reste von
Eisenzapfen; am 1. Arm noch die Stückchen
der Ausrblusstläcke. Im r. Oberschenkel langer
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Karlsruhe.
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Kanal für Eisendübel (Kostspuren), daneben ge-
krümmter Kanal zum Vergüssen; unten Ansatz-
fläche. Im I. Knie tiefes rundes Bohrloch wie rechts,
ebenfalls Kostspuren. Keinerlei Marmorstütze.
Vielmehr muss der Diibcl im 1. Knie die ganze
Eigur, welche jetzt falsch aufgesetzt ist, auf der
Unterlage festgehalteu haben.
Die ehemalige Aufstellung giebt beistehende
Ergäuzungszcielinung Kcirhliolds. Die Riclitig-
keit wird ohne weitere* durch den Verlauf der
Dübel bewiesen. In dieser Haltung wird die Be-
wegung des Rumpfe* erst verständlich. Der Gi-
gant ist im Kampf aufs Knie gestürzt (ist aber
nicht verwundet, wie Schumacher annimmt); sein
Gegner muss gegen seine rechte Seite eingedrungen
sein und hatte ihn wahrscheinlich irgendwie am
r. Arm gepackt, wodurch seine Kopfwendung ver-
anlasst wird. Beide Oberarme gingen grade nach
den Seiten; der I. Unterarm war vermutlich nach
dem Kopfe zurürkgebogen.
Das Motiv ist schon im 5. .lalirh. gefunden
und sehr mannigfaltig variiert worden („Kapancus“
der Villa Albani, Gefallener unter dem Drxileos,
Giebelfigur aus Sammlung Alba (Madrid) in der
Glyptothek Ny-l'arlsberg, E-A 1790; häufig auf
Vasen), dann in hellenistischer Zeit weitergebildet
(Krieger von Delos; Gigant unter der Athens des
pergamenischen Altarfrieses). Diesen reiht sich
als eine der jüngsten Ausbildungen der Karlsruher
Gigant an, bei dem die Haltung des Oberkörpers
erst dann ganz verständlich werden würde, wenn
man die Bewegung des Gegners kennte
Der Kopf ist im Ausdruck (Mund zum Schreien
geöffnet) und formal (Augenbildung) dem Laokoon
aufs engste verwandt, sodass man an ein Vorbild
aus der rhodischen Schule denken darf. Gute
Arbeit, sehr weiche verwischte Behandlung der
Oberfläche, namentlich am Kopf. Aber sicher
nicht hellenistische Originalarbeit, da an einzel-
nen Stellen sehr roh mit Bohrlöchern gearbeitet
ist (Schamhaar, namentlich aber im inneren Winkel
des 1. Auges). Schwache Politur der Oberfläche.
Aus demselben Atelier wie 1438; 2. Jahrhundert
n. Uhr. (Bulle.)
1441. Marsyas am Bau mstarnm. Rot-
gestreifter („phrygiseher“) Marmor. Hoch 3,12 m.
Aus der Villa bei Marino wie No. 1438—1440.
Ergänzt der halbe rechte Unterschenkel mit Fuss,
die Zehen des 1. Kusses, der r. Unterarm, die
Finger der I. Hand. Beider konnten die Hände
nicht mit auf die Photographie gebracht werden.
Der Stamm ist nach C. E. Visconti ergänzt; Schu-
macher sagt nichts davon. — Abg. Bulletino co-
munale XII, 1884, Taf. 18, No. 12; dazu Lanriani
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Karlsruhe.
98
ebenda S. 160, C. L. Visconti ebenda S. 216.
Ferner Arch. Anz. 1890, S. 4, No. 5 in Zeichnung,
mit Text von Schumacher. Endlich Reinach, 116p.
II, S. 56, 6.
Stimmt In dem schiefgezogenen Mund mit dem
kapitolinischen Exemplar flberein und gehört zu
dem „roten“ Typus, den Amelung, Führer durch
Florenz, S. 61 f., für eine jüngere Weiterbildung
erklärt Ob mit Recht? Ob nicht der einfachere
„weisse Typus* bloss eine Verflachung durch Ko-
pistenhände ist?
Liste der Repliken giebt zuletzt Jessen in
Roschers Lexikon II, Sp. 2458. Dazu neu der
Torso aus Tarsos in Konstantinopel, publ. von
Joubin in den Monum. Piot, VI, Taf. 13, S. 145 fg.
Die Fundumständo der drei zusammengefun-
denen Statuen 1438—1441 erlauben leider keine
genauere Zeitbestimmung, als sie für 1438 und
1440 aus den technischen Anzeichen zu gewinuen
war. Der Marsyas wurde in dem ältesten Teile
der Villa gefunden, den Lanciani aus bauteebni-
schon Gründen etwa in augusteische Zeit setzt.
Satyr und Gigant fanden sich in dem Anbau, der
nach Lanciani später, aber jedenfalls vor Hadrian
hinzugefügt ist Doch waren beide Stücke zwischen
die Doppelmauer einer Apsis verbaut, unbekannt
wann, so dass, da die Villa bis in die späteste Zeit
bewohnt war, jeder Anhalt einer Datierung fehlt.
(Bulle).
1442 and 1443. Statue des »Hypnos*.
Weisaer Marmor. Hoch 1,20 m. Gef. bei Tnsculum.
Kopf aufgesetzt, aber zugehörig. Ergänzt durch
Bildhauer Heer in Karlsruhe: Plinthe; Stamm;
I. Knie von Mitte des Oberschenkels ; r. Bein von
Mitte des Kniees; I. Arm vom Ellenbogon ab-
wärts nebst Hand; r. Arm von unterhalb der
Schulter; r. Hand ausser dem am Rücken anliegen-
den Teil; Nasenspitze. — Abg. bei Winnefeld,
Hypnos Taf. I, II; der Kopf jedoch in einer zu
Vergleichen nicht brauchbaren Ansicht, weshalb
eine neue Veröffentlichung des Stückes gerecht-
fertigt ist. Bei Winnefeld Einzelmaasse und
Replikenliste. Neueres Replikenverzeichnis bei
Furtwängler, Meisterwerke S. 483, Anm. 3, ver-
vollständigt durch Arndt, Glyptothäqne Ny Carls-
berg S. 85. Siehe auch Amelung, Einzelauf-
nahmen IV, 1139.
Die ungewöhnlich lange Reihe der Wieder-
holungen zeigt, dass die römischen Decorateure
diesen Jünglingstypus höchst brauchbar fanden.
Jedoch verfuhren sie sehr frei damit (die grössere
Hälfte der Repliken wird als »flau“ oder »ver-
weichlicht* bezeichnet, Furtwängler a. a. O ) und
haben in zwei Fällen die Haltung sogar im Gegen-
sinne wiedergegeben, natürlich aus rein äusseren
Gründen, einem dekorativen Pendant zn Liebe-
Wenn man den Karlsruher Kopf ohneWeiteres
mit dem Berliner Exemplar vergleichen wollte,
so müsste man zu dem Resultate kommen, dass
der Berliner Kopf in seinen knappen Formen
und in dem diadnmenos-ähnlichen Haar den ur-
sprünglichen, polykletischen Charakter ziemlich
getreu wiedergiebt, während der Karlsruher mit
dem völlig veränderten, krauslockigen, »praxi-
telischen“ Haar und den weicheren, volleren Ge-
sichtszügen eine attische Umarbeitung wieder-
holt. Als Parallele dazu führen Arndt (a- a. 0.
S. 84, Anm. 5) und Amelung (E-A IV, S. 40), die
dieser Meinung zuneigen, neben anderem die
Attische Umarbeitung des Westmacottschen
Athleten aus Eleusis an, die einen überzeugen-
den Schulfall für ein derartiges Verhältnis reprä-
sentiert Aber hier ist nicht nur der Kopf, son-
dern der ganze Körper attisch umstiÜBiert. Da-
gegen unterscheidet sich der Karlsruher «Hypnos*
kaum durch grössere Weichheit der Übergänge,
sicher aber nicht in der Gesamtauffassung des
Rumpfes von dem Berliner Narkissos.
Hält man sich dazu die ungemeine Ver-
schiedenheit auch der anderen Köpfe — die z. B.
bei den beiden Jacobsonschen Exemplaren: Arndt,
a. a. 0. Taf. 53, 54, erschreckend gross ist, ohne
dass hier aber von einer entschiedenen Umsetz-
ung in einen anderen Stil die Rede sein könnte —
vor Augen, so kann der Schluss gar kein anderer
■ein, Als dass diese in den römischen Kopisten-
ateliers so gangbaren Statuen nicht auf ein doppel-
tes Urbild, sondern unbedingt auf ein Vorbild
zurUckgeben. Dieses verändert sich freilich unter
den Händen der scalpellini mannigfach, je nach-
dem einer mehr an praxitelisch-attische Weich-
heit und Süssigkeit gewöhnt ist oder an stilistisch
strengere Dinge, denen er dann auch bei flüch-
tiger Übertragung wenigstens den GesamtchArak-
ter zu wahren versteht. Das Problem derNarkissos-
Repliken ist also lediglich eine Frage der Kopien-
forschung, nicht eine der Geschichte der älteren
Kunst.
Auch die Abwechslung im Beiwerk, worüber
Furtwängler, Meisterwerke S. 486, näheres atis-
führt, bekräftigt das. Von den Kopfflügeln unseres
Exemplare», die sehr klein sind, ist der linke in
der Aufnahme der gAnzen Statue besser sichtbar,
als an der Vorderansicht des Kopfes; vom rechten
sieht man im Profil das Einsatzloch. Diese Art
kleiner Kopfflügel ist Attribut des Hermes, wie
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Karlsruhe. Schloss Erbach.
100
Furtwängler ebenda S. 4K5, Anm. 3} richtig be-
merkt Bei dem guten griechischen Hypnos-
typns Bitzen die Flügel an den Schläfen und
sind die grösseren Schwingen eines Nachtvogels
(Brunn, Götterideale S. 31) •) Also liegt kein
Grund vor, die Karlsruher Statue Hypnos zu
nennen. Der Kopist hat diesmal aus der „Nar-
kissoHMfigur , deren ursprüngliche Bedeutung
immer noch zu suchen bleibt, einen Hermes
gemacht (Bulle).
Schloss Erbach
im Odenwalde.
1444. Hermes als Kind. Weisscr Marmor.
Hoch 0,85. Anthes, Antiken der gräflich Erbacbi-
seken Sammlung in Krbarh i. 0 , S. 12, No. 3.
Kunstilenkiuäler im Grossherzogtum Heesen, Kreis
Erbach, lierausgcg. von Georg Schaefer (Darm-
Stadt 1891), S. 77 fg., Fig. 45. Ergänzt : Nase,
Lippen, rechter Arm, linke Hand mit Heute! und
Stück des Gewandes, Flicken am Gewand. Der
Kopf war gebrochen, seine Zugehörigkeit wird
aber gesichert durch Vergleich mit der Vatika-
nischen Replik, unten No. 2.
Das etwa vierjährige Knäbchen trägt ein
Hemd mit kurzen Ärmeln, das von der linken
Schulter herabgegiitten ist: durch kleine Flügel
im Haar ist cs als Hermes gekennzeichnet. Es ist
die Kopie eines beliebten Vorbildes, da cs nach-
stehende Wiederholungen giebt:
1. Die Erbachische Statue
2. Statue im Vatikan Visconti, Museo Pio-
Clementino I, Taf. 5. Ciarac 653, 1507.
Scherer in Roschers Lexikon I , Sp. 2430.
Kopf gebrochen, aber zugehörig; mit Flügeln im
Haar und von demselben Typus wie No 1 Beine
z. T ergänzt. Rechter Arm mit Hand erhalten.
Die Hand nähert sich mit einer kindlich schalk-
haften Bewegung dem Munde; danach ist No. 1
richtiger zu ergänzen. Linke Hand mit Beutel
ist ergänzt Die ehemalige Bewegung dieser Hand
wird gegeben durch No. 3 und 4.
3. Louvre. Fröhner, Notice de la scnlpt d.
L. No. 175. Ciarac 317, 1506. Kopf, Unterschenkel,
Hände ergänzt Mit der Linken fasste er das Ge-
wand: .de la main gauche, l'enfant rcleve un
pan de son vetement“ (Fröhner). Diese Bewegung
wird gesichert durch No. 4. Auch zeigt die ganze
•) Di« Fragment im Louvre, Friedrichs* Woltcra 12H9,
abg. Koscher, Lex I, Sp 2850, ist seinen Gcsichtsxügcn
nach Medusa mit brechendem Auge, nicht llypnos.
Anlage der Gewandfaltcn, dass dies die einzig
richtige Ergänzung ist Dass ausserdem ehemals
ein Gegenstand in der linken Hand lag, wäre zur
Not möglich, ist aber durchaus unwahrscheinlich.
Es ist eine echt kindliche Gebärde, aus Verlegen-
heit am Hemdehen zu zerren.
4. Torso im kapitolinischen Museum Righetti,
Descrizione dcl Campidoglio Bd. II, Taf. 2515, 1.
Reinach, Röp. II, 4öö, 10. Kopf, rechte Hand,
Unterschenkel fehlen. Die linke Hand zieht das
Gewand empor; ob Teile daran ergänzt sind?
Das Gewand, dessen untorer Rand gebrochen ist,
scheint weniger tief herabgehängt zu haben als
bei 1 und 2.
5. Vatikan, t'larac 876, 2236 A. Kopf, r.
Arm ganz, I Arm z. Hälfte, Beine, grosse Stücke
des Gowandes ergänzt.
6. Museo Torlonia No. 69. Reinach, Rt'p II,
432, 5. Ohne Zweifel sind der Kopf, der r und
1. Unterarm, die Früchte unten im Schurz nnd
wahrscheinlich noch mehr am Gewand modern.
7 München, Residenz. Nur Torso alt. Be-
schrieben oben IV, S. 19, No. 11.
Durch diese Repliken wird der ehemalige
Zustand fcstgclcgt: Rechte Hand dem Kopfe ge-
nähert, linke Hand das Gewand fassend. Dieser
Typus ist abgewandelt worden dureli Zuthaten
in folgenden Varianten:
8. Vatikan. Ciarac 655, 1505. Beine und I.
Hand modern. Die Rechte drückt einen kleinen
Hund gegen die Brust Kopf mit kleinen Flügeln
nach Ciarac gebrochen, aber zugehörig; anderer
Typus wie bei 1 und 2.
9. Museo Chiaramonti. Ciarac 878, 2231 R.
Arm neu. Die Linke drückt eine Gans gegen die
Brust. Der Kopf ist verschieden von dem Typus
sowohl bei 1—2, wie bei 6.
10. Toulouse. Ciarac 763, 1878 In anderer
Ansicht nach Photographie (ohne dass die Iden-
tität bemerkt ist) bei Reinach. Rep II, 430, 8.
I Rechte Hand wie hei 2—4 erhoben. Kopf ab-
weichend von allen anderen. Linke hält ein
grosses Füllhorn. Hier ist also ein Harpokratcs
daraus geworden
Die Erfindung gehört jedenfalls in hellenisti-
sche Zeit, die so viele genrehafte Kindertypen
geschaffen hat. Der ursprüngliche Kopf (No 1,2)
mit seinen vollen krausen Locken ist dem kürz-
lich von Furtwängler in der Zeitschrift des
Münchener Altertumsvereins 1900, Taf. 1 fg., ver-
öffentlichten verwandt, nur zeigt er ein etwas
reiferes Alter. Beide Kopftypen gehören wohl in
die spätere hellenistische Zeit. Dass unser Knäb-
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Schloss Erbach.
102
dien von Anfang an als Herme» erfunden worden
sei, ist durchaus unwahrscheinlich, da die Charak-
terisierung durch die KopftKigcl deutlich ein von
dem Kopisten äussorlich hinzugefügtes Moment
ist. Der Originalkttnstler hätte sie nicht so neben-
bei ins Haar gesteckt, sondern Bie richtig mit der
ganzen Uaaranordnung zusammenkomponiert. Erst
die römischen Dekoratcnre, die das Vorbild so
flcissig kopierten, hatten wohl das ßedtirfnis,
einen bestimmten Kamen fttr das Kind zu haben.
(Bulle.)
1445. Links: Nike. Bronze Hoch 0,18m.
Abg. Canseus (de la Chaussc), Museum Komanum 11,
S. ttl, Taf. 16 (damals, 1690, bei dem Sammler
Magnini in Rom). Diese Abb wiederholt bei
Montfaucon, Anb expl. I, 2, Taf. 209, No. 6,
S. 342; Keinach, Rep. II, 885, 2. Seitenansicht
abg. Guattani, Mon. ined. 1787, Febbraju Taf. 3,
Marzo S. 19; danach Clarac 638, 1441. Anthea
S. 29, No. 2.
Hinten eine breite Hülse von l'/i cm Durch-
messer, zum Hineinateckcn eines Stabes. Sehr
wahrscheinlich von einem römischen Feldzeichen,
ähnlich wie dio Lyoner Nike Gaz. Arch, 1876,
Taf. 29; Reinach, Rep. II, 388, 7 (vgl. Roschers
Lex. HI, 357). Die Bronze ist eine freie Wieder-
holung des berühmtesten Nikebildes des römischen
Reiches, der Victoria in der Curia Julia, deren
Typus ich in Roschers Lei 111, Sp. 354 f. nach-
gewiesen habe. Gute, namentlich am Kopf sorg-
fältige römische Arbeit.
Mitte: Athens. Bronze. Hoch 0,20 m An-
thes S. 29, No. 1. Erwähnt vou Michaelis, Ancicnt
Marbles in Great Britaln, S. 530.
Die Statuette stimmt Zug für Zug, nur mit
einigen Vereinfachungen und Vergröberungen,
überein mit der Marmorstatue in Newby Hall,
Michaelis a. a. 0. S. 529, No. 23; abg. Specimens
of ancient sculp. II, Taf. 38, Clarac 402 A, 888 B.
Der Gegenstand in der r. Hand der Bronze soll
offenbar eine Eule sein, obwohl die Formen ziem-
lich unklar sind. Auch die Köpfe stimmen über-
ein. Nun ist jetloch von Michaelis aktenmässig
nachgewiesen, dass der Kopf der Newby-Statue
nicht dazugehört, sondern willkürlich von einem
Restaurator aufgesetzt ist. Dieser hätte also
zufällig einen Kopf von richtigem Typus ge-
nommen.
Jedoch ist eine so völlig genaue Überein-
stimmung ciuer Kleinbronze mit einer lebeusgrossen
Figur etwas so Ungewöhnliches, dass der Verdacht
aufsteigt, dass die Erbacher Bronze eine moderne
Fälschung nach der Statue ist. Letztere ist etwa
1765 in Rom restauriert und erworben (Michaelis
S. 522), die Bronze ist wenig später (1774 — 75
oder 1790, vgl. Anthes S. 2) vom Grafen Erbach
von ebendort mitgebracht. Ich habe, als ich vor
mehreren Jahren die Aufnahme in Erbach machte,
keinen Verdacht an der Echtheit gehabt, möchte
jetzt aber ohne eine neue Untersuchung des Ori-
ginals von kompetenter Seite die Bronze nicht
wissenschaftlich verwertet wissen.
Ist sie jedoch echt, so repräsentiert sie zu-
sammen mit der Statue von Newby-Hall einen
sonst nicht erhaltenen, sehr reizvollen Athenatypus
hellenistischer Zeit.
Rechts: Krieger. Bronze. Hoch 0,20. Bei
Anthes S. 30 summarisch mit anderen „italischen
Idolfiguren“ erwähnt. Archaisch-etruskisch.
(Bulle.)
1446. Mcuander. Anthes S. 15, No. 8.
Näheres in Studniezkas zu erwartender zusammen-
fassender Arbeit über Menander. Bernoulli
( Griech. Ikonographie II p. 113 n° 16.
1447. Sog. Sertorius. Marmor. Nase
ergänzt Hoch 0,45. Anthes S. 15, No. 7. Kunst-
denkmäler Hessens, Erbach, Fig. 44 b.
Das linke Auge halbgcsehlossen, wohl er-
blindet woher die unhaltbare Bezeichnung Ser-
torius Die stilistischen Merkmale (Angabe der
Augensterne, die „gehackte“ Arbeit am Haar)
weisen den Kopf ins dritte Jahrhundert n. Chr.,
Zeit der Gordiane. Vgl. Bernoulli, Rüm. Ikonu-
: graphic II, 3, Taf 33, 89—42, 46. Porträt von
grosser Kraft, namentlich in den leidenden Zügen
um den Mund und in dem Kontrast des gesunden
gegen das erloschene Auge. (Bulle.)
[Das Münchener Kupferstiebkabinett bewahrt
unter No. 712 „Erbach, Antiken“ ein handschrift-
liches Verzeichnis der Erbacher Mannorbild-
werke, hergestellt 1816 von dem Grafen Franz für
den damaligen Kronprinzen Ludwig von Bayern
und begleitet von 33 getuschten Bleistiftzeich-
nungen. Der Katalog enthält jedoch nichts heut-
zutage mehr Brauchbares. In dem vorgebundenen
Begleitschreiben, d. dato Erbach 8. Aug 1816,
fragt der Graf an, ob er eine Sammlung „Bardi-
scher Altertümer“, an hundert Stück, die er
drelssig Jahre früher von Dr. Mcsny in Florenz
erworben habe und die bei dllancarvillc, Antiqui-
tes du Gabinet Hamilton, 111, S 111, Aiiut. 9 er-
wähnt seien, in die Sammlungen des Kronprinzen
stiften dürfe. Im Münchener Antiquarium, wohin
sie gekommen sein müssten, sind diese sardischcn
Altertümer nicht vorhandeu, aber auch in Erbach
scheinen sie nicht mehr zu sein.] (Bulle.)
8
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103
Darnmtaiit
10-1
Darmstadt.
Sammlung des
Majors a. D. Freiherrn von Heyl.
1448 — 1450. J il n|{l i l> k» kop f. Weisser
Marmor. Hoch 0,38, Geatchtsläng» 0,205. Gut er-
halten Ergänzt nur die Nasenspitze. Überarbeitet
die llinde an der rechten Kopfseite und das Haar
darüber. — Komische Kopie von guter, obwohl
nicht ungewöhnlicher Arbeit.
Das Gesicht ist stark zur Unken und etwas
nach oben gewandt. Im Haar eine runde Binde,
die oben in den Docken verschwindet und unten
keine freien Enden hat, sondern ununterbrochen
umläuft (also nicht die Künigsbinde der helleni-
stischen Herrscher). Der Kopf stellt einen jugend-
lichen Gott dar, sehr wahrscheinlich Apollon.
Repliken sind mir nicht bekannt. Der Kopf
ist aufs engste verwandt mit zwei Köpfen, die
man mit einiger Wahrscheinlichkeit auf Leo-
chares zurilckführeu kann, dem Kopf auf dem
sogenannten Adonis in Neapel (Graef, Köm.
Mitt 1897, S. 38*}), und dem Apollon vom Be-
vedere. In der Gesamtanlagc des Gesichts, in der
stark gelockten Haarfdllc um Stirn, Schläfen und
Hals, bei sehr viel ruhigerer Behandlung des
Hinterkopfes, endlich auch in der bewegten, auf-
•) Furlwäugler (Meisterwerke 8 663 (g ) bet geglaubt,
das# man da« Vorbild dieses Kopfe« Ina 5. Jahrb binauf-
rttcken müsse, weil die Londoner Replik desaelben (abg.
ebenda Fig. 131) ganze barte Orbitalrinder, Augenlider,
Lippen u. «. w. zeigt. Die fortaclireitende Erkenntnis der
römiflchen Kopistenge wohnheiten lässt aber Jetzt deutlich
einsehen, dass ca sich hier um die Verhärtung eine« wel-
chen Vorbildes durch den Kopisten, um ein kiinatlichefl
llineintragcn älterer Fonneu in einen Jüngeren Typus
himdelt. So richtig schon Arndt, oben n 1 516/1"; Hermanns
Rinwände (Serie IV, 8. 63) sind nicht stichhaltig. Das
Musterbeispiel fUr dieses Verfahren, Air das sich die
Beispiele jedenfalls mehren werden, ist der Alexander-
Kopf von Erbach (Arndt, Porträts Taf. 473, 474), desaen
scharfe, tLächige Behandlung an Augen und Mund auf
daa 6. Jahrhundert zu weisen scheint. Dass das aber
nur vom Kopisten — der an der Manier des 5. Jahrh.
mehr Geschmack fand oder sich einseitig mit Werken
de* 5. Jahrh abgegeben hatte — herrührt, zeigt unwider-
leglich die sonst völlig übereinstimmende, aber ganz
weich in der Art des ausgehenden 4- Jahrhunderts ge-
arbeitete Wiederholung auf der athenischen Akropolis
(Arndt, ebenda Taf. 475, 47C). Natürlich giebt es auch
Fälle, wo da* Umgekehrte ei n tritt ; vgl. z. B, die ver-
weichlichten Repliken des myronischen Diskobolen, oben
Serie II, 8. 41, No. 4, 5, 15. Es wird eine der wich-
tigsten Aufga ben der systematischen Kopien-
kritik sein, von solchen klareu Fällen aus auch Air
Kopien, bei denen keine atilgctrcuen Repliken neben
den abgewandelten steheu, den richtigen Standpunkt zu ,
lehren.
blickenden Haltung des Kopfes stehen sich die
drei Köpfe nahe. Es ist eine unmittelbar fühlbare
| Familienähnlichkeit eine verwandte künstlerische
Onindstimmung ln ihnen. In Einzelheiten ist
der Hey Ische Kopf dem „Adonis“ namentlich in
den Uaarpartien um Stirn und Schläfe ausser-
ordentlich ähnlich. Andererseits stimmt er mit
dem Apollon vom Belvedere fast völlig überein in
der Lagerung der Augen und der Führung des
Profils Da ich Winters Rückführung des Apoll
vom Belvedere (Jahrbuch 1802, S. 164) auf Leo-
chares für durchaus annehmbar halte, so können
wir also in dem Hey Ischen Kopf mit einiger Zu
versieht ein neues W er k des Leochares den be-
kannten hinzufUgen. Der Vergleich mit dem Gany-
med-Kopf des Leorhare*, soweit derselbe zu Ver-
gleichen brauch bar ist bestätigt unsere Ansetzung.
Etwas ferner stehen dann zwei Wrerke, die
man ebenfalls mit Leochares in Bezug gebracht
hat, der Alexander Rondanini zu München (Furt-
wänglcr, Glyptothek No. 298) und der Alexander
von Magnesia a. S. (Monuments Piot III, Taf.
16 -18. Wiegand, Jahrbuch 1*99, 8. 1 fg.)*), bei
welchem Furtwänglcr, Wiegand und ich und
vielleicht noch Andere unabhängig von einander
auf Leochares verfallen sind. Das eine ist ein
wirkliches Porträt, die Statue von Magnesia da-
gegen eines jener Btark idealisierten öffentlichen
Denkmäler, deren es überall gegeben haben
wird, wo Alexanders Einfluss dauernde Spuren
hinterliess (vgl. dazu die Bemerkung Wiegands
a. a. O. S. 4, Amn. 1). Daraus erklären sich die
sehr starken Verschiedenheiten. WTenn man daher
bei dem Alexander von Magnesia den Namen
Leochares ansspricht, so wird man allerdings
schwerlich ein Wferk des Meisters selbst darin
sehen können Aber er ist leocharisch zu nennen,
insofern man damit eine andere, neben der ly«
sippiseben Schule berlaufende und von ihr
grundverschiedene Kunatwebe bezeichnen will, die
| einen durchaus persönlichen Charakter hat, die
aber doch weit mehr als Lysipp auf skopasischcn
Traditionen weiterbaut.
Für diese ganze Gruppe haben wir an dem
Heylschen Kopfe ein neues Bindeglied gewonnen.
(Bull e.)
1451. Aphrodite (?). Terracottastatuette.
Bräunlicher Thon. Am Getvand Reste von Rosa.
Huch 0,38. Aus Kleinasieu.
Der 1. Fuss war aufgestützt. Beide Hände
näherten sich einander und hielten wohl einen
•) Diesem wiederum schliefst sich der Kopf im Glar-
dino Boboli, Einzelaufnahmen Nr. 107, aufs Engste an.
105
Darmstadt. Würzburg. München.
106
Gegenstand. Im Haar Diadem. Grossartiger
Kontrapoet von Ober- und Unterkörper.
Dieeee wundervolle Werk lehnt »ich im Mo-
tiv offenbar eng an ein statuarische» Vorbild an
und durfte daher hier Aufnahme finden. Dies
vorausgesetzte Vorbild selbst ist nicht erhalten,
wohl aber ein sehr verwandtes Werk, die Har-
morstatuette (hoch 0,71} in Argos (Bcinaeh, Rep. 11,
838, 4; Phot. Athen. Inst. Argos No 1; Athen.
Mltt. 1879, S. 150, No. 489; Friederiehs-Wolters
1473), die den linken Kuss auf einen Wasservogel
setzt. Eine Replik davon (hoch 0,75} in Paris,
Clarac 345, 1359 (Kopf, Arme, Hals de» Vogels
ergänzt). Von einer weiteren Replik in der Ge-
mäldegallcric zu Edinbnrg giebt mir Wolters auf
eine briefliche Mitteilung Conzes Nachricht Eine
kleinere, etwas vereinfachte Wiederholung (H.0,87)
im Piracus (Museum des Gymnasiums} ist vom
Athen. Institut photographiert (Pir. 13}.
Die Heylsehe Terrakotte darf vielleicht eben-
falls mit einem Vogel unter dem Fuss ergänzt
werden und wäre dann Aphrodite, für die auch
die eigenartig reizvolle Gewandung am besten
passt Hellenistisches Raffinement ist hier noch
mit monumentaler Grösse und verhältnismässiger
Einfachheit gepaart. Die Gewandung der Nike
von Samothrake bietet für die Terrakotte und die
Marmorstatuetten die nächste Parallele, sogar
in Einzelheiten, wie den Falten über der Brust,
so dass wir in «lern Vorbild der Statuetten einen
Typus ausfrühhellenistischer Zeit sehen dürfen. Vgl.
auch eine in Kleinasien gefunden, aas Cbalcedon ge-
arbeitete Apliroditestatuette pnbl. von Babeion,
(iaz. d. beaux-arts 1899,1, p. 360 ff. und von I.echst
revue des etudes greques 1899, p. 494 ff. (Bulle.)
Wiirzburg.
Privatbesitz. *)
1452. Zeus. Bronzestatuette, etwa 12 cm
hoch. Unterschenkel und linken Handgelenk ver-
bogen. Augen ehemals aus Silber eingesetzt
Sorgfältige römische Arbeit
In der r. Hand Blitz, in der Linken ehemal»
Scepter. Bekannter Typus, dessen grossartigstor
Vertreter die Münchener Statuette Hirth- Bulle,
Stil I, Taf. 148 ist. Dort lag der Blitz in der
Hand, hier ist die Hand nach unten gedreht. Mit
der hier veröffentlichten Statuette stimmt am
nächsten Heinaeh, Rep. II, 4, 3; vgl. daselbst die
zahlreichen Varianten des Typus. (Bulle.)
*) Jet/l Io München bei Frau Gehe imrat Max von
Beydel.
München.
Sammlung Georg Hirth.
Die Antiken der Sammlung des Uerrn Dr. Georg
Hirth (Luisenstrasse 81} stammen alle aus Venedig.
1453 und 1454. Unterlebensgroase Statue
eines Hermaphroditen. Hoch ca. 1,25 m.
Neu : Arme sammt dem Stab in der Rechten, Beine
von der Mitte der Oberschenkel ab, der Penis
(die Hoden alt), Stamm und Plinthe. Am Halse
ist ein Stück zwischengesetzt; der Kopf, an dem
Nase, Lippen und Kinn ergänzt sind, ist aber sicher
zugehörig. An der r. Achselhöhle ein starker Pun-
tello: die Ergänzung mit dem Stabescheint darnach
das Richtige zu treffen; nnr müsste cs ein Thyrsus
sein. Leider istdieStatuesebr schlecht erhalten, der
Marmor braun und gelb gefärbt. Das in der Mitte ge-
scheitelte and nach den Seiten zurückgestrichene
Haar ist von einem Kopftuch bedeckt, wie es die
Hermaphroditen öfters tragen. Eine Locke fällt
jederseitsanf die Schulter. Die Brüste sind nichtsehr
stark entwickelt. Die Ergänzung der gekreuiten
Beine dürftedas Richtige getroffen haben. Brust und
Bauch liegen in verschiedenen Flächen. Die Ent-
stehung der Statue fällt nicht vor das 3. Jahr-
hundert; Wiederholungen von ihr sind mir nicht
bekannt. Die Arbeit ist gut, auch im Rücken.
(Arndt)
1455. Statuette: Satyrknabo auf
Ziegenbock. Totalhöhe 0,32 m. Es fehlen:
Beine, Kopf und Schwanz des Bockes, der Ober-
körper des Knaben. Der Bauch des Bockes ruht
auf einem gewundenen Stamme, dessen untere
Standfläche glatt geschnitten ist. Das Geschlecht
des Tieres ergiebt sich aus dem Hodeusack und dem
(wcggcbrochenen)Penis. DerOberkörperdesKnaben
war nach der linken Seite hin gewendet: der Sitz
ist etwas nach rechts verschoben, das rechte Bein
weiter nach vorn gestreckt. Auf dem Hinterteil
des Bockes zwei Ansatzreste, wie es scheint, von
Doppelklauen. Dieselben gehörten vermutlich zu
dem frei flatternden Felle, das von den Schultern
des Satyrn herabhing. Die Arbeit des Frag-
mente» ist vortrofflieh, wahrscheinlich griechisch,
die linke Seite, als Ansichtsseite, sorgfältiger aus-
geführt. Vgl. Einzclanfnahmen 1420 links; Tor-
lonia 45-1 = Heinaeh , repertoire II, 1, 132,5;
Clarac 694 A, 1610 B. (Arndt )
1456 und (457. Altert UmlicherJflngli ngs-
kopf. Höhe von Stirnspitze bis Kinnende ca.
0,125 m, also unterlebensgross. Ergänzt sind:
Büste, Hals, Nasenspitze. Der Kopf ist gänzlich
abgepntzt. Ob die Angabe der Pupillen antik,
8*
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10 1 München. Jen». 108
ist zweifelhaft. Saubere, aber leere Arbeit.
Wiederholung dea Kopfes einer nackten Jünglings-
statue in Cassel (II, 12), der nach Furtwilngler
(Sammlung Somzec, p. 53 ff., wo auch Abbildung)
zugehörig ist (vgl. auch desselben Meisterwerke
p. 584, Anm. 1). .Werk der Schule von Sikyon
aus der Zeit des Polyklct.“ (Arndt.)
1458 und 1459. Kopf eines Mädchens mit
ägyptischer Lockenfris ur. Unterlebensgross.
Höhe des Kopfes mit dem zugehörigen Halsstlick
0,20 m. Ergänzt sind Nase, Kinn und Unterlippe
Die Büste, au der der Kuss neu, ist antik, aber
nicht zugehörig. Die Arbeit ist nicht schlecht,
aber kaum griechisch. Zur Deutung vgl. die von
Furtwängler, Statuenkopien I, Taf. V, p. 557 f.
publiciertc Statuette in Inee Blundell Hall. Zu
einer ähnlichen Figur mag auch der Hirth’scho Kopf
gehört haben. Porträt wenigstens scheint er kaum
zu sein. (Arndt.)
Jena.
Sammlung Schott.
Die folgenden Stücke sind alle in Sicilien
erworben und in einer geschlossenen Sammlung
von Herrn Dr. Schott gekauft worden.
A. Msmiornrrkc.
1460. Torso eines Jünglings, Statuette
0. 43 m hoch; Halsgrube bis Nabel 0,165 m, Brust-
warzenabstand 0,09 m. tirosskörniger weisser
Marmor. Ausser dem Kopf fehlen beide Arme
und dio Beine von den Knien ab. Der Kopf war,
wohl nach einem vorausgegangeneu Bruch, mit
einem Kisendübel wieder befestigt worden. Auf
jeder Schulter ist das Ende einer Docke erhalten.
Diese sowie der geschlossene Köcher an der
1. Seite, auf dem ein Uewand ruhte, sprechen für
die Deutung auf Eros.
(iute hellenistische Arbeit; besonders Brust
und Bauch sind trefflich und fein modelliert.
(Noack )
1461. Stehender Silen, Statuette, hoch
0,65 m; ohne Ergänzungen; was fehlt, zeigt die
Photographie. Die Arme waren mit Eisendlibcln
befestigt, t Iraner, feinkörniger Marmor. Die Rück-
seite ist nur flüchtig angelegt.
Die Haarzotten, die den Körper vom Hals bis
zu den Füssen bedecken, erscheinen als kleine
Bohrlöcher im Zentrum kleiner, eingemeisselter
Spirallorken. Ober der sehr fetten Brust hängt
der eine Huf der Nebris herab.
Das hässliche tlesicht ist gut modelliert.
(N o a c k.)
1462. Weiblicher Kopf, 0,23 m hoch.
Kinn bis Haar 0,135 m. Mundwinkel bis Haar
0,1 m. Kinn bis Augenwinkel 0,095 m. Augen-
abstand 0,077 m. Feiner, griechischer Marmor.
Ergänzt Nase, Lippen, Kinn und oberer Rand der
Löckchen; die äusseren kleinen Seitenlorken, die
Lorke hinter dem 1. Ohr, das rechte Ohr und der
untere Teil des Haarschopfes im Nacken (vcrgl.
bes. die Seitenansicht). Trockene und mässige
Arbeit, archaistisch (N o a c k )
1463 und 1464. JUnglingskopf, hart unter
dem Kinn gebrochen, 0,236 m hoch, Nasenwurzel
bis Nacken 0,19 m, Kinn bis Haaransatz 0,175 in;
Kinn bis Nase — Mund bis Haaransatz (über den
herabhängenden Locken) — 0,123 m. Augenab-
stand 0,096 m, derjenige der inneren Augenwinkel
0,04 m. Mundwinkel bis inneren Augenwinkel
0,066 m. Mund breit 0,04 m. Augapfel lang 0,03 m,
hoch 0,012 m. Weisser dichter Marmor. Ergänzt:
die Nasenspitze, eine Stelle am Kinn und die
beiden Ohrränder. Der Mund ist leicht geöffnet
und tief eiugearbeitet. Die Stirnprotuberanz ist
Uber der Nase durch eine Einsenkung geteilt.
Auffallend ist die starke llaarmasse, die Bich
besonders über die Ohren in dichten Locken legt
und dem Kopf ein individuelles (lepräge giebt.
Oben und hinten ist sie nur allgemein angelegt.
An der Echtheit ist kein flrund zu zweifeln. Es
ist eine gute römische Kopie eines Kopfes, der
nicht allzulauge nach Lysipp entstanden ist.
(N o a c k.)
1465 und 1466. J ü n g I i n gs k o p f, hoch
0,255 m. Langes schmales (iesicht, Kinn bis Haar
0,16 m, Augenabstand 0,082 m. (Irosskörnigcr
Marmor. Ergänzt: die Nasenspitze; der Kopf ist
im Halse gebrochen, der Halsausschnitt ist nicht
ursprünglich zugehörig.
Die Arbeit ist Hflchtig; die Haare sind nur
vorn um die Stirn bearbeitet und zwar meist mit
Hilfe des Bohrers. Bemerkenswert sind nur die
sieben Löcher in den Stirnhaaren, die zur Auf-
nahme metallener Strahlen (0,007 dick) bestimmt
waren: in zweien ist noch der Blcivcrguss. 0,02 in
tief, erhalten. Also spätgrieehischer Helioskopf.
(Noack)
1467 und 1468. MUdrhcnkopf. hoch 0,275m.
Kinn bis Haaransatz 0,17 in, Abstand der äuaseren
Augenwinkel 0,086 tn. ti rosskörniger, wcisslicher
Marmor. Verletzt ist hinten der Ilaarknoten;
ergänzt: die Nasenspitze, beide Lippen und ein
Stück filier dem 1. Auge. In den Haaren ebenso
wie am Diadem vielfach rote Farbspuren.
Es ist ein gutes Beispiel für die gezierte
Digit ized
109
Jena. Kopenhagen.
110
Frisur hellenistischer Zeit. Die Seheitelhsare sind
gesondert und enden auf dem Wirbel in einem
eigenen kleinen Knoten. Ein zweiter Scheitel
geht von Ohr zu Ohr. Der Rest der Uaare ist
geflochten nnd nach hinten genommen. Ober der
Stirn sondern sich zwei kleine kokette Löckchen
ab, ähnlich auch an den Ohren und im Nacken.
Die jugendlich zarten Gesichtsformen sind
gut beobachtet, die Ausfahrung aber — besonders
am Haar — trocken. Nach der leicht geneigten
Haltung gehörte der Kopf einer Statue an. nicht
einer Büste. (Note k.)
B. Broam.
1469. Archaische Fl Ugelfigur,ca.0,23m
hoch. Das Gesicht ist stark zerstört; von dem
Gegenstand in der r. Hand ist nur ein kurzes
Stückchen erhalten (Stab oder Kranz?); die
obersten Spitzen der Flügel fehlen, jedoch lässt
sich, auch nach dem Fehlen jeder Refestignnga-
spur auf dem Kopfe, behaupten, dass cs keine
StUtzfigur eines Spiegels war. Jetzt steht sie auf
einem antiken Bronzeschuh, der an der Innenseite
einen vertikalen Dorn hatte, wodurch der Schuh
fest mit dem Uolzkern (Stab? Pfosten einer Sessel-
lehne?) verbunden wurde
Kopfform und Frisur noch archaisch; eine
Binde hält das Haar zusammen; die Masse des
Nackenschopfes zeigt leichte gravierte Linien;
die Ohren sind frei, Schulterlocken nicht vor-
handen. Die Flügel setzen ziemlich hoch, beider-
seits dicht am Nackenscbopf und merkwürdiger-
weise auf dem Gewand an, als ob sie durch das-
selbe gesteckt wären. Das r. Rein ist leicht zn-
rUckgesetzt, der Fuss steht aber mit ganzer Sohle
auf. Beachtenswert ist bei dieser sonst noch so
ganz archaischen Figur der dorische Peplos, rechts
offen, mit Ueberscblag. (Noack.)
1470 und 1471. Jünglingsflgur, von irgend
einem Gefüss stammend, da an der Rückseite ein
kleiner kegelförmiger Ansatz zur Befestigung
erhalten ist Gut erhalten. Wohl aus etruskischer
Werkstatt. (Noack.)
1472. Athlet. Statuette, hoch 0,090 m; die
1. Hand und die Fllsse fehlen, das Schabeisen in
der r Hand ist vorn abgebrochen. Die Wlrbcl-
haare zeigen ein an dasjenige des Diadumenoskopfcs
erinnerndes Schema. 5. Jhrh. v. I hr. (Noack.)
1473 und 1474. Athens mit Lanze und
Eule. Kleine Statuette, hoch 0,105 m Sehr sorg- j
faltige Arbeit, ohne jede Ergänzung. Gesicht lind [
attischer Helm Behr zerstört; die Lanze ist mit
den Fingerspitzen der I. Hand verloren.
Die Göttin steht in energischer, elastisch-
lebhafter Haltung, in fast polyklctischer Ponde-
ration, und trägt in der vorgestreckten r Hand
die Eule. Der rechts offene Poplos ist über dem
Ueberscblag gegürtet. Um die kurze Aegis, die
auf der r. Schulter geknüpft ist und deren Schuppen,
ebenso wie die Federn der Eule, sorgfältig gra-
viert sind, ringeln sich die Schlangen in lebhafter
Bewegung, z. B. eine vom Rücken her die linke
Schulter hinauf zum Hals. Ueber der Stirn und
an den Schläfen und zwischen Ohr und Nacken-
Schirm liegen die Haare in leichten Wellen. Der Stil
weist auf das 6. Jahrhundert zurück. (Noack.)
1475 s and s. Buckeliger Alter. Kleine
Statuette, 0,065 m hoch. Abgebrochen sind n
Hand und 1. Arm. Die 1. Hand lag an der Seite
des Körpers an.
Der Alte steht mit eingeknickten Knien und
eingefallener Brust da Das ärmliche Gewand
ist zu einem Wulst zusammengerollt und um den
Leib gelegt. Der zottige Bart, die über die hohe
kahle Stirn herabhängenden struppigen Haare ver-
stärken die Karikatur, die gewiss (wie das fol-
gende Stück) in den Kreis ähnlicher Werke
alexandriniseber Herkunft gehört.
1475 o. Gefässgriff, Kopf und Arme eines
Negers. Zwischen den Händen ein flacher Gegen-
stand.*) Die wenigen Haarsträhnen, die die mit
Fett behandelte Frisur gut charakterisieren, gehen
vom Wirbel ans. Flotte, aber flüchtige Arbeit,
ohne feinere (’iselierung. Der GrifT war angelötet
(Noack.)
Kopenhagen.
Thorvaldsenmusuum.
L. Müller, description des antiqnitös du Musite
Thorvaldsen. Copenhague 1847.
1476. Links Saal XXXIX, Schrank 1,
No. 82. Statuette eines Sitzenden, wohl
des Zeus. Müller p. 186, No 32. 0,27 m hoch.
Gewand um Unterkörper und auf I. Achsel. Der
1. Arm war besonders angesetzt; er stützte ver-
mutlich das Scopter auf. Der r. ruhte auf dem
r. Knie; die Hand scheint den Blitz gehalten zu
haben. Der Gott sitzt auf einem Felsen. Vgl. Over-
beck, Kiinstmythologie des Zeus, p. 114 ff.
Mitte. Saal XXXIX, Schrank 1, No. 50.
Fragment vom Kopfe des poly kletischen
Diadumenos. Müller p. 138, No. 50. 0,22 m
*) Eine frans Zbnliebe kleine Bronze, in meinem
Prlvatbealtze, Im Pariser Kunathnndel erworben, giebt die
Erkliirnng de« (leirenatandca : e« lat ein Elfenbcinzahn.
(Arndt.)
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111
Kopenhagen
112
hoch. Pentelisrher Marmor. Erwähnt: „Einzel-
aufnahmen“ No. 860— 868. Von ausserordentlich
feiner und sorgfältiger Arbeit. Die Binde hat
keine Angabe des Saumes. Ein weggebrochener,
oben glatt gearbeiteter Ansatz hinter dem Ohre
rührt von der am Hinterkopf geknüpften und
von da aus beiderseits nach vorn gezogenen Binde
her (vgl. die entsprechende Stelle an der Dresdner
Replik) Es bleibt zu untersuchen, ob das Frag-
ment, das notwendigerweise geformt werden muss,
nicht zu dem Pariser Kopfe des Diadumenos
(Furtwänglcr, Meisterwerke p. 440, No. 8; Phot.
Girandon 1283) gehören kann, an dem gerade
diese Teile ergänzt sind. Zn dem Verzeichnis
der Repliken des poiykletischen Diadumenos bei
Furtwängler a. a 0. u. in den „Einzelaufnahmen“
a. a. 0. sind hinzuzufügen : die Rückseite eines
vorzüglich gearbeiteten Exemplaren des Kopfes bei
Baron Barracco in Rom und ein arg verstümmelter
und gering gearbeiteter Kopf im römischen Kunst-
handel.*)
Rechts: a. 1477 rechts. (Arndt.)
1477. Links. Saal XXXIX, Schrank 1, No. 25.
Kleines Fragment eines weiblichen
Kopfes aus schwarzem Stein. Müller p. 130,
No. 25. Hoch 0,08 m. Im Haar ein Blumenkranz,
über der Stirn zwei kleine Hörner. Jo 7 Vgl.
Einzelaufnabmen 524, wo dieser Kopf erwähnt ist.
R cchta(=147G rechts): Saal XXXIX,. Schrank 1,
No. 34. Kleines Jünglingsköpfchen poly-
kletischen Stil es. Müller p. 137, No. 81. Hoch
0,11 m. Wendung znr r. Schulter. Verschwollene
Athletenohren. Sehr feine und delicate Arbeit.
Ungewiss, ob Replik des Dorypboros oder des
zuletzt von Arndt, la (ilyptotheque Ny-t'arlsberg
p. 79 f., besprochenen Typus. (Arndt.)
1478. Links. Saal XXXIX, No. 13. Satyr-
herme. Müller p. 134, No. 13. Hoch 0,38 m.
Italischer Marmor. Nase ergänzt. Im Haar ein
Ephcukranz.
Rechts Saal XXXIX, No. 14. Satyrherme.
Müller p. 184, No. 14. Hoch 0,30 m. Kinn,
Lippen, Nase ergänzt. Vgl. Einzclaufnahmen 400.
Mitte. Saal XXXIX, No. 35. Fragment
eines Jilnglingskopfes poiykletischen
Stils. Müller p. 137, No. 35. Hoch ca. 0,22m. Sehr
schlecht erhalten. Das Fleisch war poliert. Vor-
zügliche Arbeit. Dem Weetmacottschen Athleten
(Furtwänglcr, Meisterwerke p. 452 ff.) verwandt,
aber keine Replik. Abguss erwünscht (Arndt.)
•) V#l jetit auch: Mahler, Polykletuml »4* Ine Schale,
p. 72 ff.
1479. a.Saal XXXIX, No. 76. Griechisches
Relieffragment. Müller p. 140, No. 76. Hoch
ca. 0,29 m. Pentelischer Marmor. Nach rechts
stehender Mann, das Himation um den Unterkörper,
den Stab unter der linken Achsel, die Rechte in
die Hüfte gestemmt. Jenseits der Figur rechts
oben Rest eines Stammes. Die Reste am Bruche
rechts unten scheinen von einer Schlange her-
zurühren. Danach Asklepios, das Ganze ein
Votiv. Ausgezeichnete Arbeit aus der zweiten
Hälfte des fünften Jahrhunderts.
b. Saal XXXIX, No 93. Fragment eines
decorativen römischen Reliefs. Müller p.143,
No. 93. Hoch 0,30 m, breit 0,375 m Der Marmor
schien mir italisch. Rankenwerk von Epheu, links
au einem Thyreo«, rechts an einem Tbymiaterion
befestigt Recht gute Arbeit de« 1. Jahrli u. Uhr.
e.Saal XXXIX, Sehrank l,No.4. Fragment
einer Atbenestatuette. Müller p. 132, No. 4.
Hoch 0,185 m. Hinten Nackenschopf. Rechts eine
laDge Schulterlocke. Ein langer Rest am I. Oberarm
scheint von einer I.anze berzurühren, deren Spitze
aus Bronze eingesetzt war. Flüchtige Arbeit nach
einem Vorbilde ungefähr aus der Mitte des 5. Jahr-
hunderts.
d. Saal XXXIX, No. 10. Statuette des
Eros(?). Müller p. 138, No. 10. Hoch 0,10 m.
Schulterlockeu. An der I. Schulter ein grosser Rest
des Bogens, am r. Oberarm ein Rest der Fackel,
mit welcher auch ein Puntello am r. Oberschenkel in
Verbindung zu bringen ist. Der Kopf ging zur
I Schulter.
e. Saal XXXIX, No. 6. Statuette der
ephesischen Artemis. Müller p. 133, No. 6.
Hoch 0,10 m. Doppelte Halskette. Vier Reihen von
Brüsten. Unter diesen drei Reihen von je zwei
Flügelgreifen. Seitlich von der obersten dieser
Greifenreihen je zwei weitere Flügelgreife. Unter
diesen letzteren je eine Victoria von vorn. Auf
jedem Unterarm sitzt ein Löwe. Oberhalb von
diesen auf dem Bruststück je ein Oberteil einer
Mädchenfigur. Die Hände waren besondere an-
gesetzt Rohe Arbeit.
f. Saal XXXIX, No. 20. Statuette des
Asklepios. Müller p. 135, No. 20. 0,14 m hoch.
g. Saal XXXIX, No. 21. Statuette des
Asklepios. Müller p. 135, No. 21. 0,12 m hoch.
(Arndt.)
1480. Links. Saal XXXlX.No.28. Kopflose
Wiederholung der Tyche von Antiochia.
Müller p 130, No. 28. Aiabasteretatuette
Hoch 0,115 m. Die r. Hand war mit einem Stift
angesetzt. Ebenso war der jetzt fehlende Sitz
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113
Kopenhagen.
114
besondere gearbeitet. Die Kinarbeitung unter-
halb dee r. Kusses war wohl für den, jetzt gleich-
falls fehlenden, Orontee bestimmt. Recht gute
Arbeit Das Werk des Eutychldes ist bekanntlich
auch in kleinen Bronzestatuetten häufig wiederholt
worden. Vgl. Amelung, Führer durch die Antiken
in Florenz, p. 268 f. Die Riefelung des Ge-
wandes muss auch am Original vorhanden ge-
wesen sein; sie kehrt bei verschiedenen dieser
Bronzeeopien wieder.
Mitte. Saal XXXIX, Schrank 1, No. 81.
Fragment eines hellenistischen Relief-
bildes. Reliefbilder, Taf.LXIXA. Müller p. 140,
No. 81. Gerhard, ant. Bildwerke, Taf. CX1, 4;
p. 359. Schreiber, die hellenistischen Reliefbilder
Tafel I.X1X A. Dreifuss oder runder Altar. (?)
0,15 m hoch. R. oben ein Ziegen(?)kopf. Auf der
Seite 1. davon ein Hund, der einen sich um-
wendenden Hirsch (?) verfolgt. Im vertieften
Mittelfelde oben die .mystische Schwinge“, aus
der ein Phallus heransschaut. Auf der Fläche
r. ein ganz leicht eingerissenes Podum. Auf der
Rückseite eine vorspringende, glatt gearbeitete
Leiste, die vielleicht Rückschlüsse auf die ehe-
malige Aufstellung des Reliefs erlaubt. — Die Arbeit
des Fragmentes ist von hervorragender Feinheit.
Rechts Saal XXXIX, No. 11 Altortüm
liehe Statuette des Dionysos. Müller p. 183,
No. 11. Hoch 0,12 in. Replik der Münchner
Statue No. 57 der Glyptothek.*) Die R. ging nach
vorn und hielt den Thyrsns, von welchem ein Reet
am r. Oberschenkel aussen. Dicht unterhalb dieses
Ansatzes wird eine Tatze des Tierfelles sichtbar;
zwei andere auf der I. Schulter, hinten und vorn.
Die gesenkte L. hielt, wie es scheint, Trauben. Im
Nacken ein langer Haarschopf. Eine dritte Wieder-
holung des Typus, mit erhabnem Kopfe, die in den
Attributen mit der Kopenbagener Statuette über-
einstimmt, liegt in einer Pariser Bronze vor;s. Furt-
wänglcr, Katalog der Glypthothek, 1900, p. 60 f ,
Fragmente einer vierten (Marmor; Grösse der
Münchner Statue) nach Amelung im städtischen
Museum von Frascati. Die mehrmalige Wieder-
holung beweist, dass ein berühmtes Original zu
Grunde liegt, das der Zelt um 500 angehört haben
muss Die Kopenhagner Statuette ist von ganz
delicater Arbeit. (Arndt.)
1481. Links Saal XXXIX, No. 90. Frag-
ment ein es griechisc he n Grab reliefs. Müller
p. 142, No 90. Hoch ca. 0,35 m, breit ca. 0,24 m.
•) Ober einige geringfügige Abweichungen ln Einzel-
heiten vgl. Müller s. a. 0. p. 134, Anm. 1.
Eine n. r. auf einem Stuhle mit hoher Lehne sitzende
vollbekleidete Frau wechselt einen Händedruck
mit einer ihr entgegentretenden Gestalt, von
welcher sich nur Reste des Gewandes erhalten
haben. Die FUsse der Frau ruhen auf einer hohen
Fussbank. Harte Arbeit. 4. Jahrhundert.
Rechts. Saal XXXIX, No. 77. Hockender
Affe, Relieffragment. Müller p. 144, No. 77.
Hoch 0,35 m. breit 0,3 1 m. Oben Kymation, links
Bruch. Der Affe kaut an einem Gegenstand, den
er in der r. Pfote hält L. im Felde Reste einer
Inschrift. Gute römische Arbeit.
Mitte unten. Saal XXXIX, No. 82. Bruch-
stück, vielleicht einerThürp forte, die beider-
seits mit Reliefs verziert ist.*) Müller p. 141, No. 82.
Hoch 0,25 m. Auf der einen Seito eine Akanthos-
ranke, auf der ein Satyr sitzt mit vorgestrecktem
r. Arm. Auf der anderen Seite eine ähnliche
Ranke mit einem auf den Hinterbeinen stehenden
| Bock. (Arndt.)
1482. Links: s. zu Ko 1483.
Rechts. Saal XXXIX, No. 18. Kopf des
bärtigen Pan, aus der Gruppe Pan-Daphnis.
; Müller p. 135, No. 18. Höhe (vom untern Rande
des Bruststückes) 0,36 m. Ergänzt (nach Mitteilung
von Fr Beckctt): die zwei Bockshörner, die Nase
mit dem angrenzenden Stück der Stirn, ein Teil
des r. Auges und die anschliessenden Teile der
Wange, das untere Ende des Bartes, Hals und
Brust. Vgl. Amelung, Führer durch die Antiken
; in Florenz, n" 69. Leidliche Arbeit. (Arndt.)
1483. Rechts. Saal XXXIX, auf Schrank 1,
No. 7. Jünglingskopf. Müller p. 133, No. 7.
0,25 hoch. Pentclischcr Marmor. Nase neu. Stark
verwaschen. Durch das Haar geht eine Binde;
über dem I. Ohr der Rest eines Ansatzes. Die
Ohren sind leicht verschwollen. Skizzenhaft flüch-
tige, aber verständnisvolle, vielleicht originale
Arbeit, ungefähr der Mitte des 4. Jahrhunderts.
Links (— 1482 links): Gipskopf eines
Afrikaners. No. 203 der Abguss-Sammlung des
Thorvaldsen-Museums (vgl. L. Müller, description
des plätres au Musüe Thorvaldsen, Copenbaguc
1851 , No. 203) Hoch ca. 0,30 m. Die Statue, zu
der das Original des Kopfes gehört, ist bei
Guattani, Moniini. ant. ined. per l'anno 1788,
Genuaio, tav. I, und darnach bei Clarac 856,
2182 abgcbildct. Erwähnt ferner von Luras im
Jahrbuch d. Inst. 1900, p 40 oben. Sie stellt einen
nackten, mit dem r. Bein vorschreitenden Faust-
•) Nacb fVI, Mitteilungen von Fr. Beekett; mein«
eigenen Notizen über «Iiw stück «im! verloren gegangen.
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115
116
Kopenhagen.
kämpfer, mit einer kleinen Heraklesherme zur Seite,
dar; ihr Material ist schwarzer Marmor. Sie befand
■ich ehemals in Villa Negroni in Korn und wurde
vom I Irafen Kries nach Wien gebracht. Nach-
forschungen, die Robert Ritter von Schneider nach
dem Verbleibe der Statue anzustcllcn die Freund-
lichkeit gehabt hat, haben zu keinem Resultate
geführt. Sie ist verschollen. Über die Zuge-
hörigkeit des Kopfes zur Statue fehlen nähere
Angaben Da er durchaus antik zu sein scheint
und aus dem nämlichen seltenen Materiale wie
die Statue bestehen soll, ist mir wahrscheinlich,
dass er zugehört; im Atelier des F.rgänzers würden
sich schwerlich zwei zu einander passende Stücke
aus schwarzem Marmor zusammengefunden haben.
Die Statue würde dann — vorausgesetzt, dass die
Anno antik oder richtig ergänzt sind — einen
aus Afrika stammenden Athleten darstellen, dem
die Ehre einer ikonischen Statue zu Teil geworden
war. Bereits von der Hand des Pythagoras von
Khegion stand die Statue eine« Krrenäers in
Olympia. Die Fries’sehe Statue freilich gehört
späterer Zeit an: das Pathos des Kopfes ist das-
jenige der pergamenischen Epoche. Die Arbeit
war offenbar vorzüglich; besonders geschickt ist
das wollige Nubierhaar gearbeitet. (Arndt.)
1484 und I48S. Abguss eines jugend-
lichen bärtigen Porträtkopfes*). Hoch
0,29 in. Aufbewahrungsort des Originales mir
unbekannt. Offenbar ciu vortreffliches Werk der
hellenistischen Epoche, dem Florentiner Kopfe:
Arndt, gr. u röm. Porträts, Taff 341/42, zeitlich
verwandt. (Arndt.)
I486, a Saal XXXVI , Schrank 1, No. 10.
Archaische Bronze eines knieenden
Silens. Müller p. 158, No 10 0,05 m hoch. Die
Bronze scheint irgendwo aufgesessen zu haben :
sie ist unten hohl. Die Rückseite ist eine nicht
weiter ausgearbeitete Fläche Ein Loch in dieser
KürkcuHäclic ist infolge eines (ittssfehlers ent-
standen. Der Silen hat PferdefUsse und Pferde-
ohren; mit den Händen berührt er die FUsse.
Der Kopf blickt nach oben. Sorgfältige Arbeit,
wohl etruskisch.
b. Saal XXXVI, Schrank 1, No. 8. Archai-
sche Bronze eines stehenden Silens.
Müller p. 158, No. 8. Micali, ant, mou. (1832),
•j Durch mein Verschulden ist diese Aufnahme irr-
tümlicherweise unter die Antiken des Thorruidsentnuscums
elngcreiht worden. Der (Hirt befand sich vielmehr früher
in der Aiigtisssammiung der Kunstakademie In der Cfaar-
lottenhorg (Katalog von Julius Lange, 1887, No. SOI) und
Ist .tetxt in der Abgussabteilung de» K Kunstmuseums auf-
gestellt. (Arndt)
tav. 41, 6-7. 0,07 m hoch. Die Filsse, der l. Arm,
die r. Hand fehlen. Spitzohren. Ithyphallisch. Das
1. Bein ist vorgesetzt, der r. Arm zurückgebogen,
als ob der Silen vorsichtig heranscliliche. Feine
Arbeit, wohl ebenfalls etruskisch.
c. Saal XXXVI, Schrank 1, No. 61. Ver-
goldete Bronze eines auf das r. Knie ge-
sunkenen, aufwärts blickenden Bärtigen,
der beide Hände emporstreckt Müller p. 164, No. 61.
Hoch 0,075 tu. Nach einer verticalen Einarbeitung
hinten zu schliessen, war das Stück an einer
Rückwand befestigt. Vielleicht Kuss eines Ciste.
Ein ganz ähnliches Stück, aus Philippopel, im
Museum von Sofia: Revue arch. 1897, II, p. 233,
No. 32 = Reiuaeh, repertoire 810, 8, ein zweites
itn British Museum: Walters, catalogue of the
bronzes, n° 1440, pl. XXV11, ebenfalls mit einer
Einarbeitung hinten. Zum Motiv vgl. Stark, Niobe.
Taf. XIX, 1. Atlas t
d. Saal XXXVI, Schrank I, No. 38. Verwaschne
Bronze des nackten stehenden Apoll
Müller p. 161, No. 38. 0,09 m hoch. Auf dem Rücken
der Köcher. Die Attributte der Hände sind kaum
mehr zu deuten : in der R. der Rest eines Stabes
(Vliorbccrzwciges?), in der L. des in der Mitte
gefassten Bogcns(?). Vgl. etwa die Neapler Bronze
Inventar 113257 (Phot. Sommer 7562) und Einzel-
aufnahmen 18. Ende des 5. Jahrh. (Arndt.)
1487. a. Saal XXXVI. Schrank 2, No. 29.
Vollgegossnes archaisches Bronzerelief
zweier Löwen, diu einen Hirsch zer-
fleischen. Miillerp. 160, No. 29. 0,155 m breit,
0,07 m hoch. Sehr fein ciseliert. Etruskisch.
b. Saal XXXVI, Schrank 8, No. 288. Rest
einer bronzenen Helmwange. Müller p. 187,
No. 288. Hoch 0,045 ui. Ein bärtiger Mann, in
Exomis, mit spitzer Mütze, fasst mit beiden Armen
einen zusammensinkenden jugendlichen behelmten
Krieger. Odysseus Achills Leichnam bergend?
Vgl. Roscher, myth. Lexikon, s. v. Odysseus,
Sp. 661 f. Die Gruppe sieht fast wie ein Pendant
aus zur bekannten Composition des Mcnelaos
mit dem Leichnam des Patroklos und ist jedenfalls
in Anlehnung an Bie erfunden. (Arndt.)
1488. Links. Saal XXXVI, Schrank 11.
SilbcrnesPorträtbüstchoneincsBärtigcn.
Müller p. 154, No. 1. Hoch ca. 0,065 m. Innen
hohl, ganz dünnwandig. Hadrianisch ?
Rechts Saal XXXVI. Schrank 11, VHI. 1.
Fragment eines Serapis köpfchcns aus
Boi n. Müller p. 214, No. 1. Hoeh0,095 m. Aufwärts
blickend. Vorzüglich gearbeitet. (Arndt)
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117
Kopenhagen Escorial.
118
Unter den nicht photographisch mitgenom-
menen StUcken des Thorvaldscntnusenms
scheinen noch erwähnenswert:
Saal XXXIX, No. 71. (Irusaei Relief-
fragment. Apoll? Hüller p. 139, No. 71. Hoch
1,08 m. Pentelischer Marmor. Ab Kopf. Arme,
Unterbeine Hochgegürtet, langbekleidet, n. r. ge-
wandt. Gute Arbeit.
In den Magazinen im Speicher: Ein
guter, aber stark verwaschner, lebensgrosser
Demostheneskopf, zum Einsetzen in eine
Statue bestimmt (Müller p. 137, No. 36), und ein
bartloserRömerkopf, etwa vom Schlüsse
des 1. Jabrh. v. (Ihr., von guter Arbeit
(A r n d t.)
Escorial.
Codex Escorialensis.
Anf das Skizzenbnch in der Bibliothek des
Escorial (früher A — II — 7, jetzt 28 II 12) hat
zuerst Justi aufmerksam gemacht; s. dessen kurze
Inhaltsangabe bei E. Müntz, Les antiquites de la
ville de Korne auz 14., 15. et 16. siicles, Paris 1886,
S. 157 ff. Vgl. ausserdem Müntz, Kendiconti del-
l'Accad. dei Lincei 1888, 1, 71 ff. De Rossi, Köm.
Mittheil. 1888, S. 94 f. J. Ficker, ebenda S. 317 ff.
1889, S. 75 ff Hülsen, ebenda 1891, S. 145. Robert,
Sarkophag-Reliefs II. S. XI. Eine Herausgabe
aller wichtigen Blätter des Skizzenbuches steht
von Herrn Dr. H. Egger in Wien zu erwarten.
Die Beischrift einer Grutteske auf Bl. 39'
ROMA
MCOOCLXXX
XI
weist auf die ungefähre Entstehungszeit hin. Es
ist sicher, dass das Skizzenbuch zu dem Kreise
Giulianos da Sangallo in Beziehung steht, doch
ist die versuchte Zurückführung anf diesen Meister
selbst (Hülsen a. a. 0.) nicht zn billigen, wie
C. v Fabriczy demnächst in seinem Verzeichnis
der Handzeichnungen Giulianos (Ergänzungsheft
des Jahrbuches des Archäolog. Instituts) nach-
weisen wird. Ein Toscaner scheint sich in dem
durchgängigen ch statt c zu verraten.
1489 (fol. 26 r). Ausruhender Herakles
im lysippischcn Motiv, nach der Unterschrift del
chardinale ditiena , trovatn imonte chauallo nrla
ckaprUa dtrcholr. Letztere Bezeichnung bezieht
sich vielleicht auf den belvederischen Torso (Köm.
Mitth. 1898 8 258). Francesco Piccolomini, (.'ardi-
nal von Siena, 1503 I’ap.st Pius III, batte seinen
Palast an der Piazza Siena, heute S. Andrea della
Valle. Seine Graziengnippe kam bekanntlich in
seine Vaterstadt ; unser Herakles stand nach A us-
weis des Cambridger Skizzenbuches (Jahrb 1892
S. 95, neu eingesehen von Hrn. Sandys), Bl. 8 f.,
später in der quiiinalischen Vigna Carpi, und be-
findet sich jetzt im Zimmer der „himmlischen und irdi-
schen Liebe“ Tizians in Villa Borghese, fast lebens-
gross (in keiner Brachreibung erwähnt;, s. Clarac
791, 1982 (danach wären nur die Finger der r.
Hand modern). (Michaelis.)
1490 (fol. 28'). Der capitolinische Nil,
damals auf Monte C'avallo; s z. No. 1499.
(Mic hae lis.)
1491 (fol. 32 r). Felderdeeke, von einem
Pfeilerkapitell aufsteigend; oben: choliseo. Eine
kurze Andeutung dieses Schmuckes findet sieh
bei Nibby, Roma nel 1838, parte antica, I, 427,
eine ausführlichere Erwähnung bei Lanciani, The
ruins and exeavations of aneient Rome, 1897, S. 381,
wo auch andere ältere Zeichnungen angeführt
werden (in Windsor Castle von Pietro Santu Bar-
toli mit Angabe der Farben). Nach einer Mit-
teilung Peterscns handelt es sich um die drvi-
schiffige Halle, die bei dem nördlichen, den Traians-
thennen zugewandten Hauptoingange des Amphi-
theaters auf die beiden äusseren Umgänge folgt.
Ihre Tonnengewölbe waren einst ganz mit be-
malten Stuckreliefs überzogen; die hier wieder-
gegebenen befinden sich am westlichsten der dem
Eingänge zunächst liegenden Gurtbögen. Die
noch erhaltenen Reste stimmen mit den Andeu-
tungen der Zeichnung überein, die für eine Einzel-
deutung nicht ausreichen (in den kleineren Feldern
vielfach Eroten). Das quadrate Feld oben be-
zeichnet den Scheitel des Gurtbogens, l’eterscn
hält nach bestimmten technischen Anzeichen die
ganze Dekoration für spätere Zuthat.
(Michaelis)
1492 (fol. 36v). W eiblichc Gewandstatue.
Die Unterschrift chaferelly weist auf den Pa-
lazzo täffarelli unweit 8. Andrea della Valle, der
1536 Kaiser Karl V. beherbergte (Stoppani, Vidoni,
jetzt Giustiniaui-Bandanij. Der Prospettivo mi-
lancsc, Albcrtini, Aldrovaudi erwähnen Statuen
in diesem Palast. Unsere Statue dürfte wohl eine
Porträtstatue sein; die hohe Gürtung, die schlanken
Verhältnisse, die Gewandmotive namentlich des
Mantels, der den ganzen Leib frei lässt, das Aus-
laden des Gewandes um die Füsse erinnern an
klcinasiatischc Gewaudstatuen hellenistischer Zeit
(Michaelis, Anc. Marbles in Great Britain S. 482.
543), Ähnliche Statuen oder Statuen ähnlichen
Stils finden sich nicht selten, z. B. Berlin 503.
Torlonia (Rcinach, R6p. U, 242, 9), vgl. Neapel
9
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119
Escorial.
120
(Clarac 498 D. 1053 B. 505, 1007). London (cbd.
510,1030). Vatican (Mus. Pio Clem. I, 44 Clarac
680, 1G23). (Michaelis.)
1493 (fol.37 »). Weibliche Gewandstatue,
l>et metucr gri/nnetta (mir sonst unbekannt). Bei
mancher Ähnlichkeit mit der vorigen ist die
Figur doch lebhafter und künstlicher bewegt,
mit starkem Gegensatz zwischen dem Unterkör-
per mit rechtem Standbein und dem Oberkörper,
der sich gegen »eine Linke wendet. Da» Motiv
gehört ebenfalls der hellenistischen Zeit an; sehr
ähnlich kehrt es in einer Statue des Lotirre
wieder (Reinach, Rf-pert. II, 673, 6; die Angabe
„Louvre 2840* ist falsch; sollte 2838 gemeint »ein,
so stammte die Statue aus Halikamass). Das
mehr an Boissard als an die Antike erinnernde
Küllliorn mit seinem malerisch geordneten Inhalt
dürfte wohl eine Ergänzung des Zeichners sein
(vgl. No. 1497); auch der gar so scharf seitwärts
gewandte Kopf erweckt Verdacht.
(Michaeli s.)
1494 (fol. 98 r). Marmorgeräte. 1. Run-
der Altar mit reichen Gliederungen oben und
unten; Übermässig gebauschte Guirlanden mit
flatternden Bändern , ohne Tierschädel, Masken
oder dgl. — 2. Seite einer dreiseitigen
K an d el aber basi s mit srhildtragendem Kna-
ben Nach Dr. Egger ist es eine» der l>eidcn
Exemplare in Venedig (DUtschke V, No. 134).
Ebenso im Louvre (< ’larac 187, 331), im Brit.
Museum (Anc. Marbles 1,6), in den Uffizien 162 D
(Gail, dl Firenze IV, 30) u. ö. — 3. Grosses
Marmorbecken (Herakles im dionysischen
Thiasos Aufdeckung de» Hermaphroditen; Zocga
II 71 f.), im 16. Jahrh im Giardino Cesi, später
in Villa Albani, jetzt im Mus. Torlonia 279
(Schreiber. Arch. Zeit. 1879, S. 05 No. 274. Mi-
chaeli». Jahrb. 1891, S. 139 No. 25, /.)
(Michaelis.)
1495 und 1499 (fol. 42 r und 62 r). Der
belvederiscbe Apollon in zwei Ansichten,
deren erste ziemlich genau dem Stiche Marrantons
(z.B. bei Thode, die Antiken in den Stichen Marcan-
tons, 1981, Taf 2) entspricht. Der Erhaltungszustand,
bezw. die Ergänzung (Petersen, Arch Anz. 1890,
8. 51. Röm. Mitth. 1894, 8. 249 ff.) ist der gleiche;
hervorzuheben sind die deutlichen, den Stamm
oben überragenden Reste de» einst vom Gotte
gehaltenen Zweiges (Furtw äuglcr. M.-W. 8. 662 f.),
die bei Marranton fehlen. Die Stütze unter dem
I. Fuss und der Stülzenrest an der r. Hüfte sind
wcggclassen. No. 1495 giebt die Statue ohne Basis;
die Basis in No. 1499 entspricht nicht der heutigen,
die schon bei Marcanton (mit Andeutung der
runden Nische im Belvedere) erscheint. Es ist
vielmehr die Basis, auf der die Statue an ihrem
ersten römischen Aufenthaltsorte stand, nach der
Unterschrift von No. 1495 nelorto di tapiern in
uinhohi, d. h. im Garten von 8. Pietro in vincola,
wo Giuliano da Sangallo dem Titnlar dieser Kirche,
dem Kardinal Giuliano della Rovere (Julius II.),
einen Palast baute (Vasari IV, 278 f.); vgl. Micha-
elis, Jahrb. 1890, 8. 10. Hülsen, Arch. Anz. 1890,
8. 48 Anm. 2 (in viridario palatii 8. Petri ad
Vincula.} (Michaelis)
1496 (fol. 43»). Wsssergöttin. („Aphro-
dite“, „Thetis*, „Amymone*;. Kopf und Fackel
mit ihren Halternden Bändern goben sich leicht
als Ergänzungen des Zeichners zu erkennen
(vgl. zu No. 1493). Unterschrift : luanto apottolo,
d. h. in der Kirche oder dem damals ebenfalls
Giuliano della Rovere zustebenden Palaste von
Santi Apostoli. Unter den zahlreichen Statuen
dieses Typus (Bcrnoulli, Aphrodite 8. 866 ff. E.-V.
712) kenne ich nur eine, welche anstatt des
nackten Oberkörpers einen ungegürteten Chiton
aufweist, die Statue in Villa Borghese, Gallerie
41 (ßernoulli n. 10. llelbig, Führer’ 971. Clarac
593, 1296), die auch von Melchior Lorch 1551
gezeichnet worden ist (Jahrb. 1892, 8. 90. Bl. 1,
I, b). Diese Statue stimmt in ihren echten Teilen
mit der Zeichnung (z. B. auch in dem hohen,
wasserüberströmten Block unter dem Delphin)
völlig überein; der Kopf, der r. Vorderarm und
der Schwanz de» Delphins sind ergänzt. Nach
Clarac stammt die borghesische Statue aus der
Villa Moudragone, die unter Gregor XIII
(1572—1585) von dem Kardinal Mark Sittich von
Hohenems, dem Neffen Pius IV., angelegt und
später vom Herzog Giuvan Angelo Altemps an
die Borghese» verkauft ward. Der Kardinal mag
also die Statue von SS. Apostoli nach jenem
Prachtbau verbracht haben. (Michaelis.)
1497 (fol. 44 Br). Unterteil einer sitzen-
den Statue; in der Ecke unten rechts: dianni
ciapoln. Über diesen bedeutenden Antiken-
sammler, einen Freund Polizianos, vgl. die An-
gaben bei Michaelis, Jahrb. 1898, S. 199 f Lan-
ciani, BulletL comun. 1899, S. 401 ff. Robert,
Röm. Mitth 1901, 8 230 Anm. 1. 238. Vielleicht
ist unsere Statue gemeint bei dem Prospettivo
milanese. Str. 25 . . . un nudu che ri tede, D un
re/ copcrto talvo ch’el pii manch». Qual fa mern-
vegliar ogni hnm che'l veile. Heemskerck zeichnete
dieselbe Statue vollständig in der esquilinischen
Vigna des Kardinals Cesi, eine zweite vollstäudige
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121 Escorial. 1 22
Zeichnung aus der Sammlung dal Pozzoe befindet deren kolossale < i rosse (Länge ungefähr 4Vi m)
sieh in Windsor Castle, das Fragment (Unterteil) anschaulich machen. (Michaelis)
einer Wiederholung ist im Neapler Museum; alle 1499 (fol. 52>). «• au No. 1495.
drei abgebildet und besprochen von Michaelis a.a.O. 1500 (fol. 54 r). Schiffskampf, Relief in
S. 192 ff., der darin Kopien dos chryselephantinen Venedig aus der in Rom gebildeten Sammlung
Juppiter Capitollnus des Apollonias vermutet. Die j Grimani (Diltschke V No. 295). Gegenüber den
Andeutung eines von der Linken gehaltenen Stabes bisherigen Abbildungen (z. B. Arch Zeit, lüfifi,
in unserer Zeichnung ist wohl ein Zusatz des Taf. 214, am besten Oesterreich. Jahresh. I Taf. 2)
Zeichners; die beiden anderen Zeichnungen bietet die Zeichnung die beiden äussersten Figuren
kennen den Stab nicht, und im Original dürfte links und den am Roden liegenden Toten rechts
eher ein Blitz anzunehmen sein. vollständiger, ubergeht dagegen das Aphlaslon
(Michaelis.) oben rechts, den Helm des Kriegers daneben, die
1498 (fol. 4fiv). Der eapitolinische Nil, Reste einer liegenden Gestalt links. Der orna-
Wicderholung von No. 1490, mit der Unterschrift mentale Abschluss oben und unten ist bei der
marfurio di chauagli, .liegender Flussgott von späteren Einrahmung gekürzt worden; er kehrt
Monte Cavallo*. Hier stand der Nil mit seinem an griechisch - römischen Sarkophagen ähnlich
Gegenstück dem Tigris (später in einen Tiberis wieder (Robert, Sark.-Rel. 11, 10, 13. Jahresh.
umgearbeitet) das ganze Mittelalter hindurch. a. a. 0. S. 20 Fig. 20). Unterschrift: intreftcueri
vermutlich als Schmuck eines Nymphäum, bis beide im Trastevere; von dort wird Kardinal Grimani
(zwischen 1513 und 1527) auf das Capitol ver- das Relief erworben haben. Die spätere Beischrift
setzt wurden (Michaelis, Rom Mitth. 1833, S. 271, oben liest C. v. Fabriczy per comict Alto di fora;
Anm. 42. 1891, S. 25 f„ 29 f. 1898, S. 254 ff.). Die sie deutet die Verwendbarkeit des Stückes für einen
menschliche Figur auf dem Kopfe der Statue soll praktischen Architekten an. (Michaelis.)
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f A
ö
Photographische Einzelaufnahmen
ANTIKER SCULPTUREN
Serien zur Vorbereitung eines Corpus Statuarum
Unter Mitwirkung von Fachgenossen herausgegeben
PAUL ARNDT und WALTHER AMELUNG
REGISTER ZU SERIE I-V
Bearbeitet von
GEORG LIPPOLD
Preis t Mark
MÜNCHEN 1911
F. BRUCKMANN A.-G.
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Bezugsbedingungen.
Die Publikation ist ni«*ht durch die Buchhandlungen, weder im Abonnement noch in
einzelnen Blättern, sondern ausschließlich direkt von der Firma F. Br uck mann A.-G.
in München 20 zu beziehen, welche, um die Erreichung des wissenschaftlichen Zweckes
des Unternehmens zu ermöglichen, Herstellung und Versendung übernommen hat, ohne daraus
ein eigentliches Verlagsobjekt zu bilden.
Die erste Serie umfaßt 27« Nummern, davon
8 Blatt itn Format von 24 : 30 cm zu 1 Mark
25 f, „ „ „ 18:24 „ „ 80 Pfennigen
245 „ „ „ 13:18 „ „ 50 „
Die zweite Serie (Nr. 279—578) enthält 300 Blatt in Kabinettformat zu 50 Pfennigen.
Die dritte Serie (Nr. 679—900) enthält 322 Blatt in Kabinettformat zu 50 Pfennigen.
Die vierte, fünfte und alle folgenden Serien enthalten je 300 Blatt in Kabinettformat
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je 120 Mark, die dritte Serie 12« Mark HO Pfennige und jede weitere Serie wieder 120 Mark
kostet. Die Texthefte zu jeder Serie kosten 2 Mark, die Register zu je 5 Serien 1 Mark.
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Vorwort
Zum Verständnis der folgenden Register zu Serie I — V der Einzelaufuahmen
bedarf es einiger Vorbemerkungen, vor allem zu IV, dem kunstgeschichtlichen
Register. Man erwarte hier nicht eine historische Anordnung aller in den Einzel-
aufnahmen bisher publizierten und besprochenen Monumente, wie es etwa im
Register zu den Griechischen und Römischen Porträts von Arndt versucht worden
ist. Denn da die Abfassung der Texte z. T. zwanzig Jahre zurückliegt, da an
ihnen eine ganze Reihe von vielfach in ihren Ansichten stark uuscinander-
gehenden Gelehrten beteiligt war, da endlich die Texte noch gar keine endgültige
Einordnung der betreffenden Stücke geben wollen, so hätte eine ganz neue
Anordnung stattfinden müssen, was dem nächsten Zwecke des Registers, über
das zn orientieren, was im Texte steht, widerspricht. Außerdem ist das bisher
in den Einzelaufnahmen publizierte Matoriul doch zu lückenhaft, als daß sich
darauf eine historische Übersicht der autiken Plastik hätte aufbauen lassen.
Erst wenn einmal eine größere Reihe von Serien der E-A publiziert ist,
wird sich ein solcher Versuch mit einigem Nutzen anstelle!) lassen. Es
sind also alle in den Texten ausgesprochenen Ansichten registriert, auch
wenn sie heute von niemand mehr geteilt werden. Z. B. mußte die sogenannte
Aphrodite von Epidauros, die heute wohl jeder an die Wende vom 5. zum 4. Jahr-
hundert setzt, der von Flasch so hartnäckig vertretenen Ansicht folgend, unter
„zweite Hälfte des IV. Jahrhunderts“ angeführt, mußten die vatikanischen
Musen nach der vom Autor selbst wieder aufgegebenen Kombination als Thcs-
piaden des Praxiteles eingeordnet werden.
In Register I und in dagegen ist nach Möglichkeit darnach gestrebt worden,
den derzeitigen Stand der Dinge wiederzugeben, d. h. die Monumente unter
den Orten anzuführen, wo sie sich jetzt befinden, bezw. wo sie zuletzt gesehen
worden sind. Denn da viele Stücke noch immer keinen endgültigen Besitzer
gefunden haben, sondern im Kunsthandel umherirrend, zufällig verschwinden
und wieder auftauchen, andere, die nach älteren Publikationen zitiert sind,
vielleicht für immer verschollen oder vernichtet sind, war gerade hier unbe-
dingte Zuverlässigkeit nicht zu erreichen.
Die Abkürzungen etc. sind wohl ohne weiteres verständlich. Zahlen
bedeuten die No. der E-A und zwar beziehen sich (in III und IV) kursiv
gedruckte auf die Aufnahmen selbst, die andern nur auf die Texte. Lateinische
Ziffern bezeichnen die einzelnen Serien: 1,2 = Serie I, Teil 2. Namen wie
„Eros vom Palatin“, „Kleine Ilerculanenserin“ bezeichnen im allgemeinen den
Typus, nicht die einzelne Wiederholung.
GEORG LIPPOL1).
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I. Inhalt von Serie I — V.
No. 1 — 3 Verona, Museo lapidario
4—6 Verona, „ civico *
„ 9—26 Mantua
„ 26 — 31 Vicenza
„ 32 — 68 Wien, Sammlung Erzherzog Franz Ferdinand (ehemals Cataio)
„ 69—82 Parma
„ 83 —95 Florenz, Uffizien *
„ 96—107 ,. Giardino Boboli
„ 108— 110 Rom, Palazzo Barberini
„ 111 — 112 „ Palazzo Roapigliosi
„ 113-131 „ Villa Mattei
„ 132 — 133 „ Villa Borghese
,, 134 „ Via Margutta 53 B
„ 135 — 150 „ Sammlung Monteverde
„ 151 Kopenhagen, Glyptothek Ny-Carlsberg
„ 152 — 153 Dresden, Albertinum
„ 154—155 Kopenhagen, Glyptothek Ny-Carlsberg
„ 156 Rom, Kunsthandel '
„ 157—158 Kopenhagen, Glyptothek Ny-Carlsberg
„ 159—162 Rom. Kunsthandel
,, 163 Kopenhagen, Glyptothek Nv-Carlsberg
„ 164 — 165 Dresden, Albertinum
„ 166 — 170 Kopenhagen, Glyptothek Ny-Carlaberg
„ 171 Rom, Kunsthandel
„ 172 — 174 Boston, Privatbesitz
„ 175 — 182 Rom, Kunstbandel
„ 183 Kopenhagen, Glyptothek Ny-Carlsberg
„ 184 Dresden, Albertinum
„ 185 Rom, Kunsthandel
„ 186—187 Kopenhagen, Glyptothek Ny Carlsberg
„ 188—191 Rom, Kunsthandel
„ 192—199 Brescia
„ 200—205 Pisa
,, 206 — 235 Florenz. Palazzo Pitti
„ 236 „ Uffizien
„ 237 — 239 „ Kunsthandel
,, 240 — 242 „ Palazzo Orlandi
■■ 243 — 278 Rom, Museo nazionale (Ludovisi)
1,1, S. 1 3
„ „ 13
„ „13-14
„ 14
„ 14—15
„ „ 15-16
„ „ 16
„ „ 16—17
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„ 17—18
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„ „ 19—20
„ „20
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„ „20
„ „ 20
„ „20
„ „ 20
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1,2... 5
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„ ., 5 - 10
„ „11
.. „ II
„ .. 11 — 12
,. .. 12—17
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No. 279 — 291 Florenz, Giardino Boboli II, S. 7 — 11
„ 292—297 „ Poggio Imperiale.. „ „11 — 13
„ 298—299 „ Giardino di Castello „ „ 13—14
„ 300—317 „ Palazzo Hiccardi „ „14 — 16
„ 318—330 „ Giardino del Palazzo Corsini al Prato „ „16—18
n 331—339 Palazzo Corsini Lung’Arno „ „ 18—19
„ 340—343 Palazzo Vecchio „ „19—20
„ 344-379 „ Uffizien „ „ 20—23
„ 380 „ Kunsthandel „ „24
„ 381—402 Wörlitz „ „24-30
„ 403-448 Rom, Capitol. . . „ „30—34
„ 449—451 „ Consorvatorenpalast „ „34—35
„ 452-471 „ Capitol „ „35—36
„ 472—482 „ Consorvatorenpalast „ „36
„ 483—484 „ Palazzo Barberini „ „37
„ 485 — 495 „ Palazzo Borghese „ „ 37 — 39
„ 496—542 Neapel» Museo nazionale •••• »» „39—49
„ 543 „ Museum von S. Martino „ „49
„ 544 Sorrent, Museum „ „49
„ 545 — 568 Palermo, Museo nazionale „ „49—53
„ 569—572 Castelvetrano „ „ 53—54
„ 573—574 Taormina, Museo „ „54
„ 575—576 Madrid, Prado „ „54
„ 577—578 Petersburg, Sammlung Stroganoff» „ „54
„ 579—588 Triest, Museo lapidario III, „ 7—9
„ 589—600 „ Museo civico „ „ 9—13
„ 601—602 Corfü, kgl. Schloss „ „13
„ 603—612 „ Museum „ „13—15
„ 613— 724 Athen, Nalionalmuseum „ „15—27
„ 725 — 734 „ Akropolismuseum „ „27—28
„ 735 Thera „ „28
„ 736— 737 Melos „ „28-29
„ 738 Smyrna, Evangelische Schule „ „29
„ 739 Konstantinopel, Sammlung Nelidow „ „ 29 — 30
„ 740 Paris, Louvre „ „30
„ 741 Konstantinopel, Sommerpalast der französischen Botschaft „ „30
„ 742 „ Sammlung Aristarchi Bei „ „30
„ 743 — 744 Dresden, Albertinum * „ „31
„ 745 — 750 Palermo, Museo nazionale * „ „31
„751 „ Municipio „31
„ 752—758 Syrakus „ „31—32
„ 759—761 Girgenti „ „32
„ 762-764 Catania „ „32
„ 765 — 773 Neapel, Museo nazionale.... „ „33 — 34
„ 774 — 805 Rom, Garten des Vaticans „ „34 — 37
„ 806 — 810 „ Magnzzino archeologico „ „37
„ 811 — 817 „ Kunsthandel „37 — 38
„ 818—819 „ Forum „ „38
„ 820—821 Florenz, Uffizien „ „ 38—39
„ 822 „ Palazzo Pitti „ „39
„ 823 — 824 Venedig, Museo archeologico „ „39
„ 825—827 „ Arsenal „ „40
„ 828 — 865 München, Glyptothek „ „ 40—45
„ 866 — 880 „ Kunstakademie „ „45 — 47
„ 881 — 882 Käuflicher (lyps „ „47
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No. 883 — 895 Würz barg, Wftgnergcheg Kunstingtitut . .
„ 896 — 898 Berlin, Sammlung Hiller von G&rtringen
„ 899 — 900 Basel, Museum
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901 — 906 München, Sammlung Prinz Kupprecht
907—1035
1036—1038
1039—1041
1045-1047
1048—1049
1050 — 1053
1054
1055-1057
1058-1059
1060—1067
1068 - 1085
1088—1089
1090-1126
1127-1166
1167—1168
1169-1173
1174—1175
1176—1177
1178
1179
1180-1181
1182-1184
1185
1186
1187
1188—1190
1191 — 1192
1193
1194
1195a
1195b
1196
1197-1198
1199—1200
1201-1273
1274 -1287
1288-1290
„ Residenz
„ Privatbesitz
„ Kunsthande!
„ Privatbesitz
„ Kunstakademie
„ Kunsthandel
Kopenhagen, Glyptothek Ny-Carlsberg
München, Kunsthandel
Augsburg, Kathaus
„ Maximilianemuseum
Hannover, Provinzialmusenm
Privat besitz am Gardaase
Born, Villa Albani
„ Palazzo Colonna
Kopenhagen, Glyptothek Ny-Carlsberg.
Rom, Palazzo Lazzeroni
,, Banen nazlonale
„ Kunsthandel
München, Glyptothek
Rom, Kunsthandel '.
München, Glyptothek
Rom, Kunsthandel
München, Glyptothek
,, Privatbesitz
Kopenhagen, Glyptothek Ny-Carlsberg
Rom, Kunsthandel
Kopenhagen, Glyptothek Ny-Carlsberg
Rom, Kunsthandel
London, British Museum
Rum, Kunsthandel
Kopenhagen, Glyptothek Ny-Carlsberg.
Rom, Kunsthandel
Neapel, Privatbesitz
Florenz, Galleria degli arazzi
Athen, Nationalmusoum
„ Akropolismuseum
„ Kunsthandel
1291 — 1292 Budapest, Museum
1293 — 1297 Athen, Kunsthandel.....
1298 — 1299 Kleusia, Museum
1300 OropoB, Amphiareion. . . .
1301 — 1303 Theben, Museum
1304 — 1308 Patras, Dimarehie
1307—1309 „ Gymnasion
1310 Kloster Luku (Thyreatis)
1311 — 1324 Sparta, Museum
1325 — 1328 Corfb, Museum
1329 Andres, Palaeopolis
1330 — 1332 Paros, Mussum
1333 „ Kostos '
1334—1337 „ Privatbesitz
III, 8. 47-49
„ „49-50
IV, „ 7
„ „ 7-21
„21-22
„ „22
„ „22-23
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„ „23-24
„ „24
„ „24-25
„ „26-29
„ „29
„ „29-35
„ „35-48
„ „ 48
„ „48-50
„ „50-51
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„ „51
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„ „51-52
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„ „39-40
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„ 41 — 42
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„ „46-51
„ „51-52
„ „52-54
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„ „ 54—55
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No.l 338— 1344 Smyrna, Evangelische Schule
„ 1345 — 1350 „ Konak...»
„ 1351 — 1352 „ Sammlung Gaudin
„ 1353 Konstnntinopel, Kunsthandel
„ 1354 — 1355 Rom, Palazzo Aldohrandini
„ 1356 — 1357 „ Privatbositz
„ 1358 — 136b Genua, Palazzo reale...
„ 1366—1370 „ „ bianco
„ 1371-1372 „ Villa Gräber
„ 1373 — 1377 Kopenhagen, Glyptothek Ny-Carlsberg
„ 1378 — 1379 Roin, Kunsthandel
„ 1380 Aquileia, Museum
„ 1381 — 1383 Trient, Museo tnunicipale
„ 1384 — 1408 Aix en Provence, Museum
„ 1409 — 1430 Nimes, Maison carree
„ 1431 i, Ecole des beaux arte...»
„ 1432 — 1435 Mannheim, Antiquarium
„ 1436 — 1443 Karlsruhe, Vereinigte Sammlungen....
„ 1444—1447 Erbach
„ 1448 — 1451 Darmstadt, Sammlung von Heyl
„ 1452 München, Privatbesitz
„ 1453 — 1459 „ Sammlung Hirth
„ 1400 — 1475 Jena, Sammlung Schott
„ 1476 — 1483 Kopenhagen, Thorvaldsenmuseum ....
„ 1484—1485 „ Kunstmuseum
„ 1486—1488 „ Thorvaldaeninuseum
„ 1489 — 1500 Madrid, Escorial, Codex Escorialensis .
V.
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„
„ 58-59
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„ 59—60
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„ 117-122
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II. Verfasser der Texte.
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836-837 . . .
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838-843 . . .
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849-850 . . .
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510—511 . . .
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II
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532-535 . . .
875-882 . . .
. . . . P. Arndt
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H. Bulle
883—895 . . .
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537-588 . . .
II
866—898 . . .
. . . . F. Freiherr Hitler v. Gart-
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539—540 . . .
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635 - 686 ...
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1854—1367 ...
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1358-1359 . .
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ii
767—764 ...
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1432-1452 ...
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806—810 . . .
1458—1459 ...
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II
1460—1476 ...
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ii
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1476-1488 ...
.. . .P. Arndt
n
819
H. Bulle
II
1489 — 1500 ...
A. Michaelis
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1
Agram — Athen
2
III. Ortsregister.
[D (bei ober-italienischen Sammlungen} = Diitschke; M (bei englischen Sammlungen) — Michaeli«, Ancient mnrbles;
M— D (bei römischen Sammlungen) = Matz— Dnhn.l
Agram.
Meergöttin (?), aus Teraatto 712.
Aix en Proveno«.
(Katalog von 18B2.)
No. 17 Kopf einer griechisch-ägyptischen Pfeiler-
atatue V, S. 80. — No. 97 HermenBchaft mit In-
schrift V, S. 80. — No. 209 Knioender Perser
1396 — 98; 502/3- — No. 210 Votivrelief, attisch
1384. — No. 211 Candelaberbasis 1399— 1401. —
No. 212 Weiblicher Kopf, 4. Jahrh 1387/88 —
No 213 Priap V, S- 80. — No. 214 Kind 1392. —
No. 215 Desgleichen 1393. — No. 224 Weib-
licher Kopf 1385/86. — No. 225. Kopf der
Kybelc oder einer Stadtgöttin 1395. — No. 236
Bärtiger PortrnUkopf, antoninisch V, S. 80. — ■
No. 886 Kopf des Platon 1402 03. — No 237
Kopf des Zenon 1405/06. — No. 245 Kopf eines
jugendlichen Kentauren 1391. — No 252 Kopf
des Diogenes 1407/08. — No. 259 Doppelhenne
zweier Griechen 1404 — No.2 6 Nackter Knaben-
torso 1389. — No. 267 Torso des „Peribo^tos“
V, S. 80. — No 268 Diouysostorso 1390. -
No 269 Torso eines Silens 1394; IV, S. 63 (504).
Andros.
PALAEOPOLIS. Weihreliefan die Nymphen 1329.
Aqulleia.
Tanzende Maenade 1419. — ,,Totentimhlrelief'/3£ö.
Argos.
Aphrodite, Statuette 1451.
Athen.
AK ROPOLISMUSEUM. Altertümlicher Jüngüngs-
kopf IV, S. 59 (450/51). — Kuabe (von Kritios?)
550 ; 569—72; IV, S. 65 (550). — Fragmente
zweier Charitenreliefs 731/32; 1036. — Kopf
Alexanders d. Gr. 1448 - 50. — Kopf des San-
dalenbinders 733 34. — Statuette des sitzenden
Hermes 318. — Torso des Poseidon aus dem
Ostgiebel des Parthenon 706 a. — Kopf des Po-
seidon vom Ostfries des Parthenon 725. — Kopf
der „Demeter“ vom Ostfries des Parthenon 726 ;
658 — 60. — Kopf des „Apollon“ vom Ostfries
des Parthenon 727. — Bärtiger Kopf vom Nord-
fries des Parthenon IV, S. 67. — Kopf
eines jugendlichen Reiters vom Nordfries des
Parthenon 729. — Jütigliugskopf vom Nordfries
des Parthenon 730. — Weiblicher Torso, von
einer Mctope des Parthenon 497. — Weibliche
Figur vom Fries des Krechtheions 1169. — „San-
dalenbinderin“ von der Nikebalustrade 1286 —
Bruchstück eine« Votivrelicfs an Pan und die
Nymphen 1274. — Helieffragment mit Athcna
1275. — Desgleichen 1276. — Desgleichen 1277. —
Helieffragment mit sitzender Athena 1278. —
Basis mit Athletenrelief» 1162. — Zwei Frag-
mente von einer kleinen Marmorbasis 1279/80. —
Helieffragment 1281. — Relieffragment 1282. —
Helieffragment, stehender Mann 1283. — Relief-
fragment 1284. — Rechte Seite, einer relief-
gcschmiiekteu Basis 1285.— „Trauernde“ Athene,
Relief III, S. 51 (449—51). — Neuattisches Relief,
Hermaphrodit 1381 . — Fragment vom Oberkörper
einer weiblichen Figur 1286. — Oberkörper
einer weiblichen Figur 1287.
DIPYLON. Grabmal der Deuictria und Pamphile
1169. — Grabstele de» Dexileos 1424; 1440.
LYSIK RATESDENKMAL 1162.
NATIONALMUSEUM.
(K. = Katalog von Kastriotia 1‘JOtt.)
K. 45 Sog. Omphalosapollon (Kopf) 625/26 ; 728. —
K. 47 Replik vom Kopf des Kasseler Apoll 705
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3
Athen
4
IV, S. 63 (607/08). — K. 65 Jugendlicher Kopf
1201102 ; 427/28 (vgl. IV, S. 69). — K. 67 Alter-
tümlicher Jünglingskopf 644—46. — K. 96 Ar-
chaischer bärtiger Kopf 1266/67. — K. 120 Weih-
relief aus Elcusis 279; 497. — K. 157 NereYde
von Epidauroa 579. — K. 176 Weibliche Sta-
tuette, vom Piraens 613— 16 ; IV, S. 66. — K.
178/79 Kriegerkßpfe von Tegea 298/99; 820/21. —
K. 181 „Eulmleus“ 17; 522 23; 637,38; 641/42. -
K. 182 Weiblicher Kopf vomSddabhang der Akro-
polis 820/21; IV, S. 61 (486); 1342/48. — K. 186
Weiblicher Kopf mit Haube 647—49. — K. 189
Jugendlicher männlicher Kopf 656 57. — K. 194
Jugendlicher männlicher Kopf 654155». — K. 195
Jugendlicher männlicher Kopf 654 33b. — K.215
bis 17 Basis dos Praxiteles von Mantinea 496;
1248,1. — K. 2l8 Hermes von Andros 341;
631/32; 679/80; 715; 877/78. - K. 223 Jtlnglings-
statuette aus Sparta 617—20. — K. 230 Statuette
dos Apollon 77W; IV, S. 67 ; 709b. — K. 235 Poseidon
von Melos 272; 787. — K.236 Weibliche Statue
aus Melos 724. — K. 239 Satyr von Latnia
641 42 (Kopf); 247; 491. — K. 240 Hermes von
Atalanti 635/36 (Oberteil); IV, S. 66; 218—15;
631/82; 1138. — K. 241 Hermes von Aigion
631132 (Oberteil); 213 — 15. — K. 242 Replik der
kleinen Herculanenserin 631/32. — K. 243 Hermes
von Troiren 633 .34 (Kopf) ; IV, S. 66. — K.244
Jllngling von Erctria 624 (Gewandpartie). —
K. 246 Statue eines vorwärts schreitenden Jüng-
lings 639140 (Kopf); 134. — K. 247 Gestürzter
Krieger von Delos 1440. — K. 248 Jüngling vom
Olympicion 627:26 (Kopf). — K. 254 Jünglings-
statue aus Eleusis II, S. 53; 1139; 1442 43. —
K. 255 Sog. Dionysos von Eleusis 637I3H (Kopf);
IV, S. 66. — K. 257 Silen mit Dionysoskind 643
(Kopf). — K. 262 Aphrodite von Epidanroa
629/30 (Kopf); 226; 287; 364 65 ; 710 11; 819;
822; 1287 ; 1361. — K. 263 Asklepios, aus Epi-
dauroe 1U, S. 30. — K. 266 Asklepios, Statuette
915 ; 1216. — K. 291 Weibliches Köpfchen 1270.
— K 299 Statuette der Hygieia (?) aus Epidauros
710 11; IV, S. 67. — K. 313 Weibliche Herme
aus Rhamnus 243/44. — K. 836 Bärtiger Por-
traitkopf, 2.-3. Jahrh. n. Ohr. 1031. — K. 364
Jünglingskopf 1210/11. — K. 372 Bärtiger Por-
traitkopf 979—83. — K. 381 Weiblicher Kopf
1203/04. — K. 467 Jünglingskopf („Juba")
1207 — 09. — K. 468 Wiederholung des vorigen
1207- 09. - K. 550 Weiblicher Kopf 1205 i»i;
799. — K. 594 Bärtiges KBpfchen 1269. — '
K. 683 Statuette eines sitzenden Pan 709 a; ,
1193. — K. 695 Statuette eines kleinen Mädchens
IV, S. 18 (10). — K. 696 Desgleichen IV, 8. 18
(10). — K. 698 Jünglingsstatue mit Portrait-
kopf 71 3; 1273. - K. 701 Hygieia 717; 782.
— K. 702 Asklepios 719; IV, 8. 67; 719;
720. — K. 703 Asklepios 719; IV, S. 67. —
K. 704 Asklepios 720; IV, 8. 67. — K. 706 Meer-
gßttin (?) 712. — K. 710 Weibliche Statue 724;
IV, S. 67. — K. 714 Grabrelief ans dem Piraeus
658— 60. — K. 7 15 Grabrelief aus Salamis 661— 64
(Köpfe); 1340 41. — K. 716 Grabrelief 658—60
(Köpfe). — K. 717 Grabrelief WS— 7/ (Köpfe);
1298. — K. 720 Grabstein der Mclite 665 (Kopf).
— K. 724 Grabstele der Phainarete 1169. —
K. 731 Grabrelief 672 (Kopf)- — K. 736
Grabrelief 679/80 (Kopf). — K. 737 Grab-
mal des Prokleides 681 — H5 (Köpfe). — K. 738
Grabmal des Aristonautes 695 —97 (Kopf). —
K. 741 Grabstele aus Thessalien 1127. —
K. 823 Skythischer Bogenschütze 623. —
K. 824 Desgleichen 622. — K. 825 Grab-
statue einer trauernden Fran 621; IV, 8. 66;
908—12. — K. 826 Grabstelc der Mnosistrate
1169. — K. 882 Grabrelicf 690—94 (Köpfe);
702/8. — K. 833 Grabrelicf aus Rhamnus
673—76 (Köpfe); 1298. — K. 834 Grabrclief aus
Eleusis 677/78 (Kopf); 698-701. — K. 869 Grab-
mal vom llissos 698 — 701 (Köpfe); IV, 8. 66;
1298. — K. 870 Grabrelicf 686—89 (Köpfe). —
K. 888 Grabrclief 580. — K. 966 Grabrelief 702/3
(Kopf). — K. 1128 Grabrelief (Conze 828) 111,
8. 52 (664). — K. 1193 Grabstein der Alexan-
dra 587 D. — K. 1214 Grabstein des F.iikarpo»
und der Sophia 587 D. — K. 1218 Grabstele
aus Rhcnela 989. — K. 1260 Grabstelc des
Alexandres von Milet 989. — K. 1818 Grab-
rclief 588 B. — K. 1329 Votivrelief des Archan-
drus 1242. — K. 1330 Votivrolief aus dem As-
klepieion 1228; 1230; 1234. - K. 1331 Votiv-
relief ans dem Asklepieion 1222. — K. 1332
Weibrelief an Asklepios und die clcusinischen
Gottheiten: 1236 ; 1240. — K. 1333 Votivrelief
aus dem Asklepieion 1230; 1228. — K. 1334
Votivrelief aus dem Asklepieion 1224; 1225;
1282. — K. 1835 Votivrelief aus dem Asklepieion
1231; 1221; 1230; 1247, 1. - K. 1838 Votivrelief
aus dem Asklepieion 1232; 1215; 1227; 1237. —
K. 1339 Votivrelief aus dein Asklepieion 1227 ;
1234. — K. 1341 Votivrolief aus dem Asklepieion
1220; 1215: 1219; 1221; 1242; 1256. — K. 1344
Votivrelief an Asklepios und seine Familie 1234.
— K. 1345 Votivrelief aus dem Asklepieion
1225. — K. 1346 Votivrelief ans dem Asklepieion
1221; 1219; 1220; 1222; 1231 ; 1245, 4. — K. 1352
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5
Athen
6
Votivrelief an Asklepios 1222; 1238. — K. 1354
Votivrelief aus dem Asklepieion 1229 ; 1227. —
K. 1366 Votivrelief aus dem Asklepicion 1226.
— K. 1300 Relieffragment aus dem Asklepieion
1239. — K. 1367 Votivrelief an Asklepios und
seine Familie 1235. — K. 1368 Votivrelief vom
Südfuii der Akropolis 1233. — K. 1369 Votiv- ,
relief an Asklepios und Athcna 1237. — K. 1372
Fragment eines Votivreliefs 1224. — K. 1374
Votivrelief aus dein Asklepieion 1223. — K. 1376
Votivrelief aus dem Asklepieion 1219. — K. 1377
Votivrelief an Asklepios 889 90; 1236. — K. 1380
Votivrelief an Apollon, Artemis und Leto 1251:
1252; 1262. — K. 1381 Thronender Asklepios,
Relieffragment 1238. — K. 138-1 Votivrelief aus
dem Ainphiaraos-Heiligtum in Rhamnus 1240.
— K. 1385 Jüngling mit Pferd, Relief aus Aegina
1257. — K. 1396 Urkundenrelief 1215: 1232;
1236. — K. 1400 Votivrelief an Apollon, Artemis
und Leto 1252. — K. 1402 Asklepiosrelief aus
Luku (obere Partie) 1245,5. — K. 1403 Votiv-
relief aus dem Piraeus (?) 1241. — K. 1405 Votiv-
relief an Zeus Philios 1247, 2\ 1215, 3; 124ß, 2. — *
K.1406 Votivrelief an Men 1247, I. — K. 1407
Votivrelief an Zeus Meilichios 1245,4 ; 1246, 3. —
K. 1408 Votivrelief 1 245, 3. — K. 1409 Votivrelief
an dieDioskuren 1245, /.— K. 1410 Votivrelief an
einen Heros 1245 , 2. — K. 1417 Heroenrelief aus
Chrysapha (?) 1265. — K. 1419 l'rkundenrelief
(5. Jahrh.) 12 IS, /; 1242. — K. 14*20. Relief-
bruchstück 1216,2. — K. 1421 Stück eines Votiv-
reliefs an Naturgötter 1250. — K. 1422 Votiv-
rclief an chthonische Gottheiten 1253. — K. 1423
Relief aus Epidauros 1256. — K. 1425 Basis
von Epidauros 889/90. — K. 1426 Votiv-
relief aus Kpidauros 1233. — K. 1431 Votiv-
relief an Zeus Meilichios 1246, 2. — K. 1433
V otivrelief an Zeus Meilichios (?) 1246, l. — K. 1436
Bruchstück eines Votivreliefs 1254,1.— K.1437
Votivrelief an die Dioskuren 1254, 2. — K. 1438
Votivrelief (untere Partie) 1254,3. — K. 1439
Votivrelief an die Dioskuren 1243 , /; 1*254, 4. —
K. 1440 Votivrelief an Dionysos und eine Göttin
1248,1 ; 1254,5. — K. 1443 Stück eines Nymphen-
reliefs 1248, 3. — K. 1444 Votivrelief an Pan.
Men und eine Göttin 1248,2 ; 1254, 10. — K. 1445
Votivrelief an Xaturgotth eiten 1243, 2; 1254,9. —
K. 1446 Votivrelief an Pan und die Nymphen
1254, 8. — K. 1447 Votivrelief an Pan und die
Nymphen 1254, 7. — K- 1448 Weihrelief des
Telephanes 1254, 6. — K 1449 Votivrelief an
die Nymphen und Pan 592 A. — K. 1451/52
Blöcke eines Frieses 1254, 11 u. 12. — K. 1457
Relief mit schlangen würgendem Herakles 1264.
— K. 1459 Votivrelief an Naturgottheiten 1244.
— K. 1462 Relief mit gelagertem Herakles
1249. — K. 1465 Ephebenstele 1260 \ 1261. —
K. 1468 Stele für eine Kphebenurkunde 125H\
1255. — K. 1469 Oberes Stück einer Epheben-
liste 1259. - K. 1470 Ephebenstele (192/3 n. Chr.)
1261. — K. 1473 Urkundenrelief 1216. — K. 1474
L’rkundenrelief (355 4 v. Chr.) 1214\ 1216 —
K. 1478 Urkundenrelief 1217 ; 1224; 1231. —
K. 1479 Urkundenrelief (398/7 v. Chr.) 1212 ;
1256 — K. 1180 Urkundenrelief (356/5 v. Chr.)
1213. — K. 1489 Relief aus dem Dionysostheater
1262. — K 1490 Relief mit Errichtung eines
Dreifusses 1255. — K. 1492 Relief mit Komödien-
scene 1263. — K. 1571 „Hera“, Kopf vom
Heraion von Argos21. — K. 1612 Torso, Replik
des Kasseler Apollon 705 . — K. 1621 Weib-
licher Torso 706 b. — K. 1622 Statuettentorso,
Replik der Athena Medici 706 a; IV, S. 66. —
K. 1626 Torso eines Apoxyomenos ?22\ 580. —
K. 1631 (Sybe!589) Frau mit Kind zur Seite 707 \
IV, S. 66. — K. 1636 Grabfigur eines Neunzig-
jährigen 709 c. — K 1637 Apollonstatuette 709 b
— K 1656 Torso, Replik des „Sardanapal“ 714 ;
IV, 8 67 — K. 1658 Dionysos 723. — K. 1659
Weibliche Statue 7 16\ IV, S. 67. — K 1662
Jüngling mit Palme, abbozziert 550. — K. 1663
Torso, Replik des Hermes von Andres Ti.5; IV,
S 67. — K. 1664,64 A Gruppe von Theeeus und
Minotauros 704. — K 1776 Weiblicher Kopf
65üj51\ 1169. — K. 1783 Zweiseitiges Votivrelief
von Neu-Pbaleron 1242. — K. 1826 Diadumenos
von Delos 866 — 68. — K. 2337 Archaisches
bärtiges Köpfchen aus Rhamnus 1266/67. —
K 2338 Bärtiges Götterköpfchen aus Rhamnus
1268. — Sybel 1107 Votivrelief (an Zeus Mei-
lichioB?) 1247, 2. — Sybel 4353 Fragment eines
Urkundenreliefs 1256. — Sybel 4988 Votivrelief
1222. Männlicher Torso 1271. — Männlicher
Portraitkopf 1272 — Portraitkopf (hadrianisch)
1273 . — Doppelhcrine des Aristoteles III, 8. 50
(126-27). — Relief von einem Dekret für
Methone (424 v. Chr.) 528. — Urkundenrelief
für Neapolis (409 v. Chr.) 1256. — Weihrelief
an Asklepios (aus dem Amyneion) 1239. — Weih-
relief von Koropi 1248, 1. — Statuette strengen
Stils (Aegyptische Abteilung) 731/32.
Bronzen. Jüngling, archaisch, von der Akro-
polis 759—61. — Frau mit Lendenschurz,
Spiegelstütze aus Aegiua 1382/83. — Nackte
Frau, archaisch 1382 83. — Jüngling mit Schurz,
von der Akropolis 1382/83. — Desgleichen,
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I
Athen — Bern
8
aus Olympia 1382 83. — Desgleichen, aus Dodona
1382 H3. — Blitzschleudernder Zeus, aus Olympia
1109,10. — Knieender l’erser 602/03.
PRIVATBESITZ. Fragment eines Votivreliefs an
die Nymphen 1243, 2.
„THF.SKION“. Metope mit Theseus und Stier
134. — Metope mit Theseus und Sau 134.
Augsburg.
MA.YLMILIANSMU8KUM. Bronzestatuette der
Aphrodite 1060161. — Pferdokopf aus ver-
goldeter Bronze 1062 63. — Heraklesköpfchen
1061 a. — Torso einer Heraklesstatuette 1061 b-
— Mercur. den Amor tragend, Hochrelief ff/65.
— Relieffragment 1066. — „Totenmahl“-Relicf
1067. — Biegender Amor IV, S. 25, a — Rechter
weiblicher Bronzearm IV, S. 25, b.
RATHAUS. Gefälschter weiblicher Bronzekopf
10S8I89.
Basel.
Weibliches Köpfchen 899-900-, IV, S. 68.
Berlin.
KGL. MUSEEN.
(Katalog von 1891.)
No. 1 Bronzeatatue ans Bleuste 59 ; 446 — 46. —
No. 4 Bronzestatue von Xanten II, S. 24. —
No. 6 Kopf der Koma, Bronze 1425 26. — No. 9
Amraonherme 398/99. — No. 22 Aphrodite- |
Statuette 347. — No. 33 Aphrodite und Eros
1307/08. — No. 34 Aphrodite 3-17. — No. 37 j
„Aphrodite“ 706b. — No. 59 Artemis Colonna
337 ; der Kopf: 1076/77; 1206 06. — No. 61 j
Artemis 331. — No. 62 Artemis 325. — No. 63
Artemis 919. — No. 68 Asklepios 286; 332. — '
No. 69 Asklepios 718. — No. 78 Athenakopf
IV, S. 19 (21/22). — No. 83 Demeter 1113/14.
— No. 94 Dionysos 1390. — No. 99 „Dionysos
und Ariadne“ IV, 8.62(489). — No. 109 Herme
einer bärtigen Gottheit 418/14. — No. 157 „Ge-
nius“ I, 2, S. 18 (56). — No. 158 Bärtiger Götter-
kopf 306. — No. 160 Weibliche Statuette UI,
S. 60 (227); 916. — No. 178 Demeter 279. — 1
No. 193 Hermaphrodit 872; 748/44. — No. 196
Torso des Hermes 213 — 15. — No.l99Hcrmes213 —
15. — No. 200Statue des Antiphancs von Paros 213
bis 15; 635 36; 1138. — No. 208 TanzendeMacnadc
501. — No. 218 „Euterpe“ 612/13. - No. 223
„Narkissos“, polyklctisch 1139; 1389; 1442/43. —
No. 225 Narkissos 5ö9d. — No. 262 Torso eines
tanzenden Satyrs 1488/39. — No. 284 „Spes“
1409. - No. 291 Zeuskopf 328 29. — No. 309 j
l’ortraitkopf ausschwarzem Granit 930. — No. 341
„Caesar1, 130/31. — No. 884 Büste des Cara-
calla 1029. — No. 392 Kopf des „Tiberius“, aus
Athen 1427. — No. 470 Jüngllngstorso 580. —
No. 475 Kopf des Doryphoros 211/12. — No. 488
Knabe im Mantel 1393. — No. 493 A Knieender
Perser 602/03. — No. 498/99 Zwei Grabstatuen
trauernder Sklavinnen 621; 908—12. — No. 503
Weibliche Statuette 1492. — No. 509 „Pasite-
lischer“ Torso 4. — No. 510 „Antinous“ (Torso
Replik des Omphalosapollon) 849. — No. 548
JUnglingskopf 446—48. — No. 569 Bärtiger
Kopf (aus der Skyllagmppe) 556. — No. 570
Desgleichen 556. — No. 582 Weibliche Gewand-
statue 396. — No. 586 „Aphrodite“ aus Corneto
665. — No. 603 Kopf der Penelope 481/82. —
No. 605 Kopf der sog, Aspaaia 86/37. — No. 608
Weiblicher Kopf 280 ; 494 ; 559e; IV, S. 62
(494). — No. 616 Weiblicher Kopf 637,88. -
No.685 Votivrelief an Asklepios 1227. — No. 691
Votivrelief an Kybcle 538. — No. 709 Votiv-
relief attischer Wäacher 692 A; 1245,2. —
No. 709A Votivrelief an die Nymphen 1242. —
No. 738 Grabrelief des Thraseas und der Eu-
andria 688 A. — No. 767 Hellenistisches Grab-
relief 1350. — No. 768 ff. Hellenistische Grab-
rcliefs 1085. — No. 807 Weihrelief an einen
Heros 1246, 2. — Inv. 1459 Frauenstatuc 497 ;
665. — Athens aus Pergamon 1.2, S, 18 (86/7).
— Frauenkopf von Pergamon 499; 1842/43. —
Weibliche Statuette, aus Pergamon 917. —
Befreiung des Prometheus, Relief aus Pergamon
IV, S. 67 (766). G’gant (Gegner der Athens)
vom pergamenischen Altarfries 1440. — Tclc-
phosfries von Pergamon 1162. — l’ortraitkopf
einer Griechin, ans Alexandrien (Schliemann)
1188/89.
Bronzen. Kopf des Dionysos I, 2, S. 20 (186/87).
— Helios 206/7. — Apollon (aus Sammlung
Greau), III S. 50 (18). — Zwei Araneikästchen
mit Asklepiosfigiir 285.
Terracotlen. Nackte liegende Frau, archaisch
1382 83. — Aphrodite, aus Myrina 1169.
Silberschale von Hildesbcim, mit Atliena 1370.
SAMMLUNG HILLER VON GrERTRINGEN. Drei
weibliche Köpfchen 896 — 98.
Bern.
SAMMLUNG DES DERZ. BAYR. GESANDTEN
VON BtKHM. Fragment eines weiblichen Köpf-
chens 1036; IV, S. 59 (427). — Weibliche Sta-
tuette 1037. — Relief mit Hero und Leander
1038.
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9
Bignor l’ark — Dresden
10
Bigaor Park.
M. 2 Hermes. Bronze von Paramytbia III, S. 51
(318).
Bienhein Palace (Oxfordshirc).
Kopf des „Alexander" 10C/7.
Bologna.
Kopf der „Lemnia“ 312/13. — Replik vom
Kopf der »og. Niobiden-Trophos 364 66. —
Torso einer Panzerstatue 987. — Niobldenrelief
762.
Boiton.
MUSEUM. Knabenstatne 1356 57. — Oberteil einer
Jilnglingsstatne 446—48. — Augustiwkopf (aus
Sammlung Dcspuig) 1003. i
SAMMLUNG MRS GARDNER. Amazone 172— 71;
II, 8 55.
Brescia.
D. 321 Weiblicher Kopf 192/193. - D 334
llvgieia, Statuette 1176 a. — D. 335 Kopf der
Athens 794-79«; IV, S. 66; 307. — D. 336
Archaischer J iingliugskopf 197 — 199.
Broadlands.
M. 9 Kopf des llennei (Typus Ludoviaii 270/71.
Brocklesby Park.
M 112 Trunkener Herakles III, S 50 (71).
Brooa Hall (Schottland .
Mannorthron aus Athen 1086—89.
Budapest.
Weiblicher Portraitkopf 1991192. — Gefälschter
weiblicher Bronzekopf 1058 59.
Villa Cafaggiolo (Toscana).
Weibliche Statue im Typus der „Elektra“ 1153.
Cambridge.
M. 102 Trunkener Herakles, Hronzestatuette III,
S. 60 (71).
Candla.
Kopf des Tiberius, aus Gortvn 1351.52.
Castetvetrano.
Bronzestatuc aus Selinunt 369—372 ; III, S. 62.
Catalo s. Wien.
Catania.
Niobide, Reliefbruehstiick 762\ IV, S. 67; 1161.
— Pragment eines lkariosrelicfs 763. — Prag'
ment eines Sarkophags (?) 761.
Cherchell.
Weibliche Gewandstatue 925. — Replik der
„Sappho“ Albani III, S. 61 (497).
Compiegae.
Korinna, Statuette 1188/89.
Corf».
MUSEUM. Weibliche Statuette 603. — Asklepios-
statuette 601 a — Aphrodite, Statuette 601 b.
— Statuette der sog. Genetrix 601 c; «05 b;
IV, S. 66. — Pragment eines Volivreliefs 60« a;
IV, S. 66. — Erostorso 605 1; 606 b. — Strenger
J ünglingstorso 605106t. — Votivrelief 607 . —
Fragment eines Hochreliefs 606 — Weiblicher
Kopf 609 a. — Bärtiger Kopf 609 b. — Kopf des
„Menamler“ 610 11. — Dorisches Capitell 612.
— Sitzendes KnSbchen 1323. — Grabrelief eine»
Schiffbrüchigen 1326. Statuenbaais 1327; III,
S. 15. — Votivdiskos aus Thon 1328. — Fragment
eines Tarentiner Terracottareliefs 697/98.
KGL. 8UULOSS. Archaischer IgJwe 601102.
Darmstadt.
SAMMLUNG VON HEYL Jünglingskopf 1118 bis
30. — Aphrodite (Terracotta) 1151.
Deepdene.
M. 4 „Apollon und Uvakinthos“ 842. — M. 7 Hy-
gieia 717; 782. — M. 35 „Amymone“ 712. —
M. 39 Athena Hope 226; 396; 1105; 1113/14.
Oslphl.
Wagenlenker, Bronzeetatue III, 8. 62 (563).
Dimltzana (Arkadien).
Diosknrenrelief, aus Magula 1243, 1.
Dresden.
ALBERTINUM.
(U.2E Kutalog von Hottnor *.)
H. 40 Artemis 133. — H. 63 Knabe mit Chlamys
266. — H. 69 „Zeus“ 108-10; 285 ; 308; 712;
725 ; 800; 863 54; 866—68. — H. 74 Aphrodite
mR Eros und Psyche 266. — H. 79 Herakles-
Statuette 593 A. — H. 81 Athena 257. — H. 84
„Thalia“ II, 8. 28. - H. 86 Kopf des poly-
klctiselten Iiiadiimenos 866 - 68; 1476 M. —
H. 89 Jünglingsslatue 446-48. — H. 90 Poly-
kletiseher Knabensieger 213—16. — H. 140 Sog.
kleine Hercuianenserin 593 B; 631/32. — H. 141
Sog. grosso Hercuianenserin 1291/92. — H. 148
„Bacchantin“ 172; IV, S. 20 (7). — H.161 Hermes
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11
Edinburgh — Florenz
12
446 — 48. — H. 159 Hermea (Kopf) 270/71. —
H. 193 Silen and Hermaphrodit 581 '82. — H. 195
Satyrkopf 400; IV, S. 19 (26). — H. 222 Weib-
licher Torso 551. — H. 254 Torso, Replik des
Athleten Westuiacott 206/07. — H. 266 Knabe
mit Chlamys 266. — H. 277 Torso eine« Öl-
eingiessers 222—26. — Artemis IV, S. 20 (3).
— Zug - Vera. 477 Altertümlicher Knaben -
köpf I, 2, S. 18 (50/51). — lnv. 1045 Kopf
dor Artemis (?) aus Kyzikos III, S. 31; 899 900.
— Inv. 1094 Heraklestorso 132. — lnv. 1113
Altertümlicher Jttnglingskopf („Elektra“) IV,
8. 63, (507,06). — Inv. 1175 Herakles-Tors.)
184; I, 2, 8.20; II, S. 55; 243 44 ; 589-91;
IV, S. 57 (243/44). — Inv. 1176 Herakleskopf
I. 5 2/53; II, S. 55. — Inv. 1180 Jünglingskopf
164/65; II, 8.56; 228— 30. — Inv. 1644 Herakles-
küpfchen 743 44; IV, 8. 67.
PRIVATBESITZ. Weiblicher Kopf aus Gizeh
901 3.
Edinburgh.
Aphrodite 1451.
Eleuais.
Bärtiger Kopf (von einem Grabrelief) 1398. —
Mädchen mit Wasserbecken, archaisierend 1399 1.
Männliche Statue, archaisierend 1399 t — Weib-
liche Statue, mit Weiliinschrift 1299.
Eplnal.
Hermaphrodit, Bronze 1381.
Erbach.
Rennes als Kind 1444. — Kopf Alexanders d. Gr.
1448— 50. — Kopf des „Menander“ 1446. —
Sog. Sertorius 1447. — Athena, Bronzestatuette
(antik?) 1445. — Krieger, Bronzestatuette 1445.
— Nike (Bronze) 1443.
Florenz.
GALLERIA DEGLI ARAZZI. Replik des Kopfes
der Wiener Kora 1199. — Paniskin 1300.
MUSEO ARCHEOLOGICO. D. 50 Schlafende
Ariadne (aus Pal. Pitti) I, 2, S. 10. — „Idolino“
206/07. — Zeus. Bronzestatuette 547—49.
GIARDINO BOBOLI. D 72 Demeter 379 ; 457/58;
718; 907. — D. 77 Angebliche Replik des Har-
rnodioa 96—98 ; 1, 2, S. 18. — D. 79 Weibliche
Gewandstatue WO—103\ I, 2, S. 18. — D. 80
Hera 380; IV, S. 57; 718; 1132; der aufgesetzte
Kopf: 281/82; 457/68. — D. 84 Hermes mit
Dionysoskind 10.7—105; I, 2, S. 18; IV, S. 56;
1139. — D. 89 Sitzende Aphrodite mit Eros
3*3 84. — Replik des Aristogeiton 9ä\ I, 2. I
S. 18. — Asklepios 383; HI, S. 51; IV, S. 57;
332; 553; 604a. — Tychc 286; 551; 788. —
Tyche 287; 358/69; 805. — Kopf, dem Cicero
ähnlich 128/29. — Muse 288; III, S. 51. —
Mnse 389. — Wiederholung der vaticanischen
„Clio“ 290; III, S. 61. — Wiederholung der
vaticanischen „Kalliope" 291; III, S. 51; II,
S. 28. — Jugendlicher Kopf 106,0 7; 1448—50.
— Asklepioskopf 398/99.
CASA BUONAROTTL Rechter Arm eines Dis-
kobolen III, S. 51 (500).
PALAZZO CORSINI LUNG’ARNO. D. 267 He-
phaistos-Torso 331. — D.268 Weibliche Gewand-
statuc 333. — D. 269 Gewandstatue 334 ; IV,
S. 58; 708. — D. 270 Apollon Lykeio« 3.73; IV,
S. 58. — D. 271 Dionysos 33 6. — D. 275 Replik
der Artemis Colonna 3.77; IV, 8 58. — D. 280
Athletenkiipfchen 338/39. — D. S. 110 Impera-
torenstatue 332.
GIARDINO DEL PALAZZO CORSINI AL PRATO
D. 229 Sitzender Hermes, Statuette 3/8; III, S. 51.
— D. 247 WeiblicheGewaudstatue.719 — 22; 783a
(der Kopf) — D. 260 Ganymed .92.7; IV, 8. 58.
— D. 251 Artemis 336. — D. 252 Ephebenstatuc
327. — D. 254 Jugendlicher Kopf (nicht zuge-
hörig) .728/29. — D. 266 Gruppe von Silen und
Pan .7.70. — D. S. 105 Replik der Amazone
Mattei 324 — D. S. 106 Dionysos 325.
GIARDINO DI CASTELLO. D. 102 Athlet 398199.
LOGGIA DE’ LANZI. D. 558 Weibliche Gewand-
statue 319. — D. 559 Desgleichen 333. — D. 661
Desgleichen 833. — D. 562 Desgleichen 333. —
D. 563 Desgleichen 333.
PALAZZO 0RLANDI. D. 503 Asklepios-Kopf
340H1- 381—84. — Reitender Knabe 242.
PALAZZO PITTI. D. 2 Sog. jugendlicher Zeus
206/07 (Kopf); IV, S. 57. — D. 4 Apollon
208/09 (Kopf). — D. 5 Wiederholung der Aphro-
dite von Epidauroe 822; IV, S. 67; 226 ; 819;
1361. — D. 6 Unterwärts bekleidetes Mädchen
210. — D. 7 Gefangener Barbarenfilrst I, 2,
S. 6 — D. 12 Doryphoroskopf 2/1/12; IV, S. 57.
— D. 16 Hermes 21.7-15; IV, 8.67; 681/82;
633 34; 718. — D. 17 Knidisehe Aphrodite
316/18\ IV, S. 57. — D. 19 Asklepios 219—21;
IV, S. 67; 227 / 285. — D. 22 Öleingiessender
Athlet 222-24; IV, S. 57; 462/63; 718. — D. 25
tileingicssender Athlet 223; IV, S. 57; 462 68.
— D. 27 Kopf des „Triptolemos des Praxitoles“
I, 2, S 9; 206/7; 327. — D. 28 Replik der Athena
Giustiniani 226; II, S. 55; III, S. 50; IV, S. 67;
497. — D. 30 Hygieia 227; III, S. 50; 916. —
D. 32 Satyr 1371. - D 33 Herakles 228—30;
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Florenz — Privatbesitz am Gardasee
14
92 93 (Kopf); 1,2,8. 18; 340/41; 286; 881-84.
11,8. 55. — D.35 Herakles 23t. — D.36 Herakles,
nach Lysipp I, 2, 8. 10; 346 ; 804. — D. 87
Herakles und Antaios I, 2, S. 10. — 1) 46 Im-
peratorenstatue 332. — D. 48 Weiblicher Kopf
232133-, IV, S. 57; 743 44 - D. 52 Kopf der
sog. Sappho I, 2, 8. 10. — D. 66 Replik der
Hera Farnese (V) 1, 2, 8. 10. — Kopf des Caesar
234135.
P0GGI0 IMPERIALE. D.90 Apollon 292-, IV,
S. 57. — D. 91 Satyr (?) 293. — D. 92 Römerin
als Ceres 294 ; III, 8.51; IV, S. 67. — D. 93
Asklepios 295 ; HI, 8. 61; IV, 8. 67. — D . 94
Weibliche Gewandstatue 296 ; IV, S. 57; 333. —
D. 95 Karyatide 297; 1176.
PALAZZO R1CCARDI. D. 11G Jünglingskopf
300-, 1137. - D. 118 Replik vom Kopf der !
Parthenon 301 02. — D. 121 Griechischer bär-
tiger Kriegerkopf 303. — I). 157 Griechischer
JUnglingskopf 304. — D. 160 Doryphoroskopf
305. — D. 161 Bärtiger Götterkopf 306; IV,
8- 67 ; 712. — D. 162 Kopf der „Sappbo‘‘ 307. 1
— D. 163 Büste eines griechischen Jünglings
476/77. — D. 182 Replik des Diadutnenos Pet-
worth 303/09. — D. 184 Replik vom Kopf des
vaticanisehen „Lykurg“ 285. — D. 201 Apollon-
kopf 310. — D. 202 Griechischer JUnglingskopf
311. — D. 207 Kopf des Anakreon 312/13 ; IV,
S. 57. — D. 210 Griechischer JUnglingskopf
314/15. — D. 220 Jünglingsstatue 316 ; IV, 8.57. —
D.221 Replik des praxitelisehen,,Periboetos‘M/7.
UFFIZIEN. D. 13 Replik vom Kopf des Hermes
I.udovisi 83/94; I, 2, S. 18; 270/71. — D. 19
Herakleskopf skopasischen Stils 95 36 ; 1, 2,8.18;
III, S. 50. — D. 27 Jünglingskopf (einer Replik
des „Omphalosapollon1 aufgesetzt) 87/88; I, 2,
S. 18; 849 50 (der Torso). — D. 56 Weiblicher
Kolossalkopf 344/45. — D. 65 Kopf des Augnstus
1002. — D 72 Athlet 87/88;222- 25; IV, 8. 61.
— ß. 76 Replik vom Kopf des Hermes von
Andros 89190; I, 2, S. 18; IV, 8. 66; 254/55. -
D 95 Kleine Wiederholung des Herakles Farnese
346; IV, S. 68. — B. 98 Hermes, praxitelisch
269; I, 2, 8. 19 (141). - B. 101 Aphrodite 347
— B. 112 Weibliche Gewandstatue 348/49; II,
S. 26. — B. 115 Ganymed 323; 1125. - B. 127
Nike 350; 551 ; 788. — D 130 Pan und Baphnis
1482 r — D. 139 Eros 351 — D. 144 Nymphe mit
Panther (?) 352; III. S. 61. — B. 148 Aphrodite
mit dem Schwert 1307 08. — D. 155 Portrait-
statue eines Kuabcn 58. — B. 177 Hygieia 353.
B, 182 Asklepios 354; IV, 8.58. — D. 187 Be-
rneter 91. — B. 192 Leda 183; 686. — B. 197
Asklepios 286 ; 306 ; 718. — D. 198 Asklepios
— B. 200 Jugendliche männliche Statue 355;
134. — D. 209 Muse (Werk des Atticianus
von Aphrodisiaa) 356. — I). 213 Demeter im
schwarzen Gewände 157— .59; IH, S 51; IV, S.58;
350 . 774/76. — B. 219 Vestalin 1147. - D.221
Vestalin (?) 1147. — D. 236 Apollon 360. -
D. 242 Apollon 361. — D. 245 Jünglingskopf
(einer Replik des myronisehen Diskobois auf-
gesetzt) 362/63; der Torso: 500; 1448—50. -
D. 268 Kopf der sog. Niobiden-Trophos 364/65.
— D. 264 Kopf der jüngsten Niobide (nach Gype)
820/21. — D. 265 Ältere Tochter der Niobe
337. — D. 266 Jüngster Sohn der Niobe 337
— D. 271 Kopf eines Triton 367. — D. 275
Weibliche Gewandstatue 1170. — D.321 Bärtiger
Götterkopf 368169; IV. S. 58; 1410/11. - D. 322
Bärtiger OBtterkopf 370/71. — D. 833 Replik
vom Kopf des vaticanisehen „Lykurg ‘ 285 —
D. 354 Fragment eines griechischen Votivreliefs
372. — I). 364 Herme, Replik des „Sardanapal“
567. — D. 417 Relief: Apoll mit Musen 373 a. —
D. 418 Relief mit Demeter und Plntos 373 b. —
B. 422 Portraitkopf eines Griechen („lysippisch")
1484/85. — D. 425 Kopf eines Fettschwanz-
schafes 374. — D. 471 Kopf des Zeus Ammon
375/76. — D 507 Relief mit Tuchladen 377 ;
379. — D. 510 Votivrelief an Dionysos (neu-
attisch) 378. — D. 518 Portraitkopf einer Griechin
1334 35. — D. 520 Kolossaler Satyrtorso 539/40.
— D. 526 Relief (Renaissance) 236; II, 8. 55;
III. S. 60. — D. 633 Relief mit Stickereiladen
379. — D. 636 Torso des Doryphoros aus grünem
Basalt 94/95 ; I, 2, 8. 18; IV, S. 66. - D. 544
Liegender Amor IV. 8. 25 a. — D. 546 Krupezion
tretender Satyr 20; 689 40. — D. 548 Venus
Medici 1856/67. — D. S. 58 Büste einer Vestalin
1147. — Weiblicher Kopf 366.
PALAZZO VEGCH10. D. 510 „Apollon mit der
Gans“ 340; IV, 3. 58. — D. 611 Replik des
Hermes von Andros 341; IV, S. 68. — D. 612
Apollon 342;IV, 8. 68; 1866/67. — D. 518 Dionysos
343; 1168. — Apollonkopf (Typus Kassel) IV, S.6S
(507 08).
Fraakfart a. M.
Bronzestatuette aus Lusoi 1288.
Fraaoiti.
GIARDINO PUBBLICO. Aphroditetorso 1169.
MUSEUM. Fragmente einer Dionysosstatuc 1480r.
Privatbesitz am Gardasee.
Weiblicher Kopf 1086 — 89.
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15
Genua — Konstantinopel
16
ßenua.
PALAZZO BI ANCO. Sarkophag mit Triumphzug !
des Dionyso« IV. S. 66 (566). — Weibliche Ge-
wandstatne 1366. — Silensstatuette 1367. — i
Augustuskopf 1368 69. — Kopf einer römischen
Fürstin 1368! 69. — Relief 1370.
VILLA «RUBER. Bärtiger Satyr IV 1. - Stim-
ziegel mit Athena IV 2.
PALAZZO REALE. Kopf eines Dioskuren (?)
135S/59. — Replik des sog. Narkissos 1300. — I
Replik der Aphrodite von Epidauros 1301. —
Juuglingsstatue 1302 — 04. — Torso des Dio-
nysos? 1365.
St Germain.
Asklepios, Bronzestatnette TV, S. 6? (39h)
Glrgenti.
„Apollon" 759-701; IV, S. 67.
The Graage, Totteridge.
Weiblicher Torso 296.
Grottaferrata.
Kopf de» Dionysos 1123/24. — Relief (Heim-
bringung der Leiche eines Kriegers) 1162.
Gythion.
Votivrelicf 1253.
Hannover.
(K. = Katalog von Köhler, 1891.)
K. 1 Perseus und Andromeda 1074. — K. 2 Flöte-
blaaender Satyr 1000. — K. 3 Knöchelspieterin
1073. — K. 4 Dionysos 1009. — K 6 Sitzender
Pan 1072 — K. 7 Athena 1075. — K. 10 Eros j
und Psyche 1070. — K. 15 Sitzende Frauen-
figur 107 1. — K. 16 Apollonkopf 1079. — K. 22
Weiblicher Idealkopf 1070/77. — K. 23 Idealer
Mädchenkopf 107s, — K. 24 Fragment einer
Gruppe 10SO/S1 ; 1309. — K. 26 Sog. Scipio,
Bronzemaske 10S2. — K. 27 Spatrömische Por-
traitbüste 10S4. — K. 23 Römischer Knabe 10S3.
— Grabrelief 1065.
Holkham Hall.
Römische Portraitstatue mit aufgesetztem Götter-
kopf(Gyps. München, Akademie) S69—71 ; IV,
S. 67.
Castle Howard (Yorkshire).
Knabe, auf Ziegenbock reitend 1456.
Ince Blundell Hall.
M. 8 Athena 942/43; 1129. — M 18 Muse 11,8.26.
— M 24 Statuette eines Mädchens mit libyscher
Frisur 1458/59. — M. 117 Kopf eines Athleten (?)
III, S 50 (86-86).
Jona.
SAMMLUNG SCHOTT. Torso einer Jilnglings-
»tatuette 1400. — Stehender Silen. Statuette
1461. — Weiblicher Kopf 1402. — Jünglings-
kopf 1463/04. — Helioskopf 1405:00. — Mädchen-
kopf 1407 /OS.
Bronzen. Archaische Fliigelfignr 1469. — Jüng-
ling 147071, — Athlet 1472. — Athena 1473/74.
— Buckeliger Alter 1475 a, b. — Gefässgriff,
Kopf und Arme eines Negers 1475c.
Karlsruhe.
Bärtiger Götterkopf 1436/37. — Bärtiger Satyr
1*88189; 1371. - „Hypnos" 1442/43; IV, S. 66
(16). — Gigant im Kampf 1440. — Marsyas
am Baumstamm 1441. — Zwei altitalische Bronze-
bleche 699.
Kassel.
Apollon 459—61; 617-20; 647-49; 706; 808;
869—71; 1113/14. — Kopf des polyklctischcn
Diadumenos 866—68, — Männlicher Torso („He-
phäst“) 326 ; 331. — Hygicia 257. — Jünglings-
statue („sikyonisch") 1456/67. — Öleingieaser
222-26
Kälit.
SAMMLUNG LEVEN. Weibliches Figttrchen aus
Amethyst 297.
Konstantlnopel.
SAMMLUNG AR1STARCHI BEI. Römischer
bärtiger Poitraitkopf 742.
FRANZÖSISCHE BOTSCHAFT. Grabstein eines
Gladiators 741; IV, S. 67.
SAMMLUNG NELIDOW. Erostorso 739. — Kronos-
kopf III, S. 29. — Statuette eines liegenden
Jünglings III, S. 29. — Asklepioetorso aus
Rhodos III, S. 29. — Fragmentierte Replik des
Hermes von Andros III, S. 30. — Bronzesta-
tuette (Portrait) III, S. 30.
0TT0M AN ISCH ES MUSEUM. Alexander von
Magnesia 1448—60. — Ammon, aus Pergamon
1,2, S. 19 (124); III, S. 61 (398 99). - Ammon-
kopf aus schwarzem Granit 398/99. — Apollon-
kopf, prasiteliseh 276. — Artemis aus Lesbos
470/71. — Athena von Leptis 613—16. — Herma-
phrodit, aus Pergamon 292. — Jüngling 587 D. —
Jünglingskopf (aus der Skyllagruppe ?) 555. —
Kybele aus Baalbeck 533. — Marsyastorso aus
Tarsos 1441. — Sarkophag der Klagefrauen, von
Sidon 681—85; 690-94; 698—701; 1076-77;
1205/06. — Sog. Alexandersarkophag von Sidon
a
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17
Kopenhagen
18
502 03; 677/78. — Fragment eines attischen
Grabreliefs 698—701. — Grabrelief de» Tele-
machoH 564. — Votiv des Tiberins Claudius
Syntrophos 588 H. — Fries vom lDkatetempel
in Lagina 1345—48. — Zeus, Bronzestatue aus
Janina V, S. 88 (h).
RUSSISCHE BOTSCHAFT (Sommerpalast . Pan-
theistische Gottheit III, S. 30.
Kopenhagen.
KUNSTMUSEUM. Jugendlicher bärtiger Portrait-
kopf (Gypa, Original Latisdowne) 1484f85.
GLYPTOTHEK NY- CARLSBERG.
iK*iul<>g von 1M7.) *
No. 5 und 6 Zwei liegende Löwen, von Korinth
601/2. — No. 23 Lakonische» Relief 1311. —
No. 38 Kopf des „Apollon“, archaYsierctid 425
bis 28. — No. 44 Statuette der „Genetrix“ 604 <*.
— No 58 Amm<mkopf398 99 — No. 61 Apollon*
köpf (Typus Kassel) IV, S. 63 507 08). — No. 64
Kopf des Apollon (?) 898 99. — No. 66 Heriue
einer jugendlichen Gottheit 422 23. — No. 67
Herme einer jugendlichen Gottheit 422/28. —
No. 76 Kopf des Apollon (?) ISO; 87 ; 1.2, S 20.
— No. 81 Replik des Kopfes der Artemis Co-
lonna 1205/06. — No. 82 Artemis, Statuette
IV, S 66 (637, 38). — No. 85 Artemis, Statuette
IV, S 56 (188). - No. 91 Kopf des Asklepios i
262. — No. 100 Athenatorso 163; III, S 50; IV, |
8. 56. — No 101 Athenakopf ( ,Proiuachos“)
194 —96; IV, S. 56 (194-961. — No 111 Jüng-
lingsstatue 1094 — 96. — No 113 Poseidon (?)
1167. — No. 120 Jünglingskopf mit Kranz III,
S. 51 (474 75). — No. 141 Demeter Rondanini
264; II, S. 55; 1412 — No. 149 Bärtiger Götter-
kopf, 5. Jahrli. I486 37. — No. 153 Dionysos-
kopf 1045. — No. 158 Dionysos //W; 1099. —
No 177 Eroskopf von Brauroti 1/2. — No 188
Sog N emesis 4891. — No 197 Attisches Votiv-
relief 585 86. — No. 206 Fragment eines grie-
chischen Grabreliefs 695-97 — No. 219 Atti-
sches Grabrelief 588 C. — No. 247 Hera Bor-
ghese 248/49; 257; 280; 457 58; 878/74$ 1182. —
No 260 Herakles IV, S 66 (182). — No. 255
Herakleskopf 1167. — No. 257 Herakles 593 A.
— No. 260 Kopf des Herakles mit Wollbiude
154 >ö. — No. 265 Herakles bei Omphate 151;
IV, 8. 56. — No. 206 Herakles in Weiberkleidern
151. — No 267 Herme» und Herakles. Doppel-
henne 1175-77. No. 272 Hermes 635, 36. —
No. 273 Kopf des Sandalenbinders 738/84. —
No. 296 Weiblicher Kopf (aus Sammlung Des-
puig) 939 40 — No. 300 Weiblicher Kopf mit
Binde 486/36- — No. 303 Jünglingskopf 1187.
— No. 330 Weibliches Köpfchen aus Memphis
IV, S 22 - No 883 Kybele 391 92 - No. 335
Leda ,?) /£?; UI, S. 50; IV. 8 56;* 536. -
No. 346 Jünglingskopf 1094—96. — No. 350
Kopf de» polykletischen , Narkissos*' 1442/43.
— No. 361 Desgleichen 1442/43. — No. 365
Jünglingskopf aus Udine 1575)74. — No. 398
Niobide („Aura velifieaus“) I, 2, S- 19 (113);
806 07. — No. 400 Giebeltigur (aus Sammlung
Alba) 1440. — No. 408 Panakopf 1340/41. -No. 424
Herme mit männlichem Portraitkopf 1191. —
No. 425 Griechischer Portraitkopf 157(58. —
No. 439 Kopf eines bärtigen Kriegers 1195 b. —
No. 468 Männliches Portraitköpfchen 901— 3. —
No. 524 Poseidon 166 — 169; III, S 50. —
No. 525 Kopf des Helios 169)70 ; III. S. 50. —
No. 5*16 Knicender Perser III, S. 51 (502/3). —
No. 633 Kopf des Drusns minor 1003; 1427. —
No. 659 Römischer männlicher Portraitkopf
(modern?) 1192. — Bronzestatnette der Tyche
1054.
TUORVALDSENMl’SEUM
{M. = Katalog von Müller, 1847 )
M*. 4 Fragment einer Athenastatuette 1479 c. —
M. 6 Statuette der ephcsischen Artemis 1479 c.
— M 7 Jünglingskopf 1483t. — M. 10 Sta-
tuette des Eros 1479 d — M 11 Dionysosstatuette
14*1* r. — M. 13 Satyrhenne 1478 1. — M. 14
Satyrheime 1478 r. — M. 18 Panskopf 1482 r. —
M. 20 Asklepiosstatuette 1479t. — M 21 Asklc-
piosstatuette 1479 g. — M. 25 Fragment eines
weiblichen Kopfes 74771; 624. — M. 28 Replik
der Tyche von Anriochia 1480\. — M. 32 Sta-
tuette eines Sitzenden 14761. — M 34 Po|y-
kletisches Jünglingsköpfchen 1476/77 r — M. 35
Fragment eines polykletischen Jünglingskopfe»
t47s M. - M. 50 Fragment vom Kopf des poly-
kletischen Diadumenos /47o'M.;866 - 68. — M 71
Relieffragment (Apoll?) V, S. 117. — M. 76
Griechisches Rclieffragmeut 1479 a. — M. 77
Relieffragment: Affe 1481 r. — M. 81 Fragment
eines hellenistischen Relief hildes 1490VL. — M 82
Relief fragment 1481 M. — M. 90 Fragment eines
griechischen Grabreliefs 14811. — M. 93 Frag-
ment eines decorativen römischen Reliefs 1479 b
— Kopf eines Afrikaners (Gype) 1482)85]. —
Demostheneskopf V, S. 117. — Portraitkopf eines
un bärtigen Römers V, 8. 117.
Bronzen: M. 8 Stehender Silen 1486 b — M. 10
Knicender Silen llMtia. — M. 29 Zwei Löwen
einen Hirsch zerfleischend 14x7 a. — M. 88 Apollon
14866 - M. 61 Atlas i?) 1486c. - M. 288 Frag-
ment einer Helmwange 1487 b.
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19
l^eyilen — Madrid
20
Silberne* bärtige* Portraitköpfchen 14881. —
SerapiskcipfY'htn au* Bein 1488 r.
Leyden.
Dionysoskopf, au* Smyrna 1342 43.
Liverpool.
Sog. Diptychon Gaddi 21U— 21; 292.
London.
BRITISH MUSEUM
(Katalog von A Smith, U‘J2— l'.KM.)
No. 152 Weiblicher Torso, archaistisch 1299 1. —
No. 250 Diskoboi, nach Myron 500. — No. 303
D. „Thesen»“ vom Ostgiebel des Parthenon
1340/41. — No 303 G. „Iris“ aus dem Ostgiebel
des Parthenon 279. — No. 303 M. „Tliau-
schwcster“ vom Oatgiebel de« Parthenon 512/13.
— No. 326, 2 Jüngling vorn Westfries des Par-
thenon 1840/41. — No. 32H Fragment eines
Kolossal kopfs, beim Parthenon gefunden 784.
— No. 432 Dionysos vom Thrasyllosmonument
784. — No. 500 Diadumenoe von Vaison 866—68.
— No. 501 Diadumeuos Farnese 307; 31*2/13;
585 86; 589-91; IV, S. 61 (485). — No. 650
Asklepioskopf von Melos 295. — No. 1054
Bartiger Kopf vom Maussolleiiin 1298. — No. 1106
Musenbasis von Halikarnu&s 288; II, S. 26;
497. — No. 1206 Colmnnu caelata von Ephesos
624; 1162. — No. 1300 Demeter von Knidos
690—94; 1190. — No. 1380 Apoll von Kyrene
292, — No. 1545 Weibliche Gewandstatue, als
Isis ergänzt 396. — No. 1546 Kopf des Apollon (?)
828/29. — No. 1554 Dionysoskopf 1 123 24. —
No. 1599 Hermes Farnese 341. — No. 1603
„Hermes Chinnery“ 506/06. — No. 1606 Koplik
des „Sardanapul“ 557. — No. 1608 Asklepios-
henne 240/41. — No 1656 Satyr und Dionysos-
kind 1371; 1488/89. — No. 1686 „Thalia* 1492.
— No. 1710 Knöchelspielerin 1073. No 1743
Perseuskopf 808. — No. 1754 W estmacottscbcr
Athlet 1139 — No. 1766 Sklave 541. - No. 1786
Sog. Faganscher Kopf 753 34 — No. 1829 Kopf
der „Sappbo“ 211/12. — No. 1852 Männlicher
hellenistischer Portraitkopf 1194. — No. 1858
Kopf des Apollou (7) 516/17; 1448—50. —
No. 1874 Büste der sog. Clytia 273. — No. 2062
Weiblicher Torso von Klaudos V, S 86 (c).
— No. 2191 Kelief des Archelaos von Priene
288; II, S. 28; 497. — No. 2200 Diskos mit
Niobidcnrelief 762. — No. 2729 Kopf eines
Diadumeuos 866— 68.
Bronzen.
(ß = Katalog von Walters, 18N )
B. 271 Apollo 73 b. — B. 1440 „Atlas" 1486 c.
LAN8D0WNEH0U8E. M 1 Grabreliefkopf 586/86.
— M. 35 Hermes 213—15. — M. 59 Attisches
Kelief mit Athena 1256. — M 61 Herakles
164 65; 228- 30 ; 281; I, 2. S. 18 (83/84); IV.
S. 61 (485). — M. 85 Sandalenbinder 733/34. —
M. 88 Hermes 1128. — M 89 DUkobol, nach
Myron 500. Der aufgesetzte Kopf (Hellenistisches
Portrait; Gyps, Kopenhagen) 1484/85 .
Lowther Castle.
M. 37 Fragment eines attischen Grabreliefs 1169.
Kloster Luku (Thyreatis).
Sitzende Athena 1HW.
Lyon.
Victoria, Brouzestatuette 1445 1.
Madrid.
MUSEO ARQüEOLOGICO. No 2716 Sitzender Pan
1072. — No. 2729 Abbozzierte Statuette aus
Athen IV, S. 57 (243/44). - No. 2731 Kopf des
Drusus minor 1003. — Weibliche Sitzfigur 1412.
ESCORIAL.
Codnz K«eomlon*i*.
Fol 26 r. Ausruhender Herakles 1489. — Fol. 28 r,
u. 46 v. Nil (Capitol) 1490 \ 1498. — Fol. 82 r.
Felderdecke (Coliseo) 1491. — Fol. 36 r Weib-
liche Gewandstatue 1492. — Fol. 37 v. Weibliche
Gewandstatue 1493. — Fol. 38 r. Runder Altar
1494. — Fol. 38 r. Candelaberbasis 1494 —
Fol. 38 r. Marmorbecken 1494. — Fol 42 r. u.
52 r. Apoll vom Belvedere 1495 ; 1499. — Fol. 43 v.
Wassergöttin (Villa Borghese) 1498 — Fol. 44 Br.
Unterteil einer sitzenden Statue 1497 \ 1493. —
Fol 54 r. Kelief mit Schiflskampf (Venedig) 1500.
PRADO.
(I!. — Katalog von Iitibnor.)
H. 10 Athena Parthenon 575176 ; IV. S. 66; 301/2
— H. 11 Fortuna Statuette 1186 — H. 18
Dionysos 1142. - H. 39 Hypnos II, S. 24. —
II 54 „Kalliope1 II, S. 28. — H. 55 „Kalliope*1
II, S. 28. — H. 65 Diadumenon 866— 68 (Gyps).
— H. 73 Knieemler Perser 502/03. — li. 123
„Büste“ mit Aegis 816. — H. 124 Athenakopt*
IV, S. 60 (460/51). — H 14* Doppelberme:
„Sappho“: 1203 04; „Phaon“: 138/39 ; 307; IV,
S. 61 489). — H. 150 Bärtiger Götterkopf IV,
S. 58(368/69); 1410/11. - H. 155 Bärtiger Gütter-
kopf IV, S. 59 (443/44). — H S. 164, No. 13
2*
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21
Mannheim — München
22
Portraitkopf eines Griechen iHi 1 — Kopf des
Dioraedes IV, 8. G7 (809).
Mannheim.
Weiblicher Kopf 1432/33. — Weihrelief an Heros
Kukuk« 1434. — Schlafende Nymphe 1433.
Mantua.
D. 647 Kopf, dem Kasseler Apoll verwandt 12/13;
1, 9, 8. 17; 390—92. — I). 657 llellenistiachcs
Reliefbild 14; 666. — D. 687 Jünglingstorso
(„Narkissos“ ?) 13; I, 2, S. 17; IV, S. 5G. —
D. 703 Muse 9; I, 2, S 17; 257; 397. — D. 707
Athena 16. — D. 7 1 1 Kopf des „Kubuleus“ 17. —
D. 720 Muse (Karyatide; 396; 1372. — D 7G6
Kolossaler Idealkopf ld; III, S. 50; 191,92; 1486d
— D. 838 Römisches Relief 19; 111, S. 50. —
D. 844 Torso eines Faustkämpfers 20; 1107 03 —
I). 845 Weiblicher Idealkopf 21. — D 853
Bacchisches Köpfchen 22123. — D. 854 Kopf
des Asklepios 24; IV, 8. 56. — I> 858 Helle-
nistisches Reliefbild 10; III, 8. 50. — I> 860
Hellenistisches Reliefbild 11; III, 8. 50. — I) 87G
Römer als Hermes 25; I, 2, S. 18.
Marbury Hall.
M. 2 Weibliche Gewandstatue 265 — M.6„Klektra“
1 153. — M. 10 Muse (?) 395.
Margam (Wales).
M. 4 Trunkener Herakles III, S. 50 (71).
Marlemont (Belgien).
SAMMLUNG WAR0QU&. Artemis (Sciarra-Soui-
zee) IV, S. 20, 9. — Paris, Bronzestatuette 1057.
Marsala
Gruppe vou Löwen und Stier 546.
Melos.
Unterteil einer weiblichen Gewandfigur/kW.— Kopf
eines Faustkämpfers 698 — 701. — Votivrellef?3';
IV, S. 67.
Marillen bei Genf.
SAMMLUNG DUVAL. Jünglingstorso mit Chla-
mysIII, SSO (120).— Serapi* (ehemals Verona)
56 (III, 8. 50). — Weibliche Statue, aus Aspra
IV, S. 50 (183).
München.
ANTIQUARIUM Aphrodite. Statuette 1353. -
Asklcpiosstatuette 915. — Diskoboi, Bronze-
statuette 500. — Neger, lironzegriff (a. Samm-
lung Arndt) 1175c. — Zeus, Bronzestatuette
1452. — Spiegel aus Hermione 1382/83. —
Altitalisches Bronzeblech 599. — Fragment
eines Tarentiner Terracottareliefs 597/98. —
Terracottarelief aus Unteritalien (Locri) 1065.
GLYPTOTHEK.
(F — Katalog Ton Fartwängler, 1S00.)
F. 56 JUnglingskopf 828/29 ; 381—84 ; 441 42;
1113 14. — F. 67 Dionysos, archaisch 1480 r. —
F. 61 llennesherme 030/31. — F. 197 Weibliche
Statue mit Ähren 396 — F. 204 Weiblicher
Kopf 064)65. — F. 207 Athena (Kopf) 034/35.
— F. 210 Sog. Brunnscher Kopf G06a; 1291/92.
— F 211 Apoll Barberini 836/37 (Kopf); IV,
S. 67; I, 2, S. 17(9); 334; 1169 — F. 213a.
Torso des Apollon Kitharodos (?) 1100/01. —
F 214 Artemis 338i39 (Kopf); 1356/67. —
F. 219 Eirene 040-043 (Kopf); IV, S. 67; 331.
— F. 222 „Fauno eolla macchia" 1391. — F. 225
Ammonkopf 398/99. — F. 226 Diouysoskopf
(auf nicht zugehöriger Statue) 44. — F. 227
Artemis-Tyche 133; 395. — F. 230 Athlet (?)
ndt Palme 550. — F. 231 Dionysos 044/45
(Kopf) — F. 234 Kopf einer Göttin, aus Cumae
204 5; 386/87 - F. 236 Sog. I.ibera 819; 822;
1361. — F. 238 Silen mit Dionysoskind IV,
S. 18 (6). - F. 239 Poseidonfries IV, S. 56 (232
bis233).— F.241 Archaisches Relief 848. — F.24G
Kopf der sog. Metho 232/33 ; 743/44. — F. 247
Replik vom Kopf dos Hermes von Andros 047/40;
IV, 8 67. — F. 248 a Weiblicher Torso 1170,
— F 250 a Kinderkopf 1444. — F. 252 A.
Weibliche Gowandstatue 1105; 1186. — F. 263
Pariskopf 1125. — F 265 Replik des sog.
Omphalos-Apollon, Torso 049/50. — F. 272
Replik vom Kopf des Ares Lmlovisi 832/33;
254/55. — F. 283 Heraklcsstatnette 593 A. —
F. 287 Sandalenbindcr (der aufgesetzte Kopf)
051/52; 733/34. — F. 289 Athletenkopf 057/50;
IV, 8. 67; 1119/20. — F. 290 Wiederholung des
llennes von Atalanti 635/36. — F 294 Henne,
Replik des sog. Dresdener Zeus 053/54; IV,
S 67. — F. 295 Nackter Zeus 855/56 (Kopf);
IV. S 67 ; 370/71 ; 1269. - F. 298 Alexander
Roudanini 1353; 1448 —50. — F. 302 Öleingiesser
87.88; 222- 25. - F. 304 Diomedes 681-85;
809/10. — F. 305 Kanephore 062. — F. 306
Kanephore 059. — F. 350 Statue mit Kopf des
Augustus 083; 134. — F. 371 Kanephore 060.
— F. 372 Kanephore 861. — F. 444 Sog.
Spinnerin 799. — F. 449 „Ceres" im schwarzen
Gewände 350 ; 551. — F. 457 Bronzekopf eines
Knaben 446-48 ; 866—68. - F. 466 Satyr,
sein Schwänzchen betrachtend 1381.
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23
München
24
KUNSTAKADEMIE (Gypse). Diadumenos Ori-
ginal Madrid) 866/68. — Römische l’ortraitatatue
init aufgesetztem bärtigen Götterkopf (Original
Holkham Hall) 869— 7 1\ IV S. 67. — Torso eines
Hermaphroditen (Original Villa Pamfili?) 87 2 \
743/44. — Kopf der Hera Barberini (Original
Vatican) 873/74. — Weiblicher Kopf mit Stirn-
Krone (Original Louvre) 875/76 ; IV, S. 67, —
Wiederholung vom Kopfe des Ibrmes von Andros
(Original verschollen) 877/78. — Jugendlichci
Kriegerkopf (Original Louvre) 879/80 ; IV, S. 68.
RESIDENZ Weibliche Statuette 807. — Sklavin
908— 12\ 953 51. — Satyr 913/14. — Alklepfos-
stat nette 915. — Weibliche Statue 916. — Weib-
liche Statuette 917. — ■ Weibliche Statue u 18. —
Torso einer Arteinisstatue 919. — Männliche
Statue 920. — Weibliche Statue 921, — Weib-
liche Statue 922 — Weibliche Statue 923. —
Weibliche Statuette 924. — Weibliche Statue.925.
— Fortunastatuette 926. — Statuette der Aphro-
dite von Aphrodisius 927. — Altertümlicher
Porphyrkopf 928,29. — Archaisches Köpfchen
930. — Jugendlicher Kopf 931. — Bärtiger Kopf
932/33. — Weiblicher Kopf 934. — Jünglings-
kopf 935* — Weiblicher Kopf (Replik der ,,As-
pasia"?; 936/37. — Weiblicher Kopf 938. —
Athenakopf 939/40. — Weiblicher Kopf 941. —
Athenakopf 942/43 ; 1129. — Weiblicher Kopf
944 45. — Kopf einer Muse (?) 946,47. — Jüng-
lingskopf 948/49. — Jünglingskopf von einem
Qrabrelief 950/51. — Weiblicher Kopf von einem
Grabrelief 952. — Kopf einer Sklavin 953/54. —
Jünglingskopf 955 — 57. — Weiblicher Kopf
958 59, — Jünglingskopf mit phryglscher Mütze
960. — Bärtiger Grieche 961. — Sog. Apollonios
von Tyana 962. — Kolossalkopf eines bärtigen
Griechen 963. — Sokrates (?) 964\ IV, 8. 20 (29).
— Sog. Alkibiadcs 965—67. — Bärtiger Grieche
968. — Bärtiger Grieche 969. — Bärtiger Grieche
970. — Bärtiger Grieche 971. — Bärtiger Grieche
972. — bärtiger Grieche 973. — Epikur 974\ IV,
S. 20 (30). — Un bärtiger Grieche 975/76. —
Kolossalkopf eines Dtadochcn 977/78. — Bärtiger
Grieche 979 80. — Bärtiger Grieche 981. —
Bärtiger Grieche 982. — Bärtiger Grieche 983.
— Panzerstatue 984— 86. — Panzerstatue 987. —
Serapis(?) 988. — Portraitkopf von einem Relief
989\ IV, S. 20 (27). Unbärtiger Römer 990 91. j
— Unbärtiger Römer 992. — Un bärtiger Römer I
993. — Unbärtiger Römer 99 i. — Unbärtiger '
Römer 995. — Unbärtiger Römer 996. — Un-
bärtiger Römer 997. — Un bärtiger Römer 998.
— Unbärtiger Römer 999. — Caesar 1000/1001.
— Octaviamis 1002. — Drusus minor (?) 1003.
— Unbärtiger Römer 1004, — Unbärtiger
Römer 1005. — Römerin 1006. — Römerin
1007. — Knabenkopf 1008. — Unbärtiger
Kölner 1000, — Römerin 1010. — Knabenkopf
1011. — Römerin, traianisch 1012. — Traian
1013. — Hadrian (modern?) ION. — Bärtiger
Römer 1015. — Bärtiger Römer 1016. — Bär-
tiger Römer 1017. — Bärtiger Römer 1018. —
Bärtiger Grieche, antoninisch 1019. — Unbär-
tiger Römer, Bronze 1020/21 . — Römerin 1022.
Römerin 1023. — Faustina minor 1024. —
Römeriu 1025. — Knaben köpf 1026. — Jüng-
lingskopf 1027. — Maximinus Thrax(?) 1028.
— Bärtiger Römer 1029. — Bärtiger Römer
1030, — Bärtiger Grieche 1031. — Bärtiger
Römer 1032 1. — Bärtiger Römer 1032 r. —
Mädchenkopf 1033 1. — Leichtbärtiger Römer
1033 r. — Bärtiger Römer 1034 1. — Leichtbär-
tiger Römer 1034 r. — Bärtiger Römer 1035 I.
— Bärtiger Römer 1035 t. — Torso einer männ-
lichen Statuette IV, S- 18, 1. — Replik des
„Narkissos“ (im Gegensinne) IV, S- 18, 2. —
Nackte Jüngliugsstatuette IV, S. 18. 3. — Jüng-
lingsstatue IV, 8. 18, 4. — Apollon { f IV, S. 18, 5.
— Apollon IV, S. 18, 6. — Oberteil einer Artemis-
statue IV, S. 18, 7. — Jiinglingsstatuc IV, S. 18,
8. — Jiinglingsstatuc IV, S. 18, 9. — Statuette
eines Knäbchens IV, S. 18 10. — Knabeu-
statuette IV, S 19, 11; 1444. — Satyr IV, 8. 19.
12. — Jünglingskopf, von Hochrelief (?) IV,
S. 19, 13. — Weiblicher Kopf IV, 8. 19, 14. —
Mädchenkopf IV. 8. 19, 15. — Hermeskopf IV,
S. 19, 16. — Apollonkopf IV, 8. 19, 17. —
Zeuskopf IV, 8. 19. 18. — Weiblicher Kopf von
attischem Grabrelief IV, 8. 19, 19. — Weib-
liches Köpfchen I V. S 19, 20. — Athenakopf
IV, 8. 19, 21. — Athenakopf IV. 8. 19, 22 —
Hermeskopf IV, 8. 19, 23. — Weibliches Köpf-
chen IV, S. 19, 24. — Dioskurenköpfchen IV,
5 19, 25. — Satyrkopf IV, 8. 19, 20 — Köpf-
chen spätgriechischer Arbeit IV, 8. 20, 27. —
Jünglingskopf mit Wulstbinde IV, 8. 20, 28. —
Sokrates IV. S. 20. 29. — Epikur IV, 8. 20,
30. — Barbarenkopf IV, S. 20, 31. — Kopf
des Ncrva (?) IV, 8. 20, 32. — Augustuskopf
IV, S. 20, 33. — Frauenkopf augusteischer Zeit
IV, S. 20. 34. — Unbürtiger Kopf mit Lorbeer-
kranz IV, S 20, 35.
Grottenhof. 1 Aphrodite IV, S. 20. — 2 „Diony-
sos“ IV, 8. 20. — 3 Artemis IV, S. 20. — 4 As-
klepios IV, S. 20. — 5 Fortuna IV, S. 20. —
6 Herakles IV, S. 20 —7 Artemis ?) IV, 8 20.
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25
Neapel
20
— 8 Männliche Statue mit Chlamys IV, S. 20. —
9 Artemis IV, S. 20. — 10 „Hermes“ (polyklc-
tisrh) IV, S. 20. — lt „Apollo* IV, S. 20. — !
12 Herakles IV, S. 20.
Charlottengang. Kinderköpfchen IV, S. 21. —
Silberkammertreppe. Kopf der Knidierin IV.S.21.
— Satyrkopf (antik?) IV, S. 21.
Päpstliche Zimmer. SrhlafendeNymphcIV.S 21
— Neuattisches Kelicffragment IV, S. 21 —
Torso IV, S. 21.
WITTELSI5ACHER PALAIS. Büste des Antoninus
PiuslV, 8. 21. — Büste des Marc Anret IV, 8. 21-
PRIV ATllESITZ.
Hirth. Hermaphrodit 1453 34. — Satyrknabe auf
Ziegenbock 1453. — Altertümlicher Jünglings-
kopf 145*!,37. — Mädchenkopf mit ägyptischer
Frisur 1456/59.
Holmberg. Dionysosköpfchen 1043.
von Kaulbach. Weiblicher Torso 11HH. — Por-
traitkopf einer Griechin 1291 92.
Prinz Rupprecht. Weibliches Köpfchen 901— 3.
— Weibliches Köpfchen 004. — Serapiaköpfchen
903. — Hcraklesköpfchen !*o*i.
Fran von Seydcl. Bronzeatatuctte des Zeus
1452.
Simon. Männlicher Kopf aus les Bau» 104*1 7.
Neapel.
MUSEO NAZ10NALE.
(O. — OuliU ton iso«.)
G. 27 Statue einer Tochter des Ballms 1182 —
G. 82 „Euterpe“ 1492. — G. 100 Archaischer
Jüngliugskopf 3* *l5*i. — G. 104 Kopf, dem
Aristogeiton aufgesetzt J/v W; 1139/40. — G. 107
Zusammensinkinder Athlet /Farnese; 312/13;
1177. — G. 110 „Orest und Elektra“ 1090;
1153; IV, S. 63 (507/08). — G. 111 Kuieendes
Mädchen 532. — G. 112 Athlet (Farnese) I, 9,
S. 18 (25) — G. 113 Kopf archaisierenden Stils
425—28. — G. 116 Herme der Athcna 433/34;
939,40; IV, S. 59 (433,34). — G 117 Herme
der Athcna (modern; 433/34. — G. 118 Torso
eines eilenden Mädchens 7*15. — G. 122 Relief
57s. — G. 130 Athenakopf 575/76. — G. 132
Relief 512,13. — G. 133 Athena Farnese 514/15
(Kopf); 226; 396 ; 457.58; 554; 1113/14. —
G. 134 Replik vom Kopf des Kasseler Apollon
307 iS-, IV, 8. 03. — G. 136 Aphrodite 312/13
(Kopf); IV, S. 63. — G. 140 Herakles und Hebe,
Relief 527; III, S. 51. — G 142 Weibliche
.Statuette 497; III, 8. 51; IV, S. 62. — G. 144
llcra Farnese 790. — G. 146 Doryphoros aus
Pompcii 510.11 (Kopf); 211/12. — O. 147
Doryphoroskopf 509. — G. 148 Herme des
„Herakles“ 866-68. - O. 212 Faust kämpfer
von Sorrent I, 2, S. 18 (87/88) — G. 218 Kopf,
der Statue des sog. Protesilaos aufgesetzt 51*>I17 ;
IV, S.6S; 1448 — 50. - G. 224 A-klepios 718;
720. - G. 225 Weibliche Statue 197; 718 -
O. 226 Weibliche Statue, der ,.Sappho‘ Albani
verwandt 226; 497; IV, S. 62 (497;. — G. 227
Sog. Mnemosyne 496. — G. 237 Satyrkopf 400;
IV, 8. 19 (26). — G 238 Satyrtorso 539140. —
G. 242 Flora Farnese 551. — G. 246 Männ-
liche Statue 631 32; 635/36. — G. 247 Replik
der Hera von Ephesos 280. — G. 251 Aphro-
dite von Captia 292. — G. 265 Satyr 1371 —
G 267 Ammonhcrroe 398/99. — G. 270 Sog.
Adonis von Capua 5 22 23 (Kopf); IV, 8. 65.
— G. 273 Kopf des bärtigen Dionysos 557.
— G. 275 Eros (Typus Centocelle) I, 2,
8. 19 (141) - G. 276 Jünglingskopf 520/21. —
G. 278 Ganymed 1125. — G. 280 Herakles Far-
nese 64; 316; 801. — G. 287 Satyrtorso 539140.
— o. 289 Pntcal 331. — G. 293 Replik des
Ares Ludovisi, Torso 334 35; IV, 8. 65; 832/33.
— G. 295 Dionysostorso Farnese 256. — G. 299
Herakles und Omphalo 161. — G. 301 Sterben-
der Gigant aus dem attalischcn Weihgeschenk
556. — G. 303 Tote Amazone aus dem attali-
schcn Weihgeschenk 344/45. — G. 306 Weib-
licher Kopf 1121 22. — G. 309 Kauernde Aphro-
dite 386,87. — G. 314 „Kallipygos“ 758; 1381.
— G. 477 Athena 1075. — G. 479 Leda 536;
183. — G. 480 Fragment einer Figur auf
Widder 770. — G. 481 Torso einer Replik der
Artemis von Gabii 769. — G. 483 Athena
1075. — G. 489 Weiblicher Torso 771; 1155.
— G. 491 Sanroktonostorso 768; IV, S. 67. —
G. 498 Ammon auf Felsen, Hochrelief 3.18. —
(G. 498) Kclicfbruchstflck 537. — G. 506 Hera-
kopf 248/49. — G. 610 Unbärtiger Kopf 523/26.
— 0. 515 Melpomene II, S. 26 (22); 1492 -
G. 623 Kyliclc 523. — (i. 530 Dionysos 501. —
G. 558 Nebenseite eines Sarkophags 530; III,
S. 51. — G. 643 Unterteil einer Sitzfigur 1497.
— G 658 Relief aus Capua 529. — G. 666
Knieender Perser 602/03; IV. 8 62. — G. 667
Knicender Perser 502/3; III, 8. 51; IV, 8. 62.
— G. 673 Knieender Perser 502/3; IV, S. 62
(502/3). — G. 802 Augustus, Bronzcstatue 737.
— G. 831 Apollon, Bronzcstatue 617—20. —
G- 841 Sitzender Hermes, Bronzestatue 318;
832 33. — G. 846 „Tänzerin" aus Herculaneum
800 07. — G 847 Desgleichen 806/7. — G. 849
Bilstc der „Berenikc“ 673—76. — G. 851 Bronze.
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27
Newbv Hall — Oxford
28
köpf eines Jünglings 206/07 ; I, 2, S. 19 (138/89).
— G. 852 ,, Tänzerin“ aus Herculaneum 806/7.
— G. 854 Bronzchcrme des Doryphoros 211 12;
510/11; 886 — 68* — G. 855 Brouzekopf poly-
klcli»cli8 W; 585/8«; 1137; 1139. - G.856 Bronze-
lierme einer Amazone (?) 398, 99. — G. 857
Bronzekopf des bärtigen Dionysos 143S 39.
G. 899 Flöteblascnder Silen, Bronzestatuette
504; IV, S. 63; 1394. — G. 939 Zeuskopf aus
Pompcii 737. — G. 949 Hermaphrodit (der Kopf/
409/10; IV, S. 69 (409/10). — G. 979 Büste des
Caracatla 1029. — G. 983 Antinous 446—48
— G. 997 Marcellus, aus Pompcii 869 -71. —
G. 1000 (?) Männliche Statue mit Chlamys 131
— G. 1047 Belief vou der Basilica Neptuni .529.
— G. 1070 Bärtiger Portraitkopf 979 --83. —
(G. 1073) Portraitkopf eines Römers 996. —
G. 1103 Torso eines Heros 33/; IV, S. 65. —
G. 1113 Männliche Portraitstatue 7 OS ; IV, 8 67.
— G. 1139 Aischinea 624. - G 1325 Bemalte
Aphrodite aus Pompeii 292. — G. 144« Poly-
chrome Statuette 712. — G. 1489 Reitende
Amazone (Kopf) 772/73. — G. 1672 Bronze-
statuette des Apollon 18; 1486 d — G. 1585
Hennaphrodit(?) Bronzestatuette 1381. — G. 1793
Weibliches Köpfchen 899/900. — G. 1794 Sta-
tuettentorso des myronischcn Diskobois 500;
III, S. 51; IV, .3. 62. — G. 1872 Aphrodite
Anadyomene, Statuette (der Kopf) 1121 22. —
G. 1925 Weibliche Statuette 498. — Torso der
nackten Aphrodite 707. — Hygicia, Statuette
1175 a. — Mädchenstatuette 499. — Torso einer
Knabenstatuette IV, S. 19 (11). — Männliche
Statue mit Chlamys 863. — Negersklave 54/.
— Woibliclier Kopf mit Hörnern 524; 14771.
— Tektonisch verwendete Platten 342. —
Arzneikästchen mit AsklepiosdarstcHung 285.
MÜSEI M VON S. MARTINO. Sarkophag 543.
PRIVATBESITZ. Jugendlicher männlicher Torso
4/97/93.
Newby Hall.
M. 28 Athena 1445 M
Nimes.
ECOLE DES BEAUX AKTS Rclieffragmcntc US1
— Relicffragment, hacchischer Priester V, S. 89, a
— Relieffragment, Masken und Ganymed (?) V,
S. 90, b. — Gebälkbruehstöckc V, S. 90, c.
Grabstele V, S. 90, d. — Altar, dem Vulcan und
den Winden geweiht V, S 90, e. — Relicffrag-
ment V, S. 91, f. — Pilaster in Ucrmcnform V,
8. 91, g. — Torso eines Bauern V, S. 91, h. —
Statuette eines Bauern V, S. 91, i.
MAISON CARREE. No. 1 Replik der knidiarhen
Aphrodite V, S. 87, f. — No. 2 Apollon Lvkeioa
V, S. 86, o. — No. 3 Römerin als Ceres V, S 86, b.
— No 6 Weibliche Statue Unit. — No. 8 Tanzende
Maenade /4/9. — No. 10 Pan und Dionysoskind
1431. — No. 12 Weibliche Statue V, S. 86, c. —
No. 15 Weibliche Statne 111.1. — No. 18 Bärtiger
Kopf /4/t»;//. — No. 20 Weiblicher Kopf mit
Mauerkrone 113s 29. - No 28 Kopf der Roma;?,
11 35 36. — No. 30 Serapiskopf V, 8. 87, g —
No. 31 Weiblicher Kopf 1111 15. — No. 38 üilste
einer Römerin 1130. — No. 213 Bronzekopf eines
Griechen, hellenistisch V, 8. 86 — No.447 Kinder-
statuette 1130b — Nackte Aphrodite V, S. 86, d.
— Aphroditekopf (antik?) 1110117. — Aphro-
ditetorso V, S. 86, a. — Kopf des ApoIlon{?)
V, S. 88, i. — Torso einer Athenastatuette 1133 a
— Torso eines Barbaien 1133b. — Sitzende
Demeter 1113. — Eroa und Hund 74/8. —
Schlangcnwürgender Hcrakles(?) 1133. — Silen
auf Bock 1430*. — Kopf des Tibcriii»(?) 1137.
— Fragment eines Zeuskopfes V, 8. 87, h. —
Relicffragment 1131. — Moderne Cople vom
Kopf der Venus von Arles V, 8. 88, k.
ML'SKE DE PE1NTUUE. Mosaik mit Darstellung
aus der Alkestissago V, S 91. — Moderne Bronze-
copie des „Arringatore“ V, S. 92.
Olympia.
Kopf der Hera, archaisch 752 58. — Lakonisches
Marmorbecken 1382/83. — Zeus aus dem Ost-
giebel des Zeustempcls 306. — Sitzender Greis
vom Ostgicbel des Zcustempels 213—15. — Eck-
figuren vom Ostgicbel des Zeustempe's 756. —
Getigerte Frauen aus dem Westgiebel des Zeus-
tempels (spätere Copien) 246/46. — I.apithc (G)
aus dem Westgiebcl des Zeustempcls 243/44. —
Amazonenmetope des Zeustempels 1086—89. —
Nike des l’aionkis 579; 1179; 1180/81. — Hermes
des Praxiteles 60/61; 283 84 ; 311; 411,12; 624;
820 21; 844/45; 1325. — Torso, Replik des Dres-
dener Zeus 853 54. — Torso einer weiblichcu
Gewundstatue 1186.
Oreos
Kybelc 533.
Oropos.
Wclhrclief au einen Heros 1300.
Ouvaroffka bei Poredje (Russland).
Bacchischer Sarkophag 1370.
Oxford.
M.33. Skylla 556. Hellenistische Grabreliefs 1085.
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29
Padua — Paria
30
Padua.
Zwei Bacchische Reliefe 19.
Palermo-
MUNICIPIO. Statue eines Jünglings 75/; 11, S. 53.
MUSEO NAZIONALE Inv. 685 Asklepios 535;
IV, S 55; 285. — Inv. 710 Atbena 554; I
IV, S. 66. — Inv. 713 Kopf des „Sardanapal“
557 ; 714. - Inv. 715 Zeus (?). 547— 49\ III, S. 51;
IV, S. 65; 718. — Inv 725 Gefährte des Odys-
seus (aus der Skylla-Gruppe) JJ5; III, S. 51 ;
1080/81; 1309. — Inv. 735 Herme des Mctro-
dor 33Ä>b. — Inv. 742 Herme des Sokrates 559 c. j
— Inv. 744 Kopf eines Gefährten des Odysseus
3.56; III, S. 51; 1309. — Inv. 768 Attisches
Votivrelief 562; III, S. 52. — Inv. 775 Grab- j
relief des Philokratea 564; III, S. 52. — Kauern-
der Löwe 545. — Thronende weibliche Gottheit,
aus Solu nt 546. — Jugendlicher Torso, alter-
tümlich 550; IV, S. 55. — Gruppe von Selene
und Eros 551. — Läufer oder Ringer 532. —
Oberteil eines Pan 558 \ IV, S. 66. — Weibliche
Statuette 356a — Statuette des Narkissos (?)
556d; IV, S. 66. — Jllnglingsstatuette 559 e ;
III, S. 51. — Attisches Proxeniedekret 560; III,
S. 52. — Fragment eines Votivreliefs 501. —
Weihrelief eines Wagensiegers 503; III, S. 61;
IV, S. 66. — Grabrelief eines stehenden Jüng-
lings 355; III, S. 52 — Relief 566; III, S 62;
IV, S. 66. — Relief : Tänzerin 567. — lleiu eines
kolossalen Marmorthrons 508. — Drei weibliche
Köpfe von Metopen des Tempels E in Selinunt
745—50 ; IV, S. 67. — Aktaioumetope von Se-
linunt 569—72 — Herametope von Selinunt
597/98. — Kopf des Aristoteles 126/27. — Ein-
schenkender Satyr IV, S. 65 (550).
Palma (Mallorca).
AugustusbUstc 1002.
Paris
BIBLIOTHfeQUE NATIONALE Stele der Melitta
1298. — Stele aus Sidon 925. — Büste des M. Modius
Asiatieus 979—83.
Bronzen.
(U ss. Katalog von Bsbelon und ltlanchet, 1895.)
B. 243 Aphrodite, aus Alexandrien 1060/61. —
B. 266 „Spes“ 1409. — B. 307 Hermaphrodit 1381.
— B. 364 Dionysos 1480r. — B. 698 Asklepios
295. — B. 702 Laufender Knabe 1056. — B. 926
„ Narkissos* 1139.
ECOLE DES BEAUX ARTS. Torso Medici 706 a;
IV, S. 66 (706a); 1275; 1310.
MUSEE GUIMET. Arteniisstatuette 919.
LOUVRE.
(t'ntaloguo sommaire von IBM.)
No. 23 Aphrodite mit Wasservogel, Statuette 1451.
— No. 24 (?) Zeus XU, 8. 51 (272). - No 59 Kopf
des Sokrates IV, S- 20 (29). — No 75 Herakles
und Telephos 593A. — No. 80 „Posidonius“ (der
aufgesetzte Aristoteleskopf) I, 2, S. 19 (126/27).
— No 81 „Orestes und PyLades1* 1090; IV, S. 63
(507 OS). — No. 83 Sog. Jason 733 34. — No. 87
Bacchus Richelieu 1142 — No. 101 Herakles
1090. — No. 131 Hygieia, Statuette 1175a. —
No. 168 Arteniisstatuette 1303. — No. 207 Grab-
stelc dos Eurythmos 764. — No. 223 Isiskopf 524.
— No 247 Artemis mit Hund 919. — No. 27.8 Kopf
de» „Miltiades“ 437 38. — No. 366 Aphrodite
(mit Künstlerinschrift des Praxiteles) 395; 925 —
No. 370 Aphrodite und Eros 1307 08. - No- 399
Aphrodite von Melos 399; 712. — No. 411 Mel-
pomene 494; 921. — No. 414 „Euterpe“ 512 13.
— No. 420 „Euterpe“ 512/13. — No. 435 „Nar-
kissos“ 559 d. — No. 436 Alexander Azara 814/15.
— No 439 Aphrodite von Arles 188; 493; 629. 30;
712. — No. 463(?) Bärtiger Dionysoskopf 1410, 11.
— No. 464 Athens Vclletri 1129 — No. 485
Weiblicher Kopf (einer Statue fälschlich aufge-
setzt; Gyps in München' 875,70 ; IV’, S. 67. —
No 622 „Atalante“ 1183 84. — No. 625 Sog.
Genetrix (Kopf) 613—16. — No. 527 Borghe-
sischcr Fechter 733 34; 1080/81. - No. 529
Artemis von Gabii 395; 769. — No. 535 Paris-
kopf 1125. — No. 566 Hygieia I. 2, S. 18 (100
bis 102). — No. 573 Mercure Hichelieu 213—15;
685, 36; 1138. — No. 589 Artemis von Versailles
1856/57. — No. 639 Asklepios 262; 712. — No 696
Nymphenrelief von Thasos 846. — No. 755 Weih-
relief an Asklepios 1222; 1224; 1228. — No. 846
Kopf des polykletischen Diadumenos 866—68;
1476 M. — No. 847 Athena mit Schachtel, aus
Kreta 353. — No. 866 Ares Borghese 586 86;
1125. — No. 883 Kriegorkopf, der Statue des
Herakleides und Harmatios aufgesetzt H79f80\
IV, S. 68. — No. 884 Replik des Kasseler Apollon
459 - 61. - No. 887 (?) Asklepiosherrae 240 41.
— No. 911 „Bacchantin“ 395. — No. 922 Silen
mit Dionysoskind IV, S. 18(6). — No. 931 Jugend-
licher Areskopf 1378/79. — No. 1037 „Plotina“
1186. — No. 1207 Sog. Germanieus (von Kleo-
mencs) 270 71; 1127. - No. 1231 Claudius 869
bis 7L — No. 1245 „Agrippina“ I, 2, S. 18(100
bis 102). — No. 1783 Fragment eines Medusen-
kopfes 1442/43. — No. 2266 Eros vom Palatin 74.
— No. 2283 Hera Campana 296; V, S. 86 (b).
— No. 2369 Nike von Samotbrake 1451. —
31
Parma — Rom
32
No. 2614 Artomis, Statuettentorso 919. — No. 2838
Weiblicher Torso aus ilalikarnass 926. — No. 2881
Fries vom Artemiatempel in Magnesia 1345—48.
— Aphrodite und Kros 401 02; 1106. — Hermes
als Kind 1444. — Kind, Statuette 1420b. —
Sog. Rampin'scher Kopf 1289, -90. — „Narkissos“,
polykletlsch 1139; IV', 8.56(15). - Fragment
eines grossen Grabrcliefs 740. — Torso einer
weiblichen Gewandstatue 1493. — Bronzekopf
eines Knaben, aus Bencvent IV, S. 64. — lironze-
statuette eines Jünglings 446— 48. — „Alexander
mit der Lanze , Bronzestatuette III, 8, 30. —
Dionysos und I’an, Bronze III, S. 50 (73b). —
Altitalischcs Brunzcbleeh IV, 8.66 (599).
SAMMLUNG FOURNIER. Weiblicher Kopf aus
Smyrna 1199.
SAMMLUNG BLANCHET. Hermaphrodit 1381.
Parma
D 869 Zeuskopf 69170. — D. 876 Erostorso 74 ;
1, 2, S. 18; IV, S. 56. - D. 886 Satyrtorso 73. —
D. 891 Jilnglingstorso 76. — D. 896 Kopf des
Serapis 77/78. — D. 897 Torso einer Sitzfigur
79. — D. 902/903 Fragmente eines Flachreliefs
60 Nl.
Bronzestatuetten : „Alexander" 7.1 a. — Dio-
nysos 7.1b; III, S. 60. — Trunkener Herakles
7/; III, S. 50; 393. — Jugendlicher Krieger
72a. — Bärtiger Krieger 72b; I, 2, 8. 18; III,
S. 50. — Victoria 82.
Paros.
MUSEUM. Archaischer „Apollon'-Torso 1330,31.
— Weiblicher Gewandtorso 1332.
ORTSCHAFT K0ST0S. Torso der Artemis (?)
1333.
PRIVATBESITZ. Weiblicher Hermenkopf 1334/35.
— Relief 1336. — Relieffragment 1337.
Patras.
DIMARCHIE. Replik der 1‘arthenos 1304/5. —
Votivrelief an Asklepios 1306.
GYMNA8I0N. Aphroditetorso 1307/8. — Skylla
.von Sarkophag) 1309.
Perinth.
Torso des Dionysos 486. — Nackter Jlingliugs-
torso 550.
Petersburg.
ERMITAGE.
(Katalog von 1901.)
No. 32 Weiblicher Kopf 10544 — 96. — No 68 Bärtiger
Kopf, myronisch 320—22. — No 158 Hirt 1171.
— No 160 WeiblicheStatue im Typusdcr,, Elektra“
1153. - No. 303 Muse (Karyatide) 396. — No, 309
„Melpomene“ (Campana) 497. — No. 314 „As-
klepios“ 295; 306; 1156 57. - No. 324 Ammons-
kopf 398/99. — No. 332 Relief mit Ganymed
V. S. 90 (b). - No. 337 Niobidenrelief 1161 -
Hygieia (Typna Hope) 717.
SAMMLUNG DES DERZEITIGEN DEUTSCHEN
BOTSCHAFTERS GRAFEN POURTALES.
Torso des Doryphoros 211/12.
SAMMLUNG STR0GAN0FF. „Apollon Stroganofl«
modern) 577/78.
Petworth.
M. 9 Ölcingiesser 213—15; 222 —25. — M. 18 Ama-
zone (der aufgesetzte Kopf; 898/99. — M. 24
Kopf eines Dindumcnos 308,09; 814/15. — M 53
Opferdiencr mit Schwein 587C. — M. 78 Kopf
der Aphrodite 281 82. — M. 74 Athenakopf 989/40.
Piraeus.
GYMNASI0N. Aphrodite 1451.
Pisa.
D. 16 Weiblicher Kopf 200 30/; 264. — D. 78 Kopf
des Caesar 202 203\ 234 35. — D. 84 Kopf der
Aphrodite 204 205. — D. 132 Marmorkrater,
neuattisch 1381.
Pollens am Vesuv.
VILLA SANTANGEL0. Weibliche Gowandstatuc
260/61.
Ravenna.
SAN VITALE. Sog, Apotheose des Angustus,
Relief 737.
Rom.
VILLA ALBANl. No. 2 Weibliche Gewandstatue
396. — Xo. 3 „Isis“ (der aufgesetzte Kopf) 425 -28.
— No. 4 Aphrodite 1106. — No. 19 Sog. Karyatide
des Kriton und Nikolaus 226 ; 257. — No. 20
Sog. Kapaneus-Rclicf 1440. — No. 34 Unter-
wärts bekleidetes Mädchen 210. — No. 44 Ar-
chaische Jiingiiugsstatue 1090— 92\ 627/28. —
No. 57 Jftnglingsherme 1119 30; 867/58. — No. 62
Kopf de» sog. Lysias 50/51; 441, 42 — No 76
Hennenreplik der Sosikles-Amazone 1117 18. —
No. 79 Weibliches Sitzbild (die Reliefs der Stütze)
497. — No. 103 Macnade 501. — No. 119 Herme
des jugendlichen Dionysos 1123/24. — No 160
Kopf einer Vestalin 1147. — No. 204 Thesen»
und Minotaurus 704 — No. 218 Kopf de» Paris
1125. — No. 316 Archaische JUnglingsstatnc
1094— 96\ 1097. — No. 317 Replik der Jüngiings-
statuc des Stephano» 1093. — No. 323 Jünglinga-
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33
Rom
34
statue 1097. — No. 462 (?) Weibliche Gewand-
statuc 396. — No f>96 Hermes (der aufgesetzte
Kopf vom Typus Ludovisi) 1102— 04; 270,71
(Kopf) — No. 604 Polykletisohc Kriegerstatue
1099 — 1101. — No. 628 Karyaiidc297 — No 668
Archaischer A pollon - Torso 1099. — No. 706
Relief mit Theseiis und Aithra 1126. — No. 711
Kopf einer Göttin 112V22. — No. 749 Kore
Albani 1115116 (Kopf); 226 ; 279; 307; 449—
51; 497; 512/18; 613-16; 726. — No. 906
■Statue des Stephanos 883 84; 1090; 1093; IV,
S. 65 (550). - No 928 Satyr 247. — No. 933
Bronzestatuette de» Herakles I, 2, S. 18 (64). —
No 942 Diogenes, Statuette 1407 >08. — No. 945
Athens, Statuette 1103 — No. 954 Satyr
247. — No. 970 Pall;« 554. — No. 1012 Sog.
Athcna mit dem Iäiwenlielm 1113111 (Kopf);
320- 22 ; 896; 441/2; 554; 1372. — No. 1035
Henne einer bärtigen Gottheit 413/14. — Ar-
chaischer bärtiger Männerkopf 1109H0- — Ar-
chaiscber Frsuenkopf 111H12. — Satyr, mit
Schweinefett IV, S. 59 (406—8). — Torso einer
Satyrsiatuettc 1107 19. — Rumpf eines Diskoboleu
500, 10. — Sarkophagfragment 111, S. 52 (566).
PALAZZO ALDOBRAND1NI M-D 17 Zeu»(?)
1331. — M - I) 364 Dionysos 1333.
PALAZZO ALTEMPS. M-D 128 Herakles 231 ;
318- 20; 381-84. — M-D. 362 „Dionysos“ 1,2,
S. 18 (25). — M — D. 612 „Bacchantin“ IV, S. 68
(406- 8).
ANTIQUARIUM (Orto botanico). Kopf des Dio-
inedes 809/10 ; IV, S. 67. — Fragmente einer
weiblichen Gewandstatue 1185 — Replik vom
Kopf der Hera Borghese IV, S. 62 (494). —
Hermes 808. — llirt 1171. — Stehendes Mäd-
chen 8061 7; IV, S. 67 — Pcrscuskopf 803.
PALAZZO BARBEKINI. M-D 51 Gruppe von
Asklepios und Hygieia 1050. — M-D. 968 Schutz-
Hehende (Kopf) 483/84; 206/7; 381-84. - M-D
1741 (?) Männlicher bärtiger Kopf 108 -10\ I,
2, S. 19; 725
IIANCA NAZI0NALE. Hygieia, Statuette 1175 a.
— Torso des polykletischen „Narkissos“ 1175h.
— Anlinous 1171.
MUSEO BARRA0C0.
(Pl. = Tafeln von Hslltig, L* Collection B»rr*cco}.
PI 26 Hermeskopf 880/31. — PL 31 bis Jugend-
licher Kopf, archaisierend 425— 28. — PI. 34, 34 a
Apollonkopf (Typus Kassel) I, 2, S. 17 (12/13);
507/08; 1079; IV, S 62 (507/08). - PI. 36 Weib-
licher Kopf 1094 - 96. — PI. 38 Knabe, sich
kränzend 1139. — PI. 43 43a Kopf des Dory-
phoros ‘2 11/12. — PI. 45 Polykletische Jünglings-
Statuette 1139. — PI. 48 bis Kopf der ,,Sappho“
211/12 — PI. 52 Attisches Relief mit Reiter 1384
— PI. 52 •>!» Weiblicher Kopf mit Stern über
der Stirn 437 38. — PI. 53 bis Kopf von einem
attischen Grabrelief 677, 78. — PI. 56 Kopf mit
Backenbart 222- 25. — PI. 56/56 a JUnglings-
kopf857 58. — PI . 57 67 a Kopf des ,, Alexander“
328 29. — PI 5959a Kopf des Apollon Lykeios
686 — 89. — PI. 65 Tanzender Satyr 504. — PI. 73
Büste eines Knaben 1173. — PI. 75;75a Kopf
des „Caesar“ 694 A — Hermapbroditenhcrnie
185. — Neuattisches Relief, Hermaphrodit 1381
— Fragmentierter Kopf des polykletischen Dia-
dumeuos 1476 M.
PALAZZO BORGHESE. M-D. 90 Herakles 483;
IV, S. 61. — M— D. 396 Dionysos 486 —
M-D. 595 Kolosssie weibliche Statue 487. —
M — D. 699 Weiblicher Kopf, einer Artemis-Statue
aufgesetzt 488; IV, S. 61. — M — D. 850 Sog
Nemesis 4891.; IV, S.61 — M- D. 859 Hygieia
190. — M— D. 986 (?) Nackter Jüngling 191\
641/42. — M— D. 1060 Statue, als Augustus
restauriert 192. M - 1). 1331 Jüngling 193. —
M - D- 1874 Kolossale weibliche Gewandstatue
494; IV, S. 62. - M-D. 1486 Kolossale weib-
liche Gewandstatue49.5; III, S 51. — M— D 1539
(?) Weibliche Statue 489 r.
VILLA BORGHESE. XVIII Replik der Artemis
Coionna (der aufgesetzte Kopf) 366. — 1L Dio-
nysos 1390 — LAT Weibliche Statue im Typus
der „Elektra“ 1153. — LXXATIl Panshenno
1340/41. - C’XXIl Herakles 132; I, 2, S. 19;
IV, S. 56; 64 — CXXVI Artemis 133; I, 2,
S. 19; UI, S. 55; IV, S. 66. — GLXX1V Kopf
der „Sappho“ 211/12. — CCII AA'eihliche Ge-
wandstatue ...Isis“) 396. — CCXI Meergüttin (?)
mit Delphin 1196 (nach Zeichnung); 712. —
CCXXV Silen Borghese 504; 1394. - CCLX1
Ausruhender Herakles (nach Zeichnung) 1189.
— Leda 636.
PALAZZO BRAZZA. M -D .1069 Männliche Statue
(der Kopf) 631/32.
PALAZZO CAMUCC1N1. Bärtiger Kopf (ans der
Skyllagruppe) III, S 51 (555/56).
CAPITOL. M.-D. 4038 AVeihlicher Kopf 586/86. -
Nil (nach Zeichnungen) /490; 1198. — Tigris
1498.
CAP1TOLINISCHES MUSEUM
Cortile. No. 3 Pan 293. — No. 4 AVeihlicher
Kolossalkopf 403/04. — No. 18 Pan 293.
Atrio. No. 3 Athen» I, 2, S. 17(9); 836/37; 1169.
— No 19 Kopf des „Juba“ 644 -46; 1207-9.
— No. 42 Jüngling 105; 863.
35
Rom
36
Treppe . Weibliche Gottheit 406—8] IV, 8. 58.
Galleria. No. 15 Kopf eines Hermaphroditen ?
409110-, IV, S. 59. - No. 25 Satyrkopf 400;
IV, S. 19 (26). — Xo. 29 Replik der Athena
Ginstiniani 226. — No 50 Torso de» royro-
nischen Diskobolen 500; 1448-50. — No. 52
Aphrodite 512/13. — No. 60 Satyrkopf 4/ 1112.
Sala delle colotnbe. No. 17 Herme des Hades
(?) 413/14. — No 19 Herme einer bärtigen Gott-
heit 415(16. — No. 28 Doppelherme zweier
Wassergottheiten 417—19. — No. 33 Torso einer
Knabenstatuette 1444; IV, 8. 19, II. — No. 50
Herme einer bärtigen Gottheit 413/14. — No. 83
Tabula Iliaca 1066. — No. 85 Weiblicher (?)
Kopf 420)21. — No 87 Herme einer jugend-
lichen Gottheit 422(23] III, S. 51; 652/53.
Gabinetto della Venere. No 1 Kapitolinische
Aphrodite 386, 87; 767; IV, 8. 18(7); IV, 8 19(14).
Stanza dei filosofi. No. l Replik de« „Etibu-
leus“ 424. — No. 11 Weiblicher Kopf 425126]
III, 8. 51. — No. 12 Weiblicher Kopf 127128]
III, 8.61; IV, S. 59. — No. 17 Herme des
Herakles 429(30] IV', 8.59. — No, 28 Jugend-
licher Kolossalkopf 431(32. — No. 54 Herme
der Athena 433/34; IV, S. 59; 939/40. — No. 55
Weiblicher Kopf 435(36 ; IV', 8.69 — No. 63
Epikur und Metrodor, Doppelhenne 559 b. —
No. 68 Bärtiger behelmter Kopf (,.Maa*inisaa“)
437)38, — No. 69 Bärtiger Kopf 439(40] IV*, S. 59.
— No. 71 Portraitkopf eines Griechen 1191. —
No. 82 Kopf des„Ae»chylusi‘ 267/68. — No. 85 Ju-
gendliche männliche Henne 44/, 42;1V, 8.60(459
bis 61). — No. 94 Bärtige Henne 443/44;
IV, 8. 59
Salon e. No. 4 .Jugendlicher Kentaur des Aristea«
und Papias 1391. — No. 5 Asklepios 272; 364.
— No. 8 Athena 163; 1129. — No. 10 Replik
des polyklctischen Diaduinenos 445. — No. 12
Nackter Jüngling 446 - 4b; III, 8. 51 ; IV, 8. 69;
885. — No. 15 W eibliche Statue 736. — No. 20
Replik des sog. Omphalosapollon 152—54] 625/26.
— No. 21 Kopf der Statue eine« ausruhenden
Epbebeu 455(56 ] 656 57. — No. 24 Sog. Hera
oder Demeter 457/58 (Kopf); IV, 8. 60; 91; 279.
— No. 27 Jäger (Portraitstatue) I, 2, S. 18 (25).
— No. 30 Apollon 459-61] III, 8. 51; IV, 8. 60;
IV, 8. 63(507/08;. — No. 36 Athena III, S. 16.
Stanza del fauno. No. 4 Jilnglingskopf 46263.
— No. 6 Weiblicher Kopf 1 169 Anra. — No. 19
Kopf des Dionysos (?) 464/65. — No 21 Kopf der
Ariadne (?) 466/67. — No. 26 Kopf des Dionysos
468/69] IV, 8.61
Stanza del gladiatore. No. 2 Kopf der sog.
Persephonestatue 470/71] 281/82. — No. 6 Ge-
filssträgenn (der aufgesetzte Kopf) 470/71. —
No. 12Sog. Antinous 446-48. - No 14 „Flora- 395.
COLOSSEUM Stuckdecke (nach Zeichnung) 1491.
PALAZZO COLOXKA. M— D 16 Torso einer po-
lykletischen Athletcn-Statue 1137. — M— D. 25
Kopf des Zeus 1156 57. — M — D. 96 Herakles
1136. - M-D. 109 Herakles 1146. — M-D. 157
Replik de« Herme« Ludovisi 1127] 270 71. —
M — D. 222 Replik de» „Narkissos“ mit nicht zu-
gehörigem Asklepioskopf 1139—41] 1175 b. —
M-D. 393 Dionysos 1142 43. — H I). 441
Tanzender Satyr 1149. - M — D. 603 Weibliche
Statue 1132(33. - M — D. 640 Athena 1129 —
M — D 686 Artemis-Statuette 1151. — M — D.711
Aphrodite (sog Genetrix) 1131. — M-D. 720
Statue im Typus der „Elektra*1 1153/54. —
M-D. 765 Aphrodite Anadyomene 1144. —
M—D. 821 Muse 1150. — M-D. 916 Weiblicher
Idealkopf 1158—60. — M-D. 940 Replik der
Sosikles- Amazone (Torso) 1130, — M — D. 945
Provinz (?) 1155. — M — D. 1008 a Torso de«
polyklctischen Diadumenos 1135. — M—D. 1019
Torso einer männlichen Statuette 1134. —
M-D. 1030 Mann licher Tor»o / 145. — M—D. 1065
Hermes 1138. — M — D. 1204 Statuette eines
Hirten 1152. — M—D. 1743 Kopf des Ares
(? modern) 437/38. — M — D. 3562 Zwei Reliefs:
Windgötter 1164(65. — M - D. 3586 Relief: Eros
und Anteros 1166. — M—D. 3728 Relief 1162;
1126. — M— D. 3738 Relief mit Selene zu Wagen
1163 . — Vestalin (mit aufgesetztem „Pothua“-
Kopf) 1147. — Relieffigur eines sterbenden Nio-
biden 1161. — „Mänade*1 473.
CONSERVATORENPALAST. Replik vom Kopf
der Soilkles- Amazone 388—90; 1139. — Sog.
Aphrodite vom Esquilin 481/82 (Kopf). — Aphro-
dite 1353. — Oberteil einer Apollonstat ue 48t)]
342 — Torso de» Apollon Kitharodos 1169. —
Athenatorxo 1129. — Bacchischer Kopf 478/79.
— „DanaostochteP* III, 8. 51 (265); 1432/33. —
Desgleichen 1432/33. — „Geniu»‘‘ mit Aegi» 816.
— Giebeifiguren au» Thon 774/75. — Herakles,
Bronzestatue 154/55. — Jünglingskopf mit Kranz
474/75] III, S. 51. - Mänade 473] IV, S. 61;
587 D. — Marsyas (aus rotgestreiftem Marmor)
1441. — Replik der Sappho Albani (aufgesetzt:
Athenakopf) 449/51] III, S. 51; IV, S 59. -
Silen 504. — Sitzende weibliche Statue 472\ IV,
8. 61. — Wagen besteigender Jüngling 50/51;
111314; IV, 8.60(459-61). — Weibliche Ge-
wandstatue 396 — W eibliche Gewandstatue 1, 2,
8. 18 1 100— 102).
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37
Rom
38
PALAZZO DORIA, M— D 609 Demeter 357. —
M-D. 1078 „Caligula“ 492
VILLA FIORELLI. M— D. 3689 Fragment einer
Marmorcase, nenattiach 1881.
FORUM ROMANUX. Fragment einer Ara (vor
dem Faustinatempel) X1H. — Basisrelief mit Athena
und Hygieia (ßasiltca Julia) HW.
Vestaheiligtum. Zwei Vestalinnen 296 — Vestalin
(Jordan VIII, 1) 1147. — Desgleichen (Jordan,
VIII, 4) 1147.
VILLA GIUSTINLAN1. M-D. 1052 Männliche
Statue mit Chlamys 134.
PALAZZO LANCELOTTI. M-D. 1098 Diskoboi
Massimi 54 55 ; 500.
PALAZZO LASTE. M-D. 354 Sitzende Aphro-
dite mit Eros 283 84.
LATERAN.
(B— Sch. - Katalog von Benndorf and 8choene.J
B— Sch. 16 Recitatio (?), Relief 764 — B— Sch. 19.
Sog NemesiB 4891. — B— Sch. 49 Meleager
(der aufgesetzte Hermeskopf) 270,71. — B— Sch.
78 Asklepios 720. — B— Sch. 127 „Mars“ 266. —
11 — Sch 167 JUnglingskopf strengen Stils 1090. —
B-Seh. 182 Asklepios 799. — B-Sch. 187
Hygieia (als Muse ergänzt) 799. — B-Sch 237
Sophokles 5; 678—76; 764 ; 961. — B — Seh. 239
Artemistorso 1303 — B— Seh. 283 Relicfbrueh-
stlick 608. — B — Sch. 374 Herme des bärtigen
Dionysos 422 23 — B-Sch. 378 Herme einer
jugendlichen Gottheit 422 28. — B— Sch. 382
Bärtiger GOttcrkopf 370 71. — B-Sch. 388
Bärtiger I Kitterkopf 398/99. — B— Seh. 899
Griechisches Relief 757 — B -Sch. 427 Niobiden-
sarkophag (Stützen) 1486 c. — B — Sch 456
Stirnziegel mit Athena 1372. — B— Sch. 468
Desgleichen 1872.
PALAZZO LAZZER0NI. M-D. 1220 Replik der
kleinen Ilerculauensorin IV, S 48. — M— I). 1429
Grabstatue im Typus der „Pudicitia“ IV, S 48. —
M — D 2592 Sarkophag IV, S. 48. — M — D. 2726
Kndymionsarkoptiag IV, S. 48. — Sarkophag mit
bacchischer Darstellung IV, S 49. — Aphrodite,
bekleidet 7/69 — Weibliche Gewandstatne U?0.
— Hirt lt7l\ 1152. — Büste des Helios 1172.
— Büste eine» römischen Knaben 1172.
VIA MARGÜTTA 53 B M-D. 1065 Männliche
Statue 134 ; IV, S 56; 103; 039,40; 803.
PALAZZO MASSIMI ALLE COLOXNE. M— D. 52
Asklepios 219 — 21.
PALAZZO MATTEL M— D. 1071 MännlicheStatue
mit Chlamys 266. — M-D. 1087 JUngllngs-
statue 134.
VILLA MATTEL M-D. 68 Asklepios 724; I, 2,
S. 19; 14’, S 66. — M-D. 369 Kopf einer Dio-
nysosstatue 123. — M— D. 1058 Jünglingsstatue
/ 20; III, S. 50. — M— D 1375 Weihliche Kolossal-
statue 773; I, 2, S. 19; 457,58. — M-D. 1550
Weibliche Gewandstatue 123.— M— D. 1668 Kopf
des Dorypboros 7/6 17 ; 1, 2, 8. 19. — M — D. 1683
Athletenkopf 778/79. — >M— D 1827 Kopf des
„Caesar" 730 3/; 234/35. — Kopf des Harmodios
774/73. — Asklepioskopf Z2//22; IV, S. 56. —
Portraitkopf eines bärtigen Griechen (Aristoteles)
/26/2? ; 1,2,8.19; IIi,S.50. — Portraitkopf eines
nnbärtigen Römers 728/29.
SAMMLUNG M0NTEVERDE Nackter Jüngling
133/37 ; I, 2, 8. 19. — M-D. 1401a Oberteil
einer weibliehen Sitzfigur /3“</39; I, 2, S. 19. —
Jugendlicher Torso 14 O. — Eros 747; I, 2, S. 19.
— Archaischer männlicher Torso 142. — Alter-
tümlicher männlicher Torso 143. — Männlicher
Torso mit Mantel 744; IV S. 18 (8). — Kopf-
fragment. Replik der knidischcn Aphrodite 743;
1, 2, S. 20; IV, S. 56. — Diouysoskopf 146. —
Abbozziertcr weiblicher Kopf Z47/48; -111, S. 50.
— Replik vom Kopf der Sosikles-Amazoue
749/3»; 1, 2, 8. 20.
PALAZZO ODESCAI.CHI. M.-D.605 Aphrodite
1169 — M— I). 1053 Männliche Statue mit Chla-
mys 134. — M-D. 1054 Desgleichen 134.
PALATIN. Demetertorso 1412.
VILLA PANFILI. M-D. 55 Asklepios 285; 553.
— M-D. 920 „Kybele" 784. — M-D. 1528
Weibliche Gewandstatuo 260/61. — M — D. 1518
Weibliche Gewandstatue 896. — Herakles (wo
jetzt V 485. — Torso eines Hermaphroditen (wo
jetzt? Gyps München, Akademie) «72; 743/44. —
Reste eine« IJiskobols ; wo jetzt?) 500, 9.
PALAZZO PATR1ZI. M— D. 948 Amazone 237(38
QCIUINAL. Diosknren vom Monte Cavallo 226;
596 A B.
I’RI VATBESITZ (Via Nazionale). Artemis 7336 .57 .
PAI.AZZO R08PIGL10SI. M- D. 621 Athen» ///;
I, 2, 8. 19. — M - D. 707 Artemis 7/2; IV, 8. 56.
— Basaltkopf des „Sclpio“ 1082.
SAMMLUNG STROGANOFF. Jugendlicher Kopf,
archaisierend 425—28.
MUSEO NAZIONALE DELLE TERME. Aphrodite-
torso 1307 08. — Apoll aus dem Tiber 617—20;
IV, 8. 61 (459— 61). — Asklepioskopf aus den
Caraeallathermen 1268. — Asklcpioskopf vom
Palatin 262. — Zwei Capitelle von einem Rund-
tempel am Tiber 783 b. — Bronzestatue eines
Diadochen III, S. 30. — Dionysos von Tivoli
446—48; 1168; IV, 8. 58 (316) — Replik der
Hera Borghese 280. — Hermes vom Palatin (Kopf)
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39
Rom
40
62 68; I, 2, S. 18 (52/3). — Kopf der Hygieia
(vom Palatin) 647—49. — Jugendlicher Kopf
1140/41. — Jugendlicher Kopf, archaisierend
425 — 28. — Mädchen von Antimn 1842/43. —
Weiblicher Kopf 111, S. 50(36,37). - Weiblicher
Kopf III, S. 50 (147/48). — Weibliche Statue,
der „Venus (Icnctrix“ verwandt 498.
Ehemals Ladovisi.
(Sch. = Katalog von Schreitwr )
•Sog. Indovisischer Thron 608. — .Sch. 1 Sog. The- .
seusherme 243'44 (Kopf); III, S. 50; IV, 8. 67. — j
Sch 3 Hernie de* Dionysos(?) 243/44. — Sch 8
Herme de« «og. Diakobolcn 245/46 (Kopf); II,
S 5.5; 243 44. — Sch. 9 Mannlicher Torso 247;
041/42. — Sch. 29 Archaische weiblich«' Statue
mit nicht zugehörigem Kopf: I, 2, S. 17. — Sch. 35
Kopf der Hera 24# 49 ; 583/84. — Sch. 50 Weib-
licher Kopf 250151. — Sch. 55 Herme des Herme«
243/44. — Sch. 00 Herme der Athena 243/44. —
Sch. 61 Replik der vaticanischen „Kalliope“ II,
S. 28. — Sch. 62 Herme des Herakles mit dem
Füllhorn 252/53 (Kopf); IV, S. 57; 243/44. —
Sch. 63 Are« Ludovisi 254/55 (Kopf): 89/90;
534 35 ; 635 36 ; 832 33. - Sch. 65 Sitzender
Apollon 256; II, 8 65. — Sch. 67 Athena 257;
II, S. 55; IV, S. 57. — Sch. 69 Gruppe de« Menc-
laos 258—61 (Köpfe); 455 56. — Scb. 74 Kopf
des Asklepios 262, — Sch. 76 Büste des Attis 263.
— Sch. 77 Gruppe von Dionysos und Satyr 44
(Kopf des Dionysos). — Sch. 78 Büste der De-
meter (?) 264; II, S. 55; III, S. 50; 200 01. -
Sch. 83 Weibliche Gewandstatuc 265 \ III, S. 51;
918 — Sch. 87 Statue des Antoninus Pius 266.
— Sch. 88 Kopf des Hades;,?) 267 '68. — Sch. 90
Dionysos 269 ; IV, S. 57. — Sch. 93 Kopf «les
Aristoteles 126/27. — Sch. 94 Hermes Ludovisi
(Kopf 270,71; 1103/04; (die Statue) 631/32;
1127. — Sch. 101 Asklepios 272; III, S. 51; IV^
S. 57. - Sch. 104 Hera Ludovisi 391/92; 1121/22.
— Sch. 107 Büste der Hygieia 273. — Sch. 114
Athena des Antiocho* (Kopf) 274/7o\ I, 2, S. 19
(113); 469—61. — Sch. 116 Sitzinder Apollon
276 ; IIt S. 55; 256. — Sch. 118 Replik des Me-
leagerkopfes, auf nicht zugehöriger Statue 277 (78 ;
IV. S. 57.
MUSEO TORLONIA. No. 6 Artemis IV, S. 20 (3). —
No. 25 Herakles 231. — No. 36 Herakles 593 A. -
No. 62 Jüngling mit Chlamys 863. — No. 54 Weib-
licher Kopf mit Binde 435/36. — No. 56 Herakles
132; I, 2, S. 19 (132). — No. 58 Weiblicher Kopf
mit Binde 435/36. — No. 62 Athena 226. —
No. 69 Knabenstatuette IV, S. 19 (11); 1444. j
— No. 77 Sog. Olympias 785—87. — No. 88
Unterwärts bekleidetes Mädchen 210. — No. 107
Aphrodite 1144. — No. 138 Weiblicher Kopf
1432/33. — No 167 Gefährte des Odysseus
(aus der Skyllagruppe) 555. — No. 170 Kauernde
Aphrodite 386/87. — No. 172 Kind und Hund
1418. — No. 176 Hygieia 1175 a. — No 179
Bärtiger Kopf 609 b. — No 201 Muse II, S 26
(22); 1492. — No 208 Weibliche Gewandstatue
1186. — No. 210 Artemis 919. - No 214
Herakles, Statuette 132; I, 2, S. 19 (132). —
No. 220 Weibliche Gewandstatue III, S. 51. —
No. 242 Herakles 593 A; 1064 b. - No. 279
Zwei knieende Krieger (vou Philumonos sig-
niert) 237 38. — No. 297 Marmorbccken (nach
Zeichnung) 1494t 3. — No. 313 Römischer Por-
traitkopf 1009. — No. BlÖ Eros 351. — No. 347
Artemis IV, S 20 (9). — No. 366 Artemis 919.
— No. 388 Herakles 593 A. — No. H89 Kolossal-
figur einer Schlafenden 1344. — No 442 Kind
mit Hunden spielend 1418; 1120 b - No. 454
Satyrkuabe auf Ziegenbock 1455. — No. 461
Herme einer bärtigen Gottheit 413/14. — No. 482
Weibliche Gewandstatue, archaisch 396. —
No. 490 llcatia Ginsttniani 481/82. — No. 500
Doppelhenn« (der jugendliche Kopf) 425—28.
— No. 505 Jugendliche Herme, archaisierend
425 -28.
PALAZZO TORLONIA M-D. 97 Herakles 231.
— M-D. 234 Jünglingskopf 381-84 ; 828/29. —
M-D. 1679 Jiinglingskopf 857/58.
PALAZZO VALENTINE M-D 606 Aphrodite 1 169.
VATICAN.
Braccio nuovo. No. 1 Herme des Dionysos 243 44.
— No. 11 Silen mit Dionysoskind IV, S. 18(6).
— No. 17 Jugendlicher Asklepios 718. — No. 23
,,Pudicitia“ 496; 736; 1350. — No. 24 Büste des
,.Jakchos“ 381—84 ; 441—42. — No. 38 Artemis
1333. — No. 56 Weibliche Gewandstatue 396. —
No. 63 Büste des „Aelius Caesar“ 1018. - No. 65
Herme de« Hermes 243 44. — No. 67 Apoxyo-
menos 722. — No. 67A. Herme des Hermes 243 44.
— No. 83 Replik der Hera Borghese 280. —
No. 99 Öleingiesser 222 — 25. — No. 103 Des-
gleichen 222—25. — No. 107 A. Athena 1075. —
No. 114 Athena Giustiniani 226. — No. 125 Ober-
teil eines Torsos mit Apollonkopf 1142. — No. 135
Herme des Zenon von Aphrodisias 243 '44.
Niobide (ehemals Cldaramonti 176) 710/11.
Galleria lapidaria. No. 67 Dionysostorso 1142.
— No. 169 Sarkophag mit Narkissos 559 d.
Museo Chiaramonti. No. 62 Weibliche Statue,
als Hygieia ergänzt 1186. — No. 79 Bärtiger
Kopf (aus der Skyllagruppe) 566. — No. 83
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41
Rom
42
Hygleisu Statuette 1176a. — So. 86 ..Hygieia“,
Statuette 11, S. 26 (22) ; 894 ; 1 1 75a. - So. 144 Am-
wonherme 398 99. — No. 243 Satyr IV, S. 59
(406— 08). — No. 258 Griechischer weiblicher
Portraitkopf 1188/89. — No 284 Knabenstatuctte
IV, 8. 19(11).— No. 297 J Qnglingsatatue 1119 20 —
No 354 Athena II, S. 20(22). — No. 360 Chariten-
relief 731/32; 1036. — No. 402 „Polyhyrania“1
IV, S. 0M (875 76). No 410 Dionysoskopf
1123/24. — No. 415 Jugendlicher Kopf (Gypa in
Würzburg) 894 Sä; IV, S. C8. — No. 490 Athen»
226. — No. 536 „Narkiaaoa", polykletiscb 1139.
— No. 548 „Diana lucifera“ (der Kopf) 1121 22.
— No. 588 Gruppe von Dionysos und Satyr 44
(Kopf des Dionysos). — No. 590 Torso des
„Apollon mit derGans“ 1148. — No 636 Herakles
mit Telephos V, S. 88 (h). — No. 654 Isis 57. —
No. 655 Narkissos 559d. — (an Stelle von No. 621)
Kopf einer Karyatide 783.
Giardino della Pigna. No. 38 „Herakles und
Hesperide", Kelieffrngment IV, S. 58 (385). —
No. 218 Weibliche Gewandstatue 396 — No. 223
Basis der AntonimiBsänle IV, S 20 (28).
Belvedere. No. 3 „Torso vom Belvedere'1 79; 500.
— No. 74 Laokoongruppe 556; 1440. — No. 92
Apoll vom Belvedere 1495; 1499 (nach Zeichnung);
401/02 ; 577/78; 737; 1448-50.
Sala degli animali. No. 232 Minotaurus 704
Galleria delle statue. No. 250 Eros von Cento-
celle 141; 739. — No 251 Polykletische Jilng-
lingsstatue 1137. — No. 258 Dionysos 1142. —
No. 259 Apollon (der Kopf) 1169 — No. 260
Votivrelief an Asklepios 1227. — No. 265 Ama-
zone Mattei (der aufgesetzte Kopf) 888 - 90. —
No. 390 „Menander“' 1231. — No 393 Schutz-
Heiiende 483/84. — No. 394 Poseidon 306. —
No. 399 Asklepios nnd Hygieia 1227. — No. 405
Sog. Danaide 183; 292 ; 536 — No. 409 Satyr
IV, S. 59 (406 - 8). — No. 414 Schlafende Ari-
adne 1344. — No.414a Gigautensarkopbag 400.
— No. 417 flenne» Ingenui 134; 213— 1&- 306;
320—22 : 644—46 ; 808.
Sala de’ busli. No. 273 Kopf des jugendlichen
Augustus 1002. — No. 310 Kopf eine» Griechen
aus der pergamenischcn Kampfgruppe 1048/49.
Gabinetto delle maschere. No. 427 Kauernde
Aphrodite 181/82; 204/5. — No. 443 „Adonis“,
von C'entocclle 316; 446-48; 851/52; 1123/24;
IV, S. 68 (316).
Sala delle Muse. No. 503 „Thalia“ II, S.28. -
No.505 „Klio“' 290; (der aufgesetzte Kopf 946/47.
— No. 508 „Poiyhytnnia“ II. S 26. — No. 514
Sokrates IV, S. 20, 29. — No. 515 „Kalliope“ 291;
II, 8.27; (der Kopf) 1121/22. — No. 530 Sog
Lykurg 285. — No. 533 Athena II, S. 26
Sala rotonda. No. 539 Zeus von Otricoli 77/78;
1156 57. — No. 542 „Ceres“ 91; 836'87; 1169.
— No. 546 Hera Barberini 873 74 (Kopf; Gypa
in München); 248/49; 280; II, S. 55; 1169. -
No. 552 Juno Sospita (Kopf) 248/49.
Sala a croce greca. No. 571 Muse (?) 395. —
No 582 Apollon 494; 708.
Sala della biga. No. 608 „Sardanapal “ 243/44;
557 ; 714. — No. 611 „Alkibiadc» “ 552; 1177 —
No. 614 Apollon IV, S. 18 (9). - No. 618 Dis-
koboi, nach Myron 500 — No. 620 Sog. Sextus
von Chaeronea 76,6; IV, S. 67 (766).
Galleria degli candelabri. No.87 Knieender Per-
ser 502/03. — No. 100 Capitell (früher im Garten)
783. — No. 110 Hermes als Kind 1444. — No. 118
Ganymed, nach Leocharcs 239 ; 641.42; 1448 - 50
— No. 129 Aphrodite 1353.— No. 137 „Bacchantin"
(ehemals Coli. Chablais: 395; III, S. 51 (395).-
No. 161 »Ariadne“ 1492. — No. 176 Satyr, sein
Schwänzchen betrachtend 1381. — No- 180 Hermes
als Kind 1444. — No. 184 Tycbe von Antiochia (der
. Kopf) 391/92. - No. 222 Wcttläuferin 481/82.—
No. 224 Sog Nemesis 4891; IV, S.61 (489). — No.
227 Hermes als Kind 1444. — No. 248 Weibliche
Gewandstatue 1186 —No 257 Ganymed von Falc-
rone 206/7 ; IV, S 67 (206/7). -No.265Sklave541.
Galleria gcografica. Dionysoskopf 1123/24. —
Aphrodite nnd Eros 1307/08. — Weibliche Gewand-
statue 1186.
Bibliothek. Aldobrandinische Hochzeit 697/98.
Christliches Museum. Goldglas mit heil Agnes
1147
Directionszimmer. Büste mit Replik des myro-
nischon Diskobolen 777—80; IV, S. 67.
Garten. Sitzende weibliche Statue 774;75. —
Stehende männliche Statue 776. — Hera 781.
— Hygieia 782; 717; 1175a. — Kybele 784;
391/92. — Sitzende weibliche Statue 785. —
Sitzende weibliche Statue 786. — Sitzende
woibliche Statue 787. — Tycbe 788. — Mädchen-
köpf '89; 791. — Weiblicherldealkopf 790.
— Mädchenkopf 791. — Kopf der Ceres 792193.
— PortraitbUste eines Römers 794195. — Replik
der „Pudicitia“ 796. — Weibliche Status 797.
— Mädchen mit Vogel 798. — Hygieia 799;
IV, S. 67 — Zeus 800; 1 V, S. 67. — Urabgruppc
des Coroutus 801. — Decoratives bacchisches
Relief 802. — Weibliche Statue (aufgesetzt:
Kopf des „Oinphaloa‘*-Apollon) 802f03; 396. —
Herakleskopf 804. — Weibliche Statue 805. —
Athena 226-
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43
Rossic l’riory - Triest
44
Roasie Priory (Schottland).
M. 1. Replik des „Narkiesos“ (im Gegensinne)
IV. S. IS (2).
Sevilla.
CASA DK P1LATOS. Hübner 890 Angustnskopf
1002 — Hübner 891. Desgleichen 1002.
Siena.
SAMMLUNG CHIGI. Replik vom Kopf der sog.
Niobiden*Trophos 364/1)6.
Smyrna.
EVANOELISCUK SCHULE. Kopf des Dory
phoros 1X18139. — JUnglingskopf 1340141. —
Weiblicher Kopf hob T ratlos 1342143. — Schlft-
ferin 1344. — Aphroditetorso 512/18. — Grab-
stein eines Hahns 738.
SAMMLUNG OAUDIN. Kopf des Tiberius 1351152.
KONAK. Fries vom Dionysostempel in Teos
1345—48. — Relief mit religiöser Ceremonie
1349. — Grabreliof der Tyrannis 1350.
Sofia.
Atlas (?), Bronzestatuette 1486c.
Sorrent.
Basis 544 , 334.
Sparta.
(T— W. = Katalog von Tod nnd Wace, 190ß.)
T— W. 17 Halbkreisförmiges Relief 1314. —
T— W. 27 Dioskurenrelief 1311. — T — W, 28
Fragment eine« Urabreliefs ISIS. — T— W. 52
Koloasal-Kopf des Herakles 1321. — T— W. 58 a.
Asklepioskopf 1319/20. — - T- W. 58 b. Bärtiger
Kopf 131? \ 1819/20. — T— W. 106 Jugendlicher
männlicher Torso 1323. — T— W. 113 Männ-
licher (iewandtoreo 1324. — - T — W. 301 Männ-
licher Torso 1322. — T — W. .307 Kindersarko-
phag 608. - T— W. 819 Dioskurenrelief 1311.
- T— W. 408 Hermenkopf 1315/16. - T-W
447 Dioskurenrelief 1311, — T— W. 505 Ar-
chaisches Relief 1312. — T-W. 571 Weib-
licher Kolossalkopf 1318. — T — W. 575 Dios-
k Liren- Relief, archaisch 1311.
Stockholm.
(No. der Photographien von Lagrulias.)
III, 69 Kopf des „Juba“ 614-46. - III, 63 Bär
tiger Götterkopf 443 44. — III. 150 Relief einer
Baaia(?)819. — 1 V, 22 Knieendes Mädchen 532.
- V, 2 Atheua 163; 1129. - V, 5 „Thalia" 395
- V, 11 Weibliche Gewandstatue 396. — V, 12
„Urania“ 494. — V, 13 Hera 781. — V, 15 Ar
temiä (der aufgesetzte Kopf 326; (die Statue)
1356/67. - V. 17 Muse II, S. 26. — V, 48
Amtnonskopf 398/99. — V, 60 Satyrkopf 400. —
Hermaphroditenherme IV, S. 56 (186).
Syrakus
Archaischer weiblicher Kopf 752/53. — Archaischer
Torso 754. — Fragment einer Dometersta-
tuette 755. — Gelagerter Mann 756] IV,
S. 67. — Kelicffragment 757. — Relieffrag-
ment 758. — Roseidunkopf 720. — Aphrodite
758; 1144; V., S 86 (d).
Taormina
Kopf des „Apollon“ 5 73)74 ] 899/900.
Tarent.
Gesimsfragment von einem Sarkophag 1500. —
Tenoe.
Torso einer I’anzerstatue 984 — 86.
Theben (ehemals Thespiae).
Grabreiief 1301. — Relief des Agathodaimon
1302. — Weihrelief an Artemis 1303.
Thert.
Weibliche Statuette 733; 917. — Apollontorso
II, S. 28.
Toulouse
Knabenstatuette (Harpokrates) IV, S. 19(11); 1444.
Trient
Relief eiues Hermaphroditen 1381. — Mädchen-
figur als Pfanneugriff 1382/83
Trier
Römischer Grabstein („Totenmahl“) 1067.
Triest.
MUSEO CIVICO. Nackte männliche Statue 589 — 9 /;
IV, S. 66. — Statuette des Pan 592 A; 709a —
Relieffragment mit l’an 392 B. — Oberteil einer
Ueraklesstatiiette 393A; 1061b. — Weiblicher
Kopf 393B, — Basaltkopf eines Römers 394 A.
— Kleine Bronze einer weiblichen Gestalt 594 B.
— Bronzestatuette eine.« nackten Jünglings 394 C.
— „Totenmahlrelief“ 595 A. — Griechische«
Votivrelief 393 B; IV, S. 66. — Zwei Terracotta-
köpfe ans Tarent 596 A n. B. — Fragment einer
Terracottaatatuette 369 C ; 712. — Terracotta-
reliefs aus Tarent 5 97/98] IV, S. 66. — Alt-
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Turin — Wobnra Abbev
4 F,
italisches Bronzeblech 599; IV, S. 66. — Elfen-
beinrelief 600. — Relief aus Hula III. S. 18. —
Silberrhyton aus Tarent III, S. 18. — Terra-
eottakopf des „Men ander" (falsch) II, S. 13. —
Gladiatorenrelief des Akritos und MarLkos III,
S. 13. — Bronzekanne aus Tarent III, S. 13.
MUSEO LAPIDAIUO. Weiblicher Torso 579; IV',
S. (»6. — Nackter männlicher Torso 580. — Torso
einer Silensstatuette 58t;82, — Dionysoskopf
583/8 4; IV, S. 66. — Zwei Köpfe von einem
attischen Grabrelicf 585/86. — Grablekythos
587 A. — Fragment einer dreiseitigen Basis
$#7B. — Männliche Statuette 587C. — Relief
mit Isis 687 D. — Attisches Grabrelief 588 A.
— Grabstele 5WB. — Fragment eine* atti-
schen Grabreliefs 588 C.
Turin.
D. 82 Öleingiesser 222—25. — D. «5 Schlangen-
würgender Herakles 1073 — D. 296 Athena j
1075. — D. 300 Athena, Bronzestatuette 1372. I
— Diskobol 500, 11.
Venedig.
MUSEO A RCII E0L0G ICO. D. 80 „Demeter“ 1418. ,
— D. 115 Muse (Karyatide) 396. — D. 120 Muse j
(Karyatide.' 396. — D. 134 Candelaberbasis (nach
Zeichnung) 1494, 2. — D 203 „Demeter“ 1413.
— D. 210 ..Demeter'*, Statuette IY\ 8. 62 (497).
— D. 219 „Demeter“ 1413. - D. 230 Muse 288.
— D. 295 Relief mit Schiifskampf (nach Zeich-
nung): 1500. — D. 310 „Demeter“ 1413. — D. 860
Kopf des Apollon 823124.
ARSENAL. Sitzender Löwe 825/20. — Liegender
Löwe 827.
Verona
MUSEO CIVICO. D. 609 Torso, „pasitelisch“ 4.
— D. 610 Männliche Gewandstatue 5. —
Weibliche Gewandstatue 6. — Bronzestatuette
eines JünglingB 7. — Weiblicher Bronzekopf
(Fälschung) 1058,59. — Bronzostatuette einer
Amazone (Fälschung) S; I, 2, S. 17.
MUSEO LAPIDARIO. D. 462 Fragment eines
hellenistischen Reliefbildes 3. — D. 505 Kinder- ]
köpfchen 1 — 2. — D. 538 Wcibrelief des
Argen idas 1245, 1.
Vicenza.
D. 8 Männlicher Kopf 26. — D. 9/10 Zwei
männliche Köpfe 27. — I). 25 Sitzendes Mäd- i
eben, Statuette 28. — D. 27 Weiblicher Kopf
29. — D. 80 Jünglingskopf 30131. — D. 32
Statuette der „Athena“ 1310.
Wien.
EHEMALS C ATA IO. (Sammlung Erzherzog Franz
Ferdinand). — D. 446 Weibliche GewandBta-
tuette 62. — D. 472 Griechisches Relief 34. —
D. 475 Artemis und Endymion, Gruppe 35. —
D. 509 Weiblicher Kopf 36/37; I. 2, S. 18;
III, S. 50, 52/53. — D. 619 Weiblicher Kopf 38.
— D. 524 Archaischer männlicher Kopf 39/40.
— D. 547 Männlicher Kopf 42/43. — D. 602
Kopf des Dionysos 44. — D. 610 Männlicher
Kopf 32/33. — D. 652 Athletenkopf 45 46.
— D. 673 Griechisches Votivrelief 47. —
D. 676 Kopf des Meleager 48; IV, S. 56. —
D. 682 Torso eines Nubiers 49; IV', S. 56. —
D. 685 Archaischer Jünglingskopf 50/51; I,
2, S. 18. — D. 687 Athletenkopf 52/53; I, 2,
S. 18. — D. 699 Kopf des myronischen Dis-
kobois 54/55; I, 2, S. 18; IV, S. 56. — D. 702
Serapis 56'; I, 2, S. 18; III, S. 50; 988. -
D. 716 Isis 57; IV, S. 56. - D. 730 Apollon
als Kind? 58. — D. 743 Jüngling 59; I, 2*
S. 18. — D. 777 Athletenkopf 60/61. — D, 786
Oberteil einer Jünglingsstatue 41; 45/46. —
D. 787 Hygieia 62. — D. 791 Mars, Sta-
tuette 63. — D. 796 Heraklostorso 64; I, 2,
S. 18; 132. — D. 800 Apollon 65. — D. 813
Mädchen, Statuette 66. — D. 815 Hermes 67.
— D. 819 Athena, Statuette 68.
HOFMUSEUM. Köpfchen der Artemis (?) aus
Tralles 864/66. — Artemis von Larnska
559 a; 603. — Kopf des Aristoteles 126/27.
— Torso des myronischen Diskobois 500.
— Torso der Hera aus Ephesos 280; 1169. —
Kopf der Hygieia 647 — 49. — Kora 716;
(der Kopf) 1199; 1228; 1866/57. — Kleine
Nike von Sainothrake 624. — Gelagerter Mann
aus dem Giebel des dorischen Tempels auf
Samothrake 756.
Bronzen. Abundantia 1186. — Apollon III, S. 51
(459-61). — Athena III, S. 51 (396). — Hera III,
S. 51 (264). — Hermaphrodit 1381. — Isis-Tyche
1175a. - „Kora“ III, S.51 (497). — Strateg III,
S. 50 (72 b). - Zeus 1452.
SAMMLUNG TRAU. Nackte weibliche Bronze-
Btatuette, archaisch 1382/83.
UNIVERSITÄT. Apollonkopf (Typus Kassel) IV’,
S. 63 (507/08).
Wllton House.
M 10. Sog. Nemesis 4891.
Woburn Abbey.
M. 123. Kind 1420b.
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Wörlitz — Unbekannten Aufbewahrungsorte«
48
Wörlitz,
(11. = Katalog von Hosneus, 1873.)
H. 2 Weiblicher Kopf II, S. 24. - H. 5 Alter-
tümlicher Jünglingakopf 381—384\ 1094—96. j
— H. 9 Gruppe („Theseus“) 385 ; IV, S. 58. —
H. 10 Kopf dea Apollon (?) 386187. — II. 11
Oberteil einer Replik der Soaiklea-Amazone •
388 — 390. — II. 12 Weiblicher Kopf mit
Mauerkrone 391192; III, S. 51; 784. — H. 13
Berculea mingens, Statuette 393. — H. 22
„Flora“ II, S. 26; 394 — II 23 „Urania“ II,
S. 26. - H. 24 „Polyhymnia“ II, S. 26. —
II. 25 „Melpoinene“ 394. — H. 26 „Thalia“ 395;
III, S. 51; IV, S. 58. — H. 27 „Euterpe“
396; III, S. 51; 802. — H. 28 „Erato“ 397.
— H. 29 „Kalliope“ II, S. 27. — H. 30 „Terpsi-
chore“ II, S. 28. — H.31 „Kalliope“, Statuette II,
S. 28. — H. 32 Apollonstatuette II, S. 28; 494. —
H. 34 Mädchenkopf 398/399. — H. 35 Satyrkopf
400; 1478 r. — H. 36 Kopf dea Ammon 39* 99 ;
III, S. 51; IV, S. 58. — 11.43 Relieftorao eines
Giganten (?) 400 — H. 51 Terracottakopf eines
Satyrs (Fälachung)400 Anm. — H. 62 Sog. Gruppe
von Fortuna und Abundantia 400. — H. 69
Kopf der Leda (Nemesis) 401/02. — Weiblicher
Kopf 401/02.
WUrzburfl.
tU = Katalog von Urlichs.)
U- 5. Toreo dos Apollon 885. — U. 14. Helle*
nistisches Relief 892. — U. 20. Oberkopf eines
Athleten 888. — U. 27. Kentaurenkopf von
einer Parthenonmetope 887 ; IV, S. 68. — U. 39.
Zweiseitiges griechisches Relief 889/90. — U. 40.
Relief mit ringenden Eroten 891. — U. 67.
Unterarm von der Akropolis 887. — Herakles
mit der Hydra 883/84. — Torso des my To-
nischen Diskobois 886 ; 500. — Gyps eines weib-
lichen Torso«, von Keos 893; IV, 8. 68.
Kunsthandel.
Nackte liegende Frau, Terracotta 1382/83.
ATHEN. Bronzestatuette eines Jünglings 1288.
— Weiblicher Kopf, kyprisch 1289/90. — Jüng-
lingskopf, von einem attischen Grabrelief 1293.
— Bärtiger Kopf (wohl Fälschung) 1294/95. — '
Weiblicher Kopf (wohl Fälschung) 1296/97.
FLORENZ. Sterbender Gallier 237/38; II, S. 55.
— Statuette des vom Adler geraubten Gany-
med 239. — Knabenstatue 380. — Kniestück
einer sitzenden Figur II, S. 24. — Statue poly*
kletischen Stils II, S. 24. — Vorwärtaeilender
Jüngling 11,8.24. — Daphne (Borghese) 11,8.24.
KONSTANTINOPEL. Statuette der Aphrodite
1353.
MÜNCHEN. Doppelseitiges kyprisches Relief
1039/40. — Bärtiger Kopf 1041/42. — Weib-
liche StAtuette 1043. — Ammonskopf 1044. —
Gruppe von Asklepios und Hygieia 1050. —
Bronzestatuette eines stehenden Jünglings 1051.
— Nackter Jüngling, Bronzestatuette 1052/53 .
— Dionysos, Bronzestatuette 1055. — Laufender
Satyr, Bronzestatuette 1056.
ROM. Votivrelief an die Dea Syria 156. — Kopf
einer Römerin (flaviach) 159 60. — Kopf einer
Römerin (traianisch) 161/62 ; III, S. 50. — Sit-
zender Hades 171. — Männlicher Kopf 175/76.
— llermeskopf 177/78. — Isisköpfchen 179/80.
— Kopf der Aphrodite (?) 181/82; 204/5. —
Herme eines Hermaphroditen 185; III, S. 60;
IV, 8. 56. — Herme des bärtigen Dionysos
188/89. — Kopf eines Diadumenos 190/91; I, 2,
S. 20. — Büste eines Herrschers als Sonnen-
gott 'S'//; 1172. — Statuette des Apollon 812/13.
— Un bärtiger griechischer Portraitkopf 814/15.
— Männlicher Torso mit Aegis 816. — Statuette
der Hygieia 817; IV, S. 67. — Torso einer Kary-
atide (ehemals Mangani) 1176. — Jugendlicher
männlicher Torso (ehemals Mangani' 1177. —
Nik e (7) 1179. — Weiblich« Gewandstatue 1182.
— Statuette einer Amazone (?) 1183/84. — Weib-
liche Portraitherme 1188/89. — Weiblicher Kopf
1190. — Sitzender Pan 1193. — Portraitkopf
des „Cäsar“ 1195 a. — Kopf einer Stadtgöttin
1196. — Unhärliger männlicher Kopf, aus Udine
1378/79. — Spes (aus Villa Ludovisi, Schrei-
ber 292) 1,2, S. 17. — Kopf des polykletischen
Diadumenos 1476 M. — Zwei altitalische Bronze-
bleche (IV, S. 66 (599).
Unbekannten Aufbewahrungsortes.
Aphrodite 512/13. — Artemis mit Hund (eliemaU
Vescovali) 919. — Artemis (ehemals Ponrtalte)
919. — Athena (ehemals I*acetti) 257. — Demeter
(Tunis?) 755. — Diomedeskopf (in England?)
809'10. — Statuette des myronischen Diskobols
(nach käuflichem Gips, Kopf) 881/82; IV, S. 68;
500. — Diskoboi (Abguss ehemals in Rom) 500,
8. — Fortuna, Bronzestatuette (Sammlung Rath)
1054. — Zwei Hermen aus Villa Ludovisi 243/44.
— Replik vom Kopf des Hermes von Andros (Gyps
in München, Kunstakademie) 877/78; IV, S. 68.
— Jugendlicher Kopf, pergamenisch (Gyps.
München, Akademie) 1048/49. — Jünglingsstatue
(ehemals Giustiniani) 247. — Maeuade (?), aus
Villa Madaroa IV, S. 58 (395). — Meergöttin (?)
3
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Unbekannten Aufbewahrungsortes
50
ehemals Veseovali 712. — Muse („Philiskoe“)
288. — Sog. Nemesis (ehemals Giustiniani) 4891.
— Niobidenreliof 762. — Büste des Pan (ehe-
mals Rondanini) 558. — Panskopf, polykle-
tiseh, ehemals im Conservatorenpalast 1139
— Bärtiger Satyr. Rronzestatuette (Forman
Collection) 1371; 1438/39. — Tänzerin. Statuette
(Margaritis) 1419. — Zeus (ehemals in Villa
Borghese) 1354. — Torso, Replik des Mercurc
Richelieu (Sammlung Somz^e) 1138. — Weibliche
Gewandstatue (ehemals G iustinian i) 396. — W eib-
liche Gewandstatue (ehemals Tuilerien) 1186. —
Weibliche Statue, aus Aspra IV, 8. 56 (183). —
Weiblicher Torso von Keos (Gyps in Würz-
burg) 893] IV, S. 68. — Votivrelief an Apollon
Kratcanos (Sammlung Long) III, S. 31.
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51
Olympia — Olympische Sculpturen
52
IV. Kunstgeschichtliches Register.
A. Archaische Kunst.
Olympia.
Hera: verwandt (jünger) 752/53.
Sparta.
lleroenrelief 1312. Verwandt: Dioskurenrelief 1311.
Delos.
Relief (München) (HG.
lonlen.
Von altionischem heeinliusst : Phoenikisch : Thro-
nende Güttin (Soiunt) 520.
Kyprisch : Weiblicher Kopf 1289/20. Relief 1039.
„Apolllnes“.
„Samisch-naxisch“ 1330131. Dem Apoll von Or-
chomenoB verwandt ? 928/29.
Löwen.
i'hoenikisch 545. Corfu 601/2. Korinth 601/2.
Naxisch 825/26.
Um 500 v. Chr.
Der Pallas in Villa Albani verwandt: Athena
554. — Dionysos (München — Kopenhagen)
1480 r. — Kopf d. Amphiaraos (?) 1266/67.
Aegiaa.
Den Giebeln verwandt: „Akragas“ 759/61. —
Bronze d. Akropolis 759/61. — Männlicher Kopf
39/40. — Schamhaar vgl. 1098.
Nicht genau fixiert.
Ilermeskopf (München — Barracco) (36/31. Männ-
licher Kopf 930. — Männliche Torsen 142 (Monte-
verde). 754 (Syrakus).
Vorstufe tur Athena Farnese 396. — Flflgelfigur
1469. — Nackte Frauen 1382/83.
Archaische Formen bei Werken späterer /.eit 701
(Mtnotanron).
B. Fünftes Jahrhundert.
Kritioa und Nesiotss.
Tyrannenmürder 99 (1, 2, 8. 18); 114/15. Fälsch-
lich sog. 96.
Knabenstatue d. Akropolis: verwandt 550 (da-
gegen IV, 8. 65 .
Gladiator Farnese („Jäger“ i. Capitol 1,2, 8. 18 (25).
Apollon Pitti 208/9.
Apollontorso (Albani) 1098.
Selinunt.
„Selinus" (Vorstufe sum Stil d. Kritioa) 569—72.
Metopen vom Tempel E 745 —50.
Boeotlen.
Sokrates von Theben: Chariten der Akropolis
731/32 ; verwandt 1036. — Aehnliche „archai-
sierende“ Typen 425/26 ; 427/28 (IV, S. 59).
Vgl. 39« (Kopf: Haar).
Telephanes.
1127. 270/71 (l’hokaea oder I’hokis?).
Ageladas.
Herakles Alexikakoe Fälschlich darauf zurück-
geführt: 252/53 (vgl. 243/44).
Typus der Figur des Stepbanos (vgl. 1090—92) 4;
1093. — Verwandt: Kopf (Vicenza) 30/31. He-
rakles mit Hydra 883/84. JUuglingstorso 550
(IV, 8. 65). — Münchener „König“ (470—60 v.
Chr.) 855/56. Verwandt: Köpfchen (Athen) 1269.
Vgl. 370/71 (um 450). — Dem Stephanos-Athleten
vorausgehend 1134.
Arkadisch-peloponnesisch : Jüngling 1288.
Olympische Sculpturen.
Mitarbeit des Alkamenes 279. „Flussgötter“ im
Westgiebel 756. Amazonenmetopc 1086 - 89. —
Verwandt : Ludovisische Diskobolenherme 245/46
(243/44); Theseuaherme 243/44; Myronischer
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53
Schule von Sikyon — Verschiedene Werke aus der Milte des 5. Jahrhunderts
54
Diskoboi 243/44, — Verfeinerte Entwicklung
dieses Stils: Athenakopf 450/51 (IV, S. 59). ■—
Nicht verwandt Asklepios Petersburg 30ti.
Schule von Sikyon.
„Aspasia“ 936 37. Verwandt: Weiblicher Kopf
(Cataio) 36/37; Athena von Pergamon I, 2.
8. 18 (38/37).
Typus der Eraueustatue von Kisamos 1111112.
Kalamis.
Ammon (Typen des 5. Jahrh.) 390199 A.
Apollon „auf dem Omphalos“ 4.52—34; 625/26;
«02/3; *42/30; Vgl. 87/8 849/50). Haar vgl. IV,
S. 64 (516/17) ; 728. Kürperbehandlnng vgl. 1090
bis 1092. — Verwandt: Jüngling TH, „Meer-
gott" 1107.
Jüngling vom Olympieion 627/28.
Weiterer Kreis und Schule:
Ksi|uilinische Aphrodite 4*7/*' 2. — Penelope 481/82.
— liest ia Giustiniani 481/82. — Vaticanische
Wettliuferin 481/82.
Wagenleuker (t'onservatorenpalast) 50/51; IV,
8. 60 (460/611: 1113/14. — „I.ysias“ (Albanil
50/51; 441/42. — JBnglingskopf (Cataio) 50/51
(I. 2, S. 18). — JBnglingskopf (Capitol) 441/42.
— ..Jakchos“ 441/42. Haar vgl. 3*1 84. —
Demeter (Berlin) 1113/14. — Athena Albanl
441/42 (dagegen 1113/14).
Attisch um 460 v. Chr.
JBnglingskopf (Wdrlitz) 381 — 84 (dagegen 1094
bis 10965.
Verschiedene Werke der Zeit des strengen Stils.
Ilerculanensischc Tänzerinnen: verwandt 806. —
Hera Farnese 297 (Haar). Verwandter Kopf
790. — Domaiiszieher 1/2 (Nachwirken im
4. Jahrh.'. — Dionysos („Platon", Neapel) 1438/39
(hellenistischer Ausläufer).
Mantuaner Apollon 208/9 (Verwandtschaft mit
Apoll PittiV Verwandt (jünger) : Apollon 812/13.
Fälschlich hierher gesetzt 617—20.
JBngling (Albani) 1094—96. — Verwandt 1097.
Jünger: JBnglingskopf 361—84; vgl. 1094 — 96.
Männliche Statuen 33 (Mantua). 143 ,'Monte-
verde).
Pythagoras.
Statue eines Kyrenaccrs 14831.
Athlet i lioboli) 96-98 (I, 2. S. 18).
Kasseler Apollon 320—22; 307/8; 705; 605 c
(Statuette); 459 (IV. 8. 60 f.). Haar 381— 84;
1079. Augen vgl 1187. — Verwandt: Perseus
320—22. Hermes 808. Weiblicher Kopf 12/13
(I. 2, S. 17; 320—22). - Athena Albani 320 - 22;
1113/14. Verwandt: Dlonysosberme (Ludovisi)
243/44. Jüngere Fortbildung 1372. Gleiche
Tracht 396 (vgl. 802). — Weiblicher Kopf (Cor-
sini) 320—22; 783 a (Frisur). — Zeus (Bronze,
Florenz) 647—49. Dresdener Zeus 869—71. —
Jünger: Weiblicher Kopf (Capitol) 403/4 (Mitte
des 5. Jahrh.). Weiblicher Kopf (Athen) 650/51
(440- 420 v. Chr.). — Vgl. a. 617-20.
Myron.
Di3kobol 500 (Keplikenverzeichnis: vgl. 1448—50
An.); 34/33 (I, 2 S. 18; IV, S. 56); 777-80 ;
881/82 ; 886, 320 -22 (von der Gruppe des
Kasseler Apollon zu trennen). — Verwandt:
(Bauchfalte) Hermes (Corsini) 318 (Amn.). La
pithe (G) v. Olympia und Theseusherme Ludo
visi 243/44.
Marsyas 320—22. Verwandt: Silen (Conserva-
torl) 504.
Jugendwerk ? Jilngling 1090—92.
Henne« Ingenui 820—22. — Verwandt: Ilertues
l’itti 213 — 15. Vgl. Hermes v. Troizen 633/34.
JBnglingskopf 644—48.
„Juba" (Capitol — Stockholm) 644 - 46.
Bärtiger Kopf (Petersburg) 320—22.
Herakles Altemps 320— 22 Vgl. 381—84 (Haar).
— Verwandter Heraklestypus 231.
Typus des Kopfes Riceardi 476/77. — Vorstufe
des Hermes Chinnery 505/6.
JBnglingskopf (Brescia) 197 — 99.
Kopf Boboli 101/2 (I, 2. S. 18).
Unsichere Zuweisungen; Asklepios (Uffizien —
Orlandi) 92/93; 240/41. Vgl. 381-84 (Haar). -
Asklepios (Petersburg) 306. — Poseidon 306.
Schule:
Lykios: Knabe mit Weihwasserbecken 1299 I
Aehnlich: Mädchen 532.
Dem Faustkiimpfer von Sorrent verwandt: Jttng*
lingskopf 87/88 (1, 2, S. 18).
MyronischcReminiscenzen(Ausg. des 5. Jahrh.)933.
Verschiedene Werke aus der Mitte des 5Jahrhimderts.
Hermes Ludoviai 83/84 (I, 2, S. 18); 270/71; 1103/4;
1127. — Vom selben Meister ? Hermes von
Aigion 631/32.
Schutzflehende Barberini 483/84. Vgl. 381—84
(Haar); 206/7 (Stirn).
Atbena-Hermen (Neapel — Capitol) 433/34 ; 939/40.
Athena (Kopenhagen) 1479 c.
Eros (München - London) 828/29. Vgl. 381-84
(Haar).
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55
Parthenon — Alkamenes
50
Herakleshenne Ludovisi 232153; 243/44.
Bärtiger Götterkopf (Nimesetc) 368/69; 1410111.
Bärtiger Kopf (Capitol — Stockholm) 443/44.
Bärtiger Kopf (Capitol) 439/40.
Sog. Massinissa 437/38.
Der Serie bärtiger Köpfe Ny-Carlsberg verwandt
1436/37 (2. Hälfte des &. Jahrh.).
Jugendlicher Kopf (München, Residenz) 931.
Jüngling (Monteverde) 135—37.
Männliche Statue (München, Residenz) IV, S. 18, 1.
Jüngling (Bronzestatuette) 1052/53.
Jünglingskopf Neapel 206/7 (Haar).
Parthenon.
Mctopen 887. — Den Metopen verwandt: Bärtiger
Kopf (Albani) 1109/10. Weibliche Statuen 497
(vgl. 1241); 1178.
Fries 723-730. — Dem Fries verwandte Reliefs
658—60. 661—64. 1281. 1285.
Metopen und Fries verwandt; Zeus (Palermo)
547 - 49.
Giebel: Athens Medici nicht zugehörig 706a (IV,
S. 66). — Den Giebeln verwandt : Aphrodite i
(Neapel) 512/13. Demeter (Boboli) 279. Frauen-
statue (Berlin) 497 Ml ; G6&. „Roma“ (Conscr-
vatori) 472.
Fries und Giebeln verwandt: Jünglingskopf
(Smyrna) 1340/41.
Zeit des Parthenon: Votivrelief 372. — Krieger-
kopf 1195. — Florentiner Asklepios 806. Spä-
tere Fortbildung: Kopf Riccardi 306 und As-
klepios (Petersburg) 306 (vgl 1156/57); 295
(Weiterbildung). Asklepios (Neapel) 718. Aelin-
. liehe Typen (Athen) 718. 719. Vgl. 712. 720.
Phidlas.
Athena Parthenos 274/75 ; 301/2; 573/76; 1304/5.
Vgl. 1277 ( Aspasiosgcinme i ; 819 ( Basis). — Auf I
Reliefs benutzt 560; 1213; 1214; 1216; 1237;
1277. — Verwandt: Athena (Mantua) 16. Desgl.
(Cataio) 68 (Ende des 5. Jahrh.). Weibliche
Statuen 1178 1333. — Dem Kopf der Parthenos
verwandt 460/61.
Aphrodite Urania in Melite 512/13.
Athena I.cmnia (? Bologna — Dresden) 312/13
(Kopf. Vgl. 226 ; 257 (Verhältnis zur sog.
Karyatide des Kriton und Nikolaos). II, S 55
(257, Aegis). — Angeblich auf Relief benutzt
1256. — Verwandter Kopf (Ludovisi) 1, 2, S. 17.
Diadumenos Farnese 307 ; 312/18.
Apollon aus dem Tiber. Verwandt: Apollon
(Athen) 617—20. Kopf de» Apollon (Capitol)
460-61 (IV, S. 60 f.).
Sappho Albani 1115/16; 49; 307 (Datierung);
497 (UI S. 61 ; IV, S. 62; Vorstufen, Umbil-
dungen); 613—16 (Verhältnis zur „Genetrix'');
726 (Parthenonfrics). — Abhängig: clciisinisches
Relief (438 v. Chr.) 497. Athena Giustiniani 497.
I Sog. Sapphoköpfc (Madrid etc.) 250/51; 307;
211/12 (Abweichungen der Repliken); 717 (Kopf-
binde). — Vorstufe 1203/4.
„Phaon“ (Madrid etc.) 138/39 (I, 2. S. 19); 307. —
Verwandt: Bronzekopf (Neapel) 138/39.
Athenakopf (Brescia) 194 — 96 , 307.
Weiblicher Kopf (Uffizien) 349.
Dresdener „Zeus“ (Asklepios) 853/54 ; 869/71; 725
(Parthenon); 712 (Gewand). — Verwandt: Zeus
(Vatican. Gärten) 8 00. Asklepios (Berlin) 285.
332 (Weiterbildung). Kriegerkopf (Riccardi) 303.
— Götterkopf (Barberini) 108—10 (vgl. 726).
Jugendlicher Ares. Verwandt 1378/79 (Udine).
Weiblicher Kopf (Capitol) 435/36 ; 1203/4.
j Athena Medici 706 a (IV, S. 66); 1275; 1310
(Aegis).
Ohne Grund auf Phidlas znrllrkgeführt ; Jüngling
1094 — 96. — Anakreon 312/13.
Zeit des Phidlas.
Muse (Wörlitz) 397.
Weibliche Kolossalstatuc (Mattel) 113.
Amphiaraosköpfchen (Rhamnus, Typus des Askle-
pioskopfes Caracallathermen) 1268.
Hierher gehörig? Herakles Pal Borghese) 485.
Athena Hope- Farnese 514/15; 1105 (Kopf); 1113/14
(Verhältnis zur Athona Albani). Gewandstatnen
dieses Typus 396 ; 802. — Gleichzeitig : Dionysos-
herme und Athenaherme I.udovlsi 243 44.
Hygieia IIopc 717 (vgl. 718); 782.— Verwandter
Kopf (Athen) 647—49.
Niobideuroüofs 762; 1161.
Alkamenes.
Allgemeines (Zelt, Werke) 279.
Hephaistos (?) 331; 279 (Zeit). Angeblich auf
Relief 1256.
„Genetrix“ 1131; Statuette 604 e; 279; 873/74
(Schädelform); 1361 (gegen die Beziehung auf
Alkamenes). — Verwandt 334 (Kopf;. „Charis“
(Neapel) 498. I.eda 40112. — Weiterbildung
(der Athena von l.cptis verwandt): weibliche
Statuette (Athen) 613/16. Aphrodite (Albani)
1106.
Hera Borghese 257 (U, S. 65. Umbildung':. Vgl.
280; 457/58; 873/74 (Verwandtschaft mit der
„Genetrix“).
Hera Barberini 873/74 ; 280 (von der Hera Bor-
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57
Agorakritos — Polyklet
58
ghoso zu trennen1. — Verwandte Köpfe 201:2.
24*149. 264.
Vorstufen der Hera Borghese: Hera von Ephesos
280; 1169 (Beziehung zur Aphrodite Valentin!).
— Hera Boboli 280.
Der Genctrix und der Hera Borghese verwandt:
Frauenstatue (Colonnx) 1132/33.
Demeter Boboli 279 (verwandt: eleusinischcs
Relief). Verwandte Statuette (München, Resi-
denz) 907. — Jünger: Demeter Capitol 279
(Alkamenes) ; 437/3* (nicht mit der „Genetrix“
verwandt); 280 (der Hera Borghese verwandt)
— Verwandt Kopf Berlin 280; diesem ver-
wandt 494 (Kopf; vgl. IV, S. 62). „Demeter“
(Uffizien) 91.
Athena Farnese 314/13 (vgl. dagegen 467/68).
Athens Uephaistaia 1129 .Beziehung zur Athena
Ince). Angeblich 1266.
Weiblicher Kopf (München. Residenz1' 934.
Vgl. noch 647/48 ; 665 ; 889/90.
Agorakrito*.
Nemesis 83637 (Copie im Vatican; dagegen
1169); 819 (Basis). — Verwandt Demeter (Uffi-
zien) 91.
Athena Capitol I, 2, S. 17 (9); 1169.
„Barberinische Muse“ I, 2, S. 17 (9) (dagegen
886,37; 1169); 334 (nicht mit der Sorrentiner
Basis übereinstimmend).
Aphrodite Odescalchi — Valentini 1169.
Kopf (Mantua) 9 (I, 2, S. 17, 9).
Köpfe Athen 631/32- 633/34 (1169 Anm.),
Der Karyatide von Mantua verwandter Athena-
typus 1372.
Kybele Doria-Pamphili 784 (Krone).
„Praxiteles der Aeltere“.
Jugendlicher „Zeus" (Pitti) 206/7.
Sog. l'rotesilaos 316/17 (IV, 8. 63 ff.).
Den Dioskuren von Monte Cavallo (vgl. 226) ver-
wandt: Torraeotteu von Tarent 396 A; B.
Kresllas.
Perikies 312,' 13 (Anakreon nicht hierher gehörig).
Zusaiuinensiukender Athlet (Neapel) und „Alki-
biades" 312/13. — Verwandter Torso (Mangani
1177.
Ringer Conservatori 332.
Diomede« 809/10. — Verwandt» Bronzestatuette
1031.— Nicht hierher gehörig: Prokleidesdenk-
mal 681—86.
Ohne Grund auf Krcsilas bezogen : Diadumenos
l’etworth 308/9.
Epheslschs Amazonen.
Typt» Capitol (Sosikles) 149/50 (I, 2, S. 20);
388—90 Kresilas ? ; 1117/18- 1130. 1115/16
(Haare); 1139 (verwandt dem Pan des Cossutius,
nicht polykletisch). — Verwandt Dionysoskopf
(Triest) 583/84.
Typus Sciarra (Polyklet) 1183/84 (Gewand;. —
Verwarn',’. Kanephoren 859 — 62.
Typus Mattel 324; 8 (Fälschung: I, 2, S. 17);
1183 84 (Gürtnng).
Der Herme Neapel und dem Kopf der Potwortber
Statue verwandt :Mädclienkupf( Wörlitz; 398:99 r.
Amazonenkopf (Ueyl) 10*6—89.
Polyklet
Allgemeines: Haartracht 772/73; 1340 41. Augen-
bildung 866— 68. — Einfluss auf gleichzeitige
Künstler 585/86 (attisches): 631/32 (Hermes
Ludovisi). Einfluss auf spätere 327 ; IV, S. 19,
13, 1062,53; 1168.
Doryphoros 94 93 (I, 2, S. 18); 116/17- 21112,
305; 509 ; 510/11; 1338 39. Bewertung der
Repliken 211/12; 866 —68 (Neapler Bronzc-
lienne). Schädelform 873/74. — Verwandt
Hermes (Albani) 1102. Satyr (Martinori) 116*.
Kopf (Cataio) 42/43.
Diadumenos 190/91 (1, 2, S. 20) 445 , 866—68-,
1135 , 1476 M; 847/48. Haar 516/17 (IV, S. 63 f.)
1472. Attischer Einfluss 820/21.
Herakles (Torso Dresden) 184. — Verwandt
Status (Triest) 5*9—91. Thcseusherme Ludo-
visi (Körper) 243/44. — Heraklesherme Neapel
866 -68.
Destringena se 580 (Triest).
Kanephoren ? 859—62.
RiihigBtehendcr Athlet 1137.
Typus der Statuette Barracco 1476/77; 1139 (dem
„Narkissos“ verwandt); 327 (Nachwirken im
4. Jahrhundert).
Statue Bardini II, S. 24 (III, S. 58).
Oeleingieaser 1‘etworth 213 — 15; 222 — 24.
Dresdener Knabensieger 213 — 15.
Westmacottsclicr Athlet IV, S. 20, 10; 206/7 (Torso
Dresden). — Attische Umbildung 1139; 1442 43.
— Verwandter Typus (Kopenhagen) 1478 M.
Sog. Narkissos 1139 (Beziehung zu attischen Typen);
1173b. 1360; 1442/43, 15 (? 1,2, 8. 17); Replik
im Gegensinne IV, 8. 18, 2. — Verwandter
Torso (Alx) 1389,
Kriegerstatue (Albani) 1099.
Dem Hermes von Aigion ähnliche Typen 213 — 15.
681/82.
Verschiedene Torsen 1271 (Athen). IV, S. 18, 3
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59
Paionios — Nicht näher fixierte Typen des 5. Jahrhundert*
60
(München, Residenz). — Polykletischer Typus
für Portrait benutzt 816.
Weiterer Kreis (*. T. attischem nahestehend).
Kopf, dem ,.ruhigstehenden" Athleten aufgesetzt
1137 (vgl. 1189).
BronzckopfNeapcl : verwandter Kopf(Riccardi) 300.
Bronzekopf München 866 — 68; 446 — 48 (Haar).
Hermes mit Dionysnsklnd (Boboli) 1031 S ; 1139.
Pan des Cossutius 1139.
Pan Borghese 1338,39.
Polykletischem verwandt 888 ( Würz bürg). He-
rakles (Colonna) 1136.
Idulino 206/7 (Körper). 446—48 (Fortsetzung
seiner Richtung).
Argiviach, Mitte des 6. Jahrhunderts: Dionysos
(Pal. Vecchio) 313.
Sikyonisch, Zeit Polyklets ? Jünglingskopf (Hirth)
1466/67.
Palonlo*.
Nachfolge und Schule 579 (Triest). 1179. 1180/81
1366/57.
Strongyllon.
Amazone (Neapel) 772/73.
Verschiedene Werke dieser Zeit
Athena Giustiniani 226 (docli vgl. 497; etwas
jünger).
Diadutnenos Pet worth 308/9 (attisch). — Ver-
wandter Jünglingskopf (Riccardi) 314/16. Jüng-
lingskopf (Smyrna) 1340/11 (attisch).
Artemis (Corsini) 326. — Verwandt Arestorso
(Kassel) 326 ; 331.
Atlienakopf (München) 834/35.
Zeuskopf (München, Residenz) 932/33.
Asklepioskopf (Mantua) 24.
Ende des fünften Jahrhunderts und Übergang
zum vierten.
Krechtlieion : Karyatiden 9 (Copie als Muse. vgl.
267). Haartracht 21 ; 320—22. — Verwandt :
Eirene desKephisodot 406— 8. „Ariadne"-Hennc
(Capitol) 422/23. Vi eiblich er Kopf (Athen) 652/53.
„Juno Lanuvina“ 406 - 8. Karyatidenkopf (Va-
ti can. Gärten) 783 a. — Abweichend: Karyatiden
(München) 959—62.
Erechtheioufries vgl, 1169 (Aphrodite Odcscalchi).
— V erwandte Votivreliefs 1276 ; 1278.
Nikebalustradc 1132 (Verhältnis zur „Genetrix“).
— Verwandt „Nike“ (Neapel) 765. Aphrodite
(Albani) 1K>6. Weibliche Torsen (Athen) 1286;
1287. Vgl a. 710/11.
Athena (Typus Ince Blundell) l$3;942/43; 1129 (hier
höher datiert; Athena Velletri Vorstufe); vgl. 226.
Athens (Villa Albani) 1105.
Asklepios (Paris) 262; vgl 712. — Asklepios
(Ullizien) 354. — Asklepios (Athen) 721.
„Epibomios" (Corsini) 332 — Verwandte Typen
(von römischen Imperatorenstatuen) 776. 869.
Apollon Actius des Palatin 334 ; 544. — Ver-
wandte .Statuetten (Athen) 708; 709 b.
Apollon (Kopenhagen) 1496d. — Verwandt Kopf
(Mantua) 18. Weiblicher Kopf (Brescia) 192/93.
Dionysoskopf (Mattei) 124.
Silen mit Dionysoskind (Athen) 643.
Hades (Ludoviai) 267/68.
Hades (Capitol) 413/14.
Öleingieseer (Florenz) 222—24.
Männliche Statuen 559 e (Palermo). — 120 (Mattei).
— Knabe 380 (attisch). — Jünglings köpf (Mün-
chen, Residenz) IV, S. 19j 13.
Demeter (Nlmes) 1412.
Demeter aus schwarzem Marmor (Florenz) 357—59.
— Verwandter Kopf (Vatiean. Gärten) 774/7 5.
Den Venezianer Demeterstatuetten verwandt (Ni-
mes) 1413.
„Bacchantin“ (Dresden) 172. — Verwandt: Ama-
zone 172. Artemis (München, Residenz) V,
S. 20, 2.
„Mnemosvne“ (Neapel) 496.
Dem Torso von Klaudos verwandt 1366 (Genua).
V, S. 86, c (Nimes).
Gewandstatue (Uffizien) 348.— Verwandt „Urania“
(Wörlitz) H S. 26, 23.
Tyche (Brouzestatuette) 1054.
Typus d. Kopfes der Bog. Niobiden-Trophos 364/65
(Uffizien). — Vom selben Künstler; Weiblicher
Kopf (Uffizien) 366.
Weibliche Köpfe 420/21 (Capitol). — 941 (München,
Residenz).
An matronale Typen dieser Zeit angelchnt 1216
(Urkundenrelief, Uule).
Archaistisch (Kalliinaclios?): Kopf Athen 120112.
Nicht näher fixierte Typen des 5. Jahrhunderts.
Zeus (7 Aldobrandini) 1354.
Kopf des Apollon (?) V, S. 88, i (Nimes).
Athcnatypns 819.
Athena (Schott) 1473/74.
Asklepios? (Sparta) 1317.
Hermes (Udine) 1375—77.
Athlet (Schott) 1472.
Bärtiger Kopf (Corfu) 609 b.
Männliche Statuen 405 (Capitol). 863 (München'.
Vgl. 134.
Weiblicher Kopf (I.udovisi) 265.
Allgemeines: Problem der Gruppenbildung 1242. —
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61
Reliefs — Skopas
62
Motiv des aufs Knie gestürzten 1410. — Typen
dea 5. Jahrhunderte auf neuattischen Reliefe
V, S. 89, a. — Formen des 5. Jahrhunderts bei
späteren Werken: Karyatiden Albani ete. 297;
1176. Satyr (Poggio) 393. Provinz ? 1155.
Reliefs.
(irabreliefs. Zeit des Parthenonfrieses 658 — 60.
661-64 (von .Salamis); vgl. 1340,41; 565. —
lim 440—490; 585/86. — Zweite Hälfte dea
5. Jahrhunderts 1301 (Thcspiac). — Wohl
5. Jahrhundert 587. 1357. — 5.-4. Jahrhundert
665 (Melite). 666—71.
Urkundenreliefs 1318, 1 (Zeit des Perikies V).
Votivreliefs: 2. Hälfte des 5. Jahrhunderts; 1330
(ältestes aus d. Asklepieion). 537 (Herakles u.
Hebe). 563 (Wagensieger). 607 (Corfu). 1343
(Archaudros). 1350 (aus Mustaphades). 4479a
(Asklepios) 528 (um 420). — Ende des 5. Jahr-
hunderts: 563. 757 (Syrakus). 1365 (Sparta- [
nisches Herocnrelicf). — 5. Jahrhundert ? 1374
(Pan und Nymphen). — 6. 4. Jahrhundert: 1376.
1377. 1378. 1384.
Verschiedene Reliefs. Mit Resten altertümlichen
Stils 608 (Corfu). — 2 Hälfte des 5 Jahr-
hunderts: 938 (München, Residenz). — Ende 1
desö. Jahrhunderts: 1255(Asklepiosund Athens).
— Tarentiuor Tcrracottareliefs 597)98.
C. Viertes Jahrhundert.
Kephlsodot.
Eirene 840—43; 406 - 8 (Datierung); 836.37 (Pro-
portionen). — Verwandt Frau mit Kind (Athen)
Epbebenkopf (Colonna) 1138.
JUnglingskopf Capitol) 4 63 63.
Athletenkopf (Athen) 654 '55b.
Weibliche Geuandstatue (Boboli) 100 (I. 2, S. 18).
Unterwärts bekleidetes Mädchen ^Pitti) 310.
Weiblicher Kopf (Wörlitz) II, S. 21.
Weiblicher Kopf (Vatican. Gärten) 789.
Weiblicher Kopf (München. Residenz) IV, S. 19, 20.
Euphranor.
Paris ? 1135. — Verwandt Dioskureuküpfchen
München, Residenz) IV, S. 13, 25.
Adonis von Centocclle 85153 ; 31G; 446 — 48
(Proportionen). — Verwandt: Jünglingsstatue
(Riccardi) 316.
Dionysos von Tivoli u.verwandtes446 — 48( unsicher,
ob Euphranor); 1168 (Verhältnis zu Poiyklet).
Bronze von Elcusis (Berlin); Wiederholung? (Ca-
taio) 69.
Jugendlicher Torso (Neapel) 1197)98.
Dem Euphranor fälschlich zngeschrieben : Athens
Giustiniani 226; vgl. 497.
„Schule des Euphranor'. Jüngling (Capitol) 446
bis 448. — Verwandt Apollontorso (Würzburg)
885.
Timotheos.
Giebel von Epidxliros (880—370 v. Cbr.) 401/2. —
Verwandt „Feronla" (Triest) 579.
I.cda 401 3 (gegen die Zurückführiing auf Timo-
tbcos ); 788 (Kopf); 206/7 (.Stirnbildung). —
Verwandt H.vgicia von Epidauroa 710/11. —
Vorstufe zu dieser Gruppe: Aphrodite (Albani)
1106. - Vgl. 1356/57.
Athleten 222-25.
707. Torso von Keos 893. — Reliefs 665. 1339.
— Vgl. 334 : 398 99 r.
Weiblicher Kopf (Ai*— Nimea) 1385186; 1414)15. '■
Hygicia (l'rtizien) 353.
Hermes mit Dionysoskind? (Boboli) 103 — 5.
Verschiedene Werke aus dem Anfang des 4. Jahr-
hunderts.
Asklepiostypen 395 (Poggio). — 131/33 (Mattei), i
— 718 (Berlin). — Asklepios und Hygicia 1050.
— Vgl. ». 1221.
Athena I.uku) 1310.
Hertneaherme Ludovisi 243/44.
Henne»? (Palatin) 53/53 (I. 2, S. 18;.
Dionysoskopf, bärtig 1045.
Dionysostoreo (U'oraini) 336.
Apollonkopf (?) 186)87.
Krieger (Albani) 1100/1101.
Athlet (Palermo) 751 (U, S. 53).
Skopas.
Angenbildung 1358,59.
Giebel von Tcgea 281/82 ; 238 99.
Athlet (Florenz) 398 99.
Herakles (I-ansdowne u. verw.) 85/6 (1, 2, S. 18.
ur, S. 50); 153)53; 164/65 ; 439/30 ; 1167 (Kopf).
Vgl. 298/99. — Verwandt Herakles (Pitti) 338
bis 330. — Hierhergehorig? Herakles (Palazzo
Borghese) 48 5.
Meleager 48; 377 '78 (IV, S. 57); 518)19. Vgl.
298/99. — Verwandt Jüngling mit Cblamys
131. 639)40 ; 713
Hcrakleskopf (München, Residenz) 955 - 57.
Herakleskopf (Udine! 1375)76.
Triton (Uffizien) 367.
Männliche Kopfe skopasisehen Stils 118)19 (Mattei).
— 338/39 (Uorsini) — 654/55 a (Athen). — IV,
S. 62 (502 3, Neapel). — 36/37 (Vicenza, von
Hochrelief). — 1315)16 (Sparta).
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63
Praxiteles
64
Grabroliefs 693— 97 (Aristonautcs). 698—TOl(vom
Ilissos),
An skopasische Typen äusserlich angelchnt
1373,74.
I'ortrait (Athen) 1272 (Ende 4. Jahrh.).
Apollon Barberini 836,37. Vgl. 1169.
Aphrodite Pandemos in Elia 1314.
Maenado: vgl. 1419.
Niobiden 820121 (Spätwcrk). — Verwandt: Gany-
med von Faleronc 206,7 (IV, S. 57).
Kopf vom Südabhang der Akropolis 820/21. —
Hellenistische Weiterbildung (Smyrna) 1342/43.
Demeter von Knidoa 1190. Vgl. 690—94. — Vor-
stufe (Nimes) 1412.
Athena Rospigliosi 111 (I, 2, S. 19).
Athenakopf (München, Residenz) IV', S 19, 22.
Weiblicher Kopf (Uffizien) 333.
Weiblicher Kopf (Aix) 1387/88.
Dem Skopas zugeschriebene Typen :
Aphrodite von Papua n. verw. 281/82 (gegen die
Beziehung auf Skopas; Zeit): 292.
Apoll (Typus Kyrene) 292.
Kopf der „Persephone“ (Capitol) 470/7 1\ 281/82.
— Verwandt: Kopf der Gefitssträgerin (Capitol)
470/ 71. Artemis von Lesbos 470/71.
Leda (Uffizien) 536 ; 292. — Verwandt: Beckon
tragende Nymphe (Vatican) 292 ; 536.
Weiblicher Kopf (Corfu) 609 a.
Praxiteles.
Allgemeines: Augenbildung 1125 (Paris). 1140/41
(Asklepios'. 1190 (weiblicher Kopf). Vgl. da-
gegen 1199. — Abhiingigkeit von l’olyklet 327
— Verhältnis zu Skopas (Nioblden) 820/21, —
Motiv der übergeschlagenen Beine 677/78; 698
bis 70t; 1217. Vgl. a. 1224.
Bezeugte Werke:
Basisreliefs von Mantinea: Verwandt 1222; 1248, 1
(Apoll).
Sauroktonos 768; 629‘30 (Haar). — Verwandter
Kopf (Würzburg' 894/95. Ganymedtypus 1125.
Knidische Aphrodite 145 ; 216—18; IV, S. 21;
V, S. 87, f. — Verwandte Köpfe Ul 18 (Monie-
re rUe). 401!2t. (Wörlitz). — Vgl. 1144.
Herrn es von Olympia; Copie? 1325 (Corfu); 341.
Verwandt: Aphrodite mit Eros (Boboli) 283/84.
Athletenkopf (Cataio) 60/01 . Satyrkopf (Ca-
pitol) II 1/12 Dionysos (Ludovisi) 269. Dionysos
(München) 844/45. — Zeit des Hermes (340— 330
v. Chr.): Jüngling von Eretria 624.
Aphrodite Louvre; Koische?) 925. — Verwandt
„Thalia“ (Wörlitz) 39.5. Krauenstatue (München,
Residenz) 925.
Auf Praxiteles zurückgefiibrt :
Aphrodite von Arles (Frühzeit) 629/90 (Haar':. —
— Verwandt „Amymone“ 596 C; 712; 1496.
„Leda“ 183 (536, IV, S. 56). Jüngling (Pal.
Borghese) 443.
Aphrodite Petworth 281/82 (Kopf Boboli nicht
Copie).
Kopf der Aphrodite (?) 875/76 (Louvre III, 8. 61).
Apollon Lykeios 276 (Kopf); 335 ; 340 (Kopf);
V, S. 86, e; 292 (Weiterentwicklung); 1119/20
(Motiv). — Verwandter Kopf a. Grabrclicf
686 - 89.
Dresdener Artemis (360 — 350 v. Chr. : 489 a) 133
(I, 2, S. 19; IV, S. 66). Auf Relief 1252. —
Verwandt; „Thalia“ (Wörlitz) 395. Maenade
(Conservatori) 473. „Nemesis" 489 a.
Artemis von Gabii 769. — Verwandt 395.
Artemis von Larnaka 608 (350 v. Chr.). — Ver-
wandt 559 e (Palermo). 603 (Corfu).
Artemis Colonna (Kopf) 1076/77 ; 1205/6.
Athena .554 (Palermo: Kopf; doch vgl. IV, S. 66).
Athenakopf ‘München, Residenz) IV, 8. 19. 21.
Dionysos, jugendlich mit Stierhörnern 1 1 23/24
(Adonis Centocelle nicht liierliergehörig:.
Sog. Sardanapallos 554; 714. — Verwandt „Da-
duchoe“ (Eleuais) 637 38.
Eros vom Palatin 74
Eros von Centocelle 141. Zum Motiv vgl. 739
„Eubuleus“ 77; 424; 641/42 (Satyr von Lamia
verwandt). Vgl. a. 1140/41.
Hera Ludovisi. Verwandter Kopf (WürliU) 391192.
Porlraitkopf (Albani) 1121/22.
Hermes von Andros 89190 (dem Ares Ludovisi
verwandt); 341 (dem Hermes von Olympia nahe-
stehend) 715; 847/48 ; 877/78; 1520/21. — Ver-
wandt: Herostorso (Neapel) 531. 631/32 (ähn-
liche Typen). Grabrelief 679/80. Fortbildung
1358/39.
Einscbenkender Satyr 501 (Kopf). — Achnliche
Figur auf Votivrelief 606 a.
„Periboetos" 317 ; V, S. 80 (267). — Verwandter
Kopf (Boboli) 106/7. Vgl. 641/42.
„Tliespiadeu“: Kalliope 291; U. 8. 27, 29; II,
8. 28, 31. — Klio 290. — Polybymuia 11, 8. 26,
24. — Thaleia II, S. 28, 30. — Hierhergehöriger
Kopftvpiia 946/47. — Verwandte Grabstatue 621.
Triptolemos ? 1. 2, S. 9 (docti vgl. 327). — Ver-
wandt 327 (Kopf).
Sog. Adonis von Capua 522/23 (Zeit des Peri-
boetos und Eubuleus).
Grosse Herculanenserin 1291/92 Anin,
Kleine llerculanenseriu IV, 8. 48. — Verwandter
Kopf (Trieat) 593 B.
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05
Polykies — I.eochares
66
Sog. ürunnscher Kopf. Verwandt 606 a (Corfn).
496(Kopf; Neapel). — Fortbildung : Kaulbachscher
Kopf 1291 92.
Weiblieber Kopf mit Melonenfrisur (vgl- 1188 89)
IV, S 19, 15 (München, Residenz).
Weiterer Kreis und Schale:
Aphrodite? (Athen! 1270.
Apoll Kitharodos 1100181.
Asklepios (Typus des Kopfes von Melos) 915. —
Auf Votivreliefs benutzt 1215 ; 1236. — Vor-
stufe 295.
Asklepios (Typus I atteran 720.
Asklepios I*ittl 219 21 (dagegen 285 Anm.).
Asklepios Mattei 121 (dem lateranensisehen Sopho-
kles verwandt): vgl. I, 2, S. 19.
Umbildung der Athena Ince 1129.
Dionysos (Pal. Borghese) 186.
Dionysos. Bronzestatuette 1055.
Dionysostorso (Aix) 1390.
Dionysos? (Genna) 1365.
Heratypus (München Residenz) IV, S. 19, 2t.
Hermes (München. Residenz) IV, 8. 19, 16.
Kora (Florenz, Wien u. verw.) 1199 (Wiener
Kora; nicht von Praxiteles selbst'. 189 b (Pal.
Borghese). 817 (Hygieia). — 716 (Athen). —
Kybele (Vatic. I iilrten) 781. — Typus der älteren
Balbustochtcr 1182. — Verwandtes Votivrelief
1228. — Haartracht vgl. 1956 57.
Satyr Hüte blasend 1068,
Satyr mjt gekreuzten Beinen (München, Residenz)
913111.
Silen mit Dionysoakind 346. — Vorstufe IV,
8. 18, 6.
(iruppe des Mcnelaos 258 — 61 — Verwandt Aus
ruhender Ephebc (Capitol) 155 56. Weiter-
bildung 656/57.
K.phcbenkopf (Mil liehen - Barracco)s.57/.W, 1119 20.
Männlicher Kopf (München, Residenz! 918 >19.
Jüngling ; Pal. Borghese) 191.
Männlicher Torso (Montcvcrde) 110.
Desgl. Genua) 1362— 61.
llesgl. (München. Residenz) IV, 8, 20, 2.
Sog. Berenike (Neapel) vgl. 673—76.
Weiblicher Torso (Athen) 706 b.
Weiblicher Kopf (Wrtrlltz) 391.
Desgleichen II, 8. 26, 23.
Weibliche Küpfe mit verschwommener Form-
behandlung (der Münchener . Methe ‘ verwandt)
(Basel).
232 33 (l’itti). 573 71 (Taormina). 899/900
Crabrelief 1293.
Polyklea.
Hermaphrodit 872.
Zweite attische Schule. — Verschiedene Werke aus
der eretea Hälfte det vierten Jahrhunderte.
Apollon (Pal. Vecchio — Venedig) 312; 893121;
IV, 8. 19/17; 1866,57 (Haartracht). — Weiter-
bildung (Conaervatori) 180.
Bacchischer Kopf (Conaervatori) 178/79.
Serapis (Cataio) 56.
Zeuskopf (Colonna) 1156/57.
Zeuskopf (Nimes) V, 8. 87, h.
Weibliche Gewandstatuc Loggia de’ Lanzi —
Coreini) 319.
Weiblicher Kopf (Pal. Borghese) 188.
Mitte des vierten Jahrhunderts.
Aphrodite V (den sog. Sapphotypen verwandt)
911/15.
Apollon? (München, Residenz) IV, S. 18, 5.
Artemis 1356,57.
Asklepios (Ikiboli) 285 ; 553. — Vorstufe 332. —
Verwandt SWa (Corfu).
Asklepioskopf, nnbärtig (Colonna) 1110/11.
Dionysoskopf (Capitol; 161/65.
Eros (Corfu) 60. 5 a.
Hygieia (Pitti etc.) 227; 916.
Jünglingskopf lUflizien) 362/63.
JUnglingskopf Kopenhagen) 1183 r.
Weiblicher Kopf (Coraini) 325.
Kleon von Sikyon.
Aphrodite Anadyoinene? 1114.
Silanion.
Korinna n. verw. 1189/89.
Platon 110213.
Bryaxis.
Serapis 77/78.
Zeus von Otricoli vgl. 77/78; 1156'57.
Leooharot.
Gegensatz zti I.ysipp 1448—50.
Ganymed 641/42 (Kopf zugehörig?); 239; 1448
bis 1450.
Satyr von Lamia 611/12. — Verwandt 217 (Lu-
dovisi). 191 (Pal. Borghese, Kopt).
Apollon vom Belvedere 1195 , 1199; 577.78 (Fäl-
schung); 401 2 (nur äuaserlich dem Ganyuicd
verwandt; doch vgl. 787); 1448—50.
Apollonkopf? (Heyl) 1448—50.
Alexander von Magnesia 1448—50. — „Proteeilaos“
Kopf) 516/17 (vgl. 1448 - 50).
Alexander Rondanini 1448 —60. — Verwandt
Aphrodite (den Fuss aufstützend) 1353.
Zeus 737.
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67
Lyaipp — Grabplastik
68
Lytipp.
Apoxvomenos: Motiv vgl. 722. Vorstufe 656/57
(Athen).
Herakles Farnese 346; 1489; I, 2, S. 10. Auf
Kelief 1261. — Vorstufe 64 ; 132. — Ähn-
licher Kopf (Vatican Gärten) 804.
Trunkene Flütenspielerin (Berlin). Vgl. 301 (in
der Arbeit verwandt). 1419 (abgeleiteter Typus).
Sandalenbinder 733 34. — Sicht hierhergchitrig:
Ausrnhender Kphebe 465/56.
Ganymed (Corsini) 323.
Grosse Herculanenserin: Verwandter Kopf 1291/92.
Weiterer Kreis und Schule:
Gruppe des Hermes von Atalanti 635136; 1138;
vgl. 631/32.
Flüteblasender Silen (Neapel) 504. — Ähnlich
1394 (Aix).
Herakles (Colonna) 1146.
Herakles (Sparta) 1321 (nach Alexander).
Hermes i'Bronze, Neapel) 318 (Motiv); 832/33.
Jttnglingskopf (Riccardi) 304.
Desgleichen (Portrait?) 311.
Desgleichen (Schott) 1463.64
Männlicher Torso (Colonna) 1145.
Portraita lysippischer Art 879j80. — 975/76. —
Alexander ? 431/32. — Diogenes 1407/8.
Piston.
Ares l.udovisi ? 254/55 (nicht lysippiseh). 534/35;
832/33 (Beziehung zu Lyslpp).
Verschieden« Werke aus der zweiten Hälfte des
vierten lahrhunderts.
Sog. Aphrodite von Epidauros 629/30; 822; 1361.
Auf Relief benutzt 819. Vgl. 364/65 (Haar). —
Vom gleichen Meister Tyehe (Boboll) 287.
Ähnlich 805 (Vatican Gärten). — Vorstufe
1287.
Bekränzter Kopf (ConservatoH) 474/75 (3. Viertel
des 4. Jahrb.).
336 v. Chr. I.ysikratesdenkmal Verwandte« 1162.
Laufender Satyr 1056.
Zeuskopf (München. Residenz) IV, S. 19, 18.
Jugendlicher Kopf (Corsini) 328/29.
Desgleichen (München, Residenz) IV, S. 18, 8.
Weibliehe Gewandstatue 1185.
Nicht näher fixierte Typen des vierten Jahr-
hunderts.
Ammonkopf (Ullizicn) 375/76.
Aphrodite Medici IV, S. 20, 1.
Sog. Apoll mit dem Waaservogcl 1148.
Artemis (München, Residenz 919.
Artemis (Braccio nuovo): Vorstufe 1333.
Artemis (Paris): auf Relief 1303.
Asklepioe (Sparta) 1319/20.
'■ Dionysos (Richelieu u. verw.) 1142/43.
Dionysos (Aldobrandini) 1355.
i Dionysos (Coraini) 325.
Ucnneskopf (Capitol) 405.
Uygieia (der sog. Spinnerin verwandt 799.
l’an, sitzend 592 K ; 709 a; 1193.
Serapis ? (München, Residenz) 988.
Kphebe (Corsini) 327 (Anschluss an Polyklet).
Opferdiener? (Triest) 587 C.
Kopf des „Juba“ (Athen) 1207 — 9.
Athletenkopf (Cataio) 45 46.
Deegieicben 59 (später pcloponneeiseh).
Torso (Athlet ?) 1322 (Sparta).
Jüngling (Bronze, Triest) 594 C.
Sog Hera Campana n. verw. 296; V, S. 86, b. —
Verwandte Gruppe, entwickelter 333.
Sitzfigur (Bardini) U, S. 24.
YVciblicheGewandstatue(Uftizien -La*zeroni)//70.
Kinderköpfchen (Verona) 1/2.
Archaisierende („hieratische") Werke 1299.
An Typen des 4. Jahrhunderts sich anschliessend :
Vestalin 1147.
Maler.
Zeuxis: Schlangenwürgender Herakles 1264.
Enpompos : Sieger mit Palme 1258.
Apelles: Aphrodite 1144.
Portraits.
Wende vom 5. zum 4 Jahrhundert : Griechin (mit
Melonenfrisur) 1188/89.
Sokrates 559c ; 964; V, S. 20, 29. Vgl. 643.
Sophokles (Lateran) 764. Vgl, 5 ; 678/74 ; 690 — 94 ;
764 — Ähnlich 1404. — Dem „Sophokles“
physiognomisch verwandt 961 (2. Viertel des
4. Jahrh ).
Unbekannter (1. Hälfte des 4. Jahrh.) 963. Sog.
Alkibiades 965 — 67: vgl. 677/78.
Platon 140213
Unbekannter (Zeit des Aischincs) 968.
Sog. Lykurg 286.
Aristoteles 126/27. — Verwandt 970.
Dem sog. Sextus von Cbaeronca verwandt 766.
Aus der 2. Hälfte des 4 Jahrh. 969 —73.
Lysippiseh 879/80 (Feldherr ?) ; 975/76 (Diadoch ?);
431 32 (Alexander?); 1407/8 (Diogenes).
Ende des 4. Jahrb. 157/58. — 971.
Grabplaatlk.
Statuen: Trauernde Frau 621. — Mädchen mit
Vogel 66. — Knabe IV, S. 18, 10. — Sklavinnen
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60
Relief» — Pcrgamensich
70
JMS— 42 (ca. 360 v. Chr.). 953/54. — Skythische
Hosenschlitzen 622/23.
Sarkophag der Klagefrauen vgl. 681—85 ; 690—94 ;
698-701; 1076/77; 1205,6.
Relief»; Dexilcos vgl 1424. — Zeit de» AntiMheue»
(um 360) 672. — Zeit de» 1’raxitelea 673- 76
(ans Rhamnu»). 677176 (aua Eleuaia). 1293. —
Skopasiaeh 6.93 - 97 (Ariatonautea). 69H — 701
(vom Ilisaoe). — Mitte de» 4. Jalirh. 679160.
661-63 (Prokleide»). 666—69. 690-94. 702ß.
— Nicht näher fixiert 564 (l'hiiokratea). 666 A
und C (Trieat) 740. 960/61. 952. IV, S. 19, 19.
1461 1.
Reliefs.
Urkunden: 398/97 v. Chr. 1212. — 856/55 v. Chr. ,
1213. — 856/64 v. dir. 360. 1214. - Zeit de«
Praxiteles 1215. — 1. Hälfte tlee 4. Jahrh. 1216.
— Späteres 4 Jahrh. 1217 .
Votive: Apoll, Artemis, Leto (aus Larissa) 1251.
1252. — Asklepios (u. Familie) 561. 1219 (nicht
zu frühes 4. Jahrh.). 1221-26 1229 (vor
350 v. Chr.). 1292 (nicht nach 350 v. Chr ).
1306 (X. Hälfte de« 4. Jahrh.). 4227; 1226
(nach 350 v. Chr.). 1230 ; 1233; 1234 (vor-
gerückte» 4. Jahrh.). 1231 (um 325). 42.35
1236. 1239, 1236 (Asklepios und eleusiniscbe
Gottheiten, nicht nach 360). 42.37 (Asklepios
nnd Athens). 593 B (Asklepios und Hygieia?;
1. Hälfte des 4. Jahrh.). — Demeter 1241.
Demeter und Kora 47. — Dionysos (und ?)
1246, 1 (Praxiteliache Zeit). — Nymphen, 1‘an
etc. 592b (vgl 592a). 424.3, 2. 4244. 1246, 3.
1234, 6-6. 1329 (1. Hälfte des 4. Jahrh.! Zeus
Meilichios und Philias 1245, .3. 1245, 4. 4246, 4.
1246, 2. 1247, 2 (nicht später als 4. Jahrh.). —
Chthonische Götter 425.3 ( wohl 4. Jalirh). —
Naturgötter 4244 — Unbestimmt 1216, 2 (erste
Jahrzehnte des 4. Jalirh.). 606a Mittede»4. Jahrh.).
— Votiv? 669j90 (zweiseitig: Würzbarg).
Totenmahle 395 A. 1300. 1360. 1434 (Heros Eu-
kolos). 1243, 2 (Heros).
Unbekannter Bestimmung: Köpfe von einem Relief
(nicht vor Mitte des 4. Jahrh.) 696—96.
D. Hellenistische Kunst.
Eutychldes.
Tyche von Antiochia 44661; 391/92 (Kopf). Haar-
bchandlung 264 (III, S. 50). — Verwandter
Kopf (Aix) 1395.
Verschiedene Werke vom Ende des 4. Jahrhunderts.
Nike von Samothrake verwandt: Aphrodite (Hcyl)
1451.
Pasquinngruppe: verwandt Bronzeetatuette(Panna)
72b Odysseus und Aiaa (Kopenhagen) 1467 b.
— Verwandte Relief» 4462 (Colonna — Grotla-
ferrata). 1500 (Schiffakampf; vgl. 1162).
Aphrodite (Corf it) 604 b.
Aphroditekopf (Hoboli) 263/64.
Apollonkopf (Riccardi) 310.
Artemis (Pal. Colonna) 1151.
Dionysos? (Athen) 72.3.
Herakles 'Statuetten Dresden — München u. verw.)
593 A. — Ähnlich 1064b.
Hermes (Uffizien) 355.
Satyr, tanzend (Colonna) 1149.
Satyrkupf (München, Residenz) IV, 8. 19, 26
Jüngling (Bardini) 11, 8. 24 (dem Hypnos ver-
wandt).
JUnglingskopf (Athen) 1210/11.
„Fortuna und Abnndantia“ (Wörlitz) 400 c.
Weibliche Gewandstatuc (Verona) 6.
Desgleichen (München, Residenz) 924.
Desgleichen (Odescalchl) 924.
Weibliche Kolossalstatiic (Pal. Borghese) 467.
Schllfcrin (Smyrna) 1344.
Copien dieser Zeit? Ludovisisehe Hennen 243/44.
Drittes lahrhsndert.
Kapitolinische Aphrodite 386/7 (Beginn des 3. Jahr-
hunderts); 767.— Verwandt: Kopf des Apollon
(? Wörlitz) 3 66/67. Weiblichor Kopf (München,
Residenz) IV, S. 19, 14. Artemis (ebenda) IV,
S. 18, 7.
Apollon (? vgl. II, S. 57) 256 ; 276 (Lndovisi).
Demeter (Pogglo) 294 (Beginn des 3. Jahrh.).
Dioskurenkopf ? (Genua) 1356/59.
Hcnnaphrodit (Neapel — Capitol/ 409/10.
Hermaphrodit (Hirth) 4453/54.
Silen und Pan (Corsini) 330 (Anfang de« 3. Jahrb.).
Stadtgöttin (Kopf) 4496.
Weibliche Statuette (Thcra) 735. — Verwandt 917
(München, Residenz).
Weiblicher Kopf (Sparta) 1318.
Pergamenisch.
Allgemeines: Umbildung älterer Werke 593 A. —
Formen pcrgainenischer Zeit in Copien älterer
Werke 866. — Haarbehandlting 386/87 ; 1153 54;
1158 - 60. — Plinthc 386.
Ältere attaltoche Gruppen: Grieche 1046/49.
Jüngere attalische Gruppen: Gallier 237 38. —
Perser 1396—98. — Amazone : verwandt Frauen-
kopf (Uffizien) 344/43. — Gigant 555/56.
Perser aua phrygiachem Stein 502/3.
Marsyaa 4444.
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71
Doidalsas von Rithynien — Hellenistisch, nicht näher fixiert
72
Wörlitzer Gruppe 385.
Nubier (Negrnni) 1482/83 1.
„Schöner Kopf": verwandt: Mädchen (Neapel) 499.
— Vorstufe: Kopf aus Tralles 1342/43 (dem
Dionysos Leyden verwandt).
Isis (Cataio) 57.
Weibliche Gewandstatue (Cataio) ö'i'b.
Desgleichen (Mönchen, Residenz) 923.
Weiblicher Kopf (Mönchen, Residenz) 958159.
„Attie“ (Colonna) 11S8—60.
Doidalsas von Bithynien.
Kauernde Aphrodite 386/87 (Verhältnis zur capi-
tolinischcn Aphrodite und zur pcrgamenischen
Kunst). — Verwandt: Aphroditekopf (Pisa)
2fUj5. Desgleichen (?) 181182.
Hermogenes.
Fries von Teos (um 200) 1345 — 48.
Kleinasiatisch.
Artemiskopf (einem Köpfchen aus Tralles ver-
wandt) 8(14 55 (Mönchen).
Weibliche Gewsndstatue 1492.
Rhodlsch.
Philiskos: Musen 288- 437 NB. — 289. — II. S. 26,
22. — 495 (UI, S. 61). — 1150. - Apollon II,
8. 28, 32. — Verwandt Hygieia (Chiaramonti etc.)
1175a.. vgl. IV, S. 26, 22. „Melpomene“ (Wür
Utz) 394.
8og. I’udicitia 796; IV, 8.48. Auf Reliefs 1085;
1350. — Verwandt 736 (Melos). 797 (Vatican.
Gärten).
l-aokoon 565/66. — Verwandt: Gigant (Karls-
ruhe) 1440.
Kentauren (Aristeas und l’apias) 666/56. — Ver-
wandter Kopf (Aix) 1391.
Skyllagruppe 555/56 (III, S. 5t); auf Sarkophag
1309; vgl. 1080/81.
Hierhergehörig ? Satyr (Torao, Neapel) 539/40.
Alexandrinisch.
Aphrodite als Sandalenbinderin 1060/61.
Isis 179:80.
Serapis (Mönchen, Residenz) 905.
Nubier (Cataio) 49.
Nymphe mit Panther (Uffizien) 352.
Neger (Gefässgriff) 1475 c.
Buckeliger Alter 147 5 a, b.
Weiblicher Kopf mit ägyptischer Lockenfrisur
(Paros) 1434 35.
Mädchenstatuette (Ince Blundcll): verwandter
Kopf Hirth) 1458/59.
Weibliche Köpfchen (Prinz Rupprecht 901— 3.904.
Verschiedene Werke der späthellenistiechen Zeit
Aphrodite von Melos: Verwandt Poseidon (von
Melos) 272; 737. — Asklepios Ludovisi) 272.
Damophon 1358/69.
Borghesischer Fechter: Verwandt 109081 (Han-
nover).
Torso vom Belvedere: Ähnlicher Torso (Parma 79.
Bärtiger Satyr, tanzend 1371 ; 1438/39.
„Danaostöcliter' (Conservatorenpalast). Verwandt;
Aichaistischer Kopf (Mannheim! 1432/33.
Weibliche Gewandstatue (Ludovisi, 265 (III, 8. 5t).
— Verwandt 918 (München, Residenz).
Hellenistisch, nicht näher Üxiert.
Pan nud Daphnia 558; 1482t.
Silen and Hermaphrodit 581:82.
j Aphrodite, sich waffnend (in Korinth) 1307/8
(Patraa)
Aphrodite von Aphrodisias 927.
Ariadne (Vatican) 1344.
Atliena (Hannover) 1073.
Atbena (Typus der Schale von Ilildesheim) 1370.
Athens (Newby Hall) 144.5 b.
Ero« (Schott) 1460.
Ero«, schlafend IV, 8. 26, a.
Eroten, ringend (Wilrzbnrg) 891.
Gigant (Wörlitz) 4O0b.
Helios (Schott) 1465 66
Helios (ans dem Alezanderportrait abgeleitete
Typen) 811 ; 1162.
Heraklesköpfchen (Augsburg) 1064 a
Herakles, trunken Panna) 71. — 906 (?). —
Mingens 393.
Herakles. Bchlangenwllrgcnd 1422.
Hermaphrodit, Linzend (Trient) 1381. — Ver-
wandt „Kallipygos" 1381; vgl, 768. Tanzender
Satyr IV, S. 19, 12; 1381.
Hirten 1152. — 1171.
Hygieia (Büste, Ludovisi) 273.
Satyr (Torso Albani) 1107. — Verwandt Faust-
kämpfer (Mantua) 20.
Satyr (Klein'sSchwänzchcncntdecker) IV, S. 19, 12;
1381.
Satyr auf Bock reitend 1420a; 1455.
Silen Borghese: Vorstufen 504.
Silen (Schott) 1461.
Panzerstatue (München, Residenz) 984/85.
Giebelstatue (Syrakus) 756.
Männlicher Torso (Sparta) 1323.
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73 Portrait* — Römische Gottheiten n. ä 74
Knöchelspielerin 1073.
Nike-Tyche (Boboli — Uflizicn) 286, 350, 788. —
Verwandt 551 (Palenuo).
Sog. Elcktratypu* 1153151.
Der Pariser „Mclpomene“ verwandt 931 (München,
Residenz).
Statue der Mcgiate (Athen) 721.
Weibliche Gewandstatue (München, Residenz) 922.
Desgleichen (Codex Kscurialensis) 1193.
Weibliche Statuette 1037.
Desgleichen 1013.
Mädchenkopf (Schott) 1107169.
Knaben im Mantel (Aix) 1392, 1393.
„Hermes als Kind" 1111; IV, S. 19, 11.
Kind, sitzend (Nimes) 1420 b.
Portrait*.
Alexander d. Grosse: Richtung d. I.eocharcs , Ron-
danini, Magnesia) 1448—60. — Unsicher 73 a
(Parma). 131132 (von Privernum). — Alexander
ähnlich 811115. — Verwandte Heliostypen 811.
1172.
Diadochen 975/76 (kurz nach Alexander). —
977178 (ähnlich Philipp V. und Perseus). —
Der Bronzestatue im Thermenmuseum verwandt
III, S. 30. — Diadoch V (Neapel) 525 26. —
Herrscher als Sonnengott 776 (Vatican. Gärten).
„Menander“ 610111; 1H6; II, S. 13 (falsch).
Demosthenes V, S. 117.
Epikur 974 ; IV, S. 20, 30.
Metrodor 559 b.
Zenun 1105:6.
Diogenes 1107/8 lysippische Schule).
Lyrischer Dichter? 1191.
Unbekannte, bärtigilSl (Ny-Carlaberg). — 1181/85
(Kopenhagen).
Unbekannte, unbärtig 32/33. 11 (Cataio),
Grabplastik.
Statue (Vat. Gärten! 798.
Reliefs 587 D. - 388B. - 989. — IV, S. 20, 27.
— 1085. — 1337. — 1350.
Reliefs.
Votive 737 (Melos). — Dioakuren: 1215, 1. —
1251, 2 (3. Jahrh.). — Men : 1217, 1 (3. Jabrh.).
Mythologisch (Grottaferrata u. verw.) 1162. —
1126 (Thesaus und Aithra).
Sog. Hellenistische Reliefbilder: Vorstufen 1162.
— 3 (Komödie). — 10 11 (III, S. 50; bacchiseh).
— 11 (musicierende Satyrn). — 19 (Dionysos
und Satyrn, römisch . — 892. — 1480H. —
Verwandt: Ladenreliefs 372. 379.
E. Altitalische und etruskische Kunst.
Altitalisches Bronzeblech 599.
Etruskisch, archaisch:
Bronzestatuetten : Krieger 1115 r. — Silen, knie-
end 1186a. — Silen, stehend 1186\i.
Bronzerelief 1187 a.
Etruskisch, späteres:
Bronzestatuetten: Jüngling 1170171. — Satyr 1056
(nach Vorbild des 4. Jahrh.).
Etruskische Candelaber vgl. 80/81.
F. Römische Kunst.
Künstler und Copistes.
Sog. Pasiteliker 151. 883/84. Vgl. 1129; 1162. —
Menelaos 258—61.
Agasia8 von Ephesos 783/34.
Antiphanee von Paros 213—15; 635/36.
Kleoincnes von Athen: „Germanirua“ 1127.
Antiochos von Athen: Athena Parthenon 271175.
Glykon von Athen 733/34.
Künstler von Aphrodiaiaa: Statuengruppe (Ny-
Carlsberg) 166—70. — Atticianus: Gewand-
statue 356.
Archaistisches.
Statue (Nimes) 1109.
Weiblicher Kopf (Schott) 1162.
Relief 818.
Verschiedene Werke.
1. Jahrhundert n. Chr.: (Jahr des Epikratee) Statue
der Megtste 721.
Zeit des Hadrian : Attis (Ludovisi) 263. — Hygieia
(Ludoviai) 273.
Antoniniach: Coplen 480. 1050. 92/93 (vgl. 240, 41).
Zweites Jahrhundert n. Chr.: Copiatenatelier 1138
bis 1110.
Ende des 2. Jabrh. und später: 17. IV, S. 18, 7.
IV, S. 19. 16. IV, S. 20, 28. 1170.
3.-4. Jahrh. Zeuskopf ( München, Residenz) 932)33.
4. Jabrh. n. Chr. Vestalin 1117.
Zeitlich nicht genauer fixiert: Barbar 1123 b. —
Doppeiherme (römische Schöpfung nach älterem)
1375 bis 1377. — Pferdekopf von Pfersee
1062/63.
Römische Gottheiten u. ä.
Juppiter des Apoilonius 1197.
Ceres (Vatican. Gärten) 792/93.
Faunua? (Capitol) 113116.
Feronia? (Triest) 57®.
Mare (Cataio) 63.
Provinz (Neapel) 771. — ?(CoIonna) 1155.
Roma ? (Nimes) 1125/26.
Victoria in der Curia Julia 1H5 1.
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75
Römisch-provinciai — Reliefs
76
Victoria (Parma) 82.
Wsssergottheiten (Capitol) 417 — 19.
Cultgruppe? (Wörlitz) 400c.
Rimlsch-provinoial.
Attis oder Mithras ^München, Residenz) 960.
Südfrankreich 1046/47. — V, S. 80 (213) (Aix). -
V. S. 89 ff. i,Nimea).
Augsburg und Umgebung 1065—67.
Portrait».
Republik. Dem Cicero verwandter Typus (Mattei
— Boboli) 128/29.
Sog. Scipio 1082; IV, S. 48.
Unbekannte, Ende der Republik 990/91. — 992.
— 993. — 994. — 1192. — Vgl. II, S. 24.
Griechisch-ägyptische Portrait» 594 A (dem „Cae-
Bar“ Itarracco verwandt). — V', S. 80 (17).
Übergang zur Kaiserzcit 984 — 86. — 996. — 997.
Anfang der Kaiserreit 995. — 998; 999.
Caesar 130/31. 202, 3.234/35. 1000:1001. — V 1195 a.
Zeit des Marc Anton: Römerin W07.
Ende des 1. Jahrh. v. Chr. (Mann). V, S 117.
Augustus 868. 1002. IV, S. 20, 33. Vgl. 737.
Uvia? 1368/69.
Augusteische Frau IV, S 20. 34.
Tiberiu» 1351/52. — ? 1427.
Drusus d. J. ? 1003. Vgl. 1427.
Julisch-claudisch : Prinzentypus 776. 869. — Un-
bekannte 1004. — IV, S. 20, 35 (mit I.orbeer-
kranz). — 1005 (Mitte des 1. Jahrh.). — Knabe
1008 : nerouiich).
Julisch-claudinche Frauen : Fürstin ? 1006. —
Kaiserin als Stadtgöttin? 1428;29. — Mit Bei-
mischung idealer Züge (nach Art der Juno
Ludovisi) 1121/22.
Griechen (dem Modius Asiaticus nahestehend,
1. Jahrh. n. Chr.) 979—83.
Flavische Epoche: Manu 1009. — Frauen 159/60.
1010.
Nerva? IV, S. 20, 32.
Traian 1013. 1138.
Zelt des Traian: Mann 794/95. — Frauen 161/62.
1012. — Knaben 1011. 1026.
Hadrian 1014 (modern).
Antinous 1174. Vgl. 446—48. — Dem Antinous
ähnlich 1273; 713 (vgl. 1278).
Unbekannter, hadrianisch ? 1488 a.
Sog. Clytia 273.
Antoninus Pins 266. IV, S. 21.
Männer antoninischer Zeit 1015. — 1032 1. —
V, S. 80 (235). — Sog. Musa 718. — Grieche
(Art der Kosmeten) 1019.
Faustina d. Ae. 1024.
Marc Aurel IV, S. 21.
Unbekannter, Zeit Marc Aurels 1017.
Männer der Zeit von Lucius Verus — Commodus
713. - 1016. — 1020/21.
Frau (Faustina d. J. — Lucilla) 1022.
Ende des 2. Jahrh. n. Chr. Männer: 5. — (als
Hermes) 25. — 742 (aus Gortyn). — 1018
(fälschlich Aclius Caesar genannt). — Barbar
1030.
Ende dee 2. Jahrh. n. Chr. : Frauen 1023. — 1170
(Statue). — 1409 (d. Kopf). — 1413 (d. Kopf).
Zeit des Septimius Severus, Mann 1034 1.
2.-3. Jahrh. n. Chr. Mann 1031. — Frau 1151
(Kopf). — Knabe 1083.
Anfang des 3. Jahrh. Mann 1032t.
Zeit Caracallas: Mann 1029.
Julia Domna oderMamaea 487. — Julia Mamaea?
1430.
Maiiminus Thrax? 1028.
Zeit der Gordiane: Männer 1027. 1033 r. 1084.
1. Hälfte des 8. Jahrh. Mann 1035 r.
Mitte des 3. Jahrh. Frau 1025.
2. Hälfte des 3. Jahrh. Mann 1034 r.
3. Jahrh. Frau 1033 1.
4. Jahrh. Mann 1035 1.
Zeitlich nicht genauer fixiert: Knabe 1173. —
Panzerstatue 987. — Kaiser (mit Aegis) 816. —
Portraithermen (Nitnes) V, 8. 91. — Frauen
296. 805 — (Kopf). V, S. 86, b (Römerin als
Ceres).
Grabplastlk.
Statuen Gruppe des Cornutus 801. — Neunzig-
jähriger Mann 709 c. — Frauen 785—87. IV,
S. 48. — Mädchen 798.
Reliefs : 1067 (Totenmahltypus). — 741 (Gladiator).
— 1424 (Reiter und Gefallener). — 1431. — V,
8. 90d (2.-3. Jahrh. n. Chr ).
Sarkophage 400 b. — 530. — 543. — 764. — 805.
IV, 8. 48. - IV, 8. 49. — 1264. — 1500. —
?891. 1066.— Stilistisch späteren Sarkophagen
verwandt (Rokokostil) 1370.
Reliefs.
Votiv: Athena 1275. — Dea Syria 156. — Dio-
nysos 378.
Urkunden : Ephebcn (Athen) 1258. 1259 (106/6
n. Chr.). 1261 (192/93 n. Chr.). 1260 (ca. 219/20
n. Chr.).
Statuenbasen 819 (Asklepioestatue?). — 1327
(Koraraub).
Neuattisch: Vorbilder 1243, 2. Beziehung zu
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77
Mosaik — Zeitlich in den Texten nicht fixiert
78
alexandrinischcm 352; 1274. — Kacrhtsch 378
Votiv an Dionysos). IV', S. 21 (Maenadc).
13!*!* — 1101 (Candelaberbasia). V, S 89. a (dem
Zeua Tayllerand verwandt). — Sog. Ikarios-
relicf 763. — Hermaphrodit 1381. — Tänzerin
567. — Mit Togatns 587 b.
Verschiedene«: 36; 37 (Köpfe von Hochrelief). —
80181 (Landschaft). — 603 (bacchiscli) — 1038
(Hero und Leander; 8-/4. Jahrh. n. Chr.). —
1161/65 (Windgötter). — 131!) .Herakles beim
Mahle). — 1311 (Aphrodite Pandemos). — 1319
(religiöse Ceremonie). — V, S. 90, b (Gany-
med?). — 1181 r. (Affe). — 1181 unten (Tör-
pforte?). — Bein eines Thrones 568.
Decoratives: Altäre V, S. 90. e. 1191, 1 — Can-
delaberbasis 1191, 3. — Marmorbecken 1191, 3.
— Unbestimmter Verwendung 1179, b.
Elfeniteinrelief (4. Jahrh. n. Chr.) 600.
Mosaik.
V, S. 91 (Admet und Alkeslis).
Architektonisch verwendet.
Giebelstatue 771 75.
Capitell (von einem Kundtempel am Tiber) 783 b
ßasilica Xeptuni: Relief (Provinz) 529.
Amphitheater von Capua Reliefs 539. — Tier-
köpfe 512.
Colosseum: Stuckdecnration 1191.
Nimes: V, S. 90 c. (Basilica der l'lotina, 2. Jahrh.
n. Chr.). - V. S 91, f.
Zeitlich in den Texten nicht fixiert.
7 Nackter Jüngling. Bronzestatuette.
22.23 Bacchisches Köpfchen.
28 Mädchen.
29 Weiblicher Kopf.
34 Griechisches Relief.
35 Artemis und Endymion.
38 Weiblicher Kopf.
44 Dionysoskopf.
58 Apollo als Kind.
65 Apollon.
67 Hermes (Scbamhaar altertümlich).
69/70 Zeuskopf v. Palatin.
72a Krieger v. Feldzeichen?
73b Dionysos.
75 Satyrtorso.
112 Artemis.
123 Dionysoskopf.
125 Gewandstatue
144 {Replik: IV, S. 18,8) Männl. Torso m. Mantel.
154 55 Herakleskopf
171 Hades.
185 Hermaphroditenherme.
188/89 bärtige Dionysosherme.
242 Pucr celetizon.
347 Aphrodite.
351 Eros.
360 Apollon.
361 Apollon.
378 Reliefs.
374 Fettschwanzschaf
395 (Kopf; der rapitoliniachen Flora verwandt)
4001.; 1478 r. Satyrköpfe.
466 66 Ariadnekopf
468/69 Dionysoskopf
490 Hvgieia.
492 „Auguatua".
533 Kybele.
i 537/38 Hochreliefs (Zeus Ammon etc.)
541 Negersklave
559d Narkissos?
566 Relief.
694 B Nike ohne Flügel.
704 Thcseus und Minotauros.
722 Apoxyomenes.
738 Grabstein eines Hahns
743:44 Heraklesköpfchen Long.
755 Demeter.
758 (vgl. V, 8. 86, a) „Kallipygos,‘-Rellcf.
770 „Aphrodite F.pitragia“?
781 Hera (Typus Stockholm).
791 .Mädchenkopf.
827 Löwe.
838/39 Münchener Artemis v Gabii.
906 Herakleeköpfchen.
920 Männliche Statue.
962 „Apollonios von Tyana“.
1041/42 „archaisierend“.
1044 Ammonskopf.
1057 Paris, Bronze.
1069 Dionysos.
1071 Sitzende Frau.
1072 Sitzender Pan.
1074 Perseus u. Andromeda.
1163 Relief mit Selene.
11F6 Eros u. Anteros.
1183 84 .Amazone"?
1200 Paniskin.
1240 Votivrelief.
1243, 1 Desgl.
1248, 2 Desgl. (.später“).
1254, 11 u. 12 Fries.
1255 Relief m. Dreifuss.
1262 Relief in. Dionysos.
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79
Zeitlich in den Texten nicht fixiert
80
1263 Relief m. Komüdieuscene.
1279/80 Basis.
1282 — 84 Relieffragmente.
1302 Relief dee Agathadaiinon.
1303 Votivrelief (Artemis)
1813 Grabrelief.
1324 Männlicher Torso.
1326 Grabrelief.
1328 Votivdiskos.
1332 Weiblicher Torso.
1336 Relief.
1867 Silen.
1418 Eros o. Hund.
1421 Pan u. Dionysoskind.
1423a Athenatorso.
1433 Schlafende Nymphe.
1452 Zeus.
14761. sitzender Zeus?
1477 L Jo?
1479 d Eros.
1479 e Epheeiache Artemis.
1479 f u. g Asklepios.
1486 c Cistenfuaa?
1488b Serapiaküpfchen.
1490 (1499) Capitoliniacher Nil.
II, 8. 24 Daphne.
III, S. 30 Pantheistische Gottheit
IV, S. 18, 4 Jüngling.
— — 9 Jüngling.
— S. 19, 23 Hermeskopf.
— S. 20, 31 Barbar.
— — 8 Artemis.
— — 4 Asklepios.
— — & Fortuna.
— — 6 Herakles.
— — 8 Nackter mit Chlamys.
— — 9 Artemis.
— — 11 „Apoll".
— — 12 Herakles.
— 8. 21 Nymphe, Torso.
— S. 26, b Bronzearm.
V, 8. 86, a Aphruditetorso.
— S. 86, g Serapiskopf.
— 8. 91 h, 1 Bauern.
— S. 117 (71) Relieffragment
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4
81
82
V. Sachregister.
Abbozziert 147/48. 733/34.
Acharnae (F. 0.)? 1217.
Acheloos a. Reliefs 1243.2. 1264,6. 1264,7 1329.
Adana, Kilikien (F. 0.) 1060.
Adgesius Macrinus V, S. 90, d.
Adler, b. Apotheose? 709c.
decorativ V, S. 90, c.
Admetos u Alkeetis (Mosaik) V, S. 90, d.
Adonis? (sog. Narkissos) 1139.
Aegis Rildnng 257 (II 8. 55). 1310.
b. Imperatorenstatnen 816.
Zutat ? 226.
Aegypten (F. 0.) 901—906.
Aegyptische Kunst: Löwen 601/2.
vgl. 928/29.
Frisur 1334/86. 1458 59.
Griechisch-ägyptisch V, S. 80 (17).
Aehren, b. Helios 811.
Aeneas ? 236. 600.
Affe 1481 r.
Afrikaner 1482/831. Vgl. 1272.
Agasias von Ephesos 733 34.
Agathodaimon 1302.
Ageladas 252 68 (243/44). 1090:92.
Agorakritos 9 (I, 2, 8 17). 819. 836.37. 1169.1372.
Aigcira, Achaia (F. 0.) 1243,1.
Aigina (F. 0.) 1267.
Währung in Akragaa 769 — 61.
Aigion (F.0.) 631/32.
Aischines-Portrait (Zeit etc.) 624.
Aiscbylos, Votiv 1240.
Aithra 1126.
Alz (F.0.) 1102/3. V.8.80 (235. 218. 97.).
Akragas (Flußgott) ? 769—61.
Alabaster 1105. 14801.
Alais (zwischen A. u. Anduze, F. 0.) V, 8. 87, f.
Alexander ? Barracco 328,29,
Erbach 1448—50 Amu.
Magnesia 1448—50.
? Parma (Bronzestatuette) 73a.
? ? von Privernum 481/32.
Rondanini 1448—60.
Alkamenes 248/49. 257. 279. 331. 401/2. 457/58.
494. 514/15. 647—49. 878/74. 889/90. 934.
1129. 1256.
Alkestia (Mosaik) V, 8. 91.
Alkibiades, sog. 966—67.
Altar 818. V, 8.90e. 1494 a.
(Arula) 597/98 (IV, 8. 66).
Amazone 172.
? 1086-89 (Kopf Ueyl). 1188/84.
Mattei 324 ; 8 (falsch).
Sosikles 149/50 (I, 2, S. 20); 888-90; 1117.
bis 18; 1130.
„Strongylion* 772/73.
Amestratoa (Mistretta, F. 0.) 646.
Amethyst 297.
Ammon 398/99 A (Typen des 6. Jahrh.). 538.
1044.
Amphiaraos 1266/67. 1268.
a. Votivrelief 1215. (1240).
Amphitryon a. Relief 1264.
Amphoren 920. Palaestra 1269.
b. Pan 1072.
sepulcral 1311.
Amymone, sog. 696c; 712; 1496.
Anakrcon 312/13.
Andromeda 1074.
Andros (F. 0.) 527.
Anteros 1166.
Antinous 1174.
(Neapel) 446—48.
Anllocbos, Künstler 274/75.
Antiphanes v. Paros, Künstler 213—15; 636/36.
Antisthencs, Portrait 672.
Antoninus Pins 266. IV, 8. 21.
Antonius Musa, sog. 718.
Apellcs, Aphrodite 1144.
Aplirodisias, Aphrodite 927.
Kunstschule 166—70. 356.
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83
Sachregister
84
Aphrodite 204,06. 347. 604 b. 875/76. 1106. 1270.
1461. V, 8.86(a).
? 181/82. 1121/22. IV, S. 19, 14.
Anadyomene 1144.
d. Apelles 1144.
v. Aphrodisias 927.
v. Capua 1307/08.
Capitolinischc 767; 141617.
sog. von Epidauros 629,30; 822; 1361. Vgl.
819.
Epitragia 770.
vom Esquilin 481/2.
Genetrix 604c; 1131.
Kallipygos 768.
Knldische 146; 216-18; IV, S. 21 ; V, S. 87, f.
Medici IV, S. 20,1.
Fandemoa 1314.
Sandalenbindend 1060/61.
v. Syrakus 758 (1144); V, S. 86, d.
Urania (Neapel— Faris) 512/18.
Valentini— Odescalchi 1169.
sieh waffnend 1307/08.
mit aufgostiitztem Fuß 1353.
mit der Göttermnttcr idcntißciert 724.
bei Koraraub 1327.
bei Schmückung der Braut 597/98.
Apollon 9 (Kopf). 65. 360. 361. 459-61. 812/13.
885. IV, S. 18, 6. 1079 (Kopf). 1098.
1486 d (Statuette).
? 18. 186/87. 206/7 (sog. jugendlicher Zeus).
IV, 8. 18, 5. 1097 (Kopf). 1323. V. S. 88, 1. I
1448- 50.
Actius 334 ; 544.
sog. (archaisch) 1380/81.
ßarberinl 836/37.
Belvedere 1495; 1499.
Kassel 459 (IV, S. 60 f); 507/8; 605 c; 705.
a. Kind ? 68.
Kitbarodos 708. 1180/81.
Krateanos UI, S. 31.
Lykcios 276 (Kopf); 836 ; 340 (Kopf); V,
S. 86 e.
Mantua 208/9.
„a. d. Omphalos* 452-54 ; 625/26 ; 802/3;
849/60.
Pamopioa 516/17.
7 Parthenonfries 727.
d. Philiskos U, S. 28, 32.
Pitti 208/^.
Sauroktonos 768.
Sitzend 266 ; 276 (doch vgl. II, S. 55).
v. Sparta 617—20.
Stroganoff 677/78.
Venedig-Pal. Vecchio 842 ; 823/24 ; IV, S. 19,
17; vgl. 480.
„tn. d. Wasservogel“ 1148.
a. Basisrelief 544.
Votivreliefs 1251; 1252.
A. u. Musen, Relief 373 a.
? Relief V, S. 117.
Apollonia (Stadtgüttin) ? 560.
Apollonios, Künstler 1497.
Apollonios v. Tyana, sog. 962.
Apotheose 7 709 c.
Apoxyomenos 580. 722.
Aquileia (F. 0.) 579. 593.
Archaistisch 425 —28. 554 (IV, S. 66). 818. 1299.
1816/16 1409. 1432/38. 1462. Vgl. 396. 587 B.
Archandros, Votivrelief 1242.
Ares vgl. 331
Borghese 1125.
Ludovial 89/90 ; 254/66 ; 634 35 ; 882/38.
Ariadne ? 466/67.
Ariatarche 1246,2.
Aristogeiton 99
Aristonautes 695—97,
Aristoteles 126/27.
Arles (F.0.)7 1419.
Artemis 112. 864/65. 899/900. 919. IV, 8. 18, 7.
IV, S. 20, 3. IV, S. 20, 9. 1161. 1332.
1333. 1356 57.
7 IV, S. 19, 14. IV, 8 20, 7. 1179.
Colonna (Kopf) 1076/77; 1206,6.
Dresden 133. 1252.
Ephesische 1479 e.
Oabii (München) 838,39.
Gabii (Paris) 769.
Larnaka 603.
v. Lesbos vgl. 47Q/71.
Votivrelief 628. 1261. 1262. 1803.
Basisrelief 544. (Koraraub) 1327.
A. u. Endymion 35.
Gefährtin der Artemis (Knüchelspielerin)
1073
Artemisios 1085.
Artikleidea 1215.
Arzt, Votiv von Ärzten 1236.
Asklepios 24. 121/22. 124. '295. 604 a. 718. 719.
720. UI, S. 29/30. XV, S. 20, 4. 1317.
1319/20. 1479 f. 1479 g.
7 721.
d. Alkamenes? 889/90.
Boboli 285; 553.
Caracallathermen 1268.
Dresden (.Zeus“) 853,54.
Melos-Athen 915.
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85
Sachregister
86
Paris 262.
Petersburg 306; vgl. 1156/57.
Riccardi-Beriin 306.
Uffizicn-Orlandi 92/98 ; 240/41.
Unbärtig 1140/41.
A. n. Hygieia 1060.
Votivrelief 1219-32. 1284/36. 1238. 1246, 5.
1306. 1479 a.
— 7 595B. 1233. 1239. — A. und Athen*
1237. 1256. — A. u. elcuainiaehe Gott-
heiten 889/90. 1236. — Vgl. 679/80.
Basis einer A. -Statue V 819.
Sohne des A. 1234. 1236.
Aspasia, sog. 936/37.
Aspergillum 1431.
Atalanti (F. 0.) 636/36.
Athen (F.O.) 569. 564. 686/86. 587 A. 588. 596 A.
621-23. 639/40. 704. 709a. 719. 720. 827.
889/90.891. 1041/42. 1044. 1210/11. 1264.
7 561. 1193.
Akropolis 1086. — Unterhalb der I'ropylaeen
1274. - Sildfuß 1212. 1233—37. 1242.
Asklcpieion 1219 - 32. 1239.
Attalosstoa 1207-9.
Diogeneion (II. Dimitrios Katiphnris) 1259
bis 1261.
Dionysostheater 714. 1262.
Dipylon 644—46. — 71264,11/12.
b. Ilias os 560. 698—701.
Köaigl. Garten 705.
Olympielon 627/28. Vgl. 706.
Pansgrotte 1248,3.
b. Tbeseiun 1216.
Zappeion 717. 718.
Umgebung 1248,2. 1436/87.
Athena 16. 68. 257 449- 61 554 834 36. IV, S. 19,
20/21. 1075. 1106. 1372. 1423a. 1445 b.
1473 74. 1479c. Vgl. 243/44.
Albani 1113/14
Brescia 194— 96.
Farnese— Hope 514 15; 1105 (Kopf).
Giustiniani 226. Vgl 497.
Hermen (Neapel — Capitol) 433/34 ; 939/40.
Inee ßluudell (Stockholm) 168; 942, 43; 1129;
Vgl. 226.
l-etnnia vgl. 1256.
I.eptis vgl. 613 - 16.
Medici 706 a; 1276.
Parthenoa 274/76 ; 301/02 ; 575/76; 1304/05.
Reliefe 560; 1213; 1214; 1237; 1277.
Kospiglioai 111 (I, 2, S. 19).
Sitzend 1310.
Velletri vgl. 1129.
Urkundenreliefs 560. 1212. 1213. 1214. 1216.
Votivreliefs 1237 (mit Asklepios). 1276 bis
1278.
Verschiedene Reliefs 818(19. 1256. 1327.
1370.
Athlet, ikonische Statue 1482/83 1.
Athletenohren b. Hermes ? 1, 2, S. 18 (52 <53).
Atlant (Satyr aisA.?) 293.
Atlas 7 1486c.
Atticianus v. Apbrodisias 356
Atlis 263. III, S. 80.
7606 a. 960.
Auge und Herakles 385 (IV, S. 68).
Augen, eingesetzt in Bronze 569—72. 1064. 1105.
1452.
in Marmor 304. 393. 403,04. 435/36. 464
bis 466. 466 67. 575/76. 654 55 b. 836/37.
1111/12. 1201/02. 1340/41. 1387/88.
Augensterne und Pupillen, plastisch angegeben; 17.
25. 103-05. 126/27. 166. 166-70. 266.
303. 308,9. 478. 487. 669 e. 627/28. 639/40.
742/43. 781. 869-62. 920. 931. 932/33.
964. 992. 998. 1016 - 29. 1081-36. IV,
S. 18,7. IV, S 19,16. IV, S. 19,26. IV.
S. 20,28. 1050. 10641. 1083. 1084. 1161.
1170. 1366. 1407/08. 1409. 1413. 1447.
bei buntem Stein 502/03.
antik ? 1456/57. Modern 281/82. 1078.
fehlend 1030.
Angensterne durch Farbe angegeben 26. 525/26
1086 bia 1089.
Augsburg (F. 0.) 1066. IV, S. 25 b (bei A. im Lech).
Augustue 863. 1002. IV, S. 20,33. Vgl. 737.
Aurora 579.
Bacilli 1431.
Ballspiel b. Eros 361.
Barbaren 1030. 1423 b. II, S.24.
?IV, 8 20,31.
Barcola (F.O.) 589—91.
Basalt 94/95. 694 A.
ßnsileia 7 595.
Basis, eigentümliche Form 35.
Reliefs 644. 587 B. 819. 1279/80. 1285 1327.
7 1265. 1262.
Bein, Material 1488 b.
eingesetzt in Bronze 669—72.
ßendis, Typus verwandt für Artemis 1251; für
Dionysos 1262.
Bithynier 71273.
Bogen auf Pfeilern 1370.
Boldion 1240.
Bonus Evcntus 7 1065.
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87
Sachregister
88
Boot 1258. 1259. 1261.
Bouillargues (F. 0.) V, S. 86.b.
Bovillae (F. 0 ) IV. S. 35.
Braut, Schmückung 597/98.
Brindisi (F.O.) 1197/98.
Bronze: Statue 569 — 72.
Kopf 1058:69.
Maske 1082.
Arm IV, 8.25, b.
Pferdekopf 1062'63.
Statuetten 7. 8. 71—78. 82. 504. 577/78.
5941. u. r. III, S. 30. 772/73. 1061-67.
1060/61. 1288. 1382 83 1445. 1452. 1469
bla 1475. 1486/87.
Blech (altitaliach).
Kanne II, S. 13.
vergoldet 1062,63. 1486 o.
mit andern) Material vereinigt 569—72. 1105.
Vgl. 699.
Zutaten aua B. 192/93 194 - 96. 539/40. 589
bis 691. 1172. 1329. 1342/43. 1358.59..
1384. 1427.
Brunnenfiguren 183 (vgl. 536). 704. 1371. 1389.
Vgl 532.
BruBt, stark entwickelt b. Jüngling 559 e.
Brustwarzen, Umrissen 704.
Uryaxis 77/78.
Büste (antik) 2G3. 264. 273. II, S. 24 777/78. 794/95.
811. 1027. 1084. 1172. 1178. 1192.
Bulc, auf Urkundenrelief 1216.
Caesar 130/31. 202/03. 234/35 1000/01.
? 1195 a.
Campus Martins vgl. IV, S. 20,28.
Candelaber, etruskisch 80/81.
Basis 1381. 1399—1401. 1494,3.
Cajiitell d. Xenvares 612.
römisch 783 b.
Capua (F. 0.) 522/23.
Amphitheater 529 ; 542.
Caracalla? 1029.
Celetizon 242.
Ceres (Römerin als C.) 792/93. V, S. 86 (b).
Chalcedon vgl. 1451.
Chariten 731/32. 846. 927. Vgl. 1121/22.
7 1132.
Chiton: doppelt 496.
durchscheinend 62 b. 227. 724. 1350.
Copistenzutat 712.
Choreg? 1255.
Chrysapha (F.O.)? 1265.
Cistenfuaa? 1486 c.
Civita I.avigna (F.O.) 406—8.
Clytia, sog., vgl. 293.
Coelia Concordia 1147.
Conturen b. Reliefs durch Eintiefung hervor-
gehoben 608.
Copien und Copisten.
Datierung: Ende des 4. Jahrh. v. Chr. 243 14
Uellcnistiscb 710/11.
vor 79 n. Chr. 610/11.
Antoninisch 92/93 (vgl 240/41). 480. 1060.
Atelier des 2. Jahrh. n. Chr. 1438—40.
Umbildung zu Athena 257 (doch vgl. II,
S. 55).
bei Hennen 240/41.
zu Hermes 1442/48.
zu Isis 1175a.
zu Muse 9 (vgl 257),
zu Portraits 25 (I, 2, S. 18). 266. 718.
Vgl. 718.
bei Reliefs 1350.
zu Satyr? 1168.
Umstilisierung ? 494.
Varianten 211/12. 213—15. 226. 240/41. 257
(II, 865). 898 99 A 433,34. 500. 512 13.
516,17. 567. 714. 717 ;782) 731/82. 769.
866 —68. 939 40. 1127. 1129. 1131. 1371.
1378/79. 1442/43. 1448-50 (Anm ).
? 12/13 (I, 2, S. 17).
d. Attribute 1175a
b. (irabstatuen 631,32.
b. Portraits 240/41.
Weggelassenes 226.
Zutaten 208/9. 832/33.
Aogis? 226.
Chiton 712.
Chlamys 103 - 5 (1, 2, S. 18). 206/7. ? 808.
Diadem 248/49.
Füllhorn 1186.
Kranz 335.
Schläfenlöckchen 248/49. 264. 583/84.941 .
• 1086—89.
Untergewand 654.
Zähne? 252/53.
zweiter Hand (Copien nach Copien) I. 2,
S 19 (141). 600.
im Gegensinne IV, S 18,2.
Corfü (F. 0.) 601/2.
Cornutus, Grabgruppe 801.
Daduchos? 637/38.
Daker (Unterschied von Persertracht) 502/3.
Damophon 1358/59.
Daphne II, S. 24.
Daphnia und Pan 558; 1482 r.
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89
Sachregister
90
Dareios I und Telcphanes 1 127.
Dea Syria, Votiv 156.
Deinomcncs; Jo 524
Deloa (F. 0.) »46. 7706a
Delphin a. Grab V, S 90, d.
Demeter 91. 279. 765. 907. 1412.
7264 (II, S. 60). 467 68.
u. Plutos? 707.
a. Votivrelief 47. 1236. 1241
a Parthenonfries? 726.
typische Gewandung 357.
Demosthenes V, S. 117.
Diadem, eigentümlich 868/59. 664 (III, S. 52)
838/39. 928/29.
Copistenzutat 248/49.
Diadumenos n. Polyklet 190/91 (I, 2, S. 20); 446;
847/48; 866 -68; 1186; 1476M.
Petworth 308/9.
Diakritos 1336.
Dido? 600.
Dienches, Arzt 1236
Dii Lucrii, vgl. 1055.
Dike, fälschlich sog. 629/30 ; 822.
Diogenes 1407/8. ?530.
Diomedcs 809/10.
Dionysos 44. 78 b. 123. 146. 269. 325. 468,'69.
683/84. 844,45. 1046. 1055. 1069 1390.
? 22/23. 125. 275/76 (II, 8. 65). 723. 1323
1366
bärtig 188/89. 1480 r.
a Kind b. Pan 1421.
b. Satyr, vgl. 166/70.
b. Silen 643.
Richelieu u. verw. 1142/43.
„Sardanapaüos* 567; 714.
m- Satyr (od. Eros) 1355.
in. SticrhGrnern 1123/24.
tanzend 501.
v. Tivoli 1168.
a. Relief 19. 1262. 1400.
Votivrelicf 1248,1.
Parthenonfries ? 727.
llasis einer D.-Statue ? 1262.
Dioskurcn IV, S. 19,25. 1311. 1858/59.
7 537.
Votivrolief 1243,1 1245,1 1254,2.
Diptychon, Pseudo- 600.
Diskoboi Ludovisi 245 4 6 (248/44).
n Myron 54/55 ; 500 ; 777-80; 88182; 886
Relief 1336.
Diskos (Votiv) 1328.
Dithyrambus a Relief ? 1255.
Doidalsas von Bithynien 181/82. 204,5. 386/87
Doryphoros 94 95 (1, 2, S. 18); 116/17; 211/12;
305; 509; 610/11; 1338/39.
Dreifuß. Relief 1255.
Drusus d. J. ? 1003.
Ei 1311.
F.idechse b Eros IV, S. 25.
Eircno 840—43
Elektra, Typus 115364.
Elcusis (F. 0.) 637/38. 677/78. 679/80. 1243,2 1249
Elfenbein, Relief 600
Statuette (archaisch) vgl. 1382 83.
Zahn 1475c.
Endymion 36. — Sarkophag IV, S. 48.
Eos 7 579.
Epeuches 1236.
Epbebenurk unden 1258 — 1261.
Ephesos (F. O.) Terracotten 111. S 30.
Epibomios 332.
Epidinros (F.0.) 629/30. 710/11. 1266. 1270.
Epikur 974. IV. S. 20,30.
Epione 1233 1306
77 1222.
Eretria (F. O ) 624.
Eros 361. 606 a. 739. 828/29.
7 1460. 1479 d.
u. Anteros 1166.
v. Brauron vgl. 1/2.
Centocelle 141.
7 b. Dionysos 1355.
m Hund 1418.
u. Narkissos (?)659d.
v. Palatin 74.
b. Priap V, 8. 18 (218).
u. Psyche 1070.
schlafend IV, S. 25.
u. Selene 551.
a. Terracottarelicf 597/98.
Eroten, ringend 891.
b. Priap V. 8.81 (213).
Kuanglos 1240.
Enbuleus 17; 424.
Eukolos, Heros 1434
Euphranor 226. 316 446 - 48 885. 1125. 1197/98.
IV, S. 19, 25.
Knpompos, Maler 1258.
Europa 600.
Eurydike 7 1066.
Eutaxia 1086.
Eutychidee 264 (III, S 50). 14801.
Faekcllauf 1261.
Fälschungen 8. 236 (Krührenaissancc II, S. 56;
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91
Sachregister
92
III, S. 50,. 400 Anm 577/78. III, S. 13.
IV, S. 36 (vgl. 437/38). 1294/95. 1296/97.
? 10/11. 5941 1070. 1078. 1192. 1416,17.
1445M. 1463/64.
mit Unrecht für falsch erklärt: 99. 108 bis
110. 1082.
Falterone L Umbrien (F. O.) 816.
Farbe, Spuren 26. 526.26. 688 A. 904. 995. 1037.
1171. 1467,68.
? 603. 604 a. 905. 906.
vorauszusetzen 663. 739. 837.935- 1086 — 89.
1220. 1258. 1268. 1329.
Farbiger Marmur. Zeit 602 8.
Faunus 7 293. 415/16.
Faustina d. Ae. 1024.
d J. (Haartracht) 1022.
Faustkämpfer 20. 1483.
Feldzeichen 7 72a. 14451.
Fell, Musenatiribut 395.
Fermo (F.O.) 7 594C.
Feronia 7 579.
Fettschwanzschaf 374.
Flamme, plastisch 1230; vgl. 666 (IV, S. 66).
Flöten, eigentümliche 1370.
Flügel Uber dem Gewand 1469.
Flußgott 669—72.
7 756.
Fortuna 921. IV, S. 20,5.
Fortunac 7 400 c.
Fransen an Himatlon 736.
Frosinone (F. O.) 1186.
Fucineraee (F.O) 1037.
Füllhorn, geriefelt etc. 243/44.
Fulvia, Frisur 1007.
Gallier 237/38.
Ganymed 239. 247. Vgl. 1125.
von Falerone 206/7. IV, S. 57.
a. Relief V, S 90, b.
fälschlich sog. 206/7.
Gazelle 642.
Gemmen 12991.
archaisierend 1432/33.
d. Aspasios 1277.
Copien v. Reliefs 1162.
in München IV, S. 21.
Genua (F.O.) 71358/69. 1410/11.
Gersthofen (F. O ) 1065.
Giallo antico 1045.
Giebel als Reliefbckrünung 1311.
Giebelstatuen 774/75.
Copien nach G. 756.
7 7 706 a (IV, S. 66).
Gigant 400 b. 1440.
Girgenti (F.O.) 553. 759 - 61.
Gladiator III, S. 13. 741.
Glykon von Athen 738/34.
Gold, Vergoldung 111, S. 13. 1062/68. 1486c.
Gortyn (F. O.) 742. 111, S. 30.
Grabrcliefs 564, <65. 586/86. 587 A. 588 658-703.
738. 740/41. 950 -62. IV. S. 19,19. 1067.
1085. IV, S. 48. 1257, 1298. 1301. 1313.
1326. 1350. 1424. 1431. V, S.90,d. 14811.
? 1302.
Zweimal benutzt 688 A. 1039,40.
Grabstatuen 66. 621-23. 631/32. 709 c. 786—87.
798. 801. 908—12. 953/54. IV, S. 18, 10.
Granit, schwarzer, vgl. 898/991.
Grotte : Form v. V oti vrelicfs 1242.
Guarigue (F. O ) V, S. 86, c.
Günz (F. 0 ) 1060/61.
Gürtung als chronologisches Indiciuin 494. 836 bis
837. 1254,6.
dicht über der Scham 286. 360. 561 788.
Guirlande 473. 587 D.
Hades 171. 413/14.
7 267/68.
a. Votiv 1253.
-kappe 1113/14.
b. Koraraub 1327.
lladrian 1014
Weihgeschenke des U. 166—70.
Hahn b. Dioskurcn 1243,1.
Grabrelief 738.
b. Men 1247,1. 1248,2.
b. Morcur 1066.
Harmodios 114/15. Angeblich 9G.
Hase 542.
7 587 C.
Hebe u. Herakles 527.
Hekate 7 606a.
Ilektor 7 71162.
Helios 109/70. 811. 1172. 1465/66. Vgl. 927.
7 206/7.
Herrscher als II. 776.
Helm 1487b. Vgl. 677/78. 695—97.
Hephaistos 818. Vgl. 880/31.
angebl 1256
Hera 248/49. 781.
7 457/68.
Ilarberini 873/74; 280.
Borghese 257 ; 280 ; 457/58; 873/74. IV,
S. 62 (494).
Campana 296 ; V, S. 86.
Farnese vgl. 790.
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93
Sachregister
94
I.udoviai vgl. 391/92. 1121/22.
Olympia (archaisch) vgl. 792/53
Herakles 64. 132. 154/55. 184 . 228 - 30. 231. 252
bis 253. 485. 593 A, 743/44. 804.883/84.
IV. S. 20,6. IV, S. 20,12. 1064 a 1064 b.
1146. 1321. 1375-77.
? 243/44. 920. 956 -67.
Alcxikakos, vgl. 252 53 (243. 44).
u. Auge ? 386 (IV, S. 68)
Farnese I, 2, 8. 10; 346; 1489 A Relief
1261.
u. Hebe, Relief 527.
b. Mahl, Relief 1249.
mingens 393.
u. Omphalo 151.
schlangenwürgend 1264. ? 1422.
skopasischer 85/86; 152/58; 164/66; 429/30;
1167.
i. Thiasos 1494.8.
trunken 71. 398. ? 906.
Hermaphrodit 186. 604 b. 872. 1463/54. Vgl. 581,82
sich spiegelnd 1381.
mit Spitzohren IV. S. 59 (409/10).
Relief 1494,3.
kein ü. (trotz stark entwickelter Brust) 559e.
Herme 185. 398/99 A. 398/99. 413/14. 415/16.
422/23. 427/28. 429/30 433/34. 441/42.
830/31. 1117/18. 1119/20 1123/24. 1188
bis 1189. 1315/16 1436/37. 14781. 1478r.
Doppelherme 417-19. 1375-77. 1404
Berührung (auf Sarkophagen etc.) 764.
a. Grabstelen 588B.
Ludovisische 243- 46. 252/53-
m Inschrift V. S. 80 (97).
m Palme 1191.
a. Relief 891. 892. 1166.
v. Sklaven geweihte V, S. 91, g.
als Stütze 735, 1334/35.
Herme» 67. 177/78. 808. 833/34. IV, S. 19,16. IV,
S. 19,23. 1066. 1375 -77. 1442/43. Vgl.
243/44.
? 175/76. 332. 639/40; 134.
Agoraios vgl. 134; 639/40.
Aigion 631/32. Vgl. 213-15; 1138.
Andres 89/90 ; 341; 715; 847/48 ; 877/78.
? 520^21.
Atalanti 635/36. Vgl. 213-15; 1138.
Chinnery vgl. 505/06.
m. Dionysoskind 103—05.
m. Eros 1065.
Kaduiilus ?606a.
a. Kind IV, S. 19,11. 1444.
Lansdowne vgl. 213-15. 1138.
Ludoviai 83/84 (I, 2, S. 18); 270/71 ; 1103/04 ,
1127.
v. Palatin 52/53 <T, 2, S. 18).
I’itti 213-15; vgl. 1138.
Portrait a H 25.
Richelieu vgl 213-15; 685/36; 1138.
v. Troizen 638/34.
a. Reliefs 628. 1327.
a. Votivreliefs 1244. 1248,3. 1254,6- 8. 1329
Uennogenes 1345 —48.
Ucro u. Leander 1038
Hcrodes Atticus, Weihgeschenke 166—70.
Heroenreliefs 1279 80. 1:400. 1312.
Hierophant? 1299 r.
Hippokrates, Votiv 1240.
Hirsch 542. 1487 a.
Hirt 1152. 1171.
Homer ?(„Apollonios v. Tyana“) 962.
Homerillustration vgl. 600.
Höre? 1132.
Hula (F. O.) III, S. 13.
IIuud, chthooisch 1312.
Hydra 883/84.
Hygicia 62a. 227; 916. 273. 490. 710/11. 799. 817.
. 819. 1175a. Vgl. 267. 1185.
u. Asklepios 1050.
Hope 717; 782.
a. Yotivreliof 561. 1226. 1228. 1230. 1231.
1232. 1234.
? 1222-25. 1227. 1229.
a. Urkundenrelief 1215.
Hypnos a Sarkophag IV, S. 48.
fälschlich sog. 1442/43.
Ilypsas ? 569 — 72.
Iaso a Votivrelief 1220. 1221.
Idol a. Stütze 601 b.
Ikariosrelief, sog. 763.
Iuveutarnumuicr, antik 859—62.
Io 624. 14771.
Isis 57. 179/80.
a. Relief 587 D
Iuba, sog., Athen 1207—09.
Stockholm vgl. 644—46.
Iulia Mamaea ?4S7 (1. Domna?). 1430.
Iuppiter Capitolinus 1497.
Kalamis 50 61 (1, 2, S.18). 398. 99 A. 441 42. 481, 82.
627,28 1090- 92, 1118 14.
Kallimachos, Künstler 1201/2.
Kalliope II, S. 27,99; II, S. 28,31.
Kallisto ? 600.
Kantbarosmänner, sog 1265.
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95
Sachregister
96
Karikatur 1476.
Karyatide 297; 1176. 783a. 869- 62. Vgl. 9.
Kentaur 887. 1391.
a. Panzencbmuck 984/86.
Keoa (F. 0.) 893.
Kephisodot d. Ae. 103 6. 331. 353. 398 99 r. 406
bis 408. 665. 707. 636/37. 840 -43. 893.
1829. 1386 86.
Kerberos 171.
Klaudia, Grabrelief 588 A.
Klaudos, Torso v. K. vgl. V, S. 86 (c).
Kleomenes von Athen 1127.
Kleon von Sikyon 1144.
Knöchelring 1125.
Knöchelspielerin 1073.
Königsbinde 525/26.
? 975/76. 977/78. 1006. Vgl. 1448 - 50.
Komödienszene 3. 1263.
Konstantinopel (F. 0.) III, 8. 80.
Kopf besonders gearbeitet: 307. 310. 326. 357.
364 65.866. 514,15. 525/26. 673/74. 603.
662 53. 708. 766. 782. 836 37. 907 924.
926. 941. 1071. 1113 74. 1176. 1180/81.
1182. 1186. 1190. 1196. 1310. 1824. 1333.
1842, 48. 1858/59. V, 8. 86, a. V, S. 117.
Kopftuch 232/33.
b. Athlet 1207-09.
b. Herakles 743/44.
b. Hermaphrodit 1453/54. Vgl. 872.
Kora 889. 1199.
? 613-16.
Alban! 449; 1115/16: 497 Anm.
Raub d. K. 1827.
auf VotivreUefs 47. 889/90. 1236. 1253.
Korinna 1188/89.
Koe (F. 0.) 1043.
Kosmeten vgl. 1019.
a. Reliefs 1258-60.
Kreeilas 308,9. 812/18. 388 -90. 1051. 1177.
Kritios u. Nesiotee 99. 114/15. 208 9. 550. 1098.
I, 2, 8. 18 (25).
Kronos 801. III, S. 29.
Kurai ? 1250.
Kybele 633. 606 a. 1395.
Scheidung von Kybele u. Tyche etc. 391/92.
784.
Votivrelief 1250.
Kyprisch 1039/40. 1289/90.
Kythera (F. O.) 1254,2
Kyzikos (F- O.) 1358. Terracotten III. S 30.
Lachares, Dekret 560.
Läufer ? 552.
Lagina, Fries 1345 - 48.
Lamia (F. O.) 611/42.
Landschaft a. Relief vgl. 1162; 1242.
Lanuvium (F. 0.) 406—08.
Laokoon vgl 555/56.
Larissa (F.O.) 1251. 1252.
Leda 536. 401,2; 788.
fälschlich sog. 183 (vgl. 536).
Leiter b. Aphrodite Pandemos 1314.
Lekythos (Grab) 587 A.
Leocharee 239. 247.401/02. 641 42. 737. 1448-50.
Leto a. Votivrelief 1251. 1252.
a. Basisrelief 544.
Ijlier vgl. 1351/62.
Licinia Flavilla, Grabrelief V, S. 90, d.
Lictor 1431.
Liegefalten II, 8. 24. 487. 494. 637/38. 686—89. 786
Lippen, umrindert 1210/11.
Livia 1368/69.
Löwe 633. 542. 546 601/02. 825/26. 827. 1487 a.
Lucilla, Haartracht 1022.
Luku 1245,5.
| Luni (F. 0.) 1868/69.
Lykioa 532. 1299 I.
Lyrischer Dichter 71194.
Lyaander, Herme V, S. 80 (97).
Lysipp 132. 264.65. 804. 811. 318. 323. 846. 431/32.
504. 636/36.656, 57. 733, 84.832 33. 879/80.
975 76. 1146.1146. 1291/92.1321.1407/8.
1419. 1463 64. 1489. I 2, 8. 10.
Machaon ? 1234.
Maenade IV, S.21. 1399. 1419.
7 395.
a. Relief 10/11.
Malerei, Vorbilder f. Plastik 1144. 1249. 1258. 1264.
Marc Aurel IV, 8.2l.
Marino (F.O.) 1438 - 41.
Marmor, bnnter 502/3.
.giailo antico“ 1045.
„phrygischer“ 1441.
Schwarzer 857. 1482/831.
Mars 63.
Masken 643. 892. V, S.90,b.
Haravaa 1441.
Wettstreit m. Apoll 71370.
Massinissa, sog. (Capitol) 437/88.
Mauerkrone b. Kybele (u. Tyche) 891/92. 784.
Maiiminus Thrax 7 1028.
sog. Ludovisi I, 2, S. 17.
Medusa 1442/43 Anm.
Megalo Chorio (Thera, F. O.) 736.
Megara (F. 0.) 1254,8.
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97
Sachregister
98
Megiste, Statue 724.
Meleager 48; 277/78 (V, S. 67); 618/19.
a. Relief ? 1162.
Melite. Grabrelief 665.
Mclouenfrisur 1188 89. 1291,92. IV, S. 19, 15.
Melos (F. 0.) 715.
Melpomene IV, S. 26 (22).
Meuiphia (F. 0.) IV, S. 22.
Men, Votivrelief 1247.1. 1248,2.
Menander 610/11; 1446.
falsch II, S. IS.
Menandros, Votiv 1254,2.
Menekrateedenkmal (C'orffi) 601/02.
Menülaos, Künstler 258—61.
Mercnr u. Amor 1065.
Mellpunkte 18. 888.
Meter u. Aphrodite 724.
„Methe“ vgl. 743/44.
Metrodor 559 b.
Minotauroe 704.
Mithras ?960.
Mitradates 1247,1.
Mnesimachos 1231.
Mnesitheos, Arzt 1236.
Modius Asiaticus vgl. 979—83.
Molinstengel b. Eros IV', S. 25, a.
Molaasana b. Genua (F, 0.) 1370.
Mosaik V, S. 92.
Münzen Aigina 759 — 61.
Ainos 341.,
Amastris 227.
Athen 134 (639,40). 704 . 889/90.
Korinth 1308.
Mctapont 364,65.
Neapolis 1213.
I’ergamon 353.
Rilniiseh 1003. 1007. 1024. 1179.
Sclinunt 569 — 72.
Muuichia, Asklepiosheiligtum 1247,2
Musen 9. 356. 397.
?396. 496.
d. I’hiliskos 288 ; 497 SB. 11, S. 26,22. 495
(111, S. 51). 1150.
„Thespiaden" 291; II, S. 27,29; 11, S. 28,31.
290. II, S. 26,24. II, S. 28,80.
Mustaphades b. Tanagra (F. 0 ) 1250.
Mynnion 1247,2.
Myrina, Terracotten 288. 1169. 1419.
Myron 54 55 (1, 2, S. 18). 101/2 (I. 2, S. 18). 197
bis 199. 213-15. 231. 240 41. 243 44. 306.
318.320—22.500.504.505 6. 644 -46 777
bis 780. 881/82 886. 935. 1090 -92.
Mysterien v. Eletisis 637/38.
Nacktheit b. Frauen, archaisch 1382/83.
Narkissos?u. Eros 559 d.
sog. 1139; 1175b, 1360; 1442/43; IV, 8. 18,2.
? 15 (1,2,8.17).
Neapel (F. 0.) 765. 766.
Neapolis i. Thrakien. Urkunde 1213.
Nearchos 7 879/80.
Neger 541. 1475c. Vgl. IV, 8. 20,31.
Nereiden a. Seepferden. Panzerschmuck 987.
Nero antico 502/03.
Nerva ? IV, 8. 20,32.
Nikaia (Isnik, F. 0.) 743/44.
Nike 350. 1445. Vgl. 594 B.
? 1179.
v. Samothrake vgl. 1451.
a. Relief 562. 1279/80.
Nikias 1231.
Nikomedcia i. Bitbynien (F. 0.) 555.
Nimes (F. 0.) 1412. 1421. 1427. 1430. V, S. 86. V,
S. 87. 1431. V, 8. 90/91.
Niobldcn 762; 1161. 820,21.
Nonnen, Tracht 1147.
Nubier 49.
Nymphen IV, 8.21. 1435.
a. Votivreliefs 1242. 1248,2. 1244. 1248.2-3.
1254,6 -8. 1274. 1329.
Oberbächingcn b. Augsburg IV, 8. 25, a.
Octavia, Frisur 1007.
Odysseus, Sarkophag 543.
mit Achills Leiche ? 1487 b.
7 ? 920.
Öleingießer 222 —24. (Petworth) 213 — 16.
Ohr, auffallende Bildung 455, W
Ohrringe 613-16. 650 51. 944 46. 1024. 1203,4.
1342,43.
Ohrsehmuck. ionisch 1289/90.
Omphale a. Herakles 151.
Opferdiener 7 687 1.
Paionios 579. 1179. 1180/81. 1856/57.
Palme b. Athlet 550. Vgl. 1258 ff.
b. Hahn 788.
a. Herme 1191.
Pan 1072.
a. Allgott 7 415/16.
a. Atlant vgl. 293.
u. Daphnis 558; 1482 r.
u. Dionysoskind 1421.
Bitzend 592a; 709a; 1193.
a. Votivrelief 692 b. 1242. 1243,2. 1248,2/3
1250. 1254,6—8. 1274. 1329.
a neuattischem Relief 1401.
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99
Sachregister
100
Panakeia a. Votivrelief 1220. 1221.
Paniskin 1200.
PantheYstisehc Figur IU, S. 30.
Panther f. Jagd 352.
Panierstatuen 984/85. 987.
Paris 1067. 1125.
? 1378/79.
Parnes (F.O.) 1254,6.
Parthenonsculpturen 887. 725—30.
Parthenos (v. Neapolis) 1213.
Pasitelea, Schule 30/31. 161. 883,84. 1129.
Pavonazetto 502/3
Peiraieus (F. 0.) 613—16. 665. 724. 1245,4. 1246,2.
1247,2. 1254,7.
7 1241. 1245,1.
Peitho a. Parthenonfriet ? 726.
Peplostracht, ungewöhnlich 731/32. 1469.
Periuth (F.O.) III, S.30.
Perser 502/03. 1396-98.
Perseus (Heros) 1074.
? 134 ; 639/40.
(König) ? 977/78.
Pfannengriff, archaisch 1382/83.
Pferd, Kopf 1062/63.
chthonisch 1812.
Pfersee (F. 0.) 1062/63.
Phidias 113. 138 39 (1, 2. S. 19). 194-96 250/51.
274 76. 301/9.803. 807.1112,13. 349. 397.
435/36. 459 - 61. 186. 497. 612/13. 560
575,76. 717. 863,54. 1094 -96. 1113 14.
1161. 1218. 1214. 1216. 1237. 1268. 1277.
1378/79.
l'higalia, Fries vgl. 1345—48.
Philipp II 7965—67.
V 7877f?8.
Philiskos 288. 289. 1150. 1176 a. II, S.2H, 22.
H, S. 28, 32.
Philokrates, Grabrclicf 564.
Philumenos, Künstler 237/38.
Phoenikisch 545. 546.
Phrixos ? 770.
Phyromachos, vgl. 718.
Pilos b. Uioskur vgl. 1358/59.
Pinienkranz b. Kaiserport rait 1351/52.
Pisa (F.O.) 7 599.
Piston 882/33.
Platon 1402/03.
Plinthe, eigentümliche Form 1073.
„pergamenisch“ 386.
l’lotina, Basilica ln Nimca V, S 90, e
Politur 21. 480. 886. 993. 10361. 1045. 1050 1370.
1438-40. 1478 M.
Polyhymnia II, S. 26,24.
Polykies 872.
Polyklet 16 (I, 2, S. 17). 42/43. 94 95(1, 2, S. 18).
116 17. 184. 190 91 (I, 2, S. 20). 206 7.
211/12. 213-16. 222 - 24 . 243 44 . 300
305. 327. 343. 445. 446 -48. 609 510 11.
516/17. 580. 585,86. 689 -91. 631 32.
772 78. 816. 820/21. 869 -62. 866-68.
873/74. 888. 1052/63. 1099 1102. 1135.
1136. 1137.1139. 1168. 1175b 1183.84.
1271. 1338/39. 1340/41. 1360. 1389.
1442 43. 1456/57. 1476M. 1476/77 1478 M.
U, S. 24 (UI. S. 58). IV. S. 18,2. IV,
S 19,18. IV, S. 20,10.
Pompcii (F.O.) 497. 510/11.
7 1064 b
Pont du Gard (F. 0.) 1413.
Porphyr 928/29. 1394.
Portici (F. O ) 504
Porlraits: Statuen 5. 25(1,2, S. 18). 41.73. 266.332
487 624 713. 724. 766 776. 816. 863
869-71. 984 -87. 1147. 1170. 1174.
1299r. III, S. 30. IV, 8. 48. V, S. 86, b.
Vgl. 631/32. 635/36.
7 296.
Köpfe 126-131. 157—162. 202,03. 234/86.
294. 297. 312 13. 431/32. 445. 559 bc.
594 A. 610/11. 742. 794,95. 805. 814/15.
879/80. 961—983. 990-1035. 1082-1084.
1151 1173. 1188/89. 1191. 1192. 119-4.
1195a. 1272. 1273. 1291/92. 1351/62.
1368/69. 1402-1409. 1413. 1427—1430.
1446/47. 1484/86. 1488c. 11, S. 24. 111,
S. 13. IV, S 20, 29 - 35. IV, S. 21. V,
S. 80 (236. 17). V, S. 117. Vgl. 530.
7 267/68. 311. 525/26. 593b. 811 (vgl. 1172).
930. 944. 45. 1046/47. 1458 59.
verschiedener ikonngraphischcr Wert I, 2,
S. 20 (141); vgl 431/32.
Poseidon 166 — 68.
7 1167.
v. Melos 787.
v. Syrakus 720.
a Parthenonfrics 725.
Praxiteles der Ältere 206/7. 516 17.
Praxiteles der Jüngere 60/61. 106/7. 124. 133.140.
145.147/48. 183. 216-18.219— 21. 232,33.
268 -61. 269. 283/81. 292 817. 827. 385.
340. 346, 391/92. 394. 395. 401/2 r. 411/12.
456/56. 473. 486. 489 a. 489 b. 491. 493.
496. 522/23. 531. 554. 557. 559 a. 603.
606 a 621. 621. 629/30. 637/38. 641/42.
677/78. 706 b. 712. 714. 720, 768. 784.
820/21. 918/14.925.946/47. 948/49.1055.
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101
Sachregister
102
1123/24. 1125. 1129. 1140/41. 1144.
1 180 81 . 1 1 88, 89. 1190. 1 199. 1215. 1248,1 .
1270. 1291.92. 1293. 1362-64. 1365.
1390. U, 8. 26, 23. IV, S. 19, 16. IV, S. 19,
21. IV, S. 19, 24
Priap 892. V, S 80 (213).
Priester 1299r.
Privernum (F. 0.) 431 /32.
Prokicides, Grabmal 681—85.
Proportionen 822. 836/37. 1242. 1361.
Protesilaos, sog. 516/17.
Provinz 771. 1166.
a. Relief 629.
Psyche u. Eros 1070.
Pudicitia, sog 736. 796; IV, S. 48.
a. Reliefs 1085. 1350.
Pythagoras 96-98 (I, 2, S. 18). 320—22. 1483 1
Queder 67. 62 b. II, S. 26,22. 923.
Quinquennalis 7 1431.
Reh a. Diadem d. Artemis 838/39.
Relief, Übertragung von Relieffiguren
in Rundplastik 1381.
zweiseitig 889/90. 1039/40.
Rhamnus (F. 0.) 673-76 1240. 1266/67 1268.
Rhodos ;F. 0.) III, S. 29. 896—98.
Rom (F. 0.) 557 927. 1396 -98.
Amphitheatrum Castrense 1074.
Basilica Ncptnni 629.
Caracallathermen 601.
Esquilin 481/82.
Villa Ludovisi 164/55.
Palatin 1069.
a. Tiber 783 b.
Vigna Brlotti 1084.
Vigna Cesi 1147.
Vigna Cornavallo 1083.
Vigna Verospi a Pincio 1073.
Roma ? 1425/26.
fälschlich sog. 472.
Säbelantilope 642.
Sainte Colombe b. Vienne (F. 0.) 1414/16.
Saint Rcmy (F. 0 ) V, S. 80 (267).
(lea Bauz b. St. R„ F. 0.) 1046/47.
Salamis (F. 0 ) 661-64.
Salon (F.O ) 71889.
Salkante 1051. 1274
71224.
Samiach-n.ixisch („A|>ollnn‘') 1880 31.
Sandalenbindor 733/34
Aphrodite, sandalenbindend 1060/61.
Sardanapallos, aog. 557; 714.
Sarkophage: bacchisch IV, S. 49.
Dichter 764.
Diogenes 7 630.
Endymion IV, S. 48.
Gigant 400 b.
Herakles, schlangenwiirgend 1264.
Kinder 806.
Musen 7 630 (III. S. 61).
Odysseus 543.
SchifTskampf 1600.
Skylla 1309.
7 891. 1066.
Satyr 75. 4001. 639/40. 913/14. IV, S 21. IV. S.
19,26. 1107/08. 1168. 14781. 1478 r.
a. Atlant 7 293.
a. Bock 1420a; 1466.
7 u. Dionysos 1365.
m Dionysoskind vgl. 166 — 70.
fluteblasend 1068.
krupeziontretend 7539/40; vgl. 20.
v. Lainia (u verw.) 641/42. 247.
laufend 1066.
s. Schwänzchen betrachtend IV, S. 19,12.
tanzend 1149. (Bärtig) 1371; 1438/39.
a. Relief 10/11. 14. 19. 1256. 1370. 1381.
1481 M.
Schaf b. Zeus Meilichios 1215,3.
Scham v. Bauch nicht getrennt 589 - 91. 1134.
Schamhaar, dreieckig 246/46 (243/44) 1098.
eigentümlich 1145.
Schiffbrüchiger, Grahrelief 1326.
Schiffer. Votiv 1245,1.
Schiffskampf 1500.
Schläfenlöckchen 186/87. 314 45. 398/99. 669c
(HI, S. 51). 958/59. 1342/43. 1467/68.
14771.
7 147/48.
C'opistenzutat 248/49. 264. 583/84. 941. 1086
bis 1089.
zuerst b. Sauroktonos 248/49.
Schlange b. Apollon 360.
b. Asklepios fehlend 1256.
ehthonisch 1311.
Ileroenrelicf 1265.
Schnecke b. Eros IV, S. 25.
Schurz b archaischen Figuren 1382/83.
Scliustennesser 7 1824.
Schutzttehende 483 84,
Schweinsfell 406—8 (IV, S. 68).
7 1361.
Scipio, sog. IV, S. 48. 1082.
7 1084.
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103
Sachregister
104
Selene vgl. 927.
d. Eroe 551.
a. Belief 1168.
a. Sarkophag IV, S. 48.
Selinunt (F. 0.) 569—72. 745 -50.
Selinua (Gott) ? 569— 72.
Serapis 56. 77/78. 905. V,S.87(g). 1488 b.
?988.
Sertoriua, sog. 1447.
Severa, Weihung V, S. 90, e.
Sextus v. Chaeronea, sog. 766.
Sidon (F. 0.) Terracotten III, S. 80.
Signum ?73a. 14451.
Silanion 1188/89.
Silber O, S. 18. 1488 a.
eingelegt in Bronze 1060,61.
Silen 504 1367. 1394. 1461. 1486b.
m. Dionysos 643.
u. Hermaphrodit 581/82.
knieend 1486 a.
a. Relief 10/11.
Simpulum 1431.
Sklavin a. Grabrelief 1350.
Grabstatue 908—12. 953/54. ??621.
Skylla 556/56. 1309. Vgl. 1080/81.
Skopas 26/27. 85/86. 111 (I, 2, 8. 19). 118/19.
134. 152/53. 228-30. 281/82. 292. 298/99.
388/39. 853 367. 429/80. 486. 618/19. 536.
639/40. 654/55 a, 695-97. 698- 701.
820/21. 836/37. 956-57. 1167. 1190.
1272. 1814. 1815/16. 1842/48. 1368/69.
1873/74. 1876/76. 1887/88. 1419. IV,
S. 19, 22. IV, S. 62 (502/8).
Skythen, Grabstatuen 622/23.
Smyrna (F. 0.) 1086.
Sokrates, Portrait 559 c. 964. IV, S. 20, 29. Vgl. 643.
Künstler 731/32.
Solunt (F. 0.) 546. 568.
Sonnenuhr b. Asklepios 1228.
Sophokles vgl. 764. 961. 1404.
Sostratos, Künstler 7 446—48.
Votiv 1236.
Sparta (F. 0.) 617-20.
Spartanische Epheben 71080 — 81.
Spes I, 2, S. 17.
Sphendone 1138.
Sphinx 546.
Spiegel b. Tanz 1381.
Stadtgöttin IV, S. 19,25. 1196.
7 1395.
Kaiserin als St. 1428/29.
Stadthagen b. Augsburg (F. 0.) 1067.
Stadttor a. Feldzeichen 7 72 a.
Stein, dunkler 49. 79.
Kalkstein 545. 646. V, 8.80 (218).
boeotischer 1301—08.
v. Corfu 601/02.
v. Cypern 1289/90.
dunkler („Travertino“) 1197/88.
d. Latomien v. Syrakus 755.
Sandstein 960. 1066— 67..
schwarzer V, S. 80 (17). 1477 1.
Stern b. Dioskur 1358/59.
a. Heim 437/38.
Stickereiladen 379.
Stier, Opfer für Asklepios 1222.
Stirnlöckchen 273. 344/45. 958/59. 1196. 1467/68.
Stirnziegel 1372
Strongylion, Künstler 772/78
Stuckdecke 1491.
Stütze ungewöhnlicher Form 552.
Stützfigur 1271.
Suffibulum 1147.
Tänzerin, Belief 667.
Tanz, bacchisch 1381.
Tarent (F 0.) HI, S. 13 Terracotten 596AB; 697
bis 598.
Tegea (F. 0.) 1253.
Tektaios u. Angelion. Künstler 846.
Telemachos, Grabrelief 564.
Telephanes, Künstler 1127 (270/71).
Votiv 1254,6.
Tempel, Rahmen v. Votivreliefs 1242.
Teos, Fries 1846—48.
Terracotten: Diskos 1328.
Ephesos ni, S. 80.
Klcinasien 1451.
Kyzikos UI. S. 30.
Myrina 288. 1169. 1419.
Sidon IH, S. 80.
Smyrna 1342/43
Statue 696 C.
Tanagra 612/18 (IV, S. 63).
Tarent 696 A,B. 597/98.
Tegea 1253.
Nackte Frauen, archaisch 1382/83.
Wiederholung von Statuen 712. 1169. 1461.
Vgl. IV, S. 63 (512/13). 1419.
Theben (F.0.) 1205/06. 1248,1.
Theodnridea 1236.
Theseue, sog. (Herme) 243/44.
n. Aitbra 1126.
n. Minotaurus 704.
Thorikos (F. 0.) 1247,1.
Thorvaldseu: Jason 1099.
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105
Sachregister
10G
Thron a. Solnnt 568.
Thyrea (F. 0.) 712.
Tiber vgl. 1498.
Tiberius 1361/52.
? 1427.
Tigris vgL 1498.
Timothccw 222-25. 401/2. 710/11. 1106. 1356/67.
Tivoli, Hadrians villa (F. 0.) 455/56 1068.
Toga, spät römisch 1084.
Togatus a. neuattischem Relief 587 B.
Totenmabl, sog 595 A. 1067. 1300. 1380.
Traian 1018. 1188.
Trallea (F. 0.) 1338/39. 1342/48.
Trient, Umgebung (F. 0.) 1381—88.
Triptolemos 890 ? I, 2, S. 9.
Troizen (F. 0.) 638/34.
Trophaeen a. Relief 1279/80. ? 566.
Tuchladeu, Relief 377.
Türpforte ? 1481 M.
Tusculum (F. 0.) 1071. 1442/43.
Tycbe 286 (350). 287. 788. 1064.
v. Antiochia 14801; vgl. 391/92.
m. Mauerkrone vgl. 391/92.
Tyrannis, (Irabrelief 1350.
Oberarbeitung (antik) 543.
Urkundenreliefs 560. 1212—18,1. 1258 — 61.
Variation desselben Typus durch verschiedene
Künstler 213—15. 222-26. 280. 297 (IQ,
S. 51). 547—49. 631/32. 718. 1129. Vgl.
257 (II, S. 56). 1139.
V'ascn, Agamemnon (Hieran) 1125.
tn. Demeter u, l’lutos 707.
m. eleusinischen Gottheiten 382. 357. 637/38.
Orestes (Sühnung) IV, S. 21, Anin.
m. ,polykletiscliem* Kopf 585/86.
m. Widderansweidung III, S. 30.
Velleia (F. 0.) 71. 80/81.
Verkürzung b. hoher Aufstellung 113 (I, 2, 8. 19).
457/58.
Verona (F. 0.) 6.
Vestalin 1147.
Victoria 82.
d. Curia Julia 14151.
Villevieille b. Sommiöree (F. 0.) 1409.
Vittae d. Veetalinnen 1147.
Votiv; Diskos 1328.
Pinax (a. Relief) 1240.
Relief 47. 156. 627/28. 561-63. 595. 606a.
607. 781/82. 787. III, S. 81. 757. 846.
1219—48. 1260—54,10. 1265. 1274. 1300.
1303. 1306. 1311/12. 1329. 1380. 1384.
1479a. ? 71302.
Vnlcan V, S. 90, e.
Wagensieger, Votiv 563.
Wandgemälde m. statuarischem Motiv 296.
Wassergottheiten 417 — 19.
Widder, Ausweidung a. Vase III, S. 30.
Aphrodite auf Widder 7 770.
Wimpern a. Bronze 836/37.
Windgötter 1164/66. V, S. 90, e.
Wollbinde b. römischen Frauenportraits 1121/22.
1368/69.
Xenvares, Capitell 612.
Zähne, plastisch angegeben 252/53. 887. 1317.
Zehen, nnr drei angegeben 496.
Zenon 1406/06.
Zeus 69/70. 328/29. 800. 932/33. IV, S. 19, 18.
1156/57. V, S. 87, h. 1452. Vgl. 166— 70.
7 206/07. 517- 49. 1354. 14761.
Dresden 853,54 ; 869-71.
Kleutherios 7 855/66.
v. Leochares 737.
Meilichios 1245,4. 1246,2.
7 1245,3. 1246,1.
Otricoli vgl. 77/78; 1156/57.
Philios 1147,2.
7 1246,3.
Tayllerand V, S. 89, a.
a. Elfenbeinrelicf 600.
Zeuxippos 7 595A.
Zeuxis vgl. 1264.
Ziehbrunnen a. Relief 81.
Zirkel b. Muse 7 1153/54.
Zopftracht 728.
Zunge angegeben 609 a.
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6
^ ? 7
F. BRUCKMANN A-G IN MÜNCHEN C'
Photographische Einzelaufnahmen
ANTIKER SCULPTUREN
Serien zur Vorbereitung eines Corpus Statuarum
Herausgegeben
PAUL ARNDT und WALTHER AMELUNG
Jedes Blatt auch im Einzelverkauf zu beziehen
Serie VI
Preis £ Mark
1912
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Bezugsbedingungen.
Die vorliegende Publication ist nicht durch die Buchhandlungen, weder im Abonnement
noch in einzelnen Blättern, sondern ausschließlich direct von der Verlagsanstalt
F. Bruckmann A.-G. in München 30 zu beziehen, welche, um die Erreichung des wissen-
schaftlichen Zweckes des Unternehmens zu ermöglichen, Herstellung und Versendung über-
nommen hat, ohne daraus ein eigentliches Verlagsobject zu bilden.
Die erste Serie umfaßt 278 Nummern, davon
8 Blatt iiu Format von 21: 80 cm zu 1 Mark
25 » „ , „ 18 : 24 „ ,80 Pfennigen
245 . . . „ 18:18 . . 50
Die zweite Serie (Nr. 279 — 578) enthält 300 Blatt in Cabinetformat zu 60 Pfennigen.
Die dritte Serie (Nr. 579 — 900) enthält 322 Blatt in Cabinetformat zu 50 Pfennigen.
Die vierte und alle folgenden .Serien enthalten je 300 Blatt io Cabinetformat zu
50 Pfennigen.
Für die Abonnenten tritt eine Ermäßigung von 20% ein, sodaß die beiden ersten
Serien je 120 Mark, die dritte Serie 128 Mark 80 Pfennige und jede weitere Serie wieder
120 Mark kostet.
P. 11« oc kutan it A.-G,. MuacAar.
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Die Antiken Spaniens habe ich auf einer Reise im Jahre 1898 kennen
gelernt. Dank den gnädigen Empfehlungen 1. 1. K. K. H. H. der Prinzessin Ludwig
Ferdinand von Bayern, geh. Infantin von Spanion, und der Infanta Dona Isabel sind
meine Arbeiten von den spanischen Fachgenossen in liebenswürdigster Weise ge-
fördert worden. Don Juan de Dios de la Rada y Delgado und Jos4 Ramön Mdlida
gebührt in erster Linie mein herzlicher und aufrichtiger Dank. — Bei der Abfassung
der Texte und der Durchsicht der Correcturen hat mir Georg Lippold thatkraftig
zur Seite gestanden. Wir veröffentlichen alle bei Hübner verzeichneten Sculpturen,
mit Ausnahme der Sarkophage und derjenigen Monumente, die in Brunn-Bruckmanns
Denkmälern oder im Amdtsclien Porträtwerk publiciert werden; wir haben ferner
ausgeschlossen, was allzu stark restauriert war oder zu unbedeutend schien. Einige
von Htlbner aufgeführte Stücke habe ich nicht zu Gesicht bekommen. Die Auf-
nahme der in Reinachs Repertoire II, 1, 252, 1 = Delgado 2703 abgebildeten weib-
lichen Figur glaubte ich unterlassen zu dürfen.
Als neue Abonnenten sind unserm Unternehmen seit dem Erscheinen der
V. Serie beigetreten:
In Deutschland:
Die k. Universität in Berlin.
Die Deuerlichsche Buchhandlung in Göttingen,
Die k. Universität in Leipzig.
Herr Geheimrat Prof. Dr. Th. Schreiber, Leipzig.
Herr Karl W. Hiersemann in Leipzig.
Die Universität in Rostock.
In Frankreich:
Die Universität in Bordeaux.
Die Bibliothek J. Doucet in Paris.
In Österreich:
Die Böhmische Universität in Prag.
Das k. k. Österreichische archaeologische Institut in Wien (2 Exemplare).
1*
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In den Vereinigten Staaten von Amerika:
Die Californische Universität in Berkeley.
Dae Museum in Boston.
Dagegen haben das Abonnement aufgegeben: Herr Dr. A. Kalkmann in
Berlin (j-), das Archaeologische Museum in Florenz, die Universität in Lille,
Frau Direktor Amelung in Stettin (f) und Herr Dr. L. Kjellberg in Upsala, so daß
die Gesammtzahl unserer Abonnenten jetzt 5H beträgt.
Außerdem haben uns zahlreiche Institute, Gelehrte und Privatpersonen durch
Abnahme einzelner Blätter unterstützt.
Der von G. Lippold verfaßte ausführliche Index zu den Serien I— V ist
vor einigen Monaten erschienen und zum Preis von 2 Mark käuflich.
München, Dezember 1911.
Paul Arndt.
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Inhalt
Spalte
Nr. 1501—1703 Madrid, Prado 1-39
„ 1704—1777 Madrid, Museo arqueolögico 39 — 53
„ 1778 — 1783 Madrid, Kunstakademie 53
„ 1784 — 1800 Madrid, Sammlung Alba 53 — 56
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1
Madrid.
9
Madrid.
Prado.
E. Hübner, Die antiken Bildwerke in Madrid,
1862 (= H.); die von diesem citlerte Litteratur
habe ich nicht wiederholt. Eduarde Barrdn, Cata-
logo de la escultura, 1908 (= 1).). Von einer Keihe
der Sculpturen haben auch der Madrider Photo-
graph Laurent und der römische Photograph
Anderson Aufnahmen hcrgestellL
1 501 —03. Kolossalstatuc des Zeus.
H. 4.B 5. Die Ergänzungen sind aus verschiedenem
Marmor und aus verschiedenen Zeiten. Neu sind:
r. Arm (Ansatzalt); I.Arm mit dem auf der Schulter
liegenden Mantel; Nase; Lockenenden; r. Hüften-
partie und das ganze mehrfach gebrochene r. Bein
nebst Stamm und Plinthe; Unterteil des I. Unter-
schenkels und wahrscheinlich such der I. Kuß;
Penis. Der freistehende Teil des Mantels neben der
I. Körperhlilftc, das eingesetzte Stück Bauch rechts
vom Nabel mit dem dazugehörigen Teil der Scham-
haare und die Hoden Bind alt. Bohrerarbeit in Bart-
und Schamhaar. Die Rückseite nnr angelegt.
Von Amclung in der Revue arch. 1903, 11,
S. 200, Kig. 6, veröffentlicht und auf ein Jugend-
werk des Bryaxis zurückgefUhrt (vgl. dazu Sieve-
king im Text zu Brunn -Bruckmann, Ta f. 606,
Anm. 1, und Amelnng in der Ausonia 1908, S. 126
unten). Der Typus der Statue ist der gleiche wie
der der Koiossaltigur von Ince Blundell Hall (Kurt-
wängler,Statuencopien, Taf. 1 u. III) und der Kon-
stantinopler Bronze: Bull. corr. hell. 1886, pl. 14; die
von Kurtwängler herangezogenen Münzen des aclik-
ischen Bundes (Brit. Mus -Cat l’eloponnesus, pl. II
u. III) aus dem 3. Jahrh. zeigen eine ähnliche Zeus-
iigur, die in der vorgestreckten Rechten die Nike
hielt, die Linke hoch aufstützte. Die Madrider
Statue steht nach Körperbildung und Kopftypus
zwischen den beiden statuarischen Werken. Nächst
verwandt ist auch der Zeus von Otricoli, der in
letzter Linie jedenfalls auch auf ein Werk dieser
Zeit zurückgclit.
1504. Uuterlebeusgrolle Statue des Zeus
mit A cgis. II. 5. H. 16. Overbeck, Kunstmythologie
des Zeus, S. 246, Nr. 1 . Der Kopf (neu : Nasenspitze)
ist von äußerem Marmor als der Torso und nicht
zugehörig. Am Körper sind ergänzt r. Arm und
I. Unterarm. Das I. Bein von der Mitte des Ober-
schenkels ab, der Stamm mit dem Adler (desaeu
Kopf und Hals neu), Plinthe und r. Fuß hängen
ungebrochen zusammen und seheineu antik zu sein.
Obwohl ihr Marmor der gleirhe gestreifte des
Torsos ist, bleibt ihre Zugehörigkeit zu demselben
zweifelhaft; auf der Bruchstelle des 1 Oberschen-
kels passen die Fugen nicht aufeinander. Das
r. Bein war viermal gebrochen : am Ansatz oben,
oberhalb und unterhalb des Knies und am Knöchel;
die Brüche sind verschmiert, so daß zunächst nicht
festzustellen, wie weit es antik ist. Überhaupt darf
die Statue, bevor sie nicht in ihre einzelnen Teile
zerlegt und gereiuigt sein wird, wissenschaftlich
nicht verwertet werdeu. Der Kopf stellt ebenfalls
Zeus dar. Arbeit von Kopf wie Torso minderwertig.
1505. Weibliche Statuette. H. 6. B 63.
Reinach, Rep. IV, 138, 7. 0,75 m hoch. Der Kopf
(mit Diadem und Schläfenlöckchen; neu: Nase und
Oberlippe) ist alt. Das Halsstück ist zwischen-
gesetzt, die Zugehörigkeit des Kopfes also un-
sicher Ergänzt ist ferner das Unterteil der Figur
von unterhalb der Kniee ab. Die Unterarme fehlen.
Nackenschopf; Schulterlocken; geknöpfte Halb-
ärmel; an der rechten Hüfte hat das Gewand Zot-
teln. Gewöhnliche Arbeit archaistischen Stiles. Zu
vergleichen Giardino della Pigna 233.
1506. Kleine weibliche Figur. H 7. B. ?
Hoch 1,10m. Der Kopf (neu: das Diadem' ist nicht
zugehörig. Ergänzt: beide Arme von den Ellen-
bogen ab, 1. Fuß mit der Plinthe nnd dem um-
gebenden Gewand Schlechte Copie eines helleni-
stischen Originals (Verbreiterung nach unten, Ge-
wandmnsse zwischen den Beinen). V'gl. E— A 265
(Villa Ludovisi).
1507. We i b 1 i eh e Statuette. H.8. lt. ?
Reinach, Röp. IV, 179, 8. Es fehlen: Kopf, Unter-
arme, 1. vordere Ecke der profilierten Plinthe, die
im Übrigen alt ist. An der I. Hüfte ein Metallstift für
den vorgehenden I. Unterarm Kein Nackenhaar.
Ziemlich verwaschen.
Die Statnette ist die stilistisch treueste Wieder-
gabe eines Originals, das noch in sechs anderen,
in römischer t'opistenmanicr umgebildeten Wieder-
holungen vorliegt: 1. Neapel, Inv.6269(GuidaRuescli
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3
Madrid.
4
Nr. 223 = Clarac 420 A, 727 B); 2. Konstantinopel
(Gazette arch. 1K76, pl. XII; von liekier, Münchner
archäologische Studien, S. 193 und 230, irrtümlich
dem Typus der Athena Giustiniani zugerechnet);
3. Ny-Uarlsberg 301a; 4. Ixiuvre, Galerie Denen
2219= Keinach. Rep II, 2, 675,9; 5. Rom, Thermen-
mueeum 1759 (im llof; nach Mitteilung vou Georg
Lipjtold); dieses und das Madrider Exemplar sind
Statuetten; 6 Tora» (Größe ?) im Besitz von U.
von Wilaniowitx-Möllcndorf in Berlin (Phot. Ber-
liner Museum). Uber das Verhältnis der Eigur zum
Typus der sog. Sappho Albani vergl Atnelung zu
E— A 496. Doch ist zu erwägen, ob nicht viel-
mehr diese 1 'opiengruppe erst auf eine römische,
cla&sicistiache Schöpfung zurückgcht.
1508—09. Altertümliche Statue der
Athens. H. 9. B 24. Reinach, Rep. IV, 165,6.
Veröffentlicht bei Briutn-Bruckmann 502 links Die
dort erwähnten Köpfe in Iaindon (Spcc. of anc sc. 1,
22) und Wien (▼. Schneider, Taf. III) hat inzwischen
Amelung als Repliken des Kopfes der Athena Se-
villa-Medici erkannt. Vgl. den Nämlichen in der
VVoch f. klass Phil. 1900, Nr. 30)1, Sp. «20.
1510—15. Statuette der Athena Par-
thenon. H. 10. B. 47. Reinacb, Rep. II, 289, 3.
Veröffentlicht bei Brunn - Bruckmann 511; der
Kopf auch: Ölterr. Jahreshefte 1908, 8. 194 ff.,
Abb. 78 und 74.
1516. Eortunastatuette. U11B.48. Neu:
Kopf, unteres und oberes Ende des Füllhorns, 1.
Band, r. Unterarm, r Vorterteil der Plinthe, Vor-
derteil des r. Fußes. Die Repliken dieses Typus
hat Amelung, zu E — A 1186, zusammengestellt,
die dort gegebene unrichtige Datierung in den Be-
ginn der hellenistischen Zeit hat er im Katalog
des Vaticans, zu (Jhiaramonti 62, geändert: der
Typus gehörte vielmehr in das Ende des 5. Jalirh.
Sollte aber nicht eher eine Schöpfung römischer
Zeit vorliegen?
1517—20. Kolossale Poseidonstatue.
II. 13 (und Nachtrag S. 345). B.3. Overbeck, Kunst-
mythologie des Poseidon, Text S. 262 und 284;
Taf. XI, 4 und XII, 33. Roschers mythologisches
Lexikon s. v. Poseidon, Sp. 2886 (Bulle). Neu : Nase,
kleine Lockenteile, beide Arme, größter Teil der
Cblamys, äußere Teile der Plinthe, hinterer Teil
des sonst bis auf Kleinigkeiten antiken und zuge-
hörigen Delphins. Die Unterbelne waren gebrochen,
sind aber alt und zugehörig. Alt sind auch die
Plinthentcile rund um die Füße herum und die
Füße selbst. Der Penis ist durch ein großes Feigen-
blatt verdeckt. Das Fleisch ist antik geglättet,
der Delphin nicht. Der Marmor ist der bläuliche
kleinaslatischcr Sculpturcn; die Ergänzungen sind
aus anderem Marmor. Auf dem Schädel des Del-
phins die Künstlerinschrift:
n Xi k ini ioc
npeiCKOC
i epeYci
(Kaibcl, I. G. Sic. et it 2643, der Likinuios liest).
Da der Stil der Statue mit seinem barocken
Wechsel von Licht- und Schatteuwirkungen auf-
fallend an die Kunstart der Statuengrnppe aphro-
disischer Küuatler in der Glyptothek Ny-Carlsberg
erinnert (So. 521— 525; K — A 166—170; Arndt,
la Glyptothtupie Ny-(ärlaberg, pl. 161—69), da
ferner der Marmor der Statue auf östlichen Ur-
sprung w'eist, der Name Priscus sich mehrfach auf
Inschriften von Aphrodisias Cariae findet (Revue
des ctudes grccquea 1906. p. 82 ff.; Rullettino
comuuale 1907, p. 373 ff ) und auch ein anderer
aphrodisischer Künstler seine Priesterwürde in
seiner Inschrift erwähnt (LCwy 364), so haben wir
os auch hier zweifello« mit einem Werk jener
Kunstschule zu tun, dss auf ein Original der
zweiten Hälfte des 4. Jahrh. zurüekgelien wird.
1521. Nackte kolossale Jünglings-
figur. 11. 14. B. 4. Die Statue ist vor gründlicher
Reinigung und Auseinanderuahme archäologisch
nicht zu verwerten. Neu sind : Kopf. I. Arm, wohl
auch das auf der I Schulter aufliegende Mantel-
stilck, wahrscheinlich der ganze r. Arm (die Bruch-
fuge ist verschmiert; ergänzt sind an ihm wieder-
um die Finger außer dein Daumen), das ganze
Unterteil der Figur von oberhalb der Kniee ab
sammt Stamm und Gewand, übrig bleibt also nur
der Torso bis zu den Kuieeu, der iu der Mitte
durchgebrochen war und ebenfalls stark geflickt
und verschmiert ist. Geringe Arbeit
1522—25. A p o 1 1 on s t a t u e. H 15, B. 97.
Reinach, Kf-p. IV, 178, 6 und 9. Neu: 1. Teil des
Oberkörpers bis abwärts zum Gürtel und daran an-
schließend die r. Schulter. Ferner das ganze Un-
terteil der Statue von unterhalb der Kniee ab.
Die Arme fehlen. Am Kopf, der einen Isirboer-
kranz trägt und Schulterincken hatte, sind die Na-
senspitze und Kleinigkeiten ergänzt; er ist arg
verschmiert Der Hals ist zum Einsetzen in ein
Bruststück hcrgerichlet und hängt mit dem Kopf
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5
Madrid
6
zusammen; Zugehörigkeit zum Torso ist nicht
erweisbar.
Durch die langgestreckten Proportionen, die
verhältnismäßig holte Gurtung und die Einzelheiten
■ler i'altengebung stellt sich die i'igur der kopf-
losen Londoner Athene aus Ephesus zur .Seite
(Br. Mus. Cat. II, 1241; Amelung, Basis des Pra-
xiteles, S. 23; derselbe im Vaticankatalog znChiara-
monti 403), die im letzten Grunde auf die Artemis-
Tyche des Praxiteles zurUckgeht. Auch die Wiener
stehende Nike aus Sainothrake ist als gleichzeitiges
und stiiverwandtes Werk zu vergleichen. Die Be-
handlung des Haares auf dem Oberkopfe ist noch
ziemlich streng und bronzemäßig, Die Arbeit des
Torsos ist gut: er ist wenig berührt. Mit der
Musengruppe des Madrider Museums, wie Hübner
will, hat die Figur nichts zu tun.
1526. Statuette des Apollon. H. 16. B. 155.
Reinach, Rep. IV, 57, 6. Hoch 1,08 in. Schulter-
locken. Der r. Arm ging über die Brust zur Leier.
Gewöhnliche Arbeit Zu vergleichen: Clarac 207,
928 (Louvre). Viertes Jahrhundert.
1527—31. Statue des Dionysos. H. 18.
B. 87. Fr— W 1486. Neu: I. Unterbein vom Knie bis
zum Knöchel, 1. vordere Ecke der Plinthe. Henne
und Statue waren in der Kniegegend quer durch-
gebrochen , an den Bruchstellen sind neue Flicken
eingesetzt. Ergänzt sind ferner: der zweimal ge-
brochene r. Arm, der 1. Unterarm, die Nasenspitze
der Statue und Teile des Kranzes, der Penis; an
der Herme die Nasenspitze. Sonst ist die Statue
vortrefflich erhalten, nur stark geputzt Die
Chlamys des Dionysos über dem Kopf der Herme
ist alt. Der Marmor ist stark krvBtallinisch.
Zuletzt von Amelung im Vaticankatalog (zu
Galieria delle statue 258) besprochen. Von beson-
derem Interesse ist das Verhältnis der Madrider
Statue zur Figur des sog. Bacchus Richelieu im
Louvre (Giraudon 1188). Amelung hat früher
(E-A 1142) in ihncu verschiedene Typen erkennen
wollen, später, im Vaticankatalog, sie für Repli-
ken desselben Originals erklärt, im Anschluti an
Furtwänglcm Beurteilung: Jotirn. of Hell. St. XXL
1901, p. 215, Amu, 6. Dabei ist nicht berücksich-
tigt worden, daß die Statuen verschiedene Größe
haben die Madrider ist nach Hübner 1,58 m,
nach einer von Winnefeld am Berliner Abguß vor-
genommenen Messung ohne Plinthe 1,68 m, mit
Plinthe 1,735 m, die Pariser 1,94 m hoch. Auch
sonst zeigen sich bemerkenswerte Unterschiede:
außer den von Amelung im Vaticankatalog her-
vorgehobenen Abweichungen in der Bildung der
Sehulterlocken und des Nackenschopfcs vor Allem
die verschiedene Haltung des Kopfes. Die frühere
Ansicht Amelungs verdient deshalb den Vorzug:
im Bacchus Richelieu liegt eine ins Weiche ge-
steigerte Weiterbildung der Madrider Statue vor,
zu welcher Amelung andererseits die ältere Vor-
stufe in der Statue des Palazzo Colonna E— A
1142/43 nachgewieseu hat.
Der von Furtwängler vorgesehlageuen Zurück-
führung des Werkes auf Praxiteles hat Amelung
im Vaticankatalog widersprochen : die alter-
tümelnde Bildung des Nackensehopfes, die zu-
rückhaltende Modellierung des Körpers, die we-
niger feinen Formen des Kopfes seien unpraxite-
lisch ; die Aufwärtawendung des Kopfes und die
Archaismen der Haartracht wiesen vielmehr auf
den Kreis desTimotheos, des angeblichen Schöpfers
der I.eda. Falls die Herme mit dem darüber ge-
legten Gewand an der Madrider Statue bereits
dem Originale zu eigen war, so würde dieses Detail
dieZurUckfUhrung auf Praxiteles wesentlich stützen:
die Behandlung des Gewandes hat ihre nächsten
Analogien am praxitelischen Herme«. Vgl. Klein,
Praxiteles, S. 407, der aber neuerdings, in den
Osterr. Jahresheflen XIV, 1911, S. 110, die Statue
in das 3 Jahrh. versetzt
1532. Hechts: Statuette des Dionysos
H 20. B. 105. Reinach, Rep. IV, 63, 3. Hoch 0,98 ui.
Die Statuette warmehrfach gebrochen; ca ist aber
Alles antik. Über der 1. Brust ist eine breite Stütze
weggebrochen. Der I. Kopfnieker ist gespaunt. Im
Nacken keine Spur der Haare. Ungeputzt. Gute
Arbeit. In der Bewegung dem Dionysos von Tivoli
nahestehend.
Links: Polyhymnia. H. 47. B. 106. Rei-
nach, Rep. IV, 425, 7. Oberteil einer durch über-
mäßige Fältelung verschlechterten Wiederholung
der Polyhymuia aus der vaßesnisehen Musen-
gruppe. Cber den Zusammenhang dieser Figur
mit der kleinen Herculanenscrin sowie über die Be-
ziehung derganzeu Gruppe auf Praxiteles vgl. un-
ten zu 1557 —68. — Die Madrider Figur zeigt im
Nacken den Rest des Haarschopfes, der auch an
der vatieaniachen Figur vorhanden ist. Der Kopf
war besonders eingesetzt
1533. Wreibliche Gewandstatue, der
Venus von Capua verwandt. H. 23. B. 44.
Furtwängler. Meisterwerke, S.630, Amu. 1. Ravais-
son, la Venus de Milo. pl. VI, 3 u. 4. Herkenrath,
Athen. Mitt- 1906, XXX, S 261, h. Amelung, Text
zu Brunn-Bruckmann. Nr. 593, Seite 2, links Rei-
nach, Rep. 11, 338, 6. Die Statue befindet sich
in schlechtem Zustande Ergänzt sind, außer
Kleinigkeiten : das r. Unterbein mit dem anschlie-
2
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7
8
Madrid.
ßenden Teil der I’linthe und die untere Gewand-
partie der Rückseite, beides aus grauem Marmor;
ferner der Kopf, ein Gipsabguß iler Venua von
Milo. Die runde Plinthe ist profiliert. Der I. Fuß
ist auf eine Felserhühnng gesetzt Gurtung unter-
halb der Brust und oberhalb der Scham (letzteres
wie an der Flora Farnese und ihren Verwandten).
Auf dem Rücken oberhalb des oberen Gürtels
Kreuzbänder. Auf der Außenseite des 1. Ober-
schenkels unten befindet sich ein anscheinend an-
tiker Einschnitt, mit einem Loche für einen Metall-
stift. Rohe Arbeit.
Die auf allen .Seiten vollständige profilierte
Plinthe beweist daß die Figur nicht Bestandteil
einer Gruppe war. Den Einschnitt auf dem 1. Ober-
schenkel bringt Hübner offenbar richtig in Ver-
bindung mit dem Schild, den die Güttin hielt Die
Figur gehört zu den aus der Venus von Capua
abgeleiteten Typen; der Hauptuuterscliied besteht
in der HinzufUgung des Chitons Die untere Gttr-
tung desselben hat sie gemein mit den bei Ra-
vaisson, pl. VI, 1 u. 2 sowie pl. VII, 2 abgebildeten
Statuen (Giardinodclla Pigna — vgl. Vaticankatalog
11,3.752 „zu S. SIS“ — und Turin, Dütschke312)
und mit einer analogen Figur aus einer Gruppe im
Salone des capitolinischen Museum» Nr. 34, die dem
Ende des 2. Jahrh. n. Chr. angehört.
1534—36. Statue der Aphrodite. H.24.
B. 31. Neu (von unten nach oben': Plinthe, r, Bein
bis zur Mitte des Oberschenkels, I. Bein bis zum Knie
(vorn außerdem am Oberschenkel großes Stück
neu), Delphin bis auf das Schwänzende unter dem
1. Hinterbacken. Die vortrelllichen Ergänzungensind
in sich wieder mehrfach gebrocheu. Da Alles gleich
poliert und aus dem gleichem Marmor ist, sind die
Ergänzungen schwer zu constatieren Ergänzt sind
ferner die Nase und die Finger außer den Daumen.
Sonst intact. In moderner Zeit gänzlich geputzt.
Das Haar ist weniger berührt. Vorzüglich ge-
arbeitet, auch der Rücken.
Die Statue hat das Motiv der capitolinischen
Aphrodite, unterscheidet sich aber von ihr in Hal-
tung und Einzelformen des Kopfes. Es ist mir frag-
lich, ob hier eine L'mstilisierung durch (jopistenhand
(vgl. Sieveking, Münchener Jahrbuch III, 1903,
3. 1 ff.) oder Wiederholung einer älteren Vorstufe
der capitolinischen Venus zu erkennen ist.
1537, Weibliche Gewandstatue. H. 25,
wo richtigeAngabo der Ergänzungen B. 162. Hinten
angelegt Gute Arbeit. Nach den gestreckten Pro-
portionen und der Verbreiterung nach unten aus
der Zeit der „Pudicitia“, d. h. dem 2.— 1. Jahrh. v.
Ohr. (Ainelung, Basis des Praxiteles, S. 32, Amu 3).
1538. Statue der sog. Amymone. H. 26.
B. 65. Bernoulli, Aphrodite, S. 367, Nr. 7. Neu : Kopf
und Hals, r. Unterarm mit Vase: Kleinigkeiten.
Der Pfeiler ist alt (nur der äußere untere Teil
links neu). Vortreffliche Copie von guter Erhal-
tung. Näheres über den Typus siehe E— V 712
und Amelung in der Ausonia UI (1909), S. 112 f.:
praxitelisch aus der Zeit der Venus von Arles,
mit starken Anklängen an Werke des fi. Jahrh.
Von Macchioro (Revue arch. XVIII, 1911. p. 268 ff.)
zu hoch hinauf datiert; die Zurückfübrung auf die
Aphrodite Urania des Phidias ist unmöglich. Eine
Replik mit zugehörigem Kopfe, dessen Stilcharakter
aus der schlechten Autotypie nicht genügend kennt-
lich ist, ist neuerdings in Ostia gefunden worden:
Not d. scavi 1911, p. 326.
1539—41. Statue der kauernden Aphro-
dite. 11.28 B.38 Hoch :1,28 m mit Basis. Neu: beide
Anne mit Schultern, r. Brust, Stück am 1. Ober-
schenkel außen. Der r. Fuß mit Stütze war ge-
brochen, scheint aber alt zu sein. Sicher alt der
gleichfalls gebrochen gewesene 1. Fuß (neu: der
große Zeh), der mit dem darunter befindlichen
Piinthenstück einschließlich der Schildkröte unter
dem r. Knie zusammenhängt; alles Dies ist alt und
zugehörig. Neu sind ferner: Außenteile der Plinthe
vorn und ihr ganzer hinterer Teil; natürlich auch
die ganze Felsbasis, in die die Plinthe eingelassen
ist. Der Kopf, an dem Na»c und Unterlippe ergänzt
sind, ist trotz dt» zwischengesetzten Halsstückes
sicher zugehörig, da er im Haar (das ungeputzt ge-
blieben ist) genau die gleiche braunrote Patina
aufweist, wie die ungeputzten Teile der Figur
(z. B. Schildkröte, I. Fuß, r. innerer Oberschenkel).
Die andern Teile sind modern völlig geglättet
Leider: denn die Arbeit des Exemplaren war gut.
Der Kopf, der in seinen Fleisch partien übermäßig
geputzt ist, hatte Stirn- und Schläfenlöckchen ;
ein Band geht durch das Uaar.
Klein (Praxiteles, S. 720 ff ; vgl auch Amelung,
Vaticankatalog, zu Gab. d. maschere 427), teilt mit
Recht die „Wiederholungen“ der kauernden Aphro-
dite in drei Gruppen, deren erste und zweite sich
durch die verschiedene Lage des r. Oberschenkels
unterscheiden, während die dritte, die mit der zwei-
ten die Richtung des Oberschenkels gemein hat,
außerdem noch den r. Arm erhebt. Die Madrider
Figur muß, obwohl der r. Arm ergänzt ist, zu der
dritten Gruppe gehören, wie die Wendung ihres
Oberkörpers erkennen läßt Der Sinn der Figur ist
in dieser Abwandlung, daß sie sich gegen einen von
oben kommenden Wasserstrahl zu schützen versucht
(vgl den griechischen Klappspiegel des Berliner
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Madrid.
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Antiquarium», Nr. 12 A und die Kertacher Deckel
schale C— R 1861, pl. I = Reinach, rep. des va-
ses ), 6). hu Motiv erinnert diese Variation stark
an den zum attaliachcn Weihgeschenk gehörigen
Perser der Galleria dei candelabri. Br— Br 481 A.
1542. Unterlebensgroßer Torso der
Aphrodite. H. 31. B.95 Reinach, Rip. IV. 203,2.
Armband am 1. Oberarm. An der I. Hüfte im Ge-
wand viereckige leichte Eintiefung. Spur des r.
Daumens an der r. Hüfte (?). Gewöhnliche Arbeit.
I)cr Typus existiert in zahlreichen Wiederholungen;
vgl. Bemoulli, Aphrodite, S. 373. Von sicheren Re-
pliken kenne ich:
A mit Kopf (j
I. Dresden. F— W 1472; CI. 601,1319.
/ 2. Ince Blundell Hall. Mich. 86. CI. 74^, 1802 A.
• 3. Newby Hall. Mich 6. CI. 628, 1364 A.
— 4. Venedig D. 812.
5. Palazzo Pitti. D. 41 (Zugehörigkeit des
Kopfes wahrscheinlich).
6. Conservatorenpalast, Garten.
B. ohne Kopf:
7. Berlin 37.
— 8. Palazzo Colonna. M— D 828 A.
— 9. Torlonia 218.
10. Ehemals Ludovisi. Schreiber 290. Jetzt im
Garten des Pal Margherita (E — A 2081— 83).
II. Neapel, Sala di l’alladc (= Guida Ruesch
494 7).
12. Florenz, Museo archcologico, im Garten
(nach G. Lippold).
13. Avignon. Reinach, Rep. II, 1, 334, 4.
14. Cambridge Mas» , Fogg Museum. Reinach,
Rep. IV, 203, 3 und 7 = Hostoner Bulletin VII
(1909), Nr. 39, p. 31 = Pbot. Moscioni 10997 («Mu-
seo Barracco« I).
Die Repliken sind siimmtlich ungefähr in Zwei-
Drittel-Lebensgröße ausgeführt ; dieses Format war
also auch dem Original zu eigen. An vier Exem-
plaren sind die Stützen an der I. Seite alt : an 2
Delphin mit durchbohrter Schnauze, an 3 Delphin
mit durchbohrter Schnauze und Amor, an 13 Baum-
stamm uud Delphin, an 4 Pfeiler mit durchbohrter
Kanne. Die Exemplare 2, 3, 4 waren als Brunnen-
figuren verwendet. Auch das Attribut des Del-
phins weist in den Kreis der Wasserwesen, anderer-
seits aber auch in den der Aphrodite, auf welchen
auch der Amor an Nr. 3 führt. Die Stirukrone, die
sich an vier der erhaltenen Köpfe findet, zeigt, daß
kein niederes Wesen gemeint sein kann. Am näch-
sten liegt die Benennung Aphrodite Pontia oder
Euploia. Das Original muß im praxitelischen Kreise
um 350 entstanden sein. Die Gewandmotive be-
rühren sich vielfach mit denen der Venus von Aries,
und auch die Einzelbildung der Kopfformen steht
Praxitelischem ganz nahe. Der Vorfertiger des
pompeianischeu Hermaphroditenfreacoe in Neapel:
Alinari 12156, hat offenbar die Statue benützt.
1543. Statue derTyche. H. 33. B. 20. Nach
H. 1,48 m hoch. Ergänzt sind von wesentlichen
Teilen: der Kopf und die 1. Hand mit dem An-
satz des Armes und dem Griff des Füllhorns. Alte
Locken-Enden auf den Schultern ln der Rechten
hält die Göttin ein auf einer Kugel ruhende« Kuder.
Gewöhnliche Arbeit. Wiederholung des ursprüng-
lich auf Praxiteles zurück gebenden Typus: Furt-
wänglcr, Meisterwerke, S. 554 ff.
1544. Statue der Fortuna. H. 34, zu dessen
Ergänzungsangaben zu bemerken ist, daß an dem
Idol der 1. Unterarm neu und die Nase ergänzt ist.
B. 186. Reinach, Rep IV, 142, 4. Gewöhnliche stil-
lose Arbeit mit Benutzung von Vorbildern des
5. Jahrh. (etwa Aphrodite Valrntini-Odescalchi).
Der Fall des Himations Uber den 1. Oberschenkel
ganz unnatürlich.
1545 — 47. Statue des Herakles. H. 36;
nach diesem 1,50 m hoch. B. 108. Der Kopf war im
Hals gebrochen, ist aber alt und zugehörig. Neu: Na-
senspitze und Stück im 1. Oberschädel. Die Unter-
arme waren gebrochen, scheinen aber alt; ebenso
die r. Hand mit der Keule nnd die 1. mit dem
Löwenfell. Neu scheint der Block, auf dem die
Keule ruht, der rechte Fuß und die Plinthe mit
Ausnahme des Stückes um den 1. Fuß und den
Stamm herum. Am I. Fuß sind die drei inneren
Zehen und die Ferse ergänzt; ergänzt auch Stücke
an den Knleen und Unterschenkeln und sonstige
Kleinigkeiten. Die Brüche sind überschmiert; das
Ganze geputzt. Die Statue steht in sehr ungün-
stigem Lichte. Im Haar ein Reif; geschwollene
Athletenohren. Ziemlich harte Arbeit. Nach einem
Vorbild Bkopasischen Stiles, das dem Herakles
Lansdownc nahe stand.
1548. Statue des Herakles. H. 87. B. 101.
Neu: Kopf, r. Unterarm mitKeule, und, wie mirschien,
das ganze Unterteil der Figur von den Knieen ab-
wärts. Die stark zurückgepreßten Schultern und
das, wie am Diadumenos Farnese, von der Bauch-
partie nicht getrennte Sehamhaar weisen auf ein
älteres Vorbild; doch ist die Ausführung derCopie
für genauere stilistische Einreihung zu gering
1549/50. Kopf der Hypnosstatue. H. 39.
B. 89. Siehe Text zu Br— Br 529.
1551. StaluederLeda. H.40.B 9. Zu Hüb-
ners Ergänzungsangaben ist zu bemerken, daß der
Kopf trotz zwischongesetztcn Ualsstückee und er-
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Madrid.
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gänzter Nase neu ist. Das Antike lat recht gut
gearbeitet, die Oberfläche unberührt. Wieder-
holung der auf Timotheus zurückgeführten Statue,
Overbeck, Kunatmythologie des Zeus, S. 491, Nr. 4.
1352. Statue der Ariadne. 11.41. 14. 107. Neu:
Untergesicht von der Unterlippe ab, Oberlippe mit
Nase, Stirn mit r, Auge (das I. verschmiert), Mittel ,
Gold- und kleiner Finger der I. Hand, größter
Teil des I. Unterarms mit Uamlansatz, am r. Anne
Mittelstück des Oberarms und Unterteil des Unter-
arms mit Hand, 1. Brustwarze, r. ltrnst, Felspartie
an den Füllen, das darunter gelegte Kissen, I. Fuß
größtenteils*), einzelne Gewandflicken; die r. Vor-
derseite des Felsens ist außen mit Gips verschmiert.
Oie Oberfläche ist wenig geputzt, viel guter Sinter
erhalten. Am I. Oberarm ein Schlangenreif Im Haar
eine hinten geknüpfte Binde; lange .Schulterlocken.
Schlechte harte Arbeit, nach der Haarbchandlung
im Nacken frühestens aus antoninischer Zeit.
Diese gewöhnlich als Wiederholung der Ariad-
nen im Vatican und in Florenz bezeichnete Statue
weicht von ihnen in wesentlichen l'artieen ab. Das
Himation ist nicht über den Hiuterkopf gezogen.
Der rechte Teil des Unterleibes ist bedeckt; der
Uber die Scham hinweglaufende Gewandstreifen
fehlt, ebenso wie das Uber den I' eisen horabfallende
Gewand unterhalb der Beine. Amelung (zu Gal.
d. Statue 414; a.auch Nachträge zu Band II, S. 757)
hat auf Grund dieser Verschiedenheiten die Ma-
drider Figur aus der Liste der Kepliken gestrichen
und die Vermutung geäußert, es .sei hier eine
schlichtere, ältere Fassung des gleichen Gedankens
erhalten*. Die schlechte Arbeit macht cs indessen
wahrscheinlicher, daß nur eine vereinfachte Ver-
gröberung vorliegt.
1553. Kolossale weibliche Figur. H. 42,
B.2. liuhland, die eleusinischen Göttinnen, 1901,
S. 16,2. Zn Hübners Ergänzungsangaben ist zu be-
merken, daß die Sandalen alt sind, die Plinthe neu.
Viele Flicken im Gewand ergänzt. Gute Decnrations-
arbeit. Keplik der »Demeter* im Salone des Capitols
(Br— BrSöS.Helbig’ölBJund desTorsos im Giardino
dclla Pigna 235 Keplik ist vielleicht auch die
Campanaschc Statue in Petersburg Nr. 164. Andere
Statuen, die als Repliken angeführt zu werden
pflegen (vgl. Overbeck, Kunatmythologie der De-
meter, S. 462, Nr. 13. und Bulle im Arch. Anz.
XXIII (1908|, Sp. 219, Abb. 6), können höchstens
als Varianten gelten- Die von Furtwängler, Ori-
•) Wobt sin Irrtum in meinen Notizen, ,1er merk-
wiirdigerwetse allerdings mit Hübner übcrelnstimnit; es
ist offenbar der rechte Fuß gemeint, von dem jedenfalls
noch der gTutite Teil modern ist.
ginalstatucn in Venedig, Taf. IV, 1, S. 292 ff., ver-
öffentlichte Statuette wird eine Votivfigur aus einem
attischen Heiligtum sein, die im Anschluß an das
in der capitolinischen Statue wiedergegebene Cult-
bild geschaffen war.
1554. Statue der Athene aus der Mar-
syasgruppe des My ron. H. 43. B. 62. Neu: Kopf
und Hals,r. Arm, 1. Unterarm, Vorderteil der Plinthe,
Flicken im Gewände und Kleinigkeiten. Besprochen
und abgebildet von Sauer, Jahrb. d. Inst. XXIII,
1908, Tafel HI und IV, S. 131, B. Am r Ober-
schenkel glaubt man auf der Photographie einen
Puntello zu erkennen an derselben Stelle wie an
der Frankfurter Statue (vgl. Österr. Jahreah. XII
1909 , Beild. S. 221).
1555. IVeibliohe Gewandstatue. H. 44
B. 93. Neu: Kopf mit ergänzter Nase, r. Unterarm, 1.
Unterarm mit Maske, Vorderteil der Plinthe mit Fü-
ßen. Sehr decorative Arbeit nach einem Vorbild des
4.-3. Jahrh. Mit der folgenden Statue, wie Hübner
will, hat die unsrige nicht daa Geringste zu tun.
1556. Statue einer Muse. H. 45 B. 199.
Reinacb, Kip. IV, 180, 1. Zu Hübners Angaben
ist zu bemerken: daß die Plinthe ergänzt ist; daß
der Gürtel unter, nicht über der Brust liegt; daß
nicht .die Schultern*, sondern nur der r. Ober-
arm unbedeckt ist; daß die anf der I. Schulter auf-
liegende Chlaina um den Kücken geworfen und mit
dem Zipfel an der r. Hüfte unter den Gürtel durch-
gesteckt Ist; daß der 1. Unterarm nach vorn ging;
daß das Körpergewicht anf dem rechten Beine
ruht. Flüchtige Arbeit, schlechte Erhaltung. In
den Gewandmotiven, der hohen Gürtung und den
gestreckten Proportionen dem Apoll vom Archelaos-
Relief nächst verwandt. Vgl. über diesen : Amelung,
Basis des Praxiteles, S. HO; Watzinger, 63. Bcrl-
Wluck.-Pr., S. 13; zu den dort citierten Monumen-
ten sind binznzufügen: Bull, de Corr. Hell. XXXI
(1907), p. 895, fig. 5, und das E- A, Serie V, 8. 117
oben, erwähnte Relieffragment des Thorvaldsen-
museums in Kopenhagen.
1557. Sitzende Muse (Erato). H.49. Nach
diesem 1,52m hoch. 8.61. Montfaueon, deutsche Aus-
gabol807,XllI,5. DeKossi.Raccoltadi Statue CXV1.
Amelung, Basis de* Praxiteles, S. 35,2. Kev arch.
1908, 11, pl. XVII, 1 (Zeichnung Heemskerks ohne
die Ergänzungen). Neu : Kopf, r Arm, I. Unterarm
mit Leier, die gekreuzten Füße mit den anschlie-
ßenden Teilen von Gewand und Plinthe. Ein
i Eros zur R. der Figur, der von einer früheren Er-
gänzung herrührte, ist jetzt entfernt. Spuren der
Attribute nicht mehr vorhanden; P. G. Hübner
(Kev. arch. a. a. 0., p. 361, Anm. 1) glaubt auf der
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Heemskertuchen Zeichnung den Rest eines discus-
förmigen Gegenstandes auf dem I. Knie xu erkennen
und ergänzt denselben xu einem Tympanon, das
auch der Kr ganz er der vatieanischen Replik
(Helbig’279) beigefügt hat. Weitere Repliken in
Dresden (Hettnor 84 ; CI. 622, 1071; Photographie
Krone [40] 637) und in Wörlitx (Ilosaeus 30;
E— A II, S. 28).
1558—60. Sitzende Muse („Clio“). H. 50.
Nach diesem 1,46 m hoch U. 68. Montfaucon XIII, 1
De Rossi CXII. Amelung, Itasis des Praxiteles,
8. 36, Nr. 6. Neu: beide Arme mit den Attributen,
verschiedene Gevrandteile. Der Kopf (Nase und
Kleinigkeiten neu; mit Lorberkranx und Stirnbinde)
war im Hals gebrochen. Angesichts des Originals
hielt ich ihn für zugehörig; nach der Photographie
kommen mir Redenken: er scheint xu klein und
zu gut für die Statue zu sein. Auch ist sein Stil
nicht so rein praxitelisch wie der der übrigen zuge-
hörigen Köpfe dieser (irnppe. Vgl. den ver-
wandten Kopf im M useo Torlonia 93 und einen
zweiten, der sich vor wenigen Jahren im Besitz
des Neapler Kunsthändlers Barone befand (Phot,
in meinem Besitz). Andererseits führt die Ver-
einigung des apollinischen I.orbeerkranzcs mit der
dionysischen Stirnbinde auch für ihn am ehesten
in den Kreis der Musen. Vom Typus der Statue
ist keine Wiederholung bekannt.
1561. Sitzende Muse(.Polimnia“). H. 61.
Nach diesem 1,45m hoch. B.69. Montfaucon XIII, 6.
De Rossi CXV1I. Amelung a. a. O., S. 85, 3. Rev.
arch. a a. 0., pl. XVII, oben Mitte. Neu. Kopf,
I. Arm, Vorderteil des r. Fußes mit dem darunter
und darum befindlichen Stück der Felsbasis, so-
wie deren ganzer unterer Teil rings herum (wie
an 1662 und 1564). Trotz seines modernen Aus-
sehens ist der Felssitz alt. Keine sicheren Spuren
von Attributen. Gänzlich verschandelte und
elend gearbeitete Replik der vatieanischen Klio:
Helbig’ 281.
1562. Sitzende Muse (Euterpe). 11.52.
Nach diesem 1,45m hoch R. 37. Montfaucon XIII 2.
De Kossi CXIII. Amelung 8.35, 1 a. Neu: Kopf,
r. Arm, I. lland, Doppeltlüte, I. Füll nebst den
anschließenden Teilen von Gewand und Fels, ver-
schiedene Flicken im Gewand, auch der Fels I. vom
Beschauer, auf dem früher ein jetzt entfernter Eros
stand, sowie das Unterteil der Felsbasis (wie an
1561 und 1564) Keine Spur von Attribut vorhan-
den. Replik der vatieanischen Terpsiehore: Hel-
big* 276.
1563. Sitzende Muse („Terpsicore“). H 53.
Nach diesem 1,24 in hoch. B.41. Montfaucon XIII, 4.
De Rossi CXV. Amelung 8. 35, 1b; Abb. 20
Rev arch. a. a. 0 , pl. XVII, rechts unten Neu:
I. Full, Teile der Falten, Ansätze der Arme. Antik
hingegen die grolle Schildkrötcnlcicr, die in Stier-
hörnern endigt und an welcher unten ein Futteral
für das Plektron angebracht ist (hinterer Teil
dieses Futteralen alt). Replik von Kr. 1562
1564. .Sitzende Muse („Urania“). H. 54.
Nachdiesem 1,39 m hoch B.62. Montfaucon XIII, 8.
De Rossi CX IX. Amelung 8.36, 4a. Neu: Kopf,
r. Unterarm, I. Arm von d. Mitte des Oberarms ab,
Unterteil der Felsbasis (wie bei 1561 und 1662).
Keine Spur von Attributen. Roplik der vatieani-
schen Kalliope: Helbig’ 280.
1565—67. Sitzende Muse („Caliope“).
II. 55. Nachdiesem 1,81 m hoch. B. 40 Montfaucon
XIII, 7. De Rossi CXV11I. Rev. arch. a. a. 0.,
pl. XVII unten. Amelung 8. 35, 4 b; Abb. 17 und 21.
Der Kopf (neu: Nasenspitze, Haarpartie Uber dem
. r. Ohr, der Haarknäuel hinten, Teile des „Krobyloa“,
Stück im Kinn; Halsstück swischcngeeetzt) ist
nicht zugehörig. Er ist eine Replik der capitoli-
nischen Venus (Sievcking im Münchner Jahrbuch
III. 1908, S. 4). An der Statue ist ergänzt das
Vorderteil des 1. Fußes Die Oberarme sind alt
(gegen Hübner). Keine Spur eines Attributes.
Replik von 1564. Eine weitere Replik des Typus
im Orto botanico (Phot. Muscioni 11644).
1568. Sitzende Muse („Taiia“). H. 56.
Nach diesem 1,38 m hocli B. 38. Montfaucon XIII, 3.
De Rossi CXIV. Amelung S. 35, 6. Neu: r. Arm
von der Mitte des Oberarms ab, beide Fußspitzen,
viele Flicken im Gewand. Von der Maske ist der
dem Körper zunächst liegende Teil antik Im
Stamm und unten hinter dem r. Fuß Metallslifte er-
halten. Der Chiton hatte lange Ärmel. — Von
Amelung aus derMuscngruppeansgeschieden; siehe
darüber unten
Über die Geschichte der Madrider Museu-
gruppe vgl. P. G. Htlbncr in der Rev. arch. 1908,
n, p. 359—363 (Winnefeld, Villa des Hadrian, S. 3
und 153 oben) Sie unterscheidet sich von der vati-
ranischcn Mnecngruppe dadurch, daß sie nursitzende
Figuren enthält. Zwei von diesen sind im Vatican
überhaupt nicht vertreten, zwei sind in Madrid dop-
pelt vorhanden Wenn wir nicht glauben wollen, daß
Ugorios Fundangaben über die Madrider Mimen
erlogen sind, müssen wir annehmen, daß der Copist
aus decorativen Gründen nur sitzende Figuren
brauchen konnte, daß er deshalb zwei von ihnen
verdoppelte und sic eventuell durch Attribute
differenzierte. Die vaticanische Gruppe umfaßt
drei stehende, vier sitzende Figuren ; zwei weitere
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Madrid.
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sitzende liefert Madrid: die von Amelung weiter-
hin in Vorschlag gebrachte lndoviaische Figur,
Schreiber 2, kann demnach nicht zu der Original-
gruppe gehört haben; nur ihr Unterteil ist antik
und ihre ursprüngliche Bedeutung gänzlich unge-
wiß. Auf der andern Seite will Amelung die
Figur 1568, die eine komische Maske hält, ab-
trennen, da in der vaticanischen (truppe die un-
serer Nr. 1557 entsprechende Figur bereits eben-
falls mit einer komischen Maske ausgestattet ist.
Damit ist noch nicht gesagt, daß Madrid 1557
ebenfalls eine komische Maske hielt. Daß viel-
mehr die Copisten mit den Attributen gewechselt
haben, ergibt sich auch aus E— A 290, einer
Wiederholung der vaticanischen Klio, die nicht,
wie diese, eine Rolle, sondern ein Musikinstrument
hielt. Ich ziehe daraus den Schluß, daß die
Wesensarten der einzelnen Musen in der origina-
len Gruppe noch nicht durch Attribute charak-
terisiert waren.
Da eine derartige Unterscheidung der Musen
in hellenistischer Zeit vorgenommen worden
ist, ergibt sich die weitere Folgerung, daß das
Original unserer Gruppe vor dieser Zeit entstanden
sein muß. Von Amelung (Basis des Praxiteles') war
dasselbe früher, unter Zustimmung von Furtwängler
(Berl. phil. Wochenschrift, 22. Februar 1896, S. 243),
mit den Thespiaden des Praxiteles identißeiert wor-
den. Neuerdings glaubt er, sie einer etwas jüngeren
Zeit, der Generation nach Praxiteles, zuteilen zu
müssen. Sieveking gar (Münchner Jahrbuch III,
1908, 3. 4 f.; vgl. Text zu Br-Br Taf. 628, Anm. 5
und Münchner Jahrbuch VI, 1911, 8. 8) erkennt in
ihr eine Schöpfung der „sogenannten Neuattiker,
die ältere Einzeltypen aus der 2. Hälfte des 4. Jahr-
hunderts zusammengeatellt und in der süßlich glat-
ten Art ihrer Kunstrichtung retouchiert haben".
Ich sehe keinerlei Grund, von Amelungs
alter Datierung abzuweichen. Was kann man denn
gegen die Entstehung der Gruppe in praxitelischer
Zeit einwenden? Daß die Ausstattung mit den
Attributen keinen Gegengrund liefert, haben wir
bereits gesehen. Daß in der Stellung und der
Frisur der „Mclpomene" eine unzweideutige Cha-
rakterisierung der tragischen Muse liege — von
Maske und Kranz ist, als von Copistenzutaten,
überhaupt abzusehen — , kann ich nicht zugeben :
galt doch die athenische Replik des Kopfes —
Kavvadias 193 — anfangs für Ganymed oder für
eine Sirene, und über die verkehrte Interpretation
des Stellungsmotives hat Amelung, S. 41, Anm. 3,
bereits das Nötige bemerkt. In dem broiten Gürtel, 1
der hohen GUrtung und den langen Ärmeln wird
man freilich Reminiscenzen an das Schauspieler-
kostüm nicht verkennen dürfen, und ebenso unver-
kennbar ist der leise schmerzliche Zug der Augen:
es sind dies die ersten Anfänge einer schärferen
Charakterisierung, die über die Eintönigkeit der Ba-
sis von Mantinea (und des Chigischen Musenreliefs)
einen Schritt hinausgeht. Aus der hohen Gürtung
der übrigen Figuren kann man ebensowenig einen
Grund gegen unsere Datierung herleiten: sie findet
Bich bei einer großen Reihe der schönsten tana-
gräer Terracotten, in denen sich überhaupt, wie
ich glaube, der Einfluß dieser praxitelischen Gruppe
wiedererkennen läßt. Die verbreitete Ansicht, daß
die hohe GUrtung erst hellenistischen Ursprungs
sei, läßt sich darnach nicht halten. Man glaubt
ferner in der Gewandbehandlung der einzelnen
Figuren stilistische Verschiedenheiten zu erkennen,
die einen einheitlichen Ursprung der Gruppe aus-
sehließen. Aber wo ist denn ein einziges Merkmal in
der Gewandbehandlung oder in den Bewegungsmoti-
ven, das zu den übrigen Werken der praxitelischen
Zeit nicht stimmt ? Die Faltengebnng der stehenden
„Erato* und der Melpomene hat ihre nächsten
Analogien an dein Typus der Dresdener Artemis
(Furtwängler, Meisterwerke, Tafel 29); die „Po-
lymnia“ ist Schwester der Venus von Arles und der
kleinen Uerculanenserin. Wie das strenge Motiv
der Melpomene in hellenistischer Formengebung
aussieht, lehren Figuren wie die Melpomene aus der
zu Br— Br Taf. 610, Anm. 8 erwähnten Frankfurter
.Musengruppe oder das von Moscioni unter 10999
photographierte Fragment, angeblich im Museo Bar-
racco, oder die Figur im fünften Saal des Orto
botanico (Phot. Altnari 28084). Und ebenso geht
an den sitzenden Figuren kein einziges Motiv über
l'raxitelisches hinaus. Es fehlt noch ganz die Kennt-
nis vom Reize der Contrapostbewegung, die die
lysippische Schule in die Plastik eingefiihrt zu
haben scheint (sicho Text zu Br— Br, Tafel 610).
Werke, wie der sitzende Ans tipp im Palazzo Spada
oder die sog. Ariadne in Dresden und ihre Re-
pliken (Klein, Praxitelische Studien, S. 34 ff.) sind
zeitlich entsprechende Werke. Natürlich muß man
bei Beurteilung des Gewandstiles die durchgängig
schlechte Arbeit der uns erhaltenen Copien, die
die Feinheit der originalen Motive vergröbern und
verzerren, in Abzug bringen. Viel mag zu dem
harten und unerfreulichen Eindruck der uns er-
haltenen Copien beitragen, daß sic offenbar nach
Bronze gearbeitet Bind. Den entscheidenden Be-
weis aber für praxitelischen Ursprung finde ich in
dem Stil der Köpfe. Dieser ist in derartiger Rein-
heit ausgesprochen, daß, besäßen wir die Köpfe
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ofane Körper, niemand den geringsten Zweifel hegen
würde, daß sie Werke des Praxiteles reprodncieren.
Aber Klein (Praxiteles S. 227, Anm. 1) hat ja
überhaupt, im Anschluß an 0 Jahn, die Existenz
einer Thespiadengruppe des Praxiteles bestritten!
Der Sachverhalt ist der folgende: Plinius (XXXIV,
69) erwähnt Bronzeetatuen des Praxiteles, die vor
dem Tempel der Felicitas gestanden haben, der
unter Claudius durch einen Brand zu Grunde ging.
An einer andern Stelle (XXXVI, 39) spricht der-
selbe von „Thespiaden“ aus Marmor bei dem Tem-
pel der Felicitas. Cicero (in Verrem II, 4, 2) be-
richtet, daß L. Mummina 146 v. Chr. Thespiaden,
die später zu Ciceros Zeiten beim Tempel der
Felicitas standen, aus Thespiae raubte. Die beiden
letzterwähnten Thespiadengrnppen sind offenbar
identisch Eine (Kombination mit den von Plinius
erwäiinten praxitelischen Statuen ist wegen der
Verschiedenheit des Materials nicht möglich. Von
den Thespiaden des Praxiteles darf man auf Grund
dieser Zeugnisse also nicht reden. Damit ist aber
keineswegs gesagt, traß cs nicht eine in Kom auf-
gestellte Musengruppe des Praxiteles gegeben haben
kann und daß die von Plinius und Cicero erwähn-
ten Thespiaden nicht mit dieser identificiert wer-
den dürfen. Im Gegenteil, mir scheint die ein-
fache Bezeichnung der Gruppe als Thespiaden,
ohne Hinzufügung eines Künstlernamens, darauf
zu deuten, daß es sich um ein allbekanntes Werk
eines berühmten Meisters handelt, etwa wie wir
heute von der Sixtinischen Madonna oder der Nacht-
wache reden Wenn wir nun Copien einer Musen-
gruppe linden, die durchaus praxitelischenCharaktcr
trägt, bo ist ihre Combination mit diesen Thespi-
aden höchst naheliegend. Die „Thespiaden" des
Kleomcnee waren offenbar eine Cople dieser Gruppe ;
Kleomenes war nichts anderes als der Vorstand
eines großen und renommierten Copistenatclicrs.
1569. Gruppe des Ganymed mit dem
Ad I e r. H . 68. B. 35. Zu H Ubners Ergänzungsangaben
ist zu bemerken, daß mir, trotz der Ergänzungen,
der mit Schnitt aufsitzende Kopf des Hundes neu
erschien. Das Fleisch ist antik poliert. Die glatte
und ausdruckslose Arbeit nach der Behandlung
des Haares und der Angal>e der Augensterne
frühestens vom Ende des 2. Jahrh. n. Chr. — Over-
beck, Knnstmythologie des Zeus, S. 533 ff., Nr. 19.
I.ucas, Osterr. Jahresh., IX, 1906, 8. 274, Fig. 68,
woTafel I eine ebenfalls später Zeit ungehörige Re-
plik aus Ephesus in Wien abgebildet wird. Das
Motiv der Figur erinnert stark an dasjenige des
von seinen Brüdern bedrängten Paris auf etrus-
kischen Urnen (Brunn, Urne etrusche ]., Tav. 1 ff.).
1570—71. Böckchentragender Satyr.
H. 59. B. 29. Fr — W1506. Kaum lebensgroß. Neu:
Kopf und Unterbeine des Rückebons, I. Arm, r.
Arm mit Pcdum, I. Unterbein bis auf die Zehen.
Das r. Bein war gebrochen, ist aber alt Ebenso
Plinthe und Stamm, an dem eine unausgeführte
Panstiöte hängt. Vortrefflich erhalten, der Kopf
ganz intact. Die Arbeit ist nicht fein, aber recht
geschickt. Am Kinn ein Meßpunkt. Die Arbeit
der Statue ist überhaupt nicht vollständig zu Ende
geführt Spuren einer KUnstlerinschrift (vgl. Hüb-
ner) habe ich nicht gesehen. In der Erfindung
Vorläufer des Satyrs, der das Dionysoskind auf
den Schultern trägt (Neapel, Vatican und Villa Al-
bani), im Bewegungsmotiv und in der Bildung der
Körperformen verwandt dem Madrider Hypnos.
Das Original wird im Anfang der hellenistischen
Periode entstanden sein. Vgl. Klein, Kunstgc
schichte IU, 230 ft.
1572. Wiederholung des praxitelischen sog
Periboötos. H.60. B. 30. Klein, Praxiteles, S 204,
Nr. 20. Neu: r. Bein, I. Unterbein, Stamm, Plinthe,
r. Arm von der Mitte des Oberarms ab, kleiner
Finger der I. Hand. Penis, verschiedene Telle
des Fells. Der Kopf — Nasenspitze und Kranz-
teile neu — war gebrochen, ist aber zugehörig.
Beider vollständig modern geglättet. Im Übrigen
eine der besten mir bekannten Wiederholungen. —
Alter Abguß in der Münchner Kunstakademie.
1573. Aph rodi te mit M uschel. II. 62. B. 86.
Reinach, Hi p II. 405, 6. Zu Hübners Ergänznngs-
angaben ist zu bemerken, daß nach der Lage der
auf dem Rücken erhaltenen Locken-Enden der Kopf
etwas nach der 1. Schulter zu ging. Die Inschrift
„l’raxitclis opus* sicher modern. Ganz gewöhn-
liche und unbedeutende Arbeit, von Hübner gänz-
lich falsch beurteilt. Genaue Repliken der Figur
lassen sich unter den zahlreich erhaltenen ver-
wandten Statuen nicht nachweiscn.
1574—76. Weibliches Unterteil H. 63.
B. 22. Reinach, Ri-p. IV, 245, 6. Die Figur war
früher als Klytia oder Daphne ergänzt. — Das r.
Bein war im Knie gebogen und ging zum I. Knie
herüber, wie die Einarbeitung in den Falten zeigt.
Der Oberkörper war aufgerichtet. Es ergibt sich
daraus eine Lage, in der die Figur unmöglich
lange verharren konnte, und der Gedanke liegt
nahe, sie mit einer zweiten Gestalt zu gruppieren,
die sie eroporriß (vgl. Berlin 209). Ihre geringe Be-
kleidung läßt auf eine erotische Scene schließen,
und man darf vielleicht an das Sympleguia des
Euthykrates (Overbeck, 8— Q 1524; Maaß, Jahr-
buch d. J. XXI, 1906, S. 89 ff.i erinnern. Die Ar-
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20
beit des Stücke* ist nicht original, aber von außer-
ordentlicher Weichheit und Sinnlichkeit.
1577 link*. Nackter Jünglingstorso.
H. 64 ; nach dieeem 0,94 m hoch. B. 12. Keinach,
Rep. IV, 874, 5. R. Kopfnicker ge*|>annt. Locher
für Metallatifte unter beiden Achselhöhlen, offen-
bar für eine moderne Ergänzung der Arme. Am
r. Oberschenkel, hinten in der Kniegegend, scheint
der Stamm ausgebrochen au »ein. Die Bezeich-
nung de* Torso* als llermaphrodit ist gänzlich
grundlos. I.ysippischein verwandt.
1577 rechts Artemistorso. H 17. Nach
diesem 0,91 m hoch. B. 1 1. Reinarh, Rep. IV', 189, 8.
L. Spielbein. Der 1. Arm ging abwärts. Eine Re-
plik (wie O. I.ippold gesehen hat) im Vatican.
l'andclabri 111 (CI. 570, 1215). Schlechte Arbeit.
1578—84. Statue des poly kletischen
Diadumenos. 11.65. B.88. Furtwängler, Meister-
werke, S. 438 ff. Mahler, Polyklet, .3 73. E-A
.366— 868 (Amelung). Mon. Piot IV' (1897), p 53,
pl. VII 1 und IX (P. Paris). Neu: Alles von den
Knicen abwärts, r. Arm ") l'cnis fehlt. Da» Ober-
teil des Stammes ist noch alt. 1, Arm einschließlich
der Stütze ungebrochen und Alles, sogar die Finger,
antik. Von der Binde sind keine Reste mehr in der
I. Hand erhalten. Der Kopf ist ebenfalls vollständig
antik, auch Nase, Lippen, Haarlückchen. Das Ganze
ist bis auf die Haare geglättet und zwar in neuerer
Zeit, was der antike Sinter in den Haaren beweist.
Die Binde hat keine .Saumlinie. Die freistehenden
Bindenteile waren nie in Marmor gearbeitet; denn
hinten sind an der Binde, wo sie geknüpft ist, keine
Bruchstellen, sondern eine antike AbschluUstelle.
Vermutlich waren diese Enden in Bronze angesetzt,
wie an dem neuen Barraccoachen Exemplare: Cata-
logo del Museo di scultura antica, Fondazioue
Barracco (1910), Nr. 107 (mit Abb.). Auf der Photo-
graphie der Rückseite (1584) glaube ich liuks ein zu-
geschmiertes Stiftloch zu sehen, ungefähr an der
gleichen Stelle, wie am liarraccoschen Kopfe.
Vortreffliche charaktervolle Arbeit, auch iui
Rücken. Der Marmor ist wühl peutelisch.
Die Madrider Statue steht als Copie auf der
gleichen Stufe wie der Kasseler Kopf. Sie ist eine
Umsetzung in den Mannorstil, freier, gefälliger,
aber weniger getreu. Für die von Hauser aufge-
worfene Frage, ob Apollon oder Athlet, lehrt sie
nichts Neues.
1585-87. Nackte inännl. Statue. H. 66.
B. 39. Klein, Praxiteles, S. 402 ff.; l’raxiteliscbe
♦) Die Vermutung von Ada Mavjglia im Hüll com.
XXXIX (19t l)p p- 197 ff, der r. Arm könne alt sein, ist
darnach unbegründet.
Studien, S. 57 ff.; Kunstwart 1911, S. 143; Üsterr.
Jahreshefle XIV', 1911, 8 98 ff.; Bulle, der schöne
Mensch I *, S. 126 ff. Amelung, Berl. phil. Wochen-
schrift 1900,627. Lebensgroß. Stark geflickt. Neu:
beide Arme, Penis Im Hals viele Stücke eingesetzt,
hinten aber anschließender Bruch : Kopf also sicher
zugehörig. Ergänzt an ihm sind: Nase und Teile der
Ohren. An den Oberschenkeln, in der r. Knöchel-
gegend und am I. Fuß hinten neue Stücke. Auf
dem Bauch, 1. Oberschenkel und r. Schulter sind
Fehler des Blocks durch runde eingesetzte Zapfen
verbessert. Die Piinthe ist geflickt, aber alt. Anf
ihr sitzt ungebrochen der Pfeiler, der in seinen
oberen Partien stark und mehrfach ergänzt ist.
Der Kopf der Herme war iu zwei Teile gespalten,
die trotz der verschiedenen Färbung aneinander
zu paaseo scheinen und beide alt sind; ebenso
sind die wesentlichen Teile der Chlamys jedenfalls
alt. Das Ganze ist stark geputzt, aber nicht ge-
glättet. Sehr krystallinischer, feinkörniger Marmor
Gute Arbeit, aucli im Rücken.
Klein (Praxiteles, a. a. O.) hat eine nur in einer
Zeichnung von Cavaieriis erhaltene Statue als
Wiederholung der Madrider Figur erkannt. Die
verschollene Statue hielt auf dem 1. Arm ein
nacktes Kind. Eine Wiederholung dieses Kindes
glaubt Klein in einer Figur des Thennenmuseuma
nachweisen zu können. Wie indessen die Ver-
suche mit Abgüssen ergeben haben, ist das Kind
zu groß im Verhältnis zum Träger. Ferner sind,
wie bereits Helbig (Führer1, II, 1103) gesehen hat,
die Beine des Dionvsosk indes in der Zeichnung
nach der entgegengesetzten Seite gewandt als im
Marmor, und die Hand des Hermes erscheint an
diesem nicht, wie in der Zeichnung, am 1. Ober-
schenkel, sondern am I. Glutaeus. Zum Mindeeteu
also müßten wir weitgehende Uopistenfreibeitcn
annehmen. wenu wir das Kind iui Therinenniuseutu
! einer Replik der Uavalcriisschen Gruppe zuschrei-
ben wollten. Offenbar Recht hat hingegen Klein in
seiner Identification der ZeiclinuDg mit der Ma-
drider Figur: die Chlamys allein beweist dies.
Furtwängler (Herl. phil. Wochenschr., 5. Mär»
1898) hält die Figur für die Wiederholung der
Gruppe des älteren Kcphisodot: „Mercuriua Libe-
rum patrem in infantia uutriens“. Vorausgesetzt,
dali das Kind nicht etwa nur dem Zeichner oder
einem Restaurator der Renaissance seine Ent-
stehung verdankt, halte ich Furtwänglers An-
nahme für wahrscheinlicher, als Kleins Zuweisung
an Timarchos, einen Sohn des Praxiteles. Denn
wenn auch eine spälpraxitelische Figur, wie der
sog. Autiuou» vom Belvedere (deu Furtwängler,
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Madrid.
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Meisterwerke, S. 571 f., den Söhnen dee Praxiteles
zugewiesen hat), in der Körperbildung noch sehr
viele polykletische Elemente bewahrt hat und sich
darin der Madrider Statue an die Seite stellt, so
ist doch andrerseits das liewegungsmotiv der letz-
teren wesentlich befangener und zurückhaltender,
gebundener sogar noch als das des sog. Periboütos.
bei der Betrachtung des Kopfes wird man zunächst
auch an den Antinoua vom Belvedere erinnert;
doch scheint, falls man der einen Replik trauen
darf, das llaar strenger und einfacher stilisiert,
weniger gelockert, die .Stirn nach der älteren Weise
sehr hoch zu sein. Mit der Eirene freilich sind
die Berührungspunkte nicht sehr eng; indessen
scheint nichts im Wege zu stehen, eine Tätigkeit
des älteren Kephisodot noch in der Mitte des
4. Jahrhunderts anzunehmen. Auch die Stilisierung
der Uhlamy» weist entschieden auf eine dem praxi-
teliscben Hermes oder der oben Nr. 1527 veröffent-
lichten Dionysosstatue vorausliegende Zeit. — Eine
Replik vermutet Amelnng in der verschollenen
Satyrstatue der Sammlung Mattei: Clarac 704 D,
1683 B.
1588—92. Sog. Grnppe von Ildefonso.
H. 67. B. 28. Fr— W 1665. Hauser, Ncuattieche
Reliefs, S. 184. Anm.l. Fr. Beckett, Den Kgl. Afstoeb-
ningssamling, Kopenhagen, Nr. 950. Bethe, Arch.
Ans. 1898, 8. 8 ff. Furtwängler, Meisterwerke,
8. 468 f. Derselbe im Bull. d. J. 1877, p. 154.
Br— Br 308. — Ehemals in Villa l.udovisi (Schrei-
ber, Katalog, S. 30).
a) Tatsächliches. Der Antlnouskopf, von
madiger Arbeit, gehört sicher nicht zu. Neu. Nase,
ganzer Hals, r. Teil des vorderen Oborschädels bis
zur Stirn. Hinten, wo der antike Torso und der
Kopf direct ohne zwischengesetztes HalaBtUck zu-
sammenstoden, sieht man die Niehtzusammenge-
hörigkeit deutlich: Schnitt; außerdem müßten die
Kopflocken sich noch irgendwie auf dem Hals fort- i
setzen. Am . Antinous“ ist ferner nen der r. Arm mit
.Schale. Der I. Arm von der Schulter bis unter-
halb des Ellenbogens war gebrochen und ist wahr-
scheinlich auch modern. Sein auf der 1. Schulter
des „Polyklet" liegender Unterarm ist alt; wahr-
scheinlich auch die Hand, an der der Zeigefinger
gebrochen war; der kleine Finger ist neu. Der
Marmor am »Antinous* war an mehreren Stellen
geplatzt: die Risse sind jetzt verschmiert, ober-
halb der r. Brust Mannortlicken eingesetzt. Heide
Unterbeine vom Knie ab scheinen neu (Bruch-
llächen übcrschroiert). R. Fuß und L Zehen sind
sicher alt und sitzen ungebrochen auf der Plinthe;
ob der hintere Teil des 1. Fußes, der Uber dem
Knöchel mit Schnitt an die moderne Wade an-
stößt, antik ist oder nicht, läßt sich nicht ent-
scheiden; seine Bruchstelle gegen die antiken
Zehen hin ist verschmiert. Über dem r. Knöchel,
zwischen Fuß und moderner Wade, ist ein Stück
zwischengesetzt von einer zweiten Ergänzung,
ln den modernen 1. Unterschenkel ist unterhalb
des Knies ein 8tttck eingesetzt, das noch antik
sein könnte. — Der Altar steht ungebrochen auf
der antiken Plinthe. Auf der Oberseite derselben,
am äußern Rand, hinter dem Altar, ist ein ziem-
lich breites und tiefes, offenbar modernes Loch.
Das Mittelstitck des brennenden Fackelteils sitzt
alt und ungebrochen auf dem Altar: also ist die
Fackel richtig ergänzt. Es ist sogar möglich, daß
ein großer Teil ihres vorn geputzten, mehrfach
gebrochenen Schaftes antik ist. — Ebenso ist es
wahrscheinlich, daß der ganze r , im Oberarm ge-
brochene Arm (einschließlich der Hand) des .Po-
lyklet* antik ist; es ging eine Stütze vom Fackel
Schaft, der ungebrochen in der R. ruht, zum r.
Oberschenkel hinüber, wo jetzt noch Reste des
Puntellos zu sehen sind. Der an der 8chnlter
und unterhalb des Ellenbogens gebrochene 1. Arm
des .Polyklet* ist ebenfalls antik. In der Hand
sind noch Rette des Fackelschaftes erhalten, dessen
andere Teile neu sind. Der Kopf des .Polyklet“
ist ungebrochen und intact bis auf einige Blätter
des Lorbeerkranze«. Zahlreiche Reste rotbrauner
Färbung in dem fast unberührten Haar. Das r.
Ohr ist etwas geschwollen. Der r. Unterschenkel
ist von unterhalb des Knies an neu, der Fuß
aber, der ungebrochen auf der Plinthe steht, alt;
die Bruchstelle oberhalb des Knöchels ist ganz
verschmiert. Der 1. Fnß steht ebenfalls unge-
brochen auf der Plinthe. Das I. Unterbein ist
wahrscheinlich von oberhalb des Knöchels bis
unterhalb des Knies modern (.Schnitt, nicht Bruch).
Hinten sind im Unterbein mehrere Stücke einge-
setzt. — Die Basis der Koraiigur steht unge-
brochen auf der Plinthe und schließt ohne Bruch
an den 1. Unterschenkel des .Polyklet* an. Die
Figur selbst ist einmal oberhalb ihrer Fiiße ab-
gebrochen gewesen; bei diesem Bruche ist das
hintere Stück Ihrer Basis sammt den darunter und
daneben befindlichen Teilen der Plinthe und dein
untersten hinteren Teile ihres Gewandes und dem
Gewandstück unterhalb ihrer I. Hand verloren
gegangen und ergänzt worden. Die Füße und
das Unterteil des Gewandes vorn hingegen sind
alt uud sitzen ungebrochen auf der Basis. Am I.
hinteren Oberschenkel des .Polyklet“ unterhalb
der Glutäen, wo die Figur ebenfall« gebrochen
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Madrid.
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war, ist ein Ansatzstück ihres Gewandes erhalten
Ihr Kopf war im Hals gebrochen, ist aber alt und
zugehörig; nur die freistehenden Lockentcile sind
neu. Im Übrigen ist die Figur Intact. ln der R.
scheint sie einen Apfel zu halten.
Vortreffliche Arbeit, auch auf der Rückseite.
b) Ergebnisse. Die mehrfach geäußerten
Zweifel an der Zusammengehörigkeit der ganzen
Gruppe haben sich bei genauerer Untersuchung
nicht bestätigt. Korafigur, „Polyklct“ und Altar
gehören sicher zusammen. Der größte Teil des 1.
Arms des „Antinous* und seiue Unterbeine sind
zwar neu, so daß die Figur an keiner titelte Bruch
auf Bruch ansitzt. Aber da die 1. Hand und die
Hauptteile der Füße antik sind und ihre Verbin-
dung mit dem Torso sich ungezwungen ergibt, da
außerdem Größe und Marmor des .Antinous* über-
einstimmen, so ist die Annahme, daß ein Pasticcio
der Renaissance vorlicgc, so gut wie ausgeschlossen
Bereits üethe a. a. 0. hat im Wesentlichen das Rich-
tige beobachtet
An eine Beziehung der Gruppe auf Antinous
ist nicht zu denken, da der Kopf des .Antinous“
nicht zugehörig ist. Für seinen Körper ist der
praxltelische .Sauroktonos benutzt. Die Figur des
.Polyklet“ geht nach Furtwängler (Meisterwerke,
8. 463 f.) auf eine, in weiteren Repliken nicht er-
haltene Statue eines Knabensiegers des polykle-
tischen Kreises zurück, die dem Westmacottschen
Athleten sehr nahe gestanden haben muß. Die
Anordnung des Haares ist der des Doryphoros so
ähnlich, daß man sogar die Frage aufwerfen kann,
ob nicht die ganze Figur erst eine dem Copisten
zu verdankende Combination aus dem Westmacott-
schen Athleten und dem Doryphoroskopfe ist Die
Haltung der Anne wäre dann, wie am .Saurok-
tonos“, erst für die Gruppe zurecht gemacht
Die Verbindung der beiden Figuren zu einer
Gruppe ist, wie man seit Langem glaubt, in dem
Kreise der „l’aslteliker“ vorgenomraen worden
Die Vorzüglichkeit der Arbeit, die man z. B. an
dem Kopfe des „Polyklet“ schätzen kann, weist
ebenfalls auf jene Zeit. Aus der Decoration des
Altars läßt sich kein genaueres Kriterium zur Da-
tierung entnehmen (siehe Altmann, Römische Grab-
altäre, S. 60). „Es wird zu leicht vergessen, daß
die meist als bloße Pasticcios leichthin abgetanen
Gruppenbildungen, wie die von Ildefonso, des
Menelaos u a., Formlösungen ersten Ranges dar-
stellen. Hinter ihnen steht ein Künstlertum, das
zwar durchaus erfindungsarm ist, aber seine Va-
riationen und Verbindungen vorhandener klassi-
scher Leistungen mit eminentem künstlerischen
Takt ausführt“ (Ludwig Curtius, Jahrbuch d. J.
1904, XIX, S. 69).
Die Deutung der Gruppe hängt von der Be-
nennung der polykletischen Figur ab. Sie löscht
mit der Rechten die Fackel auf dem Altäre aus
(die Fackel in der linken Hand bleibt besser un-
berücksichtigt, da ihr Altertum von anderer Seite
bestritten worden ist). Von einem Anzünden der
Fackel kann keine Rede sein, da auf dem Altar
kein brennendes Feuer erhalten ist. Man bat des-
halb in der Figur einen Todesgenius erkennen
wollen; in gleicher Weise sind mehrere Repliken
des Eros von Centoccllc durch Weglassen der
Betlügelung und Hinzufügung der Fackel in Todes-
dämonen umgewandelt worden. Der Lorbcer-
kranz freilich findet bei einer derartigen Figur
keine Erklärung. Andererseits widerspricht das
Idol der Deutung auf einen gewöhnlichen Sterb-
lichen. Wie bei den übrigen Gruppen des par-
teiischen Kreises bleibt auch hier die Deutung in-
folge der Unbestimmtheit der Action ungewiß (vgl.
Furtwängler, Ann. d. J. 1877, p. 156, Amn. I).
1 593 — 98. Nackter Knabe. II. 69. Nach
diesem 1,34 m hoch. ß.85. Revue arch. 1901,11,
pl. XIX— XX, p.316 (Pierre Paris); 1905, II, p. 103ff.
(Mahler). Ergänzt: Beine von den Knieen abwärts,
Plinthe und Stamm, r. Arm mit Lorbeerzweig,
Flicken in der 1. Schulter. L. Arm und Hand sind
bis auf Teile an den Fingern alt. Der Kopf ist
vollständig intact. Geputzt. Gute Arbeit.
Während Pierre Paris die Statue ins 4. Jahr-
hundert versetzt und dem Euphranor frageweise
zuschreibt, gehört sie nach Mahler an die Seite der
ilestia Giuatiniani. Ich halte diese Datierung für
irrig. Die Bewegung des I. Armes findet sich
zwar auch schon an dem älteren Werk. Aber
die Behandlung des Körpers ist von einer in der
Mitte des 5. Jahrhunderts nicht denkbaren Weich-
heit. Pierre Paris, Hinweis auf Furtwänglers
„Euphranor“ trifft in der zeitlichen Ansetzung des
Stückes jedenfalls das Richtige; auch die Eirene
des Kephisodot bietet Vergleichnngspunkte. Das
Haar, dessen Anordnung der Mode des 5. Jahr-
hunderts entspricht, fallt an den Seiten und im
Nacken in künstlich gedrehten I/rcken herab, die
sich von den natürlich gewellten, z. B. des Dorn-
ausziehers oder des Niobidenknaben mit dem
Pädagogen bestimmt unterscheiden. Sie entspre-
chen vielmehr dem Lockentoupet griechisch-ägyp-
tischer Köpfe hellenistischer Zeit (Afrika, Isis,
Portraits). Der Dargestellte ist danach auslän-
discher, wohl afrikanischer Herkunft. Mahler hätte
bei seiner Datierung an den Librs puer teneus
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tabellam des Pythagoras erinnern können. Eine
ähnliche Verbindung von ägyptischer Frisur mit
Form-Elementen der 1. Hälfte des 4. Jahrhunderts
zeigt ein einer Gewandstatue der Loggia dei Lanzi
(D. 559) aufgesetzter weiblicher Kopf. Vgl. auch
E— A 1363 4.
1599—1601. .Schlafgott “ H. 70, danach
1,12m hoch B. 84. Beinach Rep IV, 257, 3. Neu:
Plinthe, Stamm bis auf das oberste Drittel, Unter-
beine. Der r. Arm (Schulterstück neu) und der 1.
Unterarm waren gebrochen, sind aber alt und zu-
gehörig; beide Hände neu. Den Kopf (neu : Nase)
hielt Hübner für modern. Ich habe ihn vor dem
Originale für antik gehalten, kann aber bei ge-
nauerem Studium der Photographie erneute Zwei-
fel nicht unterdrücken. Gute Arbeit. Falls der
Kopf zugehörig ist, würde die Restauration der
Figur zu einem Schlafgott das Richtige treffen
(vgl. Furtwängler, Bull. d. J. 1877, 158). Kürper-
bildung und .Standmotiv weisen auf die Zeit der
zweiten attischen Sehule.
1602. Sog. Narkissos. H. 71. B. 124.
Reinach, Rep. IV, 56, 4 Neu: Unterbeine, Stamm,
Plinthe, 1. Arm von der Mitte des Oberarms ab, r.
Arm (Hand alt). Kopf war gebrochen, ist aber zu-
gehörig; neu ist Nase und r. Oberschädel Recht
gute und sorgfältige t'opie des von Furtwängler,
Meisterwerke, S. 483 ff., behandelten Typus.
1603. K nieender Perser als StUtzfigur.
H 73. B. 208. Reinach, Rep. IV, 292, 1 Hoch
0,66 in. Die Statue ist stark verschmiert, so dail
die Constatierung der Ergänzungen schwierig ist.
An der Plinthe sind die Aulienränder und vorn
ein großes Stück neu. Neu sind ferner die rechte
Hand mit dem Modius, der selbst wieder ergänzt
ist, und die Spitze der Mütze Der Kopf scheint
gebrochen gewesen zu sein, ist aber wohl alt und
zugehörig. Beide Arme von Schulter bis Hand-
wurzel sind vom Torso getrennt gewesen. Die
Fügen sind zum Teil verschmiert; sie machen
eher den Eindruck von Schnitt als von Bruch.
Doch schien mir der Sinter, der auf den Armen
sitzt, gut und alt zu sein. Die Qualität des Mar-
mors ist bei der jetzigen Aufstellung in schlech-
tem Eichte schwer constatierbar. Die Arbeit ist
roh. Über den Typus hat zuletzt Bulle in den
Einzelaufnahmen 502/3 gehandelt, wo auch unsere
Statuette S. 44 links oben erwähnt ist.
1604. Statue eines römischen Prinzen.
H. 75. B. 166. Clarac 916 A, 2336 A. Hoch 2,25 m
Neu: Kopf, r. Arm, 1. Unterarm. Von der Plinthe
ist nur die Partie um den rechten Fuß und den
Stamm herum alt. Das I. Bein war im Knie ge-
brochen und ist alt bis zur Mitte des Unterschen-
kels. Auf den Schultern Bindenreste. — Im be-
kannten Prinzentrpus der iuliscb-daudischcn Zeit
(vgl. E— A 332 und 869). Gute Arbeit, modern
übergangen
1605. Statue des Augustus. H. 78.
B. 170 t 'lar.ro 916A, 2337 A. Bernoutli, Rom.
Ikon. (I, 1, S. 39, Nr. 63 Neu: fast das ganze
Unterteil der Figur von den Knleen abwärts und
die Hände. Das Halsstück ist zwischengesetzt,
der Kopf aber wegen der übereinstimmenden
Falten der über den Kopf gezogenen Toga zu-
gehörig. Er ist von vortrefflicher Arbeit, nur
durch die abscheuliche Ergänzung von Nase und
Oberlippe stark verunstaltet. Die Statue ist, als
datierbare Togafigur, nicht ohne Wert. Vgl. den
neugefundenen Augustus der Via I.abicana Bull,
com. 1910, tav. VII.
1606. Panzerstatue. H. 81 ; nach diesem
2,06 m hoch B. 168. Clarac 916 B, 2504 A Ber-
noulli, Köm. Ikon. II, 1, 153. Journ. of Hell. Stud-
VII, p. 132, Nr. 47. v. Rohden, Bonner Studien,
S. 15. Ergänzt: außer Kleinigkeiten au Gewand
und Füßen, der Kopf, die Arme, das Mittelstück
des I<eibes. Die Zugehörigkeit der Beine zum Ober-
körper ist infolgedessen nicht beweisbar, aber nach
dem Erhaltungszustand wahrscheinlich. Der Pan-
zerschmuck besteht aus einem Tropaion, das von
zwei Victorien mit Schilden geschmückt wird.
1607 — 09. Statue einer Römerin. H. 83.
B. 164. Clarac 834 A, 2090 A. Neu: 1. Fuß, untere
Enden des Gewandes, kleiner Teil r.am r. Fuß, Plin-
the, r. Unterarm, 1. Schulter, 1. Arm und Hand, viele
einzelne Gewandteile. Die Figur ist aus zwei
Teilen gearbeitet; der Schnitt geht oberhalb des
Himations quer über den Bauch. Der Kopf, mit
der Eückchenfrisur der sogen. Agripplnatypen
und dem Nackenschopf der iulisch-claudischeu Zeit
(Stück des Halses vorn neu, sonst iutact, auch
die Nase), war zum Einsetzen in eine Statue be-
rechnet. Seine Zugehörigkeit ist wahrscheinlich;
denn auch die Behandlung der Gewandung weist
wie Hehler (Röui. weibl. Gewandstatuen, S. 163 f.)
ausgeführt hat, in jene Zeit.
1610. Sitzender Greis. H. 84 B 160
(von diesem fälschlich für modern gehalten). Cla-
rac 848 A, 2148 B Hoch 0,68 m Neu: Kopf,
r. Hand, der ganze untere Teil der Figur; alt
sind aber, entgegen Hübners Angaben, Lehne und
Kissen des Stuhls Die Statuette steht dem Typus
zweier Figuren der Biblioth&que nationale sehr
nahe: der Bronze Babeion 853 und der Silber-
statnette aus Bordeaux Nr. 3104 (Giraudon 290).
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Madrid.
Der Kopf der letzteren hat grolle Ähnlichkeit mit
dem einen der vier Bronieportraits aus Livorno im
Florentiner Museo archeologico (Amelung, Führer
271), von welchem die Londoner, Karncadcs ge-
nannte Herme (Catalogue Ul, Nr. 1835) eine Wieder
holung sein könnte. Diese Portrait« sind ans der
Zeit des Hermarch.
1611. Zeuskopf. H 86. B 57. Überlebensgroß
Neu: Nase, Hals, Büste, Lippenteile Ausdrucks-
lose Arbeit nach einem Vorbild des 4 Jahrh.
1612/13. Replik des Kopfes der
Athena Velletri. H. 92. B. 49. Furtwängler,
Meisterwerke 8. 306, Anm. 5. Hoch 0,62 tu. Neu
Nasenspitze, Ohrenteile, Vorderstück des Helms,
eine Locke an der Stirn links. Vorderseite stark
geputzt. Der Kopf ist in der jetzigen Aufstellung
zu sehr nach hinten geneigt.
1614/15. Helios kopf. H. 94, B. V Neu:
Nase, Bruststück, Flicken im Diadem links. Ge-
putzt. Hinter dem Diadem Löcher für Strahlen.
Zu vergl. die Heliosuietope von Troia und der
Venezianer Kopf D. 98.
1616,18. Doppelkopf der Io oder
Isis. H. 95. B. 91. Neu, die Nasen. Zum Ein-
setzen hergerichtet. Über der Stirnbinde zwei
Hörnchen, über die Verbindung von Isis mit
Io siehe Drexler in Roschers myth Lex. s. v. Isis
Sp. 489. Vgl. auch E — A 524.
1619/20. Hera kl cs köpf. H. 96. B. 58.
Neu: Brust, Nase, Lippen, Kinn, Ohrläppchen,
Flicken im Hals und an der I. Braue. Geschwol-
lene Ohren; Efeukranz. Etwas modern geglättet.
Wie es scheint, eine mäßige, durch die starke
Restauration wertlos gewordene Wiederholung
des Herakles Lansdowne.
1621 — 23. Jugendlicher bekränzter
Kopf H. 97. B. 50. Neu: Bruststück, Nase
und Kleinigkeiten in Haar und Kranz; auf der
Rückseite etwas verwaschen. Längs des Kranz-
zweiges im Haar mehrere Löcher, offenbar für
einen Metallschmuck; bestanden die Blätter des
Kranzes teils aus Marmor, teils aus Bronze'/
Die Haartracht des Vorderkopfes stimmt mit der-
jenigen der Mclpomenc aus der vaticanischen
Musengruppe überein; in Neigung und Ausdruck
stellt sich der Kopf indessen mehr zu den auf
Eupbranor zurückgcführten als zu praxitelischen
Werken.
1624/25. Bärtige D i o n y sos h e r m o.
U. 98. B. 70. Neu . Nase, Unterlippe, Ohronteilo,
Unterteil des Bartes. Sehr verwaschen und geputzt.
Archaisierende Schöpfung des 4. Jahrhunderts, un-
gefähr aus der Zeit des praxitelischen Sardanapal.
1626. Weiblicher Kopf H 106. B. 71.
Halblebensgroß. Neu: Brust, Nase, Kleinigkeiten.
Dem Basler Apoll Steinhäuser verwandt
1627. „FInßgott“maske. H. 108. B 349.
Nett: Unterteil der Nase; nach Hübner auch der
Mund Für die Deutung verweist mich Hauser auf
den Bronzekopf des Grafen Zichy, den Furtwängler,
Sitz.-Ber. der bayer. Akad. 1897, Tafel XI/X1I,
S 140 fT., publiciert und auf Quirinus gedeutet hat
1628:29. Kolosaalkopf des bärtigen
Herakles. II. 109. B. 56. Neu, Herme, Nase,
vorderer Teil der W ulstbinde. Sehr verwaschen
und geputzt. Geschwollene Ohren. Rohe Arbeit
nach einem Vorbild des 4. Jahrhunderts.
1630. Bärtiger Uerakleskopf. H. 110.
B. 334. Neu : Büste und Nase Im Haar liegt ein
Reif. Starke Bohrerarbeit. Offenbar ein Portrait
unter dem Bilde des Herakles, wie die Replik des
farnemschen im Palazzo Pitti (Br— Br 284), und
ungefähr aus der nämlichen Zeit (zweite Hälfte
des 2. Jahrh. n. Chr.).
1631. Kopf des bärtigen Herakles.
U. 111. B 346. Neu: Henne, Oberlippe, Nase.
Wulstbinde im Haar. 4. Jahrhundert. Flüchtige
und schlecht erhaltene Arbeit.
1632. KinderkOpfchen. H. 114. B. 73.
Neu: Büste. Nase, Kinn. Scheitelliechte und Stirn-
löckchen. Gute Arbeit nach einem Vorbilde der
beginnenden hellenistischen Zeit
1633,34. Kopf der knidischen Aphro-
dite. H 116. B. 54 Klein, Praxitelea, S. 252,
b, 5. Neu : Büste und Nasenspitze. Geglättet und
übergangen. Hals und Kopfneigung sind alt Gute
Arbeit.
163536. Weiblicher Kopf. H. 117?
B. ? Der Kopf ist sehr hoch anfgestellt, und ich
habe ihn nicht ans der Nähe untersuchen können.
Neu, nach Ausweis der Photographie : Büste, untere
Hälfte der Nase, r. Unterlippe, Flicken über dem
r. Auge und im Haar vorn rechts. Der schöne
und vorzüglich gearbeitete Kopf scheint dem von
Amclung, Führer Nr. 173 und E— A 364—366 be-
sprochenen Typus sehr nahe zu stehen.
1637. Replik des Kopfes vom Silen
mit Bacchuskind. H. 119. B. 75. Klein, Praxi-
teles, S- 396, Anm., Nr. 5. Neu: Herme, Nase,
Teil des r. Ohres. Die Pupillen sind in der Manier
des ausgehenden 2. Jahrhunderts angegeben. Späte
und abscheulich verhunzte Arbeit.
1638 — 40. Behelmter altertümlicher
Jünglingskopf auf nicht zugehöriger Büste.
H. 123. B. 72. Stark, Sächs. Her. 1864, Tafel I.
Dilthey, Rhein. Jahrb. LIII, 38 f. Michaelis, Arch.
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Zeit. XXXIV, 1876, 8. 154 f. Cavaceppi, Kaccolta II, j
21. Reinaeh, Ri-p. IV, 111, 1. Ehemals im Besitz
von Azjira, der ihn von Cavaceppi erworben hatte.
Die Büste ist aus ganz anderm Marmor als der
Kopf. Nach der Photographie (atn Original habe
ich leider den Tatbestand nicht untersucht) scheint
sie aus einer Statue hergerichtet zu sein, ähnlich
wie die Berliner Büste Arch. Anz. 1903, S. 31,
Nr. 7, und dor Venezianer Asklepios D. 341. Sie
mag von einer Zeusstatue, wie die Leydener aus
Utica (Reinaeh, RFp. II, 1, 5, 5), stammen. An der
Büste ist die Nase der Medusenmaske und der
rechte Arm ergänzt. Am Kopf ist die Nase und
der größte Teil des Helmes neu. Er ist sehr ver-
waschen und geputzt. Stilistisch ist er so tiau
und ohne prägnanten Ausdruck, zum Teil durch
die Schuld seiner mangelhaften Ausführung, daß
es schwierig ist, ihn einer bestimmten Kunstschule
oder gar einer bestimmten Meisterindividualität
zuzuschreiben. Die Bildung der Lucken an den
Schläfen links erinnert an diejenige des Neapler
Kopfes E— A 606/6. Der Londoner Kopf 1752
(Phot. Manuell 1151) ist ihm nabe verwandt; ob
Replik, bleibt zn untersuchen. Dieser Kopf wird
in London vermutungsweise dem Kresilas unge-
schrieben.
1641/42. Athenekopf. H. 124. B. ?
Treu im Text zu Brunn-Bruckmann, Tafel 591,
Anm. 10. Neu: Nase, Kinn, Helmbusch. Hals und
Büste. Geputzt Helmschmuck: seitlich Greife,
vorn Ornament. Das Haar ist hinten aufgenommen.
Überarbeitete Replik des der „Sappho Albani*
im Conservatorenpalast aufgesetzten Atbenakopfes
(E— A 450 51; Treu a. a. 0 , Fig. 3 u. 4). Dieser
Kopf ist der Athene aus der myroniachen Marsyas-
gruppe nächstverwandt und geht wohl ebenfalls
auf ein Werk des Myron zurück. Als dritter
hierhergehöriger Athenatypus sei das bekannte
Relief der .Trauernden Athens“ von der Akro-
polis genannt.
1643—45. Dop p e I h er m c a n g e b 1 1 ch
von Epikur und Metrodor. 11. 147. B. 103.
Rernoulli, Griecb. lk. II, S. 126, 26. Neu: Unter-
teil der Herme und die Nasen. Gänzlich geputzt.
Wie Bemoulli richtig bemerkt hat, ist die Ähn-
lichkeit mit den sicheren Portrait« des Epikur nnd
Metrodor nicht genügend, um die alte Benennung
zu rechtfertigeu. Doch gehüren die Köpfe in
diese Zeit. Repliken von 1644 (nach G Lippold):
1) München, Residenz, E— A 963.
2) Capitol, Filosofi 81.
8) Venedig, Dütscbke Nr. ?
4) München, Privatbesitz Fragmentiert.
1646—48. Doppelherna der Aphro-
dite und des Eros H. 148. B. 26. Fr-W
1609. Dort die ältere Litteratur. Furtwängler,
Meisterwerke. S- 98 ff. Die Herme war in der
Mitte durchgesägt; die Teile gehören aber offen-
bar zusammen. Bis auf die Nasenspitze der Aphro-
dite sind die Köpfe im übrigen intact. Die Ober-
fläche ist etwas verwaschen. Die Arbeit ist sorg-
fältig, aber höchst geistlos. Die beiden in der
Herme vereinigten Typen werden von Furtwängler
anf Pheidias zurückgeführt, über die Aphrodite
siehe zuletzt den Text zu Br-Br Tafel 576; zu
den von Furtwängler aufgezählten Exemplaren
des Eros sind hlnzuzufügen : 1. Bei Senator Monte-
verde in Rom, E— A 138/39; der Arbeit, nicht
der Erhaltung nach wohl das beste Exemplar.
2. Genf, Museum, E— A 1868/69, von geringer Ar-
beit 3. Doppelherme in Villa Doria-Panfili, beider-
seits der nämliche Kopf; gänzlich verwittert und
zerstoßen.
1649- 50. Bärtige Herme. H.150. B. 15.
Ergänzt die Herme mit der Inschrift APIETOPA-
XH£, Nase, Hälfte der Brauen, Unterteil der Stirn,
Lippen, Ohreu. Ganz verwaschen Repliken
1 Nimea, E-A 1410/11. 2. Uffizien, E-A 868/69.
3. Nach Jonbin zn E— A 1410 11 ein Kopf im
I-ouvre, Fr. 213. Das beste dieser Exemplare, der
Kopf in Nimea, zeigt in der Behandlung des seit-
lichen Haupthaares große Verwandtschaft mit
dem Kasseler Apoll.
1651-52. Bärtige Herme. 11.155. B.98.
Neu: Kleinigkeiten an der Herme. Nasenspitze.
Geputzt Repliken: Capitol, E— A 448/44, und
eine zweite, etwas abweichende in Stockholm
(Lagrelius III, 63). Eine weitere nach G. Lippold
in Schwerin. Um die Mitte des 5. Jahrhunderts.
1653. Bärtiger Grieche. H 157. B. 14.
Ncn die Henne mit der Inschrift ZHN'AN K1TFEYX
und die Nase Ganz schlecht erhalten. Sonst un-
bekannter Typus des 3. Jahrhunderts v. Chr-, etwa
ans der Zeit des Dcmostbenesportraits.
1654. Herme eines bärtigen Griechen.
U. 165. B. 96. Bernoulli, Griech. Ik. II, S. 16.
Kaibel, I.G.Sic. etU.211*. Völlig übergangen; nir-
gends mehr antike Oberfläche erhalten. Neu (nach
Hübner): Stück oben im Schädel, Nasenspitze,
Stück im 1. Backenknochen, r. Ohr, Stück an der
1. Seite der Herme, und die Inschrift : 1XOKPA (ins).
Nach G. Lippold Replik der beiden Köpfe im Ca-
pitol: Arndt 581— 84. Dem von Bernoulli, Griecb.
Ikonogr. II, S. 151 nnd 182, besprochenen, fälsch-
lich Karncades genannten Typus (Uffizien D. 497)
> verwandt und, wie dieser, aus helleuistischer Zeit
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Madrid.
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1655. Bärtiger Grieche. H. 171. B. 94.
Bernoulli, Griecli. Ik. I, S. 26, Amn 4, Nr. 8. Neu:
Kleinigkeiten seitlich an der ilerme und die Nase.
Geputzt Replik des sog. Apolionius von Tyana.
1656/57. Bärtige Herme. H. 172
B. 55. Neu: Herme mit der Inschrift EAPAANA-
IIAAAQS, Hals, der ganze Hinterkopf mit Aus-
nahme eines Stärken, die I obere Hälfte des
Schädels, das Unterteil der Nase Alt ist also
nur die Maske des Kopfes, die ihrerseits in der
Mitte durcbgebrocheu war Repliken: 1. Lateran,
B— Sch 374. 2. Ebenda 380. 3. Torlonia 34. 4. Ny-
Carlsberg 152. 5. Wien, aus Ephesos: Ausstel-
lung von Fundstllcken aus Ephesos, 1905, p 20
und 21; Phot Bosniak 415. 6. Louvre: Clarac
1086, 2760 C. 7 Villa Medici: M-D 1689 = Phot,
d röm. Inst. 1042. 8. Eine weitere, angeblich aus
Athen stammende Replik war 1911 im Pariser
Kunsthandel. Vgl. auch Monumeuti del Museo Gri-
tuani tav. II u. VIII. — Nr. 1 hat als Gegen-
stück eine jugendliche Herme (vgl. E—A 422/23 und
Text zu Ny-Carlsberg, PI. 69/60;, die anscheinend
auf den nämlichen Künstler zurilckgeht; derselbe
hat am Ende des 5. Jahrhunderts gelebt
1658. Bärtiger Grieche, H 187. B. 18.
Bernoulli, Griech. Ik. I, 8 167. Am Kopf sind
neu: Nase und StQck auf dem vorderen Ober-
sehädel. Die Stirn war abgeplatzt, ist aber antik
und zugehörig: sie besteht aus demselben rot
gesprenkelten Marmor wie der Kopf. Der Kopf
gehört nicht zu der mehrfach gebrochenen, aber
antiken Büste: das Halsstäck ist zwischengesetzt,
der Marmor verschieden. Die Büste ist hinten
wenig gehöhlt; starke Mittelstutze. Auf dem
BUstenfuß vorn die Inschrift:
TCTAT€IAICJ
CCWT^CJ (Rasur)
ie?ei
n-Ai a io c
ANAKYN AA ?A},0X
(Kaibel, I. G. Sic. et It. n° 1087). Mit Apices
Der Name Anakyndaraxes ist persisch. Die 1.
Brust iBt von einem Fell bedeckt, das auf der
Schulter geknüpft ist. Der Chiton hat oben eine
große Quedcr. Die Büste ist griechisch, aus ba-
drianiseber Zeit; sie stammt aus Rom. Der auf-
gesetzte l’ortraitkopf ist dem Euripides entfernt
ähnlich; er wird im Portraitwerk besonders ver-
öffentlicht werden
1659 — 62. Kopf, dem Dioinedes ver-
wandt. H. 189. B. ? Paul Herrmann bei Furt-
wängler, Meisterwerke, S. 316, Anm 2. Neu:
Bruststück und Nasenspitze. Die rote Farbe auf
den Augäpfeln ist modern. Geputzt. Der 1. Kopf-
nicker ist gespannt, also ging der Kopf zur r.
Schulter. Der Kopf ist ein interessantes Beispiel
für die Freiheit, mit der die römischen Copistcn
berühmte Originale umgewandelt haben. Im Bart
ist noch die strenge Behandlung der einzelnen
Löckchen ziemlich gewahrt; das Haupthaar hin-
gegen ist vollständig umstilisiert und Polykle-
tischem angenähert, so auch in der Partie um den
Wirbel. Daß der kreeiläische Diomed aber ur-
sprünglich zu Grunde liegt, ist nicht zu bezwei-
feln. Den Übergang zwischen den strengen
Copien und dieser Umgestaltung hier bildet der
Kopf im Orto botanico: E—A 809 10, an welchem
die strenge Stilisierung der Haare des Originals
bereits verlassen ist. Daß der Diomedkopf in
römischer Zeit starker Beliebtheit sich erfreute
und von den Copisten mit großer Freiheit ver-
wendet wurde, zeigt auch die interessante Koloseal-
statue des Palazzo Odescalchi in Rom- M — D 1028,
E—A 2058 —60, wo er, in den Formen abge-
schwächt und modernisiert, mit einem Torso
j polykletischer Art ungebrochen verbunden ist.
1663 64. Jugendlicher Römer. U. 197.
B. 121- F-W 1644. Bernoulli, Röm. Ik. II, 1, S. 39,
Nr. 67, Fig. 8; S 152. Nen: Hals mit Teil des
Hinterkopfs, Büste, Nasenspitze, großer Fleck io
der I. Wange. Nach Hübner und Fricderichs-Wol-
ters Tiberius, nach Bernoulli Augustus. Schla-
gende Ähnlichkeit mit keinem der beiden vorhan-
den; dem Typus nach aber dem inlisch-claudischen
Kaiserhaus angehörig.
1665. Küste eines Bärtigen. 11. 214.
B. 185. Der Kopf (ergänzt: Nasenspitze und Ohren-
teile; aus antoninischer Zeit; von Hübner ohne
Grund für modern erklärt) gehört nicht zur Büste.
Dieselbe ist interessant wegen des vorn an Stelle
der Inschrifttafcl angebrachten, auf einem Blitz-
bündel stehenden Adlers. Sic trug offenbar ehe-
dem einen Kaiserkopf; ihrer Form nach gehört
sie in die gleiche Zeit wie der ihr jetzt aufge-
setzte Kopf.
1666/67. Kopf des Drusus minor. H. 227
B. ? Bernoulli, Röm Ik. II, 1, S 201, Nr. 2.
Neu: Büste, Nasenspitze, Teil des r Ohres.
Geputzt
1668. Kopf eines unbärtigen Römers.
H. 230. B. 390. Neu: Büste, Hals, Nase, Ohren,
Nackenhaar. Zeit des Nero
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1669—70. Büste eines unbärtigen
Römers. H. 231. B. 115. Der vollständig un-
versehrte Kopf sitzt mit Schnitt iu der llalsgegend
auf der Büste auf. Beide Teile bestehen nicht
aus Marmor, sondern einem kalkstcinähnlichen
Materiale. Antik zusammengehörig können sie
nicht sein; denn Stil von Kopf und Büste, an
welcher Kuß und Inschrifttafel sicher neu und ans
weißem Marmor sind, passen nicht zueinander:
jener ist republikanisch, diese aus der zweiten
Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr. Dem Gedanken,
die Büste sei in neuerer Zeit zu dem antiken
Kopf hinzugearbeitet, widerspricht seine vollstän-
dige Unversehrtheit sowie das auffallende Material
Wir haben es also offenbar mit einer sehr ge-
schickten Fälschung der Renaissancezeit zu tun.
1671/72. Bärtiger Portraitkopf. 11.246.
B. ? Neu: Nase, Partieen an beiden Ohren,
Hals. Die Zugehörigkeit der ztim Teil antiken
Büste ist ungewiß. Der Kopf ist von Interesse,
weil er physiognomisch dem Typus des sogen.
.Julianus Apostata“ (Portraitwerk , Register zu
Tafel 1—760, S. 46; Taft. 681—686) nahesteht
Der Arbeit nach gehört er in das Ende des 2. Jahr-
hunderts n. Chr.
1 673, 74. Bärtiger Dakerkopf mit
Mütze. H.262. B.387. Grauer Marmor. Die Brust
ist neu; der Kopf war quer durchgebrochen, istaber
sonst intact. Vorzügliche Arbeit traianiecher Zeit.
1675/76. Weibliche Büste mit der
Frisur der Julia Titi. H. 264. B. 117. Ber-
noulli, Rom. lk II, 2, S. 40 u. S 60. Neu: Nasen-
spitze, beide Ohrenpartien, Teile am Büstenfuß.
Wichtig wegen der ganz erhaltenen Büste. Hin-
ten hohl mit frei gearbeiteter hoher Stütze.
1677 78. Kopf einer Römerin. H. 282.
B. 137. Neu : Hals, Büste, Nase. Geputzt. Ich habe
den Kopf, an dessen Altertum ich, wie Hübner, nicht
gczweifclt habe, wegen seiner seltsamen Frisur
aufnehmeu lassen. Mitten durch das Haar geht
eine aus zwei dünnen Haarzöpfen bestehende Art
von Keif; die rund um deu Obcrschädel laufenden
Streifen indessen scheinen aus Stoff zu bestehen
(rechts als Binden charakterisiert, links ganz glatt).
Nach der Behandlung des Fleisches würde ich
den Kopf am ehesten in neronisch-othonische Zeit
setzeu. Auch der Mangel der Pupillenangabe
spricht für Ansetzung in vorhadrianische Zeit.
1679. Kopf einer Ziege. H. 283. B. 83.
Auf der Unterseite jetzt glatt abgeschnitten, ur-
sprünglich aber wohl von einer Statue summend.
Neu: Hörner, Ohren, Kleinigkeiten. Vorzügliche
Arbeit Vgl. British Museum 2129.
1680—82. D r e I a ei t ige n e u a 1 1 is e h e
Basis. H. 284. B. ? Das Oberteil ist neu;
die Photographien zeigen deutlich den Umfang
der Ergänztmg.
1680. Ein Jüngling mit flatterndem Haar, in
jeder Hand eine Flöte (V); vor ihm ein AlUr mit
brennender Flamme.
1681. Herakles (?), jugendlich, in der L. die
stabäbnliche Keule haltend, mit der nur zum Teil
erhaltenen R. winkend (Hübners Ansicht, die Hand
habe die Apfel gehalten, bestätigt sich vor dem
Original nicht).
1682. Apollon, die Leier spielend, die auf
einer kannelierten Säule aufruht.
Die Reliefs, die unzweifelhaft antik sind, haben
mit einer Reihe .neuattischer* Sculptnren in
Motiveu und Einzelformen altertümelnd manierierte
Züge gemein, die uns heute durchaus unantik an-
muten und bei manchen dieser Monumente schon
den Godankcn an neueren Ursprung nahegelegt
haben.
1683—86. Vier ncuattische Reliefs
mit Darstellungen von Maenaden. H. 286.
B. 42, 43, 46, 46. Winter, 60. Berliner Winckel-
mannsprogramm, 1890, S. 97 ff., Tafel II und III.
DieMaaße: 1683: 1,42m hochjobere wie untere
Breite 0,79 m. 1684: 1,406 m hoch; untere Breite
0,79 m, obere Breite 0,80 m. 1685: 1,425 m hoch;
untere Breite 0,81 m, obere Breite 0,78 m. 1686:
1,385 m hoch; untere wie obere Breite 0,76 m. —
Die Tiefe der Platten ist verschieden; da sie
an der Wand befestigt sind, kann man nicht
fcatatellcn, ob ihre Rückseiten etwa abgemeißelt
sind. Die untere Ablaufplatte ist bei allen vier
Reliefs vorhanden; die obere fehlt bei 1683 und
1686. Bei 1686 sicht man deutlich, daß sie weg-
gemeißelt worden ist; bei 1683 hingegen ist sie
bestimmt niemals vorhanden gewesen ; sie ist auch
nicht etwa im Uanzcn wcggenoumien worden,
da die Platte in der Höhe mit den übrigen Uber-
einstimmt. Trotzdem, und trotz der kleinen
Maaßdifferenzen, gehören alle vier Platten gewiß
zusammen. Sie bestehen aus demselben, anschei-
nend nicht sehr feinkörnigen pentelischen Mar-
mor und haben denselben Erhaltungszustand. Sie
scheinen längere Zeit dem Regen ansgesetzt ge-
wesen zu sein; die besonders beschädigten Stellen
sind dann geputzt und leicht übergangen worden.
An andern Stellen sitzt noch der antike Sinter,
in mehreren Faltcntiefen rötliche Farbspureu, die
ich für antik gehalten habe. Die Wölbung der
Platten ist außerordentlich gering; nur bei 1686
ist sie etwas stärker. Von einem Puteal können
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Madrid.
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die Platten unmöglich herrühren: dasselbe müßte
einen kolossalen Durchmesser gehabt haben. Für
die Reconstruction des Monuments ist zu be-
achten, daß bei 1683 der obere Ablaufrand nie
vorhanden war — eine plausible Erklärung für
diese Abweichung vermag ich allerdings nicht
zu geben An den Außenrändcrn von 1684 und
1636 befinden sich Dübellöcher und Micher für
Metallstifte. Dieselben rühren anscheinend eher
von einer Befestigung der Platten in neuerer Zeit
her, da die Außenränder den Eindruck moderner
Bearbeitung machen.
Ergänzt .sind (außer Kleinigkeiten):
An 1683: die NaBe, ein größeres eingesetztes
Stück am linken Qlutaeus, das äußere Ende der
Platte rechts von unterhalb der rechten Hand
abwärts. Ueslcht und Haar sind geputzt. — An
1684: die Nasenspitze und Flicken in der Wange.
Wenig geputzt. — An 1685: in der I. untern Ecke
ein Stück des Reliefgrundes und des Gewandes.
Der Kopf stark geputzt. — An 1686: nur un-
wesentliche Kleinigkeiten Das Haar und am Thyr-
sos der Pinieuapfel sind unberührt.
Die Reliefs enthalten so viele auffällige Einzel-
heiten, daß ich längere Zeit ihren antiken Ur-
sprung in Zweifet gezogen habe. Bei 1683 fällt
der gänzlich unmotivierte Efeuzweig hinter dem
Haupte auf; befremdlich mutet ferner das Über-
gehen des Chitons in ein Uundsfell an. Auf 1686
wird das Tympanon nicht von der L. gehalten,
sondern erscheint Idnter ihr. Auch an 1686 ist
die als Schweinsfell behandelte Chlamys sehr selt-
sam stilisiert. Aber diese Seltsamkeiten genü-
gen nicht, um die Reliefs als Fälschungen der
Renaissancezeit zu erklären Zu dem Tympanon
von 168f> bietet das Relief 899 in Villa Albani
(Zoüga, Bassiriiievi 1, 19 links; Phot. Alinari 27676),
von welchem unten noch die Rede sein wird und
das bestimmt antik ist, eine vollkommene Analogie.
Das Hundsfell an 1683 verdankt nicht, wie man
meinen könnte, einer Überarbeitung seine Entsteh-
ung. Man erkennt zwar links vom Kopfe des Hun-
des eine Einarbeitung wie von einer weggemeißel-
ten .Stelle; aber die Klauen des Felles sind antik
und unberührt, und an der Schulterklaue sitzen
gute alte rote Farbspuren. Außerdem kehrt das
Fell entsprechend bei der Wiederholung der Figur
auf dem Florentiner Relief D. 610 (E— A 378;
Rrogi 9645) wieder. An 1686 ist auf jeden Fall
eine moderne Herrichtung vorgenommen worden,
da die obere Ablaufleiste weggemeißelt worden ist;
wenn auch Haar und Thyrsosapfel unberührt ge-
blieben sind, so ist das Gesicht doch geputzt wor-
den; bei dieser Gelegenheit könnte der Ergänzer
sich auch an der Chlamys vergriffen haben. Doch
mahnt das Beispiel von 1683 zur Vorsicht; auch
dieses Fell wird eher antik sein.
Winter a. a. 0. hat vorgeechlagen, in dem
bekannten Maenadenrelief vom Esquilin im Con-
servatoreupalaste einen Teil des nämlichen Monu-
mentes zu erkennen, dem die vier Madrider Platten
angehört haben. Abgesehen von der Verschieden-
heit des Stiles — das römische Relief einfach,
charaktervoll; wenn nicht Original, so doch von
der Qualität eines solchen; die Madrider Platten
Hau, kleinlich, unruhig, Copien mit allen Miß-
verständnissen des Älteren, wie sie auf neuattischen
Werken sich häufig finden — widerspricht der
äußere Befund dieser Combination ; die Höhe ist
zwar ungefähr die gleiche, verschieden aber ist
die Breite, der obere Ablauf und vor Allem die
Rundung der Platten, die an den Madrider Stücken
viel geringer ist. Den Gedanken, daß die beiden
stilistisch übereinstimmenden Reliefplatten in Villa
Albani (Ptaott. Alinari 27 574/6), an deren Alter-
tum nicht zu zweifeln ist, zu der Madrider Serie
gehört haben könnten, habe ich wieder aufgegeben,
da die eine der beiden Figuren sich auf den Ma-
drider Platten wiederholt; Genaueres über diese
Albanischen Reliefs wird die 9. Serie der E— A
bringen, für weiche die gesammten Sculptoren der
Villa Albani aufgenommen worden sind.
1687 Neuattisches Relief mit Satyr
und Maenade. H. 286. B. 90. Hoch 0,70 m,
breit 0,67 m Hauser, Neuste Reliefs S. 18, No. 23.
Die unteren Ecken wareu gebrochen und scheinen
neu. Hausers Vermutung, der Thyrsos im Felde
rechts sei durch Überarbeitung entstanden, be-
stätigt sich vor dem Originale nicht Der Backen-
riemen für die DoppelHöte des Satyrs (yopßtid)
wird durch ein zweites, oben Uber den Kopf
laufendes Band festgehalten (s. von Jan in Bau-
meisters Denkmälern s. v. Flöten, S. 666). Die
bekannteste Wiederholung der beiden Typen ist
du Neapler Relief Inv. 6726 (Guida Ruescb,
No. 281). Ihr Vorbild muß in der Mitte des
4. Jahrhunderts entstanden sein; der Kopf des
Apollon mit der Gans ist die nächste Parallele
zu demjenigen der Maenade.
1688. Neuattisches Relief mit Satyr
and Maenade. U. 287. B. 27. Hoch 0,61 m.
breit 0,62 m. Auf der linken Seite Bind die obere
und die untere Ecke neu. An beiden Seiten fehlt
ein Längsstreifen oder cs schlossen weitere Platten
an. Sicher echt; guter Sinter, ln Villa Albani
befindet sich eine Replik der Platte im Gegensinne
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Madrid.
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(Zimmer des Aesop, No 948; Znega, Baaslrillevi II,
Tafel 82; P — W 1883). Aus dieser geht hervor,
daß der Gegenstand, den der Satyr mit der Linken
faßt, ein Schelleobaum war, ein von drei über-
einandergceetztcnschellengeschmückten metallenen
.Schallbecken gekrönter Stab. Jahn (Kottabos
auf Vasenbildern: Philologns XXVI, S 237)
vermutet darin ein Gerät des Kottabos, da der
Satyr ja mit der liechten dieses Spiel treibt.
Vielleicht stehen auch die drei maiskolbenähnlichen
Stacheln auf dem Haupte des Satyrs mit diesem
Spiel im Zusammenhang. Die Maenade hat an
beiden Handgelenken Schlangen — Feine, aber
outriertc Arbeit. Die Figur der Maenade erinnert
ln Manchem an die Aphrodite Kallipygos.
IG89. Fragment eines runden Ge-
fäßes mit bakchischer Darstellung.
H. 288. U. 128. Nur das Mittelstflck ist antik.
Jugendlicher Dionysos nach r., von einem kleinen
Satyr gestutzt, von einem größeren, der die Flöte
spielt, gefolgt. Die Rechte de« Dionysos scheint
ein (Überarbeitetes) Rhyton gehalten zu haben,
über die Wiederholungen des Typus hat Amelung
zu Gabinetto delle maschere 438 gehandelt.
1690—93. Pnteal m i t b a k ch i s che n
Scenen. H 289. B. 173. Neu: der unterste Block
der Basis, sowie der obere Abschluß und an-
schließende Teile des Reliefs. Zu HUbners Be-
schreibung sind nur Kleinigkeiten hinzuzufUgen.
Der nach r. hin tanzende Satyr (1692) hält in der
R. einen Kantharos. Am Fuß der Pinie r. vom
Silen, der von zwei Satyrn gestützt wird, kriecht
eine Eidechse Dieser Silen (1693) hat kein Ziegen-
fell, sondern einen gefransten Mantel um die Hüf-
ten, Unter dem rechten der beiden Satyrn liegt
ein Pedum. Der „ältere ziegenflißige Satyr“ ist
Pan. Er trägt nicht im 1. Arm ein Böckchen,
sondern Bocksfell und Pedum. Am Dionysos ist
das Vordergesicht neu; ebenso am Ampetos. Zu
den Filßen des Dionysos der Panther. Der Satyr
mit dem Schlauch auf der Schulter (1691) steht
nicht unter der Säule mit ergänzter Vase, son-
dern rechts von dem Satyr, der die Priapherme
schmUckt. An dem ihm gegenUberstehenden Sa-
tyr, der die Doppeltlote bläst, ist das Gesicht neu.
— Flache und etwas verriebene, aber ursprüng-
lich feine Arbeit Eine moderne Copie in der .
Galeria dei candelabrl des Vaticana No. 134a
(Ilelbig II*, 360). Neuattische Arbeit nach hel-
lenistischen Motiven. Vgl. Hanscr, neuattische
Reliefs, S. 93, No. 18c und S. 136 ff.
1694-96. Eiförmiges Gefäß mit Ken-
taur« n kä m pfen II 291 B. 803. Ergänzt: Fuß
und Deckel; einzelne Partien Übergangen. Zu
der Beschreibung bei HUbner ist zu bemerken:
1694. Der Jtingling hält in der L. die Schwert-
scheide. Der Kopf des Kentauren ist überarbeitet.
1696. Im r. Unterarm des Kentauren ist ein Stock
neu eingesetzt. — Die Composißon ist nicht für das
Gefäß erfunden, sondern geht offenbar auf ältere
Vorbilder zurück ; darum sind die einzelnen Scenen
etwas auseinandergezerrt und matt
1697. Relief mit fünf Frauen. U. 293.
B. 131. Größte Breite 0,62 m, hoch 0,46 m. Das
Relief ist derartig übersebmiert und aus alten und
neuen Bestandteilen zusammengeetückt, daß es vor
gründlicher Reinigung uud Auseiuandernehmung
wissenschaftlich nicht verwertbar ist. Die Fignr
der rechts oben auf dem Felsen Liegenden erinnert
an die Statue der Ariadne, die beiden andern Liegen-
den an Eumenidenfiguren auf Orestessarkophagen.
1698. Stier in Hochrelief. H. 335. Da-
nach 0,70 m hoch, 0,96 m breit B. 6. Reinach,
Rep. IV, 482, 2. Hühnere Krgänzungsangaben
scheinen richtig ; doch ist das Stück derartig ver-
schmiert, daß vor genauer Reinigung präcise An-
gaben nicht möglich sind. Auf der linken An-
schlußfläche ist die Platte gerauht; auch sieht
man an der linken 8eite im Grunde jenseits des
Schweifes den Rest eines querliegenden Stammes (?)
und darüber einen pnntello; daraus geht hervor,
daß links die Darstellung auf einer anstoßenden
Platte sich fortsetzte Auf der rechten Seite fehlt
der äußere Teil der Reliefplatte; doch beweist
eine Einarbeitung im Leibe des Stieres, daß an
dieser Stelle etwas anschloß. Genaueres ist bei
der derzeitigen Aufstellung nicht constatierbar. —
Die in Madrid als Pendant aufgestellte Knh
(H. 336) ist ebenfalls außerordentlich geflickt und
verschmiert. Hübners Ergänzungsangabensclieinen
zu stimmen. Die rechte Anscblußfläche ist ge-
raubt; links scheint Ende zu sein. Die Rückseiten
beider Reliefs sind glatt.
Ich bedaure, daß ich nicht auch das Relief
mit der Knh habe aufnehmen lassen. Denn Amelnng
(Röm. Mitt. XXIII, 1908, 8 5, Anm. 1) hat darauf
aufmerksam gemacht, daß der Stier in Maaßen
und Stil merkwürdig entsprechend in einer römi-
schen Reliefserie wiederkehrt, deren einzelne Be-
standteile er scharfsinnig lieransgcfundcn hat und
zu der auch eine linkshin gewendete Kuh gehört
hat. Jedenfalls wird es durch diesen Vergleich
sehr wahrscheinlich, daß auch in Madrid Kuh und
Stier von jeher Pendants waren. Die Zugehörig-
keit aller vier Stücke zum gleichen Monumente
ist allerdings nicht beweisbar.
4
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89
Madrid.
40
Für die Deutung der römischen Fragmente
ist die Lösung noch nicht gefunden worden. |
Amelungs Vermutung, daß Kuh und Stier irgend
eine Beziehung zu Isis und Serapis gehabt haben
mögen, halte ich wegen des Mangels von Abzeichen
an diesen Tieren, die auf ägyptischen Cult deuten
würden, für nicht plausibel.
1699. Eber. Relief ans weißem Marmor auf
moderner grauer Platte. II. 337. B. 8 Rein ach,
Rep, IV, &03, 1. Neu: Ohr, Stirn, Schnauze, die
Beine und der vorspringende Untersatz, auf dem
sic stehen, der Kamm des Rückens, Flicken im
Bauch. Nach der Pupillenangabe aus dem Ende
des 2. Jahrhunderts n Chr. Das Gegenstück, einen <
nach rechtshin schreitenden Eber (H. 888), habe ich
leider nicht photographieren lassen. Mit den bei-
den Rindern II 33& und 330 (hier No. 1698) haben
diese beiden Eber nichts zu tun, da Marmor und
Arbeit verschieden sind.
1700 —1701. Büste eines Bärtigen. In
Madrid Maximino genannt Nicht bei H. B. 217.
Büste, Hals, Nase, Ohrenteile ergänzt; der größte
Teil des unteren Hinterkopfes ist angesetzt, scheint i
aber alt Die zittrige Arbeit der Haare macht
die Echtheit des Kopfes verdächtig; der Fälscher
muß Bich aber an ein antikes Heraklesbild des
vierten Jahrhunderts gehalten haben Ein Portrait
ist offenbar nicht beabsichtigt.
1702. Weiblicher Kopf. U. ?. B. ?.
Neu: die Büste. Sonst ohne Ergänzungen. Gänz-
lich geputzt. Halblebensgroß. Geringe, wohl
antike Arbeit im Stile des 4. Jahrhunderts.
1703. Büste eines Römers. Nicht bei H.
B. ?. Neu : unteres Stück der Büste und Teile der
Ohren. Die Nase ist alt Stark gereinigt. Aus dem
Anfang der Kaiserzeit.
Museo arqueologico.
Katalog von Don Juan de Dios de la Rada y
Delgado, 1883.
1704. Kolossaler Ebor(?). Delgado 2011.
Reinach, Röp. IV, 606, 4 . 0,95 m hoch, 1,65 m lang.
Grauer Granit. Über diese Tiere, die der Spa-
nier „becerro“ (Kalb) nennt und die sich zu Hun- j
derteu in Spanien gefunden haben, vgl. zuletzt !
P. Paris, Essai sur l'art et l’iudustrie de l’Espagne
primitive (1903) I, p. 56 ff. S. Reinach, Antiquites
nationales (1894), p. 255 ff. Sie werden als Grenz- .
steine oder Grabmonumente der vorrömischen Be-
völkerung aufgefasst.
1705—07. D re i Stierköpfe aus Bronze,
lnv 18453— Bö. Pierre Parin, a. a. O, I, p. 140 ff.,
Fig. 110—112 und pl. VI; liier die ältere Litteratur
und die Maasse. P. Baur, Auier Journ. of arch.
1907, p 188, Fig. 6. ln Costig auf Mallorca ge-
funden und 1895 erworben. 1707 ist von wesent-
lich kleineren Proportionen als die beiden andern,
etwa lebensgrossen Köpfe, die aber auch unter-
einander in den Maaasen nieht übereinstimmen.
Die HOrner, zum Teil auch die Ohren, sind be-
sonders angesetzt- Bei 1705 waren die Augen
eingelegt. An 1706 und 1707 ist das Haar graviert.
Hinten sind die Köpfe glatt abgesehuitten. Sie
sind nieht Teile ganzer Figuren, sondern waren
selbständig gearbeitet und dienten entweder als
architektonischer Schmuck oder als Votive. Die
nächsten Parallelen in mykenischer Kunst (vgl.
Jahrbuch d. J. 1911, S. 249 ff.; Furtwänglcr in der
Berliner phil. Wochenschrift 1905, S. 580).
1708 — 13. Seulpturen aus dem Cerro
de los Santo» in der Provinz Albacete in Siid-
ostspanien. Vgl. zuletzt Pierre Paris, Promenades
arch6ologiqucs en Espagne (1910), p. 45 ff. Zu der
dort p- 70 citicrten Litteratur ist hinzuzufügen :
Hoernes, Urgeschichte der bildenden Kunst in
Europa (1898), S. 466. Verhandlungen der Berliner
anthropologischen Gesellschaft, 1892, S. 69. Ameri-
can Journal 1907, p. 182 ff (Paul Baur) Athen. Mitt-
XXII (1897), S. 374, Anm. 2 (Fredricb). Hübner,
Jahrb. d J. XIII (1898), S. 114 ff. (die Figg. 6 und
7 sind im Gegensinne). Das Material sämmtlicher
Seulpturen ist Kalkstein.
1708. Statue einer reichbekleideten
Frau, die mit beiden Händen ein Gefäas vor dem
Leib hält. 1,35 m hoch. P. Paris, L’art ct l'io-
dustrie I, pl. VII, p 173; Promenades, pl. X. Hüb-
ner, S. 128, Fig. 6. Keinach, Rep. II, 652, 6. Del-
gado 3500.
1709. Drei ähnliche kleinere Figuren.
Links = Paris, Artl, p.206, tig. 191. Delgado
3501. Auf der Brust Halbmond, Stern und Sonne.
Mitte — Paris, Art 1, p. 179, fig. 147. Inv. 7624.
Rechts = Paris, Art I, pl. VIII, p 206. Hüb-
ner S. 131, fig. 7, rechts. Reinach, Rep. III, 186, 4.
Delgado 3502. Auf dem Gcfäas ein Widder.
1710. Desgleichen.
Links = Paris, Art I, p. 181, fig. 148; Pro-
menades pl. XL lnv. 7625.
Mitte = Paris I, p. 204, fig. 188. Hübner
S. 131, fig. 7, Mitte. Reinach, Rep. 111, 186, 3.
Inv. 3513.
Rechts = Paris, Art 1, p. 213, fig. 202. lnv.
7627. Sitzend, ohne Gcfäas.
1711. Torso eines Mannes im Himatiou.
Paris, Art I, p. 229, fig. 234; Promenades pl. XVI,
Mitte. Reinach, Rep. IV, 394, 2. Delgado 3512
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4t
Madrid.
42
1712. Fragment des Oberkörpers einer
männlichen bekleideten Figur. Auf der
Brust die Inschrift, die die Photographie deutlich
zeigt. Paris, Art 1, p. 22h, fig 290. luv. 7651.
1713. Fünf Köpfe. Von links nach rechts:
a) Paris, Art I, pl. IX links, p. 196; Prome-
nades, pl. XIV, Mitte. Inv. 7510.
b) Paris, Art I, pl. XI rechts; p. 244, No 15.
Inv. 7505.
e) Paris, Art I, pl. X bis, rechts und fig. 265;
p 243, No. 1; p. 256. Promenaden, pl. XIV links.
Inv. 7508.
d) Paris, Art I, pl. IX, rechts und tig. 275;
p.244, No. 12; Promenaden, pl. XlVrechts. Inv. 7513.
e) Paris, Art I. pl. X bis, links; p. 188. Inv. 7527-
Die Schöpfungen der einheimisch iberischen
Plastik*) reichen von der archaischen Epoche bis
in römische Zeit hinunter (s. auch Furtwängler
an der zu E— A 170Ö—7 angeführten Stelle).
Ihre Datierung im Einzelnen ist erschwert, weil
sich offenbar bestimmte Typen durch Jahrhunderte
hindurch erhalten haben Der Einfluss der ar-
chaischgriechischen Kunst ist unverkennbar.
1714. Stier mit gehörntem Menschen-
kopf aus Balazote bei Aibacete in Sildostapanicn.
Inv. 18529. Paris, Art I, pl. IV und fig. 92, p. 117 ff;
dort die Litteratur. P. Baur, Amor. Journ of arch.
1907, p. 187, Fig. 5. Kalkstein. Hochrelief. Nach
babylonischen Vorbildern
1715/16. Zwei Kalksteinfiguren, angeb-
lich ebenfalls ans dem Cerro de io« Sautos.
1715 = Paris I, p. 165. fig. 120. Delgado 3490.
Isis den Horns säugend.
1716 = Paris I, p. 165, fig. 122. Delgado 3509.
Rcinach, Rep. IV, 117, 2. Männliche Statue, ägyp-
tisierenden Stils.
Diese beiden Figuren gelten als Fälschungen,
deren zahlreiche unter die Funde des Cerro de
los Santos gebracht worden sind. Auch unter den
andern hier veröffentlichten Figuren bedarf wohl
die eine oder andere nochmaliger genauer Prüfung
ihrer Echtheit.
1717. Bronzestatuettc eines Kentauren.
Inv. 18586. Jahrb. d. J. 1898 (XIII), S. 122 (E.
Hübner). Paris, Art I, p. 113 ff., fig 88 und 89.
Dort die weitere Litteratur. Reinach, Rep. IV,
441, 3 Aus Rollos bei Caravaca in der Provinz
Murcia. 0,11m hoch. Archaisch-griechischer Import.
1718. Altertümlicher bärtiger Kopf.
Delgado 2760. Hoch 0,29 m Aus Athen, „encon-
*) Abgüüse einer grossen Anzahl dieser Scnlpturen
befanden sich in der archäologischen Ausstellung in Korn
1111.
trado en lasruinasdel tcniplo de Baco“ Pentelischer
Marmor Der Hinterkopf fehlt; vielleicht stammt
das Stück von einem Relief. Die Arbeit ist nicht
zu Ende geführt. Schnurrbart und .Fliege“, ebenso
wie die Augenlider, zeigen archaische Formenbe-
handlung. Vgl. etwa den Kopf io Athen: Furt-
wängler, Sammlung Somzöe, Text zu Taf. 2.
1719/20. Jünglingskopf strengen Stils.
Delgado 2769. Ehemals Sammlung Asensi; aus
Attika. Hoch 0,21 tu. Bläulicher, stark krystal-
linischer Marmor. Im Haar ein Reif; hinten der
Nackenschopf. Rohe Arbeit
1721. H crak lesstatuette. Delgado 2729.
Ehemals Sammlung Asensi; aus Athen. Hoch
0,49 m. Abbozziert. Jahrb. d Inst. XXVI (1911),
S. 31, No. 3. Reinach, R6p. II, 1,207,7. Einzel-
anfnahmeu IV, S. 57, zu No. 248 44. Pauly-Wis-
sowa s. v. Hageladas (l'fubl). Im Motiv der ludo-
visischen Herme, aber mit anderm Standbein. In
der Körperbehandlung und im Haar ebenfalls
deutliche Anklänge an den Stil der Herme.
1722. Bronzestat nette der Athene.
.Encontrada cerca de Sigttciiza (Guadalajara).
Donacion dcl Obispo di Sigilenza“. Hoch 0,67 m.
Reinach, Rip. II, 2, p. 799, 7. Sehr dicker Guss.
Hellgrüne, matte Patina. Hinten roh. Locale Ar-
beit nach einem Vorbild phidiasischer Zeit.
1723. Jüngling, Bronzestatuette. Delgado
2939 1821 in Santany auf Mallorca ausgegraben.
Hoch 0,495 m. Roher Guss. Die Pupillen waren
eingesetzt. Falsch anfgeetelit: zu sehr nach hinten
und nach links v. B. geneigt. Wahrscheinlich auch
etwas verbogen; die Bewegung deshalb nicht mit
Sicherheit zu bestimmen. Locale Verwässerung
eines polykletischen Vorbilds.
1724—30. „Puteal“ mit Darstellung der
A t hen ag e bu rt. Delgado 2691. 0,99 m hoch.
Ehemals in der Moncloa bei Madrid aufgestellt.
Ergänzt sind nur dis I. Schulter des Hcphaest, die
r. Ecke seines Beiles und der obere Teil von dessen
Stiel, ferner die rechte Kniepartie mit dem grössten
Teil des Beines der sitzenden Muse. Der Erhaltungs-
zustand des Ganzeu ist sehr ungünstig, die Arbeit
nicht besonders fein Veröffentlicht von R. v. Schnei-
der in den Abhandlungen des arch. eplgr. Semi-
nars der Universität Wien, 1880, Taf. I, S. 82 ff.
Vgl. Hauser, tfsterr. Jahresh. VI (1903), S. 99 ff.
Svoroiios, das Athener Nationalmuseum I, S. 205 ff.
Friederichs- Wolters 1862.
Wiederholung (auf ebener Rclieffläche) in
Schloss Tegel bei Berlin (ohne die Athene): F-W
1863 — 65; Schneider Taf I, 2, 2 a, 4; Hauser S. 98
und 99, Fig. 46—48. Die Platten mit Zeus und
4*
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43
Madrid.
44
Hephacst stammen ans Palazzo Rondanini und
wurden von Wilhelm v. Humboldt erworben. Die
drei Moiren wurden in der zweiten Hälfte des
18. Jahrhunderts in Villa Palombara bei S. Maria
Maggiore gefunden und 1809 von Krau v. Hum-
boldt aus Palazzo Massimi alle Colonne erworben
(nach F-W 1810 von W. v. Humboldt). Danach
ist die Zusammengehörigkeit beider Teile nicht
gesichert; ob auch die verschiedene äussere Zu-
richtung ursprünglich ist, entzieht sich meiner
Kenntnis. Wiederholung vom Kopf der sitzenden
Moire im Thermen-Museura: HauserS. 101, Fig. 49.
Die (Jomposition gliedert sich in zwei Teile:
die Geburtsscene und die Moiren. Es erheben sich
mehrere Fragen, Erstens: geht das Madrider Re-
lief als Ganzes, in seinen beiden Teilen, auf ein
älteres Original zurück ? Oder ist die Vorlage der
Geburtsscene zeitlich von derjenigen der Moiren
zu trennen? Oder endlich, hat der neuattische
Copist selbständig einzelne' ältere Typen zu einem
Ganzen zusammengestellt? Hauser erkennt in den
Reliefs die Wiedergabe des Altars des jüngeren
Kephisodot im Pirseus (300 v Chr.), dem er ferner
noch die zwei Platten mit den von ihm zusammen-
geatellten Horen und Agrauliden zuteilt Die Ge-
burtsscene hingegen ist früher mit dem Ostgiebc)
des Parthenon in Verbindung gebracht worden.
Die Verwendung der Figuren des Zeus und der
Athene auch in anderem Zusammenhänge*) lässt
die an dritter Stelle genannte Alternative als die
wahrscheinlichste erscheinen. Für eine Compilation
älterer Typen spricht auch das wenig charak-
teristische Motiv des Hephaest-Prometheus, für
den man einen Hermes, der in der Linken das
Kerykcion trug, als Vorbild annehmen mochte’*).
Der Beziehung der Geburtsscene auf den Par-
thenongiebel widerspricht, abgesehen von tatsäch-
lichen Schwierigkeiten (vgl. Sauer, Jahrbuch d. J.
XXIII, 1908, S. 101 ff.), auch der entschieden auf
etwas jüngere Zeit weisende Stil der Relieffiguren.
Ganz sicher nicht auf den I’arthenongiebel geht
die Grupps der Moiren zurück. Sie hängt formal
mit der Geburtsscene ebensowenig zusammen, wie
etwa die Gruppe der drei Musen auf der „Jenkins-
*) Zeus: Schneider, 8.41, Anm.so Athens: 8. so, Anm.se
{die Liste Ist allerdings der Sichtung bedürftig ; hinzazn-
filgan ein Relief im Pirzsua- Museum Ko 116. mit Pferd,
und die Statuette von Epidauros, Athen, K.-M. Ko. 274
Verwendet auch auf dem pergameniseheu Altar: vgl.
Winnefeld, Altertümer von Pergomon III, 2, 8. 2S5; von
Kalis, der Altar von Pergamon, 8. 45 ff],
*•) Dass die Zusammenstellung des Zeus und des
Hephacst auf der einen Tegeler Platte wiederkehrt, bew eist
nur, dass diese Combiuatiou im neuattischon Kreis, der
sie erfunden bette, beliebt war.
Vase“ in Marbury Hall (Michaelis, Anc. Marbles,
p. Ml, No. 36; Müller- Wieseler II, 37, 295; Hau-
ser, Keuatt. Reliefs, 8. 28, No. 34) mit der Dar-
stellung von Helenas Überredung durch Aphro-
dite. Die Zusammenstellung ist das Werk des neu-
attiseben Copiaten. Uanser hatte deshalb keinen
genügenden Grund, beide einem Originale zuzu-
schreiben. Aach stilistisch stehen die Figuren des
Puteais den .Horen“ and „Agrauliden* nicht so
nahe, dass man einen engeren Zusammenhang an-
nehmen müsste. Die Übereinstimmung der Maasse
ist nicht beweisend, da sich ungefähr entsprechende
Abmessungen bei einer Reihe verwandter Monu-
mente wiederfinden. — Auch nach Aufgabe der Be-
ziehung zum Parthenongiebel verdient die Figur
der Athene besondere Beachtung, da sie zweifel-
los auf ein berühmtes Original zurüekgebt. Com-
pliciert wird hier die Untersuchung dadurch, dass
die Wiedergaben zum Teil im Gegensinne auf-
treten, und zwar in zwei statuarischen Wieder-
holungen: Capitol (Helbig* 1, 513) and Epidaaros
(Athen, Nationalmnseum No. 275), und auf einem
attischen Relief (abgebildet bei Helbig a. a. 0-;
Schoene, G riech. Reliefs, Taf. 22, 96). Welche
Fassung die ältere ist, lässt sich nicht entscheiden.
1730. Innenbild der Schale des Aison:
Theaeus und Minotaurus. Aus Sammlung Sala-
manca; in Italien gefunden. Historia y Arte, Re-
vista mensual ilustrada, Madrid, 1895 (I), S. 32 ff.
mit Tafel (Jose Ratnon Molida . Antike Denkmäler
d. J. II, Taf. 1. Hanser-Furtwängler-Reichhold IU,
8. 50 ff., Abb. 21. — Die Aufnahme eines Vasen-
biides in unserer Pnblication findet ihre Recht-
fertigung in der engen Beziehung, in der die Fignr
der Athene zur gleichzeitigen Plastik, vor Allem
zur Athene Medici, steht.
1731. Re I ieffragm ent Delgado 2771
Weiblicher Kopf, wohl von einem griechischen
Grabrelief. Nach dem Katalog aus Almedinilla, Co-
lecciün Miro; nach mündlicher Mitteilung von D. Jos4
Kamen Mclida vielmehr aus Col. Asensl, aus Athen.
Dazu stimmt der pentelische Marmor. Durch Brand
etwa« geschwärzt. 1. Hälfte des 4. Jahrhunderts.
1732 33. Kopf der .Sappho“. Inv. 16820.
Hoch 0,27 m Stark graublauer Marmor. Durch
Farbspritzer verdorben. Gewöhnliche Arbeit. Re-
pliken: 1. Rom. Vatican, Gal. geografica 1128.
Phot Moscionl 20314: Bernoulll, Gricch. Ikon. 1,
S. 67, Abb. 11. 2. Mir nur aus einer alten kleinen
schlechten Photographie bekannt. Eine dritte Wie-
derholung im Museo Kirchcriano (Inv. 3925; Phot.
Alinari 28386), aus schwarzem Basalt, schien mir
modern, ebenso wie ein im Münchner Knnstbandsl
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45
Madrid.
46
befindliche« Exemplar, das zum Mindesten arg
überarbeitet iat. Der Typus ist zu scheiden von
dem etwas jüngeren der Sappho Albani (Ber-
noulli, Gr. Ik. I, p. G6.)
1734. Statue des Dionysos. Delgado2707.
Hoch 1.75 m. In Kom vom Mariiuis v. Salamanca
erworben. Aus der Nahe von Cales. Bull, nap.,
N. S. VII, Tav. XIV, l; p. 185. Rcinach, Rep. II. 1,
114, 4 = 120,1 = IV, 66, 4. Unter der r. Hand ein
weggebrochener Puntello. Am 1. Arm innen und atu
Hitnation I. Reste des Thyrsos, der neben dem
1. Fusa aufgestützt war; am 1. Oberarm vorn Rest
einer Stutze, die zu seinem oberen Knde ging. Die
L. fasste ihn in Scbulterhühe. Die gesenkte R.
hielt Schale oder Kanne, zu der der Panther auf-
blickte. Die Plintbe ist vorn profiliert ; sie trägt
zahlreiche, anscheinend antike, rote Karbepuren.
Schultcrlocken und kurze Locken im Nacken. Der
RUcken iat angelegt. Der I. Kopfnicker ist etwas
gespannt. Bauch und Brust sind sehr flach behandelt,
die Schultern herausgepreast. Im Körper eine merk-
würdige Drehung: das I, Bein etwas vor und nach
aussen, der Oberkörper zur 1 Seite gewendet, der
Kopf hingegen nach derr- Schulter blickend. Un-
gewöhnlich lange Beine. Stilistisch wohl am ehesten
dem Dionysos von Tivoli an die Seite zu stellon.
1735- Fragment eines griechischen Vo-
tivreliefa. Delgado 2751. Bethe, Arch. Anz. 1893,
8. 8. Hoch 0,37 m, breit 0,20 ni. Pentelischer Mar-
mor. Gewiss attischer Herkunft. Sitzende Frau
nach rechts, die FUsse auf Fussbank. Diesseits
von ihr der SpeisetiBch. Altar Stehender grösserer
Adorant. Kleiner Opferknabe mit Schwein. Offen-
bar Rest eine* Totenmahls. Vgl. z. B. Svoronos,
Nationahuuseum, Taf. XC, No. 1532; XCIII, 1539;
XCIV, 1538.
1736. Weibliche kopflose Statue. Del-
gado 2740. Keinach, Rep. II, 677, 10. ln Rom
durch den Marquis de Salamanca erworben. 1,17 m
hoch. Der Kopf war eingesetzt. Schulter- und
Nackenlocken. Viele Licgefalten. Aus der Zelt
der „Polyhytnnia“ der vaticanischen Musengruppe
(Helbig’I, No. 277). Zu vergleichen sind auch
Terracotten, wie Winter II 46, 6 und 47, 6.
1737. Kopflose weibliche Statue. Del-
gado 2741. Reinach, Rep. II, 678, 1. In Rom vom
Marquis von Salamanca erworben. 1,15 m hoch.
Kopf, r. Arm und 1. Unterarm waren besonders an-
gesetzt. Der I. Unterarm ging nach vom Keine
Spur von Nackenhaar. Durchscheinendes Unter-
gewand. Heklcrs Typus XXI (Münchner arch
Stud., SS. 176 und 228) verwandt, und wie dieser
aus dem Ende des 4. Jahrhunderts.
1738. Fragment einer Gruppe. Delgado
2715. Reinach. Rep. II, 63, 6= IV, 71, 6. Aus
Italien bei Sevilla; dann im naturhistor. Museum.
Identisch mit Hübner 511 ? 0,40 m hoch. Bläulicher
Marmor. Rückseite roh. Der Satyr (Spitzohren
und Fell) schritt mit dem 1. Beine weit aus,
während er den Kopf zur r. Schulter zurückwendet.
Im I. Arm schultert er das Pedum (Rest auf
Schulter und am Oberschenkel); der r. Arm war
erhoben. Er wird von zwei weiblichen Annen
(Armband am r. Oberann) umfasst, die ihn an sich
zu ziehen suchen. Offenbar Rest einer Gruppe von
Satyr und Hermaphrodit, und zwar von derjenigen
Auffassung, wo der Satyr widerstrebt. Genaue
Repliken sind nicht bekannt. Vgl. Herrmann bei
Roscher s. v. Hermaphrodit, und Pagenstechcr, Ca-
leniache Reliefkerainik, S. 38. Rohe Arbeit.
1739. Statuette des Pan. Delgado 2716.
Aus Italic* bei Sevilla; Coli. Mirö. Reinach, Rtq>. 11,
68,4. Hoch 0,52 m. Brunnenfigur: die Spitzam-
pbora ist durchbohrt Pinienkranz im Iiaar. Auf
der 1. Schulter Fell, das zum Teil auch die Am-
phora bedeckt Der Zeigefinger der r. Hand ist
erhoben: Pan schant, dass das Wasser an die
richtige Stelle läuft. Als Sitz ein Fels. Replik in
Hannover E-A 1072=Rciuach, Rep. III, 21, 6.
1740. Statuette eines Satyrs mit
Schlauch. Delgado 27 14. Bethe, Arch. Anz. 1893,
S. 8, No. 26. Reinach, R6p. IV, 72, 4. In Rom
vom Marquis von Salamanca gekauft 0,67 m hoch.
Der Kopf (neu: Nase und Kinn) war gebrochen,
ist aber zugehörig Pinienkranz. Satyrobren und
Satyrschwauz. Am Stamm Lagobolon. Variante der
bekannten Neapler Bronze: luv. 111495; Guida
Ruesch 815.
1741. Statuette des Marsyas. Delgado
2713. Reinach, R6p. II, 56, 7. Aus Attica (Samm-
lung Asensi). 0,47 m hoch. Intact Im Rücken Rest
des Baumes. Im Kopf von dem statuarischen Typus
abweichend. Möglicherweise von eineui Sarkophag.
1742 links. Fragment eines runden
Marmorgefüsses: Unterteil einer von hinten
gesehenen weiblichen Figur, wohl einer Mänade.
Delgado 2697. Aus Sammlung Salamanca. 0.34 in
hoch. Vgl. die ähnliche Figur auf dem Sarkophag
der Glyptothek Ny-Carlsberg No 777.
1742 rechts. Unterteil der Statuette
eines Knaben mit Fischen. Delgado 2753.
Reinach, RFp. IV, 285, 8. Früher im Naturhisto-
rischen Musenm. 0,27 m hoch. Sitzt auf Fels.
L. ein Korb, von dem Reste vorhanden sind; die
I. Hand hielt vier Fische an einer Schnur. Kobe
Arbeit.
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Madrid
48
1743. Tischfuss. Deigado 2824. Au» Samm-
lung Salamanca. 0,85 m hoch, grösste Länge 0 95 in.
Auf der einen Seite ein bärtiger Kentaur (Spitz-
obren. Löwenfell auf 1. Schulter; ab: r. Art», I. Un-
terarm, r. Vorderbein) Auf der andern (die au»
räumlichen Gründen damals nicht gut aufnehtnbar
war) ein jugendlicher, au» den Wellen auftau-
chender Triton mit langem Kischschweif (ab beide
Arme). Elegante Arbeit früher Kaiserzeit. Zu ver-
gleichen da» entsprechende Neapler Stück : Guida
Kueach 531 = Inv. 6672.
1744. Kelieffr ag me n t. Deigado 2745. Von
Rada y Deigado in der Nähe von Troia erworben
(aus Sammlung Calvert ? ?) Ca. 0,70 m hoch, 0,72 m
breit. Der Marmor parisrhem verwandt. Der kurz-
iockige Kopf des Reiter» war von vorn gesehen.
Seine R liegt auf dem Kopf des Pferdes, die L. hielt
einen Bronzezügel (Stiftlöcher in der Schuauze und
auf dem Hais des Pferdes) Ein unter dem Bauch
gegürtetes Keil als Sattel. Chlamys Uber dem
Panzer. Sandalen. Der Kussgänger, in kurzem
Chiton uudlangerChlamys,seukt in der Rechten den
Speer. Die Arbeit des Relief» ist gewiss noch grie-
chisch. Der Gedanke, es könne zu den Mctopen
de» Atbenatempeis von Ilion gehört haben, ist,
obwohl die Maasse flbereinstimmen, wegen der
Verschiedenheit des Stiles abzulehnen. Die unge-
wöhnliche Grösse und Schwere des Streitrosses
lässt die Vermutung erwägensw ert erscheinen, ob
nicht Alexander auf dctu Bukephalos dargestellt
ist Die Aufzäumung der bekannten Neapler Bronze
Statuette (Portraitwerk 479/80) ist identisch.
1745. H ellenistiBch es G ra brelicf. Del.
gado 2838. Geschenk des Konsuls Spiegelthal in
Smyrna. Hoch 0,63 m, breit 0,42m Kleinasiatischer,
leicht bläulicher Marmor. Die I. Hand der Kran
liegt auf der r. Schulter der neben ihr stehenden
Dienerin. Auf dem Pfeiler jenseits von dieser ein
Aufsatz mit den Resten eines Tieres (Schu’anz und
rechte Hinterpfote), etwa einer Katze wie auf dem
Grabrelief von Salamis Br-Br 513.
1746 — 51. Puteal mit bacchischen
S c e n e n. Deigado 2708. In Rom vom Marquis von
Salamanca erworben *) Hoch 1,03 m. Das Monu
ment ist stark ergänzt. Vom oberen Kranzgesims
ist nur ein kleines Stück oberhalb des Herakles
alt. Auch die obersten Teile der Figuren sind an
manchen Stellen ergänzt. Das Ornament des unteren
Abschlusses, der auch zum grossen Teile modern
*) Sollte des Stück nicht identisch sein mit der „arm
adome dl belliaaiin! rtlleri bacchici“. die lass in Oslos eus-
ftograben werde tBell. delt'fai. isas, p. 41; s. auch unsere
Bemerkungen zu 175*— SS)?
ist, ist durch einige antike Partien gesichert. An
den Kignren selbst ist Manches geflickt, doch nichts
Wesentliches ergänzt. Die Komposition scheidet
sich in drei Grnppen :
1746 Der weinbekränzte Herakles im Tanz-
schritt, die Keule in der R. schulternd, das Löwen-
feil um den 1. Arm, den er auf die Schulter einer
Mänade legt, die in der L. die Leier hält.
1747. Der efeubekränzte zottige Silen, in der
R. die Kackel senkend, stützt sich w'einselig auf
einen Satyr, der ihn geleitet. Das Oberteil vom
Kopfe dieses Satyrs ist neu; sein Fell flattert
über dem Himation des Silen.
1748. Diese Gruppe besteht aus drei Figuren
Auf dem Rücken eines Kentauren, der ein Löwen-
fell um den I. Unterarm geschlungen bat und mit
der L. einen Pinienaat schultert, die R. wie trunken
auf den Kopf legt, reitet ein efeubekränzter Silen,
der in der L. den Thyrios hält. Er wendet sich
um nach einem audern Silen (nackt bis auf ein
Tuch um die Inenden) und hält diesem mit der K.
den Kzntharos hin, in den jener aus dem Schlauch,
den er auf der I. Schulter trägt, Wein presst.
Geschickte und in den Motiven selbständige Ar-
beit. Am Altertum des Ganzen habe ich seiner Zeit
vor dem Originale keine Zweifel gehabt.
1752—55. Reliefs mit Scencn aus dem
Mythus des Dionysos.
1752= Deigado 2706. 0,59 m hoch, 0,98m breit.
1753=Delgado27IO. 0,47 m hoch, 0,75m breit
1754 = Deigado 2706. 0,60 m hoch, 0,80 m breit.
Bcthe im Arch. Anz. 1893, S. 8 rechts.
1755 = Deigado 2746. 0,86 m hoch, 0,47m breit.
Alle vier Stücke stammen aus Sammlung Sala-
manca. Von 2706 wird angegeben, es sei im Kir-
chenstaate gefunden; von 2710, es sei in Rom
erworben worden. Ohne Zweifel sind die Stücke
identisch mit den von Helbig, Bull, dell’ Ist. 1865,
p. 41 f. beschriebenen .Mctopen“ einet Tempel-
chens, das bei Cales ausgegraben worden ist.
Helbig erwähnt nur zwei Reliefs. Damals waren
die Fragmente offenbar noch nicht zusammenge-
setzt und Helbig bat sie anders verbunden, als
sie in der späteren Restauration zusammcngestcllt
worden sind. An der Zusammengehörigkeit der
vier in den Maaasen zu einander passenden Stücke
kann kein Zweifel sein, da ihre rohe, den Bohrer
stark verwendende Arbeit und der bläuliche, ge-
streifte Marmor ganz identisch sind. An verschie-
denen Stellen des Reliefs haben sich rote Färb-
spuren erhalten Leider sind die Stücke ausser-
ordentlich sorglos zusammengesetzt and über-
schmicrt, so dass die Zusammengehörigkeit der
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Madrid.
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einzelnen Teile nicht immer verbürgt werden
kann.
1752. Pflege des Dionysos-Kindes. Ergänzt
sind : das ganze Stück recht« vom liegenden Silen
bis auf den oberen Teil de« Baumstammes; der I
Keliefgrund oberhalb der nach r. stehenden Nym-
phe ii. A. Auf felsigem, von einem Iäiwenfell be-
deckten Terrain liegt Silen, mit der R. die Syrinx
vom Baume laugend. An seiner Seite hockt das
kleine Dionysos-Kind und langt nach einer Traube,
die ihm eine jenseits der Füsse de« Silen stehende
Nymphe hinhält. L. kauert eine zweite Nymphe
und enthüllt die Cista mystica. Über ihr kommt
hinter einem Felsen das Oberteil des jugendlichen
Pan hervor. An dem Felsen hängt ein Votivpinax,
auf welchem eine nach r. stehende, unterwärts
bekleidete Fran angebracht ist, die in der R. einen
Gegenstand (Leier?) emporhebt
1753. Opfer an Dionysos, ln der Mitte ein
Altar mit Flamme und neben ihm eine hohe Dio-
nysueherme. Ein knieendes Mädchen hat aus einer
Schale die Spende ausgegossen, während ein an-
deres, mit der Kanne in der R., die L. adorierend
erhoben, dem Altäre naht. Links von ihr ein
drittes, identisch gekleidetes Mädchen, das die
li. mit der Gebärde des Staunens erhebt. R. von
dem kauernden Mädchen ein auf den Fussspitzen
stehender, aufwärts blickender, jugendlicher Satyr.
Die Zusammensetzung der einzelnen Teile gerade
dieses Stückes ist durchaus nicht sicher; das
Relief müsste auseinander genommen und gereinigt
werden. Die Figur der kauernden Nymphe scheint
von etwas grosseren Proportionen zu sein. Die
beiden stehenden Nymphen scheinen jedoch wegen
ihrer identischen Gewandung vom gleichen Relief
zu stammen.
1754. Hermes bringt das Dionysoskind zu den
nysaeischen Nymphen. Von links schwebt der
Gott herab, das Kind im I Arme tragend Eine
Nymphe kniet, um es in Empfang zu nehmen.
Eine andere steht, wie erschreckt zusammen-
schauernd. Im Hintergrund ein aus zwei Pfeilern
mit darüber gelegtem Architrav gebildeter hoher
Aufbau, durch den ein Baum hindurchwächst.
Oben auf dem Architrav eine ornamentierte Vase.
Auch dieses Relief ist in seiner Zusammensetzung
nicht viillig gesichert und ausserdem stark über-
schmiert.
1755. Semele in Kindesnöten (?). Auf einer
mit einem Tuche verhängten Kliue liegt eine
Frau Ihr Rücken wird durch ein Kisscu unter-
stützt Auf ihren Leib legt eine zweite Figur die
r Hand
Die von Uelbig a. a. 0. mitgeteilte Behauptung
des Ausgräbers, dass die Reliefs Metopen gewesen
seien, klingt nicht wahrscheinlich. Näher liegt die
Vermutung, dass die vier Reliefs die Basis einer
I Dionysoastatue schmückten. Ihrem Marmor und
ihrer Arbeit nach könnte man sie für ein Werk
der für Rom tätigen Kunstschule von Aphrodisias
in Karlen halten, die sich an hellenistische Vor-
bilder anschloss.*)
1756 —58 Dreiseitige neuattische Basis.
Dclgado 2828. Aus Sammlung Miro. 0,465 m
hoch, untere Breite 0,27 m. Nach dem oberen Ab-
schluss zu urteilen, scheint die Basis einen Can-
delaber getragen zu haben. Von oben nach unten
durchbohrt, zur Verdübelung des Aufsatzes.
1756. Satyr auf den Fussspitzen gehend, mit
der L. eine Fruchtschale hochhebend, mit der R.
das Pedum senkend. Unter dem 1. Arm im Felde
Reste des Felles kenntlich.
1757. Aktaeon, durch das Geweih charak-
terisiert, mit dem in der R. geschwungenen Pedum
sich des Angrifles eines Hundes erwehrend.
1758. Tanzende Mänade, in den Händen die
Krotalcn.
Schlecht erhalten und von roher Arbeit.
1759. Archaistische Frauenstatue.
Inv. 16793. Relnach, Rep. IV, 402 , 4. Aus
Huetor bei Granada. Huch ca. 1,10 m. Der Kopf,
der zur r. Schulter gewendet war, war einge-
dübelt. Im Nacken keine Spur eines Ilaanchopfes
sichtbar. Auf den Schultern Spuren von gedreh-
ten Locken. Die R. war gesenkt und hielt ein
Attribut: Loch filr einen Metallstift am r. Ober-
schenkel vorn Uber der Guirlande. Auch der
I. Unteramt ging abwärts: ein Puntello I. lieben
dem I. Knie wird mit dem Attribut der I. Hand
in Verbindung zu setzen sein. Das r. Bein geht
vor. Die Gestalt ist reich bekleidet. Oberhalb
der Küsse kommt ein sonst nicht sichtbares, fein-
gefältetes Untergewand zutu Vorschein. Darüber
der lange Chiton mit geknöpften Halbärmeln und
Überschlag, der unter der Brust gegürtet ist. Als
drittes GewandBtück trägt die Figur eine an der
Halsgrube geknüpfte Chlaina, die über beide Ober-
arme hinweg den Rücken hinabfällt, als viertes
eine Nebris, deren Kopf (Luchs?) oberhalb des
r. Beinansatzcs sichtbar ist; mit einer Klaue der
*) O. Lippold mucht mich darauf Aufmerksam, «lass
in Calvi ein „hallcnlstitchoK liellefblld" mit der Kiinsiler-
inschrift Atin. Svnoros fe (dem Namen nach offenbar ein
Küniktler von Aphrodisias; nicht boi Loewy) gefunden
worden ist (Bull. delPIst. 1861, p. lö2 ff.); C. I. L. X, 4668.
Wo jolzt?
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Madrid
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Nebris wird ein Puntello auf dem I. Oberschenkel
in Verbindung zu bringen sein. Kndlich geht eine
Fruchtguirlande von der I Schulter zuui r. Beine
abwärts, Uber den zweiten Chiton, aber unter-
halb der Chlaina und Nebris hinweg. — Gut«
Arbeit. — Zur Kreuzung von Nebris und Guirlandc
vgl. E A 473; zur Tracht der Chlaina die Dio-
uysosstatue der Gal. dei Candclabri 200{Helbig ’ I,
389). In der Gesammtdisposition am Nächsten ver-
wandt ist die grosse Priapstatue des Orto botanico:
Bull. com. 1902 (XXX), Tav. III.
1760/61 Bartloser ROmerkopf. Delgado
2764. Hoch 0,34 m. Aus Mi-rida in Estremadura
(Augusta Emerita). Zum Einsetzen in eine Statue.
Der Hinterschädel ist roh gelassen. Hinter den
vorderen Haaren war ein Stilck des Schädels mit
Metallstiften besonders angestUckt: offenbar war
hier ein Diadem oder Kranz. Das I. Ohr war
gebrochen. Bohrer im Haar. Gute Arbeit Hs
vischer Zeit.
1762. Portraitkopf aus Bronze. Del-
gado -2936. Aus Sammlung Salamanca Offenbar
eine Fälschung. Gemeint ist wohl Claudius.
1763/64. Kopf des Drusus minor. Del-
gado 2731. Sammlung Salamanca; aus Korn. Zum
Einsetzen in eine Statue. Ueberlcheuagrnss. Ohne
Ergänzung. Bernonlli, Rom. Ikon. II, 1, S. 201,
No. 3. Fig. 86.
1765 — 67 Oberteil einer Sitzfigur
desTiberius. Delgado 2730. Reinach, Rip. II.
531, 6. Sammlung Salamanca; aus Paestum (Bull.
dell'Ist. 1865. p. 95; damals war nach Uelbigs Be-
schreibung offenbar auch das Unterteil der Statue
noch vorhanden. Die Linke hielt das Schwert
und lag auf dem Schenkel). Etwas iibcrlebens-
gross. Kopf und Hals sind eingesetzt, gehören
aber wohl sicher zum Körper. Die Nase ist er-
gänzt. Bcrnoulli, Röm. Ikon. II, 1, S. 152, No. 43.
Reinach. Rep. II, 581, 6.
1768—70. Sitzfigur einer Römerin. Del-
gado 2737. Reinach, Rep. II, 586, 1. Sammlung
Salamanca. Zusammen mit der vorigen Figur in
Paestum ausgegraben; Bull. d. Ist. a. a. 0. Auch
diese Statue war zur Zeit ihrer Ausgrabung roll-
ständig erhalten, da Helbig von einem Sitz mit
Lowcnfilssen spricht. Bernoulli, Köm. Ikon. II, 1,
S. 92, No. 5, Fig. 11. Uev. arch. XL (1902), p. 25.
Reinach. Rtp. U, 685, 1 Hoch 1,77 m. Ergänzt:
der Sitz. Der Kopf ist ungebrochen. Die Statue
ist aus zwei Teilen gearbeitet. .Schnittfuge am
Ansatz der Oberschenkel. Im Haar war ein Kranz
aus Metall, für welchen die Löcher vorhanden sind.
Von Hekler (Rum. weibliche Gewandstatuen, S. 146;
S 226, XI) irrig auf ein Original de»6. Jahrhunderts
zurllckgefQhrt Es liegt offenbar eine rein römische
Schöpfung vor. — In Madrid gilt die Statue für
Julia Domna, sicher mit Unrecht. Bernoulli und
Helbig erklärten sie für Liria; offenbar nur wegen
der mitgefundenen Tibcriusstatue. Es kann aber
an dieser Stelle sehr wohl, wie öfter, eine grössere
Anzahl von Mitgliedern des Kaiserhauses ver-
einigt gewesen sein; soll ja in jüngster Zeit in
I’aeetum selbst eine Statue des Drusus ansgegraben
worden sein. Es ist deshalb möglich, dass Heklers
Vorschlag, die Figur Antonia zu nennen, das
Richtigo triff! (vgl. Braccio nuovo 77).
1771. Büste eines römischen Knaben.
Delgado 2766. Aus Athen; Geschenk des Herrn J.
B. Serpieri. 0,39 ui hoch. Die Büste ist hinten kaum
ausgehöhlt; leichte Andeutung einer Stütze. Gute
Arbeit traianischer Zeit.
1772. Togastatue mit Kopf des L.
Vertis. Delgado 2736. Hoch 2,30 nt. Sammlung
Salamanca. 1H65 in Calcs gefunden; Bull. ddl’Ist
1865, p. 42 (Helbig). Bernoulli, Rüm. Ikon. II, 2,
207. 9. Reinach. R6p. II, 613, 8. Bernoulli bezwei-
felt die Zugehörigkeit des Kopfes, der indessen
nach Helbigs Fundbericht zuzngehören scheint.
Schlechte DecorationsarbeiL
1773/74. Bronzestatnotte eines Laren.
Delgado 2943. 0,22 m hoch. Aus Mora de! Rio
(Cordoba). Reinach, Rtlp. II, 2. 497, 6. Die Rechte
hielt nach Analogie anderer Exemplare das Rhyton,
in der L. würde man statt des Füllhorns die Schale
erwarten, in die der Lar sonst die Spende giesst
(ähnlich Reinach, Rep. III, 143, 7). Ungewöhnlich
ist auch der Palraettenkranz als Uaarschtnnck.
Der Kopf ist nach strengen Typen des 5. Jahr-
hunderts stilisiert, ähnlich wie der Camillus (vgl.
Furtwängler, Meisterwerke, S. 34).
1775. Statue des Hypnos. Inv. 17461.
Aus Sammlung Ibarra in Elche. Reinach, Rep. II,
2, 490, 3, hier mit rechtem Arm. Trotz einiger
Abweichungen in der Beschreibung identisch mit
Bethe, Arch. Anz. 1893. S. 8. 0,50 m hoch. Zahl-
reiche rotbraune Farbspuren. Römische ürsbfigur
des öfters wiederkchrenden Typus; die r. Hand
an der 1. Schläfe, der I. Arm nach vorn /Stütze an
1. Brust), das I. Bein übergeschlagen. Die Figur
scheint ohne Stütze gestanden zu haben. Scheitel-
Hechte. Stirnlöckchcn, Schläfcnflügel
1776, Statue desSi Ivan. Delgado 2704. Hoch
0,775 m. Reinach, Röp. II, 44, 1 Aus Mtlrida oder
Italica. Rest der Baumstütze am r. Oberschenkel.
Im Zicgcnfell Trauben, Äpfel, Ähren, Pinieuäpfel.
Pinienkranz im Haar. In der L. das Messer.
53 Madrid. 54
Der gewöhnliche Typus in gewöhnlicher Aus-
führung.
1777. Römische Aschenurne. Delgado
2843. Aus dem Naturhistorischen Museum. 0,34 m
hoch, 0.29 m breit Vorder- und Rückseite gleich : je
eine männliche und weibliche Herme unter Rund-
bogen. R Nebenseite: Grabestür (das Inschriftfeld
darüber leer). L. Nebenseite: Vase.
Kunstakademie.
1778— 80. Weiblich er Kopf. Hübner 601.
Bruststück (mit vorderer Haislocke links) neu:
sonst intact. Stark mit Säuren gereinigt, aber
sicher alt. Haaransatz Uber der Stirnmitte bis
Nasenspitze ca. 0,11 m; bis zum Kinn ca. 0,17 m.
Wiederholung (nach Amelung) : Chiaramonti 626.
Der Eirene des Kephisodot nächstverwandt aber
von kleineren Proportionen.
I78l>‘82. Weiblicher Kopf mit Diadem.
Nicht bei Hübner. Gnterlebensgross: Haaransatz
Uber Stirnmitte bis Kinn ca. 0,136 m. Ergänzt:
Büste, Unterteil der Nase, Hinterteil des Hinter-
kopfes. Rechts ein Schläfenlöckchen. Stark ge-
putzt Leere Arbeit nach einem Vorbild praxi-
telischer Zeit
1783. Kopf eines Knaben iulisch-clau-
diseber Zeit. Hübnorö02. F-W 1643. Bernoulli,
Köm. Ikon U, 1. 3. 40, Anm. 1; S. 175, No. 33,
Fig. 26; S. 254; S. 320. Büste, Nasenspitze, Ohren-
teile neu. Lebensgross. Sichere Benennung nicht
möglich.
Zu den übrigen von Hübner in der Kunst-
akademie aufgeführten Köpfen sei bemerkt: 500
und 503 sind wertlose weibliche Köpfe. 504: nicht
Antinous, sondern Antoninus Pius. Nur der Hinter-
kopf alt. 506: Vitellius, modern.
Sammlung Alba.
1784 85. Weiblicher Kopf („Minerva
acnz' elmo*). Hübner 571; nach diesem atu dem
römischen Kunsthandel. Friederichs- Wolters 214;
dort Litteratur. Journ. of hell. stnd. 1884 (V), Taf. 45,
8. 171 ff. (Waldstein). Furtwänglcr, Meisterwerke,
8. 90. Jahrbuch d J. XXVI, 1911, S. 40 (Schröder).
Feiner (pentelischer ?) Marmor Vortrefflich er-
halten. Falsch, zu stark nach hinten geneigt, auf-
gesetzt. Oberhalb dos Reifes ist der Oberkopf
glatt gelassen, nur in der Gegend des Scheitels
etwas gerauht: offenbar waren die Haare durch
Farbe wiedergegeben; ein Helm kann nicht auf
gesessen haben. Die Arbeit ist nicht sehr fein und
gewiss nicht original, aber sehr sicher und präcis.
Mit Rocht ist der Kopf, dessen Benennung unge-
wiss bleiben muss, mit dem der Athena aus der
Atlasmetope in Olympia zusammengestellt worden.
1786 87. Hermo des Priap. Hübner 572.
Roschers myth. Lexikon s. v. Priapos, Sp. 2982.
0,51 in hoch. Der mit Gewand bekleidete Uermen-
echaft ist bis unter die Brust erhalten. Beider-
seits Löcher für die Hermenarme. Die Arbeit ist
nach Angabe der Pupillen frühestens ans anto-
ninischer Zeit. Gute Erhaltung, im Haar ein hinten
geknüpfter Kranz von Efeu und Wein, der ein
Diadem, das oberhalb der Stirnlöckchen läuft,
fast verdeckt. Hinten ein langer Nacksnschopf.
Die Enden einer Tänie auf den Schultern. — Priap
unter archaistischen Formen wie in dem Bar-
raccoschen Kopf : Helbig pl. LXVI, 2.
1788. Statue der „Genetrix“ ohne Kopf.
Hübner 567. Hoch 1,65 m. L. neben dem Nabel
zwei Stiftlöcher, in deren einem noch der Metall-
stift vorhanden ist. zur Stütze des 1. Unterarms:
als Attribut der L. gilt der Apfel. Sehr gute und
detaillierte Arbeit.
1789 — 92. Jünglingsstatue. Hübner 569.
Jetzt Glyptothek Ny-Carlsberg 400 Wird von Bulle
in den „Denkmälern Griech. und Röm. Sculptur“
veröffentlicht werden.
1793. Männlicher Torso. Hübner 566.
0,75 m hoch. R. Standbein. Die Figur trägt einen
kurzen, feinen Chiton mit Überschlag und Uber
diesem ein glattes Löwenfell, das die ganze Vor-
derseite bedeckt Eine Tatze wird auf der r. Schulter
: sichtbar, ein Zipfel, offenbar der Schweif, fällt
' zwischen den Beinen herab; der Kopf des Felles
ist auf der r. Hüfte sichtbar. Von der Schnauze
aus gehen drei riemenähnliche Fortsetzungen, deren
mittlere bereits hinter den Ohren sichtbar wird,
eine kurze Strecke quer über den Bauch, offen-
bar zur Befestigung dienend. Über dem Fell
endlich trägt die Figur noch eine Chlamys, die
die I. Schulter bedeckt und an der r. Hüfte wieder
hervorkommt. Der r. Arm ging abwärts, der I.
anscheinend nach oben. Der Kopf war einge-
dübelt. Gute Arbeit. Zur Tracht des Felles vgl.
E-A 325 und den Dionysos Hope (La Glyptothcque
Ny Carlsberg, p. 134), den man mit der Amazonen-
figur E-A 172 — 74*) auch zeitlich am ehesten
vergleichen kann. Die Rückseite der Figur habe
ich nicht untersuchen können, da sie ihrer Zeit
in einem dunkeln Magazine aufgestellt war.
1794. J Unglingstorso. Hoch 1,03 in. Hinter
dein I. Bein der Stamm. L. Standbein. Der Mün-
chener Augustusstatue Glyptothek 350 verwandt.
•) „leist im Ueisilz voll Mr® John L. Onrdnor, Boston
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Madrid.
56
Über diese Statue und ihren Kreis siehe K-A 134,
639/40, 713.
1795. Nackter JUnglingstorso. Rei-
nach, Rep. IV, 6ti, 8. Hoch 0,90 m. Schulter- und
Nackenlocken. Dem Eros vom l’alatin im 1/ouvre
verwandt. Keine Flügelrestc.
1796. Erostorso. Rcinach, Rip. IV, 377, 5
0. 65 m hoch. Im Rücken Flügellöcher. Im Motiv
dem Sanroktonos und der auf den Eros von t’arion
zurückgeführteu Statue des Louvre (zuletzt Fflow
im Jahrb. d. Inst. XXIV, 1909, S. 64 ff , Beilage zu
Taf. 6) verwandt, aber keine Replik des letzteren,
da in den Formen schmaler.
1797. Artemisstatuette. Hübner 565. Rci-
nach, Rip, IV, 188, 2. Dreiviertel. lebensgrnes. Neu
von den Knieeu an abwärts, sowie der Kopf und
das Köchorende. Im Rücken der Kocher. Kurzer
Chiton mit langem, gegürteten Überschlag, da-
rüber ein Pantherfell. Unbedeutend.
1798. Musenstatue. Hübner 568. Reinach,
R£p. IV, 180, 2. Hoch 0,98 m. Der r. Arm war
gebrochen, ist aber zugehörig. Langer Chiton mit
Überschlag, der dicht unter der Brust mit einer
breiten Binde gegürtet ist. Den Rücken bedeckt
ein auf der Brust geknüpftes LOwenfelL lm
Nacken Reste von langem, wirren Haar. Für den
1. Unterarm sind zwei Stiftlöcher an der I. Hüfte vor-
handen. Der Kopf war mit einem Dübel aufgesetzt.
Gute Copie nach einem auf praxitelischer Grund-
lage geschaffenen hellenistischen Vorbild: breite
Faltenmaase zwischen den Beinen, hohe Gürtung.
1799 — 1800. Torso eins« Giganten. Jetzt
Glyptothek Ny-Carlsberg No. 198 (anders aufge-
stellt). Biedkowaki, Celtarum itnagines I, p. 60 ff.,
Fig. 73 a und b(hier wiederum anders aufgestellt).
Der Marmor, den ich früher für pcutelisch ge-
halten halte, scheint mir vielmehr carrarisch zu
sein. In der Aufstellung bei Alba 0.65 m, bei
Jaenhseo 0,74 in hoch. Über dem r. Knie vorn
anssen grosser Ansatzrest. Der r. Kopfnicker ist
stark gespannt; der Kopf ging zur 1. Schulter.
Unter den Armen und auf der Brust Haarzotteln.
Das Schamhaar ist ohne bestimmten Charakter
gearbeitet. Biedkowski ergänzt den Torso so, dass
das r. Bein am Boden kniet, das 1. eingebogen ist.
Der vorgeneigte Oberkörper sei zurückgedreht,
um sich gegen einen von 1. bedrohenden Verfolger
I zu wehren. Der r. Arm sei zur Deckung erhoben.
Die richtige Stellung wird sich nur durch Versuche
an einem Abgüsse feststellen lassen. Die Ver-
mutung, der Kopenhagener Torso könne zum
kleinen attalischen Weihgeschenk gehört haben,
ist voja Biedkowski durch den Hinweis auf die
Versyiedenheit des Stiles zurückgewiesen worden.
Auel? differieren Marmor und Maasse Mein von
Biedkowski erwähnter Hinweis auf die Gruppe
de« Conservatorenpalastea llelbig I*, 618 und den
Karlsruher Giganten E-A 1440 bezog sich nur
auf die Verwandtschaft des Stiles. Wie diese, ge-
hört die Figur dem pergamenisch-rhodischcn
Kunstkreise an. Ein Original kann ich schon
wegen des Marmors nicht in ihr erkennen. Auch
ist die Arbeit am Schamhaar zu gering. Die Deu-
tung auf einen Giganten wird durch die Be-
haarung von Brust und Achseln empfohlen.
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<
f~ /\ i. /
f ' ! 1t
Photographische Einzelaufnahmen
ANTIKER SCULPTUREN
Serien zur Vorbereitung eines Corpus Statuarum
Herausgegeben
PAUL ARNDT und WALTHER AMELUNG
Serie VI 1
Text
Mil Beiträgen von Andre Joubin, Georg Lippold,
Georges Nicole, Fritz Weege
MÜNCHEN 1913
F. BRUCKMANN A.-G.
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Bezugsbedingungen.
Die vorliegende I’ublication ist nicht dnreh die Buchhandlungen, weder im Abonnement
noch in einzelnen Blättern, sondern ausschlielilich direct von der Verlagsanstalt
F. Bruckmann A -G. in München N \Y zu beziehen, welche, um die Erreichung des wissen-
schaftlichen Zweckes des Unternehmens zu ermöglichen, Herstellung und Versendung über-
nommen hat, ohne daraus ein eigentliches Verlagsobject zu bilden.
Die erste Serie umfaßt 278 Nummern, davon
8 Blatt im Format von 24 : 30 cm zu 1 Mark
26. . . . 18:24 . .80 Pfennigen
246 .. . „ 13:18 . . 60 .
Die zweite Serie (Nr. 279—678) enthält 300 Blatt in Cabinctformat zu 60 Pfennigen
Die dritte Serie (Nr. 579 — 900) enthält 322 Blatt in Cabinctformat zu 50 Pfennigen.
Die vierte und alle folgenden Serien enthalten je 300 Blatt in Cabinctformat zu
60 Pfennigen.
Jedes Blatt ist auch einzeln zu beziehen.
Für die Abonnenten tritt eine Ermäßigung von 20% ein, sodaß die beiden ersten
Serien je 120 Mark, die dritte Serie 128 Mark 80 Pfennige und jede weitere Serie wieder
120 Mark kostet
F. Hruv Irmann A.-C., München
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j 3, 7
.Als neue Abonnenten sind unserm Unternehmen seit dem Erscheinen der
VI. Serie beigetreten :
Die k. und k. Antiken-Sammlungen des Allerhöchsten Kaiserhauses, Wien
Die Universität in Genf
L’Ecole Framjaise de Rome
Herr C. W. Lunsingh Scheurleer im Haag
Mrs. Eugenie Strong-Sellers in Rom.
Durch Abnahme einzelner Blätter haben wiederum zahlreiche Gelehrte und
Institute unser Unternehmen gefördert.
Unsern Herren Mitarbeitern sagen wir für ihre freundliche Beihilfe den
herzlichsten Dank. Georg Lippold hat uns ausserdem bei der Redaction des Ganzen
wie bei der Abfassung einzelner Texte seine Unterstützung geliehen. Carl Watzinger
danken wir eingehende Notizen Uber eine Reihe der Sculpturen zur Casa de Pilatos
in Sevilla.
Serie VIII ist in Arbeit; sie wird unter anderen die Antiken des Lateran,
der Villen Borghese und Doria-Panfili, der Palazzi Barberini, Doria, Altemps, Valen-
tini enthalten. Für Serie IX und X sind Venedig und Villa Albani aufgenommen.
Rom und München, März 1913.
Walther Ameiung.
Paul Arndt.
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Inhalt,
Nr. 1801 Barcelona Paul Arndt
„ 1802 — 1809 La Granja Paul Arndt
„ 1810 — 1824 Sevilla, Museum Paul Arndt
n 1825—1847 Sevilla, Casa de Pilatos Paul Arndt
„ 1848—1849 San Lücar de Barrameda Paul Arndt
„ 1850 Fräjus Andrl Joubin
„ 1851 — 1860 Montpellier, Mus&j municipal Andre Joubin
„ 1861 — 1866 Montpellier, Soci<5t«5 archeologique Andrl Joubin
„ 1867 — 1905 Genf, Musee d'art et d’histoire Georges Nicole
„ 1906—1908 Genf, Collection Darier Georges Nicole
„ 1909- — 1920 Genf (Morillon), Collection Duval Georges Nicole
„ 1921 — 1927 Genf (Grand-Saconnex), Collection Sarasin .... Georges Nicole
„ 1928 — 1932 A8chaffenburg Paul Arndt
„ 1933 — 1940 Sammlung Pourtalts (früher in München, jetzt
in St. Petersburg) Paul Arndt
„ 1941 — 1943 München, Sammlung Berolzheimer Paul Arndt
„ 1944 — 1949 Ehemalige Sammlung Klügmann (jetzt Mecklen-
burg bei Schwerin) Georg Lippold
„ 1950 — 1959 Modena Paul Arndt
„ 1960 — 1966 Rimini Fritz IVeege
„ 1967 — 1969 Florenz, Casino Mediceo Paul Arndt
„ 1970 — 1972 Florenz, Kunsthandel Paul Arndt
„ 1973 — 1979 Cortona Paul Arndt
„ 1980 — 1985 Ehemals Rieti, Sammlung Canali Paul Arndt
„ 1986 — 2041 Rom, Kunsthandel Walther Amelung
„ 2042 — 2043 Rom, Palazzo Caetani Walther Amelung
„ 2044 — 2045 Rom, Villa Lante Walther Amelung
„ 2046 — 2047 Rom, Auditorium des Maecenas Walther Amelung
„ 2048 — 2051 Rom, Antiquarium comunale Walther Amelung
„ 2052 — 2057 Rom, Palazzo Massimi alle colonne Paul^mdt
„ 2058 — 2065 Rom, Palazzo Odescalchi Paul Arndt
„ 2066 — 2069 Pom, Palazzo Mattei Paul Arndt
„ 2070 — 2073 Rom, Palatin Walther Amelung
„ 2074 — 2100 Rom, Palazzo Margheritn Walther Amelung
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VH, 1801-1813
Barcelona, La Granja, Sevilla
3
Barcelona.
Provincial-Museum.
1801. Weibliche Gewandstatuc. L). An-
tonio Elias de Molins, Catälngo del Museo provin-
cial (1888), p. 18, Nr. 716, mit Abbildung; Reinach,
rep. II, 3, 671, 10; Ruhland, eleusinische Gottheiten,
S. 76, Nr. 3. 1876 in Barcelona ausgegraben. Es
fehlen : der Kopf, der L Unterarm und die ganze
r KOrperaeite bis zum Knie. Wiederholung der
Statnen im Louvre :Giraudon 1388 (mit zugehörigem
traianischen Kopf), und in Ny-Carlsberg 533 (mit
Gypskopf der Agrippina minor). Vgl. Uekler, Mün-
chener arch. Studien, S. 181. Von dem Typus der
Wiener Kora ist dieser zn trennen. Auch die spani-
sche Statue wird traianischer Zeit angeboren.
La Granja
bei Segovia (San Ildefonso).
1802—7. Kinzelaufnabinen derKöpfe des von
Bieiikowski bei Br— Br Taf. 590 veröffentlichten
Reliefs mitGallierkämpfen. Nach Bieiikowski
stammt das Relief aus dem ersten vorchristlichen
Jahrhundert. Zu dem Kopfe 1804/6 vgl. den
Galiierkopf des Museo Chiaramonti Nr. 635 und das
Büstchen des Berliner Museums: Arch. Anz. X Vlll,
1903, 8. 34, Nr. 14. Bieiikowski vermutet in dem
Relief den Rest eines Sarkophagen. Doch ist
meinen Erachtens die Arbeit hierfür zu gut.
1808 - 9. Statue eines J Unglings. Die
Figur war, als ich 1898 in La Uranja war, in
einem schlecht beleuchteten Raum so ungünstig
und unzugänglich aufgestellt, daß ich sie nur mit
dem Glas untersuchen konnte; um die Hüften trug
sie einen Leinwandschurz. Die Einzelheiten der
Krgänzungsangaben kann ich deshalb nicht ver-
bürgen. Ungefähr 1,30 m hoch, also nicht ganz
lebe nag roti. Kopf und grüUter Teil der Arme
fehlen. Stamm mit Chlamys und I’linthe schienen
mir alt, das I. Unterbein neu. Reste von Schulter-
locken: im Nacken keine Spur von Hsar. Die
Vorderseite ist schlecht erhalten. Stilistisch eng
mit dem Thermenapoll aus dem Tiber (Br— Br 463)
zusammengehörig. Abweichend ist die Bewegung
des I. Armes. Offenbar die Wiedergabe einer Kna-
benfigur dieses Kreises.
Sevilla.
Museum.
1810. Männlicher Torso. Mus. Nr. 101.
0,90 m hoch. Aus Italien. Der I. Kopfnicker ist
gespannt Der I. Arm ging abwärts, der r. etwas
nach außen. Auf der 1. Brust der Rest einer Stütze;
auf der r. Schulter ein unverständlicher Ansatz.
Rechtes Standbein. Der Kopf hatte kurzes Haar.
Flächige Formenbehandlung; nach einem Vorbild
aus der Mitte des 6. Jahrhunderts.
1811. MännlicherTorso. Mus. Nr. 99. 0,95m
hoch. Aus Italica ,al sitio llamado de los Palacios.“
Der r. Kopfnicker ist gespannt R. Standbein. Auf
beiden Glutaoen Ansätze. Nahe verwandt der von
Bieiikowski in der Revue archöol. 1896, pl. VII
veröffentlichten, nur im Dresdener Gyps erhaltenen
Satyrstatue, und wie diese praxitelisch atu der Zeit
des ausrubenden Satyrs.
1812. Männlicher Torso. Mus. Nr. 115.
1,13 m hoch. Aus Italica. Rechtes Standbein. Der
Kopf ging zur 1. Schulter. Stutzenrest am r Ober-
schenkel außen und an der Außenseite des 1. Ober-
schenkels hinten Zu Grunde liegt ein Vorbild aus
dem Kreise von Furtwänglera Euphranor.
1813. Männlicher Torso. Mus Nr. 108.
Hoch 1,62 m. Aus Italica. Jabrb. des arch. Inst,
1893, Anz. S. 9 (Bethe). Der Kopf ging zur linken
Schulter. Am r. Oberschenkel oben außen Stützen-
rest Am r. Oberarm oben Spur eines ausgebro-
chenen Attributes. Die von Betbe als- Wieder-
holung bezeiclmete Statue Nr. 99 des Sevillaner
Museums ist oben unter Nr. 1811 abgebildet. Im
Motiv dem Lucius Venia der Sala a croce grcca 564
(Phot. Alinari 26983) verwandt und wie dieser auch
offenbar eine Kaisemtatue. Die Bewegung kehrt
noch bei mehreren anderen Statuen mit veränderter
Chlamys wieder: Glyptothek 394 („Nero*); Reinacb
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VH, 1814-1822
Sevill»
4
Kiip. 11,2, 559,9 = Giraudon 1288 (Louvre), und die
von Watzinger, Magnesia a. M., S. 213 angeführten
Statuen. Das Motiv erinnert sehr au das des Apollon
vom Belvedere.
1814. Statuette des Atlas. Mus. Kr. 212.
Hübner S 31G. Dort die ältere IJtteratur. Ca- 0,60 m
hoch. „Procede de las Cabezas deSan Juan* (süd-
lich von Sevilla). 1762 gefunden. An der Basis
die Inschrift:
TI • CLAVDIO CAESARI ■ AVG ■ GER
manico-pont.max.tr- pot • vm
IMP • XVT • COS * riTT* P* P * CENSORI
TERPVLIA • SAVNI • F • EX • TESTA-
MENTO • ALBAN I • SVNNAE • F-VIRI
SVI
(C. I. L. II, 1302).
Aus dem Jahre 49 n. Chr. Die Plinthe folgt,
offenbar aus Gründen der Aufstellung, den Um-
rissen der Figur; ihre Seiten sind glatt, nicht ge-
brochen. Die Figur kniet vor einem baumstamm-
ähnlichen Pfeiler und stützt mit beiden Händen
die Weltkugel, auf welcher sich oben ein Aufsatz
zum Tragen eines weiteren Gegenstandes befindet.
Robe Arbeit.
1815. Torso der Artemis. Mus. Nr. 100.
1,2T) m hoch. 1781 in Italien gefunden Reinach,
Rep. II, 1, 31 7, 9. Rest des Stammes am linken
Oberschenkel. Ein Stützenrest vorn am untern
Chiton-Ende Uber dein linken Knie stand wohl in
Verbindung mit einem neben dem Stamm ange-
brachten Tiere. Der .Stützenrest an der r. äußeren
Hüfte diente für den gesenkten rechten Arm. Die
linke Hand war in die Hüfte gestemmt, der Daumen
nach hinten. Im Nacken der Köcher. Langes Haar
hinten. Wo Gürtel und Kocherband Zusammen-
stößen, ein Widderkopf Repliken: 1. Siena, Samm-
lung Chigl. Der Kopf nicht zugehörig, Iicine und
Arme bis auf den Ansatz neu. Überlebensgroß
Studi e materiali III, p. 307 = Reinach, Rep. II, 1.
313, 6. 2. Rom, auf dem Turme des Senatoren-
palastes Pbut. Moscioni 11243. 3. Sevilla, neuerer
Fund, ebenfalls aus Italica: Pierre Paris, Jahrb.
d. I. 1903 (XVIII), Anz. S 106; Reinach, Rip. III,
94, 9; Le Musce 1907 (IV), Abb. zu S. 250 inach
frdl. Mitteilung von S Reinach). An diesem Kzciuplar
bat sich der Kopf, mit hohem Diadem, erhalten.
Er erinnert an den mit Damophon ln Zusammen-
hang gebrachten Kopf des Capitols Br--Br 265.
Die Haltung der Arme weicht allerdings bei dieser
Statue ab; im Übrigen ist sie aber sichere Replik
Den Widderkopf als Gürtelschnalle hat der Typus
gemein mit der Artemis aus Studniczkas Iphigenien-
gruppe in Ny-Carlsberg 83 und einem Dresdener
Torso: Hcttuor* S. 54, n“ 10= Becker, Augusteum
Taf. LXXX = Clarac 699, 1649. Auffällig ist das
lange Haar für Artemis.
1816. Weiblicher Torso. Mus. Nr. 493.
Aus Fomares bei Sevilla. Hoch ca. 1 m. Sehr zer-
stört. Dem von Furtwängler, Meisterwerke S. 88,
Anui. & behandelten Typus verwandt Schlechte
Arbeit.
!8l7.Kopflose Frauenstatue. Mus Nr. 103
Aus Italica. 1,74 m hoch Offenbar die Statue
einer Kaiserin mit freier Benutzung älterer Motive.
Der unter dem Bauseh durchgesteckte Gewandzipfel
wie an der Themis von Rhamnus; doch ist die Ge-
saiu mtdisposition des Gewandes strenger und ein-
facher wie an dieser Statue. Sehr langgestreckte
Proportionen. Auf der rechten Schulter ist das
Gewand mit einer großen Nadel zusauimengesteckt.
Zu vergleichen Ist auch das Relief Mus. Chiara-
monti 5. Feine und sorgfältige Arbeit.
1818. JUnglingskopf. Mus. Nr. 160. 0,39m
hoch. Der Kopf ist zur linken Schulter znrflck-
gewendet. Im Haar eine Binde. Decorative Arbeit.
Zu den auf der Grundlage des Alexanderportraits
geschaffenen Idealköpfen gehörig.
1819. Relief, stehendeFrau. Mus.Nr.106.
0,95 m hoch Aus Italica Offenbar die Figur einer
Provinz von einem historischen Monumente. Für
den Typus vgl. Rieükowski, Barbararum gentium
siniulacra, S. 68, Fig. 62.
1820. Links: Unterteil einer weiblichen
Statuutte. Mus. Nr. 398. 0,32 m hoch. Saubere
Arbeit nach einem Vorbild aus der ersten Hälfte
des 4. Jahrhunderts,
Rechts: Kopf eines Römers Mus. Nr. 163.
Lebensgroß. Aus Italica Zum Einsetzen bestimmt.
Kahler Schädel, große Ohren. Ende der Republik
oder Anfang der Kaiserzeit. Vorzügliche Arbeit.
1821. Torso einer Panzerstatue. Mus
Nr. 104. 1,24 tn hoch. Aus Italica. Gewöhnliche
Arbeit Auf der Brust zwei trophäentragende Ken-
tauren. Darunter ein Akantboskelch. Auf der
oberen Reihe der Panzerklappon Elefanten-, Wid-
der- und Ziegenköpfe, auf der unteren Medusen-
und bärtige Köpfe und Palmetten. Nach frl. Mit-
teilung von E. Michon hat der Louvre neuerdings
eine Statue mit entsprechendem Panzerschmuck
erworben.
1822. Kolossalstatue des Traian. Mus.
Nr 95. Mit E— A 1823 zusammen im Jahre 1788
in Italica, der Geburtsstadt Traians, gefunden, „en
el sitio llauiado de los Palacios*. 2,20 m hoch.
Vortreffliche Arbeit.
VII, 1823—1880
Serill*
1823. Torso einer nackten Kaiaersta-
tne. Mus. Nr. 94. Herkunft wie 1822. 2 m hoch,
also kolossal. .Stützenrest an der r. UUfte; am r.
Knie au&en eine ausgebrochene Stelle. Der r. Arm
ging hoch: vielleicht hielt er einScepter, das durch
Stutzen mit dem Körper verbunden war Am I.
Oberschenkel hinten außen scheint der Stamm weg-
gebrochen zu sein. Die Statue trägt in Sevilla
den Namen des Nerva; offenbar weil sie mit Traian
zusammen gefunden ist. Stilistisch etwa zu ver-
gleichen E — A 25.
1824. Kolossalkopf eines Körners Mus.
Nr. 162. Aus Italic*. 0,62 tu hoch. Ergänzt: das
Kinn. Zum Einsetzen in eine Gewandstatue. Die
KUckseite roh gelassen. Im Haar ein Eichenkrauz
mit Binde, ln der jetzigen Aufstellung zu sehr
nach hinten geneigt Nach dem kolossalen Maati-
stab keine Privatperson. Nach der Physiognomie
aus vorkaiserlicher Zeit. Die corona civica weist
auf militärische Verdienste des Dargestellten. .Sollte
Scipio Africanus maior gemeint sein, der Gründer
Italiens?
Casa de Pilatos.
1825. Kolossale weibliche ßewand-
statue. Iltibner 841. Neu: Außenteile der Plintlie,
der r. Unterarm mit dum Tamburin, die 1. Hand
mit den anschließenden Gewandteilen, die I. Brust,
der I. Teil des Gewandwuistes auf dem Bauch,
Nase und Oberlippe des zugehörigen Kopfes, der
im Haar Weiulaub trägt Arbeit frühestens ans
der 2. Hälfte des 2. Jahrh. n. t.'hr. Erwähnt von
Ueklcr, Komische weibliche Gewandstatuen, 8.206,
Aura. 1. Von den hier verglichenen Statuen ist
die „Giunone" des Capitols (Br— Br 359) nur ganz
äußerlich ähnlich; auch die Statue aus Kyrene
(Keinach, Rep. II, 243, 9) zeigt deutliche Ab-
weichungen. Nur verwandt, keine Replik ist auch
der E— A 781 besprochene Typus. Näher steht hin-
gegen ein Torso von der Skcne des Theaters von
Milet im Louvre (Phot Giraudon 1176). Palls man
in der Sevillauer Statue überhaupt die genaue
Copie einer älteren Schöpfung erkennen darf, wtlrde
nach dem Stil des Gewandes und des Kopfes, der
einigeruiaaßen an die der vatiraninchen Musen-
gruppe erinnert, am ehestender Kreis des Praxiteles
in Betracht kommen
1826. Weibliche Gewandstatue. Hüb-
ner 842. Neu: Außentelle der Plinthe und Steuer-
ruder. Die Kugel, auf der dieses atebt, ist antik,
und ebenso die r. Hand (bis auf zwei Finger':, sanirnt
Ansatz des Ruders, sowie die 1. Hand mit Füllhorn.
Den Kopf, an dem die Nase ergänzt ist, habe ich
6
| seinerzeit für ungebrochen gehalten; er macht mir
jedoch auf der Photographie einen nicht unver-
i dächtigen Eindruck. Am Altertum de* Ganzen
1 habe ich keine Zweifel gehabt Wiederholung, wie
HernnannCÖsterr. Jahresh. 1899[II),S. 156, Anin.1)
| richtig bemerkt hat der Fortuna des Braccio nuovo
Nr. 86 und ihrer zahlreichen Repliken (s. Amelung
zu dieaer Nummer). Hekler, rüm. weibi. Gewand-
statuen, S. 180, Anm. 1.
1827. Wreibliche Gewandstatue. Hüb-
ner 868. Etwas überlebensgroß. Der Kopf, ein
Portrait aus der zweiten Hälfte des 2. Jahrh. n. Ohr.,
ist nicht zugehörig. Römische Erfindung mit Be-
nützung frühprax Hellseher Motive. Schlechte Arbeit.
1828. Statue der Hygieia. Nicht bei Hüb-
ner. L. Hand und Oberteil der Schlange neu. Der
Kopf, an dem die Nase ergänzt, schien mir zuge-
hörig. Ordentliche Arbeit nach dem gleichen Origi-
nale wie E— A 227 und 916; die drei Exemplare
zeigen ziemlich weitgehende Abweichungen in den
Einzelheiten. In hellenistischer Zeit ist dieser Ty pua
mit charakteristischen Veränderungen im Detail
der Falten wieder anfgenommen worden: Watzinger,
daa Relief de* Archelaos, 63. Herl. Winckelmanns-
Programm (1903), S. 9.
1829. Weibliche Gewandatatne. Hüb-
ner 911. Etwas überlebensgroß. Neu: die Inschrift,
der r. Unterarm, die Maske des nicht zugehörigen
Kopfes. Das Unterteil von den Knieen abwärts
ist angesetzt; die Statue war aus zwei Teilen ge-
arbeitet In der linken Hand Mohn und Abren.
Hekler, Römiache weibliche Uewandatatuen, S. 228,
Typua XXI, p, and S. 176, 18.
1830. Torso einer JUnglingsfigar. Nicht
bei Hübner. Genaue Angaben über daa Stück,
daa aelbet zu untersuchen mir nicht möglich war,
verdanke ich der Güte Carl Watzingcrs: »Der
Kopf ist mit modernem Haisstück eingesetzt und
nicht zugehörig. Der Rücken ist vollständig aus-
gearbeitet, die Figur war also kein Relief. Sie
war bcetimmt, von rechts v. B. her gesehen zu
werden, da die linke Rückseite sorgfältiger aus-
geführt ist während die Gewandfalten unter dem
rechten Arm im Rücken nur roh angedeutet sind.
K. Hüfte nnd r. Oberschenkel neben dem Gewand
sind rauh gelassen; man sieht noch die Meißel-
Schläge. R. Hüfte nnd Oberschenkel sind ganz
Dach im Vergleich zu der kräftig vortretenden
Brust. Die 1. Hand war mit zwei Zapfen am Ober-
schenkel angesetzt ; die Anschi ußtläche ist bestoßen,
in der Fläche befindet sieb ein rundes Zapfenloch.
Auf der Mitte der Brust war eine Falte der Chla-
mys angesetzt Daa r. Bein war vorgesetzt, das
8
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VII. 1831—1860
Sevilla, San Liicar, Frtjus
8
linke seitlich weggestreckt. Vielleicht war die Fignr
gelagert und stllttte sich auf die r. Hand auf, die
Beinmuskeln sind nicht angospannt.“ — Die Statue
scheint mir stilistisch von hohem Interesse zn sein
und einer nochmaligen genauen Untersuchung zu
bedürfen. Sie macht nach der l’hotographie den
Eindruck eines griechischen Originals der zweiten
Hälfte des 6. Jahrhunderts.
1831. Männlicher Torso. Hübner 873.
Kaum lebensgroß. Die Rückseite ganz ausgearbeitet.
Nach Watzlngers Mitteilungen ist die Figur vom
Gürtel an aufwärts modern; sie soll jetzt den Kopf
eines jugendlichen Dionysos mit Efeukranz tragen,
ln der oberen Schnittfläche des antiken Unterteils
ein viereckiger Zapfen. Unterhalb der linken Hüfte
zwei runde Dübellöcher im Abstand von ca. 6 cm
untereinander, in deren unterem noch der Dübel
steckt. Das gut gearbeitete Stack giebt ein Original
aus dem Kreise der an Paionios sich anschließen-
den Kunstschule wieder; vgl. La Glyptoth&que Ny-
Carlsberg, Text zu pl. 33. ln der Bewegung, dem
Vortreten des r. Beines und der Faltengebung be-
sonders nahe verwandt der Statue E— A 501.
1832/33. Bärtiger Kopf. Außerordentlich
hoch aufgestellt. Der Hinterkopf fehlt nach Aus-
weis der Photographie. Hals und Büste neu.
Mäßige Arbeit im Stil des 5. Jahrhunderts. Zu
vergleichen : Bulle, der schöne Mensch Taf. 228 =
La Glyptoth&qne Ny-Carlsberg p. 21, Fig. 6 und 7;
E — A 143637 und La Glyptoth£que Ny-Carlsberg
pl. 14.
1834 — 36. Jünglingskopf. Httbner 859.
Büste und Nasenspitze neu, sonst intact. Sog.
attischer Einschnitt am Uinterkopf. Ansteigender
Oberschädel. In der Bewegung der Stirn und dem
breiten Untergesicht dem Diomed an die Seite zu
stellen. Die Stilisierung des Haares in kleinen
Ringellöckchcn den dem myronischen Kreise zu-
gewiesenen Werken entsprechend. Das gesträubte
Stirnhaar zuerst an dem Londoner licrakleskopf
Br— Br 568. Der Kasseler Kopf: Jahrb. d. J. 1910
(XXV), S. 160, Abb. 1 ; S. 163, Abb. 41, ist ein nahe
verwandter, aber etwas jüngerer Typus. Feine
Arbeit.
1837,38. Kopf des bärtigen Dionysos.
Hübner 848 (hier fälschlich Tür modern erklärt).
Ergänzt: das Bruststück Wie es scheint, strengere
Replik des Kopfes im Louvre : G iraudon 1256 (Clarac,
Description, Nr. 189; Fröhncr, Notice Nr. 214).
1839-41. Weiblicher Kopf. Hübner 893.
Ergänzt daa (männliche) Bruststück, Kinn, Lippen,
Nase, I. Braue Hals und Kopf wendung alt. Haar-
schopf im Nacken Anscheinend Wiederholung des
Kopfes Museo Torlonia 137. Aus der Zeit der
Artemis Colonna.
1842/43. Kopfdes „Menander“. Hübner 860.
Bruststück und Nasenspitze neu. Gute«, aber etwas
outriertes Exemplar.
l844/45.Kopf eines Griechen. Hübner 897?
Neu : Bruststück, Kinn, Nase, Teile der Lippen und
Ohren. Aus derZeit des Albanischen Kopfes, Porträt-
werk 391,193, den ich dort wohl fälschlich zu spät,
in die jüngere repubiieanische Periode, datiert habe.
1846/47. Kopf des sog. Sciplo. Hübner 866
(von diesem für modern gehalten). Ergänzt: Brust-
stück, Nasenspitze, Flicken in der 1. Braue. Kreuz-
narbe.
Di« beiden Athenastatuen der Casa de Pilatoa
(Hübner 839 und 840) sind von Herrtnann in den
Österr. Jahresh. II (1899), 8. 155, Taf. 11 und III,
veröffentlicht worden.
San I.ticar de Barrameda.
1848/49. Kolossalkopf der Koma. Ehe-
mals im Palacio de San Telmo in Sevilla anfgestellt
(Catälogo de los euadros y esculturas pertenecientea
ä la Galerta de SS. A A. RR. los Serenisimos Sonore*
Infantes de Kapana, Duques de Montpensier, Sevilla
1866, S. 84, Nr. LXXXV). Neuerdings nach dem
Schlosse San Liicar de Barrameda zwischen Sevilla
und Cadix Übertragen. Abguß im Münchner Gyps-
museum ; danach unsere Aufnahme. Hübner S. 316.
„Er gehörte zu einer Statue, von welcher auch
andere Reste mit ihm gefunden und wieder ver-
schwunden sein sollen.“ Ich habe das Original
nicht gesehen ; nach einer kleinen mir vorliegenden
Photographie ist es von vorzüglicher Erhaltung.
Wiederholungen sind mir nicht bekannt.
Fr6jus.
Musee municipal.
1850. Tete de Zeus*). Marbre blanc. Trouvfee
prds de l'ancien port i la Porte Dor&e. Nex rcataurc.
H. 0,40.
La tete, plus grande que uature, etait destinee
ä Ctre encastree dans le corpe d’une Statue. La
partie postericure n'est qu'ebaucbee. La tete etait
tournee ä droite.
Copie romaine d'un type erfcä au IV» siöcle
par la seconde Coole attique soua l'intiuence de
Praxitele et de Scopas, apparentc au Zeus d'Otri-
•) Wir verdanken die Negative tu dieser Nummer
der Gefälligkeit des praktischen Arttea in München Herrn
Dr. Adolf I’reysa.
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W
9 WI, 1851-1866
coli et an Zeus du Muse« de Conatantinople (B.
C. H. 1885, pl. 14.). Cette töte a fitfi publifie dans
la planche jointe am < Inscriptions romaine* de
Frfijus » par ilfiron de Villefoese et Tbfidenat, Paris,
Champion, 1884, et par Espfirandieu, recueil des
baareliefs III, 2454, p. 338.
Montpellier.
Musee munitipal.
1851. Aphrodite drap6e. Marbre blanc.
H. 0,375. Provenauco inconnue. Hestaurations:
avant-bras gauche, la main et le poignet droit avec
la partie supfirieure du manteau ; nn Fragment du
braa droit 1 l'aiaselle La töte a fitfi recollfie, mais
appartient au corps,
Copie romaine de l'Aphrodite Genitrix d’AI-
camönes. Cf. Keinach, Repertoire, II, 331, 1.
1852 -1854. Htracles enfant. Marbre
blanc. H. 1,06. Collection Campana. Restaura
tions: Io uez, le bas de l'oreille droite, le cou, le
bras droit et la maaaue, l'avant-bras gauche et
los aecessoires, un fragment de la cuisse gauche
en arriörc, les dem jambes, du genou A la cheville,
la feuitle de vigno.
Enfant debout avec les attributs d’Höracles.
Bonne copie romaine d’un original de l’fipoque
hellfinistiquc.
1855— 1856. Büste d'Hermfis. Marbre blane.
II. 0,65. Collection Campana. Restaurations: les
ailes, le nez, un morceau de la joue droite, le cou
et le buste tout entier. Grattage gfinfiral de
l'fipiderme.
Cette töte, apparentfie a celle de l’ilerines
Mynmien du Vatican (Amelung, II, p. 666, pl. LXI),
n'en est pourtant pas une copie (cf. tfite d’Athfinee,
E— A 644). Les cheveux sont traites dans le style
Myronien, comme dans la statue du Vatican, mais
les yeux et la bouchc se rapprochent plutöt de
ce que nous connaissons du style de Crösilas. La
tfite paralt ainsi ütre une adaptation romaine A
une figure d'Hermfis, d'un type athlfitiquo con-
temporain de Crfiailaa et de Myron; les ailes
seraient, comme dans la statue du Vatican, une
addition du copiste romain.
1857—1858. Tfite de femme. Marbre blanc.
H. 0,64. Collection Campana. Restaurations: le
nez, le bas de l'oreille droite, le buste tout entier.
ßrattage gfinfiral.
Bonne copie romaine d’un original grec de
la deuxifime moitifi du V® siede. Cf. E— A 938.
1859—1860. Buste de daine romaine.
Marbre blanc. II. 0,58. Provenance: environs de
Montpellier 10
Montpellier. Le nez brisfi; nombreuses firafluree
sur le visage.
Portrait de femme inconnue de l'fipoque de
Paustina minor.
Collection de la Societe archeologique.
1861. Tfite de femme. Marbre blanc.
H. 0,20. Provenance : Nimes. Le bout du nez brisfi
Tfite lfigfireuient inclinfie vers la gauche. Les
eheveux, divlsfie en deux bandeaux sur le front,
sont massös sur la nuque et serrös par une bände-
lette, Copie romaine d’un type hellcniatique dfi-
rive d’un type Praxitöllen.
1862. Tete de femme. Marbre blanc. 11.0,26.
Provenance: Nimes. Nez et menton refaits; buste
moderne.
Les cheveux, serrfis sur le front par une large
bandelette, sont rfiunis sur le haut de la töte en
un large ncBud. Copie romaine d’un type hellfinis-
tique.
1863. a) Tfite de femme. Marbre blanc.
H. 0,11. Provenance inconnue. La tfite paralt usfie
par un söjour dans l'eau. La Coiffure en forme
de Klaft indiqur peut Ctre une origine alexandrinc.
Epoque hellfinistique.
b) Tfite de fern m o. Marbre pentöliqne.
11.0,12. Provenance inconnue. Un voilc, posfi sur
les cheveux, retombe sur les fipaules, conformfiment
au type des Dfimöter voilfies. Original grec du
IV« siede.
1864. Tfite d'homme inconnu de
l’fipoque rfipublicaine, I»r s. av. J.-C. Marbre blanc.
H- 0,28. Trouvee a Nimes, Rue Sigalon, 23. Le
nez et l’oreille droite endommagfie. Coups do
pioche sur Io visage.
1865. Fragment de stfile funfiraire
grecque. Marbre pentülique. H. 0,33. Larg. 0,28.
Rapportfi d'Atbfincs par le Dr Cbresticn. Manque
tonte la partie inffirieure du corps. La figure
a beaucoup souffert; cependant eile conscrve
encoro )a beautfi des typee phidiesquee. La
femme, tournfie vers la gauche, fitait probablcment
assise. Lea restes indfitenninfie — fragments de
doigts (?) — que l’on voit a gauche, appartenaient
peut fitre k un personnage placfi en face. 2« moitifi
du V« siicle. Cf. E-A 668.
1866. Plaque en terro cuite. Larg. 0,28.
H. 0,21. Provenance italieune indfitenninfie. La
plaque est brisfie en plusieurs fragments; je la
crois authentique. La partie supfiricure est refaite
sur une largeur d'environ un centimfitrc; le nez
et le front de la femme i g. sont moderne«.
Enseigne romaine d’un marchand de volailles
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11
VII, 1867—1871
Genf
12
et de gibier, analogue aux plaque« (Utes < Cam-
paua >. Une enseigne scmblable en marbre an
Mnsfie Torlonia (n° 379; Daremberg 4 Saglio,
Dictionnaire de« antiquitfi», ». v Mercator, Fig. 4924).
Cf. aussi, tnfimo ouvrage, s. ▼. Signum, et 0. Jahn,
Berichte der Saeche. Gesellscb. 1861, pl. XI.
Geneve.
Musee d’art ct d'histoire.
Le« collectiona d'antiquea dela Ville de Genfive
sont reunies depuis le nioia d'oetobre 1910 dan«
le Nouveau Musee d’art et d’histoire. On y a
groupfi le« anciens foadg du Muafce archfiologique
de la promenade des Bastion«, du Muato Fol et
du M usto Rath. L'administration municipale a
maintenu dan« le Palais de l’Ariana, a I’regny,
lee coliection« que feu G. Revilliod y avait formte«
M. Alfred Cartier, directeur general des Mu-
sfies, a public en 1910 une Notice et guide
aomtnaire du Musfie d’art et d'histoire.
Partout oit ccla etait poseible, j’ai rfiffirfi aux in-
ventaires des anciens dfipfits qui restent valables
pour lea nouvelles galeries.
Must'-o Fol, Catalogue descriptif par VV.
Fol, Genfive, 1874—1879, 4 vol.; Etüde« d’art,
etc., du meme auteur, 4 vol. in 4° (ie Livres d'nn
dilettante consciencieux, la terminologie eet Im-
propre); Catalogue du Musfie Rath, 1906.
Quelques articlee de revues ont fitfi consacrca anx
coliection« de Genfive: Gaz. des B.-A., 1875, I,
p. 369 «q. (coliection Fol, -Schneider); Re v. Arch.,
1875, I, p. 271 sq.; 1910, U, p. 401—412 (Deonna).
Ponr le« sculpture« antiques en particulicr,
cf. NosAnciena et leurs oeuvres, Recueil
gfinevoia d’art, VI, 1906, p. 88 - 90 (Navllle);
VIII, 1908, p. 41-44 (Nicole); IX, 1909, p. 11
sq. (Deonna); Rev. Arch. 1885, I, pag. 226 «q,
(Duval); 1908, II, p. 153 sq. (Deonna); 1909, I,
p. 283 (Deonna); Revue des fitudes ancien-
nes, 1908, p. 250 sq. (Deonna). Pour lea bronzes,
cf Rev. arch., 1912, II, p. 32 sq. (Deonna).
J'adopte dana la bibliographie de ces notice« lea
abrfivistions anivante«: I) — Deonna; N = G. Ni-
cole; Nos Anc. = Nos Anciens et leurs tnuvres;
R. A. — Revue archfiologique; M. F. = Musfie Fol.
1867. Bouc trouvfi 4 Sierre (Valais).
Bronze H O. 15. 1.ong. 0,165. Inv.C. 1 1GB. Lesjambes
sont tronqufies un peu au dessous des jarrets. L’exfi-
cution est trfia soigneuse ct «oucieuse du dfitail — on
observera par exemple les glandes caprines. — C’est
le style naturaliste des bons animalicrs, plus avanct
a la vfiritfi que celui de la l.ouve du Capitole. La
teebuique eet teile de« toreutes grecs du V« sificle.
Toute l’fichine est falte d’une seule lame de uifital
appliqufie ; le« jambes aussi sont rapporttos selon
une scction oblique. La patine verte est bien
conservie.
Cartier, Notice Sommaire, PI. XIV, n°3;
Rev. Arch., 1910, p. «11.
1868 et 1869. TSted'Eros. Inv. 6131. Marbre
pentfilique. H. 0,17. I’rovenance: Rome. Manquent
l'cxtrfimitfi du nez, la face antfirieure du cou.
C’eat nne rfiplique exacte du type d'Eros erfifi
par Phidias, selon FurtwSngler (Masterpieces,
pag. 69), qui rangea lui-mßme, dans une lettre k
M Naville, la töte de Genfive panni les rfipliquos
de ce type. Le visage est plein, presque rond.
La chevelure offre des boucles en S, traittos an
foret. Asscz bonne copie.
CouiptesrendusdelaSocictcauxiliaire
du M usfie, 1904, p. 13sq.(plancbe) Nos. Anc. 1906*
p. 90 (fig i (Naville). R. A., 1909, II, p. 409.
1870 et 1871. T£te d’Hertnfis. Marbre
do i’aros. H. 0,31. Le nez, la lfivre inferienre
et le cou sont restaurfis.
Deux petites ailes courtes s'filfivcnt au baut
de la tfite qu'elle couronnent d une Sorte de dia-
dime 4 breche mediane. Cette disposition est rare ;
en gfinfiral, les ailes d’Hermcs, superpoaßc« au
eräne sont seusiblement paralleles au plan facial.
La chevelure presente des mfiches aasez emmclßes,
en forme de 8.
Bonne copie d'un original qui reste a iden-
tifier. M. Deonna, se fondant sur les critfirea du
style phidieeque proposfis par M. Salomon Reinacb
(Gaz. des B.-A., 1902, I, p.452sq.), a institufi une
comparaiaon interessante entre la tfite Laborde,
celle du Dionysos de la frise du Parthenon, et la
tfite de Geufive. On se rangera de prfiffirenee 4
l’oplnion de L. R. Farneil, Cults of the Greek
States, V, PI. XXV et p. 55, qui «e prononce
pour un original d'ficole pfiloponnfisienne de
400 environ av. J.-C. En effet, le modelfi du visage
est plus sfivere, moins fondu qne celui des tfites
phidiesques (cf. le numfiro prfiefident). Le galbe en
est moins arrondi. L'expression est plus austfire.
Enfin, le type de l'Hermc« aux ailerons super-
posfis au front upparait dans plusieurs tfites de
style polyclfitfien de la fin du V« sificle (Furt-
wängler, Masterp., p. 290, n° 5; Mahler, Po-
lyklet, p. 59, fig. 14; 8. Reinach, Recueil de
tfites, p. 47, pl. 59). Bibliogr.: Catalogue Fol,
n« 1328; R. A., 1908, II, p. 167, fig. 4 et 5 (D). —
Pour le type d’liermfis aux ailerons, cf. Furt-
wängler et Reichhold, Griechische Vasen-
malerei, pl. 20, et Nicole, Meidias, pl. VI, 3.
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VII, 1878-1882
Genf
14
1872 et 1873. Hermüs bicüphale. H. 0,47.
Marbre jaunätre. Lee nez et une partie du buste
sont restaurüs.
Rüplique des termes du stade d’Athenes (Har-
rison et Verrall, Monuments and Mythol. of
anc. Athens, p. 232, tig. 18. Ausonia, 11, 1907,
p. 42, 8g. 16. Archcografo Triestino, XXX,
1906, p. 8, Hg. 2).
D'nn erttft, la töte de l'Hermüs propyla'os
d'Alcamüne; de l’autre, tüte d'Apollon imberbe,
da type attribuü par Saviguoni 4 Alcamüne:
Ausonia, 1907, p. 41, n" 4, qui ünumüre cinq
autres rüpliques.
Le type d'Hermüs, aux boucles longues, rame
uües par devant sur los üpaules. aux frisures 4
triple etage sur le front, ä la moustache retom-
bante, a la barbe carrüe et atylisüe, a ütü erüü
par Alcamüne; lo visagc aux traits immobilee, qui
üvoque l’art de l’hidias, se Combine avec d’an-
ciennes modes ioniennes de Coiffure. Outre la copie
cülübre de Pergame, il existe un tres grand nombre
de rüpliques; los liste» qui en ont ütü dressüee
n’ont qu’un caractüre provisoire.
L’inscription AVKOYPrO£ gravüe sur le socle
ne doit pas fixer l’attention, car le socle n’appar-
tient pas au terrne.
Catalogue Fol, 1334. Nicole, Meidias,
p. 127, n* 3. R. A., 1908, p. 153, et fig. 1 (D).
1874. ApollonSauroctone. Marbre jaunätre
a petita grains. H. 1,61. Trouvü 4 Rome, via
dei Serpenti.
La partie infüricure du corps ainsi que la plinthe
est antique. Le baut du corps 4 partir du bas du
tborax, et le haut du tronc d’arbre jusqu’au lüzard
sont restaurüs en plitre d’aprüs la Statue du V atican.
Catal. Fol, n° 1316. R. A., 1908, II, p. 159,
fig. 6, et p. 160, n°4. Gaz. des B.-A., 1875, I,
p. 376. JahreBh. des Osterr. Inst., 1898, Bei-
blatt, p. 144, Collignon, Sculpture gr„ H,
p. 285, nute 2. Omise par Klein dans la liste des
rüpliques, Praxiteles, p. 108. — Cf. la rüplique
de Napie», E— A 768. — La rüplique de Genüve
est interessante parce qu'elle presente les jambes
qui sont mutilües dann les autres exemplaires.
1875. Torse d'Aphrodite. Trouvüe en 1850
4 la Villa Ludovisi et achetüe par M. Duval 4 Cam-
pana. H. 1,285. Marbre de Luni. Manquent la tüte,
les bras, les jambes 4 partir des genoux. Rüplique
de l’Aphrodite de Cnide. Le mouvement des bras
ne pennet pas de res tau rer notre torse en Aphrodite
Anadyomüne, un type connu par divers bronzen
de Syrie et d'Egypte. L’exüeution est pleine de
saveur et de morbidesse.
Catalogue Rath, 712. Une reproduetion du
dos, Nos Ano., 1908, p. 41, fig. 13 (N). — Arcb.
Anz. 1895, p. 64, n° 1; Reinacb, ltüp. 111, p. 118,
1; K. A., 1908, II, p. 171, n° 15 et fig. 17.
1876. Tüte d'Aphrodite. H. 0,175. Inv. M.
F. 1349.
Le visage seul est conservü; le fragment a ütü
sciü pour servir de müdaillon. C'est une rüplique
de la tüte de l’Aphrodite Cnidienne, dont la tüte
Kaufmann, a Berlin, ofTre une meilleure Image.
Cat Fol, 1349. Pour le style cf. E-A 147/148;
401/402.
1877. Tüted'Athüna casquüe. H- 0,215. Inv.
61.30. Marbrojaun&treapetitsgrains. Autrefois chez
L. Pollak 4 Rome Le type en serait praxitüiien, selon
M. Klein, Praxiteles, p. 350. Furtwängler combat
cetto opinion dans une lettre & M. Ed. Naville et
rattache la tüte de Genüve 4 un original de l’üpo-
que hellünistique. l'rovenance: Ascoli.
N os A n c., 1906, p.8H,PI.(Navllle).C.-R. S o ci ü t ü
auxil. du Musee, 1904, p. 13, pl. R. A., 1910,
U, p. 409.
1878. Tüte de Dionysos. U.0,39. Marbre Jau-
nätre. Les cheveux.couronnüs de pampree et partagüs
par une raie, forment deux bandeaux autour da
front pour retomber en boucles longues sur les
üpaules. Restauratious : le nez, la bandelette de
mütal, le bnste.
Un buste du Capitole, que les anciens anti-
quaires dünommafent Ariane, donne les mümes
traits ä Dionysos C'est 4 l’üpoque hellünistique
qu'il faut attribuer la conception de ce type effüminü
et trop juvünile de Dionysos; les düfauta en sont
encore accentuüs par la mauvaise exücution du
buste de Genüve. La tüte, mal restaurüs, devait
ütre iuclinüe 4 droits, comme le buste du Capitole.
Catal. Fol, 1889. R. A., 1908,11, p. 162, fig. 9.
1879. Apollon Lykeios.Inv. C. 1201. H.0,60.
Marbre de Paros. Manquent les deux bras — la
main droite appuyüe au sommet de la tüte est
seule conservce — et le bas des jambes. L'attitude
marque la müditation alanguie: rinclinaison günü-
rale du corps est vers la gauche. Cf. E — A 335
pour la tüte, E— A 340. Pour le type, Kurtwängler
dans Roscher. Lexikon der My thol., I, p. 460;
Meisterwerke, p. 570, n° 3; pour l’expreesion
de la tüte, cf. Monum. Piot, III, p. 168 (Tb.
Reinach).
1880/82, StatuottedeDionysos.en bronze,
trouvüe en 1870 4 Chevrier (H** Savole). Inv. C. 229.
— H. 0,215. Loa yeux, 4 pupille cave, sont incrustüs
d'argent. Le pied gauche manque. Le dieu debout,
entiürcment nu, a le corps appuyü sur la jambe
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la
Genf
16
Vn, 1888—1886
droite. La jambe gauehe rat fitchic. La maio drnite
teuait aana doute uu cauthare et la main gaucbe
a'appuyait ä un thyrse. La tAte est inclinAc a
droite. La chevelure, rAguliArement ondulee, forme
an bourrelet Apais, naiasant iur lc front et nouA
aur la nuque en un groe chignon d’oii dem nattes
retombent a droite et 1 gaucho, aur lea cpaulee
Cette gracieuae atatuette, d'une braute pure-
ment formelle, offre un atyie compoaite. La tra-
dition de l’ecole d'Argoa rat viaible dana le chiaauie
dea membrea et dana la aaillic doa pectoraux, maia
l'expreaaion du viaage eat aougeuae et lc modele a
une morbideaae toute praxitAlienne. F urtwängler efit
prononcA le nom d'Kuphranor devant le Dionysos
de GenAve. M. Mahler (I’olyklet. p. 112) le rap-
proche du Dionyaoa de Tivoli et de pluaieura sculp-
turea dout le atyie argien eat teinpArA d’attieiame.
Keinach, HApert. II, p. 785, 8 (fauaae in-
dication de provenance). Kovue Savoiaienne,
1907, p. 88, fig. R. A., 1909, 1, p, 243 aq., pL III,
(D). — MentionnAe: Pro Aventico, III, 1890,
p. 62, n° 1; Deonna, L’ Archäologie, I, p. 371,
n°3. Un moulage de notre atatuette eat exposc
au musAe d'Annecy.
1883. Statuette d'HermAs, en bronze.
TrouvAe ä Lograa (Ain). H. 0,143. Inv. C. 1223.
Manquent lea deux pieda. Le inf-tal a pria une
patine verte aonibre. La cheville droite presente
k l'intArieur l’attarhe de l’ailette. Le dleu eat
debout; il a la tAte un peu incllnAe aur l’Apaulo
droite. L’aplomb du corpa eat comme dana le
numcro precAdcnt. Une paenula jette aur l'tpaule
gauehe retombe aur l’avant-braa g. Le braa droit
pend le long du corpa; la inain tenait .«ans doute
la bourae; la main g. supportait un attribut qui
a diaparu, sans doute le caducte place de biaia.
Type frequent dana lea muatea de province, cf.
Keinach, RA perl II. p. 161, 10, et IV, p. 92, n°6.
Travail romain aoignt; le viaaga a une ex-
presaion aougeuae qui rappelle plua Scopaa que
PraxitAIe.
Cartier, Notice aommaire, PI. XIV.
1884 et 1885. Torae d’un grec perga-
mAnien de l’ex-voto d’Attale Marbre bianc k groa
gralna qui me parait ßtre du penttlique. H. 1,37.
Acquia en 1877 par M. Dural ä Rome cbez Pacifico
Piroli, rue dea Quatre Fontainee.
Selon lea vuea interessantes de M. Bieti-
kowaki, Die Daratellung der Gallier in
der bollenlatiachen Kunat = Celtarum
imaginea, p. 16 aq* le grand monument dA-
dit par Attale I«r aur l’Acropole de Pergame
pour commvmorer sea succes aur lea Galatea,
eomprenait, outre lea atatuea de bronze reprA-
aentant dea ßaulois vaincua, pluaieura figurea
de vaiuqueure; lea deux partiea de la compo-
aition auraient AtA dea pendanta fort exacta par
le atyie, le mourement et lea dinienaiona. M. Bich-
kowaki auppoae, en face du Gauloia mourant du
Capitole et du groupe Ludoviai du Gauloia et de
la Gauloiae, pluaieura figuree reprtaenttea avee la
nuditA htroVque. Le torae de Gentve eat la plua
importante dea copiea de cea atatuea quk rtunies
M Bienkowaki. II eat reproduit I. c , p. 16, fig. 19, f.
S. Reinach, RAp* III, pag. 61, 6. Noa Ane.
1908, p. 39. fig. 11
Le torae de GenAvc eat penebe en avant, et offre
un Itger banckement a gauehe. Lee deux braa
Ataient abaisaAs. Le biccpa gauehe eat tendu comme
ai le braa gauehe Atait alourdi par quelque attribut
pesanl La jambe gaucho etait portAe fortemeut
vera la g. ; le genou droit parait lAgArement pliu.
Ccrtea, dana l’attitudo generale, la atatne de
GenAve offre une grandc analogic avec le I’aa-
quino. Pluaieura archAologuca l'ont coneidArA com-
me une rApliquc du Menelaa de ce groupe.
Maia cette hypotliAse ne peut Atre maintenue;
en effet, le torae de GenAve est abeolnment nu
tandis que le MenAlaa est drapA. Kn outre, M. Bien-
kowaki a muntre que le MAnAlaa de la Loggia dei
Lanzi offre un atyie plua sevAre et plua archaYque.
Knfin, le mouvement violent et l'anatomie de notre
torae rappellent beaucoup le Gauloia Ludoviai.
C’eat la meine rApartition dea partiea mollee; la
pause est limitAe par une forte sailUe dea cötea;
le grand dentelA eat trAs exactement marque et
le nombril enfoncA. Sur l'omoplate gauehe, on
diatingue une trace oblique du panache du casque
(1. c-, p. 17, fig. 20), ce qui rnontre que la tAte Atait
tournAe tout k fait k droite.
Beau morceau de maitriae que noua reconnaia-
sons volontier» comme une copie de l'Apoque helie-
niatiquo.
CaL Rath, n° 718. R. A., 1908, p. 172, et 1910,
p. 409, n. 1. Berliner pbilolog. Wochenach.,
1909, p. 1002 (Schneider).
Un torae du magaain communal du Caeliua
(Bienkowaki, ibid. p. 17, fig. 21), offre de grandea
analogiea avec le marbre de GenAve. L'exAcution
en eat infArieure et date de l’Apoque romaine.
Deux autrea repliques: 1. Copenhague, Glypto
thAque Ny-Carlaberg, Catalogue n» 388; Arndt, la
Glypt Ny-Carlsberg, pl. 110, ä droite; Bicn-
kowaki 1. c., fig. 23; 2. Naplea, Bienkowaki, fig. 41 a,
p.28; photog. Inst. all. n° 467. — Pour la tAte, B. pro-
poae un type anaiogue k MAlangea de l'Ecole
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VII, 1886—1891
Genf
18
frangaiae, 1899, PI. II, p. 97. — Cf. ▼. Sali«, Der
Altar von Pergamon, p. 73 sq.
1886. Toree viril. H. 0,59. Röplique de
l'Höraklös Farnöse de Glycon. Manquent la täte,
lee braa, les jambee. Dn fragment de la pcau de lion
apparait aoua l’aisaelle ganche; lee tracee de la
main droite aont viaiblee eur la cuisae. Assei
bonne röplique d'nne exöcution nerveuee; lea mus-
clea n’ont paa l'aapeet cotonneux qu'on incriinine
a juate titrc dana le coloaae Farnese.
Cat. Fol, 1325 Rev Areh., 1908, p 160,
fig. 7 (D). Sur lea röpliques de l’Hercule Farnese,
Stephani, Auaruhender Herakles, p. 161;
nne röplique tr 5s cndotnmagöe dana la trouvaille
d'Anticythöre (marbre), Svoronoa, Athener Na-
tionalmuaeum, pl. XI, 1. Cf. une mention de
l’Höraklös de Glycon dana un papyrna latin de
la Collection de Genöve, Jules Nicole, Un cata-
logue d'cenvres d’art conservöes 1 Rome
4 l’öpoque impiriale, Genöve, 1906, p. 16.
1887 et 1888. Töte de j eunehomme, achetöe
parW. Fol 4 1’hoirie du scnlpteur Teneranl. Inv.
M. F. n” 1833. H. 0,86. Marbre jaun&tre de Lunl.
ltestaurationa : le nex, lee lövres (partiee medianes),
la portion droite du menton ; un öclat a enlevö le
sommet du cräne. Bonne röplique d'un original
de l’öpoque hellönistique, qui reete 4 identifier.
L’artiate a indiquö avec beaueonp de diatinctlon
lea paupiöres. I'attache des narinea, lea pommettes.
Une couronne de bronxe a laisse un aillon bien
distinct dana l’öpaiaaeur des cheveux. Ce <lAta.il
a öchappö aux pröcödenta öditeure. L’expreasion
pathötique des yeux pleins d'ombre, dn front barre
d’un pli energique, et de la bouche entr'ouverte,
enlin, l’aröte large du nez rappellent un pen les
totes du fronton oriental de Tögöe.
On reconnaiasait autrefois dana le marbre de
Geneve une röplique de la tüte dn fila ainö de
l.aocoon; cette hypothöse, döjA röfutöe eil 1890 par
M. R. Förster, Verh an d Inng en der Philo-
logenveraamml. zu Görlitz, Lpz., p. SOI, a
ötö repriac en 1908, Rev. Arch. 1908, p. 161. fig. 8
Je ne sauraia m'y ranger. Outre les propnrtionB
doubles de la töte de Genöve, qui obligeraient a
admettre une röplique deiueauröe du groupe, le
style presente des difförences profundes. L’ex-
presaion du visage dana la tete de Laocoon sine
cst beaucoup plus douloureuse et les traits sont
beaucoup plus ravagös.
On n'a pas ö tö mieux inspirö dana les lignea
suivautes: „Tout dana le travail fait croire que
c'est une copie moderne cxöcutöe pent-Ötre au
temps de la Renaissance “ R A , I. c Mals l'anttien-
ticitö du monument ne pröte pas au doute. Les
fauasaires n'ont pas accoutnmö de mutiler leurs
helles picces dana les asuvres vivea ; ila se conten-
tent, comme on sait, de porter quelques coups dis-
crets dana les parties secondairea. Or, dana la töte
que nous publiona, le nez et la bouche aont restanröa.
D'autre part, lea copies du Laoooon exöcutöes 4
l'öpoque de la Renaissance ont un tont autre carac-
töre. Cf. Jahrbuch, 1891, p. 177 sq. (Förster).
Catal. Fol, n° 1388. Reproduite, Gaz. Ar-
chöolog., 1876, pl. 26, p. 100; maueaise repro-
duction opaque, R. A., 1908, p. 161, fig. 8. — Citöe,
Overbeck, G riech. Plastik*, II, p.337, note 13, 9;
R. Förster, Vorhand!, etc., I. c.; Rev Ar-
chöol., 1908, p. 161. sq. (D).
1889. Töte d’llöraklea en buate-her-
möa. Marbre jaundtre passe au feu. U. 0,19.
Provenance Rome, Esquilin.
La töte eat couronnöe de feuillage et drapöc
d'un voile. Dans le type de Zeus, c'est une couronne
de ehöue qui eat de rögle (cf. Overbeck, Kunst-
mythologie, fig. 20, p. 239); ici, le aculpteur
a disposö des toufies d’acanthe. L'expresaion du
visage et le traitcment de la barbe rappellent la
töte coluaaale de Naplea figurant Zeus, Rueach,
Illustrierter Führer, p. 39, fig. 39, plus que
le Zeus d’Otricoli Travail sommaire.
C a t. F o I , n» 1348. N oa. A n e., IX, 1909, p. 19,
fig. 12 (D). Un berrnös du meine type, en marbre
rose, figure dana la Collection Level, 4 Paria.
1890. Statuette de terre cuite en haut
relief. Guerrier casquö agenouillö 4 droite.
H. 0,57. Kxomis agraföe sur le Sternum. Dans
la main dr. garde de l’öpöe. Orifices circulaires
dana le champ. 11 est probable que cette figure
faisait partie de la döcoration d'un fronton ana-
logue aux beanx frontons en terre cuite du Musöe
de Flurcnce(Milani, R MnseoarcheologicoH,
tav. C; Monum. Seel ti, Pl. VI). Cf. aussi Wol-
lanka, az antik Szoborgytljtcmöiiy MagyarAzo
Katalögusa, 1912, n° 97.
Deonna, Lea atatues de terre cuite
dana l'antiquitö, p. 111, fig. 4.
1891. Statuette de Sölönö. M.F.n°1317.
H. 0,76. l’rov. Rome, Via Urbana. Restaurations,
le bras droit, la corne gauche du Croissant su-
pörieur. Outre le croiaaant posö en diadöme, un
deuxieme Croissant est pasaö derriöre la nuque.
Chiton 4 apoptygma ot cpiblema flottant au
dessus de la töte. Exöcution cxtrömement mö-
diocre. La töte a une expression maussade. l’our
Io type, cf. Museo Borb. V, 22; Clarac, pl. 663,
tr> 1206. Cat Fol, n° 1317.
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19
VII, 1892—1900
Genf
20
1892, Statuette de Priape. Type banal
et travail eommun. Marbre blanc. H 0,76. Catal.
Fol., 1319. Noa Anc., IX, 1909, p. 19. —
Cf. E-A V, p. 80, n“ 213.
1893. Baareliof archaYaant Fragment.
Prov. Home, Collection Pollak. Marbre de Luni.
Inv. 6132. 1 e fragment a la forme d'un trapezc
irregulier meaurant 0,67 <*> de longuenr anr 0,20
de largeur. La moitie d'un personnage est acule
conservee. C’eat un jeune liomme, vetu d'une
cblamyde aux plis termincs en queue d’aronde; il
live le braa droit pour attaquer de la lance ou
de l’epie. A gauche. un aecteur du bouclier rond.
La plaque eat complite & gauche. Coiffure k troia I
ranga superpoaia de coquilles d’escargot. Style
archaYaant. Travail aolgne.
Noa Anc., IV, 1906, p. 88 (fig.) et p. 90 (Na-
ville). Sociiti auxiliaire du Musie, 1904,
p. 13 et planche.
1894 et 1895. Diaque de marbre ayant aervi
d’oaci 11 u m. M. F. n°1072 Diam.0,29. Prov.Thiätre
d’Orange. Lee deux facea du diaque offrent une
reprisentation. A. Deux maaquca juxtaposi», de
profil, 4 droite. En avant, maaque de Satyre
barbu, couronni d'un bandeau, lea ebeveux for-
ment un toupet aur le front; la mouatache eat
recourbie 1 aon extriniiti; la barbe, calamiatrie,
compte aix boucles, la bonche eat tri» largement
ouverte En arriire, maaque comique de jeune
femme; la chevelnre forme un double bourrelet
aur le front B. Maaque tragique de jeune femme,
coiffie d’un bonnet phrygien et paree de bou-
cles d’oreilles. Cf. Collection Lecuyer,
PI. I, 3 et Vente Lecuyer (1883), n° 278. II
ae profile aur un maaque comique d'Hermippoa,
an type aocratique, cräne chauve, front ridi,
nez court dipriini k la racine, relevc 4 la pointe,
mouatachea tombantea, barbe partagie en plu-
aieura miclies Sur ce type, cf. Robert, Die
Masken in der neuen att. Komödie, p. 18,
fig. 35 et 36. Le infime maaque d'Hermippoa,
diaposi aemblablement, eat figuri aur un oscillum
du Louvre; Clarac, p. 355 B = Rcinacli, Kip.
1. p. 104.
Cat Fol, n° 1072. Noa Anc., IX, 1909,
p. 18, fig. 10 et 11 (D).
1896. Baa-relief. Inv. M. F. 1352. H O, 40
Long. 0,37. Marbre jaun.dtre.
Un Eroa a’eat coiffi d’un grand maaque
de Silin e dana lequel il disparait juaqu'l la cein-
ture. Il fait l'office de croquemitaine et passe sa
main par la bouche biante du maaque. La galerie
eat formee de deux autres Eros debout dont le
Premier marque aea alannes en ilevant lea braa.
Mime aujet aur un relief de la villa Mattel, M— D
2755, et aur une peinture trouvie k Herculanum.
Saglio-Pottier, Dictionnaire des An t, s. v. Ludi,
fig. 4639. Cf anaai une Statuette de la Villa Albani,
n“ 678, Phot Alinari 27617, et une autre qui ae
trouvait autrefois k Home, Istituto di S. Aleaaio
(Phot. Moscioni 11337}. Cat. Fol,'1362. Noa Anc. ,
p. 14, fig. 5 (D).
1897. Baa-relief pittoreaqne. Long 0,50.
II. 0,42. Plaque deaarcophage. Aniours vendangeura.
Sur le grand cöti, un voit une couplede boeufa tral-
nant k gauche un char de Campagne chargi de
raisins. Un Eroa aurige tient lea renes et fustige lea
betea; un deuxiime Eros eat vu de face; il eat
drape. Des pamprea d'oii pend le raiain enguir-
landent lea branchea de deux troncs noneux qui
encadrent la compoaition. On ne aaurait avec D.
faire de ces pamprea des platanes, car le feuillage
du platane cst pointu et lea artistea de l'ipoque
helleniatique excellent k en marqucr lecaractire;
cf. baa-relief deTralles, Bull, de corr. hellin.,
XXVIII, 1904, pl VII. Sur le petit cöti — non
reproduit — qui eat tria fragmentaire, on voit un
Eros portant une corbeille de vendange.
Cat Fol. 1362. Etudes d’art, I, p. 14,
fig. Noa Anc., IX, 1909, p. 14, fig. 6 (D).
l898.Statuetted'un vieux berger.Ripli-
que deE — A 1171. II. 0,83. Marbre jaune. Manquent
la tüte, le braa gauche avec la moitie de la beaace,
lea jarnbes k partir des genoux, la tete et le» pattes
du chevreau. — La poitrine imaciie, la dicri-
pitude des chaira aont renduea avec un aouci de
pröclsion remarquable. Une riplique du Muaie de
l’Ermitage, Catalogue, n° 158, fig., tient, aelon la
dcacription de Kieseritzky, deux perdrix dana la
besace; la rcplique du palaia Lazzaroni, E— A 1171,
porte un chevreau. Enfin, une troiaieme riplique,
tria fragmentaire, mentionnie dana le texte E — A
1171, Antiquarium du Caelius, repriscnterait, aelon
Wace,une vieille femme portant un agneau, Ann ual
of Brit. School, 1903-19<M, p. 10, n° 3. Un«
sculpture trea analogue, qui n'eet peut itre
qu'une riplique arrangie a eti photographiie par
Moscioni, n" 3776, dansle jardin des Frirea francia-
cains mineura, rue SS. Quattro, pres du Latran. Il
aerait desirable que ces soulpturea fuaaent l'objet
d'un nouvel examcn.
Cat. Fol, 1332. Gax. des B.-A., 1875, I,
p. 371 (fig.). Kev.Arch. 1908, 11, p. 166, fig. 18 (D).
1899 et 1900. Töte de vieille femme, coif-
fie d’un voile fonuant capuchon. Inv. M. F. 1337.
H. 0,25. Le nez est reataure Le front bas, aillonnö
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VII, 1901-1906
99
de ridea, est encadrA par les bandeaux ondulAa.
La boucbe grande eat preaque horizontale Bon
portrait, l'expreaaion morose eat rendue avec une
habilotA retnarquable. Travall hellAuistique.
Reproduite de troia quarta 4 g., N oa A n c , IX,
ßg. 24, p 96 (D). Cat. Fol, n» 1887.
1901 et 1902. Portrait d'homme imbcrbe.
Huste H. 0,36. Le nez eat reataure. Pbyaionomie
Anergique quolqu'un peu bouffie. Travail antArieur
i 1’ Empire.
Cat Fol, 1330. Noa Ane., IX, p .23, fig. 90
(D). — Pour le traitement des cheveux, cf. Strong,
Roman Art, p. 368 sq.
1903. Statue de gAnAral on de fonction-
naire romain. Trouvee en 1880 pres d’Ancoue ;
acqaise par aouacription publique. Inv.711. Marbre
de Lnni. H. 2,135. Reatanrationa : la jambe droite,
avec le tronc d'arbre, la jambe gaucbe depnia le
milieu du mollet. La tüte a AtA briaAe, maia
appartient k la atatue. La peraonnage tient le glaive
de la main gauehe, une paenula, poaee aur
l'Apaule g. laiaae libre le reete du torae. Le aculp-
teur a'eat inspire du rythme polyclAtAen. La main
droite off re une particuiaritA inUreeaante. Le pouee
en eet double; cette difformitA qui eat trAa
apparcnte, ne aaurait etre expliquee par une aiinple
gaucherie du pratfcien. La atatue ne reprAaente
paa Trajan, et, d’aprea l'analogie du n° 598/9 de
Arndt, Portraitwerk, eile eat au plne tard de
l'Apoque de Claude.
Cat Rath, na711. Noa. Anc., VIII, 1908,
p. 40, fig. 12 (N). Reinach, Rep., III, p. 160, 6;
Arch. An*., 1896, p. 64, note 1. Rev. Arch.,
1908, II, p. 172, n» 17 (D).
1904 et 1905. Täte feminine. Inv. 2816.
Prov. indiquAe par le vendeur, Hartigny (Valaia).
H. 0,18. Marbre jaune dont l'Apiderme qui parait
comme lavA rend 1'antiquitA de la piece aaaex
douteuae.
Les orbites Ataient enchaasAea . quelquea
tracea d'Amail aont viaiblea. La tete eat couron-
nAe d'une Stephane; aur le front, la chevelure a
AtA friave en boncles aymetriquea qui forment
deux rang». Kn arriAre, l'arrangement des cheveux
offre cette vieille mode attique appelAe le krobyle;
cf. Collignon, Sculpt. gr., I, p. 362, fig. 184.
Style de la deuxieme moitie du l«r aiAcle
ap J.-C.
Noa Ane., IX, 1909, p. 22, planche (D). An-
zeiger für schweizer. Alterthumskuude,
XIII, 1911, pl. XI et p. 137 sq. (D).
Genf
Le MusAe de GenAve posaAde eneore pluaieura
sculpturea antiquea dont la plupart ne nous a
paa paru mAriter iei le* honneurt de la repro-
duction.
a) Groupe de calcalre, de travail et de pro-
venance cypriotea, figurant l'enlevement d'une
Nymphe par un Centaure. Public dana ma diaaer-
tation aur Meidiaa et le style fleuri (1907),
fig. 3 Rev. Areh., 1908, p. 168-169, fig. 15—16,
n° 14 (D). Reinach, Hepert, IV, 320, 4. Jahr-
buch, 1908, p. 176 (Zahn). Ce curieux motif se
retrouvc dana lea sarcophages de ClazomAne.
Cf. Zahn I. e. ; il est d’origine ionienne. — Fin du
VI« aiAcle. H. 0,19.
b) Plaquctte en ivoire da style lonien pro.
venant de Chypre et figurant troia jeunes gena
goQtant ies joiea d'un banquet Fol, Etüden
d’art, II, pl. XIV, p. 551; Cat. Fol, 8763; Kilo.
M itt., XXI. 1906, p. 818, n“ XVI (Pollak).
c) Torae d'AphAbe, de style polyclAtAen.
Marbre de Lnni couvert d'encro&temenf H. 0,45.
Type de 1'AphAbe de Dreade = Furtwkngler,
Maaterp., p. 265 et pl. XII. Cat. FoL, 1393.
R. A., 1908, n, p. 166, fig. 2 (D).
d) Statuette en bronze, provenant d’Oatie.
H- 0,17. KphAbe caaquA du type Furtwängler,
Maaterp-, p. 230, n. 5. Jolie base antjque in-
crustAe de palmettea d’argent. Catal. Fol, 1276.
R. A., 1908, II, p. 167, ßg. 3.
e) TAte d’Aphrodite. Inv. M. F. 1313. H. 0,34.
Travertin. Provenance: Corneto. La decase eat
coiffAe d'une stApbane. Lea cheveux aont partagAs
par uue raie et ondulAa en bandeanx aur lea cütAs.
Pendeloquea aux oreilles. On diatingue des tracea
de couleur rouge aur lea cheveux. Rev. Arch.,
1885, 1, p. 226—228 et pl. X (Duval). Cat. Fol .
1, n° 1313. Revue des Atudes ane., 1908,
p. 250 (Deonua). Pour le type, cf. Kayet, Mo-
numents da l'art aut., II, pl. VIII.
f) Torae acAphale de Dionysos ou d'Apollon.
H. 0,56. Marbre de Luni. Inv. M. F. 1324. Man-
qtient lea braa, lea jambes k partir des genoux.
Le poids du corps repose aur la jambe gaucbe,
la jambe droite Atait ÜAchie. Type hellAnistique
marquaut une tradition praxitAlienne. Cf. Reinach,
Rep. I, 376. — Cat. Fol, 1324. R. A., 1908, IL
p 166, n° 10.
gi Tete de Flore. 11.0,81. Marbre de Luni.
Type banal. Nez et menton reataurAe. Cat. Fol,
1317. R. A., 1908, II, p 165, fig. 12 (D).
h) Statuette d 'Aphrodite. Prov. Villa Ha-
driana. H. 0,70. Type de la VAuua pudique. Elle
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33
VII
24
egt coiffie d'une Stephani. Le travail eet d’une
grande sicheres««. Tracea de eouleur rouge eur
lee chevcux Marbre grisätre a gros grains. —
R. A., 1903, II, p. 164, 6g. 10 (D). Cat Fol, 1831.
i) Aphrodite pudique. Rome, Via Urbaua
H. 0,67. Iuv. M. F. 1318. Marbro de Luni. Type
ordinaire d’exieutlon courante. Cat Kol, n° 1818.
k) Tome d’Aphrodite. Marbre de Faros.
Acquls ä Athene* , en 1906. H. 0,18. Inv.
n" 4697. Un pau de draperie eur l’ipaule droite.
La Statuette de tri» petitee proportions eet d'un
travail grec Tort agriable.
l) Statuette d'Athina. Inv. C. 849. Marbre
blanc i petits grains. Elle porte le casque co-
rinthien; eile eet itroitement drapie dans un
hiuuition qui part de l’üpaule droite. Lee deux
bras, enveloppis par l'ütoffe, sont obliques et
paralleles.
Exicution midiocre Touchei de eouleur rouge
sur le devant de l’himatioD.
m) Täte d'Aphrodite. H. 0,42. Type banal
de l'Aphrodite du Capitole; execution tri.» som-
maire. Cat. Fol, 1340.
n) Tote colossale de Cybülo (?) coiifie d'un
voilo. Trouvie dans le 11t du Rhftne & GeuAve.
Inv. C. 1096. Travail d'atelier.
R. A , 1910, II, p. 409, avec la bibliograpble (D).
o) Bas-relief. M.F. 1861. Binquet fnnibre. —
Nos Anc, IX, 1909, p. 28, 6g. 27. Long. 0,88.
La difunte est une matrone itendue i g., la
tüte a g. ; un oiseau est perchi sur le dossier du
lit; une vieille servante apporte une corbeille pleine
de mets qu’on diatingue clairement, poiasons, pou-
lardee, pain. II* siücle ap. J. C.
p) Portrait d'homme barbu. Inv. M F. 1382,
H. 0,33. Cheveux trüs courts taülia en Croissant
sur le front; barbe courte et moustaches marquies
par un plqueti. La prunelle est creusüe, le regard
so dirige i dr. Nos Anc., IX, 1909, 6g. 23,
p. 16 (D).
q) Tete de femuie voilie. Travail romain fort
midiocre. Le nez est restauri. M F. 1387. H. 0,27,
Nos Anc., ibid.
r) Bunte de Niron. M. F. 1347. H. 0,60. -
Bernoulli, Röm. lkonogr., II, p. 396, n® 23.
Nos Anc., IX, 1909, p. 22, 6g 17 (D).
s) Büste de Lucius Vertu. Citi par Beruoulli,
I. e.. U, 2, p. 217.
t) Tete d'Auguste jeune. II est couronui de
chütie. Inv. C. 186. H. 0,12. Vulliity, LaSuisse
i travers les iges, p. 61, 6g. 162. Nos Anc.,
6g. 14. p. 21 (D).
u) Tüte en baa-relicf. Inv. 3809. H. 0,11.
Genf
Stuc. Prov.Ardüe. L'expression patbütique rappelle
le style scopadique, mais l'exücntion est som-
malre. Nos Ans., 6g. 29, p. 30.
v) Baa-relief nüo-attique; fragment de base
cyllndrique. Inv.M. F. 1367. Marbre blaue. H.0,17.
Culte a Thermüs. Seine ä trois personnag ea.
Une femme drapüe s’approchant pose sa main
droite sur la tüte du terme; un Satyre fragmen-
taire, a gauche, joue de la double Hüte. A droite,
une femme s'iloignanL Nos Anc, IX, 1909,
6g. 26, p. 27 (D).
w) Bas-relief. Trouvü a GeuAve Pierre de
Seysael (H<* Savoie); exicution tri* sommaire.
Long. 0,18. I-arg 0,11. Inv. C. 1930. Le sujet
eet rallaitement d’un nouveau-nA. Ex-voto de
femme en coucbea. R. A., 1909, 1, p. 236, 6g. 1 (D).
Relnach, Rip., IV, 439, n® 2.
x) Bas-relief nio-attique. H. 0,446. Long. 0,61.
Aequis par M. Duval de l'ancienne Collection
Currcy. Extrümement suspect Cat Rath, 1897,
p. 114, n° 4; 1906, n® 714. Dispute du tripied
delphique. Identique au reiief de Naples, Zoüga,
Bassirilievi, II, pl. LXVI, dont il est, je crois,
uue copie moderne. Reproduit Nos Anc., VIII,
1908, p. 33 (N).
y) Bas-relief nio-attique. H. 0,446. Long.0,61.
Mime provenance que le numiro pricident Deux
Nymphes et 8iline. Un cblen accompagne les
jeune» 6lles. Cat. Rath, 1897, p. 114, n®5; 1906,
n° 716. Nos Anc., ibid., p. 42, 8g. 14. Copie
moderne du bas-relief de la Villa Albani, Zofiga,
1. c , pl. 102, lequel est diji considiri par Hauser
Neuattiseh. Rel., p. 69, n° 82. comme un
pastiche moderne, dont lee Alimente auraient At i
puisis ä des teuvree connues; le Siline nain serait
une caricature d’apris la Visite de Dionysos
ä un poite dramatique et les Nympbes seraient
inspiries des Processlons en l'bonneur
d’HAkati. Cf. Museo Torlonia rlprodotto
in fototlpia, n® 150, pl. XL, A. Je ne partage
pas lee doutee de M. Hauser pour diverses raison»
que je me riserve d'expoeer dans une autre occasion.
s) Le Musi* de Genive poaside une jolie »Arie
de masques fnniraires en stue peint, parfois dori,
provenant du Fayoum (ancienne collection Graf).
Deux vignettes dans Nos Anc., IX, 1909, 6g. 30,
p. 81, portrait de jeune homme, et 6g. 31, p. 32,
tüte fiminine.
z1) Statuette de dieu solaire, en or. Inv. 2. 18.
H. 0,06. La provenance indiqnie par le vendeur
est Lentini (Sicile). Rcprodulte R. A., 1912, H.
p. 364 (D). C'eet un personnage viril, barbu,
debout sur une petite piinthe rectangulaire et
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VII, 1906-1909
Genf
26
drape (Uns une tunique. Lea bras sont replifs
»ur la poitrine et la main g. tieot un serpent qui
dfccrit quatre cercles autour du eorpa du per-
sonnage. La tfte ent eoiffie d’nn modius d'oü
partent six rayona. Un Collier est paasi- autour
du cou et des grains ovoVdee forment une bande
verticale aur la tunique. Cette Image eet extreme-
ment suspecte Dis novembre 1909, eile nous ap-
parnt, k M. F. Cumont et i inoi-mfme devoir fitre
rapprochie de la statue fausse reprodulte d'apris
Montfaucon, par Cumont, Textes et Monu-
ments relatlfs k Mithra, fig. 392. Cest une
Imitation du type de * Kronos >, mais difigurie
par des ditails de repriseutation dus ä un ciseleur
moderne. Tels ce modins k six rayona, la tite
du serpent placie dans la main du personnage,
au Heu de couronner le chef du g&nie, le difaut
d’ailes, le Collier biaarre el les cercles elliptiques
qui descendent le long du corps. Le rapproche-
ment de ces cercles avec les oeufs naturels diposta
sur cbacune des zones que diterminent les eircon-
volutions du serpent de la Statuette d’Atargatia que
j'ai trouvee au Janicule, avec G. Darier, M 6-
langes de l’Ecole franqaise, 1909, p.22, 66,
et fig. X, est spicienx, puisque le gcnle du dieu per-
san et la Dea Syria se rattachent k des cycles
bien distincts.
Chez M. Henri Darier,
6, nie Charles-Bonnet.
1906-1908. Statuette d’Amazone. H. 1,04
avec la plinthe. Publice par Gauckler, avec une ex-
cellente notice Malheureusement, Gauckler s’etait
laisse abuser sur la provenance; j’ai dicouvert par
hasard que la Statuette Darier ne provient nullement
de Rome, ni des Jardina de Salluste, mais qn’elle a
iti acbetie en 1907 par les marebands romains
Iandolo et Tolentino a un collectionneur de Sienne,
puia transportee k Korne. Gauckler la signala a
1’attention de PAcadimie (C. R. de l’Aeadimie
des Inscriptions, 1908, p.274 sq.: l’Amaxone
au repos desjardins de Salluste). Sur ces
entrefait», la Statuette fut venduo k M. Darier.
Marbrc pentilique. Parties manquantes: la
tfite, le bras gauche, l’indcx et le medium de la
main droits, l’extrimiti dn pied droit avec la
partie antirienre de la plinthe. Le marbrc a et6
briae horizontalement au-dessua des genoux. Era-
surca profondes au sein. L'Amazone est debout,
au repos, appuyie k un trouc de palmier sur Icqucl
eile laisse retomber la main dr. qui tient un arc
appliqut contre le tronc. Le bras g. devait ramener
la main vers le sommet de la tüte. La chevelure
tombe en dieordre sur la nuque. Les draperies
qui tont nn peu sichet k la verite, sont nn chiton
fixe k la tailte par une ceinture sur laquelle il se
drape en diploYs; Pftoffe travorse le buste en
diagonale et laisse libre le sein dr. La nouveauti
de l'ajustement räside dans les quatre boutons
disposcs de 0,10 en 0,10 cm sur les fentes de
l'etoffe. On voit qu'en deboutonnant le bas de la
tunique, PAmazone peut enfoureber sa monture
avec une aisance parfsite et sans manquer k la
bietuiance. Cette draperie se retrouve sur deux
figures d'Amazoues representecs sur un sarcophage
de Saida au British Museum (Robert Die ant-
Sarkopbag-ReL, I, pl. XLV, fig. 110b et 110c,
p. 131). Exicution inegale; certaines parties comme
les jambee sont tris savoureoses; mais il y a nne
certaine sicheresse dans les draperies, et le sein g.
eet quasi atrophie. L’ipoque romaine se d teile
par le souci naturaliste qu’ou observe dans le
tronc d’sppui: c'est avec un soin minutioux que
Partiste a figuri les nombreuses stries horizontales
que laisse la chute des palmt» tout le long du
stipe. Notre figure devait aervir de Support:
eile avait le mfime rille dccoratif que les Ama-
zonas du sarcophage eite plus baut; quelques
indices d’arehalsme sont Paxe vertical de la
statue, la dispoeition des pleds en iquerre, l’iear-
tement des seins. Le type de PAmazone de Genöve
est ln6dit et reste a identifier.
C. R. de PAcad. des Inscr.,1. o. (Gauckler).
Illustration, 1908, p. 894, fig. Wochensehr,
für klasa. Phil., 1908, p. 938. Rev. Arcb.,
1908, I, p. 397. Nos Anc., 1909, p. 82, n. 1.
Reinach, Repertoire, IV, 193, 7.
Collection de M. Etienne Duval il Morillon
pres Genfeve.
Elle a etd presentes au public Bavant dans
l’Arcb. Anz., 1895, p. 49—64, svsc des repro-
ductions insuffisantes (von Duhn); nons en avons
donne de meilleures dans Nos Anciens,VIII,
1908, p. 33-46.
1909. Statne de Core. U. 1,76. Marbre
penteiique. Autrefois dans Pescalier du palais
Valentin! a Rome, M— D 1481, acquise par
W. Fol pour M. Duval. Manquent la t8te, Pavant-
bras g., le bras dr. jusqu’au-dessus du coude,
quelques plis tranaversaux de Phimatlon; la
plinthe est encastree dans uu socle moderne.
Bienquc dcparce par des r6parations maladroltes,
la statue avait cte d6ja tres admiree par
8*
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vn, 1910-1914
Genf
2«
Hatz. Pour le type, cP Amelung itans le Catn-
I o g u e d u V a t i c a n, Gail. d. statue 400, et E- A 2087.
Areh. Am, 1895, p. 51, 5g. 8 (von Duhn).
Reinach, Repertoire, 111, p. 190, 9. Nos A nc.,
VIII, p. 34, fig. 2 et planche(N). Ruhland, Eleu-
ainiscbe Gottheiten, pl 111, n° 3 et p. 74, n° 1.
Klein, Praxiteles, p. 364, n° 3. Farneil, Cult»
of Greek States, III, p. 266, note c.
1910. a) Statue de Nymphe debout
tenant unevasque. H. 1,65. Marbre de Paros.
Manquent la main dr. et l'avant-bras g qui i-tait
rapport/i et devait Pormer corpe avee la vaaque.
L’extrömite des pieds, le chignon. lea omoplatea
out ötö restaurcs dans l’antiquitö. I.a statue a Ate
reconstitui-e de 29 fragments antiques Trouvfe
dans le Nympheum d’une villa pres d’Aspra;
une deuxieint* statue du meine type a passe chez
Maldura — M— D 812; la nötre resta chez le pro-
prietaire du fonds, le baron Vincentini a Kieti qui
la vendit 4 W. Fol pour M. Duval.
La statue servait de fontaine. M. Duval a fait
reconvrir de stuc l'orifke du canal qui debouchait
de fasern döplaisante dans le giron de la döesse.
H. von Duhn attribue le prototype de la statue
Duval 4 l'6cole de Scopas, en sc fondant sur les
traits du riaage, la bouche entr’ouverte, l'arran-
gement des chevcux. Le motif de la draperie est
assez original. Kxecution inegale. Le haut du corps
et la töte sont d’un meilleur ciseau que le roste.
Rrizio, Relazionc sulie scoperte etc.,
Rome, 1873, p. 104 — 106 (fig ). v. Duhn, 1. c., n°4,
fig. 3, 4. p. 52. Reinach, Röp. II, 1, 406. 1 et 4.
Nos Anc-, p 39, fig. 6 (N). Sur Ic type, cf. Arndt,
G ly p to t höq ue N y »Car ls borg, pl 112/113.
1910. b)Torsed' ephebenu II. 0,66. Marbre
de Lnni. Manquent la töte, los dcux bras, les jambes
au-dessus des genoux. Le bras g. s'clevait obli-
quement. Le bras dr. etait abaissc. lat jambe
d appui est la dr. Puntcllo sur le cöti- g.
v. Duhn, 1. c , p. 53, n° 7. Nos Anc., p. 39,
fig. 7 (N).
1911 — 1913. Statue d’Apollon citbaröde.
M— D 518. II. 1,70. Marbre de Luni. Trouvtea Home
dans lea sous-sols du Latran, deposöe chez Corvhderi,
vendue 1500 fr. 4 W. Fol pour M. Duval. Manquent
la tüte, le bras g., le bras dr. jusqu’au-dessus du
coude, la chevillc et le pied g. : une cassure a
fendu le marbre en amputant la cuisse dr. et la
ebute des grands plis de la draperie. La lyre n’a
laiast- que des points d’attachc; enfin, le manteau
tres lourd et tres faiblement attachö sur les Z-paules
a presque totalement disparu. La base est moderne.
I, ’ Apollon Duval est la perle de la Collection.
Matz l'avait beaueoup admiroe 5 Rome. M. von
Duhn s'est associt- a ces elogee; malheureusement,
la mauvaise reproduction qu’il a publice ne peut
donner une idöe de ce morceau de maltrise.
Nolls donnons ici, outre le profil dr. dZ-ji
connu, los vues de face et de trois quarts 4 g.
qui itaient un eompli-mcnt nöcessaire.
La statue Duval doit ctre rapprocbZ-e de l'Apol-
lon citharöde du Vatican, Helbig, Führer1, n°263,
mais eile lui est tres supörieure pour le caractöre
et l’exöcution. D’ailleurs, le lien qui rZ-unit ces
deux tcuvres est Z-nigmatique. Eiles sont dans le
mZ-me rapport que la Niobide Chiaramonti et les
Niobides de Florenee. Certes, l'Apollon Duval
reproduit un autre original grec et. malgrö les
mutilations qu’il a subies, c’est un mouument de
premier ordre (< ungeheuer wichtig », m'ecrivait
M. Ameluug en 1902). Los rZ-pliqucs de l’Apollon
du Vatican sont 4 .Stockholm, Clarae, pl.496, n" 969
et 4 Copenhague, Reinach, Ri-p. II, p. 105 (Arndt,
La Glyptothöquo Ny-Carlsberg, pl. 108).
Le premier Znliteur a dZ-ja marque plusieurs
traits essentiels de l’Apollon Duval: Ic type du
chiton saus manches, retenu tres haut par la cein-
ture ; le caractöre des plis de la draperie ; la note
nouvelle donnZ-e par le manteau qui n'est plus
qu'un fond sur lequel la statue se d Zita che en vigueur.
A quelle Z-cole convient-il de rattacher l’ori-
ginal de ce noble type? En 1895, M. von Duhn.
suivant les idZies courantes, songeait a l'Apollon
palatin de Scopas ; on me permetfra de rappeier que
j’inclinais vers TimarchidZ-s en 1908. M. Savignoni
a touche le meme problZ-me dans deux importants
articles: A tisonia, 11, 1907, p. Ki, note 3; ibid., V,
1910, p. 93. Dans ce dernier travail, il rapproche
l'Apollon du Vatican d une statue d'Athi-na trou-
vee 4 Bulla Regia (Tunisie), ibid., fig. 18, et en
fait remonter le prototype 4 l'art ionien de la moitiZ
du V™ siede. J'observe cn effet dans l’Apollon
Duval la draperie mouillce sur la jambe dr., un
motif tres caractZiristique de la NikZi de Paionios.
Une statue do Muse 4 la Glyptotheque de Munich
(Hundert Tafeln, pl. 34; Furtwängler, Be-
schreibung, n°231), prZ-sente aussi un ajuste-
ment tres analogue.
Arch. Am, 1895, p. 50 et fig. 1, n° 1 (von
Duhn). Reinach, RZiperL, II, 105, 10. Nos Anc.,
VIII, 1908, p. 37, planche, fig. 1 (N). Ausonia,
1907, p. 65, note 3. L’Apollon du Vatican : Ameluug,
Die Sculpt. des Vatic. Mus., I, n” 41.
1914. Statuette d’Eros bandant l’arc.
H. 0,50. Marbre de Paros. Achetco 4 Kome par M
Sarasin. La töte est moderne. Manquent les ailee,
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VII, 1915—1920
Genf
30
le braa dr., la moitie de l'arant-bras g., lea jambe» 4
partir d es genoux. La tnain g. tenait le milieu de l'arc
dont l'extremite a’appuyait aur le eeio dr. L'Eroe
bandant l'arc eet conaiderö comuio une röplique
d’nn Eros de bronze dedie par Lysippe a Thespiee.
II a ötö imitee sur une peinture murale rrcein-
jnent dccouverte et figurant Eros a'efforc;int de
tirer de l'arc aur Aphrodite (ROtn. Mitt. 1901,
p. 340). No» Anc., VIII, p.36, fig. 5 (N). Arch.
A n 1. e., n° 6.
La röplique du Muaöc Chiaramonti, Amelung,
495; du Capitole, lirunn-Rruckiuann, 243; de
l'Krmitage, Kieaeritzky, 342.
1915 et 1916- Tüte d' II er me» enfanL H.
0,23. Marbre de Paros. La tete presente une legere
inclinaison vera la g. Le nez eat reataurö ainai que
lea ailettea fixöea au »ommet de la täte. Wer-
nicke (Roscher, Lexikon der Mythol., 111,
p. 1438) avait supposö que lea ailea modernes aont
auperposöea 4 l’amorre de petitea cornea teile»
qu’en presentem lea figurcs de Pana et de Satyrea
des le IV"’* »iöcle. L'hypotheae eat ingenieuse, maia
n'eat pas confirmöe par un examen attentif; lea
ailea modernea aont disposeea exactement dana lea
sillons creusöa jadia par le aculpteur ancien; je ne
vois paa la plus legere trace de protubörances
cortice*. L'attribution de la töte Dural 4 un
Paniaque que j’avais adoptee en 1903 me parait
aujourd'hui perdre de sa vraisemblance.
Le viaage, d'une grace charmante et tout
enfantine, la bouche puerile, Io regard candidc,
lea traits nienua et inutina aont d’un enfant trea
jeune; la chevelure eat rönnie au »ommet de la
töte en une natte mediane : e'cst la Coiffure d'Eros
et dea enfanta.
A la vöritö, noua connaisaons peu de reprö-
aentationa d'Hermös sous dea traita auaai juvenile».
Cf. Coinptea-rondua de l'Acadömie dea In-
acriptiona, 1911, p. 539, fig. 3. E— A, n° 1444.
Maia lea exploita du petit Hermes, l’invention de la
lyre et le rapt dea breufs du Cyllcno prennent pour
noua un ragoüt d’actualitö de cea joyeux Dö-
pisteurs de Sophocle que viennent de noua rendre
lea aablea d'Egy pte : Hunt, 0 x y r h y n c h u s P a p y r i,
IX, p. 32 sip
La töte de l’Hermöa Dural eat reproduite
A Anz., 1895, p. 53, n°9. Hoacher, Lexik der
My th., 111, p. 1438, fig. 17. Noa Anc., VIII, fig. 10,
p. 40 (N). Sur le type dea ailea, cf. notre n" 1870/1.
1917. Statue de Sörapia debouL H. 1,07.
Marbre de Luui. Autrcfoia cliez Maffei ä Vörone
(Museum Veronenae, p. LXXV, 5). Aclietöe par
M. Dural en 1894. Manquent lea deux mains Le dien
eat couronne du moditis et porte la tuniqueet l'bima-
tion dont l'extremite retombe aur l'epaule g. Pour
le type cf. Amelung, Rev. Arch, 1903, 11, p. 195.
Furtwäugler, Meisterwerke, p.367. Bon trarail
roinain. Maffei, 1. c; Journ. of hell, atud.,
1885, p. 305, fig. (Michaelia); Arch. Anz., 1895.
p. 64, fig. 11. Rev. Arch., 1903, II, p. 195.
Cf. E-A 56 et III, p 50.
1918. Enfant 4 l’oie. Marbre de Luni.
H. 0,50. Bonne röplique du groupe connu. Manquent
le pied g., un toupet de chcveux et la töte de l’animal.
Le nez eat reataurö. Lea forme* potelöea et l'ex-
preasion espiögle du • putto > aont spirituellement
renduea. On sait que, selon des traraux röcents,
le groupe repröaenterait l’Aaktepiade laniakoa
(Svoronoa, comptea-rendua du II“* congröa
d’archöolog., Le C’alre, 1909, p. 208. Perdrizet,
Bronze» grecs d’Egypte de la Collection
Fouquet, p. 4).
Reproduit: Reinach, Rep. 111, p. 134, 7. Noa
A nc., 1908, p. 40. fig. 9 (N). Cf. Rev. Uni v. Br u-
xelles, 1900, p. 241. Arch. Anz., 1895, p.68, n°5.
1919. Torse viril 4 chlamyde. 11.0,78.
Marbre de Paroa. Manquent la töte, la main g., le
braa dr., lea jambes au-deasoua des genoux La
statue a ötö acquiae au sönateur Barracco par
W. Fol. Prototype du V“*aiöcle (cf. E— A, Serie III,
S. 50, Nachtrag zu Nr. 120).
v. Duhn, Le , p. 51, n° 8, fig. 3. Reinaeb, Rep.,
II, 602. 7. Nos Anc-, p. 20, fig. 8.
1920. Baa-relief nöo-attique. Fragment.
Achetö a Rome par W. Fol pour M. Dural. Marbre
grcc. Larg. 0,195; long. 0,265; epaiaseur: bord
auperieur 0,025, bord införieur 0,09 ; le fond offre
donc nn < fruit > tröa appröciablc.
Dionysos tournö vers la g.; il sc penche lögere-
ment en avant, et tient de la main g. un thyrse
mutilü; il avanco le braa dr. qui pröaentait »ans
doutc un canthare. 11 eat vötu d’un chiton et
d'un bimation. La partie supörieure de la figurc
eat aeule conservöe. M. Dural ne fit paa l'acqui-
sition dea petita fragments du meme relief qui lui
furent propoaöa; ils comprenaient entre autrea.
deux tetea de belier, ce qui a suggerö 4 Sir Ccril
Smith (Annual of British School, 111, p. 168)
l'hypotheae que le baa relief de Genöve appartenait
4 une base triangulaire du type Hauser, Neu-
at tische Reliefs, p. 135, n°47.
Un autre fragment de rnöme style, maia appar-
tenant a un monument distinct, ae trouve au Musöe
de C'unatantinople. Il provient de 'Pralles; il eat
reproduit, Annual of British School, III,
pl. XII a (Perdrizet). Chose curicusc, il offre la
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31
Gent, Aschaflfenburg
Vn. 1921-1930
partie inffirieure da Dionysos, et complete ainsi
la composition. J’ai publifi dans Nos Anciens,
VIII, 1908, p. 44, fig. 16, an fragment de cratcre
en marbre, du Musee Barracco, qui presente encore
le mfime personnage, incomplet lui aussi. Eufin,
d'apres la description de M Joubin, E — A, V,
p. 89 a (262), le Mnst' e de Nlraes poes&de une qua-
triemo replique du motif, egalcment fragmentaire.
Style tres soigne de l’ficole neo-attique.
A. Ans., 1896, n° 10. Annual of Br. Scb., III,
1896, pl. XII b; cf. p 168 (C Smith). Nos An c., VIII,
1908, fig. 15, p. 43 (N). Sur le type du Dionysos,
qui oflre de* analogies avec le Zeus Talleyrand,
cf. Hauser, Neuattische Keliefs, pl. I, n° 10.
M. Dnval possfcde encore quelques sculptures
antiques dont nous n'avons pas jugfi utile de
donner de reproductious:
a) Statuette de Cybeleassise II. 0,40 Manquent
la tfite, les deux avantbras, le pied dr. L’cxecution
eat fruste, mais l’ffiuvre fitait de bonne erole, type
de la Statuette de Boston: Mach, Greek and
romansculpture, pl. 319 = Köm Mitt., 1901,
p.29. Cf. Michaelis, Anc. Marbles, p. 69-1, n°117.
b) Double Hermfis d'Apollon couronnfi de feull-
läge. Type ordinaire. H. 0,27.
c) Quelques fragments de sarcophages de
marbre.
d) Divers reliefs fragmentaires en terre cuite
ayant ecrvi de dficoration architecturale, tnen-
tionnfis daus le Corpus de von Robdcn.
Collection de M. Edouard Sarasin au
Grand-Saconnex pres Geneve.
M. Sarasin a rfiuni dans sa villa pluaieurs
marbres antiques qui offrcnt un rfiel intfirfit. I.e
n° 1926 7 est une pificc vraiment dlgnc d'un grand
musfie. Cf.Nos Anc., IX, 1909,pl.l4etsq.(Dconna).
1921. Tfite de saty re riour. H. 0,30. Marbre
blanc 4 gros grains. I,e nez est rcstaure. I.e front
presente les protuberances de* cornee naissantes.
L'expression est gaie et spirituelle. Copie romainc
d’apres nn original de l’i'poquc hellfinistiqne. Nos
Anc., I. c-, fig. 7, p. 15 (D). Cf. Froehner, Vente
II offmann (1888), pl. XXXVII, 4 g.
1922 et 1923. Portrait romain imberbe.
H. 0,60. Marbre de I.uni. Le nez e*t restaurfi. Oeuvre
d’un excellent realisme. Les poches sous les yeux,
lesplisdu front, la chevclure rare sont indiques
avec un grand accent de vfiritfi. Epoque des
Fiaviens.
Nos Anc., I. c., p 25, fig 22.
1924 et 1925. Portrait romain imberbo.
32
H. 0,44. Restauration* : le nes, les oreilles, le
buste. Les cheveux sont traitfis en masses
isolfiee ; le front prfisente des rides lfigfirea. Epoque
de Gordien.
L. c., p. 24, fig 21.
1926 et 1927. Buste de «Caligula adolea-
cent». H. 0,82. Marbre blanc 4 veines liedevin.
Oeuvre excellente. Le galbe filancfi du cou,
la fermetfi du profil, le traitement de la chevelnre
nous engagent 4 rapprocher le buste Sarasin des
portraits de -Caligula. et notamment du buste 33
du Musfie du Capitole; il faut naturellement tenir
compte, en comparant ces deux marbres, du chan-
gement qu'operent dans les traits le passage de
l'adolescence a la jeunesse. Notre jeune gar^on
peut fitre dans sa qnatorzifime annfie, et le
■ Caligula. du Capitole atteint saus doute ses dix-
huit ans. Mais c’est la mfime forme de botte cra-
nlenne qui oflfre au aomraet un Ifiger renflement;
Ic mfime traitement des cheveux en boucles plaquecs
Bur le front et dispoefies en eroissants; la distance
du nez 4 la bouche est plus grande dans le buste
Sarasin que dans celui du Capitole. Los dontes
oiprlmfis sur l'authenticitfi de l’ceuvre sont
injustififi# Le type do trahit rien de suspect
et l’exficution trfis savoureuse eat bien antique.
M. Bernoulli (lettre 4 M. Sarasin, dficembre 1894)
no se prononce pas catfigoriquement pour l'attri-
bution a Caligula, mais estime que le buste peut
reprfisenter Calua ou Lucius Cmsar, ou qnelque
autre prince de la dynastie (cf. A. Anz., 1910,
p. 532—534, Studniczka).
Nos Ane., IX, fig. 15 et 16 et p. 21; un mou-
lage au Musfie de Berlin (Jahr b., I, p- 182, n° 60).
Nous ne reproduisons pas un buste d’Auguste
appartenant a M. Sarasin, Nos Anc., p. 20, fig. 13.
qui nous parait une muvre d’atelier, voisine de la
tfite du Vatican: Bernoulli, Röm. Ikonogr. II,
pl. II, p. 28, n» 62.
Aschaffenburg.
Pompeianum. •)
(Die Ergänzungsangaben nach frl. Mitteilung von
II. Bulle.)
1928—30. Kopf eines Römers. Ergänzt:
Hälfte der Nase, einzelne Flicken an der Büste.
Die Oberfläche ist stark geputzt, so daß die Uart-
andeutung an Wangen und Kinn sehr schwach
geworden ist. Herkunft (nach Mitteilung des
*) Dio Negative ilaokeo wir der Gefälligkeit des
Herrn Conecrvators Dr. Hock io Wdrxburg.
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33
VII, 1931-1944
Aschaffenburg, Hänchen, Mecklenburg 34
k. b. Obersthofmeisterstabes) : Privat besitz König
Ludwigs 1. ; 1850 aus Mönchen nach Aschaffenburg
Überwiesen. Im Stil dem Madrider Kopf: Porträt-
werk 507/08 verwandt und wohl nicht in helleni-
stische Zeit, sondern in die Cbergangszeit von Re-
publik zur Monarchie gehörig. Zu vergleichen
ist auch das Porträt des Sextus Pompeius: Ber-
noulli, Köm. Ikon. 1, MUnztafcl II, 51:52, sowie
die Gemme des Agathangclos in Berlin: Furt-
wingler, Antike Gemmen, Taf. 49,26 = 47,40.
1931/32. Kopf eines Römers. Ergänzt:
Nase, Hälfte des 1. Ohres, drei Viertel des rechten.
Die Bflste ist modern zugeriebtet. Herkunft: wie
bei No. 1928—30. Erste Hälfto des 3. Jahrhunderts.
Sammlung Sr. Exzellenz des Grafen Pourlalfts,
ehemals in München, z. Z. kais. deutschen
Botschafters in St Petersburg. *)
1933/34. Torso des Doryphoros. F— W
507. Fnrtwängler, Meisterwerke 8. 421. Mahler,
Polyklet S. 27, No. 17. Sieveking, Münchner
Jahrbuch I (1906), S. 146 f., Fig. 1. Neben dem
Florentiner Basalttorso die vorzüglichste der uns
erhaltenen Wiederholungen. Die Wiedergabe der
Adern auf dem Bauche mit Furtwängler dem Co-
pisten zuzuschreiben, Hegt kein Grund vor. Auf
der Rückseite des rechten Oberschenkels Ansatz
der Stütze; Stützenrsste für das rechte Hand-
gelenk am rechten Oberschenkel, für den linken
Unterarm an der linken Hilfte.
1935. Statuette eines Silens. 0,33 m
hoch. Die Nasenspitze ist abgebrochen. Ein bis
zu den Hüften reichendes Gewand bedeckt Unken
Oberarm und Rücken. Beide Arme gingen nach
oben, das rechte Bein nach vorn. Der ganze
Körper ist fein behaart, der Penis aufgsbunden.
Wohl aus einer Gruppe mit Dionysos. Delicate
Arbeit mit starker Benutzung des Bohrers.
1936 — 38. Kopf der Aphrodite. 0,25 ni
hoch. Unterer Teil des r. Ohres neu Der Kopf ist
zur r. Schulter gewendet Schläfenlöckchcn. Das
Haar ist gescheitelt und zur Seite gestrichen, hintrn
in einen Schopf zusammengefatlt. Der Kopf stammt
von der Figur einer ihr Haar ausdrückcnden
Aphrodite: die von der 1. Hand gepackte Haar-
strähne ging abwärts und ist in der Hübe des
Ohres abgebrochen; die r. Strähne wird von der
Hand hochgezogen; eine Locke liegt auf dem Arm-
ansatz. über den Typus vgl zuletzt Amelung
zu Gab. delie Maschere 433. Harte Arbeit.
•) Der bekannt« mit Inschrift Versehens Bronzekopf
eines Kindes wird Im Porträtwerk veröffentlicht werden.
1939. Kinderköpfchen aua grünem Ba-
salt Hoch 0,08 m. Reif im Haar. Stil des 4. Jahr-
hunderts.
1940. Bronzestatuette des Hermes. Hoch
0,175 m. In der Nähe von Mainz ausgegraben und
früher in einer dortigen Privatsammlung. Die
durch schöne Patina und sorgfältige Arbeit ausge-
zeichnete Figur gehört zu der großen Gruppe
römischer Mercuratatuetten, die Vorbilder dee poly-
klctischen Kreises variieren. Vgl. Furtwänglor,
Meisterwerke, S. 426 ff. und zu E — A 218—15.
In die Rechte ist das Kerykeion zu ergänzen,
die Linke hält den Bentel. Die Lage der Chlamys
auf der r. Schulter ist ungewöhnlich.
München.
Sammlung Dr. M. Berolzheimer.
1941—43. Kopf eines römischen Kna-
ben. Sieveking, Münchner Jahrbuch 1, 1906, S. 161,
Abb. 6. Hoch mit Hals 0,246 m. Ergänzt: Hais,
Nasenspitze, Kinn, Ohrenränder. Auf der Höhe
des Schädels vor dem Wirbel ein viereckiges Loch
von ca. 2'/> cm Seitenlänge, in welchem nnten Blei
steckt; seine Bedeutung ist unklar. Das Haar
ist kurz gepickt; hinten auf dem Wirbel einzelne
längere I-ockensträhnen. Sieveking a. a. 0., S. 152,
vereintet hierin die Tracht römischer Sklaven.
Vgl. ferner Amelung zu Vatican, Sala dei Busti
372; V. Sali», Bonner Jahrb. 118 (1909), S. 66,
Anm. 1; die Bronzestatuette aus Aegypten: Vente
Hirsch, Paris. 17.-19. VI. 1912, pl. LII nnd LUI,
n° 433; Babeion, Bronzes de la Bibliothöqne natio-
nale n° 867 und das hier Citierte; derselbe, Guide du
Cabinet des inidailles, p. 253, fig. 113. Die Tracht
des von Sieveking angeführten Pourtal esseben Bron-
zekopfes, den wir im Porträtwerk veröffentlichen
werden, ist verschieden. Die Schädelbildung des
Berolzhcimerschen Kopfes zeigt einige Unregel-
mäßigkeiten. Vorzügliche Arbeit der ersten Kaiser-
zeit; interessant ist für diese Periode die Pickung
des Haares: siehe Text zu Porträtwerk 829/30.
Gut Mecklenburg
b. Schwerin.
(Hier befindet sich ein Teil der Sammlung A. Klüg-
manns im Besitz seiner Tochter Frau Bachmann.
Das HauptstUck, das Kampfrclief M— D 8736, ist
bei Brunn-Bruckniann, Tafel 646 a, veröffentlicht-)
1944. Statuette des Pan. Matz-Duhn 497.
Der hocksbeiuige Gott sitzt auf einem Felsen, in
der Unken die Syrinx. Die Action der Rechten
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36
vn, 1946-1964
Mecklenburg, Modena
36
ist nicht mehr zu bestimmen. Das Lagobolon
liegt am Boden. Der Felsboden links von oben
nach unten für eine BruunemnUndung durchbohrt
Hübsche Arbeit.
1945- KopfdesPan. Unterlebensgross. Der
Gott schulterte I. das Pedum, von dem noch liest
vorhanden. Der gewöhnliche attischeTy pus in
decorativer Ausführung.
1946/47. Ecke eines Sarkophags. M— D
3384. Auf 1946 erscheint rechts eine Hand mit
Schwert, wie Duhn gesehen hat, ähnlich wie bei
dem über die Erinyen wegschreitenden Orestes
(Robert, Sarkophagrelicfs, II, S. 170). Danach
ist die geiiilgelte Eckfigur, die den Vorgang zur
R. mit lebhaftem Interesse zu verfolgen scheint
vielleicht eine Erinys; dio Hände sind verloren,
von Attributen nichts erhalten. Die R. war
vielleicht leer erhoben. Erinyen als Eckfiguren
eines Orestes-Sarkophags, allerdings in anderem
Typus: Robert, .Sarkophagreliefs II, LIV, 164.
Gute Arbeit
1948. Ganymed, Relieffragment. M— D
3677, wo auf das Relief in Petersburg No. 332
hingewiesen ist. Das Bruchstück stammt in der
Tat von einer Replik dieses Reliefs, von dem
eine weitere Wiederholung in Marmor in Villa
Albani (Helbig II* No. 826) und andere Repliken
und Umbildungen in der Kleinkunst (Gemmen:
Furtwängler, Gemmen, Tafel LXV, 62) bekannt
sind. Das Fragment ist in unserer Aufnahme zu
weit nach links geneigt : der Rückenlinie parallel
ist ein Stück des alten Randes erhalten. Links
bemerkt man noch einen Henkel des Bechers, aus
dem Ganymed den Adler tränkte.
1949. Kleines Altärchen. Die Dar-
stellung der Vorderseite vermag ich nicht zu
deuten: Zweigbiindel, mit einer Tänie zusammen-
gebunden, dazu zwei Hände (? nicht Löwentatzen).
Modena.
R. Galleria e Museo Estense.
(Die Antiken dieser Sammlung sind bei DUtschke
nicht aufgeführt.
1950. Weibliche Statuette. Inv. 2044.
Hoch 0,60 m. Neu: Kopf, I. Unterarm, 1. Hand
saniint dem Gewandzipfel, den sie emporziebt, und
1. Fuß. Der Sitz Ist ein Fels. Die übertrieben
gestreckten Proportionen der Figur verweisen ihr
Original in nachlysippische Zeit. Als verwandte
Figuren seien angeführt: die Br — Br, Test zu 610,
Fig 9 abgebildete .Statuette aus Villa Patrizi, jetzt
in Sammlung Kanenko in Kiew, und die Statuette
aus Rhodos (?) im British Museum Cat III, pl. XXIII,
Nr. 2096.
1951 links. Büste des Serapis. Inv. 2087.
0,36 m hoch. Ergänzt : Nase und Büstenfuß. Loch
für Modius auf dem Scheitel, jetzt mit Gyps aus-
gefllllt Fis fehlen die dem Scrapistypus sonst
eigenen, in die Stirn fallenden Locken. Nach der
Büsten form etwa aus traianischer Zeit
1951 Mitte. Statuette der sandalenlösen-
den Aphrodite. Inv. 2063. 0,62 m hoch. An-
tik scheint nur der Torso der Aphrodite. Denn
■ die Vase, mit welcher der auf ihr stehende Eros
ungebrochen zusammenbängt, stößt mit Schnitt an
den L Oberschenkel der Aphrodite. Das r. Bein der
Aphrodite ist bis auf den Full alt; das I. Bein vom
Knie abwärts, die Plintbe, beide Arme und der
Kopf sind neu. Das Antike ist sehr fein gearbeitet.
Zum Typus vgl Furtwängler, Sammlung Sabouroff,
Text zu Tafel XXXVII.
1951 recht«. Verschleierter weiblicher
Kopf. Inv. 2046. Hoch 0,36 m. Neu: Nase und
BUstenfuß. Stark geputzt, aber wohl antik. Viel-
leicht aus einer Statue zurechtgeechnitten. Nach
einem Vorbild der beginnenden hellenistischen Zeit.
1952. Kolossaler bärtigerKopf. luv. 2039.
Hoch ca. 0,45 m. Im Haar eine Wulstbinde. F'luß-
gott? Vgl. den Kopf des vaticanischon Nils.
1953 link«. Büste einer Römerin. Brust-
stück und Unterteil der Nase neu. Nackenschopf
und Schulterlocken. Geputzt. Gute Arbeit. Fri-
sur der Agrippiuen.
1953 rechts. Kopf des Augustus. Inv. 2049.
American Journal of arch. 1897 (I), pl. XIII,
p 268 (Mariani). Kinn bis Stirnmitte ca. 0,20 m.
Neu : unterer Teil des Bruststückes und halbe Nase.
Geputzt, aber anscheinend antik. Leichter Backen-
bart. Typus der Florentiner Büste: Porträt-
werk 243/4.
1954 Mitte und 1955 linkt. Archaiac.be
Bronzestatuette des Dionysos. Hoch 0,172m.
Vollgegosscn Der r. Arm war besonders einge-
setzt : Schnittfläche mit Dübelloch. Von einem
Attribut der vorgestreckten Linken hat sich nichts
erteilten. Das Himation ist ganz mit Sternorna-
menten Ubersät. Der Chiton hat ganz kurze Ober-
ärmel. Im Haar ein gew-undener Kranz mit drei
Erhebungen auf der Vorderseite, die wobl Blüten
vorstellen sollen. Der Penis ist unter dem Ge-
wände sichtbar. Schöne schwarzgrüne Patina.
Ausgezeichnetes Stück rein griechischen Stiles.
1954 links. Kleine Brouzeplaquette.
Sphinx, die auf einem riickliugsliegenden Hasen
kauert. Sie hält das Tier mit der Unken Vorder-
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37 vn, 1954—1960
tatze und erbebt die Rechte. Archaistische Fri-
sur. Da« Stilok scheint das Deckschild einer grüßen
Fibel o. ä. zu sein: über dem Kopf der Sphinx ein
umgekehrter Blumenkelch, dessen oberes Ende ab-
gebrochen ist; hier könnte eine Nadel angesetzt
haben. Feine Arbeit römischer Zeit mit schöner
grüner Patina.
1954 rechts. Kleine Bronze eines aus
einem Blutenkelch auftauchenden Kna-
ben. 0,082 m hoch, In der Rechten Podum; links
Fruchtschurz. Oben auf dem Schädel Best eines
Ansatzes. Die Bronze Btamrnt von einem Tisch
(wie Neapel Inv. 72394; Phot Sommer 11115): sie
ist unten durchbohrt und auf der Rückseite scheint
in den Blütenkelch ein Gegenstand eingegriffen zu
haben. Ähnliche Stücke: Babelon-Ülanchet, Bron-
ze» de la Bibliotheque Nationale 94, 432 und 433 ;
Mon. d. J. 18G4, tav. XII, fig. 6 (Ann. d. J. 1864,
p. 386); Notizic d. scavi 1901, p. 381 ff., Fig. 2 u. 3.
1955 rechts. Bronzestatuette der Vic-
toria. Hoch 0,145 in. Schwarze Patina. Im Man-
tel unten ein Loch. Die Figur war also tekto-
nisch verwendet ln Stellung und Frisur archa-
istische Züge, wie häufig in campanischcn Bronzen.
Vgl. Coli. Warocque 189.
1956 links und 1 957 links. Bronzestatuettc
desApoil. 0,215 ui hoch. Hellgrüne, stark wuchern-
de Patina. DieFingerstellung ist charakteristisch für
das Halten von Bogen und Pfeil (siehe: La Glypto-
theque Ny-Carlsberg, Text zu pl. 89—92). In die
Hechte ist wohl eher eine Schale, als ein Hirsch zu
ergänzen. Der Nackcnschopf ist aufgebunden, das
Vorderhaar über der Stirnmitte bis zum Haarband
zurückgenuimnen und dort mittels einer Spange,
von der jetzt nur noch Spuren, feetgehalten. Linkes
Standbein. Die Fiisse stehen mit voller Sohle auf.
Das Schamhaar scheint, soweit die Zerstörung er-
kennen läßt, spitz zugelaufen zu sein Die Augen
jetzt hohl. Ausgezeichnete griechische Arbeit aus
dem zweiten Viertel des 5. Jahrhunderts.
1956 rechts und 1957 rechts. Bronzestatuette
eines nackten Jünglings. 0,187 m hoch.
Schwarze Patina. Der Stachel unter dem rechten
Fülle neu. Die beiden vorgestreckten Hände sind
durchlocht, zur Aufnahme der Attribute. Der
Nackenschopf ist aufgerollt und unter die Haar-
binde gesteckt, wie an der vorigeu Bronze. Vorn
vier Löckchenreihen. Spitz zulaufendes Schainliaar.
Vorzügliche etruskische Arbeit aus der Zeit um 500.
Sehr ähnlich eine mir nur aus den Photographien
des römischen Institutes No. 238 a— c bekannte
Bronze mit der Herkunftsangabe Rimiui.
1958 links. Bronzestatuette der Athene.
Modena, Rimini 38
0,22 m hoch. Schwarze Patina Die Stifte unter den
Füßen neu. Die Rechte durchbohrt Tür die Lanze.
Am 1. Unterarm war der Schild befestigt. Die
rechte Helinklappe und der hintere Teil des Holm-
busches fehlen. Auf dem Scheitel wird der llelm-
busch durch zwei seitliche Bügel gehalten. Die
Aegis reicht hinten bis zu den Glutaecn. Das
Gurgoneion, mit großen Zähnen und herausge-
strecktcr Zunge, siebt fast männlich aus. Kurzer
Chiton mit Halbärmeln; darüber Chlamys und
über dieser die Aegis. Der Chiton ist durch ein-
geritzte Linien verziert; der untere Gewandsauni
als Strichrand. Auch die Rückseite sorgfältig.
Charakteristische etruskische Arbeit.
1958 rechts. Rechteckige Bronzeleiste
mitderFigurdesMarsUltorCapitolinus.
Hoch 0,225. Hellgrüne, fressende Patina. Oben
gebrochen; an den drei andern Seiten eine schmale
Leiste. Unten ein Einlaßzapfen. Die linke Hand
fehlt, die rechto ohne Attribut. Um die Mitte des
Leibes in Nabelhohe ist eine Binde gewunden. Gute
Arbeit. Die Bestimmung der Platte ist nicht festzn-
stelien. Zum Typus vgl. B. Schröder, Die Victoria
von C'alvatono (67. Berl. Winck.-Progr. 1907), S. 10.
1959. Drei Bronzefigürchen von einem
Pferd ebr us tsc h m uc 1^ Die drei Figuren ge-
hören nicht zusammen, da ihre Patina verschieden
Mitte. Knieetider Barbar. 0,128 m hoch.
Schwarze Patina. Hinten großes Loch zur Befesti-
gung auf der RückHäche. Der Stachel unten modern.
Der Oberleib ist nackt. Der Kopftypus ist der der
Daker vom Traiansforum (vgl Uraccionuovo 118).
Links. Berittener Römer. 0,123 m hoch.
Grüne Patina Auf der Rückseite ein Dübel. Un-
terteil der hinteren Pferdebeine neu. Das Schwert
in der Rechten ist gebrochen. Helm mit lierab-
gclassenen Backenlaschen Auf dem rückwärtigen
Teile des Sattels eine herausstehende Spitze un-
klarer Bedeutung. Sehr rohe Arbeit.
Rechts. BcrittenerRömer. 0,12m hoch. Ver-
goldet. Ganz roh.
Arch.-epigr. Mitt XII, S. 142 (Douiaszewski) ;
XV, S 21 (Benndorf). Fnrtwängler, Intermezzi,
S 73 f.; Sammlung Sonizöc, 8. 80. Schumacher,
Germanendzrstellungen1, S. 27 ff., S. 85 ff.
Rimini.
Museo archeologico
in der Bibliothek (biblioteca Gamlialungiana).
I960. Priapherme. H.0,33. Der Kopf (von
Bartspitzc bis Scheitei 0,155 m hoch) ist anscheinend
separat gearbeitet, aber sicher zugehörig (Puntello
für Nackeuscbopf im Rücken). Die Herme ist be-
4
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39
Rimini, Florenz, Cortona
40
VII, 1901-1974
kleidet mit einem dünnen Aermelchiton, über den
ein auf der rechten Schulter geknotetes Tierfell
gelegt ist. Naturalistische Angabe der Haare auf
dem Fell Interessant ist die Frisur: ein Haarschopf
geht hinten steil nach aussen, eine Strähne ist
vom Scheitel Uber die Mitte der großen Glatze
bis sur Stirn vorgezogen und wird von einem
ornamentierten liand festgehalten, das oben in
einen Knoten gebunden Ist und dessen Enden
nach vorn auf die Stirn fallen. Das 1. Ohr ist
Spitzohr. Darüber ein grosser Puntello (für die
IS in de?). In der I. Schulteraeite 3 Mctalldilbe). Der
r. Ärmel ist geknüpft. Starke Spuren rütllcher
Bemalung auf Hart und rechter Augenbraue.
Ausgezeichnete archaistische Arbeit augusteischer
Zeit. Zu vergl etwa Cat Sculpt. Brit. Mus. 111,1764 ;
Friederichs-Wolters 44S.
1961 62. Doppelherme. H. 0,27. Bär-
tiger und unbärtiger Kopf mit Binde im Haar.
Erstcrer von der Nase abwärts zerstört. Der un-
bärtige erinnert namentlich in der Anordnung der
Haare und in der Mniidbildung so stark an den
phidiasischcn Eros der Madrider Doppelhenne,
dass wir ihn als eine Replik desselben Originales
betrachten dürfen. Vgl. Furtwängler, Meister-
werke, Fig. 11a, S. 97 und S. 101. Gute Arbeit
1963 64. Weiblicher Kopf. H. 0,36.
Bestossen: Nase und Kinn Rechte und hintere
Seite des Schädels angestückt. Guter parischer
Marmor. Vorzügliche Kopie, wenn nicht Original
selbst, des vierten Jahrhunderts, wahrschein-
lich der spätpraxitelischen Schule. Im Stil ähn-
lich dem Münchener Aphroditekopf: Münchener
Jahrbuch III (1903), S. 1 ff. (Sieveking).
1965. Grabrelief. H. 1,74, B 0,60. Aus Bor-
donchio in der Nähe des Rubicon. Abgebrochen das
obere und das untere Ende. Umwundene Stäbe als
Einfassung des Reliefs. Weibliche Figur im langen
Aermelchiton, darüber ein Uimation, das über den
Kopf gezogen war. Eine I-ocke fällt Uber die rechte
Schulter nach vorn. Unter der Figur die Inschrift:
EGNATIA ■ >• 1/ CH | LA
VXOR
Darunter zwei Köpfe von vorn, mit Haarschöpf-
chen über der Stirn, ziemlich roher Ausführung.
Augusteisch i
Die Inschrift: CIL XI 468. Das Relief abgeb.
L. Tonini, ltimini avanti il principio dell’cra vol-
gare (Rimini 1848), p. 816, Nr. 64.
1966. Relief aus Terracotta. Il.ca. 0,80.
Gelber Thon. Der trunkene Dionysos, nackt und
bekränzt, mit Uber die Schultern fallenden Locken
und leicht geneigtem Kopf, hält in der gesenkten
Rechten einen Stab (Thyrsos?), die Linke hat er
um den Hals eines Mädchens gelegt, nach dessen
Brust er greift, während sie sich lebhaft seiner er-
wehrt Sie trägt einen ärmellosen, unter der Brust
gegürteten Chiton und einen um die Hüften gekno-
teten Mantel. Reste von rosa und blauer Bemalung.
Gute italische Arbeit
Florenz.
Casino Mediceo
(jetzt Palazzo del Tribunale, Via Cavour 63, im
Huf neben dem Eingang zu der Corte d'assise).
1967—69. Männliche Statue. Über-
lebensgroß. Geputzt. Ergänzt: Hinterteil der
Plinthe; rechter Unterarm (Reste der Finger am
r Oberschenkel alt): das Genital überschmiert. Die
1. Hand fehlt. Der Kopf ist ungebrochen und in-
tact Am Stamm unten eine Eidechse. Der Kopf
ist ein römisches Portrait auB dem Kreise der
E— A 979—983 besprochenen Werke, deren Ent-
stehung in iulisch-claudischer Zeit immer wahr-
scheinlicher wird. Die Statue schließt sich an Vor-
bilder spätpolyklctischer Zeit an, ähnlich wie die
Madrider Figur E-A 1685. DieChlamys ist Uber den
Stamm, auf dem der linke Ellenbogen ruht, gelegt.
Sie macht in ihrer Stilisierung den Eindruck einer
getreuen Copie. Die Arbeit ist gut, auch im Rücken.
Dio Eidechse am Stamm deutet vielleicht darauf
hin, daß das Original der Figur Apollon darstellte.
Im selben Hofe, Uber dem Tor der Corte d’as-
sfcse, ein guter, wohl antiker, dem Caeaar ähnlicher
Römer, auf moderner Gewandbüstc, und über der
Tür der Corte di caasazione eine Replik des
DoryphoroB- Kopfes mit fehlender Nase, auf mo-
derner Gewandbüste, von guter Arbeit.
Kunsthandel.
(Pallotti, Via Rondinclli 3.)
1970 —72. Kopf der Koma. 0,60 m hoch.
Aus Sardinien. Inzwischen nach Amerika ver-
kauft. Der Oberkopf mit dem Heimo fehlt.
Nase und Lippen bestoßen, Gesicht geputzt.
Von zweifelloser Echtheit: viel Wurzelfasern.
Spitzer Halsausschnitt: zum Einsetzen in eine Ge-
waudstatuc. Von den gewöhnlichen, klassieisti-
schen Typeu abweichend.
Cortona.
1973/74. Doppelfigur einer nackten
Frau und eines mit der Aegis bekleide-
ten Mannes. 0,58 m hoch. Heydemann, Mit-
teilungen aus den Antikensammlungen Ober- und
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41
VII, 1975-1990
Cortona, Kieti, Rom (Kunsthandel)
42
Mittelitaliens (III. Hallisches Winckelmanns- Pro-
gramm 1879), S. 109, No. 6. Nur der Torso mit
dem Ansatz der Extremitäten antik Die Beine
gingen wohl in eine Herme über. Das Motiv der
Kran erinnert an das des Berliner Hermaphroditen
(Furtwängler, Statuenkopien, Taf. XII). Eine Deu-
tung können wir nicht geben. Ein ähnlich zu-
sammengesetztes Doppelfigürchen in meinem Be-
sitz: a) Nackter, unterwärts bekleidet, b) Voll-
kommen in das Himation Gehüllter. Ohne Kopf.
Unten in eine Herme übergehend. 0,31 m hoch.
1975 links. Archaische Bronzostatnctte
des Pan. 0,044 m hoch. Zu dem Typus mit
ochsenähnlichem Kopfe vgl. Koscher s. v. Pan,
Sp. 1408 f. und Arch Ans. 1904 (XIX), S. 34, No. 4,
Abb. 4.
Rechts. Kleine Bronzestatuette eines
schlafenden Sklavcnknaben. 0,03m hoch.
Über das Motiv vgl. zuletzt Arndt, La Glypto-
thfcque Ny-Carlsberg, p. 196.
1976. A rchaischc Bronzekanne. Hoch
mit Henkel 0,125 m. Der Henkel endigt in der
Figur eines Löwen Im Stil der Ornamentierung
zu vergleichen mit der Bronzckanno der Samm-
lung Tyszkiewiez, pl. XIV der Bruckmanuschen
Publication, jetzt in Boston (auf Phot. Coolidgo
8658, wo auch links unten eiu in der Form un-
serer Kanne entsprechendes Stück abgebildet ist),
für die Form mit der Sallingschen Rronzekanne:
Burlington Exhibition 1904, pl. LXXI, D 108.
1 977 — 79. Votivhand aus Bronze. Ileyde-
mann, Mitteilungen aus den Antikensammlungen
in Ober- und Mittelitalien (III Hallisches Winckel-
manns- Programm, 1879), S. 108, No. 2; dort die
ältere Litteratnr und genaue Beschreibung. Chr.
Blinkenberg, Archäologische Studien (1904), S. 79,
No. 26. 0,115 tu hoch, in Cortona gefunden.
Ehemals Rieti
bei Marchese Francesco Canali
(jetzt Kopenhagen, Glyptothek Ny-Carlsberg).
1980,81. Herme eines Griechon. Jetzt
Ny-Carlsborg 413. Bernoulli, Gr. lk. I, 137, 8.
Comparetti, Hendiconti doi Lincei 1897, p 205.
Lippold, griech. Porträtstatuen, S. 39. Hoch 0,56 m.
Ergänzt die Nase. Geputzt. Nicht Replik des
lateranensischen Sophokles, wie Bernoulli ohne
Kenntnis des Originals meinte, sondern de» von
ihm I, S- 142 ff. und itn Porträtwerk 771 — 75 be-
handelten Typus. Von Winter, Arch. Jahrb 1890
(V), 8. 151 ff ist der Typus wegen seiner Ähnlich-
keit mit dem Platonporträt auf Silanion zurück-
geführt worden, während Hekler, die Bildniskunst
der Griechen und Römer, S, XII, in ihm wegen der
stilistischen Verwandtschaft mit dem Ammontypus
Wörlitz- Boston ein Werk des Kalamis vermutet.
1982 83. Herme des Euripides. Jetzt
Ny-Carlsberg 414 b. Comparetti a. a O. Bernoulli
Gr.Ik.I,S. 157. Hekler, Bildniskunst S. 89. Lippold,
griech. Porträtstatuen, S. 67. 0,46 ui hoch Ergänzt
die Nase; auch die Augensterne sind vielleicht erst
in neuerer Zeit eingegraben. Repliken: Dresden
(Arch. Anz. 1889 (IV), p. 98), London 1833 (Krüger,
Arch. Zeit 1881, Taf. I) und Pal. Riccardi (bei
Dütschke nicht zu identificicrcn). Auf der Brust
in verticalen Columnen die Inschrift
Aov(X)[ov fpovoGvroc
peiXov i\ /pt:[ä,v <ppo-
velv ov'X äoi[iv &-
jüoe pe[?(]o[v 06-
hfc bd>p(a ai [xif]-
atg xaxeioojv oü-
b* 4vo><pc.\eaT{^)[pa
aus der verlorenen Tragödie Alexandros des Eu-
ripides. Hierdurch wird die Deutung des Porträts
auf Euripides, die von Krüger a. a. 0. bereits aus
physiognomischen Gründen vermutet worden war,
gesichert Der Typus ist jedenfalls nach dem Tode
des Euripides entstanden; Hekler vermutot in ihm
die Reproduction einer der lykurgischen Statuen
im Dionysostheater (330 v. Chr.).
1984 85. Herme eines Römers. Jetzt Ny-
Carlsberg 597 a. Comparetti a. a. 0. Hoch 0,53 m.
Ergänzt: Nase, Teil der Oberlippe, Kinn, beido
Augenbogen Das Material scheint (nach Mitteilung
von P. Hartwig) ein localer Kalkstein zu sein. Die
Benennung des Kopfes als Cicero ist bereits von
Comparetti mit Recht zurückgewiescn worden. Seine
Deutung auf Scneca aber kann Angesichts der
Berliner Herme auch nicht bestehen. Die Form
der Herme mit den ungleichen Schultern ist un-
gewöhnlich.
Rom.
Kunsthandel.
1986—1990. Statue des Apollon, ehe-
mals im Pal. Odescalchi (Matz-Duhn Nr. 180), jetzt
bei dem Antiquar Marcocchia, an Piazza dl Spagna,
Nr. 43. Der Marmor ist grosskrystallinisch und
gelblich, z. T. bräunlich. Die Beschreibung bei
Matz-Duhn ist richtig, nur sind von den Ergän-
zungen jetzt der r. Unterarm mit der untern Hälfte
des Oberarms und die Finger der I. Hand ent-
fernt; auiier der Nase sind auch die Schamteile
ergänzt. Die Lippen sind z. T. mit Gips ausge-
4*
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43
VII, 1990—1991
Rom (Kunsthandel)
41
flickt, die Spitzen der beiden großen Zehen ab- ■
geschlagen. Hie und da bemerkt man große und
kleine Sprünge im Marmor, besonders in dem
Puntello des 1. Handgelenkes, das vielleicht z. T.
gebrochen war. Die Ausführung macht auf der
Vorderseite einen sehr leeren, schematischen Kin-
druck, einen weit besseren auf der Rückseite.
Augenscheinlich hat die Vorderseite durch modernes
Überarbeiten und Putzen stark gelitten. Ganz
verändert ist durch Überarbeiten der Kopf nebst
dem Hals und der Oberteil der Brust Nach der
Art ihrer Ausführung zu schließen, ist diese Um- !
gestaltung bereits ira Altertum vorgenommen wor- j
den; auch die Oberfläche der veränderten Teile
macht keinen neuen Kindruck. Irgendein Zu-
sammenhang muß bestehen zwischen dieser Figur
und einer Apolionstatuc im Museum zu Cambridge
(Furtwängler, Statuenkopien, S. 573 mit Abb.;
Joubin, la sculpture grecque, p 88 f., Fig. 16). Der
dort ergänzte Kopf entspricht dem unserer Statue
im Typus vollkommen. Entweder ist jener nach
diesem gearbeitet oder beide reproduzieren ein
unbekanntes Vorbild. Die spiralförmige Riefelung
des Puntello ist nicht so exact und elegant aus-
geführt, wie z. B. die des Puntello an der Kopie
des einschenkenden Satyrs im Museo Boncoui-
pagui-Ludovisi (Hel big, Führer, 3. Aull. II, Nr. 1308).
Stammt jene aus antoninischer Zeit, so wiijd man
die Herstellung unseres Apollon in deren Anfang
oder eher noch in hadrianische Zeit datieren dürfen.
Die Statue ist eine Replik des sog. Apollon auf
dem Omphaloa. Wenn wir sie mit diesem und den
Kopien des gleichen Originales vergleichen, er-
kennen wir erst recht deutlich, was durch die
Überarbeitung und Glättung ihrer Vorderseite
alles verloren gegangen ist. Die Rückseite hat
weit mehr von der Modellierung bewahrt, die wir
an den andern Repliken Anden; also dürfen wir
annehmen, dass auch die Vorderseite einst von
besserer Qualität gewesen ist. Dabei hat z. B. das
Schamhaar ganz seine charakteristischen Kinzel-
forrnen verloren. Im Nacken oben bemerkt man i
noch den unteren Umriß der Löckchen, ähnlich
wie ihn die iiitactcu Köpfe des Typus zeigen.
Die gesenkte Rechte hielt ursprünglich den Riemen
des Köchers; von diesem ist die untere Hälfte
erhalten, von dem Riemen ein Stück längs des
Stammes beinahe bis zu dessen oberem Kode.
Der I. Arm, auf dessen fast vollständiger Krhalt-
ung allein der besondere Wert dieser Kopie be-
ruht, ist leicht gebeugt, ebeuso wie der 1. Arm
am „Omphnlos-Apollon“ und am Apollon ('hoiseul-
Gouffler in London, der Oberarm zurückgenommen,
der Unterarm schräg nach vorne gesenkt, die
Hand so gehalten — man beachte die Angabe
der Hautfalten am inneren Rande des Hand-
tellers — , daß man schließen kann, sie habe einst
ein länglich-schmales Attribut, das aus Bronze
gearbeitet war, leicht mit den Fingern umfaßt,
und zwar so, dass es auf der nach oben geöff-
neten Hand ruhte. Das kann nur der Bogen oder
ein Lorbeerzweig gewesen sein. Au dem Apollon
Ohoiseul-Gouffier war das Attribut augenscheinlich
aus Marmor gearbeitet, denn an der linken Wade
außen dicht beim Knie hat sich der Rest einer
Stütze erhalten, die nur zur techuischen Sicherung
des Attributes gedient haben kano. Wäre dies
ein Bogen gewesen, so müsste dessen oberes Ende
am Arm seine Spuren binterlassen haben, was
jedoch nicht der Fall ist. Ks ist aber nicht wahr-
scheinlich) daß man dieses obere Ende etwa aus
Bronze gearbeitet und angefügt hätte, denn da
es am Arm anliegen musste, konnte seine Aus-
führung in Marmor keine Schwierigkeiten machen ;
eher hätte mau darauf verfallen können, das
untere Ende anzustücken. Andrerseits hat auch
die Annahme eines so weit herabhangenden Zweiges
in Marmor ihr Bedenkliches. Ein Fragment einer
anderen Wiederholung mit dem Köcher am Stamme
neben dem r. Bein s. bei Helbig, Führer, 3. Aufl.,
II, Nr. 1268 (sollte nicht auch der Riemen au dem
Stamme des Ap. Uhuis Gouff. zu eiuein Köcher
gehört haben?). Der Köcher ohne Stamm findet
sich bei einer Replik im Pal. Giraud in Rom,
ehemals im Pal. Torlonia (Matz-Duhn, Nr. 179).
An dem Originale war er schwerlich vorhanden,
aber die Haltung des Armes wird an den Kopien
unverändert beibehaltcu worden sein. Jedenfalls
haben wir zu der entgegengesetzten Annahme
keinen Anlaß. War aber der Arm gesenkt, so
kann die Hand keine Schale gehalten haben
(Arch. Jahrbuch II. 1887, S.234; Klein, Geschichte
d. gr. Kunst I, S. 389). Geben wir der Linken
den Zweig, so müssen wir der Rechten den Bogen
lassen ; aber auch die umgekehrte Verteilung der
Attribute wäre möglich.
1991. Torso des Apollon oder des
Dionysos. Ehemals im Pal. Giustiuiani, jetzt
bei dem Antiquar A. Jandolo in Rom (Via del
Babuino 92— 92 A). II. 1,30 iu. Feinkörniger,
gelblicher Marmor. Publiciert von Rizzo im Bullet-
Uno comunale 1904, S. 45 ff , Fig. 25. S. dort die
ausführliche Beschreibung. Rizzo vergleicht in
erster Linie den Bacchus Richelieu, dessen Formen
aber gedunsener sind als die des Torso. Diesen
wird man vielmehr den praxitelischcn Werken
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45 VU. 1992-1993
enger »nach ließen dürfen. Recht iostructiv lat
ein Vergleich mit dem Sauroktonos — z. B. E-A
Nr. 768 — ; daa Original des Tureu geholt zweifel-
los einer früheren Entwiukliingsphaae des praxi-
telisehen Stile« an.
1992. Attische Votiv- oder Grab-
atatneeine« Mädchens. Jetzt in der Münchener
Glyptothek : Furtwängler-W'olters, Beschreibung
d. OL, Nr. 272a.
1993. Statne einer Muse(?). Jetzt im Besitz
dcsl'rincipe Ahamelech in Rom (vor Porta S. l’ait-
crazio). II 1,71 m. ohne Plinthe. Feinkörniger
gelblicher Marmor Ergänzt die sämtlichen Blüten
des Diadems, die Nase fast ganz, ein großes Stück
an der Vorderseite desilalses mit Ansatz der Brust
(auch hinten ist augenscheinlich geflickt), die frei-
stehenden Teile der Schnlterlocken, beide Arme
bis auf den Ansatz der Oberarme, die Schnauzo
des Tierfells, das Vorderteil des I. Fußes mit Ge-
wandsaum, die Plinthe. Das Diadem ist besonders
gearbeitet und in eine vertiefte Bahn eingesetzt.
Dass Derartiges auch sonst vorgekommen ist, be-
weist ein größeres marmornes Diadem im 2. Zimmer
des Antiquarium comunale in Rom, das bestimmt
war, in eine entsprechende Bahn eingesetzt zu
werden. Man wird in diesen Pallen nicht mit
pedantischer Wiederholung der technischen Eigen-
tümlichkeiten des Originals zu rechnen haben,
sondern damit, dass ein Kopf, der dem Original
entsprechend ohne Diadem ausgeführt war, nach-
träglich dem pompösen Geschmack des Käufers
zu Liebe mit einem solchen ausgestattet werden
sollte; ich erinnere an den Kopf der Aphrodite
im Pal. Caetaui in Rom und den der Venus von
Capua, bei der aber das Diadem nicht erst nach-
träglich hinzugefügt worden ist. Der Kopf der
Statue Ahamelech gehört nicht zu dem Körper.
Jederseits mußten entsprechend den Lockenenden
auf den Schultern zwei Haarsträhnen ergänzt
werden, aber nur für dio vordere war je hinter
dem Obre ein Ansatz vorhanden, den man be-
nutzen konnte. Zwischen der hinteren der beiden
Strähnen und den am Kopfe nach hinten gestrichenen
Haaren hat sich jederseits ein Spalt gebildet, in
den man mit dem Messer hineinfahren kann. Man
erkennt dann, dass die ergänzte Strähne unver-
mittelt an die unversehrten antiken Haare ange-
stückt worden ist Außerdem werden wirden wahr-
scheinlich zu diesem Statuentypus gehörigen Kopf-
typus im weitern Verlaufe kennen lernen. Der Kopf
der Statue Abameleeh zeigt in ziemlich oberfläch-
licherAusführung praxitelischen Stil. Man vergleiche
den von Klein im .Praxiteles* S. 346 f, Fig. 66,
Rom {Kunsthaudel) 46
67 publicierten weiblichen Kopf in Boston und
einen zierlicheren Kopf in Villa Albani (E-A Nr.
1121, 1122). Die Ausführung der Statue ist im
oberen Teile besser als io dem nur auf decorative
Wirkung berechneten unteren Teile. Ihre Arme
waren gesenkt; den r. Unterarm verband eine
Stütze mit der entsprechenden Hüfte. Von dem
Fell hängt ein Bein vorne herab; es ist z. T. ab-
gebrochen An dem Ende ist ein Fuß mit gespal-
tenem Huf kenntlich. Von dem Fellkopfe hat sich
nur das Stirnstück erhalten mit xiemlich großen
Ohren, nach denen man eher auf das Fell eines
Ferkels, als auf das eines Rehes schließen möchte.
Ferkel kommen bekanntlich als Opfertiere im
Kulte der Demeter vor, die hier ausgeschlossen
ist, Ferkelfelle, ebenso wie hier verwendet, im
Kreise des Dionysos bei einem Satyrtypus (Ame-
lung, Vaticau-Katalogll, Nr. 409) und bei der doch
wohl als Maenade zu deutenden Kolossalfigur im
Pal. Altempe (Matz-Duhn I Nr. 512; Clarac 690 B,
1651 A) und ihrem geringeren Gegenstücke in Villa
Doria-Panfili (Matz-Duhn II, Nr. 513; Clarac 678 F,
1666 F)
Eine Liste von Wiederholungen der Statue,
die wir hier besprechen, hat Arndt im Texte zu unse-
rer Nr. 395 gegeben. Von dieser Liste ist allerdings die
Statue abzutrenneu, die zu ihrer Zusammenstellung
den Anlaß gab, eben unsere n. 395 (Wörlitz). Das all-
gemeine Arrangement von Fell und Gewandung ist
zwar hier das gleiche, wie bei den übrigen Figuren,
aber in den Einzelheiten finden steh soviel Abweich-
ungen, dass wir nicht mehr mit dem Erklärungsver-
suche, es handle sich um eine Kopistenvariante,
auskommen; und zwar macht e» mir den Eindruck,
als gebe die Wörlitzcr Statue den Typus nieht
nur reizvoller und feiner, sondern auch in etwas
älterer Fassung wieder. Ibr Original kanu man
in der Tat noch, mit Arndt übereinstimmend, in
der Mitte des 4. Jahrhunderts und in der Um-
gebung des Praxiteles entstanden denken Vorsich-
tiger wird es auch sein, von unserer Untersuchung
die Statue in Harbury Hall (Venuti, Monum. Mat-
ttiaeiana I 68; Clarac 694 B, 1623 A) solange aus-
zuschließen, bis man nicht Uber zuverlässige Ab-
bildungen verfügen kann Manches an den bisher
bekanntet! erinnert an die.Statuc in Wörlitz; Anderes
stimmt weder mit dieser noch mit dem anderen
Typus überein, dem aber wieder die Locken auf
den Schultern und die Grösse entsprechen
So bleiben von Arndt'B Liste zunächst nur
zwei Nummern: 1. Stockholm, Clarac 509, 1027;
Phot. Lagrelius V, 5 (Arndt hat notiert, daß der
Oberkopf vom Kranze ab, die Nase, der Hals bis
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47
VII, 1993
Rom (Kunsthandel)
43
unter das Kinn, der rechte Unterarm mit dem
Pedum, der 1. mit fast der ganzen Maske, die vom
herabhängende Klaue des Fells, Kleinigkeiten an
diesem und der Vorderteil des 1. Fußes ergänzt
sind, und dass weder der Kopf, noch das antike
Fragment der Maske zu dem Körper gehören.
Vgl. über den Kopf Amelnng, Basis v. Mantinea,
S. 35 unten). Kjellberg war so freundlich, mir
Uber das Fell folgende Mitteilung zu machen:
„Antik ist der Kopf des Felles jedenfalls, aber
von welcher Ticrspecies er stammen mag, wage ich
nicht zu entscheiden. Ein Rehkopf ist es sicher nicht;
eher könnte er einem Ferkel gehören. Am meisten
erinnert er aber an eine Pauthcrinaske. In der
Photographie Lagrclins sieht man ihn von der
Seite und bekommt deshalb keine richtige Vor-
stellung von der breiten flachen Maske, die in
ganz unorganischer Weise dem durch die Füße
deutlich charakterisierten Rehfell gegeben worden
ist.* Die Schnauze des Felles war zweifellos durch
den 1. Unterarm soweit verdeckt, dass sich der
Kopist an dieser Stelle mit einer ganz undeutlichen
Angabe der Form begnügen konnte.
2. Statuette im Vatican, Sala a forma di
croce greca n. 571. Clarac 507, 1013. Ergänzt das
Kinn, die beiden Vorderarme mit den Flöten, aller-
lei Splitter am Gewände und am Fell, der vordere
Teil des 1. Fußes, die Plinthe. Der Kopf, der
nicht zu der Statuette gehört, stammt von einer
kleinen Replik der Melpomene in der Sala delle
mute. Die Figur wnrde i. J. 1780 in der Villa
von Sette Bassi, nicht wie Riccy, Dell' antico
pago Lcmonio p. 127 (n. 75) angiebt, in Koma
Vecchia an der Via Appia getnnden, und zwar zu-
sammen mit drei andern Musenstatuetten, alle vier
ohne Kopf (Ashby im Journal of hell. stud. XXI,
1901, p. 816, in den Papers of tho British school
at RomelV, 1906. p. 91 und in der Auaonia IV, 1909,
p. 57). Auf den Schultern liegen, wie bei n. 1,
einige lange Locken, auf der r. eine, auf der
l. zwei. Im Rücken ist in flachem Relief eine
breite Haarmasse angegeben; r. und I. davon
hängen die Enden einer Tänle herab, die auf einen
Kranz schließen lassen. Die Haltung der Arme
ist gesichert. Einem Attribut muß eine Stütze
zur Sicherung gedient haben, deren Rast sich auf
der I. Brust erhalten hat
Zu diesen Repliken kommen nun drei weitere:
3. Statue in der Glyptothek Ny-Carlsberg in
Kopenhagen. Antike Kunst vaerker, Taf. XXVII,
Nr. 396. U. 1,73 m. Ergänzt sind, wie mir Herr
Dr Poulsen mitteilt, diu Nase, einige Faltendetails
und die Schnauze des Fells. Zwei Bruchstellen,
; eine etwas oberhalb der Kniee, die andere unter-
halb der Schultern, sind mit Gips verschmiert.
Die Oberfläche der Figur ist mit Säuren geputzt,
der Kopf noch mehr als der Körper. Der Kopf
ist besonders gearbeitet und eingesetzt ; er gehört
nach I’oulsens Angaben sicher zu der Figur, ob-
wohl seine Locken mit denen auf den Schultern
infolge ihrer Beschädigungen nicht mehr ganz
genau correspondieren und an der Rückseite
zwischen den Haaren des Kopfes und denen auf
dem Nacken des Körpers ein fingerbreiter Spalt
bleibt. Poulsen schreibt mir darüber: „DieRflcken-
haare der Muse Bind sehr zerstört Nur auf der
r. Seite der Figur läßt sich erkennen, daß sie
die Linie des Randes der Kopfhaannasse fort-
setzen; links ist die Verwitterung verheerend ge-
wesen. Der fingerbreite Spalt läßt sich nur teilweise
durch Verschiebung des Kopfes in die richtige
Lage schließen; aber hinten im Nacken sind noch
die Überreste der hohen Kante erkennbar, die
hier hinaufging und sich dem abgemeißelten
unteren Rande der Kopfhaarmasse anschloß. Die
Verwitterung hat hier wieder grossen Schaden
angerichtet. Der Kopf sollte etwas ßefer ein-
gesenkt werden.* Ich kann diese Mitteilungen,
soweit mir vier gute Aufnahmen, die ich Herrn
Dir. Jacobson verdanke, Überhaupt ein Urteil er-
lauben, nur bestätigen. Der Kopf trägt ein Stirn-
band und einen Kranz, der hinten in Marmor
ausgeführt ist, nach Ponlsens Annahme vorne in
Metall gegossen und angcstückt war (vielleicht
eher in Marmor gearbeitet und mittels zweier
Metallzapfen rechts und links befestigt war?).
Vorne links (vom Beschauer) sieht man noch einen
kleinen Überrest des Zapfenloches, während die
Bruchfläche rechts erkennen lässt, wie das Metall
hier einst herausgerissen worden ist und dabei
den umgebenden Marmor gesprengt hat. Der Kranz
setzt sich aus einzelnen länglichen Büscheln zu-
sammen, die am ehesten Büscheln von Pinicnnadeln
gleichen. Über dem r. Ohre hat sich auch eiuc
Frucht erhalten, die Poulsen für einen abgerie-
benen Pinienzapfen hält und die auch nichts anderes
gewesen sein kann, trotzdem eie verhältnismäßig
sehr klein geraten ist (vergleiche einen noch
nicht publicierten polyklctischcn Panskopf in der
Kopenhagenor Glyptothek). Von dem Fell schreibt
mir Poulsen: „Was das Tierfcll betrifft, so zeigt
die Form der Füße und Ohron, daß ein Ferkel
nicht gemeint sein kann ; es ist das Fell eines
Rehes, nur sind die Ohrläppchen etwas groß
geraten. Das ganze Maul ist ergänzt,“ Die Statue,
i deren Inventaruummcr 1787 ist, wurde |. J. 1900
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Rom (Kumtbandel) 50
49 Vn, 199«
angeblich aus Velletri erworben. Ueber den Stil
des Kopfes nachher.
4. Fragmentierte Statue im Garten des Anti-
quarium comunale in Rom. Es fehlen der Kopf,
ein Teil des Kückens und die Arme. Der Rest eines
Puntello an der I. Hüfte. H. 1,46 m. Feinkörniger,
gelblicher Marmor. Die Figurwurde i. J. 1904 neben
einer andern, die ihr in Große, Marmorqualität und
Arider Ausführung entspricht, einer Replik dersog.
Polyhymnia im Muscnaaal, an dem Plata innerhalb
der Porta Maggiore gefunden (Notizie d. scavi 1904,
p. 106; Bulletino comunale 1904, p. 381 1. Diese eben-
falls fragmentierte und kopflose Replik der Poly-
hymnia ist jetat als Pendant der andern Figur auf-
gestellt. Beide sind recht geringe Arbeiten.
5. Zeichnung des Cavaliere Ghezzi nach einer
kopflosen Replik, die, als Ghezzi sie zeichnete
(16. VII. 1726), ncll’entrare del primo Casino in
Villa Madama stand; er giebt an, daß sie natür-
liche Grüße hatte (Schreiber in den Berichten d.
sächs.Gesellsch. d. Wiasensch.1892, p. 162, Nr.C VIII,
T. II 2; S. Reinach, rcpertoire de la »tat. II, 1, p.399,
Nr. 6). Die Replik ist bereits von liemnann nach-
getragen im Text unserer IV. Serie, S. 68.
Die weitaus bedeutendste aller Repliken ist
die in Kopenhagen, vor allen Dingen, weil sie allein
ihren zugehörigen Kopf bewahrt zu haben scheint.
In der Tat zeigt uns ein vergleichender Blick
auf die Statue Abamelech oder die Replik in
Stockholm, wie die Wirkung der Figur durch den
Zusammenhang der Bewegungsrhythmen in Kopf
und Kürpcr gewinnt Mit anders bewegtem Kopfe
wirkt sie langweilig, gleichgültig. So, wie die
Figur in Kopenhagen vor uns steht, ist sie durch
einen individuellen Reiz ausgezeichnet, der uns
am ehesten an die sog. Polyhymnia im Musensaal
des Vaticana erinnert Deo Kopf konnte man auf
den ersten Blick für eine Replik des Kopfes des
Bacchus Richelieu oder seiner Variante in Madrid
halten*), aber ein genauer Vergleich belehrt uns,
*) Arndt Lat mit der Scheidung der beiden Statuen
im Texte zu unserer Nr. 1527—1531 vollkommen Hecht lob
muß mir Schuld geben, die Köpfe der beiden Figuren bis-
her sieht mit genügender Aufmerksamkeit verglichen zu
buben. Hie sind trotz der (ileiebbeit des äußerlichen Ar-
rangemeuts verschieden, lies Stirnband eltzt In Paris
hoher als in Madrid, sodaS die Stirne viel bedeutender
wirkt, die Haare liegen niebt gleich und sind über der
Stirne in Paria höher anfgetlirmt, als in Madrid. Wie diese
Unterschiede bei ao weitgehender äußerer Verwandtschaft
an erhUren sind, lat eine andere Frage, die leb hier nicht
untersuchen bann. Mit dem liacchue liichelieu stimmt
das staluonfragtnent in dar Galteris delle atatno des Vati-
can (Nr. 2öS) Überain, mit dem Kopf der Madrider Stntne
der in Chauwortb Honae {a. oben)
daß nur das äussere Arrangement gleich ist, hie
und da bis ln Einzelheiten der Haarwellen, daß
aber neben diesen Einzelheiten größere Partien
stehen, die sich unterscheiden, und daß vor allem
der Formencharakter ein anderer Ist Während
es mir rätselhaft bleibt, wie man den Bacchus
Richelieu oder seine Variante für praxitelisch hat
erklären können — so Furtwängler bei Gelegen-
heit der Publication einer Replik des Kopfes in
Chatsworth Uouse (Journal of hell, stndies XXI,
1901, p. 215 ff., Nr. 6, Fig. 3); siehe dagegen meine
Bemerkungen im Vatican-Katalog II, p. 428 f.,
Nr. 258 und in der Ansonia 1908, p. 116 — ,
so unverkennbar scheinen mir die praxiteliscben
Züge allerdings in dem Kopenhagener Kopfe zu
tein. Gegenüber den vollen, üppigen, etwas gedun-
senen Formen dort, haben wir hier ein feineres
Oval mit zarten Details, gegenüber den rund ge-
öffneten Augen dort, hier die mandelförmige
Gestalt praxitclischer Augen mit stärkerer Be-
tonung der Sch wellungen über den äußeren Augen-
winkeln, gegenüber den entweder kraus gewellten
oder schematisch, aber auch mit starker W ellung
gezeichneten Haaren dort, hier einen sanfteren
Fluß der Haarwellen mit weniger starkem Relief.
Endlich ist augenscheinlich die Haltung des Kopfes
auf dem Halse verändert Wir hätten also,
wenn unsere Beobachtungen richtig sind, einen
jener Fälle vor nns, in denen eine Anregung von
einem Kunstkreis in den andern herüberwirkte
und dort in eigener Art benutzt wurde. Kann
aber das Original des Körpers noch im praxiteli-
schen Kreise entstanden sein? Ich glaube, ja.
Oben wurde bereits darauf hingewiesen, daß sich
die Motive der Statue eng an die einer Figur an-
schließen, die wir der Mitte des 4 Jahrhunderts
und ebenfalls dem praxitelischen Kreise glaubten
zuweisen zu können. Unser Typus steht in der
Mitte zwischen diesem Werke und hellenistischen
Gewandfiguren mit ihren fächerartig nach unten
sich ausbreitenden Gewändern ; man kann geradezu
sagen, daß er für uns ein Glied in der Entwick-
lung daretellt, das uns bisher gefehlt bat, oder
auf das man bisher wenigstens noch nicht genügend
geachtet hat Auch für die hohe Gilrtung fehlt
es in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts nicht
an Beispielen.
Stellt die Statue eine Muse oder eine
Maenade dar? Das Feil scheint zunächst für
die zweite Deutung zu sprechen, aber die Hal-
tung der Figur wäre für eine Teilnehmerin des
bakchischen Thiasos merkwürdig ruhig, ln Kopen-
hagen und in Stockholm hat man die Repliken
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6t
VH, 1993
Rom (Kunathandel)
52
ala Musen ergänzt, trotzdem die in Stockholm
ursprünglich nichts mit der dortigen Musengruppe,
die in Kopenhagen nichts mit den aus der Samm-
lung Borghese dorthin gelangten Statuen zu tun
hat. Bestimmend mag dabei mitgewirkt haben,
daß beide mit den betreffenden Musenatatuen in
der Höhe, d.h. der nicht gerade häufigen Lebens-
größe übereinslimmen. Bedeutsamer ist es, daß
man die Replik im Antiquarium comunale mit
einer Wiederholung der Potyhymnia im Vatican
zusammen gefunden hat, und daß die Statuette
im Vatican und die drei andern Statnetten, mit
denen sie entdeckt wurde, in dein Fundbericht
ohne Weiteres Musen genannt werden : man wird
dazu doch wohl durch irgend ein an einer der
anderen erhaltenes Attribut veranlaßt worden
sein. Woher stammt zudem der Kopf, den man
der Statuette aufgesetzt hat. doch augenscheinlich
ohne zu erkennen, daß er eine Replik des Kopfes
der Melpomene sei? Sollte er nicht an der gleichen
Stelle zu Tage gekommen sein und dadurch zu der
gewaltsamen Operation des Restaurators Veranlas-
sung gegeben haben? Bakchische Attribute finden
sieh auch bei derTlialeia im Musensaal und der bak-
chische Rebenkrauz ebenda bei d«r Melpomene.
Sie wären bei der Trägerin der Flöten — mit
ihnen lassen sich die Hände, wie es bei der Sta-
tuette im Vatican geschehen ist, ohne Schwierig-
keit ergänzen — , bei der Trägerin des bakchischen
Instrumentes xot’ igox^v ohne Weiteres zu erklären,
und es sei daran erinnert, daß sich auf Delos
eine sehr schöne Statue gefunden hat, die eine
Nebris ganz ähnlich, wie unser Typus, umgegürtet !
trägt und ebenfalls als Muse anerkannt wor-
den ist, trotzdem ihr weitere, irgendwie bezeich-
nende Attribute fehlen (Bulletin de corr hell. 1907,
S. 403 ff., Nr. 8, pl. 16; S. Reinach, repertoire de
la stat. IV, p. 178, Nr. 7; sie wurde zusammen mit
einem Apollon, einer Uto und Artemis im Qiiar- \
tier du theätre gefunden).
Können wir, ihre Deutung als Muse zu- j
gegeben, unsere Figur einer bestimmten Musen- I
gruppe zuschreiben V leb habe in meiner Schrift
über die Basis des Praxiteles in Mantinea,
S. 44, da mir damals von den Repliken nur die
Statuette im Vatican bekannt war, diese mit der
aus Ambrakia entführten Gruppe im Tempel des
Hercules Musariun in Zusammenhang bringen
wollen] Das ist aufzugeben. Dagegen ist Folgendes
zu beachten. Fine Replik wurde zusammen mit
einer Wiederholung der Polyhymnia im Musensaal
gefunden. Die Statuette im Vatican ist mit einer
Replik des Kopfes der Melpomene ebenda aus
gestattet*), der möglicherweise aus dem gleichen
Funde stammt; wenigstens können wir keine Spu-
ren, weder monumentale noch schriftliche, eines
entsprechenden Fundes nachweisen. In Kopen-
hagen und in Stockholm stehen Repliken unseres
Typus zwischen solchen der Musengmppe im
Musensaale, ohne daß sich irgend eine stilistische
Dissonanz ergäbe. Betrachtet man die betreffende
Tafel der Antiken Kunstvaerker in der Ny-Carls-
berg-Glyptothek, so kann man die nahe stilisti-
sche Verwandtschaft dieser Figur mit den neben-
stehenden Nr. 394 n. 396 nicht verkennen; man
vergleiche die steil hängenden Falten mit denen
der Nr. 396 und dis Stellung des Spielbeines saromt
den umgebenden Falten mit der gleichen Partie
auf Nr. 394. Die Art, wie die Schulterlockeu an
unserem Typus behandelt sind, gleicht durchaus
der Art, wie die im Rücken sich ausbreitenden
Locken an der sog. Polyhymnia gebildet sind.
Dazu kommt nun, daß der Kopf derKopenhagencr
Figur sich in mehr als einer Hinsicht mit den
sichern Köpfen der vaticanischen Musengruppe,
vor allem wieder mit dem der sog. Polyhymnia,
vergleichen lässt, Kurz, ich halte es für sehr
| wahrscheinlich, daß wir das Bild jener Gruppe
mit unserem Typus ergänzen können. Unter den
bisher nachgewiesenen Gliedern der Gruppe fehlt
die Muse mit den Flöten, die nicht gefehlt
haben kaun**). Es ist hier nicht der Ort, mich über
den stilistischen Charakter des ganzen Werkes
•j Ashby hat in der Ansou ia a. a. 0., PostScript am za
p. &*, auf meine Veranlassung hin die Frage aufgeworfen,
ob nicht die Muscnstatuette Nr. 183 in der Üalleria dei
candelabri, eine Wiederholung der Terpalchore im Musen-
saale, zu demselben Kunde gehurt haben konnte. Genauere
Vergleichung hat mich belehrt, daß sie in einem kleineren
.Maaliatabe gearbeitet ist, als die Statuette in der Sale a
forma di cruce greca. Die Zusammengehörigkeit läßt sieh
also nicht einmal wahrscheinlich machen.
**) Die Gruppe w äre demnach vollständig beisammen.
Im Vatican sind sieben Figuren erhalten. Als achte lat
zweifellos eine sitzende Muse der Sammlung Ludovisi zu
erachten (Amelung, Basis des Praxiteles, S. 85 Anm.;
Psribeni, Guida del Museo nszionale routano, S 60. Nr.20v
bin 312). Der erhaltene Unterkörper stimmt stilistisch voll-
kommen zu seinem Gegenstück, einer Wiederholung der
vaticanischen Klio. Ks lehrt uns gleichzeitig, daß bei der
t'omposition der Gruppe auf derartig paarweise Entspre-
chungen Bedacht genommen war. Die neunte Muse wäre
dann dl» oben besprochene. — Die beiden sitzenden
Musensiatnen, die in Madrid mit einigen Repliken der
valicunischen Musen vereinigt sind (Nr. 1588 u. 1568 der
VI. Serie), unterscheiden sich für meine Augen stilistisch
| sllzustark von ihren Genossinnen, als daß ich zugeben
könnte, wir dürften in ihnen die fehlenden Teile der
Gruppe erkennen, selbst wenn wir uns auf die Aussage
des Ligorio verlassen wollten, der behauptet, die Madrider
: Musen seien alle zusammen gefunden.
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63 vn, 1994—2000
auszulassen; ich halte durchaus daran fest, daß
ca nur im praxiteliscben Kreise entstanden sein
kann, halte mich aber davon Überzeugen lassen,
daß wir nicht genügend Anhaltspunkte haben, um
cs Praxiteles selbst zuzuschreiben (vgl. den Text
zu Nr. 1568 in unserer VI. Serio). Zum Schluß
noch eine Beobachtung: bei der Compoeition der
Figur hat augenscheinlich die Athens des Myron
Pate gestanden. ,
1994. Statuette einer alten Frau, die
ein ßückchen mit den Knieen und boiden Händen
aufrecht vor sich hält. Die Statuette, die sich noch
bei Jandolo befindet, ist jetzt ergänzt und in diesem
Zustande von Pollak in dem Auctionskataloge
der Collection Woodyat (1912) publiciert worden
(S. 39, Nr. 278, Taf. XVI). Die Höhe des ergänzten
Stückes ist auf 70 cm angegeben, der Marmor als
pentelisch. Derbe, decorative Arbeit aus der
Kaiserzeit.
1995. Statue des Atlas. Ehemals bei K.
Jandolo (Via Margutta 51). Ich habe das Stück
nie gesehen, kann also keine Angaben darüber
machen, ob die Nase ergänzt ist. Ein großer Teil
dee Kopfes (mit dem r. Auge) ist augenscheinlich
angesetzt und konnte auch ergänzt sein. Die
Statue war, wie man aus der Abplattung des
Globus oben entnehmen kann, als Stützfigur
verwendet. Dem entspricht ihre Ausführung.
Der Torso erinnert in den allgemeinen Zügen an
den Laokoon. Man wird das Original vielleicht
einem rhodischen Künstler des letzten vorchrist-
lichen Jahrhunderts zuschreiben dürfen Vgl. E— A
Nr. 1410 und 1814.
1996. Fragment einer kolossalen Rei-
terstatue. Nach Angabe des Antiquars A.
Jandolo, bei dem sich das Fragment jetzt befin-
det, waren die Teile, aus denen es besteht, verbaut
in eine Mauer in der Nähe von Sassoferrato ; das
Fragment würde demnach von einem monumen-
talen Denkmal der alten .Stadt Kentinum stammen.
II. 1,38 m (dabei ist oin stützender Block unter
dem Banch des Pferdes mitgemeasen ; auf der
Photographie ist von ihm nur der Ansatz sicht-
bar) ; L. 0,96 m. Feinkürniger, gelblicher Marmor.
Das Pferd war in zwei Stücken gearbeitet, Vorder-
und Hinterteil In der glatten Anschlußfläche des
erhaltenen Fragmentes befindet sich in der Mitte
ein großes Dflbelloch. Besonders gearbeitet und
angestückt waren auch die Unterschenkel (mit
den Knieen) des Reiters, von dem sich nur das
Gesäß mit einem Teil der Oberschenkel erhalten
hat. Er war mit einem kurzen Gewand bekleidet,
trug also militärisches Kostüm. Den Brustriemen
Rom (Kunsthandel) 64
des Pferdes, der an die Satteldecke befestigt ist,
schmücken ein Gorgoneion und stilisierte Ranken
in Relief. Das Pferd ist vorzüglich modelliert
Die Arbeit muß aus der zweiten Hälfte des
1. Jahrhunderts n. Chr. stammen.
1997. Jugendlicher männlicher Torso
mit weichen Formen. Nicht mehr bei Jandolo
Da ich das Stück nicht »eiltet gesehen habe,
wage ich kein Urteil Uber seinen Wert zu
fallen. Auffällig ist die Hebung der I. Brust und
Schulter: demnach scheint es, als sei der I Ellen-
bogen leicht anfgelehnt gewesen. Die Stütze, deren
Rest wir an der 1. Hüfte bemerken, hätte demnach
diese mit dem Gegenstand verbunden, auf den sich
der Arm lehnte Es scheint auch, als sei der Unter-
körper besonders gearbeitet und angestückt gewe-
sen; nach der Form des untern Abschnittes am
Torso müßte man annehmen, daß die Ober-
schenkel mit Gewand umhüllt waren Man ver-
gleiche den wohl noch strengeren Hermes in Madrid
(E— A Nr. 1686—1687) und den weicheren Bacchus
Richelieu mit seinen Repliken oder Varianten
(E-A Nr. 1627-1631).
1998. Torso einer männl ichen sitzen-
den Figur. Nicht mehr bei Jandolo. Auch dieses
.Stück habe ich nicht selbst gesehen. Das Unterteil
der Figur war besonders gearbeitet und angestückt.
Zu den Motiven des Mantels anf den Schultern vgl.
dieStatue,die Lippold (Grtech. Porträtstatuen S 81,
Fig. 20) zu den Büsten dee Metrodor in Beziehung
gesetzt hat. Der hier Dargestellte war ein jüngerer
Mann. Die Bewegung der Anne scheint Behr leb-
haft gewesen zu sein; im Zusammenhang damit hat
der Körper eine aufrechte, elastische Haltung. Die
Arbeit macht, nach der Photographie za urteilen,
einen frischen, gut decorativen Eindruck.
1999. 2000. Kopf einer Karyatide. An-
geblich aus dem Pal. Camuccini (nicht bei Matz-
Duhn); jetzt bei A. Jandolo. H. des Antiken 0,30 m.
Feinkörniger, gelblicher Marmor. Ergänzt: Nase.
Hals und Büste. Kinn und Uppen ausgeflickt An
dem Fell, das den Kopf oben umwindet, allerlei
Beschädigungen. Es handelt sich um ein Schweins-
fell; der deutlich charakterisierte Kopf des Feiles
hängt auf der r. Profilseite herab. Auf der glatten
Oberfläche keine Spur einer Verdübelung des
Gebälkes. Gesicht und Haare sind im Stile der
zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts gehalten. So.
ausdruckslos die Formen auch im Einzelnen wieder
gegeben sind, so kann doch kein Zweifel sein, daß
wir das Original eher unter den Werken der ar-
givisch-sikyonischen Kunst zu suchen haben, als
unter denen der attischen Schule. Man vergleiche
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&
66 vn, 2001—2006
die durchaus phidiaaischen Hydrophoren-Statuetteo
des Museo Barracco (Coli. Barr. pl. 42; Uelbig,
Führer, 3. Aufl. S. 624, Nr. 1126, 1127), die als
Unterlage für das Wassergefäß ein I’antherfell
benützen. Wegen des Ferkelfelles vgl. die Aus-
führungen zu unserer Nr. 1993.
2001,02. Jünglingskopf. Nicht mehr
bei Jandolo; mir unbekannt. Angeblich nach
Amerika verkauft Das 1. Ohr ist leicht verschwol-
len. Mäßige Replik des Kopfes des Herakles
l^tnsdowne. Besonders leer die Wangen, die zu
ganz bewegungslosen Flächen geworden sind.
200304. R Stoischer Porträtkopf.
Gefunden auf dem Esquilin. Jetzt bei A Jandolo.
II. 0,84 m. Feinkürniger, weißer Marmor. Ergänzt
Nase, beide Brauen größtenteils, der Unterteil des
Halses. Stammt von der Figur eines Togatus, der
die Toga über den Kopf gezogen hat, also opfernd
dargestellt war. Der Kopf war besonders gear-
beitet und eingesetzt; daher der gerade Abschnitt
des Teiles der Toga, der den Hinterkopf bedeckt.
F.in Streifen des senkrechten Randes neben dein
r. Ohr war angesetzt. Oben ein Sprung im Marmor.
Lebendige, nicht sorgfältig ausgeführte Arbeit aus
den letzten Zeiten der Republik.
2005. Fragment eines griechischen
Reliefs. Nicht mehr bei Jandolo. Mir unbekannt.
Augenscheinlich Teil eines Votivreliefs. Die Stele
scheint nicht höher gewesen zu sein, als sie erhalten
ist Wohl aus der zweiten Hälfte des 5. Jahr-
hunderts; der Pferdetypus entspricht nicht dem
des Parthenonfricscs. Vgl. Svoronos, Das Athener
Nationalmuseum, Text II, S. 466, Abh. 220.
2006. Grabrelief, Darstel lung eines
Ehre nsess eis. Jetzt bei A Jandolo. II. 0,87 m, Br.
1,02 m. Reliefhühe 0,23 m. Feinkörniger gelblicher
Marmor. Die Platte ist auf ihrer Rückseite geglättet
und warmittels zweier Klammern, deren Löcher sich
auf der Obertläebc rechts nnd links erhalten haben,
an einem rückwärts anstoßenden Klock befestigt.
Auf der Vorderseite ist ein breiter, hoher Sitz darge-
stellt, der auf vier, je zu zweit gekreuzten Löwen-
beinen ruht; nur das linke dieser beiden Paare hat
sich ganz erhalten. Das mit drei breiten Riemen um-
schnürte Polster ruht zwischen zwei viereckigen
leisten auf einem hohen, kasteuartigen Unterlager
mit Reliefachmuck. In der Mitte ein Akanthuskelch
mit zwei gewundenen Ranken, die je ein Tier um-
schließen, links einen anspringenden Löwen, rechts
einen zum Angriff sich stellenden Eber. Rechts und
links von diesem Mittelteil zwischen den Beinen
und den das Kissen einscbließenden Leisten je
eine Karyatide mit doppelt gegürtetem Gewände.
Rom (Knnsthandel) 66
Beide halten in der einen gesenkten Hand eine
kleine Blumenguirlande und stützen mit der an-
dern erhobenen Hand eine jener Leisten, die sie
auf ihrem Kopf zn tragen scheinen. Als Basis
dient ihnen je eine, der oberen an Größe ent-
sprechende leiste, deren Vorderseite sich nur
rechts erhalten hat. Darauf ist in Flachrelief der
Apex eines Flamen dargestellt. Rechts und links
von den Karyatiden ragt das hohe L’nterlager des
Kissens noch etwas über die Beine vor, jederseits
geschmückt mit der Rcliefdarstellung eines stehen-
den Eroten, der mit der einen Hand eine gesenkte
Fackel auf deu Boden, die andere Hand auf die
Hüfte stützt. Unter diesen vorspringenden Teilen
hängen je zwei Enden eines schärpenartigen, be-
fransten Tuches nieder. Unter dem linken hat sich
ein cylinderförmiger Gegenstand mit breitem oberen
Rande erhalten, wohl eine hohe Schachtel mit Dek-
kel; rechts ist die entsprechende Ecke des Monu-
ments abgeschlagen. In der Mitte zwischen den
Löwenbeinen steht eine hohe, würfelförmige Fuß-
bank am Boden. Jederseits zwischen ihr und dem
Beine ist der Oberkörper eines kleinen, orienta-
lisch gekleideten Knaben mit dichten Locken unter
der „phry gischen“ Mütze angebracht; beide haben
ihre Hände gleichmäßig auf den Rücken gelegt
(augenscheinlich gebunden gedacht). Die Falten
des Rockes sind nnten bis an die Grundfläche des
Reliefs zurückgeführt; die Oberkörper haben sich
also niemals nach unten fortgesetzt; auch durch
Malerei konnte das Fehlende nicht ersetzt sein.
Auf der Oberfläche des Polsters ist in der Mitte
eine Einarbeitung elliptischer Form; hier muß
irgend ein Gegenstand eingesetzt gewesen sein.
Ein in vielen Punkten entsprechendes Monu-
ment befindet sich in der Ny-Carlsberg-Glyptothek
zu Kopenhagen (abgebildet: Ant. Kunstvaerker,
Tsf. LXX, Nr. 817). Auch dort handelt es
sieh um die Rcliefdarstellung eines entspre-
chenden Sitzes, dessen Beine ganz vom Grunde
abgebrochen sind (ihre Spuren sind auch auf
der Abbildung zu erkennen). Die Ornamente
des Sitzes enthalten keine figürlichen Ele-
mente. Der Schemel ist viel schmäler (merkwürdig
schmal und hoch). An derselben Stelle sind auch
hier Oberkörper von orientalischen Knaben an-
gebracht, die Hände auf den Kücken gelegt, und
wie auf unaerin Relief sind die Falten des Rockes
unten bis an den Grund hcrumgeführt, ein sicheres
Zeichen dafür, daß die Beine niemals vorhanden
waren *) Zwischen diesen Proteinen und den Sporen
•j Herr Dr. l'oalsen schreibt mir darüber aus Kopen-
hagen „Unter dem unteren Gewandrande der Barbaren
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VII, 2007-2011
Rom (Kunathandel)
58
der Stuhlbeine befindet eich je ein seltsamer Gegen-
stand, beide einander gleich. Sie sehen auf den
ernten Blick wie Keulen aus mit einer Einschnü-
rung am unteren schmäleren Ende, sind aber ganz
glatt Ihre Bedeutung ist mir Tollkommen rätsel-
haft geblieben, auch nachdem mir ein von Herrn
Dir. Jacobsen und Dr. Pouisen gütigst besorgter
Abguß des rechten von ihnen eine deutlichere Vor-
stellung von ihrem Aussehen als die Abbildung
vermittelt hatte. Auf dem Polster liegt ein dichter
Kranz mit großen Blättern, kleinen Früchten und
einer ovalen Platte an der Stirnseite. Augen-
scheinlich handelt es sich um einen Lorbeerkranz
mit einem großen Edelstein, wie ihn der Apollon
in der Sala della muse und der Nero in der Sala
dei busti (vgl. auch unsere Nr. 1088) trägt
Wir dürfen voraussetzen, daß ein derartiger
Kranz, hier aber wohl in Bronze ausge-
fObrb auch auf unserem Relief an der entspre-
chenden Stelle angebracht war; zu seiner Befesti-
gung diente die Vertiefung in der Oberfläche des
Polsters. Über dem Sitze frei im Raume schwe-
bend, zum Teil von dem Kranze verdeckt, ist dann
in Kopenhagen noch einSccpter dargestellt, das an
seinem oberen Teile mit einer nackten bärtigen
Büste verziert ist. Die Büste hat die zu Trajans
Zeit übliche Form. Auch von dem Kopfe liegt mir
ein Abguß vor, dem icb aber nur entnehmen kann,
daß es sich augenscheinlich um ein Porträt, aber
zweifelsohne um kein römisches handelt. Die Haare
sind wirr; der Bart ist lang und zottelig, unten
in zwei Telle gespalten. Während wir das Kopcn-
hagener Relief nach der Büstenform in trojanische
Zeit datieren können, ist das römische Relief seiner
Ausführung nach nicht vor der antoninischen Zeit
entstanden. Es giebt eine ganze Anzahl entspre-
chender Reliefdarstellungen, die bei Conze, Röm.
Bildwerke einheimischen Fundorts in Oesterreich 1 11,
8.8 ff., T.X1V, XV besprochen und z. T. publiciert
sind (zu D vgl. Dütachke, Ant. Bildw. in Ober-
Italien 506 u. Gummerus, Jahrb. d. J 1913, 8.103,
Abb. 21 n. 8. 122, n.51, zu E Matz-Duhn, Zerstr.
Bildw. in Rom III, 8704 u. Verliandl. der Philo-
logcn-Versamrolung in München, 1891. 8. 262).
Die Uobersicht Uber die ganze Gruppe ergicbt als
zweifellos, daß es sich um Grabrcliefs handelt und
daß die dargestellten Sessel mit ihrem Schmuck
stabt der Keßeficriind nach Aussage unseres hiesigen Hi!,!
bauers mehr als hoch genug, um daraus die Beine heraus,
xuarbeiten. Paß man solche bilden wollte, ist ja freilich
damit nicht gesagt.4 Und jedenfalls müßte uian doch am
Unterleibe die Stolle constatieren können, wo die Beine
dem natürlichen Organismus entsprechend hatten aesctzen
sollen. Vgl. zudem den Schluß dieses Artikels.
bestimmte Ehrungen der Verstorbenen vergegen-
wärtigen, doch scheint es nicht erlaubt, die Sessel
mit der „sella curulis* gleichzusctzeu. Verschiedent-
lich kehren jene halben ßtützfiguren wieder (aber
nicht orientalisch gekleidet), ebenso der Ehren-
kranz auf dem Kissen; einmal findet sich auch die
runde Schachtel an der Seite wieder. Die ganze Frage
verdiente eine erneute Untersuchung auf Grund voll-
ständiger Sammlung des einschlägigen Materiales.
2007/08- Fragmente eines Grabge-
bäudes aus der Umgebung von Ghieti. Vgl. die
sorgfältige Publication und Reconstruction von Ghis-
ianzoni in den Monumenti antichi pnbbl. per cura
della R. Accademia dei Lincei XIX, 1909, p. 542 ff.,
T. I— III, und Helbig, Führer, 8. Aufl., II. Nr. 1526.
2009- , Gruppe des Dionysos mit einem
Löwen. Einst im Hofe des Gollegio Nazareno in
Rom (Matz-Duhn 1, Nr. 359), dann bei dem Antiquar
Simonctti, Via Vittoria Colonna, Pal. Odesealchi).
Publiciert von Cultrera in seiner Schrift „Dioniso
e il leone* (1911). Ergänzt: Kopf und Hals, das
r. Schlüsselbein, einige Finger der 1. Hand, Kleinig-
keiten an dem Löwenmaul. Der r. Unterschenkel,
den Matz-Dnhn als ergänzt angeben, war augen-
scheinlich nur gebrochen. Für die Leitung des
Wassers, das der Löwe spie, sind in seinem Nacken
zwei runde Löcher eingebohrt. Ein viereckiges Loch
in dem Hinterteil des Dionysos zum Einsetzen eines
Metalldübels. AU diese Bohrungen sind so roh,
daß man aie kaum dem Bildbauer der Gruppe Zu-
trauen darf, ein so geringer Künstler er auch
gewesen sein mag. Es ist deshalb zweifelhaft, ob
das Werk auch ursprünglich zum Schmuck eines
Brunnens bestimmt war. Der Gott sitzt augen-
scheinlich auf einem Pantherfell, nicht Löwcnfell,
wie Matz-Duhn behaupten. Das Motiv des sitzen-
den Gottes ist sehr schön erfunden und läßt es
begreiflich erscheinen . daß wir zwei weitere W ieder-
holungen des gleichen Originales besitzen: Clarac
686, 1611 und 666, 1529. Zu Grunde liegt viel-
leicht noch ein Original des 5. J&hrh. v. Chr.
2010/11. Männlicher Torso. Aufge-
nommen vor 10 Jahren bei Simonettl. H. 0,95 m.
Großkryetalllnischer, gelblicher Marmor. Eisen-
dübel in den Ansätzen des Halses und beider
Arme Ein Eisenring im Rücken. Ergänzt: ein
längllchea Stück im I. Oberschenkel hinten. Beide
Oberarme waren gesenkt, der 1. leicht rüokwärts,
der r. vorgestreckt; der Kopf war nach der r.,
etwas erhobenen Schulter gewendet. Der Torso
stammt von einer nicht sohr foin, aber lebendig
gearbeiteten Copie eines Originales vom Ende des
4. Jahrhunderts. Charakteristisch ist besonders die
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VII, 2012-2016
Rom (Knnsthandei)
60
stark realistische, lysippischcn Einfluß verratende
Behandlung der Hilft- und Weichenpartie. Msn
vergleiche die Ansicht des Kückens mit der des
Apollon Nr. 1987.
2012. Statue des Hermes. Aufgenommon
vor zehn Jahren bei Simonetti. U. 1,93 m. Grob-
kristallinischer, gelblicher Marmor. Ergänzt: Kopf
mit Hals (der antike Kopf war eingesetzt), r. Ann,
I. Hand, Flicken im r. Oberschenkel, das r. Knie,
r. Fußgelenk, Teile des r. Fußes, I. Unterschenkel
mit Fuß, fast die ganze Plinthc. Bruch im r. Ober-
schenkel. Ein kleiner Puntello für das Attribut
der L. hat sich auf der obersten Falte der Chla-
mys auf dem 1. Unterarm erhalten. Man wird
danach am ehesten geneigt sein, ein Kerykeion zu
zu ergänzen, das im übrigen freistehend ausgefiibrt
war. Der Körper ist eine etwas allgemein gehal-
tene Copie eines polykletischen Typus (Jahrbuch
d. arch Inst. XXIII, 1908, S . 204 IT •, Helbig, Führer,
3. Auf!., Nr. 184), den der Copist nur durch die
Zutat der Chlamys variiert hat
2013. Statue des Apollon. Ehemals im
Pal. Altemps (Chirac 540 B, 921 D), dann in der
VillaMartinori-Poniatowsky(Matz-Duhn I, Nr. 193),
vor zehn Jahren bei Simonetti. H. 1,84 m. Groß-
krystallinischer, gelblicher Marmor. Ergänzt: Nase,
Oberlippe, r. Arm von der Mitte des Oberarms an,
I. Hand mit Teil des Armes, der r. Unterschenkel
ganz, der I. halb, die Plinthe und der untere Teil
des Stammes, an der Kithara Teilo beider Hörner
und der Steg. Der Kopf war gebrochen (Matz-
Duhn bezweifeln seine Zugehörigkeit). Sehr be-
stoßen. Das Motiv des wenig erfreulichen Werk«»
ist uns noch in drei anderen Fassungen erhalten :
in zwei Statuen der Glyptothek Ny-Carlsberg (Ant.
Kunstvaerker, T. VI, Nr. 73, 74) und in einer
unterlebensgroßen Figur im Schlosse zu Urbino,
von der mir zwei von Herrn Dr. Weege aufge-
nommene Photographien vorliegen. Am einfach-
sten giebt das Motiv die Statue Nr. 74 der Glypto-
thek. An sie schließt sich die römische an, die
allein von allen mit der besonders kleinlich wir-
kenden Chlamys ausgestattet ist Bei der Kopen-
hagener Figur Nr. 78 ist der Körper stärker
gedreht und geschwungen als bei jenen beiden,
doch werden sic darin noch Ubcrbotcn von dem
A|iollon in Urbino, dessen Composition an die
des bogenspaunvndeu Eros erinnert. Die römische
Statne macht einen so schwächlichen Eindruck,
daß man sie nicht auf ein Original etwa des 4. Jahr-
hunderts wird zuriiekführen wollen. Wir werden
hier eines der sog. ncuattischen Werke geringster
Qualität aus römischer Zeit vor uns haben.
2014. Statue der Artemis. Ehemals im
Pal. Vidoni (Clarac 838 B, 2026 A; Braun, Ant
Marmorwerke 1 2; Matz-Duhn I, Nr. 687), vor zehn
Jahren bei Simonetti, jetzt in der Glyptothek Ny-
Carlsberg (Ant Kunstvaerker, T. VII, Nr. 89).
H. 1,85 m. Großkrystalliniscber, weißer Marmor mit
grauen Adern. Ergänzt: kleine Stücke an den
Seiten der Stephane, die untere Ilälftc der Nase,
der ganze r. Arm, die L. mit der Hälfte des Unter-
arms, die Spitzen der großen Zehen, die Stütze
am 1. Oberschenkel außen bis auf den Ansatz,
nach dem die Stütze ursprünglich nicht so weit
nach vorne ragte. Der Kopf ist nie von dem
Körper getrennt gewesen. Iris und Pupillen sind
eingegraben ; Bohrlöcher in den Mundwinkeln. V on
dem Hunde sind nur das Hinterteil mit den Hin-
terbeinen und die Vorderpfoton erhalten (zwei
Löcher zur Befestigung der einst vorhandenen
Ergänzung aus Gips). Die L. wird den Bogen
gehalten haben, dessen unteres Ende mit der er-
wähnten Stütze zusammenhing, die R vielleicht
einen Speer oder eine Fackel. Das Fell, das die
Göttin trägt, ist an dem Kopte als Schwelnsfel!
kenntlich (seltsam für Artemis, die aber doch
augenscheinlich dargesteilt ist). Äußerlich elegante
Copie eines früh-hellenistischen Originals, ausge- '
führt in der Zeit der Antonine.
2015. Statne der Aphrodite. Aufge-
nommen vor zehn Jahren bei Simonetti. H. 1,89 m.
Feinkrystallinischer, weißer Marmor. Ergänzt: an
der Figur der Göttin Kopf mit Hals, r. Arm mit
Hand, 1. Unterarm mit Hand (der Gewandzipfel
war gebrochen), an dem Eros Kopf mit Hals und
r. Arm. Amor und Delphin waren mehrfach ge-
brochen. Die Composition ist aus der des capi-
tolinischen Aphrodite- Typus abgeleitet. Zugefügt
ist das Gewand und dor Eros, der den Schwanz
des Delphins mit dem 1. Arm umfaßt hält. Es giebt
eine ganze Reihe ähnlicher Varianten, „Schöp-
fungen* neu-attischer Künstler in römischer Zeit.
2016. TorsoeinerStatue ttc derAphro-
dite. Aufgcnommen vor zehn Jahren bei Simo-
netti. H 0,62m. Feinkrystallinischer, gelblicherMar-
mor. Von dem Typus sind viele Wiederholungen
und Varianten, meist in Bronze, erhalten (Vieles
gesammelt in Reinachs röpertoire de la statnaire).
An der 1. Brust sind Reste einer kleinen HaDd er-
halton; Eros stand also auf dem I. Oberschenkel
der Göttin oder auf einer Stütze daneben (vgl.
Rcinach a. a. O. II 2, S. 806, 1). Um den Hals
hängt ein weiter Reifen, an ihm vorn ein Medaillon
mit Gorgoneion (?). An beiden Oberarmen Reste
von Armbändern in Schlangenform. Beide Giutäen
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VH, 2017-2022
Rom (Kunsthandel)
62
sind beschädigt, au dem 1. Ansatz der Stütze. Die
Arbeit ist gut, aber ohne Zartheit ausgcführt
2017. Obert eil der Statue einer sitzen-
den weiblichen Figur. Ehemals im l’ai.Vidoni
(Clarac 632 0, 1425 E; Matz-Duhn I, Nr. 722),
vor zehn Jahren bei Simonetti, jetzt in der Glyp-
tothek Ny-Carlsberg. H. der ganzen Figur 1,35 m
Feinkörniger, hellgrauer Marmor. Ergänzt: Nase,
Hals, beide Arme, das emporgezogene Stück des
Mantels, der Knopf auf der 1. Schulter, die Spitze
der r. Ilrust und das ganze Unterteil der Figur bis
auf ein Stück des I. Oberschenkels (man erkennt
die Trennungsiinie von Antikem und Modernem
auf der Photographie; sie beginnt an der r. Hüfte,
verläuft horizontal bis oberhalb der Scham, dann
schräg nach vorn). Der Kopf gehört nicht zu
dem Körper: hinter den Ohren fielen Locken
nieder, die auf den Schultern Spuren hinter-
lassen haben müüten; ferner sind auf dem Ober-
kopf Ausätzo des r. Unterarmes und der r. Hand
erhalten. Die Statue, zu der der Kopf gehörte,
hatte also das Motiv des Apollino in Florenz, wäh-
rend für die Statue, von der der Torso stammt,
das Motiv des einporgezogenen Mantels gesichert
ist. Das Original der schlecht gearbeiteten Figur
hat der Gruppe von Werken angehört, die wir
dem Kreise des Timotheos zuschrcibcn dürfen. Der
Kopf ist in dieser charakterlosen Wiedergabe un-
bestimmbar.
2018. Erotisches Symplegma. Gefunden
in Montecelio (dem alten C'orniculnm). Aufgenom-
men vor zehn Jahren bei Simonetti. L. 0,67 m.
H.0,60 m Br. 0,275 m. Grobkristallinischer weifler
Marmor. Sehr schöne Gruppierung. Flotte, deco-
rative Arbeit hellenistischen Stils. Vgl. Köm. Mit-
teilungen XVII, 1 1102, S. 272 f, Fig. 2 (Zeichnung
des Lagers).
2019. Statue eines Togatus. Vor zehn
Jahren bei Simonetti, jetzt in der Glypothck Ny-
Carlsberg (AnL Kunstvaerkcr T. XXXX, Nr. 52S).
11. 2,03 m. Pentuliacher Marmor Ergänzt: Nase.
Mund, Teil des Halses unten, beide Hände mit der
ganzen Holle, Vorderteil des r. Fußes und der
l’linthe. Das I. Ohr ist beschädigt, das r. abge-
schlagen. Der Kopf ist iu den Körper eingesetzt;
seine Zugehörigkeit zum Körper ist nicht absolut
sicher, aber wahrscheinlich. Daß cs sich um die
Darstellung eines Homers bandelt, beweist das
Schuhwerk — römische ealeei — und der rund-
liche Schnitt des Mantels am unteren Bande. Der
Umwurf unterscheidet sich noch nicht von dem
•les Ilimation; er entspricht der in der rcpubli-
caniachen Zeit üblichen Art, die Toga zu tragen,
wie wir sie auf frühen römischen Grabsteinen, auf
verschiedenen Platten des Frieses der Ara Pacis
und an einer Statue des capitolioischen Museums
finden (Amclung, Die Gewandung d. alten Griechen
u. Römer, erklärender Text zu XVI— XX der Ta-
bulae quibus antiquitatea Gr. et Rom. iilustrantur,
herauageg von Cybulski, S. 45, Abb. 27). Die
Kupenhagcner Statnc ist, wie wir aus der Qualität
des Marmors schließen können, in Athen gearbeitet
worden Der griechische Bildhauer hat den Wurf
der Toga mit Motiven belebt, wie wir sie ähnlich
an zwei griechischen Uimationstatuen (Aeschincs
und Jüngling von Eretria, E— A Nr. 624) finden,
wie sie aber dem nüchternen Ordnungssinn der
Römer wenig entsprochen haben dürften. Diese
wird eine Darstellung, wie sie die capitoünische
Statue bietet, sicher mehr befriedigt haben. Man
vergleiche auch den etwa gleichzeitigen Togfttus
auf dem Suovetaarilicn-Relief des DomitiusAheno-
barbus rechts vom Altar, und zu dem Unterschiede
zwischen der üblichen schematischen Darstellung
eines Togatus, der römischen Mode entsprechend,
und einer griechisch-individualistischen Wieder-
gabe. diesmal mit Einmischung hellenistischer Stil-
elemente, Knote- Watzinger, Magnesia a.M,S. 211 f.,
Abb. 214 und 215; beide Figuren stammen aus
der ersten KaiscrzeiL
2020. Kopf dea Apollon. Aufgenommen
vor 10 Jahren bei Simonetti. H. 0,31 m. Fein-
körniger, gelblicher Marmor. Ergänzt: Nase und
Mund. Der Kopf gibt in wenig detaillierter Aus-
führung und matter Auffassung den Typus des
„Caaaeler“ Apollon wieder.
2021. Kopf des Hermes Propylaios.
Aiifgenunimen vor zehn Jahren bei Simonetti.
Nähere Angaben fehlen mir. Sicher ergänzt die Nase
und die Riistc. Der Kopf giebt den gleichen Typus
wieder, wie der Hermes Propylaios von Per-
gamon, also den von Alkamenes für den Zugang
zur Akropolis geschaffenen Typus, ist aber keine
genaue Replik der pergameniarhen Copie. Die
Gesichtszüge sind hier etwas modernisiert, die
Schncckciiiöckchen nicht so hoch und regelinäüig
aufgetiirmt. Der Bart ist hier sorgfältiger aus-
geführt; darin allein besteht der Wert des Kopfes.
Alle anderen Züge gibt die Herme aus Pergamon
strenger und bedeutender.
2022. Kopf der Athcna. Aufgenomnien vor
zehn Jahren bei Simonetti. Gefunden am Mecres-
strande in Süd-Toscana Die ganze r. Kopfhälfte
ist vom Wasser zerstört; ebenso die Vorderspitze
und der oberste Teil des Helmes, wo aller das
laich zur Befestigung des Helmbusches noch sicht-
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63
VII, 2023—2031
Koni (Kunsthandel) 64
bar geblieben Ist. H. 0,325 m. Grobkörniger,
grauer Marmor. Der Kopf ist zum Einsetzen in
den Körper hergerichtet. Über den Typus vgl.
Brunn- Bruckmann, Denkmäler Nr. 608 (mit Text
von Arndt) und Wochenschrift für klass. Philologie
1911, S. 599 f., wo der hier besprochene Kopf be-
reits erwähnt ist. Darnach handelt cs sich um
eine einfach gearbeitete Copie nach dem Werke
eines dem Praxiteles gleichzeitigen und verwandten
Bildhauers. Eine sorgfältiger gearbeitete und besser
erhaltene Replik, die in der Sammlung Stroganotf
war, ist auf jener Tafel der Bruckmannschen Denk-
mäler publiciert.
2023. Kopf ei n es J iinglings. Aufgenom-
men vor zehn Jahren bei Simonetti. II. 0,315 m
Feinkörniger, hellgrauer Marmor. Beide Ohren
nnd die Nasenspitze fehlen. Iris und Pupille sind
eingegraben. Danach eine in der Zeit der Anto-
nine gearbeitete Copie nach einem Werke des
4. Jahrhunderts. Künstlerisch wenig bedeutend.
2024 25. Mädchenkopf. Vor zehn Jahren
bei Simonetti, jetzt in der Glyptothek Ny-Carlsberg
(Ant Kunstvaerker T. LXXlll,Nr. 3G5a). 11.0,27 m
Feinkörniger, weiller Marmor. Ergänzt: Nase und
Kinn. Der Schopf der auf dem Oberkopfe zusam-
mengebundenen Haare ist abgebrochen. Zart gear-
beitete Copie nach einem liebenswürdigen Originale
aus der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts. Hinter
dem 1. Ohr hat sich der Ansatz einer gewundenen
Schulterlocke erhalten.
2026. Jünglingsköpfehen. Aufgenommen
vor zehn Jahren bei Simonetti. n. 0,15 in. Fein-
körniger gelblicher Marmor. Original-griechische
Arbeit aus dem Beginn der hellenistischen Zeit.
Die Augen sind in der Art des Skopas gebildet.
Eine Schnur umschließt den dichtgelockten Hinter-
kopf. Stilistisch verwandte Köpfchen haben sich
besonders in Ägypten gefunden; vgl. E— A Nr 905.
2027/28. Römischer Porträtkopf. Vor
zehn Jahren bei Simonetti, jetzt in der Glyptothek
Ny-Carlsberg (Ant. Kunstvaerker, T. XXXXIV,
Nr. 560). H. des Kopfes 0,235 m. Feinkörniger
hellgrauer Marmor. Ergänzt: Nase, Kinn mit Teil
der Unterlippe, Ohren, Hals mit Büste. Eminentes
Charakterbild eines römischen Hallunken ans den
letzten Jahrzehnten der Republik.
2029. Kleine bronzene Büste eines
römisch cnWagcnlenkers. Aufgenommen vor
zehn Jahren bei Simonetti. Die Büste ist hohl und
sollte augenscheinlich auf einen hölzernen Schaft
aufgesetzt werden. Die Augensterne sind einge-
bohrt nnd waren jedenfalls not einer gläuzeuden
schwarzen Masse gefüllt. Das kleine Stück kann
zur Verzierung eines Möbels gedient haben oder
auch als Weihgeschenk in einem Tempel aufge-
stellt gewesen sein, wie die Marmorhermen der
Wagenlenker, die sich jetzt im Tbermen-Musenm
befinden, in dem Heiligtum des Hercules cubans ge-
weiht waren(Helbig, Führer, 3. Aufl.,Nr.l431— 1437).
Deutlich ist das Riemengeflecht um Brust und Schul-
tern angegeben. Der Kopf ist ganz mit einem eng
anliegenden Helme bedeckt, der unter dem Kinn
verschnürt ist und die Ohren freiläßt; vgl. zu
dieser Form Amelung, Führer durch die Ant. in
Florenz, Nr. 263, und Kathar. Esdaile im Journal
of roman studies I, 1911, ,9. 219 fF. (hier ist zwi-
schen derartigen Helmen griechischer Athleten so-
wie römischer Wagenlenker und den apices der
römischon flamines nicht geschieden).
2030. Fragment eines attischenReliefs
(Votivreliefs?). Aufgenommen vor zehn Jahren bei
Simonetti. H. 0,36 m Br. 0,35 m. Pentelischer Mar-
mor. Ein bärtiger Mann, ein Jüngling, ein Knabe
stehen nach rechts gewendet hinter einander. Der
Bärtige wendet den Kopf dem Beschauer entgegen.
Wenn das Fragment von einem Votivrelicf stammt,
müssen die Männer Götter oder Heroen sein, da
ihre Köpfe den oberen Rand berühren. Der Bär-
tige könnte Asklepios sein; doch können die
Jünglinge nicht seine Söhne darstellen. Einfache
Arbeit des 4 Jahrhunderts.
2031. Friesplatte mit drei Rakchan-
t innen. Aufgenommen vor zehn Jahren bei
■Simonetti. Jetzt im Louvre (Michon, Monum. Piot
XVIII, p. 177 ff, pl. 14; S. Reinach, röpert. de
rcl gr. et rom.II, p.289, Nr. 4). H. 0,775 m. L. 1,02m.
Feinkörniger hollgrauer Marmor. Oben und unten je
zwei Klammerspuren. Vielfache gewaltsame Ver-
letzungen. Links eine Bakchantin, die in heftiger
Tauzbewegung einen Thyrsos schwingt. Gewand
und Nebris flattern nm ihre Gestalt. Der I. Arm
Ist abgebrochen; er war mit heftigem Gestus nach
links gestreckt Die mittlere Figur scheint die
Hecken geschlagen zu haben; sie wendete ihren
Kopf nach links. Dieser und der r. Arm sind ver-
loren. Die rechte Bakchantin war dargestellt, wie
sic l>ei wildem Tanze die Doppolflötcn blies. Die
; Flöte, die von der r. Hand gehalten wurde, war
nur gemalt; die andere ist mit dem 1. Arm ver-
loren gegangen. Dio Haare sind in einer Haube ge-
borgen ; der Mantel ist um die Hüften geschlungen
und vorne verknotet. Die Compositiou ist außer-
ordentlich gut; die Bewegungen sind mit großem
Temperament und viel Natürlichkeit wiederge-
geben. Die Behaudlnng der Gewänder ist nicht
: fein, aber sehr flott und von starker decorativer
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& VII, 2082— 203?
Wirkung. Wenn das Stück nickt geradezu von
einem derben, nur auf den äußeren Effect hin
gearbeiteten, hellenistischen Friese stammt, liegt
uns der Rest einer sehr geschickten Cople nach
einem solchen vor.
2032. Relief-Fragment: Satyr sein
Schwänzchen haschend. Gefunden nach
Angabe von Simonetti, bei dem das Fragment vor
zehn Jahren aufgenommen wurde, in der Villa des
Hadrian bei Tivoli. H. 0,68 m. Br. 0,34 m. Fein-
kürnigergelblicher Marmor. Pendant des bekannten
Reliefs im Museo Chiaramonti Nr. 708 (Vaticao-
Katalog I, S. 797 f.). Beide können sehr wohl aus
hadrianischer Zeit stammen.
2033. Sarkophag-Fragment. Aus Nea-
pel. Aufgenommen vor zehn Jahren bei Simonetti.
H. 0,745 m. Br. 0,80 m. Kleinkrystaliinischer,
weither Marmor. Das Fragment stammt von einem
hervorragend gut gearbeiteten „Hochzeit« “-Sarko-
phage. Links sind die Figuren der Inno l’ronuba
und des Ehemanns zum Teil erhalten. Der Mann
streckte seine Rechte nach der Gattin aus und hielt
mit der Linken deu Zipfel des Mantels, der
um die Hüfte gezogen Ist, eine« auf der r.
Schulter geknöpften Paludamentums. Rechts von
dem Manne, halb von ihm verdeckt, ein Gefolgs-
mann, der ein Schwert in der L. trägt (sein Ober-
körper ist übermäßig gestreckt, um den Kopf ganz
sichtbar werdon zu lassen). Von rechts, wo ein
Vurhang im Hintergründe gespannt ist, führt ein
Popa mit der R. den Opferstier heran. Er hält
mit der L. den Stiel des Opferbeiles und trägt an
der 1. Hüfte das Futteral mit den Schlachtmessern.
Da er den Kopf nach r. wendet, muß hier min-
destens nocli eine Figur dargestellt gewesen sein.
Der Stier trägt auf dein Kopfe den in später
Kaiserzeit üblichen, giebelförmigen Opferschmuck.
Die drei männlichen Köpfe sind vollbärtig. Dar-
nach und nach dem ikonischcn Typus der Köpfe
war der Sarkophag eine Arbeit der hadriani-
schen Zeit.
2034. Fragment eines römischen, hi-
storischen Reliefs mit Darstellung eines Trium-
phes. Ehemals im Besitze der Giustiniaui (tiallcria
Giustiniana II, T. 86), vor zehn Jahren bei Simonetti.
U 0,63 m. Br. 1,00 iu Feinkörniger, gelblicher
Marmor. Ergänzt: die beiden Hochrelief-Köpfe, die
I. Hand des 1. stehenden Mannes, ein Teil des in
seinem r. Arm gehaltenen Stabes, die ganze untere
Hälfte des Reliefs. Links ist ein aufgezäumter
Pferdekopf fast ganz erhalten. An seiner Schnauze
ein großer Ansatz; hier lag jedenfalls die Hand
einer Figur an, die mit dem Führen des Pferdes
Rom (Kunsthandel) 66
betraut war. Im Hintergründe schreiten nach rechts
zwei bekränzte Tuba-Bläser dem Pferde voran.
Der rechte trägt Uber der Tunica den im Rücken
niederhängendeu Mantel; an dem linken sieht man
nur ein Stück diese« Mantels. Im Vordergründe
steht rechts von dem Pferde tlem Beschauer zu-
gekehrt ein Mann, der eine Tunica trägt und einen
Mantel, von dem ein Zipfel über die r. Schulter
vorgezogen ist — es kann sich also nicht um die
Toga handeln — , während über dio I. Schulter
ein größerer Teil herüberhängt, dessen Rand von
der erhobenen L. gefaßt wird. Die gesenkte R.
hält einen runden Stab (die Ergänzung muß rich-
tig sein), an dem wahrscheinlich eine Fahne be-
festigt war. Rechts steht ebenfalls dem Beschauer
zugewendet ein Tngatua (nach meinen vor dem
Marmor gemachten Notizen wäre die Toga Uber
den liiuterkopf gezogen gewesen). Nach dem Stil
des Erhaltenen, der realistischen Darstellung der
Bläser — vorzüglich 1 — und dem Pferdetypus zu
urteilen, stammt das Fragment von einem Denk-
mal der tiavischen Zeit.
2035—37. Kopf eines jugendlichen
K riegers. Ehemals im Kunsthandel, jetzt im Ther-
men-Museum (Paribeui, Gulda de) tuuaeo nazionale
romano [1911], S. 79, Nr. 315). H.0,35m. Feinkörni-
ger, weißer Marmor. Der Kopf, der mitleidslos mit
Säuren gereinigt ist, wendet sich leicht nach seiner
r. Schulter. Er trägt einen attischen Heim, dessen
Oberteil nach Art der sogen, phrygischen Mütze
geformt ist. Rechts und links von dem erhöhten
Mittelteil je ein Löwe, beide nur in Kesten er-
halten; die Vorderbeine der Tiere haben jeder-
seits Spuren auf dem vorderen Rande des Helmes
(unterlassen. Ungewöhnlich ist das Vorderteil des
Helmes gestaltet. Ober den Obren je eine in schwa-
chem Relief ausgcfllhrte Volute, von deren oberster
Rundling nach vorne je eine gerade, horizontale
Kandlinie ausgebt; beide Linien sind dadurch mar-
kiert, daß der Marmor unter ihnen leicht vertieft
ist, und endigen ihrerseits wiederum je in einer
Volute. Zwischen diesen beiden vorderen Voluten
bleibt ein kleiner Zwischenraum. Die beiden andern
über den Ohren müssen sich einst nach vorne in
einem aufgekrempten Rande Uber der Stirn fort-
gesetzt haben, im Nacken der übliche enganlie-
gende Nackenschutz des attischen Helmes, unter
dem eine Reihe merkwürdig schematisch geord-
neter Haar-Enden zum Vorschein kommt (merk-
würdig schematisch besonders im Gegensätze zu
den krausen Löckchen um Stirn und Schläfen).
Wir erhalten damit eine Helmform, von der zu-
letzt L. Curtius in dem Texte zu Brunn-Bruckmann
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G7
VII, 2038 - 2045
Rom (Kunsthandel, Rai. Caetanl, Villa Lante)
68
T. 601— 604, Amn. 9, Beispiele gesammelt hat; vgl
auch Helbig, Collection Barracco, pl. 40 (derselbe,
Führer, 3. Aufl, I, Nr. 1089). Doch scheinen sich
nirgends sonst die von den seitlichen Voluten aus-
gehenden Handlinien, die ihrerseits wieder vorn
in Voluten endigen, und die Vertiefung darunter
zu finden. Es soll nicht verschwiegen werden, dali
ehemals, als der Kopf sich im Knnsthandel befand,
gegen seine Echtheit Zweifel geäußert worden sind,
und es ist in der Tat sonderbar, daß der Stimrand
des Helmes, der doch vorhanden gewesen sein muß,
so sauber abbrechen konnte, ohne daß die Härchen
darunter irgendwie gelitten hätten. Man sollte auch
meinen, der Hand hätte einen andern Bruch hin
terlassen müssen, eine Fortsetzung des Bruch-
streifens an der Uber dem r. Ohr befindlichen
Volute unten. Tatsächlich setzt sich dieser Streifen
gar nicht fort, und sein Abbrechen durfte schwer
erklärbar sein. Weiter hat man nicht ohne Grund
gefragt, wie es denn dem Bildhauer möglich ge-
wesen sei, unter dem vorstehenden Hände die
Härchen mit aller Feinheit bis dicht an die Bruch-
linie auszumeißeln Endlich sitzt der Nackenschutz
merkwürdig hoch auf dem Halse Die Behandlung
mittels Säuren ist so gründlich gewesen, daß sich
aus dem Zustande der Oberfläche, die ihre Patina
vollkommen verloren hat, nichts mehr entnehmen
läßt. Andrerseits macht iler Kopf in stilistischer
Hinsicht keinen ungünstigen Eindruck, wenn er
auch oeben den Werken, mit denen man ihn am
ehesten verglcicheu kann. d. h neben den von
Curtius a a. 0. behandelten Köpfen, matt und un-
bedeutend wirkt.
2038 39. Polykletischer Jünglings-
kopf. Genaue Replik des Typus (lall. d. statne,
Nr. 251. Ergänzt : die Nase Gute Arbeit. Ehemals
im Besitze des Conte Rocchi; nach dessen Tode ;
i. J. 1907 verkauft in einer von dem Antiquar
G. Giacomini (Conto Vittorio-Kmanuele 101) ver-
anstalteten Vendita (Katalog tav. VI); jetzt in
New York: Bulletin of the Metropol Mus. of art
III, 1908, S. 7, Abb. 7; Amelting, Vatican Katalog 1
11, S. 416; Jahrb. d. Inst 1908 (XXIII), S 204, j
Anrn. 12, Nr. 10 (Lippold).
2040 41. Kopf des Priapos. Jetzt bei
dem Kunsthändler A. Barsanti, Via Sistina 137.
II. 0,28 m Kleinkörniger hellgrauer Marmor. Er-
gänzt: die Nase. Ein Teil de» Bruststückes war ge-
brochen Der gut gearbeitete Kopf ist bestimmt, in
eine Statue eingesetzt zu werden. Reste der Bartzot
teln auf dem Bruststück. Priapos ist kenntlich an der
weiblichen Haube und dem kindisch-senilen Aus-
druck des Mundes. Die Haare sind nach Weiber-
art frisiert, die Bartlocken zierlich gerollt. Augen-
scheinlich liegt ein frühhellenistisches Original zu
Grunde.
Palazzo Caetarti.
2042/43. Jünglingskopf. Matz-Duhn I,
Nr. 1673; v. BieAkowski im Wiener Eranos zur
50. Philologen- Versammlung in Graz 1909, 8. 304 f ,
Fig. 2, 3. Replik eines Kopfes Im Museo Barracco;
Helbig, Coli. Barr., pl 55 (derselbe, Führer, 3. Aufl.,
I, Nr. 1106) Ergänzt; Nasenspitze und Bruststück.
Beider ist das Gesicht mit Säuren geputzt wor-
den. Der Vergleich der beiden Repliken ist nicht
uninteressant. C.istdnrchwcg feiner gearbeitet (man
vergleiche besonders die Haare auf den Profüanfnah •
men). Dieser 8inn für Feinheit scheint aber bei dem
('opisten auch die allgemeine Auffassung beeinflußt
zu haben; das Untergesiebt ist bei ihm schmaler
geraten, der Mund weniger energisch, der Ausdruck
der Augen etwas schläfrig (die Lider sind stärker
betont und weniger geöffnet). Im Ganzen ist C.
liebenswürdiger und schwächer, B. weit energischer
und lebensvoller; in seinem breiten quadraten Kinne
liegt etwas von brutaler Kraft. Ein Zug, wie die
eigenartige Stellung der Augen mit dem tiefen
inneren Winkel, die übrigens an der großen Bronze-
statue von Antikythera wiederkehrt, ist an C ganz
verwischt Sicherlich giebt die derbere Copie
B. die besonderen, bedeutenden Eigenheiten des
Originales mit größerer Treue wieder. Daneben
behält C. durch die fast vollständig erhaltene Nase,
durch die besser modellierte Stirn und die feiner
ausgefilbrten Haare seinen eigenen Wert. Vgl. den
Tezt zu E-A, Nr. 222-224.
Villa Lante.
2044. Reliefkopf eines Windgottes.
Gefunden bei einem Neubau in der Via Buci-
mazza, unweit des Janus quadrifrons. Jetzt Im
Besitze Prof. Uelbigs 11.0,42 m. Br. 0,40 m. Fein-
krystallinischcr gelblicher Marmor. Oben ist Rand
erhalten, der ursprünglich stark vorsprang. An
den Lippen Ansatz des Blasinstrumentes. Deco-
rative Arbeit des 2. Jahrhunderts n. Chr. Viel-
leicht besteht ein Zusammenhang zwischen diesem
Fragment und einem Gebäude, von dem Vitruv,
de diversis fabricis architectooicae II berichtet,
einem .Turm der Winde“ nach Art des athenischen.
Da der Fundort unweit des Tibers liegt, könnte
man auch an eine auf Schifffahrt bezügliche Dar-
stellung denken.
2045. Reliefkopf einer Viotoria (?)
Fundort und heutiger Besitzer wie bei Nr. 2044.
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69 VII, 2046-2051
H. 0,395 m, Br. 0,42 m. Feinkörniger gelblicher
Marmor. Ergänzt: Nase, 1. Braue, beide Lider,
Mund, Kinn. Das Geeicht ist geglättet. Beeilte
oben zwei BrUche. Oben hat eich Band erhalten,
der ursprünglich stark voraprang. Unter dem wage-
rechten der beiden Sprünge sind die Federn eines
großen Flügels angegeben. Der weibliche Kopf
kann seines Geschlechtes wegen keine Windgott-
heit darstellen. Er erinnert in der Anordnung der
Haare stark an die Victoria von Brescia und wird
am wahrscheinlichsten, wie diese, die Siegesgöttin
darstellen. Das Fragment kann schon deshalb
nicht, wie man in Anbetracht des gleichen Fund-
ortes vermuten könnte, aus der gleichen Darstel-
lung oder dem gleichen Cyclus von Darstellungen
stammen, wie Nr. 2044, da es seinem Stile nach
in erheblich frühere Zeit datiert werden muß.
Auditorium des Maecenas.
2046. Statuette eines stehenden Mäd-
chens. H. 0,72 m. Feinkörniger gelblicher Mar-
mor. Der I. Ellenbogen war anf die r. Hand ge-
stützt, der 1. Unterarm erhoben. Die L. zog einen
Zipfel des Mäntelchens, das auf der andern Seite
vom r. Ellenbogen an die Hüfte gedrückt wird,
über die 1. Schulter. Wahrscheinlich handelt es
sich um eine Grabetatuctte aus der Zeit des pelo-
ponnesischen Krieges. Die Arbeit ist nicht fein,
aber griechisch.
2047. Statuette eines knieenden Mäd-
chens. H. 0,59 m. Feinkörniger gelblicher Mar-
mor. Der r. Arm war außen neben dem r. Bein
abwärts gestreckt, ln der Linken liegen augen-
scheinlich Blumen mit einem Stengel, der sich von
dem Pulse des Unterarms abhebt. Das Mädchen
war also blumenpHückend dargestellt. DieStatuette
konnte allein stehen, aber auch zu einer größeren
Gruppe, etwa des Raubes der Persephone, gehören.
Der Chiton gloitet von der I. Schulter; ein Mantel
ist mit einem Ende um den I. Oberarm goschlungen,
daun um den Kücken gezogen und über die Beine
gelegt Die Compositiou der Figur ist gut, ihre
Ausführung nicht ohne Reiz, aber kaum original.
Die Motive entsprechen dem Stile des 4. Jahr-
hunderts v. Chr.
Antiquarium comunale
(ehemals im Auditorium des Maecenas).
2048 49. F ragment eines weiblichen
Kopfes. H.0,21 m. Feinkörniger gelblicher Mar-
mor. Das Fragment stammt von einer nicht sehr
Rom (Auditorium, Antiquarium) 70
detailliert ausgeführten Replik eines Typus, von
dem vier weitere und besser erhaltene Exemplare
bekannt sind: 1. im Louvre (Mahler, Polyklet,S. 96,
Fig. 25); 2. im Albertinum in Dresden (von Arndt
photographiert); 3, 4. in der Glyptothek Ny-Carls-
berg (Ant. Kunstvaerker, T. XXI, Nr. 297 u. 298).
Bei 2 ist der Hals erhalten: er ist zum Einsetzen
in eine Statue hergericlitet und der Kopf gerade-
aus gerichtet. Mahler bringt den Kopf — für
mein Empfinden ohne überzeugende Gründe — mit
Polyklet in Zusammenhang. Zu vergleichen wegen
der Haartracht mit dem breiten Stirnbande ist
eine weibliche Ten-acottafigur aus Uhegion im
Bonner Museum, ein Werk aus der Mitte des 5. Jahr-
hunderts.
2050. Fragment eines attischen Votiv-
reliefs. H. 0,20 m. Br. 0,36 m. Pentelischer Mar-
mor. Gefunden auf dem Esquilin. Erhalten ist
die r. untere Ecke. Auf einem Felsensitze gegen
einen Baum gelehnt sitzt eine langgewandete Figur,
den Mantel um die Beine geschlagen. Sie läßt
ihre I. Hand abwärts hängen, wo vor dem Felsen-
eitze ein Rehlcin mit erhobenem Kopfe liegt. Augen-
scheinlich ist die Dargestellte Artemis. Das außer-
ordentlich feine Fragment stammt aus dem 4. Jahr-
hundert. Es ist beachtenswert, wie der Künstler
dem besonderen Charakter der Naturgöttin durch
Darstellung des Felsens und Baumes Rechnung
getragen hat. Uelbig, Führer, 3. Auf 1., I, Nr. 1011.
2051. Fragment einer Metope mit dem
Torso eines jugendlichen Kriegers. U. 0,86 m.
Br. 0,51 m. T. der Platte ohne die Relieffigur 0,1 1 m.
Feinkrystallinischer weißer (griechischer) Marmor
ln der schmalen Oberfläche ein großes viereckiges.
Dübelloch. Rechts davon ein treppenförmiger Bruch ;
in dem zweiten Absatz eine runde Bahn von vorne
nach hinten (kaum ursprünglich . zu welchem Zwecke
sollte sie gedient haben V). Die Grundfläche des Re-
liefs wird ol>en abgeschlossen mit einem breiton,
horizontalen, wenig vortretenden Streifen Von
der Keliefdarstellung hat sich nur der Torso eines
jugendlichen Kriegers mit Schild und Chlamys er-
halten. Der Schild, den der Jüngling am I. Arme
trägt, liegt flach auf dem Grunde, so daß der Torso
vor ihm stellt. Die Chlamys flattert nach links
zurück, entsprechend der Bewegung der Figur
nach rechts. Der r. Arm war gesenkt; die R. muß
eine Waffe gehalten haben. Der Kopf war augen-
scheinlich nach der 1. Schulter gewendet. Wir
müssen annchuien, daß rechts ein Gegner des Krie-
gers verloren gegangen ist. Sehr gute decorative
Arbeit des 4. Jahrhunderts. Vgl. Katterfeld, die
griech. Metopenbilder.
6
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11 VII, 2052-2001
Palazzo Massimi alle colonne.
2052/33. Statue eines nackten, als
Krieger ergänzten Jünglings. Matz-Duhn
10*9. Ergänzt: die Anne, das 1. Bein vom An-
satz des Oberschenkels ab. das r. Unterbein,
Stamm und Plinthe*) Der Hals ist zwischengesetzt;
vom Kopf, der nicht zugchßrt, scheint mir die
untere Hälfte antik zu sein; sie dürfte von einer
Wiederholung des Ares Borghese stammen. Die
Statue ist stark geputzt und geglättet. Um das
Motiv der Figur klar zu verstehen, wären Ver-
suche mit dem Abguß erforderlich; die Herstel-
lung eines solchen ist wünschenswert. Die Be-
wegung erinnert an die des Poliuz im Louvre (Gl-
raudon 1207; Mon. d. Ist. X, 2; Ann. d. J. 1874,
Tav. L); nnr ist sie im Gegensinne. Die Masai-
mische Figur wird aber etwas jüngerer Zeit an-
gehUren, vorausgesetzt, dass nicht die Kenaissance-
giättung den weicheren Formencbarakter erst er-
zeugt hat. Furtwängler, Meisterwerke S. S45 ff.,
hat den Pollux und seine Verwandten auf Pytha-
goras zurückgefUhrt.
2054. Statne des Asklepios mitTeles-
phoros. Matz-Dnhn 62; dort die ältere Litteratnr.
Phot Moscioni 3831 . Ergänzt : Kopf, r. Arm, l. Hand
des Asklepios, oberes Ende des Schlangenstabes,
sowie ein Stück in seiner Mitte; auch der Kopf
des Telespboros schien mir neu. Die Arbeit wird
von M— D mit Unrecht gering geschätzt. Wieder-
holung der Statue im Pal. Iltti: E— A 219—21,
wo die übrigen Repliken erwähnt sind; eine wei-
tere auf dem Forum ln dem Zimmer am Lacua
Iutumae: Reinacb, Hcp. III, 13, 9; Holländer,
Plastik und Medicin (1912), S.'64, Fig. 82.
2055. Statue eines Kümers. M -D 1288;
dort die ältere Litteratur. Reinach, Rep III,
178, 8; hier mit Unrecht verdächtigt. Ergänzt:
Kopf, der größere Teil des r. Vorderarms, der
I. Unterarm mit Hand. Das Altertum der Füße
samrnt Plinthe undScrinium ist ungewiß. Der Wurf
der Toga, diu des urnbo entbehrt weist die Statue
in traiauische Zeit; vgl. Amelung im Vatican-
Katalog zu Belvedere 102 i. Die gleiche Tracht
hat die, danach wohl in die nämliche Zeit gehörige
Statue eines Bärtigen auf dem Forum (Phot.
Tuminello; Lanciani, ancient Rome in tbe light
of modern discovcries, p. 189 ff., mit Abb.).
2056. Statue eines Löwen. M— D 1G19;
dort ältere Litteratur. Plinthe, Vorderbeine und
•) Die Abweichenden ErginzanfTBunpafurn von Mata-
Dubn halte ich für unrichtig, höchstem Uber doo I. Uber-
arm und den I. Oberschenkel konnten Zweifel bestehen.
Rom (Massimi alle colonne, Odescalchi) 72
unterer Teil der Hinterbeine, sowie das Vorderteil
der Schnauze neu. Verwaschen. Griechische Grab-
statue des 4. Jahrhunderts.
2057. Relief mit Fasces M— D 3870. Die
Beilgriffc endigen in Köpfen [von I. nach r. : Greif,
Löwe, Ammon, Stier (V), Adler (?), Löwe (?)]. Vgl.
M — D 3867, 3868, 3869, 3871; nuova descrizione
dei Museo Capitolino (1888), p. 22, No. 15; p. 10
(zwischen No. 18 und 19). Samterbei Pauly-Wissowa
s. v. fasces.
Palazzo Odescalchi.
2058—80. Kolossale männliche Statue.
M— D 1028. Ergänzt: beide Arme, wahrscheinlich
auch die Beine von oberhalb der Kniec an ab-
wärts mit Stamm und Plinthe, der äußerste Teil
des Hinterkupfes. vielleicht auch die Nase. An der
linken Hüfte die Bruchstelle einer Stütze; wahr-
scheinlich lag der Arm näher am Körper an. —
Der Kopf zeigt unleugbar große Verwandtschaft
mit dem des Diomcd, während der Körper eher poly-
kletWher W eise folgt. Es erhebt sich die Frage,
ob hier das Werk eines älteren, von Polyklet und
„Kresilaa“ beeinflußten Künstlers vorliegt oder eine
spätere Contamination Letztere Annahme verdient
m. E. den Vorzug: der Körper ist ganz in der
Weise der im Allgemeinen polykletischc Vorbilder
benutzenden Imperatorenstatuen gearbeitet Ihrer
Koloesalität wegen möchte man die Statue für das
idealisierte Porträt eines Römers halten. Doch
läßt der Kopf, anders als der Hermes Lecca
(Ausonia 1907 [II], tav. XI, XII) oder der ehe-
mals Marlboroughsche Sard mit dem Kopf des
Augustus als Hermes (Furtwängler, Gemmen
XXXVIII, 30 = Auctionskatalog Newton- Robinson,
London, 22. Juni 1909), keiue directen Porträt-
züge erkennen.
2061. Replik derAphroditeValentini.
M— D 606. Furtwängler, Meisterwerke S. 654,
Anm. 1. Brnnn-Bruckmann, Text zu Tafel 676,
Amn. 6, No. b.*) Ergänzt: der Kopf, der I. Arm,
der r. Unterarm and große Stücke dos von der
I. Schulter herabhängeudea Mantels. In der Quali-
tät steht die Replik auf der Stufe der valenti-
nischen; das iazzeronisebe Exemplar ist von den
•) 16« hier unter«) erwähnte Statue der Cell Penfill,
Clerae VS1, 2M9 C, tet doch offenbar uiil der Odescalchi-
sehen identisch An Ihre Stelle tritt eie fünfte Replik
ein Paeticcio, das Ich Vorjahren leider für die Glyptothek
Ny-Carlsberg erworben habe No A12). Es stammt angeb.
lieb ans einem der Pnluei Massimi in Rom ( — M-I> 1M1 fi-
lier Oberkörper let polykletiscben Stils. Des Gene« wer
ln der Renelessnee geschickt es einer Zeuefignr rosain-
mengesetet worden.
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73
VII, 2062-2074
Rom (Pal. Mattei, Palatin, Pal. Margherita)
74
mir bekannten das beste. — Der Apolltypus, den
ich (Text zu Brunn-Bruckmann 538/9) Dir ein
Werk des gleichen Künstlers erklärt habe, ist,
wie ein Vergleich mit dem Exemplar aus Bulla
Regia ergibt (Areh. Anz. 1908, S. 216, Abb 4
s= Muste Alaoui, Suppl., pl. XXXIV, 2). wohl
nur eine spätere Schöpfung mit Benützung von
Gewandmotiven der Aphrodite Vgl. auch Glarac
438 F, 803 A.
2062. Männliche Statue, als Herakles
ergänzt. M — D 108. Ergänzt: Kopf, r. Arm von
oberhalb des Ellenbogens ab, I. Arm bis auf den
Ansatz, I. Bein mit Stamm und Plinthe, r. Unter-
bein. Der Stil des Torsos erinnert in mancher
Beziehung an den des Otnphalosapoll.
2063. JUnglingsstatue. M— D 1010. Er-
gänzt: Kopf, beide Arme und beide Beine bis
auf die Ansätze, Stamm und Plinthe. Vortreff-
liche Arbeit nach einem Vorbild des polykletischen
Kreises (vgl. den Hermes Roboli, E— A 103, und
E— A 327 [Giardino Cors’ni al Prato]).
2064. JUnglingsstatue. M— P? Ergänzt:
der Kopf, beide Arme, 1. Bein von Mitte de» Ober-
schenkels ah, r. Bein von oberhalb des Knies
ab, Stamm und Plinthe. Zeitlich der obigen Ko 2062
nahestehend.
2065. Statue eine» Jünglings. M— D?
Neu: Kopf, Arme, Beine, Stamm, Plinthe. Schulter-
locken. Stil des 4. Jahrhunderts.
Palazzo Mattei.
2066. Replik des Doryphoros. M— D
1005. Petersen, Bull. com. 1890, p. 191. Ergänzt:
Kopf, r. Arm, 1. voll Mitte des Oberarm» ab, r.
Bein bis auf den Ansatz, 1. von oberhalb des
Knies ab, Stamm und Plinthe.
2067. Replik des Diadumenos. M— D
1037. Petersen a. a. 0. Ergänzt: Kopf, 1. Arm,
der r, bis auf den Ansatz, die Beine bis auf die
Ansätze, Stamm und Plinthe.
2068. Replik des Dresdner Salbers.
M— D 1025. Petersen a. a 0. Ergänzt: Kopf und
Hals, r. Arm, 1. Hand mit einem Teil de» Vorder-
armes, beide Beine bis auf die Ansätze, Stamm,
Plinthe.
2069. Replik des Apollon Lykeioa.
M — D 1024. Petersen &. a 0. Ergänzt: Kopf und
Hals, 1. Arm, beide Unterbeine, Stamm und Plinthe.
Über den Cyclus, zu dem die vier Athleten 2066—69
gehört haben, vgl. ander Petersen» citiertem Auf-
satz: Hauser, Osterr. Jahrcsh. VIII (1905), 8. 45 ff.:
LX (1906), S. 279, Anm. 1.
Palatin.
2070/71. Jttnglingskopf. Ehemals be-
festigt an einem modern aufgemauerten Pfeiler,
jetzt in einem der Magazinräume in der Villa
Mills. H. 0,18 m. Feinkörniger, hellgrauer Marmor.
Der Kopf ist leicht zur r. Schulter gewendet. Ein
breites Band umschließt die Haare und ist hinten
verknotet Jederseit» ist oberhalb der Obren eine
Haarschleife über das Band heraufgezogen, wie
bei dem bronzenen bärtigen Dionysoekopfe in
Neapel; doch ist es hier nicht klar ersichtlich,
wie diese Schleifen mit der übrigen Frisur Zu-
sammenhängen. Der Kopf ist eine sehr oberflächlich
gearbeitete und zudem stark zerstörte Copie nach
einein Originale aus der Mitte des 5. Jahrhunderts
2072/73. Jünglingskopf. War an dem
gleichen Pfeiler befestigt wie Nr. 2070. l’ente-
lischer Marmor. Sehr malt ausgeführtc und stark
zerstörte Replik des Kopfe» der polykletischen
Knabenstatue in Dreeden (Furtwängler, Meister-
werke T. XXVII). Stimmt in der Größe mit dem
Dresdener Exemplar überein.
Palazzo Margherita.
2074. Rückseite eines weiblichen,
kurzge wendeten Torsos. H. des Antiken 0,95 m.
Feinkörniger, weißer Marmor. Steht auf der Balu-
strade eines Daches, ist also leider von vorne
nicht aufzunebmen. Antik ist nnr der Torso.
Bei Schreiber, Die ant. Bildw. d. Villa Ludo-
visl, nicht erwähnt. Die Figur ist stehend dar-
geetellt mit I. Standbein ; die Haltung der Arme
ist in der Bewegung richtig getroffen. Das Ge-
wand könnte man einen kurzen, seitlich ganz
geschlossenen Peplos mit kurzem Apoptygma
nennen. Es besteht aus einem derben, stark go-
rippten Stoffe und wird außer durch den um die
Hüften gebundenen Gürtel auch noch durch kreuz-
weise Brust und Rücken aberschneidende Schnüre
gehalten, um bei heftiger Bewegung nicht allzu
lebhaft zu flattern oder von den Schultern zu
gleiten. Die Dargcstcllte kann eine Amazone
oder Atalan'o gewesen sein. Die Wiedergabe
des stark gerippten Gewandes ist auch in der
flott gearbeiteten Copie noch von großem Reize
Die Breite der Gestalt, das einfache Standraotjv
und der große Zug in den krausen Linien der
auf dem Rücken zusammengeschobenen Falten
lassen uns Uber die Datierung des Originales in
die zweite Hälfte des 5. Jahrhunderts keinen
Zweifel.
6*
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75 VII. 2075-2083
2075. Statue eines Mädchens. Im
Treppenhauae. Nicht bei Schreiber. Antik nur der
Torso bis zur Mitte der Unterschenkel. Daran
ergänzt: der r. Arm von der Mitte des Oberarmes
an, der i. Unterarm, der Knopf auf der I. Schulter,
allerlei Kalten. II des Antiken 1,05 m. l’entvlischer
Marmor Sehr ähnlich dem Typus, der im Yatican-
Katalog I, S. 775, Nr. 683: II. S. 751 beliandolt ist;
doch ist hier das Apoptvgma weniger lang und
die Kaltengebung schlichter.
2076. Copie der Kirene des Kephi-
sodot. Im Garten. Schreibers. 163, Nr. 146a, b.
Krgänzt: beide Arme, soweit sie nackt sind, mit
Rändern der Gewandung, eine Falte auf der I.
Schulter, ein großes dreieckiges Stück unterhalb
der r Tirust, das ganze untere Viertel des Unter-
körpers mit der Plinthe. Über den Kopfs, den Text
zu den nächsten Nummern I)cr Körper war recht
sorgfältig und detailliert gearbeitet: so ist z. IS.
der krause Vorstoß des Stoff-Überhanges über
dem Gürtel, der unter dem Rande des Apoptygma
sichtbar wird, hier viel zerklüfteter als an der in
Villa l’atrizi entdeckten Replik, die schon mehr
Einzelheiten giebt, als die Münchener. Ja, die
Überhäufung mit kleinen Contrastcn von Dicht
und Schatten wirkt so unruhig, daß man sich nicht
des Verdachtes erwehren kann, der Copist habe
sich zu dieser Übertreibung verleiten lassen durch
den Ehrgeiz, die Effecte des Materials am bron-
zenen Originale möglichst täuschend wiederzugeben.
Jedenfalls wirkt die breitere Formengebung an
den beiden andern Repliken ungleich wohltuen-
der und echter. Die breiten Flächen des Gewandes
sind modern übergangen. Der r. Arm war, wie
an der Copie aus Villa l’atrizi, mittels eines Chiton-
Armeis gestützt; jedenfalls giebt das Münchener
Exemplar, dessen Bildhauer ohne diesen Behelf
auskam, das Ursprüngliche.
2077— 79. Kopi der Statue Nr. 2076. '
Copie nach dem Kopfe einer der Karyatiden am
Erechtheion. Schreiber Nr. 146a, b. „Ergänzt:
am Kopfe der größte Teil der Nase, das Kinn,
der ganze Scheitel mit dem Haarschopf ain Hinter-
haupt, die von da in den Nacken hcrabfallcndc
Haarmasse, der größte Teil des Halses mit einem
Stück der Brust, soweit sie vom Gewände frei
ist. Abgearbeitet sind die großen Haarlocken, die
hinter den Ohren am Halse niedertielen (er-
halten die Ansätze). Abgestoßen die 1. Hälfte der
Oberlippe, der größte Teil der Unterlippe. Leicht
beschädigt die Ohren und die Lider des r. Auges,
sowie einzelne Teile der Ilaartonr über Stirn und
Schläfen. Überarbeitet die Ansätze der ursprüng-
Rom (Pal. Margherita) 76
lieh um den Hinterkopf geschlungenen Zöpfe, um
sie der (ungeschickten) Ergänzung anzupassen.
Stirn und Wangen sind leicht übergangen.“ Der
Kopf ist eine Copie nach dem der dritten Karya-
tide in der vorderen Reihe von links gerechnet.
Vgl. Helbig, Führer, 8. Aul!., I, Nr. 107 u. II,
Nr. 1369.
2080. Replik des Unterkörpers der
Venus von Arles. In einem Nebengebäude.
H. des Antiken 1,04 m. Feinkörniger, gelblicher
Marmor. Ergänzt der ganze Oberkörper mit Kopf
und Armen (mehrfach wieder ergänzt), allerlei
Flicken im Gewände, der 1. große Zehen, dis Spitze
des r., die Rückseite der Plinthe. Der unterste
Teil des Unterkörpers war gebrochen und von
ihm wieder ein Teil hinter dem r. Fuße abgc
brocken. Längs der Bruchlinie ist besonders viel
an dem Gewände geflickt, das außerdem hier be-
sonders stark überarbeitet ist. ln der allgemeinen
Anlage des Gewandes, nicht in allen Einzelheiten
— z. T. wird daran die Überarbeitung Schuld
haben — , entspricht das Fragment dem neugefun-
deneu Abguß der Venus von Arles vor ihrer
Ergänzung (Compte-rendu de l’Acad. des inscr.
et bellcs-lettrea 1911, p. 656 f., fig. 1; Revue
archtalogirpic Will, 1911, p. 452 f.; Illustration
4. Nov. 1911, Nr. 3584 mit zwei guten Abbil-
dungen; Jahrb. d. Inst. XXVH, 1912, Anz. S. 469,
Fig. 1).
2081,82. Unterlehensgroße Statue
der Aphrodite. Im Garten. Schreiber Nr. 290.
H 1.13 m. Großkörniger, weißer Marmor. Ergänzt:
Nase, Hais, der r. Arm in zwei Stücken, I. Anu
vom Armband abwärts mit der Taube, der Pfeiler,
die EUßo mit dem untersten Teile des Gewandes,
die Plinthe. Der äußere Teil der I. Schulter war
al>gebrochen. Über den Kopf vgl. die folgende
Nummer. Am äußeren Rande der Plinthe unter
dem Pfeiler ist die Zahl 260 eingegraben Die
Figur ist erwähnt in dom Text zur vorigen Serie
5. 9 unter Nr 1542 (B 10). Man vergleiche, was
dort über den Typus gesagt ist Die Anklänge
an Praxitelisches sind zweifellos vorhanden, aber
sie liegen zur Hauptsache in Äußerlichkeiten des
Arrangements. Ganz unpraxitelisch ist der scharfe
Contrast zwischen der stark bewegten I.inie der
r. Körperseite und der fast ununterbrochenen
Senkrechten auf der andern Seite. Praxiteles
oder ein in seinem Sinne arbeitender Künstler
hätte den Rhythmus der Bewegung einheitlich
durchgeführt
2083. Kopf der Statue Nr. 2081, 2082.
Feinkörniger weißer Marmor. Sehr verwaschen
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77 vn, 2084 -2093
und im Gesicht geputzt. Geringe Copie eines atti-
schen Originals aus der zweiten Hälfte des 6. Jahr-
hunderts.
2084 - 86. Weibliche Statue. Im Garten.
Schreiber Nr. 147. H, 2,11m. Großkürniger weißer
Marmor. Ergänzt: ein Stück des Schädels vom
Scheitel nach dem r. Ohr zu, Nase mit Oberlippe.
Unterlippe mit Kinn, ein Stück des Halses, der
Rand des Gewandes um den Hals, I. Unterarm, so-
weit er unbedeckt ist, mit Hand und angrenzenden
Falten. Die Oberfläche des Marmors ist am Kopfe
stark zerfressen, weniger beschädigt am Körper.
Der Kopf ist angesetzt; er gehört augenscheinlich
nicht zum Körper, da sich der an Beine in Halse
hinten erhaltene Mantelrand nicht mit dem des
Körpers vereinigen läßt. Stilistisch würden beide
Teile zu einander passen. Ober den Typus vgl.
Vatican-Katalog I, Nr. 77 u II, S. 743 (wo natür-
lich »Statuen“ an Stelle von .Statuetten“ zu lesen
ist). Die Repliken stimmen nicht in allen Einzel-
heiten überein; die hier besprochene ist den an-
dern an großzügig-decorativer Wirkung überlegen.
Die Abweichungen erklären sich dadurch, daß es
den Bildhauern bei diesen für Porträtdarstellungon
bestimmten Figuren nicht darauf ankam, genau
zu copieren. Der Kopf erinnert stark an die
prazitelischen Typen aus der Mitte des 4. Jahr-
hunderts.
2087. Statue der Kore, ergänzt als Muse.
Im Treppenhaus. Nicht bei Schreiber. Die Statue
ist unerreichbar hoch aofgcstellt, konnte also nicht
genau gemessen werden; sie entspricht in derGröße
ungefähr don erreichbaren Statuen im Treppen-
hause (Nr. 2075. 2096, 2097), die alle nicht ganz
lebensgroß sind. Ergänzt: Kopf mit Hals, r. Arm
mit Gewandrand, I. Unterarm mit Maske, beide
große Zehen. Replik der Wiener Kore (R. von
Schneider, Jahrb. d. Kunstsamml. d. allerh. Kaiser-
hauses 1894, 8. 185 ff., T. X, XI; Klein, Praxiteles,
S. 862, Anm. 2, Nr. 1, Fig. 73); Uber da« im praxi-
telisehen Kreise verbreitete Mantelmotiv vgl. zu-
letzt Vatican-Katalog II, S. 606. Die erhobene
R. hielt vermutlich die hohe Fackel, die L. einen
Strauß von Mohn und Ähren. Die Arbeit scheint
sehr sorgfältig, in manchen Partien ohne rechtes
I.chen zu sein.
2088. Statue des sitzenden Apollon.
Im Garten. Nicht bei Schreiber. H. 1,42 m. Groß-
krystalllnischer weißer Marmor. Ergänzt: Kopf und
Hals, 1. Arm ganz bis auf den Ansatz, I.yra und
Teil der Falten, r. Hand mit Lorbeerbüachel. r Bein
mit Gewand, Teil des Zipfels zwischen den Beinen,
1. Fuß mit Gewandraud, Fels unter der Lyra und
Rom (Pal. Margherita) 78
ein weiteres Stück darunter, Falten unter dem
I. Oberschenkel, Plinthe Die Deutung ist gesichert
durch die langen laicken auf den Schultern und
einen Ansatz der Lyra an den Falten unter der
1. Sohulter. Unter der r. Hand hat sich der un-
deutliche Rest eines Attribute* erhalten (Ende des
Plektron?). Mäßige Copie nach unbedeutendem
Original des 4. Jahrhunderts. Die Kürze der Beine
läßt darauf schließen, daß die Statue bestimmt
war, hoch aulgeetellt zu werden.
2089,90. Statne eines sitzenden
Mannes. ImGarten. Schreiber Nr. 244. H 1,80m.
Feinkörniger weißer Marmor Ergänzt: an dem
Manne Kopf mit Hals, beide Hände, r Fuß, der
große Zehen des 1. Fußes, an dem Hunde Kopf
und Hals, an dem Stuhle das r. Vorderbein, beide
Hinterbeine und die I. Stütze der Lehne; ferner
die Plinthe. Verletzungen an der Gewandung und
dem 1. Fuße. An der r. Seite des Sitzbrettes ist
eine 3 eingeritzt. Vgl. Lippold, Griech. Porträt-
statuen, S. 45 ff,, Fig. 4 (= Nr 2089), wo die Statue
richtig mit der sog. Olympias im Museo Torlonia
verglichen, ihr Original für eine Grabstatue er-
klärt und an das Ende des 5. Jahrhunderts datiert
wird. Die Copie ist gut gearbeitet Man ver-
gleiche die in mehr als einer Hinsicht verwandte
Statue des Asklepios auf dem Pincio (Röm. Mitteil.
IX, 1894, S. 74 ff.).
2091. Statue eines sitzenden Mannes.
Im Garten. Schreiber Nr. 245. H. 1,00 m. Pen-
telischer Marmor. Ergänzt: Kopf mit Hals, die
Hälfte der 1. Hand, die r. Hand mit dem ganzen
Arme, der senkrechte Rand des Mantels dahinter,
der untere Rand des Mantels neben dem I. Beine
außen, beide Füße, die Plinthe. Mäßige Copie
nach einem unbedeutenden Originale der helle-
nistischen Zeit.
2092/93. Statue eines sitzenden
Mannes. ImGarten. Schreiber Nr. 243. H.l,30m.
Penteliacher Marmor. Ergänzt: Kopf und Hais,
1. Schulter, I. Hand, r. Arm, Gewandrand neben
dem r. Arme, zwei Falten im Schoße, Zipfel
zwischen den Beinen, r. Fuß mit dem vorderen
Teil der Plinthe, die untere Hälfte des Sitzes an
der r Seite des Dargestelltcn, die beiden Voluten
an der RUcklelme bis auf den untersten Teil der I-,
der oberste Rand der Rücklebne. Vgl. Lippold,
Griech. Porträtstatnen S.78 ff., Fig. 17 (= Nr. 2092),
wo die Statue mit großer Wahrscheinlichkeit anf
eine Porträtfigur des Epikuros zurückgeführt wird.
Die Replik in Florenz ist mit ihrem Gegenstück,
einer Statuette des Hermarclios, jetzt veröffentlicht
bei Milani, il R. Museo archeologico di Firenze
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79
VII, 2094—2100
Rom (Pal Margherita)
80
p.318, Nr. 88, 89, T.CLVI (fälschlich für Sophocles
und Aeachylus erklärt).
2094. Briiunenstatue eines Triton. Im
Garten. Nicht von Schreiber beschrieben; wohl
aber ist dort auf S 224 unten eine Erwähnung
dieser Statue in dem Inventar 1633, Fol. 45 citiert:
statua d’una figura d'un Tritono — che auona
una buzzina. Überlebensgroß. Weiber Marmor.
Vielfach gebrochen. Es ist unmöglich, Ergän-
zungen feetzustellen ; aber in der Hauptsache ist
sicher alles richtig ergänzt Derbe, decorative
Arbeit.
2095. Brunnenstatue eines liegenden
Silens Im Garten. Schreiber Nr. 137. H. 1,15 in.
Br. 2,70 m. T. 1.19 m. Feinkörniger, weißer
Marmor. Stark verwittert. Augenscheinlich er-
gänzt ; r. Schulter, r. Arm mit dem Mundstück des
Schlauches, r. Bein des Schlauches, Stück der
1. Schulter uud des I. Oberarmes, I Unterarm mit
Hand und Becher, beide Brüste, I. Bein, vordere
Hälfte des r. Fußes, r. Wade. Der Kopf war in
zwei Teile zerbrochen und ist vielfach geflickt.
In den Rand der Ptinthe ist an der vorderen
I. Ecke die Nummer 313 eingegraben Sehr derbe,
decorative Arbeit.
2096. Statue der Artemia(?). ImTreppen-
bause. Nicht bei Schreiber. H. 1,39 m (ohne
Plinthe). Feinkörniger, weißer Marmor mit braunen
Flecken. Antik ist nur der Torso bis oberhalb
der Kniee. Daran ergänzt: der r. Unterarm, der
1. Unterarm mit dem größten Teile dos Tieres und
des Bausches, allerlei am Fell und den Falten.
Die Göttin trägt einen Chiton, darüber einen
Peplos und einen Mantel, der am Oberkörper
schräg von der r. Schulter zur I. Hüfte geführt
ist, dann eine Nebria und ein Schleicrtuch. An
der Vorderseite des Körpers wird z. T- ein Gürtel
sichtbar, den wir una augenscheinlich aus Leder
und mit metallenen Buckeln besetzt zu denken
haben Die Linke hebt einen Gewandzipfel und
trägt in dem so gebildeten Bausche ein kleines
Tier, das der Ergänzer offenbar richtig als Reh-
kälbchen ergänzt hat. Die Rechte wird eine
Fackel gehalten haben (vgl. Brunn-Bruckmann,
Denkmäler, Test zu Nr 606) Die Gewandung
ist mit viel Delicatesse, z. T. archaisierend be-
handelt. Es wird ein .neu-attisches“ Original zu
Grunde liegen. Vgl. Helbig, Führer, 3. Auflage, I,
Nr. 380, 1023 u. 11, Nr. 1548.
2097. Statue eines Togatus. Im Trep-
penhause. Vgl. Schreiber S. 249 unten. H. ca. 1,53 m.
Feinkörniger, weißer Marmor. Ergänzt : Nase, r. A rm
und I. Hand (beide mit Teilen der Toga), allerlei
Falten, beide Fußspitzen, r. Ferse. R. Fuß und
Teil des Togarandee zwischen den Beinen waren
gebrochen. Eingelassen in eine moderne Plinthe.
Die Togatracht entspricht der Mode der ersten
Kaiserzeit. Der Kopf gehört nicht zum Körper;
er stammt von der Copic eines Herakles aus dem
4. Jahrhundert. Unbedeutend.
2098. Weibliche Gewan d Statue. Im
Treppenhause. Schreiber Nr 311. H. 1,47 m. Fein
körniger, weißer Marmor. Ergänzt: die I. Hand
und der Kopf, an diesem wieder die Nase. Der
zweite und dritte Finger der r. Hand ist be-
stoßen. Die Füße mit dem Unterteil des Gewandes
and des Schriftenbiindels waren gebrochen. Späte
geringe Arbeit nach V orbildern des 4. J ahrhnnderts.
2099. Altar. Im Garten. Nicht bei Schrei-
ber. U. 0,716 m. Durchm. 0,68 m. Travertin.
Vgl. Altmann, Die römischen Grabaltäre, Kapitel I.
2100. Sarkophag: Im Garten, a) Der
Sarkophag. Schreiber Nr. 212; Matz-Dubn II,
Nr. 3096. Garrucci, Storia dell’ arte cristiana V,
tav. 362, 2 und a; Strzygowski, Orient oder Rom,
5. 50, Abb. 18. Vgl. Amelung, Katalog des
Vaticana II, 8. 166 (Belvedere 60). H. 1,23 m.
Br. 2,26 m. T. 1,16 m. Großkrystailiniacber, hell-
grauer Marmor. Ergänzt: an der Vorderseite im
1. Nebenfelde beide Köpfe mit dem oben bogen-
förmig abgeschlossenen Grunde and die R. der
rechtsstehenden Frau mit der Rolle; im Mittel-
felde der r. Arm des kleinen Hymenaeus; im r.
Nebenfeidc der r. Unterarm das Bärtigen mit
der Rolle. Im Mittelfelde ist die dextrarum iunctio
eines jungen Ehepaares dargestellt, nach der
über ihren Köpfen eingcmeißelten Inschrift eines
Aurelius Theodoras und einer Varia Octabiana
C. f. (CIL VI 31953; vgl. ebenda 28358). Im
Hintergründe ist ein Vorhang gespannt; zu den
Füßen dea Paares steht der kleine Hymenaeus.
Rechts ist die Figur des Mannes wiederholt; in
lebhaftem Gespräch ihm zugewendet steht ein bär-
tiger Togatus mit idealem Kopftypus, die Personi-
fication des senatus. Links stehen zwei Frauen
(fälschlich mit Köpfen ergänzt, die denen des r.
Nebenfeldes entsprechen sollen): von ihnen trägt
die eine auf beiden Händen einen Kasten, an
dessen Vorderseite ein bogenförmig hängendes
Band in Relief angegeben ist. Die r. Frau stellt die
Ehegattin aus dem mittleren Paare dar, die 1. eine
ihrer Dienerinnen oder Freundinnen, wenn nicht
vielmehr, dem senatus entsprechend, eine Göttin,
vielleicht Venus seilet, die der Brant den Hoch-
zeitssohmnek bringt. An den Nebensciten roh ab-
bozxiert je eine Guirlande mit flatternden Bäu-
81 VII, 2100
dem, an der in der Mitte eine Tranbe hingt; Ober
der Guirlande je ein Gorgoueion. Die Ausführung
der Figuren ist sehr eiend; die Falten sind fast
nur wie Rillen in die Oberfläche eingegraben. Die
Porträtköpfe sind wenigstens nicht ausdrucks-
los, die des Mannes sehr viel individueller als der
seiner Gattin. Interessant ist die Form der Capi-
täle und die üppige Akanthusdecoration, die sich
zwischen Bügen und Giebel und Uber den Eck-
säulen ausbreitet und der die reichliche Verwen-
dung des Bohrers das Ansehen einer barocken
Spitzenarbeit giebt Danach und nach dem Por-
trättypus des Mannes, der an das Porträt des
Philippus Arabs erinnert (Vatican-Katalogl.T. 20,
Nr. 124), sowie nach der Frisur der jungen Frau
(vgl. Heklcr, Die Bildniskunst d. Griechen u. Rö-
mer, S. XLVI, T. 804) aus der Mitte des 8. nach-
christlichen Jahrhunderts. Es ist beachtenswert,
daß trotz dieser spaten Entstehungszeit des Sarko-
phagen die Toga bei den drei männlichen Figuren
der Mode des 1. Jahrhunderts der Kaiserzeit ent-
sprechend geordnet ist. Es fehlt auf römischen
Reliefs (z. B. denen des Trajansbogens in Bene-
vent) nicht an Beispielen für ein gelegentliches
Rom (Pal. Margherita 82
derartiges RUckkehren zur alten Mode. Sie wurde
wahrscheinlich auch im Leben hie und da als etwas
besonders Ehrwürdiges wieder hervorgehnlt, und
zwar griff man dabei nicht auf die älteste Mode
der republicanischen Zeit zurück, sondern auf die
der Periode höchsten Glanzes, der augusteischen
Epoche.
b)Der Deckel. Schreiber Nr.213. H. ca. 0,79 m.
L. 2,16 m. T. 1,06 m. Kleinkrystailinischer weißer
Marmor. Ergänzt: an dem Kopfe des Mannes Nase,
Kinn. I.Ohr mit Teil des Schädels; der Hinterkopf
war abgebrochen. Der Kopf — ein Porträt der
letzten republicanischen Zeit — gehört nicht zu
der Figur. Der Kopf der Frau, den Schreiber
beschrieben hat, ist jetzt abgenommen und
durch einen modernen ersetzt An dem 1. der
beiden Eroten ist das 1. Bein ergänzt, unter ihm
ein dreieckiges Stück am unteren Rande des
Deckels, dessen ganze L Schmalseite abgebrochen
war. Die Frau hält in der Rechten zwei doppelt
verknotete Bänder (Bedeutung?). Der Deckel
gebürt ursprünglich nicht zu dem Sarkophage;
er stammt ans dem Ende des 2. Jahrhunderts
n. Chr.
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t7; 4U5.7
' J- 1 V J
Photographische Einzelaufnahmen
ANTIKER SCULPTUREN
Serien zur Vorbereitung eines Corpus Statuarum
Herausgegeben unter Mitwirtrung von
OEORO LtPPOLD
von
PAUL ARNDT und WALTHER AMELUNG
Serie VIII
Text
Mit einem Beitrage von Paul Jacobsthal
MÜNCHEN 1914
F. BRUCKMANN A.-G.
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FA + LC, 3.7
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25 „ „ „ „ 18 : 24 „ „ 80 Pfennigen
245 13 : 18 „ „ 50
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Die dritte Serie (Nr. 679 — 900) onthält 322 Blatt in Cabinetformat zu 60 Pfennigen.
Die vierte und alle folgenden Serien enthalten je 300 Blatt in Cabinetformat zu
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Jedes Blatt ist auoh einzeln zu beziehen.
Für die Abonnenten tritt eine Ermäßigung von 20°/- ein, sodaß die beiden ersten Serien
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brock v<* Oscar Brandstetter in Giprig.
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Ais neue Abonnenten Bind unserm Unternehmen seit dem Erscheinen der
VII. Serie beigetreten:
Herr Privatdocent Dr. Georg Lippold in Manchen,
Das Museum der schönen Künste in Budapest.
Den Vorständen der Museen und Besitzern von Sammlungen, die auch diesmal
das Unternehmen gefördert haben, sowie unserm Herrn Mitarbeiter sagen wir ungern
verbindlichsten Dank. Paul Hermann in Dresden hat uns durch eine Anzahl treffender
Bemerkungen zu den Antiken des Lateran unterstützt, Margarete Bieber eine Reihe von
Ergänzungsangaben ebendort nachgepröft, Johannes Sieveking die antoninische Basis
in Villa Doria-Pamfili auf unsre Bitte hin genau untersucht.
Für die kommenden Serien liegen u. a. Villa Borghese, Villa Albani, Palazzo
Barberini, Venedig und eine Nachlese aus Florenz vor.
Die Unterschrift zu Blatt 1340 trägt den irrtümlichen Vermerk „Smyrna, Konak“
statt „Smyrna, Evangelische Schule“.
Rom und München, Juli 1014.
Walther Amelung
Paul Arndt
Georg Lippold
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Inhalt.
Nr. 2101—2257. Rom, Lateran Paul Arndt und Georg Lippold
Nr. 2258 — 2331. Rom, Pal. Doria Walther Amelung
Nr. 2332—2367. Rom, Villa Doria-Pamfili Paul Arndt und Georg Lippold
Nr. 2368 — 2381. Rom, Pal. Altempa „ „
Nr. 2382 —2391. Rom, Pal. Valentini „ „
Nr. 2392. Rom, Studio Oanova „ „
Nr. 2393. Rom, Via Margutta 53 B „ „
Nr. 2394. Rom, Kunsthandel „ „
Nr. 2195—2398. Paros, Privatbesit* „ „
Nr. 2399 — 2400. Smyrna, Evangelische Schule Paul Jacobsthal
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1
VIII, 2101-2118
Rom
Rom.
Lateran.
2101 — 2103. Kopflose weibliche Sta-
tuette. B — S6. Helbig3, II, 1143; dcrtLittcra-
tur. Hinzuzufügen: Furtwängler, Meister-
werke, S. 44. Harte Kopie eines Vorbildes der
phidiasischen Zeit.
2104/2105. Weiblicher Kopf. B— S
45. Die Mittelflechte wie an den Karyatiden
des Erechthcions. Das Haar hinten aufge-
bunden, wie häufig an Köpfen der phidiasischen
Zeit. Flaue Kopie.
2106/2107. T orso, Koplik der Sto*
phanoafigur. B — S 46. Helbig3 II, S. 6.
Pie Dübellöcher rühren von modernen Er-
gänzungen her. Gutes Exemplar.
2108/2109. Män nlicher Torso. B — S
48. Der Kopf war wohl antik eingesetzt; die
Zurichtung der Armstümpfe dagegen rührt
wahrscheinlich von modernen Ergänzungen her.
Wenn (was sich jetzt nioht mehr mit Sicher-
heit foststellen läßt) die Zurichtung der Unter-
seite antik ist, kann nach dem Kontur kaum
ein Gcwandstück, wie etwa bei den Prinzen-
statuen der iulisch-claudischeu Epoche, an-
geschlossen haben. Der Stil des Torsos weist auf
ein Vorbild etwa polykletischer Zeit. Gute Arbeit.
21 10/21 II. Replik vom Kopfe des
Hermes Ludovisi. Der Statue B — S 40 auf-
gesetzt. Erwähnt: E — A 270/71. Ergänzt:
Nase, Kinn, Rand des 1. Ohres, 1. Braue, Unter-
teil der r. Wange und anschliessende Haare
im Nacken, der Hals. Äußerst geringe Arbeit.
Die Form des Petasos weicht von der der i
Exemplare Ludovisi (E — A 270/71) und Broad-
lands (Furtwängler, Meisterwerke, S. 87, Fig. 0) .
ab; an der Replik in VillaAlbani(E — A 1103/04)
ist der Petasos ganz neu, bei dem Florentiner ,
(E — A 83/84) war er nie vorhanden; der als
Replik bezeiohnetc Dresdener (Hettncr* Nr. 159)
hat, nach Ausweis von Photographien, die mir
P. Herrmann freundlichst zur Verfügung stellt, j
nichts mit dem Ludovisischen Typus zu tun.
Diese Verschiedenheit im Attribut könnte es
zweifelhaft erscheinen lassen, ob das Original
überhaupt einen Hut trug. Allein die Tatsache,
I daß bei dem Florentiner Exemplar die Rinde
gerade an der Stelle aufhört, wo beim Ludo.
visisohen und Broadlands'schen der Hut an-
setzt, beweist, daß die Pctasoeform dieser beiden
Repliken die ursprüngliche ist.
2112/2113. Torso der Artemis. B — 8
52. Helbig3 II, S. 5. Text zu Br — Br 606,
Fig. 2 und 3. Wiederholung der Statue in
VUla Albani 062, aber wohl nioht, wie ich frü-
her vermutet habe, liest des Originals.
2114. Jünglingstorso. B — 8 53. Furt-
wängler, Meisterwerke, S. 346, Anm. 6. Kopf
und rechter Unterarm waren einmal ergänzt.
Der Kopf ging nncli seiner rechten Seite.
Der auffallende Knick der Linea alba auf der
einen Seite, andererseits die strengen und knap-
pen Formen des Körpers weisen auf ein Vor-
bild der Übergangszeit vom altertümlichen
zum strengen Stil. Furtwängler sieht hier dio
Kunstweise des Pythagoras. Der von ihm
verglichene „Apollo“ von Olympia (Ergebnisse
III, Taf. LVII, 3 — 5) hat indessen mit un-
serm Torso nichts zu tun.
2116/2116. Weiblioher Kopf. B— 8 70.
Ergänzt auch der Rand des r. Ohres. Helbig3
II, 1151. Erwähnt: Arndt, La Glyptotliique
Ny-Carlsberg, p. 50. Wiederholung vom Kopfe
der kretischen Statue: Bull. com. 1897,
tav. XIII. Der Wert der Replik wird in Helbigs
Führer3 II, S. 83 oben, unsres Erachtens über-
schätzt; die Arbeit ist sehr hart.
2117. Kopf des Asklepiost B — 8 85.
Dio Büste war vielleicht nur gebrochen. Von
den verwandten Typen steht am nächsten der
Kopf der Neapler „Zeus“statue Inv. 6265;
Phot. Ediz. inalter. 8381 (Replik der Asklepios-
statue Capitol Solone 5). Geringe Arbeit.
2118. Männlicher Torso. B — 8 89.
Der Kopf war mit einem Dübel aufgesetzt.
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3
VIII, 2119—2128
Rom
4
Unter der linken Achselhöhle ein Stiftloch. Der
linke Arm und die Schulter waren mit einem
großen Metallstift angesetzt. Auch unter der
rechten Achsel ein Stiftlooh, in welchem noch [
der Mctallzapfon steckt. In der gleichen Weise
waren die Beine und das Genital angesetzt.
Außen am rechten Oberschenkel ein viereckiges
Loch mit Ablauf nach unten für den oberen
Teil einer Klammer. Im Kreuz große» recht-
eckiges Dübelloch. Im abgeschnittenen rechten
Hinterbacken Stiftloch. Ob alle diese Zürich- j
tungeii antik sind oder von einer modernen \
Ergänzung herrühren, läßt sich nicht mehr
feststellen. Am linken Hinterbacken außen
Bruchstelle einer Stütze. Der r. Kopfnicker
ist gespannt. Zu untersuchen, ob Wiederholung
der Neapler, als Hermes ergänzten Statue
Inv. 6302.
2119/2120. B acchischer Kopf. B — S i
98. Ergänzt auch die Büste. Am nächsten
verwandt dem Kopf im Conservatorcnpalast
E — A 478/79 und, wie dieser, aus vorpraziteli-
scher Zeit.
2121/2122. Kopf einer Paniske. B — S
101. Zeitlich und stilistisch dem Panstypus
des Cossutius Ordo an die Seite zu stellen.
2123. Relief mit Darstellung eines
Prätorianer-Signums. B — S 115. Doma-
szewski, Die Fahnen im römischen Heere, S. 64ff.,
Fig. 81. Derselbe, Die Religion des römischen
Heeres, S. 3 f. Das Kaiserportrait ist nicht
mehr zu bestimmen. 3. Jahrh. n. Ohr.
2124. T orso, Replik der sog. Nio-
bidentrophos. B — S 138 a. Amelung, Füh-
rer durch die Antiken von Floren*, *u Nr. 173.
Hinten Reste de« Himations. An der floren-
tiner Wiederholung fehlt das Schulterband,
da« aber gewiß dem Original zu eigen gewesen
ist. Die Figur ist zeitlich von der Erato der
vaticanischen Musengruppe nicht zu trennen.
2125/2126. Jugendlicher Kopf. B — S
142. Der Kopf, von dem wir keine Repliken
kennen, gehört nach seiner Haartracht in den
Kreis der „Elektra“ von der Neapler Gruppe
(Br — Br 306). Sein Geschlecht ist nicht zu
bestimmen, wie ja die Köpfe dieser Gruppe
unterschiedslos für Männer und Frauen ver-
wandt wurden. Die getreue Kopie eines strengen
Originals wird er kaum sein.
2127 — 2128. Replik vom Kopf der
Steph anosfignr. B — S 157. Helbig* II,
1158. Gcnauo Wiederholungen dieses laterancn-
sischen Kopfes sind: 1, Dresden, Arch. An*. 1894,
S. l,Nr. 1 (P. Herrmann); 2. der Kopf de« „Oreat“
der Pariser Gruppe Br — Br 307. 3. Offen-
bar auch Marmi Torlonia III, tav. 47 (auf nicht
zugehöriger Büste; nicht bei M — D). — Am
K opf der Steph an osfigur selbst ist Alles'obcrhalb
der Binde ergänzt und die Haarpartie unter-
halb mit modernen Gypslöokolien ausgebessert.
Doch läßt da« Wenige, wa* man vom Antiken
noch sehen kann, die Übereinstimmung mit
den vorgenannten Köpfen erkennen. Damit
ist aber noch nicht gesugt, daß auch die Behänd-
lung der Haare de« Oberkopfs identisch war.
Denn die zweite albanische Replik (E — A 1093;
Dötailaufnahmen des Kopfes sind leider noch
nicht in unseren Händen), dio unterhalb der
Binde mit dem lateranensischen Typus über-
einstimmt, scheint oberhalb das sohlichte Haar
der Stephanosfigur zu haben, deren Ergänier
sie offenbar zum Vorbild genommen hat. Das-
selbe schliolite Haar zeigt auch der Kopf des
„Orestes“ der Neapler Gruppe Br — Br 306,
wo aber die Haare unterhalb der Binde zwar
ähnlich sind, aber nicht genau übereinstimmen.
Eine für die Glyptothek Ny-Carlsberg von mir
vor einigen Jahren erworbene, durch dio Un-
bilden der Witterung arg mitgenommene Wie-
derholung de« Kopfe« ist mir in ihrem Altertum
nicht mehr völlig sicher: der Oberkopf zeigt da*
sohlichte Haar, während die Löckchen unterhalb
an die entsprechenden Gypspartien des Stepha-
noskopfcs erinnern. Es wird geratener »ein, dieses
Stück vor nochmaliger gründlicher Prüfung
zunächst außer Betracht zu lassen. Daß trotz
der Abweichungen in der Haarbehandlung des
Oberkopfe« alle genannten Köpfe auf ein Original
des strengen Stils znrüokgohen, ist nicht zu
bezweifeln. Wir halten die Tracht dor Ringel -
löokchen für das Ursprüngliche, da sie die sinn-
gemäße Fortsetzung der Haaranordnung unter-
halb der Bindo bildet und da sie außerdem bei
dem bestgearbeitetcu und stilgetreusten Exem-
plare, dem im Lateran, sich findet- Ob die
Änderung des Sohädelhaare« mit paaitclisoher
Schule etwas zu tun hat, läßt sich nioht fest-
steilen, da gerade bei der Stephanosfigur diese
Partie ergänzt ist.
Furtwänglcr bereits (Meisterwerke S. 737 f.)
hat auf die frappante Ähnlichkeit der Stephanos-
köpfe mit einem jetzt in drei Exemplaren
| (Amelung, österr. Jahresh. XI [1908], 8. 200 ff.)
vertretenen JünglingBtypns hingowiesen, der
infolgo seiner Verwandtschaft mit der Lemnia
als frühphidiasisch anzuspreohen ist. Eine
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5
VIII, 2129-2149
Rom
6
Verbindung de« latcranonsischen Kopfe« mit
dem Torso der Stephan osfigur hat Klein im
Prager Gypsmuseum versucht: Museumskunde
VIII, 8. 111, Abb. 7.
2129/2130. Zwei liegende 8ilcne. B — S
214 und 215. Helbig3 II, 1175 und 1176. Aus
dem Theater von Cervctri. Ähnliche Figuren
dienten öfter zur Decoration von Theatern : au Her
den von B — S und Helbig angeführten vgl.
Reinaeh, Röp. II, 1, 62, 3 (Theater von Azevcdo
in Portugal). Der etwas altertümliche Au«,
druck der Köpfe beweist nichts für die Ent-
stehungszeit der Typen. Vgl. auch E — A 2095.
2131/2132. Satyrkopf. B— S 219. Nahe
verwandt dem Alexander Rondanini.
2133. Statue einer Römerin. B — S
222. Pbot. Ediz. inalt. 1376. Die Zugehörig-
keit des Kopfes ist unsicher. Er ist ein gute«
Portrait etwa vom Ende der Republik. Der
Körper ist offenbar eine römische Schöpfung,
nicht Kopie eines griechischen Originals. Zu
vergleichen sind Figuren wie die Gewandstatue
in Neapel: Inv. 6250; Phot. Brogi 12526, und
die Fundilia in Ny-Carlsberg 637.
2134. Torso des jugendlichen Dio-
nysos. B — S 226. Im Bewegungsmotiv der
Neapler Narcissbronze (Br— Br 384) sehr nahe
stehend, aber im Gegensinne.
2 1 35/36. Jünglingskopf strengen
Stils. B — 8 228. Die Wangen sind über-
arbeitet, sie waren ursprünglich voller. Ob,
wie wahrscheinlich, über der Stirnmitte eine
Locke weggemeißelt ist, läßt sich bei der jetzi-
gen hohen Aufstellung nicht festeteilen. Über
die Gruppe, der der Kopf sich anschließt,
siehe zuletzt Br — Br, Text zu Taf. 672. Ge-
ringe Arbeit. Wie die Dmränderung der Up-
pen und Lider beweist, nach einem Bronze-
original.
2137. Statue des jugendlichen Dio-
nysos. B — S 229. Auch auf der linken Schul-
ter Ende der Kopfbinde. Starke Bohrarbeit.
Nach einem Vorbilde aus dem Beginn des
4. Jahrhunderts.
2138. Bekleideter männlicher Torso.
B — 8 234. Bei der Ähnlichkeit mit dem Camil-
lustypus ist auch hier wahrscheinlich eine Ge-
stalt de« römischen Cultus zu erkennen, über
den lleraklesknoten siehe zuletzt Wolters,
Zu griechischen Agonen, 8. 7.
2139/40. Jünglingskopf. B — S 253.
Kopie eines Werkes der polykletischen Schule
aus der Zeit etwa des Kopfes Chiaramonti 139
[Br— Br 338; Jahrbuch d. J. 1908 (XXIII)
S. 204, Anm. 12, zu Nr. 13/14 (Lippold)]. Zu
vergleichen ist auch der dem Münchner Bronze-
kopf (Br — Br 8) nahestehende Kopf Chiara-
monti 475 (Phot. Köm. Inst. 183 A u. B).
Dio Arbeit giebt das reizvolle Original wohl
etwas verweichlicht wieder.
2141/42. Replik vom Kopf des Wezt-
macottswhen Knaben. B— 8 254. Furt-
wängler, Meisterwerke, 8. 450, Anm. 4. Die
unausgeführte Stelle über dem r. Ohr ist jeden-
falls mit der r. Hund in Verbindung zu bringen.
Flaue Arbeit.
2143 und 2145. Z wei Fragmente eines
römischen historischen Reliefs. B — S
258 und 266. Helbig1 II, 1186/87; dort dio
neuere Litteratur. Die Reliefs sollen von uinom
und demselben Monument« stammen ; indessen
ist zu beachten, daß an 2143 dio Pupillen an-
gedeutet sind, an 2145 nicht. Daß der physio-
gnomische Ausdruck des bärtigen K opf es auf
hadrianisohe Zeit weist, während der unbär-
tige flavisoher nahesteht, spricht allerdings
nicht gegen Zusammengehörigkeit, da auf
Monumenten traianischer und hadrianisoher
Zeit eine derartige Mischung häufig wiedor-
kehrt. Der Arbeit nach können die Fragmente
nicht aus vorhadrianischer Zeit stammen.
2144. Bärtiges Portrait. B — 8 263.
Nach der Arbeit kaum vorantoninisch. An-
dererseits verbietet das Fehlen der Augensterne,
sehr viel tiefer hinabzugehen. Die Rollbinde
scheint dun Dargestellten als Arzt zu charak-
terisieren. Vgl. München, Glyptothek 404, und
Brunns Bemerkungen zu diesem Stücke im
Kataloge von 1887, Nr. 213.
2145. Vgl. 2143.
2146. Weiblicher Torso. B — 8 267.
Im Motiv der Athens RoBpigliosi entsprechend,
aber in der Faltengebung von freierem Stil.
2147/48. J ugendlioher Kopf strengen
Stils. B — S 271. Ergänzt auch der Hals.
Wiederholung des E — A 1456/67 besprochenen
Typus. Replik ist vielleicht auoh der der Statue
Torlonia 488 aufgesetzte Kopf. Die Frage, ob
an der Kasseler Statue der Kopf wirklich zum
Körper gehört, wird bei der bevorstehenden
Veröffentlichung des neuen Kasseler Katalogs
voraussichtlich ihre endgültige Beantwortung
finden.
2149. Kopf eines Satyrmädchens.
B — S 273. Helbig3 II, 1186. Dem Kopf des
bogenspannenden Eros nahe verwandt.
2
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7
VIII, 2150-1194
Rom
8
2150/51. Weiblicher Kopf. B— S 274.
Aach das Kinn ergänzt. Frisur nnd Zeit des
sog. Brunnschen Kopfes (Mönchen, Glypto-
thek 210).
2152. Satyrkopf. B — 8 275. Ergänzt
auch der Hals und Flioken an Kinn und r.
Wange. Wie P. Herrmann bemerkt hat, Wie-
derholung eines ausgezeichneten Dresdner Kop-
fes (ehemals auf der Hermaphroditengruppe
Hettner*, S. 105, Nr. 195; Augusteum 96); ob
auch Chiaramonti 409 Replik, bleibt noch zu
untersuchen.
2153. Kopf einer Nymphe. B— S 276.
Aus der von Klein reoonstruierten Gruppe:
..Aufforderung zum Tanz" (Zeitschrift für bil-
dende Kunst, 1909, S. 101 ff; Museumskunde
VIII, 8. 109, Abb. 6). Flüchtige Arbeit.
2154/55. Replik vom Kopfe des j
Cossutius-Pan. B — 8 277. Auch die Ober-
lippe ergänzt. Geringe und späte Arbeit.
2156. Sarkophagfragment, Selbst-
mord der Althaia. B — 8 283. Robert,
Sarkophage III, 2, Taf. XCVII, 300.
2157/5«. Weiblioher Kopf. B— 8 296.
Typus der Zeit kurz nach 400 (vgl. Br — Br
508) in Bpätantoninisohcr Ausführung (vgl. den
Kopf aus den Caracallathcrmen im Thermen-
musoum: Helbig» II, 1337).
2159/60. Herme eines bärtigen Grie-
chen. B — 8 302. Hekler, BildniskunBt 46. Re-
plik in Berlin: Portraitwerk 621/22. Herrlicher
Typus in geringer Ausführung.
2161. Römisches unbärtiges Por-
trait. B — 8 307. Naoh der Weichlichkeit der
Physiognomie wohl nicht rcpublicanisch, son-
dern in die flavischc Epoche zu riioken.
2162/63. Weiblioher Kopf. B— S 313.
Der Kopf müßte mehr geneigt werden. Nahe
verwandt dem Typus E — A 422/23; Arndt,
La Glyptothöque Ny-Carlsberg, pl. 69/60; unten
Nr. 2167/68.
2164. Kopf dos Herakles als Kind.
B — 8 363. Neu: Nase und Flicken in r. Wange.
Wiederholungen: die Statue im Louvro 330
(Giraudon 1204; Fröhner 330; Clarac 282,
1478) und der Kopf in Petersburg 48 (vgl.
ebenda Nr. 272). Das Motiv ist aus dem des
farnesisohen Herakles abgeleitet.
2165/66. Bärtige Herme. B— 8 374. I
Ausoma 11(1907), 8. 43, Fig. 17. Die Nase jetzt
ergänzt. Die Furche in der Stirn ist nicht An-
deutung eines Bandes. Liste der Repliken:
E — A 1656/57. Das dort unter Nt. 5 erwähnte ;
ephesische Exemplar ist aus diesem Ver-
zeichnis zu strcichon: ca gehört einem andern
Typus an, zu dem die beiden Exemplare im
Cortilc des Capitol Nr. 7 und Nr. 20, sowie das
Stück in Bologna: Revue arch. 1911 (II), p. 131,
fig. 3, gehöron. Unsere Nr. 2179/80 (B — 8 391)
scheint nicht einen weiteren Typus zu reprä-
sentieren, sondern nur römische Kopisten -
Variante des letztgenannten zu sein. 8. auch
unten Nr. 2169/70.
2167/68. Herme des Apollon. B — 8
378. Nen: Nase, Teile der Lippenränder, Vor-
der- und r. Nebenseite der Herme. Zum Typus
vgl. Arndt, La Glyptothöque Ny-Carlsberg
pl. 59/60 und E — A 1872/73, Bowio Savignoni,
Ausonia II (1907), 8.41 ff. Das männliche Ge-
schlecht des Kopfes wird durch die athenischen
Hermen mit Genitalien bewiesen. Die Arbeit
ist von der des Pendants 2165/66 sehr ver-
schieden.
2169/70. Bärtige Herme. B — 8 380.
Sorgfältigere Wiederholung von 2165/66.
2171/72. Bärtiger Götterkopf. B — 8
382. In der Bildung der Stirn und der Tracht
des aufgenommenen Nackenhaares iBt zu ver-
gleichen der Kopf in Pisa E — A 200/201. Auch
die albanisohe Herme Br- -Br 532 steht nahe.
2173/74. Bärtiger Kopf. B— 8 383.
Typus der Zeit um 400. Stork individuell.
Geringe Arbeit; fraglich, ob treue Kopie.
2175/76. Kopf des Ammon. B — S 388.
Erwähnt zu E — A 398/98 als dem Ammon -
typus Berlin — Stockholm — Wörlitz verwandt:
in Wahrheit vielmehr eine Replik im Gegen-
sinne (der gleiche Fall bei einigen Repliken
der phidiasischen sog. Snppho). Eine fünfte
Wiederholung in Boston: Phot. Baldwin Coo-
lidge 9505; Hekler, Bildniskunst, S. XLVII,
Anm. 11. Zum Typus vgl. auch Lippold,
Griech. Porträtstatuen, 8. 39.
2177/78. Bärtigor Kopf. B— 8 389.
Ob der Hintorkopf ergänzt ist, ist fraglich;
vom Vorderkopf ist er durch oino breite, mit
Gyps ausgefüllte Fuge getrennt. Die Binde
war hinten geknotet. Charakterlos und von
flauer Arbeit.
2179/80. Bärtige Herme. B — 8 391.
Siehe die Bemerkungen zu Nr. 2166/66.
2181/82. Herme oines Jünglings.
B — 8 395. Skopasisch, dem Herakles Lana-
downe. nahestehend, aber nicht Replik.
2183/84. Bärtige Herme. B — 8 397.
Archaisierende Schöpfung römischer Zeit.
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fl VIII, 2185 - 2204
2185. Nereide auf Seedrachen, frag-
mentiert. B — 8 398. Repliken nicht bekannt.
Sehr frische Arbeit. Ungewiß, ob Wiederholung
eines gricchisohon Originals oder römische Dc-
corationsfigur mit Benützung älterer Motive,
wie die Nereide der Uffizien, über welohe Ame-
lung, Vaticankatalog, zu Belvedere 7, zu ver-
gleichen ist.
2186. Kopf des Serapis. B — S 400.
Etwa« vom gewöhnlichen Typus abweichend.
Geringe Arbeit.
2187. Fragment einer Gruppo von
Eros und Psyche. B — 8 401. Rosoher,
Myth. Lex. s. v. Psyche, Sp. 3245. Reinacb,
R6p. II, 2, 461, 3. Römische Erfindung in küm-
merlicher Ausführung.
2188. Relief mit Heraklestaten. B — 8
402. Nach der architektonischen Umrahmung
nicht von einem Sarkophag herrührend, son-
dern wohl Teil einer Statuenbasis, wie das
Kopenhagener Relief: La GlyptothöqueNy-Carls-
borg pl. 73 (welches offenbar identisch mit
M — D 3635, Palazzo Lovatti, ist). Die Figur
links im Faß ist tatsächlich weiblich.
2189. Weiblicher Kopf mit Mauer-
krone. B — 8 403. Arbeit antoninischer Zeit,
ohne ausgesprochenen Stilckaraktcr. Kybole
oder Stadtgöttin.
2190/91. Doppelherme des Sera-
pis. B — S 405. Overbeck, Kunstmythologie
des Zeus, S. 309, Nr. 7. Beidemal derselbe
Typus der gewöhnlichen Art. Der Eichenkranz
ist bei Serapis ungewöhnlich. Späte Arbeit.
2192—94. Doppelhermo zweier ar-
chaistischer Köpfe. B — S 407. Beidemal
der gleiche Typus. Repliken : A) Doppclhermen :
1. Ny-Carlsberg 34. 2. Paris, Kunsthandcl
1010. B) Einzelköpfe: 1. Ny-Carlsberg 32.
2. Rom, Thermonmuseuin 586. 3. Ventc Som-
zöe (Brüssel, 24. Mai 1904), pl. XVI, Nr. 63;
jetzt im Museum in Brüssel (Katalog von 1913,
Nr. I).
2195. Relieffragment mit Ken-
taurenkampf. B — S 410. Nach der untern
Profilierung zu urteilen, von einer Statuen -
basis. Der Gestus der Linken des Jünglings
hat jedenfalls eine besondere Bedeutung. Ein-
gehende und sorgfältige Arbeit. Auffällig der
weite Zwischenraum zwischen den Figuren.
2196. Nackte Jünglingsstatue. B — 8
412. Der Torso steht der polykletischcn Bronze-
statue ans Pompeji (Guida Ruesch 834) nahe.
2197. Fragment einer Gruppe zweier
Rom 10
Kinder. B — 8 416. Der Kopf ist aufgesetzt,
aber zugehörig. Die Hand auf der Brust ist
eine rechte. Aus der Zeit des Knaben mit der
Gans.
2198. Torso eines Silens. B — 8 417.
Rest des Bartes erhalten, ninten der Rest des
Schwanzes am oberen Rande des Gewandes.
Unter der 1. Brust ein großes, fast quadra-
tisches, ziemlich tiefes, und ein kleines rundes
Loch. Der Kopf war nach seiner Linken ge-
wandt. Stützenrest auch an der r. Hüfte auf
dem Gewand. Gute Arbeit nach hellenistischem
Vorbild.
2199. Rest einer Gruppe, Apoll und
Daphnet B — 8 420. Die rötliche Äderung
des Marmors legt den Gedanken an kleinasia-
tischen Ursprung der Gruppe nahe. Stil und
Technik erinnern an die Sculpturen von Aphro-
disias. Die Deutung ist nicht völlig gesichert.
2200. Hüft-Herme eines böckohen-
tragenden Satyrs. B — S 425. Von der
Ziege ist das ganze Vorderteil mit Füßen und
Kopf neu, ebenso der Schwanz. Ergänzt auch
Schnauze und Ohren des Pantherfells. Geringe
decorativc Arbeit später Zeit.
2201. Statuette einer sitzenden
Frau. B — 8 429. Seither auch von Alinari
(29896) photographiert. Füße und Plinthc sind
modern ergänzt. Auch an den Faltenrändern
viel ergänzt. Doppelter Chiton. Gefällige
Arbeit nach einem Vorbild des 4. Jahrhunderts.
2202/03. Z wei kopflose bacchische
Hermen. B — S 432 und 435. An 2202 Bitzt
das unterste Blatt-Ende des Schaftes, das aus
zwei Stücken besteht, mit Schnitt an, gehört
aber nach Analogie von 2203, wo dieses Stück
nur gebrochen war, offenbar zu. Das von
B — S als Replik angeführte Stück im Museo
Chiaramonti No. 228 ist nur ähnlich, ebenso
wie Chiaramonti 586 B und 586 C. Sehr feine
und delicatc Arbeit.
2204. Unten: Niedrige cannelierto
Säule. B — 8 439b. Gegen Wicselers Deutung
auf Agyieus Bornes vgl. Reisch bei Pauly-
Wissowa I, Sp. 913.
Oben: Cylindorförmiger, von Bin-
den umwundener Gegenstand. B — S 439.
Stephani, Comptc-Rendu 1880, 8. 42, No. 63.
Neben der Fußspur auf der Oberfläche ein mit
Blei vergossenes Loch. Die Verschlingungen
sind in der Form des sogenannten Herakles-
Knotens ausgeführt, über welchen Wolters, Zu
griechischen Agonen, S. 7 ff. zu vergleichen ist.
2-
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11 VIII, 2305-2230
Wolters vermutet (mündlich), daß das Binden*
geechlinge eine Ciste verhülle. Ähnlich wie da«
&ygrjrov den Omphalo«. Die Fußspur zeigt,
daß diese Ci«te die Unterlage für den Fuß
einer Statue mit aufgestütztoni Bein bildete.
2205. T orso einer Mu«e. B — S 442.
Der Ansatz am r. Schenkel rührt, wie Arne*
lung a. u. a. O. erkannt hat, nicht von einem
Aspergillum, sondern von einer Maske her.
Die Figur stellt also eine scenische Muse dar,
wozu auch der breite Gürtel paßt. Hohe Arbeit
nach einem Vorbild hellenistischer Zeit. Eine
Replik in kleinerem Maaßstabe in der Galleria
lapidaria des Vaticans n°. 76a.
2206/07. Weiblicher Kopf. B — S 444.
Süßliche Arbeit ziemlich spater Zeit nach einem
Muster des vierten Jahrhundert«.
2208. Männlicher Torso. B — S 445.
Der r. Arm scheint modern ergänzt gewesen zu
sein. Im Nacken Haar-Enden. Der 1. Kopf*
nicker gespannt, Wohl von einer römischen
Porträtstatue.
2209/10. Weiblicher Kopf. B — S 447.
Der Kopf war nicht, wie B — S angeben, durch -
gebrochen: was wie Fuge aussieht, ist eine
Sinterspur. Die Haaranordnung über der
Stirn erinnert an den Kopf einer der hercu-
lanensischen Tänzerinnen und an den Kopf,
ehemalB in Catajo, E — A 36/37. Leere Arbeit,
2211/12. Fünf Stirnziegel mit Athe*
nen. B— S 449, 452, 460, 468, 471. Über den
Typus 2212 Mitte vgl. Bulle zu E — A 1372;
Ober den der übrigen Stücke Amelung zu
Chiaramonti 448. Vgl. von Salis, Aroh. Jahrb.
d. Inst. XXVIII, 1913, p. 18, Anm. 1.
2213. Statue de« C. Caeliu* Satur-
ninu». B— S 463. C. I. L. VI, 1704. Die ur-
sprüngliche Zugehörigkeit des Kopfe« wird von
B — 8 mit Hecht geleugnet: die Toga hat die
Anlage der ersten Kaiserzoit, während der Kopf
nach der Inschrift zwischen die Jahre 323 und
337 gehört. Er ist ein vorzügliche« Beispiel
der Porträtplastik oonstantinisclier Zeit.
2214. Oben: Kindersarkophag mit
Eroten. B — S 465.
Mitte: Grabrelief ans Travertin. B — 8
464. C. I. ti. VI, 17204. Au« republicanischer
Zeit.
Unten: Arohitekturfragment. B — S
448 a.
22IS/I7. Die Ara Giuetiniani. B — S
459. Die Rückseite war aus localen Gründen
Rom 12
nicht aufnehmbar. Der Stil der Basis erinnert
in den leise archaisierenden Zügen an die Basis
de« Capitols: Stanze terrene a dritta 1. Über
die Verbindung von Atheuu und Herakles auf
Weibreliefs «iehc Furtwängler bei Roscher «. v.
Herakles, 8p. 21831.
2218/20. Dreiseitige Candelaber-
basis. B — S 460. ITelbig*II, 1218. Hauser,
{ Neuattische Reliefs, 8. 65, Nr. 96; 8. 154. Das
Vorbild stammt, wie Hauser richtig bemerkt
hat, au» der Zeit der Säulenroliefa von Ephesos.
Über die Decoration des untoren Teils vgl. zu-
letzt Cnrtius, Jahrb. d. J. XXV (1910), Anz., Sp.
206 f.
2221. Männlicher Torso. B — S 461.
Im Motiv im Allgemeinen dem sog. Apollon
I.ykeios entsprechend, in der Einzelbehandlung
schwammig und flau.
2222. Männlicher Torso. B — S 472.
Von einer Prinzen- oder Kaiserstatuc, boi der
das Gewand den Unterkörper und die linke
Seite bedeckt«.
2223. Männlicher Torso. B — 8 475.
Auf der 1. Schulter lag ein Gewand auf. Nach
polykletischem Vorbild. Zu vergleichen etwa
E — A 1102 und die Neapler Statue Inv. 6271
(Guida Ruesch 245; Furtwängler, Meisterwerke,
8. 448, 3).
2224. Relieffragment. B — 8 476. Eher
tiberianiscl) als traianisch; vgl. das Poster Re-
I lief Br — Br 595.
2225. Miinnlichcr Torso. Der Kopf
ging anscheinend zu seiner Unken. Der Hin-
weis bei B — 8 auf den kolossalen bronzenen
Herakles des Vaticans, Helbig*, I 293, scheint
das Richtige zu treffen.
2226. Relieffragment. B — 8 482. Hel-
big3 II, 1219. Der ehemals aufgesetzte Kopf
ist jetzt entfernt. Offenbar Rest eines Votiv-
reliefs, vermutlich an Aphrodite, Gute grie-
chische Arbeit des 4. — 3. Jahrhunderts v. Chr.
2227. Fragmentierte Statuetten-
gruppe. B — 8 484. Der Kopf der männ-
i liehen Figur ist jetzt entfernt, die Zugehörig-
keit dos weiblichen nicht erweisbar. Das Stück
ist ein merkwürdiges Mittelding zwischen Frei-
gruppe und Relief: der Hintergrund ist nur
etwa bis zur Höhe der Knice der Figuren vor-
handen ; darüber sind die Figuren auf der Rück-
seite voll ausgearbeitet. Eine sichere Deutung
läßt sich nicht geben. Die Arbeit ist gering.
2228/30. Jünglingskopf. B — 8 485.
I Helbig* II, 1220. Wie Furtwängler erkannt hat,
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13 VIII, 2231-2245 Rom 14
Wiederholung vom Kopf der Londoner Statue: das Fragment unmöglich von einer Kaiser -
Cat. III, Nr. 1747. So lange keine guten Auf-
nahmen vom Kopf dieser Statue existieren, ist
eine genauere stilistische Vergleichung nicht
möglich. Die übertriebene Wiedergabe des
oberen Augenlides am römischen Kopf rührt
jedenfalls vom Kopisten her. Die Ohren sind
auch hier athletisch gebildet.
2231. Relieff ragment, Prooession
rnit Laren. B — S 486. Helbig* II, 1221; j
dort die weitere Litteratur.
2232/33. Weiblicher Ideal köpf. B — S
487. Auch Unterlippe und Rand der Oberlippe
neu. Die Pupillen sind nicht augegeben, nur
der Augapfel ist Umrissen. Typus der zweiten
Hälfte de« 5. Jahrhundert« in antoninischer Aus-
führung.
2234/35. Hermenbüste deB Dionysos.
B — S 489. Helbig* II, 1229. Daß, wie Ame- |
lung behauptet, die Trauben aus Hörnern um-
gearbeitet seien, ist nicht absolut sicher. Die
Repliken sind teils zur 1., teils zur r. Schulter
gewandt. Im Haar haben sie teils Trauben, teils
Hörner. Letztere« wird das Ursprüngliche sein. |
Die Kopfweudung des Originals können wir
nicht mehr feststellcn, da wir unter den er-
haltenen Wiederholungen keine mit Sicherheit '
als von einer Statue herrührend bezeichnen
können. Mit dem Wechsel der Kopfneigung !
geht anscheinend durchgängig auch eine Um-
kehrung der Einzelformen von Gesicht und Haar
Hand in Hand, d. h. die Kopien sind dann
directe Spiegelbilder. Vgl. oben zu Nr. 2175/76.
Zu den Repliken ist hinzuzufügen ein F.xomplar,
das 1911 im römischen Kunsthandel war: arg
verstoßen, zur r. Schulter gewandt, unsicher
ob Trauben oder Hörner, Binden-Enden auf den
Schultern (Photographie bei Arndt).
2236/37. Jugendliche Hernienbüste
polykletischen Stils. B — S 491. Helbig* j
II, 1230. Ergänzt auch die Lippen. Wieder- |
holung des Jünglings mit der Linken auf dem
Hintern, der am Vollständigsten durch die be- ;
kannte Barraccosche Statuette repräsentiert I
wird. Eine weitere Replik des Kopfe«, von einer
Statuette, ehemals Glyptothek Ny -Carlsberg I
Nr. 353, ist laut dem Poulsenschen Tillaeg von
1914, S. 148 verschwunden. Phot, bei Arndt,
der den Kopf seinerzeit für Jacobsen gekauft i
hat.
2238. Linker Arm mit Gewand, Sta-
tnenf ragment. B — S 495. Die Hand scheint
das Gewand gepackt zu haben: danach kann
statue mit aufgestütztem Scepter herrühren.
Vortreffliche Arbeit.
2239. F ragment einer weiblichen
Statue. B — S 497. Dor 1. Arm war gehoben.
Das Motiv muß, nach dom erhalteuen Rest zu
urteilen, dom der Loda des Timotheos verwandt
gewesen sein; nur sind die Formen voller, die
Faltengebung schärfer.
2240. Fragment eines „hellenisti-
schen Relicfbildos“. B — Sölß. Schrei-
ber, Hellenistische Reliefbildcr, Taf. LII, 2.
Im vierten Felde dos obereu Querstreifens am
Wageu Schwinge mit Pliallo« sicher. Der Schweif
des Pferdes ist altertümlich gebildet: vgl. das
Relief im Palazzo Colonna E — A 1163. Das
Stück ist charakteristisch für die römische
Gruppe dieser Reliefs.
2241. Fragment eines „hellenisti-
schen Relief bildes*1. B — S 522. Schreiber,
hellenistische Relief bilder, Taf. LII, 1. Zur
Decoration der „Aschenkiste14 vgl. E — A 1777.
Die Zusammengehörigkeit des Fragments mit
2240 ist sehr wahrscheinlich ; diejenige mit
B — S 519 (— Schreiber, Reliefbilder, Taf. LI II)
hingegen fraglich.
2242 — 44. Weibliche Gewandstatue
mit aufgesetztem Kopf des jugendlichen
Asklepios. B — S 523. Der Torso ist eine
vollständig umstilisierte Wiederholung der
großen HerculanenBerin, wie bereits B — S ge-
sehen haben. Vgl. Hehler, Münchner archäol.
Studien, S. 22G, XIV, j. — . Von dem Kopf
(von dem Reif r. sicher ein Teil alt) existiert eine
Wiederholung ira Thermenmuseum in Rom
(Nr. 103): Hadaczek, österr. Jahresh. XI, 1908,
S. lilff., Fig. 16 und 17. Die Deutung auf
Asklepios ist wegen des dicken Reifes zum Min-
desten sehr wahrscheinlich. Das Original wird
etwa in die Zeit des Enbuleus gehört haben. Der
von Hadaczek als „freie, stark veränderte
Nachbildung“ angeführte Kopf iin Pal. Colonna
(E — A 1140/41) repräsentiert einen anderen
Typus. Vgl. Anielung in der Wochenschrift
für klass. Philologie 1907, S. 1252 f.
2245. Weibliche römische Porträt-
statue. B — S 532. Heklor, Münchner archäol.
Studien, S. 181; S. 224, I b. Aus Ostia, aus
einem Gebäude hadrianischcr Zeit. Was B — S
für ein Halsband erklären, ist vielmehr der
Rand des unteren Chitons, der auch auf der
r. Schulter zum Vorschein kommt. Nicht, wie
Hehler angiht, Wiederholung der Hera Bar-
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15
VIII, 2246-2259
Rom
16
berini, sondern römische Schöpfung mit Be-
nützung von Motiven dieser Zeit. Frisur und
Charakter der Arbeit sind durchaus traianisch.
2246 und 2254. Zwei Reliefs mit Por-
träts von Caltiliern. B — S 535 und 567.
C. I. L. XIV, 311. Die Porträts sind nicht gleich-
zeitig: sowohl die Einzelforincn der umrahmen-
den Decoration, als die Buchstaben formen der
Inschriften und Büstenformen weichen von ein-
ander ab. 2246 ist offenbar das ältere Porträt;
es wird noch in flavische Zeit gehören. 2254 ge-
hört nach dem Haarschnitt und der trockenen
Arbeit in traianischc Zeit: es ist offenbar später
als Pendant hinzugearbeitet worden. Der gleiche
Fall an den Porträts des Hateriergrabes: s,
Text zu Griech. u. röm. Porträts 747/48. Ge-
naue Analogien zur Form dieser Reliefporträts
sind nicht vorhanden.
2247/4«. Kopf des Hermes als Kind.
B — S 539. Helbig* II, 1232. Der Kopf ist
zur 1. Schulter gewendet. Der Petasos ist ge-
sichert. Hellenistischer Typus.
2249. Links: Priapkopf. B — S 542.
Im Haar starke Bohrerarbeit. Nicht archai-
sierend.
Mitte: Mithraskopf. Nicht bei B — S.
Helbig3 II, 1233. Nach Vaglieri, Ostia, p. 113
(fig. 19), ist der Raum, in dem der Kopf ge-
funden wurde, von dem Tempel der Magna
Mater zu trennen und vielmehr ein Mithracum.
Die Pupillen leicht eingetieft.
Rechts: Kinderköpfchen. B — S 540.
Binde im Haar.
2250/51. Mädchenkopf. B — S 544. Hel-
big3 II, 1234. Aus dem nämlichen Gebäude
hadrianischer Zeit wie 2245. Das r. untere
Augenlid ist stark aufgezogen. In der Haar-
tracht und im Stil verwandt der Kopf: Collec-
tion Barracco, pl. LXIX.
2252. Grabrelief eines römischen
Ritters. B— S 545. C. I. L. XIV, 167. Die
Bedeutung der dargestellten Scene ist noch
nicht aufgeklärt. Vgl. Schreiber zu Villa Lu-
dovisi 36. Aus gordianischcr Zeit.
2253. Attiskopf. B — S 547. Das un-
tere Halsstück ist gebrochen, aber alt; wohl
also zum Einsetzen in eine Gewandstatue.
Auch da« Mützen-Ende, das gebrochen war,
scheint alt zu sein. R. über der Stirn im Haar
ein viereckiger Metallstift. Der Marmor stark
fleckig. Der künstlerische Wert des Kopfes
wird von B — S falsch eingeschätzt.
2254. Vgl. 2246.
2255. Grabrelief. B — S 568. Eine
Deutung ist noch nicht gegeben. Späte und
j schlechte Arbeit.
2256. Grabrelief des Lollius Li-
• beralis. B — 8 579. Der Verstorbene ist in
dem unteren Streifen dargestellt; oben die
Eltern. Frühantoninisch.
2257. Kopf des Helios. Mus.-Nr. 945.
Nicht bei B — S. Neu: die Nasenspitze. War
zum Einsetzen bestimmt. Hinter dem Stirn-
haarsieben Löcher zum Einsetzen von Strahlen.
Der Oberkopf rauh. Pupillen angedcutet.
I Zweite Hälfte des 2. Jahrhunderts n. Chr.
| An Alexandertypen an klingend.
Palazzo Doria.
2258. Jünglingsstatue. M — D 995;
: hier ältere Litteratur verzeichnet. H. 1,58 m.
Marmor de« Körpers großkryBtallinisch und
| weiß; der des Kopfes feinkörnig und weiß.
I Der Kopf gehört also nicht zu dem Körper;
vgl. über ihn und seine Ergänzungen Nr. 2259.
Ergänzt an dem Körper: Flicken in der 1. Schul-
ter, die gebrochen war, und an anderen Stellen,
der r. Arm bis auf den Ansatz, der 1. Arm von
der Mitte des Oberarmes abwärts, Kugel, Baum-
stamm, beide Unterschenkel, der 1. mit dem
Knie, Füße, Plinthc. Der Leib war in der Hüft-
gegeud durchgebrochen. — Das Antike dos
Körpers stammt von einer guten Wiederholung
des Stcphanos-Jünglings in Villa Albani.
2259. Kopf des Dionysos. Der Statue
2258 aufgesetzt. Ergänzt: die Nase, beide Lip-
pen, das Kinn, die 1. Ilälfto des Schädels mit
den Haaren, einem Teil des Kranzes und dem
1. Ohr, die 1. Braue und ein Teil des 1. Ober-
lides. Von den Blättern des Kranzes haben sich
nur zwei erhalten, eins auf dem Oberschädel,
das aber überarbeitet ist, und eins hinten.
Danach kann es sich nur um Wein- oder Pap-
pelblätter handeln; Pappelblätter sind hier
natürlich ausgeschlossen. Längs des Kranzes
bemerkt man oben und auf der r. Kopfhälfte drei
große Löcher; darin werden besonders gearbei-
tete Trauben befestigt gewesen sein. — Der
elegant gearbeitete Kopf ist der nächste Ver-
wandte des Apollon (sog. Adonis) im Gabinetto
dolle maschero; ja die Locken um Stirn und
Schläfen sind an beiden so ähnlich, daß man
zunächst auf den Gedanken kommen könnte,
es liege hier nur eine freie Wiederholung des
gleichen Typus im Gegensinne vor; zugleich
sei aus dem Apollon ein Dionysos gemacht wor-
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17
VIII, 2260—2266
Rom
18
den. Aber die Ähnlichkeit geht doch nicht woit
genug, und 80 worden wir hier ein weiteros
Werk des glciohen Künstlers erkennen dürfen.
Vgl. über den Apollon zuletzt Helbig, Führer,
3. Aufl., n. 264.
2260. Knabonstatue (nicht bei M — D).
II. 1,705 m. Großkrystallinischer, schmutzig-
gelber Marmor. Ergänzt: Kopf und Hals,
beide Anne fast ganz, Flicken im 1. Ober-
schenkel, r. Unterschenkel mit Knie, beide
Füße (der L mit dem Fußhalse in zwei Stücken),
Stamm mit Zweig, Plinthc. Das 1. Bein war
oberhalb des Knies gebrochen. — Das Antike
stammt von der glatten Kopie einer argivischen
Knabenstatue aus dem Endo des 5. Jahrhun-
derts, bei der das alte Motiv des einen, mit
voller Sohle zur Seite gesetzten Fußes boi-
behalten ist.
2261. Statuette des Apollon. M — D
203; hior ältere Litteratur verzeichnet. H. 1,25m.
Feinkörniger, gelbliohcr Marmor. Ergänzt: Kopf
und Hals, beide Arme von der Mitte der Ober-
arme abwärts, Lyra, Dreifuß bis auf die Füsse,
den Omphaloe und den untersten Teil der
Schlange, der 1. Unterschenkel ohno Fuß, das
r. Bein gauz mit dem Fuß, dem Stamm und
dem entsprechenden Teil der Plinthc. — Die
Bedeutung der Figur ist durch das Erhaltene
gesichert. Der 1.' Arm wird auch ursprünglich
ein Saiteninstrument (aber die Kithara) ge-
halten haben, und der Riemen muß für diese,
nicht für dou Köcher, bestimmt gewesen sein.
Der Körper ist polykletisch ; es wird nichts
Anderes vorhegen, als eine späte Verwertung
des Doryphoros, wie in vielen anderen Fällen.
Dio Ausführung ist gering. Man beachte die
Profilierung der Plinthe.
2262. a. Statuette des Dionysos.
M — D 382. H. 0,84 m. Großkömiger, gelb-
licher Marmor. Ergänzt: die Nase, dor 1. Arm
mit der Uand und dem Tliyrsos bis auf dessen
unteres, am Baumstamm anliegendes Stück,
die freistehenden Teile, des r. Armes (die Uand
mit Krug und Stütze ist antik), der 1. Fuß mit
einem Stück des Stammes und der Plinthe,
Kopf und 1. Vorderpranke des Panthers. — Die
Statuette ginbt in anspruchsloser, summari-
scher Ausführung einen bekannten Dionysos-
Typus aus dem Beginne des 4. Jahrhunderts
wieder. Vgl. Nr. 2263/5.
b. Statuette des Herakles. M — D
113; Clarae 802 B, 2013 B. II. 0.86 m. Fein-
körniger, gelblicher, wohl pentelischcr Marmor.
Ergänzt: die untere Gosichtshälfte mit Hals,
der r. Arm fast ganz, Flickon in Brust und
Bauch, ein Teil des Löwenfells an der Sohultcr,
sowie die Pranke, die sich vor die Soham legt,
beide Beine von der Mitte der Oberschenkel
abwärts mit Stamm und Plinthc. — Ganz ge-
ringwertige, späte Kopie nach einem Typus
des 4. Jahrhunderts auf polykletisoher Grund-
lage.
2263 — 2265. Statue des jugendlichen
Dionysos. M — D 368; Clarae 678 C, 15ÖÖ D.
H. 1,45 m. Feinkörniger, gelblicher Marmor.
Ergänzt: Nasenspitze, die Spitze des Stirn-
dreiecks mit den umhegenden Haaren und
Blättern, allerlei Flicken am Kranze, an der
NebriB — ganz der Zipfel, der sich über die
Soham legt — und an den Füßen, beide Arme
ganz, die äußere Hälfte des Stammes und fast
dio ganze Plinthe. Gebrochen waren der Kopf,
der Hals, dio r. Brust, dio r. Schulter, das 1.
Bein oben, beide Beine dicht oberhalb der
Kniee mit dem obersten Teil des Stammes,
das 1. Knie, der r. Unterschenkel in der Mitte,
der 1. Fuß. — Die Haare sind hinten in ein
Schöpfehcn zusammengebunden. Die Statue
giebt in außerordentlich delicater Ausführung
— wohl feinster Arbeit hadrianischer Zeit —
ein reizvolles Original des 4. Jahrhunderts
wieder. In dem Kopf sind nooli manche An-
klänge an die Eirene des Kephisodot zu spüren,
aber alles ist verfeinert und verzärtelt, ohne
jedoch die Eigenart des Praxiteles zu verraten.
2266. Statue des Herakles (nicht bei
M — D verzeichnet). H. 2,22 m. Großkrystal-
hnischcr, weißer Marmor. Ergänzt: die Nasen-
spitze, das Ende der Keule unten, fast der
ganze r. Fuß mit dem entsprechenden Teil der
Plinthe, allerlei Kleinigkeiten. Die r. Hand
war in mehrere Teile gebrochen. Sie hält den
Rest eines Köohorbandes. Am r. Oberschenkel
außen bemerkt man Gypsflcckcn; hier war
das weitere Band mit dem Bein Vorbunden.
In den hinten herabhängonden Schwanz des
LöwenfellB ist ein Knoten geschlungen. Die
Brustwarzen sind umrändert, die Augensterne
angegeben. Danach, sowie nach der stark
accentuiortcn Angabe der Muskulatur, der
virtuosen Unterkühlung des Felles und der
spiralförmig gewundenen Kancllicrung der
Stütze zwischen r. Handgelenk und Ober-
schenkel zu urteilen, ist die Statue in früh-
antoninischer Zeit nach einem Bronze-Original
von einem sehr geschickten Bildhauer kopiert
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19
VIII, 2267-2278
Rom
20
worden. Dor Kopf trägt die bekannten Züge
de« skopadischen HerakleBtypus, wie er uu«
am voll«tändig8ten und vornehmaten durch die
Statue de« lleroa in Lansdowne-House ver-
gegenwärtigt wird. Es ist die Frage, ob der
Statue Doria ein eigene« Original zu Grunde
liegt, oder ob wir in ihr nicht lediglich eine
Kopisten -Variante zu erkennen haben. Um-
kehrung der Körperhaltnug, lebhaftere Be-
wegung, stärkere Betonung der Effecte würde
«ich auch bei dieser Annahme erklären. Sehr
lehrreich i«t der Vergleich mit einer elegan-
teren, aber leereren Darstellung gleicher Art
in Kopenhagen (Arndt, La Glyptothöquc Ny-
Carlsberg pl. 102, 103; Billedtavler T. XVI II,
253). Der Herakles Lansdowno ist am besten
abgebildet bei Kalkmaun, 53. Berl. Winckol-
mannsprogramm, S. 61.
2267. Statue de« Apollon (f). M — D
188. Dort die Litteratur. Ehemals in Villa
Doria- Pamfili. Neuerdings auch von Alinari
photographiert (Nr. 29757). Unter den zahl-
reichen verwandten Motiven kennen wir keine
genaue Replik. Am ähnlichsten die Statue des
Museo Torlonia 274. Das Standmotiv entspricht
dem lysippisehen des Farncsischen Herakles.
Die Rechte stützte sich ebenso auf die Hüfte,
wie bei dem sog. Narniss in Neapel und dem
jugendlichen Asklepios in Karlsruhe. Welche
Exemplare dieser Gruppe griechische Originale
wiederholen, welche römische Erfindungen sind,
bleibt noch zu untersuchen.
2268. Statue des Eros mit den Attri-
buten des Herakles. M — D 264; hier ältere Litte-
ratur verzeichnet. H. 1,57 m. Großkrystal-
linischer, hellgrauer Marmor. Ergänzt: die Nase,
Teile des Löwenkopfes über der Stirn des Eros,
die Löwentatze auf der Brust des Eros zur R.
deB Beschauers, an der entsprechenden zwei
Klauen, ferner der r. Arm von der Mitte de«
Oberarms an mit dem vorderen Teil der Keule,
der 1. Unterarm mit dem darüber hängenden
Teil de« Felles und der Stütze zwischen Fell
und Bein, die Spitzen der Flügel, das r. Bein
von der Mitte des Oberschenkels abwärts mit
Stamm, Bogen und Köcher, der 1. Unter-
schenkel, die Plinthe. Das Gesicht summt dem
Vorderteil des Halses war abgebrochen, ist
aber Antik, wie »ich aus alten Sintorresten er-
gieht. — Die Figur ist ganz lysippisch ; «io
erinnert zunächst an den bogenspannenden
Eros, mit dem sie uImt bei näherem Zusehen I
keine engere Verwandtschaft hat. Die Aus- !
führung ist glatt und ziemlich hart; wir werden
sie in hadrianische Zeit datieren dürfen.
2269. Statue eines eilenden Jüng-
lings. M — D 1078; hier ältere Litteratur ver-
zeichnet. H. des antiken Torsos 0,45 m. Fein-
körniger, gelblicher Marmor. Antik ist nur der
Torso. Unbedeutend.
2270. Statue des hängenden Mar-
ayas. M — D 245; hier ältere Litteratur ver-
zeichnet. H. 1,57 m. Feinkörniger, gelblicher
Marmor. Ergänzt: Nase, Iwide Arme, beide
Unterschenkel, der r. mit dem Knie, beide
Füße, das Lendentuch, der Stamm, die Plinthe.
Gute Arbeit. Weißer Typus.
2271/72. Statue eines jugendlichen
Kentauren. M — D 1611; hier ältere Litteratur
verzeichnet. If. (unterer Rand der Plinthe
bis zum Scheitel) 1,39 m. L. der Plinthe 0,88 m,
Br. 0,325 m. Der Pferdeleib aus rotem, der
Oberkörper aus sohwarzgrauem Marmor. Sicher
antik ist nur der rote Oberkörper, da an ihm
Wurzelfasern erhalten sind, mit dem Kopfe,
dessen r. Ohr beschädigt ist, aber ohne die
Arme; wahrscheinlich antik ist auch die hintere
Hälfte des Pferdeleibes, vielleicht auch die
Plinthe mit den Hufen, doch müßte die Plinthe
modern zugeschnittcn worden sein. Sicher
modern »ind das Vorderteil des Pferdeleibes
und sämtliche Extremitäten. — Rohe Wieder-
I holuug des einen der beiden capitolinischen
Kentauren. Von dem Eroten hat »ich keine
Spur erhalten. Vgl. die Bemerkungen Hen-
zen’s über die mitgefundenen Reste des alten
Kentauren (Arch. Zeitung 1850, S. 167* und
175*, abgekürzt bei M — D). Nach einer an
der Basis eingegrabenen Inschrift ist im J. 1850
zunächst nur der menschliche Oberkörper go-
| funden worden, bei späteren Nachgrabungen
dann auch der Pferdeleib; die Zusammen-
setzung, Ergänzung und Aufstellung sei dann
im J. 1853 erfolgt.
2273 — 2278. Statue eines Jünglings
(nicht bei M — D verzeichnet). II. (Sohle bis
Scheitel) 1,75 m. Feinkörniger, gelblicher Mar-
mor. Ergänzt: die untere Hälfte der Nase, beide
Arme, die vordere. Hälfte des r. Fußes, die
Zehen des 1. Fußes, die Plinthe bis auf das
Stück unter dem Stamm, dem r. Fuß und
zwischen den Füßen. Brüche durch den r.
Oberschenkel, unter dem 1. Knie und über dem
1. Knöchel. Gebrochen war auch ein Stück der
1. Schulter vorn; hier ist ein modernes Stück
eingeflickt. Der Oberkopf ist besonders ge-
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— 1 r*
21
VIII. 2279-2283
Rom
arbeitet und angeaetzt. Beschädigt ist der
Naaenansatz. Das Glied fehlt. Die Vorderseite
ist gut erhalten, die Rückseite geglättet und
wohl auch leicht überarbeitet. Sicher über-
arbeitet ist das Plinthenlragment zwischen den
Füßen. Der Ergänzer hat die Haltung der
Anne richtig getroffen. — Die Formen des
Körpers und des Kopfes weisen auf ein Original
des 4. Jahrhunderts zurück, augenscheinlich
ein Bronzeoriginal, das ohne den plumpen
Stamm auskommen konnte — dieser beein-
trächtigt hier die Wirkung der schlank auf-
ragenden Gestalt besonders stark — , und zwar
ein Original der attischen Kunst, wie sie sich
neben Praxiteles entwickelte und uns am besten
durch die Bronzestatue eines Jünglings von
Antikythera vertraut ist. Es ist schwer zu
sagen, wie wir das Motiv der Figur zu verstehen
habon. Wem gilt der Blick des Kopfes, der
zum Himmel erhoben soheintt Hätte der
Jüngling neben einer größeren Statue gestan-
den und hätte dieser sein Bliek gegolten, so
müßte der Kopf eine stärkere Weudung nach
der Seite machen. Ein Betender kann nicht
dargestellt soin, denn beim Beten wurde die
Reohte erhoben und der Kopf blickte nach
ihrer Seite oder geradeaus. Deshalb wird man
annehmen müssen, daß die Linke einst ein
stabartiges Attribut gehalten hat, dessen
grade Linie die Hand mit dem 1. Fuße verband
und die geschwungenen Linien des Körpers
desto nachdrücklicher zur Geltung brachte,
vielleicht einen Speer. Der Gedanke an Ganymed
scheint mir ganz ausgeschlossen. Jedenfalls
haben wir den Dargestellten in den Reihen der
Sterblichen zu suchen. Das Motiv des Empor-
bliokens bei ruhig stehendem Körper ist übrigons
auch ein Charakteristikum für die Kunst des
4. Jahrhunderts (vgl. Amelung, Rom. Mitteil.
XX, 1904, S. 141 ff).
2279. Statue des Nil. M — D 574;
Clarac 749 A, 1817. L. 1,21 m. Basalt. Er-
gänzt: die Nasenspitze, die Hälfte der r. Hand,
die obere Hälfte des Füllhorns, das Ende des
r. Fußes, die Schnauze des großen, dor Schwanz
des kleinen Krokodils. Aus dom Obergesicht
waren Teile ausgebroohen. Die Rechte müßte
einen Strauß von Ähren halten. Sorgfältige
Arbeit.
2280. Statue des kleinen Dionysos.
M — D 306. II. des Torsos 0,36. Rosso antioo.
Antik ist nur der sorgfältig gearbeitete Torso
(Hals bis Scham).
22
2281. Statue des Widders mit Odys-
seus. M — D 966a; hier ältere Litteratur ver-
zeichnet. H. 0,91 m. L. 0,96 m. Feinkörniger,
grauer Marmor. Sehr rohe, späte Arbeit. Vgl.
Overbeck, Gallerie hcroisoher Bildwerke, S. 767,
n. 20; Boltc, De monuraentis ad Odysseam
pertinentibus (1882), S. 15; Müller, Die ant.
Odyssee-Illustrationen, S. 30. Die Composition
ist zu elond, als daß wir mit Müller daran
denken könnten, ihr Original habe zu einer
Gruppe gehört, die mit der des Odysseus vor
dem Kyklopen eine zusammenhängende Serie
gebildet hätte; man erinnere sich der vor-
züglichen Figur des Odysseus!
2282. Statue des bärtigen Dionysos.
M — D 317; hier ältere Litteratur verzeichnet.
H.2,01 m. Feinkörniger, gelblicher (pontelischer)
Marmor. Gefunden ebenso wie n. 2271 im Jahre
1849 oder 1850 in der Villa Doria bei Albano.
Zu den Angaben bei M — D ist nur hinzuzu-
fügen, daß die Oberfläche der Vorderseite ge-
putzt und wohl auch leicht übergangen ist.
Die Ausführung hat nichts von archaistisch-
übertriebener Zierlichkeit. Andrerseits ent-
spricht die Durchführung im Einzelnen — Ge-
sicht, Chiton — nicht dem archaischen Schema
des Ganzen, sondern dem Stile der attischen
Kunst gegen Ende des 5. Jahrhunderts. Es
dürfte sich demnach um ein archaisierendes
Original dieser Zeit handeln oder um die ge-
treuo Kopie eines solchen. Man erinnere sich
des Hermes Propylaios und des Hekatoion des
Alkamene8. Nächst verwandt mit dieser Figur
muß das verschollene Fragment gewesen sein,
das Le bas (Voyage archöologique, Ausg. von
S. Reinaeh. p. 62, pl. 4 I) public iert hat (wieder-
holt bei S. Reinaeh, Röp. de la stat. II, 2,
653, 7).
2283. Statuette der Artemis. M — D
671 ; vgl. dort über ältere Litteratur. H. 0,70 m.
Marmor des Körpers feinkörnig und gelblich,
der des Kopfes kleinkrystallinisch und grau.
Ergänzt: die Nase, die Spitzen der Mondsichel,
der Köehur, der r. Arm, der 1. Unterarm,
Flicken in den Falten längs der r. Beite.
Der vordere Teil der Plinthe war zersprungen.
Die 1. Hand und ihr Attribut, zweifellos der
Bogen, waren einst mittels zweier Puntelli
mit dem Körper verbunden. Der r. Arm ist
richtig ergänzt. Der Kopf gehört nicht zu der
Figur; er gibt in mäßigor Ausführung rin Ori-
ginal aus der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts
wieder. Der Körper ist recht zierlich gearbeitet;
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VIII, 2284-2288
Rom
24
«r ist in den Motiven der praxi telischen Ar*
temis in Dresden verwandt. Man beachte die
Profilierung der Plinthe.
2284. Statuette der Demeter oder
Kore. M — D 609; hier ältere Litte ratur ver-
zeichnet. II. 0,98 m. Feinkörniger, gelblicher
Marmor. Ergänzt: der Kopf, die r. Hand, große
Teile der Fackel, die Füße, die Plinthe. Am
r. Oberschenkel außen der Rest einer Stütze
für den Schaft der Fackel. Der Körper war in
der Mitte quer durchgebrochen; weiter oben
noch zwei Quersprünge. Geringe Arbeit. Wichtig j
wegen des erhaltenen Attributes, wodurch die j
Beziehung auf eine der eleusinischen Göttinnen
gesichert ist, und des Gewandmotive« (vgl.
Amelung, Basis de« Praxiteles aus Mantinea j
S. Ö0 ff., u. tt. von Schneider, Kore, S. 4 ff.), j
2285. Statue der Artemis. M — D 675; !
hier ältere Litteratur verzeichnet. H. 1,73 m.
Feinkörniger, weißer Marmor. Die ganze Figur |
ist übertüncht. Sicher ergänzt sind Kopf und ,
Hals, dio r. Hand mit einem Teil des Unter- '
arm«, ein Teil der Mant< Halten, dio vor dem |
Körper herabhängen. ein Flicken gegen die
Waden zu, der 1. Unterschenkel, der kleine
Zeh des 1. Fußes, der große des r. Wahrschein-
lich ist auch die 1. Hand mit Unterarm er-
gänzt, sowie ein Teil des r. Unterschenkels. —
Geringere Wiederholung der sog. Artemis von
Gabii im Louvre. Vgl. nach Studniczka, Ver-
mutungen z. gr. Kunstg. S. 18 ff., besonders
Furtwängler, Meisterwerke S. 553, sowie Klein,
Praxiteles S. 300 ff. und Geschichte d. gr.
Kunst II, S. 257 f. Alle nehmen mit Recht
die Beziehung auf Praxiteles an, aber Klein
weist ebenfalls mit Recht darauf hin, daß wir
in dem Original nicht die Artemis Brauronia
des Meisters vermuten dürfen, wenigstens nicht,
solange wir init Studniczka aus den Inschriften I
schließen, daß diese in Marmor gearbeitet war |
(Studn. S. 23). Vgl. auch in unserer Serie n. 769. ‘
Klein will zuviel aus der Art schließen, wie
an der hier veröffentlichten Replik dio senk-
rechten Mantelf alten vorn zum Unterschied
von der Pariser Replik behandelt sind. Auch
hier ist allerlei ergänzt; wieviel, läßt sich bei
dem jetzigen Zustand der Figur nicht mit i
Sicherheit feststellen.
2286. Statue der Artemis (nicht bei !
M — D verzeichnet). H. 1,705 m. Feinkörniger,
gelblicher Marmor. Ergänzt: Kopf und Hals, 1. ;
Arm mit Schulter, r. Unterarm mit dem dar-
über hängenden Mantel- Ende, allerlei Falten,
beide Füße, Plinthe. Der 1. Unterschenkel war
gebrochen. — Die sorgfältig und cffectvoll
ausgeführto Figur giebt ein prächtiges Original
reif-praxitelischen Stiles wieder. Der Gürtel
iBt mit flachen, runden Scheiben verziert, die
wir uns in Metall vorxustellcn haben. Die Hal-
tung der Arme ist vom Ergänzer richtig ge-
troffen ; wir werden in der Rechten den Bogen,
in der erhobenen Linken tune hohe Fackel an-
nehmen dürfen. Mir ist keine Wiederholung
bekannt.
2287. Weibliche Statuette, M — D
1484. U. 1,30 m. Marmor des Körpere fein-
körnig und weiß, der des Kopfes grau. Er-
gänzt: die Nase, der oberste Teil des Halses und
des Gewandes im Nacken. An dem unbedeu-
tenden Kopfe, der nicht zu dem Körper ge-
hört, waren drei Stücke besonders gearbeitet
und angesetzt; sie fehlen heute. Eine kleine
Vertiefung im r. Auge stammt von einer zu-
fälligen Verletzung. An der Linken, die ge-
brochen war, fehlen der Zeigefinger und ein
Teil des Daumens. In dem Bruch des Attribut-
reste« unten zwischen den Fingern ein Eisen-
stift. An der 1. Schulter vorn der Rest eines
Attributes (schmales Brett, mit der einen Schmal-
seite senkrecht zur Schulter gestellt, vorn ge-
brochen); man denkt zunächst an ein Saiten-
instrument, das aber doch weiter unten und
am Unterarm Spuren hinterlassen haben müßte.
Auch ist der stabartige Attributrest in der
Linken damit nicht in Einklang zu bringen.
An der r. Schulter vorn der Rest einer großen
runden Stütze. Der Oberarm ist zum größeren
Teil erhalten und leicht zur Seite gestreckt.
Abgebrochen ist noch da« Gewicht des Mantel-
endes, das außen neben der 1. Wade herab-
hängt. Die Ausführung des Körpers ist gut.
Sein Original muß eine Schöpfung des vor-
gerückten 4. Jahrhunderts gewesen sein. Wir
begegnen dem Gewandmotive besonders häufig
in der praxitclischen Schule (vgl. dio zu n. 2284
citierte Litteratur), aber in anderer Fassung,
d. h. in übersichtlicherer Ordnung.
2288. a. Statuette der Aphrodite.
M — D 727; hier ältere Litteratur verzeichnet.
II. 0,895 m. Feinkörniger, gelblicher Marmor.
Ergänzt: die Nase, schmales Stück im Halse,
der r. Arm fa«t ganz, der 1. von der Mitte des
Oberarmes an, der r. Fuß, die vordere Hälfte
des 1. Fuße«, die Plinthe, an der kleinen Figur
der 1. Arm mit der Hand und dem Gewand-
zipfel. Der Kopf der kleinen Figur kann nicht
26
VIII. 2289—2*295
Rom
26
zugehören, da er keinen Kalathos oder Modius
auf dem Scheitel trägt. Derjenige der größeren
Figur kann zugehören. Die Augensterne sind
angegeben. Die einst erhobene Rechte muß
ein stabartiges Attribut gehalten haben. Das
Ganze gibt in mäßiger Ausführung ein im 4. Jahr-
hundert beliebtes Motiv frei variiert wieder.
b. M — D 1542. II. 0,88 ra. Feinkörniger,
gelblicher Marmor. Ergänzt: die Nase, ein
Stück des Halses, der größere Teil der Unter-
arme, der untere Teil der Figur mit den Knieen.
Der Kopf wahrscheinlich nicht zugehörig. Un-
bedeutend. Gewandmotiv der zweiten Hälfte
des 5. Jahrhunderts.
2289/2290. Statue eines Herma-
phroditen (1). M — D 845. H. 1,41 m. Fein-
körniger, gelblicher Marmor. Ergänzt: aus Mar-
mor Kopf und Hals, der 1. Arm von der Mitte
des Oberarms an mit einem Teil des von der
Haud gehaltenen Mantelzipfels, der r. Unter-
arm mit Ellenbogen und Hand, ein Stück der
r. Brust, ein großes Stück des Gewandes hinten;
aus Gyps die Mantclfaltrn, die sich vor der
Scham ausbreiten. Die alten Abbildungen
(Villa Pamphilia T. I; Clarac 667, 1548 B)
zeigen die Figur ohne diesen Faltenfächer und
mit männlicher Scham. Es ist sehr leicht mög-
lich, daß diese nur einer Laune des Ergänzers
ihr Dasein verdankt hat. Wir bemerken hinter
dem 1. Fuße einen kleinen Schwan, der wohl
zu Aphrodite, aber gar nicht zu einem Herm-
aphroditen paßt. Die Rechte kann den Teil
des Mantels, der sich der Scham nähert, nicht
gehalten haben, da der rechte Ellenbogen zu
weit zurückgenommen ist. Das seltsame Motiv,
daß der Mantel sich in dieser Weise von selbst
an seiner Stelle zu halten scheint, findet sich
auch sonst, z. B. Clarac 594, 1425 A. Hier
dient zu seiner Erklärung noch zweierlei: der
Stoff ist leicht zwischen die Beine geklemmt,
und der Wind preßt ihn heftig wehend gegen
das r. Bein. Das Motiv der r. Hand bleibt da-
mit unklar. Die Ausführung der Figur ist gut;
die Art, wie das wehende und flatternde Ge-
wand behandelt ist, erinnert an den Stil des
Timotheos. Doch dürfte das Original nicht
vor dem Beginn der hellenistischen Zeit ent-
standen sein. Aufnahme der Vorderseite bei
Alinari Nr. 29758. Das nämliche Motiv im
Gegensinne, mit leichten Varianten, an einer
Statue in Villa Borghese (CLXVIII).
2291. Statuette der Aphrodite. M — D
750; hier ältere Littcratur verzeichnet. II.
1,09 m. Die Qualität des Marmors ist nicht
festzustellen, da die ganze Figur übertüncht
ist. Sicher ergänzt sind an der Aphrodite
Kopf und Hals, die 1. Hand mit dem unförm-
lichen Salbgefuß, an dem Eros der 1. Arm und
der größte Teil des 1. Flügels, an dem Delphin
der Oberkiefer. Die Plinthe ist vorn und an
der 1. Nebenseite profiliert. Vgl. Amelung,
Vatican- Katalog II, S. 114.
2292. Statuette der Aphrodite. M — D
768; hier ältere Litteratur verzeichnet. H. des
Antiken (Scheitel bis zum Schnitt über den
Knieen) 0,50 cm. Kleinkrystallinischer, hell-
grauer Marmor. Ergänzt: die Nasenspitze, beide
Arme, der r. mit der Schulter, der 1. mit der
Hand, der freistehende Teil der Haarsträhne
zwischen Kopf und r. Schulter, das Hinterteil
des 1. Oberschenkels, die Unterschenkel mit
den Knieen, den Füßen, der Vase und der
Plinthe. Die Ausführung ist nicht ohne Reiz;
sehr weich sind Augen und Haare behandelt.
Vgl. über den Typus zuletzt Furtwängler in
Hclbings Monatsberichten I, 4, S. 1 ff. Die
Statuette unterscheidet sich von den dort be-
handelten Exemplaren durch die Wendung des
Kopfes. Eine mit der Statuette Pringsheim
(ebenda T. 2) übereinstimmende, kopflose
Statuo ist vor kurzem in den Caracalla-Thcr-
men gefunden worden und in das Thermen-
Museum gelangt.
2293—2295. Mädchenatatuctte. M — D
1387. H. 1,40 m. Feinkörniger, weißer Mar-
mor. Gebrochen war der Kopf, die 1. Hand,
ihre Stütze. Der r. Arm muß fast ebenso wie der
L bewegt gewesen sein ; der Rest einer Stütze
für die Hand an der r. Hüfte vorn dicht unter-
halb des Bandes (augenscheinlich war der r.
Arm einmal ergänzt; sein Einsatz an der Schal-
ter ist ansgehöhlt; in der Höhlang ein Eisen-
stift; Löcher für solche in dom Stützenrest und
dem Rest des herabhängenden Bandes auf
dieser Seite des Kopfes [s. darüber weiter unten]).
Allerlei Beschädigungen. Die ganze Figur ist
stark geputzt, das Gesicht auch überarbeitet.
— Von dem Tuch, das den kalat bösartigen
Aufsatz auf dem Kopfe bedeckt, muß ehemals
rechts und links je ein bandartiger Zipfelherab-
gereicht haben und jederseits von der Hand
gefaßt worden sein; auf beiden Seiten bemerken
wir einen entsprechenden Bruch, und in der
1. Hand hat sich d:i Ende des 1. Bandes er-
halten. Die eigentümliche Lockentracht weist
nach Ägypten, und so wird es kein Zufall sein,
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VIII, 2296-2303
Rom
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daß wir im Museo cgiziano in Neapel einen Kopf
aus schwarzem Granit finden (In v. 1038; Coli.
Borgia) mit einem ganz ähnlichen Kopfputz,
ln der Gewandung der Figur widerspricht keine
Einzelheit griechischer Art. So werden wir
in der Dargestellten ein griechisches Mädchen
zu erkennen haben, das wahrscheinlich doch
irgendwie an einem alexandrinisclien Culte be-
teiligt war. In stilistischer Hinsicht ist das
Werk recht charakterlos, und man möchte es
eher einem neu-attischen Bildhauer zuschreiben,
als einem Künstler etwa des 4. Jahrhunderts.
2286 — 2298. Mädchenstatuette. M — D
1467; hier ältere Litteratur verzeichnet. H.
1,24 m. Feinkörniger, weißer Marmor. Er-
gänzt; die Nasenspitze, das Unterteil des Hin-
terkopfes mit Schopf, der Hals mit dem Brust-
ausschnitt, die r. Schulter mit Nacken, allerlei
Falten, der grolle Zeh des 1. Fuße«, die 1. Vor-
derecke der Plinthe, die dahinter abgeschnitten
ist. Von den Fransen des Mantels ist Manches
abgebrochen. An einzelnen Stellen geputzt. —
Hülsen weist mir nach, daß der Körper ohne
den Kopf von Heemskerck gezeichnet worden
ist (I, f. 43); damit entscheidet sich die Frage
der Zugehörigkeit des Kopfes negativ (s. über
ihn n. 2296). Der Körper giebt in flotter, sehr
lebendiger Ausführung ein feines, früh -hel-
lenistisches Original wieder. Vgl. Uekler,
Rom. weibl. Gewandstatuen (in Münch, archäol.
Studien, dem And. Ad. Furtwänglers gewidm.),
S. 202, 4, zu Olympia, Bildwerke T. I,X VIII, 2.
2299. Weibliches Köpfchen, der Sta-
tuette 2296 — 98 aufgesetzt. Längs deB Kran-
zes, der von zwei dünnen Zweigen unkennt-
licher Art gebildet wird, sind 17 Löcher ein-
gebohrt, wohl um besonders gearbeitete Blu-
men oder Blattbüschel einzusetzen. Ein
Stirnband verliert sich rechts und links in den
Haaren. Die Ausführung ist ganz außerordent-
lich weich und zart, so fein, daß man in dem
Köpfchen eine originale Arbeit erkennen
möchte. 8ie trägt durchaus den Charakter der
praxitelischen Nachfolge in Alexandrien. Daß
diese tatsächlich dort geblüht hat, wio ich cs
einst im Bullettino comunale 1897, S. 110 ff.,
angenommen habe, ist seitdem durch Bekannt-
werden weiterer Funde ans Ägypten nur be-
stätigt worden und wird nicht dadurch wider-
legt, daß einzelne Fundstücke der gleichen
Art auch in Klein-Asien und sonst zu Tage
kommen, zumal es sich in diesen Fällen durch-
weg um Sculpturen mäßigen Umfanges han-
delt, die ehemals sehr wohl von einem belie-
bigen anderen Orte an den Fundort trans-
portiert werden konnten. Entscheidend ist,
daß sich derartige Arbeiten nur in Ägypten in
größerer Masse finden, und daß ihr Stil mit dem,
was wir sonst über die Eigenart alexandri-
niseher Kunst erschließen können, im besten
Einklang steht.
2300. Statuette einer Muse. M — D
1466; Clarac 978 B, 2339. H. 0,94 m. Marmor
des Körpers klein -krystaliinisch und gelblich;
der des Kopfes hat größere Krystalle und
schimmert mehr ins Graue. Ergänzt; Nase, Lip-
pen, Uinterkopf mit Hinterteil des Halses,
Oberteil der Brust und des Nackens, Teil der
r. Hand und der Falten von ihr bis zur 1. Schul-
ter, die 1. Hand, einzelne Falten, der Saum de«
Gewandes hinten, der Rand der Plinthe. Viel-
fach bestoßen. Der Kopf gehört nicht zum
Körper; er gibt einen sehr allgemeinen Typus
der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts wieder.
Der Körper stammt von einer nioht sehr leben-
dig gearbeiteten Wiederholung der hellenisti-
schen Musenfigur, die meist mit einem kleinen
Saiteninstrument in der Linken dargeetellt
wird und zu der Musengruppe gehört, die man
mit größter Wahrscheinlichkeit dem Philiskos
von Rhodos zugeschrieben hat (Amelung, Basis
des Praxiteles S. 79; Watxi nger, 63. Berliner
Winokelmannsprogramm S. 6 f. ; Wiegand,
Archäol. Anzeiger 1906, S. 30 ff.).
2301. Statuette eines alten Weibes.
M — D 1208; hier ältere Litteratur verzeichnet.
H. 0,92 m. Grobkörniger, gelblicher Marmor.
Ergänzt; der ganze Kopf bis auf ein Stück des
Mantels auf seiner 1. Seite, der 1. Arm mit beiden
Händen, Füße und Plinthe. Unter der r. Brest
der Reet einer kleinen Stütze ; unter der 1. Brust
eine größere Abarbeitung; was hier entfernt
worden ist, bleibt zweifelhaft. Sehr grob-
realistische Arbeit. Vgl. Amelung, Vatican-
Katalog I, S. 698, n. 580, u. Wacc, Annual rep.
of tho Brit. school at Athens X, S. 105, n. 17.
2302/2303. Kopf des Zeus Pluton.
M — D 20; Overbeck, Kunstmythologie II,
S. 309. H. 0,41 m. Feinkörniger, gelblicher
Marmor. Der Kopf war bestimmt, in einen
bekleideten Körper eingesetzt zu werden.
In dem Loch auf dem Obcrschädel muß ein
Modius befestigt gewesen sein. Damit und
durch den ganzen Typus ist die Deutung auf
den Herrscher der Unterwelt gegeben, aber
nioht notwendig die auf Sarapis; denn das At-
29
VIII, 2304-2316
Rom
30
tribut de« Modius war für chthonisohc Gott-
heiten auch vor Einführung de« Sarnpiscultes
bekannt. In stilistischer Hinsicht macht der
Kopf jedenfalls einen älteren Eindruck als die
Schöpfung des Rryaxis. Die etwas blasierte
Schönheit des Gesichtes wäre bei dem Werk
eines Künstlers aus der Mitte de« 4. Jahr-
hunderts am leichtesten verständlich. Der
Kopist hat sein Vorbild augenscheinlich ver-
ständnisvoll wiedergegeben. Technisch un-
angenehm wirken die siohtbaren Spuren der
Bohrarbeit: wir werden die Ausführung des
Kopfe« deshalb nicht mehr der eisten Kaiser-
zeit zuschreiben dürfen; aber von hadrianischer
Glätte ist sie noch weit entfernt.
2304. Jugendlich-männlicher Ideal-
kopf (nicht bei M — D verzeichnet). H. 0,55 m.
Feinkörniger, gelblicher Marmor. Ergänzt: die
Nase, das Kinn mit der ganzen Unterlippe,
der halben Oberlippe und der halben 1. Wange,
die Haare über der Mitte der Stirn und dem r.
Auge, sowie diejenigen, die das r. Ohr ver-
decken. Brauen und Lider sind stark bestellen.
Die Rückseite ist flach und rauh gelassen. Der
Kopf war wohl bestimmt, in ein Mödaillon ein-
gesetzt zu werden. — Die Deutung bleibt
unsicher. Wenn ein bestimmte« Original zu
Grunde liegt, raußcsimBeginn der hellenistischen
Zeit entstanden sein.
2306—2307. Weiblicher Idealkopf
(nicht bei M — D verzeichnet). H. 0,30 m. Fein-
körniger, gelblicher Marmor. Ergänzt: die Nase
mit einem Teil der Stirn, der Brauen und mit
der Oberlippe, ein Teil der 1. Wange und des
1. Ohrs, fast der ganze Hals und die Büste.
Sprung im Haar an der 1. Seite. Der Kopf gibt
in mäBiger Arbeit ein Original vom Ende de«
5. oder dem Beginn des 4. Jahrhunderts wieder.
Wiederholungen sind mir nicht bekannt.
2308. Porträtkopf eines Römers aus
den letzten Zeiten der Republik. M — D 1809.
n. de« Antiken 0,18 in. Feinkörniger, gelb-
licher Marmor. Antik ist nur das Gesicht; an
ihm ergänzt: die Nase, das Kinn mit einem Teil
der Unterlippe, die Ohren. Die Wangen sind
hier und da mit Stuck geflickt. Gute Arbeit.
Vortreffliche Charakteristik.
2309/2310. Porträt eines Römers aus
den letzten Zeiten der Republik. M — D 1979.
H. des Kopfe« 0,30 m. Porphyr. Ergänzt: die
Büste aus Giallo antico und Alabaster. Vor-
züglich in Ausführung und Auffassung. Antikt
Wenn modern, nach welchem Vorbild gearbeitet!
2 II. Porträtkopf eines Römers
aus dem Beginn der Kaiserzeit (nicht bei M — -D
verzeichnet). H. des Kopfes, der nicht zur
Büste gehört, 0,33 m. Feinkörniger, gelblicher,
braun gefleckter Marmor. Ergänzt: der Nasen-
rücken mit der Nasenspitze und dem 1. Nasen-
flügel. Der Zustand der Oberfläche könnte sich
wohl durch starkes gleichmäßiges Putzen er-
klären; doch kann ich Zweifel an der Echtheit
des Kopfes nicht unterdrücken. Als Porträt ist
der Kopf unbedeutend.
2312. Porträtkopf des Nero als
Kind (nicht bei M — I) verzeichnet). H. des
Kopfes 0,23 m. Feinkörniger, gelblicher Mar-
mor. Ergänzt: die Nase, beide Ohren, Teile der
Locken-Enden, die Büste. Ziemlich unbedeu-
tende Arbeit.
2313. Porträtbüste eines Römers
aus trajanischer Zeit. M — D 1808. H. 0,53 m.
Feinkörniger, weißer Marmor. Ergänzt: die
Nase, Teile beider Ohren (von dem 1. wieder
abgefallen), Flicken im Halse unten, Stücke
der Rüste, deren Form aber gesichert ist, end-
lich der Büstenfuß. In der r. Wange eine häß-
liche Verletzung. Der Kopf war von der Büste,
diese in zwei Stücke gebrochen. Der Mann
trägt kurzgeschorenen Vollbart. Gut in Aus-
führung und Auffassung.
2314. R ömisohe weibliche Porträt-
büste. M — D 2032t. H. 0,58 cm. Marmor
des Kopfes feinkörnig und gelblich, . der der
Büste kleinkrystallinisch und gelblich. Er-
gänzt: die Nase, der Hals, einzelne Falten, der
Büstenfuß. Allerlei Beschädigungen. Der Kopf
gehört nicht zu der Büste, die aus der Zeit der
Antonine stammt. Der Kopf muß vielmehr
eine junge Dame aus trajanischer Zeit dar-
stellen. Die Augensterne sind nur schwach
angedeutet. In die gleiche Zeit weist die über-
aus künstliche Frisur, an der wir vorn eine
Mondsichel bemerken; die Dame war als Mond-
göttin oder als Diana dargestellt In den Ohr-
läppchen waren metallene Gehänge befestigt.
Sorgfältige, aber unbedeutende Arbeit.
2315. Porträtbüste der älteren Fau-
stina. M — D 2093. H. 0,73 m. Feinkörniger,
weißer Marmor. Ergänzt: das Unterteil der
Nase, Teil der 1. Braue, allerlei Kleinigkeiten.
Der Kopf war gebrochen. Augensterne und
Brauen sind angegeben. Gute Arboit.
2316. Römische weibliche Porträt-
büste (scheint nicht bei M — D verzeichnet
zu sein). II. (Büste mit Kopf) 0,54 m. Fcin-
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VII!, 2317 -2325
Rom
32
körniger, gelblicher Marmor. Ergänzt: die Nase,
der Wulst oben bis auf den mittelsten Teil,
durch den allerdings sein Aussehen und seine
Gestalt gesichert ist, Flicken im Hals, ein
breiter Streifen im Hals ringsum, die r. Schul-
ter, Flicken im Gewand, der Büstenfuß. Kopf
und Büste können nieht zusammengehören.
Die»' stammt ihrer Form und Ausführung nach
aus hadrianischer Zeit, jener aus dem 3. Jahr-
hundert n. Chr. ln die»' Zeit weisen Frisur
und Stil; Brauen und Augensterne sind an-
gegeben. Das Haarnetz, das den Wulst oben
bedeckt, ist Von hinten heraufgezogen. Beide
Teile sind gut gearbeitet.
2317. Trapezophor. M — 1> 3720. II.
0,88 m. L. 1,66 m. Grobkörniger, gelblicher
Marmor. Nach Benndorf -Schöne, Lateran, 8.58,
stammt das Stück aus Albann. Die beiden
Sphinxe entsprechen im Typus den von Furt-
wängler im Münchner Jahrbuch 1906 (1), S. 8
zusainmengestellten Darstellungen (vgl. Ahh. 10
und 11 auf S. 6 und 7). Die Köpfe haben all-
gcniein-phidiasischen Typus; die Augen, die
besonders gearbeitet und eingesetzt waren,
fehlen jetzt. Das Gerank, das sich auf der j
andern Seite wiederholt, ist noch straffer, noch
mehr in griechischem Sinne stilisiert, als die
Ranken der Ara Paoil, mit der dieses Frag-
ment doch etwa gleichzeitig sein muß. Außer-
ordentlich feine Arbeit.
2318. 2319. Putoal mit geflügelten KaJa-
thiskos-Tänzerinnen. M— D 3678; nach Matz
vermutlich aus Auzio. Hauser, neuattische ;
Reliefs. 8. 97, n° 20*. H. und Durohm. oben
0,62 m. Feinkörniger, gelblicher Marmor. Er- j
gänzt der untere Ablauf; geflickt der obere I
Rand. l)us Paar von Tänzerinnen, das unsere
Aufnahmen wiodergeben, ist an dem Rund des
Puteais — es ist innen hohl — noch einmal
wiederholt. Sehr zierliche Arbeit der ersten 1
Kaiserzeit.
2320 — 2322. Runde Basis oder Altar
mit Relief. M— D 3672. H. 0,90 m. Br. und
T. unten 0,87 m. Feinkörniger, gelblicher Mar-
mor. An der quadratischen Basis und dem
Kranz darüber ist viel mit Gyps ergänzt. Die
nach der Wand gekehrte Seite ist sehr zerstört.
Über der quadratischen Basisplatte zunächst
ein mit Bändern umwundener Lorbeerkranz;
daun ein Ablauf mit aufrechtstehonden gezack-
ten Blättern; dann eine Perlenschnur. Oben [
über dem Relief erst ein glatter Ahluuf, dann |
einer mit aufrecht stehenden glatten Blältern. I
Auf der Oberfläche eine kreisförmige rauhe
Erhebung. Die runde Wandung ist mit einem
Zuge von acht weiblichen Figuren in Relief
gefüllt; sie sind alle nach 1. gewendet. Zu der
Beschreibung bei M- — D ist Folgendes zu be-
merken-. 1 schreitet nicht ruhig, sondern stür-
misch vor und trägt in der Tat ein langes Ge-
wand; V erhebt einen Kantharos; was hier als
ergänzt angegeben ist, war gebrochen; VI hält
in der Tat eine Fackel; an der Wandseite VIII,
eine Tänzerin in Inngem flatternden Guwande;
der 1. Arm ist vorwärts gehoben, die Haud
hält den Mantel; der Kopf iBt rückwärts ge-
wendet und gesenkt; der r. Arm hält einen
langen Thyrsos schräg gerichtet. Sehr gute
Motive; feinste Arbeit neu-attischer Art.
2323. Aschcnbehälter. M — D 3995.
H. 0,28 m. Feinkörniger, gelblicher Marmor.
Zu der Beschreibung ist nichts hinzuzufügen,
als daß der leidtragende Mann griechische
Schuhe trägt. Die Inschrift: CIL VI, 11074.
2324. Grabrelief des Gladiators Ba-
ton. M— D 3625; hier ältere Litteratur ver-
zeichnet. II. 1,85 m. Br. 1,20 m. Groß-
krystallinischer, grauer Marmor. Zu der Be-
schreibung bei M — D ist nur binzuzufügen,
daß die Ketten um den Ilals, ebenso wie ein
Reifen am 1. Oberarm, von je zwei Schlangen
gebildet «'erden, die beide zwischen den ein-
ander zugekehrten Köpfen ein Mädaillon hal-
ten (vgl. dazu M — D 1316, Statue eines Camil-
las, jetzt in der Villa des Antiquars Mar-
cocchia in Anzio; ebenda 1285, Statuette eines
Togatus, und 3870, Cippus des L. Lartius An thus
eistophnrus aedis ßellonae). Der Stil des Monu-
mentes spricht für die Annahme Winckelmanns
(Monum. ined. 199), daß es sich hier um den
zu Caracalla’s Zeit bekannten Gladiator -Baton
handeln könnte, dem nach seinem Tode vom
Kaiser selbst ein Grabmal errichtet wurde.
Die Inschrift: CIL VI, 10188. *
2325. Votivrelief an Silvan. M — I)
3768; hier Ältere Litteratur verzeichnet. H.
I, 02 m. Br. 0,72 m. Feinkörniger, grauer
Marmor. Der Beschreibung lw>i M— D ist nur
hinzuzufUgeii, daß mau das Relief nachträg-
lich als Schmuck einer Brunnenmündung ver-
wendet batte; die Mündung befand sich zwi-
schen den Füßen des Gottes. Ein anderes
rundes Loch ül>er dem Kopf des Hundes (hier
kann kein Wasser hcrabgcflossnn sein). Vgl.
Peter bei Roscher, Mythol. Lexikon IV, 1.
S. 826, n. 2 und 8. 866 unten ; vgl. auch V. Do-
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33 VIII, 2328-2336
maazowski, Abh. zur röm. Religion 8. 58
und Wissowa, Religion und Cultug der Römer,
2. Aufl., 8. 213«. ;
2326/2327. Kopf einer alten Frau
(nicht bei M— D verzeichnet). H. des Kopfes
0,31 m. Porphyr. Im Mundo Reste von Zäh- i
ncn aus gelblichem Marmor. Die Augensterne *
sind eingebohrt. Der Kopf ist eingelassen in
eine zweifellos moderne Büste aus dunkel-
grünem Marmor. Auch der antike Ursprung
de« Kopfes ist zum Mindesten zweifelhaft;
es handelt sich um eine genaue Replik des
Kopfes der Alten im Salone des eapitolinischen
Museums n. 22 (engl. Katalog p. 288 f., pl. 70).
Der Kopf dieser Statue ist modern.
2328. Porträtkopf eines Römer»
(nicht bei M — I) verzeichnet). H. de» Kopfe» j
0,31 m. Dunkelgrauer Marmor. Sicher modern
die Büste; zweifelhaft auch der antike Ursprung
de» Kopfes. Caesar-Typus. Ledern.
2329. Porträtkopf des C. Caesar,
de» einen Sohne» der Julia und de» Agrippa
(nicht bei M — D verzeichnet). II. de» Kopfe»
0,39 m. GroßkryBtallinischer, gelblicher Mar-
mor. Ergänzt: ein Teil am Rande de« 1. Ohr«, ein
kleiner Flicken darunter, die Büste. Trotz der
Ergänzung und der ganz vorzüglichen Aus-
führung ist der antike Ursprung de» Kopfe«
zweifelhaft; er stimmt fast genau überein mit |
dem falschen Kopfe au» grünem Basalt im
Capitol, Stanza d. imperatori 11, mit dem er
die Angabe der Brauen gemein bat. — Wegen
der Benennung vgl. Studniczka im Arch. An-
zeiger 1910, S. 532 f.
2330. Porträtkopf de» II ad ri an (nicht
bei M — D verzeichnet). H. de» Kopfe» 0,41 m.
Bronze. Vgl. die Bemerkungen zur nächsten
Nummer.
2331. Porträtkopf de» Antoninu»
Piu» (nicht bei M — D verzeichnet). II. de«
Kopfe» 0,41 m. Bronze. Der Hai» ist unten un-
regelmäßig gebrochen, der de» Hadrian glatt
zugeschnitten. Man beachte die verschiedene
Art, wie die Augen angegeben sind. Beide
Köpfe sind zweifellos modern, aber augenschein-
lich directc Nachgüsse antiker Vorbilder.
Was von den Sculpturen, die Matz-Duhn
im Pal. Doria verzeichnen, hier nicht berück-
sichtigt wurde, ist ganz unbedeutend oder war
mir nicht zugänglich, ausgenommen der Krie-
ger M — I) 1086, der bei P. von Bieükowski,
Rom 34
die Darstellungen der (fallier in der hellenist.
Kunst, S. 72 ff., Fig. 85 — 87, publiciert wor-
den ist.
Villa Doria-Pamfili.*)
2332. Statue eines nackten Jüng-
lings. M — D 1105. Ergänzt: Kopf, Stück an
der linken Schulter, linker Unterarm von ober-
halb de« Ellenbogens an, r. Arm von Mitte de«
Oberarms an, r. Unterschenkel vom Knie an,
1. Fuß, Plinthe. Das 1. Bein war in der Mitte
de» Oberschenkel» gebrochen. Flicken im
Bauch, an der rechten Hüfte und auf der r.
Hinterbacke. Das Genital verdeckt. Die Er-
gänzungen stammen z. T. erst au» neuester Zeit.
Eine Aufnahme der Statue in früherem Zu-
stande beim römischen Institut (n°602). Wie
diese zeigt, war früher ein Gewand um die
Hüften ergänzt; die Genitalpartie ist damals
! zur Aufnahme des Stuckgewandes überarbeitet
worden. Infolgedessen kann man nicht mehr
feststellen, ob Schamhaar vorhanden war, ob
der Torso also einen Jüngling oder einen Kna-
ben darstellt. Stilistisch ist etwa eine Statue
au» Pal. Aldobrandini (E — A 1354) zu ver-
gleichen: Zeit des Omphalosapoll und des
Stephanosjünglings.
2333 — 35. Statue des Asklepios. M —
55. Ergänzt: 1. Vorderarm und Teil des an
schließenden Gewandes, r. Unterarm und Hand
mit Patcra, Nach Notizen, die mir s. Z. Walter
Altmann zur Verfügung gestellt hat, geht ein
glatter Schnitt durch die unteren Teile der
Beine. Man erkennt ihn auch auf der Photo-
graphie; danach müßten Füße, Plinthe und
auch wohl der untere Teil de» Stammes modern
sein. Der Kopf ist ungebrochen. Sein Typus
steht dem de« Asklepios von Melo« nahe.
2336. Statue de» Nil. M — I) 575. Zur
Beschreibung ist zu bemerken, daß der 1. Arm
mit dem Füllhorn auf einem Flußpferd ruht,
dessen Schnauze weggebroohen ist. Unten
Wellen. Von dem am besten durch die vati-
conische Kolossalstatue vertretenen Typus
unterscheidet sich die unsere vor Allem durch
die Bekleidung des Unterkörpern und die ver-
schiedene Verteilung der Kinder. Vgl. Arne-
lung, Katalog de« Vaticans, I, S. 130. Geringe
römische Arbeit, die gewiß nicht Kopie eines
griechischen Vorbildes ist.
•) Wir hoffen, in einer der nächsten Serien die noch feh-
lenden Stücke nachliefi-rn zu können.
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35
VIII, 2337-2350
Rom
36
2337. Weibliche Gewandstatue. M hi»
D 848. Die Statue hat ihre nächatan Analogien
iu dem Typu» Berlin -Cherchcll (57. Berliner
Winckol man na -Programm). Das Einporsiehen
de« Schleiern mit der Linken kehrt häufig auf
Relief» de» 5. Jahrhundert» wieder (vgl. Lip-
pold eu Br — Br 678) und war vielleicht auch dem
Originale eu eigen. I>er Kopf ist nach der
Friaur ein Porträt der elaudiachen Epoche.
Vgl. e. B. die Sulpicia Platorina iin Thermen -
muaeum (Helbig3 II, 1624). Die Verwendung
derartiger strenger Typen für Port rät figuren t
iat selten (vgl. die „Aapaaia“ Rom. Mitt. 1900
[XV], 8. 182, Fig. 1).
2338. Statue einer Maenade. M — I)
513. Koloesal. In den wesentlichen Zügen
Gegenatück der Figur im Pal. Altempa E — A
2373. Pie Ausführung ist allerdings sicher
nioht von derselben Hand, und auch in der An-
lage des Chitons auf der Brust zeigen sich
Unterschiede. In der Stellung der Beine mit
dem Apoll der Glyptothek Ny -Carlsberg eu
vergleichen, den Furtwängler irrtümlich seinen j
Niobidengiebeln zugerechnet hat (Arndt, pl. 33,
p. 55). Das Original der Figur wohl aus etwas
jüngerer Zeit.
2339. Statue der Athena. M — D 1380.
Ergänzt: Kopf, beide Arme, rechtes Schulter- :
stück, Gewandfalten an der r. Seite, auf der ;
Vorderseite die vorderen Teile der senkrechten
Längsfalten. Furtw'ängler, Statuenkopien, S. j
555, d. Wiederholung de« Typus Ince Blundell
(Furtwängler a. a. O. Taf. IV). mit Weglassung
der ‘ Aegis. Vgl. zuletzt Amelung zu Museo
Chiaramonti 496. Eine dort noch nioht erwähnte
Wiederholung: Ny -Carlsberg 99. Wenn die
profilierte Plinthe antik iat, ist damit die
Datierung der Kopie ina 2. Jahrh. n. Chr. ge-
geben.
2340 2341. W eibliche GewandBtatue.
M — D 1496. Der Kopf ist nicht zugehörig, wie ,
die Photographie der Rückseite deutlich be-
weist. Im Nacken ein Lookenbündel wie bei :
Frisuren der iulisch-claudisohcn Epoche. Die
Statue war also ein Porträt, für das ein Vorbild
de« 4. Jahrhunderts benützt ist. Wiederholung
(nach Amelung) in Villa Borghese, auf der
Balustrade gegenüber dem Eingang zum Casino.
2342. W eibliohe Gewandatatuc. M —
D 1378. Ergänzt: Kopf, Hai., beide Arme, ein
Stück über dem rechten Knie und Teile der
Faltemnaase an der rechten Seite. Über den
Knieen war die Figur quer durchgebrochen. .
ln der Arbeit wie im Stil der Selene dea Rracoio
nuovo 50 verwandt. Von den bei Amelung
a. a. O. angeführten stilistischen Analogien iat
vor Allem die Athene von Epheana (Amelung,
Raaia de» Praxiteles, S. 23, Abb.5)zu vergleichen.
2343/2344. Zwei weibliche Gewand-
atatucn. M — D 1452. Der Kopf von 2344
achten mir zugehörig zu aein; den von 2343
hatte ioh für modern gehalten. Dio Arbeit beider
Statuen iat identiach, ao daß aie gewiß ur-
sprünglich Gegenstücke waren. Die Friaur dea
antiken Kopfe« weiat auf den Anfang dea
3. Jahrhundert« n. Chr. Der Typus iat aua dem
der großen Herculanonacrin abgeleitet; ob
dies schon in griechischer Zeit geschehen iat,
iat fraglich.
2345/47. Statue der Kybele. M — I)
002. Ergänzt: rechte lland und Teil de« Vor-
derarms, Teile der Finger und Zehen, wohl
auch die Tatzen des Löwen, die Plinthe, ein-
zelne Teile de« Gewände«. Der Kopf war im
Hals gebrochen, Plioken sind vorn eingeaetzt;
er ist aber sicher zugehörig, da die Schulter-
locken an Kopf und Körper entsprechen und
der Kopf als der einer Kybele gesichert iat
durch ein oben auf dem Scheitel befindliche«
tiefe« (0,04), rundes Looh (0,065 Durchmesser),
in welches Modius oder Mauerkrone eingelassen
war (vgl. z. H. E — A 1196). Am Kopf sind die
Spitze der Nase und ein Flicken auf der Stirn
am Nasenansatz neu. Die Statue soll in Net-
tuno gefunden aein. Zu dem Typus der auf dem
Löwen reitenden Kybele vgl. zuletzt die Aus-
führungen von v. Salia, Der Altar von Perga-
mon, S. 62 ff., wo unsere Statue erwähnt ist.
Für Kopie eine« griechischen Originals halte
ich die Statue nicht. Der Kopf iat nach dem
Muster von Werken aua der Übergangszeit
vom 5. zum 4. Jahrhundert gebildet, wie die
sog. Ariadne-Herme dea Capitola E — A 422/23.
Die Arbeit der Statue ist aus der Zeit des Marc
Aurel. Die Vermutung, daß aie auf der Spina
eine« Circus gestanden habe, ist sehr wahr-
scheinlich; siehe M — D a. a. O.
2348/50, Doppelhcrme des Eros.
Nicht bei M — D. Erwähnt zu E — A 1646 — 48.
Ergänzt: die Nase de« einen Kopfes. In die
Stirn Aieees Kopfe« ist ein Eisenring roh oin-
getrieben. Ganz verwaschen. Wiederholung
des von Furtwängler auf Phidias zurückge-
führten Typus (vgl. zuletzt 1868 und 1962).
Wiederholung eines und desselben Typua in
einer Doppelherme: E — A 1618 — 18, 2190/1,
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37
VIII, 2351-2360
Rom
38
2192 — 94; Typus Hygieia Hope in Villa Albani:
Jahrb. d. J. 1904, S. 66; Coli. Barracco pl. 35
u. 36 A.
2351. Jünglingskopf, einer unbedeu-
tenden Statue aufgesetzt und nicht xugehörig.
Nicht bei M — D. UnterlebonsgroB. Ergänzt:
Nase und Teile beider Brauen. Kopie nach
einem Werke des skopadisohon Kreises.
2352. Weibliehcr Kopf. Nicht bei
M — D. Im untern Privatgarten. Ergänzt:
Büste, Hals, Nase, Untergesicht von der linken
Schläfe bis zur Mitte der r. Wange, einschließ-
lich eines Teiles der unteren Ilaarmassc au
der 1. Seite. Dem Kaulbach'sohcn Typus
(Porträtwerk 531 — 34) nahestehend, aber keine
Wiederholung, da vor Allem dasHaar am Hinter-
kopf anders gebildet ist. Vorzügliche Arbeit.
2353/2354. Clipeus mit griechischem
Porträtkopf. M — D 3610; dort die ältere
Littcratur. Bcrnoulli, Grieoh. Ikonographie II,
63, 10; 65 f. Ergänzt: die ganze äußere Um-
fassung, die aus Holz besteht, und die Nasen-
spitze, vielleicht auch der r. Brauenknochen.
Ob Kopf und oberer Teil des Grandes von den
Sohultern an aufwärts zugehören, ist fraglich.
Vor gründlicher Reinigung ist unmöglich fest-
zustellen, ob Schnitt oder Brach vorliegt. Da
der Demosthenes (2355/56) offenbar Pendant
ist, so ist der Mangel der Inschrifttafel und das
Hinausragen des Kopfe« über den Rand auf-
fällig. Es ist sogar zu erwägen, ob er überhaupt
antik ist: die Art, wie die Augensterne ange-
geben sind, widerspricht jedenfalls der antiken
Manier. Der Kopf läßt sich mit keinem sonst
bekannten Porträt identificieren. — Vgl. auch
Vatioan, Belvedere 45 A*.
2355/2356. Clipeus mit Kopf des
Demosthenes. M — D 3610; dort die ältere
Littcratur. Bernoulli, Griech. Ikonographie II,
S. 75, Nr. 37. Ergänzt: die Nase und ein
Teil des Grandes an der linken Schulter, sowie
die äußere Holzumrahmung. Die Augensterne
sind angegeben. Im Felde eine geöffnete Rolle
mit dem Namen des Dargestellten. Die Ab-
weichungen von dem gesicherten Typus, be-
sonders in der Anlage der Haare, Bind lehr-
reich für die Beurteilung ähnlicher Medaillons,
namentlich derjenigen mit dem Porträt des
Men ander.
2357. Büste einer Römerin. M — D
2057. H. 0,55 m. Im Freien aufgestcllt und
stark verwittert. Nach der Frisur und der
Form dos Büstenausschnittes aus iulischer Zeit.
Singulär ist der Untersatz, mit dem die Büste
ungebrochen verbunden ist. Ob der Kopf
aus dem Columbariura stammt, neben dem
er z. Z. aufgestellt istt Vgl. Beschr. d. Stadt
Rom III, 3, 634.
2358. Statue eines Togatus. M — D
1275. Hula, Die Toga der späteren Kaiserzeit
(Brünn 1895), 8. 7 f. Nur ganz unwesentliche
Ergänzungen. Aus gordianischer Zeit. Wich-
tig wegen der Form und der Dätailbehandlung
der Toga.
2359. Votiv an Juppiter Bronton.
M — D 3773. Weißer Marmor mit grauen Adern.
Verwaschen. — Das Relief ist kein grie-
chische« Original, auch keine genaue Kopie
eines solchen, da die Figuren, die auf Typen
de« 5. Jahrhunderts zurückgehen, dem Stil jener
Zeit widersprechend auseinandergerissen und
künstlerisch unverbunden nebeneinander ge-
stellt sind. Die Figur rechts ist von der Sappho
Albani abgeleitet. Auch die mittlere geht auf
ein Original phidiasischer Zeit zurück, und
ebenso ist der sitzende Jüngling in den Formen
dieser Epoche gebildet. Wenn wir das Relief
ohne Rücksicht auf die Inschrift deuten wol-
len, so werden wir in den beiden Frauengestal-
ten Demeter und Persephone erkennen und
in dem Jüngling am ehesten eine dem eleusi-
nischen Cult nahestehende Figur eines Sängers
wie Eumolpos. Bei diesem .als Diener des
Dionysos würde auch die Pantherin sich er-
klären. Die Inschrift hat anscheinend keinen
Bezug zum ursprünglichen Sinn der Darstellung,
über die Gestalt de« besonders in Kleinasien
verehrten Zeus Bronton siehe Cumont bei Pauly-
Wissowa s. v. Bronton, wo 8p. 891, 56 ff. unser
Relief erwähnt ist.
2360. Relief eines Widders. M — D
3774. Hoch 0,59, lang 1,035 m. Der Widder
trägt auf dem Kopfe den gleiohen dreieckigen
Schmuck, den wir in später Zeit auch auf dem
Kopfe der Stiere finden, die zum Opfer ge-
führt werden. Was daneben wie eine kleine
Lyra aufragt, läßt sich nicht deuten. Um den
Hals trägt das Tier an einem Bande einen drei-
eckigen Gegenstand (vgl. Mon. Piot XIV,
1907, p. 193, fig. 68, 69), Derselbe Gegenstand
hängt von der Schlange abwärts. Was die
Tafel oben bedeutet, ist unerklärt. Schlange
und Adler haben M — D richtig beschrieben.
Das Ganze kann wohl von einer Kassettendecke
stammen. Zweifel am Altertum sind unbe-
rechtigt.
4
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1
39 VIII. 2301 —2366
2361 — 2365. Runde Basis*). M— D
3684 ; dort die Li t errat ur ; hinzuzufügeu : Hauser,
neuattische Reliefs, S. 80, n° 113. Rcinach, Re-
pertoire de reliefs III, 247, 3 u. 4. Wissowa,
Gesammelte Abhandlungen, S. 43. Roscher,
Myth. Lex. s. v. Juno, Sp. 607. Zur Ergänzung
der früheren Beobachtungen sei Folgende« be-
merkt: nach der Anwesenheit der Juno von
Lanuviuin (Geburtsort des Antoninus Pius)
(2365) kann die Deutung der Portrait« nur im
antoninuohen Kaiserhause gesucht werden.
Man wird den Kaiser selbst in der Figur zur
Rechten der Juno (2364) zu erkennen haben.
Das Wenige, das vom Kopfe erhalten ist,
stimmt zu dieser Benennung. Auf der rechten
Kopfseite sicht e« so aus, als wenn daR Gewand
über den Hinterkopf gezogen sei. In dem an-
deren bärtigen Togatus (2361) würde man zu-
nächst den Vorgänger oder Nachfolger des
Antoninus erwarten. Mit Hadrian ist nach
Sieveking keinerlei Ähnlichkeit vorhanden;
eher käme Marcus in Betracht. Die ideale
Haartracht (in der Mitte vom gescheitelt, in
langen Wellen nach beiden Seiten gestrichen)
ist allerdings auffallend; das Porträt de« Mar-
cus müßt«* direct den Zügen einer Gottheit an-
genähert Bein. Eine bestimmte Deutung würde
sich mit größerer Sicherheit geben lassen, wenn
wir das eigenartige Scepter in der Linken der
Figur, das von, einem bärtigen Kopf gekrönt
ist, näher bestimmen könnten, über die Form
derartiger Scepter. die sonst nur aus späterer
Zeit bekannt sind, vgl. Wilhelm Meyer aus
Speyer, zwei antike Elfenbcintafeln der kgl.
Staatsbibliothek in München, S. 18, sowie den
Silberschild de« Ardabur in Florenz (Amelung
Nr. 259). Ob der Kopf auf dem Scepter unseres
Reliefs ideal oder Portrait ist, ist wegen zu
starker Zerstörung nicht zu entscheiden. Der
Kaiser trägt im Haar einen Kranz. Die Rechte
ist erhoben. Außer dem auf 2365 sichtbaren
großen Puntello sind noch zwei weitere unter
der Wölbung erhalten, ziemlich nahe neben
einander, links ein größerer, recht« ein kleinerer.
Da unten am Boden keine Spur eines auf-
gestutzten Scepters erkennbar ist, wie bei
einigen andern Figuren, der von Purgold vor-
geschlagene Kranz in der Rechten aber sehr
unwahrscheinlich ist, so müssen wir die Deu-
tung dieser Puntelli zunächst auf sich beruhen
Rom 40
lassen. Der dritte Togatus ist als Kind gebildet.
Beiderseits von ihm waren ursprünglich sicher
j Figuren, die untik weggemeißelt sind (die
| Löcher sind alt): man erkennt noch die Um-
risse und deutlich die Spuren der Füße. Die
I Figur zur Linken des Togatus stand mit ge-
i spreizten Füßen, die andere mit geschlossenen.
; Neben dem r. Oberarm des Togatus hat sich
| noch ein Gewandrest der weggemeißelten
Figur erhalten. Die Breite die«cr ansgemeißel-
ten Stellen l>etrügt unten ca. 15 cm, bei der
Figur zur Linken des Togatus im Maxiraum
in der Armgegend 30 cm; der Raum für die
Figur rechts von dem Togatus ist allerdings
außerordentlich beschränkt. Die Wegmeißel ung
dieaer beiden Figuren erklärt sich am Besten
aus einer damnatio memoriae. Es können dann
nur Lucilla und Commodus in Betracht kom-
men. Der stehengebliebene Togatus muß dann
Annius Verus gewesen sein. Marcus steht
zwischen Honos (2361) und Virtus (2365) (Helm
und Lanze sind sicher). Die Frau zwischen
Honos und Victoria (2362)*) scheint portraithaft
gebildet zu sein: m ist dann die jüngere Fau-
stina unter den Formen wohl der Venus (in der
Linken das Scepter).
2366. Römisches Grabrelief. M — I)
3802. Bläulicher Marmor mit dunkeln Adern.
C. I. L. VI, 18239, wo die untere Zeile der In-
schrift ergänzt wird: melius eet, non vixisse
vitam, quam etc. Der Verstorbene war alßo
das Opfer eine« Verbrechens geworden. Wie
die Inschrift zeigt, ist nur die r. Hälfte des Re-
liefs erhalten. In der Knabenfigur am r. Ende
möchte man zunächst natürlich den Ver-
■ storbenen erkennen; doch scheint dem die In-
schrift zu widersprechen, die von dem Sohne
| gesetzt zu sein scheint, so daß das Grabmal
also das des Vaters war. Außerdem dürfte die
| Symmetrie eine entsprechende Figur am 1.
Ende erwarten lassen. Man müsste höchstens
I annehnien. daß der verstorbene Vater am 1.
Ende, der noch lebende stiftende Sohn am r.
dargestellt war. Jedenfalls w'ar dieser letztere
ein Dichter, wie Rolle und Lorbeerkranz be-
weisen. Vielleicht ist er auch in dem jungen
Mann links im Vordergründe neben Apoll zu
erkennen (zu seiner Linken ein scrinium mit
i Rollen), ln dieser Scene ist offenbar die Ein*
I studierung einer von ihm verfaßten Tragödie
•) Wir verdanken der Güte Johanne« Sieveking* eine
genaue Nachprüfung der Klnzelbeltru.
•) Zu den Oewandmotiven dieser Figur vgl. da» Nlke-
1 relicf von The*piae: Fr— W IBM.
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41
VIII. 2367-2370
Rom
42
durch die Schauspieler dargestellt. Die Figur
links von dem Dichter, mit der Keule, stellt
Herakles dar. Die von dem Knaben rechts von
Herakles gedrehte Maschine wird von Duhn
als Donnermaschine erklärt. Ein ähnliches
Instrument zur Linken des Herakles am Boden.
Hinter der Mitte der Figuren läuft eine Brüs-
tung; den Aufbau links vom Kopfe der Halb-
figur würde ich eher für ein hochaufgestelltes
Maskenscrinium als für einen Balkon mit
herabschauendeu Figuren halten. — Späte
Arbeit, frühestens gordianisehor Zeit.
2367. Relief.*) Nicht bei M — D. Beschr. ;
d. Stadt Rom, III, 3, 632 f. Weißer Marmor.
0,70 m lang, 0,32 m hoch. Auf einem mit Ge-
wand bedeckten Felsen »itzt ein nackter Jüng-
ling, der in der Rechten die Leier hält; mit
der Linken stützt er Bich auf den Sitz, da» linke
Bein geht zurück, da» rechte vor. Um die
Brust das Leierband. Recht» von ihm ein
Hund; link» jenseits von ihm ein saufendes
Kind. Im Wasser, das durch Btrudelartige Wel-
lenlinien angedeutet ist, ein Krokodil und ein
Wasservogel. Jenseits von diesen am 1. Endo
des Relief» ein zweistöckige» turinartiges Ge-
bäude, da» per»pectiviBch gesehen ist. Hintor
dem Jüngling ein von einer Schlange um-
wundener Baum, der einem lauernden, auf
einem Felsen flitzenden Pan zur Deckung dient.
Aus einer Höhlung des Felsens schaut ein
Ichneumon heraus. Pan zieht da» rechte Bein
hoch, mit der 1. Hand stützt er »ich auf den
Felsen, die Rechte stemmte »ich gegen den
Baum. — Mit dem Jüngling ist offenbar Daph-
nis gemeint. In das Altertum de» Reliefs «ind
Zweifel zu Betzen, namentlich wegen der Form
der Lyra und der Architektur de» Gebäudes.
Die Arbeit an sich allerdings macht einen un-
verdächtigen Eindruck.
Palazzo Altemps.**)
2368—2370. Statue de» Asklepiofl
mit aufgesetztem griechischem Por-
trätkopf. M — D 58. Ergänzt: r. Arm, l.
Unterarm, Unterteil der Figur von der Mitte
der Unterschenkel ab, Stamm mit «Schlange;
versc. itedonc Flicken im Gewände. Geputzt
•) Dir Aufnahme ist »tark von der linken Seite her ge-
macht worrirn, da vor dem Relief Stechpalmen Hngrpflanit
•Ind. die eine Aufnahme direct von vorn unmöglich machten.
I»a der Palast Mit einer Reihe von Jahren völlig an-
zugänglich int, i«t un* eiue erneute Kontrolle der Matz-huhn-
«chrn Krgftnxungaangabcn nicht möglich gewesen.
und übcrarlxütct. Der Hai» ist zwiscliengesctzt,
der Kopf (neu: Nase und verschiedene Lockeu-
tcile, namentlich über dem 1. Ohr) nicht zu-
gehörig.
Der Typu» der Statue ist zuletzt von
M. Bieber (Athen. Mitt. 1913, S. 265 ff.) be-
handelt worden (die hier S. 266, Amu. 3, Nr. 16
aufgeführte Statue aus Formiae ist identisch
mit Ny-Carlsberg 550). Die hier vorgeschlagene
Scheidung zweier verschiedener Typen halten
wir nicht für richtig, ebensowenig wie die
Zurück füh mng auf den Hephaisto» de» Alkarue-
nes: die Varianten fallen nur den Kopisten zur
Last, und die Stellung drückt kein Hinken aus.
Für die zeitliche Fixierung de» Typu» lehrt
unser Exemplar nicht». Der Kopf ist eine
Wiederholung des im Porträtwerk Taf. 375/77
und 501/02 publicierten Typus. Erwähnt von
Lippold, Griechische Porträtstatucn, S. 71,
Anm. 2, der den Typus auf Solon deutet. Die
Altemps’scho Replik ist zwoifello» die beste.
2371. Statue eines Nackten mit auf-
gestütztem Fuße. M — D 1083 (die Er-
gänzungsangahen im Wesentlichen richtig).
Rohe Decorationsfigur, die kaum getreue Kopie
eines griechischen Originales ist.
2372. T orso einer kolossalen nack-
ten sitzenden Figur. M — D 124. Modern:
Kopf, Schulten), der untere Teil vom Stumpfe
des 1. Beine» und die Genitalpartie; da» Scham -
haar roh weggemeisselt. An der 1. Hüfte ein
Puntello für den gesenkten Arm. Zotteln auf
der Brust. Outrierter späthellenistischer Stil.
2373 — 75. Statue einer Maeuade.
M — D 512, zu deren Ergänzungsangaben zu
bemerken ist, daß der r. Arm modern und der
mit Schnitt angesetzte Kopf nicht zugehörig
ist. Außer Kinn und Nase scheint auch der
Haarknauf hinten modern zu sein. Die Traube
recht» ist angesetzt, die beiden auf dem Schädel
sind abgefallen, 1. scheint überhaupt keine
vorhanden gewesen zu sein, »o daß die Deu-
tung des Kopfes auf eine Macnade in der
Luft schwebt. Über den Typus de» Körpers
vgl. oben zu Nr. 2338. Der Kopf ist in den
Formen das 6. Jahrhundert», etwa im Stil
der phidiasischen Zeit, gearbeitet; ob Kopie
eine» Originals aus dieser Zeit oder selbststän-
dige Neuschöpfung der vorchristlich -römischen
Kunst, bleibt zu untersuohen.
2376. Weibliche Gewandstatuo. M —
D 1381. Der Kopf ist sicher nicht zugehörig;
die Statue war in der Mitte der Oberschenkel
4*
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43
VIII, 2377-2323
Rom
44
quer durchgebrochen, der untere Teil schien
uns über ebenfalls antik. I)cm Typus der Athena
Ince Blundell nahe verwandt.
2377 — 79. Weibliche Gewand«tatue.
M — D 1365. I)a« Oberteil der Figur von der
Commissur ab halten wir für modern. Da«
Unterteil entspricht im Wesentlichen den
Karyatiden der Münchner Glyptothek 371 und
305 = E — A 860 u. 862. Der auf einen Typus
des 5. Jahrhundert« zurückgehende Kopf
scheint antik zu sein, ist aber jedenfalls stark
überarbeitet.
2380/2381. Kopf des Anakreon. M — D
1745. Zwar stark geputzt und übergangen
(vielleicht ist auch Pnpillenangal>e modern),
doch gewiß antik, da er nach keinem der andern
Exemplare gefälscht sein kann. Ursprünglich
jedenfalls die getreueste aller erhaltenen Wie-
derholungen.
Palazzo Valentini (jetzt Präfectur).
2382. Statue des Dionysos. M — D
387; dort Ergänzungsangaben. Wieder-
holungen scheinen zu sein: E — A 486 und der
dort erwähnte Torso in Eregli (öaterr. Jahreah.
I, [1898], Beibl. Sp. 119, Nr. 20, Fig. 31).
2383 — 85. Statuo eines Hermaphro-
diten. M — D771. Clarac669, 1551, wodie Statue
schon richtig als Hermaphrodit bezeichnet ist:
unter dem Feigenblatt ist der verschmierte
Penis verborgen. Herrmann in Roschers Mythol.
Lex. s. v. llermaphroditos Sp. 2325 unten.
Nach der Haartracht gehört die Figur in den
Kreis de« Hypnos und Sauroktonos.
2386 — 88. Statue der Aphrodite ( t ).
M — D 606. Furtwängler, Meisterwerke, S. 653,
Fig. 130. Der Kopf ist sicher nicht zugehörig.
Nach der Photographie habe ich sogar Zwei-
fel, ob er antik ist: da« Haar an der Seite ist
ganz im Stile Beminis gearbeitet. Zur Statue
Vgl. zuletzt den Text zu E — A 2061.
2389. Weibliche Gewandstatue. M— D
1480; zu den Ergänzungsangaben ist zu be-
merken, daß in der Tat der Kopf nicht zu-
zugehören scheint und an ihm die Nase und
das Oberteil der rechten Wange nebet Auge
und anschließendem Stimteil ergänzt sind.
Daß auoh der rechte Unterarm neu ist, be-
merkt Duhn mit Recht gegen Matz. Von den
zahlreichen Statuen mit verwandten Gewand-
motiven scheint am nächsten zu stehen die
sog. Urania auf der Treppe de« Conservatoren -
palaste« (Beschr. Roms III, 1, 111 unten;
111, 3, 155). Der gut gearbeitete Kopf gebt
ebenfalls auf einen Typus praxitclischer Zeit
zurück.
2390. 8tatuc der Athene. M — D 631.
Der Hals ist xwischengesetzt, die Zugehörig-
keit de« Kopfes unbeweisbar. Der Helm schien
mir ganz neu zu sein. Die Naae ist ergänzt.
Zum Typus der Statue vgl. . zuletzt Amelung
zu Braccio nuovo 107 A. Der Kopf geht auf
ein Original vom Anfang des 4. Jahrhunderts
zurück.
2391. Römisches Grabrelief. M — D
3797. Das Relief ist aus vier Teilen zusammen-
gesetzt; die Bruchlinien sind auf der Abbildung
deutlich; doch scheint Alle« mit Ausnahme
de« untersten Streifens antik zu sein. Die
Nasen der beiden Hauptfiguren sind ergänzt.
Aus der Zeit de« Marc Aurel; zu dem Kopf
de« Manne« vgl. Münohen, Glyptothek 339.
Studio Canova.
2392. Fragment eines griechischen
Grabrelicfs. M — D 3558. Conzo, attische
Grabrcliefs 1039 a. äclavenknabe mit Strigilis
und dem Gewand des Herrn. Zum Motiv vgl.
u. a. da« New Yorker Grabrelief: Bull. Mctrop.
Mus. IV', 1909, 8. 65, Fig. 4, sowie Paciaudi,
Monumenta Peloponnesia I, 8. 170.
Ehemals Via Margutta 53 B, Besitz der
Familie Patrizi.
(Jetzt in der Glyptothek Ny-Carl»berg).
2393. Männliche Gewandfigur. M — 1>
1591 A. — Lippold, Griech. Porträtatatuen, S. 44.
Fig. 3; 8. 43, Anm 4. Poulsen, Tillaeg 1914,
n° 409A. Füße und Plinthe neu. Der r. Arm
warimOherarm gebrochen ; aueh erwohl modern.
Am r. Oberschenkel eine ausgebrochene Stelle;
hier ein Metallstift; dieser ist offenbar in Ver-
bindung zu bringen mit einer Reihe kleiner
Stiftlöcher und Metallstifte, die «ich vorn, un-
gefähr in Bauchhöhe, quer über den Körper
ziehen und die uns antik schienen. Eine Erklä-
rung für dieselben wissen wir nicht zu geben.
Auf der Plinthe hinten eingemeisselt: / / /. F. N.
Wohl modern und den früheren Besitzer
bezeichnend. Der 1. Kopfnicker scheint ge-
spannt. Der aufgesetzte römische Porträtkopf
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45
VIII, 2394-2400
Rom, Paros, Smyrna
46
nicht zugehörig; nach Poulseu an ihm nur
der Hinterkopf alt. Wohl eher Porträt als <
Idealfigur. Daa Original der Figur gehörte der
Zeit um 460 v. Chr. an und ist der „Aspasia“
verwandt.
Kunsthandel.
2394. Bärtiger Götterkopf. Zusam-
men mit dem Kopf E — A 2038/39 im Früh-
jahr 1907 versteigert von Giacomini in Rom als
aus dem Besitze des Conte Rocchi-Camerata
von Ancona stammend (Katalog tav. V). Ob
identisch mit M — D 24 (Villa Carpegna)1 Hoch
0,35 m. Neu: Nasenspitze, Büste, sowie das
unterste hintere Stück des Schädels mit einem
Teile der Bartlocken. Im Haar eine Binde. Nach
einem Typus vom Ende des ö. Jahrh.
Paros.
Privatbesitz.
2395 — 2398. Statue der Nike, Loewy,
Arch.-epigr. Mitt. XI (1887), S. 162 ff., Taf. VI,
2 u. Fig. 16. Bulle bei Ruscher, Myth. Lex.
s. v. Nike, Sp. 334 f., Fig. 12. Studniczko, Die 1
Siegesgöttin, S. 18, Taf. VI, Fig. 32/33. Joubin,
Sculpture grecque, p. 168, note2. Furtwängler,
Kl. Schriften, I, S. 323, Anm. 4. Wir bringen
diese Aufnahmen trotz ihrer noch nicht be-
friedigenden Qualität, da sie immerhin besser
Bind und vom ßätail mehr zeigen, als die bis-
her verbreiteten.
Smyrna.
Evangelische Schule.
2399. Jünglingskopf poly kletizchen
Stiles. Hoch 0,24 m. Unbekannter Prove-
nienz. Gesichtshöhe 0,151 m, Haar bis Mund
0,111m, Augen bis Kinn 0,09 m, Augen bis
Mund 0,057 m. Mit keinem der bisher be-
kannten Typen zu identificieren, vielleicht
sogar augustöisches Porträt auf polykletischer
Grundlage, wie der Stein: Furtwängler, Antike
Gemmen, XXXVIII, 30 = XL, 32.
2400. Statue einer Isispriesterin.
Aua Tralles. Höhe 1,49 m. Grobkörniger,
kleinasiatischer Marmor. Der r. Arm ging
schräg nach vorn, der 1. Unterarm war er-
hoben. Die Figur hat, wie die Isispriesterin
des Louvre (Clarac 308, 2590; Hehler, Römische
weibliche Gewandstatuen 213), langes Haar,
von dem jederseits eine herabfallende Locken-
strähne erhalten ist. Sie trägt, wie die Isis-
priesterin des Reliefs auf der Loggia scoperta
des Vaticans Nr. 19, Schuhe und ist mit
Chiton und zwei Mänteln bekleidet, deren klei-
nerer über den Kopf gesogen war; außerdem hat
sie die für die Isispriesterin bezeichnende Rinde,
die aber hier nicht mit Emblemen, wie auf dem
vaticanischen Relief oder der Statue des Ber-
liner Museums: Arch. Anz. 1910, 254, sondern
mit einfacher Wellenranke verziert ist. Vgl.
W. Weber, Die ägyptisch - griechischen Terra-
cotten der Kgl. Museen zu Berlin, 8.41, Anm. 65;
v. Domaszewski, Religion des Römischen Hee-
res, 8. 05.
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0
TA ^ ' 7
v /
S' /
Photographische Einzelaufnahmen
ANTIKER SCULPTUREN
Serien zur Vorbereitung eines Corpus Statuarum
Herausgegeben unter Mitwirkung von
OEORO LIPPOLD
von
PAUL ARNDT und WALTHER AMELUNG
Serie IX
Text
Mit Beiträgen von RUDOLF PAGENSTECHER
MÜNCHEN 1920
F. BRUCKMANN A.-G.
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OEC 6 1924
>i'fc harV,
tu-vwu/. <iLttng(
. r
Nr. 2401—2410.
Nr. 2411—2646.
Nr. 2647-2681.
Nr. 2682-2684.
Nr. 2685-2687.
Nr. 2688—2690.
Nr. 2691-2700.
Venedig, Hof des Doge npo last es ......
Venedig, Dogenpulast, Museo archeologico
Venedig, Museo civico
Rom, Sammlung Mcngarini
Hamburg, Museum für Kunst und Gewerbe .
Hamburg, ehern. Sammlung A. Klügmann
Hamburg, ehern. Sammlung Reimers . . . .
Paul Arndt und Georg Lippold.
Paul Arndt und Georg Lippold.
Paul Arndt und Georg Lippold.
Rudolf Pagenstecher.
Rudolf Pagenstecber
Rudolf Pagenstecher.
Rudolf Pagenstecher.
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Jedes Textheft zu Serie I — VIII kostet 5 Mark; das Textheft z.u Serie IX 10 Mark; das Register
zu Serie I — V’ 5 Mark.
Februar 1920.
Druck von O«oar Braiul«tctter io l.fipiif •»
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)
S'cnedifj
2
IX, 2401— 2409
Venedig.
Zanetti, Delle antiche Ftitue greche e romane
etc., Venezia 1740 — 43 2 Bande — Valen-
tinelli, Marmi scolpiti del Museo areheologieo
etc., Prato 1866. — Conze, Areh. Zeitung XXX,
1872, 82 ff. — Hey de mann. Milteilungen aus
den Antikensammlungen in Ober- und Mittel-
italien H. H ul lisch es Winekelmannaprogramni;.
I8ff. — Dütschke, Antike Bildwerke in Ober-
italien V, 25 ff.
Hof des Dogenpalastes.
2401. Griechische männliche Gewand-
st&tne. D. 58. Reinach, Rep. II, 618,2. Br — Br,
Text zu 519, Anm. Ergänzt : Kopf, rechter Un-
terarm mit umgebenden Gewandteilen, linker Un-
terarm und Hand, Füße und unterer Teil der
Unterschenkel. Dem Aoschincs nahe verwandt.
Vgl. auch die St&tue Rev. arch. 1915, I, p. 44 ff.
(CoUignon). Arbeit römischer Zeit.
2402. Weibliche Gewandstatue. D. 59.
Der Kopf (unten nfi 2403—5) nicht zugehörig. Neu :
rechter Arm und Gewandpartie über den Brüsten,
linke Hand und Teile des herabhangenden Mantel-
stückes, rechtes Knie, Füße und Plinthe. Nach
der Farbe des Marmors und der derben, aber
flotten Arbeit von griechischer Herkunft, wohl
eine GrabSgur des 4. Jahrhundert«. Die verhältnis-
mäßig hohe Gurtung verbietet, trotz der Einfach-
heit der Motive, mit der Datierung allzuweit hin-
aufzugehen.
2403—2405. Kopf, der Statue n° 2402
aufgesetzt. Ergänzt: Kinn, Lippen, Nim und
Umgehung, Flicken am linken Augenbrauen-
knochen, rechtes Ohr und die darüber liegende
Haarpartie bis über die Binde hinaus, linkes
Ohrläppchen, unterer Teil des Halses. Replik
des Kopfes vom Südabhang, über den zuletzt
Studniczka in den beiden Leipziger Winckelmann*-
blättern 1913 und 1915 gesprochen hat. An unserem
Kopf war die rechte Hand mit der damit zu-
sammenhängenden Haarpartie ausgebrochen: da-
her die Ergänzung an dieser Stelle Ob von der
linken Hand auf dem Scheitel Spuren vorhanden
sind, war wegen der hohen Aufstellung nicht zu
untersuchen. Da der Kopf dem der Aeternitas auf
I dem hadrianischm Relief im Con?ervatorenpalost
i Helbig3 990 (Br— Br 405b) entspricht, die im
Typus der Nike gebildet ist, so ist zu erwägen, ob
der Kopf vom Südabhang nicht ebenfalls zu einer
Nike gehören kann. Die Arbeit ist von geringerer
Qualität als die der Berliner Kopie.
2406. Toga t us. Ergänzt: die Unterarme,
wahrscheinlich auch die Füße. Nach der Farbe
des Marmors von griechischer Herkunft, obwohl
die Anlage der Toga die regelmäßige der itali-
schen Tognfigurcu der ersten Kaiserzeit ist. Der
Kopf, an dc*m die Nase neu, sitzt mit Schnitt auf.
Er schien mir alt zu sein und gehört dann claudi-
•clier Zeit an. Kopf wie Statue sind von guter
Arbeit.
2407. Weibliche Statue, als Fortuna
ergänzt. D. 61. Die Statue ließ sich ihrer
hohen Aufstellung wegen nicht genau unter-
suchen. Ergänzt ist Kopf und Oberteil der Brust,
der größte Teil des rechten Arm««. Wieviel vom
linken Unterarm und dem Füllhorn antik ist, ließ
sich nicht feststellcn. Die Hand scheint jeden-
falls modern zu sein. Neu ist wahrscheinlich
auch das ganze Unterteil der Figur von unter-
halb der Scbamgcgend an, so daß als sicher antik
nur das mäßig gearbeitete Mittelstück bleibt.
2408. Griechische männliche Gowand-
statuc. D. 62. Br — Br, Text zu 519, Anm. Er-
gänzt: Kopf, Hände, Füße. Das verbreitete Ge-
wandmotiv in gewöhnlicher Ausführung.
2409. Weibliche Gewandstatue. I). 68.
Ergänzt: Kopf, Unterarme, Füllhorn, wohl auch
Füße und Plinthe. Der Typus kehrt in Olympia
in vier Exemplaren wieder: 1. Poppaea: Olympia
III. 63, 6 tAlinari 24870); 2. Statue des Eros:
Ol. III, 63, 4. 8. Statue des Kicusinios: 01. III, 63, 5;
4. Regilla: Ol. III, 68, 5 (Alinari 24873; diese mit
Schale in der gesenkten Rechten). Von andern
Orten sind uns keine Wiederholungen bekannt.
Die Behandlung der Falteu am Mittelteil des
1
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IX, 2410-2420
4
Venedig
Körpers geht über Praxitelischcs bereit* hinaus.
Die Arbeit unsere» Exemplars scheint der der
olympischen bedeutend überlegen.
2410. Weibliche Gewandstatuette. D.64.
Neu: Kopf, Finger der linken Hand und der
rechte Fuß. Durch das Unterteil der Figur unter-
halb der Kniee scheint ein Bruch zu gehen. Ob
Unterbeine samt Plinthc antik sind, bedarf erneuter
Untersuchung. Der Qualität der Arbeit nach
könnte die Figur ein spätgriechisches Original
sein. Die tiefe Gürtung mit Schleife vorn teilt
sie mit der Aphrodite im Louvre, die die Inschrift
des Praxiteles trügt < Furtwängler, Meisterwerke
S. 552), und der Flora Farnese, die beide auch
das von der Schulter herabgleitende Gewand
zeigen. Die parallel laufenden Gewandwülste mit
der leeren Fläche dazwischen, die von der Hand
gefaßt werden, finden sich ähnlich wieder bei der
Statue der Megiste: Kinzelaufnahmen 724.
Dogenpalast.
4 Museo archeologico.)
24112412. Bärtiger Götterkopf. D. 65.
Ergänzt: Herme, Hals. Nase und fast der ganze
Bart (Schnitt vom rechten Ohr nach links abwärts),
von dem nur die Partio auf der linken Wange
antik ist. Wenig geputzt. Die Haarbindc ist vom
in einem ganz Hachen Knoten geknüpft. Repliken:
1. Athen. Nat. Mus. 382. Athen. Mitt. XXXVIII.
1913, Taf. VI, S. 140 ff. Phot. Athen. Inst., Nat. Mus.
23. 2. Torlonia 497. 8. Etwa 1912 im römischen
Kunsthandel (Phot, bei Arndt). Über 2 und 8
fehlen genauere Notizen, beide scheinen schlecht
erhalten und durch Ergänzungen mißhandelt zu
sein. Die athenische Wiederholung weicht von
der römischen und der Venezianer durch das
kürzere Haar, das die Ohren vollständig verdeckt,
ab. Ferner fehlen ihr die auf die Binde gelegten
Locken beiderseits der Mit t eiknot ung. Die Schädel-
form ist weniger quadrat als am Venezianer Kopf
und auch die Einzclbehandlung des Haares scheint
weniger streng. Dagegen machen die Augen beim
athenischen Exemplar einen stilgetreueren Ein-
druck. Es erinnert darin an den Berliner Kopf
310 (Portraitwerk 545/46), der auch sonst stili-
stisch unserm Typus nahe steht. Das Ohr sitzt
unnatürlich weit hinten.
2413 — 2415. Weiblicher Kopf. D. 66. Er-
gänzt: die Büste (Kopfwendung alt t, die Nase, der
größte Teil des Hinterkopfes. Geputzt. Im Haar
eine gewundene Schnur, an welcher Efeu, Lorbeer
und Wcinlanh mit Trauben angebracht sind.
Hinten eine Haubenbinde, von der das Stück
hinter dem linken Ohr antik ist. Schläfenlöckchen.
Erinnert namentlich im Profil an den einschenken-
den Satyr.
2416 2417. Jünglingskopf. Inv. 244. D. ?
(könnte =* D. 69 sein, wogegen allerdings Dütschkes
' Identification mit Valentinelli 5 spricht). Neu:
Büste, Unterteil des Halses, Unterteil der Nase,
großer Flicken in rechter Braue. Sonst vortreff-
lich erhalten. Die roten Farbspuren sind modern.
Geschwollene Ohren. Auf der Mitte des Ober-
schädels links und recht« zwei offenbar abgear-
beitete Ansatzstellen idic linke grüßen ; auch das
Haar ist hier nicht ausgearbeitet. Anscheinend
war einer der Arme über den Kopf gelegt. Die
Wendung zur linken Schulter ist antik. Nur
lebensgroß. Eine Wiederholung auf der Statue
Museo Chiaramonti 297, anscheinend zugehörig:
diese Statue ist im Motiv eine Weiterbildung des
Apollon Lykeios ins Schlankere. Ihr Kopf macht
in der Einzelahhildung (Phot. rum. Inst. 719) einen
etwas strengeren Eindruck. Dies mag teils der
von Amelung hervorgehobenen Überarbeitung,
teils einer strengeren Stilisierung durch den Ko-
pisten zuzuschreiben sein. Mit der Venezianer
Replik ist zu vergleichen der Kopf der Münchner
Residenz: Portraitwerk 487 88.” Beginn der
Diadochenzcit. Brutaler Ausdruck. Sorgfältige
Arbeit.
2418. Knabentorso. D. 70. Ergänzt: Kopf,
rechter Unterarm mit Attribut. Beine von den
Knieen abwärts mit Plinthc. Der linke Unterarm
ist weggebroehen ; er ging nach vom. Rückseite
nur angelegt. Die rechte Achsel etwas gehoben;
also war der rechte Arm wohl aufgestützt. Zu
dieser Stütze mag der antike Ansatzrest atn
rechten Oberschenkel außen, wo jetzt der moderne
Beutel sitzt, gehört haben. Am Gürtel de« Chi-
tons zwei Löcher für Metallspangen. Die Arbeit
ist nicht sehr fein, aber wirkungsvoll und viel
leicht noch griechisch. Viertes Jahrhundert
2419 2420. Replik des Kopfes der „As-
pasia“. D. 71. Grobkörniger Marmor. Ergänzt:
die Büste, der ganze Schleier und die unmittel-
bar daran anschließenden Haarwellcn, die ur-
sprünglich nicht vorhanden waren; der Schleier
j ging weiter vor, die Maske samt Hals war offen-
bar aus besserem Marmor gearbeitet und einge-
lassen. Am rechten Lid ist eine Kleinigkeit ge-
flickt. Die Augen waren ursprünglich hohl und
sind jetzt modern ausgefüllt. Kinn, Lippen und
Nase sind antik. Die Halswcndung alt. Wenig
geputzt. (Amelung* Angabe [Rüm. Mitt. XV, 1900-
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Venedig
6
IX, 2421 — >48*
S. 185 . das Exemplar sei ganz überarbeitet, ist
nicht richtig.) Von vorzüglicher Arbeit und durch
die gute Erhaltung des Gesichtes besonders wert-
voll. Die stilistische Ähnlichkeit mit dem Om-
phalosapoll hier besonders in die Augen springend.
Zum Typus vgl. zuletzt Amelung, Helbig ' I,
Nr. 761 (mit Nachtrag II). Eine weitere Ver-
wendung des Typus zum Portrait, wie die Berliner
Statue, zeigt die ebenfalls antoninischer Zeit an-
gehörige Büste im Louvre: Cat. somm. 1147 —
darac 1082, 3300 A (Phot. Giraudon 1303; Phot.
I. Kuhn, 220 rue de Rivoli. Paris, Nr. 889), wo
die Hand unter dem Gewand angegeben ist. —
Vgl. unten 2538 39.
2421 22. Kopf der Athena. Der Statue
D. 73 (Furtwänglor, Origininalstatuen in Venedig
Taf. VII, 2) aufgesetzt. Ergänzt: Hals, Kinn,
Lippen, Nase, rechte Braue. Die Pupillenangabe
ist antik. Die Oberfläche sehr schlecht erhalten.
Etwa 4. Jahrhundert, nicht näher bestimmbar.
2423/2424. Kopf des Dionysos. D. 74.
Neu: Büste mit Hals, Nase, Kinn. An Lippen
und Brauen geflickt. Schwere Augenlider. Ge-
läutiger Typus der römischen Zeit ohne )>estinimten
Stilcharakter.
2425 2426. Kopf eines Römers. D. 75.
Das Stück entzog sich infolge seiner hohen Auf-
stellung genauerer Untersuchung Wir haben es
aufnehmen lassen als höchst gelungenes Rcnais-
sance-Posticciu. Antik ist anscheinend nur der
Hinterkopf und ein Teil der linken Wange. Das
Stück stammt aus der Sammlung Grimani, die
1586 dem Staate vermacht wurde.
2427. Statuette der Aphrodite. Ü. 76.
Der Kopf nicht zugohörig (unten n° 2428/29). Er-
gänzt: beide Arme, die Füße, soweit nackt , und die
Plinthe. An Brust und an mehreren Stellen des
Gewandes geflickt. Geringe Arbeit. Unter den
zahlreichen verwandten Statuen ist uns keine ge-
naue Wiederholung bekannt.
2428/2429. Kopf, der Statuette 2427 auf-
gesetzt. Die linke Seite des Halses ist antik,
so daß die Kopfwendung gesichert ist. Ergänzt:
Unterteil der Nase und Kinn. Sehr weißer pari*
scher Marmor, von dem des Körpers verschieden.
Leichtes Band im Haar Feines hellenistisches
Original. Zu der von Amelung (Bullettino Co-
munale XXV, 1897, p. 110 ff.) zus&mmcngcstcllten
Gruppe gehörig, und namentlich dem Basler Kopf:
Einzelaufnahmen 899/900 nahestehend.
2430 2431. Kopf des Apollon. D. 79?
Ergänzt: Büste, Kinn, Nase. Pupillen nicht an-
gegeben. Wenig geputzt. Lorbeorkranz. Wen-
dung zur linken Schulter. Eine ältere und bessere,
aber nur teilweise erhaltene Replik: Ny-Carlsberg
69. Zur Gruppe des Adonis von Centocelle ge-
hörig.
2432 2433. Kopf des Apollon. D. 81.
Ergänzt: Büste, Stück an der rechten Augen-
braue. Die ursprünglich hohlen Augen mit Gips
ausgcfüllt. Kopfwendung nnd Nase alt. Fein-
körniger, griechischer, wohl pentelischer Marmor.
Unterlebensgroß. Reste von Schulterlocken. Wohl
spätgriechische Arbeit mit freier Benutzung des
Apollon Lykeios.
2434. Bacchantin. D. 82. Ergänzt: Kopf,
Arme, linker Unterschenkel, rechtes Bein von
Mitte des Oberschenkels ab, Plinthe und Stamm,
von dem nur ein Ansatz erhalten. Gänzlich ver-
putzt, nur am Kopf der Nebris noch Sinter.
Unterteil des Halses alt. Lockenreste auf der
rechten Schulter. Etwas unterlebcnagroß. ln der
Bewegung dem Satyr von Lamia (Athen, Nat.-
Mus. 239) verwandt.
2435. Statue eines Römers. D. 84. Lo-
caler, grobkörniger, sehr bröckliger Sandstein,
offenbar aus der Gegend des Fundorts Abano
(vgl. Pauly-Wissowa a. v. Aponus). Die rechte
Hand hal>e ich ul* antik notiert. Die äußeren
Plinthenränder ergänzt. Im Himation hinten am
linken Rand, in Nabel- und in Kniehöhe je ein
1 viereckiges Dübelloch von etwa 2 Cubikcenti-
metern. Die Urne ist nicht durchbohrt. Aus
hadrianisch-antoninischcr Zeit mit Benutzung von
Motiven aus der Zeit der Venus von Arles.
2436 2437. Satyrkopf. D. 86. Neu: Büste,
großer Teil des Halses, Kinn, Hälfte der Unter-
lippe, Nasenspitze. Geflickt an Ohren und Haaren.
Die roten Farbspuren modern. Mäßige Wieder-
holung des flöteblasenden Satyrs mit gekreuzten
Beinen: Klein, Praxiteles 21 2 ff., wo im Repliken-
verzeichnis unser Exemplar nioht erwähnt ist.
2438, Statue einer Höre. D. 87. Hoch:
mit Plinthe 1,26 m. Ergänzt: Kopf, Hals, Ober-
teil der Brust, rechter Arm von oberhalb des
Armbands an, rechte Hand und Teil des Gewand-
bausch», den sie anfaßt, linker Unterarm mit
Gewandzipfel darunter, Kleinigkeiten an den
Früchten, Füße und Plinthenrand, Die Anlage
des Gewände» ist nicht klar: die Figur scheint
doppelten Chiton zu tragen (die Knüpfung des
unteren am linken Oberarm sichtbar) und ein
Himation aus schwerem Stoffe. Modiflcierte Re-
plik eines Typus, der in zwei genaueren Wieder-
holungen (Belvedere Nr. 1020 und Tarragona
}Arco y Molinero, Catalogo del Museo arqueolö-
7 IX, 2489-2452
gioo de Tarragona 1894, Nr. 378, Abb. zw. S. 44
u. 45; Reinach, R6p. II, 253, 4]) vorliegt. Der
Typus erinnert im Allgemeinen an Werke wie die
„Goethe -Tan zerin" (Br — Br 252).
2439/2440. Kopf de r Athene. D. 88. Er-
gänzt: Büste, die Haarpartie im Nacken und da»
Scheitelstück des Helmes. Stark geputzt und
wohl auch überarbeitet. Die Nase ist antik. Löcher
für Ohrringe. Gute Arbeit. Sehr starke Hals-
falten links; der Kopf war also stark nach seiner
Linken gewandt, Uber dem rechten Ohr und
Seitenhaar kommt das Lederfuttcr des Helmes
heraus. Schöner Typus, Praxitelischem nahe-
stehend.
2441. WeiblicheGc wandst atuett e. D.90.
Hoch: 1,15 m ohne Plinthe. Ergänzt: beide Arme,
Außenteile der Plinthe. wahrscheinlich auch der
Kopf (Nasenspitze ergänzt) mit Hals und dem
Schleier (die Trennungslinie sieht allerdings wie |
ein Bruch aus). Gänzlich überputzt. Die noch
oben sich verjüngenden Proportionen verweisen
das Vorbild des Werkes in das 4. Jahrhundert.
Mit den von Furtwängler, Griechische Original-
statuen in Venedig, zusatnmengestellten Figuren
hat es nichts zu tnn, da es keine originale Ar-
beit ist.
2442. Aphrodite und Eros, Statuette.
D. ÖS. Stark geputzt. Hübsches Decorationsstück
ohne ausgesprochenen Stilcharakter.
2443. Knabe mit Gans. D. 96. Linker
Fuß mit Plinthe, rechtes Bein bis über das Knie,
Stamm mit Unterbeinen der Gans bestehen aus
einem Stück und sind moderne Ergänzung. Eben-
so wahrscheinlich auch linker Arm des Knaben
samt dem Hals der Gans, trotz des Bruches im
Handgelenk. Der rechte Flügel der Gans war
mit einem .Metallstift besonders angestückt. Der
Kopf de3 Knaben ist intact. Geputzt. Kein Eros,
da ohne FlügeUpuren. Römische Erfindung in
der Art des Boethos.
2444 -2446. Büste des Helios. D. 98.
Zur Herkunft vgl. unten zu Nr. 2478—80. Er-
gänzt: Büi-tcnfuß, Nase. Unterlippe, Kinn, Ober-
teil des Diadems, sowie die Bronzestrahlcn, deren
Löcher aber antik sein mögen. Die zahlreichen
roten Farbspuren wohl alle modern Sehr weißer,
stark grobkörniger, thosischer Marmor schlech-
tester Qualität. Aus Griechenland. Dio Büste
ist antik und verweist die Entstchungszcit des
Werkes in traianUch-l»«drianis< h? Zeit. Dio Biiste
ist mit Ärmelchiton bekleidet, darüber mit einem
zweiten Gewand, das, auf den Schultern geknöpft,
vorn und hinten chlamysartig herabfällt und die
Venedig 8
Arme frei läßt. Unterhalb der Brust am untern
Abschluß scheint ein Gürtel angedeutet zu sein.
Ganz gute Arbeit ohne stilistische Bedeutung.
2447. Bogenspannender Eros. D. 99.
Außer dem größten Teil der Plinthe ist an-
scheinend nichts ergänzt. Die von Dütschke er-
wähnten Ansatzreste am rechten Schulterblatt
und über dem linken Hinterbacken sprechen da
für, daß die Figur Bestandteil einer Gruppe war
Umbildung des auf Ly wipp zurückgoführten Bogen-
Spanners: kindlichere Formen, veränderte Kopf-
haltung.
244«. Statuette des Zeus. D. 102. Neu:
beide Arme, Beine von den Knien an abwärts,
Unterteil des Stammes mit dem Adler, Plinthe.
Das von D. erwähnte, mit Blei ausgefüllte Loch
am linken Hinterbacken ist vielmehr der Blei-
stempel de« Museums. Die „Ansatzstelle am lin-
ken Oberschenkel“ ist nicht vorhanden. Ordinäre
Arbeit der Zeit um 200 n. Chr., an Typen des 4
Jahrhunderts angelehnt.
2449. Weib liehe Gewandtst at uetle. I). 105.
Furtwängler, Originalstatuen in Venedig, S. 293,
Anm. 1. Kopf (Aphrodite) nicht zugehörig. Er
gänzt: die rechte Kniepartie, vielleicht auch das
oberste Stück der Brust. In der Kniegegend war
die Figur durchgebrochen. Schlecht erhalten.
Auf der hohen Plinthe vorn die späte Inschrift
(trochaeischer Tetrameter): ;roö*- Üctov aot uijdh-
dxoujTtfottint/i erdadr („Bei den Göttern? Beschädige
hier nichts?"). Die Figur ist eine geringe Wieder-
holung der kleinen Hcrculanenserin.
2450 2451. Weiblicher Kopf. Der Sta-
tuette D. 108 (Furtwängler, Originalstatuon.
Taf. VI, 1) aufgesetzt (an dieser ist hinten im
Nacken der Rest eines Haarschopfes erhalten).
Neu: Der größte Teil des Halses, Kinn, Oberlippe,
Nase, untere Hälfte der vordersten gedrehten
Locke links. Die Augensterne modern eingear-
beitet. Originale Arbeit hellenistischer Zeit, von
Furtwängler a. a. (). richtig der von Amelung,
Bull. comun. XXV, 1897, 1 1 0 ff.. zusammcngestcSlten
ägyptisch-hellenistischen Gruppe zugewiesen. Als
verwandt habe ich mir den Kopf im Louvre.
Salle du Tibre, 669, notiert.
2452. Statue des Silen. D. 110. Ergänzt:
Kopf bis auf die untersten Zotteln des Bartes,
beide Arme, verschiedene Teile des Felles an der
linken Seite, Penis und Vorderteil der Hoden,
das linke Bein vom Ansatz des Oberschenkels
ab, das rechte vom Knie ab, Stamm und Plinthe.
Großer Stützenrest am Fell, das neben dem
rechten Olierschenkel hcrabfällt. Die jetzige Kr-
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IX, 2458 — 2464
Venedig
10
gänzung mit gekreuzten Beinen ist durch die er-
haltenen Reste nicht geboten. Zwei Wieder-
holungen im Vatican: Sala delle rnuse 491 und j
Chiaramonti 544; eine dritte war bei Cavaceppi
(Clarac 732, 1761). Vgl. Amelung zu Cbiara-
raonti 544. Die Wiederholungen weichen, ihrem
decorativen Charakter entsprechend, in Einzel-
heiten von einander ab.
2453. ß üste eines jugendlichen Römers.
1). 111. Ergänzt: Büstenfuß samt Inschrifttafe),
äußerster Teil der linken Schulter, Unterteil der
Nase, linkes Ohr. Sonst ausgezeichnet erhalten
Vortreffliche« Portrait aus der Spät zeit des Ha-
drian. Eine genaue Wiederholung ist der Bronze-
kopf der Münchner Residenz E— A 1020/21, den
ich seiner Zeit für sicher antik gehalten habe.
Nach Vergleichung mit dem Venezianer Kopf
sind uns indessen Zweifel hieran aufgestiegen, die
dadurch verstärkt werden, daß sich eine sicher
moderne Wiederholung aus Bronze im Vorraum
der Pinakothek zu Neapel (Inv. 10529) nach-
weisen läßt. Antik hingegen scheint eine Replik
in Berlin, n° 407. zu sein.
2454—2456. N erelde au f Delphin. I). 113.
Brunn- Bruckmann, Text zu Taf. 664 65, Fig. 1 u. 2.
Overbeck, Kunstmythologie des Poseidon S. 352,
n* 1 a. Heydemann, Nereiden mit den Waffen des S
Achill, S. 23, Anm. 66. Hoch bis Halsgruhc etwa
0,95 m; Brust warzrnabstand ca. 16* .j cm. Fein-
körniger griechischer Marmor. Der Kopf modern.
Das Stück des Gewandes, das man links vom
linken Oberkörper sicht, war mit dem noch er-
haltenen Stumpf des Oberarms gebrochen, ist aber
antik. Rechter Kopfnicker geschwollen, der Kopf
ging also zur linken Schulter. Das ganze Gewand,
auch in den Faltentiefen, ist voll fitehengehliebener
Raspelst riebe. An Fleisch und Delphin sind sie
antik verglättet. Die leise, etwas zittrige Innen-
zeichnung des Felsens ist antik: hinter den jetzt
wcggchrocherien Füßen fehlt sic. Die Statue ist
nicht übergangen. Die Rückseite ist nur ange-
legt. Die Faltenbündel auf dem Schwänzende
des Delphins und das Gewand, das vom rechten
Oberschenkel herab zwischen den Beinen nieder-
fällt, ist offenbar als zum Hiniation gehörig ge-
dacht, obwohl scheinbar mit dem Chiton zu-
sammengearbeitet. Die Rechte packte das Ge-
wand vermutlich oberhalb des Delphinkopfes.
Beide Arme hielten es offenbar auseinander wie
ein Segel. Uber den Kopf ging es nicht. Die
L'ntcrbeine sind bekleidet zu denken. Nicht sehr
feine Originalarbeit aus dem Kreise des Timotheos.
2457. Karyatide. I). 115. Neu ; Außenteile der
Plinthe. Der Kopf nicht zugehörig (s.u.n#2458— 60).
Rückseite ganz roh: die Figur kann also nicht frei
gestanden haben. Der linke Unterarm ging seit-
wärts nach außen; keinerlei Ansatzspuren an der
linken Seite. Auf der rechten Schulter eine ovale,
in der Mitte etwas eingetiefte Ausbuchtung, die
vom An*at» der Schulter so weit reicht, als der
Oberarm erhalten ist. Ein großer Metallstift mit
seitlichem Gußkan&l sitzt noch darin Was hier
aufgesessen hat, läßt sich nicht mehr festetellen
(siehe zu 2461). Die Arbeit ist ordinär -römisch.
„Aus Oasero bei Pola.“ Zum Stil vgl. die Be-
merkungen zu 2461.
2458 -60. Weiblicher Kopf. Der Statue
Nr. 2457 aufgesetzt. Ergänzt: der Hals. Geputzt.
Der Kopf hatte Schultcrlockon. Das Haar ist
durch die Binde durchgesteckt, wie beim Sauro-
ktonos Schlafenlöckchen. Eine Replik des Kopfes
im Conservatorenpalast, im Reoess der Sala degli
Orti Lamiani, auf gebrochenem, aber zugehörigem
Gewandoberteil (Phot. Alinari 27 189). Dieses Bteht
der Selene im Braccio nuovo (fielbig* I 18) nahe,
scheint aber keine genaue Replik zu sein. Auch
stilistisch dem Sauroktonos verwandt. Zu ver-
! gleichen ferner der Kopf im Capitol, Galleria 22.
2461 — 64. „Muse.*4 D. 120. Pentelischer
Marmor. Der Kopf war im Halse durchgebrochen,
ist aber antik und zugehörig. Nase intaet. Auf
i dem Oberkopf keinerlei Spur einer Auflage. Bruch
vom rechten Knie zum linken Unterschenkel ab-
wärts. Die Vorderseite durch Feuer geschwärzt. Wie
bei Nr. 2457 ist auch hier auf der linken Schulter
eine Ausbuchtung, in der sich zwei Dübel befinden.
Diese Ausbuchtung beginnt hier erst auf der
Mitte der Schulter und senkt sich tiefer abwärts.
Der linke Arm war besonders angesetzt; merk-
würdigerweise ist aber in der gerauhten Ansatz-
fläche kein Dübelloch vorhanden. Er war also
vermutlich mit dem auf der linken Schulter auf-
liegenden Gegenstand (s. u.) aus einem Stück ge-
arbeitet und an der Ansatzstelle des Oberarm«
! an gekittet. Der rechte Arni mit der Maske war
nie gebrochen. Die roh gearbeitete antike Plinthe
ist in eine moderne eingelassen. In der antiken
Plinthe links eine kleine, wie es scheint, antike
Ausarbeitung. Die Rückseite ist roh und unbe-
arbeitet. Gewöhnliche Arbeit, noch derber als 2457.
Von dem Typus der Statue Nr. 2457 gibt cs
zwei Wiederholungen: 1. Mantua. D. 720 (Photo-
graphie bei Arndt). 2. Petersburg 308 (Hirtb, For-
menschatz 1902, Nr. 85, nach „Tresors d’art en
Russie“). Von dem Typus Nr. 2461 ist uns keine
Wiederholung bekannt
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II
IX, 2464 — 2466
Venedig
12
Diese Karyatidengruppe hat eingehend zuletzt
unter Berücksichtigung der früheren Litteratur be-
handelt Collignon, Mon. Piot X, 1903, S. 22 ff. Die
vier Statuen haben nichts direct miteinander
zu tun. Nr. 2457 wurde Ende des 16. Jahrh. in
Ossero bei Pola gefunden. Nr. 2461 befand sieh
Ende des 18. Jahrh. noch in der Cosa della Pietä,
dem ehemaligen Palazzo Capello in Venedig. Wo
sie vorher war, läßt sich nicht mehr festst eilen.
Die Vermutung ihrer Herkunft aus Attika ist
unbewiesen (Burckhardts Angabe, Cicerone” 1,
S. 114 g, die beiden Venezianer Statuen stammten
vom Theater in Pola, beruht auf Irrtum). Die
Mantuaner Statue muß bereits in der ersten Hälfte
des 16. Jahrhunderts in Mantua sich befunden
haben, da sie an dem damals entworfenen Grab-
mal des Pietro Strozzi (Phot. Alinari 18656) ko-
piert ist. Die Petersburger wird zuerst 1815 hei
Moschini, Guida di Venezia, erwähnt Ihre Her-
kunft ist unbekannt Daß drei der Exemplare
aus Venedig stammen, ist rein zufällig. Die beiden
Typen sind Gegenstücke: bei dem von Nr. 2457
st der rechte, bei dem von 2461 der linke Arm
rhohon. Auch der Mantel ist im Gegensinne
umgelegt. Wie bei den Ereehtheion- Karyatiden
sind die Gegenstücke jedoch nicht einfach Spiegel-
bilder mit sklavischer Wiederholung der Einzel-
heiten, sondern, bei gleicher Gesamtanlage, im Detail
selbständig. Auch die Köpfe sind verschieden.
Die Unterschiede werden zum Teil allerdings dem
Kopisten von Nr. 2461 zuzuschreiben sein, wie die
Zufügung der Schläfenlöckchen. (Lippolds Ge-
danke an modernen Ursprung dieses Kopfes ist
nach Arndts Untersuchung des Marmors abzu-
weisen ) Die drei Exemplare des Typus mit er-
hobenem rechten Arm sind dagegen unter sieh
genaue Repliken.
Welche Bedeutung hatten die Typen ursprüng-
lich? Auf dem Parker Sarkophag von Saloniki
(Phot. Giraudon 2127 — 29) und einer Reihe an-
derer Sarkophage ( Robert II, Nr. 21 u. 23. Üsterr.
Jahresh. I, S. 19, Fig. 18; S. 23. Fig. 25) sind sic
als Karyatiden verwandt mit aufgesetztem Kala-
thos, die eine Hand das Gebälk de« Sarkophags
stützend. Auf der einen Schulter scheint ein
Teil dieser Figuren, soweit die Zeichnungen ein
Urteil erlauben, einen Gegenstand getragen zu
haben, der etwa eine Urne sein könnte. An der
entsprechenden Stelle haben die Venezianer Exem-
plare die oben beschriebene große Ausarbeitung.
Auf den Köpfen der Statuen fehlt jegliche An-
deutung eines Verbindungsgliedes zwischen Kopf
und Architektur; darum ist es nicht sicher, daß
die erhaltenen Exemplare als Karyatiden gedient
haben. Für die vorauszusetzenden Originale ist
cs aber anch wegen ihres gebundenen Standes
im höchsten Grade wahrscheinlich.
Die Maske des einen Venezianer Exemplare**,
natürlich Kopistenzutat, legt den Gedanken nahe,
daß dieses zur Decoration eines Theaters gedient
hat, ähnlich wie die Mantuaner Replik einer
Ereehtheion -Karyatide (der ersten vorn rechts):
Einzelaufnahmen 9, und wie die Statue: Collection*
Lambroset Dattari, Vente Hirsch, Paris, 17. — 19. VI.
1912, pl. XXI, Nr. 269 eine freie Replik dieser
Statue aus Gortyn: Annuario della R. Seuola di
Atene I, 1914, p, 380, Fig. 19 ^ Boll. d’art© VII,
1918, p. 359, Fig. 10; ein Gegenstück, in Peru
gefunden (D£thier- Mordtmann, Kpigraphik von
Byzanz, S. 85, Nr. 57; Photographie bei Arndt i,
im Garten der österreichischen Schule in Kon-
stantinopel].
Die Originale der Figuren hat Furtwängler
(Statuenkopien, S. 579f.) dem Agorakritos zuge-
wiesen auf Grund der Vergleichung mit der Kybele
PamfiJi. Daß diese jedoch nicht von Agorakritos
stammen kann, ist im Text zu Brunn- Bruckmanu
636/37 nachgewiesen worden, v. Salis (Jahrh- «1.
Inst. XXVIII, 1913, S. 16ff.) hat sie für eine klassi-
cistischo Schöpfung erklärt, ebenso wie die Karya-
tiden; letzteres hatten auch wir früher für mög-
lich gehalten. Wir glauben jedoch jetzt, daß für
Beides keine zureichenden Gründe vorhanden sind.
Was an den Karyatiden archaistisch amnutet,
erklärt sich aus ihrer tektonischen Verwendung.
Ihre Ähnlichkeit mit der Kybele beruht ledig-
lich auf der Entstehung in gleicher Zeit und auf
der gleichartigen Tracht. Die Verwandtschaft der
Kopftypen ist nicht so eng, daß man auf einen
Meister schließen könnte. Ganz verschieden von
unserem ist, wa* v. Salis verkannt hat, der Karya-
t ident ypus Tralles-Cherchell*). Bei diesem kann
nian zweifeln, ob er wirklich altertümlich, aus der
Zeit um 470, ist, oder eine archaistische Schöpfung.
In letzterem Falle kann cs sich wohl nur um ein
griechisch -archaistisches Werk handeln.
2465 66. Kopf des Apollon. D. 121.
Overbeck. Kunstmythologie des Apollon, S. 151,
Nr. 9. Ergänzt: Büste, Kinn, Nase. Augen und
Ohren sind bestoßen. Charakterlose, schlechte
Wiederholung des Apollon im Palazzo Vecchio,
Br— Br 618,19. Zu den dort angeführten Repliken
•) v. Salis spricht 8.18 voo twei Wiederholungen In
Cherchell : r r verwechselt dabei G SU ekler« Text eh pl. V mit
dem zu pl. IV.
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13
IX. 2467—2483
14
sind die de* Marchese Chigi in Siena (Milani, Studi
e materiali 111, tav. V) und die des Thermen-
museums (Helbig1 11 1337) hinzuzufügen.
2467 68. Kopf des Traian. D. 122. Bcr-
noulli, Rom. Ikon. II, 2, S. 80, Nr. 87. Ergänzt:
Kinn, Oberlippe, Nase, Flicken an den Brauen und
auf der linken Wange, Teile der Ohren. Geputzt.
War eingesetzt. Hinten und oben nur angelegt,
ln der Anordnung der Haare dem Kopf der
Münchner Residenz E—A 1018 entsprechend. De-
corativc Arbeit.
2469 — 71. Dreiseitige Basis. Tän-
zerinnen. D. 127. Hauser, Neuattische Relief».
S. 100, Nr. 31. Geputzt und ohne antiken Sinter.
Vgl. zu Nr. 2472—74.
2472-74. Dreiseitige Basis. Tän-
zerinnen. D. 131.
Beide Basen sind mehrfach in ihrem Altertum
verdächtigt worden. Vgl. Hauser. Neuattischc
Reliefs. S. 100, Nr. 31: die Häufung der überein-
andergestellten stützenden Zierglieder an den
Kanten »ei nicht antik. Wir halten dieses Ar-
gument nicht für zwingend . da ähnliche im
strengeren Sinne untektonische Combinationen in
römischer Kunst nichts Seltenes sind. Nach der
Art der Arbeit macht D. 127 einen entschieden
antiken Eindruck, während die Ausführung von
D. 131 im Vergleiche mit ihr im Ganzen wie in
Einzelheiten die Hand eines Kopisten der Re-
naissancezeit verrät. Besonder» charakteristisch
hierfür sind die Masken an der oberen Deckplatte.
Die Stockungen und Brüche sind offenbar zur
Täuschung angebracht worden. Über die Typen
vgl. Hauser a. a. O. Der Verfertiger von 127 hat
stark mit dem Bohrer gearbeitet. Er dürfte in
der flavischen Zeit gelebt haben. Vgl. auch Alt-
mann, Rom. Grabaltäre, S. 59.
2475 — 77. Dreiseitige Basis. Eroten.
D. 132. Hauser, Neuattische Reliefs, S. 109, Nr. 47, b.
Ergänzt: die Maske des Eros auf 2476, die VVid-
derküpfe (an der Eeke 2475 links auch das an-
schließende Stück des Ornamentes), die Köpfe der
Sphingen, Stücke in den Kanten, Teile der Flügel,
die Klaue an der Ecke 2475 links. Siehe Text
zu 2481—83.
2478-80. U nterteil einer weiblichen
Kolossalstat ue. D. 133. Waldstein, Arch. Zeit.
XXXVIII, 1*80, Taf. VII, S. 71 ff; derselbe, Phidia».
pl.V, p. 121. Furtwiingler, Meisterwerke S.229. Rei-
nacb, R^p, II, 689,4 (im Gegensinne). Etwa» über-
lebensgroß. Mit Sicherheit ist da» Stück gegen
Ende de» 18. Jahrhundert» in der Sammlung des
Venedig
venezianischen Gesandten in Rom, Gir. Zulian, im
Palazzo Venezia, nachw eisbar (Valentinelli p.XXlII.
Anm. 3: „un frammento di statua di donna“).
Wie weit die Nachricht bei Gerhard, Arch. Zeit.
XVIII, 43, es stamme aus Konst&ntinopel, he-
i gründet ist, bleibt zu untersuchen. Zulian war
auch in Konstantinopel als Gesandter tätig; da-
raal» hat er noch Valentinelli (Nr. 34) unsere
Nr. 2444—46 in Griechenland erworben. Nicht
übergangen. Den Marmor habe ich für pariscb
gehalten. Da» Fragment ist anscheinend aus drei
Stücken zusammengesetzt. Die Fugen verlaufen '
über den linken Oberschenkel zur Mitte des rech-
ten Unterschenkel» und von der Mitte des linken
Unterschenkels zum rechten Fuß. Auffällig ist
ihr unregelmäßiger Verlauf Der linke Fuß war
mit einem Metalldübel angesetzt. Hinten glatte
Schnittfläche. Der Sitz der Figur war besonder«
1 gearbeitet. Waldstein» Gedanke an Herkunft aus
den Parthenongiebeln ist längst aufgegeben. Da»
| Fragment gehört nach der StückungHteehnik und
der ganz auf Effekt gerichteten Arbeit in »pätcrc
| hellenistische Zeit. Eine Wiederholung ist mög-
licherweise die Statue in Newby Hall: Michaeli»
p. 527, Nr. ls i _ Olarae 503. 1002; 538A, 1002A).
Zu vgl. auch Kinzelaufnahincn 786 und 1412;
Schreiber, Villa Ludovisi Nr. 41.
2481-83. Dreiseitige Basis. Eroten.
D. 134. Hauser, Neuattische Reliefs, S. 109, Nr. 47, c.
Ergänzt: Teile an den unteren Partien der drei
Eroten, der Widderkopf 2481 recht«, die vorderen
Schnauzen der beiden andern, die Köpfe der Sphin-
gen, Klaue der Sphinx 2481 links mit anschließen-
dem Teil, linker Flügel der Sphinx 2481 link».
Die beiden Basen 2475—77 und 2481 - 83
sind sicher antik, da sie, obwohl geputzt, au ver-
schiedenen Stellen noch antiken WurzelfAsersinter
zeigen. Unter den Wiederholungen i Hauser a. a.O.;
vgl. auch Visconti, Mus. Pio-Clem. VI.151; Winne
I fehl. Villa d. Hadrian 148; Einzelauf nahmen 1 404 j
»cheiden sieh zwei Typen: A) Bodcnlinien unter den
Figuren; unteres Ornament mit Mittclpalmette.
Repliken; 1. Venedig D. 132. Hauserb. 2. Kirche-
riano. Helbig3 II, 1661. Hausera. 3. Louvre. Hau-
ser d. Phot Giraudon 1003. 4. Mantua. D. 874.
Reinach. Rep. de reliefs III. 50, 3 — 5. Hauser e.
B) Keine Bodcnlinien; unten Rankenornament
ohne Mittelpalmette. Repliken: 1. Venedig. I). 134.
Hauser e. 2. t’andelabri. Helbig* I, 860. Die eine
Seite in Phot, in Rom käuflich. Fehlt bei Hau-
^ ser. 8. Florenz. Uffizien 1). 162. Phot. Brogi 9*252.
Hauser g. 4. London 2509. Reinach. R6p. de re-
liefs II, 471, 3, 4; 472, 2. Hauser f.
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15
IX, 2484 — 2490
Venedig
16
2484. Weibliche Oe wandstatue. D. 185.
Ergänzt : da* Oberteil der Figur von unterhalb der
Brust an, rechter Arm, linker Unterarm (das Mit-
telatück am Ellenbogen mit der Voruärtarichtung
des Unterarms antik), der rechte Teil der PÜnthe
mit dem rechten Fuß und den anstoßenden Ge-
wandteren, die große Zehe de« linken Fußes. Ob
die (hinten nicht durchgeführte) Profilierung der
Plinthe antik ist, läßt sich nicht entscheiden. Ober-
halb der Knice war die Statue durch gebrochen,
aber beide Teile sind antik. Die Färbung de»
unteren Teiles ist allerdings etwas gelblicher als
die bläuliche des Mittelteiles, doch beruht dieser
Unterschied offenbar nur auf äußeren Einwirkungen.
Hinten ist die Statue nicht ausgeführt. Für die
Zugehörigkeit des Kopfes bestehen keine Anhalts-
punkte. Ergänzt sind an ihm Xase, Kinn und
Haarpartie über der .Stirnspitze. Der Hinterkopf
»itzt mit senkrechtem Schnitte an, scheint aln?r
alt und zugehörig zu seiu. Der Kopf ist ein Portrait
t mianiac'her Zeit. Die Gewandanlage itn Allge-
meinen ist die der praxitcüschcn Zeit, während
die stark ausgeprägten „Liegefalten“ de» Hirna-
tion» und die starke Verjüngung nach oben auf
hellenistische Zeit weisen
2485—87. Weiblicher Kopf. D. 186. Ah-
guß in München. Ergänzt: Büste, Nase. Hai»
und Mund alt. Die oberste Sehüdc!calot te ist mit
Schnitt augeaetzt; wie cs scheint, antik. Grob-
körniger parittcher Marmor. Der Kopf gehört zu
einem statuarischen Typus, von welchem ein ganz
erhaltenes Exemplar eich im ConBervatorcnpalast
befindet: Marian?. Bull, comunale XXXII, 1904,
p. 299 ff., tav. VUTIX (hier p. 312, Anin. 6 MaaUe
de» Venezianer Kopfes); Hel big* I, 912. Wieder-
holung des Körpers in Korinth: Amer. Journ. VI,
1902, pl. XV; Wiederholung de» Kopfes in Boston:
Bulletin XIV, 1916, 2s f. Der Venezianer Kopf
unterscheidet sich von den beiden andern Wieder-
holungen dadurch, daß einige der das Gesicht zu-
nächst umrahmenden Locken kürzer gehalten sind.
Am Original habe ich nichts von einer Abarbeitung
notiert. In einzelnen Zügen, wie Mund und Augen,
scheint der Venezianer Kopf freier zu sein. Die
Anlage der das Gesicht umrahmenden Haare i«t
dem Kopf mit einer Reihe von Werken nus der
Mitte des 5. Jahrhundert» gemein, doch ergibt
«ich daraus keine Möglichkeit einer näheren Stil-
bestimmung. Zur Art, wie der Mantel umgelegt
ist, vergleiche man den Asklepios der Uffizien:
Amelung. Führer. Nr. 95; sein Gewand ist auch in
der Behandlung des Einzelnen verwandt ; nur ver-
läuft der obere Querwillst dort mehr geschwungen
und weiter unten. Die Stilisierung des Gewände«
über der Brust ist nur an dem besser erhaltenen
korinthischen Exemplar zu würdigen. — In der
Profilansicht erinnert der Kopf an den der Sphinx
in Ny Carlsberg Nr. 491, deren Verfertiger unseren
Typus offenbar benutzt hat.
2488—90. Kopf der Aphroditestatue
D. 137. Die Statue ist von Aünari (12901; und
Anderson (14421) photographiert. An ihr ist da»
rechte Bein bis unterhalb des Kniecs dreimal ge-
brochen. Die Brüche sind verschmiert. Der rechte
Fuß ist ganz au» Gips. Das linke Bein iat am
Knie und Knöchel gebrochen; doch ist der (stark
corrodierto) linke Fuß alt und hängt mit Plinthe
und Stamm ungebrochen zusammen. Wieviel an
den Unterbeincn alt, läßt sich ohne Weiteres nicht
festatellon Unterarme und Hände sind neu; die
Oberarme sind beide an den Achseln gebrochen,
nach der Marmorfarbe aber vielleicht alt. Der
Delphin, dessen äußerstes Schwänzende au» Gips
ist. ist all und hangt mit dem Stamme zusammen.
Von dem Eros »eheint nur das rechte Bein (bis
auf den Fuß; antik, alles andere Gips. Die an
tike PÜnthe ist in eine moderne eingelassen. An
der rechten Hüfte ein ehemaliger Stützcnausatz.
der jetzt mit Gips verschmiert int Der Kopf
war im Hai» gebrochen, der Bruch verschmiert ;
er gehört aher zu. Aus Gips ist an ilnn ergänzt:
der ganze Oherschädol, das Haar auf der rechten
: Kopfseite, das Oberteil der rechten Wange und
der größte Teil der Stirn samt dem rechten Auge,
| sowie die untere Hälfte der Nase. Antik ist also
am Kopfe nur: der untere Teil der rechten Wange
«amt dem Oberteil der Nase, Lippen und Kinn,
das ganze linke Gesicht »amt dem Ohr und dem
größten Teil der linken Schädelhälftc, ferner der
Hinterkopf mit dem Ansatz der Locken, die sich
dann auf den? Rücken fortsetzen. Vom Band im
Haar ist link» ein Stück alt. Das cingeringclte
Löckchen über dem Stirnabschluü link» ist antik.
Das Ganze stark geputzt.
Die Statue int eine Wiederholung der capi-
1 toÜnisclien Aphrodite (Helhig* I, 803). Die Kopie
stammt aus früherer Zeit als jenes dem 2. Jahr-
hundert n Chr. Rngehörige F.xemplar; namentlich
im Kopfe zeigt sich eine größere Einfachheit uud
Zurückhaltung. Doch i.«t der Kopist in der flächigen,
| linearen Behandlung hier nach der andern Seite
vielleicht etwas zu weit gegangen, wie ein Vergleich
mit den guten Exemplaren in München und Dresden
;Sieveking. Münchner Jahrb. d. bild. Kunst I LI.
1908, S. 1 ff.) lehrt. Im Allgemeinen ist die Arbeit
an Kopf und Körper von vorzüglicher (Qualität.
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IX, 2491—24%
2491. Weibliche Gewandstatue. D. 141.
(Die von Dütechke aus Valentinelli übernommene
Maaßangahe beruht auf einem Druckfehler: es muß
wohl 1,75 m statt 0,75 m heißen). Ergänzt: Plin-
thenrämler, linker Fuß, die zwei ersten und die
halbe dritte Zehe de» rechten Fußes, das ver-
tretende Gcwandbüschel zwischen beiden Füßen
bis zur Höhe de« darüber fallenden Gewandes,
das ganze äußere Gewandstück links vom linken
Fuße bis zur Höhe der Hand, der linke Unter-
arm, die linke Schulter (Unterteil des linken Ober-
armes alt). Der rechte Arm war besonders ein-
gedübelt. Die Rückseite nur angelegt. Der Kopf,
an welchem die Pupillenangabe modern, ist sicher
nicht zugehörig, da die Schulterlocken «ich auf
dem Torso nicht fortsetzen. Da« Ganze geputzt.
Der Kopf zeigt die Frisur der Agrippinen.
Die Statue, von flauer Arbeit, hat in der zwischen
den Keinen hervortretenden Mittelfalte und dem
aufgezogenen Überfall leise archaisierendeZügc(vgl.
Bulle, Archaisiert ndc g riech. Rundplastik S.
2492. Statue de« Apollon. D. 144. Over-
beck, Kunstmythologic de» Apollon, S. 210, Nr.4.
Klein, Praxiteles, 8. 168, II, Nr. 1. Der Kopf war |
gebrochen, ist aber gewiß zugehörig. Ergänzt an
ihm: Nase, Lippen, Kinn, vorderer Teil des Mit- I
telzopfes mit dem link« und recht« «ich anschlic- j
üenden Haar vorn; namentlich auf der rechten I
Seite ist da« ganze Vorderhaar neu. Von der Hand
auf dem Scheitel ist der Teil zwischen Handwurzel
und Fingeransatz sowie der Daumen alt. Die
vier andern Finger sowie der ganze rechte Arm
sind neu. Neu ist ferner da« Unterteil des rechten
Oberschenkel« «amt Knie. Der in der Mitte ge-
brochene rechte Unterschenkel schien mir bis zum
Fußansatze antik zu »ein, ebenso da« anschließende,
mit ihm ungebrochen zusammenhängende Mittel-
teil des Köchers, dessen Ober- und Unterteil mo-
dern «iml. Neu ist offenbar auch der ganze Stamtu.
Der rechte Fuß ist an Knöcheln und an Zehen-
ansatz gebrochen: ob antik? Am linken Bein ist
die Kniespitze ergänzt; der linke Unterschenkel
ist unterhalb des Kniees gebrochen, aber wohl alt
und zugehörig, »eine untere Hälfte neu. Der linke
Fuß «itzt mit Schnitt daran an; sein Vorder- und
Hinterstück sind durch Schnitt getrennt, beide
wohl neu. Die Außcntcilc der Plinthe sind be-
stimmt neu. wohl auch die mehrfach zusammen-
gestückten inneren Teile, mit denen der Stamm
zusammen hängt. Hinter dem linken Fuße auf
der Plinthe eine tiefe Einarbeitung. Modern
sind ferner Schämt eile und Flicken im Bauch.
An der linken Hüfte ein wog gebrochener An-
Venedig 18
satz. Verhältnismäßig wenig geputzt und von
recht guter Arbeit, auch im Rücken. Die Statue
ist eine getreue Wiederholung de« sog. Apollon
Lykeios (Kleins Zuteilung an eine Variation mit
Vorgesetztem linken Bein ist irrig.). Der Zurück-
führung des Typus auf den Apollon Lykeios (Lu-
kian. Anacharsis 7) hat man widersprochen unter
Hinwei» darauf, daß das Original die Kit har«,
nicht wie der Lykeios den Bogen, gehalten habe
(vgl. Antelung. Helbig“ I, 878). Doch ist die Ki-
thara tatsächlich nur am capitolmischen Exemplar
gesichert, welche« «ich aber schon durch die Hin-
zufügung derChlamvs und durch die stärkere Nei-
gung nach seiner linken Seite hin als spätere Um-
bildung kundgibt Der Bogen dagegen ist nicht
nur »n dem leicht umgebildetcn Dresdener Exem-
plar vorhanden, sondern auch durch den Köcher*
rest an dem Venezianer bezeugt. Dennoch ist die
Zurückfülirung auf den Lykeios nicht wahrschein-
lich, da dieser nach Lukian auf eine Stele gelehnt
war, eine solche aber bei keinem Exemplar unsere«
Typus nachweisbar ist. Dieser kehrt auf zwei
athenischen Münzen (Klein, Praxiteles, S. 158,
Fig. 23 link« und Inihoof-Oardner, Nuimsmatic
Coinm. on Pausanias, pl. CC, XVIII) wieder. Mit
einem litterarisch überlieferten Werke läßt er sich
nicht identificieren.
2493 96. Jünglingsstatue mit aufgc
setztem bacchischen Kopf. 1), 146. Am Kopf
sind ergänzt: Nase, Lippen, Kinn. Brauen, der
größte Teil der .Stirn und der Locken über der
Stirn (darunter befinden sich antike Reste), Kleinig-
keiten sonst an Lidern, Locken und Früchten.
Die Pupillenangahc w ird wohl auch modern «ein.
Die Schwellung derUnterctim ist antik. An Torso
wie an Kopf ist der rechte Kopfnicker stark ge-
spannt, aber beide verlaufen nicht in einer Linie,
sondern der des Kopfe« liegt weiter naeh der
rechten Schulter zu. Der linke Kopfnicker ist am
Torso deutlich fühlbar, am Halse nicht zu spiireu.
Auch hinten stößt die Mittellinie des Nackens nicht
mit der des Kopfes zusammen. Der Kopf kann
also trotz der Übereinstimmung von Größe, Arbeit,
anscheinend auch Marmor, und obwohl die Com-
missur an einigen .Stellen fast wie Bruch aussieht,
nicht wohl zugehörig sein. Man könnte denken,
er sei gebrochen und nur falsch aufgesetzt worden ;
aber wenn man ihn dann zur rechten Schulter
drehte, damit die Mittellinien hinten aufeinander
paßten, so würden vorn die Kopfnicker noch viel
weiter auseinander kommen. — Die Arme sind
ergänzt; ihre Richtung ist durch die Stümpfe
gegeben. Ob antike Spuren für die in die
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Venedig
20
19 IX, ‘2497 — 2511
Hüfte gestützte Linke vorhanden sind, ist nicht
mehr zu sehen. Die Schamteile sind neu. Die Beine
waren am Ansatz und an den Knicen gebrochen.
Sie sind jedenfalls alt, ihre Zugehörigkeit sehr
wahrscheinlich. Der linke Fuß mit dem Ansatz
des Schenkels, die Ferse und die Zehen dea rechten
Fußes sind neu, ebenso die Außenteile derPlinthe.
Der Stamm mit dem außerordentlich fein gearbei-
teten Schweinsfell ist antik, scheint aber nicht zu-
zugehören. Kr hängt unten nicht mit den andern
Plinthentcilen direkt zusammen. Am Oberschenkel
• mit dem allerdings auch früher ein Baumstamm
verbunden gewesen sein muß) sitzt er anscheinend
mit Schnitt an. Auch ist er weniger geputzt al9
die übrige Statue und von besserer Arbeit. Der
Marmor der Statue Ist mehrfach geplatzt, z. B.
auf der rechten Schulter und am rechten Glutaeus.
Der Rücken ist sorgfältig ausgeführt. Der Kopf
ist stilistisch Xr. 2430/31 verwandt. Das Vorbild
des Körpers kann nach Motiv und Einzel ausführung
noch dem 4. Jahrhundert angehört haben.
Amcluug schreibt den Ivopf (Revue areheo-
logique 1904 II S. 336 ff. Fig. 7) dem Künstler des
Apoll vom Belvedere zu.
2497/9$. Köpfchen des Ammon. D. 147.
Ergänzt: das Bruststück. Höhe des Antiken etwa
0,15. Die Nase alt. Nach der Arbeit der Haare
und der Pupillenangabc aus dem Eude des 2. Jahr-
hunderts n. Uhr, Von flüchtiger und dekorativer
Ausführung, aber wegen d<*s lebendigen, fast por-
traithaften Ausdrucks nicht ohne Interesse,
2499—2502. Kopf des Mclcnger. D. 14t*.
Die Büste, an der der rechte Ärmst umpf ergänzt
ist, ist jedenfalls antik und wohl aus einer Statue
/.urcchtgeschnitten. Der Halsbruch ist verschmiert;
gegen die Zugehörigkeit zum Kopfe sprechen trotz
des durchgehenden „Platzer*** rechts vorn die Ab-
weichungen von den übrigen Repliken. Atu Kopf
sind Nase und Kinn ergänzt; der Mund ist antik.
Gute und sorgfältige Wiederholung.
2503 — 07. Gruppe von Dionysos und
Satyr. I). 149. Brunn- Bruckniunn, Text zu Tafel
620, Fig. 4. Aus Athen (s. Valentinelli zu Nr. 85).
Von der Plinthc sind die äußeren Ränder und das
Stück unter dem. samt dem Unterbein ergänzten,
linken Fuß des Satyrs, neu. Das rechte Bein
des Satyrs hängt ungebrochen mit der antiken
Plinthc zusammen. Ergänzt ist ferner der rechte
Arm des Satyrs, seine Hand an der Hüfte des
Dionysos aber alt. Der Kopf des Satyr», an dem
die Nase ergänzt ist, war gebrochen, ist aber zu-
gehörig. Füße und Beine des Dionysos hängen
mit der Plinthc ungebrochen zusammen Ergänzt
ist am Dionysos der ganze Rücken von oben bi»
unter den umgeschlungenen Arm des Satyr», ebenso
die Rückenpartie unter dem linken Arm Dieser
ist alt und ungebrochen bis zur Mitte des Unter-
armes; die Hand ist neu. Neu ist ferner der
rechte Arm des Gottes mit Ausnahme de« Hand-
gelenkes und der Hand, an der wiederum die
Finger ergänzt sind. Ferner ein Teil des Kopfes
hinten, wo der Arm aufruht. Der Kopf war im
Halse rundum durchgebrochen. Vorn ist ein Stück
eingesetzt. Die Nase ist ergänzt. Rote Farbspuren
am linken l'nterscheukcl des Dionysos. Im übri-
gen stark geputzt Stämme hinter den rechten
Beinen des Dionysos und de» Satyr». Am linken
Oberarm dea Satyrs Rest des Pedums. Die zu-
rückgelehntc Haltung des Dionysos ist antik, über
den Typus vgl. Text zu Brunn- Bruckmann 620 und
Ducati, Osterr. Jahrcsh. XVI, 1913, S. 107 ff. Be-
merkenswert ist, daß in Athen, woher unser Exem-
plar stammt zwei weitere ähnliche, aber unvoll-
endete Gruppen fDucati a. a. 0. S. 108, Fig. 57 u.
S. 112, Nr. 12) gefunden worden sind,
2508—2511. Weibliche Statue mit auf-
gesetztem Athena-Kopf. D. 154. Hoch ca.
2,85 m mit Plinthc (diese 0,14 m hoch). Die
Statue ist derartig mißhandolt, daß eine genaue
Feststellung de» Tatbestandes trotz eingehendster
Untersuchung nicht iu allen Teilen möglich ge-
wesen ist. Der Marmor des Torsos ist grobkörnig,
krv»lalliiiiseh. leicht bläulich. In einer Höhe von
ungefähr 20 cm über der Plinthc ist die Statue
quer durch geh rochen; die Brüche Bind verschmiert,
viel daran geflickt. Die Plinthe ist sicher, da»
Unterteil höchst wahrscheinlich neu. Modern ist
ferner der untere Teil der neben dem linken Schenkel
herabfallenden Gewandpartie und der linke Arm
mit der Schulter. Die grobgepickte Anstückungs-
ftächc scheint antik zu »ein. Die rechte Schulter
besteht aus Gips. Der rechte Oberarm ist eher
modern als antik. Auf der Rückseite befindet
sieh im rechten Schulterblatt, etwa in der Höhe
der Brust, ein große», leeres Dübelloeb, etwa
101 f cm tief, 8 cm breit, 5*/Ä cm hoch, und da-
neben, nach außen hin, eine etwa ebenso hohe,
ungefähr I cm tiefe, I*/t cm breite Eintief ung.
Beide Einarbeitungen sehen antik aus. Zur Be-
festigung der Statue an einer Wand haben sie
offenbar nicht gedient. Am nächsten liegt der
Gedanke an einen eingelassenen Flügel. Im linken
Schulterblatte ist von einer Vordübelung nichts
zu sehen. Doch könnte sie unter dem angesetzten
Nackenschopfe verborgen sein. Ein im linken
Scliulterblatte steckender Metalldübel ist wohl
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21 IX. 2512— 251 *
Venedig 22
modern und mit dem angesetzten Arm in Ver-
bindung zu bringen. Am linken Oberschenkel
seitlich zwei weggebrochene Stützen, wohl für frei
gearbeite Gewand falten. Am Schnittpunkt der
Kreuzbänder auf der Brust ist wahrscheinlich ein
Gorgoneion aus Gips ergänzt gewesen. Auf der ge-
rauhten Fläche drei Stiftlöcher für Metall. Im Ge-
wände links über der linken Brust nach dem Arme
zu ein kleines, nicht sehr tiefes Loch; an der
entprechcnden Stelle rechts, ein klein wenig höher,
ein ebensolches, noch weniger tiefes, da» nach
dem Arme zu ausgebrochen ist. L)er Zweck dieser
Löcher ist unklar. Dio Rückseite ist nur ange-
legt. Der Kopf, der früher einen großen Helm
aus Gips trug, scheint aus dein gleichen Marmor
wie der Torso zu bestehen. Kr ist aber offenbar
nicht zugehörig. Der Hata war in der Gegend der
Halsgrubc vom Bruststück gebrochen; beide Teile
gehören aber trotz etwas verschiedener Färbung
sicher zusammen. Das Bruststück ist zum Ein-
setzen in einen Gewandausschnitt bestimmt. Der
Torso hingegen hatte einen mit ihm zusammen-
gearbeiteten Kopf, von dessen nackten Halsteilen
noch die äußeren Ränder an den Schultern erhalten
sind. Diese sind dann vom Ergänzer für das Brust-
stück des aufgesetzten Kopfes zurechtgearbeitet
worden. Kopf w ie Torso batten Nackonschopf. Die
Reste sind durch ein modernes Zwischenstück ver-
bunden. Der Kopf der Statue war, nach der Lage des
Nackenschopfes, zur rechten Schulter gewendet
Der Kopf ist. samt der Nase, vorzüglicherhalten aber
stark geputzt. In der Lippenspalte und an den
Augen Reste roter Farbe. Löcher für Ohrringe. Der
Helm hatte korinthische Form, über der linken
Schläfe auf dem Schädel ein Stiftloch für Bronze.
Die Statue trägt Chiton mit langem Überfall,
dessen Bausch über den G&rtel gezogen ist. über
den Bausch geht ein zweiter, sichtbarer. Gürtel,
von dem Kreuzbänder über die Brust laufen. Ob
an ihrem Schnittpunkte auch ursprünglich ein
Gorgoneion oder nur ein Schmuckstück war, läßt
sich nicht mehr feststellen. Aber auch, wenn
das Gorgoneion gesichert wäre, wäre damit nicht
dio Deutung auf Atluma gegeben, da ja z. B. der
Karyatidentypu» Kleusis Alban i lHelbigJ 1832 33)
die Kreuzbänder mit Gorgoneion trägt. Die
vorausgesetzten Flügel lassen ebenso an eine
Deutung auf Nike oder Nemesis denken. Die
hohcGürtuug und die detaillierte Faltcngebung des
Chitons unten verbieten eine Datierung ins 5. Jahr-
hundert. Vielleicht gehört dcrTypus auch stilistisch
in die Zeit der oben genannten Karyatiden. Der
Kopf steht dem Typus der Athenn Vdletri nahe.
2512. Statue eines Dioskuren. D. 1511.
Ergänzt: Plinthe und Stamm, linkes Bein von
der Mitte des Oberschenkels ab, rechtes Bein vom
Knie ab, rechter Arm, linker Unterarm mit Chla-
tnys und 8chwert, von dem nur das Ortband
antik ist, die Nase. Am rechten Oberschenkel
außen große mit Gips geflickte Stelle. Die An-
gabe der Augensterne ist antik. Der rechte Arm
ging nach außen Stern auf der Mütze. Römische
Decorationsfigur, aus derZeit um 200 n. Chr.. ohne
Anschluß an ein bestimmte» Vorbild.
2513. Oberteil einer Dionysosstatue.
D. 161 Aus einer Statue zurechtgearbeitet. Neu:
die Nasenspitze. Über der Stirnbinde kleine
Hörnchen. Gefällige, leere, römische Erfindung
im Anschluß an Werke des 4. Jahrhunderts.
Amelung erkennt hingegen hier eine Kopie
nach einem Werke des Kephisodot (Arch. Anz. 1918.
Spalte 52).
2514 15. Kopf der Statue des bogen-
spannenden Eros. D. lf>ß. Klein, Praxiteles,
S, 281, Nr. 25. Die Statue ist von Alinari, Nr.
12903. photographiert. Gipsabguß in München.
Der Kopf sitzt mit Schnitt auf und ist nicht zu-
gehörig, da aus anderem, feinerem Marmor und
von anderer Erhaltung. Kr stammt von einem
andern Exemplar desselben Typus. Unterteil der
Nase und ein kleines Löckchen links hinten sind
neu. Sonst ist er intact und nicht geputzt.
DiitschkcB Angabe, er habe keine Sch eitel flechte,
ist irrtümlich. Der Körper, aus grobkörnigem,
„tliasischem“ Marmor, ist geputzt, aber el>enfalls
von guter Arbeit. Ergänzt sind an ihm die Plinthe,
der linke Fuß, der rechte Fuß mit Schenkclan-
satz, die linke Hand mit ArmanBatz. der rechte
Arm. Von den mehrfach gebrochenen Flügeln
scheinen nur die Ansätze alt. vom Bogen ist nur
der Rest an der rechten Wade antik. Der Stamm
mit dem Löwenfell hängt ungebrochen mit dem
linken Bein zusammen. Das Glied ist nicht, wie
Diitschke angibt, besonder« an gesetzt, sondern un-
gebrochen. Der Kopf, von sehr sorgfältiger Arbeit,
zeigt in der Stilisierung der Locken über der Stirn
Abweichungen von den übrigen Exemplaren, die
aber nur auf den Kopisten zurückgehen.
2516-2518. Dreiseitige Basis. D. 171.
Hauser, Xcuattischc Reliefs, S. 138, Nr. 49 Zu-
stand der Oberseite nicht zu erkennen, da bedeckt
Verwaschen. Die Greifen an den Ecken scheinen
großenteils ergänzt Genauere« ließ sich infolge
der damaligen Aufstellung des Stücke« nicht fest-
stellen. Auf den drei Seiten Anubis. Isis um!
Harpokratc*. Anubis hält in der Rechten einen
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•23
21
IX, 251 9—2529
Palmzweig. Dam Sistnim in der rechten Hand
der Isis ist verrieben. Die untere Dccoralion int
der der Dresdner Basis (Br — Br 150) verwandt.
2519/2520. Kopf der St at uet t e des Odys-
seus. D. 176. Furtwängler- Urliehs, Handaus-
gabe der Denkmäler3 Taf. 43, 8. 142. Roscher,
Mythol. Lex. s. v. Odysseus III, Sp. 678. Franz
Müller, Die antiken Odyssee-Illustrationen, S. 144.
Die Statue ist von Alinari Nr. T2902 photogra-
phiert-. Gyps des Kopfes in Miincheu. Fein
körniger weißer Marmor. Au der Statue sind er-
gänzt* Der rechte Arm, die linke Hund, der Zipfel
der Chlamvs unter dem linken Oberarm, der linke
Untersehenkel und der Fuß. Die PI int he ist nur
in der Umgegend des Stammes und de» rechten
Fußes antik, ihre ursprüngliche Form nicht mehr
bestimmbar. Das Schwertband endigt auf dein
linken Olutaeua in Fransen. Das rechte Bein war am
Ansatz gebrochen, ist aber, ebenso w ie der Stamm
mit dem darüber geworfenenen Sch uppen panzer,
antik, da an beiden Pflanzenfaaersinter vorhanden
ist. Der rechte große Zeh ist neu. Im rechten Ober-
schenkel außen und im linken Oberschenkel außen
sind große Stücke eingedickt , ebenso im Kücken
rechts an der (Einziehung der Hüfte. An der rechten
Seite des Bauches eine große, weggearbeitete
Stütze von etwa 2 */, cm Durchmesser, vermutlich
mit einem Attribut des anders zu ergänzenden
rechten Armes in Verbindung zu bringen. Der
große Chlatnysknopf ist völlig antik. Die ganze
Figur ist geputzt. aber nicht verputzt, der Kopf
ungewöhnlich gut erhalten.
Das Motiv der Statue ist von Furtwängler
richtig gedeutet worden: * Palladionraub oder
Dolonie. Sie kann nicht, wie Franz Müller an-
nahni, mit der vaticnnrichen Odysseus -Statuette
(Helbig* 117) zu dem gleichen Cyklus gehört haben,
da diese ihrem Stile nach in eine spätere Zeit zu
setzen ist. Das Motiv der Venezianer Statuette er-
innert sehr an das de* böckohent ragenden Satyrs
E— A 1570. Der Kopf ist dem Zeus von Otricoli
verwandt.
2521. Maske. D. 177. Ergänzt: Nase, Unter-
lippe, linker Teil der Oberlippe. Kleinigkeiten an
den Haaren. Vgl. zu Nr. 2571.
2522 2523. Kopf der Statuette D. 181.
Die Statuette hat Furtwängler. Griech. Origi-
nalität uen in Venedig Tafel VII, 3, S. 303 f. publi-
ciert. Furtwängler hat die Zugehörigkeit des
Kopfes, an dem Nase und Kinn ergänzt sind,
bestritten Mit Unrecht; denn wenn der Kopf auch
offenbar infolge von Lagerung in anderem Erd-
reich etwas hellere Farbe hat, so entsprechen sich
Venedig
doch die Faltenzüge des Schleiers an Kopf und
Körper (ohne daß ein Stück zwischengesetzt wäre)
so genau, daß Zweifel an der Zugehörigkeit nicht
möglich sind. Die Formen des Kopfes stimmen
zu der aus den Gewandmotiven zu erschließenden
Datierung in das 2. Viertel des 4, Jahrhunderts.
Frische originale Arbeit.
2524 — 2526. Dreiseitige Candelaber*
basis. 1). 189. Trotz der mehrfachen Ergänzungen
macht die Arbeit der Reliefs in verschiedenen
Einzelheiten einen derartig unantiken Eindruck
daß wir das Stück für eine Fälschung der Re-
naissance halten müssen.
2527. Torso einer F rauenat atuette mit
archaistischem Idol. D 193. Linker Unter-
arm und Kopf waren liosondera gearbeitet und
mit tiefen Marmorzapfen eingelassen. Stark ver-
wittert, alier ungeputzt. Eine Wiederholung, in
hall er Größe, beim Earl of Wemysa (Burlington
Exhibition 1904. pl. XXXI, No. 42, p. 28 — Rei-
nach, R£p. IV, 417, 8; ob hier ebenfalls ein Idol
vorhanden war, läßt sich nach der Abbildung
nicht featstellen). Grobe, aber vielleicht noch
griechische Arbeit nac h frühhellenistischem Vorbild.
Nahe verwandt, aber ohne Chiton, die Aphrodite
Lovatelli aus Pompeii in Neapel (Quida Nr. 1825);
vgl. auch die „Aphrodite*4 von Chaeronea in Athen
iNat. Mus. Nr. 080). Das Idol ist, wie Dütschke
schon bemerkt hat, dem der Artemis von Larnaka
(Bulle, Archaisierende griechische Rundplastik.
8. 20, Taf. 5, Nr. 40) sehr verwandt.
2528. Statuette der Aphrodite. D. 194.
Ergänzt: Plinthe mit Füßen, Pfeiler, rechter Arm.
die ganze Partie um die rechte Brust und das
ganze überteil der Brust now ie der Hals, ferner
da» (ie wandstück um den linken Ellenbogen.
Der Kopf, an dem das Unterteil der Nase ergänzt
ist, schien mir antik, ist aber nicht zugehörig.
Der Marmor der Statuette ist an verschiedenen
Stellen geplatzt, so daß fast der Eindruck von
Schnittflächen entsteht. Der Oberkörper ist arg
übergangen; ursprünglich war die Arbeit nicht
schlecht. Wenn Kopie eines altern Werkes, nach
den schlanken Proportionen erst hellenistisch. In
der Gew&ndanordnung über dem rechten Bein
steht am nächsten wohl die Venus von Agrn
(Rcinach, R5p. II, 335, 9). Der aufgesetzte Kopf
ist ein Portrait traianischer Zeit.
2529. Statuette des Apollon. D. 197.
Overl eck. K unstmythologie des Apollon, S. 194
Nr. 1; Taf. XXI, Nr. 35. Ergänzt: Plinthe mit
HauuiHtaimn unter dem linken Fuß und mit dem
linken Unterschenkel, sowie mit dem rechten
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25
Venedig
IX, *2530—254 1
Fuße und dem Unterteil des Stammes neben
diesem, der Köcher, von dem nur ein Teil des
Bandes antik ist, der rechte Arm von Mitte des
Oberarms ab, die linke Hand und das Oberteil
der Kithnra zum größten Teil. Am ungebrochenen
Kopf sind Nase und Lippen neu. die Pupillen leicht
eingerissen, Lorbeerkranz. An der Leier ist die Be-
festigungsart der Saiten sehr eingehend dargestellt.
Gewöhnliche Kopistenarbeit. Wiederholung im
Museo archeologico in Florenz: Milan i I, p. 323,
Nr. 184; II, tav. CLVIT = Overbeck a.a.O., S. 194,2.
Overbeck führt noch eine dritte Wiederholung
(kleine Bronze in Florenz) an, die uns nicht be-
kannt ist. Die Florentiner Statuette ist etwas
mehr vorgeneigt. Dem Kopf der Venezianer
Statuette ist nächstverwaudt der Kopf Ny Carls-
berg Nr. 76 (Arndt, La glvptoth&que Ny C., pl. 69).
Danach und nach dem Motiv würde man das
Original noch in die Zeit vor Alexander setzen.
Doch müßte inan den Kopf der Florentiner Re-
plik genauer vergleichen können, dessen Haar
nach Arndts Notizen seitlich gelockert ist, ähnlich
wie bei der Antiochia des Kutycliides.
2530. Torso des Eros aus der Gruppe
Eros und Psyche. I). 198. Ansatzrest am
linken Oberschenkel. War ehemals ganz gut.
Helbig (Rendic. dei Lincei V, 1889, 841 ff.) hat
richtig zwei Fassungen der plastischen Gruppe
von Eros und Psyche getrennt, die sich äußerlich
durch das Vorhandensein oder Fehlen der Flügel
Unterseite. den. Von den übrigen Wiederholungen
der Fassung mit Flügeln weicht unser Fragment
durch die etwas verschiedene Haltung der linken
Hand der Psyche ab. Die Litteratur über die
(•nippe siehe zuletzt bei Hclbig, Führer11 1, 802.
2531. Männliche Statuette. 1). 199. Neu:
Plinthe, Füße, Unterteil des Klotzes neben dem
linken Fuß und Kleinigkeiten. Das Gewandmotiv
erinnert an das des Asklepios derUffizien (Amelung
Nr. 95) und seiner Verwandten. Leidliche Arlteit.
2532. Statuette des Asklepios. D. 200.
Der Kopf sitzt mit zwischengesetztem Halsstüek
auf. Obwohl er die nämliche braune Marmor-
farbe wie der Torso aufweist, ist er doch zu
groß, um zugehörig zu sein. Nase, linke Braue
und der ganze Bart sind neu. Die Haarpartie
im Nacken ist ungeheizt, scheint aber alt zu sein.
An dem herabfalienden Mantel links Stützenrest
für den linken Unterarm oder sein Attribut. Der
linke Teil des Omphalos war antik angekittet.
Die Rechte war in die Hüfte gestützt. Viel Licge-
falten in» Gewand. Harte .Arbeit griechischer
Herkunft, wie schon die Marmorfarbe beweist.
2b
Typus der Statuette der Münchner Residenz
K-A 915. Vgl. zu diesem auch: Reinacl», Rep. II,
37, 3: III. 12, 8; IV, *22, J. Im Haar ein breites
Band. Stark vorspringende Unterst irn. Der Kopf
scheint dem Berliner Kopf: Inv. 1502 (Rom. Mitt.
XXXII, 1917. S 96) nmheztietohen.
2533. Torsode» bogensp annenden Eros.
D. 201. Klein, Praxiteles, S. 231, Anm., n* 19. Vom
rechten Flügel ist ein Rest vorhanden. Tiefe Zapfen-
löcher für Kopf und linken Arm. In den Einzel-
formen stark übertriebene Replik (vgl. Xr.2514 15).
2534 - 2536. Dreiseitige Basis. D. 204.
Hauser, Ne uat tische Reliefs, S. 91, Nr. 12. Ergänzt :
die Ecke 2534 rechts zu 2535 link». — 2534: Satyr
mit Fruchtschiissel vor Altar. 2535: Pan mit
Sckwcinsfell, einer Pantherin eine Traube hin-
haltend. 2536: Agaue mit dem Haupte des
Pont heu«. In der Rechten Doppelthyrsos mit
Bändern. — Starke Verwendung des Bohrers.
2537. Torso der Aphrodite. D. 205.
Stützenrcst am rechten Oberschenkel hinten. Kein
N&ckcnhaar. Rechter Kopfuicker ein wenig ge-
spannt. Vorderseite gänzlich geputzt und schlecht
j erhalten. Die Linke hat das Gewand über dem
Oberschenkel gehalten, die Rechte bedeckte
die rechte Brust. Vgl. E A 2015.
2538 2539. Statuettentorso, Wieder-
holung der „Aspasia“. I). 206. Neu: Plinthe.
Der Kopf war einmal modern ergänzt; der Holz-
dübel steckt noch im Torso. Wenig geputzt.
Gute Arbeit. Vgl. 2419 20. Eine weitere Sta-
tuettenreplik (mit. Kopf und profilierter Basis
0,50 m hoch: „in pietra fosfato di calce“) befand
sich 1831 noch im Museo Orimani in Venedig:
Antonio Sanquirico, monumenti del Museo Grimani.
pubblicati nolP anno 1831, tav. 38 („Mncmosine“).
Der Kopf scheint nach der Zeichnung dem von
i Amelung w'icdergewonneuen zu entsprechen und
könnte danach antik sein. Unsere n° 2538 39 ge-
hört zu denjenigen Grimanischen Antiken, die be-
reit« 1586 in den Besitz der Republik kamen.
2540 2541. Weibliche Statuette. D. 207.
Furtwangier, Originalstatuen, S. 300 ff., Taf. IV, 2.
i Abguß in München. Hermann, Text zu Brunn-
, Bruekmann 536, S. 2, Anm. 2 Zu Furtwiinglers
Ergänzungsangahen ist zu bemerken: neu sind
rechter Arin von Mitte des Oberarm« ab, linke
Hand mit Ansatz des Unterarms, der von dieser
aufgezogene Gewandzipfel (der an Schulter wie
Hand Schnittflächen zeigt) sowrie derjenige, der
von ihr zum linken Oberarm geht (sein unterster
Rest auf dem Oberarm antik). Der linke Arm
war an der Schulter gebrochen: ich liale ihn
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IX, 2542—2551
Venedig
aber für antik bis zum Handgelenk gehalten
Das Stück ist von Furtwängler richtig mit den
Skulpturen von Phigalia in Verbindung gebracht
worden; auch die Faltengebung der Rückseite ist
hierfür »ehr charakteristisch.
2542 2543. Kopf der Statuette eines
gestürzten Galliers. I). 208. Brunn, Kleine
Schriften. II, 417, Abb. 55. Bulle, L)er schöne
Mensch, S. 486 ff., Abb. 150, Taf. 228, Das linke
Profil auch Phot. Naya 409, die Statue Alinari
12905 und Naya 409. Ergänzt ist die Unterseite
der Plinthe, der rechte Arm, der linke Fuß (so
wenigstens Dütschko), die Nasenspitze. Iler obere
Teil der Plinthe besteht au» mehreren, durch
Schnitt getrennten Stücken, die mir aber alle
antik schienen, auch das Stück mit dem Felsen
und der linken Hand, die am Gelenk mit Schnitt
ansitzt. Die Politur ist modern; unter der rechten
Achselhöhle und am Ansatz de» rechten Ober-
schenkel» antike Oberfläche. Der Marmor bat
den bläulichen Schimmer, der auf kleinasiatische
Herkunft deutet.
2544. Kopf der Statuette eines toten
Galliers. D. 209. Brunn. Kl. Schriften, II, 418,
Abb. 56. Phot, der Statue Naya 429, Alinari
19906. Ergänzt: Kinn. Lippen und Unterteil der
Nase. Die Plinthe hat nur an der «Schmalseite
bei den Füßen antiken Hand; sonst ist sie überall
rauh gepickt und auf der Unterseite ausgehöhlt, 1
wohl erst in moderner Zeit. Im Schild diesseits
de» linken Arme» drei kleine, offenbar moderne
Löcher. Unterhalb von ihnen auf der Plinthe
eine Einticfung. die vielleicht antik ist. Am
linken Fuß waren die drei letzten Zehen besonder»
angestückt, ohne Dübel, offenbar nur mit Kitt
Im Gürtel an der rechten Hüfte ein kleines Stift-
loch für Bronzezutat. Unter den Hoden und am
Beginn der Glutaeenspalte ungeputzte Stellen.
2545 46. Kopf der Statue des Ganymed.
D.212. Roscher, Myth. Lex. s.v. Ganymed, Sp. 1598f.
Photographie der «St at ue : Sal v i at i 1 39 1 , A I inari 1 8637 .
Angeblich aus Konstantinopel nach Venedig ge-
kommen. Neu am Ganymed: Unterteil der Nase.
Flicken im Kinn, linkes Bein bis auf den Ansatz,
rechte« Unterbein, Genital und anstoßende Bauch-
partie, beide Arme von der Mitte der Oberarme
ab, Gewandrand am linken Oberarm; am Adler:
die freistehenden Teile der Flügel, ein großer Teil
des Schwanzes, der Schnabel. Der Rücken des
Adlers ist in der Mitte dick mit Gips verschmiert,
so daß man nicht feststellen kann, ob die Gruppe,
wie jetzt, aufgehängt war oder ob sie, wie Over-
beck (Kunstmythol. d. Zeus. S. 526 ff.) vermutet.
28
einen Baumstamm als Stütze hatte. Die Pupillen
als einfache Löcher. Arbeit um 200 n. Cbr. Eine
modilicierte Wiederholung im Gegensinne von der
lncatada in Saloniki: Overbeck a. a. 0, S. 527.
Nr. 15. Vgl. auch Einzelaufnahmen 239.
2547. Gruppe de» Mit h ras mit Stier.
D. 213. Cumont, Mysteres de Mithra II, p. 223,
Nr. 50, Fig. 52. Ergänzt: Der rechte Unterarm
mit dem Oberteil des «Schwerte«, der linke Arm
«amt der Schnauze des StiereB. Hörner, Schwanz-
spitze und linke« Knie des Stieres, der flatternde
Teil der Chlamys, die Nase des Mithr&a. Der
äußerste Teil der Gruppe link« vom Beschauer
(rechter Fuß de« Mithra« und rechter Hinterfuß
de« Stieres) sind angesetzt , könnten aber antik
«ein. Cumont notiert rote Farbspuren an der
Tunica. Gewöhnliche Arbeit frühesten« antoni-
niseher Zeit.
2548. Vorderteil des Fuße« einer Ko-
lossalstatue. D.214. Gesamt maaße bei Dütschke.
Länge der dritten Zehe 0,40 m. Ergänzt: Spitze
der großen Zehe, ganze zweite Zehe und
der hintere Teil des erhaltenen Fußabschnittes
rechts. Hinten glatte Schnittfläche, in deren Mitte
ein tiefe» Dübelloch. An die«e stößt in etwa«
stumpfem Winkel eine zweite Schnittfläche an.
in welcher ein kleinere« Dübelloch sich befindet;
darin anscheinend noch Metallreste. Stiftlöcher
für. Bronze am großen Zeh recht« außen hinten
und oben an »einem hinteren Ende, ferner zwei
hintereinander am oberen Ende der dritten Zehe
und zwei auf der kleinen Zehe, für die Riemen
der Sandale.
2549. Rückseite der weiblichen Sta-
tuette D. 215. Furtwängler. Originalstatuen,
Taf. VI, 3, «S. 31 Of. Zu Furtwängler« Notizen ist
hinzuzufügen . daß auch der vordere Teil der
rechten Brust neu ist. Das obere Ende des Haar-
schopfe« ist nicht „überarbeitet“, sondern modern.
Am linken Oberschenkel und in der Kniegegend
viele Ra«pe Ist riclte. Am linken Oberschenkel ist
der zart ausgeführte Chitonüberschlag sichtbar.
Der Gowandtypu* ist ein Vorläufer der zuletzt
von Watzingcr (63. Berl. Winckelm. -Progr. S. 9.
Anm. 19) besprochenen „Melpomeneu. Der Kopf
ist ein frische« Mädchen porträt aus der Zeit der
Kaust ina.
2550 51. Kopf der Statuette eine«
stürzenden Gallier«. D. 217. Brunn, Kleine
Schriften II, 416, Abb. 54. Die Statue: Phot.
Naya 410, Alinari 12904. Ergänzt: Beide Arme,
das ganze reobte Bein, der linke UnterechenkeL
die Stütze unter dem Hintern (zu untermchen
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i..:
‘29 IX, 2552-2566
bleibt, ob noch antiken Spuren) und die (mehr-
fach gestückte) Plinthe, ferner Penis und Hoden
(vom Schamhaar ist nur der Teil links antik).
Am Kopf ist die Nase ergänzt. Wae auf dem
Scheitel wie zwei puntelli aussieht, ist wohl viel-
mehr nur der Rest einer weggebrochenen frei-
stehenden Locke. Das Haar ist von der Ab-
formung her noch dick mit Gips verschmiert. Die
starke Politur ist modern; das Haar hinten
ziemlich unberührt: glatt, aber nicht geglättet. —
Antik ist von der Figur also nur der Torso mit dem
Kopf und dem linken Oberschenkel. Ob die
jetzige Ergänzung das Richtige trifft, bedarf er-
neuter Feststellung.
2552 53. Statuette des Narkiesos. D.221.
Roscher; Myth. Lex. s. v. Xarkissos, Sp. 18, Nr. 1,
(= Nr. 4). Sehr schlecht erhalten und aus vielen
Teilen zusammengestückclt, so daß die Richtig-
keit der Ergänzungsangabon Dütschkes ohne vor-
herige Reinigung nicht nachzuprüfen ist . Die Plinthe
ist antik und zugehörig. Stamm , linker Ober-
schenkel des Narkiss und linker Flügel des Eros
hängen ungebrochen zusammen. Zwischen dem
Ansatz des Flügels am Stamm und dem Rücken
des Eros ist ein Stück zwischengesetzt, wodurch
erst die starke Vorwärtsneigung des Eros ver-
ursacht worden ist. Bei seiner jetzigen Stellung
würde sein rechter Arm, der den linken Ober-
schenkel des Narkiss berührte i Spuren vorhanden!,
übertrieben lang werden. Der Kopf des Narkiss
war nach seiner Linken gewendet. Die Statuette
war ursprünglich von ausgezeichneter Arbeit, auch
im Rücken, ein Kabinettstück h&drianisch-antoni-
nischer Zeit. Von den bei Roscher a. a. 0. an-
geführten Statuen ist Nr. 2 (Chiaramonti 655)
anscheinend eine genaue Wiederholung, Nr. 3
(Palermo, Einzelaufnahmen 559 dj eine solche
mit Zufügung des Gewandes. Replik ist auch
vielleicht Berlin 225 und Reinach, Rep. III, 33,3
(nach Gips im Louvre; ein solcher auch in Würz-
burg). Die schlanken Formen weisen den Typus
in nachlysippische Zeit.
2554. Statuette der Nike. D. 222. Er-
gänzt: Kopf, rechter Arm, linker Unterarm (der
Palmzweig gesichert). Römische Decorationsfigur
von höchst unerfreulicher Arbeit. Die von Dütschke
verglichene Statue in Florenz (D. 127 = Einzel -
Aufnahmen 350) ist keine Wiederholung.
2555-57. Dreiseitige Basis. D. 223.
Hauser, Neuattische Reliefs, S. 91, Nr. 13. Hülsen,
Römische Antikengärten, S. 64, Nr. 73. Aus der
Sammlung des Kardinals vonCarpi. In Dütschke»
Beschreibung ist vielfach rechts und link» ver-
Venedig 30
1 wechselt. Nach der bei Hülsen wiedergegebenen
i Zeichnung des Codex Pighianus war früher oben
der Anfang des Kandelaberschaftes erhallen. Die
Basis, auf der das Stück jetzt ruht, ist modern.
2558. Männlicher Torso. D. 224 Stützen-
rest am rechten Oberschenkel für den rechten
Arm. Nach einem Original des strengen Stils.
Die eigentümliche Wiedergabe des PenisanB&tzes
findet sieh u. a bei zwei gleichzeitigen Apollon-
figuren: der Statue Pitti (Br— Br 304) und dem
Torso von Gortyn (Mon. dei Lincci XVIII, p. 251,
Fig. 31). Die schlecht gearbeitete Chlamys ist
jedenfalls Kopistenzutat.
2559. H e k a t e i o n. D. 225. Petcrsen.
Arch. ep. Mifct. V, S. 29. Roscher, Myth. Le\.
s. v. Hekate, Sp. 1907f Kopf der hintersten der
drei Chariten fehlt. Sonst gut erhalten (gegen
Dütschke). Genaue Wiederholungen scheinen nicht
vorhanden.
2560. Weibliche Statuette. D. 227. Hoch
1,27 m. Ergänzt: Plinthe, Füße, fast der ganze
Gewandwulst vorn, die linke Brust, der ganze
rechte Arm und die ganze linke Seite des Rückens;
vom linken Arm ist nur die Vorderseite des Ober-
arms antik. Am angesetzten, stillosen Kopfe (eines
Apollon) sind Hals, Kinn, Unterlippe, Nase neu.
Er trägt einen Lorbeerkranz; die Pupillen sind
angegeben. Der Torso (Liegefalten) nach einem
Original aus der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts.
2561. To rso einer männlichen Sta-
tuette. D. 232. Ergänzt: Plinthe, Stamm, Unter-
schenkel, Arme. Geputzt. Wohl von einer Dionysos-
figur der üblichen römischen Art.
2562. Hermaphrodit aus dem Sym-
plegina mit dem Silen. D. 233. Arndt, La
Glyptoth&que Ny Carlsberg, p. 192, Anm. I. Er
gänzt: der Stumpf des rechten Armes, die linke
Schulter, der Kopf. Sehr schlecht erhalten.
2563. Weibliche Ge wandstat uette. D.234.
Furtwängler, Originalstatuen, S. 290 (mit unge-
nügender Abbildung). Ergänzt: Kopf, rechter
Unterarm, linke Hand, rechter Fuß, Außenränder
der Plinthe. Braune, griechische Marmorfarbe.
Von Furtwängler richtig als griechisches Original
gewürdigt und der zweiten Hälfte des 5. Jahr-
hunderts zugewiesen
2564 65. Kopf eines Römers. D. 235?
Ergänzt : Büste, Hals, Kinn, Nase. Auch die
Warze unter dem Kinn scheint neu, die großen
Ohren hingegen alt. Gutes Porträt eine« älteren
Mannes aus dem Ende der Republik.
2566. Männli cherTorso. D. 237. Stützen-
rest an der linken Hüfte. Reste der Hand an der
I
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31 IX, 2567—2577
rechten. Der Kopf wandte sich zur linken Schulter.
In der linken Achselhöhle keinerlei Spuren eines
Stabes o. dgl. Bruatwarzcnabstand etwa 0,22 in.
Auf einen Satyr deutet nichts. Wenig geputzt.
Dem Meleager ähnlich, aber jugendlicher und
nach der flachen Kürpcrbehandlung aus früherer
Zeit. Vortreffliche Arbeit.
2567 — 69. Dreiseitige Basis. D. 240.
Hauser. Neuat tische Reliefs, S. 20, Nr. 25. Er-
gänzt: die drei weiblichen Vorderteile an den
Ecken bis auf Teile der Flügel, die drei Kanten
mit dem Perlstab und die Deckplatte von ober-
halb der Kopfe ab.
2567: Tanzender Silen. Die Ergänzung des
rechten Armes ist abgefallen. Flicken am rechten
über- und Unterschenkel. 2568: Macnade mit
Tympanon. 2569: Flöteblasender Satyr; vor ihm
Löwenfcll über Fels und ein Pedum. Rechter
Unterarm neu. Feine Arbeit.
2570. Statuette des Asklepios oder
Zeus. D. 249. Der Kopf war gebrochen, ist
aber offenbar zugehörig. Die Linke ruht auf
einem vom Gewände bedeckten Stamm, die Rechte
ist in die Hüfte ge*tütz\ Liegefalten im Ge-
wände. Griechische Originalarbeit, auch nach der
rötlichen Marmorfarbe. Genaue Wiederholungen
nicht vorhanden.
257!. Maske. D. 251. Geputzt Genaue
Wiederholung von 2521. Beide Masken sind trotz
ihres übertriebenen Ausdruckes sicher antik, Ein
ähnliches Stück habe ich i in Saal der bronzenen
Michelangclobüstc im Conservatorenpalast (auf dem
Tische neben dom „Scipione Africano** Nr. 8) no-
tiert. Satyr oder Pan.
2572. Relief mit Herakles und üin-
phale. D. 253 Roscher, Myth. Lex. s. v. Om-
phale, Sp. 896. Die Frau hat die Frisur traiani-
schcr Zeit und Portraitzüge. Im Kopfe des He-
rakles sind individuelle Züge kaum zu erkennen
Offenbar aepulcral, aber nicht von einem Sarko-
phag.
2573. Spätgriechisches Grabrelief.
I). 255. Der Kopf der Frau links sitzt mit Gips
auf. Er ist alt, aber nicht zugehörig. Harte Ar-
beit der späteren Kaiserzeit.
2574. Relief mit Eroten. D. 257. Linksist
oben und unten ein Stück ergänzt. Vgl. zu 2577
2575. Relief: Triton und Nereide. D.258
Nach dem Ornamente trotz der wenig lebendigen
Motive noch aus der frühen Kaiserzeit, etwa dem
Gebäude der Eumachia gleichzeitig.
2576. Fragment eines „Totcumahls“
D. 262. Neu: große Stücke des Reliefgruiides,
Venedig 32
Oberkopf von der Nase ab. Durch Größe und
sorgfältige Arbeit ausgezeichnet.
2577. Relief mit Eroten. D. 263. Links
und oben ist der größte Teil des Reliefgrundes
ergänzt; auch rechts Flicken.
Die beiden Reliefs Nr. 2574 und 2577 gehören
zusammen; sie stammen aus Ravenna. Uber die
Gruppe, zu der sic gehören, vgl. zuletzt C. Ricci,
Ausonia IV, 1909, p. 247ff. Es sind Darstellungen
von Götterthronen. Jcdereeits von diesen vor einer
Pilosteretellung zwei Eroten, die die Attribute der
betreffenden Gottheit tragen. [Uber Götterthrone
vgl. Furtwängler. Meisterwerke S. 188; Reichel,
Vorhellenische Götterkulte, S. 36; Fiechter, Jahr-
buch d J. XXXIII, 191?, S. 179f.] Bekannt sind
folgende Exemplare: 1. Saturn: a) Louvre.
Fröhner 337; Ricci Fig. 5; Phot. Giraudon 2101.
bj Venedig (unsere Exemplare; Ricci Fig. 6 u. 7).
2. Juppiter: Florenz, Uffizien. D. 523; Ricci
Fig. 8; Phot ßrogi 9533. 3. Neptun: a) und bj
Ravenna. S. Vitale Ricci. Fig. 1 und 2; Goetz,
Ravenna (Berühmte Kunstatätteii 10), S. 1 1, Fig. 7;
Phot. Alinari 10250 und 18686. 4. Apoll Ehemals
Ludovisi, Schreiber 165. Fehlt bei Ricci. Alte Pho-
tographie ,.3122“. 5. Diana. Mailand, Museo Arcbeo-
logieo. Ricci Fig. 9; Phot. Brogi 13029. 6. Ceres?
Ravenna, Arcivoseovado. Ricci Fig. 3; Guetz, S.9,
Abb. 5; Raccoltc artistichc di Ravenna (Bergamo
1905), Fig. 94 7. Bacchus? Florenz, Uffizien.
D.519. Fehlt bei Ricci. Phot. Brogi 10018. 8 Her-
cules? (Zugehörigkeit nachzuprüfen): Louvre.
Fr. 331. Clarac 184, 215. 9. Gottheit nicht be-
stimmt. Ravenna, Areivescovado. Ricci Fig 4:
Goetz, 8. 10, Abb. 6; Raceolte artistichc, Fig. 95.
Nicht zu der Serie gehört das Fragment in Man-
tua: D IV, 850.
Mehrere dieser Reliefs stammen aus Ravenna;
für andere ist die nämliche Herkunft nicht
ausgeschlossen , während sie für das in Rom
sich befindende zum mindesten unwahrschein-
lich ist. Es liegt also nahe, an eine in Ra-
venna aufgestellte Wiederholung eines römischen
Monumentes zu denken. Die Darstellungen müssen
auf jedem dieser Monumente zweimal vorhanden
gewesen sein, ln Ravenna befinden sich außer-
dem weitere Relicffragmcnte, die ähnliche Pilaster-
stellungcn auf Balustraden zeigen und deshalb
wahrscheinlich zum nämlichen Denkmal gehören.
Wiederholungen von dieaen sowie ähnliche Dar-
stellungen gibt es ebenfalls in verschiedenen Mu-
seen: Altmann, Italische Rundbauten $. 51 ff.; Ame-
lung. Amonia V, 1910, p. 1 10 fl. Es sind 1. Ruhig
stehende weibliche Einzelfiguren mit At tri-
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33 IX, 2578— 25x8
buten (Reste von vier Figuren erhalten), a) Ra-
venna, Arcivescovado. Ricci Fig. 11 ; Ainelung Fig. 1.
b) Villa Doria Pamtfli. Ainelung Fig. 2. c) Vrilla
Massimi (Giustiniani). Amelung, Fig. 3 (auf diesem
Relief waren früher, nach der von Amelung wie-
dergegebenen Publication der Gallen» Giustiniani,
noch zwei weitere männliche Gestalten vorhanden,
deren Altertum indessen zweifelhaft ist). 2. Kala- !
thiskostänzerinnen. a) Ravenna, Arcivesco-
vado Ricci, Fig. 10; Goetz, 8. 8, Abb. 4. b) Villa Al-
baui 967. Hauser, Neuattische Reliefs 8. 97, Nr.21; j
Phot. Alinari 27684. o) Lateran (nicht auagest eilt).
M — D 3499. d) Villa Patrizi. Kingcmauert. Nicht
bei M — D. Phot, bei Arndt. Dem Oberteil von
b) links entsprechend, e) Fragment, 1913 bei
Hart wig in Rom. Phot, bei Arndt. Pilasterkapitcll
und Kopfreste wie auf b) rechts. 3. Tänzerin*
nen mit Guirlandcn und ’ Früchten, da*
zwischen Thy rniat erien und Tempel. |
a) Louvre. Altmann. Abb. 15; Amelung, Fig. 4;
Phot. Alinari 22605. b) Urbino. Altmann, Abb. 13.
c) Kbcmals Villa Negroni. Altmann, Abb. 14. Ab-
guß des Mädchens in Würzburg. Der Rundtempel
Ist wohl zugehörig, kann aber ursprünglich nicht
direkt angeschlossen haben, d) Florenz. Amelung,
Führer Nr. 154; Brogi 9323 (Rundtempel), e) Chiara-
monti267. 4. Die borghcsiachenTänzerinnen.
a) Paris. Hauser, Neuattische Reliefs. S. 46, Nr. 61;
Phott. Giraudon 1057, Alinari 22582. b) Villa Pan- |
fili. M — D 3498; Hauser, Neuattische Reliefs, 8. 47,
Nr. 62. In den Maaßcn stimmen alle diese Reliefs,
soweit man nach den zum Teil mangelhaften An-
gaben urteilen kann, im Wesentlichen überein. Die
äußere Begrenzung ist vollständig nur an dem
Pariser Erotcnrelief (la) erhalten. Danach waren
die Erotenreliefs an allen vier Seiten von einem
Rand umgeben. Bei den Reliefs mit Frauen ist
dagegen nirgends ein Seitenrand erhalten, die Länge
der einzelnen Compositionsteile läßt sich nicht mehr
bestimmen. Die Pilasterdecoration ist in Einzel-
heiten, namentlich den Kapitalen, verschieden ge-
staltet. — Beim Mailänder Erotenfragment sind die
Augensterne angegeben in der Weise dt« 2. Jahrhun-
derts n. Chr. Es bleibt zu untersuchen, ob hier nicht
moderne Überarbeitung vorliegt, dadiese Angabe bei
keinem der übrigen Relief» vorhanden scheint und
der Stil entschieden auf die frühe Kaiserzeit weist.
2578. Nebenseite eines Sarkophags.
D. 265. Vgl. zu 2583.
2579. F ragment eines attischen Grab-
reliefs. D. 284. Pentclischer Marmor Sitzende
Frau und Dienerin mit Kästchen. Fein und zart,
besonders im Kopf, und nicht spat.
Venedig 34
2580. „Toten mahl“. D. 285. Dio Maaße
von Höhe und Breite sind bei Dütschke verwechselt.
Der gelagerte Mann ist bartlos und bat an der
Seite herabfallcndes Haar (vgl. das Relief im
Piraeus: Fr-W 1053, Phot. Ath. Inst. G. R. 184).
Die große Schlange trinkt aus der Schale, die der
Mann in der Linken hält. Mit der Rechten er-
hebt er das Rhyton. Die Handbewegung der Frau
ist nicht klar zu erkennen. Der Gegenstand (wohl
Gefäß), den der Knabe über den Mischkrug hält,
ist stark verrieben. Links der Adorant (natürlich
nicht zu denken, daß er, wie Dütschke will, dio
Linke an den Rand des Gefäßes legt). Verwaschen.
Von guter und verhältnismäßig früher Arbeit.
2581. Kentaurenrelief. D. 286. Heyde-
mann, 7. Hall. Winekelmanns-Programm, Terra-
cotten in Neapel, S. 14, J. An dem Kentauren
rechts sind Kopf, Hals und der rechte Unterarm
neu. Das Relief ist selbständig, nicht Ausschnitt
eines größeren Ganzen: die Composition ist in
das gegebene Format eingepreßt. Danach nicht
Nebenocite eines Sarkophags. Die ursprüngliche
Verwendung unbestimmt. Späte Arbeit, aber sicher
nach gutem Vorbild.
2582. Relief mit kelternden Satyrn.
D. 287 (aueb hier Maaße von Höhe und Breite
verwechselt). Unten weder Wellen noch Fels-
boden (so Dütschke), sondern der Marmor rauh
gepickt. Gewöhnliche römische Arbeit.
2583. Nohenseite eines Sarkophage».
I). 288. Mit Nr. 2578 zusammengehörig. Dionysos
und Ariadne, Apollon und Hermes, alle als Kin-
der. Apollon und Dionysos zeigen den nämlichen
Portraitkopf. Von einem Kindersarkophag. Ar-
beit des 3. Jahrhunderts n. Chr.
2584. Spätgriechisohes Grabrelief.
D. 290. Die Inschrift: I. G. UI, 1473. Der Knabe,
mit Scheitelflechte, scheint Halbstiefel zu tragen.
In der Linken hält er, außer dem Gewände, ein
kugelförmiges Alabastron. Verwaschen.
2585 86. Neben« eiten eines Sarkophags.
D. 293 u. 294. Robert, Sarkophage II, Nr. 176.
Bei 2585 ist der linke Rand ergänzt. Vor dem
Originale sohien es mir nicht sicher, ob beide Re-
liefs vom gleichen Sarkophage stammen. Die Deu-
tung Roberts von 2585 auf die Einschiffung der
Iphigenie ist wegen des Fehlens des Götterbildes
unwahrscheinlich. Dieses Relief stammt sicher
von einer Sarkophagncbenseitc. Zu erwägen wäre
auch die Deutung auf die Entführung der Helena,
namentlich im Hinblick auf 2586, wo nur Paris
dargcstellt sein kann. Unklar bleibt hier die Be-
ziehung zu Apoll.
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IX, 2*87-2598
Venedig
38
35
2537. Spät griechische« Grabrelief.
D. 296. Pfuhl. Jahrb. d. Inst. XX, 1905, S. 53,
Nr. 18, Taf. 4. Hübsche Arbeit hellenistischer
Zeit, dem Stil nach kleinasiatisch. Von Eodckh,
C. J. G. II, 3236 nach den Namen der Inschrift
Smyrna zugewieaen.
2588—91. Vierseitige Basis. D. 303.
Fr— W 2148. Altmann, Römische Grabaltäre,
S. 286. Ergänzt der obere Teil der Rückseite von
oberhalb der Köpfe ab. Von der ehemals an
dieser Stelle angebrachten Inschrift: „Hic locus
sacer est“, von der Mommecn (C. I. L. V, 2288) noch
Spuren gesehen hat, habe ich nichts bemerkt. Man
scheint also nach Mommscns Zeit die abrasierte
Stelle frisch ergänzt zu haben. Das Stück, an
einigen Stellen geputzt, aber Bicher antik, ist auch
in früheren Zeiten bereit« einmal in den Händen
eines Uberarbeitcrs gewesen: deutliche Spuren
hiervon an der sitzenden Frau mit dem Musik-
instrument auf der Vorderseite. Auf 2590 trägt
die Nymphe ein Busonband. Andere Flüchtig-
keiten der Beschreibung Dütschkes corrigieren
«ich durch die Abbildungen. Nach Erfindung und
Arbeit gleich vorzügliches Stück der frühen j
Kaiserzeit.
2592 93. Statuette der Artemis. D. 809.
Phot. Alinari 12907. Gips in Berlin (Fr— W 443).
Kopf und Hals jetzt nach dem Neapler Exemplar ,
ergänzt. Neu ferner: Vorderteil des linken Fülle«,
rechter Arm, soweit er aus dem Gewände her Aus-
tritt, Teile vom Gewand Was Dütschke für Stütz-
punkte für den Bogen hielt, sind wohl nur An-
satz« teilen von Faltenenden. Auch auf dem rech-
ten Unterschenkel hinten befindet sich eine solche.
Von der Ferse des rechten Fußes zur Plinthe ging
früher ein jetzt weggebrochener Verbind tut gsst eg.
Es existieren zwei weitere Wiederholungen
der Figur: die pompei&niscbe in Neapel {Br— Br 356)
und die aus Castiglion della Pcscain stammende in
Florenz: Milani, Museo archeologieo, tav. CXLV,
p. 261 (Phot. Alinari, auch der Rückseite, 31129
und 31 130), die mit unserm Exemplar völlig,
auch in der Haltung der Arme, iiberc ins tim men.
Andererseits findet sieb auf Münzen des August us
ein sehr ähnlicher Typus, den Studniczka (Rönt.
Milt. III, 1888, S. 277 ff.. Taf. X) mit dem statua-
rischen identificiert hat. Aber die Münzen weichen
übereinstimmend in der Haltung der Arme, vor
Allem des rechten, von dem statuarischen Typus
ab. Auch ist das Schreitmotiv auf ihnen ener-
gischer, natürlicher und weniger geziert ausge-
drückt. Eine Zurückführung beider Typen auf
das nämliche Original ist deshalb untunlich. Oer
statuarische Typus dürfte ein Original wieder-
geben, da« von der den Münzen zu Grunde liegen-
den wirklich altertümlichen Statue angeregt, selbst
aber eine archaistisch« Schöpfung ist. Der Zurück-
führung der Figur auf Menaichmos und Soidas hat
boreits P. Gardner, Corolla Numismatica. p. 104 ff.,
pl. V widersprochen. Vgl. auch Bulle, Archaisie-
rende griechische Rundplastik, S. 11, Nr. 10a.
2594 95. Kopf, der Statue D. 310 auf
gesetzt. DieStatue: Furtwängler, Originalstatuen,
Taf. VI, 2, S. 299f. Zur Ergänzung der Statue »t
zu bemerken, daß der rechte Oberarm «amt dem
Armband antik und ungebrochen ist; Schnitt un-
terhalb des Armbandes. Der linke Arm hingegen
ist mit der Schulter ganz modern; der moderne
Unterarm sitzt mit Schnitt unterhalb des Arm-
bandes am modernen Oberarm an. Auf der rechten
Schulter Loch für Bronzestift. Rückseite ganz
roh. Hoch 1,40 ni. Der untere Teil des Halses
ist mit dem Bruststück modern, ebenso die Nase.
Im Haar ein Band, darin über der Stirn ein tiefe«,
kleine« Bohrloch für Bronzeeinsatz. Ober- und
Hinterkopf nur angelegt, Fleisch iil>ergangen. Der
Kopf hatte gedrehte Seitenlocken. Starker, ma-
tronaler Hai». Wendung zur linken Schulter alt.
Die Vereinigung von Kopfattribut und gedrehten
Locken legt die Deutung auf Isis nahe. Reiz-
volles hellenistisches Original.
2596 98. Statue der Aphrodite. D. 312.
Die Statue ist an den Oberschenkeln quer durch-
geb rochen, aber beide Teile sind antik. Da« Kapital
des Pfeilers mit dem Unterteil der darauf liegen-
den Urne, dem Ansatz der Finger an ihrem Halse
und der Stütze, die das Kapital mit dem Körper
verbindet, sind zugehörig. Da« Mittelstück des
Pfeilers, da« oben und unten mit Schnitt ansitzt,
dürfte modern sein, ebenso die Plinthe «amt Füßen
und unterem Teil de« Pfeilers, die aus einem
Stücke bestehen und überall mit Schnitt anaitzen.
Ergänzt sind ferner verschiedene einzelne Gewand-
teile und ein Flicken auf der rechten Schulter,
der ganze rechte Arm mit der Hand und deren
Ansatzstelle an der Hüfte, der linke Unterarm
mit Hand sowie Henkel und Oberteil der Kanne
Diese ist durchbohrt: die Statue war also eine
Brunnenfigur. Der Kopf sitzt im Hals mit Bruch
auf und ist sicher zugehörig. Auch hinten passen
die Schlcicrteile in der Bruchflächc genau auf-
einander. Ergänzt sind am Kopf: Nase, Mittel-
stück des Diadems, der an der rechten Seite
herabhängende freistehende Zipfel des Kopftuches,
die äußersten freistehenden Ränder de« Kopf-
tuches hinten auf beiden Seiten, der oberste
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Venedig
38
37 IX, 2599- 2623
Teil de# Haare# über der rechten Stirnseite. Die
Pupillenangabe (als Loehi wohl modern. Mäßige
Arbeit. Geputzt. Zum Typus vgl Einzclauf-
nahmen 1542 und 2081/82. Stilistisch verwandt
ist die Statue im Capitol. Galleria 54, und eine
0,49 m hohe, aus ßagdad stammende Statuette
im Münchner Kunst handcl (Phot, bei Arndt).
Vgl. auch den Hermaphroditen Hirth. Einzelauf-
nahnien 1453/54.
2599 2600. K o 1 o s s a 1 k o p f e i n e« 8 a t y rs.
D. 314. Vgl. su Nr. 2641/42.
2601 02. Weiblicher Kopf. D. 315. Höhe
des Antiken etwa 0,24 m. Neu: Büste, größter
Teil des Halses, Nase. Geputzt. Glatte Arbeit.
Stil der ersten Hälfte des 4. Jahrhundert.
2603 04. Kopf des Herakles. D. 320.
Neu: Büato, äußerste Nasenspitze und oberer
Teil des Hin er köpfe*. Die Lippen sind alt. Der
Hals war zum Einsetzen. Die Statue trug wohl
ein Fell. Geputzt, aber noch mehrfach antiker
Sinter vorhanden. Die Form der Blätler des
Kranzes um die Binde ist nicht deutlich erkenn-
bar. Ganz ausdrucksvolle Arbeit. Wie es scheint,
neuer Typus au» der Mitte des 4. Jahrhunderts.
In der Gruppe des Herakles Lansdowne ist keine
Wiederholung vorhanden. Auch stilistisch ent-
fernt sieh unser Kopf von den skopasischcn Typen.
2605 06. Weiblicher Kopf. Ü. 321. Neu:
Büste, Hals, Unterteil der Nase, nach Dütschke
auch der Haarschopf. Die roten Farbspuren sind
modern. Gesicht geputzt. Doppelte Binde im
Haar, das' auf dem Wirbel zu einer Art Krobylos
aufgebimden ist Stark lebensgroß. Arbeit nicht
besonders fein. Erinnert in der Protilansicht an
die Knidierin.
2607 08. Weiblicher Kolossalkopf.
D. 322. Ergänzt: Büste, Kinn, IJppen, Nase
Die Kopfwendung nach rückwärts und zur rechten
Schulter ist antik. Späte Arbeit. In der Be-
wegung und in den Gesichtszügen dem Kopf der
Doidalsas-Aphrodite verwandt, während das Haar
wirrer und gelockerter ist.
2609 II. Replik des Kopfesder Athena
Veile tri. D. 324. Ergänzt: Büste, Flicken auf
linker Unterlippe, Nasenspitze, linke Braue fast
ganz, rechte Hälfte der rechten Braue, Retouchen
an Stirn, Lidern und linker Wange. Brustaus-
schnitt antik; Hals war nie gebrochen. Von einer
Schlange auf dem Scheitel (Herrmann, Berl. phil.
Wochenschrift 1902, Sp. 174) habe ich nichts no-
tiert. Geputzt, aber vortrefflich erhalten und von
recht guter Arbeit. Vgl. Nr. 2632i33
2612 13. Porträtkopf einer Römerin.
D. 328. Neu: Kinn, Nase, Teile der Brauen.
Schlecht erhalten Etwas überlebensgroß. Zum
Einsetzen. Nackenschopf. Gute Arbeit. Glau-
dische Zeit.
2614/15. Jünglingskopf. D. 329. Etwas
überlebensgroß. Schwarzer Marmor. Ergänzt:
Büste, Hals, Teil der Oberlippe und Nsse. Der
Oherkopf nur ange’egt. Die Kopfwendung zur
linken Schulter ist alt Vielleicht Kopie eines
frühhe'lenistischen Porträts.
2616 17. Weiblicher Kopf. D. 332. Roter
Marmor. Ergänzt: Büste, Nase, der Hinterkopf
mit dem Sch’eier darüber, ein Teil des Haares
über dem rechten Ohr, die rechte Schulter’ ocke
und ebenso die linke mit dem anstoßenden Teil
des Halses in der Längsrichtung. Römische
Docorationsarheit von guter und scharfer Aus
führung nicht vorhAdrianischer Zeit in Anlehnung
au den Stil des 5. Jahrhunderts.
2618 19. Kopf des Herakles. D. 334.
Ergänzt: Büste (Hals alt), Unter’ippe, äußerste
Nasenspitze, linke Braue, das auf die linke Schulter
faxende Bindenendc i‘ Ansatz antik), der untere
Teil des rechten Bindenendes, der größte Teil
der Blätter des Kranzes. Der Kopf war zum
Einsetzen. Die Wendung zur linken Schulter ist
alt. Von den Eicheln des Kranzes ist eine
Reihe alt. Die Ohren sind nicht geschwollen.
Gleich vorzüglich in Arbeit und Erhaltung. Wenig
geputzt. Steht dem Herakles Lansdowne nahe;
doch stimmen die Einzelheiten des Haares nicht
überein.
2620/21. Kopf des Zeus. D. 335. Over-
beck, KunBtinytho’ogic des Zeus. 8. 78, Nr. 8.
Ergänzt: die Büste und der unterste Teil des
Lovkonkranzes hinten Der Kopf ist in ausge-
dehntestem Maaße überarbeitet ; er ist aber sicher
antik, da echte Sinterreste vorhanden sind Mo-
dern is* auch die Angabe der Pupillen und der
Brauen; die Wulstbinde ist vielleicht erst aus
einem Reif zurecht gearbeitet. Ob ein griechi-
sches Original zu Grunde liegt oder eine römische
Erlindung, läßt sich nicht feststellen. Genaue
Repliken sind nicht bekannt.
2622 23. Kolossalkopf der Athena.
D. 338. Ergänzt: Büste, Hals, Kinn mit an-
schließenden Wangentefen und Lippen und Nase,
äußerer Teil der rechten Braue, Flicken auf der
rechten Wange. Der Helm ist aus Altem und
Neuem zusammengestückett, aber im Wesentlichen
richtig ergänzt. Auch der wagerecht hinaus-
stehende Haarschopf hinten ist richtig ergänzt,
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39 IX, 2624—2638
da link* genügend erhalten ist, daß man seine
ehemalige Gestalt erkennen kann. Geputzt. Die
Wendung zur rechten Schuh er ist antik: unter
dem rechten Ohr ist noch so viel Hals erhalten,
daß man die Wendung beurteilen kann. Ängst-
liche Arbeit nach praxitelischcm Vorbild.
2624 26. Oberteil einer Asklepios-
alatue. D. 341. Abguß des Kopfes in München.
Statuenfragment, zur Büste zurechtgesohnitten:
hinten modern ausgehöhlt; in der Aushöhlung die
Stütze. Ergänzt: die ganze linke Schulter und der
Oberarm samt dem darauf liegenden Gewände, so-
wie der vordere Teil des Gewandes auf der rechten
Brust von der Brust warze abwärts, Nasenspitze,
Kleinigkeiten an den Locken. Dütschkcs Angabe,
auf dem Oberkopf sei das Haar nicht ansgearbeitet,
iat unrichtig. Am rechten Arm ist unten Bruch;
er ging nach vorn auswärts. (Jeputzt, aber im
übrigen glänzend erhalten und von höchst sorg-
fältiger Arbeit. Die Brustwarzen Umrissen. Am
Gewand unter der rechten Schulter ist der Saum
leicht eingerissen. Wiederholung des Asklepios
der Uffizien (Amclung 94; Phot. Alinari 1221).
Zu den Repliken vgl. Lippold, Rom. Mitt. XXX IT,
1917, 100. Hinzu kommt eine Wiederholung des
Kopfes, Neuerwerbung der Münchner Glyptothek.
Die Venezianer Replik stilisiert die ruhigen und
einfachen Formen, wie sie z. B. der Berliner Kopf
zeigt, ins Gelockerte, Manierierte, Effektvolle uni.
Auch die Wulstbinde wird, wie beim Florentiner
und Münchner Exemplar, Zutat sein.
2627 28. Kopf einer Stadtgöttin oder
derKybele. D. 344. Ergänzt: Büste, Unterteil
des Halses, Nasenspitze, rechtes obere» Augenlid,
Teile der Haare. Von der Mauerkrone sind die hin-
teren Teile alt. Im Gesicht stark geputzt Schlechte
Arbeit aus der Zeit um etwa 200 n. Chr. Stillos.
2629 30. Bärtiges Köpfchen. I). 345.
Höhe des Antiken etwa 0,12 m. Ergänzt: die
Büste, Unterteil der Nase und Kleinigkeiten an
den Haaren. Die Wendung zur linken Schulter
ist alt. Nach Pupillenanguhe und Bohrarbeit um
200 n. Chr. Erinnert im Profil an das von Pollak
(Röm. Mitt. XIII, 1898, S. 147 ff., Taf. VI) als
Kopie des Laokoon veröffentlichte Köpfchen. Weit I
geöffneter Mund: die Figur war offenbar in dra-
matisch bewegter Situation dargestellt.
2631. Bart iges Porträtköpfchen. D.34S?
Inv. Nr. 188. Ergänzt: die Büste. E« fehlen: Nase
und linkes Ohr. Höhe des Antiken 0,11 m Nach
der Pupillenangabe etwa vom Ende des 2. Jahr-
hunderts n. Chr. Kann das Porträt eine« Griechen
dieser Zeit sein.
Venedig 40
2632 33. Wiederholung vom Kopf der
Athona Vclletri. D. 353. Ergänzt: Büste, Kinn,
Nase. Sehr stark bestoßen. Der Halsausschnitt
antik. Auf dem Scheitel des gut erhaltenen Helms
ringelt »ich eine Schlange, in deren mittelster
Windung noch der Metallstift für den Helmbusoh
steckt. Weichliche Arbeit von viel geringerer
Qualität als die Replik 2609 — II. Verzeichnis der
Wiederholungen: Furt wängler- Wolters, Katalog
der Glyptothek a, S. 203 f. Die Madrider Replik:
Einzelaiifnahinen 1612/13. Hinzu kommt ein Exem-
plar aus Gortyn: Annuario della R. Scuola Ar-
eheologica di Atene I, 1914, p. 143. Fig. 7.
2634 35. B üsto eines ägyptischen Prie-
sters aus rotem Marmor. D. 354. Ergänzt:
das Bruststück (nach Dütsohke). Von dem Kopf
existieren zwei weitere Wiederholungen, ebenfalls
aus rotem Marmor (vgl. Hauser, Berl. phil. Wochen-
schrift 1907, Sp.600; Amer. Journal 1908, 56): eine im
Louvre, Cat. somiu. 1358 (Clarac, Deseription, Nr.51 4 ;
Phot . Giraudon 150 '). die andere im Conservatoren-
palast. 5. Zimmer der Conservatoren (Beschr.Roms
III, 1, S. 122). Nach Ligorio (bei Winnefeld, Villa
Hadrians S. 157 ; vgl. S. 145) sind 3 derartige Köpfe
in der „Pal ncst ra“ der Hadrian»villa gefunden wor-
den, die mit den genannten identisch sein werden.
Auf die Herkunftsangabe Ligorios ist allerdings
kein Verlaß. Die alte Deutung der Köpfe auf
ägyptische Priester wird das Richtige treffen. Der
j Schädel ist bei allen kahl rasiert (Analogie zu den
i nScipiow -Köpfen); sie tragen I*orbcerkränze.
2636. Kopf des Vitellins. D.356. Bemoulli.
Röm. Ikon. II. 2. S. 15. Nr 13, Taf. V. Petersen,
röm. Mitt. XIV, 1899, S. 267. Der Kopf ist ein be-
sonder» gutes Beispiel für die geschickte Art, mit
welcher die Kenaissaneekiinstler Antiken zu falschen
j verstanden : durch Brüche. Verletzungen, Stiftlöchcr
j für Metall u ä. suchte man den Anschein des Alter-
tums zu erwecken. Leider ist auf unserer Abbil-
| düng das charakteristische Bruststück vorn Photo-
i graphen weggelassen worden, hingegen auf der Ge-
sanitvedute Alinari 12885 gut zu sehen. Die Augen-
sterne sind angegeben.
2637 38. Kopf des Pompeius, D. 357.
Ergänzt: Büste, Kinnspitze, Nase und Teile der
Ohren, Lippen und Brauen. Geputzt. Wenduug
zur rechten Schulter alt. Zum Einsetzen. Von
dem Kopenhagener Pompeius (Ny Carlsberg 597)
unterscheidet sich der Venezianer vor Allem durch
die verschiedene Anordnung des Haares über der
Stirn. An der Deutung beider auf Pompeius Ist
nicht zu zweifeln. Da» Exemplar Museo Torlouia
509 steht dem Venezianer naher, ebenso anschei-
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41 IX, 2639— 264t*
nend der der Statue Torlonia 343 aufgesetzte Kopf
(genauere Notizen fehlen).
2639 40. Silenskopf. D. 362. Dem Kopf
de« Silens im Museo Chiaramonti 544 (Hclbig* I,
100) verwandt, aber nicht Replik.
264 142. Kolossalkopf einer Nymphe.
D. 363. Gegenstück zu 2599/2600. Die beiden
Köpfo sind publiciert: Reinach, Tetes antiques
pl. 263/64. Klein, Zeit sehr. f. bild. Kunst 1909,
S. 103. . Phot. Alinari 12880 81. Das Altertum
beider Köpfe steht außer jedem Zweifel: an meh-
reren Stellen antike Pflanzenfasern. Nach Va-
lentinelli, zu Nr. 250 (dessen Quelle wir nicht
kennen), waren beide Köpfe im Palazzo $. Marco
in Rom noch mit schlecht erhaltenen Körpern
verbunden. Canova richtete sie her und entfernte
möglicherweise dabei die Halszotteln des Satyrs,
von denen Valentinelli noch Spuren gesehen haben
will. Von dieser Tätigkeit mag auch der jetzige
Abschluß des Halses am Satyr herrühren, ebenso
wie die Überarbeitung der Haare auf beiden Obt-r-
köpfen in der Mitte vorn. Neu ist außerdem am
Satyr der Rand des reehten Ohres, an der Nym-
phe der Hals, die Nasenspitze und das linke Ohr.
Beide Köpfe sind geputzt. Auf der Oberlippe deB
Satyr» zahlreiche antike Spuren von Rot. — Die
Köpfe entsprechen im Wesentlichen denen der von
Klein a. a. O. (vgl. Imhoof-Blumer, Nomisma VI,
1911, S. 12 f.) wiedergewonnenen Gruppe „Auf-
forderung zum Tanz“. Von den andern Wieder-
holungen unterscheiden sie sich durch ihre Größe;
außerdem ist der Kopf des Satyrs auf gerichtet,
nicht vorgencigt. Auch stimmen (Einzelheiten der
H&arbchandlung an der rechten Seite nicht über-
ein. Ob die im Palazzo S. Marco mit ihnen ver-
bundenen Körper zu ihnen gehört haben, läßt sieb
nicht mehr feststellen. Näher liegt es, anzunehmen,
daß beide als Kinzelköpfe kopiert waren und da-
her die Abweichungen rühren.
Zu Kleins Replikenliste ist zu bemerken:
1. Satyr. Unter Nr. 4 sind zwei Exemplare (Pa-
lazzo Torlonia, M— 1)416, und Museo Torlonia
Nr. 21) zusammengeworfen. Hinzuzufügen: Museo
Torlonia 7. — II. Nymphe. Hinzuzufügen: Kopf im
Lateran B — S 276— E — A 2153. — Der Satyr im
Museo Torlonia 21 ist. wie sich aus dem Fund-
bericht Kuli dell* Ist. 1830, 75ff. ergibt, zusammen-
gefunden mit der Nymphe ebenda 162 (im Bericht
ist nur die Beinhaltung irrtümlich umgekehrt an-
gegeben; mitgefunden sind die beiden Gruppen von
Hermaphrodit und Satyr: Torlonia 151 und 157 so-
wie die Aphrodite Torlonia 218 [Replik unserer
u° 2596]). Zu beachten ist. daß auch in den
Venedig 42
Uffizien ein Exemplar des Satyrn und eine« der
Nymphe, sowie in Dresden ein Torso des Satyrs,
ein Kopf und ein Torso der Nymphe vorhanden sind.
2643/44. Knabenkopf. D.? Hoch 0,25m. Ohne
Ergänzungen. Hals zurechtgcschnittcn. Geputzt.
Stilistisch schwer einzuordnen : wohl eher griechisch
als römisch. Für den Ausdruck vgl. die Sklaven-
statue aus Tarent in Berlin Nr. 502. Gute Arbeit.
2645 46. Renaissaneebüste eines Rö-
mers. D 108? Inv. 141. Zanctti I, 14. Wie
Poulsen, Rürn. Mitt XXIX, 1914, 8.43, Anm. 22,
bemerkt hat, Wiederholung des ebenfalls modernen
Kopfes Ny ('arlsberg 659 = E — A 1192 (auch aus
Venedig). Der Kopf ist in der Renaissance, angeb-
lich von Lionardo, gezeichnet worden (Spemanns
Kunstkalender, 15. u. 16. August 1913).
Museo civico.
Vincenzo Lazari, Notizia delle operc dart-e
e d’antichitä dclla Raccolta Correr di Venezia.
Venezia, Tipografia del Com mercio 1859. — Museo
civico e Raccolta Correr, Venezia. Elenco degli
oggetti esposti. Venezia 11*99.
2647 links. Kopflose weibliche Statu-
. etto. Elenco p. 87. Nr. 12. Früher im Dogen*
palsst. D. 242. Aus Sainml. Molin (über diese: Va-
i lcntinelli p. XXVI). Hoch 0.52 ln. StArk zerstört.
Laufend. Nach der hohen Gürtung und der Ge-
i wandimt**e zwischen den Beinen hellenistisch.
rechts. Kopflose weibliehe Statuette.
Elenco p. 37, Nr 6. Früher im Dogenpalast,
i D. 244 (mit falscher Herkunftsangabe). Sainml.
I Molin. Hoch 0,54. Kopf und rechter Arm waren
j eingesetzt. Frische Originalarbeit au« der Zeit der
I Krechtheion-Karyatiden.
2643 links. Statuette des Pan. Elenco
p, 39, Nr. 58. Früher im Dogenpalast. D. 185.
; Sainml Molin. Hoch 0,74 m. Von den Knieen ab-
wärts modern. Fell als Chlamys. Steht vor einem
oben gebrochenen Stamm, über den ein Gewand
hängt: Stütze einer Statue? Griechische Arbeit.
rechts. Statuette des Pan Elenco p. 38,
Nr. 37. Früher im Dogenpalast. D. 191. Samml.
i Molin. Hoch 0,51 in. Kopf war gebrochen, ist
aber zugehörig In der Linken Pcdurn; Fell um
beide Unterarme. Griechische Arbeit.
2649. K opf lose weiblieheGe wandstatue.
Elenco p. 14, Nr. 169. Dono Miari. Kopf und.
wie es scheint, auch rechte Hand waren besonders
eingesetzt. Rückseite nur angelegt, ln der Linken
zwei Äpfel (?). Wiederholung in Neapel (Guida 57.
Inv. 6240. Phot Alinari 11940). Gute Arbeit nach
einem Vorbild der früh hellenistischen Zeit.
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43
IX. 2650—266*
Venedig
44
2650. Kopflose weibliche Gewandsta-
tuette. Elcnco p. Bl, Nr. 24. Samml. Morosini.
Hoch 0,90 m. Penteliacher Marmor. Der Kopf
war mit einem sehr tiefen Marmorzapfen einge-
lassen. Die linke Hand und der größte Teil des
rechten Annes waren mit Mctallstiftcn angesetzt.
Ein Metallstift au der rechten Hüfte ist in Zu-
sammenhang mit dem Arm zu bringen. Die Rück-
seite ist angelegt. Der linke Unterarm ging vor,
der rechte Arm war gesenkt. Der linke Fuß weit
zur Seite gesetzt. Doppelter Chiton (der untere
mit geknöpften Ärmeln) und Himation. Sandalen.
Vortreffliche«, nicht sehr feines, aber Hott gearbei-
tetes griechisches Original. Trotz der Steilfalte
am Spielbein wegen der schlanken Proportionen
und der effektvollen Arbeit nicht vorbei len ist isch.
2651. Wiederholung der „Anchirrhoe*.
Elcnco p. 81, Nr. 25. Samrnl. Morosini. Hoch
1,50 m. War in der Nabelgegend quer durchge-
broelien; beide Teile sind antik. Die Felsplinthe
ist antik (alter Sinter). Der rechte Kopfnicker ist
angespannt. Kein Nackenschopf. Geputzt und
ganz schlecht erhalten, aber ehemals von nicht
übler Arbeit Vgl. zu 2652.
2652. Wiederholung einer der „Philis-
kos^m usen. Elcnco p. 81, Nr. 21. Saintnl. Mo-
rosini. Hoch 1,50m. Besteht aus zwei Stücken:
Schnitt in Nabelgcgcnd. Beide Teile zeigen den
gleichen, grobkörnigen, bläulichen Marmor; der
des Oberteils scheint etwas dunkler zu sein. Die-
ses letztere ist ohne Zweifel modern. Zuin Typus
vgl. Watzinger, Relief des Archelaos (63. Berl.
Winck.-Progr.), S. 6. Nr. 3.
Die beiden Statuen 2651 und 2652 stammen
aus der gleichen Sammlung Morosini, danach höchst
wahrscheinlich aus Griechenland. Sic werden ur-
sprünglich schon ziisammengehört haben. Zu der
fälschlich dem Philisko» zugeschriebenen Musen-
gruppe vgl. zuletzt Sieveking, Röin. Mitt. XXXI I,
1917, S. 74 ff. und Lippold, Röin. Mitt. XXXII 1.
1918, S. 74 ff.
2653. Statuette eines Silens. Elenco
p. 13, Nr. 165. Au« Sam ml. Matt ei: Momunentu
Matthaeiana I, tav. 42. Clarac 738, 1776. Hoch
etwa 1 m. Neu: Nase, Flicken über linkem Auge,
rechter Arm, Plinthe. Füße. Stamm. Das linke
Unterbein und das rechte Bein sind mehrfach ge-
brochen und geschnitten; ihr Altertum ist un-
gewiß. Verwaschen. Eigentümliche Mütze. Rö-
mische Decorationsfigur.
2654. Idol. Elcnco p. 38, Nr. 31. Früher
im Dogenpalost. D. 229. Sanmil. Molin Hoch
0,65 m. Hat anscheinend im Waaser gelegen. Ab:
Kopf, rechter Arm, linker Unterarm, Füße. Neben
dem rechten Unterschenkel der fragmentierte
Oherkörper eines Tieres. Das entsprechende Stück
auf der linken Seite ist abgebrochen, «eine Reste
völlig unkenntlich geworden. Auf der linken
Schulter scheint ein Gewand aufzuliogen. Auf
der Vorderseite der Figur in vier Reihen (nach
Diitschke noch eine fünfte unten, mit zwei Büsten)
übereinander elf Büsten, die im Einzelnen völlig
unkenntlich sind; sie scheinen männlich zu sein;
nur der Kopf der zweiten Reihe rechte scheint
einen Schleier (nach Dütsehke lange Locken) zu
tragen. Genaue Analogien nicht bekannt.
2655. Statuette einer orientalischen
Priesterin (?). Elenco p. 38, Nr 25. Früher
im Dogenpalast D. 243. Aus Samml. Molin. La-
faye, Histoire du culte des diviniU* d'Alcxandric,
1884, p. 281, Nr. 63. Hoch 0,66 m. Kopf und
rechte Schulter waren früher ergänzt- Für die
abwärts gehenden Arme puntelli an den Hüften.
Der linke Unterarm ging nach vorn. Die Figur
trägt einen feinen, kurzärmligen, gegürteten Chi-
ton, der die rechte Brust freiläßt; über diesem
ein Himation, dessen Zipfe) vorn iil>cr den Bauch
herabfällt. Der Kopf scheint verschleiert gewesen
zu »ein. An beiden Armen Armbänder. Der
Gürtel ist mit Verzierungen geschmückt. Auf dem
Chiton sind recht« zwei Schmuckstücke angebracht,
deren eines die Form einer Sichel hat. Auf der
linken Seite des Chitons ein bis zum Gürtel rei-
chendes durchbrochenes Schmuckstück. Auf dem
oberen Querstreifen Halbmond zwischen zwrei Stier-
köpfen (?), auf dem unteren ein unklarer Gegen-
stand zwischen zwei Reitern (? Flügelgreife?). Diese
letztere Partie ist stark versintert. Die Rück-
seite ist nur angelegt. Ausführung hart und
trocken; ohne Stilcharakter.
2656. Maske de« bärtigen Hermes-
Elcnco S. 38, Nr. 36. Früher im Dogcnpalast
D. 162. Aus Samml. Molin. Ergänzt: die Nasen-
spitze. Das Unterteil de» Hinterkopfes fehlt.
Geputzt. Vortreffliche Arbeit. Gehört zu den
zahlreichen, dein Hermes de« Alkamencs ähn-
lichen Köpfen; genaue Wiederholungen scheinen
nicht vorhanden.
2657 58. Weibliches Köpfchen Elenco
p. 38, Nr. 35. Aus Samml. Morosini. 0,17 m
hoch. Zur rechten Schulter gewaudt. Band im
Haar. Ober- und Hinterkopf und ein Teil des
Haares über der Stirn waren mit Kitt angesetzt:
nach dieser Technik hellenistische Originalarbeit,
aber von geringer Qualität
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46
IX. 2659—2671
Venedig
46
2659 2660. Kol ossalkopf einer Römerin
als Juno. Elenco p. 13, Nr. 166 bis. Früher im
Dogcnpalast. D. 346. Aus Sammlung Molin.
Friederichs- Wolter« 1517. Famcll, Culta of Greek
States I. pl. VI. 0,53 m hoch. Ergänzt: Nase
und Kinn, übergangen. Kopfwendung zur linken
Schulter aufwärts. Xackenschopf. Leicht indi-
viduelle Züge. Danach idealisiertes Porträt in
der Art der Juno Ludovisi. Der Schmuck des
Diadems ist natürlich für die Deutung belanglos.
Glatte Arbeit.
2661 2662. Behelmter weiblicher Kopf.
Elenco p. 81, Nr. 22. Samml. Morosini. 0,55 m
hoch. Weißer, grobkörniger Marmor. Ergänzt:
Kinn, Lippen, Nase, kleines Stück an den Haaren
links. Ohrläppchen durchbohrt. Mit zu starker
Neigung nach hinten aufgestellt. Auf dem Scheitel
ein großes, schmales Diibclloch für den Helm-
husch, dessen unterer Teil durch einen Metallstift
gehalten wurde, für welchen ein Loch in der Mitte
des Hinterkopfes unten sieh befindet. Oberhalb
der Ohren beiderseits zwei Bronzestifte zur Be-
festigung der Wangenklappen. Decorative Arbeit
römischer Zeit. Da wahrscheinlich aus Griechen-
land. eher Athena als Roma.
2663. Griechisches Votivrelief. Elenco
p. 39, Nr. 40. Samml. Correr. 0,23 m hoch, 0,34 in
breit. Unten Eins&tzzapfen. Links auf Block
nach rechts sitzender bärtiger Gott in liiiiiatioii,
in der Linken ein großes Füllhorn, in der Rechten
Schale (?): Agathodaimon (vgl. Athen. Mitt. XVI,
S. 24 f.). Ihm entgegen, anscheinend wie aus dem
Boden jenseits eines Felsens aufsteigend, die stark
zerstörte Figur eines kleinen nackten Knaben
(Bewegung des rechten Armes nicht mehr kennt-
lich). Hinter ihm die Adoranten: Bärtiger, mit
erhobener Rechten, in der Linken einen Hahn (?),
Frau mit Mädchen, Bärtiger mit Mädchen, Bärtiger.
Ohne Inschrift. Wen der nackte Knabe dar^tellt ,
wissen wir nicht. Zu vergleichen die nackte Figur
auf dem Dioskurenrelief aus dem Piräus (Athen,
Nationalniuseum Nr. 1409; Einzelaufnahmen 1245,
I ; Svoronos, Nationalmuseum, Nr. 107, S. 15*,
Taf. XXXIII, 4; Phot. Aiinari 24328; die Er-
höhung, hinter der die Figur hervorkommt, wird
gewiß mit Unrecht für ein Schilfsvorderteil er-
klärt). 4 Jahrhundert.
2664. „Totenmahla. Elenco p. 12, Nr. 158.
Geschenk von Layard. Aus Samos. 0,60 m breit,
0,49 m hoch. Furtwängler, Samml. Saburoff I,
S. 26. Amn. 1. Pfuhl, Jahrb. d. J. XX, 1905, S. 138,
Anru. 278. Auf einer Kline, vor der runder
Speisetiseh, drei nach links liegende bartlose
Männer, deren vorderster aus einem Phyton in
die Schale gießt. Links auf Stuhl nach rechts
sitzende Frau. Neben ihr Dienerin mit Kästchen.
Recht« kleiner Mundschenk nach rechts am
Schenktisch. Im Hintergrund Wand mit Zwerg-
pfcilern. zwischen denen eine Reihe von Attri-
buten: Spinnkorb, Schild und Helm. Schild und
Schlange, Pferdekopf. Ähnliche Stücke kommen
in Samos häufiger vor: vgl. Wiegand, Athen.
Mitt. XXV, 1900, S. 175 ff. Pfuhl a. a. 0. 8. 136.
Abb. 27.
2665. Grabstein des Zosimos. D. 395.
Ehemals im Pal. Sagredo Morosini (*=^ Collegio
Ravä); 1901 in das Museo Civico übertragen.
Conse, Attische Grabreliefs, Nr. 1988, Bd IV, S. 64 f.
Ergänzt : Spitze des Tympanons. Inschrift: Zökuuoc
drjuoo&evtive Evoarvftn’g. Etwa claudiBche Zeit.
Ähnliches Stück im römischen Kunsthandel: Phot.
Moscioni 20317. Inschrift: TylsK VloxliprfdAn«*
MtiXifotoi.
2666. Statuette eines Mannes in Hi*
mation. Elenco p. 40, Nr. 68. Ehemals im
Dogenpalast. D 246. Samml. Molin. Hoch
0,62 m Ergänzt: Plinthe, Fiiße mit Ansatz der
Unterschenkel, Teil des Gewandes rechts unten.
Der Kopf (neu: Nase) sitzt mit zwischengesetztem
Halse auf, gehört aber anscheinend zu. Verwaschen.
In der Linken Schriftrolle. Hübsche spätgriechi-
sche Arbeit.
2667. Torso eines Toga tun. Elenco p.
15, Nr. 170. Samml. Correr. Rückseite roh. Die
Hände waren mit Bronzestiften besonders einge-
dükelt Wiederholung der zu Augustus ergänzten
Togastatue aus der Venezianer Sammlung Giusti-
niani im Louvre, Cat. so mm. 1212 (Hehler, Bildnis-
kunst 164; Bernoulli, Ron». Ikon. II, 1, S. 36,
Nr. 53; Phot, der phot. Gesellschaft 12508). Beide
Statuen unterscheiden sich durch die Anlage des
Gewindes sowohl als durch die detaillierte Wieder-
gabe der feinen Fältelung deutlich von stadt-
römischen Arbeiten. Sie stammen wohl beide
aus Griechenland. Vorzügliche Arbeit.
2668 2669. Kopf des Sarapis. Elenco
p. 88, Nr. 30. Ehemals im Dogcnpalast. Wohl
D. 231. Samml. Molin. Nicht ganz lebensgroß.
Nichts ergänzt. Auf dem Oberschädel Abplat-
tung für den angekitteten Modius. Die Rückseite
angelegt. Kurz in die Stirn fallendes Haar. Der
Arbeit nach alexandrinisches Original.
2670 2671. Kopf eines bärtigen Grie-
chen. Elenco p. 38, Nr. 32. Ehemals im Dogen-
palAst. D. 317. Samml. Molin. Ergänzt; Die
Nase, Gewnndrest nuf den Schultern. Unten
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47
IX. 2672—26*1
Venedig
48
abgebrochen. Ganz verwaschen. Wiederholungen
nicht bekannt. Typus den 4. Jahrhundert* v.
Ohr.
2672 2673. Gricchisch-ägy pt ischcr Por-
trätkopf nun Basalt. Elenco p. 38, Nr. 28.
8a mini. Correr. Lasari 1481. v. Bissing, Recucil
de travaux (Maspero) XVIII, 1896, p. 132 ff., lies,
p. 1391.. mit Tafel; derselbe, Denkmäler ägypti-
scher Sculptur, Text zu Taf 105 — 111, Amn. 22.
0,15 m hoch. Im Nacken Rest des Pfeilers.
Nach v. Bissing aus dem 3. '2. <1 ahrh. v. Chr. „Der
Kopf gehört mit zum Besten, was wir aus Ägyp-
ten» Spätzeit haben. -
2674 2675. Unbärtiger Porträtkopf.
Elenco p. 38, Nr. 27. Ehemals im Dogenpalast.
D. 358. Sam ml. Molin. Von Valcntinelli und ihm
folgend von Diitschke und dem Verfasser des
Elenco wird das Material al» künstlich gefärbter
Trachyt von den eug&neischen Bergen bezeichnet.
Es ist schwarzer Basalt. Ergänzt ist das Brust-
stück, die Nase, das rechte Ohr, Flicken an
Lippen und Kinn. Lebensgroß. Vortreffliches
Porträt eines Afrikaners (?) wahrscheinlich
der republikanischen Zeit. Vgl. etwa Arndt-
Bruckmann 208 209.
2676/2677. Kopf eines römischen Kna-
ben. Elenco p. 39, Nr. 41. 0,29 m hoch. Bläu-
lich-weißer Marmor. Ohne Ergänzungen. Vor-
zügliche Arbeit vom Anfang des 1. Jahrhunderts
n. Chr.
2678. B ronzestatuette eines Reiters
•Schrank E, Nr. 67. Altertümlich, von grober
Arbeit. Herkunft uns unbekannt. Dem Stil nach
eher italisch.
2679. Kopflose Bronzestatuette der
Athcna. Elenco p. 31, G. 1. Aufnahme etwa in
Originalgröße. Die Gewandanlage i*t im Allge-
meinen die der Athene Farnese.
2680. Bronzestatuette des Ero». Schrank
D. In der Linken Fackel, in der Rechten Apfel
Über ähnliche Stücke vgl. S. Loeschcke, Lampen
von Viudonissa, S. 480 f.
2681. Mosaik. Elenco p. 39, Nr. 38. Aus
Aquileia. Etwa 0,53 in im Quadrat. Villa mit
Gartenanlagen am Meeresstrande.
Von den bei uns nicht abgebildeten Nummern
des Dütschkcschcn Kataloge» werden die guten
Porträt« in den „Griechischen und römischen
Porträts1* publiciert. Gesamtveduten der Porträts;
Alittari 12884—87. Anderes ist zu unbedeutend
um veröffentlicht zu werden. Zu den übrigen
Stücken ist zu bemerken:
D. 80. Furtwängler. Originalstatuen, Taf. IV, 1.
S. 292 f.
D. 190. Der Photograph hat leider nur das
! Profil aufgenonimen (Abzug bei Arndt;. Ergänzt;
Büste, der den Hinterkopf verhüllende Schleier
aus schwarzem Marmor. Nasenspitze. Flicken an
Unterlippe, den Ohren und auf der rechten Wange.
Der Hals ist alt. Stark geputzt. Sehmales Band
im Haar. Wohl Porträt einer Griechin. Vgl
Porträtwerk 2I5/21G und Einzelauf nahmen 358,59
und 1190.
D. 202. Phot. Naya 273. Alinari 18 636.
Ergänzt an der I*cda: Kopf mit Hals und Hals-
band, linke Schulter, linke Brust und Hälfte des
Unken Oberarms, Teil der linken Hüfte, linker
Unterschenkel, rechter Unterarm; am Schwan:
Kopf und Hals und rechter Flügel. Die profi-
lierte Plinthe ist alt. Auf der Rückseite ein bis
oben hinaufreichender Stamm. Unter der rechten
Adlerkralle das Gewand der Leda
■ I). 203. Furtwängler, Originalstatuen. Taf. V,
8. 805.
D. 210. Furtwängler, Originalstatuen, Taf. 1
ii. II, S. 28211. Die Zugehörigkeit des Kopfes
schien mir nach eingehender Untersuchung der
Bruchstelle nicht ganz sicher: direkter Anschluß
Bruch auf Bruch war nirgends festzustellen ; überall
ist Mastix zwischengegossen. Rechts und vorn tritt
das Halsstück des Torsos vor dem des Kopfes vor.
D, 219. Furtwängler, Originalstatuen. Taf. III.
S. 296. Furtwängler» Angabe, der Kopf sei un-
gebrochen, ist unrichtig. Er sitzt mit Schnitt im
Halse auf und ist anscheinend nicht zugehörig,
da er im Nacken etwas zu schmal für den Torso
ist (der Unterschied war auf beiden Seiten mit
Mastix ausgefüllt) und der Kopfhals Falten hat,
die sich am Körperhals nicht fortsetzen. Die von
Furtwängler S. 297 erwähnten zwei kurzen ge-
drehten Locken im Nacken sind oben und unten
Angekittet und also wohl moderne Zutat gelegent-
lich der Aufsetzung des Kopfes (ganz ähnlich
wie an Furtwängler Taf. VI. I. S. 309f.).
1). 230. Phot. Alinari 12900: Muse aus der
rPhiliskos“gruppe. Vgl. zuletzt Sieveking, Rom.
Mitt. XXXII, 1917, S. 77, und Lippold. ebenda.
XXXIII, 1918, 8. 75, Anm. 8.
D. 236 habe ich b. Z nicht gesehen.
I). 254. Phot. Naya 2154. Votiv-, nicht Grab-
relief. Überarlwitet.
D. 256. Ganz unbedeutend. Phot, bei Arndt.
D. 264. Phot. Naya 2152. Furtwängler,
Originalstatuen, 8. 315 f.
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Venedig, Rom. Hamburg
50
49 IX, 2682—2690
D. 266. Nur Profilaufnahme vorhanden (bei
Arndt). Weißer italischer Marmor. Glatte und
leere Arbeit nach einem Vorbild des 4. Jahr-
hunderts.
D. 295. Phot. Xaya *2156, Alinari 12914.
Vgl. Einzelaufnahmen 1500. Osten- . Jahresh. I,
1898, 8. 17 ff,, Taf. II.
D. 297. Phot. Xaya 2153. Mon. Greea 1881,
pl. II. Roscher s. v. Attia I, 726.
D. 299. Fhot. Alinari 12912. Friederichs-
Wolters 1069. Roscher, Myth. Lex. a. v. Heros,
Sp. 2573, Anm. Feinkörniger Marmor, dem peu-
telischen ähnlich, aber heller, gelber und ohne i
die Schichten und die* charakteristische Verwitte-
rung jene«. Beiderseits Rand mit Löchern für |
Bronzestifte. Die untere Lebte ist links abge-
brochen, sie ging ursprünglich weiter.
D. 318. Habe ich leider nicht aufnehmen j
lassen. Nach den Abbildungen lei Zanetti II, 16
und bei Clarac 554, 1166 ist cs eine Wiederholung
der Statue Giuatiniani (jetzt im Thermenmuaeum):
Bull, comunale XXXII, 1904, p. 48, Fig. 8. Weitere
Repliken: 1. Petersburg 273; 2. ehemals Jerichau:
M— D 855 (American Art Review II, 1 [1881],
p. 56 — 57. Fig. 9); 3. Dresden; Becker, Augusteum
Taf. 81 (von Amelung erkannt).
I). 333. Nicht gesehen.
Rom.
Privatbesitz
(Professor Mengarini).
2682. Torso der Artemis. Summarische
Wiederholung des von Klein, l'raxitelische Stu-
dien, S. 53 f. und von Wiegand, atheo. Mitt. XXV,
1900, 8. 156, n° 11 besprochenen Typus. Vgl. auch
Rom. Mitt. XXXIII (1918), S. 96, Anm. 1 (Lippold).
2683 84. Kopf des Hermes. Ergänzt: der
obere Teil des rechten Flügels. Aus Polykleti-
schcm abgeleitet. Saubere Arbeit.
Die Replik des einschenkenden Satyrs dieser
Sammlung ist bei Klein, Praxiteles, S. 192, Xr. 12,
Fig. 30 u. 31, und bei A. Maviglia, Bull. com.
XXXVIII, 1910, p. 163, Fig. 1 veröffentlicht
Hamburg.
Museum für Kunst und Gewerbe.
2685. Attisches Grabrelief. Purgold,
das Hamburgische Museum für Kunst und Ge-
werbe, Hamburg 1902, S. 87. Hoch 0,61 m, breit
0,275 m. Frau nach rechts, reicht einem zu ihr
nufblickcnden Knaben in Himation die Hand,
mit der Linken faßt sie das Obergewand an der
Schulter. Kurz geschnittene Haare. Oben Giebel
in Relief. Gute, noch etwas strenge Arbeit.
2686. Attische Grableky t hos. Hoch
1,11 m. Fuß und Mündung ergänzt. Ein nach
: links sitzender bärtiger Mann zwischen einem
Miidchen, dem er die Hand reicht, und einem
zweiten Mann mit Vollbart, welcher sich auf die
Stuhllehne aufstützt. Inschriften (nachE.Zicbarth):
„Neben dem Mädchen TIMA I'OPA ; der sitzende
Manu heißt AIQN (zu diesem Namen vgl. Ro-
bert, Oedipus, S. 390); der stehende XM1KPOX
EAEYXINIOX (ein anderer oder derselbe Xfth <q<k
‘Eitvotno; J.G. 11,5, 2169 b; Prosop. Att.2,Nr. 12759).
Ausdrucksvolle Arbeit.
2687. C am panarelief. Hoch 0,17 m, breit
0,25 m. Ein Schild mit Gorgonekm wird von zwei
halb kniccnden Arimaspen in Skythentracht ge-
halten. An den Seiten vertical halbierte große
Palmctten, die die Platte al8 Stück eines Frieses
kennzeichnen. Unten Fries einbeschriebener Pal-
metten. Drei Bofcstigungalöcher im Felde. Gelb-
licher Thon — Vgl. v. Rhoden -Winnefeld, Archi-
tektonische römische Thonre’iefs, Taf. XXII; a.
auch Taf XXXVI u. S. 175, Abb. 345. Nachträge
zur Zeitbestimmung und Verwendung bei O. Roß-
bach, Berl. phil. Woch. 1912, S. 661 ff. und bei
Sieveking, Terracotten der Sammlung Loeb, II, zu
Taf. 11 3 ff,
Privatbo8itz.
(Früher Sammlung A. Klügmann; später bei
Frau Hirst, seit 1913 bei Herrn Dr. Francke;
über andere Antiken A. Klügmanns s. Einzel-
aufuahnicn 1944 — 49;*.
2688 89. Hermeskopf. M — D 176. Hoch
0,27 m. Ergänzt: Nasenspitze. Unter der linken
Schläfe ein tiefer vcrticaler Kratzer. War ein-
gesetzt. Leise Senkung zur rechten Schulter.
Frische, aber nicht originale Arbeit ohne ausge-
sprochenen Stilcharakter.
2690. Relief mit b o g e n s c h i e ß e n d e m
Apoll. M— D 4074. Hoch 0,33 m, breit 0,34 n».
Hinten unbearbeitet. Unten 0,03 m hohe Leiste.
Sonst überall gebrochen. Weißer, verschieden
geäderter Marmor. Das Relief geht auf dasselbe
Original zurück wie der Apollon der Marmor-
scheibe des British Museum und gehört somit zu
jener Niobidencornposition (Sieveking and Buschor,
Münchner Jahrbuch 1912, S. 138ff.), die gewöhnlich
(nach Robert, ant. Sarkophagreliefs III, 3, 8. 373,
mit Unrecht) auf die Reliefs des Phidias am Thron
des Zeus zu Olympia zurückgeführt wird.
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51
Hamburg
52
IX, ‘2691—270(1
Sammlung J. W. F. Reimers.
(Seit 1917 im Museum für Kunst und Ge-
werbe; vgl. Museumskunde VIII, 1912, S. 11 ff.
Arch. Anz. 1917, 79 ff. Der Kopl E — A 137879
befindet sieh jetzt ebenfalls, aus der gleichen
Sammlung stammend, in diesem Museum.)
2691 92. «Jünglingstorso. Ehemals bei
Bildhauer Consani in Florenz, später in deut-
schem Privatbesitz. Hoch 0,64 m. Rechte« Stand-
bein. Stützenansatz für den gesenkten linken
Arm am linken Oberschenkel. Die rechte Hand
wird vorgestreckt gewesen sein. Im Hals ein
Bleidübel. Der Kopf schaute leicht nach rechts.
Schön ist am Rücken die Drohung innerhalb des
Körpers zum Ausdruck gebracht; erst hier kommt
die Lebendigkeit zum Bewußtsein, die der Ge-
stalt trotz der strengen Gebundenheit des LTm-
risse« innc wohnt. Die straffe Arbeit, welche durch
die gut erhaltene Epidermis doppelt zur Wirkung
gebracht wird, entspricht dem strengen Motiv. In
den Kreis der von Furtwängler dem Euphr&nor zu-
geschriebenen Werke gehörig. Sehr schöne Arbeit.
2693. Heraklestorso. Aus dem Florentiner
Kunsthandel. Hoch 0,49 m. Ohne Ergänzungen.
Die Arme waren angesetzt, ebenso befindet sich
ein Sti'tloch in dem hinter dem linken Glutaeus
sichtbaren Teil des Fells, dort, wo die Seitenfuge
endet. Auf der Rückseite des linken Beines
eine früher zur Aufstellung eingearbeitete Rille.
Linkes Standbein. Die gesenkte Rechte hielt j
wohl die Keule, der linke Arm war wenig er- 1
hoben. Am rechten Schenkel scheint ein Loch |
darauf hinzuweisen, daß hier die auf den Hoden
gestützte Keule vorl eiging. Ihr würde in der
linken Hand am Vesten die Schale entsprechen.
Den Rücken und den Kopf bedeckte das Löwen-
fell, dessen Tatzen unter dem Kinn geknotet
sind. An den Seiten ist das Fell scharf abge-
schnitten, und wo das oben erwähnte Stiftloch
sitzt, ist eine kreisrunde 4 cm messende Bruch-
Hache, an deren Peripherie Bronzespuren sicht-
bar sind. Das Löwenfell ist in seinem oberen
Teil ungegliedert, unten wölbt es sich nach hinten
aus und wird von zwei erhöhten Bahnen der
Lange nach eingefaßt; der Zweck der Zurichtung j
ist nicht klar. Ganz gute Arbeit. Ähnlich dem
Herakles im Louvre (Giraudon 1183; Arndt, La
Glyptotheque Ny Carlsberg, p. 107, fig. 56).
2694. Statuette des sitzenden Hera kies.
Aus Rom, später in deutschem Privatbesitz. Hoch
0.30 zu. Der rechte Unterarm war angcstückt. Er
hielt die Keule, die sich auf eine Bodenerhöhung
stützte, vor der ein Stierkopf lehnt. Die vorge-
streckte Linke hielt gewiß die Schale. Ergänzt :
der vordere Teil des Halses, die Tänie und ein
Teil der Rückseite des Felsensitzes. Die Rück-
seite vernachlässigt. Flaue Arbeit mit starker Ver-
wendung des Bohrers. In der Haltung und dem
breiten Sitze nahe verwandt die römische Statu-
ette Not. d. acavi 1889, 245— Rcinach, R6p. III,
248, 9. Der Stierkopf unter der Keule öfters bei
Herakles: vgl. Furtwängler b. Roscher, Myt-h. Lex.
s. v. Herakles, Sp. 2243; vgl. dazu u. a. das Capitell
der Caraeallatherrucn (Gusman, L'art d6coratif
pl 43), den Heraklessarkophag: Robert III, XXXV.
126b und ein Statuenfragment, 0,39 m hoch, 1913
bei Rollin und Feuardcnt in Paris.
2695 - 97. Kopf , der Leda verwandt.
Aus dem römischen Kunsthandel. Hoch 0,225 m.
Gesichtslänge 0,12m. Nase ergänzt, am Kinu
Absplitterung. Gute, etwa» Haue Arbeit, nur an
den Ohren unsorgfältig. Kopfhaltung und Haar-
anordnung an den Seiten stimmen mit der Leda
(Brunn- Bruckmann 648) überein, während die An-
ordnung über der niedrigeren Stirn abweicht. Der
Typus der Leda schließt sich offenbar an den der
Artemis Colonna an, die B. Schröder (Jahrbuch
d. J. XXXVI, 1911, S. 34 ff.) mit Recht dem 5. Jahr-
hundert zugeschrielnm hat. Zwischen der Artemis
Colonna und den epidaurischen Sculpturen, die
weit pathetischer sind, steht auch der Hamburger
Kopf in der Mitte. Bei ihm bringt das starke
Vortreten der Wangen unter den Augen schon
ein späteres Element hinein. Oie Vermutung Arndts
und Lippolds, daß der Kopf eine Römerin der
augusteischen Zeit als Leda darstelle, kann ich
mir nicht zu eigen machen. Für das Individuelle,
das sichtlich dem Kopf eignet, möchte ich die
Epoche, in welcher unsere Kopie entstand, ver-
antwortlich machen.
2698 99. Kopf eines Römers aus der
Zeit des Gallienus. Im deutschen Kunsthandel
als aus Rom stammend erworben. Hoch 0.30 na.
Gesichtslänge 0,18 m. Weißer, rötlieh patinierter
Marmor. Weinlaubkranz im Haar. Die Behand-
lung der Augen und die an den Haaren ange-
wandte Technik, endlich die Flächcnhaftigkeit der
Arbeit Finden in den Porträts des Gallienus (Hekler.
Bildniskunst, Taf. 298/99) ihre nächste Parallele.
Nach dem Kranz Priester oder Dichter.
2700. Z wei Tcrraeottabüsten. Aus Süd-
etrurien. Inzwischen bereits veröffentlicht; Arch.
Anzeiger 1917, Sp. 94, Abb. 16 u. 17
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Photographische Einzelaufnahmen
ANTIKER SCULPTUREN
Serien zur Vorbereitung eines Corpus Statuarum
Herausgegeben unter Mitwirkung von
GEORG L1PPOLD
' von
PAUL ARNDT und WALTHER ANELUNG
Serie X
Text
Mit Beiträgen
von PHILIPP LEDERER, PAOL1NO M1NGAZZINI, PAUL WOLTERS
F. BRUCKNANN A.-G. MÜNCHEN 1925
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Al« neue Abonnenten sind unserem Unternehmen «eit dem Erscheinen der IX. Serie beigetreten:
Da» Archaeologische Institut, Berlin.
Die Buchhandlungen A. Aaher & Co. und Emst Wasmuth, Berlin, K. W. Hieraemann, Leipzig.
Da« Archaeologische Museum der Universität Breslau.
Da« Archaeologische Institut der Universität Tübingen.
The Univereity ol Illinois, Urbana U. 8. A.
Die Universitätsbibliothek, Utrecht.
Da« Kunsthistorisehe Institut der Ri jks- Uni vereitelt, Amsterdam.
Die Universität, Oent.
The British School of Archaeology, Athen.
Professor J. D. Bcozley, Oxford.
The Bryn MauT College, Brvn Mawr (Penn«.), U. S. A.
Da« Archaeologische Xutionalmuscum, Athen.
Die Ergänzungsangahen über die Antiken im Casino der Villa Borg heue, die P. Arndt vor vielen
Jahren gemacht hatte, sind von P. Mingazzini und G. Lippold nachgeprüft worden. Den größten Teil
der Antiken de« Palazzo Barberini haben die Verfasser de« einschlägigen Texte« nicht selbst zu Gesicht
bekommen; die Ergänzungsangaben beruhen auf Notizen von W. Amelung und P. Mingazzini. Den Vor-
ständen der Museen lind den Besitzern der Sammlungen, die die Veröffentlichung der Kunstwerke
gestattet haben, sowie unseren Herren Mitarbeitern, vor Allem Herrn Dr. Paolino Mingazzini in Rom,
der unermüdlich und aufs Eifrigste für uns tätig war, sprechen wir unsem verbindlichsten Dank aus.
München, Erlangen und Rom, August 1925.
Paul Arndt. Georg Lippold. Walther Amelung.
Bezugsbedingungen.
Die vorliegende Publication ist nicht durch die Buchhandlungen, weder im Abonnement noch in
einzelnen Blättern, sondern ausschließlich direct von der Firma F. B r u c k ni a n n A.-G. in M ü n e h e n
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lic hen, Herstellung und Versendung übernommen hat. ohne daran« ein eigentliche« Verlagsobject zu bilden.
Die erste Serie umfaßt 278 Nummern.
Die zweite Serie (Nr. 279 578) enthält 300 Blatt.
Die dritte Serie (Nr. 579 900) enthält 322 Blatt.
Die vierte und alle folgenden Serien enthalten je 300 Blatt.
Jede» Blatt ist zum Preise von 1 Mk. (einige Nummern in größerem Format zu 2 Mk.) auch einzeln
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Jede* Textheft zu Serie I — X kostet 3 Mk.; das Register zu Serie I — V 3 Mk.; das Gesamt- Register
zu Serie VI — X erscheint im Jahre 192t».
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Inhalt.
Nr. 270! —2784.
Nr. 2785- 2881.
Nr. 2882- 2040.
Nr. 2941 — 2044.
Nr. 2046— 2005.
Rom, Villa Borghese, Ourino
Rom. Villa Borghese. Park
Rom. Palazzo Barbcrini . .
Neapel, Museo nazionale
München, Glyptothek . .
Nr. 2906 - 2000.
Nr. 2970 2972.
Nr. 2973 — 2090.
Nr. 2997 - 3000.
München, Kunsthandel
München, Privatbesitz
Schloß Tegel bei Berlin
Mitau, Museum . . .
Paul Arndt und Georg Lippold.
Paolino Mingazzini.
Paul Arndt und Georg Lippold.
Paul Arndt und Georg Lippold.
Paul Wolters, Paul Arndt, Georg
Lippold.
Paul Arndt und Georg Lippold.
Paul Arndt und Georg Lippold.
Walther Amelung.
Philipp Lederer.
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1 X, 2701-2709
Rom, Villa Borghese, Casino
Rom.
Villa Borghese.
A. Nibby, Monument i scelti della Villa Bor-
ghese, Rom 1832. A.Venturi, il Museoe la( lalleria Bor-
ghese (Collezione Edelweiß IV), 1893. — Eine Nach-
prüfung der Amdtschen, vor mehreren Jahrzehnten
gemachten Ergänzungsangaben wird der freund-
lichen Bereitwilligkeit von Dr. Paolino Mingazzini,
sowie erneuter Untersuchung durch G. Lippold im
Herbst 1925 verdankt.
Vestibolo.
2701. Torso des sitzenden Apollo. Muse-
ums-Nr. II. Overbeck, Kunstmythologie des Apollo,
S. 204. Nr. 10. Reinach, r^pertoire II, (563, 8.
Abguß in Paris, Ecole des bcaux-art«. Nach Ven-
turi 1826 bei Frascati gefunden. Unterlebensgroß.
Für Ergänzungen hergerichtet. ChlamyB um Schul-
tern und auf rechtem Oberschenkel. Auf dem
Felsen links Rest der Leier. Am Felsen unten eine
Schlange. Oberkörper zurüekgelchnt, etwas nach
seiner linken Seite gedreht. Ganz jugendliche
Formen. Geringe Arbeit. Im Bewegungsmotiv zu
vergleichen der Apoll de« Museo Barracco 100
(Helbig* 1096), sowie Humann-Watzinger, Magnesia
a. M.. S. 188, Fig. 187.
2702. Männlicher Torso. Nr. III. Über-
lebensgroß. An der linken Seite viel am Gewand
ergänzt. Der Kopf ging, wie ec scheint, zur Linken.
Rechtes Standbein. Keine Stützenreste. An den
Armbrüchen Löcher für die eingesetzten Unterarme.
Am ehesten Rest einer Imperatorcnstatue.
2703. Unterteil einer Leda-Nemesis.
Nr. IV. Brunn-Bruckmann, Text zu Tafel 048,
Nr. 6. Overbeck, Kunst rnythologie des Zeus, S. 494,
Nr. 11. Vorzügliche Arbeit. Vgl. unten Nr. 2755.
2704. Torso der Athens Parthenos.
Nr. VIII. Hclbig* 1530. Schreiber, Athen» Par-
thenon, S. 572, Tafel IV. H.
2705. Männlicher Torso mit ChlamyB
und Schwertband. Nr. IX. Rechtes Standbein.
Am rechten Unterbein Rest des Stamme«. Ara
linken Oberschenkel außen Stützenrest. Der linke
Oberarm ging etwas zurück. Für den gesenkten
rechten Arm Stützenrest am äußeren Oberschenkel;
weiter unten Ansatz des Stammes. Am rechten
Schulterblatt hinten am Sch wert band ein Rest,
der etwa vom Helmbusch des stark nach der linken
Schulter gewendeten Kopfes herrühren könnte.
Das Schwert ging fast wagrecht von vom nach
hinten. Gute und sorgfältige Arbeit. Aus dem
Diomedes abgeleitet. Vielleicht römische« Porträt.
2706. Herakles - Statue. Nr. XII. Ergänzt:
1. Ellenbogen, hinterer Teil des 1. Oberarms, Ende
der Keule. Linkes Standbein. Puntelli am rechten
Oberschenkel. In der gesenkten Linken die Keule,
um den Unterarm da« Löwenfell. Der bärtige
Kopf, mit Kranz und Schultertänien, zur Rechten
gewendet. Römische Deeorationsarbcit mit allge-
meiner Anlehnung an Typen des IV. Jahrhundert«.
2707. Männlicher Torso. Nr. XV. Nibby»
pag. 16, Nr. 6, tav. 2 links. 1826 in Villa Lucidi
bei Frascati gefunden. Ergänzt: unterster Rüc ken,
r. Brustwarze. Der Kopf war zur linken Schulter ge-
wendet. Auf der rechten Schulter Rest einer Stütze»
die zum Handgelenk führte. Dos Motiv ist nicht
ohne Weiteres klar. Nibbys Gedanke an einen
bogcnschießcnden Apoll i«t unmöglich. Dem ersten
Eindruck, als sitze die Figur, widerspricht die Hal-
tung der Arme; man könnte eher eine dem Krupc-
ziontreter ähnliche Bewegung vermuten» bei welchem
auch der Unterleib stark vorgeschoben ist. Doch
scheint unten Gewand angesetzt gewesen zu »ein.
Im Vergleich zu dem Krupeziontreter sind die
Formen einfacher und älter. Gute Arbeit.
2708. Männlicher Torso. Nr. XVI. Her-
kunft wie bei 2707. Rechtes Standbein. Angabe
der Adern auf dem Bauch. Tänien-Enden auf den
Schultern. Stützenrest auf dem rechten Oberschenkel
außen. Die Arme gingen beide abwärts. Der Kopf
war zur linken Schulter gewendet. Geputzt. Sehr
gute Arbeit. Brustwarzen bronzemäßig Umrissen.
Der Statue in den Ufizien E— A 228 verwandt.
2709. Oberteil einer Wiederholung des
polykletischen „Narkissos“. Nr. XXIII.
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3 X, 2710-2717
0,38 hoch. Furtwünglcr, Bull. d. Int. 1877, 150,
Nr. 6; Meisterwerke, 8. 483, Anm. 3, Nr. d. Modern
zur Büste hergerichtet. In der Mundgecend quer
durchgebrochen. Ergänzt ein Stück uin die linke
Brustwarze. Gehört zu den flaueren Exemplaren
de* Typus, den zuletzt Bieber, Katalog von Cassel,
zu Nr. 11, besprochen hat.
2710. Torso eines sitzenden Kaisers.
Nr. XXVII. Nibby, pag. 16, Nr. 6, tav. 2, rechts.
Herkunft wie bei 2707. Kopf. Arme und Beine
waren angesetzt; die Anaatzflaehen sind modern
hergerichtet. Wiederholung des Tiberius im Lateran
(Arndt-Bruekmnnn 706; Helbig3 1167), genauer
übereinstimmend, als die« sonst bei derartigen
Figuren der Fall zu sein pflegt; effektvoll, aber
derber in der Arbeit, als jener.
2711. JünglingstorKo. Nr. XXIX. Nibby» |
pag. 16, Nr. 16, tav. 2, Mitte. 0,62 hoch. Für
Ergänzungen hergerichtet. l>er linke Arm war er-
holten, der rechte ging etwas nach außen abwärts.
I>er Kopf war zur rechten Schulter gewandt. Feine j
und zarte Körperformen.
Erdgeschoss.
Salone.
2712. Kolossale Satyrstatue. Nr. XXXVI.
Helbig* 1531. Aus Palazzo Cevoli (Sacchetti). Er-
gänzt: Kopf, Arme, linke« Bein, der größte Teil
der Plinlhe. Da» rechte Bein ist antik, mit dem
Plinthenstück darunter, das Knie ergänzt. Ira
Rücken ein kurzer Satyrseh wanz. Auf dem Torso
Rest des ursprünglichen Bartes, der zu der
jetzigen Ergänzung nicht stimmt. Tatzen de« Felles
am Hals. Haare und Adern auf dem Bauch. Das
ursprüngliche Motiv läßt sich nicht mehr bestimmen.
Helbig gibt an, die Ergänzung sei nach in gleicher
Weise bewegten Bronzefiguren herge*tellt. Was er
damit meint, wissen wir nicht: unter den zur Zeit
Heemskercks (der die .Statue schon mit den jetzigen
Ergänzungen gezeichnet hat) bekannten Bronzen
kennen wir keine Analogien. Vorzügliche Arbeit
hellenistischen Stile«.
2713. Prinzenstatue. Nr. XXXIX. Nibby,
pag. 43, Nr. 7. Bcmoulli, Rüm. Ikonogr. 11,1, 148,
Nr. 14. Ergänzt: Kopf, rechter Arm vom Ansatz
an, linker Unterarm, Vorderteil de« rechten Fußes
und ein kleines StCiek beim Knöchel, die linke Wade
und das Stück de« Mantel« hinter derselben, der
Adler. Die Tänien- Enden auf den Schultern sind alt.
Die Reste der antiken Plinthe, die mit den Füßen Zu-
sammenhängen, und in die moderne eingelassen.
Gewöhnliche Wiederholung des iu lisch -claudiscben
Rom, Villa Borghese, Casino 4
= — : — * -= . — 1 „ -3
Prinzentvpua; vgl. z. B. den »Marcellus' in Neapel:
Anult- Bruekmann 709.
2714. Statue des Meleager. Nr. XL.
Nibby, pag. 43, Nr. 8. Helbig* 1532; dort die Er-
gänzungen. In der Anordnung der Chlamys stimmt
diese« Exemplar ziemlich genau mit dem Kopen-
hagener (Ny Carlsberg 387) und dem ehemals im
Palazzo Strozzi in Florenz befindlichen überein:
aber die Abweichungen in Einzelheiten beweisen,
daß diese Chlamys römische Kopistenzutat ist. Über
Eberkopf und Hund vgl. Amelung. Kat. des Vati-
cana II, S. 34, und Winter, Jahrb. d. Inst. XX XII,
1917, 228 ff. Helbig« Angabe, der Körper zeige
gedrungnere Formen als das vatioanisehe Exemplar,
läßt sich mit den Photographien allein nicht nach-
prüfen.
2715. Togastatue mit Kopf des Augu-
stus. Nr. IXL ( 41). Nibby, pag. 43, Nr. 8,
tav. 10. Helbig* 947 (in der 3. Auflage weg-
gelaasen). Bemoulli, röm. Ikon. II, 1, S. 32, Nr. 25.
Mariani. Bull. com. XXXVIII, 1910, pag. 114,
Fig. 1. Hekler, ßiklniskunst 165 b. Amer. Joum.
XXV, 1921, pag. 145 ff., Anm. 2, Nr. 3; pag. 158,
Nr. 8. »Ergänzt: Nase. Stücke an der Gewandung,
der rechte Vorderarm mit der Schale, die linke
Hand mit der Kolli*« (Helbig). Der Kopf ist auf-
gesetzt und von anderem Marmor; er ist deshalb
wohl nicht zugehörig. Neu scheint an ihm. der
Olierschädel zu »ein. Die Ausführung der Statue
ist nach der Profilierung der Plinthe nicht vor das
2. «Jahrhundert nach Christus zu setzen.
2716. Statue einer Römerin. Nr. VIL
( 44). Helbig* II, S. 235 oben. Nibby, pag. 46,
Nr. 9 oben. Lippold. Kopien, S. 214, Anm. 218. Er-
gänzt: rechter Vorderarm, linke Hand, Nasenspitze,
ein dreieckige« «Stück de« Schleiers über der rechten
Schulter. Der Kopf ist ungebrochen. Der Körper
Wiederholung der »Tranquillina« im Louvre (Hekler,
Münchner arch&ol. Studien, S. 203 ff., S. 231,
XL VI d), der Kopf ein Porträt aus der Zeit der Julia
Mammae». Der Qualität der Arbeit nach würde man
die «Statue früher datieren; ist der (auffallend kleine)
Kopf aus einem älteren Porträt umgearbeitet (wie
die« Hekler für die »Tranquillina« vermutet)?
2717. Satyrstntuc. Nr. VL (=* 45). Nibby,
pag. 125, Nr. 4. Beschreibung Rom« IIT, 3, 256, 4.
Helbig* 949. Clarac 717, 1715. Früher im Zim-
mer VIII de« Erdgeschosse«. Nur der Torso und
die Beine bis zur Mitte der Oberschenkel antik.
Rückenschwanz und starke« Schamhaar. Starke
Drehung von Brust gegen Bauch. Die harte Becken-
linie öfters bei ähnlich bewegten Satyrn.
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5 X, 2718-2724
1. Zimmer.
2718. Weibliche Statue. Nr. LVI. Nibby,
pwg. 56, Nr. 2. Clara« 532, 1 108. Emzelaufnahmcn,
Text zu 1153: »Feinkörniger, weißer Marmor. Der
sehr zerstörte und geflickte Kopf nicht zugehörig.
Ergänzt: Hals, Teil der linken Schulter und dt*
linken Armes, linke Hand mit Kugel, Clewand, da«
vom Unken Unterarm vom und hinten herabh&ngt,
Flicken im rechten EUenbogen, rechter Zeigefinger
und Scharnier und vordere Schenkel dt* Zirkels,
viele Flicken im Gewand recht« und links vom
linken Bein und im linken Schienbein, Vorderteil
de« linken Fuße« mit Gewand. In moderne Basis
eingelassen. Vielfach gebrochen und an den Brüchen
geflickt .« Die Ergänzung de« Attribute« der Rechten
zu einem Zirkel ist unrichtig; wie aber der an Hand-
gelenk und Unterarm anliegende Reet zu ergänzen
ist, läßt sich nicht sagen. Auch an den übrigen
Wiederholungen sind keine Attribute erhalten. Uber
die RepUken vgl. Herkenrath, Athen. Mitt. XXX,
1905, 245 ff. und Milet, Ergebnisse I, V (Nymphae-
um), S. 57, Nr. 4; S. 00, Nr. 8; 8. 70. Lippold, Kopien
8. 85. Anm. 88. Herkenraths Datierung der tiefgegür-
teten Frauenstatuen in antoninische Zeit (vgl. auch
Neugebauer, Asklepios, 78. Berl. Winekeltnann.s-
Progr., S. 4, Anm. 7) ist nicht bewiesen. Gegen diesen
Ansatz spricht auch das Vorkommen der Tracht bei
Terraeotten, die so spät nicht datiert werden können.
Die von Schaal, de Euripidis Antiopc (Dis«. Berün
1914), S. 67, Nr. 2 erwähnten Gruppen (Froehncr,
Terres euites d’Asie de laeoUection Greau II, pl.70,
Nr. 104; ßurUngton Exhibition 1888, pl. 53) sind
allerdings offenkundig falsch. Dagegen ist z. B. in
Budapest ein echtes fragmentiertes Stück mit dieser
Gürtung. Der Gürtel ist an unserer Replik als
Strick gebildet.
2719 Nebenseite eines Pasiphae-Sar-
kophuges. Xr. LXI. Helbig* 1358. Ergänzt:
»An der Figur des Eros der Kopf und der Palm-
zweig — das ursprüngliche Attribut scheint ein
Bogen gewesen zu sein — , an dem Manne und an
der Frau die Nasenspitzen.« Ursprünglich vollstän-
diger: eine zweite Säule ebenfalls mit Eros davor
war erhalten. Nach Robert ist Minos dargestellt
der in Gegenwart etwu seiner Mutter Europa dem
Poseidon statt des gewünschten Stieres ein Frucht-
opfer darbringt. Gegen diese Deutung bestehen
Bedenken, da die Überlieferung ein solches unblu-
tige* Opfer nicht kennt, bei Euripides, soviel wir
wissen, nur der Chor dem Vegetarismus huldigt.
Auch sind die Eroten vor dem Tempel nicht
erklärt. Eine andere Deutung ist allerdings bisher
noch nicht gefunden. Der Kopf des Minos lehnt
Rom, Villa Borghese, Casino 6
sieh deutlich an das Porträt des greisen Sophokles
, (Arndt- Bruckmann 981 ff.) an.
2720 und 2721. Kopf des Apollo. Nr. LX1II.
Neu: Büste, Hals, wohl auch die Angabe der Pu-
pillen. Überarbeitet oder wenigstens durch lau-
fende« Wasser ganz mitgenommen. Die Haarschleife
ist hinten geknüpft. Offenbar vereinfachte Wieder-
holung des Casslcr Apoll: der späte Kopist hat die
zierlichen Einzellocken gruppenweise zu größeren
Strähnen zusammengefaßt; an Stelle der Nacken-
zöpfe kurzes, herabfallendes Haar. Die Schulter-
locken sind weggefallcn. Wohl keine beabsichtigte
' Umstilisierung, sondern Vereinfachung aus Bequcm-
| lichkeit.
2722. Relief: Aias und Kassandra.
I Nr. LXIV. Helbig* 1537: »Ergänzt: die Nasen-
spitze und die rechte Schulter des Aias, die Nase
der Kassandra, außerdem ein Streifen an der oberen
linken Seite der hinter Aia« befindlichen Säule«,
ferner die rechte Brust der Kassandra. Stark
verschmiert. Die ursprüngliche Verwendung läßt
sich nicht mehr feststellen. Wohl nach einem
malerischen Vorbilde aus der Zeit des Frieses
von Phigalia; Epoche des Vasenmalcrs Meidias.
Von den Vasen mit der gleichen Seen© ist am
i meisten die Wiener Amphora: Roscher, Myth.
Lex. II, 983. namentlich in dem wehenden Mantel
des Aias, verwandt. Zum Motiv vgl. Lykurg und
die Mänade auf den Marmorvasen Corsini und
| Uandelabri: Roscher, myth. lx*x. s. v. Lykurgos,
Sp. 2197 ff., sowie dos Bostoner Priamce- Relief:
Brunn -Bruck m um» 607 b, das auch im Stil Ver-
wandtschaft zeigt.
2723. Knäbchen im Mantel. Nr. LXV.
Helbig* 956; a S. 236. Holländer, Plastik und
Medizin, S. 126, Fig. 57. «Ergänzt: das unterste
Stück de« über den linken Arm herabfallen-
den Mantels, Füße. Plinthe, Nase.« Vgl. zu Nr.
2726.
2724. Archaistische Fraucnstatue.
Nr. LXVI. Nibby, pag. 62, Nr. 7. Beschreibung
der Stadt Rom III, 3. 240, 15. Neu sind: linker
■ Unterarm mit Hand (ausser den Enden der ersten
I drei Finger), rechter Unterarm mit Hand. Falten -
, teile; der Kopf (neu: Nase), mit Frisur tmianiacher
i Zeit, ist aufgesetzt. Der Körper selbst macht den
Eindruck eines antiken KopisUm-Pästiccio«: im
Oberteil archaistischen Figuren von der Art der
•Spes« im Conservatorenpalast (Bulle, archaisierende
griechische Rundplastik Nr. 27) verwandt, ira Unter-
teil an Figuren wie die Berliner Statuette aus
C’ometo (Br- Br 673 1) erinnernd. Ober- und Unter-
teil hangen ungebrochen zusammen.
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7
X, 2726- 2731
Rom, Villa Borghese, Casino
8
2725. Frauenstatue. Nr. LXVUL Nibby,
pag. 62, Nr. 7. Beschreibung der Stadt Rom III,
3, 240, 17. Ergänzt: linke Hand mit Ansatz den
Armes. Kleinigkeiten an Füßen und Gewand, der !
Kopf. Die Plinthe ist ungebrochen; die Profilierung |
fehlt auf der Rückseite. In der Gewandanordnung
zu vergleichen die Typen Doria -Olympia (E-A 2296)
und Magnesia (Watzinger, Magnesia, ä. 202). Ob
unser Stück wirklich Kopie oder eine römische
»Schöpfung« ist, ist nicht zu entscheiden.
2726. Knäbchen im Mantel. Nr. LXIX.
Helbig* 955. Ergänzt: »Die linke unter dem Mantel
befindliche Faust, die Füße (mit unterstem Teil des
Gewandes), die Plinthe, die Nase.« 2723 und 2726 !
standen bereit* Ende des 18. Jahrhunderts im Park
der Villa. Sie wiederholen mit leichten Varianten
den nämlichen Typus. Uber diesen hat zuletzt
Klein, vom antiken Rokoko S. 134 ff. gesprochen.
Seine Replikenliste Anm. 169 ist auf zwei Typen zu
verteilen. Bei dem einen ist der linke Arm höher
gehoben, infolgedessen dos linke Bein stärker ent-
blößt. Der rechte Arm ist noch weiter zur linken
Schulter hin gehoben. Zu diesem Typus gehören !
von Kleins Liste die Nummern 1 (Spada) und 5 I
(Louvre). Von den Exemplaren des anderen Typus,
zu denen unsere Nr. 2766 und Klagcnfurt: Egger I
S. 72, Fig. 46 hinzukommen, sind die Neapler:
Inv. 6109 und 6113 nicht als Varianten zu rechnen,
da der Kopf von 6100 neu, der von 6113 von frag-
licher Zugehörigkeit ist. Sicher den echten Kopf
haben Kleins Nummern 4 (Wien, ungebrochen)
und 3 (Aix, Replik) sowie Klagcnfurt. Darnach
sind die Köpfe der borgheaiachen Exemplare wahr- !
scheinlich nicht zugehörig; an 2726 jedenfalls ist
der Marmor verschieden, ein Stück im Hals
zwnschengesetzt . Für die immer noch nicht ge-
sicherte ursprüngliche Bedeutung ergeben sie I
nicht*. Zu vergleichen die Knälichcn auf atti-
schen Votivreliefs, die dort mit der Familie an treten. I
Interessant ist, daß von dem Typus vier- oder
fünfmal Exemplare paarweise Vorkommen (Aix,
Borghese, Chiaramonti, Neapel, Coetanzi [ ? M-D
150—151)). Von dem Kopf von 2726 Ist eine Replik
der Statuette M-D 1166 (Spada) aufgesetzt. Eine
weitere anscheinend auf dem Pariser Exemplar des
anderen Typus (Klein Nr. 5). Eine hat P. Jacques
(Reinach, pl. 82) gezeichnet.
2727. Relief mit Artemis Kurotrophos( ?).
Nr. LXXL Helbig3 1636. Roscher, Myth. Lex. II,
1630, 55. Ergänzt: »ein dreieckiges Stück des
Reliefgrundes hinter «lern Nacken der sitzenden !
Figur, die Nasenspitzen der beiden Frauen, die !
Schnauze des Tieres, die beiden freistehenden Stuhl-
beine, Stücke der unteren Rahmen leiste links.« Die
Köpfe scheinen überarbeitet. Ob nicht noch be-
deutend mehr ergänzt ist (worauf z. B. die seltsame
Form der oberen Umrahmung schließen läßt), kann
erst nach gründlicher Reinigung des Reliefs fest-
gestellt werden. Sicher neu ist noch ein Stück im
linken Oberschenkel der Stehenden. An anderen
Stellen scheinen nur Sprünge überschmiert zu
sein. Die Deutung der Sitzenden auf Artemis ist
durch Kocherhand und Reh gesichert. Die Ste-
hende kann naeh Größen Verhältnis und Tracht
nicht gut eine sterbliche F'rau sein; eine mytho-
logische Erklärung ist bisher allerdings noch nicht
gegeben worden. Die Artemis ist im Stile des
5.-4. Jahrhunderts erfunden, die Motive der stehen-
den F'rau sind nicht vor der hellenistischen Zeit
denkbar.
2. Zimmer.
2728 und 2729. Kopf der Aphrodite.
Nr. LXXXV. Helbig3 1544 (das dort gegebene
fitst aus Nibby bezieht sich auf Nr. 2747/8).
Canina, Tuscolo, tav. 36 links. Neu: Na»e, Unter-
lippe, rechter Augenknochen, Herme, hinterer
Haarschopf, Flicken im Haar. Verwaschen. Kopf-
wendung zur linken Schulter alt. Vgl. unten
Nr. 2747/8.
2730. Hüfthermc des bärtigen He-
rakles. Nr. LXXXVI. Helbig3 1545. Ergänzt:
die Nase, die Oberlippe, der rechte Backenknochen,
da« rechte Ohr, ein Teil de« linken Ohres, die
Schnauze de« Felles (da* linke Ende des Unter-
kiefer« alt), einzelne F'licken. Der untere Teil des
Schaftes war gebrochen, ist aber samt Plinthe (an
der hinten Stücke ergänzt sind) alt. Mit Säuren ge-
putzt. Eis gibt eine Reihe ähnlicher Hermen (vgl.
Jppcl. Bronzefund von Galjüb 35), von denen
aber nur die im Capitol (Fauno Roaso Nr. 15) und
die londoner Bronze: Cat. Br., pl. XXX, Mitte
n® 1291 (au« Halikarna««) genaue Repliken sind.
Die Zurückführung auf Damophon beruht auf
dem Vergleich mit einer Münze von Megalopolis,
die sich aber wesentlich dadurch unterscheidet, daß
Herakles hier ithyphallisch ist und aufblickt.
Übrigen« ist die Beziehung der Münze auf den von
Pausanias (neben Werken des Damophon, nicht
ausdrücklich als dessen Arbeit) genannten Herakles
durchaus problematisch. Die Augensterne «ind
leicht angegeben: Arbeit vom Ende des 2. Jahr-
hundert« n. C., aber wohl noch etwas früher als die
der Replik im Capitol.
2731. Brustbild der Tellus. Nr. IXC.
Neu: Nasenspitze, Lippen, Haarbüschel über Stim-
mitte, die vier vorderen Schulterlocken (die hinteren
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9 X, 2732—2735
alt), Stücke de» Nackenachopf«, Flicken im Ge-
wand. Der Kopf ist eingesetzt, aber zugehörig,
da sich der Nackenschopf auf dem Rücken fort-
netzt. Früher Isis genannt, ohne jeglichen Grund.
Das Relief der Basis (Fruchtkorb zwischen Rin-
dern) läßt vielmehr an Tellus denken.
3. Zimmer.
2732. Brunnenschmuck. Nr. CVÜ. Jetzt
im 8. Zimmer. Helbig3 1549. Ergänzt: an der auf
dem Felsen sitzenden männlichen Figur der Kopf,
die Hälfte des rechten Unterarms nebst Hand
und Muschel, das vordere Ende der Angel, der
grosse Zeh des linken Fusses. Die vordere Hälfte
des linken Unterarms ist angesetzt, aber nebst
Hand (ausser den Spitzen des ersten und zweiten
Fingers) alt. Von den beiden dahinterstehenden
männlichen Figuren haben sich nur Stücke der Füße,
von der obersten Ziege nur die Klauen erhalten.
Auch an den anderen Ziegen sind mancherlei St ücke
restauriert. Vom Gewand auf dem Felsen sind die
untersten Falten alt. An der kleinen sitzenden
kopflosen Figur links ist das rechte Rein bis auf den
Fuss ergänzt, an dem in den Wogen sitzenden
Mädchen links die linke Hand mit einem Stücke des
Seethiers. Der Felsen ist hinten ausgehöhlt; da«
Röhrenloch endigt hinten in einer kk*ineren Höh-
lung. Zu Helbigs Beschreibung ist hinzuzufügen,
daß der eine der Insassen des zweiten Nachens
einen Fisch angelt, deren eine größere Anzahl »ich
in den Wogen tummelt; duß unter den Ziegen
links ein Polyp zum Vorschein kommt; daß ferner
für die Ziegen wohl ein Wächter vorhanden ist:
die kleine, kopflose Figur links oben am Felsen.
Die Größen Verhältnisse des Sitzenden machen es
wahrscheinlich, daß diese Figur eine besondere,
doch wohl mythologische Bedeutung hatte. Sein
Linkes Schulterblatt ist besonders stark gebildet,
ohne dass man ihn als eigentlich bucklig bezeichnen
könnte. Polyphon» und Galatea ? Spätere römische
Dccorationsarbcit .
2733. Gefesselter Knabe. Nr. CXIII.
(Jetzt im 6. Zimmer aufgestellt.) Clarac 883, 2258.
Beschreibung Roms III, 3. S. 250, 4. Helbig3 1556:
»Ergänzt: die rechte Hand, abg<»m»hen von einem
Stücke des Zeigefingers und de« Daumens, die
untere Hälfte des linken Vorderarmes nebst der
Hand und dem von ihr gehaltenen Gewandzipfel,
das rechte Bein von der Mitte de« Oberschenkel»
abwärts, der linke Untenvhenkcl, die Füße, die
Plinthc.« Der untere Teil des Stammes hängt un-
gebrochen mit der modernen Plinthc zusammen;
auch sein oberer Teil mit Gewand, der vom Körper
Rom, Villa Borghese, Casino 10
getrennt ist. »st offenbar neu. Kopf ungebrochen,
i Repliken: a) Florenz, Arazzi47. Spon, Misoel Innen
312, II; Reinach, Repertoire III, 158, I; Athen.
Mitt. XXXVII, 1Ö12, S. 53, Anm. 2. Aufnahmen
für Brunn- Bruckminn liegen vor. Kopf ungrbro-
i eben, b) Ehemals Rom. Palazzo Coraetti. M-D
, 1155 (Kopf anscheinend mit denen der beiden
I vorigen Exemplare übereinstimmend), c) Louvre.
' Cat. «omm. 304; Reinach, rep. III, 130, 6. d)
Etwa 1910 im Florentiner Kunsthandel (Rardini);
ohne Kopf, Arme, linke Schulter, Unterbeine. Zwei
weitere Torsi im Vatican, Galleria dei candelabri
I (Nr. 28 und 61; Hinck, Annali 1866, 85). Bei
keinem Exemplar sind Flügel angegeben: die
durch Parallelen wie die Aulos-Gemme (Furt-
wängler, Gemmen LVII, 9: Daremberg- Sag lio
1 b. v. Compes, pig. 1428) und die Boetoner
! Terracotten: Phott. Baldwin Coolidge 8372 und
8379; Handbook 1911, pag. 114 (aus Myrina) nahe
| gelegte Deutung auf Eros ist demnach unwahr-
scheinlich. An dem Pfeiler neben dem Florentiner
I Exemplnre ist unten ein Stierschädel angebracht,
der ein Heiligtum andeutet; weiter oben befinden
sieh auf besonderer Platte (als Votiv zu denken)
zwei Ohren: der Knabe erhofft Befreiung durch die
Gottheit, die hierdurch als /jt^xoof (Weinreich,
| athen. Mitt. XXXVII, 1912, 1 ff.) charakterisiert
wird. Weiteres läßt sieh zur Deutung vorläufig
| nicht beibringen. Zur Fesselung vgl. auch die
' Münchner Bronze: Münchner Jahrbuch der bilden -
I den Kunst V, 1910, 140. Abb. 3. Hellenistische
Erfindung. Nach Angabe des Augensternes und der
Bohrerarbeit fällt die Ausführung des borghesisehen
Exemplare» nicht vor die Mitte des 2. Jahrhunderts
n. Chr.
2734. Statue des Herakles. Nr. CXIV.
Kopf gebrochen, aber anscheinend zugehörig. Er-
gänzt: Na«e, linke Hand mit Äpfeln, rechter Unter-
I am» mit Keule, rechte« Bein von Mitte des Ober-
1 schenke!» an, linker Fuß und Unterteil des Stamme».
I Kpheukranz. Pupillen angegeben. Starke Bohrer-
! arbeit. Wohl Porträt eines Römers des 3. Jahr-
hundert« n. Uhr. als Hercules mit Anlehnung an
ältere Typen.
2735. Knabe mit Vogel. Nr. CXV. (Jetzt
im 6. Zimmer aufgestellt.) Helbig1 968. Reinach,
| rep. II, 465, 5. Au» der Sammlung dclla Porta.
I »Ergänzt: der linke Vorderam» nebst dem rechten
| Flügel des Vogels, die Unterschenkel des Knaben,
j der Schwanz des Vogels, der Stamm, bemühe das
I ganze darüber herabfallcnde Gewand, die Plinthe.»
' Der Kopf (neu: du» Kinn) war gebrochen* Nach
Mingazzini sind modern ferner: der Hinterkopf,
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II X, 2736—2746
die Schultern mit den unteren Enden der Haar-
hinde; nach Uppold auch beide Arme. Im Haar
ein spitz zu laufende* Diadem. Über die Form des-
selben vgl. Arndt, Strena Helbigin na, S. 13 f.
Hübsche Arbeit.
2736 und 2737. Kopf, der Apollonstatue
Br— Br <157 aufgesetzt. Nr. CXV1I. Helbig3
1548. »Ergänzt: die Nase, Splitter an den Ohren,
das Kinn, die längs des Halses hcrnbreiclicnden
Lenken.« Nach einem Original vom Anfang des
4. Jahrhundert«. Wiederholungen sind nicht be-
kannt.
2738 - 40. Weiblicher (7) Kolossalkopf.
Nr.CXX. Helbig4 * * * 8 1547. Beaehr. Horns 111, 3, 247,
Nr. 11. Nibbv pag. 80. »Ergänzt: die Nase, beide
Brauen, der größte Teil der Lippen, das Kinn, die
Haan* über der linken Schläfe bi« zum Scheitel hin,
der untere Teil der über den Nacken hembfallenden
Locken, die Büsteu (Helbig). Modem geglättet.
Wiederholung in Neapel: E-A 525 26; Guida 510.
Nach Amelung (bei Helbig) pergamenischer Typus:
die hellenistischen Elemente sind gewiß unverkenn-
bar, doch ist die Möglichkeit zu erwägen, daß die
Erfindung als solche erst römischer Zeit angehört.
Ähnlich da« Pariser Hochrelief: Heydemaiui, Pariser
Antiken (12. Hallisehes W’inckelmanns- Programm).
Taf. I, S. 15, Nr. 2(1; Uifalvy, Alexandre, pag. 33,
fig. 10, welches ebenfalls früher in der Villa Borghese
stand. Aus antoninischer Zeit.
2741. Artemisstatuette. Nr. CXXUI.
Nibby, tav. 44; Reinach, rep. II, 324, 3. Neu:
Stamm. Beine (rechtes Knie alt), rechter Arm
fwmmt Schulter, oberste Falten am Hals link*.
Nase. Der Kopf sitzt mit zwischengesotz lern Hals-
stüek auf, acheint aber zugehörig. Wiederholungen
im gleichen Maßstabe im Ginrdino della l*igrut 165
und in Villa Borghese. Portico dei Leoni: E-A 2800.
Reizvolle, originelle Erfindung au» der Zeit etwa
der Wiener Artemis von Larnaka. Auch die Arbeit
ist fein und zierlich.
4. Zimmer.
2742. Statue der Artemis. Nr. C’XXIX.
Nibby pag. 91. Beschr. Roms III, 3, S. 248, 8.
Clarac 567, 1209. Ergänzt: der rechte Arm, soweit
nackt, der linke Arm mit einem Teil de« Ärmels,
die Unterbeine, die Plinthe und der Stamm bis auf
einen kleinen Teil. Der Kopf ist nach Mingazzini
trotz eines schmalen zwischengesetzten Stücke« im
Habe zugehörig; auch da« Diadem ist antik, nur
überputzt. Da« Gesicht ist nach Lippold ergänzt
(Schnitt ringsum, direkt hinter dem rechten Auge
und vordem linken Schläfenlöckchen). Der Köcher
Rom, Villa Borghese, Casino 12
scheint, soweit man von vorn sehen kann, modern
zu sein. Der Chiton ist dicht unter der Brust und
ein zweites Mal über der Scham gegürtet. Schweins-
feil. Hellenistische Proportionen: die Figur ver-
breitert sich nach unten. Von den ähnlichen Typen
steht am nächsten Ny Carlsberg 80. Schlafmlriek-
1 eben. Die Haarwellen charakteristisch hellenistisch.
Stark geputzt. Gute Arbeit.
2743. Statue der „Artemis”. Nr. CXXXV1I.
Nibby pag. 91. Beschr. Roms III, 3, S. 248, 18.
Clarac 567, 1208 A. Ergänzt scheint : rechtes Unter-
bein (Fuß alt) mit Knh, linke Hand mit halbem
Unterarm, rechter Arm. Am Kopf, der wohl
zugehörig ist, sind Nase, Kinn und kleine Flicken
neu. Keine Spur eine« Köchers, die Deutung
auf Artemis also fraglich. Doppelter Chiton: der
untere mit Ärmeln, der obere mit Überschlag;
i Mantel auf linker Schulter. Zur Behandlung des
Chitonüberfalles vgl. den Apollo Barberini. Auch
der Typus des Kopfes gehört in die erste Hälfte
des 4. Jahrhunderts. Gute Kopie eines eigenartigen
Vorbildes.
2744. Statue der „Amymonc*’. Nr. CLXI.
Nibby, pag. 91, tav. 23. Helbig2 971. Zeichnung
im Escorialensis: K-A 1406 (Egger, Cod. Escor.,
S. 132 ff.); dort Angaben über die Herkunft. »Er-
gänzt: der Kopf mit dein Halse, der rechte Vorder-
arm nebst dem ihm benachbarten oberen Teile des
| Delphins, Splitter an den Füßen« (Helbig). Neu
ferner auch ein Stück im Bauch rechts. Die
Schulterlocken alt. Ganz geputzt. Zu dem Typus
vgl. den Text zu Br- Br 675 recht*, wo unser Exem-
plar Anm. 1, Nr. 14 aufgeführt ist. Zu der dort
gegebenen liste der Wiederholungen ist als Nr. 13 b
hinzuzufügen da« Exemplar im Provincinlmuseum
in Saragossa: Burrea y Aragon, Duque de Villa -
hermosa, Discursos de Medallas v antigüedades,
herausgegeben von Jose Ramön Melida, 1002,
| 8. 115.
5. Zimmer.
2745. Weibliche Figur. Nr. CLXVIII.
Ergänzt: Kopf, Gewand hinter diesem, rechter Arm
von Mitte des Oberarmes ab, linkerUnterarm, Falten-
I teile, einige Zehen. Stützenrest an der linken Hüfte.
Abarbeitungen link« und rechts von der Scham.
Geputzt. Halblebensgroß, ln Einzelheiten variierte
Wiederholung im Gegensinne im Palazzo Doria:
E-A 2289/90. Vgl. Klein, vom antiken Rokoko,
S. 127, der die Erfindung ohne zureichende Gründe
in den Beginn der Kaiserzeit datiert. Hübsche
Arbeit.
2746. Nymphe mit Muschel. Nr. CLXX.
j Aus Sammlung della Porta: röm. Mitt. VIII,
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13 X, 2747-2755
pag. 240, Nr. 36. Kopf nicht zugehörig; Nase
und Schulterlockcn »ind an ihm ergänzt. Am Torrn»
«ind die Schulterlocken alt. Rechter Arm vom An-
satz an, linker von Mitte de« Oberarms an neu.
Ansatz der Muschel alt. Geputzt. Halblebensgroß.
Leidliche Arbeit. Unter den zahlreichen Statuen
mit ähnlichen Motiven finden «ich keine genauen
Wiederholungen. Vgl. unten zu 2763.
2747 und 2748. Kopf der Aphrodite.
Nr. CLXXIV. Nibby, pag. 105, tav. 31. Mitte.
Helbig* 973. Br>Br, Text zu 576, Fig. 3. Ergänzt:
die Büste und der ganze Hinterkopf. Aufbesserungen
an Nase und Kinn. Die Kopfwendung zur rechten
Schulter aufwärts ist alt. Geöffneter Mund. Das
Antike von guter Arbeit. Wiederholung im Gegen*
sinne von Einzelaufnahmen 2728/29. Kein Anhalt,
beide Köpfe für Pendants zu erklären.
2749. Torso einer sandalenlösenden
Aphrodite. Nr. CLXXMI. Bemoulli, Aphrodite,
S. 339. 0,93 m hoch. Kopf des Eros, rechter Ober-
schenkel der Aphrodite waren gebrochen; linker
Unterschenkel war einmal ergänzt. Der Kopf der
Aphrodite ging zu ihrer Rechten. Gew and auf linker
Schulter. Reste der linken Hand des Eros auf der
Brust der Aphrodite; er steht auf ihrem linken
Oberschenkel. Lockenrest auf der linken Schulter
der Aphrodite. Vom Stamm ist nichts antik. Über
das Motiv zuletzt Kl in, Rokoko, S. 86; vgl. auch
E-A 1951, Mitte. Hübsche Arbeit; geglättet.
2750. Knabentorso, Brunnenfigur. Nr.
CLXXX. Nibby. pag. 65, tav. 17. Reinach, Reper-
toire II, 475, 5. 1835 an Via Noincntana gefunden.
Lebensgroß. Gefäß und Stütze sind durchl»ohrt.
Der Oberkörper ist etwas zurück und zu seiner
Linken gewendet, das rechte Spielbein etwas vor-
gesetzt. Deutung auf Hylas oder Ganymed grund-
los. Gefällige Arbeit.
6. Zimmer.
2751. Statue der Athen». Nr. CLXXXIII.
Br-Br, Text zu Tafel 008, Fig. 5. Helbig3 1557.
Die %'on Hülsen, löm. Antikengärten, S. 56, Nr. 13
vermutungsweise mit der unsrigen ident ificierte
Carpi’Behe Statue war nach der Beschreibung Ahlro-
andis ein anderes Stück. »Ergänzt: der rechte Arm
nebst dem größten Teile des rechten Ärmels, der
linke Arm von der Mitte de« Olierarmes abwärts
nebst der Hand und dem von ihr lierührtcn Stücke
des Schildes, die vordere Seite de« rechten Ober-
schenkels, die Zehen des rechten Fußes mit der
darunter befindlichen Ecke der Plinthe, ein großer
Teil des Schildes, der Kopf der Schlange. Der der
Statue aufgesetzte Kopf ist antik, aber nicht zu
Rom, Villa Borghese, Casino 14
dem Körper gehörig.« Zu diesen Angaben i«t hinzu -
I zufügen, da»« gerade bei der linken Hand ein Stück
des (ausser unten) son«t ganz ergänzten Schild-
rande« erhalten ist und da«« von der Hand keine
i Spur mehr festzustellen ist. Neu i«t ferner der linke
große Zeh. Rechts an der Hüfte eine große schräg
i aufwärts gehende Stütze. Nnckenhaar. Am Kopf
i «ind ergänzt: Lippen, Nasenspitz*, vorderste- Teil
de« Helme« und de«»en Rhujm\ Der Schild ruht auf
einem Blattkapitell. Der unten* Teil der Aegis ist
1 umgckrempclt ; die geknöpften Halbärmel gesichert.
Kopisten Variante der Dresdner prax italischen Ar-
temis (zu dieser vgl. zuletzt Bieber, zu Cassel
17 — 19). Die Arbeit der Statue ist wesentlich ge-
ringer als die de« Kopfe», der einen Typus unge-
fähr der gleichen Zeit wiedergibt.
2752 und 2753. Weiblicher Kolossalkopf.
Nr. CLXXXVi. Arndt, la Glyptotheque Ny Carls-
berg* S. 50, Anm. 4. Ergänzt: Büste, unterer
Teil des Halses, Na«e, groß«* Stücke am Oberkopf
und der ganze Hinterkopf. Dal linke Ohr mit
I der Partie dahinter ist alt. Feinkörniger, stark
bläulicher Marmor. Die Pupilionangabe anscheinend
j antik. In den Kreis der von Arndt a. a. O. zu-
sam menge» teilten Werke gehörig.
2754. Beckenträgerin. Nr. OIXC. H«*l-
big2 976. Aus Sammlung dclla Porta. Die Statue
ist au« zwei Teilen zusammengesetzt : Schnitt in
der Höhe des Nabels. Ergänzt: «1er ganze Hals
summt dem Oberteil der Brust, »««laß die Zugehörig-
keit des Kopfes nicht erweisbar ist (so auch Ainohing
j zu Vatican, Gail, delle Statue 405), der linke Busen,
I beide Arme mit dem Gefäße (welche« von Helbig
I auf Grund einer «über «lern linken Knie vorhandenen
AriHatzspur« für gesichert, gehalten wurde; doch ist
die««* ganze Stelle jetzt vollständig ü bersch miort),
der vordere Teil de« rechten Fuße«, Spitze de« linken
großen Zehe«; am Kopf Nase und Kinn. Gänzlich
verputzt. Geringe Arbeit. Der vaticnnischen Statue:
Helbig3 214 nächst verwandt, doch in den Einzel-
heiten nicht genau übereinstimmend. Der Kopf-
typu« etwa aus der Zeit de« Sauroktono».
2755. Leda. Nr. CVIIC. Nibby, pag. 112,
tav. 35. Canina, Tiiseolo. tav. 35, links. Bewehr. Rom»
111. 3, S. 252, 10. Br Br, Text zu 648, Nr. 5. 1823
in Villa Lucidi bei Frascati gefunden. Neu: linker
Arm, Vorderteil de« rechten Daumen», da« herab
fallende Gewand, Hinterteil de» Sitzes, größter Teil
«ler Basis mit dein Fußschemel, linker Kuß und drei
| Zehen des rechten, Hals und Kopf de« Schwane i.
Kopf der Leda ungebrochen; «ler Oberkopf neu. Da«
Ganze völlig geglättet. Zu der bei Br-Br a. a. 0.
gegelx*nen Repiikenliste i«t zu bemerken, daß ein
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15 X, 2756— 2760 Rom, Villa Borghese, Casino 16
Exemplar aus Villa Borghese, dos mit keinem der
genannten identisch «ein kann, abgebiklet ist in
dem Auktionskatalog Capobianchi, 23. '24. März
1893 (»Muaee du Pavillon de l’Horloge ä la Villa
Borghese«), pl. II, Nr. 323; vgl. (Jraeven, röm.
Mitt. VIII, 243, zu Nr. 20. Dagegen könnte das
nicht abgebildete Exemplar Nr. 251 dieses Katalogs
das Münchner oder das Kopenhagner »ein. Die
dritte in diesem Kataloge aufgeführte l>eda Nr. 785
gehört nicht hierher, da sic überlebensgroß war. Ke
befanden sich also vier Exemplare in Villa Borghese,
die allerdings nicht alle gleicher Herkunft waren
(vgl. Graeven a. a. 0.). Nachzutragen ist ferner der
Kopf auf der Statue E-A 788.
2756. Knabe im Mantel (Wiederholung von
Nr. 2723 und 2726). Nr. CVIC. Ergänzt: Plinthe,
Füße und Unterteil des linken Unterschenkels, Stück *
in rechter Hüfte und rechter Schulter. Falte an der
linken Seite, Mantelrand hinter dem Halse. Der
Kopf (ergänzt: Hai«, Nasenspitze. Kinn und Ober-
teil der Kopfbedeckung) weicht von dem gesicherten
Typus ab, gehört daher nicht zu.
2757 — 59. M&dchenttatue. Nr. CVC. Hel-
big3 1564. Ergänzt: der rechte Arm von der Mitte
des Oberarme« ab, der linke Unterarm mit der
Hand und dem erhobenen Zipfel de« Oewandcs, die
Nase. Viele Ausbesserungen am Oe wand. Die
antike Plinthe ist in eine moderne eingelassen.
Am rechten Oberschenkel außen verschmierte
Stelle: vom Attribut der Hand. Kopf und Hai«
sind eingesetzt, die Grenzlinie verschmiert; im
Nacken kein genauer Anschluß an das Gewand.
Die Arbeit des Körpers (vgl. z. B. den linken
Oberarm) ist wesentlich besser als die des Kopfe«,
dessen Zugehörigkeit auch dadurch zweifelhaft wird.
Die Statue selbst wird ein griechische« Original.
Grahstatue des 4. .Jahrhunderts, sein, während der
Kopf ein Kinderporträt au« der Zeit der Ludovisi-
scheti Menelnosgruppe ist.
2760. Asklepios und Telesphoros. Nr.CIC*
Hclbig 3 975. Holländer. Plastik und Medizin,
S. 129, Fig. 59. »Ergänzt: an der Figur de« Asklepios
die Nase, der rechte Arm, der Schlangenstab,
abgesehen vom unteren Ende, die linke Hand mit
der »Schale; am Telesphoros der Kopf. Die Ober-
fläche hat durch starkes Abputzen gelitten.« Vom
Typus der Statue sind keine Wiederholungen be-
kannt. Der Kopf steht dem Asklepios von Melos
nahe; seine Zugehörigkeit ist nach Mingazzini wegen
der Gleichheit von Marmor, Proportionen und
Arbeit wahrscheinlich, nach Lippold fraglich. Die
Arbeit der Statue ist gewöhnlich.
7. Zimmer.
2761 und 2762. Kopf der Statue des auf
einem Delphin reitenden »Satyrs. Nr. 0C.
Hclbig3 1560. Ergänzt: die Nasenspitze. Der Hals-
bruch ist verschmiert, der Kopf aber zugehörig.
Er besteht aus dem gleichen streifigen Marmor.
Die Ohren waren von jeher spitz, ihre Form verdankt
nicht, wie man gemeint hat, einer Überarbeitung
ihre Entstehung. Die Erfindung geht gewiß noch
in die hellenistische Zeit zurück. Zum Motiv vgl.
auch E-A 1418.
2763. Bacchantin. Nr. OCI. Hclbig3 979.
Alt nur der Torso von der Brust abw ärts bis unter die
Kniee. Ergänzt auch die ganzen äußeren Falten an
der rechten Seite. Reizvolle Arbeit nach einem
Vorbild der späteren hellenistischen Zeit (Mädchen
von Anzio).
2764. Statue des »Paris«. Nr. CCI1I.
Helbig* 980. Antik: Torso vom Hals abwärts bis
zu den Knieen (Glied neu) und linker Arm mit Ge-
wand (Partieen um Ellbogen neu). Der stark ver-
waschene Kopf (ergänzt: die Nase und das Ende der
Mütze) antik, Hber sicher nicht zugehörig; das Hals-
Ende des Kopfe« hinten bedeutend schmäler als
das de« Torso«. Das Motiv entspricht im Gegen-
sinn dem de« polykletiachon Narkissos. Kopf ohne
besonderen Stilcharakter.
2765. Statue der Aphrodite. Nr. OCXV.
Beechr. Roms III, 3, »S. 2.54, 13. ßernoulli, Aphro-
dite, S. 256, Anm. 1. Ergänzt: der Kopf, der Ober-
leib bis unterhalb der Brüste, die Arme bis auf die
linke Hand, die Glutaecn. Die Füße sind alt; die
antike Plinthe in die moderne eingelassen. Kaum
lebensgroß. Motiv der Aphrodite von »Syrakus, über
die zuletzt Klein, Rokoko, S. 88 f. gesprochen hat.
Genaue Wiederholungen scheinen bei dieser Aphro-
dite nicht vorhanden zu sein, ein Zeichen» daß
kein maßgebend«» älteres Original zu Grunde liegt.
Vgl. oben zu 2746. Gute Arbeit.
2766. Statue der Athena. Nr. OCXV II
Hclbig3 1559. Beechr. Roms III, 3, S. 254, 15.
Neu: Plinthe, Füße (vom linken der Ansatz alt),
rechter Arm. linker Arm bis auf den Ansatz
an der Schulter und das Unterteil der Finger,
Unterrand der Aegis, unterer Rand de« Feploa-
über falle«, der Kopf (unterer Rcat des ein wenig
zur rechten »Schulter gehenden Nackenschopfes
alt). Hoch 1,58 m. l>cr Typus der Statue ist
von Reisch (österr. Jahresh. I, S. 55 ff.; vgl,
zuletzt Bieber, Skulpturen in Cassel, S. 15 f.) mit
der Athena des athenischen Hcphaistciona in Ver-
bindung gebracht und dem Alkamene« zugeschrieben
worden. Das Beweisstück ist ihm der dem Schild
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17
X, 2767 — 2774
Rom, Villa Borghese, Casino
18
als Unterlage dienende Akanthoe an der Replik von
Cherchell. Da dieser aber sich nur an jener einen Replik
findet, die drei anderen Repliken (Borghese, Ros*
pigliosi, Chiurnmonti) aber dafür das künstlerisch
bedeutend interessantere Motiv des eingestützten
Armes haben, so muß das Exemplar von Obere bell
als Umbildung gelten: der Kopist wollt«* den im
Original fehlenden Schild anbringen. Der Akanthos j
als Schildstütze, den die Athens Hephaisteia hatte,
findet sich auch bei der Athcna E*A 2751, wo er
ja sicher erst durch den römischen Kopisten hinzu-
gefügt worden ist. Gegen die Zurückführung auf
Alkamenes spricht auch der Stil : das Original kann
nicht älter sein als die Eirene des Kcphisodot. Die
Qualität des borghesischen Exemplare» wird von
Reisch S. 71 untemchätzt.
8. Zimmer.
2767 und 2768. Kopf der Statue des Mar-
syas. Nr. CCXXV. Helbig3 1564. Linker und
hinterer Oberkopf war abgebrochen. Von dem Kopf
gibt es zwei genaue Wiederholungen: 1. Florenz,
Museo archeologico. Milani. Guida II. tav. XLIII;
I, S. 314. Nr. 44. Minto, Bott, d’arte XIV, 1920,
pag. 46, fig. 6.- 2. Rom, Kunsthandel. Stark fragmen-
tiert, von Araelung photographiert. Diese beiden Re-
pliken, die mit dem borghesischen Kopf genau über-
einstimmen, beweisen, daß dessen Eigentümlichkeiten
nicht erst der umbildenden Hand des Kopisten ihre
Entstehung verdanken. In der Ausführung läßt
sich wirklich nicht »widerliche Virtuosität! der
Marmorarbeit, sondern nur getreue Wiedergabe des
Bronze Vorbildes erkennen. Dieses gehört noch «lern
Kopf, wie bereits Klein (Geschichte der griechischen I
Kunst III, 232) richtig bemerkt hat, in die Nähe
des jüngeren (lysippischen) Sokratctsporträta, ist
aber stilistisch bereits vorgeschrittener. Noch weiter
entwickelt ist der Kentaurenkopf im Conscrvatoren-
palast: Helbig3 925. Der Kopf der Marsyaastatuo I
im Conservatorenpalast: Helbig3 954 weicht so
stark von dem borghesischen ab, daß ein directcr
Zusammenhang nicht wahrscheinlich ist.
2769. Männliches Sitzbild. Nr.CCXXVÜ.
Helbig1 982. »Modem: der rechte Arm mit dam
Plektron, der linke Arm mit dem ihn bedeckenden
Teile des Mantels, die Lyra, wie die über die Lyra
fallende Gewandmasse. Doch ist «1er unmittelbar
unter der Lyra herabreichende Gewandstreifen
antik, und die an seinem oberen Ende sichtbare
Einbiegung läßt darauf schließen, daß auf dem Uber
den Sitz herabfallenden Gewände ein Gegenstand
aufgestützt war.« Diese Angaben bedürfen bei der
raffinierten Ausführung der Ergänzungen einer
Nachprüfung durch Reinigung. Hinzuzufügen wäre
zunächst noch, «lass Plinthe, Füße, Sitz und
Unterteil ungebrochen Zusammenhängen; dass das
Gewand über dem R ückcn und die Faltenrücken
| zwischen den Beinen ergänzt sind, und dass
vom Gewand oberhalb der Schamgegend nichts
antik ist. Durch Nabel und Brust gehen wag*
rechte Bruchlinicn; im wesentlichen ist der Ober-
körper aber alt. überarbeitet. Der Kopf, an
welchem Nase, Kinn und Ränder des Petasos
ergänzt sind, kann schon seiner Kleinheit wegen
nicht zugehören. Seine späte und rohe Arbeit
verbietet eine bestimmte stilistische Einreihung.
Die Statue zeigt in Körperformen und Gewandung
Elemente des 5. Jahrhunderts; doch möchten wir
sie nicht mit Sicherheit als Kopie eines Werkes
dieser Zeit bezeichnen. Eine Deutung ist nicht zu
geben, da die Attribute modern sind.
2770. Statue des Sarapis. Nr. CCXXXIII.
Helbig3 1563. Arbeit sehr gering. Wichtig nur
wegen des Kerberos.
2771. Gruppe: sitzender Mann und
kleines Mädchen. Nr. CCXXXXI. Helbig3 1561.
Die Deutung hängt davon ab, ob die Schultcrloeken.
wie Amelung und Lippold angeben, ganz nuxlem,
oder, wie Arndt notiert hat , durch Ansätze gesichert
sind. Im enteren Falle könnte cs eine Grabgruppc
griechischer Art von Vater und Tochter sein. Andern-
falls kämen nur Apoll oder Dionysos (vgl. E-A 2088)
mit einer Schutzbefohlenen in Betracht. Der dem
Mädchen aufgesetzte Kopf ist der eines Knallen
truianischer Zeit.
I. Stock.
2772. Wiederholung der großen Her-
culanenserin. Nr. CCLVILL Nibby, pag. 57,
tav. 14. Beschr. der Stadt Rom III, 3, 238, 4.
Aufnahme direct von vorn: Alinari 27 469. Er-
gänzt: Kopf, rechter Ellenbogen mit halbem Ober-
und Unterarm bis zur Hand, vorderer Teil der
linken Hand mit Ähren. Geputzt. Gute Arbeit.
2773 und 2774. Kinderkopf. Nr. CX?LX.
Bruststück und Kinn neu. Der Oberkopf war ge-
sondert gearbeitet und abgefallcn; er ist sicher
alt. Am Schnitt ist ringsherum auage bessert.
Wiederholungen in München, Glyptothek Nr. 250 A
(jetzt Nr. 477) und Petersburg 223. Der Halsrest
der Münchner Replik läßt erkennen, daß der
Kopf stark nach der rechten Schulter abwärts
bewegt war. Typus vom Beginn der hellenistischen
Zeit. Das Borghesische Exemplar steht dem Münch-
ner an Qualität nach.
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Rom, Villa Borghose, Patino
10 X, 2775— 2784
20
2775 - 2777. Rep ik den Herakles Far-
nese. Nr. CCLXI. Schon im EHcorialensu» gezeich-
net: E-A 1480. Hülsen, römische Antikcngärtcn,
8. 56, Nr. 5. Stephani, Ausruhender Herakles,
S. 163, Nr. 12. Amelung, Florentiner Führer, S. 32
zu Nr. 14. Sieveking, Terraeotten Loeb, II, S. 48,
Alim. 5. Der Kopf: Text zu Br- Br 609, Abb. 4
und 5. Vielfach gebrochen und ergänzt, aber ini
Wesentlichen richtig. Nach Mingazzini ist die
Plinthc antik und nur in Kleinigkeiten ergänzt.
Neu sind weiterhin Flicken in den Oberschenkeln,
der größte Teil der Brust, Stücke am Fell, der
rechte kleine Zeh. am linken Fuß der große Zeh,
der zweite Zeh und zwei Flicken, ferner die Finger
der linken Hand und das Unterteil der Nase, die
Finger der rechten Hand Nimmt den Äpfeln. Ver-
kleinerung des Originales auf Lebensgröße. In der
Qualität der gleich großen Florentiner Replik:
E-A 346 (Brogi 18060) lad Weitem ü Ix* Hegen. Die
Ähnlichkeit der Haarbehandlung mit der des Ares |
Ludovisi springt in die Augen.
2778. Weibliche Gewandstatue. Nr-
CCLX1I. Nibbv, tav. 34, pag. 114. Bosch r. der
Stadt Rom, 111, 3, 8. 253, Nr. 14. Der Kopf, wenn
nicht ganz modern, jedenfalls nicht zugehörig; neu
auch die Unterarme, das Ende des Gewundzipfels
vorn, die Nasenspitze. Wiederholungen sind nicht
beknnnt. Gute Arbeit.
2779 -2781. Kampfgruppe. Nr. CCXLV.
Hel big* 1565. Rolx?rt. Sarkophage, II. S. 142. Er-
gänzt ist auch der Kopf der weiblichen Figur und
die Nase des Kriegers unter dem Pferd. Die
richtige Deutung der Gruppe hat Habich, die
Aiiuizoncngruppe des attalischcn Weihgeschenkes
S. 67 ff., gegeben: die Reiterin ist nicht eine Ama-
zone, sondern eine römische Person ification, wie
Virtus, die Unterlegenen Barbaren, da* Ganze
Denkma 1 eines römischen Triumphes. Ein d i re c ter
Zusammenhang mit pcrgamcnischer Kunst ist nicht
anzunehmen. Die Ausführung ist gering, aber nicht
sehr spät. Eine genauere Datierung läßt sich in-
folge der starken Überarbeitung nicht geben.
2782. Gruppe von Ares und Aphrodite.
Nr. CUL. Nibby, tav. 44. pag. 110. Ravaisson,
VY-nus de Milo, pl. 7, 1, p. 210. Reechr. der Stadt
Rom, 111. 3, S. 251, Nr. 3. Furtw&ngler, Meister-
werke, S. 621h Anm. 1. Montelatiei p. 274. Lippold.
Kopiecn. S. 276, zu X V II, Anm. 292. Aus der ßamm- (
lung von G. della Porta: röm. Mitt. VIII, S. 237;
S. 240, Nr. 39. Der Umfang der Ergänzungen ist aus
der Skizze bei Ravaisson ersichtlich: nur den Kopf
des Ares halten Furtwftngler und Arndt für antik
(an ihm sind Nase, Unterlippe, linke Wange, Kinn.
Teil des Helm husche« neu). Mit dem linken Fuß
tritt Aphrodite auf die Waffen. Die Füße der
drei Figuren waren nie von der Plinthe getrennt.
Der Typus der Aphrodite von Uapua ist in
römischer Zeit mit zwei verschiedenen Arestypen
zu einer Gruppe verbunden worden: einmal mit
«lern des Ares Borghese, das andere Mal mit
einer aus dem Doryphoroa abgeleiteten Figur. Zu
letzterer Abwandlung gehört: unsere Gmpjx\ die
Florentiner (Alinari 1256), das Relief von Side,
das Medaillon der Faust ina minor (Gnocchi, i mc-
daglioni romani II, 67, 8). Als Einzelfigur ist der
Ares dieser Uombination in der Statue der Villa
Alhani E-A 1099 erhalten; der aufgesetzte (und
vielleicht doch zugehörige) Kopf ist hier allerdings
nach der anderen Seite gewendet. Die Arbeit der
borghcsiachcti Gruppe nicht vor hadrianischcr Zeit.
2783. ßronzestatue eines Knaben.
Nr. CCL1I. Nibbv, pag. 89. Beschr. der Stadt
Rom 111, 3, 249, 32. Bernoulli. röm. Ikon. II, 3, 74.
Saodrart, Teutsche Akademie 1 1. 2,T. ee, rechts, S. 57
( »SammluviL7 Arundel» ; vgl. Michaeli«, Anc. Marbkw.
p. 297, Nr. 7). Aus Sammlung G. della Porta: röm
Mitt. VIII, S. 240, 43. Hoch 1,03 m. Dunkelgrüne
Patina. Viele ant ike Ausbesserungen von Gußfehlem.
Das linke Bein scheint verdrückt zu sein. Der rechte
Arm mit der Kugel, der von der linken Hand ge-
haltene Gewandzipfel, der linke Vorderfuß, wohl
auch der Oberkopf, mit schlechter Patina, sind
modern. Das linke Bein war beim Ansatz des Ober-
schenkels und unter dem Knie, das rechte im Knie
und am Fuß gebrochen. Der Hai« ist verschmiert,
der Kopf wird aber, obgleich er etwa« zu groß
erscheint, doch wohl zugehören. Das Genital fehlt.
Das Gewand ist gesondert gearbeitet und aufgelegt.
Hohe jagdstiefelähnliche Fußlieklcidung, oben mit
Löwenfell abschließend. Porträt aus der 2. Hälfte
des 2. Jahrhunderts n. Uhr.
2784. Weiblicher Kopf. Nr. CX’LVII. In
eine moderne Büste eingelassen. Der Hals ist quer
durchgehrochen. Ergänzt: Nasenspitze, oberer Teil
des Diadems, der ganze Kopfschleier. Stark ge-
putzt, aber wohl antik. Charakterlose römische
Arbeit ohne bestimmten Stilcharakter.
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21
X, 2785 - 2780
Rm, Villa Borghese, Park
22
Rom.
Villa Borghese.
Park.
2785. Statua togata. M — 1)12015. Bestaun; j
avambraccio destro, mano sinistra, piede destro con 1
un tratto della toga Aderente, una fetta di ambo lc |
spalle. La Iwvse, aderente, <* incnstrata entro quella
mtxlema. Altezza della statua metri 2; della testa, |
cm. 40. — 1-a teata, evidentemente non pertinente, '
e un ritratto di Domiziano. l<n statua presenta la !
stessa foggia di toga ehe il N° 2835 e va quindi datata !
eome quella, nella seconda nictA del secondo sceolo;
perö il lavoro di trapano piii frequente e sopratutto
il grosso fagotto sotto il ginocchio destro piii nctta-
mente distinto eolloeano questo pento qualelie de* I
eennio piü in basso, pur rimanendo sempre entro
il seeondo secolo.
Forse da identificarsi eon la statua mcnzionata
nella roecolta di antichitA di G. B. Della Porta
pubblicata in Röm. Mit t. 1893, pg. 230. X° 4.
2786 e 2787. Pcplophoroa. M — D 847.
Di restnuro: testa e collo, ninbo le brnccia, i seni.
molti tratti del vestito, i piedi. La base ovale £ quasi
tutta antica. La fetta di restauro sotto le ginoechia
A solo superficiale. La parte posteriore non era di
certo appoggiata ad un pilastro ; perft le pieghe sonn |
aasai schematiche e la trottazione fiel manto cosl
superficiale, che non vi e dubbio che la statua f«jsse
appoggiata ad una parete. — Aasai prolmhilmente
la statua rappresentava una cariatide, perb ini
semhra assolutamente escluso che possa trattarsi
di una copia anche mediocre di una opera greca.
Infatti le pieghe suirapoptygma differiscono non
solo da quelle degli original! greei (Kreehteion), ma
anche dalle eopie romane e «lalle imitazioni. I/unica 1
statua ehe puö in certo quäl modo fiaragonarsi a
questa A una delle cariatidi di Monaco (E — A 850) |
che mi sembra indubbiamente opera ronmna corne I
le alt re tre, che per«') non preaentano quel lavoro
di trapano che presenta quella e ehe qui 6 spinto
cosl a fondo. Al nostro p«*zzo assegnerei come data
deM'esecuzione la fine dell'etA adrianca o il prin-
cipio del regno di Antonino Pio. ('fr. comc lavoro
ed anche come t ipo Museo Torlonia. tav. LX XXIX,
Na 302.
2788. Torso virile. Non «ul Matz-Duhm
La Mtatua, cosl restauruta, trovavasi innanzi la |
facciata del Museo (Cfr. Alinari 0708, Anderson 440,
Moseioni 0190), donde fu trat in per sostituire il
Dionysos M— D 384 che trovaai tuttora all’ Anti*
qunrium (su questa sostituzione vedi Bull. Com.
1919, pg. 139, nota 1.). Di restauro: testa e collo,
ambo lc brnccia eccctto i monconi, i genitali, i glutei,
le gambe, il tronco, la base.— II torso non A una
rcplica esntta del Kutiro Ludovosi, un dl attribuito
a PraMsitele giovanc (Br— -Br 370; Bull. Com. 1892,
Tv. XI — XII), ma ne e una Variante aasai leggera.
Nella statua Ludovisi il braccio sinistro scende in
una linea piü retta.
2789. Statua colossale di Esculapio
M— D 56. Riprodotta in Reinach. L’album de Pierre
.Jacques, pg. 110, tav. 12 e quindi riprodotta in
Rep. III, 11,1. 1/idcntitA della statua con quella
dist'gnata £ confermata dalla mancanza, nel disegno,
dcll’avambraccio destro, della parte inferiore della da*
va c della regioncattoraoal ginocchio destro. ehe nel
petto in questione sono di restauro. Che le due teste
sieno la stessa non mi sembra e nemmeno e prol»abile,
giacchc la testa della statua di villa Borghese semhra
imitata dal Io Zeus di Otricoli, che fu rin venu ta,
come A noto, solo verso la fine del 700. La statua
trovavasi al tempo del Pierre Jacques nel Mausoleo
di Augusto, donde fu tratta dal Pacetti cheneavreb-
be complctnti i restauri dopo averla aequistuta,
eome ei attesta il Guattani. in Monumenti antichi.
inediti, vol. 1, 1784, novembre. pg. XCeBegg.,Tv, II.
La testa ivi riprodotta A indubbiamente quella
attuale. Il disegno del Guattani e ripetuto in
Chirac 549» 1158 (donde Rep. I. 289. 1). Per un
errore forse di stampa »ul Chirac A detto che la
statua trovavasi nella coli. Hope il che giA smentisco
il Michaelis, Ancient Marhles in Great Britain.
pg. 284, 9. La statua fu dal Pacetti venduta al
Principe Borghese, ehe la collocö nel posto ehe es««
occupa tutt-ora, eome ci attesta Io ste«8o Guattani
in „Memorie Eneielopediche“ III, pg. 88. n° 27.
La statua e stata aneora eitata, senza esse re ident i-
fieata, dnl Kjellhcrg, Asklepios, pg. 36. nota 2, N° 10,
e dal Neugebauer, Asklepios, pg. 50. nota 196. Restau*
ri: testa, avambraccio destro con l'attributo sino all*
altezza del gomito, il piede destro, la parte posteriore
«iel piede smistro, un largo tratto del manto uttorno
al ginocchio destro, la parte anteriore deiromphulos.
un breve tratto della base sotto la parte inodernn
deiromphulos e sotto il piede sinistro. Dimension!
«loppie del naturale; indice della mano destra, cm. 20.
Omphalos appena sbozzato. — Ilsottotipocui appur-
tiene la nostra statua si distingue dagli nltri sottotipi
caurninati dal Neugebauer per le pieghe diagonal,
che solcano la parte inferiore del manto. Amelung
in R5m. Mitt. 1903 pg. 1, sgg. e poi ii Ncugebaucr
hanno elencato varie repliche di questo tipo (manca
in ambedue la statua del Museo di Guimet ricordata
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23 X, 2790—2795
<lal Sovignoni n pg. 377 de! suo orticolo; ilnuitu*ro7
dcll’elenco del Neugebauer = R£p. II, 38,6 coin*
cide probabilmentc oon Fröhner 400), fra le quali
predominano le Statuette. mentre la nostra e l'unica,
mi sembra, di dimensioni coloosali. Anehe entro
questo tipo si riseontrano numeroae varianti che
non po—ono eaeere attribuite aemplicemente oi
copist i, nia debbono, almcno nclle linee esscnziali,
risalirc ai divcrai originali, la cui esistenza ci e attcs-
tata dalle monete delle diverse citta. Le dimensioni
coloHHali fanno pensa re ad una statua di culto; uno
Bcopo ornamentale, quäle lo avevano le statue
eolossali delle Terme diCaraealla. mi sembra cscluso
dalla buona epoca cui la statua appartiene.
2790. Muha. M— D 1514, Tutta la parte
inferiore del corpo e del pilastro, dall'altezza del
pol so destro in giü, e modern». Sono inoltre moderne
la testa col collo. la spalla sinistra, la mano sinistra
con la parte nuda del polso. II rcstauro della parte
inferiore mi sembra in genere giusto. Nessuna
replica csatta a me conosciuta. Cfr., pel motivo,
Br- Br 673, E-A917 (= Rep. III, 197. 7), Rucaeh
137. Pro babif mellte Variante dell'artistA romano.
2791 e 2792. Busto di Alessandro Seve-
ro. Ree ta uro: estrernitA destra del busto. II busto
e certainente pertinente, non solo perchA la frattura
all» base del collo £ troppo iiregolare e troppo ben
colli m ante per appartenore a due|>e7.zinon pertinenti,
ma soprat utto perchc la forma del busto e propria
del teinpo. — I dati tecnici (capelli e baffi a oolpetti
di raspa). stilistici (pupilla a euorc, sguardo volto
in alto «1 a sinistra) e soprat utto fisiognomiei con*
fermano truttarwi di un ritratto di Alessandro Severo
(222 -235), rappresentato in uno degli Ultimi anni
della sua vita, easendo egli morto a 26 o 27 anni.
Piü vecchio quindi che sul ritratto di Firenze
(Bernoulii, III, Tv. XXIX — XXX), ma della atessa
eta di quello vaticano (Sala dei busti 361 Amclung
II, Taf. 71 ca Visconti, Museo Pio-Clcmentino VI,
tav. 56).
2793. Ercole. M — D 106. La patina uniforme
prodotta dall'esposizione all'aperto rende assai
diffieile dire con eaattezza quali sieno le parti di
rcstauro. Certamente moderne mi sembrano: la
testa, ravambraceio sinistro con la pelle di leone
sino airaltezza dell'inizio della gamba. la base,
amho i piedi, il malleolo sinistro, il rialzo di terra
con la fnretra. Dubhi — ma propendo piü per
considerarli inodemi ehe antichi — mi sembrano il
polpaccio destro e la gamba sinistra da metA femore
a metA polpaccio. Il braccio destro «1 il braccio
sinistro, se sono modern!, provengono da un rcstauro
differente dai rirnanenti. La testa del leone mi sem-
Rom, Villa Borghese, Park 24
I bra antica ed aderente alls eoecia sinistra; il vello
I A trattato in modo differente dalle parti certamente
| di rcstauro. Infine c> stato rcstauroto in cemento il
! membro. Altezza. senza la base, metri 1,90. — 11
torso appartenevu probabilmcnte al tipo rappresen-
tato da Clane 791, 1982 (RAp. I, 467, 1), 802 C,
1984 B (Rep. I, 474, 1). Assai simili sono pure
ß— A 64 (Rep. II, 226, 7) ed E A 132 (RAp. II,
209. 8) che differiseono dai primi per la posizinne
dcll» mano destra poggiata sul fianeo, anziche sul
gluteo. Ambeduc i tipi sono derivati dall’Ercole
Farnese, ma £ diffieile deeidere Be la Variante spetti
ad un artista ellcnistieo o ad un artista romano.
2794. Replica della c. d. Poli mn in della
Sala delle Muse. M — D1450. Rcstauri: la testa e
l'indice della mano destra. La base appartiene alla
statua. Questo esemplare non si trova sulla lista
eompilata dalla signorinn Esther Boise van Deman
in A. J. A. 1908, pg. 335. Agli esemplari ivi eleneati
vanno aggiunti nitro*): Ny Carlsberg, tav. XXVII,
n° 394; Milani, Guidn. pp. 323, n. 140. e la re-
plica dcll’ Antiquarium Comun&le ricordata da
Amclung nel testo ad E~A 1993, pg. 49, N° 4.
In quanto alla data dell'originale, tutto ciö che
aappiamo dello svolgimento stilistico dell’arte
greea eselude che un'opera di tale raffinamento
tcenico c stilistico e di una torsione sul proprio aeee
cosi forte (assai piü che neH’Apoxyomenos, benche
non come nella “Innocenza” della Sala del Gladiatore
nel Museo C’apitolino) possa appartenere al IV see.
i Le duc uniche dato possibili sono o quelle del le
eosidetto Muse di FiJisco o 1’etA adrianea tarda;
quest'ultima mi sembra preferibile a causa del ca*
rattere della testa, ehe nella unione di forme classi*
I camentc oomposte con un sentimento melanconico
| s'inquadra assai meglio in questa etä (cfr. Bulle.
I Archaisierende griechische Rundplastik, pg. 31;
I cfr. anehe il eosidetto Antinoo della Sala del Gladia-
tore nel Museo Capitolino) ehe nell’etA ellenist iea.
2795. Piccola Ercolancse. M— D 1451.
Kestauri: testa e collo. ambo le mani, la base, il
piede destro per la parte ehe emerge dal manto.
l’estremitA inferiore del panneggio fra i piedi e per
un’altczza minima; manca infine TestremitA inferi-
ore del manto dietro il gomito sinistro. Dalla mano
sinistra alla coscia destra po&sa un taglio, ehe perö
; non 6 cosi orizzontale da far credere che la statua
1 sia stnta eseguita in due pezzi singoli. Ambo le parti
l sonocertamenteantiche. Ptedeain.ealzato.--llno(Stro
esemplare non 6 compreso nell’elenco redatto dalla
signorina Esther Boise van Deman in A. J. A. 1908.
pg. 333 ne in quella dello Hekler, Römische weib-
liche Gewandstatuen, pg. 227, tipo XV (fra i due
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25
X, 2796- 2798
Rom, Villa Borghese, Park
26
elenchi si arriva a 42 repliche statuaric; ma la lista
ui potrebbe ogevolmente raddoppiare). Le differente
ehe si risrontrano nel panneggio, rispetto alTesem-
plare di Drcada ( Br — Br 558), vnnno attribuitc
allo stile dolle opoche alle quali appartongono per
IWcuzionc le due replicbe. panneggio e raratterizzato dal contrasto tra le parti
2796. Ara funcraria di Sesto Pedio che coprono le gambe - quasi senza pieghe ed
Hirruto. Non sul M — D. L'iscrizione trovasi in aderenti ad esse — ed il rirco „sacco“ nel mezzo,
C. I. L. VI, 1485 XIV, 3994. dove * ripetuta la che si divide in tre grosse pieghe separate da
bihliografia anteriore. Le prime tre linee sono solehip rofondi presso a poco uguali. Una stiliz-
riprodotto anche in Hiibner. Exempla epigraphica »«one del panneggio assai simile la presenta
script ume linguae latinae. n° 274. L’individuo 6 1 I’ Apollo della Sala delle Muse, che va attribuito
menzionuto altresl nella Prooopographia Iinperii ad un periodo di poco anteriore. Ad una gene-
Romani, III, pg. 20, n° 153. Altezza m. 1,90, larg- razione piii tarda, almeno per quel che riguarda
hczza m. 1,20, profondita m. 0,80; altezza delle let- | l’eeecuzione, va invece assegnato il bellissimo
tere mm. 95, 90; sui lati orcio e pater». — Pctti- Apollo Citaredo riprodotto in E— A 1180—1181,
natura c busto adrianei; cfr. Bemoulli, II, 2. tav. j ora nella Glvptotera di Monaco (Furtwängler—
XXV'I, dove ritroviamo anche il drappo poggiato Wolters, Führer» 213 a), dove le pieghe centrali
su Ha spallu. Un altro esempio, contemporaneo a 1 *000 divenute piü frequenti e meno regolari. Al
qucato, di busto entro l’acroterio tra pulvinari in I regno di Marco Aurelio attribuisce il Curtiua il
Altmann. Römische Grabaltäre, pg. 246, fig. 193. I rifacimento del motivo ellenistico di Athena
La datazionc 6 interessante, oltre ehe per gli epi- | in atto di allacciarsi 1’egida oonservata nel
grafisti, anche per gli »torici delle magistrature i Liebighaua di Francoforte aul Meno (Stadel— Jahr-
romane, avendo il figlio (ehe riuppare in C. I. L. VI. ’ buch, III, pg. 186—195), le cui pieghe centrali sono
1485 = XIX, 3995) occupato la carica di legatus nncor piü sminuzzatc «1 irregolari. Una stilizza-
juridicus Asturiae et Gallacciae (su questa *ione simile trovasi anche sulla base della colonna
carica, vcdiC.I. L. II, Supplement». col. LXXXVI). Antonina nel Giardino della Pigna. Tutto cid co-
2797. Torso di Artemide. M-D 2374. ! sPir« * datare il rifacimento in eta adriane».
Robert, die antiken Sarkophagreliefs. III, 2, 2798. Statuetta di Artemide. M — D 694.
tav. 59, pg. 226, n° 185,b. v. Leukippiden. — Altezza Altezza cm. 31. — La linea del kulpos d viaibile
cm 75; altezza della base, cm 7. 11 Robert solo j *>tto la linea sinuosa della nebride; una zampa
dubitativnmente colloca questo pez/o frn i frain* pendc dalla spalla ainistra, un’altra aulla gamba
menti di aarcofago. L’altezza della base cd il fatto | sinistra; aulla gamba deatra una protubernnza in-
ehe un tratto di essa ha la superficie liseia e non forme indica che la mono deatra pendeva inerte,
frammentaria conferma che si tratta di una statua. Ixt cinta ehe tra versa diagonalmente il pezzo,
Il dubbio del Robert se la cinghia che passa tra i due j rende quasi sicura la denominazione di Artemide.
seni abbia o no appartenuto ad una faretra, non (Cfr, Ny Carlsberg, Tav. VII, 89; Tav. VI, 82;
ha ragione di essere, pcrche la cinghia poggia effet- Roscher, s. v. Artemis, col. 74, § 4). II modo con
tivamente aulla spalla deatra e non aulla sinistra. cui la nebride e avvolta trova i suoi paralleli nei
Quindi l’affinitä che tro'vava il Matz fra 1' Artemis tipi di Musa riprodotti in E— A 395 e 116)3 (vodi
Colonna ed il nostro pezzo sussiste, ma non si tratta piü sotto nl n° 2865). Cfr. altreel il Dionysos del
che di una affinitä aasai vaga nel motivo (nel nostro n* 1793 o quello riprodotto Hull atlante di Ny
torso il movimento della dea e assni piü veloee, sl da Carlsberg, tav. XI, 155a. La sfrangiatura deU’orlo,
aecostarsi assai piü al motivo del T Artemis di V*er- ehe qui d eosi chiara c regolare, non c* frequente:
sailles). resa piü forte dalla identita del veatito. Il cfr. tuttavia Ny Carlsberg, Tav. XII, 158;
corpo estremamente slanciato, dal petto eeilisaimo Chirac- Reinach. pg. 304, 2. Nessuna replica a me
colloca il prototipo della statuetta nella eth eile* conosciuta. Ixt cintura sotto il seno e la |x>sa poco
nistica tarda ( Krahmer in Römische Mitt. XXX VT 1 1 I mossa ne daterebbero l’originale nel primo dlenismo;
— XXXVIIII» 1923.24, pg. 180—181, fig. 5, 6; agli ma probabilmente si tratta di una Variante romana.
esempi ivi citati aggiungi la terracotta di Rerlino 1 Come tante altre Diane caccia trici, sopruttutto
riprodotta in Priene, pg. 351, fig. 416, che presenta di dimensioni inferiori al normale, anche questa avrh
altresi Io stesso scheina pimmidale, prodotto dalla I servito di deeorazione ad un giardino o ad un
magrezza della parte superiore quasi nuda in con- boschctto.
tm-nto con la parte inferiore, dal panneggio volumi-
noso allargantesi a guisa di campana). Ixt stilizza*
zione del panneggio, perö, e estranea a quella fase
stilistica e deve essere attribuita all'artista romano
che ha ripreso, modificandolo, lo stesso motivo. 11
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27
X, 2799 — 2804
28
2799. Statuetta di Artemide. Non mil
M — I). Altem cm. 47. Sulla spalla sinistra c sul
fernere sinistro tracec di puntello; sul sono sinistro,
invece. una semplice lesione superficiale. — Cfr.*
|**r il tipo, Museo Torlonia, tav. II. n° 6 — Rep. II,
31«. 4 = Clarac 576, 1240 = R6p. I, 309, 8; ibidem,
tav. XII, n° 48 r= Clarac 572. 1223 (con testa diffe-
rente) = Rep. 1, 307, 6; Becker, Augusteum, tav.
100 = C hirac 562. 1203 a Rep. I, 298. 0 = Clarac
575, 1 234 - Rep. I, 309, 3 Rep. 2. 314, 9 (seeondo
quanto il Prof. Hermann ha voluto gcntilmento
comuniearmi per lettera, oltre la testa che era stata
giü tolta quando fu eseguita la fotografia conuini-
cata al Reinach, sono stati tolti ancora. perehe di
restauro. il braccio destro, ravarnbraccio sinistro
«1 il polpaccio sinistro). Perö tutti questi esemplari
differiscono per la presenza della cinghia fra i due
seni che attesta l'esistenza della faratra, la eui
mancanza nella nostra statuetta rende piü proba-
bile ri|Kitesi ehe come attributo nella mano sinistra
vi fosse una fiaoeola piuttoato ehe una laneia. Assai
simile e Clarac 571, 1219 = Rep. I 307, 2 M— D
679 ehe perü il Matz sospetta che sia cmnpletarncnte
moderna. Cfr. infinc la statuetta di Dresda alta tre
palmi riprodotta in Augusteum tav. 52 Rep. II,
316, 9 (testa non pertinente), che differisce dal
nostro esemplare solo per la mancanza del nodo
nella cintura sotto i seni c — a giudienre dalla man-
canza di tracce — per una di versa posizionc dclFat-
tributo della mano sinistra. Seeondo il Bceker sulla
spa Ha vi si troverebbe una faretra, ina in tal caso
non si eomprende la maneanza della cinghia sul
petto. L’originale viene generalmente datato sul
prineipio dcllYtA ellenistica (E A 2014), ma la
strettezza dei seni riapetto ai fianchi fa pensa re ad
una etü piü tarda.
2800. Statuetta di Artemide. Non su
M — D. Altezza, cm. 52. — Replica della statuetta
(nltczza cm. 46) del giurdino della Pigna pubblieuta
e riprodotta in Amelung. I, pg. 865, n# 165, tav.
108 = Rep. UI, 254. 2. dove mancano preaso a poco
le stesse parti che qui; perö il nostro pezzo conscr-
va in piü un bravissimo tratto del ginoechio destro
nudo, il ehe conferrna la supposizionc del catalogo
che la statiia non portasse una veste talare. Una
terza replica trovasi nella (lalleria Borghese, nella
Sala di Apollo e Dafne: E — A 2741. In tutti e
tre gli esemplari la testa era ad inserzione. Seeondo
quanto ini eomunica il Prof. Lippold. una quarta rc-
pliea si troverebbe a Palermo.
280t. Statuetta di Artemide. M — D 704.
Altezza. cm. 45. — Del braccio sinistro, che nella
fotografia c rinmsto un poco in ombra, non resta
Rom, Villa Borghese, Park
ehe un moncone teso orizzontalmentc in basso. \m
statuetta si riattacea evidentemente al tipo dell’ Ar-
temis di Versailles, ma la stilizzazione delle pieglie
(nota il rigonfiarnentosimmetrico attomo alla gamba
sinistra) induce a vedervi una Variante di un artista
romano.
2802 e 2803. Musa (c. d. Anchyrroe).
M— D 825. Le condizioni di luce del locale non
permettono migliori fotografie. La base ö aderente.
Altezza, cm. 68. — fc interessante il eonfronto fra
questa statuetta e la replica riprodotta in E — A
1 150, per rilevarvi le differenze profonde nel tratta*
inento delle pieghe. II nostro esemplare e di piccole
dimensioni, come assai sfiesso in questo tipo. In
quanto alla data deU’originale, mi sembra eaaerc
piü vicino al vero queUa proposta dal Sieveking
(Rom. Mitt. XXXII, pg. 88 -89) che esclude che
possa essere anterion» alla metü del seeondo sec. a.
C., ehe quella del Lippokl (Rom. Mitt. XXXIII. pg.
82 — 83) che colloca ilgruppoall'iniziodel terzosec. a.
C. Una replica di piccole dimensioni, assai importante
perchö eon la testa pertinente, e stata ritrovata
insieme con una raplica della l'olimniu di Berlin«
nei c. d. Nuovi Seavi di Pompei ed £ riprodotta in
assai pieeole dimensioni nel numero di Aprile 1924
di Dedalo, a pg. «71,edin Ippel, Pompeji, Abb. 105.
2804. In alto a sinistra:
Piccolo frainmento di gruppo. Non sul
M — D. Altezza mossima dcll’intiero frammento,
cm. 17, lunghezza del mignolo cm. 5. — Se la frat-
tura sul fianco sinistro del bambino sia del tutto
causa le o dovuta alla caduta di un oggetto che il
bambino reggeva nella sinistra, non mi e stato
possihile determinare. Il gruppo doveva avere
grandezza quasi naturale. Una replica esatta non
mi ö conosciutu. A giudicara daUa piccolezza del
bimbo, evidentemente un neonato. deve trattard
di opera romana. Korse, ma difficilment«, pro viene
da un sarcofago. Cfr. RolK*rt III, 2, tav. 51. n° 161
e 163.
In alto a destra:
Coperchio di sarcofago. M— D 2226.
Mama sul Robert. Altezza masaima cm. 16; lar-
ghezza del listello inferiore cm. 20. 11 frammento
ä incastrnto con il lato destro in basso. Se vera-
mente il frammento appartiene al coperchio di un
sarcofago, si tratta di un tipo senza replichc. Anche
la disposizione delle figure giacenti su diversi piani
6 rara. Cfr. tuttavia E — A 1697, di cui perö oecorre-
rebbe sapera quanta parte sia di rastauro.
ln basso a sinistra:
Frainmento di sarcofago. M — D 2339.
Altezza cm. 18, larghczza cm. 32.
I
|
Digilized by Google j
29 X, 2805 -2807
ln basso a destra:
Frammento di statua di Apollo. Non
su M — D. Altczza massima, cm. 44. Fra la gamba ;
©d il tronco non vi e alcuna tracciu di fondo : trattaai i
quindi certamente di una Btatun. Un’altra statua I
di Apollo ritto con il grifo alla sua destra e ripro- |
dotta in Clarao 482, 926 B — Rep. I. 244, 7.
2805. A sinistra:
Statuetta femminile drappeggiata.
M — D 4028. Altczza, cm. 38. La statuetta appartiene
nl tipo di cui ha trattato, eloncandone venti repliche,
10 Hekler in Römische weibliche Oe wandstatuen, j
pg. 147—149, dove perü occorrerebbe distingucre j
le varianti (cool, ad ca,, i nn° 12 e 13, dove il manto |
lascia aeoperto anche un tratto aotto il seno sini- j
atro); tipo che aarebbe stato as*ai in voga durante
1’etA giulio-claudia per le statue iconiche femminili. |
11 prototipo viene generalmente asaegnato alla |
steasa fase stilistica dell’Athena Hope- Farnese, :
prendendo come base per la datazione il motivo I
con eui e drappegginto il manto; argomento di per |
sc non sufflciente, Come esecuzione, il nostro pezzo i
va collocato nel regno di Adriano.
In metzo:
Frammento di tarcofago. Non su M-D. |
A Hinistra. piedi ed eatremitA del manto di un
amorino volante a sinistra, certamente in atto di |
reggere un dipeo o una tabella. A destra. resti di i
una rappresentnzione di Apollo Sauroctono. ma con
le gambe incrociate, coine nel Oanimede del Braccio |
Nuovo. Ije tracce mostrano che la gamba destra
era piegata innanzi a quella sinistra. La lucertola
£ rappresentata assai gründe in rapporto alla figura,
socondo l'uso dei bossorilievi. Che il dio sia rappre-
•entato nel rilievo in una posa simmetrica ris petto
all'originale prassitelico & dovuto certamente a
ragioni dekorative; forse neU'altra estremita ve ne
era un altro eguale.
A destra:
Frammento di rilievo. Non sul M— D.
Altczza, cm. 60. — La figura poggia su un listello
inferiormente concavo ed adomo di una deeoruzione
curvilinea a bassissimo rilievo (quel che ne A rima-
Bto e troppo poco per poter preciaare sc si tratti di \
rami o di altro). A che ubbia appartenuto il fram-
mento non »aprei dire con aicurczza. Probabil-
mente ad un v&ao del tipo Rcinach, R6p. de relicfa,
III, 343, 1 — Museo TorlonU. CXX, 467. II pan*
neggio aprentesi ad onda Htm metri ca mente da ambo
i Iftti sta fra il panneggio dcllc Vittorie degli spigoli
del aarcofago della Stanza del Fauno nel Museo
Rom, Villa Borghese, Park 30
Capitolino (St. Jones, tav. 81, n° 18 A, 18 B) o
quello di una dellc figlie di Licomede in una delle
stanze terrene del medeaimo Museo (ibidem tav. 16,
n° III, 1). accostandosi perö assai piü a quest* ultimo
che al primo. Il sarcofago con ramazonomachia
va datato all'inizio del regno di Antonino Pio (cfr.
il n° 2796), l’altro nclla fine del secondo secolo (petti-
naturn della defunta). Collocherei perciö questo
frammento nel regno di Commodo.
2806. Figura femminile ammantata.
M — D 1 422. Visibile, in assai piccole proporzioni, nelle
fotografiedelPintiero tempio ( Alinari 6794 e Moscioni
6184). — Di reetauro sono: 1'avum braccio destro
con la mano e l'attributo, la mano sinistra, il piede
destro con un tratto del panneggio soprastante e
della base sottostante, un tratto del panneggio e
della base presst) il piede sinistro. La testa ö per-
tinente, giacehe il velo che eopre il capo collima
perfettamente con quello che copre la spalla; ma
poiche present« un taglio netto nelT cstremitA inf.,
ovrA prolmhilmente sostituito un* altrn pit’l antica.
II ritratto «> datato dalla capigliatura (dell'orec-
chio destro A visibile un piccolissimo tratto) nel regno
di Giulia Domna. Non mi e riuscito di trovare una
replica di tale tipo di figura ammantata, il che mi
induce a pensare che si tratti di una Variante dovuta
al copista, tanto piü che nella regione tra il fianco
ed il braccio sinistro il panneggio e cosl poco chiaro,
che nasce il sospetto che non sia stato ben compreso.
ln ogni modo, il manto trasparente (le pieghe del
ebitone sono visibili nel tratto a sinistra del pol-
paccio destro) e strettamente avvolto richiamano
alla mente 1p Muse del rilievo di Archelao di Priene
e le due Ercolanesi.
2807. Frammento di rilievo storico
romano. Manca sul M — D. Forse — ma non £
nulla di piü che una ipotesi — questo frammento
provien e dalhi ,,/storia del trionfo di German ico
con malte figure, alla p. 10 et ton. p. 20“ di cui
nell'inventario della raccolta d'antichita di Gian
Battista Della Porta (Rüm. Mitt. 1893, pg. 239, nu 1).
Se infatti, come suppone il Gracven, il Delhi Porta
uni diverai bassorilievi per fare questa ..Istoria“,
non sarebbe da stupire che questo frammento fosse
stato da lui unito agli altri attualmente conservati
neU'atrio del Museo. In tutti i modi, esso e giA
ricordato dal Manilli, pg. 144. con le parole „ Tavola
gründe di marmo. nella quäle < scotpito un Servo
armato che tiene un cavallo “ e poscia dal Montelatici
pg 70 con le parolc „an quadro grande con sua cornice
attorno di stucco , nel quäle stä situata, quasi di tulto
rilievo la figura inliera di un soldalo, con la corazza
indosso , che tiene in freno un cavallo , funo e Callro
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31
X, 2808 - 2810
Horn, Villa ßorghosc, Park
32
di marmo antico Alt ezza massima m. 1,10; lar-
ghezza massima ni. 1,10. Resttiuri: al cavaliert* il
braccio sinistro cor» un tratto dollo «pallaccio, la
mano destra con il prineipio del polso. la testa e
tut to il corpo dall'inizio delle gambe in giü; al
cavallo l’orecchio destro e il oorpo dall'inizio dolle
gambe in gib. A sinistra del cavallo il rilievo
continua va: si acorge infatti, sotto il muso, una
testa di grifo in rilievo bassisdmo e, sott'eeso, un
margine adorno del c. <1. raotivo del cane coirente;
sopra il muso del cavallo si vede un margine assai
sottile disadorno e piü in alto ancorn. a sinistra,
quak asa che nomiglia a delle ciocche lanoae. Che il
rilievo continuasse ancora sotto Tintonaco, non mi
pare; in tutti i modi non oerto per un gran tratto.
L’occhio del cavallo ha la pupilla incisa, a forma di
un semplice cerchietto iscritto entro un altro eerchio
maggiore. L’oggetto adorno di bassorilievi n sinistra
della testa del cavallo b quasi ccrtamente uno scudo;
ma u che abbiano appartenuto le ciocche (o ehe
altro sia) piü a sinistra non saprei dire. — Per
quanto abbia cereato, non mi £ riuseito di trovare un
altro esempio di eguale foggia di corazza a squaine
munita di spallacci; ma benche la divisa dei pro*
toriani ei sia pressoche ignota. pure mi aembra assai
probabile che qui sia rappresentato un pretoriano
a cavallo, di cui sappiamo da un passo di Dione
Casfiio che portnrono una corazza a squame sino al
regno di Macrino (Darcmberg»8aglio, s. v. Lorica,
pg. 1315). Questo argomento quindi poco ci nerve
per la deterrninazione della data ; ed egual mente poco
ci aiuta la {adle di leopardo sU-sn innanzi al corpo
del cavallo, giacchi: essa apparc tanto su monumenti
traianei (lastra deH'art'odi Costantino: Br— Br 580)
quanto su sarcofagi dell'etA di Alessandro Severo.
I Stile del rilievo indica una ct A anteriore alla
eseeuzionc della eolonna di Marco Aurelio (cfr.
Petersen, die Marcussäulr, tav. XXI, a sinistra)
e posteriore alla esecuzione della eolonna Traiana : cfr.
C'ichoriua, tav. X Vf, sopratutto lastni 27), cui perü
si accosta di piü che alla prima. Mi pare quindi
impossibile scender piü giü di Adriano. Con il frnrn-
mento del Louvre provenionte da Villa Borghese
(riprodotto in Papers of the British School at Korne,
HI. pg. 226, fig. I) di et A adrianea, il nostro fram- i
mento ha molti punti di contatto (dettagli anato*
mici sulla testa del cavallo qul e del lutrbaro che si
dlfende 11; margini dcllo spallaccio qul e del para*
guancie 11), ma vi »ono anche delle differente che
indicano un’ etA posteriore (maggiore corporeitA
del rilievo, abbandonata incongruenzA delPocchio
di prospetto sul viso di profUo). Torniamo quindi
di nuovo al regno di Adriano.
2808. Kitratto colossale d’etA costan-
tiniana. Non su M — I). Ricordato dal Manilli,
di Nerone giovane" e poscia dal Montelatici, pg. 60
con le parole „testa di marmo, assai maggiore del
naturale, rappresentante Nerone giovane «1 infine
dal Brigentius (lib. II. pg. 30) nei versi . . LUCOS
I qui dividit ambos;adspectal C allem pubentis imago
I Neronis la idcntificazione £* assicurata dalla men-
zione, nove versi piü sotto, dell* . .immatie
Caput". Korse anche da idcntificarvi con la „testa
di Colosso maggiore assai del naturale di Ciulio
Cesare cosa bellissima “ menzionata nelTinvrntario
di G. B. Della Porta (Rom. Mitt. 1893, pg. 242,
n° 86). Proporzioni tre volle il naturale. DUtanza,
dalla radicc del naso alla punta del mento cm. 38;
da un orecehio all'altro in linea retta, cm. 50;
lunghezza del dorso del naso, cm. 16. Nella parte
non visibile la superficie e lasriata rozza. l«a
testa v int atta. il busto e modemo. Is» sola testa
sara ripubblicata in Arndt* Bruckmann. Porträts.
Le proporzioni colosaali obbligano ad iden-
tificare l'individuo ritrattato con un membro della
fnmigliu imperiale; lo stile e 1h pettinatura impedi*-
cono di alluntanarsi troppo dalla etA di Costantino.
Dal eonfronto del profilo con i ritrutti raffigurati
nelle raonete — per quanto d possibile venire a delle
roncluaioni, data la tipicitA dei ritratti monetari
del tempo — preferirei riconoeccre qui Costantino II,
figlio di Costantino Magno, morto a 24 anni.
2809 e 2810. Protome di olofante in
nltorilievo. Secondo una notizia datami dal
cnpoeiiKtodc Daorchini, il pezzo fu qui trasportato
sotto il sindaco ( olonna c trovavaai anteriormente
in un magazzino presso il Fontanone dell’Acqua
Puoln. Restauri: le zannc e quasi tutta la probos-
cide (in marmo bianco); i piedi cd il lato inferiore
della comice (in ccmcnto ?). Nella p&reto posteriore
si uota un largo incavo wmicircolare, che la aolca
perpcndieolnnncntc nel mezzo e termina nel foro
|K>sto fra le duc zampe della beetia; la roceia non
A divisa dalla parete di fondo da alcuna frattura.
Altezza, cm. 93. Larghezza cm. 57. — Che non
truttisi di lavoro baroooo mi aembra <li poterlo
dedurre dal eonfronto delle orecchie eon quelle
dell' elefante della Minen' a che presenta, sopratutto
nei margini, un ben di verso trattamento. Se gia
in origine abbia eervito di fontanA £ difficile dire:
il eonfronto con 1* altorilicvo della Sala degli Animuli
(Amelung, II, pg. 384, n# 224, tav. 43) mi fa pro-
pendere per il s). ln quanto alla datazione, mi
sernbra escluso trattarsi di una copia di opera
greca, sopratutto per la atilizzazionc delle orecchie
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X. 2811-2818
Rom, Villa Borghese, Park
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(Cfr. I* elefante in bronzo riprodotto in Musi© I.
1904, pp. 102 = Rep. IV, 527, 4 c le monete i
di Capua e di Atella eitute nel testo), e per 1» '
medesima rapione vi vedroi un1 opera roinana. ]
Cfr. il rilievo hü eitato del Vaticano. Anche lo
splendido modellato della superficie cranica si ritro-
va au sarcofaghi. nelle rapprescntazioni del eosid-
detto trionfo indiano di Baeco (cfr. Alinari 6395,
aarcofago del Museo profano Lateranense, certa*
mente anteriore a Marco Aurelio). Anche le rughe 1
aul doreo rese a linee ineroeianteai diagonalmente |
non aono senza esempi aui rilievi romani.
2811. Testa ideale bacchica. Pruvcniente
dal Palazzo dei Üonservatori (secondo una notizia |
fomitami dal capocustode Daorchini. tut ti i busti
esistenti nelPCccelliera provengono dal Palazzo dei
Conscrvatori o dal auo Magazzino donde furono
trasportati sotto il sindaco Colonna). GiA pubbli-
cata © riprodotta in E— A 478—479. Il busto £ 1
ritagliato da una statua, ma non e pertinente perchA
di marmo differente (testa: a grana grossa; busto:
a grana fine). Alla testa sono stati restaurati il
naso ©d un tratto del mento. — Comc in tantl (
alt ri casi consiinili, © dubbia la denominazione,
se Dionysos, una Menade ovvero Arianna ( sopra -
tutto quando si rillet tn quanto poco differisoe
ln nmsehera della Cnidia da quella dello Hermes
di Olimpia, come si puö assai ben vcdere in Loewy,
Griechische Plastik. Taf. 88, coprendo completa-
mente i eapelli) ; tuttavia mi sembra trattarsi di un
WWW maschile. Cfr. E A 22 23; 466 467;
464—465; 844 845; Burlington Fine Art« Kxihi-
tion 1903- 1904, tav. XXX. N® 132 n, b. U bin-
ghezza del profilo, gli occhi assai languidi ed allun-
gati obbligano a scendcre almeno fino alla genera-
zionc di Lisippo.
2812. Testa virile ideale. R ©staun : naso,
le labbta, gran parte del mento. qualehe tratto della
fronte, le sopraeciglia. Il busto e in cemcnto. — La
testa ricorda nel modellato calmo della superficie,
nella capigliaturn abbondante, ma non troppo agi-
tat«, la copia romana del Museo Capitolino del co-
siddetto Eubuleus di Eleusi. »Si confronti pure 1a testa
del Palazzo Pitti (Amelung, Führer, pp. 137. n° 192)
riprodotta in FurtwÄngler, Meisterwerke, pp. 568,
fig. 106, con la quäle vanno insieme la teste non
pertinente al gruppo in Galleria delle Btatue 401 e la i
testa non pertinente della statua riprodotta in E— A j
327. L* esempio piü strettamente somiglinnte nella
torsionc della testa. nella spartizione dei eapelli,
nella forma della piccola tenia visibile solo per un
breve tratto poco sotto la scriminatura. nella stiliz-
zuzione degli occhi e data dalla testa di Palazzo
Pitti riprodotta in E— A 206 — 2<>7( Amelung, Führer,
pg. 138, n° 194). Tutte le opere eonfrontate si ripor-
tatio alla mctA del IV sec., in uno stadio artistioo di
poco anteriore all' Alcasandro di Lisippo dallo sgunr-
do volto verso il eielo. Diffictle perö e dirc quanto
di tutto ciö che e comune dipenda dal lavoro dei
eopisti.
2813. Ritratto femminile romano. Re-
stauri : busto, parte anteriore del eollo, mento, bocca
e naso. Lc eioeehe che cadevano sulle spalle sono
spezzAte al loro inizio. I»a testa viene riprodotta
come esempio di una Variante della pettinatura
In voga duninte il potere delle due Agrippine.
2814 e 2815. Ritratto femminile ro-
mano. Di restauro non vi d che la spalla ed il seno
sinistro: tutto il resto 6 intatto. L* eceezionale stato
di conservAzione e la mancanza di patina mi han
fatto dubitare che il pezzo potesse essere moderno;
ma un esaine ulteriore della superficie dei eapelli
mi haconvinto che il marmo e stato in tempi recenti
assai energicamente pulito con un qualehe stru-
mento usato oggidl, il che spiega come in un primo
inomento le parti suddette sembrino dovute del
tutto alla mano di un artista recente. — Il busto,
caratteristico delPrtA traianea, conferma la data-
zione che si ricava dai dati stilistici (occhi aperti,
sguardo fisso da un lato, bocca energicamente
chiusa). Per6 la pettinatura — per la quäle ho
trovato un secondo esempio, nnch'csso dntato dalle
giesse caratterist ich© nello stesso periodo, in un
busto del Museo Capitolino (sala delle Colombe,
n° 95; »Stuart. Jones, tav. 40) — conserva solo nella
parte superiore il tnido» che vediamo nel busto
di etA traianea riprodotto in Hehler tav. 240, b
e prelude invece all’ nceonciaturn di Faustina Senior©
(ibidem. 283, a, b); sicchd infine possiarno datar©
la testa nel regno di Adriano.
2816. Ritratto virile romano. Busto non
pertinente. Tutta la superficie della faceia c delle
orecehie ha assai Bofferto e per giunta 6 stnta
coperta di orrihile stucco. Tuttavia la forma
generale del viso si d salvata e varii critorU stili-
stici (pupilla , posa della testa, direzione dello
sguardo, rughe fra le sopraeciglia. grossa borsa
laerimale) assegnano come data a questo ritratto
P etA di Carac&lla. Cfr., per i eapelli, il c. d. Aureli-
ano del Museo Torlonia (Atlante, II. tav. CLVIII,
n° 607) che appartienc press* a poeo all* etA di
Gallieno.
2817 e 2818. Ritratto femminile ro-
mano. Restauri: naso. busto col collo, taasello
sopra il sopracciglio sinistro. La parte superiore
delP acconeiatura non present« aleuna diversitA
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X, 2819 - 2830
Rom, Villa Borghese, Park
36
di csecuzionc dal rcsto della testa. Iw» ritengo perciö
pertinente cd eeeguita a parte. — lw» pettinatura
trova la somiglianza piii stretta eon quella ehe
appare pulle monete di Kaust ina Seniore e nel »uo
ritratto proveniente da Villa Adriana (A — Br 755)
differendone perö princi palmente in ciö: ehe* le
trecee — qui certamente postiere -- eireondano il
capo, anziche essere avvolte sul sommo, a guisa di
piccolo nido. Nella fisionomia ravviso una grandc
Homiglianza — sopratutto nelle labbra — eon il
ritratto bü eitnto del Vaticano: anehe con il ritratto
di Monaco (E A 1024) ehe ha una ncconciatura
aaaai simile e che quasi certamente rappresenta
T imperatrice, la rassomiglianza fhuognomica e assai
gründe, sopratutto di profilo. Non rni sembra del
tutto cacluao quindi ehe bi tratti di un ritratto
del!’ imperatrice. Cfr. anehe, per la pettinatura.
E-A 1023; Aunonia IX, tav. VII; E-A 758;
Atene, Museo Nazionalc, fotografia dell* Ist. Arch.
Germ. Bieber 2464; idem, idem, 2406; Mus. Cap.
Sale delle Colombe, 15 (St. Jones. Tv. 37).
2819 e 2820. Ritratto virile romano.
Busto non pertinente; naao di reatauio; una bruttn
patina verdastra, prodotta da una qualehe soNtanza
con la quäle nono stati riappicricati i pezzi distae-
eati, ha uniformemente eoperto il viso del personng-
gio. Sul lato sinistro, la parte coperta dai capelli
ha assai sofferto. — Gli occhi leggermente socchiusi,
le borec sotto gli oechi e lo sguardo penetrante,
fiaso verso lo spettatore assegnano eome data di
csceuzione V ctA adrianen, e non, come forse si sareb-
be in un primo momento tentati di farc, all’etA
repubblicana.
2821 e 2822. Ritratto feinminilc roma-
no. Naso auperfieialmente restaurato in eemento,
restauro in gran parte caduto, busto in eemento. —
La pettinatura riappare nulle monete di Manlia
Scantilla e di Didia Clara (Bemoulli, J1I, Münz-
tafel I. n° 5, 6). rispettivamente moglie e fißlia di
Didio Giuliano. che imperö per soli due meai nel 193
dopo C. Una certa rassomiglianza tra il profilo della
testa e quello delle monete rni induce a vedervi
Didia Clara Btena, la madre cssendo esclusa dalP eta
giovanile del peraonaggio rappresentato. Cfr., per
la pettinatura, Amelung, Sculpt. des Vat. Mus. II,
Tav. 77. n° 801.
2823 — 2825. E r m a o Telamone. Come
si scorge abbastanza bene au Ile fotografie preae
di profilo. oltre alla ealotta del ernnio in ce-
mento, sono rcstaurati in marmo il naso e la parte
posteriore della testa, del collo e della spalla (dal
bot tone in dietro) ; il corpo inoltre £ pieno, non inca-
vato posteriormente come nci busti. Nessuna frat-
turn fra testa e collo; il marmo delle parti antiche 6
azzurrognolo, differente da quello dei restauri. II
pezzo e quindi ritagliato da una statua e deve perciö
trattarsi o di una erma doppia ritagliata o di un
telamone appoggiato ad una parete. Un pezzo a&sia
simile, anehe easo ridotto a busto, trovasi nel
Palazzo dei Conaervatori, nella Sala dei Trionfi di
Mario, sopra una porta. ma non £ elencato n£ gulla
Guida del Bocconi, n£ sull’ Hclbig-Anielung. Deve
quindi trattarsi o dell' alt ra inetA dell’ erma doppia
o di un «pendant« . Le braccia sono coperte di
maniehe sottilissime. appenn visibili sulla fotografia.
Mnnca ogni indicazione di woi. Il pezzo ha la super-
ficic aasai consunta. come se foeae stato lungo tempo
sott’ acqua. — Che si tratti di un’ opera di stile
arcaizzante, e reso evidente dalla stilizzazione dei
riccioli e dalla forma degli occhi. Strette attinenze
stilistiche si riscontrano (sopratutto nei riccioli)
nella testa del Museo Capitolino riprodotta in E — A
440 (Stuart Jones, pg. 247, n° 69. Tav. 57 c 58), che
appartiene evidentemente al periodo adrianeo. Per
la corona di margheritine non ho trova to aleun
parallele nelP arte antica e non so trovarvi altra
apiegazione che quella, che sia »tata ricavata da un
grosso ceicine. Se questa ipotesi e giusta. easa con-
forterebbo l’opinione che si tratti di un telamone.
anzich£ di un* erma doppia.
2826 e 2827. Ritratto virile romano.
Di restauro: il naso, la punta del mento e la parte
j superiore del cranio. II marmo del naso c del mento
£ differente da quello del cranio. Anehe il busto
(la tabelletta non £ »tata mni staecata) sembra
di marnu» differente da quello della testa (ma anehe
I differente da quello del restauro); ciö ehe perö non
j basta ad eecluderne la pertinenza. — I capelli a
eiocche grosse c la barba reaa a colpetti di raspa
eollocano queeto ritratto fra Caracalla od Alessandro
Severo; la stilizzazione delle pupiile (doppia lente
unita in bamo) e lo sguardo diretto da un lato vanno
d’ accordo con tale datazione. Si noti il cerchio
ineiso sul pomo di Adamo, di cui non mi so render
ragionc (cicatrice ?).
2828 —2830. Testa ideale greca. La testa
£ stata restaurata sopra un busto antoniniano.
cui quasi certa mente appartiene tutto il collo. Il
naso cd il mento sono restaurati in marmo, la bocca
e I* estremitA di molte ciocche in eemento; perö sul
lato destro la superficie e stata liberata dalla patina
di eemento che la copriva prima di essere fotogn»-
fata. — La stilizzazione e la disposizione delle
ciocche trova una certa soiniglian/a nella testa
dell’ Apoxyomenos (Br— Br 487) con cui ha in
comune la leggerissima sporgenza sopraorbitale e la
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X, 2831-2837
38
mancanza di „Überschneidung'4 del sopracciglio
superiore. Perö la testa dk V impressione di un ritret- 1
to fortemente idcalizzato; impressione avvnlorata
da un leggero boIco per la benda, che »i scorgc assai l
bene nel profilo sinnt ro. Per quel ehe si puö dire,
dato il pessiino stato di conservazione, proporrei ‘
eome data ii secondo terzu del IV m*e.
2831. Testa femminile ideale. Naso. lab-
bra e parte delle guanec restaurate in stucco, ma
solo superficial mente. La pupilla non e inciaa, ben*
ehe sulla fotografia possa sembntre altrimenti. —
L* interesse della testa riaiede principalmcnte nella !
acconciatura. di eui non sono riuseito a trovare |
una replica. Un» certa analogia »i riscontre perö nella
pettinntura della testa ripr. nclle figg. 1 —2 del testo
a Br Br 073, destra. Ia largn zona piatta tenninata
buI vertiee da un fiocoo indistinto fa pcnaarc ad una
fascia su eui poggi un nastro. eome nella testa della
♦Clio* della Sala delle Muse ( Anderson 2247 ; Hel big- J
Amelung I, pg. 177. n° 270); ma la superficie non e
eosl liscia eome tale ipoteai richiederebbe. Con la
testa della statua sii citata questa presen ta anche
una lontana parentcla nel mmlellato della super-
fieie, nella forma degli ocehi, nel profilo allungato,
nel trattamento di capelli ; si che non dubito che
stilistieamente vadano confrontate.
2832 t 2833. Ritratto femminile ro- I
mano. Naso di restauro; punta del mento eaduta.
busto antico e pertinente, di forma e di Stile della 1
seconda meta del II sec. d. C. (manto su tunica;
taglio poco sopra 1* ombelico). Sopraceiglie indicate
a brevi colpi di rnspa. Benda indieata con incisioni
a zig-zag. — L* acconciatura oorrisponde talmente
a quella delle monete di Faustina Minore (Ber-
noulli II. 2, Münztafel V. 1), che si puö sospettare
che sia rappresentata addirittura 1’ imperatricestessa.
2834. Frammento di bassorilievo rap-
presentante una scena di sacrifieio. Misure |
approssimative: altezza m. 1.4)0; larghezza m. 1.00.
Reetauri: eetromiU della coda, lc zampe dal ginoc-
chio in giü, parte anteriore del ntuxo. Da ident i- j
ficarsi prohabilmente con 1* ariete ricordato dal Bri-
gentius(Lib. II, pg. 23) nella descrizione del V *Avl- j
ariunu : En summa hic Aries ornut fastigia postis
etc. - Come stile, il rilievo si avvicina assai all* ariete ,
del suovetaurilia dei rostri traianei nel Foro Romano
(Anderson 323). Ofr. inoltre. per controprovu. il
suovetaurilia di Gneo Domizio Ahenobarbo al Louvre
(Alinari 22 558) e quello proveniente dal palnzzo
di S. Marco, anch’esso al Louvre (Alinari 22 085
Mon. Piot, XVII. tav. 17). eheappartiene alla prima
meta del primo secolo. Ambcdue differiscono nella
stilizzazione del vello. Una stilizzazione assai simile 1
Rom, Villa Borghese, Park
si trova invece nell’ ariete del suovetaurilia del rilievo
in onore di Marco Aurelin ineastrato nell' arco di
Costantino (Br— Br 530) ehe perö ne differisce
assai per una maggiore corporcitk. L* otk traianca
(o tutto al piu a< Irian ca) del rilievo 6 infino confer-
inata dalla terzultima lastra della colonna traiana
(Oichorius, tav. CXIII, n°413). Non c qulndi del
tutto escluso che questo frammento abbia apparte-
nuto al Io stesso monumentoda eui provienc il n® 2807.
2835 2837. Statua togata. M-D 1301.
La statua fu trasportatn nel luogo dove trovasi
tuttora, togliendola da una delle due basi (C. I. L.
XIV, 2800. 2800) nddossate al Uasino dei Venti
preßso Piazza di Siena, per cura del Prof. Mariani,
in sostituzione della statua qui pubblicata sotto il
numero 2881 . Su questa sostituzione vedi Bull. Com.,
1910, pg. 139, nota I. Foree ö da identificare con
la statua citata in Ennio Quirino Visconti, Monu-
incnti Gabini, III, pg. 75, tav. 45 = Ediz. Labus,
1835. pg. 70, tav. XVI, n® 45; nel quäl caso essa
proverrebbe da Gabi, aenza perö essere ident ificabilc
eon aleun pprsonaggio nominnto delle iscrizioni
uscite da quegli scavi. I^a statua avrebbe inoltre
in originc occupato presso a )x>co lo stesso posto di
adesso. Rest au ri: grosso tratto della toga sotto il
bracoio destro. piccolo tratto dcll' avambraccio de-
stro. polso della mano sinistra, parte anteriore dei
piedi, un piccolo tratto in basso del pilastrino che
soetituiace la «capsa» . I>a base antiea e<l aderente
t incastrata nella modern a. Altezza di tutta la sta-
tua metri 2,20. — Iji testa, manifest« mente non
pertinente, hu tutti i earatteri di un lavoro di etk
flnvio-traianea (sguardo Ieggermente volto di lato
fiaso verso lo spettatore, uscente »la sotto le soprae-
ciglin eorrugate, «zampe di oen» agli angoli esterni
degli occhi), e vi ravviso piü somiglianzaeon i ritratti
di Traiano ( Bemoulli, II, 2, tav. 25; Delbrück,
tav. 41) che con quelli di Vespasiano. La statua
togata presen ta la particolaritk di essere lavorata
in due parti, separate da un taglio orizzontale. Dal
confronto eon i monumenti datat i (Papers of the
British School at Rome, III, tav. 20 a destra ; tav. 24
a destra: lastrc dell’arco di Costantino provenienti
da un an« di Marco Aurelio), si puö assegnare a
questa foggift di toga, eome data, la seeonda meta
del II sec. Il disereto uso del trep&no colloca questa
statua all* inizio di qucsto periodo.
2838 e 2839. Statua togata. M-D 1302.
Sulla provenienza e sulle vieewitudini, vedi la statua
gemclla pubblicata nel numero precedcnto. Alt. m.
2.15. Nella pubblicazione del Visconti la statua
e riprodotta nella tav. 40. Restauri: braceio destro
da meta bicipitc in gib, un piccolo tratto della toga
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X, 2840- 2842
Rom, Villa Borghese, Park
40
sotto il gornito destro, all* altezza della inserzione
dci due pezzi nei quali fu lavoratn la statua, I’ oeci-
pitc* ; se il eollo, ad inserzionc, »cparato dalla testa
da un taglio netto nia nntico e pertinente, £ diffieile
dire; tuttavia propendo a eredere ehe «ia modomo
o nlmeno non pertinente e ehe sia stato scolpito o
ridotto per potervi inserirc la testa, ehe e pertinente
all« statua. Infatti la capiglintura assegTia all» testa
eome data, P eti diTiberio (cfr. sopra tutto Ber-
noulli II. 1, Tav. 10, 1 1 ; inveee il ritratto a pag. 140,
fig. 20, hn una disposizione di capelli un po* diffe-
rente), e la foggia della toga mm contra*!« cor» tale
data, pur potendoseenderosinoaTraianofcfr. 1* arco
di Benevento dove appnre tanto 1’ una quanto I’ altra
foggia di toga cscmplificata nei nn° 2785 e 2835).
Comc la statua gemella, anehe qucsta 6 lavorata
in due |>ezzi e la base antica e innist rata in quella
moderna.
2840. Fi gura femminile a mm« nt ata.
Non sul M — D. Ci tat« nei testo di E A 2340 - 234 1 .
Altezza, scnza la base e senza la testa. raetri 1.40.
Di reatauro: la testa, I’ avambraccio destro, am Inj 1c
nuuii. I-a base antiea A inenst rata in quella moderna.
— La Htatua e una replica della statua di Villa
Pamphilj riprodotta in E A 2340 2341 (‘larae
43.1, 792 B Rep. I. 210. 3. l’na lontnna rmasomi*
glianza vi <> anehe con E A 62. a ainistra. II confronto
con la statua di Villa Pamphilj e assai interessante,
oltre che per le differenze dovute all« stile delle
epoche nclla quäle le due opcre aono state esoguite
(quella appartiene all« rnctA del I sec. d. C., questa
all« seconda metA del II) e a piccole differenze di
dettaglio ehe si riseontrano piii o mono dappcrtutto
(ad escmpio il laccio della cinghia sotto i «eni ed il
drappeggio pendente dal I* avambraccio sinistroche
nella statua di Villa Pamphilj ecendeva certamente
piü in baaso, ma era separate dal corpo, eome dimo-
stra il puntello rimasto), sopratutto perPaggiunta
del chitone. Di qucsta aggiunta conosco sinora ein-
que altri esempi: 1) Afrodite diCapua, nelPaggrup-
pamento con 1’ Ares Borghese (vedi gli esempi in
Lippold, Copien, pg. 224 e nota 288). 2) Artemis
Colonna (vedi piü sotto al n° 2854). 3) Artemis-Tyehe
(E — A 133 o 1543). 4) Demetra di Chcrchcll-Ber-
lino; cfr. Kekule, über Kopien einer Frauenstatue
aus der Zeit des Phidias. Tv. II. 5) Irene di Cefiso-
doto (E — A 2076). Anehe nelle statue viril! fu fatta
questa aggiunta (lippold. Copien pg. 198). Nono-
Manie la rarita delle repliche. £ assai probabile ehe
nella statua Pamphilj si ahbia effettivamente una
eopia di un originale del IV secolo. Cfr. K A 319. —
II Manilli. pg. 25 parlando della balnustm ehe eir-
conda il piuzzale innnnzi al Museo dice: *ai sei
angoti della Piazza sono alzute sei statue di donne
vestite tutte e poste sii piedestatli , scolpiti eome gli
altri , ma tuttavia piü grandi : e sono . cominciando
verso Tramontana. Faust ina Giovane : una impera-
trice : Lucilla in habito di Cerere : Giulia Soemia,
tmperatrice, in habito di Sacerdotessa con la Patera :
Cerere co ’ i papaveri : e Faust ina Vecchia velata.*
II Montelatiei a pagina 29 dA una descririone piü
diffusa delle stesse statue, ma sostanzialmentc
uguale e nello stesso ordine. Il Brigentius (Lib. I,
pg. 18) enumera le »ei statue con questi versi:
«. . . . Faust ina Parens et Natu, super bis j insignes
Thalamis, Cererem meniitaque sacro / Veri uxor
Lucilla, Peplo et victata Saccrdos. f moesta Ceres
iethaeum istic gcrit ipsa Papaver / atque eadem
inventas iltic ostentat Aristas.» Anche adeano sulla
balaiist ra «i ergonosei statue femminili drtppeggiate;
ma evidentementc piü di una ha rambiato e testa
( e Attribut!» »1 che A quasi impossibile identificare le
1 statue descritte due mccoH or sono con quelle attual-
mente ivi esistenti.
2841. Euterpe. Non sul M — D. Bestaun: il
flaute, eeeetto un hreve tr>ittoattiguoaUa paltna della
mano, le dita della niano sinistra. la parte nuda
dell* avambraccio destro. La base antica t» ineastrata
entro quella nuNlerna. La pertinenza della testa.
i di visu dal eollo da una fruttura, non e esclusa; il
na*o e di restauro. — Ncssuna replica enatta; eome
motivo di panneggio la statua si riattacea a qucllo
frequent issimo della Urania della aala delle Muse.
Cfr. tuttavia la Euterpe riprodotta in Clarac 506.
1010 ~ Rep. I. 263.4 e sopratutto E— A 397 (Wör-
litz) ehe rappresenta una Erato. La differenza del
panneggio trn queste due statue sono pert» troppo
forti per attrihuirle »cnz’altroni copisti. 11 drappeg-
gio c le proporzioni impediscono didatare I* originale
nei V sec. cd anehe nei IV; seppure non si tratta
addirittura di un* opera del tutto romana.
2842. Cerere. Non su M — D. Alinari 6796.
Moscioni 6190. Rest» Uli: naso e bocca. La base non
e stata mai separata dai piedi: perö le pieghe conti-
gue alla base sono Stilist iea mente un poco aoHpcttc.
il che fa dubitare ehe tutta la parte Inferiore della
statua, dallc ginocchia in giü sia moderna. La
testa e di mnrmo differente dal corpo e present«
sotto il eollo un taglio netto: se tuttavia essa fasse
in origine ad insorzione e quindi forse pertinente,
non si puö determinare ehe con molta difficolti.
La pettinntun» mi sembra (giaeche non corrisponde
perfetta mente a nessuna delle pettinature ehe si
trovano sulle rnonete) ehe vada piuttosto neU'etä
di Otaeilia (metA del III aec.) che in quella di Giulia
Donma (fine 11). Lu statua si riattaeca al tipo XLI
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X, 2843-2851
T
Rom. Villa Borghese, Park
42
dcllo Hekler da cui differisce soprntutto per la mano
destra coperta dal manto. Anche le altro varianti
doltipo (Röm. Mitt. 1900. pg. 195; Ckrac 959, 2464 D
de Rep. I, 590,3; Sala della Biga 007; Museo
Torlonia XLVII. 188) differkcono per queato
particolare: k Variante snr » prolmhilment© da attri-
buirsi all’ artista roinano.
2843. Statua di Cercro. Non hu M — D. La
8tatua b un pasticcio di duc atutuc di differente
tipo: la sutura rorre lungo una linea orizzontale
all’ altezza del polao ainiatro. Di reatauro aono: la
testa col collo, 1’ avambraeeio «lestro, quasi tutta la
mano ainistrn eon il poko, il piede sinhtro con il
aandalo (il piede e la mano sinistra in gesao). La base
6 anch’ «*sa modema. I^eapighe della mano sinistra
aono quindi antiche. — La parte inferiore appar-
tiene invecc nl tipo XXI dello Hekler. di cui
un eaempio & riprodotto in K— A 1829. La statu-
ettariprodotta in Montfaucon, Ant. Expl. I, 21.
3 = Rep. II, 241, 1 differisce dal nostro pezzo
quasi unicamente per il brsccio destro sollevato e
per k mancanza delle spighe nelk Hiniatra; ma non
mi pare oscluso il aospetto che si tratti di una falsi-
fienzione imitata forwe appunto da questa nostra
statua stessa. lai datazione dell’ Anielung per V ori-
ginale (fine del IV sec.) mi sembra troppo alta:
efr. per il gesto della sinkt ra il tipo della coeidett«
Anchymie. Per I* esecuzione della jwrte «up. cf. k
base della Colon na Antonininim nel Giardino della
Pigna (Ameiung, I, Tal« 116)*
2844. Figura femminile ammantata.
Non su M— D. Reatauri: braccio destro, eccctto
forso 1’ inizio, V avambraeeio ainistro, la parte ante-
rior© della testa (la |>arte antiea non b pertinente),
i piedi ed il panneggio fra essi. Li base b antiea. —
Deik statua non mi aembrano ehe caistnno repliche
esatte, bencht i singoli particokri del drappeggio
si ritrovino in numeroatarimi eaempi. Ma nono-
stant© ciö, e nonostante il taglio netto ehe divido
quasi orizzontalmrnte k statua sotto la cintura,
non credo ehe si tratti di un paaticcio, benal di una
contaminazionc di un artista romano.
2845 e 2846. Ara rettnngoiare. Ncn su
M— D. Gib citata dal ManiMi. pg. 140 ccm le parole:
»Ara quadra di Mer cur io : da ve in facciae scolpita V
Arculadcir inccnso, ilCappeilo e ilCaduceodetr istesso
Dio ; c datte allre faccc la Ratern, V Urceoto et altri
StrumentidaSacrifizio .<• Citata quindi dal Montelatici,
a pag. 67, con le parole »Ara quadra dedicata a Mercu-
rio, perquelto siriconoscedalC esserviscolpitoin faccia
il di lui Cappella et il Caduceo; Cacer radelC incenso
t datf attre faccie intorno, la pater a. V urceolo, la testa
di un aride et altri istromenti da sacrijicio .» Non
sembra che abbia cambiato molto di posto da nllora.
Marino di Carrara a venature azzurrc; larghezza
ni. 1,65; altezza m. 0.68; profonditA in. 0 80. Sui
kti non fotografati rispettiva mente un orcio ed una
pater» del conaueto tipo. L’ ultimo oggetto a destra,
frammentario, nel lato riprodotto al N*2845, e mani-
fest» mente un caduceo, che. insieme con il petaso
alla sua sinistra, derigna Mercurio eome la divinitb
cui 1’ ara era deriieata. L’acerra all» sinistra del
petaso appartiene al ti|K> privo di zampc che vedi-
amo talora in mano a sacrificanti ( Daremberg-Sagbo
s. v. Acerra, fig. 42); pu6 anche darsi che i piedi
fossero ridutti a delle piccolissime Hfere (cfr. ibidem,
fig. 41) non espresse pcrcho considerate naseoste
dalla cassetta stesan. SulP «so di adornare V altare
di simboli vedi Paulv-Wissowa s.v. Altar (Reisch).
Co me data dell* esecuslone propoirei l'eti traianea,
brissandomi aulT omamento dell* acerra che ritorna
quasi ident ico sull* arco di Bencvento.
2847- 2851. Ercole. Non su M — D. Forae
da identificarri con V »Aventino alto del naturale»
(su questa espressione vedi il commento del Grae-
ven) nominato ncll* inventario di Giambatt. della
Porta (Röm. Mitt. 1893 pg. 241 n® 62). Le descrizi-
oni non pennet tono di decidere con quäle dei due
Er coli ricordati dal Mnnilli a pg. 43 e a pg. 44 debba
hwctc identifieato queato pezzo. Similmcnte non
b ehtaro se il nostro pezzo debba eeaerc identifieato
con 1* *H ercole con la Clava e i ponti in mano da tui
catti net Giardino delle Hesperidi in segno iT Havere
superalo cd ucciso il Dragane che ne stava alla custo-
dia» ricordato da Montelatici a pag. 23 ovvero con
1* »H ercole con la clrna nella destra c nel hraccio sini-
stro la pelle del Leone, con i pomi in mano» ricordato
a pg. 146. Reatauri: ant ho le gambe da Ile ginocchia
in gib (il ginoochio «inistro £ del tutto moderno,
quell«» destro per meta), k clava, la pelle cd il troneo
dal!' altezza corriapondente; inoltrc i due bicipiti.
L» tc'sta £ riattaccata. ma certamente pertinente ed
b anche riaccomodat* giustamente, eome si doduce
dalle estremita della tenia aderen ti alle apalle. Il
marmo delle parti antiche b a grann di media gran-
dezza. quello delle parti moderne a grana fine (Car-
rnra). La fotografia n® 2847, del lato anteriore, b
statn eseyuita prima della guerra : non sono quindi
in grado di dire se qualehc tratto dei polp*«.‘ci o dei
piedi o della base fosae antico. Perö non 1«) credo.
nonostante In patina differente e lo statu frummen-
tario, giacche le statue esposte alle intemperie hsnno
sovente subito dei reatauri succesaivi. Del re*»to il
res ta uro mi sembra giusto in ogni sua parte. — La
muscoktura del corpo presenta tutti i earatteri
dello stile policleteo. Lo stesso dicasi della pondera-
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Rom, Villa Borghese, Park
44
X, 2852-2854
zione, ho il restauro «> iriusto; ne \o propor/.ioni «i
allontanano troppo dal canone di Pottcleto. Ln
testa invece presenta nella pronuneiatissima spor-
grnza dcll'osso sopraorbitale o xoprntutto m*Ua fort«*
torxione del collo. cui si accompagna lo sguardo
diretto in alto c di lato, delle caratteristiche eile-
nistichc sia pure esagerate dalT artefice, per mcglio
caratterizzare 1* eroe rappresentato (efr. il ritratto
di Aleasandro Magno rinvenuto a Prione, riprodotto
in Jahrbuch, 1 Hill*, taf. I, o qucllo di Pergamo, Alt.
von Pergamon VII. 1. pg. 156, fig. 137, a, b, c sopra-
tutto il profilo del Diadoco nol Museo dolle Terme
in Hekler, tav. 84). Tale dixcordanza e Stilist ica 6 in*
«lizio indubbio di un* opera eclettica; la predilezione
per lo form ule policletee ci riportn verso il primo
secolo doll* impero. II «Ir. I**hmann-Hartleben mi fa
o*xervare la stretta somiülianzn di questa statua
con P Kreole Mastai, in bronzo dorato, della Rotonda
Vaticana, che dettacli teeniei e la stretta somigli-
anza con la xtat.ua iconiea di vtk xillarm riprodotta
in llokler tav. 127 b. nonclie il luogo di rinveni-
mento (teatro di Pompeo). assegnano alla metA del
primo sec. av. C. (la statua di Dolo con i suoi
rieordi cllcnistici e piii antiea della statua romana,
nella quäle gia si avvertono le nuove tendenze
classichcggianti). L’ Ercole di Villa Borghese, insiemc
con F Ercole della Galleria Pitti riprodotto in E — A
231, sarebbero ambedue una elaborazione ulteriore
della statua del teatro di Pompeo. Una clabora-
zione aneora piii tarda si avrebbe infine nelF Ercole
in bnsalto del Museo di Parma, proveniente dal
Palatino {Gargiolli C 6556).
2852. Torso di una Statua di Apollo.
Non su M — 1>. Form* menzionato nel Montelatici,
pp. 22 con le parolc: * Apollo appofäialo ad un
Ironcot . Restauri. ben distinti dalla qualita doll
marnio (marmo antico a grana grossissima; marmo
mo«lerno a grana finissima: Carrara di w*eonda
qualita): teeta e collo. braccio e mano sinistra
(stringe un bastoneino e pogiria su un tratto del
gluteo sinistro moderno), il goniito destro, la metA
inferiore dei glutei, le gambe, i pie«li, eccetto la parte
aderente al suolo del pie«le destro, qualche tratto
del serpente, tra cui la testa. La base £ antiea ed
aderente. eccetto il tratto nel quäle £ inserito il piede
sinistro; il ramo che unisce il tronco aleorpoe antico,
sl che ne e assicurata ln pertinenza alla statua. — Il
restauro mi sembra giustificato in tutte le sue parti,
eccetto nella posizione del braccio sinistro ehe non
6 giustificato da nenuna traccia antiea. £ vero
che fuori del restauro scelto dal restauratore, non
rimane altra posizione penaabile che quella ciel cosid-
detto periboetos. Cfr. tuttavia (naturalmente occor*
re robbe rigunrdare tutti i restauri) Clarac 485, 938 —
Rep. I, 248,1 ; Torlopia XCI, n°370 = R4p. II, 96, 8;
in posizione in versa Clarac 476 B. 906 D— Rep. 240,7 ;
476 I), 348 B 241,5; 488, 946 A - 250,4 ; 488.
946 = 250,5. L’ originale, sc un originale si ha da
amniet tere, apparteneva ad una fase* Stilist iea di
poco anteriore all' Hermes di Prassitele (muscolatura
piii marcatA, come nel satiro Ludovisi).
2853. Figura femininile su! tipo della
Elettra di Napoli. Non sul M -D. Forae da
identificarei con la • Statua della dca Flora con una
corona di fiori in mano, tcricndo con la sinistra un
panno, che gli (sie) pende dolle spalle» , menzionata
in Montelatici, pg. 86. Restauri; la testa. 1’ «vam-
braccio destro. grossissimo pezzo della gatnba sini-
stra con un tratto del panneggio aderente. Kavam-
braccio sinistro con la mano cd un piceolo tratto
del manto stretto da questa. Sotto il gomito sinistro
trovasi adesso un tratto di panneggio pendente,
della stcasa pntina della parte inferiore della statua
(che A stata ingiallita cd arrossata dalla ruggine) e
dello stesso Stile delle parti antiche; forae quando
fu fatta la fotografia, cioA prima della guerra, il
pezzo era caduto. La base d antiea ed aderente. —
All' altezza dell* ombelieo un taglio netto, indizio di
lavorazione separate dei due pezzi. — Su questa
Variante del tipo della Venus Genetrix, vedi Her-
kenrath, eine Statuengruppe der Antoninenzeit. in
Ath. Mitt. 1905, pg. 245 — 256, e Neugebauer, Askle-
pios 178® Winckelmannsproirramm) pg. 4, nota 7;
Lippold, Kopien, S. 85. Agil esempi citati aggi-
ungi: Bartoccini, Guida del Museo di Tripoli. n°
15, riprodotto in Rep. III, 199,1, e 1’ esemplare
dell’ Antiquarium Comunale riprodotto ibidem 1 99.3;
la nostra statua differisee dagli eseraplari eitati
dallo Herkenrath non solo nei particolari. ma
anehe per una maggiore snellezza e sopratutto per
un rninor movimento nel panneggio c quindi per
una maggiore fedeltA nl protot ipo. Io credo che
il nostro esemplare vada messo in prineipio alla
Serie.
2854. Artemis «lei tipo Colonna. Non
sul M — D. Restauri: Ambo le brarcia da meta bici-
pite. s«*no sinistro. le gambe quasi per intieru, il
tronco, un lembo del ehitone sopra il tronco. La
testa, antiea ma non pertinente, 6 stata attualmente
(la fotografia d anteriore alla guerra) sostituita da una
m oder na. — Questo esemplare non e elencato Delle
liste del Klein {Praxiteles pg. 310. nota 2) edclT Ame-
lung (Braccio Nuovo, 92, pg. 108). Appartiene al
sottotipo iminito di muniehc, di cui il Klein enumera
altri tre esempi. Una replica. important isaima nono-
«tonte la sua mutilazione, perehd con la teste per-
Digitized by
45 X, 2855 -2858
tincnte, d riprodott« in Milet I, V, pg. 58, n° 0, fig. 6
( Herkenrath).
2855 e 2856. H erme«. Non «u M — D. Pro-
veniente dai magazzini del Palazzo dei Conser-
vatori. Restauri (a grana fine, ben distinti dal
marmo sntico, a grana gross«): braccio destro,
eccetto I* inizio con V Attribute ed un tratto della cos-
eia ad csso aderente. polpaccio e malleolo destro,
tassello sulla coecia «inist ra, malleolo sinistro con
un breve tratto della tibia, niano e pol«o sinistri,
con la parte aderente, quaai tutto il caduceo, eccetto
un breve tratto di uno dei due aerpenti. l’estremit»
inferiore del nmnto con l'e8tremitii inferiore del
tronco, qualche tratto della base. Dell* »riete, la
zanipa anteriore sinistra (1* anteriore d. manca ; gli zoc-
coli sonoperö ambedue antiehi) cd un tratto de] petto
Della testa, il labbro superiore, il naso, gli ocohi, la
fronte eon un tratto di ca pell i »opr* rasa ; infine tutta
la ealotta. I.* testa d eongiunta al corpo da una
fett* modern», ma ciö non baata di per sd ad eselu-
deme la pertinenza. anzi la eura presa nel restaurare
un fmmniento cosl rnutilo (il tassello fr» la te«tn ed il
collo fu probabilmente reso neceasario dalle frnt*
ture non bene eollimanti) porterebbe all» conclunione
opposta. II tipo Htatuario espresso in questa «tatua
si ritrova in numerosiastmi cseniplari, tutti perö piit
o meno differenti 1’ uno dalP alt.ro. Su di csao hanno
parlato: il Furtwilngler, Meisterwerke, pg. 502 - 506);
1* Arndt (E— A213— 215); V Amclung (Führer durch
die Antiken in Florenz, pg. 138, n° 103); di nuovo
il Furtwängler (Collection Somzee, pg. 0* 10); il
Bulle (E-A 631—632) «1 infine il Mariani (Au«o-
nia II, 1007, pg. 207 — 234). II ritmltato di tutti
questi studi ei puö riaasumere prosso a poco cosl.
Esistono tre sottotipi principali: uno — che poaaiamo
chiamaredell* Hernie« Richelieu — dicuisidoccupato
il Mariani, rappresentato da numerone vnrianti. di
cui nessuna d munita della testa originale della
divinitd (la testa delP enemplarc Le ecu d un ritratto
idealizzato di et h augustca, come ha visto il Lippold
in Jahrbui-h, 1011, pg. 274. Anche in ei6 1* e«. Lecca
va inaieme con la «tatua di Formia ehe porta
un ritratto contcmporuneo o di poco posteriore).
Alle repliche elencate dal Mariani occorrc aggi-
ungere quella rin venu ta a Formia e pubblicata
dall* Aurigemma in Boll. d’ Arte, gennaio 1922,
pg. 315—320, la cui bcllezza fa assai dubitare
che I* Hermes del VilUno I^ecca sia un originale,
mentre avvalora il sospetto enunciato dal Mariani
per gli altri tipi, che i copist i roniani abbiano etMi ge-
rat« le evcntuali reminiscenze policlctee dclf origi-
nale (e cid vale anche per la rcplica Lecca). Il
secondo sottotipo— cui solo spetta il nome di tipo
Rom. Villa Borghese, Park 46
Lansdowne — e rappresentato da tre eaemplari: Lans-
I downe, Pitti» Berlino 106. Il terzo (tipo Aegion) d
rappresentato anch’ csso da tre esemplari: Aegion,
Berlino 100. Napoli. I.*a noetra «tatua d differente
I da tutti e tre i «ottotipi, da cui si distingue, oltre
; che per il gettito della clamide, aggiunta dovuta al
| ooptsta (cfr. Rep. I, 161.3) e per la prewcnzadell’ ari-
| etc che ha stessa origine (efr. la rcplica di Trento,
Mariani, pg. 218, fig. 7), per la posizione del
j piede de«tro e per la muscolatura piü nettamente
policletea. Ma piü che la copia di un originale di
j rcuoIa policletea credo che hisogna vedere in
questa «tatua un’ opera di et& romana. In quanto
nlla testa, essa presenta tutti i earatteri del IV sec.
o del lavoro in mnrmo: solo il mento ricorda piut-
towto i tipi di etä policletea. Ma benche cid potrebbe
farcredere ad un’ opera del principiodel IV sec. nella
quäle si «arebbero combinnti gli influssi della nuova
generazione con le persistenze della precedente (cid
che tomerebbe assai opportuno per coloro che vogli*
I ono vedere in Naukydea di Argo 1* inventore di
questo tipo) persisto nel vedere nella «tatua un’ opera
di un eclettico romano.
2857 e 2858. Replica del Marsia di
Agram. Non «u M — D. Forae da identificarsi con
una delle duc «tat ue di Erhole menzionate al n° 2847 —
2851 ; forae anche da identificarsi eon la «tatua rieor-
data dal Brigcntius (libro I, pg. 70) eon i verai
«. . . hic gestans hiuneris horrenda Leonis f tergora
fl arm al its nodoso Robure dextram J eminet A leides . .•
Bestaun al oorpo: braccio destro, eccetto un brovis-
«irno tratto all* inizio, con l’attributo, braccio sini-
stro, i) membro, ambo i ginocchi, un breve tratto
! della caviglia destra» 1' alluce sinistro, un piccolo
tratto della pelle al dinopra del tronco. Tutti i
rcatnuri «ono in marmo di (’arrara, eccetto il roem-
I bro che d in cemento. l^a statua d in marmo pario
| della migliore qualitd. purtroppo assai giiosta dall’
(-«posizione all’ aperto. Riprodottn in Jahreshefte,
j X, 1907» pg. 321, fig. 05, donde Rdp. IV. pg. 128, I.
La rcplica Borghese d, come »tato di conservazione,
inferiore a quella di Agram; ha perö il vantaggio di
aver conaervato ambedue i piedi. Oltre alla terza
replica di Holkham Hall, ve ne ha forae una quarta
riprodotta in De CavaUertia» anno 1585, I,
tav. 61, dove d data come osistonte a Villa di
papa Ciulio. Etwa differiscc dalla nostra »olo per
la mancanza del troneo e per una differente; testa.
Non d quindi escluso ehe »i tratti del medesimo
pe/.zo. Una altra replica, dotata di una bcllissima
testa, d «tata rinvenuta reccntemente a Leptis
M.igna (belliHsima riproduzione della aoU testa
su!!’ Illuatrazione ltaliana, 1924, n° 47, pg. 672,
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47 X, 2859 — 2865
dove per una «vista e detto “Nettuno*'). II tronco
£ in qu«*stn statua altrvttanto hasso comc nella
replica ingle#«*, o nello «tato attunle di ronservazione
non «aprei dire sc superiormento «ia «pezzato;
ma non tni pnrc. In quanto alla data «1a imsegnare
all* originale, sott d’aceordo con Io l!ada«*zck
nel vedervi un’opera postlisippeji ; ma il confronto
con il ritratto di Attalo I e con la testa frmminile
rinvenuta a Pergamo ed ora a Berlino ( Springer-
Michaelis- Widters, X edix., fig. 794 — 795) dal cui
sguardo profond«) usocnte da «otto le sopracciglia
corrugate 081*0 11 n simile penaioro agitato, m’ in*
«lueono a datarv la «tatua verso la fine d«*I I II «ec. av.
Cr. In qimnto alla testa, non pertinente, ve«li i
niimeri segucnti.
2859 e 2860. Ritratto greco. Sovruppoato
alla «tatua prcecd«*nte. R«*»tauri: naso, orecchio
d«*«tro; la testa c unita alla »tatua di Marsis per
mezzo di una fetta modcrna. Per Io «tile e per la
fugtr ia della bar ha o dei capelli, la t«*sta da eon-
frontarsi c*on il ritratto di Kpicum riprodotto in
Brrnoulli, (Jriechisehe Ikonographie, tav. 19. d, e
sopratutto con il ritratto forse di Hermarco (ibidem
iav. 20). Anehe il ritratto di Fpicuro in Nuova York
ripnalotto in Delbrück tav. 25 va eonfrontat«» \m
«lata mi parc quindi ehe debba esscre collo» ata nelP
ultimo terzo «lei IV »ec. fra il ritratto di Ariatotele
e«l il Dentostene «li Polyeuktoa.
2861 e 2862. Figura femminilc amman-
tata. M — D 1459. Visibile anche in Aliimrl 17 579,
ma in piceolisaime proporzioni. Dal tenipo in cui fu
elencata dal Matz e «la quello in cui fu «'»«•guita la
fotografia di Aliuari. Ia statua ha camhiato poato
«lue volte. Rostauri: testa. nmlio le mani. quasi
tutta la base, ln jmrte dei piedi uscentc dal «lrap-
pcggio, un tratto «lei «Irappcggi«) ad «*s»i aovraatantc.
Iy.» parti nudc »ono state rscguitc in gesso «lurante
Ia guerra, e in questa occasione 6 stata tolta
ln testa antica, ma non pertim*nte ehe vi era
»ovrnpposta e ehe trovasi attualmente nel nmgazzino
«lelln villa. La testa, descritt« dal Matz-I)uhn,
e visibile sulla fotografia di Alinari. nonch«* su una
fotografia es«*guita |»er conto della Caaa Bruekmann
prima della guerm, e rappreaenta un*Afr«Mlite simile
all* Afrcxlite di Petworth. Ncssuna replica esatta
n me conosciuta. Un po* le si aecostano la statua
di Aristonoc di Ramnunte (’/;q. 1891, tav.
5) e la statua riprodotta in Iiep. IV, pg. 407. o® 7 c
quella da Cnido riproflotta in Rep. II. 242,5. St
tratta evident«*mente di una Variante dei tipo della
Urania «lella Sala «lelle Muse. 11 fatt«> che questa
Variante sia cosi isolata temlerebbe a«! eseludere
che si tratti della copia «»satta di un originale greco
Rom, Villa Borghf«e. Park 48
e ad attrihuire la Variante airartefice romano: ma
la storia doll* evoluzionc di qu<*8to motivo di figura
drappeggiata (che votliumo gia apparire sui vaai
attici della seeonda mcti «lei V wo.) e ancora troppo
poe«i studiata per poter «lire au cif» una parola defini-
tiva, Uhe il prototipo tu ppresentasse una Persefone
mi sembra aasai prolmbile, tantopiü che in tal modo
ben si eomprende il favore g«x!uto da ohso nella tipo-
logia funeraria di eta romana; ma non credo chi*
T originale doll’ Urania Vaticana »ia da identificarsi
con ln lVrscftme ritratta sul rilievo votivo eleusinio,
ripro«h»tto in Baumeister, pg. 416, fig. 457, caacndo
qu«*st’ ultima da «latarsi n«*I primo trentennio dei IV
»er. Invece 1’ Urania vAti«*ana, «lal «Irappeggiamento
assai simile al »Sofocle lateranense, dove essere datata
nella seeonda metA «iello stesso bccoIo.
2863 c 2864. Ce re re. Non au M — l).
Restauri: testa (in marmo). le punte «lei p«jlli«rc e
dcll' indice della mano sinistra. le estremita anteriori
«lelle spighe, il <*«>llo, la parte inf«*riore della veate,
j t pirdi. la baap. — L’ attributo «»asendo quindi in
parte antico, abbiamo probabilmente uno degli in*
numercvoli casi di una statua iconiea funeraria con
la defunta ident ificata con la Perwfone mistiea. Si
tratta di una Variante della Pudicizia dei Braeeio
Nuovo. Lista di repliehe in Amelung, Belve«iere
102 c c Lippifld, Cupieen, nota 246 al eap. XVII.
j Non solo la replica di Cherchell, ma «liehe la prima
I «lelle repliehe elencate da Amelung 6 munita «l«*gli
attributi di Persefone. P«*r «lecidere se si tratti di
una Variante «htvuta ad artisti nmiani o a«l artist:
greci, oceorrerebbe uno studio aceurato dei hasse-
rilievi ««'polcrali e delle teriwotte «‘IlenLstiehe;
tutta via ame s«*inbra che nuUa imix-disca di vederivi
una copia «li un originale greeo della stn-onda metä
dei secondo secolo av. C.
2865. Muhr? Restauri: (in cemento) testa,
collo, gmswo tratto d«*l jietto (in alto a «lestro),
nmbo le bra«‘cia «ron 1* attributo, un tratto dei pan-
neggio H«»tt<» la mnschcra. L' «*atn*mita della zampa
1 libern pt-ndente dal kolpo« manca; il panneggio
I sottostante d stato eoperto eol cemento con cu
sono «tat«* inipiastrati* tutte le »uture e le apezzaturc.
Manca imdtre 1* alluce sinistro ed un tratto triango*
Iure «lella base innanzi ad esao. I«a baao £ antica
cd a«lerente. Altezza, con i restauri e senza la base,
inetri 1.78. I^a »tatua fu qui trasportatn sotto
r Am minist razione Colonna — «otto la quäle furono
pure eseguiti gli attuali orribili r«*»tauri — traen-
dola dall* Antiquarium CVmiunalr. Kssa ^ quindi
idcntica con la replica di E--A 1993, cit-ata sotto
il n° 4, prov«*nicnte da porta Maggiore. 1,ä replica
di Ny C.irlsberg e riprodotta altresi in R«'»p. III,
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49 X, 2866 - 2868
119, 8. Cfr. ancora Lippold, Copieen, not» 72 al
cap. XV. ln quanto alla datazione dell' originale,
non credo ehe esso possa fand risalire alla gencrazione
di Prasaitele. ma ttttt* al piü a quella di Liaippo.
All’ etÄ di Prassitele invece farci risalire 1’ originale
dell« statua di Wörlitz (E — A 395). il cul motivo 6
»tato evidentemcnte ripreso dall* autorc deUa nostra
statua, modificantfblo secondo lo stile dt I suo tempo.
2866. Statuctta di Eaculapio. Föne, ma
difficilmente M— D 84. Probabilmente da identi-
fiearai eon )u »statuctta di Escutapio alla piedi ß 1(2 *,
menzionata nelTinventario delle antichita di G. B.
Della Porta (Röm. Mitt. 1893, pg. 239, n® 18). Da
una nota del Graeven aembra ch»» nl suo teinpo la
statuctta si trovnsae dictro il Museo. La testa,
certamcnte non pertinente, £ stata durante la guerrn,
r pcrciö dopo che fu caeguita la fotografia, sostituita
da una testa moderna, nd so cosa ne avvenne; non
mi parc che (da da idcntificnre con la testa ripro-
dott-a al n° 2871. Ln base eantica edaderenteedha
form» ovale; anche un tratto della elava. per un’ al-
tezza di 10 cm., & antico. Son di restauro il reato
della elava, con T avambraecio che lo rcggo, ed il
gomito; inollrc varii tratti del manto. di cui il piii
grosso e 1* eatremitA della picgu cadente dal ginocchio
destro. Il niarmo antico e a grana fina, um non cos)
fine oomc il lunensc; e inoltre assai luecntc, ma non
so se sia greco. Altezza, con la testa e senza la base,
ni. 1.3*1. — Is» statuctta si riattacca al tipo trat tato
dal Neugebauer in Asklepios (78° Winckelmanns*
Programm) e present« la Variante, che non ho ria-
contrato altrove cos) chiaramente espressa, delle
pieghe a zig -zag del lembo scendentc lungo la gamba
sinistra sopra Y omphnlos. Solo sulIa statua di Ber-
lino (Neugebauer III, 2) se ne scorce un timido
inizio. Naturalmente ai tratta di una Variante del
copista romano.
2867. Statua di Daco. Non su M — D. Gifc
ricordato dal Manilli. pg. 16 eomc esistente in
un luogo poco dbtante dall' attuale e giA sopra
T ara sulla quäle |>oggm attualmente, eon le pa-
rolc « mezza figura di marmo assai maggiore del
naturale, d' un Part ho prigiono . Ricordato anche
dal Montelatici, pg. 16 con Ic parolc •mezza figura
an/iea di marmo, assai maggiore del naturale, che con
ambo le mani legale d' avant i in sembiante di gran
mestizia, rappresenta un Partho fatlo prigione.
Posa questa grande figura sopra un sarcofago ,* ecc.
(acglie la descrizione dell“ ara dcscritta nel n®
aeguente). Anche allora i due pczzi trovavansi
entro un’aroo. differente perö dall’ attuale. Ricor-
data infine clal Brigcntius (I-ib. 1, pg. 8) con i ver-
ai r mneula captivum religant ubi bellica Parthum /
Rom, Villa Borghese, Park 50
hfne latus addex trum deilectit nostra mcaturn / semita*,
etc. Dinienaioni doppie del naturale. La testa in
marmo bianco, il corpo in marmo giallo con venatnre
azzurrc. Parte posteriore eaeguita assai sominaria-
mente; un grosso «punto di differimento» A visibile.
Nuso e qualche tratto delle ciocche e delle soprac-
ciglia re« taurate in cemento. I^a statua sembra ehe
inferiormente preeenti un taglio netto. — La posa
e uguale a quella ehe troviamo nella statua di Daco
harbato del Museo Chiaramonti ( Amelung I.Taf.57,
n° 536), dove le parti nude sono anch’ esse in marmo
bianco ed il pnnneggio in marmo colorat-o e la partc
conservata delle brnccia e delle gambe e presso a poco
ln medesimn. La stessa tecnica dei due marmi la
troviamo anche nelle Otto statue di baibari pro-
! venienti dal monumento adrianeo, attualmente so-
pra V arco di Costantino ( Rep. III. 61 , 8.9 Beilori.
Veteres Arcus Auguttorum. 1690. Tv. 23; un fram*
mento al Museo Capitolino: St. Jones, tav. 7. nü 21 ).
Il nostro pezzo ö pregevole anche per Io stato di
conscrvazione. Cfr. altresi P Atlante di Ny Carlsberg
tav. 56. n® 676. 677; Amelung I tav. 1, n° 9; tav. II
| n° 127 ; tav. XIV n° 1 18; Museo Torlonia II. tav.CIU
n° 412, assai interessante pcrche non tenninato.
1 Tutti queeti monumenti sono di dimensioni superiori
al naturale, come il noHtro pezzo. Sono da confron*
tarsi infine i due barbari in marmo nero del Palazzo
dei Conservatori (Bocooni, pg. 119, n® 3 e 7) e le
due statue colossali di Frigi rinvenute a Corinto
I (A. J. A. 1902. pg. 7 e segg. con figure e tavola
aniunse), indubbiamente di poco posteriori alle
| statue di barbari della ('apitale.
2868. Ara funeraria iseritta. Non su
M- D. L’ iscrizione 6 riprodotta in C. I. L. VI 1924.
dove & anche riportata la bibliografiti anteriore, fra
cui i passi del Manilli e del Montelatici. Altczza
| massima. m. 1,70; larghezza mossima in. 1,25; pro-
! fonditä m. 0.70. Orcio e patera «ui lati. — I«a petti-
natura della moglie e quella di Domizia. ma quella
del marito A quella di Traiano (Bernoulli, II. 2,
tav. 24), con cui il pernonaggio ra ppreten ta to ha in
comune anche la stilizzazione dei tratti fisiognomici.
| Cfr. altresi il personaggio rappresentato ibidem.
tav. 27. La forma del busto A un po’ mono complcta
| di quella del busto capitolino. eiö che puö anche di-
penderedalla tirannia dello spazio.Tuttavia sia nota to
I che il busto del marito premorto ha una forma legger-
mentc piii stretta di quello della moglie, beneid
questa abbia una pettinatura piü antica, il che si
spicira facilmente supponendo che la vedovn abbia
| scelto per se un ritratto da giovane. Anche lo stile
I delle pieghe fa scendere V esecuzione all’ inizio della
1 otk trai Alien. Lc pupille (un semplice punto in
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51
X, 2560—2878
Rom, Villa Borghese. Park
52
origine), sono assni corrose. La decorazione dd
coronamento (cfr. Alimann. Römische Grab-
altäre, fig. 44, di etä flavia) non contrasta eon
qucsta datazionc. Questo monumento e interessante
perchö fomisce una data ahhastanza precisa, che
puö easere utile agli epigrafisti e soprntutto agli
Studiosi della storia delle magistrature romanc (su i
<viatorfS» vedi Mommaen, Staatsrocht, III odiz.,
pg. 360- 362).
2869 e 2870. Testa chiomata con her*
retto frigio. M l) 911. Forte asimmctria fa-
ciale, che dimostra che la statua era volta verso
la piopria destra, ilche perö non ci aiuta a deeidere
se si tratti di un Paride, di un Ganimede, di un
Attis. di un Mitra o di un Genio mitriaco. Ncsuuna
replica esatta a me conosciuta; tutto al piü cfr.,
per la direxione delk> sgunttlo e degli occhi, il Paride
aeduto della Galleria delle Statue (Amelung II,
Tav. 47. n° 255) e, per la disposizione dei capelli
sulla fronte, la testa di Woburn Abbey riprodotta
in Furtuängler, Statuencopieen im Altertum,
tav. VI.
2871. Testa barbuta. Non su M— D. La
testa ha assai sofferto per T umiditä, si che non si
puö dire nulla di preeiso. In alto, un ciuffetto di
capelli, appena pereettibile in fotografio. Sembre-
rebbe ln copia di un ritratto di filosofo greco,
ma il lavoro non mi sembra romano. Forse proviene
da un altorilievo.
2872 t 2873. Ritratto virile romano.
Non .su M— D. Assai corroso dalle intemperie. Il
naso restaurato e di nuovo caduto. Meta del III aee.
dopo Cristo. Cfr.. oltre che i ritratti degli imperatori
del tempo (soprntutto Traiano Decio), E— A 1447
(cosidetto Sertorio di Erbach) ed i ritratti ripto-
dotti dal Rodcnunldt in Zeitschrift für bildende
Kunst. N. F. XXXIII, 119—123«
2874. Frammento di bassorilievo. Non
su M — D. Marino di irrana finissima, differente
perö dal niarmo di Carrara e differente anche dal
marmo del bassorilievo di cui al nuitiero seguentc.
II pezzo ö »tato collocato con la partc posteriore
piatta in modo che si presentasse all’ obbiet tivoeome
si presentava ullo spettatore quando faceva paite
del!’ intiera »tele. Distanza dalla radice del naso alla
punta del mento. cm. 1 1 Va — I particolari stili-
»tici si ritrovano frequentemente su stele funerarie
della fine del IV sec. ( Utberschntidung nell* ocehio
sinistro) e nulla. all’ infuori della qunlitn del marmo,
impedirebbe di vedervi un lavoro uttico; forse si
tratta di un’ opera provinciale o di un artista emi-
grato.
2875. F rammento di altorilievo. Non su
[ M — D. La lastra 6 rotta irregolarmentc tutto in-
torno. Distanza dalla radice del naso alla bocca
cm. 6*4. Marino a grnna di media grandezza, diffe-
rente da quello del bassorilievo trattato nel n° prece-
dente. — La bella testa di vecehio e indubbiamcnte
un ritratto; duhbio e peiö se il frAmmento provenga
»la un rilievo funerario. Stilisticämente la testa va
confrontata eon il ritratto di Epicuro, quäle ci ö dato
dal!’ esemplare di Nuova York (Bull, of the Metro*
| politan Mus., VI, pg. 150; ripr. Delbrück, tav. 25;
per il confronto, sono assai piü adatte due magnifiche
fotograiie all' Istituto Germanien): sopratntto gli
occhi e la zona liscia sotto 1* ocehio sonosomiglian-
tisaimi). Perö si ritrovano nella nostra testa alcuni
caratteri piü tardi, quali un maggior movimento
nei capelli e nelle ciocche della barba, eleinenti che
la riaccostano ai ritratti della prima etä pergnmena
(ad <>». a quelli del Br. Mu»., Smith 1800 e 1801)
ed al Galata del donario attalico in Venezia ripro-
dotto in Bulle, der schöne Mensch, tav. 223.
senza perö giungere coal basso. Il pezzo va quindi
datato nella seennda generazinne del teizo secolo
av. Cristo.
2876 e 2877. Ritratto virile romano
idealizzato. Non su M D. Naso di restauro.
corona assai lacunosa, si da render impossibile
1* ident ifieazione della pianta da cui c forraata; la
pupilta e stata fortemente invrandita in etä modema,
ma non dubito che in origine vi fosse un semplice
piccolo punto. quäle noi lo troviamo sull* Am Paris;
il |m*zzo ha subito una forte rilavorazione, di cui si
scorgono tmcce evident i sulla guanria sinistra. —
La doppia fila di riccioli fa pensare all* ctä di Domi*
! ziano (Cfr. la testa del Louvre, Gimudon 1328
Bcrnoulli, s. v. Domitian, n° 11, nella quäle
perö la fila superiore delle ciocche £ modema).
1 Cfr., per lo »tile, i due littori dell* arcu di Tito
riprodotti in Strong, La scultura romana, pg. 111,
I fig. 73, che prosentano la stessa aria un po*
trasognata e lo ateeso ocehio aperto ed assai
incavato.
2878. Statuetta di Musa. Non su M — D.
Ixi statuetta ha una posizione leggerniente diago-
nale rispetto all* obbiet tivo, t*»l che le proporzioni
sono licvissimamente falsate. Altezza m. 1.20.
Anche qui le superfici lavorate sul braccio sinistro
e sul piede sinistro dimostrano che le parti man-
canti erano lavorate a parte. La testa era ad insor-
zione. I,a parte posterior«* ö lasciata rozza. Marmo
n grana grossisMinm. Anche qui si notano 1c misure
inferior) al normale che troviamo piü o mono nelle
j altrc repliche (E— A 2300: m. 0,94 con hi testa non
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53 X, 2879 — 2881
pertinente; ChUmmonti 174 B: m. 0,86 scnza U
testa; anche le repliche Pamphilj — . W, eatzinger 7
Napoli = Watzinger 6 aono inferiori al normale) e
che troviamo in un’altm delle .Muse del rilievo di
Archelao (cfr. N° 2802 - 2803).
2879. Statua di Apollo. Non au M — D. Le
parti qut muncanti aono state restauratc durante
la guerra in eemento, in modo che il dio foase rap-
prcsentato in atto di auunare una cetra jkjggiata
sul pilastrino; dai monconi di ferro rimasti hi deduec
che anche prinm la Mtatua cra statu restaurata cos).
Si notino i ttandali, i riecioli sulla spalla (quello
sinistro huI manto) cd il profondo intacco all* inizio
del membro. 1-a base £ adcrente. La parte inferiore
üino all* ombelico, e in marmu a grana fine, pro-
babilraente lunense, a venature azzuire; la parte
superiore in marrao a gruna grosaa. L* omero
ed il principio del braccio destro aono attualnientc
in eemento; probabilmente anche allora (la foto*
grafia ö stata eseguita prima della guerra) tratta-
vasi di restauri. Ix* dimensioni sonn superiori al
normale. — La parte inferiore 6 una repliea di dis-
creta fnttura. delP Apollo di Cirene, di cui il Klein
ha elencato nitre sei repliche ed una Variante
(Praxiteles, pg. 162 — 163. not-a 1, tipo IVf, Halb-
gekleidet; del n° 2 lo stesso autorc preseutu una
fotografia in Gr. Rokoko, pg. 125 e «egg., fig. 56).
Alle copie ivi elencate aggiungi Rep. III 20,2 (Ermi-
tage); III. 20,5 (Cherchell); IV, 50,5 (Miuec Alaoui);
Mendel, pg. 317 n° 114. a Costuntinopoli. Se infinc.
come v jirobabile, tutte o qualcuna delle «tu tue
riprodotte in IX* CavaUeriis III. 7 e IV, 92, coin-
cidano eon qualcuna ddl’ elenco del Klein, oocorre-
rebbe ancora indagare. Sul tipo parla anche Ami*-
lung nel testo a Br- Br 593 cd infine il Klein in Gr. j
Rokoko, pg. 127. L* originale non puö a mio avviso
essere anteriore all» aeconda raetk del III »ec. av. C.s
basta per escludere la datuzionc nella generazione
di ScopA c Prassitele. il tipo del viao e degli oechi,
ben viaibili nella fotografia riprodotta nell* articolo
di Ainelung, ed il gettito delle pieghe ehe ritorna
in tante statue riprodottc dal Klein. Ix> varianti
della noatra statua (sostegno, sandali, decomo Hella
piega tra i due piedi), sono certamente dovute al
eopista. Li jmrte superiore puö derivare da una
Variante del medesimo tipo: ma puö anche avere
appartenuto ad una statua di Dionysos in simile
atteggiamento.
2880. Statua virile di stile areaico. Non
su M — D. Orn all* Antiquarium, nella prima sala. —
Sulla stutua ha trattato lungurnente il Della Seta
in Bull. Com. 1908, pg. 1, e »egg.; fotografie da tre
lati nelle tavole I — III. La prima c ripetuta in Rep.
Rom. Villa Borghese, Park 54
I
IV, 362,3, dove nel teato ö detto trattursi di Traiano
J Deck), equivoco dovuto all* ultimo verso del Brigen-
tiu» citato dal Della Seta: *tu Romae , Traiane
Decus» . — Avendo avuto agio di oeservarc la statua
| nel Magazzino Archeologico, insieme con il Dr.Kaach-
nitz ed il Dr. Ed. Schmidt, siamo giunti ulla eon-
clunione che il polpaccio destro, aasai corto rispetto
ni femori ed a tutte le proporzioni della statua, pur
^ non essend« dello stesso marmo e dello ateaso rcatau-
) ratore del polpaccio sinintn», non ö dello marmo fiel
I torso; che anche i piedi. che formano tutC unocon
I la base e la parte inferiore del tronco. sono differenti
I per marmo e per lavorazionc dal torso; e che non
] ö escluso che il polpaccio destro poasa appartenere
| ad essi e che i due pezzi possano essere antichi.
Certamente moderne sono inoltre le hraccia (il brac-
cio destro e rcstaurato giustamente, ina la mano
stringeva probabilmente una lancia poggiata a terra;
il braccio sinistro ö certamente troppo distante dal
corpo, contro lo stile del tempo), i lembi del man-
tello (lo stile delle pieghe e differente da quello della
parte antica ; inoltre I’ a vanzo di puntello sulla eoscia
ninist ra sta ad indicare che il manto giungeva sin li)
e la parte superiore del tronco (che in antico giun-
geva probabilmente solo sino all'altezza della trat-
tuia fiel ginocchio). Anche togliendo alla statua
quella origiualitA che il Della Seta (che non ebbe
tutte le comoditA che ho avuto io nell* esame del
marmo) volle vedervi, essa rimane per noi un inter-
! eesantissimo e rnrisaimo esempio di una copia
di un originale greco contempo raneo al frontone
orientale di Olimpia, sull* immagine di una delle
cui figure virili ritte penso che si debba restaurare
la statua.
2881. Statua di atleta in atto di
ungersi. Non hu M D;oraall* Antiquarium Oomu-
nalc. Su queata statua ha gik parlato il Mariani
in Bull. Com 1919, pg. 139 -146. fig. 14. La
statua c visihile, in piccole proporzioni, sulle vedute
della facciata del Museo in Alinari 6798 e Ander-
son 440. Alle notizie ivi datc dal Mariani aggiungi
che forao la statua va ident ificata con una delle
*due statue di Gladiatori » citate dal Manilli a pg. 40
e con *r Eroe vestito atta militare con la corazza in -
dosso et uno scudo tondo in mano con una testa scotpi-
tavi nel mezza* citata dal MonteUtici a pg. 22,
J salvo che invecc non si tratti del ^Gladiator e con
I r elmo in capo e la spada in mano» deoeritto a pg. 1 68.
Anche il Brigentius (lib. 11 pg. 25) parla di un
| « Gladiator Arena j hinc velut in media
i pugnut».
Digitized by Google
55
X
Bibliograf ia
Manilli, Villa Borghese, Roma, 1650.
L). Montelatici. Villa Borghese, Roma, 1700.
A. Brigcntiu«. Villa Borghesia poeticedcsoripts,
1716.
In Ouattani, Memorie enciclopediche, III,
pg. 93, si jmrla «li un catalogo di Villa Borghese
com pi lato dal Pacetti, ehe pero non so se »iu statu
poi puhblieato.
Per aiutare coloro che volessero eventual*
mente ritrovare le statuc esistenti n Villa Borghese
— aieno esse o no riprodotte nel presente lavoro —
ho accluso un elichC* con la pianta della villa, tratto
da una pianta mesaami gentilmente a disposizionc
dal Direttore, Oav. Galimberti. Ln Villa £ divisa
in otto zone; i numeri eorris|>ondono a quelli
dcll* attuale serie delle K— A; le lettere greche ai
pezzi non fotografati di cui qui presso si da la
»piegazionc.
Zona 1
(fra Porta del Popolo, i Piloni Kgizii cd il (»iardino
del Lago).
Come e noto. questa parte fu aggiunta a quelln
piil nntiea nel principio del seeolo «corso e vi lavoro
il Canina.
0
2785. Si trova sul prato a sinkt ra del Vialc del
Fioeco. Li presso e il «arcofago «li Prosenete (Matz-
Duhn, 2453) ed una colonna au cui rimane la pari«*
inferiore di una statuetta, che forse d P avanzo
delP Aselepio eleneato in M -D 84.
2786 e 2787. Si trova sul lato destro ddla
fontana del Fiocoo.
a) Si trova «ul lato »inistro della fontana del
Fioeco. M- 1) 1534. Copia della eoaidetta „Spinne-
rin“ di Monaco. Riprodotta nclla monografia del
Flasch, die sogen. Spinnerin, pg. 8.
ß) Nel mezzo della fontana del Fioeeo. M 1)78.
Aselepio, rirordato dal Kjellberg, Asklepios, pg. 37,
N. 20, e dal Neugebauer, Asklepios, pg, 51, Nota 197,
N. 10. K riprodotto. con tutta la fontana. in
Alinari 20198 a, Andereon 2912, Moscioni 6174.
2788. Su un vialc che conduce all’ Istituto
Internationale di Agricoltura. AI suo poato trova*
vasi anteriormente il Dionysos eleneato in M I) 384
(ora all* Antiquarium comunaie).
y) dirimpetto all;» statua precedente. Una
delle due erme ricordate dal M — D 321, 326; dove
»ia amlata a finire V altra. non «o. Altezza, dal ver*
tiec del capo sino alla base del phallos, cm. 104;
Rom, Villa Borghese, Park
50
larghezza de! fusto em. 30; profonditii del fustn
cm. 24.
«*) Süll* areo di ingresao al (liardino del Lago.
Statua virile nuda, M D 1070.
Le due figure femminili ammantate eleneato in
M— D 1383 e 1465 non sono riuseito a trovarle.
I
Zona 11
( (liardino del Lago).
2789. Nella cella del tempio di Esculapio.
#) Statua di Apollo M — D 227. La denomi-
nazione «• basata unienmente sui restauri. Acroterio
centrale «lei tempio.
C) Nike M D 923. Ali di latta ; sono di restauro
il braceio »inistro con il aerpente, 1* avambraeoio
«lestro eon la patera. Quindi ne Nike, n»* Hygicia.
Gli attributi bann«» seambiato la mano da cui sono
generalmente tenuti, il ehe deve unicamente nttri*
buirsi al desiderio di «immetria con 1* altra statua
p«»sta sul!' acroterio sinkt ro.
r4) Nike 922. Ali di latta; le braccia non mi
sembrano di restauro. Evidentemente il restau*
ratore ha voluto ehe la statua rapprcMUitusse una
Nike jht eolui ehe la vedease «li fianco e ia figlia «li
Eseulapio per ehi la vedesse di facciä.
i>) Artemis M— D 670. |
i ) Artemis M D 682. |
x) Figura virile nuda I
marciante M-D 1079. I
>) Herme» M— D 170. j
fi) Figura virile nuda
M-D 990.
r) Hygicia M— D 864.
i) Figura femminile am-
niantata M-D 1560.
o) Erote seduto M — D 526. Su una colonnett«
presso il vinle centrale.
Lc statue elencate in M~ 1> 990 a ( Figura virile
nuda), 128 (Herakles), 492 (Pan), 1411 (statua fern -
minilc seduta; ricordata dal Lippold in Ath. Mitt.
1918. pg. 66) non sono riuseito a trovarle.
2790 2795. Sui pilastri del canccllo sulla via
Appia Felix.
.*r) M — D 10. La testa, una volta di Zeus, £ st ata
ca m hin tu e rappresenta una figura giovanile.
(») Apoll«, M D 220.
n) Afrodite M-D 737.
r) Figura togata M — D 1224. La toga $ di
foggia repubblieana.
Il tempio di E»eulapio d visibile in Moaoioni
6181, 6182, 9001, 9002.
Lato «inistro del
tetto del tempio.
Lato posteriore del
tetto del tempio.
| Lato destro del
tempio.
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57
X
Rom, Villa Borghese, Park
58
3
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Villa Borghese
59
X
Rom, Villi Borghefte, Park
60
Zona II!
(Porti co dei Leoni).
2796. Addoftftato aUa parcte efttema del portico.
2797 — 2805. Infisai nella parete interna del
portico.
v) M— D 844. Forse Ermafrodita, forse un
Bemplicc Priapo. Sono conaervati, oltre il tronco, i
femori ed il ginocchio sinistro. Altezza massima,
m. 1,35.
»/) M — D 509. Non un Priapo, ma un fanciullo
con frutti nel grembo (petto infantile, non femmi-
nile). Altezza massima. cm. 40. Appartengono allo
stceso tipo Rep. II, 432, 7 ; IV, 208, 2.
X) 11 rilievo M — D 4029 non c’ü piü, n6 so dove
»in andato a finire. Perö nella parete vi e una
traccia. le cui dimensioni corrispondono a quelle
datc dal v. Duhn per questo pezzo.
Zona IV
(Fra il Giardino del Lago e 1* Uccelliera).
2806. Nel tempio di Antonino o Fauatina.
2807. Presao la cosidctta «Prospettiva» .
2808. Preaao il Prato dei I)aini.
2809 t 2810. Nel giardino Zoologie«, presao
P ingresao.
Delle quattro statue togat« elencate in M— D
1300—1303, due aono riprodotte sotto inn. 2835—
2839. Le alt re due non sono riuacito a trovarle.
Zona V
(Uccelliera).
2811—2815. Sulla atrada che conduce al Parco
dei Daini.
V») Sopra il tetto doll* Uccelliera e perciö non
fotografabile a causa deU'altezza. Sopra un busto
barocco: ritratto dell’ eta di Commodo. Guance
imberbi, capelli ricci, pupille inciae, testa e sguardo
Tolti leggermente a destra. Restauri impoaaibili
a controllarsi.
2816—2833. Parete orientale della seconda
parcella dell’ Uccelliera.
2834. Parcte oecidentalc della terza parcella
dell’ Uccelliera.
<«>) Sopra il tetto dell’ Uccelliera. Non foto-
grafabile a causa della altezza. Testa barbata ; per
quel ehe sembra, di ottima produzione. Korse filo-
sofo greco del quarto secolo av. C.
A) Ritratto romano dell’inizio del terzo secolo
d. C. Su un busto contabulato, probabilmente
pertinente.
Zona VI
(Piazzale innanzi al Museo).
2835 - 2841. Addossatc alla facciata anteriore
del Museo.
2842 e 2843. Sulla balaustra che circonda
il piazzale.
D) Statua togata con testa femminile.
Zona VII
(Piazzale dietro il Museo).
2844- 2862. Sui pilastri che circondano il
piazzale.
r) Repüca del coaidetto «periboetoa» del
Museo Capitolino. Esccuziond trascuratu. Assai
restaurato (gamba destra d ft sotto il ginocchio,
mano sinistra, braccio destro, parte superiore del
tronco, parte inferiore della nebride, naso, orecchio
destro).
J) Piccolo frammento di una statua di Priapo.
Di antico non vi & che il corpo e le braccia che reggono
I il manto ripieno di frutta. Cfr. R£p. Il, 73,5; 73,6;
74,2—7. Forse ricordato in Manilli, pg. 140, con
le parole •Una Statua d' un Servo vecchio che porta
dinanzi con amhe le mani, un panno grande pieno
di uva e <f altri frutti ». Forse, ma meno probabil-
mente, da identificarsi con la statua menzionata
nell’ inventario delle antichita di G. B. Della Porta
(ROm. Mitt. 1893, pg. 242, N® 87) con le parole
$Una statua di Vertuno , dio delli ortit al naturale*.
Zona VIII
(Presao porta Pinciana).
2863 e 2864. Arco di trionfo presso la latte-
ria; lato sinistro.
2865. Arco di trionfo presao la latteria; in
mezzo.
2866. Arco di trionfo presso la latteria; a
destra.
2867 c 2868. Sotto un arco di mattoni in
| via di Porta Pinciana.
E) Bassorilievo rappresentante un toro con-
dotto al sacrificio, incaatrato a grande altezza nel
lato interno della porta dei Cavalli Marini. Altezza.
circa un metro; larghezza, m. 1,60 circa. Gi&
ricordato dal Montclatici, pg. 6, come esistentc
nello stesso posto dove trovaai tuttora, con le parole:
•un mezzo di rilievo antico di marmo in cui si mira
scolpito un Toro condotto da due Vittimarij al
Sücrifizio*.
Gruppo IX
(Deatinati altrove).
2869 — 2877. Serra ^del giardino del lago.
Z) M— D 1153? (fanciullino, simile a </).
2878 e 2879. Uccelliera.
//) Copia del satiro riprodotto in Amelung,
Kat. der Vat. Mus. I, pg. 47, n® 32, Taf. 5. Manca
la testa, le braccia quasi per inttero, le gambe da
sopra il ginocchio in giü.
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61
X, 2882-2807
Rom, Palazzo Barberini
62
2880 e 2881. Antiquarium Comunalc.
N. B. Le fotografie sono state eseguitc dal
valente otografo Cesare Faraglia sotto la mia dire-
zione eccetto i n. 2780, 2847, 2852, 2853, 2854,
2860, 2879, 2880, 2881, eseguiti prima della guerra.
Rom.
Palazzo Barberini.
(Ergänzungsangaben von W. Amelung und
P. Mingazzini. Die Verfasser der Texte, Arndt und
Lippold, haben einen Teil der Originale nicht zu
Gericht bekommen.)
2882 2884. Wiederholung des Area Bor-
ghese mit aufgesetztem Kopf des tAlki-
bi&des«. M-D 1323. Doc. ined. IV, 40. Phot. d. j
röm. Inst. 121. Hoch ohne Plinthe 2,03 m. Der j
Körper aus großkrystallinischcm, gelblichen Mar-
mor, der nicht zugehörige Kopf aus feinkörnigem
grauen. Sehr geputzt. Die äußeren Teile der Plinthe
sind ergänzt ; der Stamm antik, aber nicht zugehörig.
Ob die Beine, deren Stellung von der des Ares
Borghese abweicht, modern oder nur falsch an-
gesetzt sind, ist erneut zu untersuchen. Die Unter-
arme siud jedenfalls ergänzt. Die Formengebung
iat gegenüber der der Pariser Replik übertrieben.
Vielleicht war der Typus in unserem Exemplare
zum Porträt verwendet (vgl. Lippold, Kopien
8. 181 f. und Text zu E-A 2782). An dem Kopf
iat die Nase ergänzt, die Augensterne modern ein-
gegraben und namentlich die Brauenbogen und der
Bart an der Seite stark überarbeitet. Uber seinen
Typus vgl. zuletzt Amelung bei Helbig* 88 und
Poulsen, Ikon. Miscellen (1921), S. 72, Anm. 4.
2885. Heraklesstatuette. M-D 95. Höhe
des Antiken 0,45 m. Das Löwenfell mit den Fingern
ganz überarbeitet. Keine Ansatzspur für die Keule, i
Umrissen© Brustwarzen. Motiv de« Herakles Lans-
downe, aber stilistisch nicht verwandt.
2886- 2889. Knabenstatue mit aufge-
setztem Kopf des WestmacottBchen Ath-
leten. M-D 1111. Furtwängler, Meisterwerke 502,
Anm. 1. Zum Typus: Anti, Mon. dei Lincei XXVI,
689 ff. Hoch 1,48 m. Der Körper ist nicht poly-
kletim hen Stils, sondern nach den weicheren Formen
Kopie eine« Werke« des vierten Jahrhunderts. Der
Kopf von ziemlich flauer Arbeit.
2890. Replik des polykletischen Nar-
kisaos. M-D 975. Furtwängler, Meisterwerke,
S. 483, Anm. 3, Nr. m. Höhe des Antiken 0,66 m.
Der ganze reihte Arm sammt Hand modern. Das
antike Fragment im modernen Kopfe kann nicht j
zugehören, da von feinkörnigerem Marmor. Gute
Kopie.
2891. Statue des Herakles. M-D 94. Doc.
ined. IV, 21. Hoch 1,55 m. Das Löwenfell umgclegt
wie beim Herakles Chiaramonti-Albani (Br- Br 609):
wahrscheinlich ist die Statue nur römische Com-
pilation. Vgl. Gail, delle Statue 256.
2892. Knabentorso. M-D 189. Overbeck,
Kunstmythologie dos Apollon, S. 258, A. Höhe
de« Antiken 0,87 m. Großer Eisenstift in der linken
Weiche. Große Flicken am Ansatz der Ober-
schenkel; auch die Schamparticen sind ergänzt. Vom
Delphin ist auch der Ansatz der Schwanzflosse er-
halten; da die Ergänzung dieser Reste zu einem
Delphin das Richtige zu treffen scheint, könnte
man an Palaimon denken. Formen de« 4. Jahr-
hunderts.
2893. Männliche Statue. M-D 186. Hoch
2,07 m. Den gebrochenen, intacten Kopf halten
Amelung und Mingazzini für sicher alt und zu-
I gehörig. Die Plinthe und der ganze »Omphaloe«
| sind modern. Eine Deutung können wir nicht geben,
i Bemerkenswert die absichtliche Verhüllung der
i ScliAmgcgcnd: darnach wohl römische Erfindung
(vgl. Lippold, Kopien, S. 189, 196).
2894. Laufender Gallier. M-D 1094. Die
Deutung ergibt sich aus dem Gürtel (Kekule, 69.
Berl. Winckelmanns- Programm, S. 9 ff.). Es ist
ausgeschlossen, daß der den Galliertypus vorzüg-
lich wiedergebende Kopf von einem Ergänzer älterer
Zeit erfunden worden wäre. Er muß also antik
sein. Neuer Typus, nicht pergameniBch.
2895. Isis. M-D 667. Hoch mit Plinthe
1,51 m. Die linke Hand faßte dA« Gewand. Die
Deutung ist durch den Kopfschmuck (Mondsichel
und Ähren) gesichert. Genaue Wiederholungen
sind nicht bekannt. Vgl. Bulle, archaisierende
griechische Rundplastik, Taf. IV, 31. über Isistypen
archaistischen Stiles s. auch Eduard Schmidt,
archaistische Kunst, S. 64, Anm. 24.
2896. Weibliche Gewandstatue. M-D
1500? Der Hals scheint zwischengeeetzt, der
Kopf aber antik zu sein. Nach dem Stand und der
Faltenbchandlung Kopie nach einem Werke noch
de« 5. Jahrhunderts. Der Kopf mit seinem runden
Stimabechluß könnte der nämlichen Zeit angehören.
Die Plinthe offenbar modern.
2897. Wiederholung der Hygieia Hope.
M-D 1508. Hoch ohne Kopf 1,22 m. Geringe«
Exemplar. Die Schlange (Ansatz für das Kopfstück
am Gewand oben) nicht über die Schulter, sondern
am Boden wie an der Replik der vatic&nischen
Gärten: E-A 782. Zum Typus zuletzt: Amelung
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Koni, Palazzo Barberini
64
65 X, 2898- 2915
bei Hclbig* 1541. Hinzuzufügen die Replik in Kon-
Htantinopcl : Kat. Mendel 111, 808.
2898. Weibliche Gewandstatue. M-D1388.
überlebensgroß. In der Anordnung de« Gewandes
Figuren wie der Artemesia vom Maussolleum und
der Vestalin: Hekler, röni. weibl. Gewandstatuen,
Fig. 25, verwandt.
2899 und 2900. Weibliche Gewandstatue.
M-D 1394. Hoch 2,28 m. Zu M-D’a Erganzungs*
angaben hinzuzufügen: Plinthe, beide Füße, Ge-
wand unter dem rechten Arm längs der Hüfte. Die
Figur hatte di** Rechte hoch aufgestützt: Scepter
oder Thyreo« ? Neuer und interessanter Typus des
4. Jahrhunderts in guter Ausführung.
2901. Fortunastatuette. M-D 880. Hoch
1,56 m. Dem Typus Braccio nuovo: Helbig3 27
verwandt, aber nicht Replik. Gering.
2902. Demeter-Statuette. M-D 610. Hoch
mit Plinthe 0,85 in. Ergänzt auch das Oberteil
des Diadems. Geringe Wiederholung der am besten
in der Pourtales’ sehen Bronze: Bronze» Greau. pl.
XLI wiedergegebenem Erfindung. Vgl. Hekler, röm.
weibl. Gcwandstatuen 8. 177; läppold, Kopien 215.
2903. Weibliche Gewandstatue. M-D1546.
Unterlebensgroß. Kleiner Kausch des Himations
über dem Wulst zwischen den Brüsten. Erfindung
des späteren 4. Jahrhunderts.
2904. Artemisstatuette. M-l) 700. Ähn-
lich, aber nicht genaue Replik : Museo Torlonia Nr. 9.
2905. Weibliche Gewandstatue, als
Urania ergänzt. M-D 1488. Hoch ohne Kopf
1,12 m. Eine Wiederholung nach Eduard Schmidt
in Frankfurt a. M. Das Gewandmotiv kehrt sonst
am Ähnlichsten wieder bei der Statue Museo
Torlonia 228, die ebenfalls den linken Fuß auf
eine kleine Erhöhung setzt. Verwandt ist auch die
»Urania« Berlin 222 (Watzinger, 63. Bcrl. Winck.-
Progr., S. 9, Abb. 4). Die Barberiniache Statue
zeigt die früheste Fassung: wohl noch 4. Jahr-
hundert.
2906. Mädchenstatue. M-D 1553. Hoch
1,55 m. Ergänzt: der rechte Fuß mit Gewand und
Ecke der Plinthe. Der Kopf ist antik, wie man an
der Oberfläche des Hinterkopfes erkennt; das Ge-
sicht ist stark übergangen und geputzt. Der Kopf
ist eingesetzt. Replik in Florenz: Clarac 775, 1932
(im Gegensinne abgebildet). Zur Oewandanordnung
sind zu vergleichen die Figuren aus Magnesia:
Reinach, rep. IV, 410, 8 lind 421, 3, sowie Palazzo
Doria-Olympia: E-A 2296, die aber jünger sind.
2907. Weibliche Gewandstatue. M-D1506.
Auch von Moocioni photographiert. Hoch 1,9-4 m. J
Zu M-D's Ergänzungsangabeu hinzuzufügen: der |
ganze rechte Arm, der linke Unterarm, große
Teile des Gewandes über den Füßen, sowie Füße
und Plinthe selbst, Flicken im Gewand. Nach einem
Vorbilde frühestens des 3. Jahrhundert«.
2908. Fortuna ( ?). M-D 1388 ( ?). In der
Gewandanordnnug verwandt ist die Berliner For-
tuna 154, die aber archaisierende Züge beimischt.
Nach der hohen Gürtung und der Gewmndmaase
zwischen den Beinen hellenistisch.
2909. Höre. M-D 832. Hoch ohne Kopf
1,275 m. Puhl, von Amelung, Ausonia V (1910)
p. 1 17, fig. 5; dort die genauen Ergänzungsangaben.
Die Figur hat Blumen und Zicklein, wie sonst die
Frühjahrshore auf Campana- Reliefs ( Rohden* Winne-
feld, Architekt. Tcrracottcn, Tafel XL VIII und
8. 89 ff.), trägt aber die Blumen im Bausch des
Gewandes, nicht, wie jene, in einem Korb in der
Linken. Die Gewandanlage ist von Amelung mit
der eines Reliefs im Louvre (a. a. ö. fig. 4) ver-
glichen, die Schöpfung der Figur einem Meister der
»parteiischen« Schule zugeschrieben worden.
2910. Weibliche Gewandstatue. M-D1446.
Hals und linke Schulter modern, der Kopf alt.
Römische Gewandanordnung; nächste Verwandte:
Sala della biga 607; Neapel, Guida 51; Villa
Borghese, Phot. Alinari 6796. Hekler, Münchner
arch. Studien, S. 232, LI. Typus. Zum Unterkörper
vgl. die kleine Herculanenserin.
2911. Weiblich ? Gewandsstatue. M-D 594.
Der aufgesetzte Kopf vom Anfang des 3. Jahr-
hunderts. In den Motiven verwandt: Louvre, Gi-
raudon 1397. Römische Erfindung.
2912 und 2913. W iederholung vom Kopfe
des Mantuaner Apolls. M-D 182. Büste, Hals.
Nase, Stück der Haarrolle über der rechten Schläfe
neu. Höhe des Kopfes 0,20 m. Nach der Bohrer*
arbeit im Haar aus dem 2. Jahrhundert n. Uhr.
Geringe Kopie.
2914 und 2915. Herme des Asklepios.
M-D 1740. Ausgezeichnete» Wiederholung des Askle-
pios Uffizien-Orlandi: E— A 240/41. JJppold.
Kopieen, S. 37 und 166. Nach diesem vom Meister
dt*« Tiber- Apollon. Von Wiederholungen sind be-
kannt:
1. Statue Uffizien E-A 92/93.
2. Herme im British Mumm in: Br- Br 229.
Phot. Arch. Inst. Berlin.
3. Kopf im Louvre: Cat. somm. 888; Phot.
Alinari 22 655.
4. Kopf ebenda. Im Gegensinne kopiert. Phot,
iin Münchner Uipsmuseum.
5. Kopf Palazzo Orlandi: E-A 240/41. Pbot.
Alinari.
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65 X, 2916 - 2934
Koni, Palazzo Barln-rilii 66
6. Statuettengruppe Barberini: Amelung,
Führer durch Florenz, Abb. 19, S. 68.
Unsere Herme ist jetzt in die Villa Barberini in
Castel Gandolfo verbracht worden: Lugii, Bull. oom.
1922, tav. I, 2, pag. 8, Nr. 16.
2916. Jünglingskopf. M-I) 1675. Nur die
Maske antik; an ihr Nase und Lippentcilc ergänzt.
Höhe des Antiken 0,22 m. Typus der zweiten Hälfte
de« 4. Jahrhundert« v. Chr. in Ausführung des
2. Jahrhunderts n. Chr.
2917. Kopf des Sarapis. M D 36. Amelung,
rovue arch. 1903, II, pag. 193, Nr. 21. Interessant
wegen des Schmuckes des Modius: Zweig und Ähren.
2918. Athenekopf. M-D 648. Neu: Büste,
Nase und Helmbusch. Höhe des Antiken 0,58 m.
Zu vergleichen der nach der anderen Seite ge-
wendete Kopf Stroganoff: Br- Br 608.
2919. Jugendlicher Kopf mit Stirn-
binde. Nicht bei M-D. Neu: Büste und Nase.
Höhe de» Kopfe» 0,26 m. Wendung nach der
rechten Schulter. Der Artemis Colonna nahe ver-
wandt.
2920 - 2922. Jugendlicher Kopf mit
Stirn binde. M-D 1697. Hoch 0,23 m ohne Hals.
Ergänzt: der Hals, der größte Teil der linken Wange
mit Mund und Kinn, die Nase, Stücke an beiden
oberen Augenhöhlenrändcm außen, ein großer Teil
der Haare über dem rechten Ohr, Teile des Ober-
nchadeb, der auch überarbeitet ist. Verschiedene
l/k*her im Haar, zum Teil mit Metallstiften, zur Be-
festigung eines Kranzes. Die Augen waren ein-
gesetzt. Dem Kopf vom Südabhang (Studniezka,
Jahrb. d. Inst. XXXIV, 1919, 107 ff.) ähnlich,
jedoch in wichtigen Einzelheiten, wie der Lage der
Binde, abweichend. Auffallend, daß an der gleichen
Stelle, wo an jenem die Hand ansaß, hier die Haare
ergänzt sind. Die Arbeit ist offenbar original.
2923 und 2924. Archaistischer weiblicher
Kopf. M-D 2006. Hals zwischengesetzt, Büste
nicht zugehörig. Ergänzt : unterer Teil der Nase.
Der Haarknoten hinten ist antik, aber ganz über-
arbeitet. Im übrigen ungeputzt. Die Frisur ist von
Vorbildern wie dem Mantuaner Apoll inspiriert.
Löckchen vor den Schläfen auch sonst bei archaisti-
schen Köpfen, wie bei Ibüi.
2925. Statuette eines sitzenden Grie-
chen. M-D 1177. Br- Br, Text zu 610, FSg. 8.
Lippold. Griech. Porträtstatuen. S. 72, Anm. 1.
Ergänzt: Stück der rechten Schulter, Stück am
Kissen rechts vom, Vorderteil des rechten Fußes.
Andere Ergänzungen sind abgefallen. Der Hals ist
zwischengesetzt, der Kopf, aus anderem Marmor,
sicher nicht zugehörig. Die Nase ist an ihm ergänzt.
| Vielleicht Wiederholung der verschollenen Statuette
des Kleobulos aus Palazzo Doria: Bcmoulli, Griech.
I Ikon. I, S. 205.
2926 und 2927. Männliche« Porträt mit
, Kopftuch. Nicht bei M-D. Hoch 0,35 m. Er-
gänzt: Nasenspitze, der ganze Hinterkopf, großer
Teil der linken Schädelseite, rechtes Schulterstück.
I Die erhaltenen Teile des Hinterkopfe», der Hab auf
der linken Seite, sowie das linke Schulterstück sind
ganz überarbeitet. Die turbanähnliche Kopfbedek-
kung läßt an einen graecisierten Perser aus der
Umgebung Alexandere d. Gr. denken. Vgl. sonst
auch Arndt- Bruckmann, Porträts 151/152. Nach
der Form der Büste Arbeit der frühen Kaiserzeit.
2928. Männliche Gewandstatue. M-D 1290.
Hoch 2,50 m. Ergänzt: Kopf, Unterarme, Flicken
am Gewand, rechte Ecke der Plinthe. Chiton mit
Halbärmeln und Himation, das nach der Toga-Mode
traianischer Zeit umgeworfen ist. Römische Stiefel.
Genaue Parallelen zum Gewandmotiv sind nicht
bekannt. Vgl. etwa Konstantinopel: Mendel 596
(Rcinach, rep. II, 46, 3). Wohl ein griechischer
. Literat römischer Zeit.
2929. Togatus. M-D 1276. Hub, die Toga
j der späteren Kaiserzeit (Gymn.-Progr. Brünn
1894/95), S. 8, Fig. 2. Hoch 1,86 m. Ergänzt:
I Plinthe, Füße, rechter Unterarm mit Hand, Finger
| der linken Hand und der größte Teil de» von ihr
gehaltenen Gewandbausches, Hab, viele Teile der
| Falten. Der Kopf (neu: die Nasenspitze) scheint
antik, ein vorzügliches Porträt der flavischen
[ Epoche. Die Statue wichtig ab eine der wenigen
Togastatuen mit der »oontabubtio«. Für die späte
EntMtchungKzeit «ehr gute Arbeit.
2930 und 2931. Kopf eines Römers.
M-D 1777. Ergänzt: Büste, Nasenspitze, Rand de»
rechten Ohres, Flicken in rechter Braue, Unterlippe
und Kinn. Vorzügliche Arbeit der frühen Kaiser-
zeit. Vgl. Arndt- Bruckmann 519/20.
2932. Kopf einer Römerin. M-D 2074.
Die Büste ist alt ; ob aber zugehörig ? Ihr Fuß
modern. Ergänzt: die Nasenspitze. Poliert. Das
Hinterhaupt verhüllt. Gute Arbeit aus der Zeit
um 220 n. Chr.
2933. Büste einer Römerin. M-D 2143.
Hab zwischengesetzt, Zugehörigkeit der Büste (Fuß
neu) nicht erweisbar. Nase und Vorderecken de«
Haarkissens unter den Ohren ergänzt. Poliert. Uin
240 n. Chr.
2934. Fragment eines bacchischen Re-
liefs. M-D 3581. Amelung zu Sab dc'busti 326a.
Höhe 0,405 m, Breite des Antiken 0,27 m. Nur die
drei Mittelfiguren antik; die Streifen links und
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67 X, 2035' 2940 Rom, Palazzo Barbcrini — Neapel, Museo nazionale — München, Glyptothek 68
rechta erat in neuerer Zeit ergänzt. An der Bac-
chantin die Mitte des rechten Armes neu. Die Köpfe
der drei Figuren sind alt. Die Bacchantin hält
Flöten, die alte Frau eine Fackel. Arbeit des 2. Jahr-
hunderts n. Chr.
2935. MarmorgefäO. M-D 3666. Das Gefäß
besteht aus drei nicht zusammengehörigen Teilen:
dem Unteraatz eines Kandelabers (zwei Reken er-
gänzt), mit welchem ungebrochen der derzeitige I
Fuß der Vase (der vielmehr das unterste Stück des i
Kandelabers war) zusammenhängt; der Vase selbst,
von welcher eine Hälfte mit dem einen Henkel neu
ist; dem Deckel sainmt Griff. Auf den Oberseiten
der in J^Öwenklauen endigenden Stützen des Unter-
ratzes Ornament. Dieser Untersatz ist von feinster
augusteischer Arbeit. Zum Gef&ß vgl. das in der
Form noch gedrücktere: Vatican, Uandelabri 232
(Phot. Moscioni 3043).
2936. Römisches Relief mit Schiff.
M-D 3543. Hoch 1,41 m, breit 0,835 m. Rechta 1
oben auf der Oberseite Klammerspur: eine weitere
Platte hat hier angestoßen. Nach der Inschrift
(C. J. L. I, 2S, 835, mit Abbildung) noch aus republi-
canischer Zeit. Das Proembolion in Form eines
Hunds- oder Wolfskopfes, über dem Schiff ragt
ein Giebel auf.
2937. Grabstein der Cominia Tyche. M-D
3912. Altmann, röm. Grabalt Are, S. 213, Nr. 274. ,
Hoch 1,00 m, breit 0,57 m. Aus flavischer Zeit.
2938. Grabrelief des C. Rubrius Ur-
banus. M-D 3885. 0. J. L. VT, 25531. Hoch
0,91 m, breit 0,92 m. Die hohen Seitenlehnen der
Klinc endigen in Menschenfüßen. Der Sohn hält i
die vitis des Centurioncn. Aus vorhadrianiacher Zeit,
2939. Clipeus (Deckel eines Ossuari-
ums?). Nicht bei M-D. Doc. ined. IV, 44. C. J.
L. VT, 2934. Die Inschrift lautet: »D. M. M.
Aurelio Vito Centurioni Coh. XIIII Urb.f Durch-
messer 0,45 m. »Links sitzt eine weibliche Figur
(fehlt Oberkörper mit Kopf, Teil des rechten Armes,
linker Unterarm); sic hatte den Kopf auf die linke
Hand gestützt. Vor ihr ein geöffneter Köcher und
zwei Schilde; hinter ihr Schild und Sichelsehwert. |
Rechts sitzt in gleicher Haltung ein Barbar mit j
Hosen (Oberkörper nackt; es fehlen Oberteil des
Oberkörpers, beide Arme bis auf die linke Hand,
beide Kniee). Vor ihm Sichelschwert und zwei
Schilde, hinter ihm zwei Schilde und Lanzenschaft,
ln der Mitte oben zwei Schwerter und Streitaxt. t
ln der Mitte des Ganzen drei halbmondförmige
rätselhafte Reste (ein Helm von vom gesehen ?).
Beiderseits Reste der eisernen Verklammerung«
( Mingazzini).
2940. Grabaltar des P. Kgnatius Nice-
phorus. M-D 3926. Altmann, röm. Grabaltän*.
S. 102, Nr. 84. Hoch 0,805 m, breit 0,59 m. Die
Bekrönung dieses Cippus, ehemals im römischen
Kunsthandel, befindet sich jetzt im Garten des Vil-
lino Antonia, Via Andrea Cesalpino 1 B. Unter der
Inschrift Relief mit dem Tode des Archemoros.
Neapel.
Museo nazionale.
2941/42. Kopf des toten Knaben aus der
Gruppe „Athamas und Lcarchos“. Guida 243.
Inv. 5999. Ergänzt: Nase, Lippen, Kinn, rechtes
Auge. Die strenge Anordnung der Haare seitlich
der Scheitelflechte in Verbindung mit dem freien
Wurf der Locken am Oberkopf und den entwickelten
Formen de« Gesichte« machen es wahrscheinlich,
daß nicht Kopie einer älteren, hellenistischen Erfin-
dung vorliegt, sondern eine Schöpfung römischer
Zeit. In den Caracalla -Thermen hat eine zweite ähn-
liche, aber nicht genau entwSprechende Gruppe gestan-
den: Not. d. »cavi 1901. p. 252. Nr. 3.
2943/44. Kopf der Bronzestatue des
schuippchenschlagenden Satyrs. Guida 858.
Inv. 5628. Lippnld, Kopie;*n 128. Benndorf, Oest.
Jahresh.1V, 172. Klein, Gesch. der griech. Kunst III,
243; Rokoko, 44. ,, Lippen einst versilbert. I>ie
fehlende Iris war in weiße GußtimsHe eingelegt.“
Wiederholungen: A. Statuen. 1. München, Glypto-
thek 448 a (jetzt 502). Basalt. 2. München, Glypto-
thek 224. 3. Vatican, Gal. d. St. 267. Kopf: Phot.
Moscioni 11 706. Reste des Barte« w’cggearbeitet.
B. K ö p f e. 1. Louvre. Phot. Giraudon 2096. Wohl — •
Cat. somm. 677; Fröhner 277. 2. Vatican. 8. dei
Busti 315. Phot. Moscioni 21 887. 4. Magnesia a.
M. Watzinger, S. 219 Taf. VIII. Im Gegensinn. —
Schöpfung der ersten hellenistischen Zeit; ein
zweites Werk des gleichen Künstlers ist der Fauno
msso (Gab. dellc moschere 432).
München.
Glyptothek.
2945—48. Bronzestatue, sog. Spinnerin.
No. 444. Die Statue ist aus verschiedenen, gesondert
gearbeiteten Stücken zusammengesetzt, die unter
Benutzung von Gip* und Klammem aneinander -
gefügt worden sind. Die Teile sind: 1. die Füße.
2. Unterkörper bis zum dreieckigen Gewandüber-
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09
X, 2948-2949
München, Glyptothek
70
fall, und zwar: a) Rechtes Bein und anschließende
Teile, vorn bis zur großen, aufwärts ziehenden
Mittelfalte, hinten durchaus bis zur linken Kante
(Chiton und Mantel in einem Stück), b) Linke
Nebenseite des Chitons (unten), c) Chitonfalte links
neben dem linken Fuß. d) Vortierseite von Chiton
und Mantel bis einschließlich der großen Mittelfalte,
die vom rechten Fuß zum Nabel zieht, e) Große
Mantelfalte unter dem linken Arm. 3. Überschlag
vorn und rechter Teil des Gewandwulstes über der
Brust. 4. Linker Teil dieses Wulstes und an-
schließende Brustpartien und der bekleidete linke
Oberarm. 5. Linker Unterarm vom Ellbogen ab
mit dem darauf liegenden Gewand. G. Rechter
Arm, soweit nackt (die Hand war vielleicht ge-
sondert gegossen). 7. Rest des Oberkörpers. — Köpf
und Hals neu; an den Händen Alles antik. Moderne
Flicken am unteren Rande des Überschlags an der
rechten Hüfte, am Chiton rand hinten unten rechts,
in der Faltenticfc links vom linken Fuß. über-
schmierte Ergänzung auf dem Bauch. Oie Patina
ist körnig wuchernd, an einzelnen Stellen dunkel -
rot; die giftig grüne Farbe der untersten Partie in
der Mitte vom, an Chiton uud Himation, läßt darauf
schließen, daß man dort zu reinigen versucht und
die zu glänzend gewordenen Stellen wieder über-
schmiert hat. Gußflicken am rechten Oberschenkel
vom. Ob, wie behauptet wird (Abeken, Mittel-
italien, S. 381; Kugler, Kleine Schriften II, 528;
Urlichs, Oie Glyptothek S. 110; Flasch, Sog. Spin-
nerin, S. 2, Anm. 2), einzelne Teile nicht gegossen,
sondern getrieben sind, muß von einem Techniker
untersucht werden.
Schon Friedcrichs (Bausteine1 No. 724) hat
richtig bemerkt, daß Schuhe und Ringe durchaus
nicht gegen die Deutung auf eine Göttin sprechen.
Vgl. auch Lippold, Kopien S. 208. Die Schuhe
scheinen übrigens auch l»ei der horghcsischcn Replik
(vgl. die Abbildung bei Episcopius II 8t) ursprüng-
lich vorhanden gewesen zu sein. Für die Haltung
der Hände vgl. die Bronze des Mus. arvheologico
in Florenz: Milani Uv. XXXIII S. 139 Nr. 0;
diese Atliona hält in der Rechten die um den Unter-
arm sich windende Schlanae, in der Linken (Heyde-
mann, Mitt. a. d. Antikensammlungen in Ober- und
Mittelitalien, S. 79, Anm. 12) den Rest eines Geräte««.
Ähnlich Ist vielleicht auch die Münchener
Statue zu ergänzen: ein Helmbusch ist nach den
Berichten in unmittelbarer Nähe gefunden worden
(offenbar identisch mit dem Stück im Münchner
Mus. f. ant. Kleinkunst: Christ, Führer [1901 ] S. 78,
Nr. 915).
Eine weitere Replik befindet sich in Villa Sant-
angelo bei Pollena am Vesuv. Kopf, Unterarm,
Füße sind an ihr ergänzt. (P. A. und G. L.)
2949, »Telesphoros«. MarmorsUtue, mit
Plinthe 79,5 cm hoch; 1920 aus dem sog. Anti-
quarium in die Glyptothek überführt (Nr. 500). W.
Christ, Führer durch das K. Antiquarium in Mün-
chen (1901), S. 52, 574. GroßkryBtAllischcr grie-
chischer weißer Marmor. Nur die Nasenspitze und
eine Stelle an der linken Augenbraue mit Stuck aus-
gebcssert. die Vorderfl&che der einst zum Einlaasen
bestimmten und vermutlich runden Plinthe anschei-
nend zur Erzielung einer ebenen Ansichtsseite vom
abgearbeitet. Oie Rückseite ist nicht modelliert,
nur eben nbgepickt, so daß wir Aufstellung vor
einem Hintergrund annehmen müssen. Diese wird
auch dadurch wahrscheinlich, daß der freie Raum
unterhalb des Mantelsaumes von den Fersen an bis
zum (auch hier gradlinig abgeschnittenen) Plinthen-
rand durch eine stehen gelassene Marmormasae ge-
füllt ist.
Die Kleidung des ganz steif, mit etwaa ge-
hobenen Händen dastehenden Knaben besteht aus
einem, vermutlich kurz gedachten Chiton und dem
lick&nntcn Kapuz-Mantel, der als Wettermantel im
ganzen Altertum verbreitet war. An sich liegt also
kein Grund vor, den Knaben, dessen etwas vulgäres
Geeicht durchaus keinen vornehmen Eindruck
macht, für etwa» anderes zu erklären, als für eine
genrehafte Knabenfigur. Aber es muß zugestanden
werden, daß der Typus auch in etwas vornehmerer
Auffassung vorkommt, bo in Mantinea (B. C. H.
| 1890, Taf. 8; vgl. dort Foug^res 8. 595) und Kreta
(dort 8. 598), ohne daß man die Figur schon darum
. für eine göttliche Person halten müsste. Auch die
andern statuarischen Exemplare des Typus (S. Rei-
nach. Rep. de la etatuaire II, S. 469.470; III, 8. 13;
V, 8. 223) geben keine Entscheidung, wohl aber
kommt diese Gestalt nicht selten in zweifelloser Ge-
meinschaft mit Asklepios vor (vgl. Roschers Lexikon
der Mythologie V, 8. 309; Darembcrg-Saglio, Die-
tionnaire V, S. 70 und die dort angeführte Litera-
tur). Wesen und Ursprung der merkwürdigen Ge-
stalt des Telesphoros sind noch ganz ungeklärt , und
auch die reinliche Sonderung der, vielleicht in ver-
schiedener Anwendung eine« und desselben Typus
entstandenen Exemplare will deshalb nicht recht
gelingen. Oie in den Bonner Jahrbüchern 118, 1909,
8. 206. Anm. 3 genannten, mit verstecktem Phallos
ausgestatteten apotropäischen oder vielleicht eher
zauberischen Bronzefigürchen werden vielleicht die
Deutung bringen.
Unser Exemplar zeigt ungemein einfache For-
men, die z. T. durch den Gegenstand bedingt sind
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71
X, 2950 — 2954
München, Glyptothek
72
Es ist aber zu bedenken, daß Bohrung ganz fehlt,
und doch hätte sich durch sic oder eine ähnliche
Bearbeitung dem Haar ein in pikantem Gegensatz
zu der schweren Kapuze beruhender Reiz leicht j
geben lassen. Die« nicht ohne Sorgfalt gearbeitete I
Exemplar wird man also wohl vor die, aufgelockertes 1
Haar so besonders bevorzugende antoninische ■
Epoche setzen, ln die trajanische würde es wohl
gut passen. (P. VV.)
2950-53. Sitzender Togatus. Nr. 517. 1
Früher in der Akademie der bildenden Künste auf-
gestellt. Erwähnt : Urlichs, Glyptothek S. 4, Nr. 5.
Einer der frühesten römischen Ankäufe König Lud-
wigs. Der Kopf gehört nicht zu: er ist aus anderm
Marmor. An ihm sind ergänzt: das ganze Gesicht
mit Ausnahme des linken Auges, der linken Wange
und der linken Stirnseite; der größte Teil de« rechten
Ohrs, der untere Rand des linken Ohrs. Der Hals ist
bis zur H&lsgrub« antik, die Wendung de« Kopfe«
zur linken Schulter gefiebert Stiftlöcher: eines in
der Höhe des rechten Ohrläppchens im Haar, ein
zweites etwa 6 cm dahinter, links unterhalb des
Wirbels, wohl für einen Brunzekranz. Das Erhaltene
von sehr guter Arbeit. Nicht näher bestimmbarer
(laudier. — Der Körper. dt*Hsen Marmor dem pen-
telisohen in der Struktur verwandt ist, ist außer-
ordentlich stark ergänzt. Antik int der rechte Teil
des Oberkör]>ers von der Schulter an lind der Bauch.
Der Rücken ist bis auf die Schultern alt ; der linke
Oberarm hängt mit ihm zusammen; vom Unterarm
ist nur der auf dem Mantel aufliegende Teil alt.
An der linken Schulter sind ergänzt : die Falten im
Rücken, das ganze Faltenbündel der Toga bis in die
Nabelgegend sammt den anstoßenden Teilen der
Brust (diese Ergänzungen bestehen wiederum aus
mehreren Teilen). Auf der rechten Seite ist die
ganze Schulter samint dem Gewand über dem Ober-
arm außen neu; ferner (aus anderem Marmor) Ober-
und Unterarm und Hand. Gesondert ergänzt ist
ferner der vom rechten Ellbogen herabfallende Teil
der Toga. Vom rechten Bein ist nur der Ansatz de«
Oberschenkel? und das unterste Stück de« Unter-
schenkels bis zum Knöchel antik; der ganze vordere
Teil de« im Knie gebogenen Beines ist neu, ebenso
wie der Fuß mit dem Untersatz darunter (nur der
innerste Teil des Fuße« ist alt), ferner auch das
über das rechte Stuhlbein herabhängende Gewand.
Auch das linke Bein (von anderem Marmor als das
rechte) muß modern «ein: Schnitt am Ansatz de«
Unken Oberaehenkels. Weiter oben sind noch
mehrere moderne Stücke eingesetzt. Der linke Fuß
sitzt oberhalb des Knöchels mit Schnitt an: auch I
er ist modern, die Ergänzungen aus verschiedenen j
Zeiten. Das Kissen hängt mit dem Rücken zu-
sammen; sein unterer Teil sitzt durchgehend mit
Schnitt an und ist modern, ebenso wie die runde
«Stütze unter dem Stuhl und die Stuhlbeine samint
Plinthe. Wahrscheinlich war der ganze Sitz ge-
sondert gearbeitet. In neuester Zeit sind an der
Statue verschiedene Ergänzungen in Gip« vor-
genommen worden. (P. A. und G. L.)
2954. Oberteil einer archaischenRelief-
Stele mit drei Frauen. Nr. 241. Die hier
gebotene Photographie ist um so mehr geeignet, die
früher (E — A 846) gebrachte zu ersetzen, als sie nach
dem erst jetzt gut sichtbar gemachten Original her-
gestellt ist. Vor allem ist e* jetzt klar gew orden, daß
sich da» Relief nicht weiter nach links fortaetzte.
«Seine Höhe ist noch 31 cm, seine Breite war nie
größer als 46 cm. die Dicke ist noch gegen 11.5 cm;
die seitlichen und die obere Kante sind sauber ge-
glättet. Die Einfassung d« Bilde« besteht nur aus,
allerdings stark bestoßenen »Streifen; architek-
tonisch war sie nicht gestaltet.
Die Herkunft de« Reliefs ist noch nicht sicher er-
mittelt . Brunn(Nr.l 17)gab, ebenso wiefrüherSchom,
Delo« an, L. Urlichs (Glyptothek S. 35. Beiträge
zur Gesch. der Glyptothek S. 26) vermutete in ihm
ein** Erwerbung Haller«. Dessen nach seinem Tode
gefundene Liste der dem Kronprinzen gehörigen
Antiken ist in einer von Gropiu« herrührenden
italiänischen Übersetzung in Straßburg erhalten.
Darin wird genannt: Framraento d’un Baaso rilievo
doll* laola di Paros, nach englischem Fußmaße 1'
zu 0.4 Yi groß, was 30.4, bzw. 44.15, bzw.
1 1,25 cm ausmacht, und mit unserem Relief so genau
stimmt, daß mir die Identification und damit die
Herkunft aus Paros gesichert scheint (Beschr. der
Glyptothek* S. VI). Einspruch hat jedoch H. L.
Urlichs erhoben (Wochenschrift für klass. Phil.
1917, S. 412), während G. Rösch. Altertümliche
Marmorwerke von Paros (Kiel 1914), S. 8,1 wenig-
stens geneigt scheint, zuzustimmen.
Die drei linkshin schreitenden Frauen sind in
dem «Streben nach Abwechslung socomponiert, daß
die mittlere in Vorderansicht, die andern im Profil
erscheinen. Entere trägt je eine lange beiderseits
de« Halses herabhängende Locke und einen starken,
durch horizontale Furchen gegliederten Nacken -
schöpf. Die Gewänder scheinen faltenlos, nur unter
dem linken Arm der Vordersten sind Falten ange-
deutet. Sehr verschieden sind die erhobenen Hände
gebildet. Bei der Ersten sehen wir jene gezierte
Handhaltung, bei der die Spitze des Zeigefingers
und Daumens aufeinander gelegt, die andern gerade
ausgestreckt sind. Die zweite hebt die flache offene
73
X, 2955-2957
München, Glyptothek
74
Hand, die Dritte legt anscheinend alle Fingerspitzen
zusammen. Ob diese verschiedenen (»osten den Ge-
stalten verschiedene Bedeutung geben sollten, ob
sie einen Dreiverein von Göttinnen, ob Adoranten
darstellen, ist aber nicht auazumachen, obwohl die
bei der ersten Frau beschriebene Handhabung, die
vielleicht auch hei der dritten gemeint ist, als
Adoration verstanden werden kann, ebenso wie die
der mittleren. (P. W.)
2955. Bruchstück der Sima des Apollo-
tempels in Bassai, nach L. Urlicha’ Vermutung
(Glyptothek S. 35) durch K. von Haller erworben;
ich kann diese, an sich »ehr glaubliche Annahme
nicht beweisen. Andere Fragmente der Sima sind
in London (Catalogue of Seutpture 1 Nr. 505, <bu*
eine abgeb. Ancient Marblee IV, Titelblatt und
O. M. von Stackeiberg, Apollotompel zu Bassac
S. 44, darnach M. Schede, Traufleisten-Ornament
Taf. 3, 17, S. 14) und Paris (E. Michon in Revue de»
etudes grecque» 1912. S. Ö7. Cat. «ommairc de«
marbros antiques 731 f.). Vgl. C. R. Cookereil, The
Teniples of Jupiter Panhellenius at Aeginaand of
Apollo Epicurius at Bassae, Taf. 6. (P. W.)
2956. Rechte Hälfte eine» Totenmahls
aus feinem krystallinischen (sog. parischcm) Marmor.
Als Geschenk E. P. Warrens in da» Münchner Anti-
quarium gelangt (Das K. Antiquarium zu München.
Kurze Beschreibung, 1914, S. 32 f.), seit 1920 in
der Glyptothek. Nr. 512.
Das Relief ist links von oben bi» unten abge-
brochen: der scheinbare gradlinige Abschluß links
unten ist nur da« Fußende der mit einer Decke be-
hangeneti Kline, auch hier erscheint zur Rückseite
hin Bruch. Ungefähr in halber Höhe ist an der
rechten Seitenfläche des Pilaster« ein Dübelloch
eingearbeitet, das wohl einstiger Befestigung diente,
und den quer durch das Relief laufenden Bruch ver-
ursacht hat. Breite de« Erhaltenen bi» zu 53,
Höhe 67 cm.
übliche Darstellung. Auf einer Kline, deren
breite Füße unterhalb der Decke sichtbar «erden,
liegt der bärtige Heros, im langen Haar anscheinend
eine Binde, den linken Ellenbogen auf mehrere Kis-
«un gestützt. Die auf dem linken Schenkel auf-
ruhende Hand ist mit einem Teil des Arme*« zerstört.
Auch der rechte Arm fehlt. Auf dem Fußende des
Bette« «itzt die Gattin; von ihr ist nur der Unter-
körper «Thalten, in Chiton und Mantel, die Füße
auf einem verzierten Schemel. Vor dem Bette steht
ein Tisch, offenbar mit runder Platte, die drei
Stützen in der Form der schlanken Vorderbeine
eine« Zweihufer« - etwa eine« Hirsche« — gebildet.
Auf dem Tisch sind Speisen dargestellt; in der Mitte
ein rundlicher gefurchter Kuchen erkennbar, link«
davon zwei nroauhles, dazwischen u. a. ein Granat-
apfel, recht* eine undeutliche gerauhte Masse, wohl
Trauben. Die verlorene linke Hälfte des Reliefs
wird eine ausführliche Darstellung der Adoranten
enthalten haben.
Die architektonische Einfassung wird von
einem unten rechts etwa« vorsprin "enden Sockel
gebildet, auf dem ein dorischer Pila«ler steht; auf
diesem liegt ein glattes Epistyl und eine Bekrönung,
die «ich aus Kyma (Profil des Eicrstaha), Platte
(deren Vorderfläche etwas zurückgelehnt ist) und
darülver einem zweiten Kyma aufbaut. Sie trägt da«
Dach, dessen Langscito mit herablaufenden Dach-
ziegelreihen um! Stirnziegcln angedeutet ist.
Die etwas conventioneile, aber gute Arbeit zeigt,
ebenso wie die ('ompositinn, Anklänge an Früheres
und läßt Entstehung gegen Ende doa 4. Jahr-
I hundert* vermuten. (P. W.)
2957. Toten mahl, von Martin Wagner der
Glyptothek geschenkt, um dem von Klenze lebhaft
beklagten Mangel an decorativ verwendbaren Re-
lief« abzuhclfen. «ei ea auch nur durch diesen »anti-
quarischen Knochen« (L. Urlichs, Glyptothek
8. 101). So wurde dies Relief im Apollo-Saal in
fa«t unerreichbarer Höhe decorativ neben zwei
Fälschungen Monti’s eiugcmaucrt (L. ITrlichs, Die
i Glyptothek S. 86). Uni es überhaupt genauer unter -
’ suchen zu können, mußte es hembgenommen wer-
den und i*t jetzt an «einer alten Stelle durch einen
Abguß ersetzt. Furtwänglera Beschreibung der
Glyptothek 2 Nr. 217 Int entstanden, als da« Relief
noch nicht genau zu sehen war.
Da» Relief ist 64,5 cn» breit, 41,5 cm hoch, und
besteht aus weißem, «ehr dichtem und eher Kalk-
stein zu nennenden Marmor; die Art des Steine«
ist vor Allem an der rechten Seite erkennbar, wo der
einfas««ende Pilaster abgesplittert ist und «ich eine
löcherige Oberfläche zeigt, wie sie bei Kalkstein
sehr gewöhnlich ist. Entsprechend diesem schlech-
ten Material ist die Arbeit flüchtig und hart, ohne
i jede Feinheit, vor Allem die Falten gefühllos einge-
«ehnitten. Man wird darnach von attischer Arbeit
nicht reden dürfen, und Entstehung vor dem Ende
de« 4. Jahrhunderts ist wohl durch die schlanken
Proportionen der Adoranten und die gedrohte Hal-
tung der Frau ausgeschlossen, während die viel-
fachen typischen Zusammenhänge mit älterer Zeit
nicht raten, seine Entstehung allzu lief herab zu
rücken.
Die Darstellung ist die übliche. Auf der, mit
einem lang herab hängenden 1-akcn überdeckten
Kline liegt der bärtige Heros, auf dein Kopf einen
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75
X, 2958- 2861
München, Glyptothek
76
niedrigen Kalathon, in der erhobenen Rechten ein
Khvton; die Linke ist nicht mehr zu erkennen, ein
Füllhorn d«rf aber hier nicht angenommen werden.
Beiderseits von dem Kopf des Heros ist auf dem
schlecht geglätteten Grund mit eingetieften Umrill*
linien eine riesige Schlange dargestellt, deren Kopf
ungefähr die Armbeuge des Gelagerten berührt,
deren Windungen sich nicht leicht zu einem klaren
Bilde vereinigen lassen (vgl. Berlin 829 und dazu
Arch. Zeitung 1883, S. 303). Auf dem Fußende des
Bettes sitzt in bewegter, aber typischer Haltung
die Gemahlin des Heros, erhebt in der Linken ein
Kästchen und legt mit der anderen Hand Weihrauch
auf ein kleines Thymiaterion, das in Folge der Zer-
störung scheinbar auf dem Bettrand steht, tatsäch-
lich aber auf dem Tisch gedacht sein muß. Bei der
Frauengestalt zeigt sich eine recht nachlässige Aus-
führung: das Bet t , das, wie den Füßen des Heros »ls
Lager, so auch ihr »Ls Sitz dienen muß, ist schein-
bar schon recht« von ihr durch eine senkrechte Linie
beendet ; eine unerkläi liehe, ungeformte Masse zieht
sich von da zu ihren Beinen hin, und eine ähnliche
liegt unterhalb ihres rechten Unterarmes, wo die
Gewsndfaltcn des Heros erscheinen müßten. Auf
dem Tisch selbst liegen, nur durch flüchtig einge-
tiefte Linien ausgedrückt und summarisch darge-
atellt, rundliche Kuchen oder ähnliche Speisen.
Recht« steht neben einem schlanken Krater der
nackte Mundschenk. Links die heranschrcitenden
Adoranten, Männer, Frauen und ein Kind, in der
Ecke darüber der übliche Pferdekopf. Die architek-
tonische Einrahmung, Pilaster, Kpislvl und Fries,
läßt infolge der flüchtigen und nachlässigen Aus-
führung keine genauere Beurteilung der Form zu,
aber auch von dieser Seite her betrachtet erscheint
das Relief noch durchaus griechisch und wird der
ersten Hälfte der hellenistischen Epoche ange-
hören. (P. W.)
2958. G rabstein des Eutaktos, von
weißem großkrystallischcm Marmor; 1920 aus dem
sog. Antiquarium in die MUnchnci Glyptothek (Nr.
507) überführt. Vgl. W. Christ, Führer durch das
Antiquarium in München (1901), S. 33, 614. Münch-
ner Jahrbuch der bildenden Kunst. 1909, S. 17.
Höhe 73,5 cm, erhaltene Breite 34, ursprüngliche
etwa 40 cm; diese ist nach der Gicbelspitzc (Mitte)
und dem deutlich spürbaren Übergang des Relief -
gründe« zur Ante hin sicher genug zu bestimmen,
damit auch für die Ergänzung der unten stehenden
Inschrift eine Grundlage gegeben. Sic lautete also:
['//■ ßoüXi( xal] 6 dt}uog antfaroi {yoixuji oi/}
Kßtaxtw !ivtd[xtov ti^g if]g narp/Ja tfiXoitt[ulag
ZW#]*. Vgl. C. I. G. IV, 6817, wo die glaubliche
Vermutung geäußert wird, das Relief stamme aus
Pa ro«, weil die gleiche Formel dort in den Grab-
inschriften sehr häufig vorkommt (vgl. I. G. XII.
5, 312 ff. Sitzungsberichte der K. Bayer. Akademie
1866, L S. 264).
Die architektonische Gesamm tform ist sehr ein-
fach. In eine Marmorplatte, die olien die Form eine«
Giebels mit seitlichen Akroterien zeigt, ist mit
weichen, unscharfen Begrenzungen eine Nische ein-
getieft, so daß unten ein breiter Sockelstreifen für
die Inschrift stehen blieb. Darin Bteht aufrecht ein
bekleideter Mann (Chiton und Mantel) in typischer
Haltung. Daß der Kopf zu seiner Rechten hin ge-
wendet war, läßt sich trotz der Zerstörung des Ge-
sicht« noch erkennen, ebenso wie die Unbärtigkeit.
In der gesenkten Linken könnte er eine Rolle ge-
halten haben. Ein stehender nackter Knabe reehts
neben ihm hebt seine Rechte, deren Rücken dem
Beschauer zugewendet ist, zu ihm empor und hält
in der gesenkten Linken eine bauchige Kanne.
Der Grund de« Reliefs war, nach erhaltenen
Spuren, braungelb gefärbt. (P. W.)
2959. Grabstele des Nikolaos. Früher
im Antiquarium, seit 1920 in der Glyptothek
(Nr. 511). Vgl. W. Christ, Führer durch das K.
Antiquariumin München (1901), 8. 33, 608. Münch-
ner Jahrbuch der bildenden Kunst 1909. S. 16.
Conze, Die attischen Grabrelicfs IV, Nr. 1990.
Weißer, anscheinend pentelischer Marmor;
attischer Ursprung ist auch ohnehin wahrscheinlich.
Höhe 72, größte Bieite 27.5 cm. Der flache Giebel
trug schlichte Eckakrotorien. seine Spitze fehlt.
In einfach vertieftem Felde ohne jede Andeutung
architektonischer Einrahmung steht, ganz von vorn
gesehen, Nikolaos, ein unbärtiger Jüngling mit lang
in den Nacken fallendem Haar in der üblichen
Männertracht, Chiton und Mantel. Die gesenkte
Hand scheint etwa« zu halten. Links unten sitzt
ein Hund, zu «einem Herrn Aufblickend und die
Pfote hebend.
Die kalte, aber saubere Arbeit, die sich auch in
der Schrift äußert, läßt das Werk gegen den Anfang
unserer Zeitrechnung ansetzen. (P. W.)
2960. 2961. Doppelseitiges Maskenrelief.
Nr. 254. Einst in Villa AlbAni vermutlich mit
dem folgenden zusammen aufgeslcllt, zusammen
mit ihm durch Napoleon nach Paris entführt und
dort 1815 vom Kronprinzen Ludwig gekauft. Durch
K lenze decorativ hoch an der Wand des Niobiden-
saales so eingemauert, daß die flachen Reliefs der
Rückseiten unsichtbar und unbeachtet blieben.
Erst 1920 wurden beide Relief« im Römischen Saal
so aufgestellt, daß sie von beiden Seiten zugänglich
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X. 2860— 2961
München, Glyptothek
78
sind. Die gemeinsamen Schicksale empfehlen, beide
Stücke z. T. wenigstens zusammen zu besprechen, |
obwohl sife nicht gleichzeitig entstanden sind, aber
doch, wie jetzt zweifellos geworden ist, einer und
derselben Denkmälergnttung angehören. Es lohnt
deshalb nicht, hier frühere, ohne Kenntnis dieser
Tatsache aufgestcllte Deutungen ausführlicher zu j
besprechen.
Noch in Villa Alboni entstand die (im Gegen-
sinn wiedergegebene) Zeichnung: Choix des plus
celebres maison* de plaisance de Rome jmr Percier
et Fontaine, 2. cd., Paris 1824, S. 25 (nur die Vorder*
»eiten), in Paris diejenige bei F. et Pinne*!, Lea monu*
ments du Mnsee Napoleon dessines parTh. Piroli, 11 !
(1804). Taf. 27 - 30. Photographische Abb. bei Th. ;
Schreiber. Die hellenistischen Relief bilder, Taf. 100 1
(nur die Vorderseiten mit nicht ganz richtiger An-
gabe der Ergänzungen), wozu seine Bemerkungen:
Die Wiener Brunnen reliefs S. 87 zu vergleichen sind.
Doch wird man die Vermutungen über die ursprüng-
liche Aufstellung solcher Reliefs jetzt mit Hinweis
auf den Fund in der Cnsa degli Amorini dorati in
Pompei beschränken und vereinfachen, obwohl auch
dort alte und zerbrochene Exemplare Ihm Wieder-
verwendung in die Wand eingelassen, nicht mehr
im Garten auf Weilern frei aufgestellt sind. Vgl.
Notizic degli »cavi 1907. S. 549 ff. Einige
Belege für diese ursprüngliche Anbringung hat (
schon Schreiber gekannt, aber sie wie Ausnahmen
behandeln wollen. Sie ist zweifellos die eigentliche; j
denn der Ursprung dieser Aufstellung von Masken
— eingcachlossen in einen mehr oder weniger
offenen Kasten, dessen Rückwand mit ganz
flachem, Malerei ersetzendem Relief bedeckt ist —
liegt doch zweifellos in dem Brauch der Schauspieler
oder Choregen. ihre Masken dem Gotte zu weihen.
Vgl. W. Helbig, Wandgemälde Nr. 1460, welches
sicher nicht Ausstellung eines Theaterzettels oder
dergleichen abbildet, sondern (wie Wiese ler, The-
atergebäude, zu Tnf. 4, 12 richtig ausführt) eine
Weihung, und zwar die einer in offenem Kosten
(Winckelmonn, Werke V, S. 174, Weimarer Aus-
gabe) befindlichen Maske. E. Reisch (Weih*
geschenke S. 62 und 145) und W. H. D. Rouse ( Grcek
Votive Ufferings S. 162 f.) haben literarische Belege I
für die Sitte zusammengestellt. Lysias läßt einen I
Angeklagten unter seinen Leistungen für den Staat |
hervorheben, daß er zw eimal als Chorege gesiegt und (
aby rfi oxevi^g drafr/ni i größere Summen auf-
gewendet habe; in Teos weiht ein Agonothet tä j
,7(H><rto.T a xal tovg atttfdrovg. und wie häufig diese
Weihung der Masken im Athenischen Dionysos- j
heiligtum war, zeigt Aristophanes, der es be-
stimmt als den Ort faov ru ponuoAvxfia
xQfudvrvttu. Neben dem hier genannten Auf-
hängen der Masken war Aufstellung beliebt;
I außer den schon erwähnten Denkmälern nenne ich
nur A. Conze, Grabreliefs Nr. 2113 und K. Wör-
mann. Die Landschaft in der Kunst der alten Völ-
ker. Taf. 10, S. 425; bpim erstem deutet da» Anathem
den Beruf des einen Verstorbenen an, und wir dürfen
hier die treue Wiedergabe eines attischen Anathems
römischer Zeit erwarten; das zweite zeigt die Ver-
wendung dieser zur Gartendecorution gewordenen
Weihgeschenke. Der Wandel der heiligen Haine,
Gymnasien ti. s. f. in öffentliche Gärten (Athen.
Mitt. 1909, 8. 100 ff.; M. Gothcin) brachte auch den
Wandel der Anatheme in DecoraUonaatflcke mit
sich.
Das Relief E -A 2960/61 (Glypt. 254) zeigt auf
der Vorderseite die, wie sehr oft, nicht mehr als
Theatermasken mit auf gerissenem Mund gebildeten,
großen Köpfe zweier dionysischer Dämonen und, wie
auch nicht selten, daneben in kleinerem MaOstab ge-
haltene dionysische Embleme, wozu in diesem Falle
noch ein Pan tritt. Die ganze Höhe (wie photo-
graphiert) beträgt 31 cm, die Breite 51. Der silen-
artige Kopf links zeigt Widderhömor (vgl. dazu
O. Jahn, Arch. Aufsätze 8. 82, 85. Lauersforter
Phaleroe 8. 10). durch die eine weiche Binde ge-
schlungen auf die Stirne herabhängt. Rechts ist
ein Silen mit kurzen Stierhörnern, spitzen Ohren
und langem Haar dargestellt; auf seine Stirn hängt
ähnlich im Bogen eine zusammengedrehte Binde
herab, deren Enden nicht zu sehen sind. Beide
Köpfe liegen auf dem Felsen, vor dem sich ein
Korb mit rundem Decke! zeigt, aus dem eine
Schlange hervorkriecht, eine «cista mystica« (vgl.
O. Jahn im Hermes III, S. 317. L. Stephani,
I Schlangenfütterung S. 14). sodann eine Ziege, nach
I deren Euter ein am Boden sitzendes nacktes Kind
j langt, und eine stark nach hinten gelehnte kleine
Priapos- Herme, endlich ganz rechts ein stehender
Pan. Da« Kind soll doch wohl in dieser Umgebung
den kleinen Dionysos daretellen (O. Jahn, Arch.
Aufsätze S. 82, 85. H. Heydemann, Dionysos’ Ge-
burt S. 19, 73. 55). Pan ist offenbar gefesselt, die
Hände auf dem Kücken, so wie er, von Eros besiegt,
mehrfach vorkommt (Roschers Lexikon III, 1, S.
1458); es war deshalb eine naheliegende Annahme
Furtwänglers, daß Pan »wohl von demselben Relief
stammt, aber sicher hier nicht folgte«, die sich aber
als irrig herausgestellt hat. Seine Gestalt hängt
zum größten Teil mit der Relicfplatte zusammen,
die hier durch einen fa»t Benkrecht und auffällig
gerade verlaufenden Bruch zerteilt ist. Daß dies
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X, 2962—2964
München, Glyptothek
80
zweifellos Bruch, nicht gearbeiteter Schnitt ist,
zeigt die Rückseite. Nur int die rechte Kante der
Platte (ebenso wie auch die Vorderseite der antiken
Bodenleiste) modern geglättet, wobei der linke Arm
des Pan etwas abgearbeitet wurde. Die unpassende,
ganz äußerliche Verwendung die**«* Typus müssen
wir also dem geringen Empfinden de« Hersteller«
zur Last legen. Modem ist weiter der ganze untere
Teil der Bodenleiste und von dem oberen, etwa
halb ho hohen, das Stück bi« zum linken Hinter-
bein der Ziege und andererseits das kurz vor dem
Priap beginnende bis zur Ecke rechts. Modern ist
Hodann alles, was links von der Füge liegt, die an
der C'ista und dem Widderhorn vorbeiführt, und
auch der unterste Teil der Cista, der mit dem ange-
setzten Stück der Bodenleiate zusaminenbangt.
Diese Ergänzungen erscheinen in der Abbildung
Perciers (». o.) noch nicht, sind also in Paris ent-
standen.
Die Rückseite zeigt einen dionysischen Zug,
einen rück blickenden Satyr an der Spitze, dann
einen zweiten von einer Pantherin begleiteten, mit
Pedum und Fruchtschüssel, endlich eine Flöten -
Spielerin. Der erste Satyr ist durch denselben
Bruch, der die Vorderseite links verstümmelte, halb
verloren gegangen; er ist «ehr ungeschickt, z. B.
ohne linkes Bein, ergänzt, und beweist, daß die
Darstellung hier etwas breiter war. Neu ist offen-
kundig die linke untere Ecke, das darüber ange-
fügte Bruchstück der Flötenspielerin aber ebenso
zweifellos alt: es paßt im Bruch an, gehört also
hierher, und damit ist auch die Stelle des stehenden
Pan auf der Vorderseite gesichert.
Wegen der zeitlichen Stellung (etwa nntoni-
nische Zeit) sc» auf die, allerdings diserete Angabe
der Augensterne bei dem Kopf rechts und die ziem-
lich starke Verwendung des Bohrers verwiesen.
<P- W.)
2962. 2963. Ähnliches Relief wie das
vorhergehende, auf dessen Besprechung im All-
gemeinen zu verweisen ist. Nr. 253. Breite 50,3 cm,
Höhe 40.
Die Vorderseite zeigt zwei große Köpfe,
eines efeubekränzten Silens und wohl eines jugend-
lichen Dionysos, ebenfalls mit Efeu und Binde und j
langen, etwas steif herabfallenden Locken. Zw ischen I
ihnen unten liegt die kleinere Maske eines jugend- |
liehen Satyrs, darüber im Grunde Tympanon und
Thyrsos, unten, wie an den Felsen gelehnt, links
zwei kurze Flöten, die eine durch einen eingesteckten
geholfenen Schalltrichter vergrößert, und dabei ein
Trinkhorn, lechts eine Syrinx. Angestückt sind
am Rande oben rechts vier Stücke der Platte; wie
es scheint sind, von links her gezählt, das erste und
vierte neu. Ergänzt i»t ferner am Kopfe links die
Nase; das oberste Kfcublatt oberhalb seine« Ohres
war (ebenfalls in Marmor) modern angesetzt,
Schnittfläche und Eisenstift zeigen es. Die unteren,
gelockten Enden der Schnurrbarts sind in Stuck
angefügt. Auch beim Dionysoskopf ist die Nase
(in Marmor) ergänzt. An der Satynnaske war die
höchste Spitze der Haare in der Mitte (in Marmor)
ergänzt. Diese Ergänzung ist halb abeefallcn ( Eisen -
stift); an der rechten Schläfe ist ein Teil der herab-
hängenden Haare neu.
Auf der Rückseite ist flüchtig und flach, wie
stet«, ein im Taumel daherraaender nackter Satyr
abgebildet; um den linken Arm hat er ein flattern-
de» Fell geschlungen, in der linken Hand hält er ein
Lagobolon. in der andern eine Traube. Vor ihm ein
aus Steinen aufgetürmter Altar, mit hängender
Girlande; auf ihm brennt ein Opferfeuer. Hinter
dem Satyr Felsen und darauf eine der üblichen
Priap- Hermen.
Wie trotz aller Flüchtigkeit dieser Satyr in Be-
wegung und Formgebung klarer und bestimmter ist.
wie die entsprechenden Teile de« vorhergehenden
Reliefs, «o auch die Vorderseite. Man wird da»
Werk gegen Ende de» 1. Jahrhundert» ansetzen
dürfen. (P. W.)
2964. «Schreitende Höre. Wie F. Hauser er-
kannt hat (Österreichische Jahrwshefte, 11*03, S. 79),
Bruchstück einer Relief reihe, deren übrige Reste
»ich in Rom und Florenz befinden, deren Ent-
stehung in neuatt wehem Kreise »ich immer deut-
licher herausstellt. Vgl. zu Brunn- Bruckmann
Nr. 598. A. «Springer« Handbuch der Kunstge-
schichte ,l I, 1920, 8. 496; 11 1923, S, 493.
W. Klein, Vom antiken Rokoko, 1921, S. 148.
Eduard Schmidt. Archaistische Kunst. S. 28. Der
Fundort ist nur für einen Teil de« Ganzen über-
liefert: Villa Palombara in Rom, wa« auf die kaiser-
lichen Horti Lamiani de« Esquilin führt (vgl. Jor-
dan- Hülsen. Topographie der Stadt Rom I, 3,
«S. 347. 354, 31, und Kiepert-Hülsen, Furmae urbis
Komae * S. 98. R. Lanciani, The Ruins & Ex-
cavations of Anoient Rome. S. 409). Unser Frag-
ment befand sich früher im Besitz der Familie
Mattei (Monumenta Matthaeiana II, Taf. 49, 2),
kam in die «Sammlung de» Kardinals Fesch und
1816 in die Glyptothek König Ludwig'» I.; vgl.
Catalogue de tableaux . . . le tout provenant . . .
de la mnison de M.***, demeurant nie de la
ehaussee d’Antin . . . Nr. 70. La ventc . . . en
»era faite ... le 17 de juin 1816, S. 43, 257.
L. Urlichs, Beiträge zur Gesch. der Glyptothek
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Bl
X, 2965
München, Glyptothek
82
S. 22 f. (145). A. Furtwängler, Beschreibung «1er
Glyptothek* Nr. 250.
In seinem jetzigen Zustande ist unser Belief
72,5 cm hoch, 54 breit. Es war in mehrere Stücke
zerbrochen und ist namentlich link« ergänzt. I>ie
Fugen sind auf der Photographie gut sichtbar. Neu
ist Alles, was links von der Fuge liegt, welche als
Kontur die Sohle des linken Fußes begleitet, dann
zur rechten Hand hinzieht, den zurückflatternden
Mantel — dessen Zipfel auf dem anpassenden
Bruchstück in Rom erhalten ist — links umsiumt
und von ihm sogar ein kleines (modernes) Stück,
den äußersten fast senkrecht laufenden Falten-
rücken, abschneidet und von da gradlinig ungefähr
senkrecht aufwärts zieht, etwa in der Höhe des
Nackens rechtwinkelig nach rechts umbiegt und nach
einer kurzen wagerechten Strecke wieder gradlinig
nach oben führt. Die Bruchstücke rechts von dieser
Fuge sind alt mit Ausnahme der zwei kleinen drei-
eckigen Füllstücke. Sie scheinen aus demselben,
etwas bläulichem Marmor zu bestehen wie die uanze
linke obere Ecke des Reliefs, und da der vom
unteren dreieekigen Füllstück aus schräg nach rechts
oben führende Bruch als Fortsetzung des im ergänz- j
ten Teil nach links abwärts verlaufenden Bruches i
erscheint, muß angenommen werden, daß die ganze
schon ergänzte Platte einmal durch Sturz ihre linke
obere Ecke verloren hat. Dabei brach sie zuni Teil
in der schon vorhandenen rechtwinkeligen Fuge,
zum größeren Teil in der heschriel»enen schrägen
Linie auseinander, so daß der antike Schopf der I
Gestalt nebst einem Teil des oberen Rahmens und
des Reliefgrundcs abbrach. Vermutlich ist gleich-
zeitig der antike Teil der Platte auch in Gürtelhöhe
der Gestalt und dem vorgestreckten Arm entlang
ungefähr wagerocht und in einer vor dem Gesicht
her laufenden Linie senkrecht durch gebrochen. Bei
der Zusammensetzung mußten am oberen Teil des
Bauches zwei Flicken in das Gewand eingefügt
und der Rücken des untersten rund geführten Fal-
tenzuges (in fünf der Länge nach aneinander ge-
fügten Stückchen) von der Hüfte an bis fast zur j
Schulter, ergänzt werden. Auch die rechte Hand
mit Ähren nebst dem hitlbcn Unterarm ist neu; die
Abbildung der Monumcnta Matthaeiana zeigt hier
eine andere Ergänzung, nach dem Text »Mohn«, der
allerdings mehr wie eine zusammengerollte Binde aus-
sieht, und muß auf Grund der Beobachtung Hausers
für ebenso falsch erklärt werden, wie die jetzige.
Sie erscheint aber schon in einer Abbildung, die für
uns die erste Spur des Reliefs darstellt. Auf dem
Frontispiz der Recherche» curieusw* d’antiquite von
Jakob Spon ( Lyon 1683) ist als zweiter der malerisch
gruppierten Reste des Altertums auf hoher Basis
ein Bildwerk zu sehen, wie die zugehörige ExpLi-
cation angiht, aus S. Remy en Provence, nach einer
Zeichnung, die absolut mit der genannten Abbil-
dung Mattei, auch in dem Grade der Erhaltung,
übereinstimmt und von unserem Relief genommen
sein muß. Da es also keine Statue, wie sie Spous
Abbildung zeigt, ist. wird man die angegebene Her-
kunft auch auf eine Verwirrung in Spons Papieren
zurückführen müssen. Daß er in Villa Mattei ge-
zeichnet hat, beweist das Nymphenrelief CIL. VI,
1, 549 = Recherches S. 481 und Miseellaneaeruditae
antiquitatis (1685) S. 32. und auch die Inschriften
de« Sthennis etc. etc. (Löwy 481—485); ob unser
Relief sich in der Villa oder im Pallazzo befunden
hat, nagen die Mon. Matthaeiana nicht, sie haben
aus beiden Quellen geschöpft (I. 8. III, XV ff.),
XLUlff.). (P.W.)
2965. Relief mit geflügelter Gottheit,
aus kleinkiystallischem weißem (attischem ?) Mar-
mor; rechts alte Begrenzung, oben und unten wohl
auch, obwohl die Kanten sehr bestoßen, z. T. auch
modern überarbeitet sind. Links quer durch ab-
gebrochen. Höhe 68,5, Breite 58 cm. Bis 1920 im
sog. Antiquarium, jetzt in der Glyptothek Nr. 514.
Vgl. W. Christ, Führer durch das K. Antiquarium
in München, 190], 8. 33, 626.
Links stand ein. durch den Bruch zur Hälfte
verloren gegangener Mann, den Kopf, wie es scheint,
nach seiner Rechten gewendet. Er trägt nur einen
Mantel, der den oberen Teil der Brust frei läßt; der
gesenkte linke Arm ist von einer ziemlich großen
.Stoffmasse umhüllt. Der von hier herabfallendc
Zipfel trugt an der Ecke einen rundlichen Rommel.
Die Füße ruhen nicht auf dem Boden, der über-
haupt keine deutliche Wiedergabe gefunden hat,
vielmehr ist unter dem fast in Vorderansicht dar-
gestellten linken Fuß nur eine ohne scharfe Form
in den Reliefgrund übergehende Bosse stehen ge-
lassen; bei dem im Profil gebildeten rechten Fuß,
der nicht so störend aus der Fläche herausficl, hat
man selbst darauf verzichtet.
Die zweite Gestalt, rechts, ist in der bekannten
steif symmetrischen Haltung eines bestimmten Nike-
Typus, auf der Kugel stehend, gebildet (vgl. F.’
Studniczkn. Die Siegesgöttin S. 15, Fig. 23. Roscher*
Ix'xikon III, 1, S. 335. Bahelon et Blnnchet, Bronze*
de la Bibi. Nationale Nr. 678 ff. ) Ihr bis auf die
Füße reichendes Gewand flattert gleichmäßig hach
beiden Seiten; darüber trägt sie ein nach Art des
dorischen Peplos auf den Schultern zusammen-
gestecktes hulhlanges Obcrgewand, das dicht unter
den Brüsten gegürtet ist. Auf dem Rücken scheint
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83 X, 2966—2972 München. Glyptothek — Kunsthandel — Privatbesitz 84
ein, dies Gewand etwa« an Länge tibertreffendes
Mäntelehen zu hängen, dessen untere Erken — die
rechts wieder mit Bommel beschwert — seit! ich von
den Schenkeln flattern; es ist wohl zusammen mit
dem Oborgew'and auf den Schultern festgesteckt
gedacht. Nahe den beiden unteren Ecken des Män-
telchens sind, noch im Bruch kenntlich, lloasen vor-
handen gewesen, die irgendwelche Gegenstände am
Grund haften ließen: hier die mit dem größten Teil
der Arme verlorenen Hände zu vermuten, geht schon
wegen des großen Ahetandca nicht an, auch das be-
liebte Motiv, mit jeder der Hände einen Gewand-
zipfel oder mit beiden zusammen eine Girlande
fassen zu lassen, ist nicht möglich. Die Gestalt
muß Gegenstände getragen haben, die, vom Relief -
hintergrund ganz gelöst, von den, anscheinend etwas
schräg aufwärts geführten, Bossen gestützt wurden.
Ihre nähere Bestimmung wird durch die Unsicher-
heit der Deutung der geflügelten Gestalt erschwert.
Die Schmetterlingsflügel, welche hinter ihren Schul-
tern auf ragen, genügen nicht zu sicherer Bestim-
mung. Allerdings sind Bie zweifellos in der Ober-
fläche zwar modern geglättet, aber doch nicht etwa
aus Vogelflügcln umgearbeitet, wie man wohl ge-
meint hat. Sic müssen ursprünglich gleiche Form
gehabt haben, weil oben zu viel Marmor ansteht
und weil der Reliefgrund keine Überarbeitung zeigt.
Auch die Bossen lassen »ich dafür nicht verwenden.
Natürlich wird man von den Schmetterlings-
flügeln aus zunächst auf Psyche raten; aber gerade
sie auf einer Weltkugel stehend zu sehen, müsste uns
erstaunen. Daß diese Flügel auf Eros, aber aueh
auf andere, besonders weibliche Gestalten übertragen
wurden, ist bekannt. Vgl. L. Stephani, C. R. de
»St. Peterabourg 1877, S. 140. 0. Jahn, Arch. Bei-
träge, S. 196. A. Furtwängler, Gemmen, Taf. 24,39.
Es scheint, daß die Schmetterlingsflügcl besonders
bei Nemesis beliebt gewesen sind; zu deren bildlicher
Gestaltung vgl. H. Posnansky, Nemesis und Adra-
steia: Roschers J^exikon III, 1, S. 155 ff; Hermes
1902, S. 134 ff.; B.C.H. 1898, S.599, 1912, 8. 236 und
248; Österreich ische Jahreshefte 1910, S. 56; 1912,
8. 78; und was sonst an diesen Stellen angeführt ist —
ein »ehr verschiedenartige« und noch nicht ge-
schlichtetes Material, bei dessen Sichtung man
nicht überschätzen, aber auch nicht außer Acht
lassen darf, wie Nemesis mit anderen Gestalten ver-
quickt worden ist. Ich neige, einer Anregung P.
Arndts folgend, nun tatsächlich dazu, die Gestalt
unseres Reliefs auf Nemesis zu deuten; die Welt-
kugel, auf der sie steht, würde für diese /iamin’oMa
tov xdofiov, Regina Orbis (C. I. L. VI, 1, 532)
passen, zumal »ic nicht nur hier vorkomint. Ob
die Kugel und das so viel häufigere Rad dahei
gleichbedeutend ist (Herme* 1902, S. 139), «las
wage ich nicht zu behaupten, wenigstens nicht,
wenn wir die bedeutsame Weltkugel annehmen, ob-
wohl das Epigramm B.C.H. 1902, S. 600 sich auf
Xlueoiq xvxi.or fyovna nui.ov bezieht, das zuge-
hörige Relief aber nur ein Rad zeigt.
Geht dieser Deutungsvereueh nicht vollständig
irre, so werden wir — auch unter Berücksichtigung
der formalen Tatsache, daß die Weltkugel für den
Künstler so wichtig schien, daß er bei gleichmäßiger
Anordnung weiterer Gestalten auf eine Darstellung
des festen Bodens zu verzichten bereit war — neben
der Herrin der Welt andere ähnliche, vielleicht durch
pantheistischc Verquickung gewonnene, Götter-
gestalten vermuten. Aber erhalten ist nur der Rest
einer, Asklepios ähnlichen Figur.
Der Stil de» recht hnrt gearbeiteten Reliefs
wird wohl provinzial beeinflußt sein, aber nicht
eben spät, und nicht eben römisch. (P. W.)
München.
Kunithindel.
2966 -69. Jünglingskopf. Aus florcntiner
Privatbesitz. Soll nach Stockholm verkauft worden
sein. Hoch 0,25 m. Feinkörniger Marmor mit gelb-
lichem Ton. Ergänzt: Nase, Hals links und hinten
und die freistehenden Locken-Enden rechts. An den
Lippen geflickt. Dreifache, über der Stirn ge-
knüpfte Haarbinde. Starke Neigung zur linken
Schulter. Das kurze Haar spricht für männliches
Geschlecht. Römisch-klaasieiMtischc Schöpfung, ähn-
lich wie der Kopf mit Pinicnkranz: Ny Carlsberg
403 a. Nach der Bohrarbeit im Haar mit den stehen-
geblichenen Marmorstegen antoninische Arbeit.
Mönchen.
Privatbesitz.
2970—72. Jünglingstorso. Auf einer Hel-
bingschen Versteigerung in München erworben.
Hoch 1,20 m. Weißer grobkörniger Marmor mit
grauen Streifen und graugrünen Glimmerflecken.
Der Kopf ging zur I. Schulter; wie der glatte
Schnitt zeigt, muß er einmal ergänzt gewesen sein.
Kein Nackenhaar. Auf der r. Schulter oben am
Hals großer ( weggebrochener) Chlamysknopf . An der
1. Hüfte, «in Ende des Sehwertbandes, eine wegge-
brochenc Stelle, an der der Knauf des Schwertes
gesessen haben könnte. Der 1. Arm ging abwärts
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85
X, 2973—2978
Schloß Tegel bei Berlin
86
nach vorn; nach der Art der Bruchfläche war er
niemals ergänzt. Daa Attribut der R. ist schwer zu
deuten; man möchte am ehesten an lange Haare
denken. Ein Löwenfell ist nicht wahrscheinlich;
die Formen des Körpers sind für Herakles zu jugend-
lich weich.
Ebenso schwierig ist die zeitliche Einreihung
des Torso«. Für die Art, wie am Rücken und links
sich die Falten der Chlamys einrollen, kennen wir
keine Parallele. Aber eine Entstehung in der Re-
naissance oder späteren Zeit wird, nach Mitteilung
des Besitzers, von Wilhelm von Bode für ausge-
schlossen erklärt. Ebensowenig ist an eine moderne
Arbeit zu denkeu. Nach der starkbewegten Mus-
kulatur kann die Erfindung des schön gearbeiteten,
aber nicht originalen Torsos, der zunächst ein Rätsel
bleibt, nicht vor die pergamenische Zeit gesetzt
werden.
Schloss Tegel bei Berlin.
0. F. Waagen, Das Schloß Tegel und seine
Kunstwerke (Berlin 1859); hier citiert als W. —
J. Höffner, Schloß Tegel, in Yelhagen und Klasings
Monatsheften XXVI, 1912, S. 349 ff., mit Abb.
Theodor Fontane, Wanderungen durch die Mark
Brandenburg: Havelland (ill. Ausgabe, 1910, 8.
133 ff.). Für die Erlaubnis, die Sculpturcn in Tegel
neu aufnehmen zu lassen, sind wir dem Urenkel Wil-
helm von Humboldts, Herrn Geh. Reg. -Rat Rein- I
hold von Heinz zu lebhaftem Danke verpflichtet. |
2973. K nahen« tat ii e, ergänzt als Dionysos. I
W. S. 15 f. C’Iarac 690 B, 1600 B; Friederichs-Wol- |
ters 1487. H. 1,516 *». Feinkörniger weißer Mar-
mor. Ergänzt (die Ergänzungen wurden nach An-
gaben von Rauch indessen Atelier ausgeführt): Kopf
mit Hab und Schultern, Arme, Teil des Rückens,
Flicken im Unterleib, Glied, r. Hinterbacke, hinterer
Teil de« r. Oberschenkels, Stück unter dem r. Knie,
Teile der Zehen, der Stamm; die Unterschenkel, Füße j
und Plinthe scheinen von älterer Ergänzung zu stam-
men ; am r. Unterschenkel sind Verwitterungsspuren j
von moderner Hand nachgeahmt. Das Antike sehr
verwaschen.
Schlicht gearbeitete Kopie nach eifiem Vorbild
vom Ende des 4. Jahrhunderts, in dem sich pra-
xitelische und lysippisehc Motive mischen.
2974. Nackter Knabentorso. W. S. 8.
Friederichs-Wolter» 1290. »Im Jahre 1808 in der i
Nähe der bekannten Poststation la Storta. in der
Nähe von Rom gefunden. H. 0,65 m. GroßkrystalÜ-
nischer weißer Marmor. Kopf, 1. Arm, Glied. Unter« |
schenke! waren ergänzt. R. Arm abgebrochen. Im |
Stammrest eine Bohrung für Wasserleitung. Weich-
liche, noch unentwickelte Formen. Der Knabe eilt
vorwärts mit Vorgesetztem r. Fuß; dagegen war der
1. Arm vorgestreckt. Der Kopf war nach der I.
Schulter gewendet. Nach hellenistischem Vorbikl,
in der Bewegung an den eilenden Hypnos er-
innernd.
2975—2978. Zwei Fragmente einer
Gruppe der drei Chariten. W. S. 7 f. »Diese
beiden, in Athen gefundenen Torsen wurden dort
von einem französischen Offizier der ägyptischen
Armee Bo na partes gekauft und — nach Friederichs-
Wolters 1483 im Jahre 1807 — nach Rom gebracht,
wo Wilh. von Humboldt sie käuflich von dem
Kunsthändler Antonini erwarb.«
2975 —2976. Torso der recht« stehenden Charis.
H. 0,93 m. Parischer Marmor. War mitten durch-
gebrochen. L. Standbein. L. Arm war gesenkt,
r. seitlich ausgestreckt. Der Kopf war nach der
I. Schulter geneigt. Stützenreste: an der 1. Hüfte
außen zur Verbindung mit dem Stützwerk außen,
wohl einer mit Gewand bedeckten Urne, wie bei
den meisten anderen Repliken ; am r. Oberschenkel
außen zur Verbindung mit dem r. Oberschenkel der
mittleren Charis; unter der 1. Brust zur Verbindung
mit dem r. Unterarm der mittleren Charis.
2977 —2978. Fragment der links stehenden
Charis; Unterleib mit Oherschenkeln. H. 0,656 m.
Marmor wie beim vorigen Torso. Die Oberschenkel
waren abgebrochen ; ausgebrochen war die l. Hüfte
(die Brüche mit Gips geflickt). Sprung im Un-
terleib. R. Standbein. Stützenreste: an der r. Hüfte
außen, dem an der 1. Hüfte des Torsos entsprechend;
am 1. Oberschenkel außen zur Verbindung mit dem
1. Oberschenkel der mittleren Charis. Aus diesen
Stützenresten ergibt sich, daß es sich um ein
Fragment der 1. stehenden, nicht der mittleren
Charis handelt.
Waagen hat in »einen Treaaure« of art in Great
Britain III S. 254 f. die Vermutung ausgesprochen,
ein Fragment der dritten Charis befinde sich in
Ince Blundell Hall. Nach seiner Beschreibung —
broken off above somewhat higher than the nose,
and below, in the centre of the thigh — läßt sich
diese Sculptur in keinem der beiden von Micliaelis
in Jnee beschriebenen Aphrodite-Torsen (Anc.
tnarbles S. 356, n. 63 u. 63 a) wiedererkennen;
vgl. M. Bieber in Revue archcologique 1914 I
S. 250; der hier citierte Torso 63 a stammt nach
Michaelis Beschreibung von einer Aphrodite, die
ihre Scham mit der 1. Hand bedeckte. M. Bieber
bildet ebenda den Torso in Tegel nach dem Gips-
abguß in Dresden ab; zwei Photographien des
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87
X, 2989 — 298 1
Schloß Tegel bei Berlin
88
Torsos nach dem Abguß in Berlin unter den Einzel-
aufnahmen des Berliner Seminar» n. 112 tl. 113.
Uber die Chariten* Gruppe im Allgemeinen, die
verschiedenen Wiederholungen, Präcedenz der
malerischen oder plastischen Fassung vgl. Furt-
wängler in Höschen mvthol. Lexikon I 883 f.;
Eucher In Pauly-Wissowa III 8. 2167; Bulle, der
schöne Mensch, 2. Au fl., 8. 315, Text zu Taf. 161,
u. S. 657, Text zu Taf. 31 8; Ghislanzoni im Notiziario
archeologico II 1916 8. 51 ff.; L. Curtius in „Die
Antike“ I S. 50 f.
Eh kann kein Zweifel sein, daß die Tegeler
Torsen von der künstlerisch wertvollsten aller er-
haltenen Wiederholungen der Chariten-Gruppe
stammen und daß ihre Können stilistisch strenger
und einfacher sind als an irgendeiner der anderen
Wiederholungen. Wer diese Torsen allein nach
ihren Formen datieren wollte, wird sie ohne Weiteras
für Werke aus der zweiten Hälfte des 4. Jahr-
hunderts erklären, und zwar für Originalwerke. .Sie
entfernen sieh in stilistischer Hinsicht noch sehr I
wenig von der Knidischen Aphrodite, stellen al»er |
am nächsten der Venus von Kyrene, deren Original
mir trotz Curtius* gewagter Neudatierung nur in der
ersten Hälfte den 4. Jahrhunderts verständlich
scheint. Mit der Venu« von Kyrene Italien die
Torsen auch zw eifellos das Standmotiv gemein. Von
derjenigen Wiederholung der Gruppe, die in dieser
Hinsicht, wie bereits Ghislanzoni richtig bemerkt
hat, ebenfalls mit der Venus von Kyrene ülierein*
stimmt, von der ersten Kvrenaecr Wiederholung,
unterschied sich nun allerdings die Gruppe, von der
unsere Torsen stummen, darin, daß liier, wie immer
sonst, di«* außen stehenden Chariten auf dem nach
außen stehenden Beine feststehen, während jene
Gruppe in Kyrene die gleiche Figur im Typus der
Venus dreimal unverändert wiederholt, nicht zum
Vorteil der Gesamtwirkung. Es ist das nur eine
von den zahlreichen Abweichungen fast »Iler
Wiederholungen untereinander. Die Figuren stehen
fast nie ganz gleich auf ihren Beinen; sie stehen
einmal mehr, einmal weniger in einer Ebene; die
I. Hund der I. stehenden ruht einmal auf der
r. Sehulter der mittleren, einmal auf der gleichen
Schulter der r. stehenden; die Körper der mittleren
und der r. stehenden sind einige Male so dicht
aneinandergerückt, daß sie sich berühren; die
Köpfe stimmen, wro Bie erhalten sind, weder in ilirer
Haltung, noch in Formen oder Haartracht Uber* ,
ein; als Stütze sind rechts und links neben die
Figuren meist Urnen mit Gewand gestellt, bei der
Gruppe in Siena aber baumähnliche Gebilde. Die
Urne mit Gewand ist übertragen von den Dar-
stellungen der Aphrodite, bei denen sie sinnvoll ist.
Aber was soll sie eigentlich neben den Chariten,
die gar nicht an Baden denken, sondern ihre Gaben
bieten ? Dazu das ganze unentbehrliche Stützwerk
zwischen den Figuren, das zu vermeiden einige
Kopisten — Gruppe im Louvre und Gruppe 2 in
Kyrene — zwei von den Figuren so nahe anein-
andergerückt halien. daß sie sich berührten ; freilich
wurde dadurch das ursprüngliche Verhältnis des
Dreiklangs gestört. Spricht das wirklich Alles so
durchaus für die Existent eines plastischen Vor-
bildes, wie sie kürzlich so kategorisch behauptet
worden ist ? Können dagegen die Gründe auf-
kommen, die Bulle den Abweichungen zweier deco-
rativer Malereien in Pompei entnimmt ? Ist es für
die Zeit, in der wir doch die Entstehung der Com-
positum annehmen müssen, wirklich ein so natür-
licher plastischer Gedanke, die drei Figuren in
einer Tübene nebeneinander aufzureihen ? Daß wir
von einem derartigen Gemälde aus dem 4. Jahr-
hundert nichts wissen, besagt natürlich gar nichts.
So verführerisch c« wäre, in den Tegeler Torsen
Beste der Originalgruppe zu erkennen, nach der
alle anderen plastischen und malerischen Wieder-
holungen zum Teil mit sehr weitgehenden Ände-
rungen gearbeitet worden wären, muß ich das doch
ablchnen. OriginalgriechiHch freilich ist die Arbeit
und ein sicheres Zeichen dafür, daß die Composition
der Gruppe bereits im Beginn der Zeit Alexanders
geschaffen worden ist.
2979. Oben: Sarkophagf rag ment. W. 8. 13.
H. 0,318 m. L. 0,767 m. Feinkörniger gelblicher
Marmor. Ergänzt: oberer Hand, untere Leiste mit
dein untersten Streifen de« Reliefs, 1. Ende mit r.
Unterschenkel und Gewandteilen der Kore, ihr r.
Arni fnst ganz (Hand antik), das r. Ende. Dar-
gestellt ist der Raub der Kore. Von einem Kinder-
sarkophag. Spätantoninisch.
Unten: Statuette einer Tänzerin. W.
8.10. H. 0.705 m. Feinkörniger gelblicher Marmor.
Ergänzt: Kopf und Hals, I. Arm mit Thyreo«, 1. Bein
von der Mitte des Oberschenkels abwärts, r. Unter-
schenkel, soweit unbedeckt, mit Fuß. Stütze und
IMinthe. Ganz unbedeutende Decorationsarbeit.
2980 -2981. Statue einer Muse; sogen.
Anchyrrhoe. W. 8. 10. »Gefunden vor der Brücke
Ponte Molle bei der Osteria la Finocchia.« H. 1,19 m.
Feinkörniger gelblicher Marmor. Ergänzt (angeb-
lich von Thorvaldsen ; vgl. Friederichs- Wolters 1595) :
Kopf und Hals, beide Arme bis auf die obersten
Teile der Oberarme, beide Hände mit Gefäß und
Gewandteil, einzelne Falten, r. Fuß mit Gewand,
großer Teil des Gewandaaumes auf der r, Seite auf
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89 X. 2982—2990
der Seite des r. Beine«, der Felsen. I>cr halbe 1. Fuß
mit Teil de« Gewände« war abgebrochen.
Außerordentlich delicatc Arbeit. «Stark geputzt.
Da« Sonett Wilhelm von Humboldt« auf die Figur
in »einen Gesammelten Werken III» S. 400, 17.
Zum Typus vgl. zuletzt Text zu E — A 2651/2.
2982. Knabentorso mit Mantel. W. 8. 8.
H. 0,58 m. Feinkörniger weißer Marmor. Kopf,
Arme, Gewandzipfel und beide Unterschenkel waren
ergänzt. Flicken im Unterleib. Sehr verwaschen.
Der 1. Unterarm war aufgestützt. R. Standbein.
L. Fuß war vorgeeetzt. Der r. Arm war leicht vor-
gestreckt. Beide Hände werden etwas gehalten
haben. WTeiehe, noch knabenhafte Formen. Wohl
in Anlehnung an ein Original vom Ende de« 4. Jahr-
hunderts gearbeitet. Vielleicht Grabstatue.
2983 2984. Zwei Statuetten-Köpfe.
2983 a: Köpfchen de« Apollon. H. 0,18 m. Fein-
körniger gelblicher Marmor. Ergänzt: Nase. Lippen,
großer Teil des Kinns und der 1. Wange. Skizzen-
haft Ausgeführte Wiederholung de« Apollon Lykeios
Capitol- Berlin.
2983 b u. 2984: Weibliches Köpfchen, stark
nach der r. Schulter gewendet. H. 0,19 nt. Fein-
körniger gelblicher Marmor. Ergänzt : die Natic mit
Umgebung. In den Augen ein leicht schmerzlicher
Ausdruck. Einfache Kopie nach einem Typus des
4. Jahrhunderts.
2985. Zwei Statuetten-Köpfe.
a) Bärtiges Köpfchen. H. 0.15 m. Feinkörniger
gelblicher Marmor. Ergänzt : die Nase. Antoninische
Arbeit nach hellenistischem Vorbild.
b) Heraklesköpfchen. H. 0,19 m. Feinkör-
niger hellgrauer Marmor. Harte Arbeit nach skopa-
dischem Vorbild des jugendlichen Heros mit dem
Löwenfell auf dem Kopfe, der leicht nach der 1.
Schulter gewendet ist. Wohl nach dem gleichen
Original gearbeitet, wie die entsprechende Statuette
des jugendlichen Herakles im athenischen National-
muscum (Stais, Marbres et bronzes du Musce
nat., I S. 52 n. 253).
2986 — 2987. Römisches Kinderporträt.
Identisch mit W. S. 8- »die stark lebensgroße Büste
eines Römers von guter Arlnrit* ? H. 0,52 m. Marmor
des Kopfe« grobkörnig und gelblich, der der Büste
feinkörnig und gelblieh. Schon demnach gehöre»
Kopf und Büste nicht zueinander. Diese stammt
zudem von einer Mädchenbüste hudrianischer Zeit
— das Mädchen war als Artemis mit dem Köcher-
band dargestellt — ; der Kopf ist ein Knabenporträt
der claudisch-flaviscben Zeit. Ergänzt : Nasenspitze,
Teil des Habe« mit Teil des Kinns, der I. Wange
und der Haare im Nacken. Lebendiger Ausdruck.
Schloß Tegel bei Berlin 90
2988. Relief mit sitzendem Zeus. W.S. 13
und Frhxierichs- Wolter« 1863. Durch W. von Hum-
boldt au« dem Palazzo Kondanini erworben. H.
0,685 m. Br. 0,475 m. Feinkörniger weißer Marmor.
Ergänzt: alle vier Ränder, breiter Streifen rechts von
l oben bis unten mit dem 1. Unterarm, einem Teil des
Szepters, dem 1. Bein fast ganz, dem Vorderteil
des r. Fuße« und dem größten Teil des Schemels;
außerdem die Haare über der Stirn, r. Augen-
knochen mit Auge, Nase, Teil des Bartes und
j Flicken im r. Arm. Ziemlich stark überarbeitet.
2989. Relief mit Prometheus. W. S. 13
I und Friederichs- Wolters 1864. Herkunft und Mar-
mor wie bei der vorigen Nummer. H. 0,885 m.
1 Br. 0.463 m. Ergänzt : alle vier Ränder, der ganze Re-
, liefgrund links von der Figur; an dieser selbst Stirn
1 mit Vorderschädel, Nase und Mund, halber r. Unter-
arm mit Hand, Vorderteile beider Füße. Ferse des
r. Fußes. Schräge Sprünge im unteren Teil.
Die beiden Relief« 2988 und 2989 sind in ande-
rem Marmor gearbeitet als das Moirenrelief 2990,
haben andere Herkunft und sind jenem vor allem
I qualitativ weit unterlegen. Zu beachten ist auch die
| Verschiedenheit der Höhe, die doch so erheblich ist,
daß sie sich nicht allein durch die Ergänzung der
i Ränder bei 2988 und 2989 erklären kann. Keinesfalb
I können diese ursprünglich mit dem Moirenrelief ein
Ganzes gebildet haben. Sie sind auch dein Madrider
Puteal, das immerhin in seiner decorativen Leben -
! digkeit keinen unerfreulichen Eindruck macht,
j unterlegen.
Die Tegeler Platten können ubo als Beleg für
I die ursprüngliche Zusammengehörigkeit der Moiren
mit der Darstellung der Athena-Geburt nicht ver-
wendet werden. So verliert Hausers hypothetische
Reconstruction eines ira Peiraieus aufgestellten
Altäre« (Osten*. Jahresh. VI 1903 S. 99 ff.) eine
ihrer Hauptstützen. DaO die von Hauser so glück-
lich wieder hergestellten Reliefplatten mit den
Horen und Agrauliden stilistisch mit Moiren und
Athenaecburt unvereinbar sind, ist schon bei Helbig.
Führer 8 I S. 66 und von Arndt und Lippold ira Text
zu unseren Nummern 1724—30 hervorgehoben w*or-
den. Ob Arndt und Lippold mit Recht in dem Relief
des Madrider Puteais nur eine neuattische Klitte-
rung ursprünglich unzusammenhängender Typen
erkennen, ist mir sehr zweifelhaft.
2990. Relief der drei Moiren. W. S. 16
und Friederichs- Wolter« 1865: ^In der Villa Palom-
bnra, hinter der Kirche Sta. Maria Maggiore (in der
zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts), gefunden;
später im Palazzo Ms «sind (alle Colonne, aus dem
das Relief 1809 durch Frau v. Humboldt erworben
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9t
X, 2991-2996
Schloß Tegel bei Berlin
92
wurde). Der schöne Kopf der ritzenden Parze
wurde erst später be i drin Kunsthändler Malatcsta
aufgefunden und dem Kumpfe angefügt. Die Be*
stauration der fehlenden Teile ist nach Angabe von
Bauch in dessen Atelier in Born gemacht worden.*
11. 0,73 m, L. 1,115 m. Feinkörniger gelblicher
Marmor. Ergänzt : der ganze 1. Kund; fast der ganze
Beliefgrund um den Oberkörper der sitzenden bis
zu dem der mittleren Moire mit fast dem ganzen
r. Arm, der r. Hüfte und dem Unterleib der sitzen-
den, sowie einem Stück Gewand unter dem 1. Ellen-
bogen; ein Flicken im Rande unter dem Felsen;
an der mittleren Moire die Nase und ein Teil des
r. Oberarms, ein Gewandzipfel unter dem 1. Ellen-
bogen; ein Stück im Bande unter der Figur; an
der rechten Moire das ganze r. Ende des Reliefs
mit dem Vorderteil der r. Hand, 1. Unterarm, Rolle,
Globus, Pfeiler; 1. Fuß mit (iewand und unterem
Bande. Die Oberfläche der antiken Teile ist meist
gut erhalten. Sorgfältige Arbeit der ersten Kaiser-
zeit nach der bekannten Moirengruppe des Madrider
Puteais. Vgl. K-A 1724 — 30. Die Arbeit dieser
Reliefplatte ist der des Puteais an Feinheit über-
legen. Noch eleganter ist die Ausführung des Kopfes
der sitzenden Moire auf dem Fragment eines dritten
Exemplare«, auch mit plattem Grunde, im Thermen-
Museum (Paribeni, Le terme di Diocleziano e il
Museo naz. romano4 S. 225 n. 588).
2991—2994. Puteal. W. S. 6. Vormals in
der Kirche S. Oalisto in Trastevere, wo da« aus
demselben geschöpfte Wasser für wundertätig galt.
Der Legende nach soll der heilige Cali x tu« durch
dieses Puteal in den darunter gelegenen Pozzo ge-
stürzt worden sein und so das Martyrium erworben
haben. Wi v. Humboldt erwarb das Puteal käuflich
aus der Kirche. Er verfaßte gemeinsam mit Fr. A.
Wolf die Inschrift: Puteal sacra bacchica exhibens
idem illud in quo ad martyrium patiendum circa
a. CCXXIII S. Callist us deraersus traditur ex eius-
dora S. Callisti aede romana transtiberina eraptionis
iure huc deveetum. H. 0,95 m. Durchm. oben
0.75 m. Feinkörniger gelblicher, augenscheinlich
pcntelischer Marmor. Ergänzt: an dem Herme«
Kopf, Büste, r. Arm {bis auf einen Streifen am
Handgelenk), r. Hand, Hüfte mit Gesäß und Teil
des r. Oberschenkels, Flicken am l. Oberschenkel
und r. Schienbein; das Kind bis auf die Beine: ein
Flicken r. unten vom Herme«; an der Figur r.
vom Hermes Kopf mit Hals und Teil der Brust,
sowie einem Stück der Thvr«<isspitze, die 1. Hüfte
mit Gesäß und fast dem ganzen 1. Oberschenkel;
ein großer Flicken zwischen Kopf und r. Arm, sowie
einer r. vom 1. Unterarm mit einem 'Peil von diesem;
! an dem nächsten Satyr recht« Kopf, Hals und
großer Teil der Brust, fast der ganze r. Arm mit
Fackel, r. Hüfte mit r. Bein (Fuß antik) und Teil
des 1. Beines am Knie; an dem nächsten Satyr
Kopf mit Hals und Oberteil der Büste, r. Brust,
j Teil des Thyrsoe, r. Hand, Teil de« r. Oberschenkels,
1. Ellenbogen; an dem nächsten Satyr Kopf mit
Hals, Schultern, r. .Arm, Flöte, Kopfteil des Fells;
an der Maenade Kopf mit Hals, Büste, r. Arm, Teil
de« Tympanons, r. Hüfte mit Gesäß und Teil de«
r. Oberschenkels, Teil des r. Unterschenkels; an
dem Satyr links von Hermes Kopf mit Hals und
r. Brust, größter Teil des r. Arms mit Hand und
größtem Teil der Fackel, 1. Hand und Teil des
Schlauch«, großer Teil des r. Oberschenkels; große
Stücke im oberen und unteren Profil. Stark ver-
waschen. Neuattische Dutzend waare; sehr weichlich
charakterlose, flaue Arbeit. Hauser, ncu-attische
Reliefs S. 31 u. 38 a; Beinen hier geäußerten Zweifel
an der Echtheit des Reliefs hat er bereit« ebenda
S. 200 in den Zusätzen und Berichtigungen zurück -
genommen.
2995—2996. Oscillum uud Fragment
eines solchen.
2995 links u. 2996 rechts: Oscillum. W. S. 13.
Welckcr, alte Denkmäler II, Taf. VI, 11. S. 122 ff.
Durchm. 0,345 m. Feinkörniger hellgrauer Mar-
mor. Ergänzt : Stücke de« Rande«, Zapfen, Nasen-
spitze der Maske. Auf der einen Seite in einem
Rahmen mit Bliitenkranz und Perlenschnur
eine Ammonsmaske in Hochrelief; auf der andern
Seite Agaue mit Schwert und dem Kopf der
Pentheus tanzend vor einem Felsaltar mit bren-
nender Flamme, in ganz flachem Relief. Die Aus-
führung der Maske weist in spät-antoninischc Zeit.
Seltsam wirkt dagegen die affectierte Einfachheit,
ja das Archaisieren — man beachte die Körper-
haltung — der andern Seite.
2995 recht« und 2996 links: Fragment eines
Oscillums. Welcker, alte Denkmäler II, S. 126, n* 9.
H. 0.305 m. Feinkörniger gelblicher Marmor. Auf
der einen Seite Herme« nach 1. stehend; unten
Kopf, 1. Schulter und r. Arm einer trauernd Sitzen-
den mit verhülltem Hinterhaupte. Auf der andern
Seite ein nackter bärtiger Mann, der mit der R.
aus einem großen Koffer ein Gewand erhebt : unter
dem Koffer nach Welckcr Rest einer Hand. Beide
Darstellungen rätselhaft; s. Welcker a. a. O. Gute
schlichte Arbeit der ersten Kaiserzeit.
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93 X. 2997 — 3000
Mitau (Lettland).
Museum.
Sitz.-Ber. der kurländ. Gesellschaft für Littera*
turu. Kunst, 1834, S 54 ff.; 1886, S. 8. „Feldgrau“,
Soldat enbeilage zur M i tauischcn Zeitung, 1917, Nr. 18.
Münchner Illustrierte Zeitung XI, 1918, Nr. 5,
S. 36 f.
2997/98. Torso, Replik des Eros von
Centocelle. Angeblich aus Cumae, 1850 in Rom
Mitau (Lettland), Museum 94
erworben. Hoch 1,10 m. Reste von Locken. Die
Flügel waren eingesetzt. Gute Arbeit.
2999/3000. Weiblicher Kopf. Von einem Mit-
glied der Fürstlich Lie vensehen Familie vor 80—90
Jahren in Rom oder Florenz erworben. Hoch 0,45 m.
Neu: Nasenspitze und Stück der Oberlippe. Der Hals
ist zum Einsetzen hergerichtet. Im Haar mehrere
Löcher, wohl für einen Kranz. Löcher für Ohrringe.
Schöner, sonst nicht bekannter Typus des 4. Jahr-
hunderts. Vgl. etwa E— A 248/49.
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f A M k t 3» > 7
Photographische Einzelaufnahmen
ANTIKER SCULPTUREN
Serien zur Vorbereitung eines Corpus Statuarum
ARNDT-AMELUNG
Herausgegeben
PAUL ARNDT und GEORG LIPPOLD
REGISTER ZU SERIE VI— X
Bearbeitet von
O. BRENDEL
Preis 3 Mark
E. BRUCKMANN A.-G. MÜNCHEN 1929
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Vorwort.
Das vorliegende Register ist in allem nach dem Vorbild desjenigen von
G. Lippold für Serie I— V bearbeitet worden. Die einzige Änderung besteht
darin, daß sich jetzt in den Abteilungen III und IV nicht die kursiven, sondern
die steil gedruckten Zahlen auf die Abbildungen beziehen, die kursiven nur auf
Erwähnungen in den Texten.
Cher den Gebrauch von Abkürzungen, die Bezeichnung bekannter
Statuen durch ihre landläufigen Namen und ähnliches sind dieselben Grund-
sätze eingehallen worden wie in dem Register zu den Serien I — V. Ebenso
wie dort bezieht sich das chronologische Register ausschließlich auf die in den
Texten ausgesprochenen Meinungen.
O. BRENDEL.
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I. Inhalt von Serie VI— X.
No. 1501 — 1703 Madrid, Prado VI, S. 1 — 39
.♦ 1704—1777 „ Museo arquiologico 39—53
>t 1778—1783 „ Kunstakademie „ „ 53
1784—1800 „ Sammlung Alba „ „ 53 — 50
„ 1801 Barcelona VII, „ 1
„ 1802—1809 La Granja „ 1—2
,, 1810—1824 Sevilla, Museum * „ 2—5
1825—1847 „ Casa de Pilato« „ „ 5—8
„ 1848 — 1849 San Lücar de Barrameda „ 8
,. 1850 Fr^jua 8-9
„ 1851 — 1800 Montpellier, Musec numicipal „ 9—10
,, 1861 — 1800 „ Societe archäologique „ 10—11
„ 1807 — 1905 Genf, Mus^e d’art et d’histoire . „ „ 11 — 25
„ 1906-1908 „ Collection Darier „25-20
n 1909 — 1920 „ (Morillon), Collection I)uval „ „ 26—31
„ 1921 — 1927 „ ( Grand- Saconnex), Collection Sarasin 31—32
„ 1928 — 1932 Aachaffen bürg „ „ 32—33
„ 1933—1940 Sammlung Pourtale» (früher in München, dann in Leningrad) „ 33—34
„ 1941—1943 München, Sammlung Berolzheimer ,. „ 34
„ 1944—1949 Ehemalige Sammlung Klügmann (jetzt Mecklenburg b. Schwerin) „ 34—35
1950-1959 Modena „ 35-38
„ 1960-1966 Rimini „ 38-40
„ 1967—1969 Florenz, Casino Medice^ „ „40
„ 1970—1972 „ Kunsthandel „ „ 40
„ 1973—1979 (!ortona „ „ 40—41
„ 1980 — 1985 Ehemals Rieti, Sammlung Canali ., „ 41—42
., 1986 — 2041 Rom, Kunsthandel „ „ 42 — 68
„ 2042-2043
„ 2044 - 2045
„ 2046 - 2047
„ 2048 - 2051
,» 2052 2057
.. 2058 - 2065
„ 2066 -2069
„ 2070 2073
„ 2074 — 2100
„ 2101 2257
2258 -2331
„ Palazzo Caetani „ 08
„ Villa Lante „ 68 — 69
,, Auditorium dee Maeeenas „ 69
Antiquarium comunale „ „69—70
„ Palazzo Maüsimi alle eolonne 71 — 72
„ Palazzo Odeecalchi „ 72—73
„ Palazzo Mattei „ 73
„ Palatin „ „ 74
„ Palazzo Marghcritn „74 — 82
„ Lateran - VIII. „ 1—16
„ Palazzo Doria ,. „ 16—34
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No. 2332 - 2307
2368 -2381
„ 2382- 2391
„ 2392
„ 2393
„ 2394
„ 2395 2398
„ 2399 — 2400
2401 2410
2411 2016
„ 2647 - 2681
„ 2682 2684
.. 2685 2687
„ 2688—2690
2691 -2700
2701-2784
„ 2785— 2881
2882 - 2940
„ 2941-2944
„ 2945 - 2965
„ 2966 2969
„ 2970- 2972
„ 2973 - 2996
„ 2997 - 3000
Rom, Villa Doria Pamfili
M Paluu» Altempe
,, Palazzo Valentin!
„ Studio Canova
„ Via Margutta 53 B
„ Kunsthandel
Paros, Privatbesitz
Smyrna. Evangelische Schule
Venedig, Hof des Dogenpalastes
„ Museo areheologieo (früher im Dogenpalaat)
,, Museo civico
Rom, Sammlung Meng&rini
Hamburg, Museum für Kunst und Gewerbe
,, ehemals Sammlung Klügmann
., ehemals Sammlung Reimers
Rom, Villa Borghese, Casino
„ Villa Borghese, Park
,, Palazzo Barberini
Neapel, Museo Xazionale
München, Glyptothek
„ Kunsthandel
,, Privatbesitz
Schloß Tegel bei Berlin
Mitau, Museum
VUI. S. 34-41
„ 41-43
„ „ 43- 44
.. 44
„ „ 44-45
.. ,. 45
,. 45
.. 46
IX. .. 1-3
.. 3-42
„ 42-49
.. .. 49
49—50
.. .. 50
,. 51 —52
X. .. 1-20
,. .. 21-61
.. 61-68
.. .. 08
„ ., 68-84
.. .. 84
„ „ 84-85
.. .. 85 92
03-94
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II. Verfasser
No. 1501 — 1849 Paul Arndt
„ 1850—180(5 Andre Joubin
,♦ 1867 — 1927 George« Nicole».
.. 1928—1943 Paul Arndt
.. 1944 — 1949 . . Georg Lippold
.. 1950 -1959 . . Paul Arndt
19(50 - 19(5« Fritz Weege
♦, 19(57 — 1985 Paul Arndt
„ 1986 2051 Walther Amelung
.. 2052 2069 Paul Arndt
2070 — 2100 Walther Amelung
„ 2101 -2257 Paul Arndt u. Georg
Lippold
„ 2258 - 2331 Walther Amelung
„ 2332—2398 Paul Arndt u. Georg
Lippold
„ 2399 — 2400 Paul Jaonbathal
der Texte.
No. 2401 2681 Paul Arndt u. Georg
Lippold
„ 2682- 2700 Rudolf Pagenstecher
„ 2701 — 2784 Paul Arndt u. Georg
Lippold
„ 2785 — 2881 Paolino Mingazzini
„ 2882—2948 Paul Arndt u. Georg
Lippold
2949 Paul Wolters
„ 2950 — 2953 Paul Arndt u. Georg
Lippold
,, 2954 — 2965 Paul Wolters
„ 2966—2972 Paul Arndt u. Georg
Lippold
,♦ 2973—2996 Walther Amelung
„ 2997 — 3000 Philipp Lederer
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1
Agen — Berlin
9
III. Ortsregister.
(Mo »or den auftfrfDhrUn Stüekrn »lohend«' Zahl entspricht der Mu§*um»nuruiner. IHc kursiv gedruckten Zahlen beiiehen »ich
mir auf die Teate. die audim auf die Aufnahmen »«-IHat. Zahlen in Klammem beci<-l en »ich auf die Serien I— V der E-A..
Agen (Frankreich).
Venu» 2528.
Agram.
Marsvas 2857 >58 (Kepl.).
Alx en Provence.
(Kutal. Gibert) 217 Asklepios 2532. 214 Knäbchen
im Mantel (1392), 2726.
Anzio.
VILLA DES ANTIQUARS M.j (M.-D.) 1285
Togntus, Statuette 2324. 1311» Uamillus 2324.
3876 Cippua den L. Lartiu* Anthus 2324.
Aschaffenburg.
POMPEJANUM: Römer, schwach bärtig, Büste
1928/30. Römer, bärtig, Kopf 1931/32.
Athen.
NATIONALMUSEUM: 67 Jünglingskopf 1855/56. 1
182 Kopf vom Siidabhang 2403/05 (Rep).).
193 Muse (Melpomene) 1568 (Kopfrepl.). 215 17
Musenbasis von Mantinca 1568. 231 Themis von
Rhamnus 1817. 232 Aristonoo von Rhamnus
2861/62 , 239 Satyr von I^amia 2434. 241 Herme«
von Aegion 2855/56. 244 Jüngling von Eretria
(624) 2019. 245 Unvollendete Gnippe Satvr-
Dionyso« 2503/07, 240 Jünglingsstatue 4. Jhdt.
(639, 40) 1794. 253 Hera kkeeta tuet te 2985 b.
274 Athena- Statuette aus Epidauros 1724/30
(Anm. Sp. 43). 275 Athena 1724/30. 332 Bärtiger ,
Götterkopf 2411/12 (Replik). 441 Frauenporträt
2817/18. 680 Aphrodite von C’hacronea 2527, 698
JünglingH;4tatue(713) 1794. 710 Statue der Megiste
(724) 2410. 715 Grabrelief aus Salamis (661 64)
1745. 716 Grabrelief (658) 1865. 1409 Dioskuren-
idkf (1246) 2668. 1464 Relief 6005, 1532,1538,
1539 Reliefs 1735. 1828 Kolossale Porträtstatue
2847/51, 2812 Votivrelief 1724 30. 13 396 Bronze*
statue von Antikythcra 2042,43. (Sybel) 4151
Kopf 1718. Torso (Herakles Farn.) 1886.
AKROPOLIS-MUSEUM (Catal. Dickins) 695 Trau-
ernde Athena 1641(42, Unvollendete Gruppe.
Dionysos- Satyr 2503/07.
PIRJU-SMISKUM: 115 Rcl. Athena 17H/30
(Anm. Sp. 43).
STADION: Doppclhcrme Apollon- Hermes aus dem
Stadion 1872 73, 2167:68.
Avignon.
Aphrodite 1542.
Barcelona.
PROVINCI AI-MUSEUM: (Katal. A. E. de Molins)
716 Weibl. Gewundstatue 1801.
Basel.
Apollon (Steinhäuser) 1626. Aphroditekopf (899
900) 2428 29.
Benevent.
Traja ns -Bogen 2838/39.
Berlin.
ALTES MUSEUM: 37 Aphrodite 1542. 59 Artemis
('oionna 2797. 69 Asklepios 2866. 83 Demeter ^
(Cherehell) 2840. 154 Fortuna 2908. 158 As-
klcpi« »köpf 2624 26. 193 Hermaphrodit 1973/74.
196 Hermes (I^ansdowne) 2855/56. 199 Hermes
(Aegion) 2855/56. 222 sogen. Urania 2905. 225
Narkissos 2552/53. 310 Bärtiger Grieche 2411 12.
322 Bärtiger Grieche 2159/60 (Repl.). 502 Skla-
venstatue 2643/44. 586 Weibliche Statuette mit
archaistischem Idol 2724. 610 W. Kopf (vom
Südabhang, Repl.) 2403/05. Inventar 1502 Büste
aus Statue hergerichtet 1638/40, 2532. Inv. 1529
Büstchen 1802/07.
Aus Pergamon: Athena vom Altar 1724/30 (Sp. 43,
Anm.).
Aus Magnesia a. M.: Männl. Sitzatatue 2701. Kopf
des echnippchenschlageoden Satyrs 2943/44.
Agypt. Abtlg. : Isispriesterin, Statue 2400.
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3 Bologna
ANTIQUARIUM: Bronzen.
Inv. 8824, Pan, 1975 links.
Mar» Ultor 1958 rechts.
Terrakotta : 8853 W. Statuette aua Prienc 2797.
PRO ATBESITZ: von Kaufmann: Aphrodite-Kopf
1876. U. von Wilamowitz-Moellendorff : WeibL Ge-
wandatatue 1507.
Bologna.
Hernie (Hermes Propyl.) 2165166.
Bonn.
AK A DKM KUNST-MUSEUM: W. Terrakotte aus
Rhegion 2018/19.
Boston.
MUSEUM OF FINE ARTS: (Catal. Caskey.)
62 W. Kopf 2185/87 (Repl.). 68 Ammon (Wörlitz.)
1980:81 ; 2175:76. 78 W. Kopf 199.1. 99 Priamus-
Rel. 2722. Kybele-Statuette VII Sp. 31. a.
Bronzekanne (Tyazkiewicz) 1976. Terrakutten
au» Mvrinn 2733.
PRIV ATBESITZ: bei Mrw. J. J. Gardner. Amazone
(172/74) 1793.
Brescia.
Nike 2015.
Broadlands.
(Mich.) 9. Herme« (Ludoviai) Kopfrepl. 2110/11.
Brüssel.
MI SEE DU CTNQUANTENAIRE: 1 Anha
istischer Kopf 2192/94.
Budapest.
K UN ST H I STÖR. MUSEUM: 00 KHn. Rel. 2224.
Terrakotta, Frauenstatuette mit tiefer G Ortung,
Frgmt. 2718.
Cambridge (England).
FITZWILLIAM MUS.: Apollon-Statuette (Kopf-
replik) 1986 J90.
Cambridge (Maas.).
FOGG MUS.: Aphrodite 1642.
Candia (Kreta).
MUSEUM DES SYLLOGOS: Weibl. Kopf 2115/16.
Knabe in Kapuzenmantel 2949.
Chatsworth House.
Dionysos- Kopf 1993 (Sp. 49, Anm.).
Catajo.
s. unter Wien.
— Florenz
Cherchell.
Athen» 2766. Apoll (Kyrene) 2879. Karyatiden
(Trallea -Cherchell) 2461:64. Pudicitia (Vatikan)»
Kepl. a|s Ceres 2863/64.
Cortona.
(Heydemann) 2 Votivhand aus Bronze 1977 70.
6 Doppelfigur, nackte Frau — mit Aegis be-
kleideter Mann 1973/74.
SkJavcnknabe, schlafend 1975 rechts. Paii, Bronze-
statuette 1975 links. Bronzekanne 1976.
Delos.
MUSEUM: Fragmt. eint« langgewandeten A)>ollon
1556. Weibl. Statue mit Nebris (aus dem Theater-
Viertel 1993 (Sp. 51).
Dresden.
j STAATE. SKULPTUREN SAMMLUNG: (Katalog
Herrmann) 27 Basis 2615 18. H6 öleingieüer
2068 (Kepl.). 75 Stephanosfigur, Kopfrepl.
2127/28. KO Hermeakopf 2110/11. 84 Sitzende
Muse 1557. S8 Polykletiachcr Epheb VII Sp. 22 C;
, 2072/78 (Repl). 95 W. Kopf 2048 49. 117 Dres-
dener Artemis 1568; Kopistenvariante 2751.
180 Artemis 2799. 184 Nymphe, Torso 2641/42.
185 Artemis, Torso 1815. 190 Apollon 2804 unten
rechts. 197 Euripides (Kepl.) 1982/83. 215 Askle-
pios, Statuette 2532. 237 Satyr. Torso, 2641/42.
241 sogen. Ariadne 1568. 269? Artemis 2799.
289 Aphrodite (Capitol) 2488/90. 318 Aphrodite
i 1542. 326 Große lierkulanenserin 2242/44 (Repl.);
2772. 327 Kleine Herkulanenserin 1532 links ;
1568 ; 2449; 2795; 2910 .
Hvgieia IX Sp. 49 (Kepl.)
GIPSSAMMLUNG: Satyrstatue 1811.
Erbach (Odenwald).
Hermes als Kind (1444) 1915/16. Sogen. ScrtoriuH
(1447) 2872/73.
Eregll ( Peiint hos).
Dionysos 2382.
Florenz.
! GALLEKlA DEGLI ARAZZ1: 47 gefesselter
Knabe 2733 (Repl.).
| MUSEO ARCHEOLOG1CO: (Milani 1) S. 139 Nr. 6
Athen» (Eigene) 2948/48. S, 172 Nr. 2588 Silber-
schild des Flav. Ardaburiua 2361165. S. 249/50
Terrakottagiebel 1890. S. 261 Artemis 2592/93
(Kepl.). 8. 314 Nr. 44 Marsyaskopf 2767/68
(Kepl.). S. 318 Nr. 88/89, Epikur und Hermareh
(nicht Sophokles u. Aeschylos!) 2092/93. S. 323
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5
Florenz — Cent
ti
Nr. 134 Apollonstatuette 2529 (Repl.). S. 323
Nr. 140 Polyhvmnia 2794. 8. 328 Nr. 178
Aphrodite 1542.
(Amclung 203) Hinter, Bronzestatuett-c, 2029.
(Amelung 271) Bronzepcrträt aus Livorno 1610.
GIARDINO BO BO LI : I). 84 Herme« (103) 2063.
Nicht bei I).: Sitzende Muse (200) (Repl. Klio
Vatikan) 2568,
PALAZZO (TORSI NI LUNGARNO: D. 270 Apoll
(Ly kein») (335) 2879.
PALAZZO C0RS1N1 AL PRATO: IX 247 W. Ge-
wands tatue (310) 2840. IX 252 M. Statue (327)
2063; Kopf (nicht zugehörig) (327 ) 2812. Bei IX
S. lOtt oben erwähnt Dionys«» (325) 1793.
CASINO MKDICKO: I)oryphon»«-Kopf VII Sp. 40.
Männl. nackte Statue 1007 150. Caesar-ähnlicher
Römer VII Sp. <0.
PALAZZO OR LAN 1)1: Asklepioskopf D. 503
(340/41) 8924 25 (RepL).
PALAZZO PITTI : D. 2 Männl. Kopf 2812. D. 4
„Apollon“ -Statue 2558. I). 1(5 Hern«*« (Lanx-
downe) (213/15) 1940; 2856 56. I). 1» Asklepios
(219/21) 2054 (Repl.). D. 27 W. Kopf 2822. D.30
Hygieia (227) 1828. 1). 33 Herakleantatue (228 30)
27V8. I). 35 Herakles (231) 2847 51. D. 36 Hera-
klca (Farnese) 2630 (Repl.). I).4l Aphrodite 1542.
PALAZZO RICCARDI : Euripidc* 1982 83.
PALAZZO STROZZI: Meleager-Statue (ehern.
Strozzi) 2714.
GIARDINO TORRIGIANI: D. S. 214 Ganymed-
gruppe (289) 2545 46.
CFF1ZIEN: D. 12 Rom. m. Porträt 2930 31. 1). 13
Hermes (Ludovisi) (83 84) 2110fU (Kopf repl.).
IX 65 Augustus 1953 r. D. 84 Ariadne 1552. D. 95
Herakles (Farnese) (346) 2775 77 (Repl.); 2793.
I). 132 Griech. Porträt IX Sp. 48. I). 153 Sitzende
Nymphe 2641,42. D. 162 Neunttische Basis
2481; 83 (Repl.). 1). 194 Alexander Severus
2791 92. D. 197 Asklepios 2624126 (Repl.). D. 198
Asklepios (92 93) 2485 87 ; 2531; 2914/15 .
D. 213 Kopf einer Griechin (358 59) IX Sp. 48. ,
I). 248 Nereide 2185. D. 263 Niobiden-Trophos ■
1635 36 ; 2124 (Repl.). D. 321 Bärtiger Kopf !
(368/69) 1649 50. J). 361 Unfertiger Römer
2674 75. D. 497 sogen. Karneades 1654. IX 519 i
Relief, v. Bacchusthron? 2577. D. 523 Relief. |
von Jupiterthron 2577. I). 535 Dorvphoros.
Basalt -Torso <94 95), 1933 34. D. 536 Relief mit
Rundtempel 2-577. D. 546 Satyr ( Knipeziontreter)
2641 12. 1). 554) Apollino 2017. D. 551 Gruppe
Ares und Aphrodite 2782. \V. Kopf (3645) 1635 36.
PALAZZO VECCHIO: I). 510 Apollon (340) Kopf
1879, 1). 512 Apollonkopf 2465:66 (Repl.).
UNBESTIMMT: Clarac 686, 1611 Dionys mit
Löwen, sitzend 2009. Clarac 775, 1932 Madchen-
statue 2906.
Formlae.
M. Statue (Hermes Richelieu) mit Porträtkopf
2855 56.
Frankfurt.
LKEB1GHAU8: Muscngruppc 1568 (Sp. 16).
Athens 2797. W. Gewandstatue 2905 (Repl.).
Frijus.
MUSäE MUN1CIPAL: Zouskopf 1850.
Genf.
MUSEUM (Katal. Deonna): 50 Kroskopf 1 8*58 69.
2348 50. 1646 48 (Repl.). 51 Hermeskopf
1870 71. 52 Doppelhcrme 1872 73; 2167 68.
56 Apollon Sauroktonos 1874. 58 Aphroditetorso
1875. 59 Aphrodite. Kopf 1876. 60 (ehein. Duval)
Kora, Statue 1909. 61 (ehern. Duval) Apollon
Kitharöde 1911/13. 62 (ehern. Duval) Bogen-
spnnnender Km« 1914. 63 Männl. Torso 1886.
65 Männl. Torso 1884 85. 66 Kopf eines jungen
Mannes 1887 88. 67 (ehern. Duval) Knabe mit
der Gans 1918. 68 Alter Hirt, Statuette 1898.
69 (ehern. Duval) Nymphe ein Becken haltend
1910 a. 71 (ehemals Duval) Sarapia stehend 1917.
73 Aphnxlite VII Sp. 23, i. 74 Aphnxlite -Torso
VII Sp. 23, k. 76 Aphrodite, Statuette VII
Sp. 22, h. 77 Aphnxlite (Capitol), Kopf VII
Sp. 23, m. 80 Aphnxlite, Kopf VII, Sp. 22. e.
81 Behelmter Athenakopf 1877. 82 Athens-
Statuette VII Sp. 23. 1. 85 Flora, Kopf VII
Sp. 22, g. 88 Kybele, Kolossalkopf VII. Sp. 23. n.
90 Selene, Statuette 1891. 91 Priapus. Statuette
1892. 92 Dionysos, Kopf 1878. 94 Männl. Torso
VII Sp. 22, f. 96 (ehern. Duval) Männl. Torso mit
Chlamys 1919. 98 Herakles, Hermenkopf 1889.
122 Bartloser Mann, Porträt 1901 02. 125 (ehern-
Sarasin) „Jugendlicher Caligula“, Büste 1926 27.
128 Lucius Verus, Büste VII. Sp.23. s. 12t) Nero,
Büste VII Sp. 23. r. 131 Porträtstatue 1903.
132 Männl. (nicht W.) Kopf 1904/05. 133 Bärt.
Porträtkopf VH Sp. 23. p. 134 Verschleierter
Frauenkopf VII Sp. 23, q. 135 W. Porträtkopf
1899 1900. 137 Relieffragment, archaistisch 1893.
138 Neuattische« Rel.Fragm. (Dionysos) 1924).
139 Neuattisches Relief VII Sp. 24, v. 145 Mar-
nionliakus 1894 95. 156 Relief (En» versteckt
sich hinter Maske) 1896. 157 Relief (Eroten in
ländl. Scene) 1897. 160 Totenmahlrelief VII
Sp. 23, o. 175 Reliefkopf VII Sp. 23, u. 204 Rc-
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7 Genua —
lief VII, 8p. 24, w. 2UT) Neuattischea Relief VII
Sp. 24, x. *206 Xouattisches Relief VII Sp. 24, y.
(Nicht bei DiVmna): Inv. 1165 B<xk. Bronze-
Statuette 1867. Inv. 1201 Apollon Lykeios 1879.
Inv. 229 Dionysos, Bronzestatuette 1880/82.
Inv. 1223 Herrn««, Bronzestatuette 1883. Krieger,
Terrakotta. Hochrelief 1890. Nymphe von Ken-
taur geraubt, cyprische Gruppe VII 8p. 22 a.
Klfenbeinplakette. cyprisch VII Sp. 22 b. Manul.
Tonn* (polykletisch) VII Sp. 22, c. Behelmter
Ephrbe, Bronzestatuette VII Sp. 22, d. Junger
August us VII Sp. 23. t. Totenmaske (aus Fayum)
VII Sp. 24, z. Sonnengott VII Sp. 24, z.
DUVAL (Morillon bei Genf): Nackter Ephebe
1910 b. Kybelc sitzend, Statuette VII Sp. 31, a.
Apollon, Doppelherme, VII Sp. 31, b. Sarkophag -
Fragmente VII Sp. 31, c. Fragmente von (Uam-
pana ?)- Reliefs VII Sp. 31. d. Herme« als Kind,
Kopf 1915/16.
M.H .DARI ER : A mazone.Statuet te, (falsch ) 1 906/08.
M. SARASIN: laichender Satyrkopf 1921. Un-
bärtiger Römer 1922/23. Unbärtiger Römer
1924 25. Augustus, Büste VII Sp. 32.
Genua.
PALAZZO REALE: Kopf einer Jünglingsstatue
(1363 64) 1 593:98.
VILLA GRUBKR: Stirnziegel, Athen« (1372)
22/2 Mitte.
Gortyn.
„Apollon**, Torso 2558. Athens (Vellctri) 2632/33
(Repl.).
Hamburg.
MUSEUM F. KUNST U. GEWERBE: Attisches
Grabrelief 2685. Grablekythos 2686. ( ampami-
relief 2687. Unbärtiger Kopf (1378 79) IX
Sp. 51.
PRIVATBESITZ: Sammlung Reimers: Jünglings-
toreo 2691/92. Heraklestoreo 2693. Herakles sit-
zend, Statuette 2694. W. Kopf, Loda verwandt
2695 97. Römerkopf, Zeit de** Gallienus 2898 99.
Zwei TerrakottabUsten 2700.
Sammlung Dr. Franke (früher A. K lügmann):
(M.-D.) 176 Hermeskopf 2688 '89. 4074 Relief
mit bogcnschicOcndcm Apoll 2690.
Hannover.
PROVINZIALMUSEUM (Katal. Köhler): 6 Pan
(1072) 1739.
Holkham Hall.
(Mich.) 19 Marsyaa (Agram) 285 7 158.
Kopenhagen 8
Ince Blundell Hall.
(Mieh. 8.) Athens 2339 ( RepL ohne Aegis). 13 Apoll
2852. 14 Apoll 2852. 36 Aphrodite 1542.
' Fragni. einer Charis aus Gruppe dreier Chariten,
verschollen, 297 5 f 78.
Karlsruhe.
I MUSEUM: Bärtiger Götterkopf (1436 37) 1832/33.
| Gigant (1440) 1799/1800; 1995. Asklepios 2267.
Kassel.
MlrSEUM (Katal. Bieber): 3 Knabenkopf, früher aui
I Statue 9. 2147/48. 6 Kopf des polyklet. Diadu-
menos 1578 84. 27 Jünglingskopf 1834136.
Kiew.
| SAMMLUNG KANENKO: Statuette au« Villa
Patrizi 1950, s. u. Rom. Thermenmu«. 534.
Klagenfurt.
j Knäbchen im Mantel 2726.
Konstantinopel.
I OTTOMAN. MUSEEN: 114 Apoll (Kyrene) 2879.
317 Apoll (Kyrene) 2879. 460 Rel.-Fragm. aus
Tralles 1897. 596 Männl. Gewandstatue 2928.
601 Männl. Statue 1813. 003 W. Gewandstatue
1507. 808 Hvgieia (Hope) 2897.
Bronze 750 Zeus 1850.
Aus Magnesia a. M.: 825 Frauenstatue 2725; 2906.
826 Männl. Gewandstatue 2019.
1 GARTEN DER ÖSTERR. SCHULE: W. Statue
2461/64.
Kopenhagen.
NY-CARLSBERG GLYPTOTHEK (Catal. Jacob-
, aen 1907): 32 W. Kopf 2192:94. 34 Doppelherme
2192 94. 63 Apoll I Kit haröd c) 1011.13; 2338. 66
I Apollon, Kopf 2162/63; 2167/68. 69 Apollon, Kopf
2430/ 31 (Repl.). 73, 74 Apollon 2013. 76 Apollon,
Kopf 2529. 83 Artemis u. Iphigenie 1815. 89 Ar-
temis 2014; 2742 ; 2798. »9 Athena 2339.
152 Bart. H«*rm«* 1656/57 (Repl.). 149 Hermen-
kopf 1832/33. 155 Dionysos 2798. 155 a Dio-
nys«« (Hop«*) 1793. 158 Dionysos 2798. 253 He*
räkle« 2266. 270 Rcl. m. Rahmen (Herakles-
arbeiten) 2188. 297 98 W. Köpfe 2048:49. 304a
Weibl. Gewandatatue 1507. 336 I>edn 2755. 353
Statuetten köpf, polykletisch, (verschwunden?)
2236/37. 365 a Mädchenkopf 2024 25. 387 Me*
ieager 2714. 388 Männl. Toreo 188485. 394
„Polyhymnia“ 2794; 1993 (Sp. 52). 395 Muse
1993 (Sp. 52). 396 Muse 1993 (Sp. 47); 2865.
400 Jüngling Alba 1789 92. 403a Kopf mit Pinien-
kränz 1993 (Sp. 48); 2966/69. 409 a Griech.
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Korinth Madrid
10
Port rätst* tue 231)3. 413 Grieche, Herme 1980/81.
414 b Euripide*. Herme 1982 83. 4131 a Jüng-
ling von Epidauro* 2401. 485 Satyr 1975
links. 488 a Symplegma ( Hermaphrodit- Silen)
2562. 491 Sphinx 2485/67. 512 Paatieeio 2061.
528 Togastatue 2019. 532 W. Gewandslatue
1801. 537 Fundilia 2133. 550 Asklepios
2368/70. 500 Römer 2027 28. 597 Pompe jus
2637/38. 597 a Römer 1984 85. 859 Römer, Re-
naiasaneearbeit (1192) 2645 46. «78 «77 Atlanten
(Barbaren) 2867. 777 Sarkophag 1742 links.
817 Relief (Sessel) 2006.
Kopfrepl. d. Stephaii<mfigur 2127 28.
THORVALDSEN-ML?8KUM : Langgewandeter
Apollon, Fragm. 1556.
Korinth.
W. Statue 2485.87. Barbarcnatatuc Kolossal 2867.
Kyrene.
Charitcngruppen 2975 78 (Gruppe 1 Sp. 87, Gruppe 2
Sp. 88).
La Gran ja (Scgovia).
Köpfe den Reliefs mit Gallierkämpfen 1802/07.
Statue eine« Jüngling« 1808/09.
Leningrad.
EREMITAGE (total. Waldhauer, 1923): 4« Hv-
gieia IX Sp. 49 (D 313). 78 Hcrakleakopf 2164
(RepL). 1 16 Weibl. Statue 2461! 64. 256 (?) Kin-
derkopf 2773 74 (RepL). 273 Rogenspannendcr
Eros 1914. 316 Apoll (Kvrene) 2879. 360 Relief,
Ganymed 1948.
Zeus als Asklepios ergänzt 1917. Weibl. Statue I
1553. Alter Hirt. Statuette 1898.
.SAMMLUNG POURTALfcS: Doryphor,*. Torso
1933 34*). Silen. Statuette 1935. Aphroditekopf i
1936 38. Kinderköpfehen au« grünem Basalt '
1939. Hermes, Brome- Statuette 1940. Bronze-
kopf eine« Kinde« VII Sp. 33, Anm .; 194 1 4 3.
Leptis Magna.
Marsyas (Agram) 2857/58.
Leyden.
ML’SEUM: Zeuastatue au» Utica 1638 40.
Lissabon.
MUSEUM: 1815 Liegender Silen 2129/30.
London.
BRITISH MUSEUM (fatal, of Sc.): 501 Diadu-
menos Farnese 1518. 505 Fragmente der Sima
•) Jetzt Berlin, Altes Museum.
de« Apollontemp(‘U in Bassai 2955. 1204 -17
S&ulenreliefs au« Ephesus 2218/20. 1241 Athens
au« Ephesus 1522/25; 2342. 1302 Kora au« Knido«
2861162. 1403 Figur aus Kyrene 1825. 1572
Atbenakopf 1508:09. 1608 Asklepiosherme 2914
bis 2915 (RepL). 1696 Asklepios 2532. 1734 He-
raklcskopf 1834/36. 1743 Perseuskopf 2035/37.
1745(nieht 1754!) Priap 1960. 1747 Athlet 2228(30
( Repl. ). 1 752 J ünglingsknpf 1638/40. 1 754 Athlet
Westraacott 2141 42 (Kopfrepl.). 1860 61 Por-
trät köpfe 2875. 1833 Euripides (Repl.) 1982/83.
2095 Statuette aus Rhodos 1950. 2129 Ziege
1679. 2191 Archelaos-Rel. (Apollon) 1556. 2200
Niobiden- Disko« 2690. 2303 Sarkophag au«
Saida 1906 08. 2509 Neuattische Basis 2481(83
(Repl).
Bronze 1291 Heraklesberme 2730 (Repl.).
LANSDOWNE HOUSE: (Mich.) 35 Herme«
2855(56. 61 Herakles 2266 (Repl.); 1619 20<Kopf.
repl.?) 2001(02 (Kopfrepl.); 1545/47 ; 2885.
Madrid.
PRADO (Katal. E. Hübner, Die antiken Bildwerke
in Madrid): H. 4 Zeus (Inee Blundell Hall)
1501 03. H. 5 Zeus mit Aegis 1504. H. 6 W. Ge-
WAndstatuette 1505. H. 7 W. Gewandstatuette
1506. H. 8 W. Statuette 1507. H. 9 Athens
1508/09. H. 10 Athenastatuette (Parthem»)
151015. H. 11 Fortuna 1516. H. 13 Poseidon
1517 20. H. .14 Nackter Jüngling 1521. H. 15
Apollon 1522/25. H. 16 Apollon 1526. H. 17
Arteraistorso 1577 rechts. H. 18 Dionyxoa
1527/31; 1585(87; 1993 (Sp. 49, Anm.) ; 1997.
H. 20 Dionyso« 1532 rechts. H. 23 W. Gewand-
statue 1533. H. 24 Aphrcalite 1534 36. H. 25
W. Gewandstatue 1537. H. 26 Sogen. Amymone
1538. H. 28 Kauernde Aphrodite 1539 41. H. 31
Aphnxlite 1542; 2596(98. H. 33 Tyche (Typus
Dresdener Artemis) 1543 ; 2840. H. 34 Fortuna
1544. H. 36 Herakles 1545/47. H. 37 Herakles
1548. H. 39 Hypnoastatue, Kopf 1549 50;
1570(71. H. 4t) Leda 1551. H. 41 Schlafende
Ariadne 1552. H. 42 W. Koloaaalfigur 1553.
H. 43 Athena (der myronischen Gruppe) 1554.
H. 44 W. Gewandstatue 1555. H. 45 Muw
1556. H. 47 Polyhymnia, Torso 1532 links.
H. 48 - 57 Musengruppe 1522 24; 1568. H. 49
Sitzende Mus«? 1557; 1568 . H.50 Sitzende Muse
1558/60; 1993 (Sp. 52 Anm.). H. 51 Sitzende
Muse 1561. H. 52 Sitzende Muse 1562. H. 53
sitzende Muse 1563; 1562. H. 54 Sitzende Muse
1564. H. 55 Sitzende Muse 1565/67. H. 56 Sit-
zende Muse 1568; 1993 (Sp. 52 Anm.). H. 58
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11 Madrid 19
Ganymed mit Adler 1568. H. 59 Böckchen-
tragender Satyr 1570/71; 2-519/20. H. 60 Aus- i
ruhender Satyr (Periboetos) 1572. H. 62 Aphro-
dite mit Muschel 1573. H. 63 Unterkörper
liegender weibl. Figur 1574/76. H. 64 Nackter
männl. Torso 1577 links. H. 65 Diadumenos (des
Polyklet) 1578/84. H.66 Nackte männl. Statue
1585 87; 1967/69; 1997. H. 67 Gruppe von Ilde-
fonso 1588 92. H. 69 Nackter Knabe 1593/98.
H. 70 ..Schlafgott“ 1599/1601. H.71 Sogen. Nar-
kiwos 1602. H. 73 Knieender Perser 1603. H. 75
Römischer Prinz 1604. H. 78 St at ue des August us
1605. H. 81 Panzcrstntue 16C6. H. 83 Römerin.
Statue 1607 09. H. 84 Sitzender Greis 1610.
H. 86 Zeurikopf 1611. H. 92 Athenukopf (Vel-
letri) 1612/13; 2632/33. H. 94 Helioskop! 1614/15.
H. 95 Doppelkopf (Io oder Isis) 1616 18; 2348/50.
H. 96 Herakleskopf 1619/20. H. 97 Jugendl.
Kopf, bekränzt 1621/23. H. 98 Dionysosherme
1624 25. H. 106 W. Kopf 1626. H. 108 ..Kluß-
gott“, Maske 1627. H. 109 Herakles, Kolossalkopf
1628/29. H. 110 Herakleskopf 1630. H. 111
Hcraklrskopf 1631. H. 114 Kinderköpfchen 1632.
H. HO Kopf der knidischen Aphrodite 1633 34.
H. 117 7 W. Kopf 1635 36. H. 119 Kopf (Silen
m. Racchuskind) 1637. H. 123 Behelmter Jüng-
lingskopf 1638 40. H. 124 Athenukopf 1641/42.
H. 147 Doppelhenne („Epikur-Metrodor“) 1643
bis 1645. H. 148 Aphrodite u. Eros. Doppelherme
1646/48; 1961/62 ; 2348/50. H. 150 Bärtige Herme
1649/50. H. 155 Bärtige Herme 1651 '52. H. 157
Bärtiger Grieche 1653. H. 165 Bart. Grieche,
Herme 1654. H. 171 Bärt. Grieche 1655. H. 172
Bürt. Herme 1656 57 ; 2165/66. H. 187 Bärt.
Grieche 1658. H. 189 M. Kopf (dem Diomedes
verwandt) 1659 62. II. 197 Jugendlicher Römer
1663 64. H.214 BärtigerKopf auf Kaiserbüste 1065.
H. 227 Drusus Minor 1666/67. H. 230 Unbärt.
Römer 1668. H. 231 Unbärt. Römer 1669 70.
H. 245 Bärtiger, Porträt 1671 72. H. 260 Männl.
Fbrtlfttkopf 1928/30. H. 262 Daker 1673 74.
H. 264 W. Büste (Zeit Julia Titi) 1675/76. H. 282
Römerin 1677/78. H. 283 Kopf einer Ziege 1679.
H. 284 Dreiseitige Basis 1680 82. H. 285 Neu-
attische Reliefs 1683/86. H. 286 Neuattisches
Relief 1687. H. 287 Neuattisches Relief 1688.
H. 288 Fragment eines Reh -Gefäßes 1689. H. 289
Puteal mit Relief 1690/93. H. 291 Eiförmiges
Reh -Gefäß 1694 96. H. 293 Relief mit fünf
Frauen 1697; 2804 oben rechts. H. 335 Stier,
HcchreL 1698 ; 1699. H. 336 Kuh, Hochrelief
1698 ; 1699. H. 337 Eber. Relief 1699. H. 338
Eber, Relief 1699.
(Nicht bei H.) Bärtiger 1700,01. Römer, Büste 1703.
H.? W. Kopf 1702.,
MUSEO A R QUEO LOG ICO (Katal. Delgado);
2705, 2706, 2710, 2746 Reliefs ( Dionvsoemythos)
1752/56.2011 Eber ? 1704. 2691 Puteal, Athenn-
gebürt 1724 29 (nicht 1730!); 2989; 2990.
2697 Fragment, rundes Marmorgefäß 1742 links.
2704 Silvan, Statue 1776. 2707 Dionysosstatue
1734. 2708 Puteal 1746 51. 2713 Marsyaa, Sta-
tuette 1741. 2714 Satyr mit Schlauch Statuette
174t). 2715 Fragment einer Gruppe 1738. 2716
Pan, Statuette 1739. 2729 Herakles, Statuette
1721. 2730 Tibcrius, Oberteil einer Sitzfigur
1765/67. 2731 Drusus Minor 1763,04. 2736
Tognstatue (Kopf L. Venia) 1772. 2737 Römerin,
Sitzfigur 1768/70. 2740 W. kopflose Statue 1736.
2741 W. kopflose Statue 1737. 2745 Relieffrag-
ment 1744. 2751 Grieeh. Votivrelief, Fragment
1735. 2753 Knabe mit Fischen, Fragment 1742
rechte. 2756 Knabenbüste, römisch 1771. 2760
Altcrtümh bärt. Kopf 1718. 2764 Bartloser Rö-
merkopf 1760,61. 2769 Jünglingskopf strengen
Stils 1719/20. 2771 Relieffragment 1731. 2824
Tiaehfuß 1743. 2828 Neuattische Basis 1756/58.
2838 Hellenistisches Grabrelief 1745. 2843 Rö-
mische Aschenurne 1777 ; 2241. 2936 Porträtkopf.
Bronze 1762. 2939 Bronzestatuette eines Jüng-
lings (polykletisch) 1723. 2943 Lar, Bronze-
statuette 1773 74. 3490 u. 3509 Kalksteinfiguren
aus dem Cerro de loa Santos? 1715/16. 3500 bis
3502 u. 3512 Skulpturen aus dem Orro de los
Santo« 1708 — 13.
(Inventar) 16793 Archaistische Frauenstatue
1759. 16820 Kopf der „Sappho“ 1732/33. 17461
Hypnos 1775. 18453 55 Stierköpfe, Bronze
1705/07. 18529 Stier mit Menschenkopf 1714.
18536 Kentaur, Bronze 1717.
7506, 7508, 7510, 7513, 7527, 7624, 7625, 7627,
7651 Skulpturen aus dem Cerro de los Santos
1709-13.
Athena, Bronzestat uette 1722. Innenbild einer
Schale des Aison 1730.
KUNSTAKADEMIE: (Hübner) 500 W. Kopf 1783.
H. 60! W. Kopt 1778 HO. H. 502 Kimbenporträt
1783. H. 503 W. Kopf 1783. H. 504 Antoninus
Pius 1783. H. 505 Vitellius (modern) 1783.
W. Kopf mit Diadem 1781 '82.
SAMMLUNG ALBA: (Hübner) 565 Artemis, Sta-
tuette 1797. H. 566 Männl. Torso 1793; 2798.
H. 567 Aphrodite ( Gene tri x) 1788. H. 568 Musen-
statue 1798. H. 569 Jünglingsstatue 1789 92.
H. 571 W. Kopf 1784 85. H. 572 Priap, Herme
1786/87.
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13
Magnesia a. M. — München
Jünglingstorso 1 71M . Jüngling«torso 1795. Eros,
Torso 1799. Gigant, Tom» 1799/1800.
AUS DEM ESCOR I ALEX SIS: Schiffskampf (1500)
IX, Sp . 49, (1). 295).
Magnesia a. M.
(s. unter Berlin, Konstantinopel. Smyrna).
Mailand.
MlTSE0 ARCHEOLOUICÖ: Relief (von Diana -
thron) 2577.
Mantinea.
Knabe mit Kapuzenmantel ( B.C.H. 1890 T. 8) 2949.
Mantua.
PALAZZO DUC ALE: (Dtitschkc) 703 Repl. einer
Erechtheion- Karyatide (9) 2461 64. I). 720 Ka-
ryatide (Repl.) 2457 ; 2461 64. 1). 850 Rel. Fragm.
2577. I). 853 Bacchischer Kopf (22/23) 2811.
1). 872 Ap< 11 2912 13 (Kopfrepl.); 2923 24. I). 874
nt uattische Baaia 2481 83 (Repl.). I). 876 Römer
aia Herme« (25) 1823.
Marbury Hall.
(Mich.) 10 Stehende Muse 1993. Jcnkins-Vasc
1724(30.
Mariemont (Brii««el).
SAMMLUNG WAROCQUß: 189 Victoria. Bronze -
«tatuette 1955 recht«.
Gut Mecklenburg (Schwerin).
M.-D. 497 Pan. Statuette 1944. M.-D. 3384 Pans-
k(»pf 1945. M.-D. 3384 Eck eines Sarkophag«
1940 47. M.-D. 3577 Rel. Frag m. (Ganymed) 1948.
Altärchen 1949.
Milet.
Artemistorso (Colonna) 2854.
Mitau.
Erostorso (Centocelle) 2997/98. Weibl. Kopf 2999 |
bis 3000.
Modena.
GALLERIA ESTEXSK: (Inv.) 2037 Serapisbüste
1951 links. 2039 Bart. Kolossalkopf 1952. i
2044 Weibl. Statuette 1950. 2044» weibl. Kopf,
verschleiert 1951 rechts. 2049 August us 1953
rechts. 2053 Sandalenlösende Aphrodite. Sta- i
tuette 1951 Mitte; 2749.
Römerin. Kopf 1953 link«.
Bronzestatuetten: Apollon 1950 link« 1957 links.
Athena 1958 links. Blüte, aus der ein Knabe auf-
steigt 1954 rechts. Dionysos 1954 Mitte 1955
links. Nackter Jüngling 1950 recht« 1957 rechts.
Victoria 1955 rechts.
14
Bronzeleiste mit Figur de« Mar« Ultor 15*58 rechts.
Bronzefigürehen von Pferdebrustsehmuck 1959.
Montpellier.
MUSßE MUNICIPAL: Aphrodite (Genetrix) 1851.
Herakles als Kind. Statue 1852/54. Hoi1 ineskopf
1855/50. Weibl. Kopf 1857/58. Römerin. Büste
1809 f60.
COLLECTION DE LA SOClfiTfi ARCHEOLOGI
QUE: Frauenkopf 1861. Frauenkopf 1862.
Frauenkopf 1863 a. Frauenkopf 1863 b.
Junger Römer. Kopf 1864. Frgmt. von griecn.
Grabrelief 1865. Terraeottarelief 1866.
Morillon (Genf).
SAMMLUNG DUVAL: S. u. Genf.
München.
GLYPTOTHEK; (Furt wangier) 210 BrunnVher
Kopf 2150 51. 211 Apoll Barberini 2743. 213 a
Apollon Kitharöde (1180 81) 1911/ 13 (dort als
Muse bezeichnet); 2797. 217 Totenmahl 2957.
219 Eirene (des Kephisodot) 2076. 224 Schnipp-
chen-schlagender Satyr 2943:44. 231 Dionysos*
Kopf (844 45) 2811. 241 Oberteil einer archai-
schen Reliefstele (846) 25*54. 243 Bruchstück der
Sima de*« Apollontempels zu Baxsai 2955. 254
Doppelaeitiges Maskenrelief 2960 61. 255 Ahn).
Relief 2962/63. 256 Schreitende Höre, Rel. -Frgmt.
2964. 272« Kleines Mädelmn. Grab- oder Votiv-
statue (von Jandolo) 1992. 298 Alexander Ron-
danini 2131:32. 305, 306 Karyatiden (859. 862)
2377(79 ; 2786/87. 339 Porträtkopf 2391. 350
Augustusstatue (863) 1794. 371 Karyatide (860)
2377(79. 35*4 „Nero“ 1813. 404 Porträt 2144. 444
„Spinnerin“ 2945/48; X Sp. 55. 2786(87 x (Repl.).
448 a (jetzt 502) Basaltreplik des Schnippchen-
schlagenden Satyrs 2943/44 . 457 Bronzekopf.
Knabe 2139 40. 477 Kinderkopf 2773/74 (Repl.).
479 Aphroditekopf 1963 64 ; 248H 90. 45*5* Ltd*
2755. 506 „Telesphoros“ 2949. 507 Grabstein
(Eutaktos) 2958. 511 Grabstele (Nikolaos) 25*59.
512 Rechte Hälfte ei ne« Totenmahls 21*56. 514 Rel.
mit geflügelter Gottheit 2965. 517 Sitzender To-
gatus 2950/53. 519 Asklepioskopf 2624(26 (Repl.).
RESIDENZ: Asklepios (915) 2532. Weibl. Statue
(916) 1828. Frauenstatuette (917) 2790. Philo-
sophenkopf (963) 1644 (Repl.). Porträtkopf
(975/76) 2416(17. Porträts (Augusteisch?)
(979 83) 1967(69. Trajan (1013) 2467/68. Römi-
sches männl. Porträt, Bronze (antik?) (1020/21)
2453 (Repl.). Weibl. Porträt (1023) 2817(18.
Weibl. Porträt (ält. Faustina) (1024 ) 28 17 J 18.
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16
15 Neapel —
M.A.K. (Kurze Beschreibung): Nr. 915 Helm husch.
Bronze 9946/48. S. 321. Totcnmahlfrgmt.
(jetzt Glyptothek 512) 2956. Gef «weiter (M. |
Jhh. V. 1910 S. 140) 9788.
KUNSTAKADEMIE: Abguß den prax italischen
Periboetoe 1672.
PRIVATSAMMLUNGEN: Arndt: Doppelfigur,
eben (männl.-weibl.) in Henne übergehend |
1978/74.
Berolzheimer : Römischer Knabe. Kopf 1941 ,43.
Hirth: Jünglinge köpf (1456 57) 2 147 US (Repl.).
Hermaphrodit (1463/54) 2696)98.
Kaulhach: Mädchenkopf 2352.
PringBheim:' Aphrodite Statuette 2292.
Kronprinz Rupprecht: Serapisköpfchen (905) 2026. i
Ungenannt: Jünglingstorso 2970 72.
EJiemals Münchener Privat besitz : Kopf beim ( Jrnfen [
Ziehy 1627. Philosoph, Frgmt. 1644 (Repl.).
Neapel.
MUSEO NAZIONALE: (Guida Rueseh, 1908)
G. 51 Weibl. Gewandstatue 2133 ; 2910. G. 57
Hellenistische weibl. Geuandstatue 2649 (Repl.). |
G. 100 Jünglingskopf (605/06) 1638/40. G. 106
Artemis hum Pompeji 2692(93 (Iiepi.). G. 110
Gruppe, Oreat- Elektra 2125 26. G. 136 Aphro-
dite 2831. G. 137 Weibl. Statue 2790. G. 225
Weibl. Statue 1607. G. 242 Flora Farnese 1533;
2410. G. 243 Gruppe, Athamas und liearebos :
(Kopf des toten Knaben) 2941/42. G. 245 Männl. |
Statue 222 3. G, 251 Venus von Capun 1533;
1993 (Sp. 45). G. 253 Satyr. Dionysoskind auf
der Schulter tragend 1570/71. G. 280 Herakles 1
Earaese 1886. G. 281 Neuattiacbes Relief 1687.
G. 296 Kolossaikopf. Zeus 1889. G.314 Aphro- I
dite Kallxpygos 1688. G. 491 Apollon Sauroktonos '
(768) 1874. G. 494 (?) Aphrodite 1542. G. 499
Zeusstatue 27/7. G. 510 Dionysos. Büste (525/26)
2788/40 (Repl.). G. 530 Dionysos, Torso (501)
1881. G. 531 TischfuB 1748. G. 584 Männl. Torso,
pergamenisch 1884/85. G. 607 Statue, als Herines
ergänzt. 2118. G. 6641 Knieender Perser (502/03)
1603. G. 815 Satyr mit Schlauch 1740. G. 817
..Narcissus“ 2134; 2267. G. 834 Jünglings- Statue
au« Pompeji 2196. G. 843 47 Herkulancnsische
Tänzerüinen 2209/10. G. 857 Sog. Dionysos j
2070/71. G. 858 (Kopf des) schnippchenschlagen- I
den Satyrs 2943/44. G. 997 Sog. Marcellus 2713. ■
G. 1325 Aphrodite* Lovatelli 2527. G. 1487 Ale- I
xander, Bronzestatuette 1744.
Inventar 6109, 6113 Knäbchen im Mantel 2726.
72394 Bronze* von einem Tisch 1934 rechts.
Hermes (Aegion) 2855/66. Selene 1891.
Paris
Gemälde: Eroten, mit Masken spielend (Helb.
754) 1896.
VORRAUM I>. PINAKOTHEK: Röm. männl.
Porträt, Bronze (Inv. 10529) 2453. (modern).
MU8K0 EGIZIANO: Weibl. Kopf (Inv. 1038)
2293/95.
PALAZZO BISIGNANO: Muse 2878.
Newby Hall.
(Michaelis) 6 Aphrodite 1542. M. 18 Weibl. Sitz»
statue 2478)80 (Repl.). M. 33 Apollon 2852.
New York.
METROPOLITAN MUSEUM: Griechisches Grab-
relief 2392. Polykl. Jünglingskopf 2038 39.
Kpikur, Büste 2875. Satyr, sein Schwänzchen
haschend, (Rcl.) 2032.
Paris.
LOUVRE (Catal. Sommaire): 81 Kopf des „Orest“
2127 28. 87 Bacchus Richelieu 1687/81; 199 /; 1993
(Sp. 49). 287 ( ’haritengruppo 2976/78. 304 Gefessel-
ter Knabe 27JJ(RepL). 345 (Froehner400) Askle-
pios-Statue 2789. 366 Aphrodite (mit Inschrift des
Praxiteles) 2410. 393 Bärtiger Dionysos (Fr. 214)
1837/38. 412 Historisches Relief 2807. 439 Venus
von Arle« 1538 ; 1542; 1568; 2080 (Unterkörper.
Repl.). 464 Athen» von Velletri (Repl.), 1612113.
518 W. Gewand nt» tue 2842. 529 Artemis von
Gabii 2285 (Repl.). 545 Eros Borghese 1796.
548 ‘ (Fr. 330) Herakles-Statue 2164 (Repl.).
573 Herme« 2855/56. 589 Artemis von Versailles
2801. 640 Zeus (Tnlleyrand) 1920. 669 W. Kopf
2460/51. 677 (? ) Kopf des schnippchenschlagenden
Satyrs 2943/44. 731 f. EYagmcnte von der Sima
de« Apollontempels zu Bsssai 2955. 752 Vot ivrelief
au« Eleusis (Kore und Demeter) 2861/62. 866
Are« Borghese 2052/53 (Kopfrepl.); 2882184. 888
Asklepioskopf 2914/15 (Repl.). 889 „Pollux“
2052/53. 975Suovetaurilienrel.(dee Ahenobarbus)
2834. 1096 Suovetaurilienrel. (von San Marco)
2834. 1147 W. Büste 2419/20. 1212 Togastatue
(erg. Augustus) 2667. 1264 Domitian 2876/77.
1340 (Fr. 334) Rcl. (von H em kiest hron ?) 2577.
1358 Ägypt. Priester 2634/35 . 1394 Ganymed,
von der Incantada in Saloniki 2545/46 . 1544 Isia-
pricsterin 2400. 1612 Borghcsisehe Tänzerinnen,
Rel. 2577. 1662 (Fr. 337) Rel. (von Satumthmn ?)
2577 . 2119 Sarkophag aus Saloniki 2461/64.
2219 W. Gewandstatuc 1507. 2265 Knäbchen
im Mantel 2726. 2463 Oseillum 1894/95. 2716
„Tranquillina“ 2716 (Repl.). 3070 Athena (Me-
dici) 1730.
(Froehner, Notice) 213 Bärtiger Kopf 1649150.
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17 Parma
Apollon 1626. W. Kopf 2048 40. Panzerstatue 1821.
Hochrelief 273$ 40. Relief, Tänzerinnen 2000.
Photographie Giruudon 1003 Dreiseitige Basis
2481/83 (Repl.). 1 176 Frauentorso aus Milet 1825.
1 183 Herakles -Statue 2093. 1288 M. Statue 1813.
1369 M. Statue 1813. 1388 W. Gewandstatue
1801. 1397 W. Gewandstatue 2911.
Narkissostorso, Gips 2552 53.
BlHLIOTIlfcyUE NATIONALE, Bronxen: !H.
432 33 Knaben aus Blüten aufsteigeml 1954 r.
853 Bronz«*Htatuette Sitzender Sophokles 1610.
£67 lsispriester ? 1941, 43. 3 RH Sitzender. Silber-
statuette aus Bordeaux 1610.
Mt'StöE GUIMET: Asklepiosstatue 2789 (Rcpl.).
PRIVATBESITZ: (Coli. Level) Herakleaherme.
roter Marmor 1889.
Parma.
GALLERIE: Dütschke 957 Herakles, Basalt (vom
Palatin) 2847:51.
Paros.
PRIVATBESITZ: Nike 2395 98.
Petworth.
(Mich.) 73 Aphrodite, Kopf 2861(62.
Philadelphia.
Gruppe des Dionysos mit Löwen 2009.
Pisa.
Dütschke 1«. Weibl. Kopf (200- 201) 2171(72.
PolUna (am Vesuv).
VILLA SANTANGELO: Repl. der Münchener
Spinnerin 2945! 48.
Pompei.
Nuovi Scavi: Musen 2802(03.
Ravenna.
ARCTVESCOVADÖ: Reliefs von Ceres ? -Thron
2577. Rel. von Götterthron 2577. Rel. 4 weibl.
Figuren 2577. Rel. mit K alathiakost&nzerin 2577.
SAN VITALE: Reliefs von Neptunthron 2577.
Rieti.
MARCHESE FRAN. C AN ALI: (VII Sp. 41 42)
s. unter Kopenhagen, Ny Carlsberg 413, 414 b,
597 a.
Ritninl.
MUSEO ARCHEOLOG1CO: Priapherme I960.
Doppelherme 1961 62; 2348(50. Weibl. Kopf
1963/64. Grabrel. 1965, Terrakottarcl. Dionysos
mit Mädchen I960.
— Rom 18
Rom.
VILLA ALBANI (Katal. Visconti): 1«, 24. 91, 97
Karyatiden 2508111. 03 Herme 2171/72. 106 Satyr
mit Dionysoskind auf den Schultern 1570(71. 317
Stephanosfigur, Repl. (1993) 2127(28. 596 Hermes-
stat ue < 1 1 02 ) 2223. Dieser Statue aufgesetzt Kopf -
repl. Hermes (Ludovisi) (1103,04) 2110(11. 604
Ares (1009) 27112. 6«2 Artemisstat ue >112 13. 678
Eroa-Statuette 189«. 711 Weibl. KopI(112122)
1993. 74» Sogen. Sappho 1S07; 1732 33. 8!« (!)
Neuattische Reliefplatten 1683(86. 906 Stephanus-
figur Repl. 2258. 948 Neuattisches Rel. 1688.
967 Rel. mit Kalathiskost&nzcrin 2577. 977 Rel.
mit Dreifußraub (nicht Neapel!) Vll. Sp.24x.
982 Neuatt. Rel., Nymphen u. Silen, Vll Sp. 24 y.
1011 Relief. Ganymed 1948.
Port rät köpf 1844/45. Hygieia (Hope) 2348(50.
PALAZZO ALDOBRANDINI : .Jünglingsstatur
(1354) 2332.
ISTITUTO DI SAN ALESSIO: Statuette, Erosm.
Maske 1806.
PALAZZO ALTEMPS: (M.-D.) 58 Asklepios mit
aufgesetztem Porträtkopf 2368 70. 124 Kolossale
nackte Sitzfigur 2372. 512 Mänade, Kolossal-
figur 1993 (Sp. 46); 2338; 2373 75. 1083 Nackte
männl. Statue 2371. 1365 VV. Gewandstatue
2377 '79. 1381 Weibl. (kiwandstatue 2376.
1745 Anakreon, Kopf 2380 81.
SAMMLG. W. AMKLUNG: Bärtiger Götterkopf
i 1832 33.
PALAZZO BAKBER1N1: (M.-D.) 36 Sarapisknpl
2917. 51 Statuettengrappe Asklepios u. Hygieia
2914' 15. 94 Heraklesstatue 2891. 95 Herakles-
statuette 2885. 182 Apoll (Mantua) Kopfrepl.
2912 13. 186 Männl. Statue 2893. 189 Knabentorso
2892. 594 Knabentoreo 291 1. 610 Demeter 2902.
648 Athena 2918. 667 Isis 2895. 700 Artemis,
Statuette 2904 . 832 Höre 2909. 880 Fortnna-
statuette 2901. 975 Narkissos (Polyklei) 2890.
1094 Laufender Gallier 2894. 1111 Knabenstatue
(Weetmacott), Kopf 2886 89. 1177 Sitzender
Grieche» Statuette 2925. 1276 Toga tu* 2929.
1323 Ares (Borghese) mit Kopf „Alkibiades“
2882/84. 1388 Weibl. Gewandstatue 2898. 1388
Fortuna? 2908. 1394 Weibl. Gewandstatue
2899/2900. 1446 Weibl. Gewandstatue 2910.
1488 Weibl. Gewandstatue (als Urania ergänzt)
2905. 1500? Weibl. Gewandstatue 2896. 1506
Weibl. Gewandstatue 2907. 1508 Hygieia (Hope'
2897. 1546 Weibl. Gewandstatue 2903. 1553
Mädchenstatue 2906. 1675 Jünglingskopf 2916.
1697 Jugendlicher Kopf mit Stirnbinde 2920 22.
1740 Asklepioshenne 2914/15. 1777 Römer, Kopf
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19
Rom
20
2930/31. 2006 VVeibl. Kopf, archaistisch 2923 24.
2074 Römerin, Kopf 2932. 2143 Römerin, Büste
2933. 3543 Römisches Relief mit Schiff 2936.
3581 BacchischesRel.-Fragm.2934. 3666 Marmor-
gefäß 2935. 3885 Grabrel. (C. Rubrius Urbanus)
2938. 3912 Grabstein (Cbminia Tychc) 2937.
3926 Grabaltar (P. EgnatiuB Nicephorus) 2940.
(Nicht bei M.-D.): Jugendlicher Kopf mit Stim-
binde 2919. Clipeus 2939. Männl. Porträt mit
Kopftuch 2926. 27.
MUSEO BARRACCO: (fatal. 1910) 94 Athenakopf
2035/37. 100 Apoll 2701. 107 Diadumenonkopf,
polykletisch 1578/84. 109 Athlet mit Hand auf
dem Hintern 2236/37 (Kopfrcpl.). 114 Doppel-
herme 2348/50. 115, 1 1 6 Hydrophorenstatuetten
1999/2000. 159 Jünglingskopf (222 24 ) 2042/43
(Repl.). 166 Fragment einer Muse 1568.
169 Fragment eine« Marmorkraters 1920. 177
Priapmaske 1786187.
(Helbig) pl. LXIX Mädehenkopf 2250/51.
PALAZZO BORGHESE: Dionysos (486) 2382
(Repl.).
VILLA BORGHESE: Casino.
Vcslibolo : 2 Apollo sitzend. Torso 2701. 3 Männl.
Tons.» 2702. 4 I^eda-Nemesis 2703. 8 Athena
Parthenon, Torso 2704. 9 Männl. Torso mit
Chlamys und Schwertband 2705. 12 Herakles-
statuc 2706. 15 Männl. Torso 2707. 16 Männl.
Torso 2708. 23 Polyklet. Narkissos, Oberteil 2709.
27 Sitzender Kaiser, Torso 2710. 29 Jünglings-
torso 2711.
Erdgeschoss : Salone. 36 Satyrstatue, kolossal 2712.
39 Prinzenstatue 2713. 40 Meleager 2714.
41 Togastatue mit Augustuskopf 2715. 44 Rö-
merin, Statue 2716. 45 Satyrstatue 2717.
I. Zimmer: 56 VVeibl. Statue 2718. 61 Pasiphae-
Sarkophag, Nebenseite 2719. 63 Apollonkopf
2720/21. 64 Aias und Kassandra. Rel. 2722.
65 KnAbehen in Mantel 2723; 2726; 2756 (Repl.).
66 Frauenstatue, archaistisch 2724. 68 Frauen-
statue 2725, 69 Knäbchen in Mantel 2726 (s. auch
2723). 71 Artemis Kurotrophoe, Rel. 2727.
II. Zimmer: 85 Aphrodite, Kopf 2728/29; 2747/48
(Repl.). 86 B&rt. Herakles, Hüftherme 2730.
91 Tellus, Brustbild 2731.
III. Zimmer: 107 Brunnenschmuck 2732. 113 Ge-
fesselter Knabe 2733. 1 14 Herakles, Statue 2734.
1 1 5 Knabe mit Vogel 2735. 1 1 7 Kopf der Apollon-
statue 2736/37; 2096. 120 Weibl. 7 Kolossalkopf
2738/40. 122 Herakles (132) 2793. 123 Artemis-
statuette 2741; 2800 (Repl.). 126 Artemis 2840.
IV. Zimmer: 129ArtemiB, Statue 2742. 137 Artemis,
Statue 2743. 161 „Amymone“ 2744.
V. Zimmer: HW VVeibl. Figur 2745; 228990.
170 Nymphe mit Muschel 2746; 2765. 174 Aphro-
ditekopf 2747 48. 177 SandAlenlösende Aphro-
dite 2749. 180 Knabcntoreo, Brunnenfigur 2750.
VI. Zimmer: 183 Athcnastatue 2751; 2766.
186 VVeibl. Knlossalkopf 2752/53. 191 Beckcn-
trägerin 2754. 193 Leda 2755 ; 2703. 194 Knabe
im Mantel 2756. 195 Mädchenstut ue 2757/59.
199 Asklepios mit Telesphoros 2760.
VII. Zimmer: 200 Kopf der Statue „Satyr utif
Delphin reitend“ 2761/62. 201 Bacchantin 2763.
203 Paris, Statue 2764. 215 Aphrodite, Statue
2765; 2746. 217 Athenastatue 2766.
VIII. Zimmer: 225 Kopf von Maray&sstatue
2767/68. 227 Männl. Sitzbild 2769. 233 Sarapis
2770. 241 Gruppe, sitzender Mann und kleine«
Mädchen 2771.
/. Stock : 258 Große Herkulanenscrin 2772. 260 Kin-
derkopf 2773 74. 261 Herakles Farnese 2775 77.
262 VVeibl. Gewandstatue 2778. 245 Kampfgruppe
2779/81. 250 Gruppe, Ares und Aphrodite 2782.
252 Knabe. Bronze 2783. 257 VVeibl. Kopf 2784.
j VILLA BORGHESE: PARK: (M.-D.) 10 Zeuskopf
X Sp. 56; 2790,95. 56 Asklepios, Kolossalstatue
2789. 78 Asklepios X Sp. 55. 2786/87 . 84 ( ?) As-
klepios, Stat uette 2866. 84 (?) Asklepios, Statuette
X Sp. 55. 278. 5. 106 Herakle» 2793. 128 Herakles
X Sp. 56, 2789. 170 Hermes X Sp. 56. 27S9.
220 Apollo X Sp. 56. 2790/95. 227 Apollo X
j Sp. 56, 2789. 321. 326 Hermen X Sp. 55, 2788.
384 Dionysos X Sp. 55, 2788. 492 Pan X Sp. 56,
2789. 509 Kind mit Früchten X Sp. 59, 2797/2896.
526 Eros sitzend X Sp. 56, 2789. 670 Artemis
X Sp. 56, 2789. 682 Artemis X Sp. 56, 2789.
I 694 Artemis, Statuette 2798. 704 Artemis 2801.
737 Aphrodite X Sp. 56, 2790:95. 825 Muse
(Anchirrhoe) 2602/03 ; 2878. 844 Hermaphrodit
oder Priap? X Sp. 59, 2797/2805. 847 VVeibl.
Peplosfigur 2786 87. 864 Hygieia X Sp. 56, 2789.
911 Kopf mit plirygiseher Haube 2869 '70.
922 NikeX Sp. 56, 2789. 923 NikeX Sp.56, 2789.
95*0 Nackte männl. Figur X Sp. 56, 2789. 990 a
Nackte männl. Figur X Sp. 56, 2789. 1070 Nackte
inännl. Statue X Sp. 56, 2788. 1079 Schreitende
männl. Figur X Sp. 56, 2789. 1153 (?) Kind
X Sp. 60, 2869/77. 1224 Togafigur X Sp. 56,
I 2790 i 95. 1290 Togatus 2785; 2838/39. 1300 To-
ga tu« X Sp. 59, 2809/10. 1301 Togatus 2835 37;
2786; 2868(39; X Sp. 59, 2809/10. 1302 Togatus
2838,39; X Sp. 59, 2809/10. 1303 Togatus X
Sp. 59, 2809/10. L383 Weibl. Gewnndstatue
X Sp. 56, 2788. 1411 VVeibl. sitzende Figur
X Sp. 56. 2789. 1422 VVeibl. Mantelfigur 2800.
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21
Rom
22
14AU „Polyhymnia“ 2794. 1451 Klein«* Her-
kulanettscrin 2795. 1459 Weibl. Gewandstatue
2801 62. 1465 Weibl. Gewandstatue X Sp. 56,
2788, 1514 Muse 2790. 1534 „Münchener ♦Spin-
nerin“, Rcpl. X Sp. 55, 2786/87 ; 294848.
1560 Weibl. Gewandfigur X Sp. 56, 2789. 2226
Sarkophagdcckcl 2804 oben rechte. 2339 Sar-
kophagfragment 2804 unten links. 2374 Artemis.
Torso 2797. 2453 Sarkophag des Prosencte«
X Sp. 55, 2788. 4028 Weibl. Gewandstat nette
2805 links. 4029 Relief X Sp. 59, 2797 2808.
(Ohne M.-I).- Nummern) Männl. Torso 2788. Ale-
xander Severus. Büste 2791 92. Grabnltar des
Sextus Pediua Hirrutus 2796. Artemis, Statuette
2799. Artemis, Statuette 2800 ; 2741. Apollo-
statue, Fragm. 2804 unten rechts. Kleine«
Gruppen -Fragm. 2804 oben links, Sarkophag
Fragm. 2805 Mitte. Relief, Fragm. 2805 rechts.
Römisch, historisches Relief. Fragm. 2807; 2884.
Konstant mische# Kolossal porträt 2808. Eie-
fantenprotome 2809 10. Bacehiaeher Idealkopf
2811. Männlicher Idealkopf 2812. Weibl. Por-
trät, röm. 2813. Weibl. Porträt, röm. 281415.
Männl. Porträt, röm. 2816. Weibl. Porträt, röm.,
2817 18. Männl. Porträt, röm. 2819 20. Weibl.
Porträt, röm. 2821 22. Herme oder Tolamon ?
2823 25. Männl. Porträt, röm. 2826 27. Griech.
Idenlkopf 2828 30. Weibl. Idealkopf 2831. Weibl.
Porträt, röm. 2832 33. Relieffragment mit öpfer-
acen© 2834. Weibl. Mantelfigur 2840. Euterpe
2841. Ceres 2842. Ceres 2843. Weibl. Mantelfigur
2844. Rechteckige Ara 2845 46. Herakles 2847 bis
2851 ; 2887; 88. Apollo. Torso 2852. Weibl. Figur,
(Typ der Elektra. Neapel) 2853. Artemis (Colonna)
2854; 2840. Hermes 2855 56. Marsvaa (Ag-
ram) 2857/58. Griech. Porträt 2859 60. Ceres
2863/64. Muse ? 2865; 2798. Daker, Statue 2867.
Grabultur mit Inschrift 2868. Bärtiger Kopf
2871 ; 2866. Männl. Porträt, röm. 2872 >78. Relief-
fragment 2874. Relieffragment 2875. Ideali-
siertes Porträt, röm. 2876.77. Muse 2878. Apol-
lon, Statue 2879. Männl. Statue, archaisch 2880.
Athlet, sich salbend 2881 ; 2838 87. Porträt, Zeit
des Commodus X Sp. 59. 281 1118. G riech. Por-
trät, Philosoph ? X Sp. 59, 2834. Männl. Porträt,
röm., X Sp. 59, 2834. Periboetos, Rcpl. X Sp. 60,
2844162. Priapstatuc. Fragm. X Sp. 60, 2844)62.
Relief, Stieropfer X Sp. 60, 2867/68. Satyr X
Sp. 60, 2878/79.
PALAZZO CAETANI: (M.-D.) 797 Aphroditekopf
1993 (Sp. 45). 1673 Jünglingskopf 2042,43.
EHEM. PALAZZO CAMUCCINI: (M.-D.) 1285 To-
gatus, Statuette 2324.
STUDIO CAN0VA: (M.-D.) 3558 Fragm. eine«
griech. Grabrel. 2392.
CAPITOL: (Cutal. Stuart Jones).
Corlite : 7, 20, Bärtige Hermen 2168/66.
Stanzeterrene adritta: 1,1. Basis 22 1811 7. III. 1. Sar-
kophag. Achill und Lykom«leat<Vhter2Ä0i5rf(7r/s.
Galleria: 5 Bogenspnnnender Eros 1914. 22 Weibl.
Kopf 2488 60. 49 Kopf 1818. 54 Aphrodite
2896198.
Sala delle Cotombe: 15 Röm. w. Porträt 2817/18.
87 „Ariadne“, Herme (422 23) 2348,47; 2162/63.
95 Weibl. Porträt, röm. 2814/18.
Gabi netto della Venen: 1 Aphrodite 1534 36;
1565/67 (Kopfrepl.) 2488/90 (Repl.).
Stanza degti Imperator i : 11 C. Cäsar, Basalt, modern
2329.
Stanza dei Fitosofi : 1 „Eubuleua“ 2812 (Repl.).
69 Kopf (440) 2823/25. 80 Männl. Porträt 2926 27.
81 Männl. Porträt, Philosoph 1644 (Repl.).
88 u. 90 Bärtiger Grieche 1684 (Repl.). 94 Bärtige
Herme (443 44) 1649/50 (Repl.).
Salone : 5 Asklepiosstatue 2117. 14 Togastatue,
frührdrn. 2019. 17 „Sappho“ (Alhani) mit aufgen.
Athenakopf (449 51) 1641/42 (Kopfrepl.). 22 Alte
Frau 2326/27 (Repl. des modernen Kopfes).
24 Demeter (457 58) 1553 (Repl.). 34 Weibl.
Gewands tat ue 1533. 36 Athen* 1724 30.
Stanza del Fauna ; 15 Hcrakicahcrmo 2730 (Repl.).
18 a und b Araazoncnsarkophag 2805 rechts.
19 Dionysos? (464 (15) Kopf 2811. 21 Ariadne?
(466/67) Kopf 2811.
Stanza del Gladiatore : 2 „Juno“ (470/71) 1825. 5 So-
gen. Ariadne 1878. 7 Apoll Lykeio« 2492 (Repl.).
ö „Innocenza“ 2794. 12 „Antinous“ 2794.
CARACALLA-THERMEN: Gruppe des Athamas
und Learehou 2941/42 » Kapitell 2894 •
VILLA CARPEGNA : (M.-D. ) 24 Bärtiger Kopf 2394.
VILLA CA SALI: (M.-D.) 3704 Röm. Sessel 2006.
PALAZZO COLONNA. (M.-D.) 222 Kopf der
Statue ( 1 140 41) 2242/44. 393 Dionysos ( 1 1 42 43 )
1527/31. 821 „Anchirrboe“ (1150) 2802 03.
828 a Aphrodite 1542. 3738 Relief (1163) 2240,
CONSERVATOREN PALAST: (CataL Stuartjones).
Primt) Portico : 3 Mänade 1759.
Secondo Portico: 3. 7 Barbaren 2867.
Scala: II Primo Ripiano. 1 „Urania" 2389.
Sala dei Trionfi: 3 Camillus 1773/74. 8 (?) Büste
über der Tür 2823/25.
Sala delle Oche : 8 Satyr- Pa nmoske 2571.
Galleria: 8 Gruppe. Gigant gegen zwei Satyrn
1799/1800, 56 Weibl. Statue 2485 87 (Kopfrepl.).
Sala degli Orti Lamiani : 3 Kentaurenkopf 2767/68.
17 Oberteil und Kopf einer Frauenstatue 2458/60.
Digitiz
GooqI
23
Rom
24
SalaüegliOrti Mtcenaziani : 2 Mänadenrelief 1683186,
Sala dei Monument i arcaici: 7 „Spcs“ 2724.
Giaräino : 29 Marsyaa 2767,68. 34 Aphrodite 1542.
Scala: VI, 9 Aegyptischer Priester 2634/35 (Repl.).
11 Relief, Apotheose einer Kaiserin 2403/05.
Bacchiseher Kopf (478/79), ehemals Sala d. Arazzi
3, jetzt Villa Borghese, Park 2811; 2119 20.
PALAZZO COR8ETT1: (M.-D.) 1165 Gefehlter
Knabe 2733 (ehemals Palazzo Coroetti).
PALAZZO CORSIXI : Marmorvase mit Lykurg und
Mänade 2722.
COSTANZI : (M.-D.) 150 51 Kn&bchcn in Mantel
2726.
PALAZZO DORIA: (M.-D.) 20 Zeus-Pluton, Kopf
2302 08. 113 Herakles, Kopf 2262 b. 188 Apol-
lon 22157. 203 Apollonstatuette 2201. 245 Auf-
gehängter Marsyaa 2270. 264 Ern« 2268. 317 Bär-
tiger Dionysos 2282. 358 Dionysos 2280. 388 Dio-
nysos. Statue 2283,85; 2262 a. 382 Dionysos,
Statuette 2282 a. 574 Nil, Statue 2279. 809 De-
meter oder Kore. Statuette 2284. 871 Artemis,
Statuette 2283. 875 Artemis, Statue 2285. 727
Aphrodite. Statuette 2288 a. 750 Aphrodite,
Statuette 2291. 788 Aphrodite, Statuette 2292.
845 Hermaphrodit ? 2289 90; 2745. 988 a Widder
mit Odysseus 2281. 995 Jüngiingxstatiie 2258.
Dionysoskopf (2258 aufgesetzt) 2259. 1078
Eilender .Jüngling 2289. 1088 Krieger VIII,
Sp. 33,34. 1208 Alle* Weib, Statuette 2301.
1387 Mädehenstatuette 2293/95. 1486 Muse.
Statue 2300 ; 2878. 1487 Muse 229098; 2725 ;
2906. 1484 Weibl. Statuette 2287. 1542 Weib-
liche Statuette 2288 b. 1811 .lugendlieher Ken-
taur 2271 72. 1808 Reimer, Büste 2313. 1809
Römer. Kopf 2308. 1979 Römer, Kopf 2309 lü.
2032 ( ?) Weibl. Porträt, röm. 2314. 2093 Ältere
Faustina 2315. 3825 Grabrel. (Gladiator Baton)
2324. 3872 Runde Basis oder Altar 2320 22.
3678 Putodl 2318 19. 3720 Trapezophor 2317.
3788 Votivrelief an Silvan 2325. 3995 Aachen-
behälter 2323.
(ohne Nummer) Knalienstutue 2280. Herakles
2268. Jünglingastatue 2273/78. Artemis. Statue
2286. Weibliehet* Köpfchen 2299. Jugendl. männl.
Idealkopf 2304. Weibl. Ideulkopf 2305/07.
Römer, Porträtkopf 2311. Nero als Kind 2312.
Weibl. Perträtbüste, röm. 2316. Alte Frau, Kopf
2328 27. Römer. Kopf 2328. C. Caesar, Kopf 2329.
Hadrian, Kopf 2330. Antoninus Pius, Kopf 2331.
Sitzender Grieche, Kleobulos (verschollen) 2925.
VILLA DORIA- PAM FI LI: (M.-D.) 55 Asklepios,
Statue 2333 35. 513 Maenade, Statue 2338;
2373(76; 1993. 575 Nil, Statue 2338. 848 Weibl.
Gewands tatue 2337. 902 Kybele (Pamfili)
2345 47; 2461/64. 1105 Nackte .lünglingsstatue
2332. 1275 Togfttttl 2358. 1378 Weibl. Gc wand-
stat ue 2342. 1380 Athennatatue 2339. 1452 Zwei
weibl. (Jewandstatuen 2343 44. 1498 Weibl. Ge-
wandstatue 2340 41 ; 2AM0(Repl.). 2057 Römerin.
Büste 2357. 3498 Relief ( borghesische Tänzerinnen)
2-577, 3810 DemoHthenesportrüt 2355/58. 3810
Clipeus mit grieeh. Porträt 2353 54. 3884 Runde
Basis 2381/85. 3773 Votiv nn Jupiter Bronton
2359. 3774 Widder, ReL 2380. 3802 Röm. (Jrab-
relief 2388.
(ohne Nummer) Doppelherme des Eros 2348/50.
Jünglingskopf 2351. Weibl. Kopf 2352. Relief
2387. Doppelherme (Eros -Aphrodite) 1646 48
(Repl.). Rel. mit vier weibl. Figuren 2577.
Apoll 2852. Muse 2878. Clarac 981, 2519 c
Aphrodite (identisch mit Aphrodite Odescalchi)
2061 , Anm.
PALAZZO FARNESE: (M.-D.) 3623 a Rel.-Frag-
ment (Provincia) 1819.
FORUM: Zimmer am Lacus Juturnac: Asklepios
2054. Bärtiger Togatus 2055.
TitiislK»gcn: Liktoren 2876/77. Schranken; Suo-
vetaurilienopfer 2834.
GARTEN DER FRATRI FRANClSCANI Ml-
NORl; Alter Hirt 1898.
PALAZZO GIUSTLNIANI: (M.-D.) 679 Artemis
2 7 99. A pc dkm 28 5 2.
VILLA GIUST1NIANI: (M.-D.) Relief mit vier
weibl. Figuren 2677.
EHEM. SAMMLUNG J ERICH AU: Hygieia IX
Sp. 49 (Repl.).
MUSEO KIRCHERIANO: Inv. 3925 Weibl. Kopf,
Basalt (modern ?) 1752 33. Inv. 3953 Kandelaber-
boais mit Eroten 2481/83 (Repl.).
KONSTANTINSBOGEN: Reliefs 2807 ; 2834;
2835 37. Barbaren 2867.
VILLA LANTE (HELBIG): Windgott (Reliefkopf)
2044. Viktoria 7 Re lief köpf 2045.
LATERAN : (Benndorf- Schöne). 6 Weibl. Statuette
2101/03. 45 Weibl. Kopf 2104 05. 46 Torso
(Stephanosfigur) 2108/07. 48 M&nnl. Torso
2108/09. 49 Herme* Ludovisi 2110/11. 52 Ar-
temistorso 2112 13. 53 J ünglingstorso 2114.
70 Weibl. Kopf 211546. 85 Asklepios? Kopf
2117. 89 Mannl. Torso 2118. 98 Bacchiseher
Kopf 2119 20. 101 Paniske. Kopf 2121/22.
115 Relief, (Practorianer- Signum) 2123. 138 a
Torso der Niobidentrophos 2124. 142 Jugendl.
Kopf 2125/26. 157 Stephanosfigur (Kopf repl.)
2127/28. 206 Tiberius, Kolossalstatue 2710
2
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25
Hora
26
(Torso, Repl.). 214 15 Liegende Silcne 2129/30.
210 Satyrkopf 2131 32. 222 Römerin, »Statue*
2133. 220 Jugendl. Dionysos, Statue 2134.
228 Jünglingsknpf strengen Stils 2133 30.
220 Statue, jugendl. Dionysos 2137. 234 Männl.
Gewandtorm» 2138. 253 Jünglingskopf 2130 40.
254 Athlet (Westmacott) Kopfrepl. 2141 42.
258 Köm. hist. Relief (Frgmte.) 2143 u. 2145.
203 Hurtiges Porträt 2144. 20(5 Köm. hist. Relief
2143 u. 2145. 267 Weibl. Ton» 2146. 271 Jugendl.
Kopf 2147/48. 273 Satynnädchen, Kopf 2140.
274 Weibl. Kopf 2150/51. 275 Satyrkopf 2152.
27« Nymphe. Kopf 2153; 264143. 277 Coa-
»utius-Pan, Kopfrepl. 2154,55. 2H3 Sarkophag-
fragm. 215«. 205 Weibl. Kopf 2157 58. 302 Hart.
Grieche, Herme 2150 «0. 307 Un bärtiger Römer
21441 . 313 Weibl. Kopf 21 «2 63. 336 ff. Haterier-
grnb 2246; 2234. 363 Herakles als Kind. Kopf
2164. 374 Hart. Herme 2165 66; 165637;
2167168 ; 2169(70. 378 Apollon, Herme 2167/68;
2162 63; 1656 57 380 Bärtige Herme 2160 70;
2165 66; 1656 57. 382 Bärtiger Götterkopf i
2171 72. 383 Bart. Kopf 2173 74. 388 Ammon- j
köpf 2175 76; 2234 35. 389 Bart. Kopf 2177/78.
301 Bart. Herme 2179 80; 2165166. 305 »Jüngling. 1
Herme 21HI 82. :1»7 Bart. Herme 21*1 ■84.
308 Nereide auf Seedrachen, Fragm. 2185. I
400 Sarapiskopf 2186. 401 Gruppe Eros- Psyche, |
Fragm. 2187. 402 Rel. m. Heraklestaten 2188. |
403 Weibl. Kopf mit Mauerkrone 2180. 405 Sa- I
rapis, Doppelhenne 2100 01; 234* 30. 407 Dop- [
pelherme (archaistische Köpfe) 2102 94; 2348(50.
408 »Sarkophag. Triumph des Bacchus 2809(10.
410 Kcntaureukampf. Relieffragm. 210.5. 412
Nackte Jünglingsstatue 2106. 41« Zwei Kinder.
Gruppe, Fragm. 2107. 417 »Silen. Torso 2108.
420 Apoll-Daphne, Gruppe? Fragm. 2199. 425
Bö ck ehe nt ragender Satyr. Herme 2200. 420 Sit-
zende Frau, Statuette 2201. 432. 435 Kopflose
hacchischc Hermen 2202 03. 430 b Niedrige kan-
nelierte Säule 2204 unten. 430 Cy linderförmiger
Gegenstand 2204 oben. 442 Muse. Torso 2205.
444 Weibl. Kopf 2206/07. 445 Männl. Torso
2208. 447 Weibl. Kopf 2200 10. 440, 452
»Stirnziegel 2211/12. 453 Statue (C. Caelius
Satiiminus) 2213. 445 Kindersarkophag 2214
oben. 454 Köm. Grabrelief 2214 Mitte. 448 a ^
Architekturfragment 2214 unten. 466 Stirnstiegel i
2211 12. 450 Ara Giustiniani 2215 17. 460 Kan-
delaberbasis 2218 20. 4«l Männl. Torso 2221.
468 Stimziegel 2211 12. 471 Stimziegel 2211/12.
472 Männl. Torso 2222. 47 5 Männl. Torrn» 2223.
476 Relief f rüg u». 2224. 482 Relieffragm. 2226.
484 »StatuettengnipiN*. Fragm. 2227. 485 düng-
lingskopf 2228/30. 4>6 Rel. -Fragm. (^ornrion)
2231. 487 Weibl. Idealkopf 2232/33. 480 Dio-
nysos, Hermenbüste 2234/35. 491 Jugendl. Her
menbüste 2236 37. 405 Linker Arm, Statuen*
fragm. 22.ai8. 407 Weibl. Statue. Fragm. 2230.
«515 Hellenistisches Reliefbild 2240; 2241. 510 Re-
lieffragm. 2241. .522 Hellenistisches Reliefbild,
Fragm. 2241. 523 Weibl. Gewandstatue m. As-
klepioskopf 2242/44. 532 Weibl. Porträtstatue,
röm. 2245. .535 Rel. mit Porträt (Caltilier) 2246.
530 Hermes als Kind, Kopf 2247 '48. 540 Kinder-
köpfchen 2240 rechts. 542 Priapkopf 2240 link».
544 Mädchenkopf 2250 51. 545 Röm. Ritter.
Grnbrel. 22.52. 547 Attiskopf 2253. 567 Relief -
porträt (Caltilier) 2254. 568 Grabrelief 2255.
570 Grabrel. (Ixdlius Liberali») 2256.
(nicht bei B.-S.) Männl. Torso 2225. Mithras-
köpf 2240 Mitte. Helioskopf 2257.
(M.-I).) 3499 Relief mit KaUthiskcwtänzcrinnen
2577.
PALAZZO LAZZERON1: Alter Hirt, Statuette
(1171) 1898.
VILLA LECCA : Hermesstatue mit Porträt köpf
2058(60 ; 2855 56.
VILLA MADAMA: (ehemals am Eingang des
1. Casino) Musenstatue 1993, 5.
MALDUR A (Via Quattr. Font. l()0):Nymphe 19/0».
PALAZZO MAKGHER1TA (Catal. Schreiber, Die
ant. Bildw. d. Villa Ludovisi): 137 Liegender
Silen 2005; 2129 30. 146 a, b Eirene (Kephisodot)
2076, Kopf 2077 79; 2840. 147 weibl. Statue
2084 86. 212 »Sarkophag 2100. 243 Sitzender
Mann 2092/03. 244 Sitzender Mann 2080 00.
245 Sitzender Mann 2001. 290 Aphrodite- Statue
2081/82; 1542 B, 10; Kopf 20811; 2596 98.
311 Weibl. Gewandstatue 2098.
(nicht bei Schreiber) Weibl. Torso, kurz gewandet
2074. Mädchenstatue 207.5. Venus (Arles) 2080
(Unterkörpern* pl.). Kora, Statue 2087. Ap<4lon
sitzend 2088. Artemis 2006. Togatus 2097.
Altar 2000.
PALAZZO MASSIMI ALLE COLONNE: (M D.)
52 Asklepios mit Telesphoros 2054. 1080 Nackter
Jüngling 2052/53. 1288 Römer, Statue 2055.
1610 Löwe 2056. .3870 Relief mit Fasees 2057.
PALAZZO MATTEI; (M.-D.) 1005 Duypboros
2(166. 1024 Apollon Lykeioe 2069. 1025 Salber
(Dresden) 2068. 1037 Diadumeno* 2067. 1 324
Männl. Torso 1813. 2755 Relief 1896.
Verschollene »Satyrstatue 1585(87.
VILLA MEDICI : (M.-D.) 1689 Bärtig«» H«*rrae
1656/57 (Repl.).
Digitized by CjOOqIc
27 Rom 28
MENGARINI: Artemis, Torso 2682. Hermeskopf
2683/84* Einschenkender Satyr, IX Sp. -19
(Repl.).
MONTE VERDE: (138/39) Eroe 1046 4S (Repl.).
(147 48) Aphrodite- Kopf 1876.
MUSEO MUSSOLINI (enthält unter anderem die
Skulpturen des ehemaligen ..Auditorium des Mä-
cenaa“, des „Orto botanico“ und „Mitgazzino Cüo-
munale“). Otal. Boceoni, Musei Uapitolini,
S. 275 ff., Nuovo Museo):
Sala III : 11 Priap, archaisierend. 2096; 1769.
Sala V : tt Salber, ursprünglich Villa Borghese,
2881.
Sala V: 13 Attisches Votivrelief, Pragm. 2054).
Sala VIII : 8 Archaische männl. Statue. Ursprung).
Villa Borghese 2880.
Sala VIII : 13 Dmmedmkopf (809/10) 1659162.
(M.-D.) 384 Dionysos 2788.
Weibl. Kopf, Fragm. 2048/49. Metope, Fragm.
2051.
Alter Hirt ? 1898. Torso, den Figuren des attali-
schen Wcihgeachenks verwandt 1884 85. Sitzende
Muse 1 565,167 . Muse 1568. Muse (Polyhymnia)
1993 , 4; 2794. Muse. Fragm. 1993. 4 (jetzt Villa
Borghese, Park, oben 2885). „Elektra“ 2853 .
Stehende*« Mädchen, Statuette 2<MH. Kniende*
Mädchen. Statuette 2047.
VILLA NEGRON1 : Relief mit Guirlandent&nzc-
rinnen 2577.
PALAZZO ODESCAIjCHI: (M.-D.) 108 Männl.
Statue (ergänzt Herakles) 2082. 605 Aphrodite
(Valentini) 2061; 2386*88. 1010 Jünglingsstatue
2063. 1028 Männl. Kolossnlatatue 2058 80;
165962.
Jünglingsstatue 2064. Jünglingsstatue 2065.
PALATIN: (M.-D*) 1663 Jünglingskopf 2070 71.
1669 Jünglingskopf 2072 73.
EHEM. VILLA PATR1Z1: Eirene (Kephisodot)
2076. Relief mit Kalathiskoatänzerinnen 2577.
Ehemals Familie Patrizi (Via Margutta 53 B)
Männl. Gewandstatue, griwh. (jetzt Kopenhagen
Ny-C’arÜH*rg 409 a) 2393.
(M.-D.) 1055 Hermes ( ?), Statue (134) 1794.
PINCIO: Asklepio« (sitzend) 2089 90.
PALAZZO ROSPIGUOSI: M.-D. 622, Athen*
2146; 2766.
TURM DES SENATORENPALASTES: Artemis
1815.
PALAZZO SPADA: (M.-D.) 1166 Knabe mit
I*öw’enfell 2726 (Kopf repl.). 1174 Sitzender Ari-
stippos 1568.
Knäbvhen im Mantel 2726.
MUSEO NAZIONALE DELLE TERME (Catal.
Paribeni 4): 14 Grahgobäude (aus Chieti) 2007 08.
17 Grabgeb&ude (SuipieiA Platorina) 2337.
39 ( ?) Vestalin 2898. 40 Augustiis (Via Labicana)
1605. 48 Hermes Ludovisi (270 71) 2!10fll ,
Kopfrepl. 57 Heraklesherme 1721. 64 Einschen-
kender Satyr 1986 90; 2852. 67 Juno (Ludovisi)
2659 60. 72 Ares (Ludovisi) 2775 77. 74 Weibl.
Gewandstatue (265) 1506. 82 Hera Kopf (248/90)
2999/3000. 1 24 Grabrelief eines rom. Ritters 2252.
15« ( ?) Nackte Aphrodite 2292. 216 Asklepios-
köpf 2242/44 (Repl.). 358 Archaistischer Kopf
2192/94. 372 Aphrodite (Kyrene) 2975/78.
| 462 Tiberbett-Apoll 1808 09. 463 Jünglingskopf
2157 58. 468 Dionysos (von Tivoli) 1532; 1734.
527 Apollonkopf 2465/66 (Repl.). 528 ( ?) Jugendl.
Krieger Kopf 2035 37. 531 Dionvsoekind 1585 '87.
534 Weibl. Statuette (nicht Kiew, Smlg. Kanenko)
1950. 588 Relicffmgm. (Kopf d. sitzenden Moire)
2990; 1724/30. 643 ff. Wagenlenkerhermen 2029.
Inv. 1759 Weibl. Gewandstatuette 1507.
(ehern. Ludovisi. Katal. Schreiber; Vgl. auch Pal.
Margherita.) 2 Muse 1568; 1993 (Sp. 52 Anm.).
41 Sitzende weibl. Gewand«! h tue 2478 SO.
Hygieia Giustiniani IX Sp. 49 (Repl.).
MUSEO TORLONIA (Catal. Visconti): 6 Artemis
2799. 7 Satyr (tanzend ) 264 1 42. 9 Artemis 2904.
21 Satyr (tanzend) 2641/42. 34 Bärtige Herme
(Hermes) 1656/57. 48 Artemis 2799. 77 Sogen.
Olympia« 2089/90. 93 Muse. Kopf 1568/60.
137 Weibl. Kopf 1839/41 (Repl.). l#0 Hel. VII
Sp, 24, y. 151, 157 firuppc, Satyr-Hermaphrodit
tun 41. 163 Nymphe 2641/42. 188 Weibl. Ge-
wandstatue 2842. 218 Aphrodite 1542; 2841:42.
228 Weibl. < lewandstatue 2905. 274 Statue 2267.
343 Porträt 2637/38. 362 Peplosfigur 2786/87.
370 Apollo 2852. 412 Barbar 2867. 422 Herakle«-
Sarkophag 2694. 467 Relief 2805 rechts. 488 Kopf
2147 48. 497 Bärtiger (iötterkopf 2411/12 (Repl.).
509 Pompeji» 2637/38. 607 Sogen. Aurelian 2816.
491 (’ Marmi UI tav. 47) Stephanoefigur. Kopf,
repl. 2127/28.
TRAJ ANSSÄULE: Drittletzte Platte 2834.
PALAZZO VALENTIN!: (M.-D.) 387 Iliony»*,
Statue 2382. 606 Aphrodite 2386 88 ; 2061.
631 Athena 2390. 771 Hermaphrodit 2383 85.
1480 Weibl. Gewandstatue 2389. 3797 Rom.
Orabrel. 2381.
BIBLIOTHECA VALLICELLIANA : (M.-D.) 3876
t'ippus de« L. latrtiua Anthus 2324. Sitzi-nder
Herakles 2694.
i VATIKAN (Katal. Amclung): Hraccio Nuovn :
9 Barliar 2867. 23 „Pudicitia" 1537 ; 2863/64.
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29
Rom — Sevilla
30
24 Jünglingskopf 2135 36. 32 Satyr, Kitzen« I
X Sp. 60±tL (Repl.). 38 Artemis. Statuette 1816.
4M Trajan. Büste 2796. 511 Weibl. (Jewandstatue
(MiKen. Selene) 2512; 215>S 60. H Frauenstatue
2084 '86. Fortuna 1826; 2901. WZ A Athen«
2390. lim Nil 1952 (Kopf). llü Barbar 2861.
127 Barbar 2867.
G aller ia Lapidar ia: lila Muse 2205.
Museo Chiaramonti : 5 Relief 1S17. DJ Fortuna
(118«) 1516. DIi Athena 2766 (Repl.). I Hl* Poly-
klet. Kopf 2139 10. 174 B Muse 2878. 17«
Xiohide (laufend) 1911 13, 228 Herme 2202 03.
2«7 Relief (Guirlandentänzerin) 257 7. 297 Kopf
2116 17 (Repl.). 356 Daker 2867. 40« Satyr- i
köpf 2152. 448 Stimziegel 221 ! 12. 448 B u. D ,
Kn&bchen im Mantel 2720. 475 Folyklet. Kopf
2139 40. 495 Bogenspannender Krön 1911. 490
Athena 2339. 535 (Jallierkopf 1*02 Q 7 . 544 Silen j
(Kopf) 2152 (Repl.); 2639 io. 580 Alte Frau I
2301. 580 B u. (' Hermen 2202 03. 001 Weibl.
Porträt-Kopf, Kirn. 2 *21 22. «2« Mädchcnkopf
177X 80. 630 Herakles 2891. «55 Xarkissos
2.552. 53 (Repl.). 603 Hvgieia 2075. 704 Odyweua
2519 20. 708 Relief 2032.
Giardino dellu Pigna: 1D5 Artemis. Statuette 2711
(Repl.); 2800 (Repl.). 223 Buhim der Antoninus-
xtiule 2797 ; 2843. 233 Isis 1505. 335 Weibl. Torso
1553 (Repl.). Weibl. (Iewandatatue 1533.
Belvedere: Ui Meleager 2711. 42 Aphrodite 2291.
45 A2 Porträt 2353 51. 53 Sog. Antinous 1585 87. i
112 Apoll 1813. 1020 Statue einer Höre 2438.
Sala degli animult : 224 Hochrel. 28Q9 10.
G aller ia deile Statue : 251 Polyklet. Kopf (Hermes)
2012; 2038 39. 255 Paria 2869 70. 25« Herakles
2891. 258 Statuen-Frngm. 1993. 2«7 Schnipp-
eben schlagender Satyr 2915 44. 400 (Jewand-
statue, weibl, 1909. 401 Aufgesetzter männl.
Kopf 2812. 405 Beckent rügen n 2751. 409 Satyr
1993. 414 Ariadne 1552; 1697. 417 Hermes
1X55 56.
Sala dei Bttsli ; 315 Schnippchen schlagender Satyr.
Kopf 2913 11. 301 Alexander »Severn« 2791 92.
372 Porträt 1911 13.
Gabi netto deile Maschere: 425 Goethetänzerin 21718.
432 Fauno roaao 2913 11. 433 Aphrodite 1936:38.
438 Bncchisches Relief 1689. 443 Apollon
(Adonis) 272A1L
Loggia Scoperta: 111 Relief 2100.
Sala deile Muse : 491 Silen 2152 (Repl.).
Musengnippc 1532 links; 1568.
499 Melpomene 1 621 23 4 Kopf); 1995. 2 (Kopf-
repl.). 503 Thalia 1557. 504 Urania 2841 ; 2*61 62.
505 Klio 2831; 1561; 1993 (Sp. 52], 508 Poly-
hymnia 1532 links; 1993 (Sp. 49 Repl.. »Sp. 52
Kopf); iZJl 51 1 Erato 2121. 515 Kalliope 1564.
51« Apoll Kitharöde 1911.13; 2797. 517 Ter-
psichnre 1563; 1993 (Sp. 52* Anm. Repl.).
Sala Rotoilda: 539 Zeus (Otrieoli) 2519 20. 544
Bronze-Herakles 2225 ; 2847 51.
Sala delta croce greca: 564 L. Venu* 1813. 571 Muse,
Statuette 1993.
Sala delta Biga: «07 Weibl. (Jewandstatue 2842;
2910. «08 „Sardanapal“ 1624 25.
G aller ia dei Candelabri : 21 Marmorvaac (mit Ly-
kurg u. Mänade) 2722. 2H Torso (gefesselter
Knabe) 2733. Dl Ähnl. Torso 2733. 111 Artemis
ULI rechts. 134 a Puteal 1690 93. 148 Satyr
mit Dionysosknaben 157Q ; /, 181 Xeuattisehe
Basis 248 1 83 (Repl.). 182 Musenstntuette 1993
( Sp. 52* Anm.). 184 Antiorhia ( Kutyehides) 2529.
200 ApoUonotatuc 1759; 2096. 232 Marmorgefäß
2935. 209 c Perser (vom Attalischcn Wcih-
geschenk ) 1539:41.
G aller ia Geograf i ca : 17 ( ?) Weibl. Kopf 1732 33.
Garten: Frauenstatue (781) 1825. Hvgieia (Hope.
Repl.) (782) 2897. Weibl. Sitzstatue (780)
2478.80. Aufgesetzter Kopf. Leda (788) 2755.
Sammlung Salting.
Bronzekanne 1976.
San Lücar de Barrameda bei Sevilla.
Roma. Kolossalkopf 1848,49.
Saragossa.
PROVIXCV ALMUSKUM: (Burrea y Arag6n. Di*-
curaoe) S. 115 Amymone 2711 (Repl.).
Schwerin.
MUSEUM; Bärtiger Kopf 1651.52.
Sevilla.
MUSEUM: 04 Nackte Kaiserstot ue. Torso 1823.
35 Trojan, Kolossalstntue 1822. 99 Männl. Torso
1811; 18 13. lim Artemis Torso 1815. 11Ü Männl.
Torso 1810. 103 Frauenstatue 1817. 104 Panzer-
statiie Torso 1821. 10« Relief, stehende Krau
1819. 1118 Männl. Torso 1813. 115 Männl. Torso
1812. 150 Jünglingskopf 1818. 152 Römer.
Kolossalkopf 1824. 1D3 Römer. Kopf 1820 rechts.
212 Atlas. Statuette 1814; 1995. 398 Unterteil
weibl. Statuette 1820 links. 493 Weibl. Torso
1810.
(Neuerer Fund) Artemis 1815.
UASA DE P1LAT08: (Katal. Hübner) 839 Athena.
Statue VII Sp. 8. 840 Athena, Statue VII Sp.S.
841 Weibl. (Jewandstatue Kolossal 1825. 842
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31
Side — Venedig
32
Weibl. Gewandatatue 1820. H48 Dionysos-Kopf,
bärtig 1837 38. 8511 Jünglingskopf 1834 30.
880 „Mcnander“ 1842 43. 888 Sogen. Scipio
1848 47. 888 Weibl. Gewandatatue 1827. 872
Männl. Torso 1831. 803 Weibl. Kopf 1830 41.
807 ( ?) Kopf eine« Griechen 1844 45. 911 Weibl.
Gewandatatue 1829; 2843.
(Nicht bei H.): Jilnglingsfigur, Torso 1830.
Hvgieia, Statue 1828. Bärtiger Kopf 1832 33.
PA LAC IO DK SAN TELMO: s. u. San Lucar.
Side (Kleinasitm).
Relief, Gruppe Are» und Aphrodite, aus Side 2782.
Siena.
SAMMLUNG CHIGI: Apollonkopf 2 465 66 (Repl.l.
Artemis 1815.
LIBRERIA PICCOLOMINI : Charitengruppe 2975
bis 2978.
Smyrna.
EVANGELISCHE SCHULE: Jiinglingakopf 2399.
Isispriesterin 2400.
AUS MAGNESIA A. M.: Mädchenfigur 2906.
Stockholm.
NAT10NAL-MUSEUM: (Katal. IL Brising, Antik
Konst i Nationalmuseum). 3 Apollon Kitharöde
1911113 . 5 Stehende Muse 1993. 8 Stehende
Muse (Euterpe) 2841.
(Lagrelius III, 63} Bärtige Herme 1651152.
Tarragona.
MUSEO ARQUEOLOGICO: (Catalogo 1894)
Nr. 378 Statue einer Höre 2438.
Schloss Tegel bei Berlin.
Knabcnstatue. als Dionysos ergänzt 2973. Nackter
Knabentorso 2974. Zwei Fragmente einer Drei*
(’lmritengruppe 2075 78. Sarkophagfrngment
2979 oben. Tänzerin. Statuette 2979 unten. Muse
( Anchirrlme) 298t i 81. Knabentorso mit Mantel
2982. Apöllonstntuette, Kopf 2983 n. Weibl.
Statuette, Kopf 2983 b u. 2984. Männl. bärtiger
Kopf, Statuette 2985 a. Hernklesköpfchen 2985 b.
Rom. Kinderporträt 2988 87. Rel. Zeus sitzend
2988. Prometheus 2989 Drei Moiren 2990;
2988 »H> auch /;:■/ :<>. Puteal 2991/94. Oaoillum
2995 links 2998 recht«. Oscillum, Fragm. 2995
rechta/2996 links.
Trient.
Hermes 2855 56.
Tripolis.
MUSEUM: (Bartoceini, GuidaV 15. .Elektra“ 2853.
Tunis (Afrika).
BARDO-MUSEUM: Athena uun Bulla Regia
1911 1 i. Apoll (Kyrene) 2081; 2879. „Cmi“
1553. Weibl. Gewandstatue 2861/62.
Turin.
MUSEO CIVICO: D. 312 Frauenstatue 1533.
Urbino.
Apollon Kitharöde 2013. Relief mit Guirlanden-
tänzerin 2577.
Venedig.
DOGENPALAST (Katal. Dütschke V.): Hof de«
Dogen palaatca : 58 Männl. Gewandatatue, grieoh.
2401. 59 Weibl. Gewandatatue 2402. OüTogatus
2408. 81 Weibl. Statue, (erg. als Fortuna) 2407.
82 Männl. < »ewandi«tatue,griecli.2408.63Weibl.Ge-
wandstatuc 2409. 84 Weibl. Ge wundstatuette 2410.
MUSEO ARCHEOLüülCO: (Dütschke V.) 85
Bart. Götterkopf 2411 , 1 2 88 Weibl. Kopf 24 13 15.
89(?)*) Jünglingskopf 2418 1Z. 2ii Knabentorso
2418. H „Aspasia“, Kopfreplik 2419 20. 13
Athena. Kopf 2421 22, 24 Dionysos, Kopf 2423 24.
75 Römer. Kopf 2425 28, 18 Aphrodite. Statuette
2427. Iil(D Apollon, Kopf 243<| 31; 2£il '"<■
i üii Demeter t IX Sp. 12L a_l Apollonkopf 2432 33.
• 82 Bacchantin 2434. 84 Römer. Statue 2435.
88 Satyrkopf 2438,37. 82 Höre, Statue 2438.
8h Athena, Kopf 2439 44 >, Üü Weibl. Gewand-
stotuette 2441. 93 Aphrodite und Eros, Statuette
2442. 98 Knabe mit (Jana 2443. 9& Heli<*s, Büste
2444 48; 1614 15. 99 Bogenaj)annender Eros
2447. 1112 Zeus, Statuette 2448. 1115 Weibl. Ge-
wandstatuette 2449. 108 Weibl. Kopf 2450 51.
LLü Statue des Silen 2452. LLI Jugcndl. Römer
2453. LL3 Nereide auf Delphin 2454 50, 115 Ka-
ryatide 2457; 2461 64. 120 Muse 2481 84 : 2457.
1 21 Apollonkopf 2485 68. 122 Trajan, Kopf
2407 08. 122 Dreiseitige Basis 2489 71. 131 Drei-
seitige Basis 2472,74. 132 Dreiseitige Basis
(Eroten) 2475 77; 2481-83. 133 Unterteil weibl.
Kolossalst »tue 2478 80. 134 Dreiseitige Basis
(Eroten) 2481 83; 1494. 135 Weibl. Gewand-
atatue 2484. 138 Weibl. Kopf 2485 87. 137
A phroditestatue, Kopf 2488 <h>, 141 Wcibl. Ge-
wandatatue 2491. 144 A|a>lloii, Statue 2492.
148 Jünglingsatutue 2493 IML 147 Ammonköpf-
•) luv. 244.
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:«
L4Ü Dionysos- Satyr, Gruppe 2503 07. 151 Weibl.
Statue mit aufges. Athenakopf 25« »8 11. 159 Dios-
kur2512. lül Dionysoa, Sta tue 2513. 1641 Bogen-
spannender Eroa, Kopf 2314 13; 253.7. UJ Drei-
seitige Basis 2516/lÜ. 170 Odysseus- Statuette.
Kopf 2510/20. 122 Muke 2521$ 2611 (RepL).
181 Statuette (Kopf) 2322 23. 189 Dreiseitige
Kandelaherbasis 2324 20. 190 Römischer weibl.
Porträtkopf IX Sp. HL 193 Frauenstatuette mit
archaistischem Idol 2527. 194 Aphrodite. Sta-
tuette 2528. 197 Apollon. Statuette 2529.
198 Enatuno (aus Ems- Psyche* Gruppe) 2530.
199 Männl. Statuette 2531. 200 Asklepios. Sta-
tuette 2532. 201 Bogenspannender Kn« 2533.
202 Leda mit Schwan IX Sp. HL 2Uli Demeter
IX Sp. HL 204 Dreiseitige Basis 2534/36»
205 Aphrodite, Torso 2537. 200 „Aspasia“.
Statuettenton«» 2538 39. 207 Weibl. Statuette
254t» 4L 208 Gestürzter Gallier. Kopf 2.342 43;
2876. 209 Toter Gallier. Kopf 2544. 211» Demeter
IX Sp. HL 212 Ganymed. Kopf 2543 40. 213
Stiertötender Mit hraa 2547. 214 Fuß einer Kolos-
salstatue 2548. 215 Weibl. Statuette. Kück
ansicht 2549. 217 Stürzender Gallier. Kopf
2530 51. 219 Demeter IX Sp. HL 221 Karkimme.
Statuette 2552 53. 222 Nike, Statuette 2554.
223 Dreiseitige Basis 2555 57. 224 Männl. Toren
2558. 225 Hekateion 2559. 227 Weibl. Statuette
2660. 230 Muse IX Sp. HL 232 Mann!. Statuette. ;
Torso 2561. 233 Hermaphrodit 2562. 234 Weib).
Gewandstatuette 2563. 235 (?) Römer köpf
2564 65. 236 Aphrodite IX Sp. 1L. 237 Männl.
Torso 2506. 240 Dreiseitige Basis 2507 69.
249 Asklepios? Statuette 257«». 251 Maske 2571 ;
2621. 253 Relief, Herakles und Oniphale 2572. ;
254 Grieeh. Votivrelief IX Sp. HL 255 Spät- !
grieeh. Gruhrel. 2573. 250 Rön». Rel. IX Sp. HL 1
257 Relief. Eroten 2574. 258 Relief. Triton u. .
Nereide 2575. 262 Toten mahlrel. 2576. 203 Relief 1
mit Eroten 2577; 2674. 204 Votivrel. an Herakles
IX Sp. HL 265 Nebenseite eines Sarkophags 2578.
266 Weibl. Idealkopf IX Sp. Hl 284 Attisches
Grabrel.. Fragm. 2579. 285 Totenmahlrel. 2580.
280 Relief. Kentauren 2581. 287 Relief, kelternde
Satyrn 2582. 288 Nebenseite eines Sarkophags
2583; 2678. 290 Spät grieeh. Grabrel. 2584.
293 94 Nebenseiten eines Sarkophags 258,3 86.
295 Sehiffskampf, Rel. IX Sp. HL 296 Spät-
grieeh. Grabrel. 2587. 297 Votivrel. an Attis
IX Sp. HL 299 Grieeh. Grahrel. IX Sp. HL
303 Vierseitige Basis 2588.91, 309 Artemis,
Statuette 2592 üiL 310 Weibl. Statue, Kopf
2-594 95. 312 Aphrodite, Statue 2596 98; 2641 42 ;
34
1642. 313 Hygieia IX Sp. HL 314 Satyr. Knlumal-
kopf 2699/2600; 2611 42. 315 Weibl. Kopf
26« »1 02. 320 Herakleskopf 2603 '04. 321 Weibl.
Kopf 2605 06. 322 Weihl. Kolossal köpf 2607 08.
324 Athen« (Velletri) Kopfrepl. 2609 1 1 ; 2032 3.1.
328 Römerin. Porträtkopf 2612 KL 329 Jüng-
lingskopf 2014 15. 332 Weibl. Kopf 2616 17.
333 Flußgott IX Sp. HL 334 Herakleskopf
2618 19. 335 Zeuskopf 2020 21 . 338 Athens,
Kolossalkopf 2022 23. 341 Asklepiosstatue. Ober-
teil 2624/26: 1668 40. 344 Stadtgöttin? Kopf
2627 28. 345 Bärtiges Köpfchen 2629 30. 348
Bärtiges Köpfchen, Portrat 2631. 353 Athens
( Velletri), Kopfrepl. 2609 11: 2632 33» 354 Aegypt.
I*riester, Büste 2634 35. 356 Vitellius 2036.
357 Pom pejus 2037 38. 302 Silenakopf 2639/40.
363 Nymphe, Kolossalkopf 2641 42; 2-5S0 2600.
103 ? Römer, Renaissancebüste 2645 41L
Philosoph. Porträt 1644 (RepL). Knabenkopf
2613 44. Weibl. Kopf 2458 00,
Weibl. Kopf (auf 2402) 2403 «»5. Weibl. Kopf
(auf 2427) 2428 29.
(ehern. Grimani): Statuettenrepl. Aspasia 2638 39.
Bärtige Herme 1666 67.
MUSEO CfVICO (Eleneo): 6 Kopfksc weibl.
Statuette 2«347 rocht». L2 Kopfl. weibl. Statuette
2«U7 links. 21 ,.Philisko«‘4-Miise 2652; 2661.
22 Behelmter weiblicher Kopf 2601 02. 24. Kopf-
lose weibl. Gewandstatuette 2650. 25 Orien-
talische Priewterin, Statuette 2655. 25 (?) „Au-
ch irrhoe“ 2651; 2662; 2980 8], 27 l'nbärt. Por-
trätkopf 2674 75. 28 Grieeh. -Ägypt. Porträt-
kopf. Basalt 2672 73. 3ü Sarapia, Kopf 2668 69.
31 Idol 2654. 32 Bart, grieeh. Kopf 2670/XL
35 Weibl. Köpfchen 2657 58. 36 Bart. Hermes,
Maske 2656. 31 Pan. Statuette 2648 recht«.
38 Mosaik 2681. 411 Grieeh. Votivrel. 2663.
4J Knabenkopf. röm. 267677. 58 Pan, Statuette
2648 links. Ü1 Reiter. Bronzcatatuette 2678.
05 Mann im Himation, Statuette 2666. 153 Toten-
mahl 2604. liiu Silen, Statuette 2653. 166 Rö-
merin als Juno. Kolossalkopf 2659 60. 169 Kopf-
lose weibl. Gewandatatue 2649. 170 Togatus,
Tom» 2667.
Schrank D Eros 2680.
(pag. 3J_1 G 1 Athena 2679.
D. 395 Grabstein des Zosimoe 2665.
Verona.
MUSEO CI VIGO: (D IV.) 506 Röm. Grabstein 2006.
Sammlung Earl of Wemyss.
Bacchischer Kopf 2811. Frauenstatuette 2627.
Venedig — Sammlung Karl of Wemysa
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35 Wien — Unbekannte Aufbewahrungsorte 36
Wien.
KUNSTH 1 STORI SCH ES MUSEUM : Artemis
(Larnaka) 2727. (Wiener) Kora 1801; 2087
(Hepl.). Athenakopf 1508,09. K na heben im
Mantel 2720.
Stehende Nike (aus Samothrake) 1522 <25.
Aus Ephesus: Ganymed mit Adler 1509. Bärtige !
Herme 1656:57-, »115/8«.
EH EM. CATAJO: (D. V) 446 Hygieia (62 links)
2840. 509 WeibL Kopf (36/37) 2209/10. 702 Sa- |
rapis (56) 1917. 796 Herakles (64) 2793.
VASEN: Amphora mit Aias und Kassandra 2722.
Wüten House (Pembroke).
M. 1 a „Bonus Eventus“ 2001.
Woburn Abbey.
M. 129 Kopf (Paris) 2809/70.
Wörlitz.
MUSEUM (Katal. Hoeäus): 26 „Thalia “ (395) 1993;
2798 . 28 Erato (397) 2841. 30 Sitzende Mine
1557. 36 Ammonkopf 2175(70. 69 Aphrodite-
kopf (401/02) 1870.
Würzburg.
GIPSABGÜSSE: Narkissos. Torso 2552(53. Belief- |
fragm.. Guirlandentänzerin 2.577.
Kunsthandel.
FLORENZ: (Bardini) Gefesselter Knabe 2733
(Repl.). (Pallotli) Romakopf 1970*72.
MÜNCHEN: Aphrodite. Statuette 2590(98. Jüng-
lingskopf 2966/69. Weibl. Kopf, modern! 1732(33.
NEAPEL: (Barone:) Weibl. Kopf 1558/00.
PARIS: (Feuardent:) Sitzender Herakles, Statuen-
frgmt. 2094. (Hirseh:) W'eibl. Statue 2401 04. ■
Bärtige Herme 1056(57 (Repl.). Doppelherme I
2192194.
(Bronzen :) Demeter (Greau) 2902. Sklaven-
knabe, Statuette (Hirseh) 1941(43. Elefant
2809/10.
ROM: (jetzt Prinz Ab&melech): Muse 1993; 2798.
(Barsnnti): IViapos, Kopf 2040/41.
(Benvenuti): Stadtgöttin (1196) 2345/47.
(Giacomini): Polyklet. Jüngl. Kopf (jetzt New
York) 2038 39. Bärtiger Götterkopf 2394.
(Hartwig): Relief mit Kalathiskostänzeriii 257 7.
(Jandolo): Apoll oder Dionysos. Torso 1991.
Kleines Mädchen (jetzt München Glypt. 272 a)
1992. Alte Frau, .Statuette 1994. Atlas. Statue
1995. Fragment, von kolossaler Reiterstatue
1996. .lugemll. männl. Torso 1997. Männl. Sitz-
figur, Torso 1998. Karyatide, Kopf 1999/2000.
Jünglingskopf 2001/02. Römer, Kopf 2003 04.
Grieeli. Relief, Fragm. 2005. Grabrelief, Ehren-
oesacl 2006. Grabgebäude. Fragmente (jetzt Rom
Museo Xazionale 14 ) 2007/08.
(Murvocchia): (M.-D. 180) Apollonstatue 1986/90;
2010/11. 8. auch 2324 (Anzio).
(Simonetti): Dionysos mit Löwen (jetzt Philadel-
phia) 2009. Männl. Torso 2010/11. Hermes, Statue
2012. Apollon-Statue 2013. Artemis, Statue (jetzt
Kopenhagen Glypt. 89) 2799; 2014. Aphrodite, Sta-
tue 2015; 2537. Statuette, Aphrodite 201 6. Sitzen-
de weibl. Figur, Oberteil, 2017 (nicht in Kopenha-
gen). Erotisches Symplegma 2018. Togatus (jetzt
Kopenhagen. Glypt. 528) 2019. Apollonkopf 2020.
Hermes Propylaio«, Kopf 2021 . Athenakopf 2022.
Jünglingskopf 2023. Mädchenkopf (jetzt Kopen-
hagen Glypt. 365 a) 2024 25. Jünglingsköpfchen
2026. Rom. Port rät köpf (jetzt Kopenhagen
Glypt. 560) 2027 28. Röm. YVagenlenkcr, Bronze
2029. Attisches Re lief frag ment 2030. Friesplatte,
drei Bacchantinnen 2031. Relieffragment (Satyr
sein Schwänzchen haschend ; jetzt New York) 2032.
Sarkophagfragment 2033. Fragment, röm. -hist.
Relief 2034. (Veroeh. Kunsthändler): Jugcndl.
Krieger, Kopf (jetzt Rom. Muaeo Nazionale 528)
2035/37*).
Weibl. Kopf (1190) IX Sp. 48. Männl. Kopf, un*
| bärtig (1378,79) IX Sp. 51.
Dionysos, Hernienbüste 2234/35. Bärtiger Götter-
kopf 2411(12 (Repl.). Köpfchen, Ismkoon ähnl.
2029(30. Grabrelief des Hyginus 2065.
Marsyaskopf 2707(08 (Repl.).
Bronzekopf (ältere Faustina). falsch 2817(18.
Unbekannte Aufbewahrungsorte.
(ehemals Lecuyer) PL I, 3, Auktion (1883) Nr. 278,
1894(95.
(ehern. Stroganoff) Athenakopf 2022.
Sitzender Herme« 2009. YVeibl. Kopf 1732(33.
W. Gewandstatuette, Montfaucon Ant. Kxpl.l, 21,
3, 2843 (falsch!).
Verschollenes Fragment (Le bas, Voyage areh. 52,
PI 4, 1) 2282.
•) l’aribcui (1911) Nr. 214.
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38
37
Panw — Verschiedene Werke der Mitte des 5. Jhdta.
IV. Kunstgeschichtliches Register.
Kun.lT g'ilruckle Zul.k-.i brtlehni »Ich nur aut die Tete, dk- »mlem »ul die Aufnahmen ,e|l»t. Zahlen in Klammen. Iw.ich.-i.
aleh nuf die Serien I— V der E.-A.)
A. Archaische Kunst.
Paros ( ?).
Oberteil einer Stele mit Relief, drei Frauen (Miin-
eben) 29.54.
Cyprlsch.
Kalkstcingruppe {Kentaur raubt Nymphe) VII
Sp. 22 a; Elfenbeinplakette VII Sp. 22 b.
Um 500.
Menaichmof» und Soidun. Bild der Artemis 2592/93.
Bärtiger Kopf 1713.
Nicht genauer fixiert.
Dionysos, Bronzestatuette, 1954 Mitte/1955 links.
Pan, Bronzestatuette, mit oehsimähnliehem Kopf
1975 links.
Gefäße.
Bronzekanne 1970.
B. Fünftes Jahrhundert.
Agcladas.
Stephanosfigur 2127 28; Replik 2106/07 (von Pytha-
goras?). Kopf (Ähnlichkeit mit frühphidiasi-
sehen, der Leinnia verwandten Werken?)
2127/28.
HcraklcsKtHtuette (Ludoviai verwandt) 1721.
Zeit der Stephanosfigur. Jünglings- Statue. 2332
(auch Omphttlosapoll gleichzeitig?).
Olympia.
Ostgiebel. Replik einer gleichzeitigen männlichen
Figur 2880.
Apoll 21 14.
Paros.
Nike 2395 98.
Schule von Sikyon.
Aspaaia 2119 20 (Kopfreplik); 2538 39 (Statuetten-
kopie); 2337.
Verwandte Figur, männlich (um 460) 2393.
Kalamls.
Ammon, Kopfreplik 2175;76.
Ammont yp verwandt 1980 81 (oder von Silanion?).
Omphalos-Apoll, Replik 198690 (vgl. Choiseul*
(louffier; Attribut, keine Schale?).
Verwandte Torsen 2062; 2064; 2332.
Aspasia (Omphalos- Apoll verwandt?) 2419 20.
Verschiedene Werke strengen Stils.
I Übergang vom archaischen zum «trengen Stil 2114
( Jünglingstorso; a. auch Pythagoras).
; Jünglings köpft* 1719 20 ; 2135/36; 2147-48 (s. auch
Polyklet).
Männl. Torso (2. Hälfte 5. Jhdt. ?) 2558.
Apoll von Mantua, Kopfraplik 2912/13.
Herkulanensische Tänzerin 2209(10 ( verwandt« r
Kopf).
Karyatiden von Tralies-Cherahcl (um 470 ?) 2461164.
1 Apollon, Bronzestatuette (2. Viertel de« 5. Jhdt«.)
1953 links 1957 links.
Pythagoras.
„Pollux“, verwandte Statue 2052/53 (etwas jünger),
i Stephanosfigur 2106/07.
i JünglingstonMi 2114 (Apoll von Olympia ähnlich?).
Myron.
Athena-Mareyasgruppc ; Athen« 1554 (Statuen-
raplik); 164142 (verwandter Kopf); 1993
(Sp. 63).
Dresdner Sa Iber 2068 (Replik).
Perseus verwandt ? 2035/37.
1 Myronische Hnarbchandlung 1834(36; 1855:56,
Verschiedene Werke der Mitte des 5. Jhdts.
Hermes Ludoviai, Kopfraplik 2110/11 (Petasos zum
Original gehörig?).
Männl. Statuen 1808 09 (Jüngling); 1810 (Torso).
Bärtige Köpfe 1649/50; 1651/52 (Herme).
Jimglingsköpfe 2070/71; 1834/36 (Kassel).
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Parthenon — Polyklet
40
39
Artemis-Statue, Fragment 2112 13,
Köpfe, weiblich 1732/33; 2485/87.
Terrakotta (aus Rhcgkin) 2048(49.
Parthenon.
( Istgichclkomposit i«m 1724180.
Fries. Kopf de« Dionysos, verglichen mit dem
Weber-Labord eschen Kopf und einem Hermes-
kopf 1870,71.
Pferdetypus, anders als Parthenon 2005.
Phldias.
Athen« Part henos 2704 (Torso); 15 10 15 (Statuette).
Zeugthron (dazugehöriges Relief ? bogenschießender
Apoll) 2090.
Athen« Ix*mnia 2127(28 (verwandte Jünglings-
köpfe).
Kroa 1868/69; 19*11(02; 2348/50 (I)oppelherme des
gleichen Typua); 1W6 48 (Doppelherme mit
Aphrodite).
Aphrodite 2728 29 (Kopf); 2747/48.
Athena Medici -Sevilla 1508(09 (Kopfreplik); 1730.
Sappho Albani 1732/33; 2175/70. Mit anderer
Frauenfigur phidiasischer Zeit auf Relief 2359;
verwandte Gewandstatuette 1507.
Apoll von Kassel 2020 (Kopf); 2720 21 (ver-
einfachte Replik).
Tiber-Apoll 291115 (Asklepios vom gleichen Mei-
ster?).
Phidiasisch, Athenastatuette 1722.
Phidiasischer Kopftypus an römischen Sphingen s
2317.
Nicht von Phidia«, sogen. Amymone 1538.
Zeit des Phidias.
Weibliche Statuette 2101/03.
Weibliche Köpfe 2104/05; 2373 75; 2831 (verwandt
der Statue Neapel, Guida Ruesch 136).
Athena Farnese 2079 (verwandte Rronzeatatuette);
davon abgeleiteter Fra u ensta tuen tv pus 2805
links.
Mänade. Kopistenvariante nach Phküaaiachem Vor-
bild, Kopf 2373/75.
Alkamenes.
(lenetrix 1788 (ohne Kopf); 1851; Variante, sogen.
Elektra 2853.
Hephäst 2308 70 (Asklepiostyp. unrichtig auf den
H . zurüekgef ührt ).
Hermes Propyl« ins 2021; 2282.
Doppelherme mit Apollon 1872 73.
Ähnlich 2656.
Hckatninn 2282 ( Dionysosstatue, daran und an
Herme« Prop. erinnernd).
, Area Borghese. Replik 2882 84 ; 2782 (zu Gruppen-
hildungen verwendet).
Hera Barberini 2245 (nicht Wiederholung, aber nach
Motiven der Zeit).
Unsicher; Apollon (Herme) 2167 68.
j Nicht von Alkamenes, Athena 2766.
Agorakritos.
Aphrodite Valentin! 2380/88; Replik 2061 (Torso).
Späten» Umbildung 1544.
Apollontypu«(KünrtlerderAphroditeValcntmi)206/.
, Athena-Typus (auf Stirnziegel) 2212 Mitte.
I Gleichzeitige Karyatiden 2457; 2461 64.
Kresltas.
Diomede* 1834130; 1659 62 (Variante de« Kopfe«);
1S55/50; verwandter Kopf 2058 60; männl.
Torso, vom Diomedea abgeleitet 2705.
Athena von Velletri. Kopfrepliken 1612/13; 2609/11 ;
20.32 33; verwandter Kopf 2508/11.
Nahestehend? Behelmter JfingUngakopf 1038/40.
Argivlsch (Sikyoniach).
lTm 450. weibl. Kopf 2115/10; gleicher Typus,
kolossal 2752 53.
Weibl. Kopf, Karyatide 1999/2000.
Knnhcnstatue, Tono 2200.
Jünglingskopf (Zeit Polyklet«) 2147/48.
Hermeskopf (peloponnesiach um 400) 1870/71.
Polyklet.
Allgemeine«: Polykletische Elemente beim Antinous
von Bel vollere ? 1585 87.
Doryphoroa; Torso 1933 34; 2060 { Hi-plik) ; Köpfe
1870 71: VII Sp. 40.
? Kopf auf dem „Polyklet4* der Gruppe von
Ildefonso 1588,92.
Ableitung 2261 (Apollonstatuette); 2782 (zu
Gruppenbildungen verwendet).
Verwandt. Statuette mit Helm VII Sp. 22, d.
Dindumenoe 1578 84 (Madrid); 2067.
West maeottseher Athlet: Kopfrepliken 2141 42;
2886 89.
Knahensieger der Gruppe von Ildefonso, West-
macott ähnlich. 1588 92.
Sog. Narkissoe: Replik 2709 ; 2890; 1602.
Entsprechendes Motiv im Gegensinne 2764.
Knabenstatue Dresden (Kopfrcplik) 207273.
Athlet mit der Hand auf dem Hintern (Barraceo)
2236 37 (Kopfreplik. Hermenbüste).
Kanephoren, verwandte Gowundatatuc 2377 79.
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Paionios — Kephisodot der Ältere
42
Halber, auf Polyklet zurück geführt 28« I.
Herme« 2012 (Kopie nach polykl. Typ.).
Pan (Casautiu* Ordo) Kopfrcpl. 2154 55.
Verwandter Typua 2121 22.
An Polyklet anschließend.
Jünglingsstatuettc, Bronze 1723.
.Manul. Torsi VII Sp. 2?f c; 2058/00; 'JOGI, Anm.
(zu Pasticcio verwendet ) ; 2003; 2108 (H); 2100;
2223; 2708.
Herakles 2847/51.
Herme« (Kopf buh Polykletischeni abgeleitet)
2083/84.
(Typ des Herme« mit Flügel über der Stirn, poly-
ldeiiach ?) 1870171.
Köm. Merkuntatuette 1040.
Jünglingsköpfe 2130 40; 2390; 2038 39.
Weibl. Kopf, polyklet isch ? 2048 49.
Männl. Statue nach polyklet. Vorbild 1903; 1967/09.
Typen de« IV. Jhdt«. unter polyklet. Nachwirkung
2262 b (Heraklesstatuette).
Paionios.
Nike 1011 13 (verwandter Apollon Kitharöde; Mitte
de« V. Jhdt«. ? vgl. auch den Apollon Kitharöde
im Vatikan. Helbig9 263; a. auch u. Skopa«).
Schule de« Paionios : bekleideter männl. Torso 1831.
Verschiedene Werke dieser Zelt.
Xiobidengiehcl Ko|>cnhngcn : Apoll 2373173 (ähn-
liehe Figur); 2338 (verwandte weibl. Figur).
Demeter von Cherchell 2337 (verwandte Statue).
Verschiedene Werke vom Ende des V. Jhdts.
Kredit heion- Koren 2104:05 ; 2461,64; 2786187.
2077,70 (Kopfrepl. der 3. Karyatide von link» in
der vorderen Reihe).
2647 recht« (weibl. Gewandatatuettc der Zeit).
Phigalia: Relief (nach malerischem Vorbild) au« der
Zeit des Frieses 2722.
Stil de» Friese* an weibl. Gewandstatue 2540 4 1 .
Sima vom Apollotempel 2955.
Athena Ince Hl. Hall. Replik 2339; verwandt 2376.
Bärtige Herme (Madrid) 1656 57 (dort Repliken-
liste; auch ein (Jegenstück vom gleichen Künst-
ler erwähnt); 2165/66 (Replik; Scheidung der
Repliken in zwei Typen); 2160/70; 2170 80.
Fortuna, Statuette 1516 («Hier römische Krfimlung ?)
Mannl. Köpfe, bärtig 2171 72; 2394.
u n bärtig 2228 30.
Weibliche Statue 1553 (kolossal).
2075 (Frauenstatue, kurzer Peplos).
(Jewandstatuetten 2288 b; 2563 (zweite Hälfte
V. Jhdt.).
„Griechische Originalstat ucn“ IX Sp. 48 (I) HO,
203, 210, 210).
Weibliche Köpfe 2300; 1635/36; 1857,58 ; 2083;
2232 33; 2283.
2305 07 (Übergang ins IV. Jhdt.); 2345/47 (Kopf
einer Kybelestatue).
Verschiedenes : Artemis Kurotrophos auf Relief, nach
Typen de« V.- IV. Jhdts. 2727.
(iralmtatuette (Zeit de« peloponncsim-hcn
Kriege«) 2048.
Sitzende Grabstatue, männl.. Zeit der, .Olympia«**
Torlonia 2089/90.
Reliefs.
Grabrelief 1865 (Frgxnt.).
Votivrelief 2005 (Frgmt.).
Porträt.
Anakreon 2380 81.
Männl. Gewandfigur 2303.
Vasenmalerei.
Aison (Innenbild einer Schale) 1730.
Meidiaa 2722.
Nicht näher fixierte Typen des V. Jhdts.
Männliche Statue 1830 (Jüngling).
Sitzstatuen 2009 (Dionysos mit Löwen); 2769.
Männl. Köpfe: Bärtig IS32/33; 2411/12.
Weibl. (Jewandstatue -2896.
Sitzfigur, Römerin (nicht V. Jhdt.) 1768 70.
Weibl. Kopf 2616/17 (röm. Arbeit).
Tiere: Bock (Bronzestatuette) 1S67.
C. Viertes Jahrhundert.
Allgemeines.
Kmporblicken der Statuen de» 4. Jahrhunderts
2273 17 v.
1 Ähnlichkeit männlicher und weiblicher Geaichtazüge
an Werken des 4. Jhdt«. 2811.
Kephisodot d. Ältere.
Eirene. Statucn-Replik 2076; Kopf 2077/79.
Weibl. Kopf, Zeit der Eirene (Ende d«
ß. Jhdts. ?) 2162 63.
Weibl. Kopf, Eirene verwandt 1778/80.
Dionysos« Statue, Kopf noch an Eirene erinnernd
(nicht praxitelisch) 2263 65.
Dionysos- Statue. Oberteil 2513.
Herme*« Madrid (Mercuriua Librum pattem in
infantia nutriens? Nicht Timarcho«) 1585 87.
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43
Zeit Kephisodot« — Auf Praxiteles zurückgeführt
44
Zelt Kephisodots.
Athcna 2766 (nicht .von Alkainencs).
Verschiedene Werke vom Anfang des 4. Jhdts.
„Amymone“ 2744 (ernte Jahrzehnte des Jhdts.;
. 8. auch Praxiteles'.
Athena-Kopf 2390.
Dionysos- Statue 2137; Statuette 2262.
Männl. Kopf (Apollonstatue aufgesetzt) 2736 37;
li&rtig 2173/74 (um 400).
WeibL Kopf 2157/58 (kurz nach 400).
Naukydes.
Herme«- Statue, Werk vom Anfang d. 4. Jhdts. oder
eines römischen Ekletikers? 2855,56.
Euphranor,
Dionysos von Tivoli, Statue? 1734; verwandte Sta-
tuette 1532 rechts.
Bronzestatuette, Dionysos 1880,82 (Ausgleich von j
attischen und argivischcn Elementen).
..Adonis“ von Centocelle 2259( verwandter Dionys« w-
kopf); verwandter Kopf 2430 31.
Eubuleus 2242 44 (gleichzeitiger Asklepioskopf).
Paris (?) (Statue Vatikan Call. d. Statue 255) ver-
wandt. Kopf mit phrygiaoher Haube 2869 70.
Nackter Jünglingstorso 2691 92.
Jugendlicher Kopf (praxitelisch ?) 1621/23.
Zelt des Euphranor.
Nackter Knabe 1593/98 (nicht 5. Jhdt.).
Männl. Torso 1812.
Tlmotheos.
IxOa 2755; 2703 (Unterteil einer Leda- Nemesis);
1551.
Ähnlicher Kopf 2695/97.
Im Motiv verwandtes Fragment 2239.
Epiduurische Skulpturen 2695,97.
„Athleten“ ? Jbnglingsknpf 2042 43.
Hon*, der (»oethetänzerin verwandt 2438.
Weihl. Statue 2017 (Kreis des T.).
Nereide 2454 56 (Kreis des T.).
Dionysos (Madrid) 1627 31. Bacchus Richelieu da-
von verschiedene, weichere Weiterbildung.
Faltenstil «les T. verwandt 2289 90.
Skopas.
Allgemeines: Augenhildung 2026; Skopasischer Ge-
sichtsausdruck < Hermes. Bronzestatuette) 1883;
Skopasiseher Stil (Kcliefkopf) VII Sp. 23, u. j
Herakles I .ansdowne, Kopfreplikcn 1545 47;
1619/20; 2001/02; 2181/82 (Henne).
Statuettenkopie 2985, b.
Verwandter K«»pf 2618 19.
Oder selbständiger Typ? 2266.
Motiv des H. L. 2S85.
Mcleager, K«*pf 2499,2502.
Torso verwandt, aber älter. 2566.
Kopf vom Südabhang 2403 05 (Replik); verwandter
Kopf 2920/22.
Athena Rospigliosi 2146.
Hygieia Hope 2346:50; Repl. 2897.
Bronze-Herakles, Vatikan verwan«lt 2225 (Torso).
Apollon vom Palatin (oder von Tinmrchide* ?)
1911 13.
Apollonkopf (Pal. Vecchio, Repl.) 2465,66.
Skopas zugeschrieben.
Aphnxlite von Oapua 2782 (zu Gruppen verwendet);
2840 (Chiton hinzugefügt).
Skopaslsch.
? Nymphe mit Becken 1910, a.
? Zeuskopf (Zeus von Otricoli verwandt) 1850.
Nicht «kopasisch 260304 (Herakleskopf).
Maussoleum.
Artemisia, verwandte weihl. Gcwandstatuc 2898. •
Praxiteles.
Basis von MantLnea 2284 (Statue, Kon? <*ier De-
meter), einer der Musen (Amei. S. 50) verwandt.
Ähnlich 2287.
Sauroktonos 1874.
Auf Sarkophagfragment, mit gekreuzten Beinen,
2805 Mitte.
ln der Gruppe von Ildefonao 1588/92.
Torso mit SauroktonoH verglichen 1991.
Verwandte Köpfe 1796; 2458 f 60 (weiblich); K«»pf
einer Beckenträgerin, Zeit des S. 2754.
Haartracht 2383 85.
Kindische Aphnxlite: Torso 1875.
Kopfreplik 163334; 1876.
Variante 2291.
Ähnlich 2605 06.
(’lmritengruppe, nahestehend 21*75/78.
2811.
Hermes von Olympia: 1527 J31 (Gew'andbehand-
lung); 1585/87; 2811 ; 2852.
Auf Praxiteles zurückgeführt
Musen: Musengruppc Vatikan ( Th esp jaden '!) 1557
bis 1568; (nur Kreis des Praxiteles) 1993
(s. auch Sp. 53).
Madrid (Verhältnis zur Vatikanischen) 1568.
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Praxitelischem verwandt — Brvaxis
45
Polyhymnia 1532 links (Repl. Madrid); 1993,
4; 2794 (Repl.); daran erinnernd, Frauen -
statue 1825 ; Zeit der P. 173t».
2704 (nicht 4. Jhdt.?) hellenistisch od. hadria-
mach ?
Krato 2124 (dmiiit verglichen Torso der Xiobklen-
trophos).
Urania 2861/62 (verglichen mit Sophokles !*ate-
ran).
Verwandte hellenistische Statue ( Euterpe) 2841.
Stehende Muse Wörlitz 1993 (nicht praxiteliaeh);
286.5 (doch praxiteliaeh 7).
„Amymone“ 1538 (Statue vom Typus d. A.); 2744
(datiert in die ersten Jahrzehnte des 4. Jhdts.).
Aphrodite von Arles. Repl. 2080 (Unterkörper).
Motive ihrer Zeit an männl. Porträtstatue 2435.
1642.
Aphrodite Petworth 2861 62 (ähnlicher Kopf).
Apoll Lvkeios 187!*; Repl. 2000; verwandt 2221.
Weiterbildungen 24 16; 17 ; 2432 33.
? 241*2.
Statuettenkopf 21*83, a.
Apoll. Kit haröde ( verwandt Artemis -Tyclie) 1522 25.
Apoll von Kvrene 2871».
Dresdner Artemis /«5 4 J (Tyche vom Typus der D.A.);
verwandt 2283.
2751 Variante als Athen«.
Artemis von Gabii, Repl. 2285 (nicht die Brauronia).
Artemis von Larnaka 2741 (gleichzeitige .Statuette).
2800*
Artemis Colonna 1831* 41 ; verwandter Kopf 2696 97.
Torso 2854; ähnlicher Kopf mit St im binde 2910.
2797 .
Artemis, reif praxiteliaeh 2281».
Athena-Köpfe 2622 23 ; 2022 ; 2431» 40; 21*18.
Brunnscher Kopf 2 160 '61 (verwandt).
Dionysos 7 oder Apollon 11*1*1.
-Kopf, llermenhüste 2234,35.
2382 (Erfindung praxitelischer Zeit).
1527 31 (oder 3. Jhdt. 7 s. auch Timotheoa).
Eros von Centocelle: Torso 21*1)7 1*8.
1688192 (als Todesdämon).
Ens vom Palatin, verwandter Torso 171*5.
Große Herculanenserin. Repl. 2772.
Umstilisiert 2343 44 ; 2242*44.
Kleine Herculanenserin 2441* (Repl.); 2795; 2806;
2910.
Kura. (Wien), Repl. 2087.
Nurkissos. (Neapel) 2134 (verwandter Torso).
..Periboetos“, Repl. X Sp. 60, 2844 621 \
Torso 2852 (älter als Hermes Olympia).
1572; 1811.
46
■ Einac henkender Satyr, Repl. IX Sp. 49.
Ähnlicher Kopf (weibl.) 2413/15.
j Satyr Ludovisi. Torso, Variante 2788.
| Satyr mit gekreuzten Beinen. Kopfrepl. 2436 37.
i Sogen. Sardanapal 1624; 26.
Praxitelischem verwandt.
1 Aphrodite (Euploia 7) 1642; (Kreis des IV., um 350).
Aphrodite 208 1 82 ( praxitelische Anklänge ) ; 2596 98.
Zeuskopf (zweite attische Schule; Zeus von Otrieoli
verwandt; Einfluß des IV. und Skopas 7 ) 1854*.
Weibl. Köpfe 1963 64 (sp&tprax italisch); 1781 82
(mit Diadem, nach praxitel. Vorbild).
Weibl. Kopf und Statue, praxitelischen Typen nahe-
stehend 2439,40.
Tansgra -Statuetten 1668.
Nachwirkung des Praxiteles.
Athena 2390 ( Sohülcrkreis d. Pr.; Ende 4. Jhdt.).
Weibl, Gewaodstatuen 2409; 2484 (hellenistisch?).
Weibl. Köpfchen (alexandrintsch) 2291*.
! Männl. Torso (hellenistisch) VII *Sp. 22 f.
Zweite attische Schule.
Schlafgott 1599/1601.
Zeuskopf 1850.
Verschiedene Werke d. 1. Hälfte d. 4. Jhdts.
Artemis 7 Statue 2743.
Weibl. Gcwand&tatuette, Unterteil 1820 links.
Weibl. Kopf 2601 02; Mftdchenkopf 24*24 25.
Bacchiscber Kopf (vorpraxitelisch) 2119/20.
Verschiedene Werke der Mitte des 4. Jhdts.
Apollon mit der Gans 1687.
j Jünglingstorso 1794; bacehischer Torso 2493,96.
Männl. Torso, zeitlich zwischen Hermes Madrid
und Bacchus Richelieu 1997.
Bacchus Richelieu 1993 (Sp. 50); 11*91.
Stehende Muse Wörlitz 1993 ; 2866 (s. auch Praxi-
teles).
Kopf mit Modius (älter als Brvaxis) 2302/03.
Bryaxis.
Sarapia 2774*; 211 17.
Vom gewöhnlichen Typus abweichend 2186.
Kopf mit Modius 2302/03.
, Zeus kolossal (Madrid) 1501 03 (verwandt dem Kör-
per der Zeus von Inco Bl. Hall; dem Kopf Zeus
von Otrieoli).
Zeus von Otrieoli s. auch Praxiteles, Skopas; 1889
( Herakleskopf, mehr der Zeusmaske Farnese
als Zeus von Otrieoli verwandt).
1860 (verwandter Kopf).
2619 20 (verwandter Odysseuskopf).
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47 Leoehares — In den Texten ni<
Leochares.
Apoll vom Belvedere 2493/96 (verwandter Kopf?).
Satyr von Lamia 2434 (Bacchantin, verwandt).
Zeit des L. ? Ganymedgruppe 2545 40.
Thymilos.
Von Th.? Gruppe Dionysos mit Satyr 2503 07.
Lysipp.
Apoxvomonos verwandter männlicher Kopf 2828/30.
Herakles Farnese, Replik (Torso) 1880.
4630; 2164.
Spätere Herakloatypen, davon abgeleitet 271*3.
Verwandtes Standmotiv 2207.
Hoarbehandlung verwandt Area Ludoviai 2775/77.
Bodens pannender Eros 1014; 2514/15; 2533 (Torso);
2268.
Verwandter Kopf 2141*.
Motiv des bogenspannenden Eros 2013.
Umbildung 2447.
Silen mit Bacchuskind 1637 (Knpfrepl.).
Nackter männlicher Torso 1577 links.
Muse (Zeit de« L.) 2865; vgl. auch 1903.
Eros mit Herakles» ttri buten 2268.
BAcchischcr Kopf (Zeit de« L.) 2811.
Nachwirkung des Lysipp.
Silen-St&tue (Chiaramonti- Venedig) mit lysippi-
m*hen Motiven, hellenistisch 2452.
Marsvaskopf («pater als Sokratesporträt) 2767 68.
XarkisHOH 2552 53.
Sitzende weibliche Statuette 1950.
Männl. Torso (Ende des 4. Jhdts.) 2010/11.
Männl. Ktipf (später als Alexanderporträt) 2812.
Kontrapost in der Schule des Dyaipp 1568.
Euthykrates.
Symplegma des Euth. ? 1574/76.
Verschiedene Werke aus d. 2. Hälfte d. 4. Jhdts.
Poseidon, kolossal 1517/20.
Charitengruppe 2975/78.
Weibl. Gewandstatue 2903; weibl. Torso, Ober-
körper entblößt 2560.
Jünglingskopf 2916.
Weibl. Kopf 2522 23 (2. Viertel 4. Jhdt.).
Archaisierend : Dionysosherme (Zeit dt« „Sardniia-
pal“) 1624 25.
Karyatiden von Tralles-Cherohel 2461(64.
Schule des Praxiteles.
Antinous von Belvedere 1585/87 (Hermes Madrid
nicht von Timarchoe).
jht fixierte Werke de« 4. Jhdts. 48
Kephisodot der Jüngere.
A t benage burt (auf Altarrelief) 1724/30.
Verschiedene Werke aus der 2. Hälfte des 4. Jhdts.
Are« Ludoviai 277577 { Hoarbehandlung verwandt
Herakles Farnese).
Bronzejüngling von Antikythcra 2273/78 (ver-
wandte Statue).
Satyrkopf (verwandt Alexander Kondanini) 2131/32.
Sitzender Mann ( Graba tatue, Ende 4. dhdt.) 2089 1*0.
In den Texten nicht fixierte Werke des 4. Jhdts.
Aphrodite (Capitol) VII Sp. 23 m.
2488/90 (Kopie).
2015 (Ableitung).
Aphrodite, halb entblößt 2288 a.
Apollon (Steinhäuser) 1626 (verwandter weibl.
Kopf).
Apollon -Statuette 2529 (noch vor Alexander); 1526.
Sitzend 2088.
Asklepine-Statue 2789.
Athene- Kopf 2421/22.
Fortuna -Statuette 2901.
Ganymed mit Adler 1569.
Helios. Kopf 1614/15.
Herakle«, Statuette 2262 b (Typ de« 4. Jhdts. auf
polvkl. Grundlage).
Kopf 1628/29; 1631; 2097.
Herme« als Kind 1915/16.
Hygieia 1828.
Hypnoe (Madrid). Kopf 1549 50.
2383 85 (praxitelisch ?).
2974 ( hellenistischer Knabentorso, daran er-
innernd).
Jüngling (Alba) 1789,92.
Karyatiden Albani 2508/11.
Niobidentropho« 2124 (Repl.).
Sogen. Spinnerin (München) 2945/48.
Zeus -Kopf 1611.
Männl. Statuen 2265 (.liinglingsstatue).
Knabenstatuen 2886/89 (Torso); 2892 ; 2418 (be-
kleideter Torso).
Männl. Kopf 2023 (Jünglingskopf).
Weibl. Gewandstatuen 201*8; 2340/41; 2441 (Sta-
tuette); 2840 (nach Original des 4. Jhdt«.);
2905.
1826 (mit antikem Porträtkopf).
Sitzend 22t) 1.
Knieend 2047 (Persephone?).
2441 grieeh. Originalstatue (Venedig).
1992 (Grab- oder Votivsta tue), kleine« Mädchen.
2402 Grabfigur.
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50
49 Nachwirkung de* 4. .Ihdta. — Doidalaaa von Bithynien
Weibliche Köpfe 2983 b 84 (Statuettenkopie); 2999
bis 3000; 2250/51; 1702; 18t>3 b; 2200/07.
Kinderköpfehen 1939 (grüner Banal t).
Nachwirkung des 4. Jhdts.
lleraklt«Mtatiie nach Typen de« 4. Jhdts., römisch
2706.
Znintatuette nach Typen de« 4. Jhdts., hellenistisch
2448.
Tiere.
I/iwe (Grnhstatuc) 2056.
Gefäße.
Grahlckytho« 2686.
Malerei.
( iemälde dt* 4. Jhdts., Vorbild der Charitengruppe ?
2976/78.
Porträt.
Sogen. Alkibiades 2882/84.
Alexander Rondanini 2131 132.
2812 (Lyaippisch).
Helioskopf Alexander-Ähnlich 2257.
Idealkopf Alexander-ähnlich 1818.
Aus Priene, aus Pergamon 2847 /St.
Aristoteles 2859/60.
Kuripidt* 1982/83 (Herme); 1658.
Sokrates (Lysipp) 2767/68.
„Solon“ 2368/70.
, .Sophokles“, nicht Lateran -Typ, von Silanion oder
Kalamin? 1980/81.
Philosoph X Sp. 59 2834 W\
Bärtige Köpfe 2670/71; 2109/60; 1700/01.
Weibl. Kopf (dem Kaulbachschen Typ verwandt)
2352.
Reliefs.
GrabreLiefs (attisch) 2685.
Fragmente 2.392; 2579; 2874.
Votivreliefs 2663.
Fragmente 1735; 2030; 2050; 2226 (4. 3. dhdt.
v. Chr.).
Toten mahlrelief 2580.
Metope 2051.
Basis nach Vorbild aus der Zeit der ephemsrhon
Süulenreliefs 2218/20.
Relieffragment 1731 (1. Hälfte de* 4. dhdt«.).
D. Hellenistische Kunst.
Verschiedene Werke vom Ende des 4. Jhdts.
Athens 2390 (Schülerkreis des Praxiteles).
Weibl. Gewandstatuen 2409 (nach Praxiteles).
2484 (hellenistisch? Praxiteiiache Gewaudanlago).
Beginn der hellenistischen Epoche.
Artemis (Kopenhagen), früh hellenistisch 2014;
ähnliche Artemis 2799.
Asklepios (Statuette) 2532.
Demeter 2902.
Hermaphrodit (oder Aphrodite) 2289 90; Replik
2745.
Priap, Kopf 2040 41.
Pascjuintigruppe: Menelaos 1884/85 (älter als die
Figuren des a Malischen Weihgeachenks).
.Satyr, Schnippchen schlagend 2943/44 (vom gleichen
Künstler, wie der Faune rosso im Vatikan).
Ikk'kchen tragend 1570/71.
Silen-Statue nach lysippischen Motiven 2452.
Männl. Statuen 2531 (Statuette).
Knabenstatuen 2973 (Tegel); 2982 (Toroo m.
Mantel).
Männl. Köpfe 2026 (Jünglingsköpfchen); 23*4
(jugendl. Idealkopf); 2416/17 (Beginn der
Diadochenzeit).
Weibl. Gewandstatuen 1555 (nach hellenistischem
Vorbild): 1737 (Statuette, verwandt H ekler
Typ XXI); 2206,98 (Mädchenstatuette); 2527
(Fmuonstatuette mit archaistischem Idol); 2649
(Kopie nach frühheUcnistischer Frauenstatue);
2560 (Statuette); 2725.
Pergamenisch.
Attalisehes Weihgeschenk : Knieender Perser (Galle,
ria dei Candelahri) 1539/41 (verwandt kauernde
Aphrodite).
Ähnlicher Perser, Stütz-Figur 1603.
Grieche 1884/85 (verwandt Gallier Ludovisi).
Gallier: Kopf eine« gestürzten 2542/43.
Kopf eines toten 2544.
Kopf eine« stürzenden 2550/51.
Herakles mit Telephon (Louvre) 2693 (verwandter
Torso).
Attalos I. und Frauenkopf Berlin 2857/58 (vgl. mit
Marsyas von Agram).
Kampfgruppe*, römische Virtus mit unterlegenem
Barbar, Zusammenhang mit pergamenischer
Kunst? 2779/81.
Gigant (Torso), pcrgameniseh-rhodisch, nicht vom
attalischcn Weihgeschenk (Kopenhagen) 1799
bis 1800.
laufender Gallier, nicht pergamenisch 2894.
Jünglingstorso, nicht vorpergamenisch 297072.
Weibl. Kolossalkopf 2738/40 (oder römisch?).
Porträt: Alexander aus Pergamon 2847/61 (ver-
wandter Herakles köpf).
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51
Boethoe — Nicht fixiert« hellenistische Werke
52
Doidalsas von Bithynlen.
Kauernde Aphrodite 1 $39/41 (drei Typen; Zusam-
menhang mit pergamenischer Kunst?).
2307/08 (verwandter Kolossal köpf).
Boethos.
Knabe mit der Gans 1918.
Komisch«* Nachahmung 2443.
Gruppe ?. weier Kinder. Frgmt. der gleichen Zeit
2197.
Rhodisch.
Philiskoa (Musen) 2300 (Repl. einer Muse); 2852
(nicht von Philiakos); IX Sp. 48 (D. 230).
Anchirrhoe 2651 (Koplik); 2802/03 ; 2980/81.
Polyhymnia (Vatikan) 2794 (Zeit de« Philinko*
oder hadrianisch ?).
Polyhymnia (Berlin) 2802/03 Koplik, zusammen
mit Koplik einer Anchirrhoe gefunden (Datum:
zweite Hälft« de« 2. Jhdt#. v. Chr.).
Philiskosmusen verwandter Typus < Hekler Typ
XXI) 2843.
Verwandte Statuette 2878.
Laokoon ähnliche« Köpfchen 2629/30.
Daran erinnernd, Atlas 1995.
Aegyptlsch alexandrinisch.
Sarapis 2668/69.
Aphrodite, sandalcnlöftend 1951 Mitte.
Köpfchen 2428 29,
Weibl. Köpfe 2450 51.
2299 (nach-praxitelim-h-alexandrinisch).
1863 a.
Damophon.
? Artemistorso 1815.
? Heraklesherme 2730.
3. Jhdt. v. Chr.
Capitolinische Aphrodite ( ?) S. oben Sp. 48.
Apoll (Kyrene) 2879 nicht prnxitelisch.
Marsyaa ( von Agram) Kcplik 2857/58 ( End© 3. Jhdt. ).
Zeusstatuette (um 200, nach Typ des 4. Jhdts.)
2448.
Sitzender Greis (Statuette) 2925.
Weibl. Gewandstatue (frühestens 3. Jhdt.) 2907.
2.-1. Jhdt. v. Chr.
Arche] nosrtdief: Apoll 1356.
Weibl. Mantelstatue, an Figuren des Reliefs und
an kleine Herculanenserin erinnernd 2806.
Asklepios von Melos 2333/33 (verwandte Asklepios,
statue) 2760.
Eros und l*svche (Torso von einer solchen Gruppe)
2530.
Münchener Spinnerin 2945/48.
Replik X Sp. 53. 2786/87 «.
Weibl. Gewandstatuen 1537 (Zeit der Pudieitia).
2863/64 (Variante der Pudieitia. Vatikan;
2. Hälfte des 2. Jhdts.).
1556.
Späthellenistisch.
Artemis- Statuette (mehr A. von Versailles als A. C-o.
lonna verwandt) nach späthellenistisehcm Typ
2797.
Kolossale Sitzfigur, männlich 2372.
Weiblich (Frgmt.) 2478/80.
Knabenkopf (oder römisch ? Sklavenstatue Berlin
aus Tarent verwandt) 2643/44.
Nicht fixierte hellenistische Werke.
Aphrodite von Syrakus, ähnl. .Statuen 2746; 2765;
Kopf 1936/38.
Pringsheim 2292 (Verwandte Statuette).
2527 (nach hellenistischem Original ?).
Sandalen lösend 2749.
Artemis- Statue 2742.
Kospigliosi (Kcplik de« Torso) 2682.
Ariadne schlafend 1552.
Athena-Kopf (nicht praxitelisch) 1877.
Dionysos, Kopf (Typ der sogen. Ariadne) 1878.
Herakles, Kopf 2847/51.
Als Kind, Statue 1852/54.
Herme« als Kind, Kopf 2247,48.
Isis? Kopf 2594/95.
Knalie mit Vogel spielend 2735.
Gefesselt 2733.
Im Mantel 2723; 2726 ; 2756.
Kro peziontreter 2707 (ähnl. Bewegung).
Mädchen von Anzio 2763 (verwandt© Statue, Bac-
chantin).
Marsvas, aufgehängt. 2270.
Pan, Kopf (attischer Typ) 1945.
Sitzend (Statuette) 1944.
Statuette 2648 link« u. recht« (rechts ithyphnl-
lisch).
Satyr, Kopf lachen«! 1921; Kopf 2152.
Auf Delphin reitend 2761/62.
Koloesalstatue 2712.
Silen, Kopf 2639/40; Torso 2198.
Männl. Statue: Torso (praxitelisch« Nachwirkung)
vn Sp. 22 f.
Sitzstatue 2091.
Männl. Köpfe: bärtig ( Statuettenkopie) 2985a.
Junger Mann 1887/88.
Weibl. Gewandstatue 1506 (Statuette); 1798 (auf
praxitelischer Grundlage); 1816; 2205 (Muse,
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53 Porträt — Neuattiach 54
Ton«)); 2410 (Statuette; HpätgriechischM Ori-
ginal ?); 2841 ( Euterpe); 2906 (Mädcheosta tue);
2908 (Fortuna?).
laufend, Statuette 2tW7 link».
Stehende Frau auf Relief, hellenistisches Motiv?
2727.
Alte Frau, Statuette 2301.
Weibl. Köpfe 2657/56; 1862.
1861 (naehpraxiteliseher Typ).
Gruppen: Symplegma 2018; 2562 (Hermaphrodit
von Gruppe mit Silan); 1738 (Satyr und Herma-
phrodit ? Frgmt.).
..Aufforderung zum Tanz.** Kopf der Nymphe
264 1 42;21 53; des Satyrs 2599 2600.
Athunm« und Learchos, nicht hellen istisch, son-
dern römische Erfindung? 2941 42.
Grabgrup|>e? Vater und Tochter 2771.
Porträt.
Demosthenes 2355 56 (auf CLipeus); Zeit de* D.,
bärtiger Grieche 1653; D. u. Aristoteles ver-
wandtes Porträt 2859 60.
Epikur (und Hermarch), verwandt 2859 60.
Verwandt, etwa« jünger (Rel.Kopf) 2875.
Sitzatatue dt« E. 2092/93.
Metrodor (Statue, ähnliche Mantelmotive) 1998.
Acsohine« 2401 (verwandte Gewandstatuc); ähnlich
2408.
Menander 1842 43 ; 2355 .56’.
Attalos 1. und Frauenporträt aus Pergamon 2857)58.
Diadoch im Thermen muaeum J*47j51.
Unbekannte: Philosophen iDoppclherme) 1643/45.
Bärtiger Grieche (Herme) 1654.
Männl. Porträt auf Clipeus 2353/54.
Jünglingskopf? (frühhellcnistisch) 2614/15.
Griechisch-ägyptisch, männl. Porträtkopf aus Ba-
salt 2672 73 (3. 2. Jbdt. v. Chr.).
Perser? Männl. Porträt mit Kopftuch 2926 27.
Mann im Himation. sputhellenistisch 2666.
Sitzender Greis, Statuette 1610.
Alte Frau 1899 1900.
Relief.
Grabrcliefs 1745; 2958 (Kulak tos).
Spät griechisch 2584; 2587 ; 2959 (Nikoldos).
Totenmahlreliefs 2956 (Ende 4. Jlidt.).
2957 (Beginn des Hellenismus).
VII Sp. 23 o (2. Jhdt. v. Chr.).
Sarkophag- Platte 1897.
Verschiedene Reliefs: 2964 (München) Rel. mit ge- 1
flügelter Figur.
Fragmente 1744; 2031.
E. Italisch-Etruskische Kunst.
Bronze.
Etruskisch-archaisch : Nackter Jüngling. Statuette
(um 500 v. Chr.) 1956 rechts 1957 rechts.
Reiter, Statuette (altertümlich) 2678.
Nicht datiert: Athens- Statuette 1958 links.
Terrakotta.
Zwei weibl. Büsten ( Unterweltsgött innen ?) 2700.
Urnenreliefs.
Paris von seinen Brüdern bedrängt 7560.
F. Römische Kunst.
Umarbeitungen und Varianten älterer Kunstwerke.
Aphrodite (Capitol), Varianten 2015; 2537.
Apoll von Kyrene (Variante) 2879.
Kopf (röm. Erfindung?) 2267.
Artemis von Versailles (Variante) 2801.
? Artemis 2798.
Herakles (H. Farnese verwandte Statue) 2793.
Römische Kompilation ? 2891.
Herrn«« (Vorbild myroniach-kresiläisch) 1855 56.
Mänadr, Kopf (Vorbild phidinsisch) 2373 75.
Männl. Statue 2893 (römische Erfindung?).
Weibl. Gewandstutuen:
2806 ; 2842 (Variante von Hehler Typ XLI); 2844.
Musen 2790 ; 2861/62 (nach Urania Vatikan).
Künstler und Kopisten.
K leomene* 1568 (Kopist der „Thespiaden“).
Stephano«- Figur 2106/07.
Kopfreplik 2127/28; Torso- Replik 2258.
Oreet-Elektra-Gruppe: Elektra 1853 (weibl. Figur,
Typ. d. El.).
Verwandter Kopf 2125/26.
Parteiisch, Gruppe von Ildefonso 1588 92.
Höre, Statue 2909.
? Kopf (Dionysos) 2259.
Schule von Aphrodisias: Künstler: Atin. Syneros?
1752 55 Anm.
Nahestehend? Grupp«*, Apoll und Daphne 211*9.
Neuattisch.
Rundskulptur: (?) Madrider Musen 1568.
Mädclienstatucttc (nicht 4. Jhdt.?) 221*3 95.
Aphrodite Capitol, Umarbeitung 2015.
Apollon 2013.
Artemis, archaisierend 2096.
Reliefs: Von dreiseitigen Busen: 1680 82; 1756 58;
2469 71 (flavisrh); 2472,74 ( Kcnai-ssanccfal-
schung); 2516/18; 2534,36 ; 2555 57 ; 2567/69.
Mit Eroten 2475/77; 2481/83.
Kandclabcrbasis 2218 20.
Runde Basis (oder Altar) 2320,22.
Basisfragment VII Sp. 24 v.
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Archaistische Werke — Verschiedene Werke de* 2. Jhdta. n. Chr.
56
Putcal: Mit Kalathiskustänzcrinnen 2318/19.
Mit baechisehen Szenen 1090/93; 2991 04.
Mit Athenagebuit ( Matirider Putcal) 1724,30; da-
nach Moirenrelief 2990; nicht dazu gehöriges Re-
lief 2988 (sitzender Zeus) und 2989 (Prometheus)?
Relief-Gefäße: Fragment 1689.
Eiförmig 1694/90.
Verschiedene Reliefs: Fragment, schreitende Höre
2964.
Reliefs mit Satyr-Mänadc 1687/88.
Mänaden, vier zusammengehörige Rel. 1093 ‘80.
Kampf um den Dreifuß VII 8p. 24 x.
Zwei Nymphen und Silen VII 8p. 24 v.
Archaistisches Frgmt., Dionysos 1920.
Archaistische Werke.
Artemis 2096; 2592,93.
Amazone, Statuette mit archaistischen Zügen
1906 08 (Fälschung).
Hennen: Priap 1786 87; I960 (Augusteisch).
Bärtig 2183 84.
Doppelhenne oder Telamon ? 2823/25.
Sphinx auf Bronzeplakette 1954 links.
Victoria mit archaistischen Zügen, campanische
Bronzestatuctte 1955 rechts.
Weibl. Gewandstatoon 1505; 1759; 2724;
2461 04 (archaistisch ?).
Weibl. Kopf 2923/24 (Frisur des Mantuaner Apoll).
Reliefs: Fragmente 1813; 1920.
Ara Gittstiniani 2215/17.
Verschiedene Werke aus der Zeit der Republik.
Herakles 2847/51.
Toga- Statue X Sp. 5ß. 2790, 95.
Reliefs: Ahenobarbus- Basis 2019.
Grabrelief 2214 Mitte.
Relief mit Schiff 293«.
Arbeit der Katserzeit.
Alte Frau, Statuette 1994.
? Männl. Torso. Bronze-Herakles Vatikan verwandt
2225.
Verschiedene Werke der frühen Kaiserzelt.
Augusteisch: Ara Paris 2019; 2317 (Trapezophor,
verwandte Arbeit).
Untersatz 2935.
? Grabrelief 1965.
Julisch-Claudisch: Atlas (Statuette mit Inschrift,
datiert 49 n. Uhr.) 1814.
Prinzenstatuen 2 108 >09.
Fragmente von einem Grabgebaude (Gladiatoren-
Relief Chieti) 2007 08.
Reliefs: Fragmente 2224 (eher tiberianisch als
tr&janisch).
Triton und Nereide (dem Gebäude der Eumachia
gleichzeitig) 2575.
Grabstein des Zosimos 2665.
„Hellenistische Reliefs“, Fragmente 2240, 2241.
Flavisch: Nike von Brescia 2045 (verwandter
Reliefkopf).
Historisches Relief mit Darstellung eines Trium-
phes 2034.
Nicht genauer fixiert: Togastatuen 2097; 2213.
Fragmente von Reiterstatuen 1996.
Tischfuß 1743.
Reliefs: Vierseitige Basis 2588/91; Oscillum-
Fragment 2995 rechts 2996 links.
Erotenreliefs 2574 ; 2577.
Fragmente, Prozession mit l#aren 2231.
Verschiedene Werke trajanisch-hadrianischer Zelt.
Trajansbogen 2100; 2845 / 40 (Ornament).
Artemis. Statuette 2797.
Helios, Büste 2444/40.
Sarapis, Büste 1951 links. •
Telesphorus ? 2949.
Polyhymnia- Replik (spätbadrianiseh ?) 2794.
Weibl. Gewandtorso (abgeleitet von Athena Hope-
F&meee) 2805 links.
Frauenstatue 1801.
Togastatue 2055.
Daker (hadrianisch ?) 2807.
Reliefs: Historische Reliefs, Fragmente 2143; 2145
(flavisch oder hadrianisch ?); Fragment (zeitlich
zwischen Trajansäulo und Markussäule) 2807.
Maskenreliefs (Ende I. Jhdt. nach C’hr.) 2962,03.
Mercur-AJtar 2845/40; Grabaltar (mit Porträt-
Büsten und Inschriften) 2868.
Grabaltar (Sextus Pedius Hirni tu») 2796.
Grabrelief ('. Rubrius Urbanus (vorhadrinnisch)
2938.
Sepulkrales ( ?) Relief, Herakles mit Omphale2572.
Hochzeitssarkophag 2033.
Verschiedene Werke des 2. Jhdts. nach Chr.
Antonmisch: Mithras mit Stier 2547.
Area-Aphrodite (Gruppe, nicht vorhadrianisch)
2782.
Kybclc, Statue (Zeit des M. Aurel.) 2345/47.
Windgott, Relief köpf 2044.
Frau mit Mauerkrone, Kopf 2189.
Weibl. Kopf (nach Typ des 5. Jhdts. v. Chr., nicht
vorluidrianisch) 2616/17.
Weibl. Peplosfigur, Karyatide 2786 87.
Tiefgegürtete Frauenstatue 2718.
Klassizistischer Jünglingskopf 2966,69.
Reliefs: Runde Basis (mit Porträts der antoni-
nischcn Familie) 2361 /05.
3
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57
Verschiedene Werke de« 3. Jahrh. n. C‘hr. und der späteren Kaiserzeit.
Maskenreliefs 2060/61 ; Oscillum 2005 links 2000
rechts ; Frgmt. von Relief-Vase ? (Zeit d. Com-
mndtis) 2805 recht«; Frgmt. eine« Kinder-
snrknphag» {»pätHritoninisch) 2070 oben.
Grahrelicf (Zeit de« Marc Aurel) 2301.
2. Hälfte de» 2. Jahrhundert«: Ammonköpfchen
2407/06.
Helioskopf 2257.
Dioskur (um 200) 2512.
Weibl. Kopf, Kybele oder Stadtgöttin (um 2(40)
2627,28.
To^iaUtuen 27 H5; 2835/37; 2715.
Reliefs: Bacchiaehe Szenen 2034.
Sarkophagdeckel (Selbstmord der Altham) 21541.
Verschiedene Werke des 3. Jahrh. n. Chr. und der
spateren Kaiserzeit.
Togastatue mit < ontabulatio 2020.
Relief»: Rel. mit Signum 2123.
Grabrelief«: de» Gladiators Baton (Caraealla«
Zeit) 2324; ein»’» römischen Ritters (Gordia-
nisch) 2252; 2360 (Gordianisch); 2573 (grie-
chisch).
Sarkophag (Mitte 3. Jhdt.) 2100.
Nebenseiten eine» Sarkophag» 2578; 2583.
Römisch, nicht näher bestimmt.
Artemis, Statuette 21HM.
Atliama» und Learehos, Gruppe (röm. Erfindung?)
2941/42.
Athen« oder Roma? Kopf 260162.
Blutenkelch, au» dem ein Knahc auf»tcigt 1054
recht«.
Elefantenprotome 2809 10.
Eros mit Fackel, Br.-Statuette 26SO.
und Psyche, Gruppe 2187.
Dionysoskopf 2423/24.
Fortuna (verwandt Aphrodite Valentini) 1544.
.,Flußgott“-Maske (Quirinus?) 1627.
HrraklcH sitzend, Statuette 2694.
Hermes, Br.-Statuette 1883;
Kopf 2688 80.
Isis- Priesterin, Statue 2400.
tar, Br.-Statuette, Kopf nach Typen des 5. Jhdt».
v. Chr. 1773 74.
Nereide auf Seedrachen (dekorativ?) 2185.
Nike, Statuette 2554.
Nil (nicht nach hellenistischem Vorbild) 2336.
Roma 1848,40; 1070 72 (Kopf); 2661 62 (Kolossal-
köpf).
Satyr, Böckchen tragend, Hüftherme 2200.
Surapi», Doppelherme 2190 01 (späte Arbeit);
stehend 1017.
Silen, Statuette 2653.
58
Silvan 1770.
Tellus 2731 (Brustbild).
Zeus, Kopf (röm. Erfindung od. Kopie?) 2621» 21.
Mannl. Statuen (s. auch Porträt): Heroisch 2371
(nackte Dckorntionsfigur m. aufgestütztem Fuß);
2208 (Torso) ; 2222 ; 2561 ;2702; 2705 ( vom „Dir»,
medee“ abgeleitet); 2713; 1003 u. 2058 60. poly-
klctisch beeinflußt ; l823(Nerva ?); sitzend 27 10.
Fragment, linker Arm (von Kaiserstatue ?) 2222.
Bekleidet 2138 (Torso); 2028.
Himat ionstat ue 2401.
Toga- Statue 26457 (griech*. Arbeit ?); sitzend
2950 53.
Panzerst« tuen 1606; 1821 (Torso).
Weibl. Gewandstatuen (s. auch Porträt): 2010; 2011.
1827 (mit praxiteiischen Motiven); 1820 (Typ
Hekler XXI p); 1817 (nach älterem Vorbild).
1768 70 (Antonia ?).
Weibliche Köpfe 2784; VII Sp. J3q (verschleiert).
Relief»: rlipcu» 2030.
Brunnenschmuck, dekorativ 2732.
Fragment von Reliefgefäß 1742 links.
0»cillum mit Masken 1804/05.
Relief mit Kentauren (späte Arbeit) 2581 ; keltern-
den Satyren 2582; Widder 236t»; fünf Frauen
1607; Stier 1698; Eber 1690; Fasces 2057.
Hcraklestaten 2188.
Votivrelief (an Silvan) 2325; (an Zeus Brontoo,
nicht Kopie) 2350.
Grabrelief 2255 (ungedeutet).
Historische« Relief (Provincia?) 1810.
Sarkophag: Kindersarkophag 2214 oben.
Nebenseiten 2585 86 ; 2719 (Pasiphae); Deckel
2804 oben rechts.
Fragmente? 1741 (Marsyas);? 1802 07 (Gallier-
kampf); 11446 47 (Orestcs-S.); 2156 (Al-
thaia); ?2804 oben links; 2804 unten link»;
2805 Mitte; VII Sp. 31c.
Aschenurne 1777.
Ara, kleines Altäre hen 1949.
Grabaltar (P. Egnatius Nicephorus) 2940; 2099.
Grabfigur: Hypnos 1775.
Bronze.
Mar« Ultor (auf Bronzeleiste) 1958 rechts.
Drei Figuren von Pfcrdebrustschmuck 1959.
Votivhand 1977/79.
Bttstchen eines Wagenlenkcrs 2029.
Terrakotta.
Campan&rcUefs 2687;? VII Sp. 31 d (Fragmente).
Italisches Relief (Dionysosgruppe) 1066.
Stirnziegel (mit Athenadarstellung) 2211/12.
; Relief 1866.
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59
Bronze — Porträt
Malerei.
Pompejanisch : Herma phroditenfresko in Neapel
1642.
Wandgemälde: En«, Aphrodite den Bogen ent-
reißend 1914.
Mosaik: Villa am Meeresstrand 2081.
Glyptik.
Agat hangeln«- Gern me (Berlin) 192X160.
Aldos- Gemme 2733.
Sard Marlborough (Augustus als Herme«) 205X160.
Gemmen 1948 ( F urtwgler. Tafel LXV, 52); 2399
(Furtwgler. XXXVIII, 30).
Architektur.
Fragment 2214 unten.
Porträt.
Republikanisch ‘.Männlich: 1669 70 (falsch); 1671172
sogen. Julian; 1824 (kolossal mit Eichenkranz);
1804; 190 1 ,02 ; 2003 04 ( Kopf, velatus); 2027/28;
2308; 2564 05; 2819 20; oder griechisch?
1844/45.
2300/10 (roter Porphyr, echt ?); 2074/75 (schwar-
zer Basalt).
VII Sp. 40 (Cäsar ähnlich); 2328 (Cäsar ähnlich,
falsch?).
Pompejus 2037/38; S. Pompejus ähnlich 1928:30.
Togastatue 2019.
Keliefporträt auf Deckel 2100.
Weiblich: 2133 (Statue).
Augusteisch : Männlich: Augustus. Statue 1005;
Kopf VII Sp. 32; Sp. 23 t (jugendlich); auf
Toga-Statue 2715; 1953 rtxdits;
Cajus Cäsar 2329 (falsch).
Unbekannte: 1703 (männl. Büste); 1820 rechts
(Kahlkopf); 2311 (echt?); 2399 (polykletische
Anklänge?); 2930 31; 2926 27 (augusteische
Büste, Kopf mit Turban); Knabenkopf 2070 77.
1941,43 (Sklavenknabe?).
Weiblich: Ideales Frauenporträt 209597.
Claudisch: Männlich: Tibcrius 1765/67 (Sitzstatuc);
Männl. Torso, Replik de« sitzenden Tiborius
Lite ran 2710.
Drusus Minor 1606,67; 1763 64.
Jugendlicher „Caligula“ 1926/27.
Claudius (Bronzekopf) 1702.
Nero Vll Sp. 23r ; als Kind 2312.
Unbekannte:? 1967 69; 2950/53; 1668 (Zeit des
Nero; Jugendlich 1663 64; 1783 (Knabe);
2757/59 (Kinderpnrträt).
Statuen: 1604 (Primonstatuc); 1903 (heroische
Statue); Togatus 2400 ; 2838 39 (Kopf tibe-
rianisch).
Weiblich: Antonia? 1708/70 (Statue); 2340,41
60
(Statue noch Typus d. 4. Jhdts. v. Chr.); 2337
(Statue strengen Stils); 1007,09 Statue, Agrip-
pina ähnlich).
Weibl. Köpfe: 2491 ( Agrippinafrisur); 2813
(Agrippina ähnlich); 1953 links (Agrippina-
frisur); 2357 (Büste); 2012/13.
Flavisch: Männlich: Vitellius (modern) 1783; 2636.
Domitian 2785.
1760/61; 1922/23; 2161 (oder republikanisch?);
2876,77 (idealisiert); 2929.
Caltilier (Relief porträts) 2240.
Knaben portrüt 2980 87.
Statue (Nerva?) 1823.
Weiblich : 1677, 78 (neronisoh-othonisch ?) :1675/7G
(Frisur der Julia Titi); 2868 (auf Grabaltar).
Trajanisch: Männlich: Trajan, Statue 1822; Kopf
2467/68; 2835 37 (mehr Trajan als Vespaaian
ähnlieh). Caltilier 2254.
Unbekannte: 2313; 2808 (auf Grabaltar).
Knabe 1771; Gruppe, Mann u. Mädchen 2771.
WciblUh: Statue 2245; Kopf 2314 (als Mond-
göttin); 2549 ; 2484 (auf Gewandstatue); 2724
(auf archaistischer Statue); 2528 (auf nicht zu-
gehöriger Aphroditestatue); 2572 (auf Rel. als
( Imphaie).
Hadrianisch: Hadrian, (moderner Bronzekopf) 2330.
Antinoua, Kopf, 1588,92.
1658 (grieeh. Inschrift: T. Stateilios; Büste,
Chiton mit übergeknüpftem Fell).
2453 (junger Römer).
Weiblich: Altere Faustina 2315; 2817/18 (ältere
Kaust ina ?).
Zeit der F. 1859/60 ; 2549; 2814/15 (Büste tra-
janisch).
Antoninisch : Männlich : Antoninus Pius ( Bronze,
modern) 2331 ; Lucius Verus, Büste VH Sp.23s ;
Togastatue 1772.
Porträts der antoninischen Familie auf runder
Basis 2361 65.
Unbekannte : 1 630(aln Herakles ?) ; 1 665 ; 1 67 1 72
(Ende d. 2. Jhdts. n. Chr.); 2144 (Arzt); X
Sp. 59 i f> (Zcitde« Conunodus); 2631 32 (Grie-
che, Ende des 2. Jhdts. n.Chr.?). Statuen 2435;
2783 (Knabe, Bronze).
Weiblich : 1826; 1827 ; 2832 33 (jüngere Faustina) ;
2806 (Zeit Julia Ilomna); 2821 22 (Didia
Clara?).
Statue, (Typ Aspaaia) 24 19 / 20.
Mann und Frau, auf Grabrelief 2256.
3. Jhdt. n. Chr.: Porträtköpfe 2872/73.
Männlich: Alexander Severus 2791/92.
1. Hälfte 3. Jhdt., 1931 32; X Sp. 59. A;
2816 (Zeit de« Caracalla); 2826,27; 1924/25;
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61
Vorrömisch in Spanien - Zeitlich in den Texten nicht fixierte Werke
2734 (als Herakles); 2608/99 (Zeit de« Gnl-
IicmiH); 2872 73 (Zeit Trajnnus Dccius).
2358 (Togatus).
2100 (auf Sarkophag, an Philippus Arahs er-
innernd).
Weiblich: 2310; 2710 (Zeii der .lulia Mammaen;
aus Älterem umgearbeitet?); 2011; 2032 (um
220); 2033 (um 240).
2842 (Zeit der Ütacilia Seren oder 2. Jhdt. ?).
2343,44 (Statue umstilisiert nach Typus der
großen Herkulanenscrin).
4 Jhdt. li. (’hr. : Gajus (’aelius Saturninus 2213.
Constantin II.? (Kolosaalkopf) 2808.
Nicht genauer fixiert : Männlich : 1840 47 (Kahlkopf
mit Kreuznarbe); 1084 85 Herme ( weder Cicero
noch Seneca); 2425 20 (Pasticcio ?).
Weiblich: 2050 00 Römerin ah Juno (Art der
Juno Ludovisi).
Stuekniasken aus dem Kay um VII Sp. 24 r.
G. Varia.
Vorrömisch in Spanien.
Kalksteinfiguren aus «lern Cerro de los Santo«
(iberisch) 1708 13.
Aegyptisierende Statuen (falsch?) 1715/16.
Kentaur (Bronze; archaisch grieeh. Import ?) 1717.
Eber 1704.
Stier (mit Menschenkopf) 1714, nach habylon. Vor-
bildern; Köpfe ( Bronze) 1705 07, Mykcnischem
Dionysos als Kind (Rosso antieo) 2280; 1837 38
(bärtig).
Flußgott, (Kofossalkopf) 1052.
Flora, Kopf VII Sp. 22g.
Ganymed ( Relieffragment) 1948.
Hekataion 2559.
Herakles 1548.
' Alter Hirt (Statuette) 1898.
Jood. Isis 1610 18.
Kentaur 2271/72 (farbiger Marmor).
Knabe mit Fischen 1742 rechts; Torso 2750.
Kore (Gewandstatue) 1909.
Kvbele? VII Sp. 23 n; VH Sp. 31a (Statuette).
Mithras 2249 Mitte.
Masken 2521; 2571.
Nil 2279 ( Basa Itsta tue).
Odysseus unter dem Widder (späte Arbeit) 2281.
Paris, Kopf mit Mütze 2764.
Priap 1892 (Statuette); 2249 links.
Priester 2634 35 (ägyptisch).
Priesterin 2655 (orientalisch).
Pan, Statuette 1739.
Satyr 1740 (mit Schlauch); 2717.
Selene (Statuette) 1891.
Silen 1935 (Statuette); 2095 (Brunnenfigur, rö
misch?); 2129 30 (liegend).
Sklavenknabe schlafend 1975 links.
Triton 2094.
Tänzerin 2979 unten (Statuette).
verwandt ?
Münzen.
Griechisch 2492 (Bild des Apoll Lykeios); 2739
(Megalopolis, ithypha llischcr Herakles).
1501(03 des achäischen Bundes (Zeusfigur).
Italisch 2309(10 (C'apua, Atella, mit Elefanten).
Römisch 2592/93 (Augusteisch, archaistische Ar-
temis).
2832 (Faust ina Minor); 2782 (Faustina Minor,
Medailkm).
2821 22 (Didiu Clara, Manl. Scantilla).
Zeitlich in den Texten nicht fixierte Werke.
Aphrodite 1573 (mit Muschel); V 1 1 Sp. 22f (Kopf);
VII Sp. 22h und i (Statuetten); VII Sp. 23k
(Torso); 201 6; 2427 ( Statuette); 2441 (mit Eros).
Apollon VII Sp. 3lb( Doppelherme); 2701 (sitzend).
Artemis 1577 rechts (Torso); 1797 (Statuette).
Asklepios 2570 (oder Zeus ? Grieeh. Original).
Athens VII Sp. 23, I (Statuette).
Attis, Kopf 2253.
BacchiHche Hermen 2202*03.
Ziege 1679.
Zeus mit Ägis 1504.
Männliche Statuen: 1910 b (nackter Ephcbe.
Torso); 1919 (Torso mit (’hlamvs); 1793 (Torso
mit Löwen feil); 2269 (eilender Jüngling); 1521
(nackter Jüngling, kolossal); 2707 (Torso); 271 1
(Jünglingstorso); 2118 (Torso).
Männliche Köpfe: Ideal-K. 2177/78 (bärtig); 2769.
Porträt-K. VII Sp. 23p (bärtig); 2871 (grieeh.
Philosoph).
Weibliche Statuen: 2778 ((Jewandstatue): 2407
( Gewandstat uc).
Reliefs: Votivrelief VII Sp. 24 w.
Totenmahlrelief 2576; 2664.
2195 Relieffragment (Kentaurenkopf).
2367 Daphnia von Pan belauert.
1896 (Relief).
Krieger von Terra kottagiebel ? 1890.
Stntuettengruppe 2227.
Vortierteil vom Fuß einer Koioasalstatue 2548.
('annelierte Säule und in Rindennetz verhüllter
Gegenstand 2204.
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63
64
V. Alphabetisches Sachregister.
F. O. ibei Ortmuuneii» = Fund-Ort.
Abano F. 0. 243«"».
Acemr 2843,46.
Adler, auf Blitzbündel stehend, an Stelle der In-
schrifttafel auf einer Büste 1665.
Adoration 29.54.
Adoranten 2957.
Aegis. Attribut de*» Zeus 1504.
von Zeus-Statue ? 1638.40.
bei einer mann-weiblichen Doppelfigur
1973 74.
Aeuvpten F. 0. 2026 ; 2299.
ägyptische» (alexnndriniKchcH) Kultsymbol
? 2293 95.
Afrikaner? Nackter Knabe 1593/98.
? 2674,-75.
Agat hangelos. (iemme Berlin 1928, '30.
Agathodaimon 2663.
Agaue (auf Oscillum) 2995 link»;96 rechts.
2204 unten.
Agyieus Boraos. (Nicht A. B.) 2204 unten.
Aias und Kassandra. Rel. 2722.
Aion 2886.
Aison ( Vasenmalcr) 1730.
AknnthuH- Dekoration 2100.
als Schildstütze 2766.
Aktaion auf Basisrel. 1757.
Albano F. O. 2282; F. O. 2317.
Alkibades (sogen.) 2882 84.
Althaia. Selbstmord der 2156.
Alexander auf dem Bucephalus ? 1744.
Alte mit Böckchcn 1994.
Altes Weib. Statuette 2301.
Kopf einer Alten. Porphyr 2326 27.
Amazone, Statuette, (falsh) 1906 08.
oder Atalante? 2074.
Ammon. Typus Wörlitz- Boston 1980 81; 2175,76.
Kopf ii uf Fasces 2057.
Köpfchen 2497 >98.
Maske auf Oseillum 2995 Iinks/96 rechts.
Amymone. (sogen.) Statue 1538; 2744.
Anakreon. Kopf 2380/81.
Anchirrlme. (sogen.) s. u. Musen.
Ancona F. O. 11813.
Annius Vems 2361 '65.
Antinous, Kopf 1588 92 (Sp. 21).
Antonia 1768,70.
Antoninu« Pius 1783 (nicht Antinous).
Bronze 2331 (modern).
2361/65 (Porträt auf rumler Basis).
Anubis 2516 18.
Anzio F. 0. 2318/19.
Apex, auf Khren»e*wel dargest. 2006.
und Athlctenknppc 2029.
Aphrodisias. Kunstschule von . . . 1517/20; 1752/55.
Aphrodite, von Arles 1538; 1542 ; 2080.
Capitol 1534 36; KopfrepL 1565 67; VI 1.
Sp. 23 m.
von Capua verwandt 1533.
< Jenet rix 17.88; 1851.
Kallipygos 1688.
Kauernd 1539/41.
Petworth. verwandter Kopf 2861/62.
Pontia oder Euploia? 1542.
de» Praxiteles. Torso 1875; Kopfrepl. 1633/31;
Kopf als MedailloTtHchtnuck 1876.
V'alentini 2061.
ihr Haar aus drückend, Statuette 2292; Kopf
1936 38.
Sands len lösend 1951 Mitte; Torso 2749.
mit Ero» 2442.
mit Eros und Delphin 2015; 2291; 2488 90.
mit Muschel 1573.
halb entblößt 2288 a.
Kopf VII Sp. 22 e; 2428 29; 2728/29; 2747/48.
Statuette VII Sp. 22h; 2016; 2081/82; 2427;
2528.
Statue 2386 88; 2596 98; 2765.
Torso VII Sp. 23 k; 2537.
? auf röm. Sarkophag 2100.
Votivrel. an A. 2226.
Faustina d. j. als Venus ? 2361 65.
Aphrodite? 2289/90.
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60 Alphabetisches Sachregister
Apollon, bartlos ( Alkamcnes ?) 1872/73.
vom Archelaosrel. 1322 25.
mit der Gans 1887.
in Kassel, Kopf 2020 ; 2720/21.
als Kitharödc, auf neuRtti»cher Basis 1682;
1911/13.
nackt mit Kithara 2013; 2529; 2261.
halbnackt mit Leier 1526.
langge wandet 1522/25.
Lvkeios 1879; 2069; 2492; Kopf 2983 a.
in Mantua. Kopf 2912 13.
Omphalus-A. 1986 90.
Sauroktonos 1874; auf Sarkophagfragment
2805 Mitte,
de» 5. Jhdta. 2061.
sitzend 2088; Torso 2701.
Doppelberme VII Sp. 31 b; Herme 2167 68.
Statue 2879.
? Statue 2267; ? Torso VII Sp. 22, F.
Bronze-Statuette 1956 links 1957 links; 22 »1 .
Kopf 2430 31 ; 2432 33; 2465 06; 2560.
? durch Eidechse bezeichnet? 1967/69.
oder Dionysos? 1991; ? sitzend m. klein.
Mädchen 2771.
und Daphne? Frgmt.' 2199.
Beziehung zum Helenaruuh ? 2585,86.
bogenschieöcnd, auf Rel. 2690.
Throne des . . 2577.
Apolloniu« von Tvana, sogen. 1655.
Aquileja F. O. 2681.
An». Kleine* Altärchen 1949.
Giustiniani 2215/17.
des Mercuriua, niedrig rechteckig 2845 46.
Feldaltar aus Steinen aufgetürmt 2962/63.
der Gruppe von Ildefonso 1588/92.
Archaismus, d. 4. Jhdta. v. Chr. (Dionysosherme)
1624/25.
? Karyatiden von Tralles Cherchell 2461 , 64.
S. auch oben Sp. 55.
Arrhemoros, Tod de« . . . auf Grabaltar 2940.
Architektur-Teil {Hel. von einer Kaasettendecke?)
2360.
Frgmt., Sima des Apollontcmpels in Biutsai
2955.
Einfassung eine« Totenmahlrel. 2956.
Area und Aphrodite 2782.
(Borghese) 2882/84.
Ariadne, schlafend 1552.
Arimaspen auf Campanaid. 2687.
Artemis, Kurotrophos 2727.
laufend 2797 ; 2801.
Statue 2285; 2286; 2742; ? 2743; 2014.
Torso 1577 rechts; 1815 (langt* Haar); 2682;
2112/13.
Statuette 1797; 2283; 2592 93; 2741; 2798;
2799 (Fackel oder Köcher); 2800; 2904.
auf Votivrel. 2050.
Büste eines Mädchen« als A. 2986 87.
Arzt, durch Wollbinde gekennzeichnet 2144.
Aschcnurnc, röm. 1777; 2241.
Aschen behält er 2323.
Ascoli F. O. 1877.
Asensi. ehemals in Samml. A. 1719/20 (Jüngling*-
köpf). 1731 Hel. -Frgmt. (aus Athen).
Asklepios mit Telesphoros, Statue 2054 ; 2760; mit
Kapuzenknaben 2949.
Statue 2333 35; 2368/70; Kolossalstatue 2769.
Statuette 2532; 2866.
Statuenoberteil 2624,26.
Kopf 2042 44 (mit Reifen).
Büste 2117.
Herme 2914/15.
? Votivrel. an A. 2090.
oder Zeus? 2570.
-ähnliche Figur auf Rel. 2964.
Aspasia, sogen. 2538 39 (Statuettenrepl.); 2419 29
( Kopf).
Aspra, Nympheum einer Villa in der Nähe von A .
F. O. 1910 a.
j Atargatis, Statuette VII, Sp. 24/25, zl.
Athamas und Ijcarchos, Gruppe 2941/42.
I Athen, F. O. 1718 (Dionysostheater ?); 1771; 1665;
2503 07; 2975/78.
gekauft in, VII Sp. 23 K.
Togastatue, in Athen gearbeitet 2019.
: Athena, auf der Atlas- Metope Olympia 1784 85.
in Frankfurt, verwandt 1641/42; 1554.
Ioee Bl. Hall (ohne Aegis) 2339.
Paithenoa 1510/15 (Statuette); Torso 2704.
Phidiasisch, Bronze* Statuette 1722.
Sevilla-Medici 1508,09 (Kopfrepl.).
Statue 1508/09; 2390; 2751; 2766 (Hephai-
steia d. Alkamcnes ?).
Statuetten VII sp. 23. 1.; Bronze (aus-
schreitend) 1958, 1.; 2679.
Kopf 1877; 2022; 2421/22$ 2439/40; 2508/1 1 ;
2632 33; 2918$ 2661/62 (oder Roma?),
avif Stimziegeln, Palladiumtyp und Statue
2211 12.
mit Herakles auf Reis. 2215/17.
sich die Ägis umlegend 2797.
-Gehurt (auf Putoal) 1724 30 ; 2989.
Athlet, »ich salbend 2881.
Atlas, knieend, die Weltkugel tragend 1814.
als Stützfigur 1995.
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07 Alphabetische« Sachregister (>8
Atta Huche« Weihgeschenk 1799/1800.
Fig. vom . . . 1884/85.
Attis, Kopf 2253.
Attribute durch Kopisten verwechselt 1568.
au» Bronze gearbeitet 1086/90.
schmales Brett ? 2287.
„Aufforderung zum Tanz“ (Kopf der Nymphe)
2153; 2260.
Augen -Sterne graviert 1569; 2014; 2023; 2143;
2288a; 2314 (und Braue); 2315; 2316;
2512; 2529; 2560; 2631; 2734; 2752/53;
2816; 2868; (schwach) 2960/61.
Augapfel, nicht Pupille umrissen 2232 33.
Antik graviert? 2380/81; 2493 96; 2596 98;
2577 (Sp. 33 u.) 2620 21 ; 2636.
Pupille, Punkt (wie Ara pari») 2876 77; leicht
eingetieft 2249 Mitte; angedeutet 2143.
Pupille hohl 1904/05 ; 2545/46.
Augen hohl, Marmor 2419/20; 2432,33;.
2920/22.
Augen hohl, Bronze 1 705 ; 1956 links. 1 957 links.
Pupille hohl, Bronze 2943 44 (Iris ein-
gelassen); 1723; 2029.
Pupille graviert, Bronze 1786/87.
in Silber eingesetzt 1880/82.
eingesetzt (modern) 2330 ; 2331 (Bronze),
nicht gebohrt 2144.
ü berechn ittene« Lid an Grabrel. 4. Jh. 2874.
Augustu», Togastatue 1605.
Kopf (Eichenkranz) VII Sp. 23 t.; 1953 rechts;
2715.
Büste (Sarasin) VII Sp. 32.
Said Marlborough 2058 60.
Aurelius Theodorus, Sarkophag 2100.
M. Aurel. Vitus, Centurio 2939.
Azevedo (Portugal) F. O. (Theater, liegender Silen)
2129,30.
Bacchus, Throne des . . . 2577.
Bacchantin 2763.
bacchische Szenen s. u. Dionysisch.
Bagdad, Provenienz 2596 98.
Bänder, doppelt geknotet in der Hand einer Frau,
unerklärt 2150.
Barbar. Daker 1673,74 (auf Pferde brustschmuck);
knieend 1959.
unterlegene Barbaren in Kampfgruppe
2779 81.
sitzend, auf Clipeus 2939.
Barcelona K. O. 1801.
Basalt, weibl. Kopf, schwarzer B.. falsch? 1732 3'!
Kinderköpfchen, grüner B. 1939.
Nil, Statue 2279.
Basis, dreiseitig neuat tisch 1680,82; 1756/58; 1920?
Fragment; 2218 '20 (Kandelaber); 2469/
2471 ; 2472 74; 2475/77 (Eroten); 2481/83
(Eroten); 2516/18; 2524/26 (Kandelaber);
2534 36 ; 2555 57; 2567/69;
rund VII Sp. 24 v.; 2320 22 (oder Altar?);
mit Porträtfiguren der antoninischen
Familie 2361 '65.
vierseitig 2588/91,
einer Dionysosstatue ? 1752 55.
Teil einer Statuen basis ? 2188; 2195.
Verhüllte (’iste, Unterlage einer Statue?
2204 unten.
au» Bronze mit Palmetten in Silber eingelegt
VII Sp. 22 d.
Bassai, Sima vom Apollontempel 2955.
Baton, Gladiator 2324.
Bccerri, Grenzsteine, Grabmonu mente ? 1704.
Bemalung, Farbspuren rot 1752/56; VII Sp. 22 e;
(Haar); VII Sp. 22h (Haar); VII Sp. 231
(Himation); I960; 2503 07 (Unterschen-
kel); 2508 11 (Athenakopf); 2547 (Mi-
thras-Tunica); 2641:42 (Satyrkopf),
rotbraun 1775.
rosa ii. blau (Terrakotta) 1966.
braungelb, Hintergrund e. Grabrelief» 2958.
Haare durch Bemalung gegeben 1784/85.
Binde, Enden einer Kopfbinde in Bronze angesetzt
1778/84.
um die Mitte des Leibes 1958 recht».
Stirn binde. Dionysos 2513.
jugendl. Kopf mit Stirnbinde 2919; 2920 22.
vorn auf der Stirn geknotet 2411/12.
Haarbinde dreifach, über der Stirn geknotet
2966/69.
Haubenbinde, weibl. Kopf 2413/15.
Binde in weibl. röm. Frisur 1677/78.
Blüten-Kelch, aus dem ein Knabe aufsteigt 1954
rechts.
Bock. Bronzestatuette 1867.
Böckchen, von alter Frau gehalten 1994.
Bordonchio (Rubicon) F. O. 1965.
Bronze, Statuetten: 1956 links/ 1957 links (Apollon);
1722; 1958 links; 2679 ( Athens); 1880/82
(Dionysos); 1954 Mitte 1955 links (Dio-
nysos); 2680 (Eros); 1883 (Herme*); 1940
(Hermes); 1975 links (Pan); 1954 rechts
(Blüte, aus der ein Knabe aufsteigt);
1 773,74 < Lar); 1 955 rechts ( Victoria ) ; 1723
(Jungling);VII $p.22d( behelmter Epheb);
1 956 rechts / 1 957 recht»( nackter J üngling ) ;
1 975 rechtst Sklavenknabe schlafend); 2678
(Reiter); 1717 (Kentaur); 1867 (Bock).
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69
Alphabetisches Sachregister
70
Stierköpfe, altspanbch 1705 07.
Knabenstatue 2783; Schnippchenschlagender
Satyr 2043 44; Münchner Spinnerin
2945 48 (Zukh mmensetzung).
Plakette (von Fibel) mit Sphinx 1954 link«.
•lebte, darauf Mure Ultor, 1958 rechte.
Figürchen von Pferde brustsch muck 1959
(Barbar, zwei röm. Heiter).
Claudius -Kopf 1702.
Römer, Kopf, vergoldet 1959 recht«.
Römischer Wagenlenker, kleine Büste 2020.
Hadrian 2330. Antoninus Pius 2331, modern.
Votivhand 1977/79.
-Kanne 1978.
Zügel au« Bronze an Marmorn* lief eine«
Heiter« 1744.
Brunnenfigur, Pan 1739; 1944 (liegend); Silen
(liegend) 2095.
Aphrodite 1542 ; 2596,98.
Nymphe m. Becken 1910 a.
Dionysos m. Löwen 2009.
Triton 2094.
Knabentorso 2750.
? Elefanten protome 2809/10.
Votivrelief an Silvan, nachträgl. ab Brunnen-
rel. verwendet 2325.
BrunneiiMehmuck 2732.
Brust warzen, hronzemäßig Umrissen 2624 26; 2708;
2885.
Büste, der frühen Kaiserzeit, hellenistisches Por-
trät? 2926 27.
Ulaudiseh mit Untersatz 2357.
Flavisch mit Frauenporträt 1675 76; und
trajanbeh,auf zusammengehörigen Reliefs
2246, 2254; trujanisch 1771; 1951 links;
2006 (Porträt auf Szepter); bekleidet
(Helios) 2444 46.
auf trajaniseheni Grabaltar 2868; weiblich
2814/15.
Hadrianisch 2316; 2986 87 (weiblich als Ar-
temis); 2796 (auf Grabaltar).
Antoninisch 2314; 1655 (Adler an Stelle In-
schrifttafel); 2828 30.
drittes Jahrh. n. Uhr. 2791,92; 2932 ; 2933;
mit Inschrift (T. Stateilio) 1658.
Gew'andschmuck eines Idols 2654.
antik? 2117; zu Meleagerkopf gehörig
? 2499 2502.
modern aus Statue zugeschnitten 1638/40;
2624 26; 2709.
Cfielius, C. Caelius Satuminus 2213.
Calcei s. u. Schuhe.
Cales F. 0. 1734; ? 1746/51; 1752/55; 1772.
Caius Cäsar 2329.
Caliguhi? jugendlich 1926,27.
Caltilier- Porträt« 2246; 2254.
Camillus 2138.
Uampana. ehemals Sammlung C. 1852/54; 1855 56;
1857,58.
-Reliefs 1666.
Camuceini, ehern, in Palazzo C. 1999/2000.
Uanova 2641/42.
Carpi, Kardinal von . . ., ehern. Sammlg. C. 2555/57.
(’astiglion della Pescaia F. O. 2592 93.
Cavaceppi, Silenatatue bei C. 2452,
Uavalleriis. de, Zeichnung männl. Statue Madrid
1585,87.
Marsyas (Agram) 2857/58; Apoll ( Kyrene)
2879.
Ceres, Throne der . . . 2577.
Statue 2842; 2843 ; 2863 64.
Cenro de los Santo» F. O. 1708/13; angeblich F. 0.
1715/16.
Uervetri F. O. (Theater) 2129/30.
Chariten-Gnippe, Frgmte. 2975/78.
Chevrier (Savoyen) F. O. 1880 82.
Chieti F. O. (Umgebung) 2007 08.
Chiton mit geknöpften Halbärmeln 1759; doppelt
mit geknöpften Halbärmeln 2650.
doppelter Frauenchiton 2201; 7 2438; 2743.
doppelt gegürtet, langer Überfall 2508 11.
doppelt gegürtet 2742.
mit Apoptygma 1891.
über den Schenkeln geknöpft. Amazonench.
1906/08 (Fälschung),
durch Kopbtcn hinzugefügt 2840.
Chlaina an der Halsgrube geknüpft 1759.
Chlamys über Stütze geworfen, älter als Hermes
des Praxiteles 1585 87.
über dem Panzer getragen 1744.
über Baumstamm geworfen, getreue Kopie !
1967/69.
Kopistenzutat ? 2012; 2013.
Uiste von Binden umhüllt ? 2204.
Cista mystica, Maskenrelief 2960 61.
auf Dionysosrelief 1752.
Claudius 1762.
Inschr. Tib. Claudio Caesari . . . 1814.
Clipeus mit unbek. Porträt 2353/54; Demosthenes-
porträt 2355,56.
Deckel eines Ossuariums ? 2939.
Cominia Tyche, Grabstein 2937.
Commodua 2361/65.
Contabulatio 2929.
Corneto F. O. VII Sp. 22 e.
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71
72
Alphabetisches Sachregister
Correr, ehern. Samml. 2663 ; 2667; 2072, 73.
Corfcona F. O, 1977-79.
Cumae, Provenienz 2997/98.
Currey, ehern. Samml. VII Sp. 24 x u. y.
Daker 2867.
Da m na t io memoriae 2381/95.
Daphne ? Frgmt. 2199.
Daphnia auf Relief 2367.
Dea Syria VII Sp. 24,25 z1.
Delos ? F. O. 2954.
Demeter 1863 b.
«xler Kore ? Statuette 2284.
und Persephone? auf Rel. 2359.
Statuette 2902.
„Gr. Originalstatuen“ IX Sp. 48 (D. 80,
203, 210, 219).
Demosthenes 2355 56.
Diadem 1781/82; 1505.
mit Efeu u. Weinkranz (Priap) 17£6 87.
besonders eingesetzt 1993,
spitz zulaufend 2735.
Diadtimenos Polyklets 1578 84; 2067.
Diana. Porträt (trajaniach) als I). 2314.
Throne der . . . 2577.
Diomedee, Kopf, variiert 1659/82.
Dionysos Statue, nackt, angelehnt 1527/31; von
Tivoli verwandt 1532 rechts; 1734;
jugendlieh 2137; 2263/65; Statue (bär-
tig) 2282; Statue 2382; Oberteil 2513;
Torso 2134.
Statuette, Bronze 1880 82; 1954 Mitte, 1955
links. Marmor 2262; ? Statuettentorao
2561.
Kopf ( bärtig ) 1 837 118 ; 1 878 ; 2259 ; 2423 24 ;
2811.
Herme (bärtig) 1024/25; Hermenbüste 2234
2235.
Maske auf Maskenrel. 2962 1i3.
sitzend, mit Löwen 2009.
und Satyr, Gruppe 2503/07.
als Kind 2280; Kind von Ziege gesäugt, auf
Maskenrel. 2960 61.
Dionysische Szenen: Relief gef äß (Frgmt.) 1689.
Puteal 1746 51; 2991/94.
runde Basis oder Altar 2320/22.
Maskenrel. 2960 61; 2962 63.
Reliefs 1752/55; 2934; Frgmt. 2031; Terra-
kotta 1966.
Dirskur 2512.
Domitian 2785.
Doppelhcrrac des Apollon VII Sp. 31 b.
Apollon- Herme« 1872,73.
des Eros 2348/50.
Ems- Aphrodite 1646 48.
des Sarapis 2190/91.
Bärtiger-Unbärtiger 1961 62.
zwei archaistische Köpfe 2192 94.
zwei Philosophen 1643/45.
oder Pendants? 2823/25.
Doryphoros des Polyklet 1933/34..
Kopf VII Sp. 40.
Dreifuß, Streit um den delphischen 1). VII
Sp. 24 x.
Drusus Major 1768,70.
Minor 1666 67; 1763/64.
Eber auf Rel. 1699.
Kolossal, vorrömiseh 1704.
Egnatia, Grabrel. -Inschrift 1965.
P. Egnatius Nicephorus. Grabaltar 2940.
Eichenkranz auf Portrat-Kopf (kolossal) 1824.
bei Sarapis 2190/91«
Eirene des Kephisodot 1585/87 ; 2076.
Elefanten- Protome 2809,10.
Eleusinische Gottheiten ? 2359.
Elfenbein-Plakette, eyprisch VII Sp. 22 b.
Epikur 2092 93.
Krinys, Eckfigur eines Orestes- Sarkophage« ? 1946,
1947.
Eros, bogenspannend 1914; 2447; 2514/15; 2533
(Torso).
Statue m. Herakleaattri buten 2268.
Torso 1796; 2997/98 (Centocclle).
Bronzestat uetto (Fackelträger) 2680.
Kopf 1868,69.
Doppelherme 1646,48 (mit Aphrodite);
1901/62; 2348/50*
und Psyche, Frgmt. einer Gruppe 2187 ; 2530.
bei Aphrodite 2015; 2016; 2749.
Stütze einer Narkissoestatuette 2552/53.
Reliefs 1896 (versteckt sieh hinter einer
Maske); 1897 ( Ernten Ihm der Weinernte);
2475,77 ; 2481 83 (Eroten, neuattisehc
Basis); Erotenreliefs 2574; 2577.
? Gefesselter Knabe 2733.
nicht Eros, Knabe mit der Gans 2443.
Eumnehia (Gebäude) 2575.
Eumenidcn schlafend, auf Orestes- Sarkophagen
1697.
Eumolpo« ? 2359.
Kuripides verwandtes Porträt 1658. Herme mit ein-
geritztem Vers aus dem „Alexandroa**
1982 83.
, Eutakto« (Grabstein) 2958.
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73 Alphabetisches Sachregister 74
Fälschung, Porträt. 1069/70; ? 1762 (Claudius);
? 2800/10; *2311; ? 2328; ? 2329 <C.
Caesar); 2330 (Hadrian), 2331 ( Antoninu»
Pius), beide Nachgütwe nach Antiken;
? 2353/54 (inClipeus); 2425 26; 2453;
1783, 2636 (Vitellins); 2645 46.
Köpfe weiblich ? 1732/33; ? 2326/27 (alte
Frau, Porphyr); ? 2386 '88.
? Jugend 1. Krieger, Kopf 2035, 37; ? Sonnen-
gott („Kronos“) VII Sp. 24 z1.
? KalkstciiiHtatucn, iberisch 1715 16.
? Weibl. Gewandstatuette 2843.
Amazone (Statuette) 1906/08.
Terrakotten (.Saminl. Gr£au) 2718.
? Neuattische Reliefs VII Sp. 24 x, y.
Dreiseitige Basis 2472/74; Kandelaberbasia
2524 20.
keine Fälschung 1887,88.
Farbiger Stein: Roter Marmor 1889; 2634 35.
Schwarzer Marmor 2614/15 (Porträt).
Roter u .schwarzer Marmor 227 1 72( Kentaur).
DunkelgTAuer Marmor 2328 (Porträt).
Porphyr 2320 27.
Schwarzer Basalt 2074/75 (Porträt).
Statuen i. vcrsch. farbigem Marmor (Baker)
2807.
Fascee auf Relief 2057.
Faustina die Altere 2315.
die Jüngere (als Venus) 2361 65.
Fayütn, Totenmasken aus . . . VII Sp. 24, 2
Fell als Sattel 1744.
Fels als Sitz 1739; 1752; 1950; 2454 '56.
Ferkel s. u. Schwein.
Fesselung 2733.
Fibel, Brachst, einer F. 1954 links.
Fingerstellung beim Halten von Bogen u. Pfeil
1956 links 1957 links.
Fischer-Knabe 1742 rechts.
Flora, Kopf VII Sp. 22 g.
Florenz, ehern, bei Bildhauer Consani 2691/92.
Flöte, doppeltes Band der Doppelflöte 1687.
Flügel, eingelassene Fl, ? 2506 11.
Schmetterlingsfl. an weibl. Figur 2904.
Flußgott ?Knpf. kolossal 1952.
Fol, Musee Fol. VII Sp. 11,
Formiae F. O. 2368 70.
Fornares (bei Sevilla) F. O. 1816.
Fortunu 1516; 1544 (Idol als Stütze); 2901 ; T2908.
Fransen an weibl. Gewand 1505.
Frascati F. 0. 2701 ; 2707 ; 2755 (Villa Lucidi bei Fr.).
Frejus, F.O. 1850.
Frisur, weiblich: Agrippina ähnlich 1953 links.
Julia Titi 1675/76; Domitia 2868.
Ältere Faustina 2817/18; 2814>r15 („Nest“),
hellenist. Lockentoupet, (griech.-ägypt.).
1593 98.
gedreht© Locken (ägyptisch?) 2293 95.
Löckchen vor den Schläfen bei Isis (archai-
stisch) 2923/24; 1954 links (archaistisch).
Mittelflechte 2104/05.
männlich: Alt-Jonisch 1872 73.
Haarschleifen an der Seite (archaisch)
2070 71.
drei Reihen Buckellöckehen (archaistisch)
1893.
Nackenschopf aufgebunden 1956/57 links u.
rechte. •
Nackenhaar aufgenomnien (bärt. Götterkopf)
2171/12.
neronisch-othonisch ? 1677/78.
des Priap I960.
Kinderfrisur (Zopf i. d. Mitte, hinten über-
gelegt) 1915/16.
Fruehtopfcr 2719.
Füllhorn (Lar) 1773 74.
Gabii F. O. T 2838/37.
Gallier- Kampfe (Reliefs) 1802/07.
Statuetten, (Venedig). Köpfe 2542/43; 2544;
2550/51.
laufend 2894.
Ganymed mit Adler 15419.
Relieffragment 1948.
Kopf 2545.
nicht G. 2273,78.
Geflügel- Händler, Aushängeschild 1866.
Genf F. O. (Rhonebett) VII Sp. 23 n; VII Sp. 24 w.
Germanicus 2807.
Ghezzi. Cavaliere, Zeichnung von . . . 1993, 5.
Giebel- Figur ? 1890 (Terrakotta).
Gigant 1799/1800 (Torso).
GiuNtiniani, ehern. Samml. 2034.
Ara G. 2215/17.
Gladiator. Grabrelief des Baton 2324.
Gludiatorenk&mpfe. Rel. von Chieti 2007/08.
Glykon (Bildhauer) 18841.
Gorgoneion bei Aphrodite ? 2016.
auf Sarkophag 2100.
auf Kreuzbändern (Athena?) 2508/11.
Gortyn F. 0. 2461/64.
Grab- Altar.
2099 ; 2796 (Sextus lVdius Hirrutus); 2868;
2940 (P. Egnatius Nicephorus).
-Gebäude, Fragmente 2007/08.
• Gruppe (Vater und Tochter) 2771.
-Lekythoe 2686.
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75 Alphabetische« Sachregister 7f>
Grab- Relief.
griechisch: 2685 (attisch); IX Sp. 49 (D. 299).
Fragmente 1731; 1865; 2392; 2579; 2874.
sp&tgriechisch : 1745 (hellenistisch); 2573;
2584; 2587; 2665 (Zosimos); 2875 (hel-
lenistisch mit Porträt?)
römisch: 1965 (augusteisch ?) ; 2006 (antoni-
nisch); 2214 Mitte (republikanisch); 2252
(Ritter); 2255 (unpedeutet); 2256 (Lol-
lius Liberalis); 2366 (Fl. Valerianus);
2391 (antoniniwh); 2938 (CV Rubrius
Urban ua).
-Statue.
griechisch: 2089/90 (Ende 5. Jhdt. v. Uhr.);
2402 (4. Jhdt. v. Uhr.).
2046 (Statuette).
2056 (Löwe).
oder Votiv ? 1992.
2863 64 (Porträt als Persephone Mystica).
? Knabe mit Mantel 2982.
-Stein 2937 (Cominia Tyche); 21*58 (Kulak-
tos).
-Stele 2959 (Nikolaus).
Porträt« verschiedener Zeit aus einem Grab
2246, 2254.
Graf, ehern. Saniml. (Totenmasken) VII Sp. 24 z.
Greif, Kopf auf Fascis. 2057.
Grimani, Samml. 2425 26.
Gruppe, Apoll und Daphne ? 2199.
Ares und Aphrodite 2782.
Athamas und Learcho« 21*41/42.
Athena und Marsyas 1554.
Chariten 2975/78.
Eros und Psyche 2187.
Satyr u. Hermaphrodit ? 1738.
Grabgruppe. Vater u. Tochter? 2771.
Kampfgruppe 2779/81.
ungedeutote Statuettengruppe 2227.
von Ildefonso 1588,92.
Gurtung doppelt, unterhalb der Brust u. «iberhalb
der Scham 1533.
hohe Gurtung 1568; 1993 (Sp. 50; Mitte des
4. Jhdt«.); 2402.
tiefe Gurtung 2718 (Strick); 2410 (Schleife
vorn).
breiter Gürtel 2205 (Muse).
Hadrian 2330, Bronze, modern.
nicht H. 2361/65.
Haller, K. von . . Erwerbungen Hallers ? 2954; 2955.
Hand, rechte H., «Irei Finger ausgestreckt, als Votiv
1977/79.
Harpokrates 2516/18.
Heemakerk, Statue von H. gezeichnet 2296/98.
Helios, Kopf 1614/15; 2257.
Büste 2444/46.
Hekate (Hekateion) 2559.
Helena von Pari« entführt? 2585/86 (Rel.).
Helm, attisch in Form einer phiygizchen Mütze mit
Volutenkrempe 2035/37.
Wagenlenkerhelm 2029.
I Herakles, Farnese 1548; 1886 (Torso); 2775/77;
2793 (verwandt).
Lansdownc, Motiv de«, 2886 (Statuette);
Kopf 1619/20 (Efeukranz); 1628/29 (ko-
lossal); 2001/02; 2618/19 (nahestehend).
Ludovisi- Herme verwandt, Statuette 1721.
Bronze- Herakles de« Vatikan« verwandt
2225; 2847 51.
Statuen 2706; 2891.
Torso 2693.
Statuette 2262 b.
Köpfe 1545 47 («kopaaiach. Reif im Haar);
2097; 260304; 2985 b (Statuettenkopf,
jugendlich).
Herme 1889; 2730 (Hüftherme).
als Kind 1852/54; 2164 (Kopf),
als Porträt 2734 (Statue); 1630.
? auf neuattischer Basis 1681.
-Taten, Rel. 2188; (Ara) 2215/17.
und Omphale 2572 (Relief),
in Theaterscene 2366.
ithyphallisch 2730.
Throne des H. ? 2577.
-Knoten 2138; 2204 unten.
Hermaphrodit, Gruppe s. u. Satyr.
? oder Aphrodite 2289/90.
Statue 2383/85.
au» Symplegma mit Silen 2562.
Hermarch 2092/93.
Herme, Euripides 1982/83.
Grieche 1980/81; 2159/60 (bärtig); 1654
(birtig).
Römer 1984/85 (ungleiche Schultern); 1777
(auf Aschenuvne).
Apollon 2167/68. Pendant zu 2165/66; Replik
von letzterer 2179/80.
Dionysos 2234 35 (Hermenbüste); 1624 25
(archaisierend).
Priap 1786/87; 1960 (beidemal Schaft be-
kleidet).
Bacchische Hermen 2202/03 (aus Blättern
aufwachsend).
Jüngling 2181 82; 2236 37 ( Hermen büste).
Bärtig 2183.85 (archaisierend); 1527/31
(Stütze einer Dionysoastatue); 1585/87;
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77 Alphabet isohes
1650/57 (». auch 2165/66» 2169 70);
1649/50; 1651/52.
Hüftherme 2730 ( Hei akles); 2200 (Böokchcn-
tragender Satyr).
Doppclfigur männl. -weiblich. mit den Beinen
in H. übergehend 1973 74.
a. auch u. Doppelherme.
Herrn«» Ludovisi 2110/11.
mit myroniacker Haarbehandlung, Kopf mit
Fl ügeln 1 655 56.
dea Naukyde« ? 2855,56.
Polykletisoh 2012 (Statue);
Köpfe 1870 71; 2683/64.
Propylaioa 1872 73 ; 2021.
Rronzestatuetten 1883; 1940.
als Kind 1915 lß(Kopf mit Flügeln); 2247 48;
2688/8».
Maske 2656 (bärtig).
auf Oscillum 2995 rechte 96 links.
Hermippos- Maske 1 894 95.
Himation-Statue 2019 (Römer).
•Statuette 26645.
Hirt 1898 (Statuette*).
Honoe 2361/65.
Hope, fälschlich als in Sannnl. H. befindlich be-
zeichnet (Asklepios-Statue) 2789.
Höre, Statue 2438; 2909 (FrühÜngshore ?).
schreitend, auf Rel. 2964.
Huetor ( Granada) F. O. 1759.
Humboldt, W. v. 1724 30; 2975/78; 2980 8| (Sonett
an eine Musenstatue); 2988; 2991/94.
Frau v. H. 2f»90.
Hund, unterm Stuhle einer Sitzstatue 2089 IM).
oder Wolfskopf, Pmcmbolion eines Schiffes
2936.
auf Orabrel. 2959.
Hygieia 1828; 2897 (Hope); Statuette IX Sp. 49
(I). 313).
Hyginoe, Grabstein 2665.
Hymenaeus 2100.
Hypnos 1549/50 (Madrid); 1570,71 (verwandter j
Kopf).
Sehlafgott? 1599/1601.
als Grabfigur 1775.
Jacques. Pierre, von ihm gezeichnet 2726; 2789.
Ianiskos der AsklepUdc ? 1918 < KnuU* in. der Gans).
Idol, weibl. archaistisch 1588 92 (Gruppe von llde-
fonso); 2527 (Attribut einer Frauen-
statuette).
2654.
Inschrift, -tafcl 2355 56 (Clipeus m. Porträt),
republikanischer "Zeit 2936.
Sachregister 78
Grabinschr., pansche Formel 2958.
auf Replik der kleinen H ereu lanenserin 2449.
V’ erseht »I len 2588 /9 1 .
Io mit Isis verbunden 1616'18.
Iphigeneia, Entführung der ? 2585/86.
Isis 1616 18; 2516 18; ? 2594 95 ; 2895.
auf ihren und Sarapiskult bezüglich ? 1698.
den Horus säugend, iberisch 1715.
-Priesterin 2400.
Italica (bei Sevilla) F. O. 1738; 1739; 1810; 1811;
1812; 1813; 1815; 1819; 1820 recht«;
1821; 1822 u. 1823 zusammen.
Julian, Apostata, sogen. 1671/72.
Juno von Lanuviiim 2361 65.
Pronuba 2033.
Römerin als J. 2659,60.
Juppiter. Throne des . . . 2577.
Kulathna-artiger Aufsatz 2293 95 {Mädehensta-
tuette).
auf dem Kopf de« Heros eines Totenmahls
2957.
Kalathiskostänzcrin 2318 19 (Puteal); 2577
(auf Reliefs).
Kalkstein-Skulpturen, spanisch 1708 13.
.Stier mit Menschenkopf, iberisch. 1714 (Rel.);
17 15; 16 (zwei iberische Statuen).
Totenmahlrel. 2957.
Kandela ber- U ntersatz 2935.
Kanne 1976 (Bronze).
Karneades, fälschlich sogen. 1654.
Karyatide 2457 ; 2461 64 ; 2786 87 (weibl. Pfepktt-
figur).
Kentaur 1717 (Bronze-Statuette).
1743 (auf Tischfuß).
trophäentragend 1821 (auf Panzerstatue),
raubt Nymphe VII Sp. 22 a.
jugendlich 2271 72.
Kentaurenkämpfe 1694 96 (auf Rel.- Gefäß,
neuattiseh); 2195 (Rel.-Frgmt.).
Kentaurenrel. 2581.
Kerberos 2770 (mit Sarapis).
Kindc*rköpfchen 1632; 2773 74; 1939 (grüner
Basalt).
-gruppe 2197 (Frgmt.).
Kluft-ähnliche Frisur 1862 a (Frauenkopf).
K lenze, Leo von 2957 ; 2960 61.
KJeobuloe-Stat uette 2925.
Kleoinenes. Thespiaden 1568.
K line 2938 ( Seitenlehnen endigen in Menschenfüßen).
Kniendes Mädchen 2047 (Statuette).
Knabe im Mantel 2726; 2723; 2756; 2949 (Tcles-
phoroe); 2982 (Torso).
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79 Alphabetisches Sachregister 80
gefesselt 2733.
mit Vogel spielend 2739.
Statue 2783 (Bronze); 2886 89.
Torso 2892.
Koffer. Mann hebt (jewand aus K. ? 2995 rechts/
2996 links.
Koloesal-Stntue 2789 (Asklepios); 1517 20 (Posei-
don); 2867 (Daker, doppelt lebensgroß);
weiblich 1553; 2898; 2478/80 (Unterteil
einer Sitzstatue).
1765 67 (Sitzstatue, Tiberius).
2548 (Vorderteil eines Statuenfußes).
1996 (Reiterstatue, Fragmt).
Kolossal- Kopf, Satyr 2712; 2599/2600.
2641/42 (Nymphe); 2738,40 (weibl.).
1824 (Scipio Afr. Major?); 1763/64 (Drusus
Minor); 1822 (Trajan).
2808 (Konstantin II.. dreifach lebensgroß).
Kopf, besonders eingesetzt 1736; 1737; 1765/67;
1793; 1798 (Muse); 2108/09 (nackte
Statue); 2118 (mit Dübel); 2731 (Brust-
bild); 2878 (Muse, Statuettentorao).
zum Einsetzen gearbeitet:
Roma 1970/72; Athen« 2022,
Zeus 1850 ; 2302 03; Weibl. 2048 49. 2.
Porträt: 1760/61; 1763 64; 1820 rechts; 1824
(kolossal); 2003/04 (für Togastatue).
Oberkopf, besonders gearbeitet, Stockung
2273/78.
aus Statue modern zurechtgeschnitten ? 1951
rechts.
Kopie nach Bronze 1568; 2135/36; 2266 (antoni-
nisch); 2273/78.
hellenistisch ? 1884/85.
Erste Kaiserzeit ? 2302 03.
Hadrianisch (oder antoninisch ? Spiralförmig
geriefelter Puntello) 1986 90; ? 2263/65;
2268; 2545 46.
Antoninisch (2. 3h. n. Uhr.) 1569; 2157/58;
2232 33 ; 2730 ; 2733 ; 2738/40 (oder Er-
findung?); 2843 ; 2912/13 (Apoll von
Mantua); 2916; 2985a; 2488/90 (Capitol.
Aphrodite).
Späte Kopie 2262 b.
«Hier Erfindungen? 2267.
ungenau 2084 86 ( Frauenstatue als Porträt);
2343. 44 (Große Hcrkulanenserin als Por-
trät); 2720/21 (Kassler Apoll, verein-
facht); 2975/78 (Charitengruppe); 2179
2180; 2242 43 (umstilisiert).
verkleinert 2775/77 (auf Lebensgröße); 2802
2803 („Anchirrhoe“ zusammen mit
Statuettenformat); 2983a (Apollo Ly*
keios, Statuettenkopf),
im Gegensinne 1688 ; 217576; 2234 35;
2259; 2545/46; 2745 ; 2747/48; 2914 15, 4;
2943 44 (Schnippchen -schlagender Satyr).
Zutaten und Veränderungen 2339 (Athen«
Inre Bl. Hall ohne Agis); 2461 64 (Maske,
Zutat); 2024 26 (Asklepios mit Wulst-
binde); 2714 (Meleager); 2766 (Schild bei
Athenastatue); 2751 (Dresdener Artemis
als Athena); 2855 56 (Widder u. Ohlarays
an Hermesstatue); 2897 (Schlange bei
Hygieia Hope),
paarweise kopiert 2726.
Kora 1588 92; 1909; 2087.
Kaub der K. 2979 oben (Kindersarkophag).
Kottaboy, von Satyr gespielt ? 1688.
Kranz, Lorbeer 1558/60 (mit Stirnbinde); 2006 (Sp.
57; mit Edelstein); 2634 35.
Akanthus 1889; Eiche VT I Sp. 23 t; Pinien?
1993,3 (in Marmor angestückt); Mar-
geriten? 2823 2825; Palmetten 177374
(Lar); Efeu u. Wein 1786/87.
oder Diadem? angestückt 1760/61 (Porträt),
aus Metall zugesetzt 1768/70; mit Meta 11-
stiften 2920 22.
teils Marmor, teil» Bronze? 1621 23.
2361 65 (Porträt).
Kreuzbänder«, d. Rücken weibl. Gewandstatue 1533.
Schnüre kreuzweise gebunden 2074 (weibl.
Figur in kurzem Poplos).
2508/11,
I Kronos, vom Typ des . gefälscht VII Sp. 24 zl.
Kybole, Kopf? VII Sp. 23 n.
Statuette, sitzend VII Sp. 31 a.
oder Stadtgöttin? 2189; 2627/28.
auf springendem Löwen 2345/47.
Lagobolon 11444; 2962/63.
Las Cabezas de San Juan (bei Sevilla) F. ö. 1814.
| Laokoon 1887/88.
I I>ar, Bronzestatuette 1773/74.
Laren in lYozession 2231.
Storta (bei Rom) F. O. 2974.
Lebensgröße bei Statuen 1993 (Sp. 51).
Lada 1551 ; IX Sp.48 (D. 202); 2695/97 (verwandt);
2755.
-Nemesis 2703.
Legatus juridicus Asturiae . . . 2796
Lentini (Sizilien)? Provenienz VII Sp. 24 zl.
Leopardenfell als Pferdeschmuck 2807.
„Polyhymnia“, Statuetten); 2878 (Muse, Liegefalten 1736.
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81
Alphabot -fache* Sachregister
82
Ligorio, Pirro. Fundangabendes P. L. 1568 (Madrider
Musen); 2634/35.
Lionardo da Vinci 2645.-46.
Id via ? 1768/70.
Logras (Ain) F. O. 1883.
Lollius Liberal», Grabrel. 2256.
Uwe 11176 ( Bronzekannenhenkel); 2035/37 (aal
Helm); 2056 Statue.
lyöucn-Kupf 2057 (auf Pasee*).
• Fell 1783; 1788 (Muse).
-Klauen 2835 (Gerätefüße).
-Füße 1768 70 (Sessel); 200«.
Lucilla 2361/65.
Ludovisi, Villa F. 0. 1875.
Lykurgos 1872/73 (lnschr. auf Sockel).
Lyra« Sehildkrötenleier in St ierhörner endigend 1563.
Mänade 1738 (tanzend); 1883 (oder Muse? Sp. 4«;
8p. 50); 2338; 2373 75.
auf Relief 1683 86 (neuattisch); 1687. 1688
(mit Satyr).
? Fragment 1742 links.
Mainz, Umgebung F. O. 1040.
Mantua, Grabmal Pietro Strozzi 2461 64.
Marcus Aurel ins 2361.65.
Mars, Ultor Capitolinus 1858 recht«.
Marevas, aufgehängt 2270.
von Agram 2857/58.
Kopf 2767/68.
von Sarkophag? 1741.
Martigny (Wallis) F. ü. 1004 '05.
Masken 2461 64; 2521; 2571; 2862 63.
als Oscillum 1884 85.
Maskenrelief (doppelseitig) 2960,61; dort
auch über Weihung von Masken durch
Schauspieler.
Rest einer M.. nicht Aspergillum 2205.
Mattei, ehern. Sam ml. 2653; 2864.
Mauerkrone 2188; 2627,28.
oder Mixlius 2345 47.
Medaillon, Kopf zum Einlassen in M. gearbeitet
? 2304.
von zwei Schlangen gehalten (Hals- u. Arm-
reifen eine« Gladiators) 2324.
Meleager, Statue 2714.
Kopf (Büste) 7 2488 2502.
Menander, Kopf 1842 43.
Mercur, Altar 2845/46.
Meritla (Spanien )F.0. 1760 61; 1 oder Italien ? 1776.
Meßpunkt am Kinn 1570 71.
Metopen ? 1752/55.
Frgmt. 2051.
Minos, ein Fruchtopfer bringend? 2718.
M Uhras, Kopf 2248 Mitte,
mit Stier 2547.
Möbel- Schmuck oder Votiv? 2028.
Trapezophor 2317.
Miküum VII Sp. 24 zl (mit Strahlen); 2288 a;
2302 -03 ; 28 1 7 ( Sch muck : Zweig u . Ä hren).
Moiren 2980 (Re).).
Molin, ehern. Samml. 2647 links u. rechts; 2648 links
u. rechts; 2654 ; 2655; 2656; 2659 60;
2666 ; 2668 69; 2670/71; 2674/75.
Montecelio (Comiculum) F. 0. 2018.
Montfauoon 2843.
Montpellier, Umgegend F. O. 1859 60.
Mora del Rio (Cordoba) F. O. 177374.
Moroeini. ehern. Samml. 2650; 2651 ; 2652; 2657 58;
2661 62; 2665 (Pal. Sagredo-M ).
Mosaik 2681 (Villa am Meercsstrand).
Musen, sogen. Anchirrboe 2651; 2802 03 ; 2980 81.
Euterpe 2841.
Polyhymnia 1532 links; 1558 (Sp. 16);
1983, 4; 2794;
rtcenische Muse 2205.
Statue 1556 (Frgmt.). 1798:2461/64; 2790;
2865.
Statuette 2300 ; 2878.
Gruppe 1532 (Vatikan); 1556 -1568 (Ma-
drid); 1568 (Frankfurt).
Gruppe im Tempel des Herkules Musarum
(aus Ambrakia) 1993 (Sp. 51).
Gruppe des Philiskos 2652 (nicht von Ph.);
IX Sp. 48 (D. 230).
Unterscheidung d. M. Erfindung helleni-
stischer Zeit 1568.
oder Mänade? 1993.
Nadel, zum Heften des Gewände* auf der Schulter
1817.
Narkissos 1602.
polykletisch 2709; 2880.
2552/53 Statuette.
Neapel, Herkunft 2033.
Nebris, Luchskopf ? 1759 (Frauenstatue)
2031 (Bacchantin).
2096; 2798 (Artemis).
Nemesis ? auf Weltkugel stehend 2965.
Neptun, Throne des . . . 2577.
Nereide 2185 (auf Seedrachen).
2454/56 (auf Delphin).
Nettuno F. 0. 2345/47.
Nero VII Sp. 23 (Büste),
als Kind 2312.
Nike, archaisch (in Paroa) 2395 98.
2403/05; 2508 ‘11 (oder Nemesis?).
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83 Alphabetisches »Sachregister 84
Nike, 2554 (Statuette).
•ähnlicher Typus 2065.
Nikolaos, Grabstele des . . . 2059
Nil, Statue 227» (Basalt); 2330.
Nimes F. O. 1801; ]862; 1864.
Nymphe, Beckenträgerin 1010 a ; 2754 ; 2153 (Kopf),
mit Muschel 2746.
Kolosaalkopf 2641,42.
Odcscalchi, ehern. Samml. 1086/00; 200» (Pul ).
Odysseus 2510/20 (Statuettenkopf).
unter dem Widder 2281.
Ohren als Votiv 2733.
Omphaloe bei Asklepios 2532.
Orange F. O. (Theater) 1804/05.
Orestes- Sarkophage 194647.
Ornament, ncuattisch 2218 20.
Oscillum 1804/05; 2005 links 2006 recht«; 2005
recht«. 2006 links.
Ouero (bei Pola) K. O. 2457.
Ostia F. O. 1538; VII Sp. 22 d; 2245; 224» Mitte;
2250/61.
Pacetti (Bildhauer) 2780.
Paestum F. O. 1765/67; 1768/70.
Pnlaimon 2802.
Palombara, aus Villa P. 1724/30 (Moirenrel.),
Pan 2154/55 (Coasutitu).
»Statuette 1075 links (Bronze, ochsenähnl.
Kopf); 2648 links u. rechts.
Brunnenfigur 173»; 1044 (liegend).
Kopf 1045.
auf Relief 2535 (mit »Schweinsfell); 2060/61
(gefesselt).
auf Daphnis lauernd 2367.
Paniske 2121 22 (Kopf).
Panther- Fell 1009/2000; 2000; 2200.
Pantherin bei Eumolpoe ? 235».
Panzer- Statue 1606.
Schuppenpanzer 2807 (der Prätorianer ?).
Paris 2764.
Kopf mit phrvgischcr Haube 2860/70.
Pan» F. O. 2305 98; 1 2954; ? *2058.
Parthenon, Ostgiebel 1724/30.
Paaquino- Gruppe, Repl. de« Menelaos ? 1884 85.
Pedius, Sextus P. Hirrutu» 2706 (Grabaltar).
Pentheus, Agaue mit Kopf de« P. 2536.
Peplo« kurz, «eitlich ganz geachtamen, kurze«
Apoptygma 2074.
•Figur, weibl. 2786/87.
Pera F. O. 2461 64 (Sp. 12).
Pergamon, Athena de« Altars 1724/30.
Periboetos siehe u. Satyr.
Persephone ? 2047 (kniende« blumenpfliiekende«
Mädchen).
t 2861/62 (Urbild der Urania Vatikan).
2863/64 P. Mystica als Porträt« tatue (Typ
Urania Vatikan).
Perser, knieend als Stützfigur 1603.
Personifikation des Senatus 2100; der Virtus
T 2779,81.
Perspektive 2367.
Petasoe, Kopistenzutat ? 2110/11.
Pfeiler mit Resten eine« Tieres 1745 (hellenistisches
Grabfel.).
1814 in Form eines Baumstammes?
Pferd (auf gr. Rel.) 2005: Kopf (auf röm. Rel.) 2034.
Pferdebrustechmuek 1050.
Phallo«, in Tclesphorusfigürchen vereteckt 2949.
Platanen 1897 (hellenist. Rel.).
Plinthe. antik 2461 64; 2503 07 ; 2544; 2775/77.
rund, profiliert 1533.
vorn profiliert 1734; antik profiliert ? 2484.
im Umriß der Figur 1814.
Hadrianisch-Antoninisch 2552/53 ; 2. Jhdt.
n. Uhr. 2330; 2715.
oval 2866.
mit Inschrift 244» (kl, Herkulanenserin).
zum Kinlassen in PI. 294».
Politur des Marmore, modern 2542/43 ; 2544;
2550/51.
Polyhymnia s. u. Musen.
' Polyphem u. Galathea ? 2732.
Pompeji F. O. 2802/03.
2960/61 (Maakenrel. in der Caaa degli amo-
rini).
Pompejus 2637/38 ; 2847/51 ( Pompejustheater).
Popa 2033.
Porta, Giambatt. della, ehern. Samml. 2735; 2746;
2734; 2782; 2783 ; 2785; 7 2807; 7 2808;
2847/51; X Sp. «0, J, 2844 82.
Porträt, griechisch.
Solon T 2368/70.
Anakreon 2380/81.
»Sophokles als Greis 271».
Euripide8 1982 83 (Herme); verwandt 1658.
Demosthene« 2355/56 (in Clipeus); Zeit de«
D. 1653 (bärtig).
zwischen Demosthenes u. Hermarch 2859/60.
Epikur 2092/93 (Statue).
Mcnander 1842/43.
4. Jhdt. v. Uhr. 1 2670/71 (bärtig) ? X,
Sp. 59, 2834 w (Philosoph),
hellenistisch 1654 (Herme, bärtig) ? 2614/15
(Jüngling); 72631 (Ende 2. Jhdt., bärtig);
2875 (3. Jhdt., Rel. -Kopf).
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% Alphabetisches Sachregister Rß
mil>ckunnter Grieche 1844/45; 1980 81
(Herme); 2159 60 (bärtig); 2353/54 (in
Clipeus); 2871 (bärtig).
1643/45 (Doppellierme, Philosophen).
Statuette, sitzend 1610; 2925.
Griech. -Ägyptisch, mann). Kopf 2672 73.
Perser ? mit Kopftuch 2926 27.
Weib!. Köpfe 2352; IX Sp. 48.
oder Fälschung nach Heraklestyp ? 17(81 01.
röm isch ( Re puh lik )
1669 70 (gefälscht); ? 1824 (koloesal, Eichen*
kränz); 1864; 1901/02; 1928 30 (bärtig);
2027 28; 2100; 2308 ; 2309 10 (Por-
phyr); 2674 75 (BaaaK); 2819 20.
Togastatue 2019.
(Übergang in die Kaiserzeit)
Fori pejus 2037 38; 1928/30 (bärtig, S. Pom-
pe jus ähnlich).
Caesar ähnlich 2328 (dunkelgrauer Marmor);
VII Sp. 40.
2003/04 (Velatus); 2564 /«5.
Römerin. Statue 2133.
( Anfang der Kaiser zeit)
1703 (Büste); 1820 rechts (Kahlkopf); 1941
1943 (Knabe).
2311 (echt ?).
Idealisiertes Frauenporträt ? 2095 97.
( Augustei sch-Claudisch)
August US 1605 (Togatus); VII, Sp. 23 t;
VII Sp. 32; 1953 recht«; 2715.
1926/27 (G. oder L. Caesar?); 2329 (falsch ?).
Tiberius 1765 67.
Drusus Minor 1606 67; 1763 64.
Claudius 1762 (falsch?).
Nero VII Sp. 23 r; 2312 (als Kind),
unbekannt 1663 64; 1668; 1903 (heroisch).
1967 69(); 2399 ; 24<Ml (Togatus); 2838 30
(Tt»gat»ui).
2930 31; 2950 53 (Frgmt.).
Knaben 1783; 2676 77; 2986 87 («»der Fla-
visch ?).
2757 59 Kin<lerportrit (Zeit der Menelaos-
gruppe).
weiblich: Livia? 1768 70 (Sitzstatue).
Agrippina ? 1607/09; Agrippina ähnlich
1953 links; 2491; 2813.
2357 (Büste) 2012 13.
2695 97 ( idealisiert ).
(Fla\'isch)
1760 61 ; 1823 (Statue, Nerva ?); 1922/23;
T2145; ?2161 (Velatus); 2246 (Caltilier);
2785 (Domitian); 287677 (Zeit des
Domitian); 2929.
Vitellius (modern) 1783; 2636.
weiblich 1675/76 (Frisur der .Julia Titi);
1677/78 (neronisch-othonisch); 286S (auf
Grnbaltar, Domitia-ähnlich).
(Trajatmch)
Trajan 1822; 2467/68.
unbekannt 2006 (Büste auf Szepter); 2254
(Caltilier); 2313; 2835 37.
2868 (auf GrabultAr).
Knaben 1771; 2771.
1073 74 (Daker).
weiblich: 2245 (Statue); 2314 (als Mond-
göttin); 2484 ; 2528 ; 2724.
2572 (auf Rel. als < Imphaie).
(Hadr ionisch)
2330 (moderner Bronzekopf), Hadrian.
1588/92 (Antinous).
S. Pedius Hirrutus (Grabaltar) 2796.
? 2143; 2453.
weiblich: Ältere Faustina 2315; ? 2817 18.
Zeit der Ä. F. 1859/60; 2549.
2814 15 ( trojanische Büste).
Mädchen als Artemis 2986 87 (Büste).
Römisch (2. Jhdt. n. Chr.)
Antoninus Pius (Bronze, modern) 2331.
L. Verus 1772 (Togastatue); VII Sp. 23»;
Porträts der Antoninischen Familie 2361/65
(auf runder Basis).
unbekannt 1030 (als Herakles); 1665 ; 2144
(Arzt); 2435 Mitte; X Sp. 59, 2811/15 y
(Zeit Commodus).
Grabreliefs 2256 (Isdlius Liberal»); 2391.
1071/72 (Ende 2. Jhdt.).
2783 (Knabe, Bronze-Statue),
weiblich: 1826; 1827 (antik?); 2832 33
(Jüngere Faustina).
Römisch (3. Jhdt . und später )
Alexander Severus 2791 92 (Büste),
unbekannt 1924/25; 1931/32; 2343/44;
2698 99 (Zeit de« Galliern»); 2734 (als
Herakles); 2816 (Zeit de» Caracalla);
2826 27; 2872/73 (Zeit des Trajanus
Decius); X Sp. 59. 2834 A.
2358 (Togatus).
2366 (Grabrelief).
auf Sarkophag 2100; 2581 (als Apollon und
Dionysos),
auf Signum 2123.
weiblich : 27 1 6 ( Zeit der J ulia Mammäa ) ; 2806
(Zeit der Julia Dom na); 2821 22 (Didia
Clara ?); 2842 (Zeit der Otacilin 7); 2316;
2343/44 ; 2911; 2932 (um 220); 2933 (um
240).
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R7 Alphabetische» Sachregister 88
(4. Jhdl. n. Chr.)
Konstantin II. T 2BU8 (koloesal).
G. Caelius Satuminus 2213.
Römisch (nich1 genauer fixiert)
1846/47 (Kahlkopf); VII Sp. 23 p (bärtig).
2425/26 (Pastircio); ? 2702 (Torso); ? 2705
(Torso).
1884/85 (Herme).
weiblich 1899/1000 (hellenistisch ?); 2050 00
(als Juno).
Porträt statuen
2710 (Sitztorso); 2713; 2928 (Gewandstatue,
Grieche römischer Zeit ?).
. Ältere Statuen zu Porträts verwendet
2058/60 ( polykletisch 7 ) ; 2882 84 (Art» Bor-
ghese); 2855 56 (Hermes Kichelieu, au-
gusteisch).
weiblich: 2419/20 Sogen. Aspasia (antoni
nisch); 2337 (Statue strengen Stils);
2340/41 (Statue, 4. Jhdt. v. Chr.).
umgearbeitete Statuen 2806 (weiblich, Kopf
Zeit der Julia I)omna); 2710(weibl., ura-
gearb. in der Zeit der Julia Mammäa?)
Poseidon 1517/20 (kolossal).
Praetorianer ? 2807.
Priap, Statuenfragment X Sp. HO J; 2844/62.
Statuette 1892; Kopf 2040/41; 2249 links.
Herme, archaistisch 1786/87; 1960.
auf Maskcnrelief 2960 61 ; 2962/63.
lViester, Ägyptisch 2634/35 (Büste),
oder Dichter ? 2698/99.
Orientalische Priesterin ? 2655
Prise us, Licinius 1517 20.
Prozession 2231 (röm. Reh).
Prometheus 2989 (Reh).
Protome 2809/10 (Elefant).
Provineia auf ri'»m. hist. Reh ? 1819.
Psyche ? 2965.
Pudicitia, sogen. 2863/64.
Puteal mit baoe loschen Szenen 1690/93 ; 2991/94.
K alat b isk» istänzerin ne n 23 18/1 9.
? Athenagehurt 1724/30,
Pyramides 2956.
Pythagoras von Rhegion 1593/98 (Libys puer tenens
tabellam).
Quirinus 1627 (Maske).
Rath, ehern. Musee R. VII Sp. 11.
Rauch, ergänzt von R. 2990.
Ravenna F. O. 2574; 2577.
Reh-Fell 1993,3.
Reiter-Statue 1996 (kolossal).
Relief mit architektonischer Umrahmung, nicht
Sarkophag 2188; 2195.
Sepulkral, nicht Sarkophag 2572.
-Hintergrund nur bis zum Knie der Figuren
ausgearbeitet 2227.
-Gefäüe 1694 96 (eiförmig, mit Kentauren-
kämpf); 1689 (Frgmt.); 2805 rechts
(Frgmt.).
Rhegion F. O. 2048.49 (Terrakottafigur).
Rhyton 2957 (auf Totenraahlrel.).
Rimini F. O. 1956 rechta/1987 rechts.
Rolle in der Hand gehalten ? 2958 (heilenist. Grab-
roh); 2100; 1568 (Muse mit R.); 2366.
Rollus (Provinz Murcia, Spanien) F. O. 1717.
Rom F. O.
1911/13 (Untergrund des Laterans); 1993,4
(Platz innerhalb Porta Maggiore*);
2t 44. 2045 (Nähe de« Janus Quadrifron»,
via Bucimazza ; T urm der Winde ? ) ; 2292
(Carac&llathermen) ; 2750 (via Nomen-
tana); 2847 51 (Palatin; Pompejuathe-
ater); 2980/81 (Nähe von Ponte Molle);
2990, 29(4 (Villa Palombara).
Herkunft 1868/69; 1889, 2003/04, 2050 (Es-
quilin); 1891, VII Sp. 23, 1 (via Urbana);
VII Sp. 24,2» (Janiculum); 1893 (Pollak).
1906/08 (Gärten des Sallust. falsche
Provenienz- Angabe).
ehemals Villa Albani 2960 61, 2962/63; Pa-
lazzo Altemps 2013; Hof de« Collegio
Nazarcno 2009; Villa Doria Pamphili
2267; Villa Papa Giulio 2857 58 (Marsyas
von Agram, gezeichnet von Cavalieri»);
Pah Rondanini 2988. 2889; Kirche San
Calisto (Trastevere) 2991 94; Pah Va-
lentini 1909; Pah Venezia (Gir. Zulian)
2478/80; Pah Vidoni 2014. 2017.
au« den Magazinen de« Konservatorenpa-
laste* 2811, 2855/56; Magazin bei dem
Pontanone der Acqua Paola 2809/10.
au» Rom oder Florenz 1 2299/3000.
Roma, Kopf 1970/72.
1848/49 (kolossal).
Rondanini, aus Pa). R. an W. von Humboldt ver-
kauft 1724/30 (Reh-Frgmt.).
Roaao antico 2280 ( Dionyaoekind) .
Rubrius, C. R. Urbanus 2938 (Grabreh).
Salbcr 2881 (polykletisch ?).
Samos 2664.
Sarapis 1917; 2770 (mit Kerbero«).
Kopf 2186; 2668/69; 2917.
Büste 1951 link».
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89
Alphabetisches Sachregister
90
Doppelhcrme 219091.
? 2302 03.
Sardinien F. O. 1970 72.
Sarkophag, Klazomcnisch VII Sp. 22 a.
Hellenistisch 1897.
Fragmente VII Sp. 31 o; 2033 (Hochzeits>S.).
2156 (Selbstmord der Althaia).
2804 oben links (von Ph&dra-S. ?).
2804 unten links; 2805 Mitte.
2979 oben (Kinder-S.).
2100 (Hochzoitad&retellung); 2214 oben (Kin-
der- S.).
Nebenseiten 2578, 2583 (Kinder- 8.).
2585.86; 2719 (Pasiphae-S.).
-Deckel 2804 oben recht«.
Karyatiden an S. 2461/64.
Sepulkralrel. nicht S. 2572.
Sassoferrato (Sentinum) F. O. ? 1996.
Saturn, Throne des . . . 2577.
Satyr, ausnihend ( Periboetoe) 1572; 1584/87;
2852; X Sp, 60 /*; X Sp. 6t» H.
Böekchcn tragend 1570/71; 2200.
das Dionysoskind auf den Schultern tragend
1570 71 ; Schnippchen schlagend 2943 44.
mit Schlauch 1740.
mit Hermaphrodit 1738.
Statuen 2712 (kolossal); 27)7.
mit gekreuztem Beinen, Kopfrepl. 243 » 37.
auf Delphin reitend, 2761/62.
Kopf 1921 (lachend); 2131 32; 2599/2600
(kolossal).
-Mädchen, Kopf 2149.
auf Relief mit Mänade 1687, 1688; auf den
Fußspitzen gehend 1756; »ein Schwänz-
chen haschend 2032; mit FruchtachQuel
2534.
kelternde S. 2382.
tanzend 2962 63 (Relief),
oder Pan? 2571 (Maske).
Scheitelflechte (an jugendlich-männl. Köpfen) 1775.
Schiff (röra.- republikanisches Rel.) 2936.
Schlange 2945/48, Athena mit Sch.
2957 (auf Toten mahlrcl.).
Schuhe, griechisch 2323.
Halbstiefel (hellenistische« Grobrel.) 2584.
Jagdstiefelähnlich, mit Löwenfell 2783.
an einer Göttin (Münchner Spinnerin)
2945 48.
Schulterband von Kopisten weggelassen 2124.
Schwan, Attribut 2289/90.
Schwein, Opfertier 1735; 1993 (VII Sp. 46) Ferkel-
feil und Ferkel.
Schweins-Fell um den Kopf einer Karyatide 1999
2000; bei Artemis 2014, 2742; an Stamm
Aufgehängt 2493/96.
Schwinge mit Phallos 2240.
Scipio, Africanus Major ? 1824 (Porträt).
fälschlich sogen. 1846 47; 2634 35.
Selene, Statuette 1891.
Senat us personifiziert 2100.
Sessel (Seils curulis?) 2006.
Sette Bassi F. 0. 1993, 2.
Sierre (Wallis) F. O. 1867.
Sichelschwert (mit andern Waffen) auf CUpeua 2939.
Signum der Praetorianer 2123.
Silen mit Bacchuskind (Kopfrepl.) 1637.
liegend 2095 (Brunnenfigur); 2129/30 (Deko-
ration von Theater bauten).
2452 (Statue).
Torso 2198.
Statuette 1935 (Gruppe mit Dionysos?);
2653.
Kopf 2639/40.
Symplegma mit Hermaphrodit 2562.
Silvan 1776; 2325.
Sima 2955 (Apollontempel in Bassai).
Sitzstatur 1765/67 (Tiberius).
1768 70 (Antonia?).
2769 (männl., 5. Jhdt. v. Chr. T).
Sklavenknnbc, schlafend 1975 rechts (Br.-Sta-
tuettc); mit Strigili» u. Gewand des Herrn
auf Grabrcl. 2392.
Smikrus, Elcusinios 2668.
Smyrna. Provenienz 1745 (durch Konsul Spiegel-
thal).
2587 (Grabrel.).
Solon 2368/70.
Sophokle«. sogen. 1980/81.
als Greis 2719.
nicht Sophokles ( Doppelhcrme l 2092 03.
Iclmeutai 1915 76.
Spina eine« Zirkus 2345 47.
Spon, von Jakob von Sp. gezeichnet (in Villa Mattei)
2964.
Sphinx auf Hasen kauernd 1954 link«,
als Trapezophoren 2317.
Statcilio«. T. 1358 (griech. Inschrift auf Büste).
Stele, archaisch, Oberteil mit Rel. 2954.
Stern auf Mütze 2512.
Stier mit Kuh als Pendant (Hochrel.) 1698.
Bronzeköpfe (spanisch) 1705 07.
mit gehörntem Menschenkopf (Re!., iberisch)
1714.
•Kopf (auf Fascis) 2057 ; unter der Keule
des Herakles 2694; Maskenrel. 2960 61.
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91 Alphabetisch«!
Stier- Schädel, zur Bezeichnung einet Heiligt ums
2733.
-Opfer 2033; X Sp. 80 E.
Mithin* mit Stier 2547.
Stirn- Krone an Aphroditeköpfen 1542.
Stirn-Ziegel 2211/12.
Stuck- Masken aus Fayüm VII Sp. 24 z.
Stückun^. Seite und Hinterkopf 1003 04.
weibl. Kopf (3 Stücke) 2287.
Kopf (Statuette) 2527 (ebenso linker Arm),
weibl. Köpfchen (hellenistisch) 2657/58.
Statuen: 1906 (kolossale Reiterfigur L 1997 I
(Unterkörper); 1998 (männl. Sitzfigur);
2461/64 (linker Arm); 2508 11 flinker
Arni); 1829 (2 Teile); 2835/37, 2838 39
(Togastatue. 2 Teile).
Bronzestatue (Münchner Spinnerin)
2045 48.
eingesetzte Flügel 2997 98.
antike Flickung 2532.
Stütze, an Statue? 2648 link» (Pan); Stamm, für
Wasserleitung durchbohrt 2974.
Idol als Stütze 1906 08.
Stützfiguren, architektonisch,
1603 (kniender Perser); 2006 (an Sesseln);
2077/79 (Krccht heion- Karyatiden).
Suovetaurilien 2834.
Symplegma, dis* Euthykrates? 1574/76 (Frgmt.);
2018.
Symposion, (Zyprisch, auf Klfenbeinplu kette VII,
Sp. 22 b.
Szepter, mit Büste als Bekrönung 2361.
Tänzerin, Statuette 2979 unten.
Tarent F. O. 2643/44.
Tegea, Ostgiebelgruppe (Stil der Köpfe) 1887 88.
Telesphoros mit Asklepios 20.74; 2760; 2949.
Tellus (Brustbild) 2731.
Tenerani, ehern. Samml. 1887/88.
Terrakotta» Tanagra -Statuetten (prax italisch) 1568;
1736; falsch 2718; Büsten 2700.
Reliefs: Campana VII Sp. 31 d ( ? Frgmte.);
2687; italisch 1966; römisch 1865.
Hcichroliefatatuctte (von Giebel) 1890.
Tbespiaden des Praxiteles 1568.
Theater-Aufführung 2366 (m. Donnermaschine?).
•Dekorationen ? (Karyatiden) 2461/64.
Thorv&ldsen als Erg&nzer 2980 81.
Throne, Götterthrone, Reliefs 2577.
Thymiaterion 2957 (auf Totcnmahlrel.).
Tiberius 1765 67.
Timagora ( Mädchen- Name) 2686.
Sachregister 92
Tisch-Frgmt. ( Bronze) 1954 rocht«.
dessen Stützen in Zweibttfer-( Hirsch- ?)
Vorderbeine ausgehen 2956 (auf Toten
mahlrd.).
1 Tivoli F. O. (Hadrians Villa) 2032; (Palaestra)
2634 35; VII Sp. 22 h.
Toga-Statue 2019 (republikanisch) ; 1605 ( August us) ;
2097 (erste Kaiserzeit ); ebenso 2213; 2100
(augusteische Toga im 3. Jh. n. Ohr.);
2715 mit August uskopf ; 2838 39 liberia-
nisch.
2835/37 mit flnvischem Kopf; 2785 (Donii-
tiansknpf).
trajanisch 2055.
Lucius Verua 1772.
sitzend 2950/53; mit Uontabulutio 2929.
Torso, männlich: mit Löwenfell 1793; mit Chlamys
1813; 1919.
mit rätselhaftem Attribut 2970.72.
Toscana F. O. (Meeresstrand in Südtoscana) 2022.
Totenmahl -Relief 1735; VII Sp. 23 o; 2580 ; 2664;
2957.
-Fragmente 2576; 2956.
Totenmasken (aus Fayüm) VII Sp. 24 z.
Trajan, KolossabtaUie 1822.
Kopf 2467/68.
Trajanus Dcoius 2872/73 ; 2880.
Travertin- Kopf (Aphrodite) VII Sp. 22 e.
-Reliefs 2214 Mitte; 2099 (Grabaltar).
J Triton, Brunnenstatuo 2094.
auf Tisehfuß 1743.
Triumph auf römisch -historischem Rel. 2034.
Troja F. O. (Umgebung; Metope vom Athena-
tempel?) 1744.
1614 r15 (Heliow-Mctope).
Tropaion von Viktorien geschmückt (Panzernd.)
1606.
Tuba 2034.
Turban 2926 27.
Turm der Winde (in Rom) 2044.
Tvche mit Ruder und Füllhorn 1543.
Untergewand durchscheinend 1737.
Urne mit Gewand überdeckt (Stütze) 2975 78.
Valerianus 2366 (Grabrel.).
Varia Octabiana 2100 (Sarkophaginschr.).
Vase. Marmor 2935.
Velletri, angeblich F. O. 1993.3.
Velum an Frauenkopf 1863 b; (angestückt) 1899-
19(8»; VII Sp. 23 n; VII Sp. 23 q.
Frauenporträt des 3. Jhdta. n. Chr. 2932.
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93 Alphabetische«
Venedig, ehern. Pal. Capello 2461/64.
Venus 8. Aphrodite.
Verhüllung der Schamgegend 2893.
Verona, ehern. Samml. Maffei (Sarapis) 1917.
Verus, Lucius. Kopf auf Togastatue 1772.
Büste VII Sp. 23 b.
Viatores 2868.
Victoria, Bronze- Statuette ( Ca m panisch) 19.55 j
rechts.
auf Relief 2301/65; ? Rel. Kopf 2045.
Virtus 2361/65; 2779,81.
Vitis (der (Zenturionen) 2938.
Vitellins (modern) 1783; 2030.
Vogel auf Totenmahlrel. VII Sp. 23 o.
Votiv-Rel., griechisch 1735 (Frgmt.); VII Sp. 24 w;
2005 (mit Pferd); 2050 (Frgmt.); 2220 |
(Frgmt.); 2359 (Jupiter Bronton); 2003 I
(Agathodaimon); ? 2030; IX, Sp. 48,
(D. 254).
an Silvan 2325.
oder architektonischer Schmuck ? Stier-
köpfe 1705 07.
Sachregister 94
Wagenlenker (römisch) 2029.
Wagner, Martin 2957.
Weltkugel, von Atlas getragen, mit Ansatz eines
darauf stehenden Gegenstandes 1814.
daraufstchend weibl. geflügelte Figur 2904.
Widder- Opfer, Rel. 2300; 2834 (Frgmt.).
•Kopf (Maakenxel.) 2960/61; auf Gürtel-
schnalle 1815.
Windgott, Relief köpf 2044.
Zeus (Typus Inee Bl. Hall) 1501 03; ebenda zitiert
Zeusbronze in KonstAntinopel.
von Otricoli 1501/03.
mit Acgis 1504.
Statuette 2448.
Kopf 1011; 1850; 2020 21.
-Pluton, Kopf 2302 03.
sitzend (Rel.) 2988.
Votiv an Jupiter Bronton 2359.
Ziegenkopf 1079.
Zosimos 2605 (Grabstein).
Zotteln am Gewand (s. u. Fransen).
Zulian, Gir.. Samml. im Palazzo Venezia 2478 80.
Zyklus von Athletenstatuen 2066/69.
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